iltdnnmtiaimn« - Prrisc: $iii Laibach •oajja&tig . . , d ft. — tr. Halbjiihrig . . . Bierreljahrig. . . 1 „ 50 „ »tonam«, . . . _ „ 5o „ Mit čer Post: ®«i}jS&rig . . . 9 p. — It. Haldjiihrig . . . 4 „ 50 „ dimeljjjhrtg. . . 1 „ 25 „ M* Zuftellung in# Hau« eicrtel« *5 Ir., monatlič 9 tr. čicichtt Vhimmern 5 It. Laibacher Nr. 212. Tagblatt. Anonime Aiittbeilungen werden nicht berlicksichtigt; Manuskripte nicht zuritckgesendet. Freitag, 17. September. — Morgen: Thomas v. B. eaifr.bsfgaijc 'Jir. lSit. ®»pfiilion ant Inserate« flatten: Lovgrctzpl«? Sit.81 bandIu»g »en Z. v. LIcmmavr L F.Bamberg) 3nftrlica»prtift: vlit die cinfvaltige Pctit^cile 8 h 6ei itocimoliflcr Einlchallung 1 5 Ir. ireimal L 7 K. IisittionSstcmvcl jebesmnl 80 tr 8ci gtofieten Onfcraten »nd ffterct $iitf<$altur.g entf))teiScnbtc Otačett. 1869. Ein Stuck polnischer Gesetz-Gebungs-knnst. Die Abgeordneten der Stadl Lemberg habeu bekaniitlich in Folge der von der national-demokrati-schen Partei unter Smolka'S Leitung gegeii sic in Szcne gesctztcn Mihtrauensvoten ihre Mandate nie-dergclegt. Als nun zur Neuwahl geschritteii werden sollte nnd die Wahlerlisten zusammengestellt moren, zeigte es sich, dah jene Agitation von einer Partei ausgegangen war, deren Mitgliedern der nberwiegen-den Mehrzahl nach gar kein Wahlrecht zusteht. Der Sachverhalt ist dieser: Nach §. 11 der Schmerling'schen Landtags-Wahlordnnng uom Jahre 1861 hatten namlich die ersten zwei Drittheile aller nach der Hiihe der Jah-resschuldigkeit an direkten Stenern gcreihten und nach dem Gemeindegesetze uom Jahre 1849 wahl-fahigen Gemeindeglieder den Wahlkiirper zn bilden, deren Wahl mit Hiuzuschlaguug der ohne Rucksicht anf die Stenern^ persoulich wahlbcrechtigten Ein-wohner in Lemberg Liber 6000 betrug. Nach dem unta den Auspizien und auf Anre-gung deS Ministeriums Belcredi hit Jahre 1866 beschlosscnen Landesgesetze uom 16. Januar 1867 nnd der Landes - Gemeinde - Ordnnng vom 12. August 1866 aber werden die ersten zwei Drhtel nicht mehr nach der Personenzahl, sonderu nach der Steuer-hShe berechnet; es werden namlich die Steuern zu-sammengezahlt nnd find nur diejenigen HLchstbe-steuerten aktiv wahlsahig, welche die ersten zwei Drittel der Gesammtsteuern entrichten. Nun zahlt Lemberg an direkten Steuern (ohne Zuschlage) jahrlich 351.805 fl.; davon betragen zwei Drittel 234.536 fl., nnd diese werden von 311, sage dreihnnderteilf Wahlern bezahlt. Die hochste Stener zahlt die galizische Kreditanstalt mit 4781 Gulden, dan,i folgen Herr Samuel Kohn, das ru-thenische Institut ,,Dom Narodnyj," Herr Markus Dubs, die Galizische Sparkassc, Herr Aaron Philipp u. a. m. Der letzte noch wahlsahige Stener-trager ist Herr Simche Juda Mittelmanu mit 299 fl. 63 kr., der solgende Moses Menkes mit 299 fl. 20 kr. ist nicht mehr wahlfiihig. Hiezu kom-men gegeu 1800 Beamte, Offiziere und Geistliche, dann etwa 400 Advokaten, Notare, Doktoren und Prvfessoren. Das Fazit ist, datz die Herren, welche sich anf den letzten Wahlerversammlungen so nngebuhrlich breit machten, namentlich die sogenannten Burger, fast durchgangig gar keine Wahler sind. Die weit-ans uberwiegende Mehrzahl bilden die abhangigen Wahler, dann kommt die stlkdtische Jntelligenz, endlich ein Hanflein von Steuerzahlern, wovon wenigstens die Halfte Jsraeliten sind. So hat sich der Schlag, wclchen, wie es scheint, die Belcredi'sche Regieruug und deren Landtag ge-gen die kleinen israelitischen Kausleute und Gewer-betreibenden zu fnhren gedachten, gegen die Urheber gewendet, und werden die polnischen Parteien nur Liber eiue verschwindend kletne Minoritat zu versii-gen haben. Dabei must noch bcmerkt werden, datz die frag-lichen Gesetze nicht etwa in rigoroser, sonderu in der thunlichst liberalen Weise angewendet wnrden, indent man alle Steuerzahler, welche schon als Grotz-grnndbesitzer oder vermoge personlichen RechteL als Wahler erscheinen und zum Theile sehr hohe Steuern entrichten, gar nicht in Anschlag brachte. So erscheint der Sieg der versassungstreurn Partei dutch die von ihren Gegnern begangenen Fehler gesichert. Es wird das freilich ein durch Einschrankung des Wahlrechtes anf wenige Hiichst-besteuerte erkaufter, daher nicht in jeder Richtung zufriedenstcllender Sieg werden; aber die Polen haben es so gewollt, und weder die jetzige Regieruug noch die Reichsvertretung sind fur diese illiberale Einschrankung im mindesten verantwortlich. Die „d!ene Freie Presse" geitzelt die Leichtfer-tigkeit der Polen in der heimifchen Gesetzgebung mit folgcnden treffcnden Bcmcrknngen: Der Landtag, voll polnischer Hegeinonie-Geliiste. hatte sich irgend cine unklare Bvrstclliing von den Erfolgcn des veranderten Wahlgesctzes zn Gnnsten dcr Polen und zu Uiigunslen der Rulhencn und Juden gemachl nnd hat dann in der vorlctzten Nacht des Belcredi-JahreS 1866 dedatlenlos daS nctie Gesetz ookirt. Und selbst Sinoika, der grohe „de» niokratische" Fuhrer dcr polnischen Jugcnd, hatte kein Wort, urn gcgen die Wahlrcchtsbcraubnng von 6000 Milbiirgern zu protcstiren ! Auch keiner der nnbcven Politiker wutzte citt Wort fur Aufrcchihaltnng der bcdrohten Wahlrecht zu finden! Aber ftatt die gc* hofften uativnal-polnischen Ersolge zu ernten, sehen gerade die eisrigsten und sturmischeslen National Polcu, datz ste sich mit dicscm Gesctze in daS eigene Fleisch aeschnhtcn Haben. Also die Abgeordneten be-fchlietzen ein Gesctz, ohne sich Liber die Erfolge klar geworri->n zu sein; die Abgeordneten beschlictzcn ein Gesetz, um auf daSselbe vollstandig zn vergcsfen und bei GclcgenHeit seiner Anwendung auS dem Taumel des Vergesscns mit einem politischen Katzenjammer zu erwachen! DaS ist polnische Gesetzgcbungskunst! Mutz man sic nicht richtigcr mit dcm bcrilhmten Namen dcr polnischen Wirthschaft bqcichnen ? Dicfc Erscheinnng wird so manche Sirnpathiereste ffiv die polnischen Bestrebnngen vernichten. Dcnn mit Sckrccken sicht man den historisch bcrtttjmten Leicht- Jemlleton. Zwei Blatter aus einem Tagebuche. 2. (kine Erinneruug. ..An der schonen blancn Donau," so heitzt ein Strautz'scher Walzer, der wohl jedem bekannt scin burfte. Ja, Stranh Hal recht, schon ist er wohl, der gewattigc Strom, wcnn auch manchmal sein Blau in bedenklicher Weise inS Graue hinuberspielt, wie dies der Fall war, alS ich das Dampsboot be-stieg, das mich aus Ungarns Residenz dem Norden zubringen sollte. Es war 6 Uhr Abend, die Glocke limtete zum drilten mate, die LandungSbruckc wnrde hinwcg-geschoben, die Maschine keuchte und die machtigcn Rader tauchten luftig ihre Schaufcln in die hoch-nufschaumenden Flulhen. Ich stand am Verdeck und betrachtcte mir das herrlichc Panorama der beiden Schwesterstadte. Jmposant lag rechts Ofen, dessen Konigsburg, stolz allcs anderc uberragenb, auf die Donau herunterbtidte; die untcrgchendc Sonne lieh seine Fenstcr im Golde ihrer letzten Strahlen erglSnzen; im Hintergrunde stand duster der un heimliche kahle Blocksberg, auf dessen Citadelle als Zeichen der Anwcsenheit deS Kaisers cine Flagge wehtc. Am linken Ufer in Pest herrschte daS rcgftc Leben. Tansende von Menschen tummettcn sich am Quai hcrum, theils bummelnd, theile mit Ein-nnd Ausladen von SBSaaren befchaftigt. Die die Donau in weitem Boqen uberspan-nende Kcttenbriickc enkschwand nach und nach mei<-nett Blickcn, das Gold dcr Fcnsterscheibcn war vcrblaht, und nur citt schwaches Roth am Himmcl bezeichnete dcn Platz, wo die Konigin deS Tagcs gcsunken roar. Die Laternen, deren yelles Licht sich tansendfach im Wafser abspiegelte, wnrden an-gezundet, das Schiff bog um cine Jnsel, und alles war verschrounden. Die Kajiite soroohl als auch der Speiscsalon roaren dicht besctzt, so blieb mir nichls anderes ubrig, als am Deck einen Platz stir mein rniides Haupt zu suchen. Unter dem Steucr-mannssitze sand ich auch cine Bank, auf der ich mich hinstrcckte und den Sterner, zufah, wie sic fchelmifch im Wafser spielten, sich gegenseitig hasch-ten, wie fie sich ktttztcn und von ciuer daherrollen-dcn Welle wieder getrcnnt rourdcn. Das Schickfal will eS nun einrnal so. Schlicht man auf einer Fahrt die Aitgen, so meint man ftets ruckwarts zn fahren, auch mir > ging es ahnltch, als ein leifer Schlummer meine ‘ Anqenlider fchlotz, ich wandcrte im Geiste wieder nach Pest znrLick, von dort flog ich Liber die meitc un-garifche Ebene, lictz den Plattensre zu meincr Rech-tcn liegen, zog an zahllosen Putztcn ooriiber, die sich rnie Oasen aus der Monotonic der Gegend ab-heben, flog Liber Laibach und war an einem kleinen wllden See in Jnnerkrain. Noch ein paar Felsen sind zu etklimmen, schon schimmert mir scin dunkles Waffer durch das Gcbufch entgegeu, und da liegt er oor mir in seiner gattzen Wildheit. Zwifchen ben himmelhohctt FelSwiinden bringt kein Sonnenstrahl hindurch, kein Laut stiirt die seicrliche Stille ber Natur, unb blister liegt daS Wafser cingezwangt in sein steiner-nes Belt, das Bild eines Ungliicklichen, der alles meibet unb nur feinem Schmerze lebt; dort am Fuhe jener Wand pfllickte ich einst Alpenrofen, es roaren die letzten verfpiiteten Sprofftn bes Sommers, wie frifch roar damals das Roth, als ich meinen Hut damit zicrte — Kornorn! ich roar erwacht und fuchte meinen Hut, ihn fand ich wohl wieder, allein die Alpenroscn, die .hat wohl der faltc Nachlwind in dcn feuchttn Fluthcn begraben. Es war eifig fait, hellaufleuchtend fiel cine Sternschnuppe zur Erde niedcr: DaS mar der Stern der Liebe, den ich dort fallen sah! sin n bet’ Polen in ihrcn Angelegenheiten sich entfaiteti. Mit einer bercchtigtcn Schcu wirb man sich fragen, wie cS denn auch nur dcnfbar fci, solchen Politikern eiuc Selbstanbigkcit zn gemaijrcn, an wclchcr bas Schicksal bes ReichcS hasten roiirbe ? Liegt nicht die Gefahr bringlich nahe, bah sic roicbcr eininal in einer Nacht bebattenlos in eiti Gesetz hincinlaumeln, welches bas Reich auf seinem unberccheiibaren Ko-nietengange in einen Abgrund mitzerrt? Die in den jilngsten Tagen cnthiilltc polnische Gcsctzgtberci unb Gesetzes-Unwissenheil wirb cine uatiirlichc Rnck-wirknng auf alle Politiker uben, und bie Polen selbst sinb eS, roeichc sich bamit jebe Hvffnung auf Er-reichung ihrer Ziele ausloschcn. (53 hiche gerabezu gewissenlos gegen biescs vielgeprnfte Reich hanbeln, dasselbe einer so knabenhaften Politik- unb Gtsetz-geberei, wie fie bie Polen betunbcn, preiSzugeben. Autonomic setzt bie Fiihigkeir vorans, bie Antonomie auch gehSrig zu verwalten. Die Polen haben mit dem von ihnen in Leibenschaft, Bcrblenbung unb Unwisftnheit sadrizirten Wahlgesetze gerabe ben Ab-gang bitja- FSHigkeit bewiesen. Der Borfall mit bcm galizischcn Wahlgesetze regt ader auch noch zu anberen Betrachtungen an. Der galizische Lanbtag konnte ein Wahlgesctz in so ties entschneidenber Weise tinbern, dah bei 6000 Wahler in einer einzigen Stabl kassirt werben. DaS charakterisirt bie polnischen Tcnbenzcn in brastischer Weise. In einer Zeit, wo bcv bemokratische Zug so auSgeprcigt ist, bah konservative StaatSmanner bavauf bebacht find, bcv breitesten Bolkswahl Raum zu geben, und nur gewiffe Sichcihcitsklappcn gegen bie Expansivkrafl biescs Wahlsistems anzubringen trachlen, sinnen bic Polcn auf cine so kolossale Bc-schrankung bcS Wahlrcchts, bah eigentlich von einer Bolkswahl nicht bit Rcbc fein him! UebcraU bricht ihrt realtioniirt Gefinnung burch. ©it, bit als Martircr btr Frtihtit burch Europa wallen, erweisen sich zu Hanse bei jeber Gclcgcnheit alS bit steissten Reaktioniire. Wenn mit mit Riicksicht aus den Bestanb bes Reiches Bcbcnken tragtn imissen, den Polen noch mehr Rechte einzuraumen, so mussen wir daS gleiche Btbenken auch beShalb hcgen, roeil wit nicht bic Entwicklung unscier Frciheitsgrnnb-satze btn reaktionaren politischen Einfliisscn iibcr-anjlworten kSnntn. Der Gipftl btr politischen Frioolitat wirb aber mit btm Ansinntn erklommen, bic Rcgiernng sollte die gesetzlich angeorbneten Wahlen vctschicben, bis btr galizischt landtag baS von ihm revidirte Gesetz wieber im Sinnt btr sedruaristischtn Wahlotbnung zurnckrevibiren unb bas neue Gesetz noch auf die Erganzungswahlen Anwenbung finbtii kSnne. DaS heiht nicht blos btr Rtgitrung zumuthtn, ihrtn Gegnern selbst bie Waffen zn sabrizircn, sonbtrn ts heiht auch bit Gtsttzmachtrti nach bcm jtrotiligtii TageSbeburfnisse bes bemokratischen Lcrcincs trtiben. Heutt schneibern, niorgtn vttschntibctn, wit cS bcv Augtnblick trhtifrht! Sint solcht Ansorberung ge-hSrt nicht mehr in bas Gebiet btr Legislation, fondern in das btr politischen Hannswutstctei. Prehamuestie. Die freisprechendtn Urthcile, welchc die Pragtr Geschwornen nun in brti auf-rinanderfolgenden Bethandlungen liber P tetz delikte gefSllt haben, haben die Erwcigung nahe ge-legt, ob es nicht einer Ungerechtigkeit gleich komme, die friiher ohne Mitwirknng von Geschworntn Ab-geurtheilten ihre meist sehr hart auSgefallenen Strafen vollstiindig abbiihen zu lassen. Es ist baher schon ernst-haft an die Erlassung einer Amnestic gedacht Worden, nur hat man sich nicht iiber bcti Zeitpunkt ttnigen kSnnen, wann bieftlbt eintrctcn soli. So viel ist nach der ..Tagespost" als sicher anzuneh-men, bah die Amnestie noch vor Ablauf bieses Monates erlassen werben wirb. Sie soll sich auch nicht nur auf bie czechischen Journalisten, sonbern auf alle erstrecken, welchc burch unabhangige Richter verurtheilt wurdcn. Aus Konstantinopel. Ueber bie iBtbiiigungcn, welchc bit Pfortc bem Bizckonig von Egypten fteUtc, cifahrt man nun GenauetcS. Dicsclben nmfassen folgendc Punktc: Rebuzirung btr Strmec auf bie burch ben german von 1866 fcflgefetzte Zahl unb gleichformigc Uni-formirung bcrfelbcn mit bet tiirkifchcn; Bcrkanf ber in Europa bestellten Hinterlader, der Panzer- und Kriegsfchisfe an bie Pfortc; Gcuchmiguug bes egip-tischen Budgets dutch dtn Snllan ; Unttrlaffung aller llittcrhandlungcu mit ben entopaischeu Mcichten, auher dutch die Pfortcngesanbten; fcinc weiterc An-lchenSansnahmc ohtic iticroiUtguiig deS Sultans; DoUftandigc Durchsuhrung des Tanzimats in Egip-ten; Vcrminberung ber Steuern auf ben Betrag berselben bciin Regierungsantritte bee Bizekbnigs. Lctztcrcr soll gegen bic zrnci, das Budget unb bic Anlchcn betreffenben Punktc Eiuwendungen trhobtn haben, lutil sit mit ben ihm gcwahrttn Rtchltn un-abhangigtr Ltrwaltung im Wisctspruchc fcien. Mch-rcrc Pfortcnbeomtc, bic im gchcimcn Solbc be« Bi-zckonigs stanben, wurdcn abgcsetzt. „Bon Spioncn Sr. Hohcit, fagt Her.." wimmclt es nberall, oomPalafic angefangei, bis zurn Pvlizciininiftcrinm." — Die jjorbereitimgcn znm Empfange der Kai-serin Euqcnic daucrn in Konstantinopel fort. Arbeiterexzesie in Hamburg. Hamburg, 11. September. Ein uoit ben Arbcitcrn ber Lauenstein'schen Wagtn-fabrit ins Werf gcsetztcr Strike hat in belt letztcn Tagcu zu Ansschreitungen ber bbsartigsten sJfatur gt-fUhrt. Dicnstag Abends namlich begabcn sich 200 bis 300 ber ftrifenden Arbeiter in georbnetem Znge burch die Stadt vor bie Fabrik im Haimnerbrook, fielen zu-ndchft iiber bie Arbeiter her, welchc bie Fabrik verlie-§cn, unb inihhandelten bort nod) amvefenbe Arbeiter, von beneit viele Berwunbinigen burch Messerstiche er-erUtteu, stchs bis acht so crhebtid), dah sie ins allge-nieine Krankenhans gebracht werdm uiujjten. Nach deni bie lumultuanteu in ber Fabrik noch verfchicbeuc Bt-fchabigmigeit angerichtet hatten, begabcn sic sich in bie ber Fabrik gegeitiiber gelegene Wirthfchaft von Schnei-ber, wo viele ber jetzigen Lauenstein'schen Arbeiter Id-given, unb verlibten baselbft ein Werk ber brutalften Zerstbrung ait Mobilien :c. il'ou hier zogen sic nach ber etma eiuc Halbe Stunde enifemteit neuen Lauenstein'schen Fabrik auf RothenbnrgSort, wo sie in bie Wohnung bes technifcheit Direktors Herrn Kirchwegtr eiubrangen unb ihr Bernichtungswerk an beffen Mo-bilar, Klcidnngsstiicken, Bettcn :c. in noch griinbticherer Weise fortfetzten. Herr Kirchmeger, bet sich von cittern seiner friiheren Arbeiter, eincin verheirateten, hier wohnhasten Stellmacher von answarts, ernfttich be-broht fah, feuerte zu seiner Settling einen Revolver auf bensclbtn ab unb traf ihn tit ben lliiterleib. SBahreitb bie anberen Arbeiter bem tobtlich Ber-munbeten beisprangen, gelang cS bent Direktor, sich rinem neuen Aitgtiff zu enrziehen. Der Benvnnbete wurde ins allgemeiitc Krankenhans gefchafft. Auch bie gedngstigte Frau ttnb bie Kinder bed Direktors solicit rohc Mitzhanblungen erfahreu haben. Wie we it bie Tvbenben in ihrer Zerstvrnngsivuth gingett, ersieht man barans, bag sie selbst die Bettcn im Hanse bes Direktors ausschnitteit unb bcit Jnhalt auf bie Strahe hinausmarfcn, so dah bie Maucni der Fabriksgebanbe gestern zurn Theil wie beschneit mit Federn' bebedtt warcn. Das ganze Ztrstorungswerk war in etroa brci Biettelstunden ooUbracht, so bah, als Polizeimann-fchafteu in nur einigermaheit entsprechender Starke aus ber Stabr nach bem Otic bes Frtvels herauSkamen, die Arbeiter sich beretts zerftren, hatten. In ber Nacht unb itachften Tages wurben eiue Anzahl berselben, etroa 16 bis 18 verhaftet, miter ihnen die Rabels-fiihrer. Auch Tags barauf nahnt bie Polizei viele Ver-hore unb Lerhaftuugen vor. Etroa 30 Arbeiter, bat-unter bie Mitglieder des Strike-Koinitees, tierbtieben in Haft. Einige ber Komitet-Mitglieder find zur Ztit von Hamburg abroesenb. Die Lauenstem’schc Fabrik rourbe von atttr disponiblen Polizeimannschast beroacht. In bet Nacht non gestern auf heute haben die Arbeiter-unruhen vor ber Lauenstein'schen Fabrik sich wieberholt, 800 Arbeiter roarcn bei beitselben betheiligt; erst burch Einschreiten ber Polizei, welche con ber blaitken Wasfe Gebrauch machtc, konnte bie Ruhc wieber hergestellt roerben. Man bcrichtet von 20 Berrounbungeit unb 50 Vevhastnngen. Politische Rundschau. Laibach, 17. September. Am 15. d. wurben, gleich dem trainifcheti, auch bit L a n b t a g e in Wien, Linz, Troppau unb Lemberg crofsnet. Im M t u t ft e r i u m sur Kultus it u b It n» teriicht werben gcgeitwartig Bcrathungen iiber bie Mittcl gcpflogcn, dutch welchc die Stellung bes niebcrcn Klctus sich von Staatswcgen ocrfaeffertt lichc. Bei ber LanbtagSwahl in Innsbruck am 15. b. M. lvurbc bet Kanbibat ber Liberalen, Dr. Blaas, mit 487 Stiminen zimt Abgeorbnetcn fiir Innsbruck gewahlt. Die Klerikalen haben sich an ber Wahl nicht betheiligt. Die E r g a n z u n g s w a h l e n in B o h m e n ttchmcn die Lffentliche Aufmcrksamkeit immcr mehr in Anfptuch. Die tlnthatigkcit bes beutfchen Wahl-komitcce gegcnuber ben rafitofen Aitsircngnngen ber Ezcchcn inacht einen tiieberbtitiJcnben Einbtuck auf bic GetfassungSfrcnnde in Bohnten wie in Aislci-thanicn iibcrhaufit. Dah daS it it g a r i f ch e M i n st c t i u ni einer thcilwciscn Erneutrung cntgegcngeht, scheinl kaum mehr zwcisclhast. Man sicht nun den Riicktritt beS Grafen Wenckheim als entfchiebeit an unb nicint, ber Abgeorbnetc Escngery werbe Minister bes Inti cm werben. A itch ber KominunikationS <■ Minister Mifo soll juriitftrctcn. Fiir ben ungarifcheu Lanb-tag roerben als nachfte Borlagen nach bem Bubgtt ein Gesetz iiber Rcgulirung ber Munizipien, sodann iiber Revision beS Wahlgcsetzes unb Reform des Oberhauses nugekiinbigt. Aus Paris roirb uutcrm 15. b. M. gcmclbct: Dtr Koiiig von Prtuhcn, ber Koitig von Jtalien, ber Kaiser von Ocstcrtcich lichen ben Kaiser zu seiner Wiedcrgenesnng bcgliickwunschcn. Fiir heute hat ber Bertretcr bes Kaisers von Ruhlanb einc Au-bienz erbeten. Der Kaiser empfdngt viele Pcrsoncn unb ist iiberaus thatig, roic cs schcint, insbesonbere mil Bczugnahmc auf bic cgiptischc Angelcgenhcit. Kaiser Napoleon hat sich iiber ben schon von mis erroiihnten Regents chafts Handel, wie aus Paris ocrlautete, begreiftidj in sehr heftiger Weise ansgesprochen unb Prinz Plon Pion ging in Fvlge beffen wieber cinmal auf nnfreiwillige BcrgniignngS-reifen. Er ist in Briiffel plotzlich aufgetaucht unb foil bie Abficht haben bas Schlachtfclb von Waterloo zu befichtigcn. Seine Abteife, heiht es in einem beziig-lichen Tclcgramm, tjangt mit ben Bcrathungcn iiber die Zusammcnsetzung bes Rtgcntschaftsrathes' zu-fainmen, welchc in ben iiitimften Krciscn unbeirrt von storcnbeit Ein iissen gcpflogcn werben sollen.— WaS bas Besinben bcS KaifcrS anbelangt, so wirb offizio« vcrsichcrt, dah cs ihm entschieben besser geht, so bah bie bishcrigen taglichcn Besuche ber Aerzte eingefteUt wurben. Non ber Kaisetin Eugenie wirb versi-chert, fit gebenke, wtntt auch nicht btr Erbffnung bts Snezkanals btizuwohnen, boch bem Sultan in Konstantinopel eine kleine Bisite abzustatten, bamit er bic Millionen boch nicht ganz umsonst ausgege-bcn hat. 18 cl g t e n hat auf bie Note ber ba ieri5 fchen Regierung betteffs einer gcmcinfamen Haltung dem Konzil gegcnuber bic Antwort gege-ben: eS beabstchtige, cine vollstanbige NeutralitSt zu beobachteu unb leinc offiziellen Dclegitten znm Konzil zu fchicken. Det Kaiser von Ruhlanb, ben man in Petersburg bereits tobt gefagt hatte, ist auf seiner Sommerresidenz in ber Ktim nnnmehr roicbcr ge-nesen. Nur die Kaisetin leidet an einer leichten Verkiihlung. Trotzdem ift die beabsichtigle groše Reise dcs ThronfolgcrS aufgcgeben warden unb der-setbe auf bet Weiterreisc nach Petersburg begriffen. Der in Odessa lebende gewesene Insurgenken-fuhrer in der Herzegowina, Luka Vnkalowitsch, er-klart in den dortigen Jonrnalen, datz die angcblich mil seinem Namen unterfertigten aufriihrerischen Proklamationen in BoSnien unb der Herzegowina ihm ganzlich fremb find. Die Spanier haben nun endlich, ivie es scheint, doch einen gecigneten T h r o n k a n d i b a t c u gefunden. Bekanntlich war man ob D^angels eines solchen schon gewillt, bem Regcnten Serrano die Krone anzutragen. Doch nun hat sich Viktor Emanuel der Berwaisten erbarmt, er hat seineu bishe-Ugen Widerstaud gegen die Kandidatur deS Herzogs von Genua aufgcgeben unb gestattet, datz berselbc uls Konig seine getrenen Spanier gliicklich mache — wcnn fie wollen. General Prim hat bekanntlich von Vichy aus, wo er die Kur gebraucht, cinen kleinen Aus-flug nach Paris gemacht. Er ftattetc der Redaktion dcs demokratischen Rappel" cinen Besuch ab unb detheuerte bei dieser Gelegenheit, datz er fur seine Person sich der Einsetzung der Republik in Spanien »icht widersetzen werde. Vielleicht nehmen die Spanier ihren Ministerprastdentcu beim Worte. Die cub an if the graze beschastigt die Madriber Preste, sowie die spanische Regierung im hohcn Grade. Die Zahl der fur die ausstandische Jnsel bestimmten Versliirkungen soil sich auf 24.000 Mann belauftn, von denen, roic es hcitzt, 6000 Mann sich ncichsteus cinschiffey wcrden. Auch General Prim hat aus Paris telegrasirt, man diirse kein Opfer scheuen, urn bic Ehre Spauiens auf-rcchtzuerhalten unb den Aufstand auf Huba zu un-terdruckcn. Gleichzeitig befahl er, die AuSriistungeu thatigft zu betrcibcu. Zur Tagesgeschichte. — Die neulich mitgetheilte SJtachricht iibcr ein „selt e n e s Natu reign itz", roonach in der Nahe von Mollu ant 19. August abermals sechs Joch Ha-serfeld versnnken n»d ein neuer See entstauden ware, ift, rote bem „Volkssreund" aus Kirchdors geschrieben wird, com Ansang bis zurn Ende ersunben. Am lfitett Juni d. I. ift roohl ein Theil eines Haserseldes (zwi-schen */4 bis */2 Joch) on der trummen Steyrling, scit-wiitts der Wassetwchte des Sensengewerken Christoph Pisltnger zu Gstatt eingesunkett, an welcher Stelle Waster auffprubette. (Beit jener Zeit ift Sort eine ^erauderung nicht eiugetreten. Was aber die Versen-^ung am 16. Juni betrifft, so ift man allgentein der Ansicht, datz die Steyrling, welche vor zroei Jahren att derselben Seite einen Durchbruch gemacht hat, obet-halb des beftehenden Wehr- unb Schutzwerkes neuer-dings burchgebrochen ift unb bas Haferfelb unterroa-Ichen hat. — Der E ib fiir bie Honved roirb nun l'D»i „Hon" veroffentlicht. Derselbe stimmt vollkommen mit bem fiir die zisleithanische Landwehr bestimmten Lberein. — Ein Vikar in Krukau entwenbete, roie man bet >,N. Jr. Pr." berichtct, vor kurzem einem Slerbenben bet Darreichung bet hciligen Sterbsakramente einen 53etrag von zirka 3000 ft. in Barern unb Staatspa-pieren. Der Diebstahl wurbe bei Umwechslung ber Papiete entbectt, inbem bte Nummern derselben, ohne datz die Famitie bes Verstorbenen bie geringfte Ahnung hatte, mie fie abhanben kamen, in bcu Wechselstubeu angeSeigt »aren. Der Vikat ift fufpenbirt unb be--ftnbet sich in Unterfuchung bes Konsistotiums — bic ®«ichte sollen bamit ttoch nichts zu thun haben — uttd bie Geistlichkeit ift beftrebt, diese Sache so viel als woglich zu ebnen, inbem sie als Entschuldigung vot-bringt, det ©terbenbe Habe dem Spender des letzten Trostes die ©elder gefchentt. — In Salzburg hat sich vor kurzem sol-geudet Fall zugetragen: Ein Soldat des 59. Jnfan-terie-Regimentes Etzhetzog Rainer roollte Nachts aus cm Schlafzimmer der Franz-Josefs-Kaserue nach bem Hausgqnge sich begeben. Anstatt jedoch durch die Thiire zu geheit, bestieg er — set's in Schlafttuu-kenheit odet im Zustande einer aitberroeitigett Betdu-bung — das Fenstet, stiitzte vom britten Stockioetke auf das Sttahenpslastet herab unb blieb tobt liegett. — Am 14. b. M. 9iachts ftiirzte bie Mascht-neitabtheilung ber Pilsenet Ausstelluug in Folge eines Drtand ein. Der Schadeu ift grotz. — Ein ehrfamer Kramer in enter ftanzosischen Ptovinzialstadt hat sich fllrzlich aus gauz eigenen Motiven erhangt. „Meine Vage ift ittir unertraglich — also verabschiebete sich ber Ungtiidtlidje auf einem Zettel von ber Welt — Abele, metne Frau, roirb atle Tage fetter unb bas faun ich nicht mit ansehen. Ehe ich bas Wort bet Tteue breche, welches ich ihr am Altare geschwo-ren, ziehe ich biesen Weg vor, eitt rentes Gewissen zu zu beroahren." Lokal- unb Provmzial-Angelegenheiten. Lokal-Chronik. — (In ber heutigen britten L anb-tazssitzung) rourbe die KonstituirUttg ber geftem gewdhlten AusfchUffe befannt gegebett. In ber Schu l-f e 11 ion rourbe znm Obmann gewdhlt: Dr. Costa, zurn Obrnannstellvettreter: Grabrian, znm SchristsLh-rer: Svelec; Finanzsektion: Obmann Dr. Blci-weis, Obrnannstellvettreter: Costa, Schtiftsiihtet: Prevec; Petitionsausschutz: Obmann: Dr. Toman, Obmannstellvertreter: Dr. Saltenegger, Schristsiihrer: Svetec; Rechenschastsberichtausschutz: Obmann : Peter Kosler, Obmannstellvertreter: Baron Zois, Schristsiihrer: Savinscheg; voIfswi 11h- fchaftlicher Ausfchuh: Obmann: Dr. Totnan, Obmannstellvertreter: Lipolb, (SchriftfUhrer: Pintar; Vetfafsungsausschutz: Obmann: Razlag, Ob-luannfteilvertreter: Ravnikar, Schtiftsiihtet: Zarnik. Die auf ber Tagesorbnung stehenbe Gesetzvotlage bet Regierung nebst ben Ptaltnttnarten unb Rechnungs-abschtiisseu vetschiebenet Fonde rourben ben betreffenben Ausschitssen zugeroieseu, vet Gemeinbe $ r it it b 1 im Gnrkselbet Bezitk eine Umlage von 70 Perz., rešpekt. 65 Perz. auf zroei Jahre fiir bett Aufbau einer 3)ie|-nerei unb ©chute bewilligt, die Vorlage bes Lanbes-ausfchuffes, betrcffenb bie Forftaufsicht, worin beantragt wirb, man moge berzeit von ber Aufftetlung ber Forster Umgang nehmen, itber Antrag Dr. Tomans an ben volksroirthschastlichen Ausschuh zur nochntaligen Be-rathung geroiesen. Schlietzlich rourbe ber Realschttle eitt zweiter als Laborant im chemifchett Laboratorium zu verroenbenber Diener gegen eine Jahreslohnnng von 302 fl. 40 ft. bewilligt, von ber zroei Drittel aus bent Lanbesfonbe zu beftreiten finb. Nachfter SitzungStag: Montag ben 20. September. Beginn bet Sitzung 10 phr. Tagesorbnung: Vorlage bes Rechmmgsabschlusses des Waifenstiftungssondes pro 1868 ; Gesetz roegen Einlieserung gemeinschiidlicher Jndividtten in das Zwangsarbeitshaus; Petition der Gemeinbe Grotzbolina um Belasiung im Gerichtsbe-zitke Landstratz; Gesuch ber Gemeinbe Haselbach ($e= zitk Gurkfeld) um Beroillignnq einer 51petz. Umlage auf die inbirekttn ©teuern zur Hetstellung eines Fried-hofes. — (Der Reichstathsabgeotbnete Dr. Klun) hat trot} aller Abmahnung des Hettn Hanb-schuhmachets Horak unb Kmtforteti auch in biefer ©effton feinen ©itz int troinifchen Lanbtage einge-nommen. Jebermann weitz es, batz bie Lanbtags-majoritat bte liberalen Anfchouungen bes Berlreiers ber Saibacher Handelskammet nicht theile, boch bnrfte man hoffen, sie roetbe bei ber SSorberathuttg bet bitten roichtigen, bem Lanbtage zugeroiefenen Gesetzent-roiirfe die oielfeitigcn Kenntniffe eines Abgeotdnetcn in Anspntch nehmen, ber im Reichstathe in nicht roe-niger als fteben Ausschiissen beschastigt unb mit seht schroietigen Referaten betrout roar. Die geftrigen Ans-schtthwahlen haben. uns eines anbern Uberzeugt, bie SanbtagsmajoritSt gtoflt noch iraraer bem Dr. Stun, fie fanb es nicht bet Mtihe roerth, thn auch nut in einen ber ftiitf Ausschiiffe zu roahien. Gilt btefe Demonstration bent Hostath Klun obet bem liberalen Abgeorbneten Klun, odet verfligt etroo bet Landtag iiber eine folche Fulle bon Kapazitciten, datz er eine auerfannt tiichtige Arbeitskrcist gar nicht beitothigt ? Die jetzige Stellung Dr. Klnn's als Hostath Mrfte roohl taum bie Urfache bet Antipathic uitfcrer Bolks-ntttnner fein, sie ftotzireit ja gcrnc mit Orbensbekora-tivnen etnher, sie fchtvartncn flit Hofkanzlerstellen unb solltcn bentnach froh fein, roentt eitt sttebfanter Krainer sich zur einflntzteichen Stellung eines Hofrathes cmpotat-beitet. Es fann baher roohl nut bte Ritcketinnetung an Dt. Klim's Rebe iiber bie Ttennung bet Schttle von ber Kitche ben miverfohntichen Hah bet Klerikalen roach rttfett. Sie roerben also auch ohne Dr. Klun in ben Ausschitssen iiber dasjenige, was bem Lande frommt, berathen. Die flerifate Laudtagsma-joritdt hat das erhebenbe Beroutztsein, sich felbst zu geniigett. Im volkswirthschastlichen AuSschnsse roerben bie §erren Gras Barbo unb ber Lanbmann Kramarič, im Schulausschnsse bie Dechante Grabrian unb Toman believe Rathschldge zn ertheilen roiffen, als ein Abgeotbnetet, ber fo fret roar, sich auch bie volks-roitthschaftlichen Bethciltnisse auger Krain mit priisen-bem Auge zn besehen, ber als ©chulmattit gebiegene Leiftungen attfzuroeifen hat. Der Schnlausschutz roeist hettet bic uamtichen SOZitgtieber atts roie im Vorjahre, nut an ber Stelle bes verstorbenen Generalvikats KoS ift Obetbergtath Lipolb gefommen. Wir wollen nun feheu, roelche Antrdge bie Hcrrcn Dechante famnit Kouforteu auch ohne Dr. Ktun beziigtich bes gcwerb-tichen Fortbilbungsunterrichtes, ber Reorganisation ber Reatschuten, ber fiinstigen Stellung ber Botksschul-tehrer im Lanbtage stellen roerben. Ihte legislate-tifche Weisheit hat int vetflossenen Jahte autzet eini* gea stiirmischen Debattett feinen cinzigen Etsolg zn Tage gesiirbert; auch heuer biirfte, nach ben Anbeu--tungeu ber klerikalen Zeitmtgen zn »rtheiten, bie slo« venische Sprache ber Zanberfchliiffet fein, ,vomit sie bem Botke alles veil etschltetzen roollen. Das alte Lieb von ber Atteinsetigmachung bes Bolkes butch bie Sprache roirb auch heuer znm so unb so bietten mate wieber abgeleiert roerben. Die Klerikalen alter Ldn-ber unb Bblker befennen sich nun ciitmal znm Glau-bensartikf: Non possumus. — (Das hohe f. k. Hanbelsministe-r i u nt) hat bent butch ben Prdsibenten ber hiefigett Hanbetskammer Hettn V. C. Snpan bertretenen Kon-fortium bie Konzefsion zur Votnahme ber techntfcheit Voratbeiten fiir fotgenbe Vizinal-Bahnen ertheilt: 1. Von bet Geroerkschast Neumarftl, 2. von bet Ge-roerkschast Kropp-Steinbitchel, 3. von bet Geroerkschast Eisnetn, sdmmtlich zur Hauptbahn Laibach-Tarvis; 4. von bent ararifchett Pnlvetwetf unb ber Stadt Stein zur gon itber mein erstesAuftreten verftaubigt liatte, lernte ich Herrn Moje r fennen, unb in einem tcrngen Gesprack mit bemfelben itber Rolleu meineS Faches, beutete er mit an, bast er sich eine folche Aolle, roeil er fie fo getnc spiele, zu jeinetn Austreten fon mir erwahlt babe. Jch sollte jedoch freundlichst versichert sein, bag tieS mir cinmal gcschchc unb er mir nie mehr cine Rollc mciitež Fachcs wegspieleii wcrtc. Jnbem idt) nun de n 'Jiaditljcil gleich erfannte, bcit mir cin solches tHollenabtreten nicht nnr momenta:!, svuberii auch in ber Folge bringen foimte, begab ich mid) (pater luiebcv zu Herrn Sdiigvn, j n ber Hoffiuing, cr rocvbe aid Jnstitiits-Loistant nad; jneinem 'Jicdjt cntfcheitcn, tag cs nicht alg biiswillige Witersetzlichkeit gegcn bic Thcoker-Borsd)ristcn, lie jebeS Biihnenniitgliet fdioii answenbig wcig, betradjtet roertcn komite, — fonberit aid Schichsiichcn bor (rantenber unb ent= mnthigenter C'Jebafjnmg. Jcdod) bci Hcrm Schigon, ber turd) cine unliebfame unb ungercdite Sdiilderuiig meincr Weiiigkeit von jemanbetn jchoit liidit mel)r fiir mid) geftimmt jd)ieu, rourbc id) von ben anroejeuben Hcrren Rcgissenren Miillcr unb Mojer gcradczn ubcrsprocheii. Man wollte mil beweiseu, bad Recht, mir tiiefe Nolle wegznnchmen, bestehe erftens barin, me it fie and) zufallig Herr Dawison spielte. Daraus mug id) cntgegneit, bag sic nach bieser ttieurtticitiiug keincr von utid beibeit spielen burse, ba tveber Herr Moser nod) Blumladicr cin Dawison ist. Zweitcns nieinteu bie Hcrren, gebiihrc mir bicse Nolle nicht, meit sic teiitc !omifd)e, fonberi’ bie eincS @efaug5vatcrd ware. Atlein wir Provinz-fdiauspteler ncbmeit unsere Richtschnnr in Bezug solchcr ©tilde von Wien, uub bicse titollc nennt man baher einc Diott’sche Partic, lucldie taut Aontratt mir gehiirt, unb ab gesehen bavou, mir sd>on friiher von meljrereit sadjoerftanbigen Direktorcn aid mir geljorig zugctheilt rourbc. Itienn nun and) Herr Moser versichcrte, tag bied bie cin>igc Nolle sei, bie cr mir wegzuspielen so freuublid) ist, so steht ed bei be in Ucbelstante, bag ed ihm bic Dircktion geftatte, tod) nodi bei mir, barait zu glaubcn ober nicht. lint locutt bem soge namtten erfteit Gcsangd- unb (£{|arafterfomifer altc Rollen, tie nicht entsd)icten tomifch, sontcrn Gesangs unb Stja raktervatcr suit, roeggenommcn roertcn, so blcibt ihm roohl taunt bie Halftc seiner Nollcu iibrig, bie ihm tod) antcr-wiirts ilberall zugctheilt roertcn. Stuf mciuc Erklarung, tag ich mir einc sotchc Zuriicksetzmig nicht gefalleu tafsen kan n unt licber mein Engagement aufgeben roiirtc, roarcit tic Hcrren Sdjigon, Moser nut Miillcr iiberrajdient sdmcll zu meincr plo^lichcn Entlassmig bercit, roelche id) natiirlid) aititefjmen miigtc. — Schlieglich mug id) auf tic Acugernng ted Herrn Moser, tag cr fid) ticscs Stiicf, ndmlid): „D i e Lietcr bed Musi tauten,'' aus eigcuc Kosten anschafftc, um bcsagte Nott'sche Nolle zu spielen, antroorten: Dad tonntc jeter thuu, unt ed ware tan it fein Mitgliet niehr irgenb ciucd Fad)cd fichcr. y a i b a d), am Hi. (September 1869. (300) Jo«. Hluiiilttflier. angen, bei tem Groghanbluugshaiisc M. L. Bictermaiiu | unt Comp, in Wien, Stabt, Branuerstrage Nr G. Die uadistc Berlosiing ticsed Lotteric-Anlchens fintet am 15tcn September 1870 ftatt. Staatsfonde. 5Pnc. often. Wiihr. . bto. Rente, oft. Pav. bto. Mo. ost.inSilb. Lose Don 1854 . . . Lose von 1860, ganze Lose von 1860, Sflnft. Priimiensch. v. 1864 > Grundentl.-Obl. Stcietmar! )u 5 RSrntcit, ftrntn u. ,HSftenlo:ib 5 „ Ungarn . . ju 5 „ itvoat.u. ®to*. 5 „ Siebenbiirg. „ 5 „ Aotlen. iliaticnattiaiit . . . Lreditanstatt . . . It. o. E«comptc-Ges. Analo-isterr. Bank . eft. Bodencred.-A.. Oc|t. Hyvoth.-B-nI . Slcier. E«comxt.-Bk. Haif. Ferd.-Nordb. . Slidb-hn-Gelellsch... itait. Elisabcrb-A-hn. Earl-Ludwig-Bahn Siedend. Liscnbahn . Jtaif. Franz-Jolefsb.. ftiinft.=Sarcler E.-B, Atfotd-Finm. Bahn . Pfandbrlefe. Nation. o.SB. verloSd. ling. Bod.-Lreditanst. Allg.Sst.Bod.-Credit, bto. m 38 3. did*. . <3 Wltterung. Laibach, 17. Stptembcr. (Scftcru Stbentd uadi 8 Uhr Ncgeti, iibcr sJiad)t anhat tent, heftige.Wiutftbgc. Bormittagd trilbc, gcgcii Mittag thcilwcisc 'Jtufhcitcniiig, fonnig. SB d r m c: Morgeitd (> Uhr + 11.0», 9iachm. y Uhr + 14.8." (1868 + 17.2°; 1867-j-15.2") Barometer: 328.07'" kit geftcrn um 3 Sinten gcsticgcn. Dad geftrige Xagcdmittcl ter Wdrmc + 14.40, um g 31. tem Normale. Nictcrsdjlag bin nen 24 ©tunten 7.90"'. Angekommene Fremde. Am 16. September. Stadt Wien. Baillcr, Ksin., Wien. — SJiudquitter, Ksm., Kanischa. — Koch, C-berft, Graz. — Spazirer, Afm. Wien. — Riiart, Sava. — Bastianello, Ncijcuber, England. — Frau Doxat, Slbetdberg. Elfinnl. Eebin, Lehrcr, itraiuburg. — Dr. Glininger, Jngeniciir, Tricst. — Wodnichar, Ksin. Wien. — Blan Ksm. K'anisdia. — v. Wctgembad), Tirol. — t'ebau, Gntd besitzcrinTirol. — Sorwani, Professor, Rlagenfurt. -, Livante, Bankier, Tricst. Wiener Biirse vom 16. September. Geld Ware 69!s0 go!— 68.80 68.85 94.— 94*.6(i 101.— 101.50 114.251114.75 Berstorbene. Den 16. September. Dem Slutrcad Velkaverh, Bahn wiichtci, seine Gatlin Maria, alt 37 Jahrc, in ber Stadt Nr. 84 art Peritonitis. — Dem Herrn Peter Pitjač, Ma schinsUhrcr, sein Kind Johann, alt 3 Jahrc, in ter Sapu zincrvorstadt Nr 73 att ter allgemcinen SchwLchc. — Dcm Urban ©uppanj, pens Fcuerivdd>tcr, seine Gatlin Josesa, alt 40 Jahrc, in ter Polanavorstatt Nr. 106 an Herzbcn telwassersucht. — Dcm hochwohlgcb. Herrn Sluton Ritter v Garibolti, Gutsbcsitzer zn Pcpensseld uut OrtS Cbcr-richter, sein Sint Anton, alt 1 Jahr unb 14 Tagc, in Obersiska Nr. 1 an Fraijen. _______________ Geschaslszeilung. FLrst Palffy-Losc. Bei ter vorgcstern ftattgehabtcn 24. Berlvsung bc§ Anton Palfsy'scheu Lotteric-Anlchens per 3,720.000 fl. KM. win ten 800 Vodmimmeni mit ben neben--bezcichucten Gcwinnsten in Konventiond-Mnnzc gezogen, unt zroar fie! ter Haupttresscr mit 40, fl. auf Los-Nr. 75.207; ber zweite Trcfscr mit 4000 ft auf Sod Nr. 87.447 unb ber britte Jrcffer init 2000 fl. auf Lvs-Nr. 79.320; ferner gewinnen: >e 400 si. tie Los Nr. 22,358 unt 72.065; je'200 fl. tic Los Nrn 368 42.627 52.644 77.72‘j uut 89.412 unb ivurtcti augerbem nod' 790 Los-Nummern mit trm geringsleu Gcwiiinste von (SO fl- C.-M. gezogen. Die Anszahliing ter Gewinnfte erfotgt sedis Mo uate nach ber Ziehmig, t. i. vom 15. Marz 1870 ange- 88.— ! 92.50 86,— 94. 78.- 7h.»0 82.— 82.50 77.— 77.60 723,- 725.— 257.-- 257,60 870.- 875, »24.— »25.— 268.— 270.— —_______105,— 2145 2150 246.— 246.50 18«.— 187. 251.50 252.— 167.60 168.50 175.-17«.-179.- J180,— 169,— 170.— ®etb Oest. Hypoth.-Bank.! 96,-Prlorltats-Obllg. j 6tibb.=@c|. $u 500 Ifr.: 113.— 113.50 bto. Bon«6pCt. Norbb. (100 fl. EM.) Sieb.=8.(200 fl. o.SB.) Rubols«b.(300fl.o.w.) Franz-J»s. (200 fl.©.) Low. 90.50 91.50 104.—105.— 89.—! 90. Wan 99.— 91.— 92.— 86— 87.— 88.25 89.— 89,— 90.— Crebit 100 fl. 0. w. . Don.-Damrssch.-Ges. zu 100 fl. CM. . . Triefler 100 fl. CM. . bto. 50 fl. o.W. . Cfcitct . 40 fl. o.W. ©aim . „ 40 „ PalffY • „ 4(1 „ Star# . „ 40 „ i St. GenoiS „ 40 „ { °Mnbischgratz 20 „ Walbstein . 20 „ Keglevich . 10 „ RubolMift. lOC.m. Weoheol fa 1'lrn.) 8ug6b. I00fl.flibb.ro, KranN.lOOs!. „ „ Lonbon 10 Ps. ©t«l. Pari« 100 Franc» Mttmen. Jtaif. BUinv®ucateu. 20-Franc»stii>I. . . BcrcinSthalcr . . . ©ilder . . 161.25 161.75 Telegraphiscker Wechselkours vom 17. September. 5perz. Rente dfierr. Papier 59.60. — 5perj. Rente bfterr. Silber 68.75. — 1860er Staatsanlchen 94.30. — Bankakticn 721. — Krctitakticn 267.—. — jonton 122.70. — Silber 120.75. — K. k. Dnkaten 5.90. Ein 14jdhrigcr, inunterer, gefuntcr Mnabe von gefcheitten Eltcrn, vom i'ante, ter tcutschen unt slovcm-fdjen Sprache maditig, mit entfpredjenten Normalschnl femttniffen, roilnfcht aid Lehrling in einer Spezereihandluna am Laibacher Platze unter-;ukomnlen. (302) Naheres aus Gefalligkeit bei Hartmann, Laibach. 97.— 125.— 58.75 85.— 41.— 35.50 35.50, 33.751 22.50: 22.—! 14.501 1450 98.— 130.— 59.25 35.50 42.- 36.50 36.50 34.— 23.— 22.50 15.- 15.50 102.— 102.25 1102.— 12Z.60 1 49.— i 5.92 9.85 | 1.8u 1120.75 102.25 122,80 49. 5.93 9.86 1.80 s 121.25 Nicht in Paris. London, Petersburg & Berlin toitntc man ein SdionHcitdmittet sinten, welches die Eigen schaften befitJt, wic ber ^ k. k. aiidfdjlicglich privil. liofcnmild)- KU Ertrakt, namlid) gommrrftivoi: icit, Situtcit, Wim- merln.Lebersleckc nnt ^ HantmisschlSge -c. -c. grlindlid) zu entfernen. Tanscndc von Damcn, wclckc alte von ihrcn Hauttibeln diirch dicscn Extrakt befreit lmirben, gebraud'cu selbeu aid Toilcttc-Artikcl fort, da cr tic Haul frisdi, zart unt roeid) niacht unt bnrd) gar nichts zn erfebt« ist. 'Jiur allcin ccht zu habcu in Wien bci R. Buresctb. fVabrif: Mariahilferftragc Nr. 8ii, unt in Laibach bei Herrn Tllnliv, Parfumeur. (291- 2) . Ein Flakon grog samint Schwainm 2 fl. 'PlvlV. „ „ klcin „ ., 1 fl. 20 fr. Jtafeniier fiir 1870. i Borrathig unb zu beziehen durch Jp. o. Kleinmayr & Fed. Bnmbrris's Duchhan-lun.q in 1 jaibach: WesteiTeichischer Medizinal-Kalender, 9=6. i n 40 n-. Coebc’s land wirtlischaf tl. Kalendcr, ge&. 1 n. 40 h. Volks- & W i r th sell ait s-Kalvnd er,fiir Ccftctt'’19- 3al’rfl’fnrt'' Vogl’s Volkskalender >»u 3«uftratiunf«, 65 u. Wandkalcnder, ausgezogcn 25 fr., unanfgejogen 20 fr. 40 fr. Kundmachmg. Die k.k. allg.osterr. Boden-Kredit-Anstalt vergutet vom 30. September d. J. angefangen auf Utre Kassensclteine mit Stagiger Kundigung.............4 Prozent pro anno „ 30t»giger „ ...............4 % „ „ „ Fur die in Umlauf befindlichen Kassascheine beginnt diese hohere Verzinsung gleich- falls am 20. September d. J. Wien, am 14. September 1869. (301—!) Die Direktion. Lerlener nut fttt bitNtbettion uerantrocrtnch: Dttomer Bamberg. Druck v»n Jgn. v. Kleinmayr & Fed. B a wider g in Laibach.