.^ 3«. Freitag an» 15. Februar »SH». Die Laibachn- Z.itunq" nfchcint. mit A,iö!iahmc orr Son»- und Fnert.igc, täglich . u»d f,'st,t sam,,lt dcii V.ilaarn im l5.'»,w t,,i,- „ .,. ,,' s > 71^ '-----------'-----------------^ Krcuzband i», ^n.Pwir ^n^j^hri, fr - Ins ra .,,3^ bü!. i^ . O; Ä z» ."tr.cht.,,. M.t der Post porto-malige Einschaltung 2 kr., ft.r ^mmligc ^ lr., für drcimaligc ä fr. G. M. Inftratc. l'i,"2 Zcilm 1 st! fiir !j Mi7cinz!!sch/lt!n ^"""'^.lc .^>- d<>» Naun. dersclbc». für m.- Aemtlicher Theil ^Vcii^ k. k. Majestät hilbcn über Antrag ^ks Justiz-Ministers, mit allerhöchster Entschließung vom 3i, Jänner d. I., dem Rathe des vcneziani-schen Appellationsgerichtcs, Carl Penolazzi, die Zersetzung in den Ruhestand mit dein Bezüge fti-nes vollen Gehaltes als Pension allcrgnädigst zu gewähren geruhet. Se. k. k. Majestät haben über Antrag des Ministers der Justiz, mit allerhöchster Entschließung vom ü. Aktuar d. I., dem Ludwig Lazzaroni k'ne Rathsstcllc bei dem Civil-Tribunalc erster In-stanz in Venedig mit den systcmisirten Bezügen zu ""leihen geruhet. ^ie l»ei der Hteväsion des österrei- kbischeu Zolltariffs leitenden .e inländische Mitbcwerbung nicht Statt sin-oder möglich ist; zur Kathegoric der Letzteren ^. ^'^n wir alle Verbrauchsgcgenstände, bei denen l^ . ^'tbcwcrbung inländischer und rücksichtlich aus-^ Ascher Erzeugnisse Statt findet. Die ZollCom-si^ gemißt die Zölle nach den Differenzen, die Und ^ ^ Vergleichung der Warenpreise im In-der .) ^^ünde ergeben, und ist für die Abstufung ßes»l" k ^ einer Gattung Ware je nach der grö-sell »vi>^ geringeren Feinheit derselben. Hier müs. lind n» ^'^ erlauben, auf die Umstände, Debatten b>e ^ ^'^>chlungcn aufmerksam zu inachen, welche ^der ^^"^^ling der Tarissätzc auf Zuckermehl, ten- ^^^ ""b Häute, dann Fische zur Folge hat-ei,; ' ^"'^ "'^ Parteien lagen bis dahin mit ^vejf ^ sortwährend im Streite, und es ist kein der ^ ns-^^ ^^ ^"" differireoden Bestimmung lchiede, ^ ^ ^""' ""^ ^"ltung von ver-^r (5,^^ ^-""lität ähnliche Zänkereien, wo nicht ^^ «verstaun,ssc zwischen Beamten und Par- """ülzig7Dr°ck< ^""' ""'" ^ '" b"s"n Aufsatz, ci.ngc ^""°«d1.,.Wo^ '".'" '"' ""'" 6"tl> Z'Ue ii« r. ob.., '"'' '" nachtu /«"'.,'' ^" b"""'"' Spalte. Zeile 5 v°. ...-ul7' »abr. '7^7« '.Spa.te .^,i., 2. v. un.rn i, zu teien Statt finden können, welchen, da die Entscheidung nicht der Willkür der Beamten überlassen werden kann, wohl nur durch den Ausspruch unparteiischer , beeideter Kunstverständigen vorzubeugen wäre; allein diese sind nicht immer und nur in größeren Städten bci der Hand, und müssen für Zeitverlust, Mühe und Benützung ihrer Kunst entschädiget werden. Und gleichwohl erheischt es die Billigkeit, daß — wie die Zoll-Eommission ganz richtig sagt, »der Schutzzoll für die groben Waren nicht allzu hoch, für die feinen nicht allzu niedrig, sondern nach dcm Werthe des Stoffs und der daran verwendeten Arbeit bestimmt werde.' Es wird also diese Bestimmung jedenfalls, jedoch mit der an--gedeuteten, auf die Erfahrung sich gründenden Vorsicht, und nur bei den wichtigsten Artikeln, bei welchen die Verschiedenheit der Feinheit auf die mehrere oder mindcrc Einfuhr einen wesentlichen Emflilsi nimmt, Statt finden müssen. Die Zoll-Commission will die Zollsätze im Tarife in der Ncgel nach dem Gewichte ausdrücken, wiewohl sie nur '^nach dem Werthe der Waren ermittelt und berechnet werden können. Es ist gewiß, daß die Parteien zu wissm wünschen, wie sich der, nach dem Gewichte zu entrichtende Zoll zum Werthe der Ware verhält, weil der Handelsmann den An-kamspreis, die Spesen und den Zoll berechnen muß, um mit Hinzuschlagung seines bürgerlichen Gewinnes den Preis feststellen zu können, um welchen die Ware hintanzugeben ist. Man sollte also meinen, daß es zweckmäßig wäre, die Zollsätze im Tarife nach dem Werthc der Waren anzugeben; nachdem aber der wirklich? Ankaufspreis e ncr Ware mit oer Zollschätzung in den seltensten Fällen übereinstim-men mag, und die Parteien den entrichtenden Zollbetrag gar wohl zum Ankaufspreise der War? und zu den sonstigen Auslagen hinzuschlagen könn.n, ob jener nun am Zollamte nach dem Gwichte oder nach dem Werthe der Ware berechnet wird, so erscheint die Annahme des Gewichtes im Tarife in dieser Beziehung gleichgültig; dagegen hat das Gewicht als Einheit allerdings den, in der »Austria" hervorgehobenen Vortheil, daß es sich in der Regel am schnellsten, mit den wenigst kostspieligen Vorrichtungen , ohne weitläufige Werthcrforschmig, die zu Eonflicten oder Einverständnissen zwischcn Par-! teien und Beamten den Anlaß geben können, und ohne Beschädigung der Waren erheben läßt. Der Minister Meredith empfahl am I I. December v. I dem Rcpräsmtantenhause zu Washington mit Wärine, die bisherigen Werthzölle des nordamerikani-schen Zolltarifs mit spec,fischen zu vertauschen „um dtm Handelsverkehre mehr Aufschwung lind Aus-breitling zu geben, so wie auch das Staats-Ein-kommcn zu vermehren, und Unterschleifc zu verhüten." Alles spricht also für Gcwichtszölle, es dürste jedoch keincm Anstandc unterliegen, sondern vielmehr in einem constitutioncllen Staate sogar geboten seyn, in einer eigenen Rubrik des Tarifs den Werth der Waren, welcher der Zollbemessung zur Grundlage gelegt wurde, und das Procelttcn-Aus-maß des Zolles anzufttzen, damit d.'s Publikum den Maßstab dieser indirccten Besteuerung kenncn lerne. Das bisherige Geheimhalten der Zollschätzun. gen war nebenbei ein Grund des jahrelangen Fortbestehens mancher Zollsätze, während die wirklichen Preise der Waren mittlerweile bedeutend varirten. Der Zollvercinstarif ist bis auf wenige Ausnahmsartikel mit einen, allgemeinen Zollsatze vom > Eentner Bnttto.-Gcwicht für alle Waren festgesetzt. Die Zoll-Commission stimmt nicht für eine durch, schnittlichc Höhe des Schutzzolles nach Procentel, des Werthes oder Gewichtes der Ware, wohl aber für eine Vereinfachung und Verallgemeinung des Zolltarifes durch Festsetzung weniger, einfacher Zoll» satze. Dieses ist sach- lind zeitgemäß. Der eben veröffentlichte neue Zolltarif für die Schweiz ist in Classen eingetheilt, d, i. alle einem gleichen Zollsätze unterliegenden Waren sind in alphabetischer Ordnung in eine Elasse gesetzt, was sehr practisch und nachabmungswürdig scheint, denn die Ersah' rung lehrt, daß die meisten Mangel und Irrungen in der Zollbrrechnuna. einem Versehen bei Aufsuchen des Zollsatzes im Tarife, wo jeder Ware die Ein-, Ausgan.qs- und Durchfuhrszöllc be'gcsetzt sind, zugeschrieben werden. Die Gewährung der Rückzölle bürste insbeson-dl-re l)ci jenen Gc.qenstandrn möglich seyn, bei welchen durch deren Ä^rarblitung im Inlande eine Ge, sällsvclkürzllüg nicht leicht denkbar ist, weil sich das Verhältniß des Fabrikproductes und der Abfälle zum Rohstoffe leicht ermitteln und feststellen läßt, wie z. B. bei Zucker, Getreide, Oel u. dgl. Der Gewinn, welcher dem inländischen Gewerbssieiße durch die Verarbcitlmg solcher Stosse zugehen kann, ist nicht unbedeutend, die gegenwärtigen Appretur, und Mahlvorschriften sind aber zu umständlich und belästigend, daher hinderlich; die Zoll-Commission oerhlißt jedoch auch dießfatts eine zeitgemäße Ne< form. Eine Feststellung der Taren zur Vermeidung der Nttto-Geivichtserhl'blmg, sohin zu einer größeren Erleichterung für den Eomerz ist allerdings wünfchcnswerth, doch muß hierbei abermals die Erfahrung zu Rathe gezogen werden, welche lehrt, daß die Gewinnsucht nach crfolgter Bestimmung des Taragcwichtcs die Behältnisse der Waren und respective deren Gewicht möglichst zu verringern sucht, um von der Ware so viel mehr an Gewicht unverzollt einzuschmuggeln. Man wird also entweder die Beschaffenheit der Behältnisse, auf welche sich die festgesetzte Tara bezieht, genau bestimmen, uno jede Abweichung bestrafen müssen, oder dießfalls nicht sehr difficil seyn dürfen, was dem, vom Eomcrzc bcausspruchttn liberalen Zollsysteme cben so schr entsprechen wird, als die von der Zoll-Commission beabsichtigte freiere Bcwegnng im Gränzvcrkehre und mit den täglichen Lebensbedürfnissen, dann die Erweiterung der Zollbefreiungen, und die Nicht-Erhebung des Zolles unter einem Kreuzer. Die Annahme des mclrischcn Gewichtes, namentlich des Zollvereins-Ceutners, ist als eine Annäherung an das System des deutschen Zollvereins zil betrachten. „Einer der Wünsche des deutschen Volkes," sagt Wilhelm Nördlinger in seinen »Vorschlägen zu einem allgemeinen deutschen Münz-, Maß- und Gewichts System, Frankfurt 1848," ist die Einführung eines allgemeinen deutschen Münz-, Maß- und Gewichts-Systems. Das vollkommenste Maß- und Gewichts-System, welches auf Erden besteht und je bestanden hat, ist nun aber das französische metrische System, das einzige, welches seinen Ursprung nicht dein blinden Zusatt verdaust, sondern ein unvermischtes Erzcugniß der Ueln-r^iing ist." Der mttrischc Centner ist bereits im g«^'"-' wärtigen österr. Tarife an der lomd.ndisch-venetla-Nischen Zollgränzc als Gewichts-Einheiten ,m Ge.- I8H brauch, jede dießsälll'gc adnlinistrativc Bestimmung erheischt aber dic sorgfältigste Ueberlegung, denn sie soll nicht für den Momenl, sundern dauernd, und für große Handelsverbindungen vorgedacht seyn. Eine Erleichterung für den Eomcrz, wie sie die Zoll-Commission beabsichtigt, wird dadurch, das, die Angabe der Benennung einer Ware erlassen werden soll, wenn der höchste Gewichtszoll davon entrichtet werden will, schwerlich erreicht werden, weil aus politischen oder Sanitäts-Rücksichten die Ein-oder Ausfuhr dieser oder jener Ware zu allen Zeiten verboten seyn wird, folglich deßhalb alle Waren, welche zu irgend einer Zollamtshandlung gelangen, jeden-falls werden besichtiget werden müssen. (Schluß folgt,) Politische Nachrickteu O c st e r r c i ch Truppen - Durchmärsche du» cb Laida ch vom 8. bis 14. Februar i860. Am 8. Herr Hauptmann Gaudenag, vom 20. Jäger-Bataillon, mit 50 Mann Ergänzung für das 9. und 20. Jäger-Bataillon und nnt l>3 Honveds, von Pcttau nach Italien. Am 9. Feldwebel Gröblbauer, von Baron Piket Inf., mit 33 Mann Ergänzung, vonGratz nach Italien. Am 10. Herr Hauptmann Flad, vom Mincur-Corps, mit 137 Mann Ergänzung für das Sap-peur- und Mincur-Eorps, von Olmütz nach Italic»'. — Wachtmeister Thcodorovic, von der ungarischen Gensd'armcrie, mit 32 Transcncn, von Görz nach Grah. — Herr Lieutenant Seemann, von Erzh, Leopold Inf., mit I0<> Mann Ergänzung, von Agram nach Brescia. — Herr Lieutenant Wolf, von Hohcnlohe Inf., mit 20Transenen, von Grah. Am I I. Hr. Hauptmann Schludercr, von Heß Inf., mit 1 Officicrrn und 3-lO Mann Ergänzung, von Wicner.Nenstadt nach Eattaro. — Herr Obcr-lieutenant Bockh, vom steierm. Schützen-Bataill., mit 86 Transenen, von Gratz nach Görz. — Eadct (Korporal Palko, vom Romanen-BanaterGränz Reg., mit 43 Mann Ergänzung, von Karansebes nach Forli. Am 13. H.'rr Lieutenant Hohnstern, von Pi^ ret Inf., mit >30 Transenen, von Gratz. Am 14. Oberfcuerwerker Kuchinka, nu't 45 Mann Ergänzling vom Feuerwerks - Eorps , von Wicner.Neustadt nach Italien; — Eorporal Milin. kovic, vom Dttochaiur Gränz-Negimcntc, mit 39 Transcnen, von Agiain. — >l - Görz, l3. Februar. Unser gestrige Corso ist größtcntheils zu Wasser geworden. Er ist zwar sonst auch von g ringer Vcdcutung, dieszmal schrumpfte er al^er vollends zu einem Zweige zusammen. Die schuld lag an dem ungünstigen Wetter, welches den Görzern nicht erlauben wollte, ihr Geld in Eonf.'lli zu verwerfen. Gerade als der Spaß angehen sollte, sing es an zu regnen. Die Triesti-ncr hätten sich aus den. Bischen Regen freilich nicht viel gemacht, in Görz aber ist die Eorso-Wuth nicht so arg. Unsere Easino-Bälle sind flau gewesen; in dem Casino civico wu>de nicht einmal ein einziger Ball gegeben, was ein schlechtes Prognostikon für den Foribestand dieses Easino's ist. Aus Görz vom >4. Februar ist uns heute fol' gendes Schreiben zugekommen: Euer Wohlgcborcn! »Ich danke Ihnen für die gefällige Zusendung Ihrer Zeitschrift. Ich blätterte darin begierig herum, doch wie betroffen war ich, als ich in dem Blatte Nr, 25 eine Berichiiglmg meines in Nr. 23 vom 28. Jänner enthaltenen Eorrcspondcnz Artikels fand; denn ich erkannte d^n.s, daß die mir mitgetheilte That-sacl,c im Ernste ci„e boshafte Erdichtung seyn mußte, die ich allzu leichtgläubig aufgriff und Ihnen allzu eilfertig zuschickte. Ich erfuhr diese Thatsache nicht unmittelbar aus dem Munde des steirischen Freiwil-ligen, sondern mittelbar durch einen seiner Bekannten, der, wie kcin Zweise! obwalten kann, die wahre Begebenheit durch erdichtete gehässige Ncbenumständc entstellte. Ich habe in meinem Leben Niemanden ab- sichtlich beleidiget, und ich bedauere daher vom Herzen, daß ich den tapfern Herrn Lieutenant Wimmer, dessen Person und Name mir bisher vöUig unbekannt war, ganz unabsichtlich an seiner Ehre gekränkt habe. Obschon das in Ihrer Berichtigung enthaltene Zeugniß der Herren Obcrlientenants Linnc-mair und Ritters von Kreuz berg an und für sich hinreichend wäre, jcdcn Flecken von der Ehre des verdienstvollen Herrn Lieutenants Winnncr abzuwa-schen, so halte ich es doch für meine Pflicht, mein Bedauern freiwillig und öffentlich auszudrücken und bitte sie daher, diesen meinen Brief in Ihrem Blatte abdrucken zu lassen. Mit Hochachtung Ihr Ergebener — l>—- Eilli, 14. Februar. Dcr Verspätung des gestrigen Abendzuges liegt folgender Unfall zu Grunde: Eine kurze Strecke vor der Station Po-nigl stand der Wien-Laibachcr Train plötzlich still, ohne daß die Passagiere die geringste Erschütterung verspürten. Neugierig öffneten diese die Fenster der Waggons, da bot sich ihnen ein unheimlicher Anblick dar. Unmittelbar vor einer kleinen Brücke eines durch Schneegestöber und Thauwetter stark angeschwollenen Bächlcins gericht die Maschine sammt Tender aus dem Geleise, schob den ersten Packwagen aus den Schienen und stürzte über die Brücke. Ber Lokomotivführer und die Heizer arbeiteten sich mit Mühe aus dem Wasser empor; Ersterer erhielt an, Kopse eine, jedoch minder bedeutende Verletzung und wurde von den Reisenden auf die humanste Weise gepflegt und mit frischtr Wasche versorgt. Durch eine aus Eilli herbeigeeilt«? Hilfsmaschinc wurde der Train nach einem dreistündigen Aufenthalte ohne Anstand weiter befördert, die verunglückte Maschine sammt Tender liegen als <-oi-j>n« «lolil-li im Wasser. Die Ursache dieses Unfalles, der glücklicher Weise so günstig ablief, wird einem losgewordenen Schicncnstnhle oder der Senkung des Bodens bei dem eingetretenen .Thauwetter zugeschrieben. Durch den starken Schnccfall ist die Telegraphenleitung zwischen Marburg und Cilli an vielen Stellen unterbrochen. — Wien, 13. Februar. Die Hauptzüge der Nordbahn vom 10. und II. d. M. sind verspätet eingetroffen, weil am Rakonitzcr Damme in Folge eincs Schienenbruches sechs Personenwagon aus dem Gtleise gericthcn, wodurch die Bahn zerrissen, u"d auf einige Zeit unfahrdar gemacht wurde. Ucberdieß trafen auch die Bahnzüge aus Preußen in Oder-bcrg verspätet ein. — — Die Kaiftrwasserbrücke ist bereits rcparirt, die Schiffbrücke wieder abgebrochen worden. — Die fünfte Vorlesung des H rrn v. Würth gehörte zu den interessantesten, die wir bisher von ihm hörten. Sie behandelte das bei uns neuzubegründende Institut der Staatsanwaltschaft, drren Bestimmung es ist, als Ausfluß der obcraussehcnden und vollziehenden Gewalt über die Beobachtung der Gesetze zu wachen, das Interesse des Staates und der bürgerlichen Gesellschaft in (Zlvl!.. wie in Strafsachen zu wahren und für die Vollstreckung der richterlichen Entscheidungen Sorge zu tragen. Nach einer geschichtlichen Uebersicht der Entwickelung dieser Institution, deren Idee schon im Mittclalter in Deutschland, Frankreich oder Italien und Spanien auftauchte, und der Ausbildung, welche dieselbe insbesondere in Frankreich erhielt, verweilte der Redner bei einer ausführlichen Darstellung der Organisation und des großen Wirkungskreises der französischen Staatsbehörde, und ging hierauf z" einer Schilderung der Grundlagen über, aufweiche die Staatsanwaltschaft durch das neue Gesetz über das Strafverfahren in Oesterreich gestellt ist. Ueber dm Umfang der Befugnisse der Staatsanwaltschaft in (Zivilsachen, so wie in Beziehung a"s die Disciplin und den innern Dienst der Gerichte, soll, wie Hr. u. Würth mittheilte, noch vor dem Beginne der Wirksamkeit der neuen Gcrichtsbehödcn eine eigene Instruction erscheinen. Der Wirkungskreis der Staatsanwalt, fchast in Strafsachen aber ist in der neuen Strafprozeßordnung erschöpfend dargestellt. Hr. v. Würth zeigte in ciner vergleichenden, fortlaufenden Dar- stellung, daß die österreichische Gesetzgebung zwar die Organisation und Gliederung der Staatsanwaltschaft dem französischen Gesetze nachgebildet, in Bezug auf die Stellung der Staatsanwaltschaft im Strafverfahren aber mid den Gerichten gegenüber, das Princip des Anklageverfahrcns viel schärfer und richtiger aufgefaßt habe. Durch die österreichische Gesetzgebung wird der Staatsanwaltschaft nur gestattet, Untcrsuchungshandlungen durch richterliche Personen zu veranlassen, nicht aber selbst solche Acte vorzunehmen, wie dieß im französischen Rechte der Fall ist. Der Staatsanwalt darf nicht, wie in Frankreich, in der Raths- oder Anglagekammer als Referent auftreten, sondern dieses Geschäft muß immer von Richtern versehen wcrden. Uebrigcns ist der Staatsaiiwalt selbst im Laufe der Hauptverhandlung berechtigt, die Einstellung des Verfahrens zu beantragen, welche, wenn der Angeklagte zustimmt, ohne Weiteres Statt findet. Auch ist das Gericht an den Strasantrag des Staatsanwaltes insoweit gebunden, daß es auf eine höhere als die vom Staatsanwalte beantragte Strafe nie erkennen kann. Hr. v. Würth behandelte hierauf die schwierige, von allen Gesetzen nur der Lösung durch die Praxis überlassene Frage, in wie weit die Mitglieder der Staatsanwaltschaft in Betreff der Ausübung ihres Amtes ill einzelnen Straffällen von den Befehlen des Ministeriums abhängig seyen, und sprach seine Ansicht dahin aus, daß der Staatsanwalt in seiner doppelten Eigenschaft als Wächter des Gesetzes und als Organ der Regierung zwar dem Befehle der Einleitung eines Strafverfahrens, der Ergrei» fung eines Rechtsmittels u. d. gl. Folge leisten müsse, daß er aber in Bezug auf die am Schlüsse des Verfahrens zu stellenden Anträge nur scincr aus dem Gange der Verhandlung geschöpften Ueberzeugung zu folgen verpflichtet scy. Den Schluß der Vorlesung bildete eine beredte Schilderung der Schwierigkeiten, welche in der Stellung der Staats' anw^ltschaft liegen, und den Eigenschaften, die von einem tüchtigen Staatsanwalt gefordert werden müs' sen, wenn die neue Institution auch bei uns jc> allgemeine Achtung erringen soll, dcrcn sie zu eiittl heilsamen Wirksamkeit bedarf. — Die neueste" Nachrichten aus BochiN" Über den dasrll'st "usgebrochrneil Grubenbrand bc-stätigr!, dic- schon früher gebrachte Notiz, »"ß ""-ßcr den beiden bemcikten Individuen Niemand das Leben verloren habe. Die anfänglich vermißten Bergleute arbeiteten, ohne von dem in ihrer Nähe entstandenen Brande eine Ahnung zu haben, in oe"' alten Felde ruhig fort und wurdcn Abends wohl' Ehalten zu Tage gefördert. Noch ist die Ursache ^cs Brandes nicht erforscht; die von ihm und der Stickluft eingenommene Strecke im neuen Felde l^-trägt eine halbe Meile. Man will, wie wir höre", den Brand daselbst dadurch ersticken, daß man alle Verbindungsgängc zwischen dem alten und ticuc" Felde vermauert und verstopft, wodurch man zugle^ dcn Vortheil erzielt, daß im ersteren una/stbl fortgearbeitet werden kann. Der Schade an Acraria -gut dürfte sehr bedeutend seyn. Im güiyon des B"^ des sollen sich 40 bis 50,000 Eentner be^'^ ^ wonncncn, aber noch nicht zu Tage ijkfol ^ S.ilzts befinden, welche durch den Rauch u" entwickelte Luft ungenießbar wcrdcn, ft wlc a in dcn vom Fcuer und R.uche erfüllten Ran"" durch längere Zeit kein brauchbares Salz wlrd ge-wonncn werden können. — Wir vernehmen mit Vergnügen, daß d>'> Justizministerium die österreichische Strasgesctzgcblws zur unmittelbaren Einführung in Ungarn, Croats', Slavonien und Siebenbürgen vorbereitet. Der Tc des Gesetzes selbst soll mit den seit beinahe einem l)^' ben Jahrhunderte erschienenen Nachtragsverordn^ g.'n verschmolzen und so eine rcvidirtc Ausgabe ^ Gesetzes für die benannten Länder erfolgen. wir hören, ist der von dcn Verbrechen handelnde " Theil in der neuen Redaction bereits fertig. — Wir hören aus verläßlicher Quelle, " dic Erlassung eines Gesetzes über die Erwcr und dcn Verlust des österreichischen Neichsbürgerr < 183 tes von den Ministerien der Ilistiz und des Innern vorbereitet wud, dessen Entwurf der Mmistcrialsecre-tär Freiherr v. .Buschmann versüßte. Durch dieses Gesetz, welches besonders für die ungarische Eolonisa. tionsfrage von präjudicieller Bedeutung ist, wird jeder bisher bestandene Unterschied zwischen den Staatsbürgern der verschiedenen Kronländer aufhö» len und abermals eine wichtige Bestimmung der Rcichsvcrfassung verwirklicht. — Die neue (deutsche) Wechselordnung sammt ben Vorschriften über das Wechselverfahren wird schon mit Ende dieser Woche im Neichsgesetzblattc u. z. in allen zehn Sprachen erscheinen. Es ist dieß das erste Gesetz, welches gleichzeitig für den Umfang der gcsammten Monarchie ergeht. Der österreichische Trlegraphmdienst soll vom 13. Februar an für die Privat-Eorrespondenz in den Richtungen von Gratz, Laibach, Trieft, Linz, Salzburg, Bi-ünn, Olmü'tz, Prag und Oderberg unter verbesserter Tarordnung freigegeben werden. Eine directe telegraphische Verbindung mit dem Auslande steht in naher Aussicht. Prag, l0. Februar. Fast alle 22 Gymnasien Böhmens wurden in den letzten zwei Jahren in Lyceen umgewandelt. Mit Ausnahme von etwa vier M den westlichen Gegenden, ist überall die böhmische Sprache obligater Lehrgegenstand, An manchen Lyceen trägt man übcrdieß auch einige Gegenstände, als Geschichte, Geographie, Naturgeschichte, Religion U- s. w. in böhmischer Sprache vor. Italien Novcrcdo, ',. Februar. Der „Mess, tirol." enthält folgenden Bericht: Die vereinigte Dcputa- «ion der sünf bei der Anlegung eines Schienenweges 'n Südtirol zumeist intercssirtcn Städte wurde am vergangenen Donnerstag Morgens von Sr. Erc. dem General-Gouverneur in der Lombardei und in Venedig, Marschall Grafen Radetzky, in seinem Palaste zu Verona empfangen. Nachdem der Po- desta von Verona, Herr Eonati, den Zweck der Mission mit wenig Worten bezeichnet hatte, äußerte sich der alte Heerführer mit militärischer Offender- ^keit, daß er von dcm höchsten Nutzen der plojec- 'Uen Eisenbahn im südlichen Tirol vollkommen ^ieugt sey; daß er zum Vortheil derselben viel ^klchrieh^ lind gesprochen habe, daß jedoch ihre "lisflihrlmg nicht das Werk eines Augenblicks seyn vni,e. Der Staat habe gegenwärtig die Vcrpsiich- U"g zur Ausführung anderer und sehr kostspieliger ^Urrnchmungen dieser Art auf sich, so daß es in er nächste Zukunft für ihn eine Unmöglichkeit sey, »eine Aufmerksamkeit neuen, riesenhaften Bauten zu- luwendcn, bevor er die bereits begonnenen einem erledigenden Ende zugeführt habe. Für dermal ehlne jener große Schienenweg, der nach seiner ^ollendung einerseits Verona, andererseits Treviglio " zwci verschiedenen Richtungen, nämlich in der Ntern und in der obern Lombardie, mit einander in ^erbindung bringen soll, die ganze Aufmerksamkeit ^ Staatsverwaltung in Anspruch. Mit dicscm erke gehe ein anderes, von nicht geringerer Wich- .5^lt, nämlich die Scl)iffbarmachung des Mincio M^oßc Fahrzeuge, Hand in Hand; durch dieses äwis^ ^vcrde eine leichte und schnelle Verbindung Au«" ^ ^"" Garda-See und dem Po hergestellt. ticl^ '^^' ""'" Marschall an die Deputation ge- . ^i borten ging klar hervor, daß unsere Eisen- daL - ^^"^ich kein leerer Wunsch bleiben werde; di? tt^ ^'bauung im Princip für zulässig erkannt, "sung dcs Problems aber, obgleich für den erful "^^ möglich, in nicht zu weiter Ferne sicher^" ""^' ^^' ^"Ucnz schlössen mit der Ver- Nah ""^ ^^ ^""^ bereits ausgesprochene Theil- der," ^"^ ^'^ sudtirolische Eisenbahn sich nie min- "lln werde. hat E ^" " ä' ^' ^^ruar. Der Marchesc Sforza sein Er^'d '^ H"bcit dem Großhcrzog von Toscaila edttlu als neapolitanischer Gesandter in einer Privat-Audienz überreicht, und ist sodann der groß-herzoglichen Familie vorgestellt worden. Bologna, .",1. Jänner. Die „Gazzctta di Bologna" enthält eine lange Reihe von Verurtheilun-gen zu mehrjährigen Zwangsarbeiten, welche wegen Diebstahl, Wassenverheimlichung, Widersetzlichkeit gegen die bewaffnete Macht ?c. :c. verhängt wurden. F r a n ll r e i ch. Paris, 7. Febr. Das »Bulletin de Paris" meldet: Die Regierung hat von D r o u y n de L h u y s, außerordentlicher Gesandter Frankreichs ^m englischen Hofe, Depeschen über die vollständige Ausgleichung am englischen Hose erhallen. Der Gesandte bemerkte dem Lord Palmerston, d.,ß Frankreich mit Großbritannien in Allem, was die orientalische Frage betrifft, genuine Sache gehabt habe, daß seine Flotte mit dem englischen Geschwader zugleich nach dcm Orient gegangen sey, um dieselbe Angele-genheit zu unterstützen. Um so mehr sey die fran-zösl'sche Negierung darüber erstaunt, daß das englische Cabinet, ohne Frankreich, die natürliche Schutzmacht Griechenlands, davon zu Präveniren, gegen dieses Königreich solche Gewalt verübt habe. Frankreich, sägte Drouyn de Lhuys, hat um so mehr Grund, über diese Maßregeln erstaunt zu seyn, als die beiden Flotten fast zu gleicher Zeit sich in Bewegung setzten, in demselben Momente, in welchen: diese bedauerlichen Vorfälle in Athen aus Befehl des englischen Eabintts Statt fanden, welches seinen Alliirtcn von seinen Projccten wenigstens hätte in Kenntniß setzen sollen. Uebrigens sollte England es wenigstens sage», wenn es beabsichtigt, eine Politik, welche der bisherigen: gemeinschaftlich zu verfahren, entgegengesetzt ist; Frankreich sey starr gcnug, '6m Allinte zu finden, oder sich aus s>iiic eigene Macht zu beschränken. Der französische Gesandte schlug hierauf die Mediation Frankreichs vor, und seine Worte brachten die beste Wirkung, sie wurden vollständig angenommen. Lord Palmerston hat in Alles eingewilligt, die Vermittelung Frankreichs angenommen, und man kann die griechische Angelegenheit, welche das gute Einvernehmen zwischen Frankreich und England leicht gestört hätte, als vollkommen beigelegt betrachten. Griechenland und Europa werden Frankreich dafür Dank schuldig seyn, daß es eine Frage ausglich, die gefährliche Folgen hätte haben können, wcnn nicht das tlugc Benehmen und die feste versöhnende Haltung der französischen Regierung ihnen zuvorgekommen wäre. Paris, 7. Februar. Der.Monitcur" enthält heute reinen officicllcn Thcil. — Gestern kamen noch einige Verhaftungen vor. An mehreren Orten wurden Blousemnäimer, welche die Pflasterung der Stellen hindern wollten, auf denen zuvor F»eiheits-bäume gestanden hatten, verhaftet. Gleiches geschah einigen Pcrsmien, die bei der Porte St. Martin, den Hut schwenkend, ausriefen: Es lebe die demokratische und sociale Republik! — Die Wallfahrten auf den Stellen, auf welchen die beiden Freiheitsbäume der Porte St. Martin und Porte St. Denis gestanden hatten, dauern fort. Unter den Personen, welche diese Plätze besuchen, befinden sich viele Repräsentanten, die sich vermuthlich überzeugen wollen, ob die Ruhe iil diesem Stadtthcil wieder hergestellt sey. Man will auch Odilon-Barrot dort bemerkt haben. Oroßl'ritnnnioll und Irland. Wir lassen die vom Marquis v. Lansdownc im Untcrhausc am l. d. M, auf die Interpellation des Lord Stanley gegebene Erklärung folgen: »Erst nachdem der griechische Minister eine schriftliche, abschlägige Antwort auf die brittischcn Forderungen gegeben hatte, schlug Sir W. Parker den mildesten Weg ein, den er unter solchen Umständen ergreifen konnte; denn es ist unwahr, daß er den Pyräuö blokirt habe (»öl l >,,« lll»z<^ <»l'll>,5 l'il'tt<»,i5). er hatte nur einem griechische!,, damals im Hafen befindlichen Kriegsschiffe bekannt gegeben, daß es diesen Hafen nicht verlassen dürfe, bevor unsere Forderungen befriedigt wären.'' Donau - Furstonchümer Galacz, 20. Jänner. Dreißig der angese, hendstcn, in Galacz und Ibraila ctablirten östcrr. Unterthanen, haben dem Ritter von Hubcr, bei Gelegenheit seiner Bcföldcrung zum k k. östcrr. Gcncral-Eonsul in Alexandricn, im eigenen Namcn und dem ihrer Landsleutc eine Adresse überreicht, in welcher sie seinen Verdiensten die lebhafteste Anerkennung zollen, den wärmsten Dank für die Dienste aussprechen, die er ihnen als österreichischer Eonsul ill der Moldau geleibt, und die Ansicht an den Tag legen, daß seine wohlverdiente Beförderung das Mittel seyn werde, nicht nur die österreichischen Handelsverbindungen mit Aegypten zu fördern, sondern auch mit Ehina und Ixdien wieder anzuknüpfen. Nettes und Neuestes. — Das Journal „die Presse" ist nunmehr auch >ür den Belagcrun.qsrayon der Hauptstadt Piag und die böhmischen Festungen Königgrätz, Iosefstadt und Theresiclistadt verboten worden. — F. M. L. Graf Degenfeld soll das Kriegs m inistcriu m ü bcrnehmcn, Graf Gyu-lai das Eommando des 5. Armcccorps. (Wand.) — Die militärische Execution im Süden Dal-matilnZ hat ihre Mission erfüllt; die rückständigen Steuern weiden bezahlt. — Baron Andriam soll als Statthalter nach D.ilinitien geheo. D.is Gerücht seiner Ernennung zum Eivil Kommissär vonTriest scheiin demnach irrig. — Das Lemberger Gubernium soll vom Ministerium aufgefordert wmden seyn, ein Gutachten übcr die Arrondirung Galizicns durch Zutheilung einiger Stücke vom nördlichen Ungarn abzugeben. — Nach dcm neuen Genmndcgesetze soll der Bürgermeister für Wien auf 3 Jahre gewählt werden. Als Candidaten für die erste Wahl nennt m^n die jetzigen Präsidenten des Gemeinderathcs, l)<>. Seiller u»d den ehemaligen Bürgermeister Czapka. — Die Schweizer-Frage geht einer sriedlichcn Lösung entgegen. Mazzini wurde ausgewiesen, und begibt sich über Frankreich nach England. Es sollen auch gegen andere Flüchtlinge ähnliche Maßregeln ergriffen werden, — Admiral Parker hat von: cngli -s ch c n M inistcrium d c n A uftrag erhalten, die Feindseligkeiten gegen Griechenland einzustellen. — Nach der für wohlunterrichtet geltenden „Patrie" soll die Rückkehr des Papstes nach Rom am 15. d. M. erfolgen. — Die W. Z. vom > l. d. M. bringt die Besetzungen der Dicnstposten bei den Gerichtsbehörden im Kronlande Oesterreich unter der Enns, denen nun die der übrigen Kronländer folgen dürften. — Der Ausschuß des Wiener Slavenballes hat von dcm reinen Ucberschusse von 700 fi. C. M. auch 50 st. zur Unterstützung der slovcmschcn Literatur, und 50 si. für das slovcnische Theater in Lai-bach bestimmt. — Dcm Vernehmen nach sollen mehrere Schriftsteller, welche sich im Jahre ll^8 durch strcngmo-narchischc Gesinnung auszeichneten, mit dem Franz Joseph-Orden bctheilt werden. (Lloyd.) ^- Der „Union" wurde mitgetheilt, daß vom Fürsten Mctternich, auf dessen Herrschast Plaß in Böhmen, ein Brief eingelangt seyn soll, demzufolge der Fürst zu Ende März l. I. dort einzutreffen gedenkt. -— Herr Minister Bach hat eine von der Karl- , stciner Gemeinde in Böhmen erhaltene Dankadresse in czcchischcr Sprache beantwortet. Verantwortlicher Herausgeber und Verleger: Ign. A l. v. Kleinmayr. Z. 27!>. (2) Licitations-Nachricht. Montag den 18. Februar wird Vormittag von » l?is l^ Uhr u»d Nachmittag von » bis« Uhr in der Spitalgasse Nr. 2tl!> im ersten Stocke eineLicitation von verschiedenen Hauseinrichtungsstücken Statt finden. Kaustiebhabcr werden hierzu höflichst einge. laden. InderIgn.v.5tleiumayr'j'cheliBuchhandlung in Laidach ist zu haben: Friedrich, I. N., Allgemeines Fastenbuch für katholische Christen Enthalt: den goldenen Fa sten^piegel, Morgen^, Abend-, Meß-, Beicht-und Communion. Gebete, Meßlieder, Kreuzweg und Andachten zur schmerzhaften Muttergottes. Evangelien und Gebete fur die Fastensonntage, Gesänge und Litaneien zum Segen; dann Betrachtungen, Kirchengcbete, christliche hehren und Gemüths - Erhebungen auf alle Tage in der ganzen Fastenzeit lind die heilige Charwoche, mit der Leidensgeschichte unseres Herrn und Heilandes, Tagzeilen vom bittern Leiden und Sterben Jesu Christi; die sieben Busipsalmen, Gebete und Aufopfclungen bei Besuchung des heiligen Altars-Sacramentes, der heiligen Gräber, und die Auferstehung. Zweite verbesserte, viel vermehrte Auflage. Mit einem Stahlstich, Wien, 1649, I fl. Zoczek, Fastenbuch für Katholiken. Zweite, mit der Meßandacht für die heil. Charwoche vermehrte Auflage. Wien, l fl. :>« kr, Biedenfeld, Feldzug der Oesterl eicher in Italien, von der Papstivahl Pius l.X. bis zum Waffenstillstand von Mailand. 35l>ran eine Schilderung der Zustände Italiens seit dem Wiener-Congrcß und de>, Hauptveranlafsungcn seines Aufstandes. Wei-mal. 1^49, l fl. 40 kr. Ianotyckh, Ioh., von Adlerstein, die letzten zwei Jahre Ungarns. Chronologisches Tagebuch der magyarischen Revolution, In !t Bänden, l. Lief., Wien, ^.'»0, 4U kr. Schußelka, Fr;., das Interim, die kleinen deutschen Staaten, und die deutsche Freiheit. M ^ ito: ^ntl'N!»! Iutlrii»! Dn- Tcuftl llsstt liiittlr ih»!! Wien, l84!>, .M kr. Das V. bis » Soft, der Reichsgcsetzc für d a s Kaiscrthum Ocstcrrclch. Wicu. «O3tt ! ft. <3. M Da»auf machen wir nun jene l^. '1'. Herren Pranumeranten aufmerksam, deren Domicil uns nicht näher bekaiutt oder nur selbst in Empfang zu nchmeu n mischen. Auch ist daselbst zu haben: (5ebuö ky, kurzgefaßte Grammatik der böhmischen Sprache. theoretisch-practisch bearbeitet nach eigener Erfahrung, mit theilweiser Anwendung der A hti',ch^! Mechooe. Wien. l«5<>. 4.'» kr. Schle ch t, Dr. 5! e 0 p., G» undi iß der unorganischen Chemie, mit häufigen Beziehungen auf technische Anwendung, nebst einem Anhange über Gährungsprozesse. Zum (5jebrauche für Schüler der Lycralclassen und für Anfänger. Wien «8.'U. 4« kr. Practischcs Verfahren bei Einhedung der Einkommensteuer für 1«5»!>. Gemeinfaßlich erläutert mit beigegebenen Formularien. Wien 1850. 8 kr. Z 263 (3) Erledigte Ttipendien sür Zöglinge der Ackcrbauschulc in Krain. Die allgemeine Versammlung der k. k. Landwirthschaft-Gesellschaft in Kram am 20. Nov' v. I. hat im Sinne des vom landwirlhschaftlichen Congresse in Wien v. I gefaßten Beschlusses von dem patliotischen Anerbieten einiger Herren Wirthschaftsbesitzer Gebrauch gemacht und beschlossen, daß vorläufig auf 4 solchen Besitzungen, die als practische Unterrichtsanstalten vollkommen geeignet befunden wurden, Ackerbauschule n errichtet werden, jede mit zwei Zöglingen aus dem Baue r n-stande unseres Krön landes. Die Dauer des Unterrichtes ist auf A Jahre festgesetzt, wahrend welcher Zeit der Zögling in der Ackerbauschule unentgeltlich Kost und Wohnung, überdieß aber noch alljährlich 3l> fl. für die Kleidung aus dem dafür bestimmten Fonde erhält, aus welchem ihm auch die erforderlichen Bücher beigeschafft werden. Den ausgezeichnetsten unter den Zöglingen, welche nebst der fleißigen und tadellosen Verwendung wahrend der Lehrzeit auch bei der am Schlüsse der dreijährigen Unterrichtszeit mit ihnen vorgenommenen Prüfung Beweise vorzüglichen Wissens werden an den Tag gelegt haben, werden noch besondere Geldprämien verliehen werden Da demnach für obenerwähnte Ackerbauschulen 8 Zöglinge aufgenommen werden, welche in den Genuß der besagten Stipendien zu treten haben, so wird die Concurrenz für diese tt Slif-tungsplatze hiermit ausgeschrieben. Die Bedingnisse der Betheilung sind: 1) daß der Zögling aus Kram gebürtig sey; 2) daß er das 1U. Lebensjahr zulückgelegt habe; 3) hinlängliche Kenntniß des Lesens, Schreibens und Rechnens in der Landessprache besitze; diejenigen, die auch des Lesens und Schreibens der deutschen Sprache mächtig sind, sollen dieß auch anführen, 4) von gesunder Körperconstitution, und 5») tadellosen Sitten sey. Vorzügliche Rücksicht wird bei der Verleihung der Stipendien auf solche Bauernsöhne genommen werden, welche in Zukunft von ihren Aeltern die Wirthschaft zu übernehmen haben werden, um durch deren Ausbildung sogleich die väterliche Wirthschaft auf eine rationelle Stufe zu bringen. Da mit dem Frühjahrsan baue die Schulen zu beginnen haben, so wild der Anmeldung s t e r m i n bis Ende Februa r festgesetzt. Die Anmeldung kann schriftlich oder mündlich in der Kanzlei der Land wirthschaft-G e sell sch a ft in Laibach geschehen; jedenfalls aber müssen obige Erfordernisse durch gültige Zeugnisse nachgewiesen werden. Der A u fen thal ts 0 rt des Competenten muß genau angegeben werden, damic ihm seiner Zeit die betreffende Erledigung des Gesuches verläßlich zu-gemittelt werden kann. Die Herren Mitglieder der Landwirthschaft-Gesellschaft werden angelegentlichst ersucht, diese Verlautbarung in ihrem Bereiche so viel als möglich zu verbreiten, und mit mehr als gewöhn lichen Fähigkeiten und Anlagen versehene Individuen zu der eröffneten Concurrenz ktäftigst aufzumuntern. Die Errichtung der A ck erb a u sch u lcn in Alain soll c>„ iU5cl,depunct des bl'She!' sehr vernachlässigten rationellen bäuerlichen Unterrichtes im Gewerbe der Bodencultur seyn, sie verdienen daher die größte Beachtung aller Baterlandsfleunde. Vom (Zentrale der k, k. ^,, 3 ^,, ^5,0. Z. 277^ (2) . ^ Mr die Grundentlaftttttg sind so eben in der Ferstl'schen Buchhandlung t"s A. L. Gl.'i.,^ „,' O.^h erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben: alle für daä G^chast der Grundentlastung erfoiderllchen Rech- lnmgsschlüssel unter dem Tit.l: Berechnnngstabellen fiir die Grnndentlastttttft, von IohlNltt Paul Poscllor, broschirt mit gefä'rbtst^ londer» auch für jede beliebige Anzahl The,le des Mch.'«ö (Maßel), des Eimers (Maße und ^eit, '^^ E.ulaß und auch f^' "" nach dessen ?lb^ug bleibenden 8llS, fur die Reducri.n der nach W. W. bestimmten herrsch^ ' chen Gabe,-, in C. M-, und für eine Menge B^uchuerhältmsse, in welchen die Zehe'ttb.nchN-gungen u.ld andere bei der Gru„denllastung zl.r Verhandlung kommende Odj.ctc u„o Hj'lha!l« »isse erscheinen können; näml.ch: '!,'.„ '.^, ^ '^ '^^ .^^ ..^, '., ,.^^,.g Nur durch eine be,ondeis zweckmäßige cjuialnme-lst^lu.lg u„0 d,e e"t!p"che',^ ^iyl c^" Formats war es möglich, ohne Beemträ htigu.lg des reichhaltige,, I..h^lre6, 0,1s G.lnze, zuglelw mit Rücksicht auf B.'^mlichkeit, aus eine geringe B^'„'^hl ^u br.l.g^n u„5 dadurch den ov-bezeichneten Ladenpreis festzustellen. Der Präliumeralionsp^ic;, welcher jedoch nur d s Ende I^^ ner d. I. galt, ist digegen auf l st. C. M, herabgesetzt, und es wird den H.rren Prä',ume' ranteu der geleistete Mehrbetrag zurückgeft.llt. 3ür die k. t. Htenerämter sind von demselben Verfasser in allen Buchhandlungen ^« hab.'n, und durch die Ferstl'sche Buchhandlung in Glatz ^u beziehe»: , Illl^emciller Nepartitiou^schlüsscl zur Benlitz„ttg für lVcs^ schafts-, )lepartitious-undIntoreffeureclittUnaen usw, um 2 fl :w kr. 6 ^ 2. (Einfache Hilf^tabcllen zur V^fertiguuft gauz ^onauer ^le^, NUNstsschlÜffel u. s. w., uni I fl. 20 kr. (5. M. Beide Werke liefern jeden beliebigen Nechnungsschlüssel mit der vollständigsten Geliau'^ keit, die man in keinen allgemeinen Tabellen sonst findet, für alle Fälle ohne emeo ano Bruch, als Hundertel'Kreuzer in Rechnung zu bringen.