Nr. 42. P,ännmelatlon»pl««»: Im Tomptoi» «anzj. , 50 lr. Mil der P,ft gan,l- st- >b. hnlbj. fi, 75«, Mittwoch, 20. Februar. Insertion», «bü«: Fs« lltwe Ins«at« bl» ,« H Z««l«n Ü5 ll,, größere Ptl Zelle « l«.! bei »ft««n wlederholu?>««n p« Z«, u v Abg. Ignaz Freiherr von Giovanelli betont dem von der Linken erhobenen Vorwurfe gegenüber, dass so wenige Redner der Rechten das Wort ergreifen, dass die Sache so klar fei und dass die Arguniente der Minorilät so nichtig feien, dafs eine Erwiderung laum nöthig. Halt man sich die gestrigen Ausführungen des Herrn Ministerpräsidenten und des Grafen Hohenwart vor Augen, so ist es wirklich überflüssig, nochmals die Gründe anzugeben, warum die Nusnahms« Verfügungen überhaupt und speciell die Suspendierung der Geschwornengerichte vorgeschlagen weiden. Die letzteren anlangend, sei im Minoritätsberichte schon so viel gesagt worden, dass dessen Ausführungen allein den Antrag der Majorität hinreichend motivieren. Frei- lich beruhe nach Ansicht des Minorität» - Berichterstatters alle« thatsächlich auf Gerüchten, und diefes betrachte er als eine Beleidigung der Bürger WienS. wenn man glaubt, dafs die Einschüchterung bei ihnen verfangen werde. Unter den gegenwärtigen Umständen aber sei es für die Justizverwaltung sicherer, die Ge-fchwornen in keine solche missliche Lage zu versehen. Soll man sie noch weiter der Gefahr aussehen, dass sie entweder ihrer Pflicht untreu werden oder ihr Leben aufs Spiel sehen müssen? Dem Redner als alten Justiz-manne steht das Votum des Obersten Gerichtshofes in erster Linie, und einem Votum gegenüber, wie das vom Obersten Gerichtshofe erstattete, kann keine Re-gierung den Muth haben, darauf zu beharren, dass die Geschwornen noch weiter ihr Amt ausüben, denn sie würde damit die Verantwortung für alle traurigen Folgen auf sich nehmen. Aber auch wir können diese Verantwortung nicht auf uns nehmen, denn wir würden uns dadurch zu Mitschuldigen an dem Unheile machen, welches durch eine solche Unterlassung entstehen könnte. (Beifall rechts.) Abg. Freiherr von Oppenheim er, welcher für den Minoritätsantrag eintritt, hebt hervor, dass die angerufene Loyalität nicht so weit ausgedehnt werden dürfe, dafs man um derselben willen ohneweiters die wichtigsten Gesetze und Freiheitsrechle aufgeben müsste, und auch das Vertrauen in die Zusage eines Ministers könne nicht so weit gehen, die gesetzlichen Garantien für überflüssig erscheinen zu lassen. In England würde sich gewiss lein Minister beikommen lassen, ein so weit gehendes Vertrauen zu beanspruchen, und es würde ihm auch nicht geschenkt werden. Verordnungen bleiben und Ministerien gehen, und niemand weiß. ob nicht eine Regierung kommt, welche von den in Rede stehenden Ausnahmsverordnungen einen ganz anderen Gebrauch macht, als gegenwärtig versprochen wird. In der Bekämpfung der staatsfeindlichen Anarchisten wollen die Parteien die Regierung unterstützen, allein die Linke wolle am Gesetze festhalten und auf dem Wege der Gesetzgebung vorgehen. Halte die Regierung ein Gesetz zur Bekämpfung der anarchistischen Bestrebungen für nöthig, so möge sie es vorschlagen. Ungehörige Schlagworte seien auch in diese Debatte hereingeworfen worden; sie bringen mehr Verwirrung als Aufklärung in dieselbe. Es gebe Fragen, welche so alt seien wie das Menschengeschlecht, und die sociale Frage gehöre zu denselben. Sie bestehe und werde be- Imilleton. Ver üleinhäusler. «rzählulig aus dem obderennsischen Voltsleben von ll. A. Kaltenbrnnner. (29, Fortsetzung.) 16. Vroni verdingt sich al« Magd. floN-^" ?"^ waren nach dem Leichenbegängnis ver-von N . "°ch h""e Vl°ni keine weitere Nachricht lich n m c."b°w"' gleichwie auch er über die häus-«daz .'"vlfalle in völliger Unkenntnis geblieben war. sich n.« -^ Traurigkeit versunkene Mädchen hielt zu a^ "'^ mehr zurück, abermals nach Schärding nun ^Iü , 5"" Vater zu kommen, den es daheim ihren V schwer vermisste. Um ihn aber durch sie ibr? ^ Traueranzug nicht zu erschrecken, zog 1ch nn gewöhnliche Sonntagskleidung an und gab inden ^' b'e nöthige Stärke des Geistes zu licher ^l!-^""ch Schärding kam und unter gericht-der Ar,."^^ zum Vater geführt wurde, war eben t'ef ^""^lend. welcher sie nach dem stillen, aber Wisckp? x "l" Austausch der ersten Begrüßungen Nachri^ . ?<- Kranken und seiner Tochter mit der "Un .? m F^' dass sich der Zustand ihres Vaters Hoden "«^O!/" ^wendet habe. die Hauptgefahr ge-Handen s- ^"nung auf seine Wiederherstellung vor- 'w 5>/r'/ ^falteten Händen und mit einem Dankgebet ernfter. ?,« ^"e sie die Trostworte des freundlich sein friil"""^' die ihr auch der Vater selbst durch ""na kp?//.- wüthen und seine muthigere Stim-lcine i" U"lgte. Da ihr aber vom Gerichtsbeamten "nge Frlst des Verweilens zugemessen war, so musste sie auf die Frage des Vaters: „wie es daheim gehe?" bald Antwort geben. Mit dem rücksichtsvollen Vorsatze, alles zu vermeiden, was sein Gemüth heftig erfchüttern konnte, getraute sie sich nicht, ihm wegen der Mutter jetzt schon die ganze Wahrheit zu sagen; darum sagte sie für heute, und zwar mit großer Vorsicht, nur: „Dass er nicht erschrecken möge, weil die Mutter plötzlich schwer krank geworden sei und der Wundarzt von Wernstein erklärt habe, dass man nicht wissen könne, was daraus wird." Mein Gott!" rief Dominik, — «so kommt denn Ein Unglück nie allein! — Und ich bin nicht daheim!" „Wir müssen es Gott anheimstellen, was er über uns verhängen wird." sagte Vroni mit sehr gedrückter Stimme, indem sie den Vater für das nächstemal auf dasjenige vorbereiten wollte, was bereits geschehen war. ..Thut euer Möglichstes!" nahm Dominik wieder das Wort. „Wenn sie auch schon früher mit einem unheilbaren Zustand geschlagen war, so hat sie dennoch das Leben gewiss noch lieb. Geh' nur bald wieder heim, sie wird dich schwer entbehren. Pflege sie mit deiner guten Hand, und gib mir bald wieder Nachricht. B'hüt dich Gott, liebes Kind, und lass dir um mich nicht bange sein!" Dem schwer beklommenen Mädchen, welches die Täuschung forlspielen musste, wollte fast die Brust zerspringen. Den Vater küssend, nahm sie nun Abschied und versprach, in wenigen Tagen entweder selbst zu kommen oder schriftliche Nachricht zu fchicken. Der heutige Gang zum Vatter hatte ihr zwar den Trost gegeben, dass sein Leben nicht mehr in Gefahr fchwebte, aber sie wusste auch, dass nun erst seine gerichtliche Untersuchung beginnen werde und dass ihm eine vielleicht noch lange Haft und zuletzt eine vielleicht harte Verurtheilung bevorstand. Zn all dem musste sie noch befürchten, dass er infolge seiner Wunde trotz der Heilung dennoch ein Krüppel und erwerbsunfähig werden könne. Mit diesen düsteren Gedanken trat sie wehmüthig den Heimweg an und fürchtete sich schon auf den nächsten Befuch. bei dem sie ihm erst den Tod der Mutter und die Verpachtung der Solde nebst ihren Plänen wegen eines fremden Dienstes mittheilen wollte. Ehe sie Schärding verließ, hatte sie noch den Arzt und den Oesangenwärter des Vaters dringend gebeten, dass sie ihm aus Schonung nichts von dem jähen Tode der Mutter erzählen möchten, worüber sie die beiden mit dem Bemerken beruhigten, „dass dergleichen ohnehin nicht ihres Amtes sei." — Während nun Vroni in den ersten Tagen nach ihrer Zurückkunft gemeinsam mit der Häuslerin Schieferer die Arbeiten daheim verrichtete, die Laft drückender Einsamkeit durch angestrengte Thätigkeit zu verringern suchte und über ihr unverweilles Dienst-suchen ernstlich nachdachte, war man in Schärding zu den Verhören Dominik's geschritten, der nach der Sachlage und nach den Aussaaen der Cordonisten unter einer schweren Anklage stand. Es war ein Glück für Vroni, dass sie von diesen scharfen Vernehmungen, welche sich nun ununterbrochen folgten, nichts wusste. Jetzt überlegt? sie vor allem, dass mit ihrem Verbleibe« in der Solde die Kosten ihres Unterhaltes verbunden wären, wodurch sich der Pachtschilling sehr schmälern oder ganz aufheben würde. Dazu kam noch die fernere Erwägung, dass ihre Mitwirkung bei dem kleinen Hausstande nicht nothwendig war, folglich von den klugen Pächterleuten nicht vergütet worden wäre. Aus diesen Gründen musste sie trachten, so bald als möglich auswärts einen Dienst-Platz zu bekommen. (Fortsetzung folgt.) Laibacher Zeitung Nr. 42 350 20. Februar 1884.^ stehen, so lange es eine menschliche Gesellschaft gebe. Die Aufgabe sei, sie auf legalem Wege zu erhalten und auf diesem Wege zu thun, was sich überhaupt zu ihrer Lösung thun lasse. Die sociale Frage mache an keiner Landesgrenze Halt, sie durchziehe und bewege die ganze Welt. Eine bekannte Enquöte habe Hoffnungen erweckt, die sich auf dem damals vorgesteckten Wege nicht verwirklichen lassen; man könne die besten Wünsche für das Wohlergehen der arbeitenden Classen hegen und bethätigen, aber die Wirkungen des Gesetzes von An» gebot und Nachfrage vermögen Wünsche und wohlgemeinte Bestrebungen nicht aufzuheben. Leider sei zu befürchten, dass, während die politischen Parteien in dem unfruchtbaren Streite um veraltete Staatkrechte und Nationalitäts'Fragen sich aufreiben, die Schwierigkeiten der socialen Frage riesengroß anwachsen und ihre Vernachlässigung sich schwer rächen werde. Redner erklärt, dass es seiner persönlichen Anschauung mehr entsprochen hätte, wenn er unter der Cautel einer Resolution für einen positiven Antrag hätte stimmen können, als unter der Anerkennung der Nothwendigkeit der Vorsorge gegen anarchistische Maßnahmen zu einem negativen Resultate zu gelangen. Nur weil das Gesetz keine Amendierung zulässt und die Verordnung seiner Ansicht nach zu weit geht, stimme er gegen dieselbe. Hätte die Regierung ein Socialistengesetz vorgelegt, so würde er für dasselbe votiert haben, um die Regierung in die Möglichkeit zu versetzen, anarchistischen Tendenzen zu widerstehen und eine für den Staat wie die Gesellschaft gefährliche Bewegung niederzuwerfen. Redner wünscht, dass die Regierung bald wieder vor das Haus treten könne mit der Erklärung, dass sie diese Verordnung nicht mehr benöthigt. (Beifall links.) Es wird nunmehr ein Antrag auf Schluss der Debatte gestellt und angenommen. Als Generalredner gegen den Antrag der Nusschussmajorität erhält das Wort Abg. Dr. Weeber. Derselbe sagt: Schon der erste Redner auf der linken Seite des Haufes habe die reactionäre Seite der Ausnahmsverordnungen hervorgehoben, von der Ministerbank aus sei dagegen erklärt worden, dass der Regierung der Gedanke an eine Reaction durchaus ferneliege; allein die Ausnahmsverordnungen seien ja an sich schon eine Reaction, indem sie wichtige freiheitliche Rechte aufheben, und darüber hinaus gäbe es eben nur noch den Staatsstreich. Der Herr Ministerpräsident habe allerdings erklärt, jene Rechtssuspensionen nur zur Unterdrückung anarchischer Bestrebungen gebrauchen zu wollen, allein die Art des Gebrauches hänge eben ganz von dem Ermessen der betreffenden Behörden ab. Vereine gebe es in einem absoluten Staate ja auch, ob sie politisch bedenklich oder unbedenklich seien, darüber entscheide eben auch dort die Polizei. Niemand sei gegen nothwendige Maßregeln wider Hochverrätherische und anarchische Bestrebungen; es handle sich nur um die Zweckmäßigkeit der Mahregeln. Es seien schon gestern die Beispiele anderer Länder dem heimischen Vorgehen gegenübergestellt worden. Der Redner erinnert seinerseits an Russland, wo es kein Vereins- und Versammlungsrecht, keine Pressfreiheit und dergleichen gebe, sondern nur eine allmächtige Polizei. Und was sei durch dit>lbe erreicht worden? Der Nihilismus sei eine Macht geblieben wie vordem, und es werden fort und fort Verbrechen begangen, deren Urheber nicht einmal eruiert werden können. Auch England habe seine Fenier, deren Gebaren mit dem der Nihilisten verwandt sei, aber keine Nusnahmsverordnungen; in Frankreich gebe es kommunistische Regungen und Straßendemonstrationen, aber diesen trete eben die Polizei entgegen, Gewalt gegen Gewalt gebrauchend. Belgien habe gar keine anarchistische Partei — das sollte doch Stoff zum Nachdenken darüber geben, welche Regierungsweise anarchistische Bestrebungen fördere, eine reactionäre oder eine freiheitliche. Zu bedenken sei auch, dass das Verdrängen anarchistischer Bestrebungen von der Oberfläche und Oeffentlichleit nicht gleichbedeutend sei mit ihrer Vernichtung. Deutschland habe sein Socialistengesetz schon sieben Jahre lang, und der Zweck desselben sei noch nicht erreicht. Die in Rede stehende Verordnung stelle die Wirksamkeit der Geschwornengerichte hier bis zum Ende deS Jahres ein, allein wenn dieser Termin heran« gekommen, werde man wieder vor derselben Frage stehen, sollen die Rechte der Staatsbürger suspendiert bleiben wegen einer Handvoll Anarchisten? Das Gesetz vom 5. Mai 1869, worauf die Verordnung begründet werde, verlange nicht Vermuthungen, fondern Thatfachen, welche die Einstellung der Geschwornengerichte als nothwendig erscheinen lassen. Es liegen aber nur die von der Regierung mitgetheilten und im Minoritätsberichte bereits beleuchteten Thatsachen vor. Als eine der wichtigsten werde geltend gemacht, dass der Oberste Gerichtshof sich für die Einstellung der Geschwornen-gerichte ausgesprochen habe. Redner kann bei aller Achtung vor dem Obersten Gerichtshöfe nicht zugeben, dass, wie gesagt worden, schon dessen Gutachten allein die Verordnung rechtfertigen würde; da müsse sich denn doch da« Haus sein eigenes Urtheil vorbehalten. Es sei gesagt worden, anarchistische Brandschriften müssten den Geschwornen vorgelesen werden, allein das sei ja auch schon geschehen, und diese Geschwornen hätten dennoch ihr Schuldig ausgesprochen. Wenn sie Drohbriefe erhalten und dieselben, wie es geschehen, vorlegen, so sei das nur ein Beweis, dass sie sich nicht einschüchtern lassen. Redner ersucht, für den Antrag der Minorität zu stimmen. (Lebhafter Beifall links.) Der Referent der Ausschussminorität Dr. Kopp nimmt das Schlusswort, indem er zunächst auf die Erklärungen des Abg. Steudel reflectiert, der als Vice» bürgermeister von Wien doch gewiss berufen sei, der Stimmung des Wiener Büraerthums Ausdruck zu geben; die Worte emes solchen Mannes bedürfen keines Beweises. Für die Beurtheilung der Nothwendigkeit der Maßnahme läge gar kein Material vor, denn die angeblichen Drohbriefe feien nicht als maßgebend an» zusehen. Wenn auf die Einführung der Militärgerichte in Dalmatien hingewiesen worden sei. so müsse er auf einen gewaltigen Unterschied aufmerksam machen. Die Erfetzung der Geschwornengerichte durch Militärgerichte erfolgte deshalb, weil die Regierung die Gefahr der Terrorisierung sowohl bei den Geschwornen als auch bei den Civilrichtern gleichmäßig befürchtete. Hier aber solle die Gefahr des Terrorismus für den Geschwornen eine größere sein als für den Richter, das sei nicht recht einleuchtend. (Zustimmung links.) Uebrigens sei selbst in Rujsland bei den Nusnahmsvelfügungen gegen den Nihilismus die Wirksamkeit der Geschwornengerichte nicht beirrt worden, und es müsse doch wohl behauptet werden, dass die dortigen Verhältnisse mit denen in Wien nicht entfernt verglichen werden könnten. Redner bespricht schließlich die Haltung der Wiener Geschwornen bei verschiedenen schwierigen Processen und appelliert an das Haus, die Einschränkung dieser volksthümlichen Institution nicht zu votieren. (Lebhafter Beifall links.) Der Referent der Ausschussmajorität Dr. Tonkli betonte, dass die Regierung dem Ausschusse genügende Aufklärungen gegeben habe, aus denen unzweifelhaft hervorgehe, dass von Seite der Anarchisten thatsächlich Einschüchterungsversuche den Geschwornen gegenüber gemacht worden sind und dass diesen Drohungen sogar die Erfüllung gefolgt fei. Die Regierung habe sich aber nicht darauf befchränkt, die Thatfachen anzuführen, fondern sie habe dem Gefetze entsprechend auch das Gutachten des Obersten Gerichtshofes eingeholt, und dieser habe der Maßregel zugestimmt. Bei der sodann erfolgten Abstimmung wird der Antrag der Minorität abgelehnt und der Antrag der Majorität angenommen. (Dafür die Rechte und der Coronini-Club.) Der Präsident schließt hierauf die Sitzung und beraumt die nächste für Dienstag, den 19. d. M., an mit folgender Tagesordnung: 1.) Erste Lesung der Regierungsvorlage, betreffend die Erhöhung der Baukosten der Arlberg-Bahn. 2.) Erste Lesung des Antrages der Abgeordneten Ritter v. Schönerer und Fiirnkranz wegen Gewährung von Unterstützungen an nothleidende Familien der auf Grund der Ausnahmsverordnungen verhafteten, brotlos gewordenen oder ausgewiesenen Personen. 3.) Erste Lesung des Antrages der Abgeordneten Lienbacher und Genossen, betreffend die Steuerfreiheit leerstehender Wohngebäude. 4.) Ergänzungswahlen in die Ausschüsse. 5.) Zweite Lesung der Regierungsvorlage, betref-fend die Beitragsleistung zur Drau-Regulierung. 6.) Zweite Lesung der Regierungsvorlage, betref. fend die Gebürenfreiheit humanitärer Stiftungen aus Anlass der Geburt Ihrer k. und t. Hoheit der durchlauchtigsten Frau Erzherzogin Elifabeth. 7.) Zweite Lesung der Regierungsvorlage, betreffend die Amortisation der Bau- und Erhaltungslosten für die Vetriebseinrichtungen im Hafen von Trieft. 8.) Zweite Lesung der Regierungsvorlage, betref. fend die Verstaatlichung mehrerer Eisenbahnen. 9.) Zweite Lesung der Regierungsvorlage, betreffend die Localbahn Frhring.Fürstenfeld. 10.) Zweite Lesung der Regierungsvorlage, betreffend die Localbahn Asch.Rossbach. 11.) Bericht über Petitionen. Schluss der Sitzung 3 Uhr 30 Minuten. Parlamentarisches. Wien, 16. Februar. In der heutigen Sitzung des Eisenbahn-Nus- chusses waren von Seite der Regierung Se. Excel» lenz der Herr Handelsminister Freiherr von Pino, dann d,e Herren: Ministerialrath Ritter von Wit tel und Reg,erung«rath Dr. von Langer anwesend. Der Obmann des Eisenbahn-Ausschusses. Freiherr von Göoel.Lannoy, interpellierte Se. Excellenz den Herrn Handelsminister, ob ihm noch nicht dle Proiecte über die beabsichtigte Erbauung der Eisen-bahnlinien Pöltschach-Rohitsch, eventuell Bo« bowa - Sauerbrunn - Rohitsch, oder endlich Grobno - Rohitsch vorgelegt worden seien. Der Interpellant beleuchtete zugleich die Nothwendigkeit dleftr Bahnen, welche in der Fortsetzung einerseits nachZabritz. andererseits in der entgegengesetzten Rich, tung von Gonobih nach Unter-Drauburg nicht nur die kürzeste directe Verbindung des Nordosten mit dem Südosten, sondern auch von so großem Vortheile se>, dass er sie der eingehendsten Erwägung und Witrdl' gung des Handelsmimsters auf das dringendste empfehle, zumal auch Sleiermark und insbefondere Sild< Steiermark in Bezug auf Eisenbahnen und gute Ver-kehrsstraßen hinter anderen Kronländern weit zurull-stehe. Der Interpellant zweifelt nicht, dass auch t»e Landesvertretung zu den größtmöglichen Leistungen bereit sein werde, wenn die hohe Regierung die O" neigtheit ausspreche, in ausgiebigster Weise den Bau dieser Bahnen zu fördern, da die Bevölkerung jen" Gegend durch die vielen stattgefundenen Missjahre gerade nicht in der Lage ist, die Eisenstränge oh'" energisches Eingreifen der hohen Regierung allein zu bauen. Se. Excellenz der Herr Handelsminister F"'^" von Pino erwiderte, das« auch er von der WichtiM dieser Eisenbahnlinie lebhaft durchdrungen sei, dai» aber bisher weder das Land noch sonst jemand el« ernsthaftes Project vorgelegt oder irgendwelche Ä^ tragsleistung in rechtsverbindlicher Weise zugesag' habe; es sei ihm daher unmöglich, in Bezug auf die e Bahn irgendwelche Erklärungen zu geben. Das Local'' bahngesetz, welches ja eben unter dem Vorsitze de» Interpellanten zustande kam, gibt dem Lande Steier-mark sowie dem Interpellanten die Bedingungen aü die Hand, unter denen etwas gethan werden kömite» Nach Zuweisung der eingelaufenen Petitionen äußerte sich Se. Excellenz der Herr HandelsminM Freiherr von Pino über den vom Abg. Schm^ beantragten Gesetzentwurf, betreffend einige Vest«^ mungen über den Frachtengüterverkehr aul den Eisenbahnen, in folgender Weife: Dem AN' trage des Abg. Schwab liegt eine sehr wohlwollende Intention zu Grunde, und ich hätte dagegen nich" einzuwenden, wenn oadurch die angestrebten Absichten wirklich erreicht werden könnten. Ich kann letzteres aber nicht glauben (denn theilweise ist das, was del beantragte Gesetzentwurf enthält, viel zu wenig, namens lich die im Art. 1, Absatz 2, dem HandelsministeriulN eingeräumte Tarifsgenehmigung). Man müsste weiter gehen und dem Handelsministerium das Recht elN-räumen, die Tarife selbständig festzusetzen. Das >" aber nicht möglich, denn eine solche Bestimmung ware bei den meisten nicht im Staatsbetriebe befindlichen Bahnen wirkungslos, wie dies auch Art. 5 des ">e/ setzentwurfes anerkennt, indem dort dem Handelsnun^ sterium erst Verhandlungen mit den Bahnen a"'' getragen werden. Andere Bestimmungen des Oeseß' entwurfes sind schon jetzt die im Art. 2 vorhergesehenen Berechnungen der Längen nach Maß der Steigung Verhältnisse. Diese Bestimmung ist also üverfluW' Der Einfluss auf die Cartelle, die Publication dec Refactien ist auch schon größtentheils erreicht dur» die Einwirkung der Regierung, welche für viele B"^ nen maßgebend ist. In anderen Fällen, wo concei^ sionsmäßige Rechte entgegenstehen, welche den Bah"^ die freie Tarifierung einräumen, sind die beantragten Bestimmungen gleichfalls wirkungslos, da sie der 3t^ gierung bei jenen Bahnen, wo sie leine Einwirkung hat, nicht mehr Rechte gewährt, als ihr jetzt zustehe"' Ich bin übrigens bereit, einzuwirken, damit etlo»» Zweckmäßiges zustande kommt. Durch den beantraM Gesetzentwurf würde nicht viel erreicht. Geht die 33" staatlichung vorwärts, so wird, was hier gewllm^ wird, viel besser durch den maßgebenden Eisenbahn besitz des Staates bewirkt werden. Als ein in diel" Hinsicht bemerkenswertes Beispiel führe ich die Tal'l Herabsetzungen der Südbahn bezüglich des Person Verkehres an, welche nur deswegen eingetreten st"^ weil der Staatsbahnbetrieb mit solchen Tarifhe"^ setzungen vorgegangen ist, die große Privatbahn!'« der Folgen nicht erwehren konnte und nach i V'l"" rigem Zögern dasselbe thun musste. h Hierauf wurde der Antrag des Abg. S ch W" dem Antragsteller zum Referate zugewiesen. ^ Nächster Gegenstand der Tagesordnung war " Regierungsvorlage, betreffend die Zugeständnisse"^ Bedingungen für den Bau einer Localbahn von ">" nach Rossbach. „ Abg. Dr. Rieger erstattete den Bericht "ft empfahl nach eingehender Darlegung der Verhält"» jener Gegend die Regierungsvorlage zur Annahme- Abg. Dr. Herbst unterstützte diefen Antrag " fonders mit Rucksicht auf die dort entwickeltes dustrie, welche durch den Bau der Bahn gerettet N" den soll. Hierauf wurde diese Regierungsvorlage dem voU^ Wortlaute nach angenommen und Abg. Dr. Rieg^ zum Referenten für das Haus bestimmt. Das Ergebnis der Debatten über den «" ^ nahmszustand wird in der heimischen ""v " , in der auswärtigen Presse noch immer lebhasl sprochen. Die Wiener Sonn« und Montau Zeitung hebt das Widerspruchsvolle in der V" ^ der Minorität hervor und sagt: „Die Minorität l"^, es nicht über sich bringen, in ihrem Antrage d" ^ gierung Ausnahmsmaßregeln überhaupt zu verw^'^ aber in der Verhandlung unternahm sie es, den ^ Laibacher Zeitung Nr. 42 351 20. Februar 1884. A erwecken, als ob solche Maßregeln nicht sowohl zur ?"°"psung der Anarchisten als zur Niederhaltung ^supposition verwendet werden sollten. Der Minister« ^a. ^ ^li Provinzjournalen liegen uns heute fol-l^.. Kimmen vor: Das Linzer Volksblatt w-^ "^° das Leben derer auf dem Spiele steht, "ll^e im Interesse der öffentlichen Ordnung und Si-l^'t'hre Pflicht erfüllen, wo der friedliche Bürger beNk? ^^^ "'Hl "ehr sicher ist, weil er Eigenthum Mit n l" ^'^ ^ ^^ ^^^ rasches und energisches, l Umsicht gepaartes thatkräftige« Handeln, um den reael ^ ^""' ^'^" gleich anfangs strenge Maß. mW,« ü" "'^^ späler mich strengere ergreifen zu ^men oder gar machtlos dem Uebel gegenüberzustehen." uns, Grazer Volksblatt bemerkt: „Ruhig ez ^messen trumpfte Graf Taaffe feine Gegner ab; war für sie allerdings Peinlich, anhören zu müssen: l" ' '.lagen, warum die Regierung nicht eine Vor-fg" e'"3ebracht. die von allen angenommen werden eke k ' !^ Regierung musste aber doch voraus« now ^ "^ Vorlage auch von der Linken ange-Lin, " werden könne, die genau nach dem von der sj^"" geschaffenen Gesetze gemacht ist." Dagegen lässt lin^ '^ bM einer „factiösen Opposition" nichts mehr banden.« __. Das Triester Tagblatt sagt: ..In-.ln die Linke die Ausnahmsgesetze ablehnt, ladet sie "s ungemeine Verantwortlichkeit auf sich. . . . Eine sclil '^ Oppositionspartei darf keinerlei Mahregel vor. '?s gen, die im Falle ihrer eigenen Majorität sie selber zehnen müsste oder doch nicht durchführen könnte." den. Mährisch-schlesischen Correspon-^«ten heißt es: „Soweit wir die Verhältnisse über« lunn^ Dauben wir, dass schon jetzt eine große Wir-dal,?^ >."^ bi> Ausnahmsgesetze erzielt wurde; allein st,^ l.^!,'"""' "'e wir schon letzthin erörterten, nicht Wd r ^'ben- ,Es gUt auch^ ^ne positive Thätigkeit "lver d»e soclallstlsche Propaganda zu entwickeln, und bew..^""/"^ ^ben durch eine besonnene, ziel« Musste soclale Reform. Wir haben zur gegenwär. U n U?ll"a. die schon so viel für die Besserung er ^age der Productivstände gethan hat, das feste bisl».. "c' ^°ls sie auch nach dieser Richtung ihre b"hütig"n ^"^^^'^^ watete so glückliche Hand Vom Ausland. Verl 3,"/'"" in Paris hat am 17. d. M. eine Vart^"^ ^°" «"Hängern Iersme Bona-wol.n o« ' Umtgefunden. welcher 3000 Personen bei« anaenn"' ""^e mittelst Acclamation eine Motion Etnonn ' "^lche die Revision der Verfassung, die duz w"3? "ner constituierenden Versammlung und Etllol?^ ^^ Kolkes fordert, das Oberhaupt des vollst/' '" ^'"cter Weise zu wählen. Es herrschte die m^e. Ordnung. — Die Journale dementieren Iustil - l, ' ^ die Minister des Innern und der Llbsick» ?'. ^ ^^ gestrigen Votums der Kammer die tunas, ? e"' H" Demission zu geben; die Regie. 9?.?» ^^ die Vertrauensfrage gestellt. Febnw. ^^ Petersburg wird unterm 17ten den w .^meldet: Der Minister des Innern verbot ^ n^I""' "on einzelnen Nummern der „Nowosti". am 14 x"^ Meldung aus Nowotscherkask überfiel Cchllw'z^' ^" "n Vauernhaufe den Wirtschastshof des lvurd°n? ^ Volschinslaja in Sloboda. Die Bauern 8etriel>°„ " Eigenthümer mit Gewehrschüssen zurück-Iur l/!.' ,!"^^ mehrere Personen gelobtet wurden, bahin H ""a ber Ruhe ist ein Kosaken-Commando ^"abgegangen. llnaek«^ .°"^'" bürste es nun zu dem wiederholt letz? der n e" schlage geaen Bac-Ninh kommen, da stelle itt "^ Nanzösische Obercommandant an Ort und da« y^' General Millot hat nämlich am 12. d. M. b'eder !«« ^"""b° übernommen. Courbet übernimmt N°^Kommando der Schiffsdivision, zu Ehren ^'0-Vt. f^ -^ Saigon ein Bankett braute« ?" ber Legung des Kabels nach Tonkin ?°Uvernp,""W^" Directoren und Ingenieure statt, ^niain N ,^^mson brachte einen Toast auf die "»lisch«. ^!, c°^° ""d das freie England aus. Der '"ich» d.« V"?°"'eur trank auf das Wohl Frank« WvtisH» lsV) ^'ldenten Grcvy und auf die civili- >^r zuilsston Frulikleichs u» Cochinchina. In Belgrad hat ein Cabinets Wechsel stattgefunden, dessen Anlas« Differenzen zwischen der bei den letzten Wahlen siegreich gewesenen Fortschrittspartei, der Partei des vorigen Ministeriums Pirotschanac, und dem Minister-Präsidenten Nikola Christik über die Ernennung der vom König in die Stupschtina zu berufenden 40 Mit« glieder waren. Die Fortschrittspartei verlangte, dass alle zu Ernennenden ihren Reihen entnommen werden sollten, während Herr Christie aus diesen vierzig Ab« geordneten eine neutrale Regierungspartei bilden wollte. In Folge dessen reichte am 16, d. M. abends das Cabinet Christi sein Entlassungsgesuch ein, nachdem mehr» fache Versuche des derzeitigen Gesandten in Wien, Herrn Garaschanin, zur Erzielung eines Compromises zwischen dem Cabinet und der Fortschrittspartei erfolglos geblieben waren. Der König betraute Herrn Garaschanin mit der Bildung eines neuen Cabinets. Trohem setzte Herr Garaschanin mit Zustimmung des Königs am 17. d. M. noch seine oben erwähnten Bemühungen fort, abermals ohne Erfolg und — wie hinzugefügt wird — ohne eigentliche Aussicht auf solchen. Herr Garaschanin ist nun selbst an die Spitze des neuen Cabinets getreten. Das neue Cabinet wurde in folgender Weise gebildet: Präsidium und Aeußere« Garaschanin, Inneres Novalovik, Cultus und Unterricht der bis» herige Gesandte in Rom Kujundztt. Justiz Cassations-Hofrichter Marinkovik, Finanzen der gewesene Minister des Aeußern G. Pavloviö. Krieg Oberst PetroviC, Bauten Oberst Protiö, Volkswirtschaft Gudouic'. Die früheren Minister wurden vom König in Abschieds« audienz empfangen. Aus Kairo wird unterm 17. d. M. gemeldet: Gordon wird heute nachts in Chartum erwartet. Die Nachrichten des „Observer" sind übertrieben. Die britische Expedition bedürfte für die Kameel« Batterie einiger Treiber, und wurde hiezu eine Anzahl egyptischer Soldaten gewählt. Vier Soldaten überreichten nun eine zahl« reich unterzeichnete Petition, in welcher verlangt wird, bei einer christlichen Expedition nicht betheiligt zu sein, und welche writers erklärt, dass dieses Gefühl in der gesammten Armee vorherrsche. General Wood erklärt die Unterschriften als vermuthlich gefälscht. Die vier Soldaten werden vor ein Kriegsgericht gestellt. Heute abends ist der Rest des Expeditions-corps nach Suakim abgegangen. Der Zweck der Expedition bleibt auf die Entsetzung Tokar's beschränkt. In der Angelegenheit inbetreff der Petition der egyp« tischen Soldaten wurde Oberst Duncan mil der Unter« suchung beauftragt. Es bestätigt sich, dass die Unter« schriften der Petition gefälfcht waren. Infolge der an die egyplischen Soldaten gerichteten Aufforderung haben sich über 200 Freiwillige zur Uebernahme des Kameel' Führerdienstes bei dem Expeditionscorps gemeldet. — Einer Meldung aus Suakim zufolge eröffneten die Aufständischen heute früh das Feuer auf die Vefesti« gungen, zogen sich aber später zurück und wurden von Cavllllerie verfolgt. Major Baring erhielt abends eine Depesche aus Chartum, welche besagt, es sei eine Proclamation Gordon's angeschlagen, welche den Mahdi als Sultan von Kordofan anerkenne, den Erlass der Hälfte gewisser Steuern ankündige und anzeige, dass bezüglich des Sllavenvertrages keinerlei Einschränkung eintrete. Die Proclamation habe bei der arabischen Bevölkerung Charlums einen günstigen Eindruck gemacht. Die Ankunft Gordon's in Chartum wird Sonntag abends, spätestens aber Montag erwartet. Ein Telegramm des Londoner „Observer" aus Kairo vom 17. d. M. meldet: Eine kleine Abtheilung Soldaten der egyptischen Armee überreichte gestern früh persönlich im AbdiN'Palaste eine Petition an den Khedive, in welcher gegen die angebliche Entsendung egyptischer Truppen nach dem Sudan protestiert und die Entlassung der englischen Officiere verlangt wird. Die Petenten, welche erklärten, die Gesinnungen.der gesammten Armee zu vertreten, wurden verhaftet und gefesselt ins Gefängnis abgeführt. Tagesneuigkeitelt. — (K. k. Armee.) Das «Verordnungsblatt für das l. k. Heer" meldet: Se. Majestät der Kaiser geruhten allergnädigst dem General der Cavallerie Johann Frei-Herrn von Aftpel, Commandanten des 15. Corps und commandierenden General in Sarajevo, Chef der Landesregierung für Bosnien und die Herzegowina, in An« erkennung der in dieser Eigenschaft geleisteten ausgezeichneten und erfolgreichen Dienste das Großkreuz des Leo» poldordens mit der KriegSdecoratiou des Ritterkreuzes taxfrei zu verleihen; — weiter den Obersten Wilhelm Erbprinzen zu Nassau, deS Husarenregiments Graf Ra« oetzky Nr. 5. zum Commandanten des Husarenregiments Kaiser Franz Josef Nr. 1 zu ernennen; — dann: anzubefehlen, dafs dem Fregattenkapitän Heinrich Fayenz in Anerkennung seiner an der Marine.Akabemie durch mehrere Jahre geleisteten vorzüglichen Dienste der AuS-druck der Allerhöchsten Zufriedenheit bekannt gegeben werde; — ferner: in Anerkennung vorzüglicher Dienst- leistung im Occupatlonsgebiete dem Hauptmanne Ellas Zarit, des Infanterieregiments Freiherr von Roßbacher Nr. 7l, Ergänzungsbezirls-Commandanten in Sarajevo, taxfrei den Orden der eisernen Krone dritter Classe zu verleihen. — (Wiener Wäschermädelball,) InEger veranstaltet der Sängerbund einen „Wiener Wäscher-mädelball". bei welchem die Damen als Wäschermädel und die Herren als Wiener Bitz. Strizzi. Deutschmeister. Fiaker, Urlauber, Hausmeister und dergleichen erscheinen werden. — (Ausstellung in Budapest.) Die Aus-stellung der historischen Goldschmiedelunst im Budavester Nationalmuseum wurde diesertage in feierlicher Weise eröffnet. In der Ansprache an den Cultusminister Tresort betonte der Ausstelluugs.Prilsident Bischof Ip6ly, dass Se. Majestät der Kaiser und die hohe Geistlich, keit, die Magnaten und Sammler von Kunstwerken be-reitwilligst wertvolle Objecte zur Verfügung stellten, um die ungarische Kunstindustrie zu heben. Der Cultusminister erwiderte, die Ausstellung bezwecke, den Künstlern in Gold« und Silberarveiten Gelegenheit zu bieten, sich eine Ausbildung anzueignen, welche sie zur Eon-currenz mit dem Auslande befähige. (Beifall) Die Ausstellung bezwecke ferner. im Publicum Interesse für Gegenstände von wahrhaft künstlerischem Werte zu er« wecken. Der Eröffnungsfeier wohnten bei: Ministerpräsident von Tisza. die Minister Pauler, Graf Sze-cheuyi und von Bedelovi gissmeinnicht". Lied. gesungen von Frl. M. Pa lm e, nnd Schubert's unsterbliches „Ständchen", welches Herr M. Martini mit zarter Auffassung vortrug, fanden lebhaften Anklang. Der Beneficiant erhielt auch einen fchönen Lorbeerkranz mit fchweren rothen Schleifen. -—i— — (Theaternachricht) Der vom Vorjahre her bestbekannte kais. russische Hofschauspieler Herr Julius Fiala beginnt heute auf unserer Bühne ein auf vier Abende berechnetes Gastspiel, Zur Aufführung gelangen folgende Stücke: Heute: Der Königslieutenant, morgen: Donna Diana, Freitag: Die zärtlichen Verwandten und am SamStag: Haus Fourcham« bau lt. Das Renomme des geschätzten Gastes sowie die vorzügliche Wahl der Piecen lassen hoffen, dass das Publicum diesem Gastspiele die erwünschte Theilnahme entgegenbringen werde. Neueste Post. Original-Telegrammeder„Laib. Zeitun g." Paris, 19. Februar. Die Kammer beschloss, un-geachtet der Opposition des Bischofs Freppel, den Elementarunterricht in den Staatsschulen ausschließlich Laien anzuvertrauen. — Ferry legte die französisch, österreichische Handelsconvention vor. Rom, 19. Februar. Die von der Regierung in der Kammer abgegebenen Erklärungen schließen nahezu vollständig die Annahme eines Mentales aus; es handle sich einfach um einen Angriff auf Gendarmen. Kairo, 19. Februar. Ueber Verlangen Barring's beschloss die britische Regierung, die Occupationsarmee in Egypten zu verstärken. Wien, 19. Februar. (Wiener Zeitung.) Die Zusage, welche Se. k. und k. Hoheit der durchlauchtigste Kronprinz Erzherzog Rudolf der Deputation des Journalisten- und Schriftstellervereins „Concordia" gemacht hatte, auf dem diesjährigen „Concordia"-Balle im Sofienfaale zu erfcheinen. hatte znr Folge, dass sich gestern in den festlich decorierten Räumen fchon um 10 Uhr abends das Publicum verfammelt hatte. Die elektrische Beleuchtung mit Vlühlichtboliquets machte einen schönen Effect. Um 10^ Uhr abends erschien Se. k. und k. Hoheit der durchlauchtigste Krön« Prinz in Begleitung höchstseinei Flügeladjutanten. Das Präsidium der „Concordia". Rltter von Weilen und Johannes Nordmann. cmpfiengen den hohen Gast am Fuße der mit exotischen Gewächsen reich geschmückten Treppe. Präsident Ritter von Weilen hatte die Ehre, den durchlauchtigsten Kronprinzen mit einer kurzen Ansprache, in welcher er den Gefühlen des Dankes Ausdruck gab für die hohe Auszeichnung, die dem Feste wahren Glanz verleihe, begrüßen zu dürfen. Se. k. und l. Hoheit dankte und schritt, geleitet von den beiden Präsidenten, die Treppe empor. Am Eingänge des Saales wurde der durchlauchtigste Kronprinz' vom Vallcomitc, den Obmann Spiegl an der Spitze, der die einzelnen Mitglieder vorstellte, begrüßt und trat unter den Klängen der Volkshymne in den Saal, mit Hochrufen allseils empfangen. Wien, 19. Februar. Das Abgeordneten« haus hat in seiner heutigen Sitzung sämmtliche Ge- genstände der Tagesordnung nach meist nur kurzer Debatte im Sinne der Ausschussanträge erledigt. -" D?r Iustizausschuss tritt morgen zusammen, um die Regierungsvorlage, betreffend die Consular-Gerichts« barkeit in Tunis, in Berathung zu ziehen. Der Actien-gesetz.Ausschuss hält am Freitag, den 22. d. Vi., eine Sitzung ab, in welcher die Vorlage der Fragen an die Experten durch das Subcomiti erfolgen soll. Rom. 19. Februar. Die Behörden haben con-statiert, dass die gegen den Gendatm Varicch'^ geschleuderte Flasche 15 Centimeter hoch ist und 175 Gramm Pulver enthält, wie es zur Anfertigung von Feuerwerkskörpern verwendet wird. — Die 2l< Hebungen werden fortgesetzt. Belgrad, 19. Februar. Die Bildung des Cabinets wurde im letzten Augenblicke wegen der Verhandlungen mit einigen designierten Mitgliedern verzögert. Die Ernennung des neuen Cabinets wild stündlich erwartet. Suakim. 19. Februar. 200 Mann der 1,0 W. schwach heiter ! "."" 9 ^ Ab. 742.76 — 4.6 SW. schwach heiter i Anhaltend heiter, lalt. Das Tagesmittel der Tempers — 4.5°, um 4.1« unter dem Normale. ____^. Verantwortlicher Redacteur: P. v. Radics. (Eingesendet.) Zeit und Oeld verloren! Jeder verliert heute Zeit und Geld, der bei einem MagA oder Lebcrleidcn etwas anderes anwendet als die bekannten "V berühmten Apotheker R. Brandt's Schweizer.Pillen. Sie aue" helfen rasch, sicher und schmerzlos, und die tägliche AuU" betragt nur 2 kr.; erhältlich 5 Schachtel 70 lr. in den U" thekcn.___________ Eingesendet. Jedem Epilepsie-, Krampf- und Nervenleidende« l^"^ wir die weltberühmt gewordene, von den höchsten mcdicml!^ Autoritäten anerkannte, sozusagen wunderbare Heilmethode ^ Herrn Prof. Dr. Albert. Paris. 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I,. um 5 Uhr nachmittags nach d"? » Flicdhofc zu St. Christoph überführt und dorts""'' » in der Familiengruft beigesetzt. .^ W Die heiligen Seelenmessen werden in meyr" ^ Kirchen gelesen werden. W Um stilles Beileid wird gebeten. W Uaibach am 18. Februar 1884. ^ Elisabeth Peterka, Mutter. - Marie Plauh, FaH > Kastl, Schwestern. - Ferdinand PlauV, «" , » mann; «arl Kastl, I. t. Artillerie-Obcrlicutcna" > « Schwager. — Olga Plautz, Nichte- » VeerdigungSanstalt be« Fran, Doberltl, 353 Csnrsean der Wiener sörse vom 19. Februar 1N84. <«»« ^ »Me»»«»»««»»«,) »,^ «eld Wal, sta«tS.»nleye«. ^"" «°teure»t«, ft«uerfte« , «ü- »5 15 >«.»>.,<»^-----,.^.„_ "«l>«b<.....9u?5ico-bo «elb Ware 5°/, l«me«val«V»nater . . . 100 50 101 -b°/a ungarische......100 60 1011« «ndere öffentl. Nnlehen. Donau»«eg.»t!ofe »»/« ioo fl. , li? 2K 11?'7l bto. «nleihe 1878, >tn,eifte< . log «a ,«5 5c Nnleben b. Ltabtgem0 «nleyell d. Stllbtgemtinbe Wien (Sllter ober Gold) ....------—>— Plämlen»Anl.b.Et«dtgem.wi«n 1^6 L0 l«7' Pfandbriefe (füriuofi.) Vobn»«.allg. Often. 4'/,°/, Void I20 50 lii — dto. in 50 „ „ 4'/, »/„ ,« — 96 5N dto. in 50 , , 4< . <,« 3^ 9« bN bto. U1läm/,°/n . . 100 05 100 2c dto. , 4°/, . . l»5hl! — .. Ung. allll.««dencredit»«ct«enges. w Pest in »4 I. verl. 5'/,°/» - 101 co ioz 5o Pri,ritäts.Obligationen «.fill 100 fi.), «tlisabeth-WeNbahn l. «misfisn l0« lio 10? -sselbilianb^Nordbahn in Gilb. lOl^ Ls. 1b« — ßtan,'Ioi 0<< <ölll!,ische Hall»Ludwig»Nahn «m, I««' «00 fl. E. 4>/,'/n . . 9« 50 99 ?b Oefter». lttordweftbllhu. . . . 104-—104'4ll Sicbeilbüiger . . . . . ät»L0 li^'ZU «elb Ware Vtaatsbahn l. «kmisfton . . . i«< 80 185'3O SÜbbahN k 8«/»......I40 25K0 75 , ., ö ܰ/°......,l>» zo 12, ßo Una.««aliz.»ah» . . . . »575 ,ß z^ Diverse Lose (per Stück). ««ditlose 100 N...... 173. „ i73'5l «lary-sose II " _ «llulveiein, Wiener, 10a fi. . , 10» 75 lU7-— Udncr..«nft.,Oeft.üoass.tz.4u°/, «3- .«»?'. Llbt..«nft. s. Hand u. V. «a ft. 30,10 za» 40 Llbt..«nft., Mg. Nn«. „oa ss. , zu .z^.^ Deposttenb^ «llg. »ua ft. . . . «a7...,o?'5» «,c°l»Vte.Ges., Nleberöft. 500«, 8l0 - «25 — ^ypothelenb.. öft. lim, fi. ,5«/, H. ^.^ g, ^ gändelbanl öft. W« fl.«. 5««/.!hn »00 fl. 2M. . . 25l< 75 230 5^ , Lin;,«udwrls 2N0 ss. . . . 204— «ci 50 »Slzd,,Til0l,IIl.!H.187»!i0«st.O. 1st?s. 195 — sserdluanb«»Nolbb. io«0 fl. «Vl. ««7» »57? ss«»n»»I«>sef9 50 llllhlcuberg»«lisenl>. z>00 fl. . . 34 ^0 35-75 lt«3es«ll. xoo fl. «. w. . . i?5-z5 173 — «loyb, ösl.»ung,, Tneft 500fl,HH'. 8,8 — ei0 -Oefterr, Nordwcftb. »ua ss, Süb. ,»» — lki 50 bto. (Ut. Il> !l00 st. Silber . i5h 75 189- - Plag-Huf« Eisenb. i5>a fl.Slid, —-—------- «udols« «ahn XON ff. Gilber , 1?»'— 17« DO Viebenvürger Eiseno. uou ft. E,> 173-75 174 25 Vtaatteisenbabu ^ao il, ö, W, .Izii—«ii z^ Gllbbahn «00 sl, VMer , 148 20 148'co Süb.«oibb. Verb.,». «oofl., «5i 4c 231 70 » lvr., neue 100 st. . . 93— 9350 Transport — InrnanxKrasup 205 ff. s. W. . —— -.-— Nng..gali,,<öllenb. «00ff. Gilb.r l«5-^5 1«« ?K Nng. NordoNbahn «00 ff. Silb« 15« 75 lb?'— Uug.Weftb.(«Hab.Vraz)«<>0st.e, 10L 25 168 7b Indnftrle.Aetie» (fte, ««nw..l.'cihg, 1,80 fl. 40°/« i<;» — 11(,— »«klbemübl", Paplers. u. N.»G. 6350 ss^l.o Vlontan>Gcsclls. 5Neri.»alPin>: . «7 »l U?>75 Praner «kilen.I»»..Ves. «00 ff.-------—-- Galgo»Tarl. üiseuraff. 100 fi. , 114 Lll 11b — Wassens..O., Oest. !n W.100 sl, 13» -> 148 — Ilifail« »ohl«n».,V«s. 100 ff. . »— —>-. Devisen. Deutsche Plätze......5» »5 LS 60 ??udon.........l»i K5 1x1 ?5 Vari«.........48 17» lb 2», Ptt««bul«.......—— — — Valuten. Ducatcn........ l?l> 572 «0.ffranc».«tü««..... 9 «l, 983. Vllb«........ -- -- Deutsche N«ich«banrnote». . . 5^«b 59 45