Ar. 76. Donnerstag, den 21. Septemöer 1882. VII. Jahrgang. Cillifr Zeitung. Erscheint jeden St»nn«flfl(i und Sonnt«., Morgen-. — Prnsbk»iiigllnsttn: Cilli sammt Zustellung ins Haus ganziährig st. . halbjährig st. it.— vieneljährig fl. 1.50. monallich b'> tr. Mit Postversendung ganzjährig st. . Sprechstunden des RedaeieurS lüglich, mit Abnahme der Sonn- und Aeierlagc, von S—12 Uhr Bor- und vo» 3—6 Uhr Nachmittags. — Inserate werden billigst berechnet. Auswärts nehmen Inserate für die „Gillier Zeitung" alle bedeutenderen Annoncen Erpeditionen an. Die Zukunft Wosniens. ES ist in neuerer Zeit wiederholt und na-mentlich von serbischer Seite die Frage ventilirt worden, waS in Zukunft mit den in Gemäßheit des Berliner Vertrages von Oesterreich occupir-ten Provinzen zu geschehen habe und Niemand Geringerer als König Milan selbst soll bei seinem letzten Besuche in Oesterreich die Idee angeregt haben, daß diese Länder an Serbien überlassen werden. Wir würden uns bei der notorischen Abneigung der Wiener maßgebenden Kreise gegen eine Preisgebung Bosniens mit dieser Frage nicht weiter beschäftigen, wenn nicht gerade die Publicistik des deutschen Reiches der-selben ihre besonder« Aufmerksamkeit zugewendet und trotz des zwischen den beiden Kaiserreichen bestehenden Freundschaftsbundes einen Ausgleich mit Serbien auf der angedeuteten Basis befür-wortet hätte. Da dies geschehen, müssen wir denn doch die vorliegende Frage einer näheren Erörterung unterziehen und dies umso-mehr, als unseres Erachtens die in verschiedenen deutschen Blättern zu Tage getretene Auffassung den thatsächlichen Verhältnissen nicht in ausreichendem Maße Rechnung trägt. Wir müssen hier vorausschicken, daß die bosnische Frage von verschiedenen Gesichtspnnk-ten aus beurtheilt werden kann. Da ist zunächst der allgemein europäische Standpunkt, welcher sich aus dem Berliner Vertrag ergibt, und ge-wissermaßen als der Standpunkt deS interna-tionalen Rechts bezeichnet werden kann. Von diesem Standpunkte auS hängt die Occuvation-dauer, sowie überhaupt das fernere Schicksal Bosniens ausschließlich von dem Willen Europas ab und bedürfte es nur der übereinstimmenden Erklärung von vier Signatarmächten, um das Occupationsmandat unserer Monarchie sofort zum Erlöschen zu bringen. So bedenklich aber dieser Standpunkt für unsere Stellung in den occupirten Provinzen theoretisch ist, so ungefähr-lich scheint er uns praktisch zu sein, da ersah- Per Student Barras. Ueber die Vorliebe des PreußenköuigS Friedrich Wilhelm l. für große Soldaten und über die Art und Weise, wie er Rekruten für sein aus lauter Riesen bestehendes Grenadier-regiment aus allen deutschen Ländern oft durch List oder Gewalt zusammenbringen ließ, cur-siereu mancherlei Geschichten, von denen, wie man wohl zugeben muß, manche erdichtet sein mögen. Die hier folgende Erzählung ist authentisch, da sie durch ein Uuiversitäts-Protokoll vom Jahre 1734 verbürgt wird, das von dem Prorector von der Hardt und dem Studenten Harras in Helmstedt unterzeichnet ist. In» Jahre 1734 studierte in Helmstedt ein ungemein großer und schöner junger Mann, Namens Harras (aus dem Hollsteinischen), Theologie. Als eines Tages die Eollegia eben beendet sind und der Student Harras mit mehreren Studierenden auf dem Marktplatze in traulichem Gespräch begriffen steht, kommt ein preußischer StabSossicier mit einem Lieutenant an ihnen vorbei, von denen der erstere den großen und schönen Studiosus scharf ins Ange saßt. Als die beiden Officiere einige Häuser weit fortgegangen, bleiben sie bei mehreren rungSgemäß trotz Bluutschi und der internatio-nalen Schiedsgerichtsliga unser gesammtes internationales Recht keinen Schuß Pulver wert ist, vielmehr heute mehr denn je, einzig und allein die Macht den Ausschlag gibt. Daß diese auf unserer Seite sich befindet, steht selbst für den Fall außer Frage, als es gelänge, eine Eoalition gegen die verbündeten mitteleuropäischen Kaiserreiche zu Stande zu bringen. Von ungleich größerer Wichtigkeit für die Beurtheilung der vorliegenden Frage ist der österreichisch-ungarische und der mit diesem iden-tische anstro-deutsche Standpunkt, welchen wir in politisch-militärischer, wie in wirthschaftlicher Hinsicht als Macht- und Interessen-Standpunkt beider Reiche bezeichnen möchten. Von diesem Gesichtspunkte aus ist vor allen Dingen zu er-wägen, daß unser Monarchie die Ausgabe zufällt, die Interessen des Deutschthums im Orient gegen den Ansturm des Slavismus zu schützen und zwar nicht allein in cnltnreller, sondern auch in politischer und wirthsschastlicher Beziehung. Um dieser Aufgabe, bei deren Erfüllung wir der Natur der Sache nach der kräftigsten Unter-stützung deS deutschen Reiches sicher sind, gerecht werden zu können, müssen wir selbstverständlich darauf bedacht sein, daß unser Einfluß in den Balkanländern der entscheidende und maßgebende sei: eS hängt somit die Zukunft Bosniens wes.'nt-lich davon ab, ob die Annexion der occupirten Provinzen an unsere Monarchie oder aber die Ueberlassung derselben an Serbien das bessere Mittel ist, um unseren Einfluß im Orient dauernd zu sichern. Hätten wir eine Bürgschaft dafür, daß durch Einverleibung Bosniens in Serbien, also durch Errichtung eines großserbischen Reiches die Balkanslave» ohne weiteres für die Interessen Deutschland-Oesterreichs gewonnen werden - wüßten wir mit Sicherheit, daß Großserbien sich ohne weiteres dazu verstände, mit uns eine Zoll- und Militär-Union einzugehen und so als ein organischer Bestandtheil in den austro deutsche» ihnen begegnenden Studenten stehen, und der Stabsofficier fragt sie: wie der große Student h?iße. woher er sei, und bei wem er wohne? — Als er die Antwort hierauf gehört, geht er, indem er deni Studenten freundlichst dankt, mit dc.n Ofsicier fort. Nach einer Stunde erscheint in der Wohnung deS Studenten Harras ein militärisch gekleideter Bedienter, und ersucht bittend den ersteren, seinen Herrn doch ein halbes Stündchen besuchen zu wollen, welcher ihn einer Angelegenheit wegen zu sprechen wünsche. Der Student giebt indes dem Bedienten, echt burschikos, den Bescheid: daß. wenn ein preußischer Officier ihn sprechen wolle, derselbe zu ihm kommen möge. Bald darauf erschienen auch bei dem Studenten die zwei Officiere. indem der Stabsofficier sich ihm als den preußischen Oberst Grafen von Itzenplitz nennt. Nachdem er ihn um sei» Vater-land, sein Studium u. dergl. befrägt, fordert er ihn auf, sich dem Militärdienst zn widmen; und fügt hinzu, daß ein so schöner, großer, junger Mann als Soldat besser sein Glück machen werde, als er es jemals als Prediger könne. Harras, für das Amt eines Geistlichen hoch begeistert, lehnte das Anerbieten des Oberst, der ihm im Namen des Königs eine Lieutenants- Bund sich einzufügen; hielten wir das Alles für so gewiß, als eS unsicher und unwahrschein-lich ist, dann könnte vielleicht immerhin die Ab-tretnng Bosniens an Serbien als eine günstige Lösung der bosnischen Frage bezeichnet werden, zumal wir hiedurch von einer schweren Last be-freit würden und sowohl geographische, als na-tionale Erwägungen zu Gunsten einer solch.'» Lösung sprächen. Worauf hier das Hauptgewicht fällt, das ist das „Wenn" ; da jedoch die Er-füllung dieses „Wenn" von Serbien nicht zu erwarten ist, so entfällt vo» selbst die Möglich-feit einer Transaction, wie sie von Serbien an-geregt und von deutschen Blättern empfohlen worden ist. Fassen wir zum Schlüsse die Frage noch vom speciell cisleithanischen Standpunkte in's Ange, so finden wir, daß das Interesse unserer Reichshälfte an dem künstigen Schicksale Bos-niens lediglich ein financielleS und wirthschaft-licheS ist. Ein financielleS insofern?, als die Fortdauer des bestehenden Occupationsverhält-nisses einen Aufwand von vielen Millionen fordert, zu welchem wir den Löwenantheil aus unserer Tasche beizusteuern haben; ein wirth-schaftliches insofern?, als Bosnien das uatür-liche Absatzgebiet für unsere Industrie zu bilde» berufe» ist. WaS wir hiernach anzustreben haben, ist die baldige Lösung der bosnischen Frage überhaupt, unter Wahrung unserer finan-ciellen und wirthsch östlichen Interessen; sollte letztere — waS allerdings fraglich ist — durch Vereinigung Bosniens mit Serbien zu erreichen sein, dann hätten wir in Eisleithanien gegen diese kaum etwas einzuwenden. Llovenische Unterrichtssprache. Es ist gewiß eine ebenso ermüdende als lang-weilige Arbeit immer auf die Folgen zu ver-weisen, welche die Erfüllnng der slovenisch-natio-nalen Herzenswünsche nach sich ziehen müßte. Wenn wir demungeachtet uns heute wieder das stelle verspricht, mit heiterem Lächeln ab. Graf von Itzenplitz malt ihm mit den schönsten Farben die Znkniift, indem er ihm auch die Versicherung giebt, daß er schon nach einigen Jahren bei einer so schönen Körperbildung und bei seinen Kenntnissen mit Gewißheit aus eine Hauptmanns-stelle rechnen könne, während er bei seiner jetzigen Laufbahn vielleicht dann noch Eandidat sei. Doch die Ueberredung des preußischen Oberst blieb zwecklos, und derselbe schied von HarraS mit einem vielsagenden Blicke. — Bei der Anwesenheit des Oberst in Berlin kam bei dem Könige bald daS Gespräch auf den großen Helmstedter Studenten, und von Itzenplitz versicherte es dem Könige, daß unter dem ganzen Regiment kein so großer und schöner Mann sei, als der Student Harras. Der König äußerte nun den lebhaften Wunsch, den jungen Mann als Soldaten zu besitzen. Er sandte nun, bauend auf das Wort des Oberst, ein eigenhändiges Schreiben an den Studenten nebst dem Hauptmanns-Patent nnd versicherte ihn seiner Huld und Gnade. Harras jedoch, welchem als das Höchste seines Strebens der -hohe Beruf des Predigers (zu welcher Anstellung er in seinem Vaterlande recht bald die herrlich-sten Aussichten hatte) zn schön vor der Seele Thema der slovenischen Erziehung zum Vorwurfe nehmen, so möge solches der vor wenigen Tagen erfolgte Beginn des Schuljahres motiviren. Wer mit halbwegs offenen Augen die bäuerlichen Eltern betrachtete. welche in der vorigen Woche ihre Söhne nach der Stadt brachten, um sie in die Mittelschule einschreiben zu lassen, der mußte wohl soson die Bemerkung machen, daß den Vater oder die Mutter ganz andere Sorgen quälten, als die Frage, ob ihr Rind deutschen oder slovenischen Unterricht er> hasten werde, denn nicht Drang nach Bildung und Aufklärung, sondern das Bestreben den Kleinen zu versorgen und eiuen überflüssigen Kostgänger zu Hause los zu werden, sind zu-meist der erste Impuls, daß der untersteirische Landmann seinen Sohn an die Mittelschule schickt. Freilich mag mitunter den Alten der erhebende Gedanke vorschweben, daß nach Jahren ihr Sohn im Talar mit dem Colare das heimathliche Dorf betreten werde, und daß sie selbst das Glück genießen werden, ihm die Hand küssen zu dürfen. Es ist dies ein frommes Empfinden, gegen welches wir nichts einwenden wollen, obzwar wir den Sohn, der solche Huldigungen zuläßt — und wir haben derartiges schon gesehen — sehr bedauern. — Mit der Aufnahme in die Mittelschule be-trachtet der Landmann seinen Sohn in den meisten Fällen schon versorgt. Ein primitiver Kostort, eventuell Freitisch, ein kleines Stipendium, Stundengeben oder irgend eine andere Unterstützung genügen bald, um die bescheidenen Ansprüche des Studireuden zu befriedigen und die Eltern aller wiiteren Sorgen zu entheben. Die Entbehrungen jedoch, die der Junge selbst zu erdulden hat, bilden einen bitteren Nachsatz aus der Gymnasialzeit. wecken den Neid gegen die besser Situirten, welche im gedachten Falle zumeist Deutsche sind, und geben in der Regel den ersten Anstoß zu nationaler Unduldsamkeit. Wir haben den Haß gewisser slovenischer Wort-führer gegen die Deutschen wiederholt auf socialistische Beweggründe zurückgeführt, wir werden in dieser Anschauung aber auch durch den Umstand bestärkt, daß gerade ehemalige Freitischler das Gros der nationalen Fanatiker bilden. Wir möchten hier als sprechendes Bei-spiel einen Fall erwähnen, dessen Held heute in einem untersteirischen Markte seine Praxis ausübt; acht Jahr? hatte der Gedachte im Hause eines hiesigen Professors die Gnadenkost genossen, da, als er die Maturitätsprüfung glücklich iitkr-tauchte, gab er seiner Freude dadurch Ansdruck, daß er auSrief: „Gott sei Dank, daß ich nicht mehr in dem Hause dieses Nemschkmar zu essen brauche, wo mir ohnedies nie ein Bissen schmeckte." Wenn wir also sagen, daß die Landleute sich für nichts weniger als dafür echausiren, daß ihre Söhne eines slovenischen Unterrichtes theilhast werden, so sprechen wir gewiß eine Wahr-heit aus; und wenn heute in Eilli slovenische stand, — dankte ganz unterthänigst für die hohe Ehre, und sandte das Pat.'nt wohlverwahrt wieder nach Berlin. Wie der König Friedrich Wilhelm dies ausgenommen, weiß man nicht. — Der Student Harras indes vermied es, gewarnt von den Professoren und Studenten, das Preußische zu betreten, und giny daher auch nicht nach dem. von den Studierenden vielbesuchten, eine Stunde von Helmstedt ge-lcgenen freundlichen preußischen Dorfe Harbke. Nach einiger Zeit ersuchte der Prediger zu Harbke freundschaftlichst den Studenten Harras, für ihn den Sonntag zu predigen, indem er notwendig verreisen müsse. Da Harras vor längerer Zeit schon einmal dort gepredigt hatte, gab er dem dortigen Prediger, in dessen Familie er gern verweilte, weil ihm die sanfte, blühende Tochter desselben nicht gleichgültig war, sogleich die Zusicherung, daß er den Sonntag zeitig dort sein wolle, indem er für seine Person, wenn er im Dienste des Herrn komme, nichts fürchtete. Am Sonntage früh machte der StndiosuS arraS, in der AmtStracht des Geistlichen, den egen an der Seit« (den damals jeder Student und Bürger noch trug, und welchen er auch heute Morgen unwillkürlich angeschnallt hatte) und seine große, schöne Bibel unter dem Arme, — 2 — Parallelklassen errichtet würden und unsere Ein-wohnerschaft nur für die Besucher der deutschen Abtheilung Freitische fixirte, so würde, wir sind des-sei, überzeugt, die slovenische Parallelclasse wegen Mangels an Besuch geschlossen werden müssen; ein Fall, der, wenn in Eilli der slovenische Unterricht je eingeführt werden sollte, gewiß zur Anwendung gebracht werden wird. Kann schon angesichts der mangelnden Lehrbehelfe, der unscheinbaren Literatur ic. von einem ersprießlichen Unterrichte in slovenischer Sprache an 'Mittelschulen nicht die Rede sein, so kann auch aus practischeu Gründen, und diese dürften selbst die verbissensten Slovenen einsehen, wenn auch nicht zugeben — die slovenische Unterrichtssprache der studirenden Jugend wenig nützen, denn wie viele von den das hiesige Gymnasium besuchenden Schülern könnten dann die Universität besuchen? Es ist eine nur zu bekannte Thatsache, daß unter hundert slovenischen Abiturienten neunzig Procent auf Selbsthilfe angewiesen sind, daß also selbst für den Fall, daß in Laibach eine slovenische Universität be-stehen würde, dieselbe nicht besucht werden könnte, weil die Stadt zu klein und daher zu wenig Aussicht bieten würde, durch Unterricht-geben ic. sich weiter zu bringen. Glauben denn die nationalen ExaltadoS. daß die Grazer oder Wiener ihre Kinder von Leuten unterrichten lassen werden, die nicht in erster Linie die deutsche Sprache und die deutsche Literatur beherrschen? Glauben vielleicht dies: sonderbaren Schwärmer, daß wöchentlich zwei Stunden deutschen Sprach' Unterrichtes genügen werden, um sich mit der Sprache Schillers und Göthes so vertraut zu machen, daß man in derselben in deutschen Städten Unterricht ertheilen kann? — Und auf deutsche Städte wird die Jugend unserer Land-bevölkerung ewig angewiesen bleiben, mögen auch derzeit dem nationalen Götzen noch so große Opfer gebracht werden. Ueber kurz odor lang wird der faule Zauber, der heute gewisse ExaltadoS berauscht, zerstoben und mit ihm das Geschick so manchen Kindes, das gewaltsam in eine slovenische Anstalt gepreßt wurde, besiegelt sein, und gar Viele werden mit dem Dichter sprechen können: „O glücklich, wer noch hoffen kann. Ans diesem Meer des Irrthums aufzutauchen! Was man nicht weiß, das eben brauchte man. Und was man weiß, kann man nicht brauchen." Sositische Wundschau. Cilli. 20. September. Inland. Die Delegationen werden nach der „Bud. Eorr." am 15. spätestens 20. October zusam-mentreten. Im krainerischen Ladtage wurde von Klun und Genossen eine Interpellation bezüglich des deutsche» Schulvereines eingebracht. Die diesbe- sich auf dem Weg nach Harbke. Als er in das eine halbe Stunde von Helmstedt gelegene Gehölz, der Glüsig (oder Glüfing), welches preußisch ist, und durch das der Weg nach Harbke führt, tritt, gesellen sich zu ihm drei preußische Dra-goner, von denen der Wachtmeister sogleich ein Gespräch mit ihm anknüpft. Es befremde ihn, fängt dieser an. daß ein so großer, schöner Mann Prediger werden wolle, der doch ganz zum Sol-daten geboren sei; ob er nicht Neigung habe, die Bibel mit dem Degen zu vertauschen, indem er gewiß recht bald Lieutenant sein werde. Harras verneinte eS, inzwischen waren sie auf die An-höhe des freudlichen Gehölzes gekommen. Da eröffnete ihm unverholen der Wachtmeister, daß er Befehl habe, ihn, sobald er ihn im Preußischen antreffe, zu verhaften und ihn zunächst nach Magdeburg zu führen. Er möge daher auf der Stelle ihnen folgen, denn jede Weigerung sei vergebens. Harras stutzt, und mit donnernder Stimme ruft er ihnen zu: „Drei Schritte bleibe mir jeder vom Leibe!" Als aber dennoch die Dragoner sich seiner bemächtigen wollen und HarraS sich in seinem heilige«« Berufe gestört und tief gekränkt sieht, zieht er, auf seinen Degen und seine gerechte Sache bauend, gegen die drei Soldaten seine Waffe. Als Student wohlgeübt zügliche Ausführung, eine Schraube ohne Ende, beruft sich auch auf eine Aeußerung des bayeri-scheu Vaterlandes, bekanntlich das ordinärste Sudelblatt Deutschlands, über den Schulverein. Dieser eine Umstand charktaerisin besser als jede Glosse den Standpunkt welchen die Interpellanten einnehmen. Aus Holeschowitz wird wieder ein hübsches Stückchen tschechischen Chauvinismus gemeldet. Die dort errichtete fünfclafsige Volksschule, die bereits von 200 Kindern besucht war. wurde gestern über Auftrag des GemeinderatheS ge-sperrt und sämmtliche Localitäten versiegelt. Als Grund des Verbotes der Schuleröstnung wurden „Rücksichten der öffentlichen Sicherheit" angegeben. Selbstredend ist diese Aufmerksam-seit der Tschechen gegenstandslos und nur dem Aerger darüber zuzuschreiben, daß in Wien die Errichtung einer tschechischen Volksschule unter-sagt wurde. Wie im slovenischen Vereine zu Marburg, so erstattete auch eineni auserwählten Häuflein in Windisch Graz, Baron Gödel-Lannoy seinen Rechenschaft, und damit es ohne eine Farce nicht abgehe, so sorgte die Suite des Abgeordneten daß jene förderalistifche Refotuion, welche gleich einer Minerva dem Haupte des Olympiers Her-mann entsprang, auch angenommen wurde. Ausland. Auf die erste Erregung, welche die Nach--richt von den englischen W a f f e n e r f o l-gen im Nillande in ganz Europa hervorgerufen, ist allerorten — Rußland vielleicht ausgenommen, schnell eine ruhigere Auffassung der Dinge ein-getreten. Speciell in diplomatischen Kreisen zeigt man sich sehr beruhigt, indem man sich der zuversichtlichen Erwartung hingibt, daß das Ministerium Gladstone sein Versprechen, die definitive Regelung der Zustände in Egypten dem Schiedssprüche Europa's nicht entziehen zu wollen, in loyaler Weise einhalten werde. Während die innere Politik Rußlands so zerfahren ist, daß »«an es gar nicht wagt den Tag der Krönung des Ezaren festzusetzen, und dieser feierliche Act wahrscheinlich in aller Stille durchgeführt werden wird, intriguiren die Diplomaten frisch drauf los. Namentlich suchen sie Oesterreich bei der Pforte zu verdächtigen. So hat ein russischer Beamter in Eonstautinopel dem Sultan einen schwindelhaften Theilungs-plan, den n aus bester Ouelle erfahren haben will, mitgetheilt. Nach demselben annectirt Oesterreich, Bosnien, die Herzegowina, Macedonien und sogar Thracien mit Eonstautinopel. Albanien wird ein unabhängiges Fürstentum mit einem italienischen Prinzen an der Spitze. Bulgarien, Ost-Rumelieu, Serbien und Montenegro werden einen besonderen Staat bilden, dessen Regent einer der jetzigen Fürsten der genannten Fürsten-thümer sein wird, und zwar derjenige, welcher als dieser Ehre am würdigsten erkannt wird. im Fechten, steht er da. ein zweiter Hercules, mit der linken Hand in die Blätter seiner großen Bibel gefaßt, um sie als Schild zu gebrauchen, während er in der kräftigen Rechten den Degen gegen die drei Kriegsmänner schwingt. Anfangs focht der Wachtmeister mit vieler Schonung Segen ihn, indem er wähnt, Harras werde sich ald der Uebermacht ergeben müssen. Doch als das Gefecht zu keinem Resultate führt, dringt der Wachtmeister stürmischer auf ihn ein, und beabsichttgt, dem Studenten eine leichte Wunde zuzufügen. Da giebt Harras, denn auch die anderen dringen auf ihn ein, mit der ganzen Kraft eines ungeschwächten, eines auss Höchste aufgeregten und sür Menschenrecht erglühten Mannes, einen tiefen, kräftig gethanen Stich dem Wachtmeister ins Herz, — uud sterbend sinkt derselbe zur Ende! — In demselben Augenblicke erhält der auf ihn losstürzende Dra-goner eine schwere Wunde, und der dritte Dra-goner ergreift die Flucht. Harras sieht sich gerettet, und wendet mit raschen Schritten seinen Weg wieder nach Helm-stedt zu. Als er auf seiner Stube sich befindet, sinkt er auf seine Kniee, faltet die Hände zum Gebet, und seine Augen, schwimmen in Thränen ! Als sein wallendes Blut ein wenig ruhiger Im entgegengesetzten Falle wird die Krone dieses südslavischen Staates einem österreichischen Erzherzog angeboten werden. Dafür wird Oester-rtich-Ungarn seine Provinzen: Siebenbürgen, Banat und die Bukowina an Rumänien ab-treten. Auf diese Weise wird sich unter der Gewalt der jüngeren Linie der Hohenzollern ein umfangreiches rumänisches Königreich bilden, welches sich in der deutschen Einflußsphäre be« finden wird. Rußland wird Armenien betonimen während der Archipelagus Griechenland zufallen wird. WaS die Türken betrifft, so werden dieselben Anatolien behalten, wobei dem Sultan anheimgestellt wird, Koni, Brusfa oder Smyrna zu seiner Residenz zu wählen. In Egypten ist die Entwaffnung der einheimischen Truppen so ziemlich beendet. Die Stadt Damiette, wohin vorgestern ein ganze« Regiment von der Besatzung Abukirs, welches entwaffnet werden sollte, desertirte, ist noch vou dcn Rebellen besetzt, und wird durch die Eng-länder von der Land- und Seeseite angegriffen werden. Die Engländer rechnen aus keinen be-sonderen Widerstand.^ Korrespondenzen. Graz, 17. September. (Orig. Eorr.) sZur letzten Wähl e r v e r s a m m l n n g.> Die Freitag den 15. d. M. statlgefundene Wähler-Versammlung des Herrn Dr. Portugall, über die Ihnen indessen schon ausführliche Berichte zugekommen sind, bildet noch immer das Haupt-ereignis des Tages, das alle Grazer in Athem hält, so daß Ihnen eine Reihe nachträglicher Glossen gewiß willkommen sein werden. Selten zunächst hat Graz eine so glänzende politische Versammlung erlebt, als die Freitags. Die großen Räume der Puntigamer Bierhalle waren gesteckt voll. Man hatte erwartet, daß Dr. Portugal! vielleicht ein Fähnlein treuer Schild-knappen mitbringen würde, die mit ihren Stimmen für den Angeklagten eintreten würden; doch gleich der Beginn der Versammlung zeigte, daß für dieselben in der Versammlung kein Platz gewesen wäre, und daß unter allen Anwesenden nur ein Geist der Begeisterung für echtes Deutsch-thum herrschte. Als Dr. Strohal, ein junger Manu voll edler und geradezu hinreißender Beredsamkeit das Wort ergriff, ein wuchtiger Keulenhied nach dem anderen über die Anhänger der „deutschen Volkspartei" und über den Ab-geordneten niedersauste, da war daö Ergebnis des Abends sofort entschieden. Dr. Portugall saß als Angeklagter da. während Strohal seine zündende Anklage hielt und mit strenger Logik jener wunderlichen Erklärung in der Tagespost zu Leibe ging. Von den fünf Herren Portugall, Krepesch. Zschok, Svoboda und Attems war es in der That eine Anmassung ärgster Art, zu wähnen, daß sie, dem Titanen Atlas gleich das Himnielsgewölbe deutscher An auf ihren Schultern fließt, kleidet er sich um, geht zu dem derzeitigen Prorector von der Hardt, läßt von diesem hochachtbaren Manne alles zu Protokoll nehmen, der ihm einen Beistand und Schutz der Uni-versität und des Herzogs verspricht und der ihn mit Rath und Trost entläßt. Nach mehreren Tagen erhält HarraS ein Schreiben vom Grafen von Itzenplitz, worin dieser ihn nochmals auffordert, als Hauptmann .n Militärdienste des Königs zu treten, da er bei seiner gezeigten Bravour nicht für die Kanzel sondern zum Feldherrn geboren sei; auch verspricht er ihm die Gnade und Huld seines Königs. Aber Harras läßt dieS unbeantwortet. Weil er auch ferner in Helmstedt sich nicht sicher glaubte, verließ er bald darauf in nächtlicher Stille, begleitet von treuen Freunden, die Uni-versität, und eilte in sein Baterland, auS welchem er erst mit dem heitersten Herzen fortgereiset war, — in welches er jetzt aber mit einer seine Seele belastenden Schwermut zurückkehrte. — Wie mitunter die Mode gemacht wird. Daß Fabrikantenintercsse und nicht der Geschmack in Frankreich und eimgen Weltgegenden außerhalb der deutschen ReichSgrenze die — 3 — tragen und die öffentliche Meinung durch ihre Erklärung bestimmen könnten. Das deutsche Bewußtsein der deutschesten Stadt in Oester-reich hat diese Anmaßung auf das schärfste zurückgwiesen. und diese fünf Männer sind, j 'der auf seinem Gebiete gerichtet. Portugall. Zschok und Krepesch werden ihrer bisherigen Mandate bei den nächsten bezüglichen Wahlen Zweifels-ohne verlustig gehen, Att-ms sah sich sofort nach Erscheinen seiner Erklärung gezwungen, seine Stelle als Obmann deö deutschen Vereines niederzulegen, Svoboda spielt in der Oeffentlich-keit ohnehin keine Rolle mehr. Die Versammlung glich einem reinigender. Gewitter, das eine höchst wohlthätige Wirkung in der Zukunft ausüben wird. Die Stimmung der Versammlung war eigentlich eine derartige, daß nur ein entschiedenes Mißtrauensvotum an Dr. Portugal! hätte er-theilt werden sollen. Wenn ein solches beantragt worden wäre, so würde eS gewiß mit der größten Majorität angenommen worden sein. So haben es die Führer der Versammlung vorgezogen, eine gewisse Eourtoise zu üben, und Dr. Portu-gall, wenn auch in der schärfsten Form, zur Ordnung zu weisen, die er leichtsinnig gestört. Er mußte sich der schlimmsten Demüthigung unterziehen und eingestehen, daß er mit jener Erklärung einen unbesonnenen Schritt gethan. Von Walterskirchen wollen wir nicht reden. Wenn ihm seine persönlichen Freunde in Ober-steiermark zum Theil auch noch die Stange halten, so ist derselbe für die Deutschen in Oester-reich doch für alle Zeiten unmöglich; nie ist eine „Eondottiere-Rolle" so schneidig und scharf critisirt worden, als von Prof. Strohal, der mit Dr. Schloffer die Palmen deS Abends davontrug. Lichtenwald, 16. September. (Orig.-Eorr.) lLandwirthschaftliche Ausstellung.) Wenn am Lande eine Ausstellung veranstaltet wird, sollte man vorher wohl mit den Wetter-mächten einen Waffenstillstand abschließen. Die Pferdeausstellung am 13. d. wnrde gründlich verregnet, nichtsdestoweniger war gegen Erwar-tung ziemlich viel und insbesondere in den jün-geren Partien gutes Material vorgeführt worden. Die Ausstellung von Kühen und Jungvieh am 14. war verhältnißmäßig spärlicher, meist nur aus der Nähe besucht, weil der Regen des Vortages die Zureise aus der Ferne behinderte, und der gleichzeitig in Montpreis abgehaltene Viehmarkt wohl manchen Besitzer preiswürdiger Thiere abzog. Am nämlichen Tage wurden auch Schweine — darunter echte Suffolk — ferner manigfache Bodeuprodukte, als: Weizen, cana> bischer Hafer, Feldkümmel, Kartoffeln, Mais, Aepfel, Rnnkelrü>n, Kohlrüben, Bohne», Melonen, Kraut, Kürbisse, Rindschmalz :c. auSgc-stellt, endlich kamen auch die hier herum in Anwendnung stehenden Maschinen und Geräthe, als: Obstquetschen, MaiSrevler, Wendepflüge, Brabanten-, WiesenmooS - und Pulverisir-Eggen, Mode macht, ist eine alte Thatsache; daß die Damenwelt sich gegen diesen aufoctroyirten Geschmack nicht auflehnt, im Gegentheil ihn mit Enthusiasmus aufnimmt, bestätigt zum Ueber-fluß eine Theateranekdote, welche der „Temps" unlängst erzählte. Die berühmte Tragödin Mademoiselle Mars befand sich einst zu einem Gast-spiel in Lyon. Nachdem sie Abends mit unge-heurem Erfolg aufgetreten war, wurde ihr deS Morgens der Besuch eines Fabrikanten ange-kündigt. „Mein Fräulein" redete der Industrielle die Dame an. „Sie können mein Glück herbei-führen; das Ihnen zu sagen, ist der Grund meines Besuches." — „Wie so das. mein Herr?" fragte die Künstlerin. »Sehr einfach.^ mein Fräu-lein, indem Sie das Stück Stoff annehmen, welches ich Ihnen überbr.nge." — Nach diesen Worten breitete der Fabrikant ein Gewebe aus. Es war gelber Sammt «fyingl«. „Mein Gott, was fange ich damit an?" sagte Mademoiselle Mars. „Ein Kleid, mein Fräulein. Wenn man Sie in einem solchen Kleid sehen wlrd, ist mein Glück gemacht, denn jede Dame wird ein ähu-licheS Kleid tragen wollen." „Aber, mein Herr, seit dcn Tagen der Königin Margarethe hat Niemand ein gelbes Kleid getragen!" „Eben darum sollen Sie damit beginnen. Ich beschwöre Walzen, eine Getreidemähe-Maschine und ein Trieur zur Schau. Der Fremdenbesuch gestaltete sich an diesem Tage am lebhaftesten. Am 15. bildete die Prämiirung und Licenzirung der Stiere aus dem Bezirke Lichtenwald — denn die Pferdeausstcllnng erstreckte sich aus die Be-zirke Lichtenwald, Rann, Drachenburg und Tüffer, die Regionalausstellung des zweiten Tages auf alle vorgenannten Bezirke mit Ausschluß des letzten, während die Stierschau in jedem einzelnen Bezirke abgesondert vorgenommen wird — den Schluß des laudwirthschaftlichen Festes bei aller-dings freundlicherer Decoration deS Horizontes. Die Stierhaltung zeigte sich als eine ungenügende, da von 15 aufgetru denen Stieren nur 8 licen« zirt werden kounten, wovon nui» aber vorläufig noch Einer der Fortzucht entzogen bleibt, weil der Eigner das Einbrennen des Licenz-zeichenS an» Hörne verweigerte. — Rücksichtlich der Preisliste.müssen wir des Raumes wegen aus den „Pferdezüchter" und den „steirischen Land boten" verweisen. Sagor, 18. Sept. (Orig-Eorr.) sStraß en-M i s e r e.) Die massenhaften Niederschläge der vorige» Woche schwellen der Save ihre Beiflüsse derart an, daß die Uebersuhren (Plätten) auf dem ganzen Strome ihren Dienst einstellten. Der Fluß trat auS seinem Bette und staute die einmündenden Bäche zu Seen, in denen die Fischer ihre sonst unerreichbare Beute finden. Außer den Fischern mag wohl Niemandem aus dem Hochwasser Vortheil erwachsen, — denn der aufgeweichte Boden der Weingärten nnd Felder weicht bei jedem Tritte, die Abhänge gehen zu Thal und wo der Landmann noch gestern fein Kartoffel- und Maisfeld betrachtete, findet er heute eine ausgewaschene Vertiefung, in welche beim folgenden Regen die nächste und darauf so fort die danebenliegende Parzelle versinkt und fortgeschwemmt wird. Die Hoffnungen auf eine leidliche Buchweizen- und Weinernte werden nicht nur zu Waffer, auch Grund und Boden schwemmt das leidige Element fort und der Eigenthümer fragt sich selbst, wo er Ersatz hiefür finden wird, wie er den nächsten Anbau bewerkstelligen soll, und ob die Aussaat nicht wieder vergebens sein wird. Krain ist wahrlich ein arnies Land, und nicht zu verwundern ist es, daß seine Bewohner ihren Fuß weiter setzen um ihren Unterhalt in der Fremde zu suchen. Der Grundbesitz, durch die Ueberbürde der Abgaben und Mißjahre ist entwerthet, Schulden häufen sich auf Schulden, — und das Facit — die Subhastatiou — macht manchen früher gutsituirten, thätig:n Besitzer zum Bettler! Wozu werden aber die sauer er-preßten, blutigen Steuergelder verwendet ? Der Laie darf wol über deren Verwendimg keine Auskunst verlangen, dafür sind ja die notwendigen Behörden als Administratoren eingesetzt. Aber wehe thut es dem Steuerträger, wenn er sieht, wie nutzlos sein Schweiß für nutzlose Straßen- Sie, weisen Sie mich nicht ab!" Die Dame trat an ihren Schreibtisch und wollte den Be-trag für den Stoff niederlegen. „Sie verkennen mich, mein Fräulein," rief der Fabrikant, „ich bitte Sie, das Gewebe anzunehmen nnd mich nicht durch Bezahlung zu beleidigen. Wenn aber ganz Paris frage» wird, woher das Kleid stammt, dann nennen Sie flüchtig den Namen meiner Fabrik, die übrigens zu den angesehensten Lyons gehört . . . ." Die Künstlerin war froh ihren Besucher los zu werden. Sie versprach Alles. Nach Paris zurückgekehrt, zeigte sie ihrer Schneiderin den Stoff. „Ach," bemerkte diese, „das Gewebe ist außerordentlich schön, aber waS damit anfangen?" „Ich erhielt es zu einem Kleide." „Ein gelbes Kleid? Niemals ist ein solches aus meinem Atelier hervorgegangen rief die Künstlerin von der Nadel ans. „Und wenn wir dcn Versuch machtenV sagte die Mars. Ich zweifle nicht, daß Sie, mein Fräu-lein, sich Alles erlauben dürfen!" — Kurze Zeit nachher begab sich die Tragödin eines Abends zeitig in ihre Loge, sie legte das fertige Kleid aus gelbem Sammt an, sie besah sich von allen Seiten im Spiegel, und endlich rief sie mit vor Thränen erstickter Stimme: „Es ist unmöglich, daß ich mit diesem Kleide die Bühne 4 — und andere Anlagen verwendet wird. Im Littaier Bezirke ist dieses der Fall in der Steuer-gemeinde Sagor. Wie bekannt rutschte im April d. I. an der Thalmündung der Media der linksseitige Abhang derart, daß die Eomunica-tion zur Bahn I Monat gesperrt war. Welchen Schaben diese Sperre verursachte, wissen nur die Betroffenen! Aber nicht genug damit, daß der Geschäftsverkehr Abbruch erlitt, wurde zum Unglücke vom Bezirks-Strafienausschuß der Be-schluß gefaßt, eine provisorische Straße, aber gerade über das abgeruschte Terrain zu erbauen, wozu der Betrag von 1300 fl. prülimirt sein soll! Selbst die simpelsten Köpfe erkannten, daß die neue Anlage nicht nur eine gewagte sondern nutzlose, daher auch hirnlose sei! Ge-rechte, billige Vorstellungen, das wenige Rutsch-terrain von der alten Straße zu entfernen fand kein Gehör, „denn die Rutschung könnte wieder nachkommen". Wohl, die Rutschung kam, aber nicht dort, wo der wolweise Ausschuß es ahnte, sondern da, wo vor Jahrzehnten an dcn ent-gegengeseyten Berghang eine Fabriksanlage durch den Druck der Erdmassen demolirt wurde, so daß die arme Straß« als Provisorium in'S Kreuzfeuer kam. Die Straße ist so unterwaschen, daß deren Befahren bedenklich, gefährlich ist. Mit dem Planieren und Ausfüllen der knie-tiefen Löcher ist Nichts gethan. Fehlen ist ntensch-lich, auch ein Straßenausschnß kann sich irren, aber er sage: nu*a culpa! und öffne der wahren Einsicht sein weises Ohr, lasse die alte Straße herstellen damit man doch auf festem Grunde und nicht auf Gerölle zur Bahn gelangen kann. Außer den 1300 fl. kostet die neue Straße gewiß schon wieder 300 fl. Die Wiederher-stetlnng und Instandhaltung der alten wird aber kaum letzteren Betrag beanspruchen. — Ein wohlwollender Rathgeber. Kleine Wronik. Citli, 20. September. sHofreis e.j Heute Nacht 1 Uhr 30 Minuten pasiirte das Herrscher-Paar inittelst Separat-Hoszugesunsere Station. Das Programm der Rückreise von Trieft nach Gödölle hätte im letzten Momente fast eine Aenderung erfahren, da in Folge des RegenwetterS bei Frieda» eine große Verkehrsstörung eintrat. Diese Verkehrs-störung konnte jedoch glücklichweise noch recht-zeitig beseitigt werden. sPersonalnachricht.] Der Statthalter Baron Kübeck traf heute Früh mit dem Nacht-eilzuge hier ein und nahm im Hotel „Erzherzog Johann" sein Absteigequatier. sM a n d a t s n i e d e r l e g u n g.] Die Herren Baron R. Walterskirchen und Dr. Kro-nawetter haben ihre Mandate als Reichsraths-Abgeordneter niedergelegt. lUnser Landwehr-Bataillon.] Ebenso herzlich wie der Abschied, war auch dcr ---- . j betrete, und ich habe kein anderes vorbereitet." Vergebens baten der Regisseur und die Schau-spieler zu beginnen. „Ich kann nicht," rief Fräulein Mars ein Mal über das andere, „ich kann nicht als Kanarienvogel hinaustreten." Talma legte sich endlich ins Mittel. Er be-hauptete, die Toilette sei reizend und würde Sensation machen. So beftürntt, entschloß sich die Künstlerin nachzugeben. Der Vorhang ward aufgezogen, ein ernanntes Munneln ging durch das HauS; die Lorgnetten der Damen hefteten sich fest auf das gelbe Kleid. „Welche reizende Toilette," flog es von einem Munde zum anderen. Am nächsten Tage fuhren die eleganten Damen von Paris £ui ihren Schneiderinnen vor, und acht Tage später gab eS keinen Salon, in dem nicht eine oder die andere Dame in gelber Toi-lette die Bewunderung und den Neid derer er-regte, welche sich noch kein gelbes Kleid ange-schafft hatten. Einige Jahre nach diesen Vorfalle gastirte die Mars abermals in Lyon. Sie ward mit Jubel von dein Fabrikanten empfangen, der dusch den Verkauf des gelben Sammt fyingl« ein großes Vermögen erworben hatte. Er besaß an den Ufern der Saöne ein prächtiges Land-haus, in welchem et der Tragödin ein glänzen-des Fest gab und sie als Etern am Himmel der Mode feierte. Empfang, welchen unsere Einwohnerschaft dem aus dem Brucker-Lager heimkehrenden Land« wehr-Bataillone Nr. 20 bereitete, welches Sonntag, den 17. d>, froh der überstandenen Uebungen, hier eintraf. Die Klänge der Mnsikoereins-Capelle mengten sich mit Freudenruscn der Angehörigen, welche ihre Lieben am Perron erwarteten. Nach-dem die erste Begrüßnng beendet war, marschirte das Bataillon unter klingendem Spiele nach der Easerne, woselbst die gewiß auch schöne Zeit der Abrüstnng ihren Anfang nahm. M u si k s ch u l e.s Mit 2. Oktober beginnt der 1 nterricht in der Musikschule des Eillier-MusikvereineS. Reflektanten wollen sich bis I.d. beim Bereinscassicr Hern Johann Rakusch melden. Meldungen welche nach genanntem Termine ein-laufen, können nicht mehr berücksichtigt werden. s T e l e g r a p h e n st a t i o n Römer-b a d.i Die Sommer-Telegraphenstation Römer-bad ist für dieses Jahr geschlossen worden. jH o ch w a s s e r.] Das Jahr 1882, welches an Elementar-Ereignissen jeder Art überreich war, wird auch in der Statistik der Ueber-schwemmungen als besonderes Unglücksjahr ver-zeichnet bleiben. Die Schäden, welche dos Hoch-wasser in den letzten Tagen in Tirol, Kärnten und^ auch zum Theil in Steiermark anrichtete, beziffern sich bereits auf Millionen; Brücken, Däme, Häuser, Wehren etc. wurden von den entfesselten Fluthen zerstört und weggerissen. Der größte Schaden entfällt auf Südtirol, wo-selbst das Etschthal von Meran bis Bozen und von Bozen bis Trient den Anblick eines sörm-liehen Sees gewährte. Auch ans Italien nnd Spanien werden große Ueberschwemmungen ge-nieldet. Wieder eiae B o m b e n k i st e für T r i e st.] Borgestern Abends hielt vor einem Gasthause in Ronchi ein Korbwägelchen. Es entstiegen ihm zwei Männer, die sich in das Gasthaus begaben. Auf deut Wägelchen blieb eine Kiste zurück. Zwei Gensdarmen die vorüber-gingen, traten aus das Fuhrwerk zu und be-sichtigteil die Kiste, die ihnen aus irgend einem Gründe interessant erscheinen mochte. In diesen« Augenblick traten die beiden Passagiere aus dem Gasthaus und feuerten auf die Gendarmen Revolverschüfse ab. die jedoch nicht trafen und suchten sich des Gefährtes zu beuiächtigen. Es entspann sich nun eine Handgemenge Den Gens-barmen gelang es einen der Verdächtige» dingfest zu machen, während der andere entkam. Die Kiste, die nun zu Gericht gebracht wurde, enthielt Wurfgeschosse. Während dieses Handgemenges raste ein zweites ähnliches Gefährt im schärfsten Trab vorüber. Auch dieses hatte zwei J»saffen und war mit einer Kiste befrachtet. Ma» eilte ihm nach, konnte es jedoch nicht einholen. End-lich fand man das Fuhrwerk ohne Insassen und ohne Kiste, leer und verlassen, aus der nach Trieft führenden Straße stehen. Die Vorerhebu»-gen über dieses Verbrechen führt das Bezirks-gericht Ronchi, in dessen Gewahrsam sich vorläufig der attrapirte Bombenschmuggler befindet. Dieser Fang wird hoffentlich die verbrecherische Organisation vollständig der strafenden Gerechtigkeit überliefern.Der eine der GenSdarinen, Tomasoni, soll bei dem Handgemenge leicht verwundet worden sein. sR o s e n t a l' s ch e E x p e r i m e n t a l Vortrüge.] Professor Franz Anton Rosental hielt bereits auch hier mit bestem Erfolge Ex-perimental-Vorträge über seine manig-fachen i n t e rn ati o nalen Erfindungen mit Proben in vielen Sprachen. Der erste Vor-trag hat am 18. d. M. am k. k. Obergym-nasium nnd der zweite a>» 19. d.jnt der Bürgerschule stattgefunden. Rosental zeigte, wie nian mit Hilfe gewisser mnemotechnischer A n h a l t s p u n k t e und Kunstgriffe die Erlernung der gramatikalischen Regeln außer-ordentlich vereinfachen, erleichtern und befchleuni-gen könne. Die mechanische Uebersetzung der Roscntalografischen Briefe haben die Schüler augenblicklich mit Hilfe der diesfälligen Apparate und Bestandtheile ausgeführt. Der dritte Vor-trag findet statt am 21. l. M. in der Mädchen-Schule um 11 Uhr V. M. und der vierte Vortrag an demselben Tage lim 4 Uhr N. M. an der städtischen Knabenschule. Die außerordentlichen Privat-Eourse für die italienische und französische Sprache beginnen sogleich bei», Professor Rosental im Hotel „Weißer Ochs" Zimmer Nr. 18. ES ist dies die beste Gelegenheit mit wenig Mühe, in kurzer Zeit und mit einem verhältnißmäßig anßerst geringen Geldpfer die Anfangsgründe einer der zwei Sprachen fast spielend zu erlernen und befähigt zu werden, wenigstens leichte italienische und französische Prosa mit Hilfe des Wörterbuches ins Deutsche zu übersetzen. ^Verunglückt.] Vorgestern fiel der 5jährige Jacob Luschounig aus Plabutsch T o l l w u t h.j Beim Grundbesitzer Simon Safaschnik in Ziegelstatt wurde kürzlich ein Schwein von eiliem wüthenden Hund gebissen, dasselbe mußte daher als wuthkrank erschossen werden. sV o n einer Kuh getödtet] In Scheriafzen (Bezirk Luttenberg» wurde kürzlich das vierjährige Mädchen Theresia Linditsch von einer Kuh mit den Hörner» in Bauch gestoßen nnd derart verletzt, daß die Gedärme zum Bor-scheine kamen. Das arme Kind gab sogleich den Geist anf. sJ in Schlafe e r d r ü ck t.> Die ledige Dienstmagd Johanna Brennessel in Gruschoje hatte in der Nacht auf den 18. d. ihr sechs Monate altes Töchterchen zu sich ins Bett ge-nommen und während des Schlafens erdrückt. sBestialitä t.] Die 70jährige Aus-züglerin Maria Poleuöak in Sternstein wurde vorgestern durch Schläge und Messerschnitte lebensgefährlich verletzt. Man zweifelt an ihrem Aufkommen [31 u ch ein Jubilar.] Der im Jahre 1827 geborene Schuhmacher Earl Wilhelm Müller aus Penknn ist wegen Betteins ange-klagt. Das Aktenstück, welches der Einzelrichter vor sich liegen hat. ist so voluminös, daß man von vornherein weiß, es mit einem Penn-brnder erster und ältester Güte zu thun zu haben. Richter: Angeklagter, wie oft sind Sie schon vorbestraft ? Angekl.: Wecß ick »ich. Richter: Das erste Mal wurden Sie am 29. Mai 18t51 wegen Bettelns bestraft, das sind über 21 Jahr« her, da werden Sie wohl circa 100 Strafen wegen Bettelns zc. verbüßt haben? Angekl.: Dct zieht »ich. Richter: Nun. wie oft glauben Sie wohl, schon hier gewesen zu sein? Angekl.: So'n Stückerner 15t) Mal; et war'n lauter kleene Sachen: drei Dage. fünf Dag, vierzehn Dage, sechs Wochen, ooch Ochsenkopp, denn jing et wieder von vorne los, wie et jrade so kam. Richter: Können Sie denn nicht als Schuhmacher arbeiten? Angekl.: Nee, bet jeht nich mehr, bei bet Kloppen dhun mir die Beene weh. Richter: Aber Betteln verstehen Sie? Angekl.: Et is man jut, bet dct noch jeht. Richter: Sie sollen bei dem Schlächtermeister Haudke. Parochialstraße 14. um ein Stück Wurst gebettelt haben. Ist das richtig? Angekl.: So weit war ick noch nich. Ick komme da rin inn Laden un will mir Wurscht koosen, da kommt hinter mir wieder eener, und der will sich Wurscht betteln. Nu warn wir alle Beede drin. Macht mal alle Beede hübsch die Dhüre zu, aber von draußen, sagt der Meester, und loost ooch schon hinter den Wurschtdisch vor bis bei uns. Na, ick brauchte mir doch bet nich anzunehmen, ick bleibe stehen. Der andere, dcn ick jar nich mal kenne, der war schon draußen — aber etwas plötzlich, da jeht mit mir di« Kabbelei los. Ick will Jeld rauslangen, da langt der Meester raus, giebt mir eine Pocke — aber etwas plötzlich und pfeffert mir aus den Laden raus. Wie ick nu draußen bin, drehe ick mir nur um, un sage zu den groben Menschen: „Kommen Sie mal raus da aus ihren faulen Laden, denn kriejen Sie eenen Bax , da hat mir ooch schon een Schutzmann bei die Binde. Richter: Dann bestreiten Sie also, gebettelt zu haben. Sie blei-bett daher in Untersuchungshaft und werden von einem Schöffengericht abgeurtheilt werden. Angekl.: Det will ick nich. die Geschichte dauert mir zu lange. Tenn will ick lieber die Wurscht uff mir nehmen. — Der geständige Pennbruder kommt diesmal mit 14 Tagen Haft davon. „Wenn ick raus komme, werde ick den Bruder Schlächtern,eester doch eenen „Bax" geben", fagt der Bernrtheilte und erklärt sich bereit, die Strafe gleich anzutreten. [Das K l o st e r l e b e11] scheint in der letzten Zeit auch in dcn Vereinigten Staaten aus das weibliche Geschlecht eine besondere Anziehungskraft auszuüben. ja förmlich zu einer Modesache geworden zu sein. Fast täglich hört man von hier oder dort, daß eine Anzahl m«t allen Vorzügen des Geistes unb des Körpers ausgestatteter junger Damen, deren materielle Lebensverhältnisse ebenfalls nichts zu wünschen übrig ließen, daS Gelübde der ewigen Keusch-heit und Armuth abgelegt und sich für dcn Rest ihres Erdcnlebens in ein Kloster begraben haben. Namentlich stellt zu diesen der Welt Entsagenden das deutsche Element ein unverhältnißmäßig starkes Contingent: so befanden sich unter einigen 29 Novizen, die kürzlich in dem in der Nähe von Baltimore, belegenen Kloster Notre Dame den schwarzen Schleier nahmen, nicht weniger als 17 Mädchen von deutt'cher Abkunft. [Das beste K u n st st ü ck.J In Sereth in der Bukowina ereignete sich am letzten Samstag folgender Unglückssall: In einem der dortigen Gasthäuser producirte sich ein herumreisender Taschenipieler, indem er allerlei „Kunststücke" zum Besten ,iab. Gegen Ende der - Vorstellung zog der Taschenspieler eine Pistole hervor, lud dieselbe vor den Augen aller Zuschauer und forderte dann einen derselben auf. die Bühne zu betreten, indem er Versichertee daß er jetzt das beste seiner Kunststücke zeigen werde. Ein gewisser KinSbrunner betrat nun die Bühne. Die-fern drückte der Taschenspieler die Pistole in die Hand, stellte sich vor demselben einige Schritte weit hin und sagte, er möge auf ihn schießen, die Kugel werde er. der Taschenspieler, mit dem Munde auffangen. Kinsbruuner zog den Hahn aus, zielte hin und drückte los. Der Schuß versagte aber. Da verspottete ihn der Taschen-spieler und sagte, cr möge keine Angst haben und direct in den Mnnd zielen. Der Gast zog abermals den Hahn auf, zielte, drückte ab, der Schuß ging los und die Kugel traf den Taschen-spieler in die Stirn, so daß der Unglückliche leblos zusammenstürzte. Ein Schrei des Ent-fetzens ging durch den Zuschauerraum. Der Jammer der hinterlassenen Frau und dreier unver» forgter Kinder des todten Taschenspielers war herzzerreißend. Das Publicum veranstaltete zu Gunsten der Hinterbliebenen eine Eollecte. sD a s M o r m o n e n t e n t h u m.] Es herrscht die weit verbreitete, aber falsche Mnnung, daß das Mormonentcnthnm nicht an Ausdehnung gewinnt; im Gegentheil, niemals hat es mehr Proselyten gewonnen als gerade jetzt, wo ihm, nicht sowohl aus den Vereinigten Staaten, als aus England, Schottland, Dänemark. Schweden, und Norwegen neue Gläubige zuströmen. Dieselben gehören fast ausschließlich den armen Classen an; sie sind müde, in Europa ohne Hoffnung auf ein besseres Loos weiter zu arbeiten und werden von dem mormonischen Missionären weniger durch die Lehre, als durch die Aussicht gewonnen, in Uta ein Paradies an Wohlstand, Freiheit und allgemeiner Bruderliebe zu finden. Jährlich verlassen Mormonen-Missionäre Salt Lake Cisi), um in Europa Propaganda für ihre Lehre zu machen. Im Jahre 1881 ließen sich 1459 Einwohner in Utah nieder, darunter 812 Engländer, 595 Skandinavier, 99 Schweizer 39 Holländer. I Jrländer und l Franzose. Diese Statistik zeigt, wie sehr das englische Element unter den Proselyten überwiegt; man schätzt die englischen Mormonen auf ein ganzes Drittel der Bevölkerung des Territoriums. In Liver-pool ist da» Hanptquatier, hier befindet sich eine Auswanderungs-Generalagentur, eine Buchhand-lung und eine Druckerei, wo das wöchentlich erscheinende Organ der Sekte: .The Later Days Saitts Jlilenial Star" gedruckt wird. [Große E r b s ch a ft.] Der Papst Leo XIll. hat zwei Millionen Lire geerbt. So we- — 5 — nigstenS melden norditalienische Blätter. Am 5. September d. I. verschied in Montecchio Mag« giaro, Proviz Bieenza, cin reicher Grundbesitzer Namens Angelo Fogazzaro. welcher in seinem Testament den Papst und dessen Nachfolger zum Universalerben seines ganzen Vermögens einsetzte. Der Wittwe, sowie den übrigen Verwandten hinterließ dir Verstorbene nur unbedeutende Legate. Der Erblasser hat verfügt, daß der Grundbesitz zusammengehalten und von den Universalerben fortterwaltet werde, wie bisher. [Sonderbare Anschauung.] Ein für die amerikanische Woll-Jndustrie gefährlicher Mann ist ein Farmer von Tnscarawas County, Ohio. Der Mann ist ein Religionsschwärmer und hat seine Schafe seit fünf Jahre nicht mehr scheeren laßen, „weil Gott ihnen die Wolle nicht zu dem Zwecke gegeben habe, daß die Menschen sie derselben beraubten." [Chinesische Naivität.] Die „Pe-kinger Zeitung" vom 14. Juli schreibt wörtlich: „Nach einer mehnvöchentlichen Dürre ging gestern Mittags über die Hauptstadt und ihre Umgebung ein ausgiebiger Regen nieder. Alles erfrischte sich an den heradströmenden Fluthen, nnd man fragte sich gegenseitig, wem dieses himmlische Geschenk zu danken sei. Wie man uns berichtet war es kein Anderer, als unser erhabene Herr und Gebieter, der uns den Regen gebracht hat. Gestern Morgens gab er nämlich den Befehl, seine Galasänfte in Bereitschaft zu halten, da cr heute im Ta-Nautien (Tempel des Schnee-und Regengottes) seine Andacht verrichten werde, um den Reiche eine» Regen zu beschceren. Kanin hatte sich unser erhabene Gebieter vor dem Bilde dieses Gottes niedergeworfen und zn beten be-gönnen, öffnete der Himmel auch schon seine Schleusten und schickte einen befruchtenden Regen auf die Erde herab. Es zeugt dies recht deutlich, wie beliebt unser Kaiser jetzt bei den Göttern ist. und wie bereitwillig sie alle seine Wünsche erfüllen." [Woher der Ausdruck „Ente" für falsche Zeitungsnachrichten stammt,^ hat ein gelehrter Journalist untersucht und ist auf folgendes Geschichtchen gestoßen: „Und ein experimentlustiger Geflügelzüchter nahm eines Tages eine Brüt junger Enten, zwölf an der Zahl, und fütterte sie mit ihnen selber auf. Von den zwölf Zncrsworhandenen tödtete und hackte man ein Entchen und fütterte die andern damit. Von den restireuden elf wurde wieder daS Schwächste genommen und den andern zehn zur Nahrung gegeben u. f. w. bis schließlich die Brüt bis auf ein Exemplar in den Kröpf und Magen dieses Einen verschwunden war. Darauf gab man dies stückweis sich selbst zu fressen nnd so hatte die Brüt sich selbst verzehrt." Diese Fabel erschien in einer harmlosen Zeit ur< drollig und man sagte seitdem: Das ist wie mit dcn Enten! [„Hand s off!'] Eine amüsante Geschichte findet man im letzten „Eourrier des Etats Unis". Derselbe erzählt: Während des vorgestrigen Gewitters suchte ein Bürger von ungewöhnlicher Corpulenz aus Hoboken Zuflucht vor dem Regen in einem der größten Hotels der Grand City. Bevor cr in den ersten Stock hinaufstieg, stellte er seinen geöffneten Regen-schirm in einen Winkel deS Erdgeschosses, um ihn trocknen zu lassen, gebrauchte aber die Vor-ficht, ein Stück Papier auf denselben zu nadeln, worauf die Worte standen: .Manila off!" — Dieser Regenschirm gehört einem Menschen, der einen Faustschlag von 250 Pfund zu geben im Stande ist. Er ist in 15 Minuten wieder zurück." In der That kam er nach einer Viertelstunde, gestärkt durch einen Absqnth, wieder zurück, um zu constatircn, daß sein Regenschirm verschwunden war. Auf dem Boden fand er seinen Zettel mit nachfolgenden Postscriptum versehen: „Der Re-genschirm wurde von einem Menschen genommen, der 10 Meilen in der Stunde gehen kann. Es ist unnöthig, seine Rückreise abzuwarten." [Sicheres Mittel um zu h eirathen.] In einem amerikanischen Blatte befinde» sich die Notiz: Einer jungen Dame in Chicago, welche durch eine heftige Erkältung die Sprache verloren hat, wurden in einer einzigen Woche zwanzig Heirathsauträge geuiacht [DieEinbildungskraft wirk^tWun-d e r.J „Ich ersticke, so heiß ist es in diefem Zimmer." rief eine Fran ihrem Manne zu, „ich bitte, öffne daS Fenster." — Der Gatte tastete zum Fenster. „Ich bringe es nicht auf!" sagte er. Sie fing an zn weinen, er in seiner Verzweif-lung zerschlug die Scheibe und rief: „Da hast Du Luft!" — „Dem Himmel sei Dank, Eduard," lispelte sie nnd schlief ein. Am nächsten Morgen beleuchtete die ausgehende Sonne eine zerbrochene Scheibe in einem Geschirrschrank. [Die Frau und das Krokodil.] Folgende Fabel bedarf keines Commentars. In den Tage», als die Thiere noch sprechen konnten, stahl ein Krokodil cin Kind und machte sich da-ran, es zu verzehren. Die arme Mutter bat jammernd um dasselbe. „Sage mir eine untast-bare Wahrheit." sagte das Krokodil, „und Du sollst Dein Kind wieder haben." Die kummer-erfüllte Mutter dachte einen Augenblick lang nach und sagte dann schluchzend: „Ich werde niir im nächsten Frühjahr einen neuen Hut kaufen." „Nimm Dein Kind." sagte das Krokodil betrübt, „ich bin nicht schlau genug sür Dich!" [Sonntagsjäger.] Bankier X. ist auf der Jagd: natürlich Sonntags. Er hat bereits fünf Rebhühner gefehlt, da — beim sechsten Schuß — ruft er entzückt: „Das traf, ich habe die Federn fliegen sehen!" „Ja," antwortet der Förster, „so gnt flogen sie, daß das Fleisch mitgeflogen ist." [I a g d z e i t n n g.] Schmidt & Günther's Leipziger Jllustrirte Jagdzeitung 1882 Nr. 24, vom König!. Oberförster Nitzsche, enthält folgende Artikel: Einiges über die Waidmanssprache. Von Karl Braun und Dr. Böhlig. — Woher kommt das weiße und bunte Schwarzwild. Vom Oderförster Onensell. — Jagdliches aus Rußland. Bom Oberförster Gerstner. — Mancherlei. — Inserate. — Inhaltsverzeichnis des IX. Jahrg. — Illustrationen: Der Steinbock. — Eine Bärenjagd auf dem Königssce. Die Jllustrirte Jagdzeitung von Schmidt & Günther in Leipzig erscheint am I. und l5. des Monatsund kostet bei den Buchhandlungen halbjährlich M. 3. Bei den Postanstalten virteljährlich M. 1. 59. Eingesendet.*) Praßberg. 10. September. Geehrter Herr Redacteur! Genehmigen Sie die Veröffentlichnng nach-stehender Zeile»» in Ihrem geschätzt.'» Blatte: Mit echt englischem Phlegma habe ich bis jetzt dem bübischen Treiben unserer Krakehler zugesehen. Nun halte ich es aber an der Zeit den hiesigen pervakischen Eorrespondenten. welchen der Unterschied zwischen Lüge und Wahrheit ein spanisches Dorf ist auch einige Anftnerksam-keit zu schenken. Der hiesige HanptcorreSpondent des SchmutzblättchenS Narod ist wie dieses selber cin Mensch ohne moralischen Halt; er ist ein grüner Jüngel, der noch so zu sagen an der Mutterbrust sein Dasein fristet, der die Bürger-schule zu Klagenfurt im St. Veitsviertel statt in den Lehrsälen absolvirte nnd deshalb den Lauf» paß erhielt, dieses Jüngelchen hat sich nach der gestrigen Correspondenz des „Slov. Narod" zum hiesigen Ortsschulausseher ausgeworfen, da eS ja doch ein Amt bekleiden muß, nachdem man es in Oberburg als Abschreiber nicht brauchen konnte. Möglich daß dieser Sokolist auch dem Herrn BeMsschulinspector um seine Stelle neidig ist, da er ihn fortwährend ankläfft ohne ihn zu kennen. Wuthentbrannnt, daß ich nicht sogleich um ineinen definitiven Posten gebracht werden kann, agitirt er sogar gegen die-jenigen Herren, die mir Kost und Quartier geben, natürlich ohne Erfolg. Da ich ihn wegen Verleumdung beim k. f. Bezirksgerichte in Ober-'jnrg klagte, so sinnt er auf neue Mittel, wie er »nich vernichten könnte und greift natürlich mit Virtuosität wieder zur Lüge. Nicht wahr, mein liebster theuerster Vrankoviüö, wir kennen uns ? Wozu deshalb Verstecken spielen, warum nicht offen auftreten? Sie brauchen mir auf der Gasse nicht auszuweichen, ich weiß ja ohne-hin, daß sie einen unruhigen Blick haoen. — *) Für Form und Inhalt ist die Redaction nich veranlwonlich. Es dürfte Ihnen schwerlich gelingen mich zu einem Renegaten zu niachen, bleiben wir daher hübsch bei unseren Gesinnungen und trachten Sie lieber bei Ihren« Kinde „Sokol" die deutsch-slovenischen Befehle abzuschaffen. Vielleicht ge-lingt es Ihnen reinslovenische zu erfinden. Auch würde ich Ihnen rathen fleißig zn turnen, denn solches ist gegen gewisie Untugenden das beste Mittel. Unterlassen Sie aber alle politischen Agitationen bei Ihrem Vereine, damit Sie eines Tages nicht in die Lage kommen, ihr« Tricolore bei Seite zu legen. Gewiß würden Sie großen Dank der Behörden ernten, wenn Sie Ihren AdlatuS im Schönschreiben unterrichteten und somit ersteren die Mühe beim Lesen seiner Zu-schriften ersparen könnten. Sie wissen eS ja, daß er von der politischen Bühne bereits ab-treten mußte, und nun nur noch gewisse Dienste bei derselben verrichtet. Sie thäten gewiß ein Gott wohlgefälligeres Werk, als wenn Sie nach Liffaj laufen und dort mit allen möglichen Mitteln den Herrn Leser deS „Kmetski prijatel" zu zwingen versuchen, das genannte Blatt aufzu-geben. Indessen „Na zdravje!' Franz Reibenschuh, Lehrer. Volkswirt tischafttiches. fLicenzirung und Praemiirung.] Am l l. October findet am großen GlaciS bei Eilli die diesjährige Untersuchung der im Bezirke vorhandenen Zuchtstiere u. die Ausfertigung der zum Bechufe der Deckung vorgeschriebenen Erlaubnis- oder Liceuzscheine statt. Gleichzeitig mit dieser Untersuchung wird eine Prännirung der Zuchtftiere vorgenommen. In den übrigen Bezirken wird die gedachte Untersuchung an folgenden Tage» vorgenouimen: Lberburg an, 9. Franz am 10. St. Marein am 16. Tüffer am 17. und Gonobitz am 19. October. sV e r z e h r u n g s st e n e r.j In den Sec-tionen Leitersberg, Jahring, St. Lorenzen a. d. K. B., St. Georgen, Ober-Welitschen, St. Paul bei Pragwald u.id Sachsenfeld ist die Ver-zehrungssteuer von Wein. Most und Fleisch zu verpachten. Die schriftlichen Angebote niüffen bis 3. October bei der Finanzbezirks-Direction Marburg überreicht werden. sCroatische Wadlicitationen.s Die großen Waldlicitatio neu in Croatien finden gegen Ende October statt. Die Bestände ans Staatsforsten gelangen am 20., die desJnvesti« rungSfouds und der VerwögcnSgemeindeu Ende October zum Verkaufe. Insgesammt werden Parcellen im Schätzungswerthe von 1,500.000 fl. ausgeboten, d. i. gegen 1880 die Hälfte, gegen 1881 ein Drittel weniger. Die Forstverwaltung hofft durch konsequente Reducirung der Ver» kaufe den bereits wesentlich gebesserten Holz-markt vollständig zu saniren. sPostsprcasse «.] Verläßlichen Nachrichten znfolgc sollen die Postsparkassen mit I. Jänner k. I. activirt werden. Die Vorarbeiten sind bereits beendet. sGold-Agio bei Zoll-Zahlun-(icii in (Silber.) Laut Verordnung des Finanzministeriums vom 17. d. wird den Monat October 1882 festgesetzt, daß in denjenigen Fällen, ii. welchen bei Zahlungen von Zöllen und Nebengebühre», dann bei Sicherstcllung von Zöllen statt des Goldes Silbermünzen zur Verwendung kommen, ein Aufgeld vo» 18'/, Percent in Silber zu entrichten ist. [Färbung derFrüchte.j Jeder Obst-züchter weiß, wie wenig constant die Farbe der Früchte ist, wie in verschiedenen Jahren dieselbe entschieden intensiv ausfällt und selbst in einem Jahre Kernobstsnrtcn von einem und demselben Baume verschieden sich färben. Zumeist hängt dies von der verschiedenartigen Besinnung ab und hieraus ruhen auch die Versuche, Obst willkürlich zu färben. Interessante Experimente, um die Färbung der Früchte vom Kernobst zu be-günstigen, empfahl schon Duhamel. Zunächst riech er, die Blätter, welche die Frucht um-geben, abzupflücken, damit das Sonnenlicht besser einwirke, jedoch erst dann, wenn die Früchte ihre volle Größe erreicht haben. Er fügt hinzu, daß man die Lebhaftigkeit der Färbung erhöhen könne, wenn man ihre Sonnenseite mit einem Pinsel, der in frisches Wasser getaucht ist, benetzt. Das führte den Hern von Flotow auf die Idee, Versuche mit vervollständig ungefärbtenDechants-birne anzustellen. Die Probe gelang vollständig; er benetzte dieselbe mehrere Male, sobald die Sonne sie scharf beschien. Die Thatsache zu-sammengehalten mit dem Factum, daß die Streifen der Aepfel und Birnen immer in der Richtung der Achse, nie quer laufen, leitete Herrn von Flotow zu der Schlußfolgerung, daß die Wirkung der Sonne auf die Haut der vom Thau genetzten Früchte die rothen Streifen her-vorbringe. Der Thau läuft, wenn die Sonne die Früchte trifft, zu Tropfen gesammelt langsam herab, in verschiedener Breite, je nach dem Thau-tropfen; die Spuren sind gleichsam die Schablonen, deren sich die Sonne bedient, um die Früchte zu bemalen. [Ueber die Einwirkung derKälte auf die ini Fleische befindlichen Trichinens veröffentlicht die „Deutsch« medi-cmische Woche» schrift" Folgendes: Ausgehend von der Ehrfahruug, daß die Kälte ein mächtiges Agens ist für die Eonservation des Fleisches aller Art, eine Erfahrung, die man täglich an Millionen von Kilogrammen Rinder- und Schaf« fleisch, welches von Australien nach London kommt, gemacht hat. hat Bouley mit Gibier die Wirkung e^ner Temperatur von — 20 bis — 10# E. auf Trichinöses Fleisch untersucht. Diese Einwirkung fand statt während einer Zeit, die genügte, daß sich die Kälte bis zum Centrum deS Fleisches ausbreitete. — Bei einen« aus Marseille herstammende».Schinken von sehr gu-ten» Aussehen wilrde constatirt. daß er von Trichinen infiscirt sei, deren Vitalität durch ihre Bewegung erwiesen »vurde. Am 7. J»,ni w««rden von diesen» Schinken zwei Stücke abgeschnitten. daS eine 950, das andere 1120 Gramm schwer, und a«n selben Tage um 11 Morgens in 2 große Refrigatoren (Sistem Carrey) gebracht. Die Lufttemperatur in den Recipienten war 22 — 27® C. unter Null. Nach Verlans von 2'/, Sttinden ivurden die Stücke herausgenommen und man constatirte, indem man ein Alkoholthermometer in sie hineinbrachte, daß ihre innere Te»nperatur — 20 Grad C. betrug. Man un-tersuchte nun die der Erfrierung ausgesetzt gewe-senen Trichinen: 1) mikroskopisch »nit Hülfe der Erwärmung. ES fand sich, daß die Trichinen des gefrorenen Fleisches durch dieselbe ihre frühere Beweglichkeit nicht wieder erhielten. 2) Die Färbung mit Methylanilinviolett, der die Trichinen »vährend ihres Lebens den Verfassern zufolge wiederstehen, ergab ein positives Resultat, während die Controltrichinen sich nicht färbten. 3) Den Verfassern zufolge werden die Muskeln der Vögel nicht infiScirt. Wenn die Vögel lebende Trichinen verzehren, so zeigt sich bei diesen der Beginn einer Entwickelung und sie bleiben in den Excrementen lebendig; die todten Trichinen un Gegentheil werde» von den Vögeln verdaut und man findet in den Excrementen keine Spur »nehr von ihnen. Dahingehende Versuche wnrl>en bei 10 Vögel angestellt, »ind während die Co»'-troltrichinen sich in den Gedärmen und Excreinen-ten der mit nicht gefrorenem Fleisch genährten Vögel vorfanden, fand «nan keine Spur von ihnen bei Vögeln, die mit trichinenhaltigem ge-frorenen» Fleische gefüttert waren. — Die Versuche beweisen nach Herrn B. und G. pereintorisch, daß es genüge, Fleisch einer Temperatur von 20 Grad Celsius auszusetzen, um die Trichinen, welche sich in ihn« befinden könnten, zu vernichten. ßourse der Wiener Börse von« 20. Septeinber 1882. Goldrente...........95.30 Einheitliche Staatsschuld in Noten . 76.80 „ „ in Silber . 77.35 1860er Märzrente 5°/, .....92.75 Bankactien .......... 825.— Creditactien...... . . . . 317.80 London ..........119.30 Napoleond'or.......... 9.45'/, k. k. Münzducaten........ 5.64 100 Reichsmark.........58.25 Fremdenverkehr in ßili. Hotel Erzherzog Johann. Baron Kübeck, k. k. Statthalter, Graz. I. Zindler, k. k. Landesschulinspector, Graz. Leo Freiherr von Lazerini, Bodigraz. C. Westermajer Leit. Director, Sissek. H. Libenauer, Ingenieur, Budapest. E. Wallmari». Kaufmann, Trieft. L. Final»), Kaufmann, Budapest. A. Politzer, Kaufmann, Graz. I. Stine, Kaufmann, Wien. I. Rupnik, f. k. Bezirkshauptmann, Rann. Jeanete Kreulisch, Private. Rann. F. Haiver. Fabrikant. Wien. F- Nahod. Kaufmann. Wien. F. Kirch-berger. Bahnbeamter. Bozen. C. M. Simetiuger, Bergingenieur. Graz. Faln-Ordnung f» i 1 t i tr von» l. .Juni 1WH12. Trleat—Wien. Courinug Nr. 1, Ankunft Cilli I Uhr 26 Min. Nacht«. Abfahrt » I » 28 , . Anschluss Prageihof, Eilzug Nr. 202, ab 3 Uhr Frflh. , Marburg — Eilzug Nr. 3, Ankunft Cilli 1 Uhr 17 Min. Mittags. Abfahrt » I » 19 » » Anschluss "\-a!»- Kilrüge halten während der Badesaison in Tüffer und Iiümerbad. Bei den Post».ttgen werden nach Marburg Tour-urd Iietourkarten II. u. Id. Classe mit zweitägiger Giltigkeitsdaner ausgegeben. Mit I. Lctober 1882 beginnt ein neues Abonnement auf die wöchentlich z w e i u» a l er-scheinende „Lillier Zeitung". Der Abo««nementSpreis beträgt: Für Eilli »nit Zustellung ins Haus: Monatlich fl. —.55 Vierteljährig „ 1.50 Halbjährig „ 'S.— Ganzjährig „ 6.— Mit Postverscndung (Inland): Vierteljährig fl. 1.60 Halbjährig „ 3.20 Ganzjährig „ 6.40 Jene P. T. Abonnenten, deren Abonnement mit 30. Septemb. l. I. zu Ende geht, ersuchen mir um sofortige Erneuerung, damit in der Zusendung keine Unterbrechung eincete. Neu eintretenden Abonennten senden wir die bis jetzt erschiene»»?» Feuilleton-Beilagen gratis zu. Administration der „Cillier Zeitung." Weintreber, frisch von der Presse, sowie Weinglüger werden zn guten Preisen gekauft und Lieferungaverträge schon jetzt abgeschlossen von _ a-EOEG- ZrJLlOLiE, 449-16 Weinstein-Raffinerie, Oilll. Tücherer-Strasse. — 7 — Praktisch für jedes Restaurant! Nützlich für jede Haushaltung! Unentbehrlich für jede Specerei-Vermischtwaaren-Handlung und Delicatessen-cteschäft. 1 nter allen ungarischen National-Eigenthümlichkeiten i*t im Auslande keine so uopuliir geworden, wie Diejenige, »ich iu KQchenzwecken Je« Paprikas u bedienen. Zu diesor Geltung hat dem trefflichen GewQrie 7um grausten Theil« das von mir her«u-sgegebene Kochbuch, welche» tlie Köchen-Recepte zur Bereitung van GulyHs, Kalb»-, Laium- nnd Schöpsenpr.rkölt, Paprika- nnd Pörkölt-Huhn, ung. Rostbraten, Paprika-Fi»oh. uug. Kraut, Szegedimr-Fisch und noch vieler anderer weltberühmter ung. Nationalspeisen enthält, verholfen. I>a der Paprika nur dann als das gesündeste nnd den Appetit, resp, die Verdaunng wesentlich und den Gaumen nicht irritirendo Gewürz betrachtet werd-n kann, wenn derselbe echt and unverf&lacht ist, betrachte ich es als Gewissensssche, dem hochverehrten Publikum zur Kenntnis* zn bringen dass der echte Rosen-Paprika erwiesenermaßen nnr bei mir zn huben ist; dieser Rosen-Paprika wurde bei mehreren Ausstellungen prämiirt, von mehreren Aerzten ehtmisch untersucht und mittelst Atteste alt das reinste nnd bestgeeignetste Mittel zur Erhaltung eines gesunden Magens unerkannnt Rosen-Paprika fein und echt ............>/, Kilo Dose 1 11. 50 kr. » 1 .» »» » »• 50 kr. Tarhonya orig. ung. Mehlspeise ............«/, „ 1 fl. GberwKhnte Kochbuch, sehr leicht fasslich (in deutscher Sprache) wird jeder Sendung gratis beigegeben. Ferner offerire ich folgende ungarisch« Export Consum-Artlkel, die »ich im Auslande einer grossen Beliebtheit erfreuen. Salami, »ng. schnittreif, von eminent gesunder feinster Qualität, je nach Jahreszeit und Qualität von 1 fl. C5 kr. bis 2 11. kr. per Kilo. Salami SiebenbArger, nnr aus Rindfleisch erzengt per Kilo 1 fl. 55 kr. Debreozlner Würste von ausgezeichnetem Geschmacke, Versandt von Anfangs November bis Mitte März, pr. Kilo 1 fl. 50 kr. Szegediner Würste, geräuchert, weltberühmt, per Stttck 12 kr. Tafel-Speok, geräuchert, mit oder ohne Paprika, in schmalen Streifen, delicat, per Kilo 1 fl. 25 kr. Iiiptauer, Alpen-Käse, hochfei 1 in Holzdosen I Kilo, jier Kilo 80 kr. SllvOTltZ, ung. Cognac, 21 jährig, (Klosterwaarc) per Liter 1 fl. 25 kr. Wachholder (Borovieska) für Biertrinker sehr gesundes Getränk, per Liter 1 fl. 20 kr. .... Echter Tokajer, 1811-er Kometenwein, in 44 Ctl. Flaschen 1 fl. 80 kr. — Alle hier nicht angeführten andere ung. Landesproducte zu billigsten Tagespreisen. Versandt bei Abnahme eines Postpaquets von 4'/,—5 Kilo portofrei nach allen Orten Oesterreich-Ungarns, gegen vorherige Einsendung dss Betrages oder entapreenender Darangabe und Best per Nachnahme. (Kleine Aufträge nnfrankirt.) Mfine Abnehmer gemessen alle Vortheile eines Bezuges ans erster Hand, frische, unverfälschte Waare und wirkliche En gros Preise. Der gute Ruf meiner seit einer langen Reihe von Jahren bestehenden Firma bflrgt für die streng solideste Bedienung, mir ist nicht darum zu thun, mit einer P&rthei ein einmalige* Geschält zu machen, sondern vielmehr darum, dieselbe dauernd als Kunde zu gewinnen. H. PLESCH, Exporteur üDEarisckr Lanflesproflucte, (Consum-ArtM) BUDAPEST. „Der Baue» »freund Nr. 5 ist Sonntag erschienen. Pränumeration: Ganzjährig 1 fl. 50 kr. Halbjährig — „ 80 IVobebliitü;r gratis und l'ranco, Annoncen nach Tafts, OK- li MM aus Eichenholz, sehr put erhalten, ist zu verkaufen. Anfragen an die Kxpod. d. Bl. A n___________ ffi Personen, welchen MtaiidCH immer, kün-#jji nen «ich durch den Verkauf sehr beliebter ' ^ nngarischer CONH IJM- A ItTI-Wj KlCI..(E«3Bwiui.reii) bedeutenden N>-H' benverdienst erwerben. Franc« Offerte mit R > tour-Marke versehen sind an Ä PLDNC'II, Budapest tu richten. M Ä » G A O >**< Die Administration, <1111. Ilorrnirum1 G. 500 Gulden 389—13 3Di© 3 Eisenliamlliin* D. Rakusch, (Üli, { empfiehlt ■ Port la ml-Cement. RONII-CHMEIT (Perlmooser, Steinbrücker, Trifailer, Tüfferer) Bautraeger, Eisenbahnschienen, Schliessen, Baubeschlaege, besorgt: ^ nach' und Mauer sie ff et, • ■ i zahln ich dein, der beim Gebrauch von Rasier'- ZmIiii-'I iiiiilunsser a Plasohe 35kr. jemals wieder Zahn schmerzen bekommt, oder aus dem Munde riecht. Willi. Iirmler a Srffe. Edunril Ulnklrr, Wien I., Regierung» sasse 4. Nur echt In Cilli bei J. Knpfersohmid, Apotheker. Von nachstehendem Buche besitze noch Exemplare und verkaufe dieselben zu beigesetztem l'reisc: Das .sechste und siebente Buch Tlosis das ist Musis magische Geisterkunst. da* Geheimnis, aller Geheimnisse. Wort- und Bildergetreu nach einer alten Handschrift 3 FL 49"2—15 lt. JilCOb'M Buchhandlung in Magdeburg. Dr. J. Iloisel, von Rohitach- Sauerbrunn zurückgekehrt, beehrt sich bekannt zu geben, dass er mit 10. September seine ärztliche Praxis in Cilli wieder aufnimmt und seine zahnärztliche Operations-Anstalt und zahntechnisches Atelier um ein bedeutendes vergrössert hat. 47g _ Vom 12. bis Ende des Monates September wird ihm Herr A. Shemel, american Dentiste, zur Seite stehen. Sehr l«v Hansfran! Wir erlauben uns, Sie aufmerksam zu machen, dass Sie den direct aus Hamburg oder Triest bezogenen nicht billiger in Händen haben, als wenn Sie selben bei uns kaufen. Auch wir geben das Kilo zu fl. l.Oo und höher; um fl. 1.20 tfarantiren wir bereits für (einsten und reinsten Geschmack. Auch besten THEE verkaufen wir trotz des neuen hohen Zolles zum alten Preise von 5 fl. und höher. Abnehmern von 5 Kilo und mehr ? wird die W„are franco per Post zugesandt. > Wir laden die geehrten Hausfrauen zu einem Probeeinkauf ergebeast ein. F Walland & Polle, I tu. Lt. % 510—27 ILiiiptplatz und Pu«thnung»be«itx«r, welche Aber möblirte Wohnungen verfügen können, wollen gütigst ihre Adressen beim Circiwbau am Exerzierplätze abgeben. 507—1 und Kümmelliqueur zu haben in Boutteillen ä 30 kr. und im Kleinen in der Tabaktrafik nächst dem k. k. Gymnasium. &04—3 15.00ÖÖDlden sind auf Stadthäuser in Marburg und Cilli in Theilbeträgen von 3000 fl. aufwärts nach der Sparcasse. gegen hypothekarmassige Sicherheit zu 5'/» bis G®/o Verzinsung durch das concess. ßealiUiten-Vermittlungsbureau Plautz in Cilli zu vergeben, wo auch die Sicherheitsnachweise vorgelegt werden müssen. 501—2 Das Haus Nr. 19, Ilerreuguwe, besonders geeignet für i»in Productengeschäft, ist sammt Garten und Hausgrund unter den weitgehendsten Bedingungen aus freier Hand zu verkaufen. Nähere Auskunft ertheilt die Eigenthümern! daselbst. 499—3 Das bekamte und beliebte (früher von Herrn Kob. Jod in Cilli verkanfte) welche« Ton ("er Fabrik ehrmiNe'ire I'roilurtr in 1 nter der Controlle der k. k. Fin;inz- behörde erzeugt wird, und von der k. V. landwirth-srhastl. chemischen Versuchsstation in Wien untersucht wurde, 1/elauf/t wieder zutn Verhaus. Lager beiDaniel Rakusch in Cilli. Abgabe nicht unter 50 Kilogramm. Am Hauptplatz, grosses schönes V erkaufsge wölbe mit Nebenlokalitätcn. zu jedem Geschäft« geeignet, ist billigst vom 1. Jänner 1883 an zu verpachten. Anfrage in der Exped. 49S—« Eigenthum, Druck und Verlag von Johann Kaknsch in Cilli. Verantwortlicher Redacteur Max Beaozxi.