Deutsche Macht --- AM»« fctaa Sttaanstatz Go»»>», au(|ra« nt tostet für Uli mit BsIttSan« ii'l Ha«« monatlich II. — .55. eirrtrljSbrit st. i„v>, h»lbj!i»»ie fk I.—, ganzjShrig ff. «___ Mit Talr-rrcaituni lifrtfllJJrtt IA ktUjlfeng st. ».», |onija»rii st. 8 40. Die da|el»t Itammrc 7 tr. 3«lftalc twch Starts; bei Jltm* Sicbrrtolnnjni nt) Kallaakct «a. «efr»cli*it «ad >d»iaistr»ttoa H»«»IPlatz I«. e»i«ch1>unl>rn de« »ed-ctair« i»glich, mit d«r k«»»- und Keierlckgt. »«a n—U lltzr dir- ant S—i ojr Ktchanttat«. — R«la*>ati»nrn portofrei. — WoniilCTijtc twrbm nicht jiuüdjrl«»»«. — Anonyme Z»>rn»aa»ka richt t+riltfftAliflö. Nr. 36.___Cilli, Donnerstag den 5. Mai 1887._ XII. Jahrstang. gegen die Prager Handelskammer ist diegewalt-thätigste, parteimäßigste Handlung, um vier Mandate in tschechische Hände zu bringen. Bloß de« halb, nm unserer Partei vier Stimmen zu entreißen, ist die Coalition mit den Jtalianissimi geschlossen worden. Die Regierung versucht, durch brutale Polizeimaßregeln die Stimmung der Deut schen zu unterdrücken. Der Name der Regierung allein genügt heute in gewissen Theilen Böhmens, um eine gewisse Erbitterung der Leute herbeizu» führen. Die Regierung schreitet aus dem Wege der Verletzung der Interessen des deutschen Vol-kes in Böhmen fort. Die von, Verwaltuugsge richtshose gesetzwidrig erklärte tschechische Schule in Leitmerih bleibt bestehen. Schrittweise und unauffällig erfüllt man von Seite der Regierung die Forderungen der Tschechen, welche direct gegen das Interesse der Deutscheu gerichtet sind. Langsam aber zielbewußt geht die Regierung auf dem Wege der allmähligen Zurückdrängung der Deutschen vor. Ein großer Theil der künstigen Generation wächst aus ohne Glauben an Leiter reich und seine Existenz. Wir müssen es der Re-gierung überlassen, die Eonsequenzen von all' dem Unheil zu tragen, das sie über Oesterreich heraufbeschwört. Äußerer erwähnte unter Anderem die Verhältnisse in llntenteicnnark, wo u»ter der Protektion der Regierung gewaltsam slavische Propaganda getrieben und selbst in solche Gegen den der Unfrieden getragen werde, wo bislier Friede geherrscht habe. Tomaszczuk sagte es unumwunden, daß das Endziel der gegenwärtigen Politik die Schaffung des böhmischen Staates nnd daß man gegenwärtig daran sei, die Vorbedingungen der-zustellen, welche die Erreichung diese» Zieles zum Zwecke haben. Die erste dieser Vorbedingungen ist, die Deutschen möglichst mürbe zu machen, die zweite ist, die Verdrängung der Deutschen Die Budgetdebatte. Wien. 28. April. Von deutscher Seite haben mehrere Redner gelegentlich des Staatsvoranschlages das Wort ergriffen: Carneri, Menger. Plener u. s. w.Jn Folge »iercr eigenthümlichen Preßfreiheit ist es einer Zeitung ganz unmöglich, frei herauszusagen, was Mand denkt. Das verfassungsmäßige Recht der .freien Meinungsäußerung" besteht sonach eigentlich nur für die Abgeordneten, deren Immunität ibrigens auch nur im Abgeordnetenhaus? ein freie« Won möglich macht; darum ist aber das, »a» dort gesprochen wird, von umso größerer Bedeutung. Was jahrüber verhalten bleiben muß, «» aus tausend Federn nicht heraus fließen tari, was von tausend Lippen verschloßen ge-halten wird, da» kann endlich einmal in der Volksvertretung frei ausgesprochen und vor aller Lelt wiederholt werden. Insbesondere sind die Deutschen, gegen «lche sich die Ereignisse der letzten Jahre ganz sonders zugekehrt haben, veninheilt, stumm' zu iöden. Im Reichsrathe aber öffnet sich endlich ht sW i n-d i s ch e Kainpsweise.s Es hieße Eulen nach Alheu tragen, wenn wir die windische Kamps-weise unseren deutschen Stammesgenossen noch vor Augen führen wollten. Alles, was deutsch ist und fühlt, wird mit Kolh besudelt, denuncirt und verunglimpft und es gibt im steirischen Unterlande kaum noch einen deutschen Stammesge-nossen, der alles nicht schon an sich selbst er-fahren Hütte. Was nützt es ihm. wenn er noch so ruhig und zurückgezogen lebt, genug de? Verbrechens ist es. weitn er nicht mit dem windi--schen Pcrvakentroße Hetzt. Ja, wir machten die Ersahrnng, daß es gerade der allerbeste und intelligenteste Theil unserer deutschen Volksgenossen ist, der das Auge des windischen Hetzers am meisten beleidiget. Und je gemeiner die An-griffe aus einen deutschen Stammesgenossen, desto ehrenhafter sein Charakter. Tent entgegen werden windische Wichte, die sich nur mit Hetze und Intriguen beschäftigen und mit denen wir Deutsche aus Rücksichten der persönlichen Werthschätzung nicht einmal verkehren könnten, in den Himmel erhoben und zu den nationalen Coryphäen ge-zählt. Und dieses alles, trotzdem Mancher seine Erbärmlichkeit vor der Welt und dem Strafgerichte kannt mehr verbergen kann. Wir werden es uns zur Ausgabe machen, diese Helden der Reibe nach der öffentlichen Meinung preiszugeben, denn dort, wo die öffentliche Moral, das ganze sociale Zusammenleben leidet, hört jede Rücksicht aus! Windisch Feistritz. 30. April. (Orig.-B.) IHl. Mission und Bußfertigkeit. I Auch uns ist das Schicksal nicht erspan geblie-den, durch die heilige Mission vom Josefiberge. welche durch Conftatres aus dem wunderbaren weißen Laibach verstärkt wurde, den Weg des Heiles gewiesen zu werden. Die ehrwürdigen Patres, deren heilsames Wirken im Unterlande immer nach Gebühr gewürdigt wttrde, strengten 1887 sich bei uns besonders an. da sie auch demsche Predigten zu Nutz und Frommen zartbesaiteter Seelen hielten. Die Zei: der Bekehrnngsweise sür unsere sündhaften Städtler und Dörfler ivar zwar etwas unglücklich gewählt, es war eben die Zeit der dringendsten Weivgartenarbeit»: Taglöhner waren keine zu bekommen, diese sagte das Bauernvolk und das Gesinde waren trott fünf Uhr Morgens bis in den späten Ada» in der Kirche, es ging jede häusliche Ordnung in Trümmer, und dies dauerte durch volle zch» Tage. Nachdeut die Mission beendet war, dk-gaben sich vier der ersten Bürger — banuaer ein Kirchenkämmerer, während die ander» dni sich immer als liberal erklärten — in die Dechant» und bedankten sich ehrerbietigst bet fort hoch- und ehrwürdigen Bekehrnngsaposteln ni: ihr ersprießliches »Wirken. Ob dieses einseitige» Borgehens des Kirchenprobsten und der drei so genannte» liberalen Herren, der Mehrzabl da Stadtbevölkerung entspri.i t. ist sehr sraglich u»d würden wir hierüber gerne einige Stimmen ata unserer Mitte vernehmen. Bon den Landgemem-den wenigstens sind keine Deputationen mit dein Ausdrucke des „ehrerbietigen Dankes" erschienen, und mir müssen aufrichtig versichern, das: nHr aus der Verwunderung über die sich vollzogenen Wandlungen in unserer treudeutschen und ite» liberalen Stadt nicht herauskommen. Beim Ad zuge der hoch- und ehrwürdigen Missionäre, der unter dem Geläute sämmtlicher Glocken vor sich ging, hatte die Stadt ei» so feierliches Gepräge, wie fönst an den größten Festestagen nicht. Vom Lande, 2. Mai. sOrig. Ver.) >Win-d i s ch e Journalistik.! Wir sind ebenfalls so frei, unfern windisch-juristische» Zeitmtg»-scribler „von« Lande" hübsch int Auge zu de« halten. Des Oefteren schon nahmen wir Gelegenheit, dessen saubere Thätigkeit gebührend 51 kennzeichnen und ihm den wohlmeinenden!>iai? zu geben, fleißig vor seiner eigenen Thürefit kehren. Anscheinend hatte dies jedoch bisher noch keinen Ersolg, da selber das berüchtigte südim-rische Denunciationsorgan noch immer zur Ab lagerung seiner geistigen Excremente bcuicht. Diese strotzen derart von Lügen uud EntsteUmi geu, daß wir sie ant besten mit deut Ausdrit^ „Pauschalverdächtignngen" kennzeichnen. fflir Deutsche haben es durchaus nicht nöthig, davor zurückzuscheueit, wenn mau uns in „separat» Beleuchtung anschauen läßt". Die «indische» Denuncianten mit der „Trias" von Hvlldtin hätten es wohl schon längst gethan, wenn » an den deutschen Ehrenmännern etwas stellen gäbe. Bei näherer Untersuchung der ( : .1 raktercigenschasten derselben dürfte der wni&ndie Naderer höchstens finden, daß die Genanntem ti deutscher Gemüthlichkeit schon manchen arabischen Gauner vor dem sicheren Criniinale erröteten ! — Dies zur vorläufigen Wissenschaft ans die Drohungen des windischen Stadtherrn . vom Lande" und — wenn gefällig — Näheres. y reit jciier Stellung im Staate, die sie durch die historische Entwicklung, aber auch durch ihre eigene kulturelle Bedeutung erworben haben, und damit dies in dauernder Weise erreicht werde, bandelt es sich vor Allem darum. das Geltungs-gebiet der deutschen Sprache möglichst einzuschränken und sie namentlich von allen jenen Functionen auszuschließen, die ihr eben den Charakter einer Staatssprache verleihen. Hierin liege die eigentliche politische Bedeutung der Sprachenverordnung von« vorigen Jahre. Herb st erinnert an die Kaiserin Maria Theresia, welche in einer erst jetzt bekannt ge-wordenen Denkschrift im ersten Trittheil ihrer Regicrungszeit ihre Ansicht über die Verhältnisse unserer Länder ausgesprochen, und die bemerkenswert^ Aeußerung gethan, daß die Hanptursache der immer größer werdenden Geldverlegenheit und der staatlichen Schwäche in dem frühere» Zustande des losen Läuderverbandes gelegen sei. Es sei nicht eine Zufälligkeit, daß seit der Zeit dieser großen Kaiserin die engere Ver-bindnng der österreichischen Länder erfolgte, und was diese Kaiserin — denn ihr sei eigentlich Oesterreich in seinem Ursprünge zu danken — geschaffen und ihr Sohn vielleicht allzu rasch fortgesetzt hat, das hat die Zeiten lange über-dauert. Jetzt aber sehen wir, wie immer mehr der Staat in seine Theile zerklüftet wird, uud was sür finanzielle Conseguenzen dies habe und haben müsse. Es betrübe, wenn man sehe, wie an die Stelle des lebendigen Enthusiasmus für das Vaterland, welches man trotz Allen» und Allem, was man auch sagen mag, liebe, weil mait gar nicht anders könne, wie an die Stelle dessen entweder Gleichgiltigkeit oder Erbitterung trete und das könne doch sür den Staat nicht gleichgiltig sein, wenn ein so großes Volk, wie es die Deutsche» in Oesterreich sind, zn einem so großen Theile gleichgiltig oder erbitten wird. Möge man auch überzeugt sei», daß, wo es sich uut die Gefahr für das Vaterland handelt, sie einstehen werden, aber man werde doch mit Betrübnis sagen müssen, daß, wenn die Hoff-nung immer mehr schwinde, auch der Glaube immer mehr erschüttert werde. So spricht das Deutschthum aus dem Munde seiner berufenen Vertreter! Korrespondenzen. Hochenegg. 2. Mai. (Orig.-Ber.) [Ober-lehret Kupnik.I Bei den letzten Wahlen hat sich den Herren Brezonnik uud dem Caplan noch ein dritter, welcher bisher den Schein des nationalen Jndifferentismus zu erhalten ver-stand, als Führer der nationalen Agitation bei-gesellt. Dieser Man« heißt Urataritsch. Es wird sich bald die Gelegenheit geben, den Schleier zn lüften, welcher diesen Mann umhüllt, und die Persönlichkeit zu beleuchten, wie sie in Wirk-lichkeit ist. Leider hat die deutschfreundliche maurerei zu einander wie Antithesen und Gegenpole. Kirchlich und Menschlich. Beharrung und Bewegung, Absolutismus und Freiheit, Eifer und Duldsamkeit. Bevormundung und Selbstbestim-ntung, Mittelalter und Neuzeit, Glaube und Zweisel, Dogmatismus und Forschung. Centrali-sation und Föderalismus — das sind Gegensätze, welche eine breite und tiefe Kluft zwischen den beiden Orden klaffen machen. Beiden muß zugestanden werden, daß sie überzengnngsooll und standhaft an ihren Prinzipien gehangen und gehalten haben, im Unglück wie im Glück. Zeitweilig jedoch haben sich die Ver-hälmiffe so wunderlich verschoben, daß der Jesuitismus und das Maurerthum die Rollen gänzlich getauscht zu haben schienen, indem jener die Bewegung, dieses die Beharrung vertrat. Wir müssen uns im Uedrigen auch hier stets gegenwärtig halten, daß alle menschliche» Schöpfn», gen und Einrichtungen, welche der schweren Probe des praktischen Daseins mit allen seinen Wirklichkeiten und Gemeinheiten unterworfen sind, der Gefahr des Aus- und Entartens nicht zu entgehen vermögen. Aber wenn Jnstintte, deren Dauer schon nach Jahrhunderten zählt — was wenigstens beim Jesuitenorden der Fall — trotz alledem und allediesem noch in der Gegenwart eine so nmsafsende und tiefgreifende Wirksamkeit zu entfalten im Stande sind, wie die beiden in Rede stehenden, so zeugt das denn doch von einer außerordentlichen Lebenskraft. Und von noch etwas zeugt es, davon, daß die Löwin Princip-treue doch ein unendlich viel edlere« Geschöpf sei, als die Katze Opportunist. Die Thätigkeit der Freimaurerei war die stillere und unscheinbarere, die des Jesuitismus die geräuschvollere und glänzendere. Freilich hat auch jene eine Zeit gehabt — die zweite Hälfte de« 18. Jahrhunderts — während welcher sie großen Lärm machte und viel Staub auswirbelte in der Welt. Sodann wieder während der Re-stanrationszeit, als sie in ihrer Verquickung mit den CarbonariSmns in Italien, Spanien und Frankreich unmittelbar in der Völkergeschichte einzugreifen trachtete. Seither herrscht in den Logen politische Windstille, und wo dieselbe unterbrochen wurde, wie z. B. in den Logen von Paris wäh-rend der Belagerung der Stadt durch die Deut-schen 1870—71, da ist das freimaurerische Ideal zumeist nur in Gestalt der Lächerlichkeit in die öffentliche Erscheinung getreten. Vor 36 Jahren habe ich vom Wesen und Wirken der Gesellschaft Jesu diese Kennzeichnung entworfen: Der Jesuitismus wollte die ganze Erde zu einem sogenannten Gottesstaat machen, dessen Verfassung da« römisch-katholische Topa war, zu einer Domäne des Papstthums, welches aber nur ein Werkzeug in den Händen des Cv den« sein sollte und gewöhnlich auch war. Jedem zweifelnden und rebellischen Gedanken nicht irnr. nein, dem Gedanken überhaupt aus deu }t:r zu treten, an die Stelle des Denkens em verschwommenes Fühlen zu seyen, mit urter^m: Systemank und eiserner Folgerichtigkeit die Bei-dumpfung und Verknechtung der Massen durchzuführen, die gescheiten Köpse, wie die reich» und Mächtigen, die einflußreichen Leute jeder Art durch blendende Vortheile an sich zu schein, die vornehme Gesellschaft zu gewinnen mtmiß einer Moraltheorie, welche durch ihre Ätasetn und Vorbehalte leicht in ein Lehrbuch des tastn» sich verwandelte, die Armen durch Peachmitg ihrer materiellen Bedürfnisse zum Danke zu verpflichten, hier der Sinnlichkeit, dort der sucht, heute der Genteinheit, morgen dem Äl-geiz zu schmeicheln. Alles zu verwirren, um AIW zu beherrschen, die Civilisation mählich herab;»-drücken zu einer bloßen Vegetation und Dk Menschheit schließlich umzuformen zu einer -ch-' Herde: daraus ging die Gesellschaft Jesu r 1887 ^Deutsche Wacht" 3 Schufvereine. Wien, 28. April. Zur diesjährigen Haupt-r t r f fl m m l u n g bc-> deutschen SchulvereineS, welche bekanntlich am PflingstmoMag (30. Mai) in W i e« abgehalten wird, langen bereits zahl-reiche Anmeldungen von Vertretern und Theil «Einern der verschiedenen Ortsgruppen ein. Tages-vrdnung der Versammlung und Programm der wttmidenden festlichen Veranstaltungen werden demnächst bekannt gegeben. — In der am 26. tpril allgebaltenen A u sschußsitz u u g wurde der Ortsgruppe Stockerau für eine festliche Ver-annalmnsi der Dank vonrt. Der ObmaunStell-rertreier Dr. von Kraus berichtet über feine Theil-nähme an der Hauptversammlung des allgemeinen deutschen Schulvereines in WieÄaden und Ausschußmitglied Dr. Wolfshardt über Bereisung in 't e i r i s ch e n (Gebieten, Für den Schul-bau in Görtschach (Keimten) wird eine Bau-silbveillion bewilligt. Der Gemeinde Beinhöfen werden sür Schulreparatureu und für Bezahlung der Schulgelder sür arme Kinder in Altbuch Töbernn, die nöthigen Beträge zugewendet. Weilers werden für das Schulhaus in Lieben die nochwendigen Geldmittel bewilligt, für Benchko zur Auschafsnng biblischer Geschichtsbilder und sür Tersenthal sowie andere Gebiete in Tirol kleinere Unterstützungen gewährt. Ferner wurde» für Einrichtung und Erhaltnug des Kindergar-tene in Lelsers (Tirol) die nöthigen Beträge bestimmt, den Enneber^er Schulen zur Anschaffung von Arbeitsmaterial eine Unterstützung zu-gewendet und schließlich wird für eine Gemeinde bei Marburg zur Erlangung einer selbst-ständigen Schule ein größerer Betrag bewilligt. Kleine Eöronik. sD i e Land ttur m Pflicht derLciter der Industrie-Anstalten.^ Hinsichtlich des Herganges bei Enthebungen der unentbehrlichen Ceiter grcher Industrie - Anstalten vom Landsturm-eifnfte bar das LandesvertbeidigungS - Ministerium frlgendc Weisungen an die Vandesstellen enbeilt: Tie Sntbebung vom Landsturmdienste der Leiter der ^ndusrnt-Anftallen überbaupt kann nur in ganz besonderen ausnahmSweisen Fällen ertheilt werden, ant muß deshalb das diesbezügliche Einschreiten der Vetberlizten erst dem Viobilisirungsfalle vorbehalten werden. !^ür die Beurtheilung ist maßgebend, daß mir ein solcher Scrtbetricb vom öffentlichen Interesse gebeten ericheint, dessen selbst zeitweiliges Aufhören thu öffentliche Kalamität dadurch mit sich bringen mÜBtt, daß die Erwerbsquellen wesentlicher Theile der Bevölkerung zunichte gemacht würden oder ab-solul unentbehrliche Bedürfnisse auch aus sonstige Weise nidtt gedeckt zu werden vermöchten. Fernere Sedinzung ist, daß die Enthebung nur einzelne zur «»mittelbaren Leitung Unentbehrlich« betreffe, wenn dieselben durch Andere nicht ersetzt zu werde» ver-Mchlm. Die Recurse sind ausgeschlossen, indem die Sntbebungen überbaupt nicht im Interesse der be- Ihre Organisation war ein politisches Kunstwerk höchster Potenz, großartig im Entwurf. vollendet, geschickt in der Au sührimg. Hier ist im vollendeten Gegensatze zu der in ihrer Ursprünglich-feit aus die Selbstbestimmung des Menschen ge-richtete» Idee der Reformation das völlige Aufgellen der einzelnen Persönlichkeit in einem socialen Ganzen durchgeführt, uud darum berührt sich der JesuitiSmus des 16. Jahrhunderts so nahe mit dem Socialismus des 19. Das Herz des Jesuiten schlug und schlägt in der Brust seines Ordens. Nie hat ein General gehorsamere, unerschrockenere und ausdauerndere soldate» gehabt als der Jesuiteugeneral. und nie ivurde ein Heer mit meisterhafterer Strategie und Taktik geführt als die „Compagnie Jesu". In viel-faltiger Proteuswaudlung und dennoch stets die-selbe, so sühne sie nimmerrastenden Krieg gegen den neuzettlichen Geist. Alles wurde auf diesen Zweck bezogen, und Alles mußte demselben dienen. ?er Jesu» war Gelehrter. Staatsmann, Krieger, Künstler, Erzieher, Beichtiger. Arzt, Jurist. Mis-fionar. Krankenpfleger. Kaufmann, je nach den llninanden imd den» Gutsinden seiner Oberen, aber allzeit blieb er Jesuit. Er verband sich hellte mit dem Fürsten gegen die Völker, um vielleicht treffenden Persönlichkeit, sondern au» Rücksichten allgemeiner Natur platzzugreifen haben. sL ä p p i s ch e A ufschu ei d erei.s Jedermann weist, daß General Wolseley bloß ein „Zeituugs-General" ist. das heißt, daß er seinen ganzen Ruhm bloß der geschickten Reelame verdankt, welche er und eine Anzahl seiner Ge-treuen von ihren großen Thaten zu machen ver-standen. Niemand wird daher erstaunt sein zu hören, daß General Wolseley am 24. v. M. bei einem Preß-Diner erklärte, die heutige eng-lische Armee befinde sich, dank feiner Bemühun-gen, „in einem geradezn wunderbare» Zustande der Trefflichkeit und Bereitschaft und könne es getrost mit allen anderen Armeen aufnehmen." Niemals habe die englische Armee so bereit ge-standen und wcder zu Marlborongh's noch zu Wellington'S Zeiten habe Großbritannien eine ähnliche vorzügliche Truppenmacht besessen. An-gesichts solcher Prahlereien hält es schwer, ernst zu bleiben, und die meisten Zeitungen unterlassen daher dieses Mal die üblichen Selbstgratulationen der englischen Unbesiegbarkeit. weil die Wolse-leq'schen Worte doch gar zu dick aufgetragen wäre». Wenn man die jüngsten Berichte über die Zustände des englischen Heerwesens im Ge-dächmisse hält, dann muß man in der That sich wundern, daß selbst ein Wolseley in solcher Weise sich zu blamiren wagt. folgende Uhland-Anekdotel lie-fert einen erheiternden Beweis dafür, mit welch' ge-müthlichem Witz der Dickler gelegentlich einen Gegner abzufertigen vermochte. In der württembergischen Kammer hatte ein Abgeordneter den Antrag gestellt, die Verhandlungen sollen stets mit einem Gebet eröffnet werden. Da erhob sich Ubland und sagte: „Es beißt wobl in der Bibel: „wenn Du betest, so geh« in Dein Kämmerlein, aber e» heißt nicht: in die Kammer !" Damit war jener Antrag begraben. ID i e t o d t e Ä a ti e.] In dem städtischen Brauhaus zu Pößneck muhte nach der .Allenburger Ztg." ein ganzer Sud Märzenbier weggeschüttet werden, weil sich eine todte Katze darin befand. Den Schaden schätzt man aus 1000 Mk. Wie aber auch die Behörden wegen einer solchen Kleinigkeit so ri-goros sein können. sU e b e r D r u tf f e h l e r.] Sine Anzahl Professoren in Edinburg. so erzählt ein Schweizer Blatt, beschloß einst, ein Buch zu veröffentlichen, das durch keinen einzigen Druckfehler entstell! werden feilte. Neun gelehrte und kundige Männer lasen deshalb die vorrecmrbogen und setzten schließlich einen Preis von l<) Psund Sterling (200 Mark) auf jeden Druckfehler, den Jemand in dem fertigen Werke finde. Und siebe da l Schon das Titelblatt enthielt einen Drucksebier. Wenn das bei einem Bu»e geschieht, von dem jeder Bogen neunmal cor-rigirt und revidirt wird, immer von einem anderen und in aller Ruhe und Gemächlichkeit, um wie viel eher muh dies einem Zeitungsblatte Passiren, daS im Fluge weniger Stunden geschrieben, gesetzt, eor-rigirt, gedruckt, abgezählt, gefalzt und ausgetragen werden soll. morgen schon, wann bei veränderter Eonstellatio» der Bortheil seines Ordens es heischte, mit den Völkern wider die Fürsten zu stehen und zu gehen. Es verschlug ihm nichts, die Empörung zu predigen und zugleich zur Errichtung von Schafotten für die Empörer anzueifern. In Zei-ten. wo die Staatskunst den Meuchelmord für ein selbstverständliches Auskunsismittel ansah, niachte sich auch die Politik der Jesuiten nichts daraus, den Dolch und die Giftviole, wenn nicht selber zu handhaben, so doch in den Händen von Attentätern zu lenken. Die äußere Verwaudlungssähigkeit und das Anbequemnngstalent des JefuitiSmus waren in Betracht der Starrheit seines Princips doppelt erstaunlich. Der Jesuit überschiffte Meere uud durchwanderte Wüste», um unter tausend Gefahren in Indien, China und Japan das Ehri-stenthnnl zu verbreiten und sich mit von Begei-sternng leuchtender Stirne zum Märtyrertode zu drängen. Er sührte drüben in Südamerika das Beil des Ansiedlers und den Spate» des Pflanzers, um in der Urwaldwildniß einen Staat zu gründen, während er hüben in Europa Staaten untergrub und über den Hausen werfen half. Er zog Armeen als fanatischer Kreuzzugsprediger lDie Geschichte eines Processes.) Dieser Tage wurde in Paris ein großer, schon lange Zeit andauernder Erbschaflprezeß zum Austrag gebracht, welcher zeigt, daß auch die sonst so ernst-hafte Göttin TdemiS ihre Launen besitzt. Im Jabre 1801» übergiebt eine der Parteien, Herr B., ibre Sache Herrn ISrnile Ollivier. Schon war der Tag sür die öffentliche Verhandlung angesetzt, als Emile Ollivier Minister wird und die Acten sei-nem Klienten zurückstellt. Dieser wendet sich hieraus an Jules Favre, welcher, kaum daß er in der ver-wickelten Angelegenheit klar zu sehen begann, sich am -t. September selbst zum Min ster des Auswärtigen ernennt. Der Prozeß gebt in die Hände eines dritten Aovokaren, des Herrn Dufaure, über. Belagerung von Paris, Waffenstillstand, Wahlen und Enren-nung Dufaure'S zum Iustizminister! „Betrauen Sie Victor Lefranc mit Ihrer Sache!" räth Du-saure dem Herrn B. Lefranc war noch nicht Depu-tirter. Sechs Wochen später war er nicht nur Depu-tirter, sondern anch Minister. Der enttäuschte Klient nimmt nun, um ja sicher zu gehen, zu einem als Bonapartisten kompromitirten Advokaten seine Zu-flucht. Dieser wurde zwar nicht Minister, verlor aber im Jahre 1876 den Prozeß in erster Instanz. Herr B. begab sich eiligst zu Viktor Lefranc, der in-zwischen ins Privatleben zurückgetreten war. „Ver-theidigen Sie meine Sache in zweiter Instanz", bat er ihn; „Sie sind mit derselben schon bekannt und haben wobt ein Jahr vor sich, bevor Sie wieder Minister werden mögen." Lefrane übernahm wieder den Prozeß in wenigen Monaten jedoch war er wieder Minister und somit gezwungen, Herrn B. die Prvzeßaekten zurückzustellen. Der Advocat, Herr Paul Renard, hat den Prozeß übernommen, und nachdem er in allen Instanzen sachsällig gewcrden, denselben zu Ende gefübrt und „glücklich" verloren. Er ist aber dasür auch nicht Minister ge-worden. sEin Held von elf Jahren. 1 Das Stockbolmer Blatt „Daghens Nybeter" theilt mit: An einem Tage an der vorigen Woche erlitt ein elf Jahre alter Knabe mittels einer ^chußwasfe durch eine Unvorsichtigkeit seine« l 4jährigen BruderS eint schwere Verletzung. Ein Schuß knallte und ging dem Kleinen in den Magen. Die Eltern waren beide nicht anwesend. Das Unglück war geschehen, der jüngste Knabe klagte über Schmerzen. Beide beschlossen, sich zu einem Chirurgen zu begeben. Der Chirurg erklärte, nichts machen zu können. Auf dem Rückwege trafen sie aus die in einer Droschke beimkehrende Mutier. Als sie das Herz-zerreißende erfubr, was sich zugetragen, ließ sie sich den Kleinen in den Wagen geben und fubr in rasender Eile nach dem Serasimer-Lazareth. Dortbin kam auch der telephonisch berufene Vater. Sie er» fubren aber nicht, wie das Unglück vor sich gegangen war, der ältere Bruder hatte den kleinen Verwundeten beschworen, ihn nicht zu verrathen, da er de« Vaters Zorn fürchtete. Der arme Kleine gelobte dies. Der Zustand des kleinen Verwundeten war sehr bedenklich, als man in der .Heilanstalt anlangte; aber er war noch bei vollem Bewußtt'ein voran und leitete zugleich ihre Märsche mit dem Feldmeßzeug des Ingenieurs. Er schweigt? das Gewisse» des vornehmen Herr», welcher seine Stieftochter verführt hatte, wie das der große» Dame, welche mit ihren Lakaien Ehebruch trieb. Für alles wußte er Rath over Trost, für alles Mittel uud Wege. Er entwarf „ungleicher Ge-schicklichkeit Staatsverfassnnge». Feldzugspläne und riesige Handelscombinationen. Er scharrte niit geiziger Hand Haufen Goldes zusammen, um sie mit freigebiger wieder zu verschleudern — dieses wie jenes „ad inajorem dei gloriarn". Mit den Fröhlichen lachte, mit den Traurigen weinte er. Dem reichen Sünder gab er einen Schuybries vor der Hölle, der armen Dulderin eine Anweisung aus das Himmelreich. Seine nie versagende Findigkeit imponirte de>^ Männern, sein weltmännischer Schick und Schliff den grauen. Mit Politikern sprach er wie ein Poli-tiker, mit Gelehrten als ein Gelehrter, mit Sol-datcn wie ein Soldat, mit Bauern als ei» Bauer. Er war ebenso gewandt im Beichtstuhl, Lehrzimnier und Rathsaal, wie aus der Kanzel und aus dem Disputirkatheder. Er konnte die Nächte hinter Actensaszikeln verwachen, mit n» befangener Sicherheit auf dem glatten Parkett 4 We«tsche Wacht" 1887 und klagte in seinem schweigsamen Heldenmuth nicht über Schmerzen. Die Eltern brachten den Knaben unter und begab«« sich etwa» beruhigt nach Hause. Aber Alle» war verändert, als sie am nächsten Morgen wieder zurückkamen. T«r Tod hatte schon seinen Stempel auf das kleine Dulderantlitz gedrückt. Der Ärzt constatirte innere Verblutung. Eine schnelle Operation könne vielleicht sein Leben retten — aber wahrscheinlich sei auch das nicht. Die Operation wurde vorgenommen. Die Därme waren auf vier Slellen durchschossen, die Bauchhöhle war voll Blut. Die Löcher wurden zngenäbt, man versuchte durch Ueberleitung fremden BluteS (Transfusion) den Blut-Verlust zu ersehen — Alle« »ergeben«. Zwei Stunden nach der Operation verschied der Knabe. Er bewahrte seine Eeelenstärke bi« zum letzten Augenblick, kein Wort darüber, wer den Schuß ge-than, kam über seine Lippen. Er hatte seinem Bruder sein Wort gegeben und er hielt es. AI« die Eltern nach Haus« kamen, stürzte drr ältere Sohn ihnen verzw«ifelt zu Füßen und erzählte, wie Alle« ge-kommen war. Wie viel die einzelnen Körper-theile de« Menschen werth sind,) w«iß nicht Jeder, und doch ist es wichtig, dieselben in Procenten schätzen zu können. Ein« Beruf«genosfen-schaft bat dem Uebelstand abgeholfen und bei Er-werbsunfäbigkeit in Folge Betriebsunfalles für die Rentenbemesiung folgend« Skala aufgestellt: bei Verlust beider Augen, oder Hände, Beine oder Füße 100 pCt. Erwerbsunfähigkeit, Verlust der rechten Hand 60 pEl., eine« Fußes 50 PC»., der linken Hand 40 pEt., de« rechten Daumen» 33'/j pCt, eines AugeS 22 pEt. deS linken Daumens oder rechten Zeigefinger« >4 pt5t., de« linken Zeigefinger« 8 pEt., eine» anderen Finger« der linken Hand 4 pEt der Erwerbsunfähigkeit. Leider ist die Zunge nicht mit in die Berechnung gezogen, weil deren Verlust wohl nie vorkommt. ES wäre sonst interessant zu erfahren, um wie viel Procent die weibliche Zunge wohl höher geschätzt wird, wie die männliche. [Die verfluchten Horchlappenl) Eine ganz außergewöhnliche Gemüth«ruhe bewies dieser Tage ein Friscurgedilf« in einem Geschäft in Berlin, al« sich ein Herr bei ihm die Haare schneiden ließ. Der Jüngling fuhr in den Locken de« Fremden so begeistert umher, daß er ihn ziemlich tief in die Ohrmuschel schnitt, welche heftig zu bluten begann. Der Fremde wollte unwillig werden, aber der liebenswürdige Friseurgehilfe suchte ihn sofort »u beruhigen, indem er vollkommen gleichmütig etwa« Schwamm auf die Wunde legte; „Sehen Sie, Verehrtest», mit den Horchlappen hab' ick immer Pech. Beim Haarfchneiden find sie einem immer im Wege, und w«nn man reinschneidtt, dann blutet e« so stark, al« wenn frisch geschlachtet würde." Und noch «inmal legte er Schwamm auf die Wunde und murmelte kopfschüttelnd; »Diese verfluchten Horchlaven !" Der Fremde war über die Gemüth«-ruhe des liebenswürdigen Friseur« so verblüfft, daß er e« bei der schneidigen Behandlung seiner »Horch, läppen' bewenden ließ. der Paläste sich bewegen und mit ruhiger Fassung die Pestluft der Lazarethe einathmen. Aus dem goldschimmernden Cabinete eines Monarchen, welchen er zur Ausrottung der Ketzerei gestachelt hatte. ging er in die schinutztriesende Hüne der Armuth, um einen Aussätzigen zu pflegen. Von einem Hexenbrande kommend, brachte er es über sich, in einem Kreise leichtfertiger Höflinge scep-tisch schillernde Witzleuchtkugeln steigen zu lassen. Er vermochte abwechselnd als Zelot oder Frei--geist, als Kuppler oder Moralist, als hingebend aufopfernd oder tödtlich haffend, als Teufel oder Engel sich auszuspielen — alles „zur größeren Ehre Gottes", d. h. zur Forderung des Endzieles der „Compagnie". Ueberall war er daheim, denn er hatte kein Vaterland, keine Fa-milie, keine Freunde: das alles mußte ihm der Orden sein, für welche» er mit bewunderungswürdiger Selbstverleugnung und Thatkraft lebte und starb. Nie, fürwahr, hat der Menschengeist ein ihm gefährlicheres Institut geschaffen als den Jesuitismus und nie hat ein Kind mit so rücksichtsloser Entschlossenheit seinem Vater nach dem Leben gestrebt wie dieses. (Schluß folgt.) sV ä t e r l i ch e Lehre.) Bauer (zu seinem Sohn«, d«r einen Städter in'« nächste Dorf führen soll): „Wannst mit'» Herrn gehst, so muaßt auf der richten Seiten geh n, g'rad al« wannst an Ochsen auf n Markt führest!" sFührerweisheit. 1 Tourist (auf dem Berggipfel): „Wo liegt dir Ferdinand«höh« ?" — Führer: „Dort brüten." — Tourist: „So? Ich dacht«, auf d«r anderen Seite." — Führer: „Ganz richtig! Aber bei dem Neb«l ist« doch ganz gleich, wo Sie hinschauen." s G e n ü g s a m.) Backfisch (im Pferdebahn-wagen, der plötzlich still steht): „Was ist geschehen?" — Nachbar: „Der Wagen ist entgleist." — Backfisch : „Gott, wie poetisch!" Forstes und Arovinciales. Cilli, & Mai Killier Stadtverfchönerungs-Perein. Manchem Fremden mag es ein Räthsel sein, wie es unsere Stadt zu Stande gebracht hat, im Interesse des Gemeinwohles Institutionen ins Leben zu rufen und zu erhalten, welche selbst in Städten mit doppelter, ja dreifacher Bewoh-nerzahl nicht überall vorhanden sind. Die Lösung des Räthsels ist in der ganz beispiellosen Opfer-Willigkeit unserer Bevölkerung zu suchen, in dem ausgesprochen demokratischen Geist derselben und in dem allgemeinen Verständnis sür das Gemeinsame. Diese Tugenden wehen demjenigen, der unsere Stadt zum erstenmale betritt, sofort heimelnd entgegen und lassen ihn den Ansent-halt unter uns angenehm erscheinen. Sie haben aber auch einen LocalpatriotismuS erzeugt, den man anderswo nicht leicht wiederfindet, der den Einzelnen selbst Anstrengungen nicht scheuen läßt, wenn es das Ganze gilt, und der deshalb mit größter Sorgsalt gepflegt werden soll, damit er immer und immer erhalten bleibe. Wir senden diese einleitenden Bemerkungen dem Berichte über die gestern stattgehabte Haupt-Versammlung des StadlverschönerungS-Vereines voraus, der ohne Zweifel die populärste In-stitution in unserer Stadt ist und aus dessen Lei-stungen wir Alle, und zwar sehr mit Recht, stolz sind. Die Versammlung fand im Brauhaus „zur Krone" statt und wurde von dem Obmann de« Stadtverschönerung» - Vereines Herrn Bergrath Riedl mit einer Begrüßungs-Änsprache eröff-net, welcher er den Bericht über die Thätigkeit deS Vereines folgen ließ. Der Verein zählt gegen-wärtig 526 Mitglieder. Das Arbeitsprogramm, welches er in der letzten Hauptverfamintung ent-wickelt habe, sei durchgeführt, und wenn auch die Auslagen im abgelaufenen Jahre sehr bedeu-tend waren, so seien aber auch die erstrebten Zwecke der Hauptsache nach erreicht worden. Es werde zwar immer noch Manches geben, was nach und nach werde geschehen müssen; die Hauptaufgabe aber, den Stadtpark durch Vereinigung mit dem Terrain der Reitter-Realität zu einer Anlage zu gestalten, auf welche so manche große Staot stolz sein könnte, sei gelöst. Im llebrigen geben die Anlagen in der Umgebung Cilli'S von der Thätigkeit des Vereines besser Zeugnis, als es Redner durch Delaillirung der geleisteten Arbeiten vermöchte. Die Grundbedingung sei das Ver-trauen gewesen, mit welchem die Stadtgerneinde den Verein im Terrain der Reitter-Realität in, Sinne der Verschönerung walten ließ. Herr Riedl gedachte sodann desjenigen, der. „jede nur denk-bare Quelle sorglich ausnützend", die Geldmittel schuf und schafft, des ruhelosen Vereinscaffiers Herrn Schmidl, und dann des unermüdlichen Oeconomen Herrn Carl Mathe«, der die viel-fachen Schwierigkeiten, welche beseitigt werden mußten, um den Stadtpark zu dem zu gestalten, was er heute ist, glücklich überwunden hat. Auf-gäbe der nächsten Zeit werde die Vollendung der neuen Anlagen in ihrer Detailausführung und die Erhaltung dieser sowie aller bestehenden Anlagen sein. Die Versammlung nahm diese» Bericht mit Befriedigung zur Kenntnis nnd begleitete die Won«, mit welchen der Obmann der Thätigkeit der Herren Schmidl und MatheS Anerkennung zollte, mit lautem Beifalle. Hierauf erstattete Herr Schmidl des Rechenschaftsbericht, indem er vor Allem fest-stellte, daß der Verein im abgelaufene» Berein»-jähre die Mitgliederzahl von 550 erreicht bat. daß jedoch 33 Mitglieder in Folge von Domizil-Wechsel und TodeSsällen in Abzug zu brin?« sind, so daß der gegenwärtige Stand 526 i* trägt. Mit Vergnügen constatirt serner Hai Schmidl, daß die erzielten Einnahmen eine sehr respektable Summe repräsentiren. Sie betrugen bis incl. Jänner 1887 fl. 3319 95 Die Auslagen dagegen . . . . „ 2826 — wonach sich ein Saldo-Vortrag er- gibt von........ 493.95 Dazu der vorjährige Saldo per. 400-42 Demnach ein Gesammtsaldo per. „ 95437 Die Einnahmen sind wie solgt specific«: Mitgliederbeiträge......fl. 1001.95 Legat deS Herrn Resingen sammt zwei Coupons....... 832-06 Ergebnis der Volks-Tombola . . „ 393*41 Spende der Cillier Sparcaffe . . „ 40fr— Spende deS Herrn Erdmann in Tüchern........n 100'— Andere Spenden von Einheimischen und Fremden........ 166-46 Sammelbüchse „Hotel Krone" durch Herrn Joses Rakusch.....100-94 Sammelbüchse der Herren Traun und Stiger durch Herrn von Konowitz „ 15fr:8 Andere Sammelbüchsen, namentlich vom „Erzherzog Johann". Cafe Central, Club der Gemüthlichen „ 61')» Pachtertrag der Heumahd und Grumet „ 93-30 Subvention resp. Spende der Stadt- gemeinde sür Holz...... 20 — Die Ausgaben: Gärttierlohn......... 282 — Wochenlisten......... Hl 1-88 Dein Gärtner Marousek in Graz . .. 5fr— Herrn Pallos für die Anlegung deS Weges an, Quai ...... 10fr— Cassaanweisungen........ 475 34 Kleine Auslagen....... 110-13 Für 1886/87: Saldo......fl. 954-37 Einnahmen . . . . „ 635.87 zusammen fl. 1590-24 Ausgaben...... 1225-17 Demnach ein Cassa-Vorrath pro ' heute von.....fl. 365-07 Die Bücher sind bis incl. Jänner 1687 von den Revisoren. Herren Skolaut und Zaogger. geprüft und richtig befunden worden. Interessant sind die Aufschlüsse, welche Herr Schmidl hierauf über das ganze bisherige Leben des StadwerschönerungvereinS gibt, der im Juni 1871 von 106 Gründern mit einer Summe von 254 fl. gegründet wurde. Air lassen hier eine kleine Tabelle folgen, aus ivel-cher die wichtigsten Daten ersichtlich sind: Jahres, Zahl der Einnahmen «. zahl. Mitglied«! 1871 177 620-34 1872 251 544 68 1873 233 50110 1874 228 508 — 1875 220 55362 1876 22« 459-06 1877 245 917-63 1878 284 49050 1879 210 589-04 1880 188 500-25 1881 172 61470 1882 276 782-12 1883 283 924-36 1884 267 1622 77 1885 474 2101-70 1886 559 3319-95 Aitsgabe» m 189-47 •195-29 357 31 559-43 *49« 590-75 126524 466-79 432.66 391-27 81514 9*1-09 915.94 1158-99 2051.80 2826.- zur Kenntnis genommen, dem Cassier das Ab-soluldrium ertheilt und ihm sowohl als auch dem Vereins Oeconomen durch Erdeben von den Sitzen der Dank der Mitglieder und der Be-wohner Cilli'S votirt. Herr Lutz stellt den Antrag, daß die Hauvt-Versammlung deS Vereine« künftig immer in der ersten Hälfte deS Jänner stattzufinden hab«, wo-zu der Obmann bemerkt, daß der Ausschuß de-reitS einen Beschluß in diesem Sinne gefaßt. f 1887 Herr Josef Rakusch kommt auf den qro-fern Bedarf an Auschüttungsmaterial zur Pla-mnnifl des Stadtparkes zu sprechen, rügt eS. ^>f! solches, zu 20 bis ">«» Fuhren täglich und zum Höhne der dort angebrachten Auf-schnsttafeln, welche eine Strafe von 2 fl. in Aussicht stellen, immer noch. u. z. unter den Augen der Behörden, in die Sann abgelagert werden und stellt den Antrag, der Verein möge an das Zladtamt das Ersuchen stellen, dahin zu wirken, daß Schuttmateriale, welches sich bei Umbauten ergibt, sofern dasselbe nicht von den Eigen-Hörnern selbst gebraucht wird, nach dem Stadt-Mke gebracht werde. Der Antrag wird angenommen. Herr Dr. Glantschnigg sind« eben-falls die Zustimmung der Versammlung sür einen Antrag, daß im nächsten Unilausbogen die Ver-tmsmitglieder gebeten werden sollen, mit Rück-licht aus den großen Bedarf an Geldmitteln ihre Beiträge freiwillig zu erhöhen. Herr Dr. S ch u r b i beantragt, das Stadt-ami;u ersuchen, während der Saison ab und jwt seine Organe nach dem Stadtpark zu senden, >»» Mißbrauche abzustellen, wie es die Beschlag-«ahme der Bänke durch Betrunkene und da» »aiklc Baden in der Sann sind. (Angenommen.) Herr Rasch macht daraus aufmerksam, kp auch die Fremden zu Beiträgen sür die Etlldtverschönerung herangezogen werden könnten iwd schlägt vor, die Badekarten sür Fremde mit «wer Umlage von 2 Kreuzern per Karte zu be-leqcn. worauf Herr Radakovits einen Gegen-ammg stellt, welcher der Versammlung jedoch »icht discutirbarscheint. Herr Rasch stellt sohin dm Anttag, daß der Ausschuß mit den Herren öw»baum und Pallos wegen Erhöhung des Preises der Badekarteu für Frenide um 2 kr. m Verhandlung zu treten und in der nächsten Zersammlung'zu berichten habe. Der Antrag wird angenommen. Herr Dr. S ch n r b i lenkt die Aufmerksam-tot auf das unschöne Aussehen der Bnrger-Bade-timc und stellt den beifällig ausgenommenen An-trag, die Gesellschaft der Bürgerhütte in einem schreiben zu ersuchen, daß sie diesbezüglich den Anforderungen der Aesthetik Rechnung trage. Herr Joses Herz mann erinnert daran, daß bei den alljährlich stattfindenden Holz-Lici-«monoi aus dem Josefiberge durch den Holz-ttanspon die Stege in den dortigen Ansagen vnnirt werden und beantragt, das Stadtamt zu afuchen. daß es die Käuser zur Benützung an-dner Wege veranlasse. Herr Josef R a k u f ch stellt den Antrag, daß dem Cillier Männergesangvereine, welcher nie Initiative ergriffen hat. um dent Sradtver-jchonerungvereine durch Veranstaltung eines ^kitconcertes gelegentlich der Anwesenheit des Äardurger Äiän.:ergesangvereines zu Pfingsten m» kranige Unterstützung zuzuführen, den Dank durch Erheben vov den Sitzen ausgedrückt werde, kr-i Annag fiidet. wie auch der folgende An-:iaq de4 Hern Dr. Schurdi, dem Ausschüsse kl Perschöneki»qver«nes. und an dessen Spitze de» Obmann dessekmt. >ri gleicher Weise Dank W zollen, den lauten Beifall der Versammlung. Die Mittheilung des Herrn Majors P o» korny. daß Herr Major Gebharb. der idni daran gehe, seinen Grund einzäunen zu lassen, die Karlsruhe freilasse und es >em Ver-schonttungvereine anheimstelle. auf diesem Puirfte irgend etwas zu thun, in welchem Falle Herr Major Gebhard dem Vereine beitreten «erde, wird mit Befriedigung zur Kenntniß ge-wnmnen. Bon zwei Anträgen des Herrn Lutz, deren mm dahin geht, das Stadtamt zu ersuchen, daß an den Usern der Sann strenge Sitten-volizei gehandhabt werde, während der zweite die EinHebung einer Tare von I fl. von allen jewit fremden, welche sich länger als vier Tage m Cilli aushalten, zum t?egenstande hat, gibt dn letztere Anlaß zu einer Debatte, an welcher »ch der Herr Abt und die Herren R i e d l und 2t, Glantschnigg betheiligen. Das Ergeb-mß der Debatte ist die Annahme eines weiter-,1-dknden Antrages des Herrn Lutz, daß die vtadtgemeinde gebeten werde, um Anerkennung det Stadt Cilli als Curort einzuschreiten. ..Deutsche Wacht" Herr Dr. Glantschnigg kommt auf die Frage der Beseitigung des Monumentes für die Gefallenen des 8. Jäger - Bataillons im Stadtparke zu sprechen und wird, nach Dar-leguug der bezüglichen Schwierigkeiten durch Herrn Riedl. der Antrag des Herrn Lutz angenommen. daß der Ausschuß sich an das Offi-cierscorps des genannten Bataillons wenden solle mit der Anfrage, ob dasselbe nicht gestatten möchte, daß da» Monument beseitigt und statt dessen an der Caserne. der ehemaligen Heim statte der Truppe, eine künstlerisch ausgestattete Votivtasel angebracht werde. Herr Lutz interpellirt, ob seitens des Fremden - Verkehrscomitv's die Rechuunglegung über die Verwendung eines demselben vom Ber-schönernngverein zum Zwecke von Wegmar-kirnngen schon von längerer Zeit überlassenen Betrages von 5V fl. bereits erfolgt sei. und wird beschlossen, diese Rechuunglegung zu ur-gireu. Herr Dr. S ch u r b i macht daraus aufmerksam, wie nothwendig es sei. die Wasch-Plätze an der Sann zu verlegen, und beschließt man. dieSbetresfend ein Ansuche» an das Stadt-amt zu richten. Herr Lutz gibt sodann die Erklärung ab, daß er dem Stadtverschönerungoercin im Jahre l887 ein Gespann durch zwanzig TagezurVerfügungstelle und gibt dem Wunsche Ausdruck, daß dieses Beispiel bei an-deren Gespann-Besitzern Nachahmung finden möge, ein Wuusch, welchem auch wir uns anschließen. Die Erklärung des Herrn Lutz wurde selbftver-ständlich mit lautem „Bravo" aufgenommen nnd die Versammlung hierauf geschlossen. Der Arand von Weukirchen. Ein wahrhaft furchtbares Unglück hat die Gemeinde Neukirchen bei Hochenegg ereilt. Ein-uudfünfzig Gebäude sind letzten Montag dort ein Raub der Flammen geworden. Das Feuer, welches in einem an der Straße nach Neuhaus gelegenen, mit Stroh gedeckten Winhschastsge-bäude durch Spielen eines fünfjährigen Kindes mit Zündhölzchen auskam, griff, vom heftigen Sturmwind aus Westen angesacht, mit entsetz-licher Eile weiter. Ganze Feuergarben flogen durch die Lust und schon drei Minuten später brannte es mitten in dem 40« Meter entfernten, hochgelegenen Orte Neukirchen selbst. Das Stall-gebäude des Gastwirthes Marko brannte lichterloh aus und fast gleichzeitig fingen auch meh-rere Gebäude westlich und unterhalb der Kirche Feuer. Der Wind trng die prasselnden Brand-partikel auf die Dächer und durch die Fenster in die Zimmer und auf die Böden. Die Be-wohner stürzten entsetzt aus den Hausern. das verheerende Element hatte binnen wenigen Mi-nuten ein Dutzend Objecte ersaßt. Dabei brann-ten auch in der Ortschaft an der Neuhauser Straße, wo die Feuersbrunst ihren Anfang ge-nommen hatte, schon sechs oder acht Gebäude. Die Verwirrung im Orte war groß; rath und machtlos standen und liefen die Leute umher. Um ungefähr halb 10 Uhr hatte der Brand begonnen und schon um 10 Uhr war die Hochenegger Feuerwehr unter Commando des Haupttnann-Stellvertreters Herrn Anton L e d l und des Bürgernteisters Herrn K l e i u s ch r o d t auf dem Brandplatze erschienen. Der außeror-deutlichen Thätigkeit dieser Feuerwehr und den sehr gutm Anordnungen der Commandanten ist wohl die Rettung der Kirche, des Gemeinde-Hauses und des Pfarrhofes zu danken. Herr Kleinschrodt ordnete an, daß die Cillier Feuer-wehr telegraphisch zur Hilfeleistung aufgefordert werde. Um einviertel !2 Uhr traf ein verstärkter Löschzug unter Commando des Herrn Haupt-mauneS S i m a aus Cilli in Neukirchen ein, placirte eine Spritze neben jener der Hochenegger Feuerwehr an dem Teiche südlich vom Pfarr-hose nnd eine zweite nordwestlich der Kirche an der Lifiere des Ortes. Man darf der aufopfern-den Thätigkeit der braven Mannschaft und den Anordnungen des Commandos die Rettung der Schule und des Stroppnik'schen Hauses zuschreiben. Nachmittag drei Uhr war die Hauptarbeit gethan, die Feuerwehrmänner waren aber auch 5 schon völlig erschöpft. Sie Alle können diesen Tag in dem Bewußtsein, ihrer.freiwillig über-uommenen Pflicht mit Verständigkeit, Mutt, uud hochanerkenncitsn erther Ausdauer entsprochen zu haben, in E'. innern ng behalten. Am Nachmittag bot der Ort Neukirchen einen recht traurigen Anblick, und die Kunde, daß auch Menschenleben zu beklagen seien, machte den Eindruck des Bildes nur noch düsterer. Anfänglich hieß es, es seien zwei Kinder nnd ein Greis verbrannt, spater stellte es sich heraus, das ein alter Mann. Namens Knketz, dem furchtbaren Elemente zum Opfer gefallen sei. Der arme alte Mann konnte sich nicht mehr retten — sein halbverkohlter Leich nahm wurde später in die Leichenkammer ge-bracht. Auf den Wegen deS Ortes, vor dem dem Grabe ihrer Habe. standen die armen Leute, vielfach mit verstörtem Antlitze. mit Thränen in den Augeu da und düsteren Blickes in die glimmenden Trümmer starrend. Die wr nigen Habseligkeiten, die gerettet worden waren, lagen auf den Wiesen außerhalb des Lnes umher. Die rapide Ausbreitung des Brandes, welche eine allgemeine Verwirrung hervorrufen ntußte, war wobl die Urfache, daß von den dazu berufenen Organen der Gemeinde nach Cilli gar keine Anzeige erstattet wurde, und wenn sür die Sicherheit des Eigenthums ausangs nicht die entsprechende Fürsorge entwickelt werden konnte, so wird man hierin den Grund dazu suchen müssen. Thatsächlich sind Diebstähle be-gangen worden und die Gendarmerie kam in die Lage, Verhaftungen diesbezüglich vornehmen zu müssen; auch soll mitten im Gewirre ein Keller erbrochen worden sein. Der Obmann der Bezirksvertretung Herr S t i g e r, dann Herr Bezirkshauptmann N e t o l i c z k a erschienen mit Herrn Statthalterei-secretär Dr. Gstettenhofe r und Dr. S ch n e-d i tz aus dem Brandplatze; der Herr Bezirkshaupt« mann hatte die Entsendung einer Compagnie des 87. Regiments aus Cilli veranlaßt, welche unter Commando des Herrn k. k. Hauptmaunes Mannsbart Abends dort eintraf und die ganze 'Nacht hindurch reichlich anstrengendste Beschäf tigung fand, da die Flammen, von dem fort-dauernden Winde angefacht, immer wieder von Neuem ausschlugen. Die Cillier Feuerwehr marschirte um ungefähr halb 7 Uhr ab. Die Feuerwehr von Hochen gg wurde im Lause des Abends nochmals allannirt und begab sich abermals aus deu Brandplatz. Ueber die Thätigkeit des Militärs herrscht in Neukirchen nur eine Stimme der Dankbarkeit. Die Abgebrannten waren zum Theil gar nicht, zum Theile nur sehr gering versichert. Ein Theil derselben hat aus Mangel an Geld die Bezahlung der Prämien hinausgeschoben, d. h. versäumt. Die Asseeurranzen werden den Umständen gewiß volle Rechmtng tragen und wir werden nicht ermangeln, diesbezüglich die genauesten Berichte zu veröffentlichen. Der Schade ist jedenfalls ein sehr großer, läßt sich bis zur Stunde jedoch wohl nicht sicher berechnen. Das Elend in Neukirchen ist ein schreckliches es thue Jedermann seine Pflicht und lege sein Schärflein bei. um die "Noth zu lindern, den arme« Ab brandlern zu helfen! Gestern Abends wurden bereits in^ Cilli Sammlungen eingeleitet, welche seitens des Stadt-amteS heute ausgenommen und fortgesetzt wurden. Wir veröffentlichen die an uns gerichtete» Spen den am Schluße. mit dem Wunsche, recht bald von einem namhaften Ertrag der hiemit eröff-ueten Subskription berichten zu können! IDer erste M a i) hat sich Heuer in einer Lenzespracht eingestellt, wie schon sast seil Älen schengedenken nicht. Ein wolkenloser Himmel blaute über den schönen Bergen Uittersteierniarks. das Silberband der Sann schimmerte mit ftrah-lendcm Glanz, und in den maigrünen Wälder» jubelte die gefiederte Welt in ungebundenster Lebenslust der Sonne entgegen. Am Nachmittage freilich erhob sich ein recht unsanfter Wind, der endlose Staubwolken auswirbelte und die Aus flügler zu frühzeitiger Heimkehr zwang. Was uns aber die Freude an dem gelungenen Mai- 6 tage fast noch mehr verderben wollte, als Wind und Staub, waren die unangenehme» Gäste, welche unsere Stadt an jenen. Tage zu beher-bersten hatte. Hunderte und Hunderte waren sie von Nah und Fern gekommen, angeblich um auf dem Josefiberge dem Gottesdienste bci^u-wohnen. in Wahrheit aber, um sich zu ^etrinkeu und zu ercediren. Es haben fich am Sonntage — die Sicherheitswache wüßte davon zu erzählen — Scenen abgespielt, wie sie in der sonst so friedlichen Stadt. Gott sei Tank, nur sehr selten zu sehen sind. — Nicht unerwähnt bleibe es. daß der erste Mai »yt einer Tagreveille der Musikvereiuscapelle und mit einem Streichconcert im Stadtpark um l I Uhr Vormittag'? gefeiert wurde. |T t. Johann Orosel, Advocat in M arburgj sandle uns anlässig unseres Be-richtes über den am 2f>. April vor deni Schwurgerichte in Cilli verhandelte» Strafsall Novotny eine — „Berichtigung". Wir habe» dieses Schrift-stuck ad acta gelegt und glaubten uns dazu um-somehr berechtigt, als die in unserem Berichte emhaltenen Bemerkungen über Herrn Tr. Orosel wortwörtlich der von der Staats-anwaltschaft Cilli verfaßten An-klagefchrift entnommen waren. Tr. Orosel ließ nun jene selbe „Berichtigung" durch ein gegnerisches Blatt publizircu, und da wir durchaus nicht gesonnen sind, den erhobenen Vorwurf unrichtiger Berichterstattung auf uns sitzen zu lassen, so sehen wir uns genöthigt, aus die Angelegenheit zurückzukommen. Eine Jllu-stranon dessen, was die Staatsanwaltschaft über Herrn Dr. Orosel vorgebracht, scheint uns «am-lich das Schreiben zu sein, mit welchem er die uns übersandte „Berichtigung" begleitet hat. Dasselbe lautet wörtlich, wie folgt: .Euer Wohlgeboren! Ich bitte auf m e i n t 1? c fl e n , u. z. wenn möglich im nächsten Blatte der „Teutschen Wacht" beiliegende? Eingesendet einzuschalten. Die Jnienionsgebühren nebst 3 Exemplaren Ihre« geschätzten Blattes, in welchem die Einschaltung erfolgt, daher der nächsten Sonntags-oder DonnerstagS-Nummer, bitte ich mir unter BckanntgabederdieSfälligenRech nung.welckie postwendend beglichen werden wird oderunter Nachnahme einzusenden. Mit vorzügl. Hochachtung Euer Wohlgeboren ergebenster Dr. Orosel." Warum denn auf eigene Kosten? Warum nicht auf Grund des berühmten § 19 des Preß- gesetzeS?--Nebenhin bemerkt, könnte es Herrn Dr. Orosel bekannt sein, daß unser Blatt für Geschäfte dieser Art nicht zu haben ist. flleber die parlamentarische Justifizirnug des Abgeordneten Dr. G reg orecj berichtet die officielle „Gra-zer Morgenpost" wie folgt: „Im Club des rech-ten Centtums ist ant 29. v. M. die bekannte Interpellation deS Abgeordneten Dr. Gregor« über die Ernennung de§ neuen Fürstbischofs von Gurk zur Sprache gekommen. In dieser am 31. März d. I. eingebrachten Interpellation wurde darüber Beschwerde geführt, daß zum Oberhaupte der 130.000 Katholiken slovenischer Zunge zäh-lenden Klagensurter Diözese ein des slovenischen Idioms nicht mächtiger Kirchenfürst ernannt wurde, nnd die Interpellanten richteten an den Cultusminister die Frage, ob derselbe nicht ge-neigt wäre, zu veranlassen, daß für Kärnten ehestens ein slovenischer Weihbischof ernannt werde. Diese nationale Demonftra-t i o n eines geistlichen Abgeordneten gegen einen allseits hochgeachteten Kirchensürsten erregte damals großes Aufsehen und insbesondere die con-servativen Mitglieder des Abgeordnetenhauses waren davon aufs Peinlichste berührt. Der Hohenwart-Club hat nun. wie das „Vtld." meldet, an seinem Mitglirde Herrn Gregor« einen ett ergisch en Act der Justifi-eation vollzogen. Da nämlich die Clubstatuten ausdrücklich vorschreiben, daß kein Clubmitglied ohne vorherige Anmeldung im Club eilte Interpellation einbringen dürfe, und da Dr. Gregorec, wie schon seinerzeit erwähnt, diese An-Meldung unterlassen, so sprach der Club sich ..Deutsche W«cht" einstimmig dahin aus, daß Dr. Gregorec als ausgetreten zu betrachten sei. Zu bemerken ist noch, daß die anderen de« Club angehörigen Unterzeichner der Interpellation dem Obmann Grasen Hohenwart nach der durch Dr. Gregorec erfolgte» Einbringung der Jnter-pellation erklärten, ihre Unterschrift nur in der Voraussehung gegeben zu haben, daß die Interpellation, den Statuten entsprechend, dem Club vorher werde vorgelegt werden." [A u 3 dem Abgeordnetenhaus e.s Man schreibt uns aus Wien unterm Gestrigen: „In der heutigen Sitzung des Abgeordneten-Hauses ergriff Dr. Gregorec daS Wort und entwickelte unter allgemeiner, stellenweise stürmischer Heiterkeit seine Ideen bezüglich des König-reiches Slovenien. Während sein Neukirchen vom Brande verzehrt wurde, wollte er ganz Oesterreich in Brand stecken. Die'Debatte wurde un-mittelbar nach seiner Rede geschlossen und Tr. Foregger konnte nur zu einer thatsächlichen Berichtigung noch das Wort ergreisen. Er de-sprach in Kurzem die wichtigsten Punkte. Wäh-rend Foregger redete, lief V o 5 tt j a t mit heftige» Geberden zum Präsidenten, um ihn auf-merksam zu machen, daß Redner den Rahmen der thatfächlichen Berichtigung überschreite, und um zu verlangen, daß ihm das Wort entzogen werde. Die bekannte Schulbubenmanier, die Mit-schüler beim Herrn Lehrer zu verklagen!" sA b e r m a l s eine L ü g e.j Die „Südst. Post" behauptet, daß der Herr Bezirksrichter Pramberger in Drachenburg bei der letzten Reichsrathswahl dem slovenischen Candidaten Dr. Dragonn Gelingsheim die Stimme gegeben habe. Wir glauben dem gegenüber bestintmtest erklären zu dürfe», daß Bezirksrichter Pramberger sür Tr. Foregger gestimmt hat und daß die Behauptung der „Südst. Post" eine uuver-schäntte Lüge ist. [Die Arbeiter der Zinkhütte bei C i l l i] begingen heute das Fest ihres Schutzheiligen, des h. Florian, llnter Vorantritt der Cillier Musikvereinscapelle marschinen sie in Reih und Gljed zur Stadt und wohnten in der Pfarrkirche einem feierlichen Gottesdienste bei, welchem der übliche Opfergang der Beamten folgte. sJ n A n g e l e g e n h e i t d e r E r r i ch t u n g eines M a g a z i n s für L a u d-wehr-Attsrüftungs - Gegen st ände in C il li> hat gestern die commifsionelle Be-sichtigung des Platzes neben der Chentaliencaserne stattgefunden nnd wurde derselbe als zu gedach-tent Zwecke geeignet befunden. An der Comntis-sion nahmen ein Militär-Oberiutendant, Herr RadakovitS als Obmann der Bausection und Herr F e r j e n als Obmann der Finanz-section theil. In der nächsten Sitzung des Ge meinderathes werden in dieser Sache präcise Anträge gestellt werden. sF ü r den S t a d t v e rs ch ö n e r u n g -Vereins sind ferner eingegangen: 10 fl. von errn Joses Sklona. jubilirter k. k. Miuisterial-ilfsämter-Oberdirector, 18 fl. aus der Sammel-büchse beim „Erzherzog Johann", I fl. von Frau M o l l i, 20 fl. von Herrn I. B u l l-mann, Stadtbaumeister aus Graz. Spenden werden vom Vereinscaffier, Herrn Gust. Schmidl,, stets dankend entgegengenommen. sE in Rendezvous a u f d e m K u m-b e r g.] Die Sektionen Cilli und Laibach des Deutschen und österreichischen Alpenvereines haben sich für nächsten Sonntag ein Stelldichein auf dem Kumberg bei Steinbrück gegeben. Der Aus-stieg erfolgt seitens der Cillier am Samstag. Abend, der Abstieg wird am Sonntag-Vormittag gemeinschaftlich nach Trifail angetreten. ' sDrei Menschen verbrannt.) Aus Süßenheim wird uns geschrieben: Bei deni in der Nacht vom 29. aus den 30. Zlpril ausge-brochenen Brande in Laak bei Süßenheim ver-brannten sämmtliche Inwohner eineS Hauses, zwei Weiber und ein Knabe. — Die verkohlten Leichenreste, welche von den wackeren deutschen Feuerwehrmännern der Süßenheimer Glasfabrik aus der Brandstätte hervorgezogen wurden, machten einen entsetzlichen Eindruck. Der jedenfalls aus Unvorsichtigkeit entstandenen Feuersbrunst fielen zwei Gebäude zum Opfer, 1887 während die anderen bedrohten Objecte von!>« rasch herbeigeeilten Süßenheimer Fabriksscitcr wehr unter Führung ihres Hauptmannev Herr» Armilian FiegelmüUer, gerettet wurden. [Das G u t Langenthal bei Aar-burgj, bisher Eigenthum des_ Herrn Fentler, wurde an den Fabriksbesitzer Ferdinand Kautny zu Wien um 37.000 fl. vertäun. [Der Landesausschuß > hat der Direktion der Landes-Curanstalt R o h i t s ch -S a u e r b r u n n sür die' durch den Brand am 8. April 1887 betroffenen Bewohner von Unter Rodein einen Unterftützungsbetrag von 500 si. zur Verfügung gestellt, und der Anstalts uni Ortsseuerwehr in Rohitsch - Sauerbrunn anläßlich ihres raschen ert'olgreichen Einschreitens bei dieiem Brande die Anerkennung'des Landes-Ausschusses ausgesprochen. >Fü nf Freiplätze in d er C u rßn-stalt Rohitsch-Sauerbrun«! werd«, dem 3. Corps-Commaudo in Graz für curbe-dürftige Officiere zugesichert. lDer Verein der deutschen Steirer in W i e nj hielt vor einiger Zeit wieder eine Versammlung ad. wobei Dr. Foregger »m Obnianne vorgeschlagen wurde. Viele mit Aei-fall aufgenommene Begrüßungsschreiben kam» zur Verlesung, darunter auch eine» aus Graz von dem Schriftsteller Herrn Franz Golddmm. Dieser Tage wird die eigentliche General-Ver satumlung stattfinden. Eingelaufene Spenden für die Abgebrannt» von Neukirchen: Firma Traun & Stiger .... If 2».— Dr. Emanucl Wokaun..... Frau Caroline Wokaun .... 5.— Franz Pacchiaffo.....• . •) n Dr. August Schurbi..... i.— Josef Costa........ 10.- Fritz Rasch........ m 5.— Firma Daniel Raknsch..... Josef Herzmann...... . m 20.— „ •>.— Karl MatdeS........ 10.- Karl PoSpichal....... 5.— Dr. Josef Hoisel ...... 5.— Sammlung au>5 dem Institut Haussen- büchel ......... 11.- Zusammen fl. II '.-» * 0 [E ic c c fc i r c n d e Wallfahre r.) Tal» Wablfahrten aus die wabre Cultur der Miisita eher einen nachtheiligcn als einen Vortheil'!» Einfluß üben, davon dürfte wohl schon so M-nta überzeugt sein. Einen eclatanten Beweis dienn ci-lebten wir wieder ain letzten Sonntag im bilde unserer Stadt. Es war eben „dritter scn««z nach Ostern," ein Tag, an welchem bekanntlich taufende von Wallfahrern am hiesigen Zosenderze zusammenströmen. Wer da» Treii-rn dieser schon am Vorabende und die ganz« Nacht r 1887 I ts Hilf? kam. Aber noch immer fühlten sich die I nifluftigcn Wallfahrer stark genug, die Arretining I i<« Rädelsführers mit allen nur möglichtn Gewalt-! mUeln vereiteln zu wollen. Die SicherbeilSwach Männer ließen sich indeß nicht einschüchtern, schritten »«lmcbr mit Mutb zur Durchführung der Arrclirung K« Hauplremitenten, und auf welche Hindernisse sie Mei gestoßen, mit welcher Classe von Menschen sie in kämpien hatten, kann sich Jedermann erklären, »er die SicherbeitSmänner gesehen hat, als sie den I trmirten unter großartiger Ansammlung von Men-'ten durch die Vadnhofgaffe in die städtischen Arreste «cortirten. Tie Kleider waren ihnen vom Leibe ge. rincn worden als hätten sie mit wilden Bestien ge-(surrt. Am selben Nachmittage wurden noch zwei ■eitere Wallfahrer vom Josefiberge, welche am lilmulte betbeilizt waren, in aller Stille von der -itcrbeitSwache hinter Schloß und Riegel gebracht Z t Arretirteu sind die Grundbesitzerssöhnc Franz <>> o l c s ch und Jakob » ost 0 mav auS Dornbüchl itiib der dortige TaglSbner Franz L u b a j. So wurde »jeder einmal eine Wallfahrtöschlacht geliefert, auf die schwarzen Herren von» Iosestberg stolz sna können. sBrandlegung. ^ »kürzlich brach Nacht» l'l Ubr beim Grundbesitzer Stefan Bratschi tz w Obernau Feuer aus, da» in kurzer .Seit da» fcelm und da» Stallgebäude. sowie da» Hau» de» Ziichbarö Georg Horvath einäscherte. Diesen Brand Plegt zu haben, erscheint die Inwohnerin Iosefa 5 d> e ji e r vitlgi» Schweizer verdächtig, welche, »acheem sie kurz zuvor von der Besitzerin Katharina ' Krzischitz durchgeprügelt worden war überall gedroht Pt, daß sie derselben »schon einheizen werde." sSchubbewegung.^ Im Monate April 1887 find vom Stadtamte Cilli 50 Schüblinge an An Bestirnmungtone expedirt worden. Die Zahl »er beim genannten Stadtamte gefällten Perschie» t»»g« Erkenntnisse betrug 19. In die Zwangsarbeit»-wtolt Lankowitz wurden 2 Individuen uud na* Messender? 1 eingeliefert. Aöeater, Kunst. Literatur. tzillier Männer-Hesangverein. Augenscheinlich verhält es sich mit musikalischen Borttägen ebenso wie mit dramatischen Ällssührunge». Jnsoserne nämlich, als bei den Mtercn gerade so wie bei den letzteren eine all-j» große Verttaucheil der Mitwirkenden mit bei« betreffenden Kunstwerke der guten Repro-toctiou des letzteren keineswegs zu statten kommt, wd als sich die Vortragenden bei häufigeren Äederholungen von den Wünsche» uud Rath-xhläge» des Dramaturgen resp. Chormeisters immer weiter entseruen. Diese Bemerkung drängte i nch uns ant letzten Sam»tag aus, als unser Mnncr» Gesangverein den schönen Esser schen Chet „M o r g e n w a n d e r u n g1' wirtlich tadellos zu Gehör brachte. Es drängten sich mzelne Stimmen nicht vor, die Worte wurden stdr gleichmäßig gesprochen, der Portrag war. man mochte fast sagen, discret. Um so tiefer der SnOrucT, welchen das wogende Spiel der Akkorde ms den Zuhörer ausgeübt. T>e „Älorgenwanderung" war unseres Er-achten» der Glanzpunkt der letzten Liedertafel »nd wenn der Beifall, welcher dem Vortrage dieses Chores folgte, nicht so geräuschvoll war, wie nach anderen 'Nummern, so mag als Er-Nannig die Thatsache dienen, daß das nicht* misikalische Publikum die Schönheiten eines Tonstückes erst nach wiederholtem Genusse des-'tilgen zu würdigen vermag. Unsere Sangesbrüder datttn sichtlich an die Eomposinon Esser's große Mhe ausgewendet: es repräsentirt ja ein tüchtiges Stück Arbeit, bis ein Chor so sein heraus-Mrbeitet ist, wie es hier der Fall war. Sie »erden auch in Zukunft nicht ermüden, emsige Vfiege angedeihen zu lassen deut Lieblingskinde des deutschen Volkes, dem deutschen Lied, und unser Publikum wird eingedenk bleiben, welch' fließen Antheil daß Lied an der Entwicklung unseres Volksthums hatte, es wird deni idealen Streben unseres Männer -- Gesangvereines die Nftste Theilnahme bewahren, damit an den dcirlicheu Usern der Sann das deutsche Lied immer und immer wieder ertöne. ..Deutsche Wacht" Roch größere Mühe als die „Morgenwan-derung" mag Liszt's „Verein Slied" erfor--dert haben, und wenn dieser Contposition auch das Hinreißende, Packende fehlt, so dürste die mit dem Vortrage derselben dargebrachte Gabe bei Musikkennern doch sehr geschätzt worden sein. Die dritte Novität war ein Chor mit Baritonsolo von Koschat. .Betrogen", wel--chent, wie ja allen im Style des Kärntner Liedes verfaßten Werken des beliebten Tonmeisters, das Publikum große Empfänglichkeit entgegenbrachte. Der Chor wurde scharf pointirt und flott und frisch abgesungen. Von den bereits bekannten Pieeen gefiel Abt's unverwüstliches ,.O w u n d e r s e l'g e Frühlinaszeit" am besten. Nach dem Beisalle zn schließen, welchen das Lied abermals gefunden, braucht es noch lange nicht vom Re-pertoire abgesetzt zu werden, ja, wir glauben, daß das Publikum es sehr gerne recht bald wieder hören möchte. Ein merkbar schärferes Tempo am Beginne der Strophen würde aber, nach unserer unmaßgeblichen Meinung, der jnbi-lirenden Stimmung des Liedes besser entsprechen nnd den Ritardando-Stellen noch größere Innig-keit verleihen. Rauschenden Applauses erfreuten sich auch die Nentwich'sche Polka „H e i n z e l-m ä n n ch e n", dann das von dem Quartett Pacchiafso-Stibill-PaUosWehrhann vorgetragene Trinklind aus „V a m p y r" und die „A n e e-doten-Quadrille" von Koch von Lan-gentreu. Den Clavierpart zur letztgenannten Piece, zur Polka und zur „Morgenwandernng" be-sorgte Frau Minna Stiger, welche sich ihrer Aufgabe mit Elegance und Accuratesse entledigte. In den Zwischenpausen spielte die Dtusik vereinS-Capelle, welche zwei neue Märsche von Herrn Georg Mayer zu Gehör brachte. Der eine derselben, ein Quodlibet von populären deutschen Liedern, ist unserem Männer-Gesangvereine ge-widmet, der zweite nennt sich „Foregger-Marsch" und zeichnet sich durch Einfachheit und Spielfamkeit aus. Beide wurden vom Pub- licum freundlichst aufgenommen. • » ♦ * Gestern war der Vorstand des Marburger Männer - Gesangvereines, Herr L e w i t s ch n i g g, in Cilli, um mit Herrn Dr. S ch u r b i als Vorstand unserer Sangesbrüder in Sachen des von den Marburgern für die Pfingftfeiertage projectirten AuSfluge» nach Cilli verschiedene Vereinbarungen zu treffen. Es wurde folgendes Programm festgesetzt: Am Pfin g stsonn tag um halb I l Uhr Vormittag Ankunft der Mar--burger Gäste, Empfang ans dem Bahnhöfe und Deponirung der Fahne im Casino, hieraus Ge-sangproben im Theater, um l Uhr gemeinsames Mahl im „Löwen" Gasthof, am Nachmittag Playmnsik vor dem Cafe „Centtal", Abends halb 8 Uhr Concert im Theater zu Gunsten des Cillier StabwerschönerungoereineS und zuletzt gemüthliche Zusammenkunft im „Löwen" Gast-Hof: am Pfingstmontag Gabelfrühstück im Iosesshain lbei ungünstiger Witterung im Casino). Nachmittag Ausflüge, Abends Lieder-tasel beim „Löwen". Die Rückfahrt der Gäste nach Marburg ersolgt mit dem Courierzuge. » * ch * Die erste Vorstellung der Operetten Ge-sellschaft des Herrn Direktors Schulz im Cillier Stadttheater findet morgen, Donnerstag, statt. Wie bekannt, wird die dreiactige Operette „Don Cesar" von I. Dellinger gegeben. ch ch ch 'In Pörtschach wird, wie »ie „Freien Stimmen" melden, ein Sommertheater erbaut und noch für die diesjährige Saison fertiggestellt. Moskswirtbschasttiches. [Die Neutralisiruug des Sue z-c a it «l s] wird von 5er französischen Politik nach wie vor unentwegt angestrebt und die be-züglichen Verhandlungen mit deni Londoner Ca-binet werden, wie man der „Pol. Corr." aus Paris schreibt, aus dem üblichen Wege und unter Umständen fortgesetzt, welche aus eine baldige erfolgreiche Beendigung derselben hoffen lassen. Bewaffneten Flotten werde jederzeit die Durch- 7 ahrt im Canale freistehen, an dessen Ufern kei-nerlei Befestigung errichtet werden darf. Bekanntlich soll eine internationale Commission mit der Ueberwachung der Neutralität betraut werden und eben die dieser Commission zu er-theilenden Befugnfffe begegnen in England noch einigen Schwierigkeiten. sDer Wettkampf der Deutschen im Weltverkehrs gewinnt immer mehr Erfolge auf Gebieten, auf denen früher da» Ausland «nbv stritten den Vorrang befaß. Es ist schon erwäbnt worden, wie die deutschen Postdampfer nach Ostafien die Engländer auf dieser Verkehrslinie zurülkdrän-gen, uun hat auch der Norddeutsche Llovd in den Fahrten nach New Uork allen anderen Dampsschiff-fahrt»gesellschaften den Boriprung in der Schnel-ligkeit der Beförderung abgewonnen. Die „Tra-ve", eine» der 8 Schiffe diese» Llovd bat vor Kurzem die 8"»l6 Seemeilen lange Reise mit 17,2 Knoten Fahrgeschwindigteit im Durchschnitt zurückgelegt, tvährend aus der Linie Rew-Aerk— Havre der Dampfer „Champagne" der Compagnie geniale trjnsatlantique, der schnellste dieser Ge-sellschaft l 6,8 Knoten erreichte. Hiergegen aber blei-den die Dampser der Red Star-Lienie New-Kork— Antwerpen und der Hamburg - Amerikanischen Dampf-fchifffahrtsgesellschast ganz erheblich zurück: erstere erreichen eine DurchschnittSgeschwindigkeit von 13,3, letztere von 13,9 Seemeilen, die Dampfer der An-chor-Linie aus der Fahrt New Uork—Glasgow nur 12,2, ein Dampfer derselben sogar nur 9,5 Knoten. Kaus- und Landwirtyschatttiches. sK i r s ch f l e ck ei au« Wäsche zu vertilgen, wäicht man dieselbe sogleich in lauem Wasser mit Seise und taucht die Fleckstelle während einer Nacht in Milch. [11« Himbeer5Essig zu bereite n] gießt man auf 8 Liter Himbeeren 3 Liter Wasser und Ltr. guten Weinessig, läßt die» 24 Stunden so stehen und gießt es dann ohne sehr zu drücken durch ein Tuch. Run gibt man zu je l Liter Flüssigkeit '/» Kilogramm Zucker und läßt sie etwa 10 Minuten unter Aufschäumen kochen. Nach dem Erkalten gießt man den Essig auf Flaschen, welche gut verkorkt und verpicht, aufrecktstehend im Keller ausbewabrt werden. Ein Theil diese» EfsigS mit zwei Tbeilen kaltem Wafler gemischt, gibt im Sommer ein angenehme» ercsuickende» Getränk. Course der Wiener Börse vom 5. Mii 1887 Einheitliche Staatsschuld in Noten . . 8k.50 „ „in Silber . . 8^.5,'» Oesterr. Goldrente........112 — Märzrente .........97.70 Bankaktien........... 8.75 Creditaetien . ..........282.— London . . Wisla........120.8.'» Napoleond'or..........10.03'/» K. k. Münzducaten........ 5.98 100 Reichsmark.........62.25 (Markt Z>«rchich»iltsprei>e ) Im Monate April l 837 kostete der Hektoliter Weizen auf hiesigem Platze durchschnittlich kl. 8.—', Korn st. 6.—, Gerste fl. 5.40, Haser fl. 3. j0, Kukuruz fl. .V.—, Hirse fl. 4.90, .Heiden fl. 4.70, Erdäpfel fl. 3.—, der Meter Zentner Heu kostete fl. 2.50, Kornftroh fl. 2.40 Wei^nstroh fl. 2.20, Streustrvh fl. —.— Haferstrob fl. —. - Im Monate Mai 1887 : per Kilogramm Rindfleisch söhne Zuwaze) kr. 48 bis 50 und 52, Kalbfleisch kr. 52, 56 und 60, Schweinfleisch kr. 52, 56 und 60, Schöpkenfleich kr. —. Hingesendet. Herr Redacteur! Sie würden mich zu Dank verpflichten, wenn Sie die Güte haben wollten, in Ihrem Blatte mitzutheilen, daß der bei dem Brande von Neu-kirchen um'» Leben gekommene Greis nicht, wie andere Zeitungen meldeten, mein Vater, sondern ein nur entfernt Verwandter war. Sachfenfeld, 3. Mai 1887. Hochachtungsvoll K u k e tz. „Deutsche tüncht' 1881 Reinseidene Stoffe 80 kr. per Heier, sowie ä fl 1.10 ximl fl. 1.35 bis fi. <».10 (farbig» gestreifte nnd carrirte Dessin») versendet in « in» reinen Roben un>i Stocken zollfrei in's Hhh.-i Jas Keidcnfabrik-Dcpot Q Henneberg (k. n. k. Hoflieferant;. Zürich Muster umgehend. Briefe kosten 10 kr. Porto. Wir machen hierdurch aus die im deutigen Blatte stehende Annonce der Herren Kaufmann A 3tmoit in Hamburg besonder» aufmerk-sam. Wer Neigung zu einem interessanten wenig kostspieligen Mucksversucbe hat, dem kann die Betheiligung an der mit vielen und bedeutenden Ge-winnen ausgestatteten staatlich garantirten (Scldvcr-loosung nur bestens empfohlen werden. Stimmen aus dem Publikum Bendik'S in St. Valentin neuerfundene Lcdcrconser-virung«mitte! haben sich bei allen Schichten des P. T. Publikum» Eingang verschafft, was an-geschlossene Zuschriften zur Genüge beweisen. Enns, am 10. December 1886. Herrn J. Bendik in St Valentin. Ueber Ihre Anfrage gebe ich Ihnen bekannt, dass sieh die von Ihrer Fabrik gelieferte Lederglanx-Tinctur welche nun seit mehreren Monaten beim ganzen Regiment« zum Pu zen des Riemenzeuges im Gebrauche steht, bis je'tt »ehr gut bewährt hat, und wird das | Regiment, falls die Qualität Ihrer Tinctar die gleiche bleibt, auch weiters zu Ihren Abnehmern zählen. Hartwig Baron Meraebe, Oberst, 260 40 Commandant des Drag.-Reg. Nr. 4. Im allerhöchsten Dienst. Der Stallmeister Sr. kais. Hoheit, de* durchl. Herrn Erzherzogs Franz Ferdinand von Oesterreich-Este. (1,. 8) Enns. den 2ß. September 1888. Herrn J. Bendik in St. Valentin. Theile Ihnen mit. das« ich die von Ihnen erzeugte Lcderglanz-Tinctur nun durch 3 Monate an allen in mein Fach schlagenden Lederbostandtlieilen verwendete nnd selbe als zuträglich für da» Leder, sowie schön schwarz und baltbar erachte, ersuche mir umgebend 12 Fluschen einzusenden. Mit Achtung KanMtorfar »,. p. DANIEL RAKUSCH in tun empfiehlt Knfateiner Portland-/ dto Roman-Perlmooa. Portland-Trifailer Roman-Tiifferer „ Stcinbrüeker Traversen, Stolfatiiriuntten Eisenbahnschienen für Bauzwecke zu billigsten Preisen. Partie (f>ldrel)iiiiösd)ul)r wird ausverkauft, das Paar zu HO und 75 kr., im MMa»»d«eh n* »rare h-Mmu er Bahnhofgasse 162. _273 empfiehlt Cement I atH Xt »K«r%« .Jnk»«r x-rrald «Icht- n) *lj»ua «1t »■>*»■ Lttdtndt» fei hiermit der echte Pam-Expeller mit „Unfct" ol« sehr wirksame, Hautmittel empsohl« *-t ll( in »11 am#*a >srt*ikra! Lx Kleiner Dachs auf den Namen „Hnto" hörend, ist auf dem Wege „Cilli— Hochenegg bis Oonobiti" verloren gegangen. Abzugeben gegen gute Belohnung im Kaiser Franz Joseph-Bad TUffer._342 ^aalkarlofTel »ehr gute, ertragreiche, zn haben bei 258 tfraax Bahr, C il/I. Damen-Phaeton vieraitzig, ganz neu, hoch elegant, Wiener t abricat, ist billig zu verkaufen. Anzufragen bei 187— Anton Kapla, Sattlermcister, Cilli. Itömerbi'uun Mlensäorereicli&ter uaiürl. 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Der Besteller bat also keinen Zoll, keine Porti und keine Emballage zu bezahlen. Ich bitte nm Bestellungen. 6.— 6.25 6.50 «25 6.50 6.75 7.5« 7.— 7.50 DANKSAGUNG. Für die allseitige und innig' Theil null me während der Krankheit und für die ehrende zahlreiche Betheiligung an dem Leichenbegängnisse unseres geliebten tiatten. bezw. Vaters, Schwieger- und tirossvaters, des Herrn Adalbert Stiglitz k. k. Oberlieutenant i. K sprechen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten den tiefgefühltesten Dank aus. 294 CILLI. I. Mai 1887. I»it> trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. Fdr die zahlreichen Besuche während der Krankheit, sowie fflr die »heraus zahlreiche Betheiligung an dem Leichenbegängnisse unseres unvergeßlichen Gatten, resp. Vater«, Schwieget". und Urosüvaten. de« Herrn Leopold Zangger Hausbesitzer sprechen wir der hochw. Geistlichkeit von Cilli, insbesondere d« n hochw. Herrn Abt Ritter T. Wretschko, allen Verwandten und Bekannt?«, sowie den Herren Kranzspenden!, unseren tiefgefühltesten Dank aus. 2M Die trauernden Hinterbliebenen. Zwei Mädchen znr Bedienung der Maschinen und sonstigen leicht' ti Arbeiten linden dauernde Beschäftigung bei Toll. IKalcvisctL, Cilli. „Stadtverschönerungs-Verein", CU1L Die Stelle eines Parkwachters mit dem Monatsgehalt pro fl. 5.— ist mit 1. Mai d. J. zu besetzen. Bewerber wollen sich an Herrn Carl Mathe» wenden. „TUE «RKSimi- H Lebens - Versicherungs - Gesellschaft in London Filiale für Oesterreich. Wien, Giselastraase I, im Hanse der Gesellschaft. Hechenschafts- Hericht vom 1. Juli IHM bU Inel. SO. Juni 1S8*. .........................fr. 9l,ö . ~ neue Anträge eingereicht, wodurch der Gesammtbetrag der eingereichten Antrage »ich ans . U91.16J.. -'- Von« I. Juli IHM blM Incl. »« Juni W«. ...............................fr. »4,403.185« V^^uu°^°»nd'B^tenverträg« BSck'käuke rtc'. Ui't im I l!SÄ ÄTS?kSu» ,»«IIW«»»IIi-l>,» a»ch«l.p«rio4, v 'i <1<>s Leder* a'i Schuh Vfrk. Pferdegeschirr. Wlcen etc., d --n Glanz >,»!> I>ei Nasse nicht nbt'iirht, >»t 3. Lkiidik's in St. Valentin ncuerfundene k. k ausachL |triv. Leclerjfc'liuiK -Tiiielur pH'" richt nur bei mehreren lt. k. Regimentern, ! n> au-h !«'! kaiserl. Hoheiten für Pfenle-r»'liirr nn)fe im Gebrauch und von ersten Fachnutori tüten Bkb chemischer Analyse als vorzüglich anerkannt. Warnung Beim Kaufe achte man auf den an ■ja Flaschen und Blechdosen angebrachte* Namen J. Beiidik denn es werden unter Ähnlicher Schutc-Bartc Kettle mische zu Markte («br.ic.it, welche nichts lafl' r »ind. als Vaaelin- oder Mineraltalglabrikate. Ihteiine ist «ou t nicht* Anderen, al« geliinterter : Pittroleumsatz. welcher früher untt-r Petroleum-Wagenschmiere Verwendung fand, und nun I» ■ Ledersalbe lie Rolle spiel, n muss, um die Abfalle : W verwerthen. — Wiedi-rverkäufcrn Rabatt. ■ Zu Pubrikspiviseti lagernd bei folgenden Herren WaSeuten: In Cilli bei Traun k Stiger, Gras: [f. Kroath, Pettan: C. Tonian. Marburg: Hol-i k. Jos. Martini. Klagenflirt: Muasi, Lai-: birfa: Schuisnig & Weber, sowie in allen grösseren . '«< > der Monarchie. Ziiaitner Gurken ItH best' r Qualität liefert das. 5 Kilo - Fassl (fegen ■hcknihrac ohne weitere Spesen um fl. 1.80 H. Kasparek in Fulnek. Mähren. .Deutsche Wacht" Heilung der Lungen-leiden fakerknlose (Sehvindmeht, Anszehrnnx) AstlmiH (Atliemnoth), chronischen iironchial-utarrbe etc. durch (ias-fixhalalion (mittelst Rectal-Injection). Da» Unglaublichste, das scheinbar unerciclibare il «1er Aerzte, e» i-t mit dieser Heilmethode ganz m l voll erp icht! Ueber die überraschenden. un-sfhlbtiren Heilerfolge sprechen am überzeugendsten (i'k ade in Kürze, aber uiOglich-t im Wortlaute zu-ununingelasste Attest« von Professoren von Welt-ref, ».lebe auch von ueti m»diriai»chen /. It>, hrjft'! Ih In- und Auslande« voll bestätigt wurden. •>'t s H"U nach dreisilbiger <> -ExSulatioti mit-trist P.rctul - Injcction schwinden Husten, Au»vuri, Fi'liii. Schweins und Iiasoclgerauaeb. Da* KSrper-(nritld nimmt wöchentlich ■/,— 1 Kilo zu. De? Patient wird geheilt und kann die anstrengendste LcWi^weise wieder aulnehmen. Ilfi Asthma stellt »ich eine halbe Stunde nach irr 1iis-Kxl1.4lat.ion ein Nuclila>s der Atheuinoth ein. S* Pertaetzuug der <"ur kehren die Anfälle nicht wieder. Selbst bei tuberkulös zerstörten Stimm-iisdern, wo auch die Hälfte der Lunge zerstört »srii', trat Heilung ein. Von 30 Patienten im letz-Vn Stadia« der Tuberkulose wurden mittelst Gasin 'tiun alle gründlich geheilt. Wie in den grössten Hospitälern der Welt, so Inil^t auch im k. k Wiener nllgem Kranken-lause der Gas-Exhalutions-Apparat beste Anwendung. Attest.» Geheilter liegen vor. 217 SO I> r k. k. a. p. Gas-Ei(1 »Intions-Apparat (Rectal-bji rtion) ist remplet mit ZugehOr zur Gaserzeugung um int Gebrauchsanweisung für Aerzte und zum SdlutKebraucb für Kranke durch !Dx. Carl -A-ltno.aa3.xi WIEN, VII. Mariahilferstrasse 80 8 II. und 30 kr. für Packung. gegen haar oder «tnarhnahme zu beziehen. — Die Cur selbst ist «rd p. t. Käufer geschieht unentireltlich. 219 frisch g räucherten, liefert 0 Kilo gen Nachnahme ohne weitere Spesen um fl. 3"50 11. iv"'.[tt:rek in Fulnek. Mähre». Kein Zweiter der Weit! 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Zar nächsten GcwinnziebuBg trstcr Cljiase dieser grossen >oni Staate garantlrten Geldverloosung kostet I ganzes Orig.-Loo* Ü. U.sKt kr. ö.W. 1 halbes w ,175, 1 viertel „ .ftu w Alle Aufträge, vrrlche Ulreet an unsere Firm* gerichtet sind, werden sofort gegen Einsendung. Postanweisung oder Kachnahme des B«» träges mit grösster Sorgfalt ausgeführt und erhalt Jedermann von uiik dir mit dom Staatswappen ver* «••henen Original loose sei bat in Händen. Den Bestellungen werden die erforderliehen amtlichen Plinc gratis beigefügt, aus welchen sowohl die Eiinheiiung der Gewinne ans die verschiedenen (la***naiehui)g*n. als auch die betreffenden Kinlagc-betrage za ersehen sind und senden wir nach Jeder Ziehung un-*«r( n Interessenten unaufgefordert amtliche Listen. Auf Verlangen versenden wir den amtlichen Plan franco im Voraus zur F.in*iehtnahme u. erklären uns ferner bereit bei Niefct»Con-veniens die Loose gegen Uuek-zablung des itetrages vor der 'Ztiiiung zurückxunehmen. hie Aossahlung der Gewinne erfolgt plahmüsslg prompt unter ptaats-Garantle. | Unsere Collecte war stets vom lUlnekc beaoudera begünstigt nnd liaben wir unseren Interessenten oftmals 41 e grössten Treff«" ans-bezahlt, n. a. solche von Mark 250000. lOOOOO, H0.OOO, 60 OOO, 40.000 etc. Voranasiehtlieh kann bei alnesn solchen ans d r solidesten stn-is gegründeten Unternehmen überall auf eine sehr rege He-tbelligung mit Bestimmtheit ge» r»«)inrt werden, und bitten wir datier, um alle Aufträge ausführen j/u können, uns die Bestellungen ' aldigst und jedenfalls vor deut 14. ilflwi tl. J. ankommen zu lasten. KAUFMANN & SIMON Bank- und Weehselgcscliift il« tM A .fi til ilt*. 09* Wir danken unseren geehrten Kunden für das uns bisher geschenkte Vertrauen und da unser tfaus in Oesterreich Ungarn seit einer langen Heihe von Jahren fiiernii bekannt ist. so bitten wir alle Diejenigen, welche sieh fttr eine unbedingt solide Ueldvcrloosung luter«»»iren und darauf halten, dass ihre Interessen nach jeder Klclitung bin wahrgen«imubeii werden, sich nur g*nz dircet vertrauensvoll an unsere Firma Kaufmann A Simon in Hamburg zu wenden. Wir stehen mit keiner anderen Firma iu Ver» bin-lung uud haben aueh keine Agenten mit dem Vertrieb der original loose aus unserer Collecte betraut, sondern wir ct»rr«spondlren nur direet mit unseren werthen Kun Wiederverkäufer erhalten Naball. Passenden eteganten Zimmer Schmuck bildet das bei Silber« Aiuer, Wien VII., Eicbensterngasie 32 erschienene Oelfarbendruckbild Sr. des Majestät aisers Franz Josef I. Höhe tftl cm.. Breite 5.— inclusive Porto und Verpackung gegen Vorhereinsendung des Betrages zu belieben. 234 11 X X Ü Wiederverkänfer erhallen Rabatt M XKKKKXKKKKXKKXXK Wirthschafter verheiratet, mit langjährigen Zeugnissen nnd guten Empfehlungen, wünscht seinen Posten zu ändern. — Briefe erbeten unter „Wirthschafter" Pust« restante Kötsch 299 3 Nett möMirtes Zimmer ist zu vergeben. Theaterkasse Nr. 58. 298 3 Dr. J. Hoisel ordinirt bis 13. Mai in »einer Wohnung: Cilli, Cafe Hansbaum, wi3 Eine Wohnung bestehend aus 6 Zimmer sammt Zugehör zwei Woliiiuiiiffeii bestehend aus zwei Zimmer und Küche und 4 Zimmer und Küche sind theils jetzt, theils am 1. August zu beziehen. Näherea i. d. Exp. d. Blattes. 301 im besten Zustande ist zu verkaufen. Anzufragen im Motel Elesanl, t»II. 274 Echter guter Weinessig zu haben. 285 2 Fr. Gsund. Wienerstrasse 6. Civilwachmann Stelle. Beim Marktgemeindeamte Tüsier kom« die stelle eines EivilivachmanneS beim iUila Arauz Josephs Aade für die Zeit vom LZ» bis 31. August zur Besetzung. Mit dieser stelle ist das freie Quartier m Bade, nebst Ilnisormirung und monatlich 3» ü. verbunden. Bewerber um diese stelle, welche de» ttwrt und Schreibens vollkommen kundig sein inuma. wollen ihre belegten Gesuche, in welchen da Nachweis der bisherigen Verwendung bei«-bringen ist, bis längstens 15. Mai l. 3. be« gefertigten Marktgemeindeamte einzubringen. Gediente k. k. Gendarmen. Militär» 09« die in diesem Fache schon gedient, haben da Vorzug. Gemeinde vorSehung Markt Tüffer. am 3. Mai 1867._aoo Lohndiener mit guter Zeugnissen, der deutschen und italienisch o Sprache mächtig, wird sogleich aufgenommea. Ai<-kunft i. d. Ezp. d. B1 M 2 Einzelnverkauf folgender Blätter: „Gram Tagespost" „Neue Freie Presse" „Deutsche Zeitung" „Neues Wiener Tagblatt" in der Papierhandlung J. Rakiisch Hau.ptplatz ±0Tli) dem LaadMtheater, •mpfleklt skr im «tat Wetten. Dtkonakiu ynnpi ud bBHpl Lagw m f- ud SpctMdMM Reiche Auwtkl von Silta-Gaialtam aas Nasa- and Kicheuhols. Salon-Käuten. Creden •0 fl. Mlfwftrta, Scklaf-Diviu, Ottomanen und Rllis MfibUrnngcn von Land- nnd Badfhftusern werdsa Hoehaclitaagnoll l,";„BnfW»tn Drnek nnd Verlas von .Ttihnnn Rjtknsr-h in VUtcklichße«U»le» 500,000 Mark. 6ptel«lle AoftMInBf illw #*wtau »»4 VICTORIA!! KiNS hllllir Mllmn AarK «I»«r Prämie k300,000= 300,000 Gewinn *200,000 = 2(H),(HH) Gkwinnt* 100,000 a 200,000 Äewii», k 80,000 = 80000 . * 76,000= 75,000 2&wiitnca 70,000= 140.000 Gewinn u 60,000 = •> ^Gewinnet 50,000 = Gewinn k 30,000 = 1 1 2 l ioo[ooo WM ^ Gewinnet 20,000= 100,000 Dii «WükJWkik I 26. 56 106 256 512 791 31 57 59 * o-= 260,000 k 6,ooo= 280,000 k 3,000 = k 2,000 = k 1,000 = a 500 = k 300 = k 200 = k 160 = 30950 ®ttr. k U5 = «lt. «tc Durch alle 7 Abtheilungen kostet »in viertel Original-8oo» fl. 1S.70; halbe und ganz« in entsprechendem Verhältniß. 318,000 512,000 512.000 395.500 9,300 11.400 8.850 4.487.750 in KoLö ist ln kürzester Frist mit einer nur geringen Einlage zu gewinnen in der neuesten vom Staate Hamburg garantirten großen Millionen-Verloosung!! tHif« große m to Hoden «taattregiorung genehmigte und jarantiitc «»(twrlfesung. ir iwWkt dimten «enigen TOmatm der enorme velrag von 9 Mllione» 626,550 Mark zur sicheren Nexheilunz kommt, begeht au« 91,000 Loose» mit 49<700 Gewinnen. !Z( Dr» genaue Aulzug aller ttcwinw, «alche in 7 >b« Heilungen autgeloost werden, ist au« dem amtlichen Ziehung»plan »sichtlich, welcher unausgefordert jeder Lootbestellung gratis beigeschlossen wtid. Der Hauptgewinn der ersten Klaffe beträgt t50 000 Mais, steigert sich in der zweite» Klasse aus (JO OOO dritten aus 70,000, vierten aus 70,000, fünften aus SO OOO, sechsten auf ROO 000 und endlich in der siebenten aus event.: 500,000 Mark Ipeciel -der: 300,000 .200,000 lOO.OOO x. ic. Ter Preis der Lasse ist amtlich festgestellt, uud beträgt derselbe für die erste Abtheilung ö W. fl. 3.50 für ein gainr» Lriginal-Laas; damit stch jedoch Jeder ganz nach seinen verhiltniffen betheiligen kann, werbe» auch halbe Original-Loose k S. W. fl. 1.75 und viertel Cri» gtnal-Loose k 90 fr. i. W. verkauft, welche »II« mit dem amtlichen Wapren verseben sind. — Da» vanthau« A. Otdakowskl in II am borg ist mit dem Verlaus der Originat.Loose für diese ueu-ste groß« Capital-Berloosung betraut und hllt in seiner KllUktcoleci» eine reiche Rummernautwahl von Oriainal-Loosen zum amtlichen Planpreis« zu geneigtem Elücklversuche besten« empsohteu. Bestellungen aus Loose «erden mittelst PoSanweisunz oder in recommandirten Briefen, denen d« Betrag in Baarem beige-schloffen ist, erbeten Die eingelangten »ufirige werden nach jeder Richtung hin in gewohnter Weise stet« prompt und verschwiegen ausgeführt sowie nach stattgehabter Ziehung die amtlich« Ziehung«liste und G«winng«lder unau'zesurdert ti«»« übermittelt. Ta der Vorrath von Origmal-ioosen voraussichtlich schnei vergriffen sei» dürfte, werden gefällige Aufträge baldlgat, spätesten« jedoch bi« zum 15. Mai I887WW erbet»«, ba«l» die gewünschten Loose rechtzeitig vor Ziehung aba,sendet werde» ktmixri. Z»I >uf»ab« de» BesteCunz beliebe man den untensteheiven Bustrag« bei es zu benutzen. A. Osiakowski, Hamburg. ^i« q»gusc^rt»i^«n co I M «ö \ft CR S « « o X» SS < co h 3 & i s z i S I A- S B a * £ «EL » » --t v Q S OB» 2 N Z E £ *o r, 2" * - w « a fc> t7 a *» B w - > ts V-£ ö * «» SS u P ' = - P u . s? ?21: B a o a A S - C 2E « B e-s a g ■es a xs «"L S Z * ßst C - J- = #sSi s J £ 3 aa 9Q S>