l^oHniat pUlana * gulo«lDl.< ^ Organ für die deutsche Minderheit im Dravabanat Mrtftiettaft« tmb Bcroattanf s »wknwoa »lica L. ItUpfcm »r. 21 (hrtetwr»««) i ««,»>,preil, f»r »a, Inland: vierteljätzr«, 40 Din. halbjähri, »0 Din.gan«. D««di«»i,g»n »«d«n in der verwalt«»» p, »Uli«sten »«»»drin ent,«,«»««n»mn»n s jShri, I« »i«. Aiir da» «u»l»nd «ntspr»ch»nd« «rhoh»ng. «inz»lnumm»r Din l.vo Erscheint wöchentlich zweimal: Donnerstag früh und Samstag früh mit dem Datum vom Tonntag_ Nummer 83 Telje, Donnerstag, den 16. Oktober 1930 | 55. Jahrgang Zur Zehnjahrerinnerung der Kärntner Volksabstimmung Dieser Tage wurde im österreichischen Nachbar-lande Kärnten die Zehnjahrerinnerung an die Volks-obpimmung im Jahre 1920 begangen. Sie wurde feierlich begangen und das ist ganz natürlich, denn heutzutage, im Zeitalter des Nationalismus, werden auch anderswo viel bedeutungslosere Begebenheiten und Persönlichkeiten an solchen Wiederkehrtagen der Erinnerung gefeiert und emporgehoben. Daß die Volksabstimmung vor zehn Jahren ein Ereignis von lebenswichtiger Bedeutung für das Land Körnten gewesen ist, geht nicht nur aus den Stimmen her« vor, die dieser Tage von Klagenfurt her hörbar waren, sondern auch aus den Stimmen, die in unserer slowenischen Presse dieser Erinnerung gewidmet wurden. Für uns erübrigt es sich natürlich, diese Be. deutung des näheren auszuführen. Wenn wir trotzdem nicht daran vorübergehen, so geschieht es deshalb, weil diese Erinnerung eng mit einer Frage zusammenhängt, die uns sehr angehen muh, nämlich mit der Minderheitenfrage. Und hier möchten wir bemerken, dah. sosehr die lebendige und umfangreiche Behandlung des Volksabstimmungstoges in der slowenischen Presse, sowohl seiner Tatsache vor zehn Jahren als seiner jetzigen Erinnerungsfeier, anzu-erkennen ist, weil sie das berechtigte Interesse des Muttervolkes für die im Auslande lebende Minderheit beweist, in einer Beziehung des guten zuviel getan wurde. Und zwar in der Beziehung der Unterdrückung dieser nationalen Minderheit. Heute, wo man in anderen Ländern ganz unvergleichlich härtere Beispiele und Resultate von Min- Wein «,N von Spaic Der Wein hat den ältesten Stammbaum unter allen Getränken. Schon Vater Noah, wie die Bibel lehrt, hat die Rebe gepflanzt, ägyptische Hieroglyphen erwähnen Osiri» als Spender des Weines. Dem Soldatenkaiser Probus verdanken die Donauländer die Rebe und schon vor ihm hatten römisch« Le-gionen die Weinkultur an dir Ufer des Rheines gebracht. Was der Süden in verschwenderischer Fülle dem Menschen schenkt, der dort mühelos die Rebe am Baume ranken läht, muhte dem Norden durch harte Arbeit abgerungen werden. Während aber im Süden der sühe Saft der Trauben in Bocks-häuten verschimmelte, hatte der nordische Eichenwald das Fah gespendet, dessen erster Gebrauch den Galliern zugeschrieben wird. Das Heidelberger Fah. von Scheffel besungen, die Zwölf Apostel im Bremer Ratskeller und so manch anderes Kunstwerk mittelalterlicher Fahbinderzunft geben Zeugnis fachgemäher Kellerwirtschaft, die der nachlässigen Behandlung des Weines im Süden auch heute noch weit über-legen ist. Diese gigantischen Fässer bezeugen aber auch, welche Unmengen Weines zu jenen Zeiten nördlich der Alpen vertilgt wurden, während der Südländer bei allem Ueberflusse stets ein mähiger Trinker blieb. derheitenbedrückungen sehen kann, hätte man nach unserer Meinung in diesem besonderen Falle spar-samer und vorsichtiger mit der Anwendung von Superlativen umgehen müssen. Denn zweifellos wird dadurch die Gefahr herbeigeführt, dah, wenn schon hier Superlative angewendet werden, dann die Superlative dort, wo sie kaum superlativ genug gebraucht werden können, ihre Wirkung nicht erreichen. Vom objektiven Standpunkt der Minderheiten' frage, und zwar der reinen Minderheitenfrage aus betrachtet, in die keine anderen Wünsche und Bestrebungen hereinspielen, kann die Lage der jlo-wenischen Minderheit in Kärnten, soweit sie von der Behandlung von Seite des Mehrheitsvolkes und nicht von historischen, ohne Gewalt eigentlich nicht abänderbaren Entwicklungsformen abhängt, nicht als so schlimm erfunden werden, dah sie die oberwähnten Superlative verdienen könnte. Die Kärntner Landesregierung hat schon vor langem für die Minderheit ständige Kommissionen einge-richtet, die die Beschwerden und Wünsche der nationalen Minderheit zu verarbeiten hatte. Wir wühten nicht, wo das gleiche in irgendeinem anderen Staat Europas mit nationalen Minderheiten ebenso der Fall wäre. Ferner werden den» Vereinswesen der Slowenen in Kärnten keinerlei Hindernisse in den Weg gelegt, die Presse kann ungehemmt ihre nationalen Belange in jeder Richtung hin vertreten. Noch in seiner letzter Sitzung vor der Auflösung hat der Kärntner Landtag einen Antrag des Rechts-und Verfassungsausjchusfes angenommen, demzufolge für das sprachlich gemischte Gebiet in Kärnten ein ständiger Kulturausschuh eingesetzt werden wird, der die besonderen Interessen dieses Gebietes wahren soll. Wenn die slowenische Minderheit in Kärnten heute ihre volle Schul- und Kultur-autvnomie leider noch nicht besitzt, so ist dies Doch wäre es weit gefehlt zu glauben, dah die alten Deutschen, die immer noch eines tranken, nur Vieltrinker waren. Eben der Deutsche, vom rauheren Klima hiezu genötigt, hat die Traube durch verständige Zuchtwahl, emsige Arbeit und verfeiner Geschmack in jener Erlesenheit gekeltert, von dei die hochgeborenen Herren am Rheine, vom Schlosse ten Geschmack in jener Erlesenheit gekeltert, von der aus den Gauen von Rüdesheim, larkobrunn und von anderen Rebenhügeln Zeugnis geben, die der sanfte Rebelhauch des «tromes be-laut. Am Rheine und an der Mosel war es Karl der Erohe, der auch für die Zucht der Rebe weise Gesetze gab. Im Volksmunde des Rheingaues lebt er weiter: „Der Kaiser geht hinüber und schreitet langsam fort und segnet längs dem Strome die Reben an jedem Ort" «Geibel». Der Segen Karls des Grohen hatte im weinfrohen Mittelalter auch so manche Gegend Deutschlands zum Wein-baue angeeifert, die hiefür kaum geeignet war. Die Deutschen Ordensritter auf Mariendurg zechten bei ihrem Thorner Gewächse. Trotz des Lobes, das ihm der Herzog Rudolf von Schwaben anno 1303 spendet, dürfte es recht sauer gewesen sein. Doch wer glauben würde, dah nur die Herren vom Rheine und der Mosel zu den höchstgeborenen zählen, der hat noch keinen echten Steinwein ge-trunken, auch Borbeutel nach den dickbäuchigen Flaschen benannt, wie sie die Würzburger Wein-Händler seit Jahrhunderten verwenden. Es ist der fränkische Riesling, der an den Ufern des Mains bekanntennahen darauf zurückzuführen, dah ihre Vertreter vom deutschen Staate verlangten, er solle für diesen Fall von sich aus, ohne Willensbefragung der Eltern, die Nationalität der Kinder bestimmen und ihre zwangsläufige Aufnahme in die slowenischen autonomen Schulen anordnen, ja die staatlichen doppelsprachigen Schulen im fraglichen Gebiete der Verwaltung der slowenischen Kulturautonomie un-terftellen. Ohne die Berechtigung dieser Forderung weiter zu untersuchen, ihre Unmöglichkeit ergibt sich ohneweiters, wenn man sich vorstellt, dah sie auf irgendeinen anderen Staat angewendet und von ihm das gleiche gefordert werden sollte. Die beiden 'Abgeordneten der slowenischen Partei in Kärnten haben an den patriotischen Feierlichkeiten in Kla-genfurt nicht teilgenommen, was ja ohneweiters verständlich ist, dafür schickten sie dem Landtag zu dieser Gelegenheit ein veröffentlichtes Memorandum ein, in dem Proteste und Beschwerden enthalten waren. Ohne noch die zahlreichen anderen Momente anzuführen, die für die Behandlung einer Minder-heit charakteristisch sind, möchte man zum Schlüsse kommen, dah in Kärnten die Frage der nationalen Minderheit zumindest in ernster Weise Beachtung findet, dah der Wille in Erscheinung Kitt, die Frage der nattonalen Minderheit zu lösen, soweit es in« Rahmen des Staates und gegebener Verhältnisse eben möglich ist. Ob das gleiche auch in andern Ländern Europas der Fall ist, die Be-antwortung dieser Frage kann man sich füglich ersparen. Das Los einer nationalen Minderheit ist nicht angenehm. Das ist eine Binsenwahrheit. Sie ist auch dort nicht angenehm, wo der Minderheit wirklich alle Wünsche, die möglichen natürlich, erfüllt werden. Von einem Muttervolk kann die Tatsache, Minder-heitsangehörige der eigenen Raffe in einem fremden gedeiht, ein schwerer, goldiger Wein, von dem am Münchner Hofe auch hundertjähriger im Keller lag. Von allen deutschen Weinen können die vom Steine und der Leisten bei unverminderter Kraft und zu-nehmendem Büket das höchste Alter erreichen. Zum Saufen ist er nicht, nur zum Nippen in weinver-ständnisvoller Runde und aus geschliffenem Glase. Auch die allen Gallier waren zechfrohe Krieger, die sich nicht weniger als die römischen Legionen um die Kultur der Rede verdient mochten. Auch heute wird in keinem Lande der Erde so viel Wein getrunken wie in Frankreich, wobei es dort nur selten Betrunkene gibt. 'Aber jederman trinkt Wein, auch der Aermste, und im bescheidensten Restaurant gehört eine Flasche Wein zum Menü. Und das Volk bleibt gesund dabei und — heiter! Im Welt-Handel überflügelt Frankreich mit seinen Weinen Italien, wenn auch nicht immer der Menge nach (Heuer ist Frankreichs Weinernte gering), doch durch den Ruf seiner gesegnetsten Weindepartements. Fast in ganz Frankreich wird Wein gebaut, doch nur drei Namen sind weltbekannt: Burgund, Bordeaux und keine mongolische Filzjurte, kein Kaffernkral liegt so ferne von den Weltstrahen, dah man selbst dort das Zauberwort — Champagner nicht gehört hätte. Was der Ehablis für Burgund bedeutet, |ind für das Bordeaux dessen Graves, Med«, Chateau Lafite und die Perle aller französischen Weine, die teuerste Marke der Welt, Chateau Iquem. Eewih ist der Weltruf dieser Weine ihrer Güte, aber auch Seit« 2 Deatsche Zeitung Nummer 83 Staate zu wissen, überhaupt nicht befriedigend ver- ( daut werden. Ader es gibt Vergleiche, es gibt Unterschiede zwischen den Behandlungen na-tionaler Minderheiten. Diese Vergleich« und Unterschiede sollten davor bewahren, in dem be-sonderen Fall allzu ungerecht zu urteilen und Superlative über eine Unterdrückung ver-schwenderisch zu gebrauchen, die — wenigstens vergleichsweise — gar keine ist. Politische Rundschau Inland Minister Srslic über die Aufgaben des Regimes Auf ihrer Informationsreise in der Woiwodina kamen die Minister Dr. Srskic, Dr. Kumanudi und Demetrovic am 13. Oktober nach Veliki Beckerek, wo eine große Versammlung stattfand. Aus ihr erklärte Justuminister Dr. Srskic u. a. folgendes: Das jetzige Regime muh seine großen Aufgaben bis zu Ende durchführen und auf diesem Wege wird es ohne Schwanken, ohne Kompromisse und ohne Nachlassen verharren. Dieses Regime nennt man absoluiistüch, gewaltsam! Jedoch dieses Regime hat jeden auf feinen Platz gestellt. Spürt jemand irgendeine Gewalt oder Eigenwillen? Spürt jemand, daß er keine politischen Rechte und Freiheiten mehr hat? Ist nicht das gegenwärtige Regime dem Volke viel näher und zugänglicher als alle früheren Re-gimes? Ein erleuchteter Absolutismus, dessen Träger ein Mann ist, dem die Liebe zu seinem Volke und Staate das oberste Gesetz ist, ist besser als alle traurigen Parteityranneien, Demagogie» und Hohlheiten. Dies emfinden alle anständigen und auf-richtigen Leute. Das Manifest vom (>. Jänner ver-kfindet, daß dieser Stand bloß vorläufig ist. Darüber ist kein Zweifel. Dieses System ist nicht unser Ziel, sondern nur das Mittel, damit wir zur vollkommenen Ausheilung aller jener Krankheiten kommen, die unseren nationalen und staatlichen Körper zerfressen haben, damit wir zu einer gesunden, richtigen und wahrhaften Demokratie gelangen. Dieses System wird solange dauern, bis die Regierung alle jenen großen Aufgaben durchgeführt haben wird, die ihr anvertraut sind. Dieses System nennt man Diktatur. Es ist jedoch keine Diktatur über das Volk, sondern nur über jene kleinen Tyrannen, über jene eng-herzigen und verblendeten Partisanen, die wegen ihrer persönlichen und parteilichen Profite und ihren Kaprizzen zuliebe den Nutzen des Staates und Volkes hintangesetzt hatten. Ausland ' Zehnjahrfeier der Kärntner Volksabstimmung Am Freitag. Samstag und Sonntag fand in Klagenfurt unter Teilnahme des Bundespräsidenten, der Tüchtigkeit des französischen Weinhandels zu verdanken, der es erreicht hat, daß wenigstens einige dieser Sorten auf keiner vornehmen Weinkarte fehlen dürfen, auch dann, wenn sie nicht als echter „Schloß-abzug" im Keller liefen. Chateau soll nämlich bedeuten, daß der Wem nicht beim Weinhändler in Bordeaux, sondern am Schlösse des Besitzers in Flaschen abgezogen wurde. Daß bei der Vorliebe für französischen Wein genau so wie in der Mode die krankhaste Sucht nach französischen Namen auch ihre Rolle spielt und so mancher ..Petit bleu" be-geistert für Med« getrunken wird, sei zugegeben. Wenn der „feurige Ungarwein", wie er in der Poesie so oft genannt wird, seinen wohlverdienten Ruf am Weltmärkte zu verlieren begann, so ist dies ein Beispiel, wie ein gewissenloser Weinhandel auch den besten Produkten schaden kann. Hans von Zobeltitz sagt in seinem anmutigen Büchlein „Der Wein", daß vier Fünftel des Weines, der in Deutschland als Ungarwein getrunken wird, Ungarn nie gesehen hat. Erfolgreich hat das heulige Ungarn durch Musterweinstuben in einigen nordischen Groß-städten seinen Weinen wieder zu Ehren verholfen und zeigt den Freunden eines erlesenen Tropfens, was ein echter Schomlauer, Badacsoner, Menescher ist oder ein Tokayer, der nicht aus dem Labora-torium des Chemikers, sondern von den sonne-durchglühten Hängen der Hegyalla kommt. Szamo-rodner, Tokay Ausbruch und Tekay Essenz, je nach der Ait dcr Traubenauslese und Kellcrung so bc ' des Bundeskanzlers, der übrigen Minister, vieler Gäste au» den anderen Bundesländern und au» Deutschland, fern« zahlreicher Abordnungen aus allen Orten Kärntens die Ennnerungsfeier an die Volksabstimmung im Jahre 1920 statt. In seiner am Freitag auf der Festsitzung des Kärntner Land-tages, an der alle Abgeordneten mit Ausnahme der zwei Slowenen, ferner Vertreter aller Länder und Ministerien teilnahmen, erklärte der Präsident des Landtages Lukas u. a. folgendes: „Meine Grüße ijelten aber auch denen, die für Jugoslawien ge-timmt, dann aber den Ausgang der Volksab-stimmung anerkannt haben und Oesterreicher ge-worden find. Wir erkennen sie, getreu den Grund-sähen nationaler Versöhnung und Gerechtigkeit, als vollkommen gleichberechtigte Landsleute an. Der Kärntner Landtag bemüht sich mit gleicher Sorge, den slowenischen Landesteilen ihre Sprache, ihren nationalen Charakter, ihre geistige und wirtschaftliche Entwicklung zu sichern wie der übrigen deutschen Bevölkerung.- Am Samstag vormittags wurde am Lindwurmbrunnen eine Gedenk-tafel enthüllt, die die rheinische Stadt Wiesbaden der Stadt Klagenfurt gewidmet hatte. Gelegentlich der Zehnjahrfeier wurde ein „Fond für die Opfer der Kärntner Kämpfe" gegründet, in den die Landesregierung alljährlich wenigstens 20.000 Schil-linge fließen lassen wird. Ben»erkenswert ist, daß trotz des heiklen Gegenstandes bei der ganzen Feier keinerlei Ausfälle gegen das Nachbarvolk vorkamen. Eine Landeskulturstelle für die Kärntner Slowenen Auf der Samstagsitzung des Kärntner Land-tages, auf welcher die Auflösung des Landtages und die Durchführung der Neuwahlen am 9. No-vember beschlossen wurde, ist einstimmig der An-trag angenommen worden, für das gemischtsprachige Gebiet in Kärnten eine ständig dem Landtag unter-stellte Kulturstelle zur Wahrnehmung der be-sonderen Interessen dieses Gebietes zu schaffen. Die für die Errichtung dieser Kulttirstelle notwendigen Mittel sind in den Landesvoranschlag für 1931 einzustellen. In der Begründung betonte der Re-serenl, daß mit dem Landtagsbeschluß vom 28. Sep-tember 1920 das Versprechen gegeben worden sei, den slowenischen Landesbcwohnern ihre kulturelle Eigenart zu wahren. In Ver-folg dieses Beschlusses wurde ein Beschwerde-und »in Schulausschuß gebildet. Während der erstere seine Arbeiten erfolgreich abschließen konnte, kam es im Schulausschuß zur Vorbereitung einer Kulturautonomie für die slowenischen Lands-leute, die aber von den slowenischen Vertretern im Landtage abgelehnt wurde. Um den slowenischen Mitbürgern anläßlich der Zehnjahresfeier den festen Willen * der deutschen Landesbewohner nach Er-füllung des seinerzeit gegebenen Versprechens zu beweisen, wird die Schaffung einer Kulturstelle für das gemischtsprachige Gebiet beantragt. — Der Ljubljanaer „Jutro" bezeichnet diesen Beschluß als ungenügend. nannt, sind die Höchstprodukte einer Moslertraube im Weinlande rings um das Städtchen Tarczal. Ausbruch und Essenz ergeben so geringe Mengen, daß sie gewöhnlichen Sterblichen kaum zugänglich sind, um so größer ist aber die Menge der Ävein flaschen, die diese Namen tragen. Aehnlich wie der Tokayer ist auch der Lacrimae Christi auf ein recht kleines Gebiet, auf einen Kloster-garten am Fuße des Vesuvs beschränkt. Da aber vom großen Fremdcnstrome, der jährlich nach Italien zieht, fast jeder seinen Lacrimae Christi getrunken haben will, so laßt man ihn auch anderswo wachsen. Ebenso ist es mit dem schon im Altertume berührn-ten Falerner. Wer nach Italien geht des guten Weines wegen, und solchen gibt es genug, der nehme das launige Buch von Barth mit, das ihn durch alle erprobten Osterias vom Gardasee bis Sizilien führt. Er wird auf dieser Wanderung zu-meist die breiten Straßen verlassen und vornehmen Hotels im weiten Bogen ausweichen müssen. Oesterreich hat seine Weine im Auslande kaum zur Geltung gebracht. So mancher Fremde hat sie erst dort entdeckt. Auch Zobeltitz, der den Gumpolds-kirchner mit dem Hegyaller vergleicht und über die ungeahnte Güte der damals noch zu Oesterreich gehörenden Luttenberger erstaunt war. Der Jeru-jalerner hat ihm wie Chablis gemundet. Ein Berg-lein mit steilen Südhangen gegenüber dem reben-bestückten Eichberge des Deutschen Ritterordens wird ' nach dem Kirchlein benannt, das seinen Gipfel ' Deutscher Privatunterricht in Südtirol? Wie der ..Völkische Beobachter" meldet, hat der Präfekt von Bozen Dr. Marciali den deutschen Privatuntericht im vollen Umfange gestattet und an den italienischen Volksschulen eine Anzahl von Parallelklassen zugelassen. Diese Nachricht bedarf jedoch noch der Bestätigung. Eröffnung des deutschen Reichstages Der am 14. September neugewählte deutsche Reichstag trat in Berlin am vergangenen Montag zu seiner ersten Sitzung zusammen, die ruhig verlief. Die Nationalsozialisten mtt dem thüringischen Staats-minister Dr. Frick an der Spitze zogen in Braun-Hemden ein, auf dem Aermel das Hakenkreuz. Alterspräsident war der 83-jährige Abgeordnete Herold. Am Eröffnungstage des Parlaments kam es in der Leipzigerstraße zu Ausschreitungen radi-Istler Elemente, die die Auslagescheiben des Waren-Hauses Wertheim zerttümmerten. Gründung eines Balkanwirtschaftsrates Auf der letzten Vollsitzung der Balkankonferenz in Athen wurde die Errichtung eines Balkanwirt-schastsrates beschlossen, in dem alle Wirtschaftsorgane der balkanischen Staaten vertreten sein werden. Aufgabe dieses Wirtschaftsrates wird sein, die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den Balkanstaaten zu verbessern und" allgemein die Wirtschaft am Valkan zu heben. Ausbreitung der revolutionären Bewegung in Spanien Meldungen aus Spanien berichten über das un-geheure Anwachsen der revolutionären Bewegung. In Barcelona haben die Metallarbeiter den Streik erklärt, in Sevilla traten etwa 4000 Metall- und Hafenarbeiter in den Ausstand. Dort und in Murcia soll es Zusammenstöße mit der Polizei gegeben haben, wobei es aus beiden Seiten Verwundete gab. Auch in anderen Städten sind Arbeitsein-stellungen revolutionären Charakters erfolgt. Die Polizei hat in Barcelona und Madrid Waffen be-schlagnahmt. Der Justizminister äußerte sich zu Journalisten über die Lage: Wir sitzen rauchend in einem Pulverturm, den ein Funke m die Lust sprengen kann. Alle konservativ Gesinnten müssen die Gefahr klar erkennen, denn was nach einem Zusammenbruch käme, wäre keine Republik, sondern viel Schlimmeres. _ Aus Stadt und Land S. M. der König bei Eröffnung eines Bergwerkes in Siidferbien. In Trebca in Südserbien, das im Mittelalter ein wichtiges Blei-und Kupferbergwerk war, ist am 10. Oktober das neue Bergwerk in Anwesenheit S. M des Königs und der Minister Demetrovic und Ing. Sernec krönt. Nur vier Besitzern gehören die Hänge, die die prächtigste Lage und den besten Wein des ganzen Luttenberger Gebietes haben. Mit dem Hegi)aller und dem Lacrimae Christi könnte der Jerusalemer wetteifern, auch teilt er mit diesen das Schicksal, daß weit mehr Flaschen seine Vignette tragen, als das kleine Berglein füllen könnte. Leider ist das Luttenberger ' Gebiet von amerikanischen Direktträger-Reben Ichon stark verseucht, während die Kolloß bei Ptuj hievon verschont blieb. Bei den seinerzeitigen Weinschauen haben die Kollosser Weine die Luttenberger stets übertroffen. Würde Lichtenegg, das ist der Hauptsitz der musterhaft gepflegten Wein-gärten der Steiermärkischen Sparkasse das stolze Wort Chateau voranstehen und hätte seinen Weinen eine schreiende Reklame vorgearbeitet, sie wären nicht weniger berühmt als jene der Mosel. Mit dem Draugebiete sind die besten Wein-lagen der früheren Steiermark an Jugoslawien ge-fallen. Die heutige Steiermark hat aber noch immer ihre Glöcher Weine auf dem der Rebe so günstigen Eruptivgestein und ihre Spezialität, den Ligister und Stain^er Schilcher, die allerdings keine Erponweine sind. Auch mit dem amerikanischen Noah, der heute die Leibnitzer und Straßer Gegenden überwuchert, wird sie sich keinen Weltruf holen, wenn auch derlei Hybridenprodukte auf die letzte Grazer Messe als „Edelweine" zugelassen wurden. Welch vorzügliche Weine Kroatien besitzt, zeigt uns jährlich die Za-' greber Weinmche, nur schade, daß von solchen Nummer 83 Deutsche Zeltung Seite 3 eröffnet worden. Das an eine englische Gesellschaft verpachtete Bergwerk ist hochmodern eingerichtet; seine Ergiebigkeit wird in dieser Gegend einen wirtschaftlichen Aufschwung herbeiführen. I. M. Königin Maria ist am 10.Oktober in Begleitung der Hofdame Frau Hadzic und ihres Adjutanten Oberstleutnant Pogacnik über Subotica nach Bukarest abgereist. In Smaia ist die Königin mit ihrem Bruder, dem rumänischen König, zu-sammenzukommen. Aenderung im Banalrat. Der Innen-minister hat mit Beschluß vom 10. Oktober den ehemaligen Minister Dr. Franz Kulovec aus 9looo meito seiner Pflichten als Mitglied des Banalrates für den Bezirk Nooo mesto enthoben. Minister a. D. Prof. Vesenjak Mit-glied des Obersten Gesetzgebenden Rates. Der Ministerpräsident hat den ehemaligen Minister Prof. Ivan Vesenjak aus Maribor zum Mitglied des Obersten Gesetzgebenden Rates ernannt. Ausschreibung von Stipendien. Die kgl. Banalvcrwaltung des Draubanates, Abteilung für Handel, Gewerbe und Industrie, hat 8 Stipendien ausgeschrieben. In Bettacht kommen junge Ge-werbetteibende l Gehilfen» aller Branchen, denen auf diese Art Gelegenheit geboten wird, ihre fachlichen Kenntnisse zu vervollkommnen. Bedingung ist die Kenntnis der deutschen Sprache, da ausländische Anstalten in Frage kommen. Die diesbezüglichen Gesuche sind bis spätestens 25. Oktober bei der kgl. Banalverwaltung in Ljubljana einzureichen und müssen die Schulbildung eventuell bisherige Fach-schulausbildung des Bittstellers, seine Vermögens-verhättnisse und schließlich Daten über das Institut, das der Bittsteller besuchen will, beeinhalten. Neue Advokaten. Die Advokatenkammer in Ljubljana teilt mit, dah in das Verzeichnis der Advokaten die Herren Dr. Reinhold Kerschbaumer mit dem Sitz in Celje und Dr. Richard Rom mit dem Sitz In Kocevje eingetragen wurden. t?c»tc. die au erschwertem Stuhlgang leiden und dabei von Btutüderfüllang de» Unterleib«», Wallungen »ach dem Gehirn. Kopfschmerzen, Herzklopfen geplagt, »nd von Mastdarmschleimhauterkrankunj,en. Fissuren. HÄmorrhoidal-knocen, Fisteln gequält werde», nehmen zur Darmreiniqung früh und abend» je etwa ein viertel Gla» natürliches „Arauz.Josef'' Bitterwasser. L-Uende Aerzte chirurgischer Ansialten ertläreii. dcix vor und nach Operattoncn da» Franz-Josef Wasser mit beste«' L?foig angewendet wird. Celje Aus dem Gemeinderat. Am Freitag abends hielt der hiesige Gemeinderat von halb 7 bis 7«8 Uhr eine Sitzung ab, aus der die neu-ernannten Gemeinderäte Schulverwalter Josip Bizjak, Josip Borlak und Martin Pozun den Eid ablegten. Die Herren Prof. Martin Mastnak, Franz Leskovsek und Aiartin Skale konnten an der Sitzung nicht teilnehmen, weil ihnen die Ueberschwemmung das Verlassen ihrer Wohnungen unmöglich machte. — Der Bürgermeister machte von der Eingabe der Genossenschaft der Gastwirte und Kasfeehausbesitzer Mitteilung, in der gefordert wurde, daß an Stelle des enthobenen Gemeinderates Herrn Josef Zum« in den Zagreber Lokalen höchst setten einer zu finden ist. Der Weine gäbe es genug, die nach den W orten des Psalmisten des Menschen Herz erfreuen. Nur die Menschen, die am Weine in stiller Andacht verständnisvolle Freude finden, sind seltener ge» worden. Nicht die Abstincnzprediger haben dies ver-schuldet, sondern — die schlechten und teuren Weine! Der Weinmonat ist da, das süße Traubengut wandert zur Presse. Wo Gott es gnädig vor Hagel, der Weinbauer vor Krankheit bewahrt hat, gibt es eine prächtige Lese. Dock die rechte Freude will den Rebenzüchter nimmer besclcn. Er hat auf Güte ge-arbeitet, nur das Beste gesetzt, den kleinbeerigen Riesling, den spätreifen Tramincr, den heinen Moster und Silvaner. Wer frägt danach? Billigste Massenware verlangt man heute, die Ausnahmen sind gering. Die gemütlichen Heimstätten feuchtfroher Geselligkeit, wo man im trauten Kreise den Wein auf Herkunft und Sorte erprobt, das edle Naß bedächtig und mit Kennermiene schlürft, sind selten geworden. Bars mit Jazzband und Luruslokale haben sie verdrängt, die Kosten der Ausstattung muß billigster Wein ersetzen, der zisternenweije angeschwemmt kommt. Der steierische Weinfuhrmann, wie ihn Hans Bartsch schildert, der von Keller zu Keller fährt, um den Gästen das Beste vom Pro-duzenten zu bringen, den gibt es kaum mehr. Heute läuft so mancher Wirt die Weinhändler ab, um den Weitsichtigsten Kredit zu finden. wieder ein Vertreter des Gastgewerbes in den M-nanz- und Wirtschaftsausschuß gewählt werde. Ge-meinderat Bernardi nahm sich dieser Forderung mit besonderem Eifer an. Bei der Ergänzungswahl wurden mit 20 Stimmen nachfolgende Gemeinde-räte in die Ausschüsse gewählt, und zwar in den Finanz- und Wirtschaftsausschuß: Dr. Vorsic und Leskov5ek (anstelle von Mozina und Zum«); in den Ausschuß für Gemeindeunternehmungen und Bäder: Prof. Mastnak, Borlak, Ferk und Golcer (anstelle von Sir«, Mozina, Zumer und Potrato); in den Personal- und Rechtsausschuß: Pozun (an-stelle von Mlak«), in den Schul-, Kultur-, Gesundheit? und Fremdenverkehrsausschuß: Schulver-walter Bizjak (anstelle von Dr. Hocevar): in den Bau- und Wasserregulierungsausschutz: Pros. Mastnak (anstelle von Potrato); in den Gewerbe-und Marktausschuß: „ Golcer und Leskovsek (an-stelle von Sirec und Zum«); in den sozialpolitischen Ausschuß: Ravnikar und Borlak (anstelle von Dr. Hocevar und Koren); in.die Disziplinarkommijsion: Leskovsek (anstelle von Zumer). — Der Gemeinde sprach sich für den Ortsbedarf einer zahntechnischen Konzession für Herm Schager und einer Sodawasser-kon;ession für Herrn Ivan Naraks d. I. aus. — Unter dem Punkt Allfälliges interpellierte der Re-ferent des Wirtschaftsausschusses Gemeinderat Prof. Mravljak den Bürgermeister Dr. Gorican, warum er dem Gemeinderat Schuldirektor Brinar eine Wohnung im neuen städtischen Haus bei der „Krone"" selbst angewiesen habe, wo doch hiefür ausschließlich der Wirtschaftsausschuß kompetent fei. Der Redner führte an, daß Herr Brinar heuer im Februar um eine Wohnung in einem der städtischen Wohnhäuser gebeten habe. Der Referent habe dieses Gesuch, das an ihn adressiert war, aufbewahrt, später sei es aber aus seiner Mappe verschwunden. Jetzt habe er erfahren, daß der Bürgermeister selber dem Bittsteller die erwähnte Wohnung zugewiesen und erst dann die Angelegenheit dem Finanzausschuß statt dem Wirtschaftsausschuß zur Genehmigung vorgelegt habe. Diese Angelegenheit interessiere auch die Oeffentlichleit; sie sei um so heikler, als Woh-nungen in städt. Häusern in einer Zeit an Ge-meinderäte abgegeben werden, in welcher einige Parteien im Haus in der Vrvarska ulica, wohin die Vorstehung der städt. Polizei übersiedeln wird, zu delogieren sein werden. Zu dieser Angelegenheit erklärte zunächst der Finanzreferent Dr. Vrecko, daß seinerzeit nach Fertigstellung des Neubaues bei der „Krone" tatsächlich der Beschluß gefaßt worden sei, daß die Vergebungen der neuen Wohnungen bei der „Krone" im Finanz- u. Wirtschaftsausschuß zu be-schließen sei. Bei Vergebung dieser Wohnung aber, die freigeworden ist unddahernichl mehr als neueWohiurng gelte, habe der Bürgermeister bloß von seinem Recht Gebrauch gemacht, denn die Vergebung solcher Woh-nungen falle in seine Kompetenz. Außerdem sei der bezügliche Akt in der Mappe des Finanzreferenten (also Dr. Vreckos) gewesen, direkt an ihn adressiert, versehen mit einem Protokoll des Bürgermeisters, worin dieser mitteilte, daß er die Wohnung an Herrn Direktor Brinar wegen Dringlichkeit vergeben habe, weshalb der Finanzausschuß ersucht werde, dies zur Kenntnis zu nehmen. Die Sitzung des Finanz- und Wirtschaftsausschusses sei vom Redner zur festgesetzten Zeit eröffnet und in ihr sei die Zuschrift des Bürgern,eisters zur Kenntnis genommen worden. Der Herr Interpellant sei zu dieser Sitzung eine Stunde später gekommen, so daß diese Angelegenheit bereite erledigt war. Bürgermeister Dr. Gorican rechtfertigte sein Vorgehen mit der Dringlichkeit der Angelegenheit, da Herr Dr.Senekovic infolge seiner Versetzung nach Samobor seine Wohnung im Sparkassegebäude aufgegeben habe, diese dann der Präsident des Verwaltung?-gerichtshofes Herr Dr. Vrtacnik bekam, in dessen Wohnung wieder Herr Obermagisttatsrat Jvo Subic aus der „Krone" einzieht. Herr Direktor Brinar wäre mit 1. Oktober obdachlos geworden, Redner habe daher als Bürgermeister die Sache sür dringend angesehen, weil es nicht angehe, einen verdienten Schulmann und Kulturarbeiter, selbst wenn for-melle Gründe dagegen gesprochen hätten, auf der Sttaße zu lassen. Der Interpellant Herr Gemeinde-rat Pros. Mravljak erklärte, daß er sich mit diesen Erklärungen nicht zufrieden geben könne. Er inter-pellierte neuerdings den Bürgermeister, ob er die delogierten Parteien in der Vrvarska ulica vor der Vergebung der Wohnung gefragt habe, ob sie auf die Wohnung reflektieren oder nicht. Er betonte noch, daß dieser Fall der letzte sein möge, weil er bei solchen Sachen namentlich als Staatsbeamter nicht werde mittun können. — Am Schluß der Sitzung forderte Gemeinderat Dr. Hrasovec, daß das Aufhängen der Wäsche am schönen Masarykkai verboten werden sollte. Der Bürgermeister veilprach, daß er diese Angelegenheit (die sozusagen als alter-erbtes Recht zu betrachten ist) auf der nächsten Sitzung, die wahrscheinlich am Freitag, dem 24. Okt., stattfinden wird, aufklären werde. Silberne Hochzeit. Herr Gottfried Gradt, Schlofsermeister und Hausbesitzer, und Frau Adele Gradt geb. Lemesch begingen am Dienstag, dem 14. Oktober, das Fest der silbernen Hochzeit. Am Vorabend brachte der Eillier Männergesangverein, der Herrn Gottfried Gradt vor kurzem zu seinem Ehrenvorstand ernannt hat, dem Silberpaare ein Ständchen. Bei dieser Gelegenheit wurde dem Paare ein prachtvoller Sttauß und die vom akademischen Maler Herm Seebacher künstlerisch entworfene Ur-künde über die Emennung zum Ehrenvorstande überreicht. Diese sinnvolle Ehrung zeigt wieder, welche Verehrung und Dankbarkeit der Eillier Männergesangverein dem um den Verein so hoch-verdienten Jubelpaare entgegenbringt. Diese Gefühle kamen auch bei dem gemütlichen Abend, der dem Ständchen folgte, in überaus herzlicher Weise zum Ausdruck. Dienstag um 9 Uhr fand sich das Jubelpaar mit seinen nächsten Angehörigen und zahlreichen Freunden — darunter einer starken Abordnung des Cillier Männergesangvereines — zu einer Messe in der Marienkirche ein. Der Kir-chenchor, dem das Ehepaar Gradt ebenfalls feit seiner Gründung angehört, sang hiebet eine Messe des bekannten Kirchenkomponisten Faißt. Wir schließen uns den Glückwünschen, die dem hochan-gesehenen, um unser gesellschaftliches und ösfent-liches Leben so hochverdienten Jubelpaare von nah und fern dargebracht werden, vom ganzen Herzen an! Ein vielversprechender junger Künstler. Im Schaufenster der Modefirma Franz Krick ist geaenwärtig ein aus Holz geschnitztes Kruzifix aus-gestellt, das von ganz außerordentlicher Ausdrucks-stärke ist. Man ist erstaunt, wenn man hört, daß der Künstler, der es geschaffen, ein 17-jährig« Ti° roler Bauembub namens Josef Trojer ist. Sein Vaterhaus steht in Prägraden int Virgental, wo er unter ganj armseligen Verhältnissen lebte, bis ihn vor zwei Jahren die Leitung der Wiener Sänger-knaben, die dort das „Hotel der Wiener Sänger-knaben" besitzt, durch seine auffallende Begabung aufmerksam gemacht, entdeckte und ihn in das Wiener Konvikt der Sängerknaben mitnahm. In Wien arbeitet Trojer feit zwei Jahren im Atelier des berühmten Bildhauers Hanak. Dem jungen vielversprechenden Künstler sind bereits verschiedene ehrenvolle Aufträge zuteil geworden, so u. a. die Schaffung des großen Holzkreuzes für das Grab des großen Tiroler Malers Egger-Lienz auf dem Heldenfriedhof in Lienz, in dessen Kapelle zwei der berühmtesten Gemälde des verstorbenen Meist«? die Scitenwände schmückten. Das in der Auslage des Geschäftes Krick ausgestellte Kruzifix hat eine Dame der hiesigen Gesellschaft bestellt. Durch jede weitere Auftragserteilung, wozu wir unsere kunstverständigen und kunstfördernden Kreise wärmsten» auffordern möchten, würde dieses hervor-ragende Talent gefördert w«den. Die Aufträge können sich auf alle Gegenstände künstlerischer Holzschnitzerei erstrecken, namentlich z. B. sind die von Josef Troj« geschaffenen Krippenfiguren voll köstlichen Humors. Ueberschwemmung in Eelje. Die Regen-güsse der letzten Tage der vorigen Woche haben in mehreren Gegenden Sloweniens große Ueberschwem-mnngen zur Folge gehebt, die bedeutende Schäden anrichteteil. Daß dabei auch unsere Stadt ihren alten Ruf als Ucberschmemmungsstadt bewährte, versteht sich in» Hinblick auf die noch nicht durchgeführte Sannregulierung von selbst. Die Sonn und ihre sonst so harmlosen Nebenslüßchen Boglajna, Loznka, Susnica und Koprivnica stiegen am Freitag nach-mittags über die Uf» und verwandelten in kurzer Zeit die Umgebung von Celje und einen Teil der Sladt in einen See. Der Stadtpark war zu Gänze überschwemmt; auf den Alleen rissen die wild« strömenden Wasser tiefe Gruben- der Tennisplatz der hiesigen S. K. Celje wurde stark beschädigt. Die Villenkolonie auf der „Insel" war sozusagen von der Welt abgeschnitten, ihre schmucken Villen waren ringsum von Wasser umgeben. Das Ävasi« reichte bis zur Pallos-Weinstube herauf. Auch der Masarykkai mit dem neuen Promenadeweg war überflutet. Die «ann ging bis zum Boden der Kapuzinerbrücke, d«en Uebergang um 5 Uhr nach-mittags polizeilich gesperrt wurde. G^nz Zavodna vom Josefiberg bis zur „Grünen Wiese" war ein wogend« See. Auch die Eisenbahnunterfahrt beim Hotel „Post" war unter Wasser. Auf der Ljub- Seite 4 Deutsche Zeitung Numimr 83 lianska cefta war das Glacis überschwemmt, die Wasscrmasscn riechten über das Hotel Sloberne hinaus bis zum Narodni dom. Die einzige freie Verbindung Itach Celje war nur noch die Sirohe nach Maribor. Zum Klück heiterte sich in der Nacht der Himmel aus, das Wasser begann ziemlich rasch zu fallen und der sonnige, winddurchbrauste Sonn-tag bereitete der Ueberschwemmung ein Ende. Katastrophal wäre die Lage geworden, wenn der Regen ohne Pause bis Montag angehalten hätle, dessen Regenfall neuerdings die Gefahr der Ueber-schwemmung heraufbeschwor. Der Schaden, den die Bewohner der stadt infolge Eindringens des Grundwassers in die Keller erlitten, ist sehr groß. Wir haben seinerzeit nach der letzten großen Ueberschwemmung im August 1926 geschrieben, dah die Frage der Sannregulierung unmittelbar nach der Ueberschwemmung rege besprochen, dann aber bis zur nächsten Ueberschwemmung wieder sanft ruhen würde. Es ist nicht so gekommen, trotzdem die Regulierung heute nach vier Jahren auch noch nicht über die Anfangsstadien hinaus-gekommen ist. Man hat in der Zwischenzeit diese für unsere Stadt und ihre Umgebung so wichtige Frage weiter gebracht, so dah die Hoffnung besteht, dah sie nun doch bald ernstlich zur praktischen Aus-sührung herangedeihen wird. Seit 1926 hat es das Wetter gut gemeint, heuer ist aber wieder eine ernste Mahnung erfolgt, hoffen wir. das; sie in diesem Herbst die einzige bleiben wird. Wiedereröffnung des Fuhrwertsver. kehrs auf dem Platz vor dem Bahnhof. Die Stadtvorstehung Celje oerlautbart: Am Sonntag. dem 12. Oktober, wird der wegen der As° pfjaltierung zeitweilig gesperrt gewesene Krelov trg für den gesamten Wagenoerkehr. und zwar in der ^ichiung aus der Canlarjeva ulica an der Städtischen Sparkasse vorüber in die Razlagova und Aleksandrooa ulica, wieder eröffnet, in wenigen Tagen daraus aber auch in der Richtung der Kolenceva ulica. Gleich-zeitig wird die vorläufige Haltestelle der Autobusse der Stadt Celje vor dem Gebäude des Stadt' magistrats bzw. der Post wieder aus den Krelov ttg zurückverlcgt. Als Haltestelle für die Autobusse der Stadtgemeinde Maribor bleibt noch weiterhin bis auf Widerruf der Platz vor dem Magistratsgebäude. Die Autotari nehmen wiederum ihre alten Plätze längs des „Celjski dom" ein. Bezüglich der Verwendung der Kolenceva lUica folgt eine besondere Verlautbarung. Die Kutscher mit Pferdegesvann werden aus ihre Plätze rechts vom Eingang !n den Bahnhof nach vollendeter Pflasterung des Krekov ttg zurückkehren. Der städtische Autobus auf der Strecke (Ulfe. CoIcooo wird ab Freitag in der Früh aus Solcava erst um 6 Uhr 10. durch Ljubno um 7 Uhr 05, durch Mozirje um 8 Uhr, durch Polzela um 8 Uhr :!L fahren und um 9 Uhr 20 in Celje ankommen; so wird er Anschluß an beide Vor-mrttagspersonenzüge gegen Maribor bzw. Ljublana und Zagreb haben. Die Abänderung war notwendig, damit der Autobus, nicht fast gleichzeitig mit dem Poftauwbus nach Smartno fährt. Die Nachmittagsfahrt aus Celje gegen Solcava bleibt unverändert. Todesfall« In Graz ist Herr Hofrat Dr. Moriz Rüpschl. Direktor der steiermärkischen Landesbibliothek, am 14. Oktober gestorben. Der Dahingeschiedene. der aus So. Iurij ob j. z. stammte, genoß auch in seiner südsteirischen Heimat allgemeine Verehrung und Anerkennung. Selbstmord. Am Sonntag früh wurde auf einer Dank am Kinderspielplatz im Stadtparl der 18-jährige Schüler der 5. Gymnasialklasse D. Lojk aus Celje bewußtlos aufgefunden. Der junge Mann Halle sich mit einer Flobertpistole eine Kugel ober dem rechten Ohr in den Kops geschossen. Er wurde in das Spital überführt, wo er am Montag abends um 19 Uhr 30 starb. Was den Schüler zu diesem Verzweiflungsschritt veranlaßt hat, ist nicht bekannt. Todesfälle. Am Freitag starb in der Gos-poska ulica 26 der '28->äI)rigc Prioatbeamte Herr Josip Venkoc. Am Sonnlag ist in Zavodna Nr. 80 die 55-jährige Dienerin Theresia Mlinarsic gestorben. — Am Iosefiberg ist das 2-jährige Sohnchen Titus des Schriftsetzers Herrn Franz Margetic gestorben. — Im Allg. Krankenhaus starb der 61-jährige Holzarbeiter Franz Pec aus Oplotnica. Stadtkino. Heute Donnerstag noch: «Das Weib in den gefährlichen Jahren", pikantes Drama aus aristokratischen Kreisen in 7 Akten. Für die Jugend verboten. In den Haupttollen: Olive Brook, bekannt aus dem Film „Die gelbe Lilie", und Lillian Tashman. - Am Freitag, 17., Samstag, 18.. und Sonntag, 19. Oktober: „S. O. S." (Schiff in Not), großes Drama von Liebe und Leidenschaft aus den südlichen Gegenden. In den Haupttollen: Liane Haid, Alsons Fryland, Gina Manes und Harry Nestor; die beiden letzteren bekannt aus dem Grohfilm „Balalajka-Nächte". Herrliche Bilder von der isee. Unterhaltungen an Bord. Untergang des Schiffes. Spionage. Kampf auf Leben und Tod. Maribor Oberlehrer Karl Mayer f. Am Niontag, dem 13. Oktober, ist in einem Sanatorium in Graz Herr Oberlehrer i. R. Karl Mayer im 64. Lebens-jähre unerwartet verschieden. Die ttaurige 'Nachricht hat hier tiefe Trauer hervorgerufen, denn wer konnte nicht diesen unentwegten, getreuen Mann! Mit Karl Mayer ist eine markante deutsche Persönlich-kell unserer Stadt in» Grab gesunken. Die deutsche Minderhell in Slowenien verliert mit ihm einen hervorragenden, unverdrossenen Kämpfer, der immer m der ersten Front seinen ganzen Mann stellte. Was Oberlehrer Karl Mayer, persönUch der be« scheidenste und liebenswürdigste Mensch, sell dem Umsturz für die Erhaltung des Deutschtums in unserer Stadt und auch für das ganze Unterland getan hat, wird ihm ewig unvergessen bleiben. Wir werden diesen echten Bolksmann stets in dankbarer Erinnerung behalten! Evangelischer Gottesdienst. Sonntag, den 19. d. M., findet um 10 Uhr vormittags in der Christuskirche in Maribor der evangelische Ge-meindepollesdienst statt. Anschließend daran Jugend-gottesdrenst. Meisterschaftswettspiel zwischen S. K. „Rapid" und S. K. „Maribor". Sonntag nachmittags findet hier das Entscheidunostteffen für die Hcrbstmeisterschaft statt. Rapids Hinterspiel ist als sehr gut zu bezeichnen, so dah der Ausgang des Entscheidungskampfes nun wleder nur von der Stürmerreihe abhängen wird. Der Sportklub Mari-bor ist, nach dem letzten Wettspiel zu schließen, nicht in besonders guter Form, so daß die Aussichten so ziemlich die gleichen find. Es ist zu hoffen, daß der Kampf fair verlaufen und das Publikum sich eben-falls diszipliniert verhallen wird. Abrutschungen am Schlapfenberg. In-folge der ausgiebigen Regengüsse sind wieder Ab-rutschungen am Schlapfenberg zu verzeichnen. Die Sttaße, die von Maribor nach St. Peter führt, ist, wie schon wiederholt vorgekommen war, dadurch wieder einmal unpassierbar geworden. Gegenwärtig sind die Aufräumungsarbeiten im Gange, so dag diese Sttaße bald wieder dem Verkehr dienen wird können. Wirtschaft U.Verkehr Kongretz des Verbandes der Mittel» europäischen Börsen in Zagreb. Am 11. Oktober fand in Zagreb der diesjährige Kon-greß des vor drei Jahren gegründeten Verbandes der mitteleuropäischen Börsen statt. Am Kongreß nahmen u. a. teil der Präsident und der General-sekretär der Wiener Börse, der Generalsekretär der Budapester Börse, der Präsident und der General-sekretär der Prager Börse, der Generalsekretär der Brikarester Börse, der Generalsekretär der Beograder Börse und der Sekretär der Ljubljanaer Börse. Sport Meisterschaft des Kreise» Celje Ath-letik S. K. : S. K. Celje 4:0(2:0». Am Sportplatz des S. K. Celje wurde am Sonntag das Meisterschaftsspiel zwischen den genannten Klubs ausgettaaen, das die Athletiker als überlegene Sieger sah. Achleük bewies in diesem, prächtigem Kampfe neuerlich ihre gute Form Das lebhaste, flotte Spiel sah fast ständig die Athletiker überlegen. Bis zum Seitenwechsel oermochte S. K. Celje noch einigermaßen mitzuhalten, fiel aber nach der Pause stark zurück Trotz der Wichtigkeit diese» Spieles, das vom Schiedsrichter Herrn Schneller aus Ljubljana fahr gut geleitet wurde, spielten beide Mannschaften vollkommen fair. Leider können viele Wettspiel-besuche? eine gerechte Spielleituna nicht vertragen und so kam es auch diesmal zu heftigen Protesten bei seinen einwandfreien Entscheidungen. Die Wache mußte unliebsame Eindringlinge vom Spielplatze entfernen. Nach dem Spiele mußte die Wache den Schiedsrichter beim Platzverlassen sogar schützen. — Im Vorspiel ttafen sich die beiden Reserven zu einem Spiel, das 2:2 endete. Stand der Meisterschaft Name I ä | § 5 I I SS ti H 5* K u> ty Athletik-SpN. 2 2--8 1 J 4 1 5.K. Olimp 2 1 6.K. «elfe 2 0 S.K. 5o5t«nj 2 1 5 7 2 3 8 2 2 I) 0 WfciflkonsflffleDtep, Achtnpg! Mycotievmol heilst dor Kahta»erhinderungs- o.Luftreinigun^*-apparat, welchen jeder Wein- u. HoMkoniumie-rende dringend benötigt, l'reis Din 150*— franko Maribor per Nachnahme. Alleinverkauf: A. Zorko, Großbetrieb Maribor, Aleksandrova c«iti 14. Mehrere junge Wachthunde abzugeben. Nikolaiberg Nr. 15 bei Jane. _ Gebrauchtes, garantiert reine« Bettzeug, Kleider "Wische, Sparherd zu kaufen gesucht. 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