LMacher Leitung. Nr. 288. Prännmerationsplei«: Im Eomptolr ganzj. fl.il l.,ilbj. N. 5.50. Für die Zustellung ins Haus hall'i.^o ll. Mit dcr Post ganzj.fi.!5, halbj.fl. 7.50. Dienstag, l 5. December Insert« onsgebühr bis 1(1 Zeilen: imal ß» ll., 2m.80lr., 3m. i fi.i sonft pr.Zeile im. <,lr.,2m.8lr., 3m. lU lr. u.f. lo. Inlcitionsftempel jede<»m. 30 t». 1808. Amtlicher Theil. Sc. k. und k. Apostolische Majestät haben laut Allerhöchsten Cabinctsschrcibcns vom 10. December d. I. dcn k. k. Kämmerer und Hofrath dcö gemeinsamen Äii-nistcriums des Acußcrn trafen Julius Sz^ch<'uyi zum Obcrsthofmcister bci Sr. k. und k. Hoheit dcm durchlauchtigsten Herrn Erzherzoge Joseph allcrgnädigst zu ernennen geruht. ________ Sc. k. und k. Apostolische Majestät haben laut Allerhöchsten Cabinctsschrcibcns vom 10. December d. I. dic Gräfin Karolinc Sz«'ch«'nyi, gcbornc Gräfin Zichy-Fcrraris, zur Obcrsthofmcistcriu bei Ihrer k. und k. Hoheit der durchlauchtigsten Frau Erzherzogin Clotildc, Gemahlin Sr. f. und k. Hoheit des durchlauchtigsten Herrn Erzherzogs Joseph. allcrgnädigst zu crucuucu geruht. Der Instizministcr hat dcn Grnndbnchsfiihrcr in Ried Michael Kröningcr zum Hilfsämterdircctor bei dcm Krcisgcrichte daselbst ernannt. Der Iustizministcr hat den Adjuucten des LandcS-licrichtcs in Klagcnsurt Agathou Waldkirch zum Staatsanwaltssubslitntcn daselbst ernannt. Nichtamtlicher Theil. Das bürgerliche Gewerbe. Das „Ncnc Fremdcublatt" schreibt: Der const itu tio n cl l c Verein in Laibach hat sich entschieden ein Verdienst erworben, daß er uon der unter obigem Titel in dem ..Laibacher Tagblatt" erschienenen cnltnrhistorischeu Skizze ans der Feder des l. t. Scctionsralhcs im Haudclsmiuistciillitt Dr. itluu cincn Scparawbdruck veranstalten und unter der gcwcrlie treibenden Bevölkerung dcö Hcrzogthnmcs Krain vcr breiten läßt. Diese Art, das Volk zum Nachdenken anzuregen und in demselben den Anreiz zu tüchtigem Vorwärtsschreiten zu erzeugen, ist bei uns noch wenig gcübt worden, nnd das Beginnen dcS genannten Vereins wäre anch dann ein löbliches, wcun das Wcikchcn des Hcrrn Klun minder gediegen uud lehrreich, miudcr grüudlich und doch populär wäre, als es in der That ist. Mit um so größerer Vefricdignng darf es daher der Frcnud des Fmtschriltcs bcgrüßcn. daß dnrch die Initiative eines wackeren Vereines in einer Provinzial-Hauptsladt einer wissenschaftlichen Arbeit Verbreitung gegeben wird, die niemand aus der Hand legen dürfte, ohne zuzugcstchcu, daß er dariu viel des Wisscnswürdigcn und Bchcrzi-gungSwcrlhcn gefunden. Der Fachmann wird sich über dic geschickte Anordnung des Stoffes nnd die populäre Schreibweise des tiefe historische Kenntniß und ein warmes Herz für Fortschritt nnd Cultur verrathenden Verfassers freuen nnd der gewerbetreibende Laie wird das Buch? lein gerne zwei- und dreimal lcseu, denn er wird nn-strcitig das Bedürfniß fühlen, sich möglichst zn eigen zu machen, was ihn anf sci»cn Stand stolz zn machen geeignet ist. Dnrch eine falsche Auffassung der thatsächlichen Folgen der Hauptiudustric und dnrch eine nicht selten unlautere Agitation unter der ärmeren Volksclassc ist cincrscilö in den Reihen der Gewerbetreibenden, oder sagen wir deutlicher des kleinen Gewerbes, cinc Klein-müthigkeil cingcrisscn, deren Vcrdcrblichteit um so rascher sich geltend macht, als in der That die Industrie der Neuzeit uicht gedeihen kann. wcuu uicht tüchtiger Unternehmungsgeist nnd eine frische Regsamkeit der Bevölkerung die Eoncurrcuz mit dem Auslande ermöglicht; midcr-scitS drohte ein feindseliger Kastengeist dcm Fortschritt und der Freiheit gefährlich zu werden. An der Hand der Geschichte unternimmt es nun der Verfasser, darzuthun, daß kein Gruud vorhanden sei, die Flügel innth-los sinken zn lassen, und daß kein feindlicher Gegensatz zwischen Bürgerthum nnd Arbeitern bestehe, da doch das Mrgcrthnm — die von gewissen Agitatoren geschmähte Gonrgeoisie — eigentlich selbst Arbeiter sind. Herr Klun weist nach, daß die Blnthczcit der Arbeit und des Vürgcrthnms jederzeit uud überall auch die Blülhczcit der Nationen gewesen ist. Aber Freiheit und Aildnng sind die ersten Grundbcdingnngcn für die Blüthe der Arbeit und des Volkswohlstandes. Der Herr Verfasser leitet seine Skizze denn auch mit diesem Postulate ein, und daß von einem Negieruugsmanne, daß am grüuen Tisch, von dcm ans bisher alles bcvormnudet wcrdcu wollte, diese Wahrheit geglaubt uud gclchrt wird, das dünkt nns ein crfrcnlichcs Zeichen der Zeit. das scheint uns der triftigste Beleg für den totalen Umschwung iu Oesterreich, Mit kräftigen Wortcu apostrophirt Herr Dr. Klun das Vürgcrlhnm seines engeren Vaterlandes, die gewerbetreibende Bevölkerung der Städte uud Märkte, sich durch politische Bildung und Aufklärung von jener Klcingcistigkcit nnd Engherzigkeit zn befreien, dic sie bisher hinderten, ihr eigenstes Interesse zu fördcru, ja zu begreife». Es würde nns zn weit führen, w>nn wir anch die in großen Zügen slizzirtc Geschichte der gcwclblichcn Thäligt.it, welche dcn wcilercn Inhalt der lehrreichen Vloschürc bilden, in dcn Kleis unserer Besprechung ziehen wollten; wir begnügen un^ anzudenlen, daß dcr Verfasser, so weit es der Rahmen seiner kleinen Schrift gestattete, keine der Errnngenschaftcu der Geschichtsforschung unbeachtet ließ und daß er scinc Lcscr durch die sogar ans der Mylhc verschwundenen Zeitalter — das „Slcin^ltcr" und das „Vronccallcr" — dnich die Gc-schichte des Mittclaltcrs bis cms die Neuzeit führt, um dann die cullurhistorischcn Lcistnngcn der einzelnen Völ--ker zn würdigen uud inSdcsoudcre dcn Verdiensten der germanischen Volksstämmc um Wissenschaft und frcic Foischang sowohl als um die Hebung der bürgerlichen Arbeit gerecht zn werden. Enic Stelle ans dcm zweiten Eapitcl inö^c jedoch hier Platz finden, denn sie lie^ kündet, daß der Scctio » slat h Klun daS rege Intcl-esse für Schule und Wisseuschaft, daS. den Professor Klun bcsccltc, bcwabit hat. Nachdem er sein Bedauern ausgesprochen, daß cr seinen Lcscru dcn Weg, dcn die gewerbliche Thätigkeit der Menschen seit ihren ältesten Anfängen bis auf unsere Zcit durchgemacht, nicht schildern könne, weil dies über dcn Zweck der Schrift hin-ausgreifen würde, schreibt er: „Allerdings wäre eine solche Aibcit höchst cispiicßlich und dankcnswcllh, dcnn dic DarstclllMss del' fl icd lichen Entwickluua, der Menschheit, der furlschlcilelidcn Cultur ist sicherlich a„. zichcudcr, wichtiacr und lchircichcr als dic Schilderung blnMicfendcr iiäiupfe und jlriegc, der wilden Zerstörungen und Eroberungen, welche im Laufe der Jahrtausende Ehrgeiz oder Habsucht dcm nationalen Wohlstande nnd der geistigen 'Wohlfahrt der Völkcr geschlagen haben. Lcidcr aber leimt unsere Jugend in dcr Sä'nle fast einzig und allein die Geschichte dcr Kriege, die Geschichte dcr El oberer und Gewalthaber; — aber von der Geschichte dcs friedlichen ForlschrilteS, von dcr Geschichte dcö Volkes und seiner Bestrebungen und Leistun^ am bekommt nnscic Jugend nur schr wenig zu hören. Und doch wäre für unsere Bürger-, Gewerbe-und Realschule n die letztbczcichuetc Geschichte geradezu eine Nothwendigkeit. Nebcr die Grundstener-Negelung schreibt die „Presse:" Nachdem die Delegationen ihr Werk gethan, gebührt das Wort dcm Finanzministcr Brcstcl. Daß cr mittlerweitt nicht müssig gewesen ist, sondern dic längst verheißene und für Oesterreich finanziell wie volkswirtschaftlich gleich bcdentsamc Frage dcr Steuerreform ernstlich iu Angriff genommen, hat cr durch die gcslcru im Abgeordnetenhaus ciugcbrachtc Vorlage über Rcgeluug der Grundsteuer zur Genüge docu-menlirt. Das Opcrat verdient eine umso eingehendere Bclrachtnng, als wir nicht ohne Berechtigung annehmen dürfen, daß dcr darin beliebte Eonunissions-Modus späterhin auch bei dcu Abschätzungen für die rcformirtc Eintommcnstcucr »N!tl>ti5milll>»'n<> <>.» <>! ,^l,i,!in, ohne Abuciguug noch Vorliebe, gemacht werden: das zu bewirten, reicht die gewichtige Theilnahme der uuinit-tclbar ^ulcrcssirtcn vollauf aus. So viel für heute über den Standpunkt dcr Ä cst cn cr un g sf or m; was die rein finanzielle Seite dcr Vorlage betrifft, so werden wir nächstens damns eingehen. Stlwlslwrlinschlag pro 1869. Den Thcilvoranfchlägen zum Staatshaushalte des Jahres ix<»'.>, welche dcr Finauzmiuistcr in dcr Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 10. d. M. zur verfassungsmäßigen Behandlung vorlegte, entnehmen wir die nachfolgenden Daten: I. Allerhöchster Hofst a at. Ordentliches Er-fordcruiß: Dasselbe wurde mit Rücksicht auf die im Vorjahre zn gering bemessene Dotation für das Jahr I8l)9 ans den Betrag von 0,5)00.000 ft. erhöht. Hie-von entfällt auf die im Neichsrathc vertretenen Königreiche nnd Bänder die Hälfte mit 3,25,0.000 fl. Außcr^ ordentliches Erfordcrniß: znr Beschaffnng von Garderobe, Requisiten, dann des Mnsilbcdarfcs für das neue Opernhans die zweite und letzte Rate mit 200.000 fl. Gcsammt-Dotation 3,450.000 fl. 3. Rcichsrat h. Ersordcruiß: 434.124 fl. 5. Ministerium dcs Innern. Erfordernis;: 12,7si!).2w fi.; Bedeckung 4<10.5>35 fl. l>. 3Nin i ster i um für ^an dc ö verthcid i-gung un>d öffentliche Sicherheit. Crfordcrniß: 3,l)79.1<)? fl.; Bedeckung 520.333 fl. ?. Ministerium für Cultus und Unterricht. Erfordernis): 5>,8i)2.<)26 fl.; Bedeckung 15)23 fl. 5>. Ministcriuul dcr Finanzen. :>) Verwaltung: Crfordcrniß: 10.715.252 st., Bedeckung: 81.113fl.; !») allgcm. Casscnucrwaltung: Erfordcrniß: 3,753.473 fl.; Bedeckung: 578.() fl.; ) Schuldverschreibung: Erfordcrniß: 11.Ü40.452 fl. (hicruulcr in Silber U!3,l!11 fl.). 14. Vcr w a lt uu gsa u slagen dcr Staats-schnl d. Bcrwaltungi'anslagcu für dic schwebende Schuld (70 Percent) 385.000 ft.. Verwaltungsanslagcn für die fuudirtc Schuld 1.330.000 fl., Summc 1,715.000 fl. 15. B c i tr agsl e i stn ng znui Aufwande für die gemeinsamen An g c lc g cn hc i t c n. Ucber-schüssc dcs ZollgcfällS 7,500.<»0(> fl., ÄcitragSquotc znr Bestreitung dcr gemeinsamen Anslagcn auf Grund der allerhöchst sanctionirten Dclcgationsbcschlüssc 5l!,'.»28.2I3 Gulden, Sinunic " das Motto dcs gc^mvänigcn Kaisers, gelangt jetzt zu einer Bedeutung gauz verschieden von der, wclchc cs in dcn crstcn Tagen seiner Regierung halte. Die Präger Agitation hält ohnc Zweifel an, aber wenn die Böhmen überhaupt Politiker unter sich haben, so sollten diese doä' einsehen, wic die Sache bis zu dcn Extremen trcibcn nichts andcreö heißt, als den Untergang heraufbeschwören. Selbst im Fallc eines Abfalls von Oesterreich würdcu sie nicht an jcucö Rußland fallen, mit welchem sie so närrisch kokcttircn. So sicher die Moldau sich iu die Elbe ergießt, würden sic in Norddculschland absurbirt werden, dessen thätige und überwältigende Civilisation sie in wenigen Generationen den Wenden gleich machen würde. — Galizicn ist — wic Prinz Czartoryski im vorigen Frühjahr einer Zuhörerschaft in London fagtc — dcr einzige Platz geworden, wo Polen wagcn dürfen, Polen zusein; und seine Laudslcutc nicht weniger, als die Göhmcu müssen fühlen, wenn sie übcrhanpt Einsicht habcn, daß ihre einzige ^offuuug iu einem mächtige» Oesterreich liegt, ^aßt das Kaiserreich einmal stürzen lind „Ordnung herrscht in Krakau" nicht wcuigcr als in Warschau. DaS gcriugc Ucbcrblcibscl einer italienischen Frage brancht bei gutcr Behandlung nicht die geringste Bcsorgniß hcvorzurufcu' Mögen dic Dingc anf dcr östlichen Halbinsel sich gestalten, wic sic wollen, für Oesterreich bringen sie kciuc große Gefahr, wenn auch dcr Zustand Rumänicns uud die Intrigncn in Siebenbürgen Bedenken erregen. Ciuc Ariucc von 800.000 Mann, oder die Hälfte von 800.000 Mann hat Oesterreich gar nicht nöthig, es sei denn, mau hege in Schönbrunn noch immer Hoffnungen, dcn verlorenen Grund in Dculschlaud wieder zu gewinnen. Die Fnrcht, daß man in hohcn Kreisen noch immcr an dieser Politik hange, ist das ciuzigc, was deu hc,tneu Blick auf dic Zulu, ft dcs Kaiscireichs trübt. Die Bresche im Concordat, dic Umbildung dcr masäiincncntiarn Armee dcr allen Ta^c in cin Iüslitllt, von Wissenschaft und Lcbcu cifüllt; 5cl' Abschluß dcs H^ndelcucitinges mit ims, wclchcr für den Handel Oesterreichs ciuc neue Acra vcgiündct -^ das alles ist nnr ein Tlicil dcr Reform, welche jetzt in allcu Dcpartcmcnls betrieben wiid. ... Kmz, wendcu wir unsclil Blick, wohin wir wollcu in dcn Bauden dcs Kaisers, die Zukunft ueispricht ciuc gule zu mcrdcn, wcnu der Flicc>cu crhullcu, dic Annee ucliuiu-dcit werden kaun; aber au diesem wenn hängt sehr viel " Jus >cr Zolschllft ics Vrüsldcntcn. Einem telegraphischen Auszüge dcr Botschaft des Präsidcntcn der Vereinigten Staaten entnehmen wir nachstehendes: Die Botschaft lenkt die Aufmerksamkeit dcs Congresses von nencm auf die fortdancrndc Desorganisation dcs Bandes; sie rühre aus der Anwendung vcrschicdcucr Gesetze her, wclchc, anstatt dic ^age dcr Dinge zn verbessern, nach einem Versuch vou drei Jahren nur verderbliche Rcsultatc gcl.cfcrt habcn. Es widerspreche dem ausdrücklichen Wortlaut der Verfassung, daß man drei Staatcn verweigere, im Congrcß rcpräscntirt zu scin. Indem man versuche, dic Weißen im Süden unter dic Domination der Schwarzen zu bringe,,, störe man die frenudschafllichcn Beziehungen, die vordem iu diesen Staatcn bcstaudcn hätten, uud hindere das nützliche Zusammenwirken dcr beiden Raccn in den industriellen Untcruchmungcu. Einc Gesetzgebung, die so verderbliche Resultate licfcre, müsse abgeschafft werden. Hundert Millionen Dollars würden jährlich für dcu Uutcrhalt dcr Militärmacht vcrausgabt, dic vor nllcm damit beauftragt sei, Gesetze znr Ansführnug zu briugcu, dic nicht nothwendig sind nnd verfassungswidrig j seien. Dcr Handel nehme ab, dic industriellen Interessen leiden. Weise Gesetze und Sparsamkeit allcin können diesen Ucbcln abhclfen. Die Finanzlage des Landes zeigt in klarer Weise die'Nothwendigkeit, das Papiergeld aus der Circulation zurückzuziehen nnd so bald als irgend möglich zu dcn Barzahlungen zurückzukchrcu. Die Einnahmen, wclchc von dcn Donancn und dcn verschiedenen Rcvcuucu dcs Innern herrühren, bcliefcn sich während dcs Jahres, welches mit dem 30. Iuui zu Cudc gcgaugcu, auf 405 Millionen Dollars und haben die öffentliche Schuld um 28 Millionen vermindert. Aber das am 1. November endende Jahr habe diese Schuld wieder um 35 Millionen anwachsen lassen. Die Einnahmen dcö Jahres, welches mit dem 30. Juni 180!) zu Cudc gehe, würdcu auf 341 Millionen und die Ausgaben auf 33!', Millionen veranschlagt. Aber dic Ansgadcn dcr Kricgsdcpartcmcnts während der letzten drei Jahre hätten dic veranschlagte Summc um 175 Mill, überstiegen. Dic Armee sei jetzt auf 48.000 Mann aller Waf-fcnglltlnngcn rcdncirt; dcr Kriegsminister halle eine neue Reduction dcr Infanterie jür möglich. Die Marine zählt 200 Schiffe mit 7040 Kanonen. Dcr Präsident billigt von Herzen das Verfahren dcs Congresses, insofern cs dic Indianer betrifft. Er sagt, daß die Beziehungen dcr amerikanischen Regicrnng mit dcu anderen Vändcreu im allgemeinen befriedigend seien, Kein specielles Reglement betreffs des Handels, dcr Colonicn und dcr Fischereien könne vor Vcslätiguug scilcus dcs Congresses festgestellt werden. Andere Fragen befänden sich ans dem Wcgc dcs Ausgleichs zwischcu Amerika und England, namentlich dicjcuigcn, dic sich anf die Rechte dcr naturalisirtcn Bürger, auf die Infcl San Juan und auf die Rccla-mationcu der Unterthanen der beiden Länder, die vom letzten Kriege herrühren, beziehen. Die Unterhandlungen seien noch schwebend. Dcr Präsident hofft, während der gegenwärtigen Session noch dein Senat die Protokolle vorlegen zu können, wclchc diesem langcn Zwist ein Cndc machen müssen. Dic Schwierigkeiten mit Paraguay seien dcr Gc^ gcnstand reiflicher Untersuchungen seitens dcr Regierung. Es sind maritime Streitkrafte abgcscudct worden, um von der Regierung von Paraguay Erklärungen und einc Genugthuung zu fordern. Die Regierung dcr Sandwichs-Inscln hegc bcstan-dig Befürchtung wegen feindlicher politischer Schritte scitcns dcr Vereinigten Staaten. Der letzthin abgeschlossene Gcgcnscitigteitsvcrlrag werde das Vertrauen wieder herstellen uud die Bevölkerung dcr Snudwichs-Inscln cndlich selbst verlangen, an dcr Uuion Theil zu uchmcu. Die Begehungen zu Mexico scicu bcfricdigcud. Vom Präsidenten von Haiti seien Erklärungen uud Genugthuung verlangt worden für dcu amerikanischen Unterthanen zngcfügtcn Schaden. Die von dcr Regierung angenommene stritte Neutralität zwischen dcu Kriegführenden in Japan sei durch dcu Beitritt Frankreichs. Englands und anderer Staatcn unterstützt worden. Dcr Präsident empfiehlt in die Constitution cin Amcndcmcnt einzubringen, kraft dessen die Wahlen dcs Präsidcntcn und dcr Senatoren fortan durch die dirccte allgemeine Wahl statthaben würdcu. Die Botschaft fchlicßt damit, daß sie dic fcstc Hoffuuug ausspricht, die Vorsehung werde dcn Congrcß mit Weisheit uud Achtuug vor dcr Verfassung bcscclen uud sie werde Freude und Wohlfahrt übcr das ganze Land verbreiten. Oesterreich. Agram, 12. December. (Dcr ncne Banns.) Hcute machten die hiesigen Behörden nnd dcr Gemeinde' ra!h dcm ucucriiaunlcn Banns von Croatieii, Baron Rauch, ihre Anfmarluug, wclchcr fic mit gewohnter Liebenswürdigkeit empfiug und ihucu empfahl, für das Wohl dcs Vaterlandes gemeiuschafilich und iu Eiutracht zu willen. Baron Rauch lciöt morgen zur Ablcgnng dcs Eides nach Wuu ab. Tricft, 12. Dcccmbcr. L enantepo ft mil Nach' richteu bis znm 5. d. M. Allem Auschcinc nach l>abm dcn nächsten Aukiß zu dcu gcgcu Gruchculaud crgriffc-ueu Musil'cgclu dic Berichte des Gesandten iu Athen, Photiadcs Bly, gc^bcn, welche melden, daß uicht nur ülicrall gcgcu dic Rückkchr dcr kretischen Flüchtlinge Widerstand geleistet wiid, suudcru daß auch dic Vorbc-rcituugcu des krclens. Comitt's zur Abscuduug uou Frei-willige» in größeren Äiaßstabc betrieben wcidcn als jc, uud zwar mit einer Offcuhcit, wclchc au dcr Zustimmung dcr Vchördcn „icht zwcifclu l»ssc. Auf sciue Bcschmcidcu habe dcr Äiiuistcr dcs Auswältigcu cr^ wlcdcrt, dic Bchördcn sciucn uicht im Slaude, sich dcui Volte«iuillcn z» wicdclsctzcu. — Die Pforte l,at orci französische Dampfer gemiethet, wclchc kretische Flücht lingc i» ihrc Hcimal bringen sollen. Zwcihnndcrt dcr Ictzttiu hadcu sich dicslrTagc cingcschiffl. Die glicchischc ^trgicruug begünstigt, wic „La Grccc" sagt, diese Maßregeln. — Glaubwürdigen Nachrichten ans Athen von, 5. d. M Abcuds zufolgc habc die Rcgicrung be« schlössen, die Forderungen dcr Tüitci zuiückzuwcisen. Iu Athcu hcrischtc, kaum d^ß man vom Ultimatum Kenntniß lihiclt cinc schr aufgcrcatc Slinnnnuc,. Die giicchischcu Älältc!' sind voll kiicgcrischcr Artitcl. Es heißt, daß 30 Bataillone Fccimilliiic gebildet werden sollen. Ein Theil dcr gnechischcn Armee crhiclt Befehl, sich iu dcu Gicnzprovinzcu aufzustellen. Uus land. Verlin, 12. December. (Sitzliug dcs Abgeordnetenhauses.) Es wurde einstimmig beschlossen, das Gerichtsverfahren gegen Parisius auf;usclnebcu. Äci dcr Verhandlung übcr deu Etat des Miuislcriums für Cultus cutspauu sich ciuc läugcre Debatte übcr die con« fcssionsloscn Schnlcn. )>)chrcnpfennig. Tcchow und Bc-thusy sprachen für dicfclben, letzterer jedoch nnr so weit, als dic Conscsfionölusigkcit dic höheren Lehranstalten betrifft. Dcr Minister für Cultus erklärte die Confes-siouslosigkcit wiederholt als ciuc Unmöglichkeit für die Schnlcn, acccptirtc dieselbe aber vollkommen für dic Universitäten. Hagesnemgkeiten. — (Ein Gespräch Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin mit dem Numandicd-ter Ii'tai.) Man schreibt au« Pest, N. Decent der: Vei Gelegenheit dcr gestrigen Hossoin'e hat Ihre Ma-jeslät auch dcm Nomandichlel, Äed.ictcur des „Hon" ui.d zur Liulen gehörenden Abgcordi'eten Morlz I<»tai die hole Au?zcichnung eines langten Geft'liicks zu Theil werben lassen. Ihre MajesM qeruhten I'»lai mit den Worten an« zusprechen! „Ich hade längst sckon gewünscht, Sie persönlich kenne» zu lernen. Ihre Weike kenne ich schon lange, silr das schönste halte ich „Ki'nMhy Zoltün." — Il'lai antwortete auf diese liuldvulle Ansprache: „Ich nehme dicsc hohe Äccherung Cu. Majestät für eine ssrohe Auszeichnung! übrigens verehite ich Eu. Majestät noch bisher dreifach! als Konigin, als Frau und als Gönnen» unserer Liters tur." Ihre MajesM fragten dann: „Isl Ihr lc^les Werk, welches Sie, !ür den „Ho>," geschrieben hadcn, schon erschik' nen?" Ich liede es nicht, bluchstilclwkise zu lesen: ich we^e eä lieber l lcit derzeit vielleicht nicht theilhastig geworden wäre." „Ich verstehe nichts von Polilil," anlwoiletcn Ihre Majestät lächelnd, worauf Iötai erwid.lle: „Es ist die hüchste Politik, das Herz eines Landes zu gewinnen, und diese Politic uer-stehcn Eure Majestät gew'ß." __(Die Mennoniten und dle allgemeine Wehrpflicht.) Die Secte der Mennoniten, die in Oesterreich (Galizicn) etwa 0000 Anhänger zählt und als eine vom Staate anerkannt,- Ncligionsgcnosjenschast drei Kirchen zur öffentlichen Ausübung ihres Gottesdienstes besitzt befindet sich gegenwärtig durch ihre religiösen Vorschriften'mit der durch tas jüxgfl sanctionirte Nehcgcfctz angeordneten allgemeinen Nebipflicht in einem Gcwisscnöconflict. Die fnt Kaiser Iosine Hoffnung, das, den Wünschen ihrer GlauvensgenrsstN, der allgemeinen Wehr-Pflicht enthoben zu sei». Rechnung getragen werden könnte. Die Mcnnomtcn beabsichtigen nun, eine Deputation direct an den Kaiser zu entsenden, welche dcm Staatsoberhaupte ihr Anliegen bezüglich der allgoruinen Wehrpflicht vortragen soll. __ (Kritische Orakel.) Die Verlennung von epochemachenden (§lschli,M"gen ist, wie in der Poesie, aucb in der Musik zu aller ZiN R,grl gewesen. So scd.nb Händel über Gluck: „Der Kerl versteht vom Conlrapuntt so viel wie mein Koch!" uud der benchmte Fortr möglich halten würde. Mozart und Beethoven llsuln.» in ihrer ftan» zen großen Knnslleilcmlbahn unzählige Verkennungen. Ueber Lchteren schricb Zelter bekanntlich an Goethe: „Da seien zwei junge Tonscher, Beethoven und Che.ubi'»: Talent tonne man ihnen nicht absprechen, aber sie seien so sehr auf Irrwegen btfangen, dah man nicht viel Gutes von ihnen hoffen dürfe." Ein in Deutschland lebender, vor län-acrer Ztit schon vc>storbcner italienischer Cap.llmeifler nannte „och in den Dreihigcl-Iahrcn die heroische Symphonie „Hundcgeblll," und ein anderer vielgenannter Meister stimmte bei. Vor dieihig Jahren führte Ludwig NMlab von Berlin einen harten Kampf gegen die Schnderl'schen Lieder die er fchwülslig und gar nicht dem Charakter des Liedes entsprechend sa"d. Chopin's Neike heftete er in ^ssl^il^ an den Galgen und fchlicd darüber: „Jeder Lehrer werde solches Z>ug, wenn es ein Schiller bringe, ihm zerrissen vor die Füsse werfen." Schumann sagte soät-r über Nellstab: „Armer Man», für dich waren alle tiefe Schöiv heitcu verloren." — (Ein junger Professor.) Wahrend seines neulichen Aufenthaltes in Grolramare wurde dem Abbe Franz LisU ein Knabe zug/sühtt. der ein musitali'cheS Wunderkind fein sollte. Liszt li.h ihn auf verschiedenen Iusliumenten spielen und erstaunt!'. Guglielmo Andolfi, so beißt er, kam aus San Giuliano, seinem Geburtsorte, angegangener Prüfung, D>p!om und Titel eines lN'ol'^iwl'o oder >!>ln-«Iio lli »lu>!<>l>. Cr wurde geprüft und erlMl ohne Widerspruch bcives. __/^ in wohlthätiger 3i eich e r.) Die erwähnte neu« Schenkung des Bankiers Hcrrn Peabody von 100,000 Pf. St. an die Londoner Armen besteht theils in Barem, theils in einem trefflich rcntirenden Grundstück von 15 Acres bei Blixlon in der Nähe von London. Zufammen hat der edle Mann der hauptstädtischen A.mencasje ''.50,000 Ps. St. geschenlt — was schwe,l>ch süc solchen Zweck je ein Fürst hergeschenlt hat, geschweige denn ein anderer reicher Priuat-Mann. Dazu seine entsprechend großen Gaben an Ncw< York, Philadelphia und andere Städte der Union. Dabei hat Herr PeaboN) Kinder: aber er a/ht von der Ansicht aus, dah den Scimgen dennoch großer Neichthum bleibt, sowie von der humanen Elwägnng, daß g'oße Schätz?, die sich durch Glück in den Händen Einzelner ansammeln, auf der Arbeitsehr v iel e r Me u sch c n mitberuhen, welche schlecht oder gar nicht dclohnt worden ist. Locales. — (Unser geschätzter Lands mann Dr. Constantin von W u r z d a ch) hat bekanntlich durch sein von cincm seltenen Sammrlfleihe zeugendes „Schillerbuch," ein Wert, welches in seiner Alt einzig dasteht und stets eine universale Geltung haben wirr, auch einen Beitrag zu jenem „Schillerdenkmal" geliefert, welches wohl alle andeln überdauern wiro, das ist zu den Werken Schillers felbst. Im Geburtsorte Schillers, Marbach, besteht ein Schillcrverein, der auch die Obsorge über des Dichters Geburtshaus führt. Um nun dem Verfasser deS „Schiller-buchs" einen Beweis des Dantgclühls zu geben, hat der Schillelverein dessen Bild lm Geburtshause Schillers aufhängen lassen. — (Das Gaslfpiel des Frl. Arthur) foll morgen mit Baucrnfelo's „Aus der Gesellschaft" beginnen. Das Fräulein hatte sich in der verflossenen Saison durch ihrc trefflichen Lcistungcn viel Aneilcnnung erworben. Wir zweifeln also nicht, daß ihr Wiedercrschcinen auf unferen Ärlttern ein volles Haus machen wild. — (St. Peter - Fiu me - Bahn.) Das „Laibacher Tagblalt" fchceibt: Auf der Strecke Sl. Peter - Fiume sind die Arbeiten von der Südbahn fo zu sagen eingestellt, die meisten Arbeiter enllasfen, der lcchnifche Leiter nach Tirol übersetzt ohne Ersatz, die bereits abgelösten Grundstücke nicht bezahlt. Diese Verhältnisse sollen, wie wir aus sicherer Quelle vernehmen, Veranlassung gegeben haben zu Vorstellungen an das l. t. Ministerium von Seile unseier Landesreglcrung. Wir wollen hoffe», daß diese gerechten Wünsche eine ent-sprechende Würdigung hohen Ortes finden werden. Wir dächte», die Süobahn ist doch noch nicht so verarmt, daß sie ihren Verpflichtungen nicht nachkommen könnte. — (Lebens re ttung.) Am 15. September d. I. geüethen fremde, auf der Durchre»fe nach Croalien sich oe-findcnoe Holzarbeiter durch den Umstand in Gefahr des El-! llinkens, daß sie ihren, in der Nahe des durch cimn gewaltigen Wollenbruch gänzlich überschwemmten Dorjcs Zi'tniz in ei„e Untilfe gerathenen Wagen aus dem immer höher steigenden und reißenden Wasser ziehen wollten, wobei die Wagenachse brach und die sich daran haltenden Männer in die Fluth geschlendert und von derselben sottgerissen wurden. Gerade im Augenblicke der größten Gesahc eilten die Zirt-nizer Insassen Valentin Petrol,ö und Josef Homooc den deceits Ellrinlenden zu Hilfe uno es gelang auch ihren Bemühungen, die Verunglückten d>m oeiheerenoen Elemente zu entreißen und in Sicherheit zu bringen, sür welche edle und aufopfernde Thal den beiden mulhoutlen Rötern im Wege del l. k. Beziithhauptmannschalt Lottsch zu Planina die An> eltennung der hohen Landesregierung ausgesprochen wurde. — (Eine Ic, a. dgesch , ch lc,) Der „TaMpost" wird ans Fricdlicrg, II. Decenrlier neschricdcn: Am 10 d. M. zog cinc Iagdgcjlllschaft, bcsiehcnd anö etwa ^<1 Personen, nach Schnchcn, '.'inch dem ersten Trielic fanden sich die Jäger am lieslinmlte» Sanimelplatzc ein. Eö »uurdc Feuer gemacht, die Hunde gekoppelt und die Iagdtrofthäen, mehrere Füchse nnd Hasen, ans den Boom gelegt. Plötzlich wird Hnndcgctläss hörbar, das sich immer mehr nähert. Wahrscheinlich waren Hnndc, dk- noch fortgejagt, ciucm Wilde auf dcr Spnr. Doch zu folchen und ähnlichen Gedanken >uc>r tannr Zeit; denn ein junges Häschen kam im uollcn Lauf von mehreren Hnnden hart verfolgt, am Sain-mclplatzc >ni. Stalt rrchti< »der links sein Hril zu snchen, war ei, so lollkiihu, seinen Weg durch dic illliltc dcr zahlreichen Jäger zu nehmen. Mit rin paar Sätzen war cö über die Leichen dcr gemordeten Genossen, nnd, c> Wunder! die Jäger fchauten anf -das muthige Häölein und wichen vom Wrgc rhrcrbicligsl zurück. Ja sugar dic Hnnde nn dcr Koppel blieben tnnrrcnd sitzm. „Da sprang cS in den Wald hinein nnd ward nicht niehr gesehen." l^in schallendes, nicht cndenwollmcö Oclächler unterbrach die biö letzt herrschende Stille, und jeder wnßtc einen uortrefflrchen Nath, wie man den Hasen hätte fangen können. Neueste Dost. Wien, 14. December. (Ncichsra th.) ITr. Z.> Dcr Finanzmimstcr legt Gesctzcutivinse bclicffo Fort-crl)clmiig dcr Steuern bis Cllde März nnd Ellifilt)rlmg citier Gcdändcslcucr, so wie daö Finalizgesch für 1K69 und einen ^liclchtragscrcdit dcö ^andcöucrlhcidiMigSnlini-sicrs uon 73 000 fl. vor. Dcr Finanzministcr erklärt! int Expos/', soweit lii^hcr ersichtlich, scicn 1^6^ die Ausgaben znrückgcl'liclicn, während die Einnahmen sich vermehrt. In den ersten 3 Qnartalcn ergndcn sich beinahe !> Millionen Mehreinnahme, nnd die Anstgalic war nln 10 Milliuncil geringer; wcnn da>? letzte Quartal analog, so ergibt sich am Iahrcöschlnß 150K ein Ueber-schuß oon 10 Millionen. Wenn nnlcr Hin^nzichnng des Ucbcrschnsscö die ftroponirtcn anßcrodcntlichcn Einnahmen genehmigt werden nnd die Stcucrcrhühnng fortdauert, wird daö Deficit fnr 1809 Z^ Millionen betragen. Gvocholöki intcrpcllirt den Finanzminlstcr wc-gcn Wicliczka. Dcr Finanzministcr sagt, alle Maßregeln feien getroffen und es bestehe leine Gefahr. Die Meldung vom Einsturz des Franz-Josef-Schachtes sei nnrichtig. Dcr ssandclöministcr beantwortet die Interpellation wegen Horovitz, er werde ein ncucs Eisenbahn-gesctz vorlegen. Dcr Antrag, das Finanzgcsetz für 186!) einem ^glicdrigcn Ausschnssc zuzuweisen, wnrdc angenommen. Paris, 13. December. Dcr „Monitcur" meldet in seinem Bulletin, daß der Kampf in Eadix nach Ab- lauf des Waffenstillstandes, während dessen Dauer die Fremden die Stadt verlassen hatten, wieder beginnen werde. Paris, 14. December. (Tr. Ztg.) Der „Moni. tcur" meldet: Nach emcm Telegramm aus S. Sebastian crgabcn sich dic Insurgenten in Eadix gestern früh. Madrid, 14. December. (Tr. Ztg.) General Caballeros Übermächte dcr Ncgicrnna. ein Dicnstcmer-bktcn des Herzogs von Montpcnsier. Die Regierung lehnte das Ancrbicten ab und lud Montpeiisier ein, unverzüglich nach Portugal zurückzukehren. Paris, 11. December. Heute Nachmittag ist eine Fcuersbrunst in den Tuilcrien, nnd zwar im Erdgeschosse des an die Nuc dc Rivoli stoßcuocn Flügels ans-gcbrochen, welchen dcr Minister des kaiserlichen Hauses Marschall Baillant innc hat. Man wurdc crst nach mchrcrcn Stuudcn des Fcncrs Herr nnd der im Innern des Gebäudes angerichtete Schaden scheint nicht nnvcträchllich zn scin. Der Pariser Appcllhof hat gestern das Urtheil erster Instanz gcgcn fünf Personen, welche Nochcforts ,,^an-tcrnc" in Frankreich verbreitet hatten, von cincm Gefängniß und 100 Francs Strafe anf drci Monate Gefängniß nnd 500 Franco Strafe verschärft. Man will hier wissen, daß der Befehlshaber der französischen Lcvantcstation, Eontrcadmiral Monlac, die Weisung erhaltcu habe, zwci Kriegsschiffe vor Pyräus zu schickcu, um gemeinschaftlich mit dcr im dortigen Hafen liegenden österreichischen Goelctte die Abfahrt neuer hcllenifchcn Freiwilligen zu verhindern und die Hcimtchr dcr krctenfifchcn Familien zu unterstützen. Die Nachrichten aus Spanien sind nicht sehr beruhigend. Man erwartet daselbst einen Staatsstreich, dcr von Prim ausgehen und von einigen Mitgliedern der provisorischen Regierung unterstützt scin würde. Die von der Regierung veröffentlichen Telegramme mcldcn zwar ununterbrochen, daß Eadix ausgenommen, überall die vollkommenste Ruhe vorwalte, daß die von allcn Eckcn und Eudcn eingehenden Adressen die Unruhestifter verdammen nnd es dcr Municipalität von Madrid gelungen fei, im Interesse ihrer Rossourccn gcgcn die Forderungen der Arbcitcr Stand zu halten; allein cs ist nicht minder wahr, daß Eadix in dcr Gewalt cincS sehr bedrohlichen Anfstandcö ist, daß dort die Eapltulationsbcdiiiglmgen zurückgewiesen worden sind, daß cine starke Trnppcnmacht dahin entsendet werden mußte, daß man im Norden Earlistcn-Aufstände zu besorgen hat, daß die Negicrungsucrtrctcr in allcn Provinzen in ihrem Eifer erkalten, daß das Anlchcn noch immer nicht gelungen ist nnd die Rcgicrungömittcl nur gering sind, wahrend die Ausgaben sich von Tag zu Tag vermehren. D>c „Patric" behauptet zuversichtlich, daß der Aufstand von Eadix das Werk dcr Eailistcn und dcr Anfang dcr Auoführuug eiucs umfassenden und wohlbc-rcchuctcn Planes dcr rcaclionärcn Partei sei; die „France" erklärt mit gleicher Bestimmtheit, daß mit diesem Aufstand die kosmopolitische Rcvolntion den Schauplatz dcr ftyrenäischcn Halbinsel betrete. Beide Blätter lassen cs aber au Beweisen für ihrc Ausstellungen fehlen. Nach dem „Public" endlich wäre die Bewegung von allcn Partcicn je in ihrcm Interesse übertrieben worden, in Wahrheit aber nicht bcuurnhigcndcr Natnr; in 2ln-dalusicn hättc sic einen socialistischen Charakter. „Va Presse" erhält aus Rom ziemlich ausführliche Angaben über deu Staud dcr Vorarbeiten übcr daö öcnmcnifchc Eoncil: Fünf Eommiffioneu odcr Eougrcgationcu sind gegenwärtig bereits organisirt nnd cinc sechste nahe daran, gleichfalls in Wirksamkeit zu treten. Eine jede derselben hat zum Vorsitzcudcn einen Cardinal, der zugleich Mitglied dcr leitenden Commission ist. Diesc sechs Präsidenten resp. Mitglieder dcr leitenden Commission sind die Cardiuäle Eatcrini, Aizzarri, Varnabo, Pancbianco, Ncisach und Bilio. Sccrctär ist Mgr. Gianclli. Erz-bifchof ill i'-'i'lümx. Räthe find Mgr. Tiz'^ani, Erzbi-schof von Nisiba, Mgr. Josef Angclini, Mgr. Talbos dc Malahidc, dcr Professor Melchior Galeolti und dcr P. Scmguiuctti. Alles, was auf daS Dogma Bezug hat, gehört dcr Commission für dogmatische Theologie an, welche den Cardinal Bilio zum Präsidenten und achtzehn Mitglieder hat, darnnter Mgr. Cardoni, Erz-bischof von Edysc, Mgr. Schwitz aus Deutschland, Abb<'> Iaquemct aus Rhcims, Abbö Gay cms Poitiers und Nblw Hcttiugcr aus Belgien. Die politisch - religiöse Commissson hat den Cardinal Ncisach znm Präsidenten und zählt dreizehn Mitglieder; dic Commission für kirchliche Disciplin ist ebenso stark nnd wird von dcm Cardinal Caterini präsidirt. Die Commission für dic Ordcnsgcistlichcu besteht aus neun Mitgliedern und hat Cardinal Bizzari an ihrer Spitze. Dic'Commission sür den Orient, welcher die große Frage einer Verstän« digung zwischen den römischen und der griechischen Kirche obliegt, wird von dcm Cardinal Barnabo gclcitct und endlich dic sechste Commission, für Gebräuche und Ec-rcmouicu, welche noch nicht in Thätigkeit gclrctcn ist, wird den Cardinal Patrici znm Vorsitzcndcn habeu. DaS strengste Amtsgeheimniß waltet über den Arbeiten dieser Commission. Einige fremde Geistliche sind denselben zugezogen worden und unter ihnen ist l'is jctzt daS deutsche Element das vorherrschende. 2138 Telegraphische Wechsclcourse vom 11, December. 5perc. Metalliqne« 5)9, — 5perc. M,—5>pclc.NaNol!al-Anlchcn 64.00.— 18<;pfd. fl, 2.15-2.20, Muraslhaser^ ,ugcwugen Pr. Ete fl. 3.60, schwerer GebirgShafer dickhäutiger wurde eiue kleine ' Partie mit fl. 2.15 verlauft. Haidc ungar. I86?er im Gewichte von durchschnittlich 67 Pfd. fl. 3, 69psd. fl. 3.15, heurige heimische Waare variirt starl in der Qualität, und zwar v u «1— biö fl, 16'/,, der Preis filr geputzte Waare sammt Sack häugt von der reinen Ncitcrung ab und sttllt sich zwischen sl. 21 uud fl 23; fiir 1867er Hochprima Saat sammt Sack tonnte mau mit fl 26 lud vielleicht rtwaS daruutcr nnlommen. Zwetschken sind ebenfalls uiatt, und lansen darauf Aufträge sehr spärlich ein, die Preise dauon sind mit fl,4'/, sammt Faß anznnehmcn. nnd zn diesem Pre se lauft man auch iu Ratet, Lltlai niid Stelnbrück. Nüsse luftgctroclneic halten fl. 5'/,-5'^, ofengetrocklicte, d. h. von Seile der Producenten vorsätzlich verdorbene sind z» unbekannten Preisen bei den Oebstlerinnen auzubringeu, welche ihrersrilS wieder so gllictlich sind, Knnden auf ranzige Nnßterne zu besitzen. Leinsamen lomm^ wenig uor, doch sind fortwährend Offerte an« S riermarl, Eraalieu nud Ungarn da; hübsche Soni-uierwaare vom Suchfenselder Boden, nus der Mnrinsel nud dem steierischnlngarischen Grcnzboden taun man mit st. 5'/, 5'^ fra nco Laibacher Bahnhof taufen. Leinöl weichend fl. 22 in ersten Kosten, Honig ohne Vorräthc hält die Preise wie beim Schlnssc der Vorwoche nnd wird beute in schö er lichter Glattwaare nicht! unter fl. 16'/, ohne Fasz, bei größerem Gebinde mit Faß abgcge-den, Nohwaare gilt fl. 16 samint Faß, geringere braunlichte Glallwaare ist mit 5>0 tr. biNiger zn lausen Tischlerleim fehlt toial, Preis fl 2l'/,^25 nominell. Pottasche gilt fl 13—14, bei hochprima uud hochgradiger Qualität sogar fl, 15 sammt Faß. Brennholz durchschnittlich trockenes- Vnchen-, Eschen-, Kastanien-, 25 lr., Föhren nud Fichte» 23 tr, pr. Zoll, dah^r : 20zöN,ges hartes fl. 5 — weiches ss 4.40 22 „' „ „ 5.50 „ „ 4.84 30 „ „ „ 7.5) „ ,. 6.60 3« „ ,. „9- „ „7.92 Pr. Wicuer Klafter. 97e»«e Vrlltmethode. Iu Frankreich werden in neuester Zeit die Truthähnr zu einem gauz cigeuthünllichen Geschäfte ver-w ndct: sie müssen nämlich junge Hnhlier anöbrüte< >,nd aufziehen. Während die Henne nicht mehr als ein Dntzend Küchel au?znbrüten uermag. tann ein Pnter deren zwanzig lis dreißig g-oß bringen, nnd dabei wird er noch selbst gemästet und siir die Bratpfanne vorberritet. Tic Art nnd We se aber, wie dem dninmen Puter dieses Mitgefühl beigebracht wird, ist höchst ergötzlich nnd stammt von dcu Chinesen, Ein oder zwei Gläser voll starten Weincö werden dem Puter o.ue viel Nöthigen iu dcu Hals g gössen uud während finer darlins folgenden Trun tenhcit ihm die Feder,! von der Brust gerupft; iu diescr Beschaff uhcit wird er mit entblößtem Bnfeu aus ciucn Haufen auszubrütender Eier gesetzt. Der Rausch vergeht uach uud nach, der Schlaf nimmt sein Ende nnd der „Pntcrkatcr" findet sich ein. Der sonst so stolze Herr läßt den rothen Kamin hängen uud deutlich liegt iu seineu dienen die Frage: „Wo bin ich?" Er will sich erheben, doch natiillich bei den noch geschivächirn Beinen tanu der würdige Herr „nicht ?,uf Eiern gehen," er laß! sich wieder nieder, die Beine sind gekräftigt, doch — er empsin drt jetzt ans seiner Brnst den Mangel lines Lachen z — er läßt sich wieder uiedrr. Noch oft versucht er eö bei stetem Nachde,-ten, doch die Federn wachsen nicht s.> schnell wie Pilze; um sich zu wärmen, heuchelt er Mutterliebe und — bleibt sitze». Die Eierschalen brstcn nach den üblichen Tagen seines Wochenbettes, eine neue Äera beginnt siir sein Henluermögcn, als er nach dem langen Nachdenken die Küchlein sieht er fiihll sich Mutter und behütet die Jungen mit Pflicht »nd treuer Wachsamkeit und Zärtlichkeit! (Tgpst.) AnOekommeue Fremde. Am II. December. Stadt Mien. Die Herrcu: Durchl. Fürst Schönburg und Durchl. Fürstin Schönburg, uou Schneeberg, — Nöthel, Forstmeister, voil Haasberg. — Frl, Kucic, uou Triest. Elefant. Die Herren : Holrl, H>,udelsm,, nnd Pfrimer, Wein-Händler, von Marbnrg. — Loivi, Gtichäftsm,, von Ponouitsch. 3Iteielirnsost!schl'> A^oljachllUl^ll in Llnliuch. " 6 Ü. Mg, "32?'gz — 1^ , O. mäßig Nebel 11, ^i „ N. 32?,«? -j- «<>j SW. schwach z,Hä!sle bcw. 0.„, 10., Ab. 32? <,5 -l- 3^ ^ windstill trübe ,, Morgennebel. Vormittag theilweisc Aufheiterung. Gegen Adeud znnehnlende Bewölkung, düster, feucht. Schwach bewegte l'nft, iu den oberen Lnfischichlen NO. Das Tage?mittet der Wärme -j-3 0". um 3 8" über dem Normale. Waldnmlhjchast und SlaatSlNlsslcht. Von Kammcrlatl) Dtto zu Wcinegg. Da Einsender der letzten Gcncralocrsainmlmil'!, dev! krlnnischcn ^andwirthschafl Gesellschaft nicht beiwohnen ! konnte, so crlanlit er sich, über zwei in dieser Bcrsainin-' lnng besprochenen Gegenstände, nämlich ndcr die Anstcl-, lnng von Districlöfölslcrn und (5rcirung einer Landed ! Icncrassccnranz seine in anderen Staaten gemachten Er-sahrnngcn nebst seinen Ansichten hier lmtzntheilcn. In Dcntschland ist wohl kein Staat, in welchem nicht dnrch Distlictöfürstcr die Waldllngcn verwaltet werden. Wenn auch daselbst die Waldnna.cn der Groß-grilnddcsitzcr dnrch dic tion diesen angestellten und besoldeten Forstleute ucrlvaltct werden und hanfttsächlich die daselbst am meisten vorkommenden EoiumnnalwaldnnWi nntcr der Pcrwaltnna. der Distrittsförsler stehen, so sind doch anch Waldnngcn kleiner Besitzer, wenn solche eine gewisse Grüße haben, jener Vcrwaltnng nnterworfen. Nnr wissenschaftlich nnd zugleich praktisch ausgebildete ^entc werden als Distrietijförsler angestellt, und da die Anforderungen an sie sehr hoch gcslcllt sind.so daß von ihnen anßcr den Kenntnissen im Forslfach anch ^cnntnissc in den Hilfswissenschaften verlangt werden, so sind sie anch anderen Staatsoicncrn von wissenschaftlicher Anöbildung gleichgestellt und ihre Äesoldnngen sind z. V. im Groß-hcrzogtl'nme Hcssen nach blassen zu 900 fl., 1000 si. und 1100 si., neben Pferdesonragc, Zulagen bei höheren Fruchtprciscu, uorinirt mit slnstsicht auf Höhcrc Vefördc-rnng. Mit dem eigentlichen Forslschnl^ haben sie nichtö zu schassen, indem dieser durch besondere Forslschützcn vcrschcu wird, welche anch sonst als ihre Organe bei Anöfnhruna, der Cnltnrcn, Hol;fälluugcn u. s. w. dienen. Ebenso haben sie nicht die Einnahmen von Erlösen für Waldprodnctc nnd keine Auszahlungen, so daß also die schlimmen Erfahrnngcn, welche man bei Bcrwaltnng von StaatSgiiicrn gemacht hat, bei ihnen nicht vorkommen können. Vergleicht mau die nntcr der Vergällung von Disttictösörstern empor gctommencn, so prächtig da- stehenden Waldungen Deutschlands mit dcn fast überall dcvastirtcn Waldungen in Kram, so möchte mau sich auch hier für die Verwaltung der Waldnngcn durch Districtöförstcr cutschcidcn, allein eine andere Ansicht mnß mau wohl gewinnen, wenn man auf die besoudcrcn Verhältnisse in Krain Rücksicht nimmt, namentlich anf die hier wie gewiß iu keinem anderen Lande bestehenden Waldscrvitnlcn, sodann dcn geringen Forstschutz, die nicht zn besiegende Gewohnheit, aus dem Walde alle Ein« strcu zil beziehen nnd denselben zur Weide zu bcnützeu und endlich dic Wcilhlosigt'eit des Holzes in dcn meisten Gegenden. Aei di.scn, die W^ldrentc so sehr vermindernden, ja oft gauz absorbircndcn Voikommcnhci-tcn lann dem Waldeigenihümer »icht zligcmuthct werden, noch gros^ Beiträge zn dcn Besoldungen von Distiictö-sö>stern zn le,sten. Es kann nämlich doch wohl unterstellt weiden, dah wcnn anch dic Staats- oder Bandes« cassc dic Besoldungen der Districtsförstcr nls Slants-dicncr nbcrnchmcn würde, Beilrägc zu solchcu auf d'e Walddcsitzer ansgcschlagcn werden würden. Im Gioß< hcrzogthum Hcsjcn wcrdcn z. B. auf d,n hessischcn Moi< gcn (i Kreuzer aui>gcschlac>eii, obgleich damit, wcil die Bcrwaltnngödczilke nur zwischen 7000 bis 10 000 hcs-sische Molgcn bctragc,,, dic Besoldungen kaum zn ^ ^cdcckl sind. Ein solcher Ansschlag würde für das hiesige Joch 23 Ncnkrenzcr betragen. Dic Vcdcntcndhcit eincö solchen Ausschlags wird man crtenncn, wcnu man solchen z. B. auf die ll!.000 Joch Waldnugcn der Her,schal,t Zobclsbcrg inachrit wollte. Er wüidc hier 3680 fl. betraun. Fragt man aber, was dicse Herrschaft an Ncntc ans ihren Waldungen bezieht, so wird man dic Antwort erhalten: bei dcn jetzt bestehenden Scrvltlitcn nicht einmal so viel, nm die Stcncrn dauou zahlcn zu lönncn. Aehnlichc Verhältnisse bcslehcn übcr^ all, wo die Stt'liitnleu noch nicht abgelöst sind, daher Waldcnltmtoslcn lim so weniger anf daS dicscn uuter-worfcue Eigcnthnm angcmnthct werden löimcn, als es schr ofl schon oor.iclommc» ist, d^ß solches ohne Rücksicht auf dcn Wclth ocs auf demselben unter Aufwendung von Enllnrkostcn, Stcucrn u. s. w, hcrangc-wclchsencn Holzes zur Abfiadaug dcr Scrvitut-Bcrcchtig-lcu hclansgcgcbcu werden mußte. Es ist zwar dic Aussicht vorhaudcu, daß alle Ser-vitntcn iu einigen Jahren abgelööt sein werden, allein auch alsdann kann der Waldbcsil>cr anf eine erhebliche Nenle ans feinem Waldc fo lange nicht hoffen, als nicht die Entwcndcr dcr Waldprodncte empfindlicher bestraft wcrdcn. Wcnn dcr Dicb ill dciu seltenen Falle, wenn er ertappt nud überfuhrt wird, nur mit dem Wcrthcrsatz bestraft wird, so lang,: wird er dcn Dicbstahl nicht schcncn und dicscr wird dauu gewiß nmsoinchr vorkomincu, wcnn einmal das Hol; seltener wcrdcn oder in arößcrcn Werth kommen sollte. Neben dcr allzu milden Bestra^ fnng wird dcr Forslschntz in Krain auch noch dadurch crschwctt, daß das Strafverfahren allzn umständlich ist, da zn jedem Strasfall der Denunciant besonders erscheinen il'nß und darüber ein besonderes Protokoll mit uiclcm Schreiben in ein gcdrncktes Formular aufgenommen wird. Virl einfacher ist das Verfahren in Hefscn, indem hier allc in cincm Quartal zur Anzeige gebrachten Forstfrevel vom Districtsförslcr in cin Register gebracht nnd an dcn Strafrichtcr eingesandt, an einem Vormittag abgeurtheilt werden, so daß also an nur 4 Vormittagen im Jahr dcr dcnuncircudc Forstschütz seinem Dienst entzogen nnd anch der Strasrichtcr dadurch nnr schr wenig belästigt wird. Wcnn die Stellung dcr Waldnngcn nnler dic Verwaltung der Distrietsförster eine Bcschränknng dcr Freiheit, cinc Bcoormundung genannt werden »rill, so kann dies doch bei cincr Subjection aller Staatsangehörigen unter d!c ^andcsantonomic uicht zur Geltung kommen, sobald diese die Anordnung cincr solchen Verwaltung für op-portlln hält. Höhcrc Rücksichten als die alleinige Rücksicht auf das Iutercfsc dcr Walobcsitzcr könutcu freilich solches gebieten nnd als solche solche könnten namentlich cin sonst zn bcfürchtcndcr Holzmaugcl uud die Förderung des Nationalwohlstandcs erscheinen. (Schluß folgt.) Verautwortlicher Redacteur: Ia.ua; v. K l r i n m a Y r. Drsenbericht. Wien, 12 December. Die Börse vcrlehrte iu matter Haltung und alle Papiere wnrden namhaft billigrr abgegeben, Devisen nnd Valuteil aber erheblich theurer bezahlt. Geld aboudant. -veffentliche Tchuld. ^. des Staates (für 100 fl.) Geld Waare In ö. W. zu 5M. für 100 sl. 55.40 55.50 detto v. 1.18tt6 .... 00.15 60,25 detto illchllhldar ()) . . . W.50 «?.- Silbcr-?lulchcu von 1864 . . 70.— 71.— Silberanl. 18li5 (Frcs,) rüctzahlb. in 37 I. ^u 5> p(lt. sür t00 sl. 74.— 75.— Nat.-Aul. mit Iäu.-Eoup. zn 5«^ 84(;0 ^4 70 „ „ „ Apr.-Coup. „ 5 „ «4.50 «4 ^ MetalüqueS......5„ 58^ 59^ detto mit Mai-Toup. „ 5 „ t;0. - «0.10 detto.....„4;,. 52,— 5259 Mit Verlos, v. 1.1839 ... ,84.-185.- ^ „ „ „ 1854 . , . 85.«/5 85 50 „ „ „ I860 zu 500 fl. W.- W 20 „ „ „ I860 „ 100 „ «)t;.25 !1U.50 „ ,,„1864„1s>0« I0?.__,O7 2.) «lomo-Rentcusch, zu 42 I.. nu»t. 24.— 24.50 Domaiuen 5perc. in Silber 112,75 113. - L der Kronläudcr (für 100 st.) Gr.-Eutl.-Oblig. Niederoslcrreich . zu 5«/« 88.25 88 75 Oberüsterrcich . ,, 5 „ «:>." «-^0 Salzburg .... „b„ «>.— «»- Geld Waare Böhmen .... zu 5°/« 91.75 92.50 Mährcu .... „ 5 „ 89.— 8^.50 Schlesieu .... „ 5 „ 88.50 8i)>— Stelermarl ... „ 5 „ 88.— 89.— Uugaru .... „ 5 „ 77.50 78.- Tcmcser-Vanat . . „ 5 „ 77.— 77.75 Eroaticu uud Slavonien „ 5 „ 77.50 78.50 Galizicu .... „ 5 „ ., ,. . 14.— 14 50 Wechsel (3 Mou.) Auasbura für 100 si, südd. W. 100.80 101.-ssrautfnrt a.M. 100 si. dctto 101.- U'1,20 Haiubnrg. für 100 Mark Banto 89 - . 89.^5» London für 10 Pf, Sterling . 12060 120.80 Paris für 100 Franlö . . . 47.85 47.95 (?l,:lrS der Gcldsovte» Geld Waare K. Minz-Ducateu . 5 si. 70 lr. 5 st. 71 lr. Napolconöd'or . . 9 „ 62 „ 9 „ 63 " Nllss. Imperial« ..-„__ ^, ^- ^, — „ Vereiuitthaler . . 1 „ 77/ „ 1 „ 78 ,. Silber .. 118 ,. 7s/„ 119 „ -" " Kraiuische GrundenttaNuugö-Obligatioueu, P"« vatnotirmig: 86.50 Geld, 90 Waare