Nl. 3W. Dienstag, 22. Novenlber 1««?. 106. Jahrgang. Mibacher Zeitung. ?a,,,U"'"ai»°n«prel«: Mi, Postvlllenbung: nanzjähri« fi, l«, h!,>b)<,hs<8 ,l. 7,ko. Im sompto.s: M/'».!l", halbjähri« fl, s..»n, ssUt die Zustcllmig >n« Oa"» ganzjähiig " ><ei ostcrri, Wisdcrholun^e» pr. »scilc » fr. Die „Vaibachel Leitung" «scheint täglich mi« NuOnahm»! t>cf Vonn und Feieltaae, Die «bmlnistr»«!»» düssnbel sich Buhnhosgasse Ik, t>ic «ebaetlon Wienerfttohe ,5, — Nnft<,,,s,«le Vnrle w«den nicht angenommen und Mami^riplc nichl zulllclgrfielll. Amtlicher Hheil. Äll- ^ ^ und k. Apostolische Majestät haben mit "rohster Entschließung vom 1l>. November d. I. zu »2 "" des Laudesschulrathes in Kärnten für die T,s N sechsjährige Functionspcriode den Dompropst ^ Dentin Müller, den Superintendenten und ^ngellschrn Pfarrer Karl Bauer, den Director der Msrralschulc Joseph Opl. dann den Bezirks-Schul-lü..s" "nd Uebungsschullehrer Karl Pre schern. ^,.'t/lche in Klagenfurt, allergnädigst zu ernennen '^'__________Gautschm. p. drea»^ Handelsminister hat die Postverwalter An« Clel) "^'ter in Gmnnden und Peter Vogl in ^' dann den mit dem Titel und Charakter eines a/spostverwalter« bekleideten Postveruialter Johann ^" w Wels zu Oberpostverwaltern ernannt. Nichtamtlicher Mil. Die Krisis in Frankreich. ^ ^az französische Ministerium ist zurückgetreten. Ws!n ^ schon haben wir diese Worte niederschreiben Und ^ ?^ genug schon seit dem Bestände der Republik ^tmia,- ^reingebrochen, welche den Staat ohne ^brr , !^n und die nur mühevoll beizulegen waren, lichee ^ mit all diesen Unterbrechungen des staat-^onen ?^^.' ausgefüllt von der Erregung der Frac-die ^ae,w ^'^ Neugestaltung zu beeinflussen sucheu, ist «ang^h ^"U'ge zu vergleichen. In Fällen der Verüben m ^^ es ein Oberhaupt der Republik ge-Etllat'gs ^^ Vertrauen in die Zukunft der neuen ^lNdesf lebendig, deren Schwankungen man als ?ll,to^. "kheite" betrachtete — während jetzt die tei ^ ^vy's so gut wie vernichtet ist. eine Par» Mi?/ hinlängliche numerische Stärke besitzt, nicht dez i ""d die Bevölkerung fich in einem Zustande lH^kberdrusses befindet, der allen Anschlägen von is^ oder links doppeltes Gewicht verleiht. Die Lage 18fernst, wie sie es seit dem Staatsstreiche vom betla ^ ""H niemals gewesen, und es ist lein Gam-"isi°> "' der die schöpferischen Leidenschaften zu orga« ^^n vermöchte. Clömenceau ist es. der zu der Krise, die er her» beisehntr, das Sigilal gegeben hat. Er verlangte, die Regierung über die allgemeine Situation zu interpellieren, nnd der Ministerpräsident erklärte, er halte es für nuzweckmähig, dass diese Interpellation jetzt verhandelt werde, während die Relitenconverfiou, die be-launtlich eine Anlehens-Operation in sich schließt, im Zuge ist. Man dürfe die Rentiers nicht in dem Augenblicke, in welchem man an ihr Vertrauen appelliere, beuuruhigen; am Ende der nächsten Woche wolle er dem Antragsteller Rede stehen. Wir wissen nicht, warum Rouvier dem Kampfe ausweichen wollte, in dem zu siegen für ihn ruhmvoll gewesen wäre. der ihm einen ehrenvollen Platz als Sturmbrecher in dem anarchi« stischen Gewoge diesertage gesichert hätte. Vielleicht lagen hinter diesem Entschlüsse irgend welche Hoffnun« gen auf das Ergebnis der gegen Wilson schwebenden Untersuchung, aber der Kampf blieb ja nicht erspart, er entbrannte um das Datum der Interpellations»^ antwortung, um die Frage, ob man Samstag oder Donnerstag debattieren solle, und das ist ein Streit, den mitten in s? bedrängten Verhältnissen die Wähler nicht begreifen werden. Nicht unrichtig sagte Cttmenceau. es sei eine sonderbare Art. die Rentiers zu beruhigen, wenn man ihnen sage. sie könnten bis zum Donnerstag in Frieden leben, für diesen Zeitpunkt aber ihnen eine Krise in Aussicht stelle, wie sie nie gesehen worden. Desto absurder aber war die Schlussfolgerung dieses seltsamen Führers der Radicalen. Er schilderte das bestehende Chaos, als wenn er an dessen Entstehung vollkommen uuschuldig wäre; es gebe leine Regierung, sagte er mit vorgreifender Uebertreibung, das Mi» nisterium vermöge die republikanische Politik nicht zu leiten, die Monarchisten hätten die Führung der Kam» mer in der Hand, die Unordnung in der Verwaltung sei eine allgemeine u. s. w. Und was that Elcmenceau, um das Chaos zu beschwören? Er verschlimmerte es, indem er die Regieruug mit Hilfe der Rechten, deren Einfluss er soeben als ein Hauptübel bezeichnet hatte, thatsächlich zu Fall brachte. Wahrlich, man würde in Cttmenceau's Thun eher Verstand finden, wen er ein Anhänger Voulangers wäre oder ein Anhänger des Grafen von Paris oder ein Anhänger eines strammen Regiments, dem Rouvier zu schwach scheint und der statt seiner etwa Ferry in die Höhe zu bringen wünschte. Aber der Clömenceau. der nur die phrasierenden Klein« bürger hinter sich hat, der den Socialisten zu schwäch, lich und den Besitzenden zu radical ist. der in den Volksversammlungen ausgepfiffen wird und den die Bourgeois nicht nennen hören mögen — dieser Mmen-cean fordert den Entscheidungökampf heraus, auf die Gefahr hin. dass die Republik erliege? Fordert er ihn für seine Ideen heraus oder für feine Person? Er überschätzt, so will uns scheinen, beides. Das Gefährlichste für ihn wäre ein augenblicklicher Sieg. Nach constitutionellem Brauche müsste allerdings Clömenceau, als der Führer der Opposition, die das Ministerium gestürzt hat, in den freigewordenen Fauteil Nouviers berufen werden. Aber weder darf er sich Hoffnung machen, in der Kammer eine Mehrheit zu finden — sein erster Programmpunkt ist die Trennung der Kirche vom Staate! — noch scheint er ja überhaupt geneigt, aus den Händen Gre'oy's irgend rin Amt entgegenzunehmen. Als nächster Zweck seines Vorgehens gegen die Regierung war ja gerade der Sturz Grivy's bezeichnet worden, da man ihm die Berechnung zuschrieb, Grevy werde ein neues Ministerium nicht finden und werde daher genöthigt sein, zurückzutreten. Uebellassen wir uns diesem Gedankengange und sehen wir ab von der Möglichkeit eines bevorstehenden Cabinets Clömenceau, so müssen wir uns zunächst fragen, ob thatsächlich Grövy keinen Politiker fände, der unter ihm regiereu wollte. Nach den Berichten aus Paris scheint es, dass die Stimmung dort sich in einer Weise gegen Gre'oy's Verbleiben an seiner hohen Stelle gewendet hat. die den Rücktritt allerdings als den herrschenden Wunsch erkennen lässt. Das Ergebnis der Abstimmung von Samstag selbst gestattet einen Schluss auf diese Stimmung. Würde Grivy sich weigern, so wären Straßenkrawalle unvermeidlich, die in dieser regierungslosen Zeit — und regierungslos wäre sie auch zu nennen, wenn das Ministerium provisorifch im Amte bliebe — doppelt gefährlich wären. Nur wenn Ferry sich dem Präsidenten zur Verfügung stellte nnd wenn er selbst wieder dafür eine Majorität in der Kammer fände, könnte der Präsident einen weiteren Widerstand wagen. Es wäre aber eine überraschende Art von Entsagung, wenn Ferry diese Kraftprobe für Grivy un« lernchmen wollte; bildet Ferry ein Ministerium, so wird man vielmehr geneigt sein, ihm andere Pläne zuzmuuthen. Man wird ihm dann zumuthen, dass er Feuilleton. Franz Lcvstil. tzlMer MM, grosier Geist, das Grab hat sich kölner irdischen Hülle geschlossen, doch du wirst .»n! '" ber Erinnerung der fernsten Zeiten. he ^'e dn im Leben vor allem das Licht geliebt, bl«i,°'" liebster Ansblick es war, nach dem vom südlich gkzyH Himmel ill scharfen Cvntouren sich abhebenden ^chti^ ""^ gesattelten Gebirgskamm nnserer wnnder» ^tur > Steiner Alpen auszuschauen, so hat Mutter ^tiw'n^"' k"3k" Heimbezirle, der dir zum letzten ^er H .e" gedient, in der Stunde, als dein mäch. ^ l?n^ ^ ^ Ewigkeit.emporgeschwungen, riu "»stter! ^ Winterbild mit dem reinen Hintergründe , Hu ^'He" Alpenwelt aufgerollt... Ul den l ^ in den letzten Jahren, in den letzten Tagen, ^ten ^" Augenblicken deines an Ereignissen und Und tz^'" leicht Lebens die Summe des Ringens ^hllich ^' dessen dein gauzes Hiersein auf Erden °'e EM "r selten entbehrte, voll gefühlt, warum sollte ^der»iss a von dieser Bahn, auf der du so vielfache ^°lgenss Pfunden, nicht in versöhnendem Geiste °^"beaü' "n aanz Fremder am vorigen Freitag das ^srh^""NNls unseres unvergesslichen Freundes mit- °ftnez,'/l' Ml,s^ ^ der That die Ueberzeuguug Mieden'. ?'? "" Hochbcdeutruder aus nuserer Mltte «l/Nr Äu^° ^" nicht eitles Prunken, das war der N'edene,, 5 ^" Ueberzeugung von dem Werte drs bn^lUllaen °"'' wie sie alle Kreise der Bevölkerung den ^«M von allen offen kundgegeben wurde, ^ ^'wehenden herab bis zum lleinen armen Mann, für den der Verstorbene stets ein mildempfind, fames Herz und, soweit es seine Mittel erlaubten, auch stets eine offene Hand gehabt. Wer selbst mit Noth und Entbehrung gekämpft, der hat auch zumeist Mit» gefühl und. vermag er es, Hilfe für Armut und Bedrängnis. 'Ja, es ist unserm Levstik in seinen Studlenzahrrn nicht allein, es ist ihm auch später nicht selten sehr knapp ergangen, denn er war eben einer jener gemalen Naturen, die sich über jene Rücksichten, die der Mensch in der Gesellschaft und gegebenen Factoren gegenüber beobachten muss. so leicht hinwegsetzen zu können ver-meinen und be, diesem Hochfluge so leicht da nnd dort verstoßen. Dies ist ihm gleich bei Beginn seiner dich-terischeu Offenbarungen begegnet, wo er m,t emzelneu feiner Poesien in Kreisen mehr als unangenehm berührte, welche er im Hinblicke auf die thatsächlichen Verhältnisse seines Volkes, also auch 'M Hmblicte aus sein eigenes Ich hätte schonen müsst" - er hat m den letzten Monden dafür reumüthig Buße gethan, und es ist ihm verziehen worden! ^ ^ . . Aber nicht bloß in den letzten Stunden semes Lebens hat er für buse .poetischen Jugend uuden. gebüßt, er hat die ganze Lebenszeit dafür gebüßt, da es ihm verwehrt geblieben, oder besser gesagt, er es s,ch selbst verwehrte, mit weiteren DiclMmgrn ossen w l)^ vorzutreten, wie es seinem Schaffensdrange, scmer Leistungsfähigkeit auf diesem Gebiete entsprochen hatte; ist doch seine Stellung als Dichtcr se"'es Volkes bei dem wenigen, was er veröffentlicht hat. ebenso groß. wo nicht größer noch als seine Stellung ,n der Wissenschaft. In beiden Nicht'Mgm hat er Zeitlebens schon die vollste Anerkennung gefunden - wenn er auch zu bescheiden war. sie je zu suchen - und er wird nach dem weit messbaren Umfange feiner Bedeutung als Poet und Liuguist erst recht und gewiss noch oft und viel gewürdigt werden, wenn man einmal den ganzen vollen Ueberblick über die Menge feines literarischen Verlasses wirb gewonnen haben. Als Dichter des slovenischen Voltes hat ihn ein geistreicher Essayist und Kritiker alfo charakterisiert: Der echte Dichter belauscht den Herzschlag seiner Nation, und indem er ihre Wünsche nnd Träume plastisch gestaltet, ist er ein strenger Richter ihrer Vergangenheit, ein theilnehmender Tröster ihrer Gegenwart, ein begeisterter Prophet ihrer Zukunft. Er lernet viel auf seinem Gange, Er prüft das Glück brr ganzen Welt, Die Freude drängt ihn zum Gesänge, Die Trauer ihm die Seele stählt, In Levstik. der diefc Verse niederschrieb, vereinen sich alle guten Eigenschaften seines Volkes in schöner Harmonie, er ist dessen treuestes Abbild. Wie anmuthig siud z. B. Schilderungen der freien Natur! Weit entfernt, in ihr nur einen großen Verdanungspiocess zu erblicken, sieht er vielmehr mit scharfem Auge die feinen geistigen Fäden, die d^s Leben unermüdlich vom Wesen zum Wesen spinnt. Wie schön ist die Erde, wie ist sie himmlisch! Und taucht aus dem Meere morgen« Die Sonne, blühen die Rosen Und zwitschern die Vögel. Die Erde verwandelt zum Paradies sich Mit jeglicher Morgenröthe, IclMa's Odem belebet Die Berge und Thäler. Lieblosende Lilste wiegen die Wipfel Der Bäume und säuseln gleich dem Geflüster himmlischer Lieber Im Ehore der Engel. Mvllchet Zeitung 3ir. 266. 2182 22. November 1887. es entweder nach wenigen Tagen mit dem Präsidenten-sih zu vertauschen gedenke, oder dass er diesen Sitz Freycinet verschaffen wolle, während er. der Concurrenz dieses Lieblings aller Radicalen und Schwankenden entledigt, als rettender Reform-Minister mit vollem Glänze regierte. Doch alle diese Lösungen wären den Umstürzlern beider Seiten unwillkommen. Sie haben eine Reihe von Präsidentschafts'Candidaten vorgeschlagen, um die Situation zu verschlimmern, sie werden alles aufbieten, um namentlich Ferry von irgend welchem entscheidenden Platze fernzuhalten, und der Blick verliert sich in dem Wirrwarr der Combinationen, die durch das Ereignis von Samstag möglich ge-worden sind. Die Linke will zusammentreten, um zu einem Entschlüsse zu gelangen. Diese, durch die letzten Wahlen, Dank ihren vorangegangenen Fehlern, verminderte, in Fractionen gespaltene, von Intriguen durchwühlte re« publikanische Partei will eine unbestrittene Autorität ausfindig machen, um sie Frankreich vorzusetzen. Wenn ihr das gelingt, soll es uns wundern. Seit sechs Jahren wirkt die Kammer zerstörend, und es ist wahr« haftig nicht leicht anzunehmen, dass sie in diesem Allgenblicke sich befruchtend und erbauend erweise. Die Kraft, die sie bisher stets über den todten Punkt hinwegzuschwingen wusste, den Präsidenten, hat sie lahmgelegt; dass sie sich jetzt allein zu helfen wusste, wäre mehr als erstaunlich. Alles, was sie für die Zu« kunft thun kann, ist, dass sie sich über einen Namen einige, den sie für die Nachfolge Gravy's candidieren würde. Aber damit ist wenig gedient, denn die Kam« mer wählt den Präsidenten nur im Vereine mit dem Senate. Sie wird sich darauf beschränken müssen, ein Provisorium zu schaffen, welches gestatten würde, ein Definitivum mit größerer Ruhe abzuwarten. Floquet, der Vorsitzende der Kammer, dürfte am meisten Aus« sicht haben, zu dieser Vertrauensstellung berufen zu werden. Dass man die autoritätslose Zeit nicht andauern lasse, ist dringend nothwendig. Noch ist die Lage nicht bereit für eine Katastrophe, aber sie könnte so weit gedeihen, wenn man sie nicht rasch beenden würde. Man darf Frankreich nicht sich selbst überlassen, wie eiuen führerlos gewordenen Eisenbahnzug, der mitten auf freiem Felde stehengeblieben ist; es könnte nach einigem Zaudern vielleicht doch irgend ein Ehrgeiziger den Sprung auf die Locomotive wagen. General Bou-langer ist ja jetzt in Paris. Die Gefahr ist nicht vorüber, wenn die gegenwärtige große Krise beendet ist; das entscheidende Wort werden die nächsten Wahlen sprechen, die den Eindruck all des politischen Jammers wiedergeben werden, der an den Wählern in sich steigerndem Maße vorüberzieht. Aber für jetzt handelt es sich darum, wenigstens diese Frist durch schleuniges Eingreifen sicherzustellen, eine Frist, da auf die Republikaner anzuwenden ist, was Thiers einst dem Kaiserreiche zurief: Es dürfe keinen einzigen Fehler mehr begehen! Politische Ueberkcht. (Die österreichischeDelegation) geneh« migte in der Samstaa/Sihung das Ordinarium des Heeresbudgets sammt den Anträgen, betreffend die Subsistenzzulage für subalterne Militärbeamte und die Aufbesserung der Mannschaftskost; sie genehmigte ferner das Extra-Ordinarium mit der Erklärung, dass der unverwendete Theil des 52'/« «Millionencredites er« loschen sei; ferner die Erstreckung der Verwendungsdauer einiger im Vorjahre bewilligter Credite, den Occupationscredit, die Schlussrechnung für 1685, die Kenntnisnahme der vollständigen Uebereinstimmung der beiderseitigen Delegationsbeschlüsse bezüglich des Etats des Aeußern. der Kriegsmarine, der Finanzen, des Rechnungshofes, der Zollgefälle, und beschloss eine Resolution betreffs größerer Betheiligung des Klein» gewerbes an Armeelieferungen. Die Delegation hat die Petition der Bezirksvertretung Franz nm Unterstützung des Bahnbaues Cilli.Schöustein.Wüllan dem Kriegs-Ministerium abgetreten. Vorgestern wurden bekanntlich die Delegationen geschlossen. (Grund st euer nachlasse bei Elemeu-tarschäden.) Wie «Hlas Naroda» meldet, wird sich der böhmische Landtag mit dem Gesetzentwurfe, be« treffend die Grundsteneinachlässe bei Elementarschäden, befassen. Derselbe wurde vom Abgeordnetenhause am 20. Mai 1886 in dritter Lesung angenommen und an das Herrenhaus geleitet, welches ihn aber bisher nicht in Verhandlung gezogen hat. Der böhmische Landtag soll nun, wie das citierte altczechische Blatt be^ richtet, die schleunige Erledigung der Vorlage urgieren. Ob dies im Wege einer Petition oder auf Grund des § 19 der Landesordnung, der dem Landtage das Recht einräumt, Anträge auf Erlassung von Gesetzen zu stellen, welche die Bedürfnisse des Landes erheischen, geschehen soll, sei noch unbestimmt. (Aus dem kroatischen Landtage.) Der kroatische Landtag verhandelte am vergangenen Samstag üder das Budget pro 1888. Nachdem der Referent Dr. Egersdorfer und der Sectionschef Stankovic für die Vorlage, Brlic und Amrus gegen dieselbe gesprochen, erhielt der Abgeordnete Bukar das Wort. Derselbe erblickt in dem Vorgehen der Majorität eine unwürdige Politik der Rache. Er könnte in der Reihe der Majorität auf manchen moralisch Bankerotten hin» weisen. Der Präsident entzog nach diesen Aeußerungen dem Redner für die ganze Budgetdebatte das Wort. Abg. Pisacic' sieht in dem Vorgehen der Regierungs» organe während der Wahlen einen hinlänglichen Grund, das Budget abzulehnen. Nach der Schlussrede Eqers-dorfers ergriff der Banus das Wort, um auf die Aus» führungen der Opposition zu erwidern. Er begreife, dass es im parlamentarischen Leben Parteien gebe, die der Regierung kein Budget votieren; er finde es aber unbegreiflich, wenn dies eine Partei thut, welche behauptet, auf der Basis der positiven Gesetze zu stehen. Redner verwahrt sich dagegen, dass die Regierung im Auftrage Ungarns die Pressfreiheit unterdrücke und die Geschwornengerichte Were. Dies sei eine autonome Angelegenheit, bezüglich deren Ungarn keine Ingerenz habe. Die Opposition selbst habe anormale Zustände geschaffen und krankhafte Erscheinungen durch ihre Uebertreibungen hervorgerufen. Man mache der Regierung den Vorwurf, sie zwinge die Gemeinden, für die Verbreitung der ungarischen Staats-Idee zu wirken. Die Regierung habe niemals eine derartige Verordnung erlassen und auch keinen Grund dazu. Schließlich coustatierte Redner, dass seitens der Opposition von allem andern mehr gesprochen wurde, als vom VuM Bei der Abstimmung wurde das Budget nnt " drückender Majorität angenommen. Hierauf würde die Special-Debatte eingegangen und dasselbe u»vc' ändert nnd ohne Debatte angenommen. ^. (Decennal - Feier in Bosnien.) ^ Fortschritte, welche die occupierten Länder m,ter oc österreichischen Verwaltimg gemacht haben, dürften > uächsten Jahre in anschaulicher Weise zur Darste« gebracht werdm. Es wird nämlich. Berichten aus Sa^ jevo zufulqe. beabsichtigt, im nächsten Jahre, in ocn es zehn Jahre sein werden, dass diese Länder m o^ österreichische Verwaltung übergegangen sind, eine «)' cennal-Feier zu veranstalte!,, und zwar ist eine 2«"^ anssteNnnq in Sarajevo in Anregung gebracht, dle « besten geeignet wäre, einen Ueberblick der Fortentw' ' lung dieser Länder zu bieten. . ^ (Der Sturz des französischen M'"','" r i u m s.) Die Nachricht vom Sturze des Mi»istell>n^ Rouvier drängt jede andere politische Nachricht i„ ve Hintergrund. Diese Krisis ist unstr'itiq die schw'"'U die Frankreich seit den Tagen, in welchen Mac Mat) zum Rücktritte genöthigt worden. dnrchzumachcn P'^ Der Unterschied' ist nur, dass damals die Kammer c>m compacte republikanische Majorität unter der autorltal Führung Gambclta'ö auszuweisen hatte, während M>' wärtig die republilauischen Fraclioneu uneinig nnd Monarchisten relativ stark sind. Die Versuche der " publikanischen Parlamentarier, sich zu organisieren, >> eine starke, unbestrittene Gewalt ins Leben zu lM"' welche laut eines nachts eingetcosfencn Tcleqranw jetzt angestrengt werden sollen, sind nach den AM« gen des Tages lächerlich. .. (Der deutsche Reichstag) wird sich !^ falls in seiner kommenden Session mit gesetzg^'M Maßnahmen für Elsass-Lothringen zu befassen h"^. In erster Reihe dürfte es sich um diejenigen Entlvm' handeln, welche den, Bundesrathe bereits liorgeleg haben, wegen Schluss der Reichstagssession aber M zur Durchberathung gelangen konnten. Insbeso» dürfte der Entwurf, betreffend die Einführung " Reichs.Gewerbe-Ordnung in Elsass'Lothringen, 'M eingebracht werden. ,^< (Italien.) In der italienischen Kammer eM der Präsident Biancheri den afrikanischen Trupps Gruß der Kammer und widmete dem verstorlw^ Ministerpräsidenten einen warmen Nachruf. ^'sp' klärte, er werde einen Gesehentwurf einbringen »mu Errichtung einer Statue Depretis' und Statm'N derer Mitarbeiter an der nationalen Einheit nntt'l Peristyle des Monumentes Victor Emannel« '" ^, Hauptstadt. Die Kammer beschloss, eine Äilste ^ pretis' im Präsidialsaale aufzustellen, einen Kra''^, Bronze auf dessen Grab zu legen, der Witwe da« leid anszudrücken nnd eine Sammlung der parlain rischen Reden des Verblichenen zu veröffentlichen ^z (Ein Polen tag.) Ein in Paris erschel«^ polnisches Blatt macht den Vorschlag, dass ""H" sicht auf den bevorstehenden Zusammenstoß A.M Deutschland und Nussland demnächst in der V^ ein Polentag zusammentrete, damit sich der ^ ^ch, der in Russland, Deutschland. Oesterreich. 3" ghel Italien, England und Amerika lebenden P^/!'h,ge» die gemeinsame Haltung aller Polen verstal^, Er fühlt sich nirgends so heimisch, als weit abwärts von den staubigen Straßen der Stadt auf grüner Flur. Weil er sich der Natur mit liebevoller Hinge-bung nähert, vertraut sie ihm auch willig ihre Geheimnisse an. Bald plaudert er mit der ersten Biene des Frühlings, bald warnt er die arglos spielenden Fischlein vor der Arglist des Feindes; hier blutet sein Herz mit dem tödlich getroffenen Reh, dort lockt ihn eine einsame Rose an. die traurig ihr welkes Köpfchen hängen lässt. Wie ergreift ihn ihre Sehnsucht nach dem geliebten Bache, der, versiegt, nun nicht mehr ihre Wurzeln erfrischt und ihre glühenden Wangen kühlt! Der stumpsinnige Lebemann bewundert die Natur nur in den Leckerbissen, die sie ihm liefert; der Dichter mit seinem reinen, kindlichen Herzen sympathisiert selbst mit dem niedrigsten Geschöpfe, weil er auch in ihm noch einen Funken seines Geistes wiederfindet. Gerade dieser lebendige Natursinn ist es. der uns alle echte Volkspoesie so lieb und wert macht. Wie glücklich weiß unser Dichter, oft nur mit einigen Strichen, die Stimmung einer Landschaft zu zeichnen. Zwei Enten kamen geflogen Zum See ins stille Thal, Dort schwimmen sie nebeneinander Und segeln im kühlen Krystall. Ich sehe durchs Fenster zwei Enten, Und stürmischer pocht mein Herz; Gedenkend vergangener Tage Zerfließt es in Thränen und Schmerz. Das Mädchen in seiner Jugendblüte ist ein erquickender Anblick für jung und alt. Aber die ersten bescheidenen Wünsche, die sein reines Herz zu hegen wagt, die ersten naiven Sorgen, welche seine kindliche Seele ourchzittern, erlauscht, ahnt nur der Dichter. «Es schöpft mit dem Eimer blank und hell Ein Mädchen frisches Wasser am Quell; Da schaut es ins Wasser, erblickt sein Gesicht Und rühmt sich, geblendet vom eigenen Licht: «Die Schönheit, welche mein Antlitz verklärt, Ist mehr als drei schimmernde Burgen mir wert.» Am Zweige munter ein Vöglein springt, Zur Jungfrau schelmisch also es singt: «Und stellt sich der Wahre. Richtige ein, Umsonst wohl die Schönheit nennet er sein.» «Wie garstig du lügst, mein kleiner Nicht, Ach hält' ich nur Schwingen, ich duldet' es nicht.» «Und hättest du meiner Schwingen Wahl, Du zögest sofort über Berg und Thal, Und fändest du einen nach deinem Sinn, Und wär' er auch arm und ohne Gewinn, Es würden sogleich ihm aufgemacht Die drei schimmernden Burgen deiner Pracht.» Kaum spricht's das Vöglein und flattert schon Zum Himmel, am Himmel weiter davon. Das Mädchen erst sinnt, dann leise es spricht: «Ich zürne dem kecken Schnabel nicht. Gar viele Menschen das Vöglein sieht, Es weih wohl, was rund in der Welt geschieht.» Als Fachmann der slavischen Sprach. Wissenschaften ist er von autoritativer Seite und von ebenbürtigen Forschern, von Männern wieMiklosich, Iagic, Geitleru. a. wiederholt als eine ganz phänomenale Erscheinung bezeichnet und nicht selten um seine Mitwirkung bei Lösung großer und schwieriger Fragen angegangen worden. Wir er aber sich durch nahezu autodidaktisches Studium in das weite, reiche Gebiet der vergleichenden Sprachforschung und der Forschung speciell der slavischen Sprachen eingearbeitet und eingelebt hatte, so stand ihm anderseits ein überaus glück« liches Findertalent zur Seite, das sich am besten und ------ ---------^ - ^ schönsten jenen zeigte, die Levstik bei "N"^ Lieblingsarbeiten, bei dem Studium von ^?ih^ «Baierischem Wörterbuche» belauschen konnten, da» ^ die reichste Fundgrube für slovenische Sprachalte"l/ geworden! Avst" Besonders hohe Verdienste hat sich aber ^ in seiner letzten Lebensstellung als Scriptor " H< hiesigen k. k. Lyceal-Bibliothek um die slavische ^ ^ forschung durch seine Beschäftigung mit den y ^ wahrten altslavischen worben, indem er diese der gelehrten Welt >,^t>ell erst bekannt machte und deren Kenntn's ' ^ Forschern stets auf das bereitwilligste vernnttel > ^ theilsam war Leustik überhaupt im größten «>^ ^e dem reichen Borne seines Wissens, ""b ,. tviltc" l er nur anregend und fördernd und h"!" sein^ konnte, er that es selbstlos bis zur Verleugn« H^ ,^e Person. Geistig und materiell hat er ^"'^reb""' und wo ihm dies nur möglich war, stets vl ^.^ ^e gen auf national.slavlschem Gebiete, in eNlj^ M^ literarischen, unterstützt und sich «uf d" » H"z" Fortschritte immer mit ganzem, aufrlV"U ^„„e» gefreut, welche Fortschritte wohl steilK ^ .„ gel^ dies jetzt aussprcchen — in so vielen tjaur Linie auf ihn zurückzuführen sind. ^MlN '^ beißenden Sarcasmus walten, der lhm , ^ " der N "^" ^" ^"spiele der 'europäischen Staaten y«zf."l'lvollständigllng ihrer militärischen Rüstnngen. unk! " 'l! bies bei dem Kaiserreich Brasilien einai.k ^entinischen Repnblil der Fall. welche mit die ^ lwalisirren und zwischen denen noch immer Nülir!^ ^ Grenzreguliernng nicht ausgeglichen ist. ^/"d die Kammern in Brasilien fünf Millionen len ^, ^ ^^ Vermehrung der Kriegsmarine votier-sßl'^ "3" '" ber Argentina acht Millionen Pesos ^^Verstärkung der 'Armee votiert._____________ Tagesnemglcitcn. ^" Majestät die Kaiserin hat dem Präsi. l^",der Wiener l. k. Polizeidirection zur Bethei-W> ^"^ Unterstütznngswerber aus dem Wiener slilki! "^"' ^^"' '" letzterer Zeit eingebrachte Unter» Cect'Msuche ans Allerhöchsten Befehl von dem ^,"'ate Ihrer Majestät demselben zur eigenen bie K s und Erledigung überlassen worden sind. M, """ne von 400 fl. ans Allerhöchsterer Privat« '" «vergeben zu lassen geruht. pri„ " ^^ Krankheit des deutschen Krön-^ttaaa^ ^'^ Klvnprinz Rudolf emftfieng Samstag vor-!Gr l- ^ '^^zu dreiviertelstündiger Audienz den Pro-lttc,«,... ^ ^ lj t t e r und ließ sich von demselben über die ^stlllt? ^ deutschen Kronprinzen eingehend Vericht '°"n « ^,^ Schrötters Vericht sehr ernst lautete, ^rden "^"'' ^^^ bereits anderweitig bekannt ge-^!sle er? überraschen. Kronprinz Rudolf war anfs ^ttheii, ""' '"'^ 6°b seiuer Betrübnis über Schrüttcrs ^"'chrin"^" ^'"'^ s""kl Sympathie für den deutschen ^'"' den wärmsten Ausdruck, ^nu^/^n gutes Beispiel.) Man schreibt aus ^ jps ^"Nzt werden. Bis zum Frühjahre wäre noch ill fol„.^ anerkennenswerten Vorgehen auch anderwärts gchern" .^°s Wiener Hofoperntheater) ist vor. "ada» ^.'^ der Vorstellung des «Nachtlagers von Gra-^rsless^^ eröffnet worden. Die Unterbrechung der HesM^'gen dauerte zwölf Tage und hat die Gas-^. '.Hast vertragsmäßig ein Pönale von 3000 fl. per l°Wu ^'"^ '^'^" ^., für die Unterbrechung der Be-läge w^ ^" ^^"' A" der Herstellung der neuen An-bes^aren 80 bis 100 Arbeiter meist Tag und Nacht — (Mackenzie über dieStimn, e Kaiser Wilhelms und Gladstone's.) Das neueste Werk Mackenzie's, «Singen und Sprechen», berührt auch den Einfluss der Zeit auf das menschliche Organ. Derselbe ist natürlich ein zerstörender; aber — sagt der Verfasser — es gibt Stimmen, die dem Einflüsse der Zeit trotzen. Das merkwürdigste Beispiel einer jugendfrischen Stimme bleibt der deutsche Kaiser, der im 91sten Lebensjahre mit dem klangvolle!, Organ eines Jünglings spricht; auch ist die Unverwüstlichfeit Gladstone's in nichts mehr zu bewnndern, als in der kräftigen Stimme, die er sich bewahrt hat. Der Grund dieser Stimmjugend bei dem englischen Staatsmanne liegt zum Theile an dem gründlichen Kauen seiner Nahrung, Er bedenkt, wie Mackenzie erzählt, jeden seiner Bissen genau mit zwei-unddreißig Kaubewcgungen und zermalmt die Speisen so gründlich, wie die Argumente seiner parlamentarischen Gegner. — (Nriefmarlenbörfe) Auch in Wien soll nach dem Beispiele vun Paris, London und Berlin eine Briefmarkenbörfe ins Leben gernfen werden. Wien eignet sich anch deshalb für den Marlenhandel, weil dortselbst der Markt für orientalische Marken ist. Es sollen davon angeblich von Wiener Vriefmm'lenhändlern im vorigen Jahre gebrauchte Marken im Werte von l>0000 fl. exportiert worden sein. In Wien leben über 60 Familien vom Briefmarkenhandel, und es erscheinen dort vier Fachzeitschriften. — (Eine nene Isonzobrücke.) Nach einer Mittheilung aus Görz soll die neue Eigenthümerin der Papierfabrik in Podgora, die Actiengesellschaft Leylam in Graz, die Construction einer neuen Brücke über den Isonzo zwischen Podgora und Strazig beabsichtigen, und zwar soll der Bau nach den im vorigen Jahre von der Firma Ritter ausgearbeiteten Plänen durchgeführt werden. — (Kaiserin Eugenie krank.) Telegraph,'-schen Meldungen aus Amsterdam zufolge gibt der Gesundheitszustand der Kaiserin Eugenie, welche behufs Masfagecur dort weilt, fortgesetzt zu de» größten Befürchtungen Anlass. In der Umgebung der Kaiserin befinden sich die Frau des Marschalls Vourbali und der frühere Seinepräfect Pietri. Prinz Victor Napoleon wird dort erwartet. — (Londoner Nebel.) London war am IKten d. M. zum erstenmale in diesem Winter in einen dichten Nebel eingehüllt. In der Frühe war derselbe so undurch- i dringlich, dass die Züge auf den Stadteisenbahnen nicht ^ fahren konnten und der Verkehr auf den Straßen auf das Nothwendigste beschränkt blieb. In den Häusern musste den ganzen Tag über Gas brennen. — (Weibliche Ablehnung) «O, Frau Stationschef, ich bin in Fräulein Elise ganz vernarrt Diese regelmäßigen Züge .... — «Da ist weiter nichts dabei! Regelmäßige Züge hat unser Fräulein auch.» Local- und Provinzial-Nachrichten. — (Allerhöchstes Namensfest.) DaS Na-menSfest Ihrer Majestät der Kaiserin Elisabeth wurde vom Vereine des Kinderspitals durch eine Segen-messe in der Deutschen Ritterorbenslirche gefeiert, welcher die Vereinsleitung und zahlreiche Schuhdamen beiwohnten. Auch die hiesigen Schulen feierten daS Namensfest der Kaiserin durch Festgottesdienste, und war der Tag des Allerhöchsten Namensfestes allfeits Ferialtag. — (Kohlenwerl Sagor.) Ueber den der» maligen Stand der Beziehungen zwifchen der Südbahn und der Gewerkschaft Tagor und den Einfluss der Con-currenz der Ostrauer Kohle auf die Production der Kohlenwerle der Trifailer Gesellschaft haben wir an« gesichts der widersprechenden Mittheilungen der öffentlichen Blätter, da es sich um eine vitale Frage der krainischen Montanindustrie handelt, Erkundigungen eingezogen, auf Grund welcher die Darstellung des wahren Sachverhaltes von Interesse sein dürfte. Infolge Einschreitens der Gemeinden des Sagorthales haben sich die Reichsrathsabgeordneten und Behörden der Sache wärm-stens angenommen, allein von einem Erfolge dieser Vermittlung kann leider nicht die Rede sein, da die Südbahn-gesellschaft sich anf den Standpunkt stellt, dass sie über ihre Kohlenlieferungen selbständig entscheiden könne, und da sie an den Vertrag mit der Kuhlenfirma Gut mann schon lange gebunden ist. Die Abordnung eines Beamten der Südbahn nach Laibach, welcher der Handelskammer über die obwaltenden Verhältnisse Aufklärungen erstattete, hatte für die Gewerkschaft Sagor leine günstige Wendung zur Folge, sondern eS ergab sich hieraus vielmehr, dass an der Sache nichts mehr zu ändern sei. Der Unler-schied zwischen dem normalen Kohlenbezuge der Südbahn früher von 230 000 Tonnen und jetzt 170 000 Tonnen beträgt 60000 Tonnen, d. i. 600000 Metercenter, den Unterschied zwifchen dem außerordentlichen Bedarfe von früher 50 000 und jetzt angeblich 36 000 Tonnen beträgt 14 000 Tonnen, d.i. 140000 Metercentner, die Gesammtbifferenz also mindestens 740000 Metercentner per Jahr. Dabei ist es ungewiss, ob die Süd-bahn von der Trifailer Gesellschaft Kohlen über das vertragsmäßig geschlossene Quantum von 170 000 Tonnen, und ob sie wirklich das oberwähnte Mehrquantum von 36 000 Tonnen beziehen wird, für die Aetriebs-disftositionen der Kohlenwerle sind also nur die fixen Schlüsse maßgebend. Welchen Einfluss aber schon eine Minderproduction von 740 000 Meter-centnern auf den Betrieb der Trifailer Kohlenwerle baben muss, wird sofort klar, wenn man erwägt, dass die sactische Ablieferung von Sagorer Kohle an die Südbahn jährlich nahezu 700000 Metercentner betrug. Unter solchen Umständen wird es erklärlich, dass die Trifailer Gesellschaft den verhältnismäßig sehr kost. spieligen Bergbaubetrieb von Sagor einstellt, und den Betrieb bei ihren anderen Weilen concentriert, zudem sie auch für das verringerte Quantum von 170000 Tonnen der Südbahn eine sehr bedeutende Preisermäßigung gewährte, mithin auf eine billige Erzeugung jetzt mehr denn je angewiesen ist. Die Mittheilung, dass sich die Südbahn nicht abgeneigt zeigte, auch ihre weitere« Be» bürfnisse aus den Kohlenwerlen der Trifailer Gesellschaft zu decken, wenn ihr letztere angemessene Preise stellt, bestätigt sich nicht, indem eine solche Erklärung seitens der Südbahn niemals abgegeben wurde, und was die Preise betrifft, so wurden dieselben schon für den verminderten neuen Kohlenschluss sehr bedeutend reduciert. Die fragliche Preisdifferenz bildet eben den hervorragendsten Theil des von der Südbahn erzielten Ersparnisses von 150 000 fl., nnd auch der billigere Abschluss mit den Köflacher Werken drückt sich in biefer Ersparnisziffer aus. Sehr dankenswert aber ist die Bereitwilligkeit der Südbahn, welche «ell, lvTT^------------- >»it h v und Dunner bald heiter um ihn her, und ^^gutmüthigsten Lächeln der Welt pflegte er h'" Wen: Laffen wir das! H^t A'" war ein durch und durch ehrlicher und ^^harakter. in Wort und That stets entschieden. s!^ ^ Grundzüge seines Charakters waren auch in >e>ll Gesichte ausgeprägt; vor allem war es aber >/'^er, treuer Blick, der ihm die Herzen aller er» M selche in persönlichen Verkehr zu ihm traten. Uez A er auch ab und zu eine rauhe Außenseite ?chte?^"s' eine Begegnung mit diesem Blicke "efslj^^r empfindsamste Seele augenblicklich mit dem ., Ai^janne versöhnen. '^lbe ^ ".ebe zur Wissenschaft, seine Hingebung an , "r «j.f t. eine ganz anßerordentliche, und er opferte >ez?''°l)eit dem Dienste der Wissenschaft; daher , "till 'in -^ er. dem es wie wenigen gegönnt war, die Ü trlenn " ^eben und Weben zu belaufchen und Me nen. ^ wie wenige es verstanden hat. das ^°>'art/n ^ der Natur, den Menschen, nach seinen 'Men 3 5" erfassen, der z. B. das Leben seines !??'bttunn "2 bis in die kleinsten und verborgensten i lluvrni" wahrnahm, der Sitten nnd Gebräuche '" z»veites^" ^°lkes so genau erkannt hat. wie kaum > Mit dl? > letzten Jahrzehnten sich vom Um< i^ehr ""Natur nnd den Menschen immer mehr „.>r UbU. ä°N. rein nur aus dem Grunde und voll und ganz den St'.dien H" Jahr.. l "m zn widmen. Er, der m semen Ü1i! glüf^'' lo gerne in Wald und Feld gewellt. ,a ^ n, »re unternommen, er war in der letzten wr>'>,d!> " kleinsten Ausflüge mit den intim« zu bewegen und halte, selbst als die sein Leben bedrohende Krankheil ihren ersten Anfang ge« nommen. auf alle guten Rathschläge, sich in freier Luft zu ergehen, immer nur abschlägige Antwort; ja, es wird mir von glaubwürdiger Seite als charat» teristisch erzählt, dass Levstik einmal nach ernstlicher Vorstellung, es doch zu thun. halb und halb zusagte, als aber der wohlmeinende Rathgeber von ihm dies^ bezüglich ein Versprechen verlangte, plötzlich ablehnend ausrief: «Nein! verfprechen will ich nichts.» Dieser Ausruf war ein Ausfluss seines unter Verhältnissen gleichen eigenen starren Sinnes. Doch die Abkehr von dem natürlichen Leben lm Umgänge mit der Natur und den Menschen sollte sich an ihm bitter rächen, gleichwie seine entschiedene Ab« neigung gegen die Mittel, welche die Wissenschaft der Erhaltung unserer Körper an die Hand gibt, und leme Vorliebe für die fog. Volksheilmittel. auf d,e er schwur, dnrch deren übermäßige Anwendung seme von der Krankheit und durch die Entziehnng jedweder Bewegung geschwächte, früher so starke Körperconstltntwn schließlich vernichtet wurde. . ^., Und bei aller mehr und mehr eintretenden Sich-Abschließung hatten wir Levstik doch einmal aus der Zurückgezogenheit seiner Studierstube mit geradezu ve. wundernswerter Aufraffnng weiter heraustreten sehen, als es sich vor einigen Jahren mitten 'M strengNen Winter — nnd wie liebte er den warmen, za jchon zu warmen Ofen! — darnm handelte, emcn gelehrten College,, auf dein Gebiete der slavischen Sprachwlsfen. schaft. Professor Dr. Geitler, nach dem einstigen ^»s-cnlum des Freiherr,' von Erberg, den, gewesenen «Mu-.senhofc. Lnslthal, zn begleiten. Aber freilich ga t d'e e Fahrt in Eis und Schnee der Auf nchung altsl ve-bischer Mannscripte in der dortige» V'bl.othek; es war also wieder der nie rastende Forschungstrieb. der als Motiv dahinter steckte, dass Leostik sich hiezu bequemen mochte, sowie seine Grundqüte ihn auf dieser Fahrt, wie Schreiber dieser Zeilen sich als Mittheilnehmer derselben lebhaft erinnert, ein schon bald nach der Aus» fahrt aus Üaibach aus Rand und Band gerathenes Wagenfenster mit starler Hand halten ließ, von welchem Liebesdienste gegen die Mitfahrenden er den ganzen Weg über durchaus nicht mehr abstehen wollte! Doch — genug. Wir müssen zum Schlüsse eilen in der nur flüchtig skizzierten Charakteristik des Mannes, der für fein Voll il, seinen Leistungen so vielseitig gewesen: als Dichter zuvörderst, dann als Grammatiker — hat er doch selbst die beste dentsch.slovenische Grammatik verfasst — als Lexikograph — durch seine Mitarbeiterschaft am Wolf'schen Wörterbuche — als Textlri tiler der Vodnil'schen und Preiiren'schen Gedichte — deren erstere er veröffentlicht, letztere vorbereitet — als Publicist und Politiker — durch seine Redac^ tionsthätigkeit und Mitarbeiterschaft bei einer Reihe politischer, belletristischer und humoristischer Blätter. Fassen wir nun, alle seine Leistungen überschauend, die einzelnen Momente der Betrachtung in Eines zu-sammen, so müssen wir fagen: es war eine der brdeu-tcndsten Erscheinungen, die mit Levstik seit langem in in den Vordergrund der Culturgeschichte Krains nnd noch näher bezeichnet, des slovenischen Voltes, getreten ist, eine Erscheinung, welche zwar schon von den Zeitgenossen in ihrer Bedeutung erkannt und gewürdigt wird, doch aber erst in dcr Nachwelt auf jener Höhe stehend erblickt werden wird, anf welcher in gleicher Linie ai,s jedem Volte nur wenige ganz Auserwählte zu stehen vslegcn! ^« zjaibacher Zeitung Nr. 266 2184 22. Noveulber IM in Anerlennullg der bedenklichen Folgen der Nrbeiter-entlassung im Winter den bisherige« Liefernngsvertrag bis Ende März 1888 ausdehnte. Die Betriebseinstellung in Sagor von dieser Zeit an ist aber eine fest beschlossene Thatsache, und sie wird nach Maßgabe der nothwendigen Vmchafthaltung der Gruben erfolgen. Ueber die näheren Modalitäten schwebt dermalen bei dem l. l. Revierbergamte Laibach, welches diesfalls die Gewerkschaft zur Be» richterstattung aufforderte, die Verhandlung. Ein Theil der Arbeiter dürfte bei den anderen Kohlenwerken und bei den Industrialwerken der Trifailer Gesellschaft unterbracht werden. Ungeachtet dessen wird die Entlassung ungefähr 400 Arbeiter treffen, und für die Werlsbruder-lade, beziehungsweise filr die Provisions- und Pensions« bezilge der Arbeiterschaft, welche eine bedeutende Reduction erfahren müssen, schlimme Folgen haben. — (Slovenische Stimmen gegen die Russenschwärmerei des «Närod».) Gleich den «Novice» legt auch der «Slovenec» entschiedene Verwahrung ein gegen die Schreibweise in den russischen Briefen des «Slovenski Närod» und bringt in der gestrigen Nummer an leitender Stelle einen Artikel mit der Aufschrift: «Für Gott, Kaiser und Vaterland», aus welchem wir den folgenden Satz hervorheben: «Wir betonen unferseits mit aller Entschiedenheit, dass unsere Heimat in Oesterreich ist und wir unter dem Habsburgischen Adler auch fürderhin kämpfen wollen für unseren Bestand und unsere Zuk unft.» — (Schuleröffnung in Tö plitz.) Aus dem Curorte Töplitz in Unterlrain schreibt man uns: Am vergangenen Donnerstag ist in Töplih das hübsche, neu« erbaute Schulhaus feierlich eröffnet worden. Um 9 Uhr früh wurde die Schuljugend durch die Lehrerschaft in die Pfarrkirche geführt, wo der Pfarrer, hochw. Herr Johann Bab nil, nnter Assistenz mehrerer Geistlicher das Voni 8Hncts cclebrierte. Außer der heimischen Lehrerschaft, dem Ortsschulrathe und der Gemeindevertretung waren zur Festfeier der Herr Regierungsrath und Bezirkshauptmann Josef Ekel und die Lehrer aus Ober-suschitz und Waltendorf erschienen. Nach vollendetem feierlichem Amte zogen die Schullinder, begleitet von ihren Lehrern und vielen Fremden und von hervorragenden Persönlichkeiten des Ortes, in das neue, mit Fahnen und Kränzen geschmackvoll decorierte Schulhaus, woselbst der Herr Pfarrer die feierliche Einweihung vornahm. Nach Beendigung der kirchlichen Feier vereinigten sich sämmtliche Festgäste und die Schuljugend im Schulzimmer der ersten Classe, in welchem das Kaiserbild mit einem Kranze geschmückt worden war, während sich auf dem Tische das von brennenden Wachsterzen umgebene Crucifix befand. Nach einer Ansprache des Herrn Pfarrers und des Herrn k. k. Regierungsrathes und Bezirkshauptmannes an den Ortsschulrath, an die Gemeindevertretung und an den Gemeindevorsteher, Herrn August Kulavic, der sich insbesondere große Verdienste um den Bau des neuen Schulhauses erworben hat, hielten die Redner Ansprachen an die anwesende Schuljugend, wobei sie dieselbe ermähnten, sich durch Fleiß und gute Sitten dieses Geschenkes würbig zu erweisen. Sr. Majestät seien wir in erster Linie für das treffliche Schulgesetz sowie filr die großmüthige Unterstützung aus seiner Privatschatulle zum Danke verpflichtet. Die Redner brachten zum Schlüsse ihrer Ansprachen ein dreifaches Zivio auf Se. Majestät den Kaiser aus, in das alle Anwesenden einstimmten, worauf die Schuljugend die Voltshymne intonierte. Nachdem noch der Schüler Karl Golob den Wohlthätern den Dank ausgesprochen, war der osficielle Theil der Feier beendet. Im Vadhause des Herrn Gemeindevorstehers fand dann ein gemeinsames Mahl statt, wobei es an Toasten nicht fehlte. Die Töplihn Sänger trugen mehrere Piken vor. — (Patriotische Spende.) Per Herr Hofglockengießer Albert Samassa hat dem krainischen Landesmuseum «Rudolfinum» zwei von ihm angefertigte prächtige Candelaber aus goldglänzender Bronze sür das Treppenhaus gespendet, wo dieselben bereits auf den beiden Pilastern am Ende der Hauptstiege ausgestellt sind und zur inneren Ausschmückung jenes durch Architektur und Malerei reichlich ausgestatteten Bau-Objectes in harmonischer Weise beitragen. Jeder der Candelaber hat eine Höhe von 150 nn und ein Gewicht von 90 kg. Sie sind wahre Meisterstücke der Metalltechnit, in den edelsten Formen der Renaissance gehalten, mit der reichsten Gravierung in maßvoll künstlerischer Vertheilung bedeckt. An den Seitenwänden des mächtigen Sockels ist in vier Wappenschildern der krainische Adler eingraviert, von reizender Flachornamentit umrahmt. Aus dem viereckigen Fuße entwickelt sich in den schönsten Verhältnissen der Nodus und Schaft des Leuchters, der in seiner ganzen Höhe mit Festons und Blätterwerk decoriert ist. Es ist nicht zu viel gesagt, wenn wir bemerken, dass die Candelaber einen echt monumentalen Charakter tragen und für alle Zeiten ein ehrendes Denkmal der Kunst des Heimatlandes bleiben werden. Kein geringes Verdienst gebürt hiebei dem Erfinder dieser gelungenen, stilgerechten Composition, Herrn Architekten Robert Milovics in Graz, einem bewährten Künstler, der schon seit mehreren Jahren für die in der Bronzetechnil bestrenommierte Firma Sa- massa die Entwürfe zu den kirchlichen Gerathen macht, welche überall fo allgemeine Anerkennung finden. Mit diefen beiden Kunsterzeugnissen hat Herr Albert Samassa sein warmes patriotisches Interesse für eine der Aufgaben des «Rudolfinums», nämlich der Förderung der Kunstindustrie und der Verbreitung des guten Geschmackes, bethätigt; möge dieses edle Beispiel gemeinnützigen Sinnes in den hiezu berufenen Kreisen eine rege Nachahmung finden! — (Ernennung.) Der Steueramtspraktikant Herr Richard Beschel ist zum Steueramtsadjuncten ernannt worden. — («Die österreichisch-ungarischeMon-archie in Wort und Bild».) Außer den von uns schon gemeldeten Mitarbeitern an dem Bande «Kram» wurden auch noch die Herren Regierungsrath Dr. Kees > bacher mit der Bearbeitung des der Musik in Krain gewidmeten Capitels und Gustav Pirc mit der Abfassung eines Artikels über die Land- und Forstwirtschaft in Krain betraut. — (Das Ergebnis der sechsten öffentlichen Tombola,) welche der erste Laibacher Kranken-Unterstützungs- und Versorgungsverein zum Besten des» selben und des Kaiserin-Elisabeth-Kinderspitales am 9ten Oktober d. I. veranstaltete, warf ein Netto-Erträgnis von 802 st. 78 kr. ab, so dass auf jeden Verein die Quote von 401 fl. 39 kr. entfüllt. Von den zum Verkaufe bestimmten 12000 Cartellen wurden 803 2 Stück verkauft, welche nach Abzug der Provisionen an die Verkäufer ein Brutto-Erträgnis von 1460 fl. 20 kr. ergaben. Die Kosten der Tombola betrugen inclusive einer Amortisationsquote für den Thurm 6tt3 fl. 42 kr. Der Erfolg der Tombola war daher ein überraschend günstiger, wie es im Interesse der beiden eminent humanitären Vereine wohl zu wünschen war. — (Wochenausweis der Sterbefälle.) Dem soeben publicierten 45. Wochenausweis der Sterbcfälle in den größeren österreichischen Städten entnehmen wir folgende Paten: «. Gesammtzahl «z ^Z« «^ der Z^ Z^tz Städte H 3>B Verstorbenen 5^ ?Z^ H^ --------^------ «^ n^ ^^« «. ^, zusam< 3 Z"5" Laib ach . ^ 27 572 9 11 2(1 10 87,7 Wien. . . 795 302 185 140 325 46 12,2 Prag. . . 184 581 51 51 102 23 2«, 7 Graz. .. 105274 — — — — — Klagenfurt 19 580 « 4 10 2 26,« Trieft . . 158106 50 40 90 4 29.« Gürz. .. 22670 7 4 11 — 25,2 Pola. .. 26969 3 6 9 — 17.3 gara. .. 12422 2 4 6 2 25,1 Von der Gesammtzahl der Verstorbenen sind in Laibach 55,0 Procent in Krankenanstalten gestorben. — (Selbstmord eines Hauptcassiers.) Aus Trieft wird telegraphiert: Heinrich Mo fettig, Haufttcassier der hiesigen Filiale der Creditanstalt, vollführte einen Selbstmord, indem er sich mit einem Rasiermesser den Hals durchschnitt. Pas Motiv der That ist unbekannt, doch wird unglückliche Liebe vermuthet. — (Der Verein der Aerzte in Krain) hält morgen Mittwoch abends 6 Uhr seine Monats» sitzung ab mit folgendem Programme: a) Innere An» gelegenheiten; k) Vortrag des Regierungsrathes Dr. Friedrich Keesbacher: «Ueber die Organisation des Ge-meinbe-Samtätswesens in Krain.» Bei der Wichtigkeit des Gegenstandes, welcher, wie verlautet, in dieser Landtagssession eine Gesetzesvorlage abgeben soll, wäre eine recht zahlreiche Betheiligung überhaupt, inibesondere aber von Seite der Landärzte sehr wünschenswert. Nach der Sitzung findet eine gesellige Zusammenkunft im «Hotel Elefant» statt. — (Todesfall.) In Trieft ist Freitag der Pfarrer von Sant Antonio nuovo, Domherr und Con« sistorialrath Anton Hr 0 vatin, gestorben. Der verstorbene geistliche Herr, eine Zierde seines Standes, ist 84 Jahre alt geworden. Noch im vorigen Jahre feierte er das sel-tene Fest seiner «0jährigen Primiz, bei welcher Gelegen' heit ihm von allen Seiten verdiente Auszeichnungen zu» theil wurden. Der verstorbene Pfarrer war auch Ritter des Franz-Iosefs-Ordens und Kämmerer Sr. päpstlichen Heiligkeit. — (Jahrmarkt.) Der gestrige Elisabeth-Jahrmarkt war iroh des schlechten Wetters doch sehr gut besucht. Es wurden 1177 Stück Pferde. Kühe, Ochsen und Kälber aufgetrieben, und war der Handel, da zahlreiche auswärtige Viehhändler anwesend waren, ein sehr lebhafter. Auch in den übrigen Geschäftsbranchen herrfchte trotz der ungünstigen Witterung — die Manufacturisten sehnen Kälte herbei, um die Winterwaren an den Mann zu bringen — ein ziemlich reger Handel. — (Gemeindewahl.) Bei der Neuwahl des Gemeindevorstandes der Ortsgemeinde Iggdorf im Bezirk Laibach wurden: Joses Hagar, Grund- und Wirts« Hausbesitzer in Iggdorf, znm Gemeindevorsteher, Nnlo> Zagar, Grundbesitzer in Iggdorf, und Johann Ptls» Grundbesitzer in Oberigg, zu Gemeinderäthen gewy^ 9. Verzeichnis der beim l, t, Landesprasidium weiter cingeciausseuen Spenden die durch Hagelschlag geschädigten Gemeinde,, von Unlem'"' ' Uebertrass aus den, 8. Verzeichnisse.......3021 ^/« Sammlung drs Pfarramtes Stein....... ^ ^, Asslinn...... ,f " ' » ' Horjul....... ^ ^ Sammlung der t. l, Statthalterei in Trieft ... "" .« Sammlung der l. l. Landesregierung in Klagenfurt 15^^ Summe .73^6 65'/, und N5i Wrrling Getreide. —. Neueste Post. Original Telegramme der «Laibacher Zl^' Vcrll'n, 21. November. Nach einem Vnllctm ^ San Nemo ist die Athmnna. des Kronprinzen v»W frei. das Schlucken durchaus' schmerzlos. Das AuW ' des Patenten sowohl als d^r Appetit und Schlaf 1"' sehr qnt. ,. Paris, 21. November. Präsident Gröuy bot ye"" vormittags Herrn Mmencean die Mission der sudiW eines nenen Cabinets an. Dieser erwiderte, er sei mn) der Mann. vor einer Verantwortlichkeit znriickzMvelch^ und bereit, diese Aufgabe zn übernehmen; "ber fe>n Ansicht nach sei die gegenwärtige Situation durch " dere Elemente als die ministerielle Frage compl'cu'^ — Abends fand im Palais EWe eine Confers zwischen Gr^vy, Clemencean und verschiedenen a""^' politischen Persönlichkeiten statt. Das Ergebnis wir geheim gehalten. :. Paris, 2i. November. Die Kammer lehnte n' 881 gegen 173 Stimmen die Dringlichkeit fill " Resolntionsantrag des Bonapartisten Iolibois a»f ^ fassnngsrevisiou im Sinne der Ernennung des Staa oberhauptes dnrch das Voll ab. ^ Petersburg, 2I.November. Die kaiserliche F"N"> ist gestern nachmittags in Gatschina eingetroffen ' Sofia, 21. November. Beim Diner im f'irD^ Palais anlässlich des Jahrestages der Schlacht ° ^ Slivnica toastierte Prinz Ferdinand auf die «l^ nnd auf das Wohl des wackeren Vorgängers PlG, Battenberg. Auf das Glückwunschtelegramm des P"'' Ferdinand und der Armee an den Prinzen W^"? .. antwortete Prinz Alezander, er sei überzeugt, b>e " garische Armee werde Ferdinand in seinen VeuulY gen filr die Wohlfahrt Bulgariens unterstütze«. .^ London, 21. November. Die radicalen Aere und lllnbs in London, darunter viele Irlä'nder, 5"« nachmittags in Procession mit Mnsikcorps "^M Hydepark. Die Zahl der Theilnehmer betrüg l.^ die Zahl der Neugierigen war noch größer. Es w" ^ mehrere Reden gehalten und einige Nesolntionen ^ genommen, welche gegen die Einspcrrnng O ^ ^ und das Verhalten der Behörden protestieren, t»lr öffentliche Versammliingsrecht verletzt hätten. D>c ^ niflslanten zogen sodann ab, die Musikcorps a" Spitze spielten die Marseillaise. Tchießstätte m Laibach. ^. Gastspiel der deutschen Gesellschaft uom Armouia.Thealer >" Austretcn des Directors Alfred ssreund. ,^ Heute: Der Hil tt eu b e si h er. Schauspiel in 5 ""> von Georges Ohnet. ^^^ Angekommene Fremde. Am 20. November. ,^, ^ Hotel Stadt Wien. Wienzl und Schwarz. Kaufleute. /U^e". Schoy, Kfm., Prag. — Veinch. Hauptmailn, Sle^'^»«' — Schliebar. Ksm.. Tabor. - Arlo, Mmhändlcr. , Pc>- — Mally, ssabrilaut, s. Tochter, Ncumarttl. — """ uatier, Trieft. — Gruuter, Notar, Loitsch. . .„- ^ Hotel Elefant. Dr. Hautschil. Arzt. Wien. - Pr°l""^z,ll,lel' lilowsli, Nglar. Kaufleute, Wien. — Leitner. H/Mte^ Linz. — Lowing«, Kaufmann, Kaniza. — ^°,nft>^ ^ Kaufleute. Graz. - Merlin, Kaufmann lUags' ^ M Vucher. Pferdehändler, Klageusurt. - Krainer. M ^s'h"' gensurt. - Cats, Ncsiher. Arnolbstcin. - ""'Uli'tzer. P" Idria. — Stern, Kaufmann, Gürz. — Vilher, »" stranei. Hotcl Äaicrischer Hof. Trcmel. Kaufn,.. Aaram. H'"' Gasthllf Siidbahtthof. Verg uud Brauner, Ne.'^' s l.H Friede. Feldwebel. Sarajevo. - Ritter uon ^"5" z, so""' Mshauvtmauu. «olosca, - I°aer Iost'f u>'° ^al.'ih .,<, ssrau. Bescher, «ischoflacl. - Dolenscl. ÄM"- Heltt""" Msthof Kaiser von Oesterreich. Klosutar,. Vchpe, — Zaversnil, Bescher, Zirluiz.______ ^^ieteorolossische'MMtünss^ ff °«z 5. z-Z "^ Nl. Ma.." 721^5 7 ii.O' NO'Mach ^"^lt ^'"'" 2l, 2 » N. 722.69 4.4 SN, schw°« " M ,» . Ab. 725.U2 4,0 SW. schwach! .Lages'Njl"^ Regen mit UnterbrechulMu anhaltend. T>" ^- Wärme : ,5«, um 0,5° über dem Normals___^^ -------------.^-----------------—--------------- " 2185 Course an der Wiener Korse vom 21. November 1887. «»«^ o«^««. «^blatte «,, Geld War, ^Uberrent........ «'" « « ^« <^°/ «,' .' - - . , . 8>i 35 «2 l,,, >»«e0ei 5°/ ^,?"N,e 500 . ,55. - ,.,5 5„ !«^ct '"l«l°lt . . 100^ N0 20l?l..8N 'Mo.U,,,," . . . 50 „ I70 201?!,'8l, «e»llnsche!ne . , p«l Kl. -- - - ^m.^°^«nte. stcuns.«« . Ni/oillvo «"«enrente, fleuerf«« . 9« ,0 VS 4l> '^Ul^<°/° . . , . se,5 »».« , ""^bl.(Un«.0stbabn) »25.60 -- ^eli°«« !?°."l>^ioafl.«.w. „»7',I24-- °z.'«»,e 4°/, 100 ,l. . . «3.««, 1« 8« «^«slN....... ,04b0,«5- ^^^."""l»!,«,«..... 10<«u,(!s> lt. «tlb Wale K °/o ItMlsn Vanat .... !04'»f. !0ü — <;«/« ungarisch«...... '04 »' »05.30 «ludere öffeutl. Nnlehen. I°N»U°««ß..eos« 5°/„ ,00 sl. . N0 50,!ll»- dlo. «nlcide l«7«, Neuerf«! . ,05'öl» ine — «nlchc,, b. elabtgsmcindc Wien ,04«0l04'V0 Oxlebr» d. ^tabtgrmeinbe Wien lkill'cr mid Void) . . . . 131 — lSt — ^ram'>'l"»lnl,b.«t,bt,t,,! W««n ,3, «5 I»» b» Pfandbriefe (fül ,00 fi.) Boden«, aNg, «steil, < °/« Gold. l2ll 75 ll« 5.0 b«o. ,n 50 , , 4>/, "/» i«N'6l, I«, il» bt°. il, «» , ,<»/<>. »72b »7'7K bto. 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K' ü 17 5K 17 «5 «udolf»i!osc ,0 st..... ,<,,,» ,ü «o Ealm'vose 4« sl..... «l,'5<> «> — St.»V«n«i«»^ose 40 fl. . . , ku K0 «'— WaldfteiN'Lose ^0 fl. . , 39 - 3ü 7' Winblschssläh-Lose zw st. , 4«»«ü 47 b »an,°«ctle« (per Stlley. «n<,lo»Oefterl. Nanl Ü00 sl. 108 «0 in« 75 Banlvercin, Wiener, K« s». . »»»>. »,» ?l, Vd„cl,"N,ift.,Ocst,it00sI,S.«»lV^«7'5«»!>« — !lldt,.«nsi, s, Hand, u.V.,!!<>I!z!?7 z„x??'4« liledilbanl, Mg, Uu», «»o jl. . ,!»ü 7^288^^ Deposil^idanl, «Na.A»u sl, , i?7.5.<, l?« ,'« lt«cl>u>pte6^ — i)!)po,helenb., öfi.«00fl,^5«/°E.! -'-------" >?anbtib., oft., »oosl. G. 50°/„ ,»— Oestcvl^Ung. Vaitt . . . , ««^'—,»»7' — Nnionbanl ill«» «.....,c»9 - x»l» 25 llda»l. »lllq. 14» fl. . iz> «b,5'/?5 "^ Velb W«, Nrti«.u von Transport. Untl'rnehmnnge». «lblecht,««hn >oo sl. Silver . — — — ^ «lseiv'ttium.'vahn «00 sl. 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