«w v WltzM PM» VtziH 1« M. FW»tzes»Wv V«n»«iiung u 0«ek«tru«k«»,t (7«I. wwrmb. bl». 2024) »il>rtdos, U«fÄe»v» «l. 4 W»nt«n »lok« ^ ^U»s»i, ?«r.:?« Wtt^oe^. ÄSN <4. I^ovsmdsr 1934 u. ^. 4 3«ug»pf«l««. ^dko!«?, mvnstl. 2S Vin, ru»t«ll«n 24 Vin. äurck f'ost monsil. 2» Dti^ tir <« a^kig« /^t»n6 M«»R. » VW. ein«!numm»k 1 so u. 2 vi« Mariborer smum >»»»«t>U >7. XI. ««« l? vlir >G. Xl. ««» ? vk» III.«. VI» I»»-—. a. RI.«» ZW-— »»» I»»»»,!»»«!,« >« »«»»»-lls»»» ««»» »»Ib« 1 v i V»I«I»»»4« »»» U IRTIIIIU Ulli. »M Itlll. ^»»»1,1 «»US» KI« m,,»««» Der Wahlsieg des „kleinen Mannes" Vor einer wirtschaftspolilischen Wende w UG«? überw-ältigenden Wahlsieg, den o o s e v c l t in diesen Tagen errang und ihm im Repräsentantenhaus wie im Se-'uil die Zweidrittelmehrheit, also eii« adso-stabile und traflfAhise Grundlage fiir sei. n^' Polihtk verschaffte, nerdankt er in erster Liine dein „r l e i n e n Man n". Die breiten VolkAschichben find e.^!, die mit ihrer ?immabqabe fl'ir d-ie demikratischen l^ten sich zu Rooleoelt bekennen wollten. ist qauz autzer Zweifel, daß in diesen ikvolsen viel Zulauf an? ?»er republikanischen Pmtei ffekomnien Ist. Die „kleinen Leule", ^ h. die ?li?be'terbevölkernn^ nnd die In-s^aber von genvrblichen Klein- nNd Mittel-k'ci'rieben, waren die eigentlichen 5)pfer der wirtschaftlichen Depressil),». Tie hatten sie am Hartesten empfunden, nnd da man ihnen in Zeiten deZ glänzenden Wohlstandes im-Mi'r wieder »^nsieredet hatte, daS imnachabm licho amerikanisch? WirtschafkSiystem sei die Anesse dieses Wohlstanl^s, .ist es nur zu verständlich, daß sie min, als die Prosperität zusammenbrach, die^S Gnstem auch für die der Ieit verantwarklich machten. Roose-ttesf hat ab?r vom ersten ^ge setner PrSsi-i^mt-schaft an kein Hehl daraus gemacht, das', tt sich nicht scheuen N!»ilrde, die geheiligten ?^'cimen der amerikanischen WirtschaftSfrei-anzntasten, und sein „New ^al" ist 'i'^>ts weiter als d lange die Faust in der Tasche geballt, '»klt seine VhnmaM gegenüber den Konzern-"^^oaltigen der Industrie so bitter empfunden. daß er den Präsidenten, der sich der 'bitter auf dem Dürrevschen j^fe^tich weder vor dem Tod!»er Tnrstmagnatim, noch t'or d^m Teufel der Wallstroetlbankiers fürch-ltte, wie einen Messias begrüßte. Und als er »»n Mr Wahlurne gerufen nmvde. da stimm-k<' er fi'ir Roosevelt, obwohl idaS Gvangek'inm der Verheißung vorläuftq erst zu einem recht besch^-idenen Teil verwirklicht wonden ist und "an noch nicht recht weiß, wie die Dinge 'veiter ^ehen werden. Es ist richtig, die.Rooseveltsche Mrtischasts wlitik hatte ini vergangenen Jahre zunächst ''me ziemlich rasche und wirksame Bslebmlg ^lr Folge gehabt. Es gab dann peinliche Rückschläge, aber seit Mtte Augulsti d. I. bei-!l>ielsweise sind die Einzelhanbelsum'sStze von ^euem angestiegen, der Konsnm hat erheb« ! hi'here Warenmengen aufgenommen als gleichen Zeit des Jahres 1933. Die Äahl der Arbeitslosen, die im Sommer nach Auch StaatSPkäswmI Lebnm aufdtsMorVWe An Srwarwng senfaNoneller SntdMungm in der Untersuchung des MarseMer Attentats Paris, IS. November. Die Uittrs^chung in der Angelegenheit des Marseiller Kitnigsmordes hat »eitere Einzelheiten ausgedeckt, die vorläufig noch geheimgehalten werden, doch werden einige D^ails l^reitß besannt. Darnach war das Attentat nicht nur in Marseille sorgsam vorbereitet, sondern auch in Paris und Versailles. D^ Attentäter hatte» den Austrag, «Vnig Alexander von Jugoslawien um se-de» Preis zu tSten. Venn der Anschlag in Marseille mttzgliicken sollte, sollte der ^rr-scher i» Paris oder Versailles s^»em Schicksal nicht entgehen. Den Attentätern waren die Einzelheiten der Feierlichkeiten in Paris und Versailles »ehlbe?annt, und alles war aus das sorg-sSstigste vorbereitet. Weil fie damit rechnete», daß die GicherheitSvorkehrungen in Paris und Versailles ein Herankomme« erschwe ren wiirden und die Venlltzung der Revol-ver vielleicht probleumtisch wiire, wurde se-der Attentäter mit drei Vomben ausgestattet, die »kit eine« surchtbaren SMlofivftojs gestillt waren und viel »«ehr Opser gesor« dert hiitten, als tatsächlich in S^rseille zu beklagen waren. Nicht nur «ws «önig Mexander, fondern auch aus mehrere andere hochstehende Per-sö«lich>eite« «urbe» Attentate vorbereitet, so auch auf den GtaatSpriifidenten Lebrun, der König Alexander auf seinen Fahrten durch Paris und Versailles begleitet hätte. Die Untersluhmig ist »och nicht gänzlich abgeschlossen, doch vettautet, dah noch sen-sationelle Vnchüllungen ans Tageslicht kommen werden, da in das teuflische Komplott auch einige sehr hochstehende Persönlichkei. ten verwickelt sein sollen. Diese Nachricht ries in der sranzvfischen veffentlichikeit das grichte Aufsehen hervor. Prag, 13. November. „N a r o d n i L i st N" veröffentlichen einen längeren Artikel iiber die Sanktionen fNr den Wnigsmord von Marseille und fiih-ren u. a. aus: Eeit dem fluchwürdigen Attentat ist be. reitS ein Monat des Schweigens verftrichm, aber nicht jenes bSSwilligen Schweigens wie nach dem Attentat von Sarajevo vor 2V Iahren, als sich Wie« zur Verwirklichung feiner imperialistifchm gi-l« riistete. Jugo-slawie« erträgt seine« unsägliche« Schmerz ruhig u«b mümtlich und simit nicht auf VöseS. Dies bedeutet aber «atiirlich «icht, daß Veograd stillschweigend über all die Ma-«över hinweggehen will, die seitens gewisser Kreise im Auslände, die eine Revision der Friedensverträge anstrebe«, in» Werk geleitet wmde«. Der bisherige Gang der Unter- der anfänglichen Vevmiinberuny wiÄ»er .zunahm, ist im Oktober wieder gefallen, .hin-wr diesen im Wahlkampf natürAch ge^hrend auSgewerteteil Erfolgen steht ojber die Tat-sache, daß diese WirtschaftSbelebung 'm Grunde eine künstliche ist und fast gang -^uf das Konto der außerordentlich^ .tztilfsmaß-nahmen der Regierung geschieden werden muß. Kenner der amerikani-sl!^ BerhUW:sse schätzen, daß mindestens lö-/» der Kaufkraft, die der VerbrauchSgüteriichilstrie i^ den tzvrbstmonaten z-ugefloessn ist, auf sie zurück-zufWren ist. Und das kostet Geld. Die Mif-'vendimgen d-^'s Landes für zusätzliche Anftr.'i ge, aber auch Kr «ine WohlfahrtsunterMt- suchnng zeigt klar, wo die Anstister des Kö-nigsmordes stecke«. DaS Marseiller Attentat kommt vor den Vitlkerbund, und da wird man sehen, welche Haltung die Protektoren der Mordbuben an den Tag legen werden und wie pe ihr Vorgehen rechtsertigen wer-den. Jugoslawien wird unwiderlegbare Be. weise vorbringen, und da werden sich die Anstister vor dem Weltforum zu verantworten haben. Welchen Ausgang die Aktion vor dem höchsten internationalen ^orum auch nehmen mag, die ganze Kulturwclt hat sich ihr Urteil bereits gebildet und verurteilt nicht nur schärsstenS das ruchlose Verbrechen, sondern die hohen Protektoren, di? sich vorläusig noch versteckt ^lten llnaams verhängnisvolle VoliM Ein aufsehenerregender Artikel des j^ewesenen Ministerpräsidenten Friedrich B ll d a P e st, 13. November. Der esMialige Miniisterpräji.dent Stefan Friedrich veri^sfentlicht im „Pesti Naplo" einen ausiehenevregenden Artikel über die gegemvärtigen VerhAtnisse m UnMrn, in ^velcher er die derzeitigen Mncht Haber im Lande schärsidens angreift nnd ihre Politik verurteilt. Friedrich sagt, die derzeitige Lage in Ungarn erinnere stark an das Scheckensregime des Tisza vor 30 Jahren. Die Bevölkerung fordere energisch, daß die gegcmvärtisie Politik, die Ungarn Venl Untergange zufähre, sofort aufhme. Ungorn müsse mit allen seinen Nachbain im besten Einveriwhmen lel>en und an der Festigung des Friedens in der Welt mit chilm zusanlmenarbeiten. Vor allem sei e-? unerläßlich, daß deni ungarisclM Volke Gelegen heit geboten n>erde, sich frei ank'znsvreck'.'ii. Dann werde n»an sehen, wie sehr die Bevölkerung gegen die gegeiO^xirtigen Ma>-k^^ lia-ber sei. AntiMMftve Welle ln Volm W a r s ch a u, 13. Ncvember. Au den Polnischen Hochschulen ist wieder eine Welle des AlltisemitiÄlms »viihrzuneh-men. Gestern kam es in Warschau, .^akau und Lemberg zu großen antisemitisclien KlMdgobungen, die auck) in Tätlichkeiten auHarteten. In Lemberg wurde ein Bomben a^'chlag mrf dell Klub der zionistischen Revisionisten unternomttlen, durch die ein gra« ßer Sachsckiaden verursacht wurde. In eineut jüdischen Wareichaus wurde eine Bemlie gelegt, die jedoch von der Pslizei rechtzeitig entfernt iverden konnte. Auf dem Polizei-koinmissariat explodierte dann die Bombe u,^ verletzte Alvei Wachleute schwer. Zahlreiche Verhaftungen »lm^sn durchgeführt. Börsenberichte Züri ch, 13. November. Devisen. Paris 2l).37, London 1ki.40, Newyork Mailand 26.32, Prag 12.33, Wien 57.05, Berlin 123.45. L j n b l L a n a, 13. November. D e v i-s e n. Berlin 1366.25—1377.05, Zürich >110S.3i>—1113.85, London 170.30—171.90, Newyork Scheck 33S3.28—3411.54, Paris 224.65—225.77, Prag 142.18—142.98, Triest 2S1.24—293.64, österr. Schilling (Privat-clearing) 8.10—6.20. Sportnachrlchten : BAGK—Sparta 4 : 1. Sonntag wnrde in Zemun ein Nachtrags-Qnalifikations-spiel für die Staat5meisterschaft zwischen denl BAS.^otiwl»erllulo8enlie» ? zung find gewaltig gestiegen. Ohne die von Roosevelt eingeschlagene Währungspolitik, d-ie frei'lich auf d^r anderen Seite einen bedenklichen Factor der Unsicherheit in die Wirts6)aft hineintrug und deshaw zunehmenden Widerstand findet, N'Sren fie nicht anfMbringen gewesen. Es ist bemevvenSwert, daß die Bankiers, vor denen Roosovelt kürzlich nnmittelbar voi^ der Wahl eine Rede hielt, in der er vor allem ihre Befürch-tunMn vor etivmgen weiteren Mnanz- und Währungsexperimenten M zerstveuen sucht-, dem PrSfidenten daraufhin zwar ihre Unterstützung nnd künftige Mitarbeit zusicherten, aber mit der Em^ränku^ daß >ie StuatS ausgaben die Einnahmen nicht auf unbegrenzte Zeit übersteigen dürften". Das war eine deutliche Warnung Qn Roosevelt. Es hat auch sonst den Anschein, als geden-ke der PrMeM das Fahrzeug seiner'Wirt-fchaftsPolltik wieder aus begangene Etrasz?« zurückzuführen. In der schon erwäh7l!en lde bekannte er fich zm verstärkten Einschaltung der Privaten Initiative in seine We-devaus^upolitik, er proklamierte die Stabi. lisierung der Preise für Waren, Dicnstleistun ^n und Mten _ d. h. den Verzicht ailf neue Experimente mit dent Dollarkurs — und sein neuer Wirt'schaf^.^beratl'r k'i i ch b e r g, hat sich schon im OVvber Mmdsätzlich gegen „Mar!5orer Zeitung" Nummer 2S0. Preisbiirduugen und PvodMionsregMerun-Ken durch il^ierungseingrifse, eines ver vornehmlichsbeil Mttel des Roaseveltichen „N e w D e a 1", erklärt. Er hat damit namentlich auch die Rooseveltsche Baumwoll Restrittionspolitik, die gan^ ^enkunt»ig zu fincin Mißerfolg führte, preisge^ben. Wenn jettt in der Wirts<^ftspol!ktt ein neuer AurS l^ostcuert werden soll, wenn die Konkurrenz der Preise wiederauflebt, wenn dem Gewinn streben der Unternehmer wisder größerer iliaum gegeben werden soll, so wird damit freilich die Parole verlafsm, auf die hin jetzt die Wählermassen Roosevelt gefolgt find. "Auch in der Frage der auswärtigen Handelspolitik tauchen Zweifel auf. Roosevelt sowohl ^nie der Staatssekretär Hull haben wiederholt Erklärungen abgegeben, die so gedeu tet worden sind, als sei ein Abbau der Zollmauern beabsichtigt, eine Sache, die auch drüben von den breiten Volksschichten sym-:>a^hisch begrüßt wird^ wobei man sich si«Z^-lich inl Einzelnen iiber die gesamtwirtschaftliche Zweckmäßigkeit nicht immer Rechzn-schaft nblegt. Ist dieser Zollabbau nun wirklich becibsichtigt? Wenn er es in einem be-stiinmten Zeitpunkt tatsächlich gewesen sein sollte, so wird man heute ein Fragezei<^n dahlntersetzen niüssen. Es wird in die Zölle liöchstens in: Wege bilateraler Gegenseitig-keitÄverträge lierangegangen ivevden, und davon werden nmhrscheinlich nur die latoin-anK'rilanischen Staaten etwas profitieven, da für die ilbrige Welt kaum die Möglic^eit einenl Absatz in den Bereinigten Staaten besteht, der dic ll-SA-Jndustrie nicht schäöi» gen ninrdo. Sie nnrd aber darüber wachen, da^ ihr kein Schadei: geschieht. MtttSoch, 14. November lV34. Der neue HofveNvalter B <' ogra d, 1?. Noi^iember. Zuil! lieueil .^^osverwalter wurde der Jn-sanlerieoberst Jovan Lcko eruailnt. Diese Ernennung h-at das Militäraintsblatt bereits veröffentlicht. Jugoslawien« DVNerbund-Beschwerde Pari c', November. In hiesigen diplomatischen sireisen spricht ntan danon, daß Jugoslawien deni demnächst ^^usainmcntretcnden Völkerbund, lvahrschein-iich am 21. d., einen scharfen Protest gegen das Vorgehen Ungarns einreichen wird, das die Tcrronste»! n. ^tönigSniörder unterstützt habe. Dieses Gerücht l?at in der Oeffentlich-teit großes Aufsehen l)erliorgerufen. Dr. Budak verhaftet R o IN, November. Nach Meldungen aus Geima wurde auf ^^crlangeil üer Marseillcr Untersuchungsrichter der bekannte kroatische Enligrant Dr. Mite B n d a k dortselbft verhaftet, der dringenid int Verdachte steht, ani Attentat ollf Vtönig Alexander und Au^nminister Marthou direkt oder indirekt beteiligt gewesen zu sein. Dr. Budak erklärte beim Verhör, er nlüsse die gegen ihn erhobenen An-fckiuldlglnigen zlirückweisen. Er sei von: Sl). '^P^enlber bis 7. Oktober iil Berlin gewesen. sodann l)ätte er sich nach Bologna begeben, wo seine t^attin krank darniederlieze. 7vn Bologna sei er einige Tage geblieben, worauf er nach t^enua iveitergefahren sei. Voin '.l^^önigüinord hätte er erst aus den Zeitungen erfahren. Soine Aussagen werden jetzt überprüft, doch glaubt nian ihn: nicht. Dein Berhör wohnten auch Vertreter der fran.^ösis6)en Poli^c^i l>ei. Das krMsche Äabr tyzs „Die Katastrophe kmm nm durch eine deutsch-franzöfische Verständigung verhindert werden", sagt Dr. Benes 2 ondon, IL. November. Der Sonderberichterstatter des „Daily Matt" WardPrince veri^ffentlicht ein Gespräch mit den: tfthechoslolvalsichen Außemnini-ster Dr. B e n e 8. Dr. ^nes erklärte: „Das Jahr 1S3S wird den Beginn einer neuen Krise in Europa sehen. Im kommenden Frühjahr »vird Teutschland nrit seinen eigenen .Kampfmitteln vollständig zum Kriege gerüstet sein. Es wird überj 2lX).lXX) Mann mit ganz moderner Aus» vltswng verfügen. Es wird auch schwer« Arttllerie, außerd-em TanV, Masl!^nev-gewehre und Gas haken. Die Zahl seiner Flugzeuge wird auf 4000 geschätzt. Ich sage nicht, daß der Krieg ausbrec^ wird, aber ich erkläre, daß das kommende Frühjahr so gefährlich sein wird, daß der europäische Friede ^oß vom Zufall abhängen wird. Nur eine deutsch-französische Verständigung bann die Katastrophe verhindern." Aufsehenerregende Verhaftung in Äagreb Z a g r e b, IS. Novelnber. Großes 'Aufsehen hat die Tatsache hervor-cprufen, daß der in ^inanzkreisen sehr gut l>ekannte Baron Viktor G u t t-mann- Gelse in Zagreb vechaftet wurde. Die ^niilie Gnthmaim besitzt ausgedehnte Fvrstkomplexc und nimmt in der jugoslawischen >>?>ol.z'lndustrie eine führende Stellung ein. Baron Guttmann tverdein Ver sehlungen gegen die Devisenvorschriften vor geworfen. Meichzeitig wurde auch der Verwalter seiner Gesitzuilgeil, OuLka, festgenommen, der ebenfalls in die Angelegenheit.ver-^ÄMt sein soll. Englische Versprechungen an die Adresse Deutschlands Für den Fall, daß sich die Berliner Regierung zur Rückkehr nach Genf entschließt / Die deutschen Wünsche sollen weitestgehend erfüllt werden L o n« d o n, 12. November. In politischen und diploinatiischen Kreisen machte die Rede, die Lord-Siegelbewahrer Eden Sonlttag gchalten hatte, einen großen Eindruck. Atan glaubt, daß diese Rode eigentlich für Hitler und seinen Spe-zialabgcsandten Rlbbentrop, der sich augenblicklich in London aufhält, bostiinint ivar und geivifsermaßen den Znveck hatte, dem Mgesandten anMdeuten, in »oelcher Richtung sich die Besprechungen niit dein Vertreter der englischen Regierung beivegen würden. Eden erklärte '.n seiner Rede, England hätte alle Gräfte angespannt, nni den Ab-riistungsverhandlungen zu eineni volleil Erfolg zu verhelfeit und damit den Frieden sicherzustellen. Großbritannien lMbe lange geglaubt, dioses große Ziel erreichen zn können, doch nlußte es sich überzeugen, daß es sich geirrt habe bzn>. die .^>offnungen verfrüht waren. Statt abzliri'lsten, begann die ganze Welt aufzuriisten und damit den Frieden zu bedroheir. . Redner erklärte ferner, Eirglanl) habe in seinen! Glauben an deil Erfolg der Genfer Abri'lstungskonferenz die Ausgaben für sein Heer stark eingeschräntt. Die Folge davon sei, daß Großbritannien jetzt in mancher Hinsicht ins Hintertreffen gcwmlnen sei. Die Regierung werde jetzt rasch die erforderlichen Maßnlchmeil treffen müssen, um damit die Verteidigung der Laitdes keine Lücken aufweise. Aus dieser Rede schließt nlan allgenlein, Eden habe Ribbentvop vor Augen hellten wollen, Deutschland hätte in erster Linie den Zu.sammenbruch der Abrilstungskon-serenz verschuldet, da es Genf verlassen habe. Berlin müßte nach Gens zurückkommen und an den Abrüstungsverhandlungen weiterhin tatkräftig mitwirken. Dann würde auch London alle Kräfte, um die großangelegte Aktion dennoch zu cinent gedeihlichen Abschluß zn bringen. Sollte sich Deutschland entsckieideit, sobald als möglich nach Genf zurückzukehren und die abgebrochenen Besprechungen fortzusetzen, wäre England be-l'eit, der deutschen Regierung in jeder Hillsicht entgegenzukmnnlen, vor alleni auf wirtfchaftlicheln und finauzielleln Gebiet. London iväre auch bereit, die Forderungen Deutschlands nach der Gleichberechtig,ltlg in den Mstungsangelegenheiten weitestgehend zu unterstützen. Die wirtschaftliche Seite des Saar-Vlebiszits Eine besondere deutsche Kommission alK Treuhändtrin, solange die materiellen Fragen nicht gelitst sind? Genf, 12. Novenlber. In diplomatischen Kreis^'n hat die Meldung das größte Aufsehen hervorgerufen, wonach die Saarfrage plötzlich von einem alü>eren Gesichtspunkte aus gelöst lverden soll. Obwohl diese Nachricht bisher von maß gebender Seite noch nicht bestätigt worden ist, glaubt nran doch, daß si»: zienllich zutreffend ist und daß sich die weiteren diplomatischen Beisprechnngeir In dieser Angelegenheit auf einer neueli Basis abwickeln werden. Da es so gut wie sicher ist — besagt diese Meldullg — daß die Volksabstinnnung im Snd der Wert der dortigen französislZ^n Berg^verke auf 1Z^ Milliarden geschätzt wird. Wenn nun diese 3^ Milliarden Franken über Nacht in deutsche Hände fielen, würden diese riesi-g«N Kapitalien, sofern Fralrkreich dieselben nicht rasch zurückziehen würde, von der neuen Verivaltullg befchlagnahntt werden. In jedem Falle inüßte t^shalb Mischen den beid^ Staaten eine scharfe Spanlmng entstehen, die unu!ber,sz besonidere AnAiehungskrzft auf sie ausübt. Diese klÄnen Planeten oder Planetoiden find eigentlich noch gm- nicht so lange bekannt. Sie kreisen fast alle znii» schon Mars und Jupiter, bis man ani 1. Januar 1801 in Italien den ersten al^ Sternchen 8. GrNhe aufsand. Sie sind alle nur klein, viele sogar sehr klein, vielleicht nur einige hlmdert Meter im Durchmesser. Der größte hat einen Durchmesser von 809 9!lo^ Metern (unsere Erde dagegen 1S.7K<; Kilometer). Die mittleren Entfernungen iion der Sonne liegen zwischen 218 unld SW MMv'-nen Krloineter und die Unrlaufszeiten zwi^ scheu 1-^ und 14 Jahren. Manche vollfsch^ reu sonderbare Bahnen und kommen der Erde sehr nahe. G^u bevechllet hat man heute die Bahnell von etwa 1200 sol^r PlS' neten. Die Photographie Hai unsere Kennt Nisse über sie bedeutend vermchrt. Je licht schkvächer sie siird, desto mehr treteil sie in Erscheinung. Auf den Qmckratgrad ergib! sich nach zahlreichen Bvobachiwngen eine mit! lere Zahl von 4,4 Planetovdell. Da dies' kleinen Hilmnelsikörper sich zll beiden Seiten der scheinbaren Sonnenbcr!^ oder E?lip:ik (Dierkreis) bis zu je Ü Grad ausbreiteil, so läßt sich mit Hilfe eitles 1V0Migen Fernrohres eine Anzahl von fast 1S00 errechneir. Aber nicht genug damit. Auch außerhalb d.'r erwähnten ZonÄl vermutet nmn solche ^?or' perchen. Bei ^lwvelrdmlg einer gewisse,: hältniszahl ergibt sich hier die ungeheure Utenge von rund 44000 derartiger Liliput-planeteil. Wie klein müßten dort wvhl et-ivarge Menschlein sein! Erinnern wir an die Oeschiten von Gulliver! Bielleicht ist die angegebene Zahl aber richtig, denn Ulttersuchungen über das Zodiakallicht lTii-'r kreislicht) haben ergeben, daß dies teil^weise durch Äaubmassen im Bereiche der Planeten verursacht wird. Bielfach sind ja die kleinstell Planetoiden auch lveltser nichts als koSmisckie Staubteilchell im lvahrsten Siin:e'. Liebeslrogvdie in Sevilla Trotz aller äußevell Modernisierung wird das Alltagsl^en der spanischen Frau noct, von alten Sitten, die zum Teil aus der Mauren-Herrschast swmmen, beherrscht. Trotz aller L^anzipationsbestrebungen der spanischen Frauen in deli letzten Jahren uni': inairlZ^n Erfolgen, die sie erreicht haben, ll>ie das Wahlrecht, gibt es Schranken sü' die „anständige" spanische Frau. So kann sie sich keineslvegs in ein Kaffeehaus set^ei: (auch ain Tag nicht)) sie darf nicht allein in ein Kino gehen saiH nicht zllr Nachniit' tagsvorstellung). Daß die „moderlle Ear men", trotz fescheul Bubikopf und geschinink-ten Lippen, auch lvenn sie in Begleitung -sl. in einem öffentlichen Lokal (Kaffeehaus, ftaurant) nicht wagen kann, eilie Zitlarette zu rauchen, wird außerhalb Spanieils in Er staunen se^n. Die SeMora muß es dulden, daß ihr Ehemann jeden Abend seine „Ter-tulia" (semeil Stammtisch) iln Kaffe<'ha>lZ aufsucht ulld sie allein läßt, deil so ist ebei? das costulnbre (Sitte). Schwer hat es auch die ledige Spanierin (Sennorita); sie kailn auch atll.Hellelt Tag nicht mit eineln Senlwl^ 'Ntkwory, dtn l4. NovemSer l»S4. 'pazik'rl'n qehcn, ^venn nicht ihr Nmii? I'.!>l'rlos,t<'r) ist, sonst ist der „gut« Ruf" dahlil «^'ostunlbre ist es auch, daß der Novio iinniv"' iliir iii (Gesellschcst von zuminidest einer iililieuanffeh'öricien seiner Verlobten mit der .Novia" zusammk'nkvmmt und ausx^cht. Co ittlinbrc ist es auch, daß der Novio alle Ko i'tcn bestreiten muß, auch wenn der Zchwie^ jil'rvclter, Onkel, Tanten mit aussehen. In Ortschaft tzerrara bei Sevilla hatte sich di'r 28Mril?e Joaqu-in Ruiz Bacfuez verliebt ?einc „große Liebe", die schöne Enriqueta l^asgoa, qab ihm jevoch eine Absage, die ihn '.verletzte. Der Siebhaber schivor Rac!^. Ohne s^'rund verbreitete er im Ort, d den Tod des Li^b liak^erS verursachten. Einriqueta »vnrde ver-"ftct. LebmsreNung durch einen Hund dem elsäßischen Weinort Ottrott, der HIN Rande dichter Milder zivischen Reben ge l'i'ttet liegt, wurde das z^veieiichalb ^hre alle ZHl>nchen der Fannlie Schwei^r ver-miszt. Die Eltern hatten im Wald Laub^treu qcholt. Das Kind spielte nlit einem kleinen >>iindchen, als es zum letztenmal gesehen wur t'e. Dann blieben Kind und Hilnd vevschwun !'ht suchten ungefähr 200 Personen die dich festen Wälder swndenlang ab. Um l Uhr iinttags gab plö^lich ein kleiner Hund Laut. Man drang vor und sah im dichten Geb»slsch ^as vermißte Kind friedlich auf dem Rasen hlummern. Der Hunld hielt dabei Wache. ?^er Kleine >var vor Ermattung und Hunger tinqeschlafen und wäre wohl nie mehr er« wacht, »venn das Hiindchen nicht Treue ge-balten hätte. Iin Triumph ging es nach dem clädtchen ^nrlick. Die Freude der Me^ch?n ^sille auch der Hund nicht zu beklagen, denn w.' ganz besonders schmackhafte Portivn seinem Teller bildete se^ne Belohnung. Wa< alle» verloren wlrd... !^ie' große Weltausstellung in Tl>ieago lit je^t ihrem Ende entgegen. Das Mnd-'liro der Ausstellung gibt nun kurz „v>o-r To-s<'öschluß" eine Statistik aller gefundenen La ikx'n heraus, die einen aufschlußreichen Ein-tlick in die menschliche Vergeßlichkeit gewährt. Zunächst fällt die gro^ Zahl der in Ausstellungsnwuaten liegengebliebenen yilndschul)e auf. Meistens sind es Damen-^llntvschuhe, die anf Abholung durch ihren >'6!her warten, und zwar 7ki0 rechte gegen 25)0 lin^e Handschuhe. Man nimmt ^er -- U'ahrs5>einlich mit Recht an, daß dies t!>k' Folge der Angewohnheit ist, nur den linken Handschuh aufzuziehen und den :ech-in der linken Hand zu tragen. Männer hib^ il dafi'lr „als Ausgleich" in IlXX) Fällen ihren Gürtel verlogen. Gbenfalls 1000 Melo« bt^rsen wurden im Fundbüro abgeliefert, ^hr Inhalt belief sich auf insgesamt 1?00 Dollar (etwas wenig für Ausstessung^b<4n, cher!) und — acht falsche Gebisse. Eine Dame, die öfter die Ausstellunc, besuchte, hatte sich zu drei ver-schiedenen tt^legenheiten einen Schirnl ausgeliehen und ihn prompt jed^'smal stehen lassen. Ein Besucher Cincinnati hatte den Verlust seiner Arn?-banduhr bei der Fund'stelle angenieldet, er schrieb aber nach einer Woche, daß er sie wieder gefunden hät^e. Beim Vesteisien seines Autos hätte er fi'stftetlen Mllssen, dns; sein Hund sich auf die Uhr geseilt habe. . . WM Hitltrgrujz In Polen. Deutsche Frauen spolnische Ztaatsaliq-'l)?)-rige) hatten in Dirschau durchfahrende ix'ilt-sche Wagen mit dem Ruf „Heil Hitler"'." begrüßt. Sie waren inl Verwaltungswel^e ,u einer empfindlichen Geldstrafe vernrt-'ilt worden. Das Nezirksgericht hatte die 5t rase bestätll,t, mit der Begründung,„das Verhalten der Frauen driicke llebelwollen und l^e-ringschätzung gegenüber den, polnischen Staat aus und zul^leich die Berbnndenh.'it mit einer polenfeindlichen Be»veglNlg. die . Narlborer Zeitung" Nummer 2'iU. eWs Än« Witen l-lctusttskier zu dssorz«. «enn 5Ie eine SIVK Ismpe l»u?«n Wollen, l»« lU»tS5k/^»1 vi^mpesss» iknen. Wievlel U«kt Sie >»e-ilommen l»el «irvcdatti^iiem Verdraucli. Sie eriwiten melZr l.Ie>>t i)«I lelelnerem Sellisuk-«»nel. lesuken 5!« v ^mpen mit Dooveisoirsle. 7UI«Z5Ii/»>1 o 0oi»peI»plk«l>Hmp«n mtt 0ele»lumen»t«f?«liing. polnische Staatsgebiete entreißen wolle". Das Oberste Gericht hob das Urteil der Vorinstanz auf und sprach die Angeklagten frei. Kuba wieder in Aufmhr Die Bauern als Kerntruppe der Anfständisckien H a v a n n a, 12. November. In der Gege,id voir Ouantanomo sind ohi,e Auftrag des Inneluninisters Truppen einqetrof-fcn, um Bauern zuin Verlassen ihrer Gr^lnd stücke, der sogenanten Reailengos, zu zn>in-gen. Diese Grundstücke ivaren den Ahsien der s)eubigen Eigentiimer irberlasien wl>rd?n, sind aber ^tzt von gewissenlosen Richtern ihnen zugunsten einiger ausländischen Gesellschaften aberkamtt worden. 200 Toldaten sollen heute einen Ai^griff auf das Grundstück Realengos Nr. 18 durchstthren, das von 500 bis auf die Zähne bewaffneten Bauern verteidigt »vird. Havanna, 12.November. Borgestern nachts ist in der Provinz Santiago de Euba abermals eine blutige Revolte ausgebrochen. Die Revolutionä^re, die anscheineild unter bester militärisckier Führung steheu, haben sich der wichtigsten Punkte von großer stra- tegischer Bedeutuug versickert. Di<' Regie-runq ist an'dererseits entschlossen, diesen Auf stand mit drakonischer Sti-cnge zn unterdrücken. Die?tilfständischen haben durch Flie ger die Hauptstadt mit Flugzetteln i'iber-schüvenniien lassen, die die Ursache der iielier-lichen !)ievolntion bekanntgeben. Danach ha-b?n die Verbindungen, die zlvischen ein^zel-nen Mitgliedern der neuen Reciiernng und ausländischen Indnstriec^esellschasten bestehen, zur Al'tretnnq von ausgedehnten Landstrichen an die Ausländer geführt. Die Bauern, die dllrch diese Maßnahnle nm ihren Grnnd und Boden gekommen sind, bilden die Kerntruppe der Anfständischen. In großen Indnstriebttrieben der Hanvtstadt ist. e-? zufolge dieser Flugzettelpropaganda bereits zu Syinpathiestreiks der Arbeiter für die um ihre Eristenz kämpfenden Landleute ge-konimen. Die Lage wird als ernst beurteilt. Auf den Spurm von Aules Verne... Belsiischer Gelehrter plant Expedition ins Erdinnere Der neue Plan des belgischen Professors Felix K a i s i n, eine Expedition bis zu einer Tiefe von 3000 Meter in daS Erdinnere zu veranstalten, l)at als Boraussetzung die vollständige Ablehnung aller bisher von der Wissenschast aufgestellten Theorien über die innere Gestalt der Erdkugel. Die ^ heuti^^e Wissenschaft steht auf deul Standpunkt, dah das Erdinnere feue^fttissig sei und daß wir Menschen nur auf einer abgekühlten Evdkru- Haus ohne Fenster Auf den Spuren der Schildbürger... 5^ie F'ama berichtet von den guten Schild-"lgern, die sich einstmals Häuser ballen, al'er die Fenster vergaßen und dann ver-'uchlen, das Sonnenlicht mit Schanfeln in duirklen Räizme zu tragen. Die Schild-"li^er silrd — wie sich je^t evgibt — gar icht so dunlin geivesen, fle haben vielleicht lillir in genialer Weise die bantechnische Ent Wicklung der Zukunft vorweg genommen. iNln weim man von der neuesten Tat eines '!>eutenden italienischen Architekten hört. >i^eiß man: das .Haus der Zukunft ist fen-^erlos! Das erste Bamverk dieser Art baute der bewußte geniale Architekt in Roin 'ür einen Bankier. Es ist eine Mlla, in der durch keinerlei Tageslicht mehr bela-wird, denn' das Haus hat kein einziges ^'kster. Dafür sorgen Entlüfltungsant'agen Art für stälchigen Luftwechsel und n»an Lampen erfunden, die in einer besonder Äu-zammlsnietzlung ihrer Lichtstcaihlon das Sonnenlicht ersetzen. Warunl soll man es be-quein haben, ^venn es auch konipli^^ier! niög-lich ist? Aber nian erfährt auch Zweck und Ziel dieser fensterlosen Bauart: das ist die fast restlose Ausschaltung jeglichen Lärnls. Wie schön nluß das sein: man macht die Tür seines Hauses zu — und ist zunächst von dunkler Grabesruhe umgeben. Uild tiian stellt seine Mnstliche Sonne an. die auf Wunsch überhaupt nichi untergeht. Und e? ist so still, daß es eigentlich schon ni6)t mehr schön ist. Man hört nicht niehr den Straßen« lärm, aber auch nich! mehr den Regen nnd nicht mehr den Gesang der Vögel im Früh-ling. Nur gelegentlich bebt das HauS. wenn ein Autobus vonlberwuchtet. Und gelegentlich wird vlesl?icht die Stille: unterbrochen, wenn der Lautsprecher das Wort ergreift oder die Kinder des Hauses erfolgl^ich versuchen, die grosze stille iotzuschlagen . . . 'sde leben. Diese Erdkruste weist ja ailch, je tiefer ntan in das Erdiniwve eindringt, eine immer liöhere Temperatur auf. Professor Kaisin, der d<'r Leiter des geologiscs>en Instituts an der Louvain-Universität ist, ist der Meinung, daß der gesamte Planet Erde inas-isiv ist. Mit seiner Expedition, die ihn in einem Schacht drei Kilometer durch die äuszere Erdkruste in bislier nicht erreichte Tiefen der Erdrinde bringen soll, will er diese Theorie erhärten. Zunächst ist nlan, wie l»ei allen revolutionären Tl)eorien, seineii Aiischauungen gegen über sehr skeptisch. Mer Kaisin, der immerhin nnt der Mi^l'ichkeit rechnen muß, als komische Mtzblattfignr der nächsten ^hre zu figurieren, hat 25 Jahre gri'indlicher Forschungsarbeit gebraucht, um seiiie Theorie aufzustelleii. Noch )vill er aiich niemanden mit seiner noch uilt>ewiesenen lleberzengnng belästigen, aber er glaubt, daß ihm die geplante E^rpoditioii den Ben>eis für sie liefern wird. Die Eiitstehung der Gebirge der Erdoberfläche, die bei der jetzt l)errschenden Theo rie durch deii »Schr^lmpfungsprozeß der ehe-nials gli'lhenden Erdkugel erklärt werden, be.zeichnet Kaisin, der mit dieser Erkläruiig uatürlich nicht arbeiten kaiiN, als eine schup-penfl^rmiqe Anschichtung. die aus Gesteins-lnassen und riesigen Wäldern besteht. Diese „Schllp^>eii" bilden sich i>n Laufe der Jahrtausende uiid nvrden in ^veiteren Riesenzeit-räninen noaine, Sanlbre nnd ?!1?euse in ^nd-belgicn ausgeinählt. Profesior Kaisiii hofft, moglichernvise in grösserer Tiefe auk Petro-leunt, Kohlenflöi.?? oder andere Schät'.e de? Erdiniiern zil stos^en. Dann würde die Fi^ naiizierilng des El'perimentes sich vielleicht noch gut bezahlt machen, nnd der belgische Staat künle zu Bodenschätzen, von denen bischer niemand etwas gewußt bat. Noch drei Jahre dauert es bis zi«r Vollen« dutig der külinen Forscherniiternehnning. Drei Jahre siiid eine lange Zeit, nnd in de? Zn'ischenzeit schreitet die wissenscwftlich' lenntnis unn>iterbrock)en vorwärts. Viel^ leicht haben sich bis dahin die Theorien un» serer (Geologen geändert, vielleicht sind die Anschauungen des Pioniers Kaisin bis dahin anerkainlt oder gar überholt. Vielleicht haben sie sick als töricht erwiesen, niid man lacht über ihn. Es N'inken Nnhm und Lächerlich, keit. Der erlOe Forscher geht unbekinilin^^^i seinen Weg. Ihn leiten ja andere Motive: er will der Wissenschast, der Menschheit die« neu. ve! islllei-, «rguxelkel- Ngutkäi-biink. ^Atti)?lveit cler >^u?en, ül?!eln l^ekinäcn. traurik^ei- Qemütsstimlnunz?, .«^clnveren srüumen i8t ratsam, eiiii.?e 1'u!?e limäurLi, früli iiliclitern ein Nlii? türllLlies »k^rsnzi-^osektt-I^jttei >^va58er trinlvirä cla8 cillrinn vc)r?ti?8vvei8L cins^ewenäet. weil es äle I^r5ltcltett vielei- Xrariklieitser-8cliemun?eli rk,8cli beseitirrt. GrMiche Bluttat eines Bauern wegen der Pfändung einer Kuh. B udape st, 12. November. In der Ort schaft Nagt)-Kallo hat sich eine blutige Fa-nrilientragödie zugetragen. Der Landwirt Stephan Nejki hat in Verzn'eiflnng darüber, daß eine seiner Kühe wegen Stenerrnckstan-des gepfändet wurde, seiiie ganze Familie ausgerottet. Rejki ti^tete seine drei t^inder nrit Arthieben und brachte dem vierten, kall7n Meijährigeil Kiiid so schwere Verlehun gen bei, daß akt seinem Aufkommen gezniei-felt wird. Der tol>ende Mann, der an seine Fraii töten wollte, konnte durch Ge,idar;neii und OrtÄ'en>ohner inir mi-t Mühe nberwäl' tigt nnd gefesselt ins Gerichtsgefängnis bracht >r»er'den. Erdbeben in Bosnien. B a n j a l u k a, 11. Novemlier. In B.in-jaluka, Tesli(^ uild Iajce wurde Sanlstag nm 8 Uhr 20 Min. ein ziemlich heftiges Erdbeben wahrgenommen. Das Beben wiederbolte sich nach einigen Selnnden^ ?^er runZ benlächtigte sich große Ausreguileck adaptierten Räume in der el)«-ma^igeil Dominkmrerkirche auf die Dauer vm: zehn Iahren denl Unternehmen kostenlos überlassen. Wie man erfährt, sollen die Unterhandlungen vor einem günstigen Abschlns', stehen. p. Dämon Alkohol hat in der Nacht zum Eonntal^ wieder eine schtvere Messerstecherei Iieraufbeschworeu. In ^rvenci unter Ptuj tranken einige Burschen über das Mas^ Wein nnd noch ulchr Schnaps, so dag sie bald in gereizte Stimmung kamen. Grundlos zog einer von ihnen das Messer und begann da-nnt blindlings herumzuschlagen. Der 1V-jährige Ignaz I u r e k aus Velovlek trug Isiebei eine gefährliche Verletzung anl Halse davol>, n'ährend der 21jährige Franz 8 a-b e d e r aus Kicarle mehrere Stiche in den Rücken erlitt. Beide wurden ins Spital über führt. p. Im Tonkino nnrd Mittwoch und Donnerstag der aufredende Abenteurerfilm „Die Wolkenstiiriner" niit Wallace Becry und (^lark Gable in den Hauptrollen vorgeführt. d«n ts. «ovember Winterhilfe weiterhlo notwendig Vorbereitungen für den vierten Krisenwinter / Bisher mehr als zwei Millionen Dinar für die Notleidenden aufgebracht Der Winter pocht unerbittlich an die Tür. Der vierte Krisenwinter bricht an und stellt materielle A'nfordevungen an die Bevölkerung der Draustadt, ldivjenigen Mitbürger, die von der herrschenbei^ Welbwirtschasts-rri.se am schwersten betroffen erscheinen, nach Kräften zu unterstützen. (Sin jeder muß ein kleines Opfer bringen, unl die Unglückliche ston iil der Zeit der schwersten Prüfung über Wasser zu halten. Das go-ldene Mariborer Her^ ha: schon drei Jahre gezeigt, wie sehr es für die mittellosen Mitmenschen fühlt un'd unter eigeilen Einschränkungen lvamhafte Mittel aufzubringen versteht, die den Fort-bestaild von Hunderten voin Faniiilien er-ini>gli6)cn. Denn eine furchtbare Mtastro-phe nwrde heraufbeschworen, wenn dcr V^e-nsch in der furchtbarsten ?!ot nur auf sein eigenes Ich bedacht seil: würde. Hunderte haben guten Äkitbürgern ihre Existenz zu verdanken, aber Tausende können sich dessen bewußt seiil, ein gutes Werk getan und viele Menischelllebeil gerettet zu haben. Das ^^eben eines Mitmenischen gerettet zu haben, ist der kleinen Nnsck)ränkung, die man sich auferlegt, sichtlich wert. Wir verlassen uns darauf, daß das gute Herz unserer Bevölkerung die Notleidendeil auch iin klzimmenden Winter nicht ini Stich lassen wiri». Von di-öser Erkenntnis ausgehend, hat Stwd^lpräsrdent Dr. L.i P o l d für gestern llachtmttags eine Sitzung des engeren Aus- sckMsses der Mnterhilfsaktio-n einberufeu, in wel^r er zunächst einen kurUn Bericht über die bisherigen Crfalge auf charitativem Gebiete erstattete. Einschließlich der van der StadtgemeinÄ^e votierten Mttel un>d der Ein künfte aus denl Banatsnotstandsfo.nid flössen inl vergairgenen Mnter der .Hilfsaktion 9S4.455 Dinar zu, lvozu noch Zuwendungen in Waren iil der Höhe voir rund 100.000 Dinar kaulen, sodaß sich die Mittel, die dem Ausschuß zur Verfügung gestellt wurdeil, auf 1,084.455 Dinar stellten. Nach beelldeter Winterh-ilfe stellte sich die Nottvendigkelt heraus, die Arbeitslosen, wenn auch in geringerem Umfange, auch in deu Soinmer^ Monaten zu unterstützen, sodaß ml die aufgebrachten Mittel große Anforderungen gestellt wurden. In erster Linie wurden öf-teiMche Arbeiten dur<^eführt, wie Straßen-regulierullgen, Kanalarbeiten usw., bei denen dell Arbeitslo«sen VerdienstmÄglichikeiten «geboten wurve. BeröffentAchuny ihrer Namen an den Pran-ger stellen und in geeigneten Fällen wegei, Vvcklreitung groben Unlfugs bestrafen. Mögen diese Zeilen die geharnischten uni» trefflichen SlusfüHvungen Helftied P. Schor. fenaus ergänzell und ebenfalls ckiigermas^ei, dazu beitragen, dem Umfug der Lkettenbrisse den Garaus zu machen. D. 5^. M 5P0K7 Auf alter Position? Der Sicc, gegen „Jlirija" berechtigt zu neuen Hoffnungen Allswirkuiig in ded Punktetabelle Dic illl Äorjahre fiirmll6) organisierte ^pielerabwanderung nach ^jubljana hat finen bcängstigenden ^crutrückfall unserer ^.Ylalrm'chaften znr Folge gehabt. Insbeson-i.crc /chien „Ä.'ariborS" Position ciefährdet, ^"icr voll sc'.nem führenden Posten beinahe !>eni Abstieg verfiel. Angesichts der lang-mierigen Sperre hatte auch „Napid" viel von seiner einstigen Form einx^cbüßt nnd selbst die C'isenbal)ner erreichten nicht jenen (Irsolg, den sie so lange erhofft hatten. Die Aussichten unserer Meisterschaftsanwärter, denen sich Heuer nun auä) „Sooboda" an-geschlosse,! hatte, schienen daher durchaus nicht coslli. „Rapid" nmßte fast hintereinander sechs Verlustpunkte abgebeit, „Maribor" erzielte schon '.nl ersten Spiel nur «'inen halben Erfolg uti>d „Svoboda" kehrte aus (^akovec schiver geschlagen heim. Lediglich „?-eleznik?a>" behauptete seine Position. Aber schon die nächsten Rulideu änderten völlig das Bild und nun nach dein letzten zlantpstag scheint das Glück sich denno6) wieder nuseren Akteuren zuzuwenden. Jene „Iliri^a", die sogar gegen „Pritnorje" einen chreitvollen Kampf durchgehalte,: hatte, utußte gestern klipp und klar die Ueber-legenheit der „Napld"-Mannschaft anerkennen. Das Spiel erbrachte nun wieder einmal den Beweis, dasi auch unter den gegenwärtigen Verhältnissen Maribors Fuhballsport der slowenischen Aietropole zumindest ebenbürtig ist. Der Erfolg verschaffte den Schwarzblauen ein Avancement in der Tabelle nnd zwar bezog „Rapid" n?it vier Punkten den bedeutsamen drittel» Platz, „^elezniöar" rüclt, wenn nlan auch der Mannschaft aus dem Tresseit in !- rija" postiert sind. : Abgewiesene Proteste. Der Protest des Celje gegen die Verifikation des Mei-sterichaftsspieles „Celje^' —. „Svoboda" wiir de von, LNP. glatt abgewiesen. Dassellie Schicksal n>urde auch denl Einspruch des SK. Ptuj zuteil, der die Annullierutig seittes Punktekampse') gegen „Mura" angefordert hatte. : Was bringt der Sonntag? In der Fuß-ballnteistevschast des LNP. lverdeu nächsten Somltag drei Wettkämpfe ausgetragen. Jit Mavibor treffen aul „Maribor"-Platz „Maribor" und „^elezniöar" aufeinatcker, „Ili-rija" ntuß in <^akovec gegen den SK. (!ako-vec antreten und „Rapid" hat in Ljubljana das Spiel gegen „Hermes" zu absolvieren. In der zweiten Klasse fiitdct Sonntag iu Murska Sobota das Entscheidungsspiel „Mu ra" — „Graidjaniski" statt, während in '^uj das Derby „Ptuj" — „Drava" in Szene geht. In der Z^sevvcineisterschaft wird Sonn tag vorntittag das Treffen „?Y!aribor" — „?!elezniLar" ausgetragen. : SK. Rapid. Heute, Dienstag, uni 20 Uhr wichtige Sitzung des Hauptausschusses. Uni ztvverlässiges Erscheinen wird gebeten! Seit drei Jahren brachte die private Wld tätigkeit für die Unterstützung der Arbeitslosen mehr als zwei N! i l l i o lr e n Dinar auf, eine Ziffer, die Maribor auf dein Gebiete der Opferbereitfchaft in Jugoslawien einen Ehrenplatz sichert. In diesen Ziffern sind jedoch die Unterstützungell nicht inbegriffen, die die Stadtgemeinde aus dent ordentlichen Ausgabe» fiir die Sozialpolitik ge-lwährt und die fast drei Millivinen Dinar ausmachen. Jnt Laufe der Aussprach« wurden ver-lschiedeire Anregungen vorgebracht, wie die Samnieltätigkeit am besten und zweckmäßigsten in «die Wöge geleitet werden könnte. Man kam übereilt, von der bisherigen Sam-nteltätigkeit vort .^us zu Haus diesntal abzusehen, da die Praxis gezeigt hat, daß sich diese Art nicht bewahrt und einen viel zu geringen Erfolg aufzmveisen lMt. Die Idee, eine soziale Abgabe einzuführen, lvurde, wie dies auch im Borjahr der Fall lvar, ebenfalls fallen gelassen, da diese nach den geltenden Bestimmungelt nicht progressiv sein kann nnÄ deshalb einerseits die finanziell schlva-chen Volksschichtolt empfindlich treffen, andererseits jedoch bei deit besser situierten .'itreiseit eitle viel zu gerilM Summe aVtver-fen lvürde. An die Bevölkerung lvird der Stadtpräftzdent eitren Appell richten, die Not leideniden weiterhin durch freiwillige Beiträge zlt unterstützen. Die» alvveseltden ^Vertreter der Wirtschaftskreise und der .Hausbesitzer brachtelt Anregltligelt vor, aus welche Weise der Erfolg der Wiitterhilfsaktioll auch Heuer sichergestellt lverben költnte. Die Organisationen der eittzeltten Erwerbskreise lvcrden sich diesbezi'tglich ins Einiverire^hnten setzen ntld init der Nadtgenteinde Schritte treffen, die den Erfolg der Santimeltätigkeit veM'lrgelt sollen. Landfeuer Sollntag zeitlich früh, als noch alleZ schlief, bäumte sich gegen halb Uhr Plötz« lich über den Hügeln um Slov. Bistrica cin.^ mächtige Feuersäulo gegen den ttächtlichcn Himmel. Rasch eilten die Leute zur Brand» stätte nach ZgornjePrebukolije» doch konnte niemand helfen. Das Feuer, das im Stall des Besitzers Sturm ausgebro chen war, griff indessen bereits auf das Wohnhaus sowie aulh auf das benachbart« GehKft des Besitzers .K r a j n c über und vollführte fast ungehindert sein Bernichtunq^ loerk. Selbst die Freiwill. Feuerwehr ans Sloli. Bistrica, die gar bald am Brandplal. erschienell war, konnte den: elUfesselten ment nur schwer zu Leibe rücken. Einein Zu fall lvar es zu daltkcn, daß nicht ein Wciir-manll von den einstürzenden Z^lkett begraben wurde. Die Löslharbeitell waren wet^-'n des Wafserinangels besonders erschlvert. Wirtschaftsgebäude brannte bis alZlf die Grundmauerlt ab, auch zlvei Kühe und »nol, rere Schlveitte kaineit im Flantmennic.r unt. Der Schaden erscheint »venigstens .^inn Teil durch Versicherung gÄ>eckt, daji<'l^li waren die Obiekte des Anrainers .^ilafnc unversichert, der einen uln so größerei' Schaden erleidet, als ihm auch alle Futicrvor-rät« vernichtet »vurden. Kaum hatte sick) dic Aufregung einigermaßen gelegt, als bald nach 8 Uhr lnorgens finstere Rauchschtvaden eilt ltcues Ullheil verkündeten. Als die Feu erlvehr aus Slov. Bistrica, der sich nuit auch die Freiwill. Feuerwehr von Polskava an geschlossen hatte, herbeigeeilt kam, fand sie den Baiternhof des Bssitzers Simon B ra i«« L i L in Brhloga bei Oresn^evet lichterloh in Flammen gehüllt vor. Trotz dem energischen Eingreifen der Wehrleute konnte nur da^ Vieh gerettet lverdelt, lvlShrend das Wirt schaftsgebäude, das schon vor zwei Jahren eilter Feuersbrunst zum Opfer gefalleit lvar vollkommen niederbrannte. Auch hier ist der Sachschaden nur teilweise dur6) Versiche rung gedeckt. Die Bevölkeruilg ist uins^' er regier, als in beiden Fällen die Brandursach-in Dunkel gehüllt ist. Die „Kette des Sla«s" Im Dienstagblatt der „Mariborer Z treten wünschet». eineitt eritsten Mahnruf veranlaßt geseheit, „Rapid".Wintersportler, Achtung! Alle! worin er sagt, diese Briefe würde,, von ......Schwachköpfen oder Witzbolden geschrieben; das deutsche Volk habe jedoch wichtigere Aufgabelt, als sich init sollch läppischem Mach wert zu I>efassen. In seitdem Mahnruf er-klärt der Stuttgarter Polizeipräsident, er werde, itA?nn das Treiben lticht bald aufhöre, Verbrttter von Kvttenbrissen durch IN. Trauungen. In den letzteit Tagen tvurden in Maribor getraut: OniL Sreeko, Tischlermeister, mit Frl. Maud Kovaci , Alois Stiberc, Wobomister, init Frl. Mavic Murko, Julius Lampttt, Schiteidermeistei, nlit Frl. Agnes Lampert, Paul Kozjek, T ' legraphenaufseher, ntit Frl. Aloisie Orosel, Michael Juhart lnit Frl. Regiila 8enek.ir. Franz Sater tnit Frl. Marie Kikel. nt. Aus dem Staatsdienste. Der Marilu^ rer Hauptpost lvurde dic Postbeamtin Danica MiklavLiL zugeteilt. — Der Beterittärpraktikant Herr Marjan Ko rit tt i k in Rogaöka Slatina wurde zur Bezirt;!^ hauptlnaltnschast in Korenica versetzt. tn. Der Nestor der Mariborer Buchdrucker gestorben. Jnt hohelt Alter von 83 Jahren ist gestertt vorlnittags der Schriftsetzer Herr Raimuttg Lucardi gestorben. Der Ver blichene, der auch ilt lnehreren Mariborer Druckereien beschäftigt war, verbrachte die letzten Jahre int verdienten Ruhestände. Frie der seiller Asche! Der schwergetrosfeneit Fci ntilie uttser innigstes Beileid! IN. Nur 18Y Dinar kostet die Pilgerfahrt zur Grabstätte iverland König Alexandere in Oplenac. Jit diesen Preis ist auch dit Autobusfahrt ztvischen Mradeltovac und dci Votivkirche inbegriffeti. Die Beniitzuu.i de: ztveiten Wagenklasse kostet 280 Dinar. Diesc Beglwstiguttg wird deinjenigen zuteil, der den Sonderzug nach Mladeirooac benii'^^t, der kvtnmettden SamStag, den l7. d. gec/i» 17 Uhr Maribor verlaßt und Montag, den 19. gegen 0 Uhr friih ivieder iit Mariöor eitttrisst. Ans der Rückfahrt hält der gute füttf Sluttdeit in Beograd, sodas-, den Tellitehniern Gelegenheit geboten nnrd. die Resideltz altzusehon. A>nmeldun.gen sind HochwaM überall Der Bachernfuß gänzlich unter Wasser / Slovenska Bistrica von der Außenwelt abgeschnitten / Die Straßen von Celje wieder mit Kähnen befahren / Die Gefahr bereits vorüber / Großer Sachschaden Mlttv>dch, den l4. NoveMer spätestens bis Mittwoch, den 14. d dem Reisebüro „Putni!" oider den Gemeindeämtern vorzubringen. Auf den Awchluß--strecken genießen die Teölne^er d?n halben Fahrpreis. m. Aus dem MÄnnergesangverein. /I^eute, Dienstag, Probe mit anschließender Aus-schußsitzung. nl. Fälligkeit einiger Steuern. Die Steu-cvverwaltung macht die Bevölkerung darauf aufmerksam, daß bis 15. d. die vierte Bier-teljahrsrato der Gebäude-, Erwerbs-, Pau-schalumsatz-, Luxus-, Renten-- und Gesell-schaftssteuer sowie der Militärtaxe entrichtet wevdcn must. Nach Verstreichuug dieser Frist wird die Steuer zwangsweise cingehoben, was mit großen Kosten verbunden ist. Auf der Jagd angefchoffen, In Vre-bovci fand diaser Tage eini? Treibjagd statt. Troddem Signale gegeben wurden, verblieb die Besitzerin Rosalie ^ a j he r in, Wald lind ein unglückseliger Zufall wollte es, das; sie von mehreren Schrotkörtrern getroffen wurde, die sie an der Schulter und am Arm verletzten. IN. Ivo Kilogramm Trauben von einer Rebe. Der Tischlerineister und Hansbc'sitzer .<>err Josef KolariL besitzt an der Front-sc'ite seines Hanses in der BoMniSka ulica ß litte spanische Weinrebe, die Heuer derart ergiebig reifte, daß sie über 100 Kilograt,nn Trauben abwarf. Die Traube erreichte eine .'^>öhe von drei Meter uitd umhüllte in einer Breite voit fast W Nietern das 5>aus. lu. Der Autobusverkehr durch die Go» sposka ulica hat sich schon anl ersten Tage nicht bewahrt. Die Gosposka ulica ist. so eug, i>aß dieselbe für den Wagenvcrkehr schv'.t vor Jahren gesperrt wurde. Und nutt passieren die Autobusse dkie (hasse und werfen die gattze Berkehrspolizeiordnung über deil .Kaufen. Die Passanteil fliichten beim Herail-koininen des Wageits llach alleir Seitetl, unt itlcht uttter die Räder zu kommett. Die Ge-schäf.^sleute in der Gosposka ulica, unserer „City", bekllagen sich, wie einige «its zugekommenen Zuschriften besagen, ebenfalls darf^ber, daß ihnen die KraftwaAsn die >^unden vertrei!^. Denn der Passant kanit die Schaufenster nicht ruhig ^trachten, onn sich beim Mherkominvn des Autobusses die Äute UlM ihn stauen. Wie wird oS erst int eigentlichen Winter sein, ttieitn zu beiden Seiten der Fahrbahn große Schnee-liausen liegen? Wohin sollen dann die Passanten beim Hevankommen des Wg«n, >vonn i'ivsrklopkvn vnri ko» Ii«s bivtcirvck bvsofgiiis« «sregen, ^enn 5ck!of»»ö-ssvngon >iis >Vokliz«kin6en nocktoilig d«HinkluL5en, »sinken L» Kokiss cl«s gofontiort eoskvinkr«'» i»t. l^oik«« i'iov läszt Iknvn clvn ilüstliekon O«nus» «i-no» eckten, keinen koknen-kokkeez vnct vervs»oekt l^vlne 5ct^los»tösungen. Dorum ob morgen: E e l j e ist wieder alt vielen Stellen unter Wasser, sodaß durch itlehrere Stlinden der Berkehr in den Straßeil ilur mir .Hilfe voll ^iähllell llotdürstig aufrecht erhaltell lverdeil koilte. Der Schaden ist umso größer, als das Hochlvasser gänzlich uivvorbereitet kanl ulld lnall sich Sontag abends itoch in vollster l^icherheit wiegte. Als nian anl Morgeil auflva>chte, lvar es bereits zu spät, ai» die Rettullig der Habseligkeiten zl: den-kelt. Vielen Bowohllern i.st die Habe vernichtet worden. Nachmittags begann die Sann zu sinken, doch ist der Wasserstaud noch iin-mer sehr hoch. Unter Wasser lvar lange Zeit' auch die gailze Gegend bis L a ö k o, sodaß an vielen Stellen die Straßen unpassierbar waren. Hoch wälzen sich die Fluteir der S a v e. die besollders in der Klamm zwi^scheit L i-ti ja utch Zidan i nl o st itnt ntch-rere Meter angewachsen ist ultd zahlreiche MlMell und Balierlchäuser unter Wasser gesetzt hat. Bei Litifa ereignete sich ein Erdrutsch, der die Straße verschüttete und die Telegraphen- und Telephonleitungen zerstörte. „Mttribörer "Heilung" Nummer "259. Ne tirekßch» «Ii« ?nl»Ice» Li« r«^elm»Lix rl»» deruilmta ^iver»Iv»»»er 6er »'sempel'Oue i« - k!o^»»Ic» cisno verlier» Li« von fol^ov de^akrt kleiden. k^r^zev 5io ltireo ^rLti l! ZDeaterKunsl Rationaltheater lp Maribor Repertoire: Dienstag, 13. November um Uhr: „Knecht". Ab. C. Evinäßigte Preise. Mittwoch, 14. Novelnber um 20 Uhr: „Ham« let". Ab. A. Donnerstag, 15. November nnl 20 Uhr: .,Ein idealer Gatte". M. B. Freitag, W. Noveinber: Geschlossen. Samstag, 17. November nni 2O Uhr: ..D»' Schaukel". Erstaufführung. Ams Union'Tonkino. Heute DienStaq letzte? Tag des schölfsten Filinlverkes „Maskerade" mit Paula Wessely, da es uns iveqen des Rieseilerfolges gelungeil ist, deil Fiün uo-cti für eiltell Tag zu prolongieren. Nächstes Programm der herrliche Liebes- uiid Gesanji film „Mit Kreuz und Schwert" (Liebe und Gelübde) init deni berühinteil spallischen Tenor Doit Jose ?^tojica, den lvir nnn znni ersten Mal in Maribor seheil uird hören wcrdeit. Burg-Tonkino. Nur bis Mittlvoch der schöilste Marlene Dletrich-Filin „Das hohe Lied" llach dem gleichnainigen Reiuan von Heriuann Suderlnann. Marlene Dietriche herrlichste Rolle, Sudernlailns bester Noittalt in einem Großtonsilm, der jeden ,^uschailcr begeistern muß. — Ain Doiluerstag das größte Wert aller Zeitell: „Kavalkade". Tin Meisterwerk in deutscher Sprache lmt Elive Broote in der Hauptrolle. .,K'avalkade" macht den Anspruch, ein Nationalepos einer Generation zu werden, so schreibt die Kritik über diesen Film. Glühend, Patriotisch, flant mend in seiner großeil, wahren Liebe zunl Frieden. Die Haildluilg begiilnt 18!19 ain 31. Dezember (als die Uhr 5' Minuten vor 12 steht), zieht dnrch den Bnrenkrieg, zeigt Nils die Schveckensnacht des Unterganges des Riesen „Titanic" 1912, sührt uns in deil Weltkrieg 1911—l918, Ulnsturz, bis zuin Silvester Is>33. Die Zeitung-^kritik hat i"lber diesen Weltschlager nicht nur in Supcr lativeiL geschrieben, sondern — gejaucli^t. Der Angeklagte war am 14. Oktr'ber mit seinem Bruder Franz, seiner Schwester Mci' ria Uratnik und ihrem Manne Anton sowie einigen anderen Bekannten im Hause s<'incr zweitcll Schwester Tbercsia Rovsnik in Stop-nik bei Bransko zu Besuch. Man unterhielt sich gut, trank viel Weitl iind noct> lllehr Schltaps. Als Maria Uratnik ilierkte, daß ihr Mann schon übers Maß getrunken hat-t<', bat sie ihn, mit ihr den Heimiveg nach BraslovLe anzutretell. Da sich der Mann dagegen sträubte, ging die Fr^iu allein nact, Hause. Ihr Nkanli aber trank mit deil an-dereit fleißig weiter und schinlpstc tüchtig auf seine Frau. Fraitz De'^nikar aber verteidigte seine Schwester. Er packte i»n Zorn einen Stecken und hieb dainit zweitnal gegen seinen Schwager Uratnik, traf aber nicht ihn, fondern seiuett Bruder August zweimal über seine Hände. Dieser geriet nun ebenfalls in Wut, faßte ein Küchenmesser, das gerade am Tische lag, und stieß es ftinem Bruder Franz mitten ins Herz. Der Verletzte sank zu Boden und gab eine Viertelstunde später seinett Geist al^f. Der Angeklagte war gestandig, redete srcli aber auf Notwehr aus. Das Gericht verur-tieilte ihn wegen Uebertretung der Notlriehr nach Paragraph 178-2 zil ein'eiil Jahr streit-gen Arrestes und zur Zahlung der Gericht? kosten. c. Das „Studio" trit't nach längerer Pan-se wieder auf den Plan. Es eröffnet seine Spielzeit mit Henrik Ibsens „Die Gespenster", einem Nachtstück des Lebeits, einem Bild gesellschaftlicher Lüge llnd ihrer Folgen. Die Sünde des Baters vererbt sich auf den Sohn und führt ihn iil geistige Umnack)-tung, Me.S^ielleit«ng liegt iil den Händeir richtung: NE; Bewölkung: ganz; NiÄer-schlag: 0. * Berkauf auf Teilzahlungen von Uhren, Goldwareil. As. ^I^er-jev »in. * Isolation bei Autoziindkerzen. Das bisher bestbekaniltc Isolationsinaterial ist „Si-lbnlairit", ivelches die Natur selbst als solches geschaffen hat. Die Ehainpion Spar! Plug Eomp., ivelche auf der gairzeil Welt verbiviteten Chamipioil Zündkerzen erzeugt, besitzt und verfügt über das einzige bereits bekailirte Siliumlrit. Srlimanit hat die stärkste elektrisÄ)e Wrderstai^dskraft, ist widerstandsfähiger gegen momelltaite warnle Strö muitgeir uil.d hat größere mechanische Wider-'stiailidskrast als jedwedes andere Jsolatioits-iiraterial. 1SK96 * Wie wird das Licht gemessen? Die Le^- stung der Glühlailtche ist jene Lichtmenge, die die Lantpe in einer Sehnde nach allen Rlchtuttgen auÄstrcchlt. Die Maßeinheit des Lichtes ist das Lumen. Wir müssen uns mit diesvr täAich vorkommenden Maßeinheit vertraut ntachell, wie wir auch die Begvi'ffe Volt und Watt kennen lernen. Eiii Lumen ist jene Lichtmetlge, die von einer 1 Kerze starken Lichtquelle in elner Sekunde aus einer Entfernung von einem Meter auf ein^ vertikale Fläche vo-n 1 ausgestrahlt wird. Wenn wir uns um eme Lichtquelle, die diese Lichtmenge tmch jedeni Punkte des Rannies gleichntäßig ausstrahlt, eine Äugelfläche denken, derelt Radius e'.nen Meter, deren Fläche also 12.5 Quadriatmeber deträgt, entfällt aus jede Quadratmeterfläche ein Lumen, auf die ganze Fläche als 12.5, Lumen. Wemr inml demnach, die anMeve Lichtstärke irgendeiner Lichtquelle kennt, so kann ihre Llchtlelstung errechnet werden, inde.in 'Ulan die lnittlere Lichtstärke mit 12.5 znultipli-ziert. Auf dieselbe Weise können wir auch die Lichtstärke einer Lichtquelle errechilell, wenn wir ihre Lichtleistunc^ iil Luinen ken-nnr, Ulld zlvar derart, daß lvir die Lumen-.zahl durch 12.5 dividiereil. Das Llllnelt ist aber für praktische Zlvecke eille zil kleiiie Eillheit, aus diesvlil Gruirde wird die lläch-ste größere Einheit: das Dekalumen <10 Lumen) verlvendet. Die neuen Tungsrain D Doppelspimlla?lnpeit mit größerer Licht-leistuitg und erhöhter Wirtschaftlichkeit werden schon nicht ilur nach Ihrer Strolnauf-nahme, sondern der Lichtleistung tiach in Dekaluinen-Einheiten mit zirsätzlicher Watt-bezeichttung gestaffelt. Alls dieseil Zahlen kann die erhöhte Wirtsil^aftlichkeit die'ser L-ampell unnrittelbar abgelesen werden. Aus Sekje Bor dem INchter Den Bruder erftochm. Anl Samstag vormittags fand vor dem Dreiersenat des Kreisgerichtes in Eelje der Prozeß gegen den AHährigen Befitzerssohn August D e 2 n i k a r aus Do^ovelje bei BraslovLe statt, der am 14. Oktober d. I. seinen Bruder Franz niedergestoßeit hatte. Den Vorsitz führte Richter B o 2 i ö, während Staatsanwalt Dr. I u h a r t die Anklage vertrat. Diese warf dem Angeklagten VerbreHen des TotWages vor. .Naribor^ ZeiwM" Nummer AV. dm tt. November tW4. des Herrn Magister» Aedor G r a d t ö-n i k. DK Rollenbesetzmlg weist folgende Namen auf: Fräulein Türk, Aräulein Mr-nik, Gradiinik, Jmcaö und G^. Die Eröffnungsvorstellung findet SamStag, den 17. d. um 20 Uhr im großen Saal der „Ljudsta pofojilnioa* statt. Die Wiederholuir^vor-stellung wurde für Sonntag, den 16. d. um 16 Uhr ebendart anberaumt. Den Kartenvorverkauf hat die Buchhandnlung „Donwvi-na" übernommen. c. TsdeSfal. Im hiesigen Krankenhaus starb Frau Ida M a j e r, Eisenbahnb^m-tenswitwe aus Bojnik, im Alter von 8S Iah r«n. Die Verewigte wurde am hiesigen Stadt sriedhof beigesetzt. c. GannreguUerung. zweite Berst«. c^erung für die Abgabe der Sannregulie-rungsarbeiten zwischen Tremerje und Polule bei CeLj^ wird am 2S. November um 11 Nh? bei der B^rtshauptmannschaft in Celie statt finden. c Das Hauptturnier des GchachNub» fitr das laufende Jahr ninlmt Mttwoch, den 14. d. im Klnbraum des Hotels „Euwpa" seinen Ansang. Für die drei ^ten Spieler smd schöm: Gebdpreise ausgeschrieben. c. Zwr großen «ewerbeauSftelnnD 1WK in Eelje. Die Borarbeiten sind im voll^ Gmi-ge. Die Propagandabteilung hat boMossen, eine Broschüre herauszugeben, dte eine Geschichte ds>r Entwicklung des Gewerbes von seinen Uranfängen bis zur Jetztzeit bringen soll. Die einzelnen Firmen, die im Rahmen dies^ Druckschrift Reklame machen wollen, werden aufgefordert, schon jetzt ihre dieSbe. züffttchen Wünsche bekannt zu g^n. Die Preise der Ausstellungsräume »Verden sich zwischen 15 und 25 Dinar für den Quadrat-bewegen. Der BergnügungsauSschuß hat an die Sta.dchauptmannschaft das Ansuchen gestellt, für die Zeit der Ausstellilng 'venligens eine der beiden Straßen, die an der städtischen Bolksschttle vorbeiführen, absurren ulld mibbenil^n zu dürfen, da der Zchulhof als Belustbgungspavk allein etwas zu klein ist Der Berwaltungsausschuß hat beschlossen, lväihrenid der Dauer der Ausstellung auch Fachvorträge abzuhalten, die besonders dein Nachwure Anschrift, etwaigen Wünsche und Ratschläge ehestens bekannt zu geben. „Ich habe meine Brieftasche verloren", klagte Karl seiimn Freund Enmnuel, „und ich habe schon in allen Rocktaschen in Sen Westentaschen ulid in den zwei Hosenta'chen nachgeschaut. ?«'ur nicht in der hlntereil Ho-sentase." ^ „Und warum dort nickt?" fragte Emannel besorgt. — „Ja, ivsißt du, wenn ich sie anch dort nicht finde, trifft mich der Schlag.^' lDirtschaftliche Rundschau Ervottchancen noch USA Die Ausfichtm verschlechtern fich von Tag zu Tag Nach Berichten aus Newyork gestalten sich die Al^atzmöglichkoiten für europäische Oua-litätpvädwkte in Amerika und überhaupt auf iiberfveischen MÄrkten von Tag zu Tag schwieriger. Smoeit es sich dabei lediglich um Unzulöniglichteiten in der Absatzorgani-^ion handelt, die nicht bolß in dm Bereinigten Staaten, sondern auch wuf dem südamerikanischen Markte in die l^scheinung treten, kSnnte wohl noch manches nachgeholt werden, was in srtiheren Jahren versäuM wurde. Allein «s stellen sich auch den leit Jahren bestehenden Handelsverbindungen steigende Hindernisse in den Weg. Ms Kvn-kurrenzfaktoven der europKischen Exportindustrie kommen nach der Zurückdrängnng des deutschen Exportes hauptsächlich die eigene amerikanische Produktion und die japd-nische Exportindustrie in Betracht, tvelch letztere in den letzten Jahren ni«^ bloß die Preise sehr stark unterbieten, sondern auch in il^ver An^ssungsfähigkeit an die Bedürfnisse des ameritanifl^n Marktes große Fo^ schritte gemacht hat. Der A!assenkonisum geeist auch in Amerika in der letzten Zeit sehr stark zur billigen Ware und >venn mit der Billigkeit auch noch eine gavisse Mittelmäßigkeit der Qualität verbunden ist, dann find die Chancen sÄr das betreffende Exportland schon außeror-denblich hoch, speziell die GlaÄndustrie hat derzeit infolge der Bervollkommnung der Preßglaserzeugung einen sehr schweren Stand. Der Durchschnittsamerikaner greift eben in den meisten Fällen zu der ebenfalls mit hohen Achteffekten und guter Dekoration ausgestatteten Preßglasjatdiniere, weil sie um ein Fünftel des Preises für Edelglas zu haben ist. Der Besitz des echten Olasservi-ces ist nicht einmal nvehr aus die oberen Iehntauseivd beschränkt. Das gleiche gilt hinsichtlich des Porzellan?, der Textibvaren und Wäschekonfoktion, wo sich speziell die japanische Industrie in der raschen und getreuen Äachahnmng der neu« esten europäischen Dessins und Mono-^ram-me, der vollständigen Anpassung an Qualität und Geschmack sehr bald als gefährlichster Konkurrent fast aller Export^äipder Europas erwiesen hat. Daß auf diese Mise die Msatzmöglic!^eiten der tsar man seinerzeit auch allzusehr geneigt, die Auswirkungen der Prohibi--tionsaushebunq zu überschätzen. In Wirklicki-keit ist der Konsuni alkoholischer Oetränk^? nicht in dem erwarteten Ansnias^ gestiegen, das Bootlegertum floriert nach wie vor und die Preise der Trinlspirituosen sinid sür den grSßerei, Konsum me^t unerschwinglich. Der Konsum von europäss^n Bier ist ebenfalls stnrk eingeschränkt, die durchwegs stnrk iiber« kühlten amerikanischen Niere sind lMte die Konjumarttiel der breiten Massen. Mne gewisse Konjunktur machte fich unmittelbar nach der Aufhebung l^r Pro^tion in gewiss HilfSittdustrien (Bierfässer usw.) bemerkbar, keineswegs aber im Bierexport, der auch weiterhin «inen schweren Stand h^n dürfte. Z^sandmenfassend mußte man den Eindruck gewinnen, daß nur im Rahmen der gesamtlichen Wirtschaftspolitik versucht werden kann, die vom Präsidenten Roosevelt mit den jeweils zweckmäßig erscheinenden Mitteln . verfolgt wird, lvobei ein starres Festhalten an früher aufgestellten Prinzipien keineswegs zu den Notwendigkeiten der amerikanischen Wirtschaftspolitik gehört. Bei der Regelung der Wirtschaftsbeziehungen Aum Auslande werden in Amerika in der nächsten Zeit zweifellos die dynamischen Momente stärker in den Bovderymnd treten. Es werdeil wohl gewisse allgemein gültige Richtlinien für den WirtschaftSverdehr nrit den einzelnen Kontingenten aufgestellt werden, so daß z. B. nicht mehr die !^in-gungen, unter denen eine Einigung mit ir-genuinem europäischen Kleinstaat« zustande gekommen ist, für die gesamtamerikanische MrtschaftSpolitik bindend sein werden. NaS würde natürlich nicht anderes als eine Modifikation der MeistbegÜnst^gungHklauseln be-deilten, eine Frage, die auch bei der Ausgestaltung^ der Wirtschaftsbeziehungen in Europa vielfach erwogen wird. nevaldirektor der Priv. Landesprodukten-AuÄfUlhr A. G. Markovi^ und Diretia^ SchreiberKU Berhmrdlungen mit dor Dfchechostowakischen Oetreideeinfuhrgesell fchaft eingetroffen. Gegenstand der Verhandlungen bilden die jugoslawischen Weizen^ lieferungen nach der Ä^rl^choslowakei. X Kleinhandel von Fadriken. Im Ljub ljanver „Trgovski List" führte ein Kaufmann Klage darüber, daß die Zahl der Fabriken, die Einzelhandel treiben, imnier mehr zunehme. Der Ber^sser ver^oelst darauf, daß in der Umgebung von Ljnbljana bei einer Anzahl von Fabriken auch belie^ big kleine Posten Ware für Einzelkäuser erhältlich seien. In dem Aufsatz wird für die Berkaufsstellen von Fabriken dieselbe Besteuerung verlangt, der die Kvufleute unter« liegen. X Wiener «intzerniarkt. Wien, 12. d. Der Auftrieb auf dem Rindermarkt betrnq: 1877 S^achtrin^r, davon 10SS Stück Mast-, 1K8 Beinwich. Es notierten: Ochsen 0.80 bis 1.40, Stiere 0.77 biS 0.98. Kiis,,' 0.70 bis 0.90, Beinlvieh 0.S0 bis 0.S8 T das Kilogramu, Lebendge»»icht. Ruhixie? Berkehr, Ochsen und Stiere bis .'i Groschen. Mhe und N^nlvieh bis 5 Groschen billige?. Deutsche» Änterefke für tugoflawNch« Srvvl Wie aus Paris gemeldet wird, soll fich Ministerpräsi^nt General G ö r i n g anläßlich seines letzten Aufenthaltes in Beo-grad lebhaft für die Ausbeutung der jugosla wischen Erdöllager interessiert haben. Es han^lt sich darum, daß Jugoslawien Vertretern der deutschen Regierung die Konzession zur Ausbeutung der Naphtaquellen erteilt. Bisher besaß nach diesen Meldungen die Konzession zur Exploatierung der Erdöllager der Armenier Savoyan, der schon längere Zeit mit dem englischen Petroleum-nlagnaten Deterding verhandelte, der die Nnternehnnlng finanzieren sollte, doch sei man zu keinenl Einvernehmen gekomnien. Für die jugoslawischeil Naphtalager interessieren sich auch französisr!^ Finanzkreise, da sie sich davon ein gutes Geschäft versprechen. Deutschland braucht große Mengen Benzin für sein sich rasch entwickelndes Flng Wesen, weshalb es trachte, entspreche»de Kon Zessionen ii, Jugoslawien, das nach seiner geologischen Beschaffenheit ein Oelland sei,t muß, zu erlangen. Die Meldung wurde bisher nicht bestätigt. X Jugoslawische Weizenlieserungen nach der Tschechaslowa^i. In Prag sind der Ge- Radio Mlttvoek. K. divvvmder. l^ Z u d I j g n s. 12.13 lllir: ton. 1S.5Viener l^ieä vom ovi-xen Vseabunclen. — 22.10: ^bonälvon^ert. — ^ e r l ! n. !6: !^u8tlc am I^aelmllttsx. --- H.^0: I1au8musik. ^ 20.10: >Val2örIle6er. — 2l: ^nton öruckner-^vlclus. — v r tt n n, 19.25: klssmusilc. 20 05: So^lo aut liem elelctrisclien Klavier, -^vuäapost. 1Y.W: »A/taäams kutterklv-, Opernllbertrsxune. ^ 2215: Xieeunernnisilc. — K u Ic a r e 8 t. Klavierkonzert. 20.45: Vokslkotueert. OeutIclilancisenäor, 1905: per len ckeutsclior Vk>l!c8lleäer. — 20.35: Vl^lk-liel? - V(illr8mu8ilc. — vroltvick. 17.45: l)uintett. — 2130: Linloniolcon^ert. — e i si 2 i x. 17: Haus- nn6 Kammermusllc. — 18.?>>: »I'amilie unter sicli«. lustixo K^^enon. — 22 20: I^cibonäo 1 omlicliter. ^ » I I s n cj 1710: Ksmmerlcl>nz!ert. ^ ii n c il e i. 17.50: Koneert5tun' I^le! Cliopinlcon^ert. — 21.40: Leilokon^ert. Eisberge in der Nacht Von Colin Roß. C o l i n R o ß hat seinem Ruf als Welt-reisender wieder einmal alle Ehre gemacht: er hat nlit selner Frau und seinem zehnjährigen Sohn Ralph eine Reise in die' Polarzone unternom,men und damit die erste ivei-ße FamUlc überhaupt in die Arktis geführt. Die Fmnilie Roß sollte nach dem Willen unseres berichmten Weltreisenden den Tausenden weißen Fanlilien mit gutem Belspiel vorangehen, die, wie er glaubt, in baldiger Zukunft die Arktis beviilkern werden. In dem demnächst erscheinenden fesselnden und lobhaften Reisetagebuch der Familie: „Mit Kind und Kegel in die Arktis" wird er die Erlebnisse und Abenteuer auf dieser denkwürdigen Fahrt schildern. ?)!it Genehmigung des Verlags Brockhaus, Leipzig, entnehmen wir dem interessanten Werk noch vor Erscheinen eine Tertprobe. .,An Bord der,Nlascotz!e' in der Davesstraße Plötzlich »vachte ich auf. Es n>ar nütten in der Nacht. Das Schiff stand. Es ist immer ein unbehagliches Gefühl, nienn das Tchiff auf offenem Meer hält, vor allem nachts Irgend etwas Ist dann loS. Ich schüttelte den Schlaf ab und richtete mich auf, um durchs Bullauge zu sehen Dichter, dicker Nebel. Aber wir fuhren wieder, ganz langsam: wir schoben uns mehr durch das Wasser. We ost habe ich das erlebt. Das Pli>tsiichc Auflvachen In der Nacht, der dicke Nebcl, das langsame Wiederanfahren und dann — das Ne^lhornl Gleich tvürde es aufheulen in langgezogenen, klagenden Tönen. Aber alles bllieb still. Ich wartete und lauschte: nichts ließ sich hören. Lautlos wie ein Ge-spensterschifs gliten wir durch den Nebel. Dann wuroe tch mir mit einem Male be-wüßt, daß wir ja mutterseelenallein auf dem Meere waren, die „Nascopie" und sonst nichts. Auf dem weiten Atlant, auf der Unendlichkeit des Pazifik konnten wir nicht so allew und verloren sein ivis h'.er im arktischen Meer. Regelmäßige Routen g'^t es hier nicht. Der Walfang hat aufgehört. Die Neusundlandfischer fahren nicht so weit nordwärts, und Expsditions- oder Forschungsschiffe, denen wlr allenfalls hätten begegnen können, »varen in diesen: Jahre nicht unterwegs. Wir ivaren tatsächlich allein. Wozu also Damps in die Sirene ver-schlixinden, niemand konnte uns hören! Ich stand noch am Kabinensenster und sah hinaus, da zeichneten sich '.m Nebel, undeutlich ulch dennoch unheimlich wirklich, ,zackige Umrisse ab. Einen Augenblick stand eS wie eine ^ohung gerade vor mir. Dann hüllte der Nebel es wieder ein. Wir waren doch nicht allein, wenn uns auch niemand hören konnte. Unentwegt zcg uns entgegen, lautlos wie schatten, aber von tödlicher Gewalt, wenn wir in voller Fahrt dagegen prallton: Eisberge! Aus dem Lacastersung treiben sie heraus, Produkte der riesigen NsfaVrik der Zentral arktis. Von den grönländischen Gletschern brechen sie ab, vor allem von denen der Melvillebucht, den Robeson- und den Ken-nedy?anal ziehen sie herunter, direkt vom Pol her. Und ülle, alle sammeln sich in der Davisstraße und schwimmen nach S^en. Langsam dampfen wir die Davisstraszc hinauf, all den Gletschern entgegen, dai heißt, nein, jetzt halten wir doch. Der Nc-^l ist zu dicht geworden. Ich kann vom Ka l'inenfenster nicht einmal niehr bis zum Wai ser hinunteresehen. Beruhigt ich mich wieder hin unt> schlafe weiter. Wir haben einen ausgezeich. neten Kapitän mit langjähriger EriahrunI im Eis. Und ivenn, das wußten wir ja, ehe wir an Bord gingen, daß jede Arktisreise. auch heute noch auf einem Eisbrecher ein gewisses Risiko einschließt. Wozu sich alii' vorzeitig beunruhigen! Ich sÄief tief und fest. Am nächsten Morsten ivar der Nebel fort, wenigstens im Osten war der Horizont frei und klar. Gegen Westen jedl^ dehnte fich eine endlose endwse Dunstbank. Es waren die Wolken, die Basfinland einhüllten. Wenn für Angen-blicke der Dunstschleier riß. sah man auf Gletscher und schneebedeckte Berge. Wir fahren die Dunstbank entlang nb^r lnäßig biegte See. Eisbrocken kommen uns entgegengetrieben. In der Ferne blinkt Heller E^n auf. Das heißt mchr Eis, große Mittwoch, bm 14. November 1VZ4. . n'r ,^citung''' Nummer ??>9. Belm ärmsten Sultan der Welt Deutscher Forscher auf den Spuren eines glanzvoNen?»e»che< / Heute im Sand ersticktes Land Unmittelbar an den arablschen Staat Jemen grenzt das Wadt BclM, eine von der Natur nur äußerst notdürftig bedachte und ebenso besiedelte Landschaft, halb »m Sand erstickt. Einst >var das Gebiet eine l^lijhende Provinz des sabäi.sch-hlmjaritlschen Reichs; es gilt heute Äs eine der wichtigsten Stätten jener alten K'ulturrcste. Hans Helfritz, der bekannte deutsche Arabienreisende. der auf zwei kühnen Fahrten !ns Innere des unbekannten und Fremden iierschlossenen Arabten vorgedrungen ist, schildert seine Erlebnisse im Wadi Behan, das er nach der Wüstemvanderung durch die >wa al Khali aufzusuchen beschloß. „Als ich -luf dem Wüstenmarsch eines Tages meine Absicht kundtat", erzählte Helfritz, „erfolgte zunächst ein längeres Hin- und Hergerede, k'as sich nach arabischer Art etwa eine Stun de hinzog. Meine Beduinen lehnten es ent-'chieden ab, si6) dem Herrschersitz von Behan ')U nähern, da sie fürchteten, man könnte ihnen etwas anhaben. Schließlich, da ich auf 'lleinem Plan bestand, erklärte sich Ambarak bereit, mich allein zu begleiten, da er sich fi'ir mein Leben verantwortlich zühlte. Äe Karawane wollte inzwischen weiterzieljen und uns am nächsten Tage anßerhalb des st^biets von Behan erivarten. Wir ritten mdes der Hauptstadt von Behan zu. Gegenlvart und Vergangenheit fanden sich auf eine drastische Weise vereint. Vor uns erhob sich ein hoher, breitgewölbter Hügel, der aus den Mauerresten der alten himja-ritischen Zdönigsburg gebildet wurde. Dieser llvchberühmte Könlgspalast war einst der Mittelpunkt der prächtigen alten Z^uten von Behan. Hoch obeil auf der breiten Kuppe des Hügels la-g die Residenz des jetzigen Sultans, nichts als ein voher, schon etwas verfallener Turmbau, der, wie sich svä-ter zeigte, im ganzen nur zwei Räume ent-liielt. Der Sultan von Bel^an war wohl der ärmste seines Zeichen'^, den cs auf der Welt gi!^. Er nährte sich nur voll Milch und Brot, da die Besc^fung von Fleisch bereits seine Mittel überstieg. Unten, zur Keite des Hügels, lag eine Ansammlung von Lehmhütten: die Hauptstadt von Behan. Zwei Patranen Whrensaiut. Einigermaßen im Zweifel darüber, wel-0)er Empfang uns bevorstand, ritten wir auf den Schlotzhügel zu, ich selbst hoch oben auf dem mit meiner gesa inten Habe belade-nen Kmnel. Nichts regt sich, indes wir berganstiegen; niemand ^var weit nnd breit zu sehen. Plötzlich, als wir schon oben angelangt waren, stürzten etwa dreißig Beduinen, aus der Burg hervorbrechend, auf uns zu. Es waren Soldaten des Sultans, wahrscheinlich seine gesamte Armee, jeder niit '^wehr ultd Dolch bewaffnet, inr übrigen l^ber recht dürftig gekleidet. Jnl Nu waren lir unrringt, und ein wUdes Geschieße be-Mln, begleitet von tobendem Geschrei. Je. doch war bald zu erkennen, daß die Gewehre in die Luft abgefeuert wurden, und das üanze nur ein Freudenschießen bedeutete. Jeder Soldat opferte zu unserer Begrüßung zwei Patronen, was bei' der Kostbarhe!? dieses unentbehrlichen Existen^^mittcl-z in jenen Gebieten immerhin als eine ganz erhebliche Ehrung zu bezeichnen war. Es stellte sich heraus, daß man mich für den sandte,! einer fremden Macht hielt, der mit gebührendem Pomp zu begrüßen n>ar. Trotzdenl ich den Irrtum über incine Eigenschaft rasch aufklärte, wurde ich von dem Sultan sehr freundlich emHfanqen. Es war ein hochb<^ter, etivas niüdcr Herr, das Haupt glänzend von deui eingeriebenen Fett und in einen nicht übermäßig königlichen Mantel gehüllt. Ich durfte mich aus dem Ehrenplatz ihm zur Seite niederlassen, und er zeigte sich als ein aufgeklärter Herrscher, der mir, entgegen der Gewohnheit in dieser gegen joden fremden feindseligen und zum mindestens mißtraui.schen Ländern, sofort «uf meine Frage die Erlaubitis gab, nach Belieben zu PhotograPhieren oder Auf zeichnungnl zu maiZ^n und mir dabei sogar seine Unterstützung zusagte. Die dreißig Soldaten des Sultans nah-meil sämtlich an dem Einpfang teil. In dein ziemlich kleinen Raum war jedes verfügbare Plätzchen von einer hockenden und schn^eis',-triefenden und nicht gerade nach Rosen duftenden Gestalt besetzt, in ivotwendig engcni Kreis dicht uui mich geschart. Dein Brauch gentäß hockte man auf diese Weise luohrere Stunden beisammen, in die Uliterhaltung stets würdevolle Pausen einlegend. Zivischen durch wurde den Gästen sehr erfrischende, gesäuerte Milch nnd etwas Brot gereicht, mährend das Gefolge seine Eß^wrrnt^' hervorzog und so eine Art Picknick veranstaltete. Der Sultan schläft ein. SchließUch aber wurde nach diesem langen Empfang jeder einural müde. Der Sul- tan rückte etlvas näher an mich heran, bettete sein reichlich mir Oel gesalbtes Haupt in meinen Schoß und entschlummerte Die Loldaten folgten dem Beispiel lhres Herrn, ivemgstens soiweil es das Entschlunimern betraf; und bald hörte man nur noch die tiefen Atemzüge eines eng zusammengedräng ten Knäuels bräunlicher Menschenleibor, farbig betupst mit den spärlichen Stücken ihrer Bekleidung. Nach die>sem gemeinsamen Mittagschlaf machte ich mich auf, unl die Ruinen einer längst vergangenen Zeit in Augenschein zu nehmen. Lange stand ich vor dem hochgc-türmten Hügel, unter dem die berühmte ^önigsburg eines nichtigen lind glanzvollen Reiches begraben lag, und dachte daran, wieviel Geheimnisse sich wohl unter deul Sand verbergen mochten, die noch der Entd^ung harrten. Der freundliche Sultan hatte mir einen Begleiter nlitgegeben, der mich auf die benicrkenÄvertesten Plätze ciuf-lnerksam nmchte, wo eine Ausuahine besonders lohnend erschien. Meist ragten nur die Grundmauenl aus dem Sand hervor. Aber diese wuchtigen, festgefügten Mauern, zwischen denen noch die Einteilung der Innen-rauuke erkennbar war, breiteten sich, -.'Viereck neben Viereck, unterbrechen nur von den größeren Schutthaufen, vernlutlich einstiger Kult- und Versau,mlungsstätten, über iveite Flächen dahin und ließen erkennet,, daß liier eiirst volkreiche Städte gestanden haben. Vel^wundert fragt nmn sich, wie es inöglich war, daß ein Land, heute wiist und öde nnd n.nr einer ganz geringen Zahl primitiver Bewohnung kauln das Notdürftigste zun, Leben bietend, einstmals — wie die Spuren zeigen — von Menschen wimmelte, die schwelg«i:d im Reicht^,« ilmnitten einer üppigen Natur, zugleich Schöpser einer hohen und kunsilvollen Killtnr g^'vesen sind. Kleiner Mobefpiegel Die Mode des Winters: Spitzen und Federn Die M-ode dieses Winters hat sich wieder einmal eines ihrer besonderen Lieblinge beinächtigt — der S p i tz e n. Lange blieb dieses herrliche Material unbeachtet, jetzt feiert es neue Triumphe. Spitzen werden in der Mode des diesjährigen Abendkleides eine bedeutende Rolle spielen. Insbesondere schwarze Webspitzen erfreuen sich besonderer Beliebtheit, da,lebe,r sehen wir Spitzen-Abeirdkleider in den verschiedenst.'n Farben. Häufig ergänzt ein kleiner Spitzenumhang das seidene?lbendkleid. Neben den Wobspitzen, die als Kleiderstoffe Verwendung finden, tauchen die spitzen in vielfacher Gestalt zum Aufputz des Neides aus. Der Spitzenkragen, jahrelang aus der Mode gekommen, ist wieder da. Zu Kragen uird Manschetten ans Spitzen gesellt sich für das Nachmittagskleid das Jabot, das ganz besonders kleidsam ist. Jugendlich und elegant, gibt es besonders den, dunklen Nachmittagskleid eine festliche Note. Von, feinsten bis zum schwersten Spitzengeivebe sind alle Arten der Spitzen heute wieder begehrt. Das Aufblühen der Spitzenniode ist doppolt zu begrüßen. Eimnal, we'.l dadurch wirklich ein wertvolles Modeattribut wieder zur Geltung gelangt, dann aber auch, meil die neu erwachte Mode ein Au'k^liihen der Spitzenindustrie zur Folge hat, die jähre, lang besonders schlver zu kämpfen hatte. Gleichzeitig mit den Spitzen sind auch die Federn wieder in, Modebild aufge- '^rge, die noch unter dem Horizont stehen, aber ihr :veißeS Leuchten gegen den Hinl-niel reflektieren. Ich holte die Kamera und post'.erte mich am Bug. Da trat auch schon der erste Eis-l'erg über die Kimme, groß wie ein Turm. Rasch kam er näher. Er trieb gerade auf uns zu. Scheinbar erst im letzten Augen-l'lick änderten wir den KurS. Wir standen an der Reling und sck)auten lmf das Eiswunder. Nicht wir allein. Me Mitglieder der Expedition, die Mounted 't>olice, der Beischof, die Besatzung, soweit sie dienstfrei war, stand und starrte offenen 'luges auf den riesigen Berg, dieses Gebir-qeZ aus Eis. Ts ivar ein ungel)eurer, zackiger Blcck, hinter donl ein viereckiger Turm aufstieg, so gleichmäßig, als hätten ?1ienschenhände ihn mit Lot und Wasserwaa;,? geKgt. Mitten im Block zeigte sich eine riesige Höhle. Sie sah aus wie die Behausung eines vorssntflutlichen Drachens. Gleichzeitig fiel von rückwärts ein Heller Schein in sie. 'öatte sie denn ein Fenster. Da ivar der Block mit uns auf einer Hö- he, und wir sal)en, daß er in der Mitte hohl war. Ein riesiges Gewölbe durchbrach ihn. Wie durch einen Torbogen von ungeheuren Ausmaßen konnte man durch die Eiögrctte hindurchschen. Wortlos standen wir an der Reling. Wie der Berg vorbeiglitt, schloß sich das Tor fangsam uivd wurde wieder zur Höhle. Aber nun zeigte sich ein neues Wunder Der Turm der scheinbar ein Teil des Eisblocks gewesen war, stand abgesondert hinter dem Klotz mit dem Torgewölbe. Beide erhoben sich über eine Eisplatte, die slach wie ein Tisch tvar, wie eine Ebene. Auf dieser Ebene hin. ter denr Eisberg erhob sich frei der Turn,. Er war viereckig. Alle vier Seiten wareil ganz gleich, seine Kanten haarscharf, und er »var höher als die Mäste unseres Schisfes. Eine schier ungeheuerliche Masse von Eis mußte nner diesem hohen und künstlichen Gebilde im Meer schwiminen. Nur der siebente Teil eines Eisberges ragt ja über die Wasseroberfläche. Sechsmal so viel Eid als sichtbar ist, schwimmt unter Ausser. Diese unsichtbare Eisnmsie unter dein Meeresspiegel ist es, die Eisberge so gefährlich nlacht. Wir gingen nicht inehr unter Deck. Wir blieben am Bug stehen uird lieszcn Berg auf Berg an uns vorüberziehen. Schließlich kam einer, der der größte von allen war. Aber wie ich die „Eontax" hob, soh ich. daß der Film in der Kvmera abgelaufen war. So rasch ich konnte, wechselte ich die Rollen. Es dauerte einige wenige Augenblicke, aber wie ich den Kopf hob, ivar der Berg fort. Ich fühlte einen tödlichen Schreck. Eben war der Ensberg doch noch vor nur gewesen. Er konnte doch Höchste,t6 eine knrze Strecke weiter getrieben sein. Er konnte sich doch nicht in Äft aufgelöst haben. Da sah ich noch eininal, für Sekunden, die Konturen des Eisblockes, dann war er verschwunden, ll>ie verschluckt vom Nichts. Jetzt erkannte ich erst, daß Nebel ihn verschluckt hatte. Wo eben noch freies Meer gewesen war, breitete sich iveißlicher, undurchdringlicher Dunst. Ich sah nach vorn. Auch hier undurchdringlicher Schleier. Hinter diesen Schleiern aber rückten wie ei.serne Tanku,lgcheuer hinter Gaswolke,! die eisigen, zackigen Berge gegen uns vor. taucht. Zuerst flogen sie an das 5)erbst- nni Vinterhütchen. Insbesondere der lleinl Jägerhut ist ohne die flotte Fedeipose nich. denkbar. Neuerdings aber begunit vor alte,» die dekorative Straußenfeder einen neuen Siegeszug. Sie hat das Atmend-kleid erobert. Gerade hier verleiht ein Aus-Putz aus Straußenfedern dem »Ueld die Noti des großen Gesellschaftskleides. Um dc^r Ausschnitt drapiert, ninrahmen sie nmleris^ji Hals und Schultern. Am dunklen Abendkleid wirkt der kleine Federntuff am schnit als Belebung des Ganzen. Ja, sogar das Nachmittagskleid hat pch den Tchini'5 der Straußenfeder gefallen lassen. Bunt« farbig umrahmt sie den kleinen Ausschnitt, sitzt als Tuff auf der Schulter oder an Gürtel. Und endlich hat anch sie 'ich bcreiti -den Hut zurückerobert. Am Abendhut beson» ders wirkt die helle Straußenfeder edi.ns^ grazii^ wie elegant. Cvelins. Ein bißchen Schvnheittpfleg« Das Gebot des Herbstes: Teintpslege. Bei rauher und regenfeuchter Witternn«? ist eine sorgfältige Teintpflege besonders notlvendig. Insbesondere die Frauen, di^ eine trockene Haut besitzen, müssen Vorsicht sein. Herbststnrine sind das beste Mittel, un'. eine aufgesprnngene rauhe Haut zu erzielen. Deshalb ist es nötig, den Teint gegc>r allt Einflüsse der Witterung zu schützen nnd da-für gibt es nur ein Mittel: F^'tt und wicdcv Fett. Das Gesicht nms; jeden Morgeil nach dem A^'chen, event. ,nehrn,als an, Tagt sorgfältig eingefettet ,verden, ?v^bLi inan dii Creine mit den Fingerspitzen in die Hai,!' klopft. Schiller-Anekdoten Bal-d nach der Mannheinier Uraufflihrung fi'lhrte die ^chauspielergesellschnst dcs Markgrafen von Schwedt ebenfalls Sck)illers „Räuber" auf. D<'r Fürst, der zwar sehr leutselig niar, a^ber den eigentlichen Sinn des Schillerschen Werkes gar nicht ersaßt hatte, ließ ain Tage nach der Aufführnng deil Theaterdirektor zn sich rufen nnd sagt<' zn ihin: „Hör Er! det Stück gefällt ,nich; aber wenn Er's loiedergibt, denn inuß der Korl des Malken krijen nnd leben fleikien» der Alte ooch; den Franl kann Er ,nan i" dem Turm lassen." In seiner Jugend lernte Schiller die fe spielen. Sein Nachbar, den dies störte und der ihn nicht leiden mochte, sagte eines Ta» ges zu ihm: „Ei, ei, Herr Schiller! Sie svie» len wie David, nur nicht so schön." „Und Sie," erwiderte Schiller schnell, „Si<' spre^ chen wie Saloino, nur nicht so klug." Zwei junge Mädchen nuterhielten sich über Schiller. Als die eine von ihnen nicht wußte, daß Schiller in Marbach geboren war und sie ihre Freundin, die an einein „Literatur-Zirkel für höhere Töchter" teilgenommen hatte, ldach den, Geburtsort des Dichters fragte, antwortete diese — die es doch bestimmt wissen inußtc — ihr Vorwurfs voll: „Du magst dich was schön,ei,! >?ast dn den nicht das Lied gelesen: Ich bin in Ar^ kadien geboren?" Als Schiller in d. Adelsstand erhoben war den tvar, schrieb er ain 17. Februar an Wilhelm von Huniboldt: „Lie werden gelacht haben, da Sie von unserer Standeserhöhung hörten. Es ,var ein Einfall von unserem Herzog, und da es geschehen ist, so kann ich's, UN, der Lolo (S5>illers Frau Charlotte) und der 5tinder willen, mir au6> gefalleil lassen. Lolo ist jetzt recht in ihrein Element, da sie init ihrer Schleppe anr Holc herun,schwnnzelt." Bei der ersten Aussiihrung der „Iung-srau von Orleans" in Leipzig war Schiller selbst anwesend. Das Publikum rief schon nach dem ersten Akt Schiller begeistert zu. Der bescheidene Dichter dankte anS seiner Loge ,nit einer Verbeugung. Doch die »ve-nigsten hatten ihn gesehen. Nach Schluß der Vorstellung strömte die freudig erregte? Meirge auf die Straße und bildete vor dem Eingang des „Alten Tlieaters" Spalier. Als Schiller heraustrat, entblößten die Männer ihre Häupter, und der Dichter ging ,vie ein Kö,lig durch die Schar seiner Bewnndcrer. In den hintersten Reihen des Anslanss wurden die Kinder hochgehoben, und ,i,an zeigte ihmn ehrfürchtig den grotzeil Dichter. .Maribover ZieituAg" Nu»m»r Mittwoch, den 14. November tvM. «Xkemee GGGV»GGGGGGGGUGGGG» Verxedo aller ^rt. ^usckrliton »mter »Vit-kretion, an äie Verv. 12SSV Nvbl. ?t««Ge »u vvn>teLv». ctril-AitvtoöovR ul. tt. p»rt. lllck,. LZb9a ^Sdl. ?u vermieten. Xclr. Vorv. ZZfUG k^rün» 5ctiW2«r >VOta 8 Diu l^iter von 1 I^iter »ulvSrt», iibor die (Zasse 7 vin. (iS8t. kitus »^eru«»lom«i. Vetrinjsic» ul. 3. UVW HGGVVGGWVGVVVVGGGV event. Vtila xesea Qn-Ia«e cier ?rva iirv. Lteälovl. ea un<1 öai-aukeaklun« ?u k»u» tön «esuckt. unter »In Alaribor« an ^1« Vsrv. 12681 ssWffVW ^ss»«I z^um ^uskoeken von >VÄLeke. oäer kknUeke k'orm. in xutom ^ustsnäv A» Icsuten xesnelit. t)tkLrte an ^ordej. Qlavni tr» 9. IZ68Z »It«« ?or«ll»». QlSser. Kupter8ticke uoVlIcIvnr»Iner-jeva 8. ^ Ur 13. Z!u besicktixen von 10—^13 vlir. IZ707 ^ödl. A»w«r. »ooni«. ist lm Zentrum zm vvriVd«». Vorv.__..l2710 Sedvne Z Limmer öackvrtwmar. Qlksvertui^. i(ü ede. Keller, »d 1. 0»«mdvr -u verv^en. X«Ir. Verv. l270S >Votm»oi, 2 Limmer uuä Kü. et,. 5t»»?. toi -u vennletov. ^'V1onat8miete ?5Y Vin. XneuirsTvn 1.e6er-iabrik NaldSrtk. IS702 Zvlilmmoevolm«!» -n ver-mieten um «>0 VW. I'rzkjkica cest» 5. Loice prdnorsirs. 8ed»nes A«m,r init Verptle-«uo« 2u vermieten. Qre«or-eiLeva I2-II. link». IS700 kmMiste'prei8e! LekN«w>lr«?«V.....per via lO — k^rwel»« ZcI»i«feia«Ieöß^.....por lcU vi» 4'— okao öeiH»f»xe per Icx von via 6 k^net»«» 5el»Hv«in«kvtt» rvia .... p«r via 16'^ PI«»ek- UN«! 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NN«r«n P«r»oa«i». Lctlvseken un6 Alteren Personen eml>kek-len vir vilrmstens. äen Körper mit 6em »^l.0^.prÄparat. »u massieren, u. r'V. abenlls vor llem LctllalenLelien umt ln ovr I'rlllz vor 6em ^ukstelien. ^den^s naeli <1er Llnrelliunjr virOr Vi»»«n»eli»tt ist »»it lang«« b»!l»iwt. ä»»» «« 6»r Verluit »a ß««,is»»i» Xuib^ustolk»» in äer Uaut j»t, äer ?»lt«a verursaokt. Vi««« H»,«rtvoll«v Ltotk« küo»«« nun ä«r U»ut la korm von »Llo««l«, ä«» «rstNuallok«» ?ro-änlit ä«« Vl«o«r vaiv«r>ltKt>prot«»sor» Vr. 5t«l>1r»I Bki«« ä«r »ußeiÄlirt Kf«rä«a. »Ltoo«!« l»t j«t»t la ä«r ?o»»L»rbillen Lr«»« Ivlraloa Uautaaknmß «atkalt«». vurok ä«r«a Öe» drauol» lrao» «in« k»ltlß« Ülaut rased v«ejlla^t uaä «lo v«r-dlül»t«r ^«iat lrlsel». lnar unä lu<«»ällel» t«m»okt H»«rä«v V«r>«ol»«n 8>« äi« Lr««« 'I'oilaloi» Liooel li»uto«»1»ruaL ao«l» l»«ut« «b«nä. 8ol»on m<»rg«v irük Hv«7ä«o 8l« «las llb«»r«»«k«aä« V«rll»«»»«rui>t la^iüb«? <«- brauoli«» 8i« äi« v,«!»»«. k«ttkr«l« Lr«m« ?ok»loa k?«ut» n»I»r«i»<. Vena 8i« «ln«a >4oa»t laa^ la äi«««r V«l»« v«rl«dr«i>. '^«rä«v 8'e «,«aiKlt«n» !l) jüailer »u»«I»«v. kUr ?«i»»t«r u. ?»>s5«K. ck Niltzil» e. ^ ^ I » > » I ^ (13. Fortsetzung.) Am Nachmittag ivar ein Gewitter nieder» seganqen, und ein stundenlanger Regen latte die trockene Evde erfrischt. Noch jetzt ropste es von den Bäumen. In den Blu-nenkelchen saßen helle Perlen. Ein alter yiann schritt ausrecht auf den gelben Wegen >as)in. Nur leicht stützte er sich auf den k-rückstock. Sein Geficht beswnid aus unzäh. ^gen galten und Fältchen. Er blieb jetzt tehen, basah aufmerksam eine große, gelbe Nosc_es nx»r ein ganz besonderes Exemplar; dunkelgelb, mit rosa Mtden durchbogen, und die Spitzen der Blätter waren lurpurn umrÄndert. Die Hand des alten v?amies fuhr liebkosend iwer die herrllche k^ltttc; da entblätterte fie fich, «ls hätte sie lur airf diese Berührung gewartet. Starr sah Herr von Hohenbvück auf die ^Blumenblätter ain Boden. Dann betrachtete »r seine Hände. Grauen war in seinem Nick. Unter die'sen Händen war alles zerbrochen, was er geliebt hatte. Selbst die Kose scheute seine Berührung. Der alte Herr wandte sich ab, seine Lippen zitterten. Niide, schleppend sah sein <^ng pliitzlich ^us. Auf der weiß gestrichenen Bank ließ er ich nieder. Drüben brach die Abendsonne ioch einmal sieghast hervor. Der alte Herr ah es. Er seufzte schlver. Seine Hände grif-vi^schen, die vor ihm stand! Sie blieb! Fla-i,ette blieb! Flamette, seine Frau, die er ils ilmge Artistin kennenlernte und die ihil o bezauberte, daß er sie zu sich holte auf sein schönes, altes Schloß, sie zu seiner Fqoau mach^. Sie war siebzehn Jahre M gewesen. Nach einem I»hr hatte sie ihnl ein Mädelchen geboren, nach einem nvar sie heimlich fortgegangen, irach-d«m sie ihm ein großes himmelftürmendes Glück gesvar sie aus der Gegend lind hätte ihm über Schloß Ack)ern und seine Bewohner Auskunft g^en können. Herr von Hohenbrück stand auf. ganz lang sam ging er zum Schloß zurück, herrschte dort den alten Wilhelm an: „Eine Briefmarke besorgen!" und ging lveiter. Mit weit offenem Bunde blieb der Diener ste hen. Eine Briefmarke? Stürzte denn der Himmel ein? Dann ging er eilends davon, gab einem auf der Wiese unten spielenden Jungen den Aus^trag und Geld und wa;-^ tote dann. Der Junge kam bald zurirck, er-hielt einen Groschen und einen Nasenstübev. iveil er neugierig an dem Diener vorbei ii» den SÄ)loßhof spähte, und dann wurse dn Tor geschlosseit. Wilhelni aber trug seineili Herrn die Briefmarke ins Arbeitszinnncr. Der saß an dem wuchtigen Schreibtisch, schrieb eifrig und knurrte: „Herlegelt!" Mit einem langen Blick auf seinen .^^errli ging Wilhelin hinaus. Unten verki'indeie er dann, daß eblvas Ungeheuerlick)es sich oben ereigne. Der gnädige Herr schreibe einen Brief. Natürlich erregte seine Mitte^lnng Helles Staunen. Was sollte denn dal>ei liei-auskonlmen? Sie gingen dann in den (^av-ten. Die beiden Männer harkten die W'-'sc, banden Blumen fest, wischten Bänke nnd Tische ab, ivährend die Zdöchin in dent klri' nell Geinüsegarten verschiedene? für dii> Nachtmahl holte. Der gilädige Herr aß on diesem Abend überhaupt nicht. Nur sjeciln Mitterllacht brannte noch immer Lich» in seinem Zimmer, wie Wilhelm erstanlit feststellte, denn diese Lichtverschivendung pah'^ gar nicht zu der soirstigen Sparsamkeit dc> alten Herrn. Aln anderen Mvrgen endli.l? wurde die Neugier der Dienstboten gestilli: Wilheln: trug einen Brief zur Post, der an Herrn von Achern auf Achern gerichtet loar. Nami? Die Dienerschaft von .^^ohenbriitk stand auf dem Kopf — lvas sollte denn dn? heißen? Vorerst hieß es ll>artcn und durch nichts seine Neugierde verraten. .Herr von Hohell-brück ging unruhig im Schloß nnlher. hatte sich nie um die Post getinnnlert. (Fortiel)ung ioli,t). Ll>ekre6»lrt«ur uoä titr äi« Ke6»lrtiva v«»«atWortIiel>i Uäo Druelt äer ril»or>il» »i»ll»ro»« l» Vlirilior» ^ kit» ä«» u«ä äoo Dniolt v?r>n« I>t««l^<«r 8ß«l»lto -W, Loiä« «»ol»ol>«kt lo »«»tlior.