Bezugspreise ^iir Hsterreich-Ungarn ganzjährig K 4 — halbjährig K 2- — ^iit Amerika: ganzjährig D. l 25 ^ür das übrige Ausland ganzjährig K 5-20 Briefe ohne Unterschrift werden nicht berücksichtigt, Manuskripte nicht zurückgesendet. Gsttslheer Dole Erscheint mit einer illustrierten Beilage „Wandermappe" am 4. und 19. eines jeden Monates. Bestellungen übernimmt die Aerwaktung des Kottscheer Waten in Gottschee, Hauptplatz dir. 87. Berichte sind zu senden an die Schristteitung des Gotische« Waten in Gottschee. Anzeigen (Inserate) werden nach Tarif be-rechnet und von der Verwaltung des Blattes übernommen. Die „Wandermappe" ist nur als Beilage des Gotisch eer Boten erhältlich. Postsparkassen-Konto Nr. 842.285. Verschleißstelle: Schul-gaffe Nr. 75. Mr. 19. Kottschee, am 4. Mloöer 1908. Jahrgang V. Die Ausschreitungen in Laibach. Das öffentliche Leben in Österreich ist krank, sehr krank. Die Verwilderung der Sitten und die Verrohung selbst in den Kreisen der Gebildeten ist von Jahr zu Jahr in Zunahme begriffen. Bezeichnenderweise scheint es überall das Privilegium des „Freisinnes" zu sein, Formen des Kampfes im öffentlichen Leben einzubürgern, die men förmlichen Verfall der Sitten bekunden. Oder hat man je von den Christlichsozialen gehört, daß sie an die rohe Gewalt appellieren, die Gasse organisieren und zu Knütteln und Steinen gegriffen hätten, um ihre Gegner zu bekämpfen?_ In Bergreichenstein und Schüttenhofen haben vor kurzem gelegentlich der Versammlung des Deutschen Böhmerwaldbundes Zusammenstöße von erschreckender Wildheit mit tschechischen Angreifern stattgefunden, Ausbrüche des blindwütigsten Nationalhasses, Brutalitäten der verhetzten tschechischen Volksmenge. Und wie war's in Rumburg? Dort fand vor ein paar Wochen ein Katholikentag statt. Gegen diesen boten jene „Freiheitlichen", die niemandem die Freiheit seiner ehrlichen Überzeugung gönnen, ihren gesamten Heerbann auf, um mit Stöcken, faulen Eiern und Steinen den katholisch gesinnten deutschen Stammes-genosseu und Mitbürgern ihre religiöse Betätigung zu verleiden und die Freiheit der Überzeugung mit Knütteln zu erschlagen. Es ereigneten sich dort Szenen, die an Roheit, Brutalität und Widerlichkeit alles überboten. Und dann kamen die nationalen Konflikte und gröblichen Ausschreitungen im Süden. Auch hier waren wiederum Leute aus der sogenannten besseren Gesellschaft, liberale und radikale Herren die Anstifter und Schürer. Der abscheulichste Nationalitätenhaß feierte wahre Orgien. Die liberalen und radikalen Slowenen veranstalteten in Laibach am 18. v. M. gegen die bedauerlichen Vorfälle anläßlich der Hauptversammlung des slowenischen Schul-Vereines in Pettau eine Protestversammlung; hierauf durchzog die aufgehetzte Volksmenge lärmend und tobend die Straßen der Landeshauptstadt und zertrümmerte durch Steinwürfe zunächst die Fenster des deutschen Kasinos. Von dort zogen die Demonstranten vor die Oberrealschule, das deutsche Gymnasium, die Krainische Sparkasse, das Regierungsgebäude usw., die ebenfalls mit Steinen bombardiert wurden. Deutsches Eigentum wurde rücksichtslos verwüstet. Die städtische Polizei erwies sich diesen Ausschreitungen gegenüber als machtlos, es wurde — leider zu spät — Gendarmerie und Militär gerufen, um Ordnung zu machen. In der darauffolgenden Samstagnacht wurden die argen Ausschreitungen gegen die Deutschen wiederholt. Nach drei Abenden der rohesten Gewalttaten führten die fortgesetzten wüsten Exzesse sogar zu Todesopfern. Eine Abteilung „Belgier", die von den Demonstranten mit Steinen beworfen worden war, gab Feuer. Zwei Personen, der Schriftsetzer Lunder und der Gymnasiast Adamič, wurden getötet, acht verwundet. Für die gefallenen Demonstranten wurde eine großartige Totenfeier veranstaltet und die Stimmung der Slowenen gegen das Militär, insbesondere gegen die „Belgier", wurde eine äußerst erbitterte. Man behauptete, es sei kein berechtigter Anlaß vorhanden gewesen, in die Menge zu schießen. Die militärgerichtliche Untersuchung wird ja wohl diesbezüglich Beruhigung schaffen. Der von den Demonstranten Der Heurige Ausflug. Wenngleich der Sommer seinem Ende schon zueilte, wollten wir, wir waren unser zwei, die letzten Tage noch benützen, frische Luft fern dem Alltagsgetriebe zu schöpfen. Das stärkt Geist und Körper. Das Alpenland St. Leonhard in Kärnten war unser heuriges Reiseziel. Die Rast in Villach und Feldkirchen beschränkte sich daher nur auf die Besichtigung jener Einrichtungen und Anlagen, welche beim früheren Durchreisen unbeachtet geblieben waren. Feldkirchen hat eine landschaftlich schöne Lage und Umgebung und manche recht nette Häuser. Von hier ging's teils zu Fuß, teils zu Wagen weiter, an Pichlern, Weiern und anderen zerstreut liegenden Gehöften vorbei, bis wir nach anderthalb Stunden in Himmelberg anlangten. Das Dorf mit dem gleichnamigen Schlosse macht den Eindruck, daß seine Bewohner wohlhabende Leute sein müssen. Dafür sprechen auch die verschiedenen Eisengewerke, Nagel- und Sensenfabriken, Mühlen und Sägen, welche längs des Tiebelbaches aufeinanderfolgen. Die Straße steigt nun allmählich höher; bald verlassen wir sie und biegen nach rechts ein. Wir sind auf dem Wege nach St. Leonhard. Je höher sich der Weg hinaufwindet, desto freier wird der Ausblick über Kärnten hin bis zu den Karawanken. Tief unten rauscht die Gurk. Ruhebänke mit Aufschriften wie Grüß Gott, Abschiedsbankerl u. a. weisen auf die Nähe des Bades hin. Endlich steht es vor uns. Ringsum von dichten Waldungen umgeben liegt Kirche und Bad St. Leonhard am Saume eines sich von Osten nach Westen hinziehenden Talkessels in einer Höhe von 1120 m. Ein prächtiger Anblick! Die Freundlichkeit, mit welcher wir ausgenommen wurden, der ungezwungene, gemütliche Verkehr, welcher hier herrscht, machte uns den Ort mit seiner idyllischen Ruhe doppelt lieb. Die Zahl der hier stehenden Häuser ist bald aufgezählt, denn nebst der uralten Kapelle und der Kirche, beide dem heil. Leonhard geweiht, weist der Ort nur noch fünf Gebäude auf, die zur Unterbringung der Kurgäste dienen. Und was zieht die Kurgäste hieher? Es ist die Stille des Waldes, die durch nichts gestört wird. Es ist die reine, würzige Alpcnluft, das gesunde, frische Quellwasser, welches unter dem Seitenaltare der Kirche entspringt und von da in einen Brunnen neben der Kirche geführt und von hier ins Badehaus geleitet wird. Bei Gicht-, Magen- und nervösen Leiden soll sich dieses Wasser besonders heilkräftig erweisen. Die Umgebung St. Leonhards ist reich an schönen Aussichtspunkten, so der erste, zweite und dritte Himmel, der Liederborn, die 1590 m hohe Leonhardsspitze, die Kruckenspitze. Wer Almenwirtschaften besichtigen will, dem bietet sich ebenfalls leichte Ge- an den Häusern und Geschäftslokalitäten der Deutschen angerichtete Schaden soll ungefähr 9000 K betragen. Obwohl durch das vergossene Blut augenblicklich eine gewisse Ernüchterung eingetreten war, fanden in den darauffolgenden Tagen die Gewalttaten doch wieder ihre Fortsetzung. Die deutschen Auf-schriftstaseln der Geschäftsleute wurden herabgerissen und beseitigt. An den zweisprachigen Tafeln wurden die deutschen Aufschriften überklebt oder mit Farbe überstrichen. Das in der Landeshauptstadt gegebene böse Beispiel fand auch auf dem Lande Nachahmung. Man hörte von deutschfeindlichen Ausschreitungen in Adelsberg, Rudolss-wert, Stein, Aßling, Neumarktl usw. Leider ließen sich auch die Deutschfreisinnigen und Deutschradikalen von Marburg und Cilli infolge der Laibacher Exzesse zu Ausschreitungen gegen die dortigen Slowenen hinreißen. Was wir am nationalen Gegner tadeln und verurteilen, das bildet doch gewiß auch für die Deutschen keine Ehre, sondern ist des deutschen Volkes unwürdig. Von den slowenischen Blättern in Laibach war das christlich-soziale Organ (Slovenec) das einzige, das eine objektive Haltung einnahm und ernstlich zur Besonnenheit mahnte. Als das blutige Ereignis geschehen war, trat allerdings auch dieses Blatt scharf gegen das Militär (die „Belgier") auf. Die jüngsten Ausschreitungen und Gewalttaten sind wohl die ärgste Drangsalierung und Heimsuchung, die die Deutschen von Laibach jemals getroffen hat. Die Deutschen waren sozusagen vogelfrei, sie standen recht- und schutzlos da einer fanatisierten Menge gegenüber, die an ihnen das Faustrecht übte. Besonders schwer haben die deutschen Kaufleute zu leiden, die vom wirtschaftlichen Boykott bedroht sind. Hervorgehoben muß noch insbesondere werden, daß die Deutschen von Laibach auch nicht den geringsten Anlaß zu den wüsten Ausschreitungen gegen sie gegeben haben. In diesen Tagen schwerster nationaler Bedrängnis ist es deutscherseits mit aufrichtigstem, wärmstem Danke begrüßt worden, daß der Fürstbischof von Laibach die abscheuliche Deutschenhetze in Worten scharfen Tadels bedauerte und verurteilte. Der Fürstbischof richtete nämlich an den Landesausschußbeisitzer Grafen Barbo ein Schreiben, in welchem er die Exzesse gegen die Deutschen als sinnlos und sündhaft auf das entschiedenste verurteilte, die Verwüstungen am Eigentums der deutschen Mitbürger aufs tiefste bedauerte und seinen großen Schmerz über das den Deutschen Laibachs zugefügte Unrecht kundgab. Graf Barbo hat an den Fürstbischof ein Dankschreiben gerichtet, worin er namens der Deutschen Laibachs diesem den tiefst-gefühlten Dank aussprach. Das ist derselbe Fürstbischof, von dem die „Gottscheer Nachrichten" immer wieder behaupten, daß er ein Feind der Deutschen sei. Wie unwahr diese Behauptung ist, beweist sein Schreiben, das unter den gegebenen Umständen und angesichts der leidenschaftlichen Erregung im slowenischen Volk eine mutige Tat genannt werden muß, eine Tat christlicher Gerechtigkeit, die das höchste Lob verdient. Auch Abgeordneter Dr. Šušteršič verurteilte in einer Wähler-versammlung in Waitsch die Laibacher Exzesse auf das schärfste. Welche Nebenabsichten übrigens die liberalen Slowenen mit ihrer verdammenswerten Deutschenhetze verfolgt haben dürften, darüber gibt eine Zuschrift von slowenisch-christlichsozialer Seite in der „Reichspost" interessanten Aufschluß. In dieser heißt es: „Allmählich stellt es sich nun heraus, daß die jüngsten beklagenswerten Ereignisse in Laibach einer gewissen Partei unter den Slowenen nicht nur sehr erwünscht kamen, sondern wohl sogar absichtlich von ihr herbeigeführt wurden. Gibt es doch immer Leute, die am liebsten im trüben fischen. Von allem Anfang an war es ausgefallen, daß die Einberufung und Arrangierung der Protestversammlung im Laibacher Stadthause, bei der die durch die Pettauer Vorfälle gekränkte slowenische Nation Sühne finden sollte, die somit die Mitwirkung aller slowenischen Parteien erwarten ließ, nur von der radikalen slowenischen Fortschrittspartei ausging, ohne die christlichsoziale Slowenische Volkspartei offiziell zu verständigen, ohne einen christlichsozialen Redner auch nur zuzulassen, ja ohne einen Aufruf zur Protestoersammlung dem „Slovenec", dem Organ der christlichsozialen Slowenen, zur Veröffentlichung auch nur einzusenden. Die slowenischen Radikalen wollten hier die alleinigen Herren sein, allein zum Volke reden, allein die Massen bearbeiten, darum trifft auch sie allein die Verantwortung für die unheilvollen Nachwirkungen jener Hetzversammlung. Diese Partei, die das Vertrauen des Landvolkes^ ganz verloren hat, diese in den Landgemeinden vollständig depossedierte Partei, welche ihr kümmerliches Dasein nur noch in einigen wenigen Städten, insbesondere in der Landeshauptstadt fristet, erachtete es mit Rücksicht auf die bevorstehenden Landtagswahlen für geboten, einmal einen „Staatsstreich" zu führen, um zu retten, was noch zu retten ist. Dazu brauchten sie aber eine Hetze, die sie die Rolle der wahren Freunde des Volkes spielen ließ. Durfte doch der legenheit. Uns gefiel am besten die Aussicht vom dritten Himmel. Man überschaut von hier einen großen Teil Kärntens, erblickt Klagenfurt, sieht den mächtigen Triglau, die Karawankenkette, das Bachergebirge und andere Berge und Höhen. Nach Sirnitz, dem anderthalb Stunden entfernten Pfarrdorf, trug uns die Neugierde nur ein mal. Untertags halten sich die Sommerfrischler zumeist im Walde auf, erst abends finden sich alle zu längerem gemütlichen Plausch zusammen. Sie stammen, wie das Fremdenbuch uns aufklärt, aus Kärnten, Niederösterreich, Steiermark, Tirol. Auch Gottscheer fanden wir schon eingetragen. Die herrliche Lage des Ortes hat so manchen bewogen, seiner Begeisterung für St. Leonhard poetischen Ausdruck zu geben. Neben Koschat, Baumbach, Kernstock haben manche andere hier in mehr oder weniger gelungener Weise zu dichten versucht. Eine Überraschung brachte uns der 12. September, es fing nämlich lustig zu schneien an. Am nächsten Morgen war zwar wieder schöneres Wetter, doch unser Urlaub ging zu Ende und so rüsteten wir uns, talabwärts zu ziehen. Früh morgens brachen wir auf und kamen nach vierstündigem Marsche in Feldkirchen an. Da besuchten wir den Herrn Dechant Richter, einen gebürtigen Nesseltaler. Mit dem Versprechen, in der Heimat allen Gesinnungsgenossen Grüße zu überbringen, schieden wir von ihm. Es fand am gleichen Tage auch eine landwirtschaftliche Ausstellung in Feldkirchen statt. Pferde, Ochsen, Stiere, Kühe, Schweine, Ziegen, Schafe, Enten und Gänse, alles war zu sehen und zwar vielfach in wahren Prachtexemplaren. Das schwerste ausgestellte Rind wog 970 Kilo. Das Vieh ist größtenteils Pinzgauerrasse. Auch eine Reihe Blondvieh war vertreten. Für die Alpe sei die Pinzgauerrasse besser, auch sei sie besseres Mastvieh. Für Niederungen passe mehr das Blondvieh und finden sich unter ihm die besten Milchkühe, meinten die Bauern. Die vielartigen ausgestellten landwirtschaftlichen Maschinen legten Zeugnis ab, daß die Kärntner Bauern mehr als unsere den Grund ertragreich zu gestalten sich bemühen. Auch in St. Veit machten wir Halt, um den guten Pater Prior vom dortigen Spital zu begrüßen. Letzte Station in Kärnten bildete Klagenfurt. Anderthalb Tage standen uns zur Verfügung; wir benützten sie, um Gaffen, Straßen und Häuser der Stadt kennen zu lernen und am Wörthersee das Leben und Treiben uns etwas anzuschauen. Dann hieß es heimwärts ziehen zu neuer Arbeit. Der Dichter Kernstock hat heuer bei seiner Abreise aus St. Leonhard ein paar hübsche Zeilen gedichtet. Zur Erinnerung für uns und als Wegweiser für Erholungsbedürftige setzen wir diese Berslein her. Sie lauten: Wenn dir die Welt zum Ekel ward Mit ihrem Lügenwesen, Mach' eilig dann dich auf die Fahrt Und trink vom Quell St. Leonhard Vergessen und Genesen! christlichsoziale Slowene Reichsratsabgeordneter Dr. Krek den bei den Straßendemonstrationen Gefallenen einen Nachruf auf dem Friedhofe nicht widmen, obwohl der Bürgermeister Hribar im Namen der Stadt, Gemeinderat Dr. Tavcar im Namen der Slowenischen Fortschrittspartei und der Genosse Kristan im Namen der Sozialdemokraten als Redner auftraten. Wie nämlich der „Slovenec" zu Berichten weiß, erhielt Dr. Krek noch im letzten Augenblicke die telephonische Weisung durch Dr. Triller, den Adlatus Hribars, auf die beabsichtigte Leichenrede zu verzichten, da infolge eines zwischen dem Landespräsidenten und dem Bürgermeister geschlossenen Paktes außer letzterem niemand am Grabe reden dürfe. Die Slowenische Volks-partei kann deshalb nur zufrieden sein. Sie ist nicht verantwortlich für die entsetzlichen Folgen. Die ganze Schuld trifft einzig und allein die Einberufer und Redner jener Versammlung, die durch ihre Ausführungen die Leidenschaften des Volkes aufstachelren." _ An den Laibacher Schreckenstagen ist der slowenische „Freisinn'' schuld; er war der Anstifter der rohen Gewalttaten gegen die Deutschen, er stört das friedliche Zusammenleben, er vergiftet das friedliche Verhältnis der beiden Volksstämme. Er ist es auch, der in neuester Zeit („Slovenski Narod") fortwährend gegen die deutschen Gottscheer hetzt. Das christliche slowenische Volk will von derlei unchristlichem Treiben nichts wissen. Der Schutz, den die Gesetze bieten, reicht, wie man gesehen, allein nicht aus; es müssen die besonnenen Elemente beider Volksstämme den Mut haben, einer mehr verträglichen Stimmung den Boden zu ebnen und den unduldsamen, gewalttätigen nationalen Radikalismus zurückzudrängen. Das Deutschtum im Süden Österreichs wird dann in guter Hut sein, wenn stets Mäßigung und Besonnenheit seine Wächter sind. Wenn jetzt von slowenisch-liberaler Seite auch Angriffe auf unseren deutschen Besitzstand in Gottschee offen angekündigt werden, so soll sich hiedurch niemand verleiten lassen, zu den Mitteln der Straße zu greifen und hiedurch unsere Lage nur noch schwieriger zu gestalten. Wir werden bei der etwa notwendigen Abwehr vielmehr den gesetzlichen Weg enthalten, der allein zum Ziele führt. Laibach—Pettau. In Laibach haben sich in den letzten Tagen Dinge zugetragen, welche nicht genug bedauert werden können. Der Hergang war kurz folgender: Am 13. September hielt der slowenische Schulverein, genannt Cyrill- und Methodverein, in der steirischen Stadt Pettau seine diesjährige Hauptversammlung. Dabei wurden die slowenischen Gäste von den Deutschen unnötigerweise insultiert, mit Eiern beworfen und angespuckt. Um sich zu rächen, beriefen die radikalen Slowenen für den 18. September um halb 9 Uhr abends im Laibacher Mestni Dom eine Protestversammlung, bei der gegen_ die Deutschen gehörig gehetzt wurde. Die Folge davon waren Straßendemonstrationen, Zertrümmerung deutschen Eigentums, Verwundungen und sogar Verlust zweier Menschenleben unter der demonstrierenden slowenischen Volksmenge durch Erschießen seitens des zur Aufrechthaltung der Ordnung beorderten Militärs. Das sind die nackten Tatsachen. Unwillkürlich drängt sich uns da die Frage auf: War alles das notwendig? Mußte es soweit kommen? Darauf antwortete das Wiener „Vaterland" ganz richtig: „Es war nicht notwendig, daß der slowenische Cyrill- und Methodverein zur Abhaltung seiner heurigen Hauptversammlung gerade die überwiegend deutsche, durch nationale Agitation ohnehin stark aufgewühlte steirische Stadt Pettau auserkoren hat, wo sein Erscheinen unter den gegenwärtigen Verhältnissen als nationale Herausforderung angesehen und als Anlaß zu unliebsamen Auftritten und Reibereien mißbraucht werden konnte. Noch weniger notwendig war es, daß die Deutschen sich dabei gegen slowenische Gäste zu Ausschreitungen hinreißen ließen, welche dem deutschen Namen wahrhaftig nicht zur Ehre ge- reichen. Es war auch durchaus nicht notwendig, vielmehr in hohem Grade bedenklich, ja gefährlich, in Laibach wegen der Pettauer Vorfälle eine Protestversammlung zu veranstalten, die schon durch die Art ihrer Ankündigung als „Antwort auf die Ereignisse in Pettau", noch mehr aber durch die dabei gehaltenen, zum Boykott der Deutschen auffordernden Brandreden liberaler slowenischer Führer auf die ohnehin erregte Volksmenge geradezu sanatisierend wirken mußte. Am allerwenigsten aber notwendig war es, auf die demonstrierende Volksmenge zu fchiejmt. Die Berichte über die Berechtigung des Gebrauches der Schußwaffen im gegebenen Falle lauten übrigens so divergierend, daß es, in Ermanglung einer authentischen Darstellung, bislang unmöglich ist, ein richtiges Urteil zu fällen; wir meinen jedoch, daß das Vergießen von Menschenblut das allerletzte Mittel zur Aufrechthaltung der Ordnung sei und daher nur im äußersten Notfälle, wenn alle anderen Mittel versagen, Anwendung finden soll." Also alles das war nicht notwendig und hätte bei gutem Willen beiderseits leicht vermieden werden können. Wenn es nun trotz alledem doch geschehen ist, so ist die Ursache einzig und allein in der Hetzarbeit gewisser Elemente zu suchen, die offen oder geheim schüren, die Leidenschaften des Volkes aufstacheln und die Aufgestachelten gewissenlos für ihre Zwecke ausbeuten. So war es in Pettau, so in Laibach, so vor einem Jahre in Gottschee. Solange diesen Hetzern, seien es rohe Gassenbuben oder Herren von akademischer Bildung, Deutsche oder Slowenen, das Handwerk nicht gründlich gelegt wird, solange kommen wir zu keinem dauernden Frieden. Anläßlich dieser höchst bedauernswerten Vorfälle hat der Fürstbischof von Laibach an den Landesausschußbeisitzer Grafen Barbo folgendes Schreiben gerichtet: „Goričane, den 22. September 1908. Euer Hochgeboren! Vergangene Woche war ich in einer abseits gelegenen Gebirgspfarre tätig. Als ich gestern nach Goričane gekommen bin, wurde mir von den sinnlosen und sündhaften Exzessen gegen die Deutschen in Laibach berichtet. Als katholischer Bischof verurteile ich auf das entschiedenste die von Deutschen und Slowenen Österreichs künstlich genährte, höchst unpatriotische Nationalitätenhetze, ganz besonders die gegenseitigen Beschimpfungen, Verhöhnungen und gar Eigentumsbeschädigungen. Deshalb bedauere und verurteile ich die gräßlichen Verwüstungen, welche von Seite einer aufgehetzten und verführten Volksmenge am Eigentum der deutschen Mitbürger in Laibach verübt worden sind. O, könnte ich sie ungeschehen machen! Herr Graf! Ich bitte Sie, haben Sie die Güte, dieses mein Bedauern und meinen tiefen Schmerz über das den Deutschen Laibachs zugefügte Unrecht denselben auf eine geeignete Art und Weise bekannt geben zu wollen. Mit Hochachtung Euer Hochgeboren ergebenster Anton Bonaventura, Fürstbischof." Dieses Schreiben hat in deutschen Kreisen den lebhaftesten Beifall gefunden und Graf Barbo hat an den Fürstbischof ein Dankschreiben gerichtet, worin er namens der Deutschen Laibachs diesem den tiefst-gefühlten Dank ausspricht. Es fehlt übrigens auch unter den Slawen nicht an besonnenen Elementen, welche die Slowenen auf das eindringlichste vor Gewalttätigkeiten gegen die Deutschen warnen. So schreibt die polnische Zeitschrift „Slowo Polskie": „Wir sehen uns genötigt, an die Adresse unserer slowenischen Freunde eine ernste Warnung zu richten. Wie sehr sie auch durch die Meldungen aus Pettau und Marburg aufgebracht wurden, so haben sie dennoch einen schweren Fehler begangen, indem sie sich zu derartigen Ausschreitungen Hinreißen ließen. In einem Rechtsstaate ist vor allem die Regierung verpflichtet, das Leben und Eigentum der Staatsbürger zu schützen. Sie darf keine Gewalttätigkeiten gestatten, auch wenn sie der Ausfluß noch so berechtigter Gefühle sind. Die Laibacher Slowenen hätten es vorhersehen können, daß die Mobilisierung des Pöbels gegen die Deutschen ein schlechtes Ende für sie nehmen wird. Bei aller Sympathie für das slowenische Volk müssen wir leider erklären, daß die Slowenen mit ihren antideutschen Ausschreitungen in Laibach nur sich selbst geschadet haben." Wird endlich Besonnenheit eintreten? Werden sich die Gemüter wieder beruhigen? Warum sich gegenseitig das Leben verbittern? Die Erde könnte ein Paradies sein, wenn sich die Menschen in gegenseitiger Eintracht und Bruderliebe miteinander vertragen würden, wie es der Wille Gottes und der Wunsch unseres greisen Jubelkaisers ist. Jubiläumsfeier der freiwilligen Feuerwehr in Gottjchee. Am Sonntag den 27. September 1908 feierte der freiwillige Feuerwehrverein der Stadt Gottschee ein dreifaches Fest, und zwar: 1.) Das Fest des 60jährigen Regierungsjubiläums Seiner Majestät des Kaisers; 2.) das 30jährige Bestandsest des Vereines; 3.) das Weihefest einer neuen Feuerspritze. Dasselbe verlief, von prachtvollem Wetter begünstigt, in der schönsten Weise. Die meisten Häuser der Stadt waren beflaggt und reichlich dekoriert, insbesondere die Häuser des Hauptplatzes, über welchen sich der Festzug bewegte. _ Um 10 Uhr vormittags wohnte der Jubelverein sowie die von auswärts erschienenen Feuerwehrabteilungen, die Spitzen der Behörden, die Stadtoertretung und andere Festgäste einem Festgottesdienste bei. Nach beendetem Festgottesdienste nahmen alle Feuerwehrabteilungen, Festgäste und Festjungfrauen vor der Kirche Aufstellung, woselbst die vom Jubelvereine neu angeschaffte Abprotz-fpritze feierlich geweiht wurde. Hierauf nahm der Regierungsvertreter Herr Bezirkskommissär Friedl die Dekorierung zweier Mitglieder des Vereines mit der von Seiner Majestät gestifteten Ehrenmedaille für 28jährige treue Feuerwehrdienstzeit vor und beglückwünschte die beiden Jubilanten mit beredten Worten. Nach dieser Feierlichkeit defilierten die ausgerückten Feuerwehrabteilungen vor den Festgästen und marschierten sohin auf den hiesigen Ortsfriedhof, woselbst der Kommandant des Jubelvereines den bereits verstorbenen Kommandanten des Vereines einen kurzen Nachruf widmete und auf das Grab des Gründers und Ehrenhauptmannes Herrn Georg Röthel einen Kranz niederlegte. Bei der um 1 Uhr nachmittags im Gasthofe Pirstitz stattgefundenen Festtafel hielt der Kommandant des Jubelvereines Herr Adolf Fornbacher nachstehende Festrede: Verehrte Anwesende! Es sei mir gestattet, bei dem heutigen festlichen Anlaffe alle in so großer Anzahl Erschienenen auf das herzlichste zu begrüßen und willkommen zu heißen. Es gilt dieser Gruß zunächst sämtlichen deutschen Feuerwehren unseres Gauverbandes, den geehrten Abordnungen der wackeren deutschen Feuerwehr aus Villach und jener aus Materie, welche den weiten Weg nach Gottschee nicht gescheut haben, um ihr Zusammengehörigkeitsgefühl mit den übrigen deutschen Schwestervereinen öffentlich zu bekunden. Herzlichen Dank dafür und deutschen Heil- und Willkommengruß. Ich begrüße ferner ergebenst jene hochgeehrten Persönlichkeiten, welche durch ihr Erscheinen den Glanz unseres heutigen Jubelfestes erhöhen. Es sind dies insbesondere der Vertreter der politischen Behörde Herr Bezirkskommissär Forregger, Herr Vizebürgermeister Daniel Ranzinger, Herr Gauverbandsobmann Karl Porubsky, Herr Ehrenhauptmann-Stellvertreter Johann Fornbacher, Herr k. k. Fachschuldirektor Joses Kuabl, Herr k. k. Bezirksrichter Ottokar Cerustein, Herr Forstmeister Rudolf Schadinger, HerrSchnlleiterSchefchark, derObmann der Ortsgruppe des Deutschen Schulvereiues Herr k. k. Profeffor Theiß, der Obmann des deutschen Turnvereines Herr Notariatskandidat Josef Hiris, die Vertreter der Ferialverbindnng Carniola, die Herren Arko, Hofmann, Loser, Arko. Durch Ihre ehrende Teilnahme an unserer Jubelfeier beweisen Sie, verehrte Festgäste, daß Sie der Sache unseres Vereines eine warme Teilnahme entgegenbringen, daß Sie unsere Aufgaben verständnisvoll zu schätzen wissen und dieselben gewiß auch jederzeit zu unterstützen und zu fördern bereit sein werden. Bei dieser Gelegenheit erlaube ich mir auch, innigen Dank auszusprechen für die uns von Seite der Kraiuischeu Sparkasse in Laibach, der Sparkasse der Stadt Gottschee re. zugewendeten Subventionen. Die deutschen Feuerwehren sind heute in Gottschee, der einzigen deutschen Stadt unseres Kronlandes, eingezogen, um in erster Linie das 60jährige Regierungsjubiläum unseres Kaisers, um das 30jährige Gründungsfest des freiwilligen Feuerwehrvereines der Stadt Gottschee und das Weihefest der neu beschafften Feuerlöschmaschine gemeinsam mit uns zu feiern. Mir, als derzeitigen Kommandanten, obliegt die Pflicht, Ihnen, verehrte Kameraden, über den Werdegang des Jubelvereines Gottschee zu berichten. Mag es schon schwer fallen, das Leben eines Menschen in all seinen Einzelheiten zu verfolgen, wenn dasselbe in frühere Generationen zurückreicht, um wie viel schwieriger gestaltet sich die Darstellung des Werdens und Wirkens eines Vereines, der schon viele Kommandanten zur letzten Ruhestätte begleitete. Auf Grund der mit Erlaß der k. k. Landesregierung für Krnin vom 25. Jänner 1878, Z. 537, genehmigten Satzungen wurde der Verein im Jahre 1878 gegründet und konstituiert. Als erster Hauptmann des Vereines fungierte Herr Georg Röthel, als zweiter Herr Andreas Kren, als dritter wieder Herr Georg Röthel, als vierter Herr Peter Jaklitfch, als fünfter Herr Franz Ranzinger, als sechster Herr Hans Arko, als siebenter Herr Franz Engele. Während der 30jährigen Tätigkeit hat der Verein bei den meisten Bränden im Gottscheer Gebiete werktätig teilgenommen. Die Auszählung derselben würde zu Weitläufigkeiten führen. Weiters hat der Verein allen offiziellen Festlichkeiten beigewohnt und war in jeder Beziehung bemüht, den Verein auf jene Stufe der Ausbildung zu bringen, welche uns sichere Gewähr zur Zeit der Gefahren bietet. Bei diesem Anlaffe stelle ich an die berufenen Faktoren der Stadt Gottschee und deren Anstalten die höfliche Bitte, dem freiwilligen Feuerwehrverein Gottschee auch in Zukunft jenes Wohlwollen entgegenzubringen, wodurch der Verein gestärkt, sein Ansehen gefestigt wird und der Verein zur modernen Ausrüstung gelangen kann. Än Sie, verehrte Kameraden, stelle ich am heutigen Tage die Bitte, in Ihrem Pflichteifer nicht zu erlahmen, halten Sie stets auf Ordnung und Pünktlichkeit, Kameradschaft, Einigkeit und Gemeingeist und bewahren Sie ihren Mut zur Mannestat, gepaart mit Besonnenheit in Zeiten der Gefahr." Heill (Schluß folgt.) Erleichterungen in der Erfüllung der Wehrpflicht für Auswanderer. In Würdigung der großen Bedeutung und Wichtigkeit der Auswanderungsbewegung sowie in richtiger Erkenntnis der Rückwirkung derselben auf die Wehrkraft, wurden den nach entfernten transozeanischen Ländergebieten Auswandernden militärischerseits schon im Rahmen der bestehenden Vorschriften gewisse Erleichterungen in Bezug auf ihre Wehrverpflichtungen gewährt. Diese Zugeständnisse haben sich jedoch als nicht ganz ausreichend erwiesen. Die Folge war ein stetes Anwachsen der Zahl ungerechtfertigt abwesender Wehrpflichtiger, denen auch in späteren Jahren die vielleicht beabsichtigte Rückkehr in die Heimat durch die Furcht vor strenger Strafe verlegt war. In den kürzlich herausgegebenen neuen Bestimmungen werden die wiederholten Wünsche nach Tunlichkeit berücksichtigt. Zunächst werden in den Kreis der Begünstigten alle jene einbezogen, die sich in den erwähnten Gebieten ans Erwerbsrücksichten dauernd aufhalten. Die Begünstigungen selbst beziehen sich auf das stellungspflichtige Alter der Auswanderer und andererseits auf jene, die zwar erst nach beendetem Präsenzdienst auswandern, aber noch waffenübungs-pflichtig sind. Die Stellungspflichtigen können künftighin auf ihr Ansuchen über begründeten Antrag der k. u. k. Vertretungsbehörde in der ersteu und zweiten Altersklasse nicht nur vom Erscheinen vor einer heimatlichen Stellungskommission, sondern auch vorn wiederholten Erscheinen vor der Vertretungsbehörde im Auslande zum Zwecke der ärztlichen Untersuchung enthoben werden. Erst in der dritten Altersklasse muß der Einleitung des Enthebungs- verfahr! der 33ei pflichtig vor bei Befunde Afsentie sondern ossentiei in dem Ans bi rauben! es wir! auch dl Dienstp j übungs I schaftsst die Cw zu erlci sammln i unter I 1 Wege > 500.00 j Bauern regierui zngeber wirtschi I schäften ! Bezug 1 gemeldi C £L melden Ob die ihnen I £ Befände abgegel gleich Summ ( und ar werden < in Ebe Stadtp Gottsch ernann ' in Go von V schule Tschei Tsche, R. He Suppl stadt jrige ngs- das Ms licht, nnes ‘ineg selbe altet der Auf vom erein rann An- herr hster den neu. iters war !lus- hren der frei- ollen 'stigt Sie, hrem und hren eiten ;t.) licht der llück- ;nten -seits ngen änd- Die über be- mger irden ächst : sich lten. htige erst ugs- An-ie in v or vom ande Erst ngs- verfahrens unbedingt die Untersuchung des Stellungspflichtigen bei der Vertretungsbehörde vorangehen. Es werden diese Stellungs-Michtigen aber auch dann, wenn sie bei der ärztlichen Untersuchung vor der k. u. k. Vertretungsbehörde „tauglich" oder inindertauglich befunden wurden, nicht wie bisher bemüßigt sein, zum Zwecke ihrer Assentierung noch im selben Jahre in ihre Heimat zurückzukehren, sondern sie können auch bei der Verlretungsbehörde im Auslande assentiert und ihnen der regelmäßige Präsenzdienst bis zum 1. Oktober, in dem sie das 24. Lebensjahr vollstrecken, aufgeschoben werden. Auf diese Weise werden den Stellungspflichtigen nicht nur zeitraubende, mit bedeutenden Kosten verbundene Reisen erspart, sondern es wird denjenigen, welche militärdiensttauglich befunden wurden, auch der Zeitpunkt der Heimreise zum Zwecke der Erfüllung ihrer Dienstpflicht möglichst weit erstreckt. Den älteren, nur mehr waffenübungspflichtigen Auswanderern, sofern sie dem nichtaktiven Mann-schaftSstande angehören, ist für die Folge die Möglichkeit gegeben, die Enthebung von den Waffenübungen in sehr vereinfachter Weise zu erlangen, womit zugleich die Enthebung von der Kontrollver-sammlung verbunden sein wird. Das bezügliche Ansuchen ist — unter Anschluß des Militärpasses — jährlich bis Ende Jänner im Wege der betreffenden k. u. k. Vertretungsbehörde einzubringen. Le^ng von Heu }\i ermäßigten Preisen. Das Ackerbauministerium hat der Landesregierung in Laibach 500.000 K mit dem Aufträge überwiesen, daß hiefür bedürftigen Bauern Heu zu ermäßigten Preisen besorgt werde. Die Landesregierung hat nun beschlossen, den Meterzentner Heu zu 5 K abzugeben. Den unmittelbaren Ankauf und Verkauf besorgt der „Landwirtschaftliche Verband" in Laibach durch die einzelnen Genossenschaften, bei uns durch die Raiffeisenkassen. Das Recht auf den Bezug des Heues haben: 1.) Nur jene, welche sich seinerzeit darum beim Gemeindeamte gemeldet hatten. 2.) Alle diese haben sich sogleich bei der Raiffeisenkasse zu melden und unterfertigen da den Bestellschein. 3.) Am Bestellschein ist die gewünschte Menge anzugeben. Ob die Gesuchsteller Heu zu ermäßigten Preisen erhalten und wieviel ihnen zugestanden wird, bestimmt die Landesregierung. 4.) Wer von der Bahnstation weit entfernt ist, kann ein besonderes Gesuch einreichen, daß ihm der Meterzentner unter 5 K abgegeben werde. " 5.) Wer das bewilligte Quantum Heu aus eigenem nicht gleich bezahlen kann, erhält gegen einen Gutsteher die benötigte Summe von der Raiffeisenkasse vorgestreckt. 6.) Auch Gesuche um ermäßigten Bezug von Kleie, Viehsalz und anderen Futtermitteln können durch die Sparkassen eingebracht werden. Aus Stabt und Land. Gottschee. (Klerus.) Herr Pfarrverweser Johann Maußer in Ebental kommt in gleicher Eigenschaft an die Pfarre Pöllandl. — (Personalnachricht.) Hochw. Herr Johann Novak, Stadtpfarrer und Dechant in Radmannsdorf (mütterlicherseits ein Gottscheer), ist zum Ehrendomherrn des Laibacher Kathedralkapitels ernannt worden. , v , — (Aus dem Volksschuldienste.) Der k. k. Bezirksschulrat I in Gottschee hat die absolvierte Lehramtskandidatin Fräulein Erika von Vorbeck zur provisorischen Lehrerin an der dreiklassigen Volksschule in Nesseltal ernannt. Weiters wurden ernannt: Fräulein S. Tscherne zur provisorischen Lehrerin in Nesseltal, Herr Rudolf Tscherne zum Lehrer an der Schulvereinsschule in Reuter, Herr R. Herbe zum Supplenten in Gottschee, Fräulein P. Lehner zur Supplentin an der Mädchenvolksschule in Gottschee. Herr Lehrer I Sieqmund wurde auf eigenes Ansuchen nach Altbacher versetzt und Herr R. Christallnig der Schule in Unterwarmberg zugewiesen. „ „ — (Mädchenvolksschule.) An der hiesigen Madchenvolkv- schule kommt die Leiterstelle zur Besetzung, und zwar mit der Beschränkung auf männliche Bewerber. Gesuche darum sind bis 20. Oktober beim k. k. Bezirksschulräte einzubringen. — (Gymnasium.) Mit Beginn des Schuljahres 1908/09 ist an unserem Staatsgymnasium die VI. Klasse eröffnet worden. Das Gymnasium zählt 142 Schüler, nämlich 122 in den sechs Gymnasialklassen und 20 in der Vorbereitungsklasse. Die Direktorsstelle der Anstalt dürfte demnächst zur Besetzung gelangen. — Der neue Zubau am Gymnasialgebäude ist bereits bis zur Dachgleiche gediehen und wird in diesem Herbste noch eingedeckt werden. — (Bauernbund und „Nachrichten".) Unserem „Freisinn" scheint nunmehr vor der Tätigkeit des Bauernbundes angst und bange geworden zu sein. Während die „Nachrichten" früher über die vermeintliche „Untätigkeit" des Bauernbundes immer witzelten, wird derselbe jetzt den Liberalen als Beispiel hingestellt, von dem man lernen solle. In Nummer 36 der „Nachrichten" jammert ein „Freisinniger" ganz herzzerbrechend über die „unermüdliche Tätigkeit" der Christlichsozialen und klagt, daß die Freiheitlichen nach der Reichsratswahl die national-freiheitliche Mütze tief bis über die Ohren gezogen hätten. Nichts rege sich, höchstens hie und da unzufriedene Laute. Angesichts der rührigen Tätigkeit der Christlichsozialen sei die Gefahr vorhanden, daß bei dem wirtschaftlichen Elend und der stets wachsenden Not des Landvolkes so mancher aus dem „freiheitlichen" Lager ins christlichsoziale hinüberschwenken werde. Die Liberalen stünden führerlos da, sich selbst überlassen. Der Bauer dürfe nicht nur in Bedarfsfällen von den Städtern Freund und Bruder genannt werden. Den freiheitlichen Lehrern habe die Untätigkeit anderer Kreise die Arbeitsfreude vergällt. — Das sind ja recht nette Geständnisse, die manches von dem bestätigen, was von christlichsozialer Seite oft behauptet worden ist. r , — (Eine Kundgebung der deutschen Schutzvereine.) Die Hauptstelle für deutsche Schutzarbeiten hat eine Kundgebung aus Anlaß der Vorfälle in Bergreichenstein, Schüttenhofen und Laibach gefaßt, in der die Entrüstung darüber ausgesprochen wird, daß solchen Vorkommnissen weder im voraus, noch nachträglich von der Regierung und ihren Organen in entsprechender Weise entgegengetreten worden sei. — (Dr. Lueger über den Nationalitätenstreit.) Bürgermeister Dr. Lueger äußerte sich am 27. September über die letzten Vorkommnisse in Laibach und Prag in folgender Weise: „Welche Formen jetzt der nationale Kampf annimmt, ist zu arg. Die Ereignisse in Laibach sind empörend. Ob der Kampf der deutschen Abgeordneten im böhmischen Landtag zum Nutzen ausgehen wird, wer weiß es? Ich sage: Peccatur extra et intra. Warum wollen aber die Tschechen nicht den vierten, deutschen Aktuar anstellen? Wegen solcher Kleinigkeiten solch ein Kampf! Ein deutscher Beamter in untergeordneter Stellung und das bewilligen sie nicht, es ist unglaublich." Der Bürgermeister bedauerte schließlich, daß ihn sein Augenleiden verhindere, Zeitungen zu lesen und sich über die politischen Einzelheiten zu informieren. — (Einen alten Kohl) wärmt in den „Nachrichten" ganz überflüssigerweise ein Herr Eduard Wallner aus Lechhausen-Augsburg auf. Unter gehässigen Seitenhieben auf die Gottscheer Geistlichkeit wird da neuerlich behauptet, Dr. Lampe habe den Gottscheer Lehrern zum Vorwurfe gemacht, daß sie pflichtvergessen den Glauben unschuldiger Kinder untergraben. Es diene dem Herrn aus Bayern zur Kenntnis, daß Herr Dr. Lampe von den Gottscheer Lehrern überhaupt gar nicht gesprochen, geschweige denn ihnen unberechtigte Vorwürfe gemacht hat. Herr Wallner ereifert sich also ganz unnotwendigerweise und seine so patzig „ausgebotenen" 100 K mag er für irgendeinen anderen Zweck verwenden. Ob es taktvoll ist, wenn ein noch dazu schlecht orientierter Ausländer sich so vor- dringlich in unsere heimatlichen Verhältnisse mischt, mag dahingestellt bleiben. — (Gegen nationale Bubenstücke.) In Pettau wurden vor ein paar Tagen im „Narodni dom" und einigen anderen slowenischen Häusern die.Fenster zertrümmert. Infolgedessen faßte der Gemeinderat in einer außerordentlichen Sitzung folgenden Beschluß: „Der Gemeinderat der landessürstlichen Kammerstadt Pettau bedauert auf das nachdrücklichste das von betrunkenen Burschen heute ausgesührte Bubenstück, verurteilt dasselbe mit Entrüstung, spricht seine Befriedigung über die sofortige Verhaftung und Überstellung der Täter durch das Stadtamt an das Gericht aus und verfügt unter einem die Schadloshaltung der durch diese Exzesse Betroffenen." Dieser Beschluß bezog sich auf das Einwerfen von Fenstern durch junge Burschen in der Propstei, im slowenischen Vereins-Hanse und einigen anderen Gebäuden. — Bei uns in Gottschee hat sich im vorigen Jahre im wüsten Kampfe gegen die Christlichsozialen ebenfalls die rohe Politik der Straße eingebürgert und gewisse Elemente scheinen nicht übel Lust zu haben, diese Gassenbubenpolitik auch im nationalen Kampfe anzuwenden. Wir sind der Ansicht, daß auch im nationalen Streite Anstand und Würde gewahrt werden sollen und rohe Radauszenen unbedingt zu unterbleiben haben. Falls uns Gottscheern durch die aggressive Politik slowenischliberaler Heißsporne ein nationaler Kampf wirklich aufgedrängt werden sollte — ein Kamps um die deutsche Schule usw. — so geziemt es sich, denselben ausschließlich nur mit gesetzlichen Mitteln zu führen. Durch Gassenbübereien würde man nur der eigenen Sache schaden und ganz unnötigerweise nationale Rachgefühle erwecken. Wir haben nunmehr in Krain und Untersteiermark wahrlich traurige Beispiele genug, wohin eine rohe, fanatische Nationalitätenhetze führt. — (Verhetzung durch die Presse.) Eine Hauptschuld an den beklagenswerten Ausschreitung in Laibach und mehreren Städten Untersteiermarks trägt beiderseits die „freisinnige" hetzerische Presse, die die Gemüter aufstachelt, leidenschaftlich erregt und das Volk zu Gewalttaten anfeuert — ein Treiben, das jeder ruhig Denkende nur auf das entschiedenste verurteilen muß. Daß sich trotz des nationalen Gegensatzes Deutsche und Slowenen, wenn sie christlicher Gesiunung sind, bestens miteinander vertragen können, beweist u. a. auch das gute Einvernehmen, das zwischen den christlichsozialen Slowenen und den christlichsozialen Gottscheern herrscht. — (Städtische Sparkasse.) Der Buchhalter der Sparkasse der Stadt Gottschee Herr Anton Englmann ist kürzlich in den Ruhestand getreten und es wurde ihm aus diesem Anlasse der Titel eines Oberbuchhalters verliehen. Herr Englmann hat seit dem Jahre 1888, also 20 Jahre, an der städtischen Sparkasse verdienstvoll gewirkt. Er ist nunmehr zum dauernden Aufenthalte nach Graz übersiedelt. Die durch die Pensionierung des bisherigen Buchhalters freigewordene Buchhalterstelle wurde dem Sparkasseadjunkten Herrn Hans Arko verliehen. — (St. Josef Bücherbruderschaft.) Die Jahresgaben für 1909, bestehend aus Kalender, Andachtsbuch, Gottes Walten in der Schöpfung, Geschichte der Päpste, II. Bd., Bunte Geschichten und die Märtyrer von Tiburn (gegen Aufzahlung von 40 h) sind angekommen und bei den Pfarrämtern erhältlich. Die schönen Bücher wird gewiß jeder mit Interesse und Freude lesen. — (Die zweijährige Dienstzeit.) Unter der Leitung des Kriegsministers und des Chefs des Generalstabes hat im Kriegsministerium eine Fachkommission getagt, die sich mit der Reform des Wehrgesetzes besaßte. Es wurden die Hauptbestimmungen der Vorlage beraten und darüber endgiltig entschieden. Das neue Wehrgesetz beruht auf der zweijährigen Dienstzeit. Bei der Kavallerie, der Artillerie und den technischen Truppen jedoch bleibt vorläufig die dreijährige Dienstzeit. Zugleich mit der Unterbreitung der Vorlage wird der Kriegsminister um die Feststellung der Rekrntenzahl mit 66.000 Mann ansnchen. Die Vorlage erhöht den Friedens-stand auf 420.000 Mann. Als oberste Instanz soll in Truppen-ergänzungssragen der Landesverteidigungsminister ganz unabhängig vom Kriegsministerium entscheiden. Die Reform der richtsbarkeit soll gleichfalls zur Durchführung gelangen. In den ungarischen Regimentern wird die Verhandlungssprache magyarisch sein. — (Schweinezucht.) Die Schweinezucht gewinnt in Krain immer mehr an Bedeutung und wird in stets größerem Umfange betrieben. Nach den gemeindeämtlichen Zählungen hat sich der Schweinestand im Jahre 1907 um 9645 Stück vermehrt. Die Schweinezucht wird gegenwärtig auch in solchen Gegenden des Landes betrieben, in welche vorher fremde Schweine eingeführt wurden, so insbesondere in den Bezirken Gottschee und Tschernemol und im Gerichtsbezirke Weichselburg des Bezirkes Littai. Im Bezirke Gottschee besaßt sich die Bevölkerung zumeist mit der Mästung der aus Steiermark eingeführten Futterschweine. Es ist jedoch auch in diesem Bezirke ein größeres Interesse für die Schweinezucht wahrnehmbar und wird durch die in Reifnitz gegründete Schweinezuchtgenossenschaft wesentlich gefördert. Was die Zuchtrichtung anbelangt, so wird in den an Kroatien angrenzenden Bezirken ein kräftiger, widerstandsfähiger Landschlag angetroffen, der vielfach mit dem kroatischen Tnropoljer Schweine gekreuzt ist. In allen Landesteilen wird jedoch der Landfchlag feit Jahren durch die englische Iorkshire-Rasse verbessert und ähnelt in vielen Gegenden bereits sehr dem Iorkshire-schweine. Witterdorf. (Spende.) Für die neubestellten gemalten Fenster der Pfarrkirche haben die drei Dörfer Lofchin zusammen 71 K 80 h gespendet, wofür die Kirchenoorstehung bestens dankt. — (Trauung.) Am 27. September wurde Lorenz Primoschitsch aus Obrem Nr. 28 mit Maria Beittschina in Laserbach getraut. — (Ohne Bürgermeister) sind wir jetzt schon fünf Wochen; es geht uns deswegen aber gar nicht schlechter als sonst. — (Nach Amerika) zieht es neuerdings Burschen und Mädchen. Nicht weniger als 14 Personen sind in den letzten Wochen aus unserer Psarrgemeinde dahin abgereist. — (Aufgesessen) ist Herr Adolf Braune feinen roten Freunden. Diese beteuerten ihm heilig, es würde sein Wirtshaus in Windischdors recht gut gehen, wenn der „Bote" aus der Gaststube heraus und dafür ein liberales Blatt hineinkäme. Der „Bote" kam wirklich heraus, aber auch die Christlichsozialen zogen jetzt ans und Rote kamen zu wenig hinein. Nach einem halben Jahre packte Braune zusammen und übersiedelte wieder in die Stadt. Jetzt geht das Gerücht — daß er Haus und Grund dem slowenischliberalen Sparkassenverbande verkauft habe und dieser den faktischen Besitz mit Neujahr antrete, salls bis dorthin kein deutscher Käufer kommen würde. Ist es wahr, Herr Braune? — (Ernte.) Die Grummetfechsung ist verhältnismäßig gut ausgefallen; auch den übrigen Feldfrüchten war der Herbst zuträglich. Am schwächsten steht es mit der Streu. Walgern. (Häuserkauf.) Das Haus Nr. 11 (Oberbauerfch) samt Garten und einer Ackerparzelle hat ein gewisser Knaus um 5000 K gekauft; Johann Jonke Nr. 29 aber hat Hans und Grund dem aus Amerika heimgekehrten Johann Schneider um 3300 K überlaffen. — (Trauungen.) Am 16. August hat sich der aus Malgern gebürtige Rudolf Honigmann in Wien verehelicht; am 13. September ist der ebenfalls nach Malgern zuständige Johann Unser in Budapest getraut worden. — (Slawische und deutsche Hochschüler.) Vor einigen Wochen kamen, wie man erst jetzt erfährt, drei slowenische Hochschüler nach Malgern und erkundigten sich eifrigst um die etwa da ansässigen slowenischen Bauern und deren schulpflichtige Kinder. Ob es liberale oder katholiche Slowenen wären, sei ihnen gleich. Man staunt Über die Kühnheit dieser Burschen, die in deutschen Ortschaften slowenische Bücher, Zeitungen und Sparkassen nnpreisen. Und was tun unsere deutschen Hochschüler Franz Perz und Peter Jonke? Diese sind nicht so kühn; sie suchen sich Lorbeeren auf viel billigere Weife, der eine im Oberland, der andere im Unterlande. Sie wissen nichts Gescheiteres zu tun, als zum Kampf gegen ihje deutschen christlichsozialen Landsleute aufzufordern. Heißt das nicht Jahrgang V. Gottscheer Bote — Nr. 19. Seite 155. „iederreißen statt bauen, heißt das nicht den Slowenen in die Hände arbeiten? Will man es noch immer nicht einsehen, daß auch ein einziger deutschchristlichsozialer Gottscheer Bauer, der mit seiner Familie das Leben im Ländchen fristet, mehr zur Deutscherhaltung Kottschees beiträgt, als alle unsere Hochschüler zusammen? Haben sie ausstudiert, so kommen sie außer Landes und Gottschee erfährt sehr wenig mehr von ihnen. Da also ihr Einfluß auf Goltschee nur aus die Studienjahre beschränkt ist, sollten sie doch wenigstens diese kurze Zeit zu wahrhaft völkischer Mitarbeit verwenden. Das wär' ehrlich Deutsch. So geht aber ihre Tätigkeit im Kampfe für den Liberalismus auf. Kmteröerg. (Verunglückt.) Der Losersche Jagdaufseher Michitsch fuhr vor einigen Tagen mit dem Pferde seines Dienstgebers nach Mrauen. Vvr der Ortschaft fuhr er so scharf an einen ""ein, daß er aus dem Wagen geschleudert wurde. Er erlitt einen Bruch des Oberschenkels und schwere Verletzungen am er wurde ins Landesspital nach Laibach überführt. Sein Zustand ist gefährlich. — (Gemeindewahl.) Am 12. September 1908 fanden die Neuwahlen für den Gemeindeausschuß statt. Gewählt wurden: Johann Springer, Johann Kump, Peter Nowak, Georg Maichin, Joh. Wittreich und Matth. Hutter aus Hinterberg; ferner Franz Högler, Joh. Loser, Jos. Fitz aus Stalzern und Franz Sturm, Jos. Jaklitsch, Matth. Verderber aus Mrauen. Zu bemerken ist, daß von den alten Ausschüssen einige ihre Gemeindestühle nur mit Mühe behaupteten. Schuld daran war die Erregung unter den Wählern wegen der unter den merkwürdigen Umständen erfolgten Verlängerung der Jagd an den früheren Pächter. Wenn Gemeindeausschüsse sich vom Pächter freies Jagdrecht versprechen und zugestehen ' lassen, wenn der Pächter dazu noch die nötigen Jagdpapiere verschafft, so sind das für Leute, die mit Gemeindegeldern wirtschaften, nicht sehr schmeichelhafte Tatsachen. Daß dieser und jener auch ein Glas Wein und eine gute Zigarre nicht verschmäht, sei nur nebenbei erwähnt. Daß diesmal deshalb die Gemeindestühle ganz bedenklich wackelten, kann uns nicht wundern. Nur das Fernbleiben der Hornberger ist schuld daran, daß die verschiedenen Thronsessel nicht umfielen. Gegen die Wahl wurde Beschwerde erhoben. Winfaf. (Verurteilt.) Johann Znrl, der am 9. August den Franz Wolf in den Unterleib gestochen und in dessen Gasthaus Steine geworfen hatte, wurde am 24. September vom k. k. Kreisgerichte in Rudolfswert zu vier Monaten Kerker verurteilt. Mosel. (Eine neue Lehrerin.) Da Fräulein Pfeifer krankheitshalber auf ein halbes Jahr Urlaub erhalten hat, wurde das Fräulein Priboschitz aus Laibach als Aushilfslehrerin mit dem neuen Schuljahre eingestellt. Mudolsswert. (Dachfeuer.) Am 22. v. M. um 3 Uhr nachmittags kam unter dem Dache des Gemeindevorstehers Herrn Josef Zurc in Kandia ein Feuer zum Ausbruche, das aber, bevor es sich verbreiten konnte, von der Rudolfswerter Feuerwehr gelöscht wurde. Der Schaden ist unbedeutend. Das Feuer soll infolge der Fahrlässigkeit des Kaminfegers entstanden sein. ~ Aktsag. (Brandschaden.) In der Nacht vom 21. auf den 22. September brach im Stalle des Herrn Petschauers (beim Felsenkeller) ein Feuer aus. Im Stalle befanden sich sechs Pferde. Nur mit Mühe konnten drei davon gerettet werden; zwei wurden nach der Feuersbrunst verkohlt aufgefunden, während das dritte zwar aus dem Stalle entkam, aber wegen der schweren Brandwunden von den Gendarmen erschossen werden mußte. Eines von den Pferden gehörte einem Tschernembler, durch dessen Unvorsichtigkeit das Feuer entstanden sein soll. Dem kräftigen Eingreifen des Sohnes des Herrn Petschauer und der herbeigeeilten Feuerwehr aus Pöllandl ist es zu verdanken, daß das Feuer nicht auch die uahegelegenen Gebäude einäscherte. Menschenleben ist keines zu beklagen, obwohl hiezu nicht viel gefehlt hatte. Die Tschermoschnitzer Feuerwehr war nicht erschienen aus dem einfachen Grunde, weil bisher noch keine vorhanden ist. Es. wäre höchste Zeit, eine frei- willige Feuerwehr auch in Tschermoschnitz zu gründen. Der Schaden, der durch den Brand angerichtet wurde, wird auf mindestens 4000 K geschätzt, dem nur die kleine Versicherungssumme von 200 K gegenübersteht. In demselben Dorfe brach vor 14 Tagen in einem Haufe durch Kinder Feuer ans, das aber glücklicherweise noch rechtzeitig bemerkt und gelöscht wurde, jo daß der Besitzer mit einem geringen Schaden und dem bloßen -schrecken davonkam. Witterdorf öei Uchermoschnih. (Hühnerkontumaz.) Verflossenen Monat kam in den Hühnerstall des Herrn Andreas Grill ein wütender Hund und biß eine Henne. Dieser Vorfall wurde der Gendarmerie angezeigt und der Besitzer mußte die Henne vor den Augen des Gendarmen erschlagen und zur Strafe, weil er dies nicht sogleich getan hatte, 5 K zahlen. Aber damit war die Sache noch nicht abgetan. Dem Grill wurde auch aufs strengste aufgetragen, seine Hühner bis zum 6. November einzusperren, damit nicht tolle Hühner das Leben der Menschen gefährden. Er könnte sie zwar auch im Freien herumlaufen lassen, aber nicht ohne Korb und Schnabelkörbe hat man bisher leider noch nicht erfunden. Uchermoschnih. (Weinlese.) Bei sehr schönem Wetter hat heuer die Weinlese im Semitscher Weinberge stattgefunden. Der Berg war sehr belebt und überall sah man fröhliche Gesichter, denn die Weinlese ist sehr gut ausgefallen. Viele Bauern haben die Hälfte mehr gefechst als im vorigen Jahre. Einigen soll es sogar an Fässern mangeln, da der Wein besser gediehen ist, als sie erhofften und sich dieselben daher nicht rechtzeitig mit Fässern versorgten. Weg. (Sterbefälle.) Am 12. September ist hier Paul Michitsch, 'am 27. Josef Stampfl, Schuster, gestorben. — (Trauungen.) Geheiratet haben: am 9. August Johann Ostermanu, Auszügler, und Maria Agnitsch, beide aus Hinterberg; am 10. August Matthias Eppich aus Oberwetzenbach und Marta Marinzel aus Unterwetzenbach; am 31. August Andreas Schober aus Händlern und Maria Merwein, verwitwete Parthe, aus Stalzern. — (Die heurige Ernte) ist, vom Heu abge,ehen, eine gute. Was Gott auf der einen Seite am Heu genommen, das hat er an Feldfrüchten wieder mehr gegeben. Besonders die Erdäpfel sind so schön, daß sich die ältesten Leute an so was nicht erinnern können. Einzelne Stücke wiegen ein Kilogramm und noch darüber. AMag. (Hauptversammlung.) Am 20. September fand im Hause des Herrn Georg Krische Nr. 4 neuerdings die Hauptversammlung der hiesigen freiwilligen Feuerwehr statt. Die Versammlung eröffnete Herr Anton Krische als Obmann des Verrats, begrüßte die Mitglieder und erstattete den Rechenschaftsbericht, bei welchem er ausdrücklich betonte, daß sich die Altlager Feuerwehr in den vergangenen Jahren sehr wohltätig und wacker als Schutzmannschaft gegen Schadenfeuer erwies, weshalb ihr von unberufener Seite ganz ungerechtfertigterweise Untätigkeit vorgeworfen wurde. Es wurden hiefür auch schriftliche Zeugnisse vorgelesen. Da der Kassier Herr Alois Eisenzopf als Opponent des Vereines, der überall dort fehlt, wo er sein sollte, nicht erschienen war, mußte der Kassebericht entfallen. Sodann fand die Wahl des neuen Ausschusses statt. Einstimmig wurden gewählt: Zum Obmann Herr Alois Kinkopf, Altlag Nr. 85; sein Stellvertreter Alois Hönigmann Nr. 65; Johann Samide Nr. 19 als Kassier, Leopold Loker als Schriftführer, zum Steigerobmann Andreas König, Schönberg 8; zum Spritzenobmann Johann Eppich, Altlag Nr. 60; zum Schutzobmann Johann Hutter, Nr. 39. — Zu Stellvertretern Franz Hönigmann Nr. 3, Johann Schneider Nr. 40, Johann Kikel Nr. 11. Obmann Krische begrüßte den neuen Wehrausschuß und wünschte, er möge sich sehr segensreich zum Wohle des Vereines und zum Schutze des Nächsten erweisen, worauf er sich als Wehrhauptmann vom Vereine verabschiedete. Alois Kinkopf dankte als Obmann für die freundlichen Worte, zollte Worte des Lobes und deff Anerkennung dem gewesenen Obmann für seine langjährige verdienstvolle Tätigkeit und bat ihn, ein guter Berater und Förderer der Vereinsinteresfen zu bleiben. Ein Mitglied der Feuerwehr stellte darauf den Antrag, man solle den gewesenen Obmann Anton Krische 'j f l.... I 1 ii zur Anerkennung seiner reichen Verdienste zum Ehrenhauptmann wählen. Der Antrag wurde mit großem Beifall angenommen. Anton Krische dankte für diese Auszeichnung und versprach, auch fernerhin mit dem Vereine in engstem Kontakte bleiben zu wollen. Obmann Kiukops schloß sodann die schön verlaufene Versammlung. Laibach. (Die deutsche Mission), die in der hiesigen Domkirche in der letzten Oktoberwoche hätte stattfinden sollen, wird Heuer nicht abgehalten werden. Die Aufregung, die sich infolge der jüngsten höchst beklagenswerten Ereignisse in Laibach der Gemüter bemächtigt hat, läßt die Hoffnung auf einen günstigen Erfolg der Mission nicht aufkommen, deshalb wurde letztere verschoben — aber nicht aufgehoben. Leoöerr. (Todfall.) Hier ist am 1. Oktober der aus Mitterdorf Nr. 27 gebürtige Handlungsgehilfe Ferdinand Erker im Alter von 19 Jahren nach längerer Krankheit gestorben. Briefkasten. Wach Laivach. Wir stimmen Ihnen vollkommen Bei. „Was du nicht willst, daß man dir tue, das füg' auch keinem anderen zu!" sollte nicht bloß im Leben einzelner, sondern im Verhältnis der Volksstämme zueinander selten. Uns Deutschen wäre es nicht recht, wenn man uns „Schwabas" ober dergleichen titulierte. Da nun die Slowenen in der Bezeichnung „Windische" eine Verletzung erblicken, so sollte deutscherseits dieser Ausdruck nicht gebraucht werden. — Daß im Deutschen Volksrate nur Radikale und Liberale sitzen, gereicht dem Deutschtum in Kram nicht eben zum Vorteile. Christliche und konservative Elemente würden nach Beiden Seiten mäßigend und beruhigend wirken und könnten auch leichter ein erträgliches Zusammenleben beider Volksstämme ermöglichen. Dies wäre insBesondere auch für die deutschen Geschäftsleute und Gewerbetreibenden von Nutzen. Bei einmaliger Einschaltung kostet die viergespaltene Kleindruckzeile oder deren Raum JO Heller, bei mehrmaliger Einschaltung 8 Heller. Bei Einschaltungen durch ein halbes Jahr wird eine zehnprozentige, bei solchen durch das ganze Jahr eine zwanzigprozentige Ermäßigung gewährt. Anzeigen. Die Anzeigengebühr ist bei einmaliger Einschaltung gleich bei Bestellung, bei mehrmaliger vor der zweiten Einschaltung zu erlegen. — Es wird höflichst ersucht, bei Bestellungen von den in unseren: Blatte angezeigten Firmen sich stets auf den „Gottscheer Boten" zu beziehen. Verein der Deutschen a. ßomebee in Wien. Sitz: I., Rauhenstemgalfe Nr. 5. wohin alle Zuschriften zu richten sind und Landsleute ihren ‘ Beitritt anmelden können. Zusammenkunft: Jeden Donnerstag im Wereiuskokake „Zum roten Igel", I., Mrechtsptatz Ar. 2. HAUS 1 Stock hoch, solid gebaut, 15 Minuten von Gottschee, mit großem Garten; gutes Trinkwasser; gegenüber Befindet sich ein zweiter Garten mit großer Scheuer. Der zum Hause gehörige Grund (46 Joch) Besteht ans großen Fichten- und Buchen-Waldanteilen, 10 Ackern, Wiesen, Bauplätzen mit Nutzwasser (Zisternen). Alles wird sofort verkauft. Auskunft erteilen Springers Hröen in Grafenfeld Bei Gottschee Nr. 40. 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