nibachcr Tagblatt. Redaction und Expedition: Bahnhosgasse Nr. Ib. InsertionSpreise: Ein- Nr. 146. LWAsLW Mittwoch. 30. Juni IM.—Morgen: Theobald. KWML.T 1 z. Jahrg. ,eigen bi« V Zeilen LU lr. NräMmeratwns - Emliulmg. Mit Rücksicht auf den gegenwärtig stattfindenden Schluss des zweiten Quartals 1880 erlaubt sich die gefertigte Nedaetion zur Erneuerung der Pränumeration auf das „Laibacher Tagblatt" mit dem Bemerken einznladen, dass es nach wie vor desfen eifrigstes Bestreben fein wird, den Standpunkt der Verfassuugspartei vor jedem wie immer gearteten offenen oder versteckten Angriffe zu schützen und dein besonnenen Fortschritte auf politischem Gebiete, unbeirrt von der augenblicklichen Tagesströmung, jederzeit unerschrocken das Wort zu reden. Indem wir im Vertrauen auf dieses unser seit dem Bestehen des Blattes unverruckt festgehaltene Programm einer zahlreichen Be-theilignng unserer Parteigenossen entgegensehen, machen wir unter gleichzeitigem Hinweis auf die unten angegebenen Prännmerations-Bedingungen unsere Abonnenten und Inserenten daiauf aufmerksam, dass sich vom 1. Jnli l. I. angefangen die Administration und Spedition des „Laibacher Tagblatt" in Kranz Müllers Uimoiicen-Nureau, -Laibach. Kerrengasse, befindet. Bi,« äietlailivn iles „Llliblllsiei! TaiMatl." Pränumerations-Bedingungen. Für Laibach: Ganzjährig . 8 fl. 40 kr. Halbjährig . 4 „ 20 „ Vierteljährig . 2 „ 10 „ Monatlich . — „ 70 „ Für Zustellung ins Haus vierteljährig 25 kr., monatlich 9 kr. — Einzelne Nummern 6 kr. Mit Postversendmig: Ganzjährig . 12 fl. — kr. Halbjährig . 6 „ - Vierteljährig . 3 „ — Der deutsche Schulverein. Ein alter Erfahrungssatz lehrt, dass die Kraft der Einzelnen ebenso wie die ganzer Völker einer steten Uebung bedarf, wen» sie nicht anders einem unvermeidlichen Rückgänge preisgegeben werden soll, und dass die Nothwendigkeit eines unausgesetzten äußeren Kampfes für die Kraftentwicklung und das Kraftbewusstsein des Individuums ebenso wie ganzer Nationen weit mehr Vortheile bringt, als das Gefühl der unbedingten Existenzsicherheit. Wir glauben anch durchaus nicht fehl zu gehen, wenn wir der Meinung sind, dass gerade in den erschlaffenden Folgen eines solchen nationalen Sicherheitsgesühles der Hauptgrund jener Nachlässigkeit zu suchen ist, mit welcher das Deutschthum in Oesterreich ruhig uud ohne Bedenken die ersten Symptome jener Bewegung an sich vorüberziehen ließ, deren Ziel eben jetzt in jener die Stellung des liberalen Deutschthums gefährdenden Form klar vor aller Augen treten. Weit davon entfernt, sich durch die in harten Kämpfen und zum Theil unter Verzichtleistung auf jede äußere Macht errungene Stellung seiner Nation auf geistigem Gebiete zur chauvinistischen Selbstüberhebung verleiten zu lassen, hat der Deutsche seit jeher jeder nationalen Regung in anderen Völkern seine wärmsten Sympathien zugewendet, und bezeichnend genug für diesen neidlosen Zug des deutschen Nationalcharakters waren es gerade die deutschböhmischen Dichter Moriz Hartmann und Alfred Meißner, welche den Wiedererwachen des nationalen Bewusstseins ihrer czechischen Landesgenossen durch ihre Hussitenlieder zuhilfe kamen. In gleicher Weife hat der Deutsche in Oesterreich jederzeit gerne den nationalen Weisen seiner slavischeu Mitbürger gelauscht, und hat ja erst in den letzten Monaten ein deutscher Professor sich der Aufgabe unterzogen, die Dichtungen Presirens, des größten nationalen Sängers der Sloveuen, durch ein mit liebevoller Hingabe an den oft spröden Stoff dem Verständnisse weiterer Kreise zuzuführen. Der Dank, welchen die Deutschen Oesterreichs — gleichzeitig anch die festesten Stützen des konstitutionellen Staatslebensund die treuesten Förderer des Fortschritts auf geistigem und politischem Gebiete — für diese ihre Selbstlosigkeit ernten sollten, bestand darin, dass die, nur Dank der deutschen Zähigkeit, zum politischen Leben erweckten slavischen Nationen dem Deutschthum allenthalben feindlich gegenüber trete«. Ohne die Deutschen hätte heute Oesterreich keine Verfassung. Aber weit entfernt, die Verdienste anzuerkennen, welche sie sich durch ihr sieghaftes Ringen um die Einbürgerung der konstitutionellen Staatsform errungen, streben nun dieselben Slaven, welche ihre Nationalität nur an der stützenden Hand des Deutschthums aufzurichten vermochten, in blinder egoistischer Hast darauf hinaus, dem deutschen Volkselemente durch Verkümmerung des deutschen Volksschulunterrichts den Boden unter den Füßen hinwegzuziehen und durch die Slavisierung der Aemter auch die Umwandlung Oesterreichs in einen von slavischen Einflüssen beherrschten Staat vorzubereiten. Gegen die Versuche letzterer Art wird uns der Mannes« muth und die Ueberzeugungstreue unserer Volksvertreter schützen. Was aber die Schule, diese Erziehungsstätte späterer Generationen anbelangt, ist es die Pflicht aller Deutschen in Oesterreich, dafür zu sorgen, dass dort, wo vom Staate keine Initiative zu Gunsten der deutschen Elemente zu erwarten ist und wo doch anderseits die Mittel der von slavischen oder welschen Bezirken eingeschlossenen deutschen Sprachinseln zur Errichtung und Erhaltung einer deutsche» Schule auf eigene Kosten nicht hinreichen, das Heranwachsende Geschlecht vor dem Verluste seines nationalen Wesens bewahrt bleibe. Feuilleton. Herbst. Eine Erzählung aus der Gegenwart. Von H. Aueg g. (Fortsetzung.) Auch dies wurde angenommen; und als Gräfin Svandermatt hiebei wie bei allen übrigen Einrichtungen die humane Fürsorge des Fabriksherrn erkennen musste, srug sie plötzlich sehr lebhaft: „Sagen Sie, Herr Fehrich, verlieren Sie nicht sehr viel am Erträgnisse Ihrer Fabrik, wenn Sie für Ihre Arbeiter so viel mehr thun, als andere Fa-briksherren?" „Ich verliere nichts, denn das dürfte ich als Geschäftsmann nicht," antwortete Fehrich bestimmt, „ich gewinne nur etwas weniger." „Dafür thun sie aber Gutes," sprach mit Begeisterung Gräfin Svandermatt; „Sie bauen sich eine Stufe in den Himmel." Fehrich sah mit großer Milde der freundlichen Frau in die Augen, aber er lächelte doch. „Der Chemiker wird kaum an diesen Himmel glauben," bemerkte in italienischer Sprache der Lehrer des Knaben, den Fehrich bis jetzt nicht beachtet zu haben schien. „Sieh' da," entgegnete Fehrich ironisch, „der Herr Abbate versteht Deutsch." „Ich bin selbst überrascht." warf die Gräfin etwas verlegen ein, „ich wusste nicht, dass Herr Bedetti so viel Deutsch verstehe." „Man erlebt immer Ueberraschungen in solchen Fällen," sagte lachend Fehrich, bot der Gräfin nochmals den Arm, um sie die Schultreppe hinabzuführen, und ersuchte sie, in seinem Garten ein kleines Gabelfrühstück einzunehmen, da es indessen Mittag geworden und die Kinder gewiss einen ziemlichen Hunger verspüren dürften. Gräfin Svandermatt blickte etwas unentschlossen auf ihre zierliche, mit kostbaren Edelsteinen besetzte Uhr, als aber Fehrich wiederholte: „Bitte, bereiten Sie mir diese Freude, Frau Gräfin, ich bin ja Ihr Nachbar," und die Kinder riefen: „Ja Mama, ein Gabelfrühstück!" sagte Sie verbindlich: „Ich sehe, Herr Fehrich, Sie wollen alle Liebenswürdigkeiten eines Hausherrn an den Tag legen und uns nun auch zur Heimreise stärken." In einem geräumigen Gartensalon war ein gedeckter Tisch mit Thee uud Obst und allerlei Er frischungen bereit gehalten, und bald saß die kleine Gesellschaft behaglich beisammen und ließ es sich wohl schmecken. Der Garten war von dichten Hecken umgeben, und nur durch einen grünen Bogen konnte man anf den Hofraum der Fabrik hinaussehen und die Arbeiter beobachten, welche dem Küchenhause zueilten. „Wie kommt es, Herr Fehrich," frug die Gräfin, „dass Sie so gut wissen, Sie seien mein Nachbar, und mir doch keinen Besuch gemacht haben ?" „Ich konnte nicht wissen, ehe ich die Ehre hatte, Sie zu kennen, Frau Gräfin, dass sie auch Chemiker zu Nachbarn zählen würden," war Feh-richs Antwort. „Und wissen Sie dies jetzt?" frug die Gräfin und nicht ohne leise Coketterie. Fehrich verbeugte sich tief und erwiderte: „Ich wünsche allen Chemikern der Erde solche Nachbarschaft." Da fühlte die Gräfin, dass dieser Mann da-habe, was man Welt nennt, uud mit jener Raschheit der Uebergänge und Gedankenverbindungen, welche den Frauen eigen ist, frug sie weiter: „Waren Sie je in Paris?" Fehrich lächelte wieder, wie bei der Erwähnung der Stufe in den Himmel, und antwortete sanft: „Frau Gräfin meinen damit den Inbegriff von Welt und Erziehung, und es liegt daher etwas sehr Gütiges in Ihrer Vermuthuug. Allerdings war ich Letztere Nothwendigkeit hätte allerdings schon früher ins Auge gefasst werde» sollen. Aber wie gesagt — der Deutsche in Oesterreich hielt sich der seiner Nation unweigerlich gebürenden Stellung für so sicher, dass er den Eifer ganz übersah, mit welchem insbesondere die slavischen Schulvereine für die Festigung des nationalen Bewusstseins arbeiteten. Erst als in letzter Zeit die Thatsache einer Verrückung der Sprachgrenzen zugunsten der Slaven den schlagendsten Gegenbeweis der lächerlichen Phrase eines „Andiewanddrückens" der Slaven durch die Deutschen lieferte, und als zuMem Ueberflnsse die, Dank der Coalitionskünste Taaffes und Dank ihrer Verbindung mit den Clericalen und Feudale» zu politischer Macht gelangten slavischen Nationen ihren Einfluss znr Verdrängung des deutschen Elements in Oesterreich auszunützen sich anschickten — erst in diese» Stunde» ernsterer Gefahr hat man sich daran erinnert, was die Ge-sammtheit der Deutsche» i» Oesterreich der Erhaltung der nationalen Schule in den von der Sla-visierung bedrohten Bezirken schuldet. Die Folge davon war die Gründung eines „deutschen Schul-vereines", dessen Aufruf wir morgen bringen. Kein Verein, dessen Ziel darauf hinausläuft, die national^ Selbstüberhebung zu züchten oder einzelnen Agitatoren zur Befriedigung ihrer ehrgeizigen Absichten zu verhelfen, ist der „deutsche Schulverein" nur ein Mittel der Nothwehr, und kein verständiger Slave wird es sich beifalle» lasse», unseren Slaminesgenosse,> daraus einen Vorwurf zu machen, dass sie nunmehr zur Wahrung ihrer nationalen Interesse» zu einem Mittel greifen, das lange zuvor von den Slaven selbst in Anwendung gebracht wurde. Man will eben nur für die Ei hal- tung nud Gründung deutscher Schulen in de» gemischtsprachigen Provinzen sorgen, man will verhindern , dass die Kinder deutscher Elter» i» slavische oder welsche Schulen geschickt werde» müsse», inan will der Gefahr einer Entnationalisierung unserer Jugend dort Vorbeugen, wo die Errichtung deutscher Schule» auf öffentliche Kosten unmöglich ist. Das ist ein Streben, der Unterstützung nicht nur eines jeden Deutschen in Oesterreich, sonder» überhaupt eines jeden Oesterreichers wert, der da weiß, dass der geistige n.id politische Fortschritt unseres Vaterlandes wenigstens derzeit an das Banner des Dentschthums geknüpft ist, und glaube» wir daher auch keine Fehlbitte zu thun, wen» wir unter Hinweis auf den Aufruf des „deutschen Schnlvereincs" an unsere Leser die Bitte richten, ihr Scherflein beizutrageu zum Gelingen eines Werkes, von welchem wir den wvhlthätigsten Einfluss für die weitere Entwicklung des österreichischen Gesammtstaates erwarten. in Paris, wie in den meisten europäischen Haupt-städten." „Ich kann sie alle aufzählen, die Hauptstädte Europas," fiel der kleine Kuno ein und begann alsbald sie herzusprechen. Gräfin Svandermatt freute sich fast dieser komischen Unterbrechung, indem die kühne Sprache des Fabriksherrn, der ihren Gedankengang errathen, sie verwirrte, ohne dass sie imstande gewesen wäre, dieselbe übel zu nehmen, so sanft und höflich war der Ton seiner Worte gewesen. Sie brachte den eifrigen kleinen Geographen erst zum Schweigen, als Fehrich ihn verbesserte und ihm sagte, Rom sei nicht die Hauptstadt des Kirchenstaates, sondern Italiens. ,;Sie haben große Reisen gemacht, Herr Fehrich?" fragte die Gräfin, indem sie Knuo den Finger auf den Mund legte, um nicht am Ende auch noch alle Flüsse und Gebirge Europas anhören zn müsse». „O ja," erwiderte der Angeredete; „ich habe auf verschiedenen Universitäten Deutschlands humanistische und philosophische Studien gemacht und mir Länder und Städte angesehen und nur nebenher etwas Chemie betrieben, da ich eigentlich nie zur Gesterrelch-Vlngarn. Das neue österreichische Ministerium — denn als ein neues Eabiuet müssen wir das Ministerium Taaffes nach dem Ausscheiden der Minister Stremayr, Korb uud Horst unbedingt betrachten — genießt die sehr zweifelhafte Ehre, von den Parteien der Rechten in mehr oder minder sympathischer Weise begrüsst zu werden. Die czechischen Organe und die clerical-feudale Presse hat natürlich nichts dagegen, dass durch den Austritt der genannten Minister auch die letzten Spnren der Verfaffungstreue vom Cabinete gewischt wurden. Allerdings wäre es den Czechen lieber gewesen, wen» anstatt Duuajewski einer von de» Ihrigen Handelsmmister geworden wäre. Aber schließlich freut man sich doch der Thatsache, dass unter allen vier neuen Ministern auch nicht ein einziger zu finden ist, von dem man sage» könnte, dass er den Standpunkt der Versassungspartei im Eabinete Taasse zu vertreten berufen sei. Ob Generalmajor Welsersheimb die fachliche Tüchtigkeit seines Vorgängers besitzt, wird sich erst zeigen müssen; als Politiker kommt er gar nicht i» Betracht. Dasselbe gilt von Baron Streit, den zwar die Czechen nicht als Oberlandesgerichts-präsidenten in Prag habe» wollte», weil inan eben diesen Posten am liebsten einem Vollblntezechen reserviert hätte, von dem man aber anderseits auch weiß, dass sein Ehrgeiz niemals darauf hinaus lief, eine Rolle im politischen Leben zu spielen. Auch Baron Kremer, der Nachfolger des Barons Korb im Handelsministerium, hat sich bisher nur als gründlicher Kenner der orientalischen Verhältnisse und als Consulatsbeamter einen ehrenvollen Namen erworben. Von seinen politischen Anschauungen ist nichts bekannt, was allenfalls einen Schluss aus dessen principielle Stellung zn den schwebenden inneren Fragen der österr.Monarchie gestatte» würde. Wir würden auch keinen Anstand nehmen, in der Ernennung sogenannter Ressorts oder Fachminister für gewisse, von der politischen Richtung des jeweiligen Eabinels weniger abhängige Ministerien einen Fortschritt im Interesse der Stabilisierung unserer wirtschaftlichen Verhältnisse zu begrüße», nie»» »ur überhaupt die letzten Ministerernennungen von einem solchen Gesichtspunkte ans be-nrtheilt werden dürften. Letzteres geht aber nm so weniger an, als Graf Taaffe durch die Ernennung Dunajewskis zum Finanzminister den Beweis lieferte, dass es ihm keineswegs um die Geltendmachung des Princips der Fachministerien zn thun sei. Das Cabinet Taaffe in polnischer Sauce wird für die Verfaffuugspartei ebenso wenig genießbar sein, wie das frühere Coalitiousragout. Wie man im Ausland über den neuesten Ministerwechsel denkt, darüber gibt die Berliner „Nationalzeitung" Ausschluss, indem sie schreibt: Uebernahme der Fabrik bestimmt gewesen. Als aber ein grausames Schicksal mir den Vater und den älteren Bruder dahingerafft, da musste ich es ernst nehmen mit meinem Berufe als Chemiker und Fabriksherr, und jetzt bin ich in demselben schon vollkommen zufrieden." Eben wollte die Gräfin irgend eine teilnehmende oder anerkennende Bemerkung machen, als ihr vor Schreck über den geänderten Gesichts-ansdrnck ihres Wirtes das Wort anf den Lippen erstarb. Fehrich war aufgesprungen, eine dunkle Röthe war über sein Gesicht ansgegossen und mit ansgestrecktem Arme wies er einen Mann znm Gartenthor hinaus, der mit bittender Miene vor ihm stand. „Hinaus mit dir", war alles, was er sagte, und die Festigkeit seiner Stimme contrastierte eigene thümlich mit der Erregung in seinem Ausdrucke, und der Mann verschwand wirklich, als er Fehrich mit ausgestrecktem Arme stehen bleiben sah. Der Eindruck dieser kurzen Scene war peinlich und es klang wie eine Erlösung, als das kleine Mädchen rief: „Warum schickst du diesen arme» Mannsort?" — „Weil er schlecht ist, mein Kind", antwortete tief ausathmend Fehrich, und jetzt klang „Durch den Eintritt des Abgeordneten Dunajewski in das Cabinet erhält dasselbe eine der Verfassungs-Partei entschieden feindselige Färbung, da dieser polnische Professor einer der ausgesprochenste» Gegner des Dentschliberalismus ist Der Antrag wird nun wohl wieder ausgenommen werden, der während der Ministerschast Stremayrs, Korbs nnd Horsts absolut keine Aussicht auf Annahme im Ministerium hatte, dass uämlich die fortgesetzte Renitenz der Deutschböhmen gegen die Wahlreform auf das Operat des Fundameiitalartikel-Landtages zurückverweife, das seinerzeit vom Kaiser bekanntlich nicht sanktioniert worden ist. Der Grundsatz, dass ein legislatives Project, das bis zum Schlüsse der Session oder mindestens der Legislaturperiode die Billigung aller gesetzgebenden Faclore» nicht erhalten hat, als nichts weiter de»» als schätzbares Material zu betrachten sei, dieses constitutionelle Axiom ist ja ohnedies soeben im Tiroler Landtag durchbrochen worden. Derselbe hat vor fünf Jahren einen Gesetzentwurf über das Wahlrecht der Hilfs-geistlichen, also provisorisch anwesender Persönlichkeiten angenommen, den das Cabinet Auersperg zurückwies; dieser Antrag ist jetzt wieder hervor-geholt und zur Sanction unterbreitet worden. Damit ist ein Präjudiz auch für die böhmische Wahlreform geschaffen, denn es macht ja factifch keinen Unterschied, ob ein derart von einem gesetzgebenden Factor erledigter Gesetzentwurf neun Jahre oder fünf Jahre zurückdatiert. Es wird dies vermuthlich nicht die einzige Ueberraschnng sein, die der neue, mit viel Initiative begabte Minister den Verfassungstreuen bereitet." Vermischtes. — Ein mnthiger Mann. Die „Agramer Ztg." meldet: „Am 25. April d. I. fiel ein wütheu-der Hund eine anf der Weide befindliche Viehheerde des Dorfes Fnzno, in der Pfarre Podbiela, an und biss einige Stücke, die später auch verendete». Der Landmaiin Jakob Kolarek hatte die Kühnheit und Aufopferungsfähigkeit, den tollen Hund zu fangen und ihn so lange zu halte«, bis ihn die Nachbarn in seinen Händen mit Knitteln todtschlngen. Leider sollte der muthige Manu diese seine That mit dem Lebeu bezahle». Er hatte au der linke» Hand zwischen dem Danmen und den, Zeigefinger zwei leichte Verletzungen, ähnlich kleinen Nadelritzungen, erhalten und erkrankte am 47. Tage nach der Affnire an der Tollwuth. Alle ärztliche» Bemühungen halsen nichts; am 5l. Tage war Jakob Kolarek eine Leiche." — Ein Kind gestohlen. Aus Görz wird der „N. sr. Pr." berichtet: Letzten Samstag w»rde von einem Mitgliede einer in der Nähe der Stadt seine Stimme viel bewegter und verrieth, wie mühsam er innerlich zur Ruhe kani. „Verzeihen Sie, Frau Gräfin", fuhr er fort, indem er sich wieder zum Theetische wandte, „solche Augenblicke gehören zu den Schattenseiten des Berufes, mit dem ich mich soeben zufrieden erklärt hatte; ich muss strenge sein gegen die Schlechten, um die Guten gut zu erhalten." Die Gräfin blickte etwas bänglich auf den Mann, dessen unerwartete Strenge sie erschreckt hatte; als sie aber bemerkte, dass Fehrich seinen früheren ruhigen nnd fast sanften Ausdruck bereits wieder gewonnen, versicherte sie ihm freundlichst, dass sie gar nichs zu verzeihen habe, und erhob sich mit der Bitte, den Wagen Vorfahren zu lassen. „Ich habe noch nicht auf dem Pferde geritten", schrie Kuno und bewies den alten Satz, dass Kinder nie das vergessen, was zu ihrer Unterhaltung dienen könnte. Auch das Reitpferd wurde noch besichtigt und versucht, dann überbot sich Gräfin Svandermatt in Dankesworten und lud Fehrich auf das freundlichste ein, sie im Schlosse Waldberg zu besuche». Der Fabriksherr verbeugte sich zusagend, half der Gräfin in den Wagen und sah den Fortfahrenden nach, so lange es die Richtung der Straße gestattete. lagernden Zigeunerbande ein Kind gestohlen, daS man ohne Aussicht aus der Straße ließ. Der Mutter, welche den Verlust bald gewahr wurde und welche alsbald dem Kindesränber nacheilte, gelang es glücklicherweise, wieder zu ihrem Kinde zu kom-men und die Arretierung des Zigenners zn veranlassen. — Streng, aber galant. Bekanntlich schwimmt der Harem des Ex-Khedive, dem es in Neapel zu langweilig geworden, noch immer in den Dardanellen. Die Damen des Harems, denen es auf die Dauer natürlich auch nicht sehr angenehm ist, immer und immer auf dem Wasser hernm-znschaukeln, habe» nuu sofort, nachdem sie sich der türkischen Hauptstadl genähert, eine telegraphische Depesche an den Sultan gerichtet, in der sie flehentlich baten, er möge ihnen doch gestatten, ans Land zn kommen. Diese Bitte wurde vom Sultau rundweg abgeschlagen, dagegen schickte er den Frauen einige Erfrischungen, Backwerk, Obst, Gefrornes, auch Geflügel u. dgl. und einer jeden derselben noch besonders einen Blumenstrauß. — Eiue Frau verbrannt. Aus Prag wird vom 28. d. folgender entsetzlicher Vorfall gemeldet: „Heute vormittags nach 11 Uhr wurde die zahlreiche Menschenmenge, welche ans dem Graben promenierte, durch einen erschütternden Vorfall in Aufregung versetzt. Zwischen den, Hotel „zum blauen Stern" und dem Pulverthurm sahen die Passanten eine ungefähr fünfundzwanzigjährige hübsche Frau, deren Kleider wahrscheinlich durch eine weggeworfene Cigarrette in Brand gefetzt worden Ware», über die Straße lanfcn. Die Unglückliche stürmte ganz außer sich durch die Menschenmenge, die voller Entsetzen anseinanderstob, hindurch in die Einfahrt des Hotels „zum blauen Stern" wo ihr von einigen beherzten Hotelbediensteten rasch das schwarze Tuch und der Hut, welche lichterloh brannten, vom Leibe gerissen wurden. Gleich darauf kamen fämintliche Hausknechte und Stubenmädchen des Hotels mit großen Wasser-kimern herbei und begossen die Verunglückte, die keinen Schmerzenslant von sich gab, so lange, bis die Flammen gelöscht waren. Hierauf wurde die Frau in ein ebenerdiges Dienstbotenzimmer geführt, wo sie sitzend und nugeachtet furchtbarer Schmerzen mehrere Anfragen eines Sicherheitsinannes und eines herbeigeholten Arztes beantwortete. Eine sofortige Untersuchung ergab, dass sie schwere Brandwunden erlitten hat, und zwar sowohl an dem vorderen mittleren Theil des Oberschenkels, als an dem Kopfe, an dem die Haare gänzlich verbrannt waren. Die Unglückliche wurde mittelst einer Droschke ins Spital geführt. Die schreckliche Seeue hatte einen ungeheueren Meuschenzusammeulauf verursacht." II. Die Heimfahrt »ach dem Schlosse war stiller, als die Fahrt nach der Fabrik gewesen; die Mit« tagswärme machte sich fühlbar; das kleine Mädchen schlief ein, der Italiener war verdrießlich und verschlossen und Kuno äußerte nur einigemale den Wunsch, auch eiu Pferd zum Reiten zu haben. Gräfin Svandermatt selbst sah ruhig in die Landschaft hinaus und überdachte das Erlebte. Gräfin Marie von Svandermatt war die Witwe eines Mannes, der nur einmal gut und sorgsam sür sie gewesen, als er nämlich vor zwei Jahren nach einem wüsten Gelage plötzlich starb, denn dadurch befreite er sie von einem rohen Gemahle, der sie gequält und hintergangen hatte, und hintenließ die Möglichkeit, doch noch einen Theil des großen Vermögens zu retten, das er durch Verschwendung und Unverstand verwüstet hatte. Das Schicksal dieser Frau war ein neuer Beweis dafür, wie fchlimiu es sei, bei ehelichen Verbindungen nur die Vermögensverhältnisse zu berücksichtigen und nicht nach den Gemüthern und Neigungen zu fragen. (Fortsetzung folgt.) — Die größteHängebrückederWelt. Wie amerikanische Blätter melden, geht in nächster Zeit eiu Riesenwerk seiner Vollendung entgegen. Der Plan zu der Brücke, welche über den Cast-River zwischen Newyork und Brooklyn geht, ist von dem kürzlich verstorbenen Ingenieur Johann Rübling, der anch die Arbeiten vom Jahre 1869 bis zu seinem Tode leitete, entworfen worden. Röbling stammt aus Thüringen und ist durch seine großartigen Brückenbanten über den Niagara und über den Ohio bei Cineiunati berühmt geworden. Sein Sohn wird den Bau, dessen Gesammtkostcn 20 Millionen Dollars betragen, zn Ende führen. Die Brücke ist (über einen Meeresarm gespannt) 1052 Meter lang, 15x91 Meter breit uud vou einer Höhe über dem Wasserspiegel, dass die größten Schiffe bequem passiere» können. Sie wird von zwei Landpseilern und von zwei im Wasser thurmartig errichteten Pfeilern getragen; es entstehen sonach drei Oeffnuiigen, deren mittlere eine Spannweite von 486 Metern hat. Die Brückenbahn, mit zwei Eisenbahn-, vier Pserdebahngeleisen und einem Fußgängersteig, wird von vier mächtigen Kabeln aus Stahldraht gehalten. Dieselben sind zwischen den Pfeilern derart ausgespannt, dass zwei immer ziemlich nahe bei einander, die beiden ändern an der Außenseite liegen. Jedes dieser Kabel hat (mit der Schutzhülle gegen Witternngseinflüsse) einen Umfang von 125 Meter und einen Durchmesser von 05 Meter. Locat- und ProvinM-Aiigelegenheiten. — (Ans dem Landtage. — VI. Sitzung. — Schluss.) Der vom Abg. Robic vorgetragene Bericht des Rechenschaftsausschusses über die Zwangs» arbeitsanstalt gibt dem Bedauern Ausdruck, dass es dem Landesansschnsse nicht gelungen sei, die Ueber-nahme der Zwangsarbeitsanstalt durch den Staat zu erwirken, und beantragt, den Landesausschuss mit der Erneuerung der diesbezüglichen Unterhandlungen mit der Regierung zu betrauen. Die Anträge des Ausschusses werden nach einer sachlichen Aufklärung des Abg. Deschmann über die Gründe der vom Ansschnssantrage getadelten Nichtübereinstimmung der Ziffern des Rechenschaftsberichtes mit den Ziffern des Rechnnngsabfchluffes zum Beschluffe erhoben. Eine längere nnd wegen ihres meritorischeu Gehaltes wichtige Debatte entspann sich über den Antrag des Finanzausschusses, die äußere Bewachung des Zwangsarbeitshauses einer Civilwache zu übergeben und zur Entlohnung derselben ei» Jahrespauschale im Maximalbetrage von 1800 fl. auszuwersen. Begründet wird der Antrag damit, dass das Militärärar für die Bewachung des ZivangSarbeitshaufes den Betrag von 3500 fl. per Jahr verlange, eine Summe, welcher gegenüber sich die Kosten der Bewachung durch eine Civilwache billiger stellen, ganz abgesehen davon, dass eine Civilwache ganz dieselben Dienste leiste. Abg. Dr. Schaffer gibt seinem Erstaunen Ausdruck, dass vom Militärärar eine so exorbitante Zahlung verlangt werde, und beantragt mit Rücksicht darauf, dass laut Ausschussantrag der Landesausschuss ausgefordert werden soll, an kompetente Stelle das Ansuchen wegen unentgeltlicher Belassung der Militärwache zu richten, den Zufatzantrag, dass nur dermalen von der Bewachung des Zwangsarbeitshauses durch das Militär Umgang genommen werden solle. Schars und entschieden spricht sich der nächste Redner, Baron Apsaltrern, dahin aus, dass es im Sinne des Wehrgesetzes gelegen erscheine, wenn die Armee und die k. k. Landwehr ihrer Pflicht für die Aufrechterhaltung der Ruhe uud Ordnung anch durch die unentgeltliche Beistellung der Wache für die Zwangsarbeitsanstalt Nachkomme, und behält sich diesbezüglich Zusatzanträge vor. In gleichem Sinne sprechen sich die Abgeordneten Graf Thurn, Dr. Vosnjak und Bleiweis aus, und auch Landespräsident Winkler erklärt, dass er es sich angelegen sein lassen werde, die Wünsche des Landtags betreffs unentgeltlicher Ueberlassung der Militärwache sür das Zwangsarbeitshaus möglichst zu unterstützen. Im Lause der Specialdebatte stellt Baron Apfaltrern die Zusatzanträge, der Landes-ansschnfs möge die Regierung im Sinne deS HeereS-gesetzes um unentgeltliche Beistellnng der Militärbewachung angehen, und ferner, den Landesaiisschuss zu beauftragen, gegen das Militärärar wegen verweigerter unentgeltlicher Ueberlassung dieser Wache bei dem Reichsgerichte Klage zu sichren. Beide Anträge werden zum Beschlüsse erhoben. Weiters referiert der Abgeordnete Dr. R. v. Savinfchegg namens des Finanzausschusses über die Voranschläge der Zwangsarbeitsanstalt für 1880 und 1881, Welche im Erfordernis mit 50,083 nnd 51,608 fl. und in der Deckung mit 36,343 nnd 38,425 fl. genehmigt werden. Ueber Antrag des Abg. R. von Gnttmannsthal genehmigt ferner der Landtag die Voranschläge der Slaper Landes-Obst- und Wein-banschnle im Sinne des Finanzausschusses für 1880 und 1881, ferner über Antrag des Finanzausschuss-Berichterstatters Dr. v. Schrey die Normalschul-sonds-Voranschläge für 1881 im Erfordernis mit l99,3l 1 fl. nnd in der Deckung mit 15,551 fl. 72 kr. Die Petition des slovenischen Lehrervereines wegen Ertheilnng von Gehaltsvorschüssen an die Volksschul« lehrer wird über Vorschlag des Finanzausschusses (Berichterstatter Dr. Schrey) dem Landesausschusse uud Laudesschulrathe zur seinerzeitigen Berichterstat tnng zugewiesen und der Schulgemeinde Ratschach über Antrag desselben Ausschusses (Berichterstatter Dr. R. v. Vesteneck) sür die Tilgung der Schulhaus-bauschuldeu ein zinsensreies Anlehen von 2000 fl. aus Landesmitteln bewilligt. — (Militärmnsik - Concerte.) Die gestern und vorgestern im Garten der Casinorestau-ratiou abgehaltenen Concerte der Musikkapelle deS Regimentes Baron v. Heß Ware» ausuehmend gut besucht, und war diese Betheiligung des Publicum» wohl auch der beste Beweis des guten Rufes, dessen sich diese Musikkapelle und ihr tüchtiger Kapellmeister Herr Milier bei dem Laibacher Publicum erfreuen Wir müssen aber auch constatieren, dass die tadellose Vorführung aller auf dem Programme befindlichen Musikpiecen den lebhaften Beifall vollauf verdiente, welcher derselben zutheil wurde. Aber auch in Bezng auf Fleiß und Ausdauer ließen die wackeren Musiker schlechterdings nichts zu wünschen übrig, uud kann Herr Capellmeister Milier von Laibach mit dem Bewusstsein scheiden, im hiesigen Publicum die ausrichtigste Anerkennung und zahl reiche Freunde gefunden zu habe». — (Von der Advocatenkammer.) Bekanntlich wurde in jüngster Zeit der Gedanke angeregt, der Uebersüllung des Advocatenstandes durch Beschränkung der Advocaten auf eine gewisse Zahl, oder wie man sich in mehr fachmännischer, aber dafür unverständlicherer Weise auszudrücken Pflegt, durch Einführung des „numerus clausus" abzuhelfen. Die Krainer Advocatenkammer hat nun in ihrer letzten Sitzung erklärt, dass sie mit Rücksicht aus die hiesigen Landesverhältnisse den „uuwerus clausus" nicht für nöthig erachtet, dass sie aber für den Fall, als derselbe in anderen Kronländern eingesührt würde, für denselben stimmen müsste, um der Gefahr einer Ueberschwemmuug KrainS mit solche» Advocatencandidaten vorzubeugen, welche in anderen Provinzen Oesterreichs eben wegen deS dort eingeführten „numerus clausus« kein Unterkommen finden konnten. — (Grenz-Virginier.) Die sogenannten Grenz-Virginier, welche bisher nur entlang der ausländischen oder ungarischen Grenze verlaust wurden, werden einer Kundmachung der Finanzdirection zufolge vom 1. Juli d. I an unter der Benennung „Kurze Virginier-Cigarren" zum Preise per 3 kr. per Stück (oder 2 fl. 70 kr. per hundert) in ganz Oesterreich in Verschleiß gebracht. — (Literarisches.) Im Berlage von JuliuS Klinkhardt in Wien und Leipzig erscheint in einigen Tagen Johannes Nordmanns: Meine Sonntage, ein Wanderbuch auS den Bergen des österreichischen Hochlandes, in einer zweiten vermehrten Auflage. Die Eigenart Nordniaiins, Land und Leute zu schildern und seine prächtigen Naturbilder mit einer charakteristischen Staffage zu beleben, hat dieses Buch zu einer LieblingSlectüre aller Touristen und Naturfreunde gemacht. Es bildet sozusagen ein unentbehrliches Vademecum für ihre Ausflüge in der Nähe Wiens »nd für weitere Wanderungen. Ein lieber Reisegefährte ist dieses Buch geworden und wird es in der neuen und in jeder der folgenden Auflagen bleiben. * * Aus Jnnerkrain wird uns geschrieben: Der zur Nachaichuug aller beim öffentliche» Verkehre im Gebrauche stehende», in der Zeit vor 1878 cimen-tierten Maße, Wagen und Gewichte bestimmte Termin ist bereits mit Ende April d. I. abgelaufe». Trotzdem gibt es noch sehr viele Gewerbsuuter« nehmer in hiesiger Gegend und wahrscheinlich auch anderwärts, welche dieser ihnen obliegenden Pflicht noch gar nicht nachgekommen sind. Der Grund liegt einfach darin, dass die berufenen Polizei-Organe weder die Befolgung der Weisung überwachen, viel weniger aber die beim öffentlichen Verkehre zum Messen und Wägen in Anwendung stehenden Instrumente einer technischen Prüsung inbetreff ihrer Richtigkeit unterziehen. Es bleibt sonach den Ge-werbsuntcrnehniern ganz frei gestellt, ob sie die diesbezüglichen Gesetze und Verordnungen befolgen wollen oder nicht, was eben so wenig im Interesse des Pttblicums als im Interesse der Achtung vor dem Gesetze gelegen sein kann. Wie man nns von verlässlicher Seite erzählt, sind von den gebrauchten, bis nnn zur Nachaichnng gebrachten Gewichten und Wagen kaum 20 Proc. aichsähig gewesen, während 80 Proc. wegen Unrichtigkeiten znrückgewiesen und zur Justierung znrückgegeben wurden. Von den gebrauchten Hohlmaßen sollen aber 70 Proc. aich-fähig und 30 Proc. unrichtig gewesen sein. Wie es mit der Richtigkeit der Schankgläser und der Flaschen in den öffentlichen Schanklocalen steht, entzieht sich einer sichern Benrtheilnng, nachdem die vorgeschriebene Bezeichnung des Fassiiiigsranmes und Anbringung des Aichstriches a» denselben von den Parteien selbst besorgt wird, eine durchgreifende Revision aber hierlauds noch nicht stattgefnnden hat Ferner hat es sehr befremdet, dass Brücken-wagen als richtig amtlich geaicht werden, welche nicht immer dasselbe Gewicht angeben, wenn die Last anf eine andere Stelle der Brücke, z. B. von der Mitte oder von rückwärts auf eine der vorder» Ecken der Brücke gebracht wird. Nach tz 29, Absatz a, der Aichordnnng muss aber die Brückenwage immer dasselbe Gewicht angeben, auf welche Stelle der Brücke die Last auch gebracht werden mag. Diese Bestimmung ist auch ganz richtig, denn dem Besitzer einer Brückenwage, auf welcher die Gewichtsangabe von dem Punkte der Ausstellung der Last aus der Brücke abhängt, bleibt cs freigestellt, die dem Publicum unbekannten Variationen der Gewichtsangabe zu seinem eigenen Vortheile auszubeuten. Vielleicht reichen die hier gegebenen Andeutungen hin, um die Aufmerksamkeit der Vorgesetzten Behörden dahin zu lenken, dass mit dem Erlasse eines Gesetzes noch nichts geschehen ist, wenn nicht dieses Gesetz auch allenthalben volle Durchführung findet. Witterung. Laibach, 30. Juni. Schöne Witterung, Hitze zunehmend, schwacher W. Wärme: morgens 7 Uhr 17 6«, nachmittags 2 Uhr -t- 26 3" 0. (1879 -t- 32 2°, 1878 -j- 25 7° 6.) Barometer im Fallen, 733 34 Millimeter. Das vorgestrige Tagesmittel der Wärme -s- 19 2", das gestrige -j- 19 9", beziehungsweise nm 0 3" und 10" über dem Normale. Angekommene Fremde am 29. Juni. Hotel Ttadt Wien. Schrötter, k. k. Ober-Landesgerichts-rath, Brünn. — Arbeiter, Teplitz. — Wolf, Pretzner, Glas, Kanfleute; Weber, Winter und Susa, Wien. — Skopal, Privat, Triest. — Konschegg, Privat; ZorM, Augustin und Dr. Sulek, Agram. — Hladisch, Magazineur, Gottschee. — Plutzer, Graz. Hotel Elephant. v. Rothermann, Kfm., und Renier, Reis., Triest. — Stattin Maria, Lehrerswitwe: Mayer» bach, Buchhalter; Bayat, Ksm, und Marzl, Wien. — Rothschild, Kfm., Kanischa. - Cottig, Privat, und Mi-liir, k. k. Kapellmeister, Görz. — Junca, Privat, Pettau. — Dr. äizka, k. k. Notar, Böhmen. - Kos, Agram. — Hieber, Sparkafsesecretär, Marburg. — Schick, Privat, Deutschland. Hotel Europa. Dr. Fon: Stanzer, Jurist; PauyundKie pach, stuä. xdil.; Semelik, Privat; Weingcrl, Birnbaum, Sah, v. Tomay, Hoinig, Balentekovik nnd RehU?, Agram. Kaiser vou Oesterreich. Poto?nik, Triest. — Ghörffy, Wien. Mohren. Gabriel, k. k. Oberlientenant. — Koritnik, Littai. — Stummer, Steher. — Moditz Francisca, Graz. — Doliuar, Eisiier». Wiener Börse vom 28. Juni. sikulä. Pavierrente............ Lilberrente............ Holdrenle.............. StaatSlose. 1854. . . 1860. . . . 1860 zu 100 fl. 1864. . . Obligationen. Salizien............... Siebenbürgen . . . Temeser Banat . . . llngarn . ............. Hnäer« öffealkiä« Ankeken. Donau Stegul.-Lose llng. Prämienanlehen Wiener Anlehen . . , Acti«v v. Lanken. Eredi^.anstalt f.H.n.G. -tanonalbank. . . Aetiea o. Traarpaet UatiraeLmvngei». Ülsöld-Bahn........ Donau-Dampfschiff. Llisabeth-Wekbabn . HerdinandS-Nordv. Hranz-Ioseph-Bahn . Äaliz. Sarl-Lndwigd Üemberg - Lzernowitz -Lloyd'Gesellschaft . 97 80 947 94 20 95-75 Geld War« 73 75 73 85 74 45 74-55 88 80 88 90 123 25 123 50 133 75 134- 133 75 l'j-1— 173 50 173 50 H2 114 50 11925 284 40 828 98 20 95 — 94 50 95 112 10 114 75 119 50 284 60 830 - Nordwestbahn . . . Rudolf-Bahn StaatSdahn .... Südbahn........... Ung. Nordostbahn Psanäbries,. Bodencreditanstalt in Gold........... in österr. Währ. . Nationalbank. . . . Ungar. Bodencredit- (Seid »71 — !63 75 284 50 83-50 149 — 116 25 102 50 102 40 101 25 Ware 171 5.0 164 — 285 50 83-75 148 25 116 50 102 75 102 60 101 50 Priorilätr-Oblig. Elisabethbahn, i.C.u. Ferd.-Nordb. i. Silbe'. Franz-Ioseph-Bahn. Galiz.K-Ludwigb. 1.S Öest. Nordweft Bab>< Liebcnbitrger Ll.ihn StaatSbabn 1. «Lu>. Südbahn L 3 Proc. * 5 „ - . privalko>e. Lreditlose Rndolslose 158-50 579 — 191 — 2520 171 -288 — 288 25 168 50 169 696 -^697 — 159 -580 191-50 2523 171 25 Devisen London .... Oelösorten. Dncaten........... 20 Francs .... 100 d. Reichsmark Silber............ 98 2^ 104-50 100 75 104 75 100 8l! 84 — 173 50 109 — 18t, 25 18 25 1,7-25 Gedenktafel über die am 3. Juli 1880 stattfindenden Lici-tationen. I.Feilb, Pcrsin'sche Real., Rakitna, BG. Oberlaibach. — 3. Feilb., Pirnat'sche Real., Großpölland, BG. Reifniz. — 3. Feilb., KeiW'sche Real. ad Freudenthal, BG. Oberlaibach. - 3. Feilb., Kirn'sche Real., Kerschdorf, BG. Gurk-seld. — 1- Feilb., Derbi>"sche Real., St. Georgen, BG. Krainburg. — 1. Feilb., Janc'sche Real, Heil. Geist, BG. Gurkfeld. — 2. Feilb., Klopöar'sche Real., Tomatschou, BG. Laibach. — 2. Feilb., Jesih'sche Real., Brunndors, BG. Laibach. — 2. Feilb., Brezovar'sche Real., Brezje, BG. Laibach. — 3. Feilb., Purkhart'sche Real., Gmajna, BG. Gurkfeld. — 3. Feilb., Proceuer'sche Real-, Stra^a, BG. Gurkfeld. — 2. Feilb., Pctek'sche Rechte aä Da»e, BG. Reifniz. — 3. Feilb., Stcinmez'sche Real., Eisnern, BG. Lack. — 2. Feilb., Arko'sche Real., Reifniz, BG. Reisniz. -- 3. Feilb., Kavöii'sche Real., Verblene, BG. Laibach. — 3. Feilb., Mer?un'sche Real., Tschernutsch, BG. Laibach. — 3. Feilb., Dermastja'sche Real., Je^ica, BG. Laibach. — 3 Feilb., Ciuha'sche Real., Jimergoriz, BG. Laibach. — 3. Feilb., Hcrzog'fche Real., Loke, BG. Gurkseld. — 3. Feilb., Binter'sche Real., Krize, BG. Gurkseld. — l. Feilb., Rns'sche Real., Bclavoda, BG. Reisniz. — 1. Feilb., Gvrnik'schc Real., Soderschij, BG. Reifniz. — I.Feilb, Bartol'sche Real, Hrib, BG. Reisniz. — 2. Feilb., Pirc'sche Real., Grosjmrascho», BG. Gurkfeld. — 3. Feilb, PavlisiS'sche Real, Kosea, BG Möttlinq. — 2. Feilb., MarnZiü'scheReal., Langcnarch, BG. Gnrkfeld. —2. Feilb., Povhe'sche Real., Arto, BG. Gnrkseld. Die Dlliiml'Rollezeitlliig 98 50 105 — 101— 105'-. 101'— 84 25 174— 123 25 108 25 180 75 18-50 5-56 5 57 9-34 !9 34>/, 57 60 .57-65 Telegraphischer Kursbericht am 30. Juni. Papier-Rente 73 80. — Silber-Rente 74 50. — Gold-Rente 89—. — 1860er Staats-Anlehen 133 50. — Bank-actien 826. — Creditactien 284 70. — London 117 40. — Silber —. — K. k. Münzducaten 5 54. — 20-FrancS-Ltücke 9 36. — 100 Reichsmark 57 65. beginnt mit 1. Juli ein neues Ouartal, und empfiehlt sich zur Uebernahme von Abonnements mit Zusichening exaetev nnd schnellster Zusendung achtungsvollst Jg. v.Kleininayr L Fed. Bambergs Wucbl) crnd tung. LM" Pränumerationspreis : Für Laibach mit Zustellung ins Hans fl. l bO; nach auswärts mit frankierter Püstversendnng fl. 1 80 pro Quartal (229) Ans freier Hand werde» die schönen Ktt'lslM- M'l Kalon-OelgemMe des akademischen Künstlers weilnnd Herrn von heute ab verkanst. Besichtigung läqlich von 10 bis 1 Uhr vormittags: Wcrtbhairspkah Wv. 9, 2. Stock. eigenes Erzeugnis, und (76) 35 .Herren-11. Namen-Moilemaren solid und billig bei K. I. Kcrnrann, Hauptplatz. — Preiscourant franco. Verstorbene. Den 27. Jnni. Rosalia Planine, Stcueramtscoiilro-lors-Witwe, 42 I., Sciler-ga»g S!r. 3, Lunge»- und Daruituberculose. De» 28 Juni. Jo-ha»»a Kramer, Fabriksarbei-terintochter, 3 Tage alt, Ka-siellgasse Nr 10, Lebens-schwäche. — Sido»ia Fcrliö, Steueramtsadfuncteustochter 27 Tage alt, Aemonastraße Nr. 5. Weltkarten , in hübscher Ausstattung empfehleu ^ 8, Mn. Anlehen -er Stadt Laibach. X Zweite Ziehung am 2. Juli 1880, 11 Kaupttreffer 20,000 fl. Original-Kose k fl. 24 pr. Slmk ! I und Viatenscheine oder Bezugsscheine ?n 5 fl. Anzahlung und I I wetteren vier Theilrahlnngen L 5 fl. X sind zu haben in der ! I Melsiseljiuke iler Rrain. Gscompie-Oesellsliiast, ! Druck von Ig. v. Kleinmayr L Fed. Bamberg. Verleger: Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Dr. HanS Krau».