»rie**smttien5 - Preise Kür Laibach: ».«»jLtng . . 8 fl 40 fl. $.ef6jabrig. . . 4 „ 20 „ Mntrljitpig . 2 „ 10 „ MsoalUch „ 70 „ Laibacher Rcdaction Bahuhosgasse 9tr. 132. Mil der Potz: Vmyjlihrig...............12 fl. Holbjirrig............... 6 „ Sittttiiährtg 3 „ Sftt Juäeünng inS HauS Vinte! i. 85 it., utonatl. 9 kr. Er«iel»e tttnxamnn 6 kr. Expedition- & Inseraten-Bnrean: Tougreßplatz Nr. 81 (Buchhandlung von Jgn. v. Kleinmayr & Fed. Bamberg.) Jnsertionspreisc: Für die einspaltige Petikzeilr ä 4 kr., bei zweimaliger Einschaltung ä 7 kr., dreimaliger ä 10 kr. s,. Kleine Anzeigen bis .'> 20 kr. f W' Bei größeren Inseraten un öfterer Einschaltung entspre^ chender Rabati. Anonyme Mittdeilungen »erden nicdt berücksichtigt; Mannscripte liitfit znrückgesendet. Nr. 152. Mittwoch, 8. 3uli 1874. — Morgen: Anatolia. 7. Jahrgang. Die irischen Homerulers. (Schluß.) So ist England nach fast siebenhundertjähriger Herrschaft über Irland noch immer gezwungen sich auf Physische Gewalt zu stützen und das unglückliche Land bleibt nach wie vor ein wunder Fleck in dem mächtigen Staatsorganismus Britaniens, gegen den, so lange die römischen Priester ihren Einfluß aus die ungebildete Bevölkerung bewahren, alle Hei-lungsversuche sich unwirksam erweisen. Das jüngst abgetretene Ministerium Gladstone zeigte sich den Iren und Katholiken gewogen, ja es ging daran, ihnen wichtige Zugeständnisse zu machen. Aber den fanatischen Vertretern Erins genügte nichts und sie arbeiteten zum Dank aufs eifrigste mit, Gladstone zu stürzen. Das Cabinet Diöraeli, in kleineren Dingen entgegenkommend, in einzelnen Reformen sogar die Initiative ergreifend, verficht desto entschiedener den großen europäischen Standpunkt der geeinigten Machtstellung GroßbritanienS, wahrt desto strenger die unerläßlichen Rücksichten auf eine feste Geschlossenheit des Reiches. Namentlich ist Disraeli persönlich ein Verfechter der anglikanischen Staatskirche und Gegner des Papstthums. Nun hat aber die neueste irische Bewegung der Home Eule-Partei in hohem Grade einen klerikalen Beigeschmack, ja die entschiedene Uebermacht des Klerus innerhalb dieser Bewegung kann dieselbe bei dem geplanten Bündnis mit den englischen Katholiken jeden Augenblick zu einer römisch-kirchlichen stempeln. Darum hat auch das englische Unterhaus gegen die Partei der nationalen Gesetzgebung für Irland, die sogenannten Home Rulers bereits sein energisches Veto eingelegt. In der Nacht vom 3. auf den 4. Juli wurde der Antrag des Vertreters von Limerick, Isaak Butt, „der irischen Nation möge das Recht und die Befugnis zurückgegeben werden, irische Angelegenheiten durch ein irisches Parlament zu ordnen," mit 458 gegen 61 Stimmen verworfen. Es haben demnach bei weitem nicht alle Vertreter Irlands für den Antrag gestimmt. In Altengland lebt eben kein Verständnis für das Födera-tivprincip, von dem nach den Versicherungen der irischen Volksführer und unserer eigenen nationalen Heißsporne eine endlose Fülle von Segnungen ausfließen soll. Verarmung, Hungersnoth, Darniederliegen von Handel und Gewerbe wird dort ebenso wie bei uns dem Mangel eines vollwichtigen Parlaments in den Provinzen in die Schuhe geschoben. Die große Mehrheit des englischen Volkes aber weiß, daß kein irisches Vollblutparlament dem Lande jene Bliithe und jenen Aufschwung verleihen könnte, deren sich England und Schottland erfreuen. Und in Irland selbst fürchtet ein großer Theil der Bevölkerung nichts mehr als nach irisch-römischen Grundsätzen glücklich gemacht zu werden. „Mr. Butt's Verlangen nach einem irischen Parlament — meint die „Times" — geht von der grundfalschen Annahme aus, als wären die Bewohner Irlands eine vollständig andere Nation. Allerdings gibt es Ursprungsunterschiede zwischen der Mehrzahl der Irländer und Engländer, aber diese beiden Ströme sind nun schon solange zusammengeflossen, daß sie nicht mehr getrennt werden können. Die Verschmelzug der Angelsachsen, Schotten und Iren mag einigermaßen unvollständig sein, aber sie alle sind Bürger einer einzigen Nation. Home-rule schrumpft nun zu der Frage zusammen, ob es im Interesse der Bewohner des Königreichs oder eines Theiles desselben zweckdienlich wäre, die gegenwärtige Constitution durch das unfaßbare Gebilde einer Föderation zu ersetzen, welches Mr. Butt vorschlägt. Wir antworten, daß es höchst unzweckmäßig für alle, aber am meisten für die Bewohner Irlands selbst sein würde. Es würde von üblem Einfluß auf den irischen Volkscharakter, auf die Entwicklung der Bewohner und auf die Gesetzgebung der Insel sein. Das irische Volk würde sich mit den ändern Bewohnern des vereinigten Königreichs nicht mehr Eins fühlen. Wir würden aller» dings etwas, aber die Irländer sehr viel unter dieser Aenderung leiden. Wenn wir nun den wahrscheinlichen Gang der Gesetzgebung Irlands verfolgen, so sehen wir in den von Mr. Butt und seinen Anhängern verfochtenen Argumenten sehr viele Anhaltspunkte zu der Annahme, daß diese Gesetzgebung eine gänzlich verfehlte sein müßte. Mr. O'Clery scheint zu denken, daß ein Localparlament Irland vor der Hungersnoth geschützt haben würde und alle anderen Vertheidiger der Bill waren darin einig, daß es Handel und Feuilleton. Die Säulen des Carlismus. lieber die carlistischen Generale, ober besser gesagt, Cabecillas, d. h. Capitains oder Häuptlinge, entnehmen wir italienischen und anderen Quellen folgende, für die Carliften mehr charakteristischen als schmeichelhaften Angaben. Diese Granden der Legitimität sind meistens ziemlich dunklen Ursprungs. Saballs, jetzt Marquis d'Alpcna und General. Wtutenant, ist aus dem Bagno von Ceuta hervor-flegangen, woselbst er eine lebenslängliche Galeerenstrafe verbüßen sollte, die ihm am 4. Juli 1850 wegrp Raub mit bewaffneter Hand zudictiert war. Das Operationsfeld Saballs ist die Provinz Cata-lonien, wo die „königliche Armee" jetzt eint Stärke von 15,000 Mann erreicht haben und von nun an stch als geschlossenes Ganzes an den carlistischen Gesammtoperationen betheiligen soll. Tristanh und Ollo, welcher bekanntlich in dem "amps bei Pedro de Abanto am 25. März zu Tode verwundet wurde, sind Carlisten von Profession, lvrlchr seit langer Zeit auf Kosten „der weißen In- ternationalen" leben und auch bei der Vertheidigung Gaetas theilgenommen haben sollen. Ollo war früher Capitän im 4. spanischen Infanterieregiment und führte im carlistischen Heere die tapferen navarre« fischen Bataillone. Er genoß den Ruf eines sehr umsichtigen Organisators und braven Soldaten, so daß Don Carlos durch seinen Tod — er stand im kräftigsten Mannesalter — viel verliert. Schon dem Tode nahe und im Blute schwimmend, Iheilte er noch Befehle aus; er starb mit den Worten, „mein König, meine Kinder—." Instant) »agiert mit Saballs in Catalonien. Der ebenfalls bei San Pedro de Abanto gebliebene Cabecilla Radien beschäftigte sich vor noch zwei Jahren mit dem ehrsamen Maurerhandwerk. Radica galt für außerordentlich tapfer. Als Don Carlos einst die weißen Mützen, als zu weit sichtbar, zu tragen verboten hatte, ließ sich Radica nichtsdestoweniger eine solche Kopfbedeckung kommen und trug sie bei jedem Gefecht, sich dabei stets in fast übermütiger Weife exponierend. Er kommandierte das Bataillon der königlichen Escorte und war bei dem „Könige" so beliebt, daß, als er einst verwundet wurde, Don Carlos seinen Freund seiner Gemahlin, dek Prinzessin Margarethe, zur Pflege übertrug. Oberst Perula fungierte früher als Advocat und war durch feine Habsucht berüchtigt. Velafco, jetzt Feldmarschall der carlistischen Armee, war vorher als Bagagebeamter bei einer Eisenbahnagentur mit einem Gehalt von noch nicht 500 Thalern angestellt. Noch früher war auch er Offizier der spanischen Armee, aus der er wegen zu großer Härte gegen seine Untergebenen entlassen worden sein soll. Culcala, jetzt Brigadecorninandeur, hat die Peitsche des Fuhrmanns mit dem Degen des Offiziers vertauscht. Dorregaray, der geschickteste und humanste im Kreise feiuer Genossen, ist ein aus dem spanischen Heere dersertierter Offizier. Durch Spiel und Ausschweifungen aller Art ruiniert, warf er sich dem Carlismus in die Arme. Schon als der erste Carlistenkrieg ausbrach, diente Dorregaray seit 15 Jahren in der Armee, er ist somit ein sehr bejahrter Mann. Im Kriege Spaniens gegen Marokko (1859) commondierte er ein ans Verbrechern gebildetes Regiment und verließ die Arme im Jahre 1868. Der Schauplatz seiner Thaten, ehe der Carlistenkrieg Freund und Feind an der Nervionlinie einander in größeren Massen gegenüberstellte, war die Provinz Navarra» Gewerbe kräftigen und weiter entwickeln würde. Aber sind denn die Bedingungen zur Entwicklung von Handel und Industrie nicht völlig frei? ES läßt sich daher nicht rechtfertigen, wenn das Zurückbleiben eines Theiles des Landes gegenüber einem ändern in Gründen gesucht wird, welche durch die Gesetzgebung beseitigt werden könnten. Wo Einrichtungen und Gesetze dieselben sind, entspricht die Entwicklung der Industrie den jeweiligen Ortsverhältnissen. Das verhältnismäßige Darniederliegen irischer Manusactur entspringt denselben Gründen wie ähnliche Verhältnisse im Süden Englands. Eine irische Gesetzgebung, unwillig, solche Thatsachen zuzulassen, würde natürlich verschiedenen Hilfsmitteln nachjagen und versuchen, dies Naturgesetz abzuändern. Aber das tende von all' diesem würde ein beständiges Einreichen von Petitionen und Beschwerden sein, wie dies während der kurzen Zeit der Unabhängigkeit des irischen Parlaments der Fall war. Die Auswanderung würde entmuthigt, die Bevölkerung stark vermehrt und schließlich würden wir in Irland einer Verarmung gegenüberstehen, welche Proportionen wie vor 30 Jahren annehmen könnte. Die Lage Irlands ist keine befriedigende. Das irische Volk hat ein Recht darauf, gerecht regiert zu werden und schuldet keine Dankbarkeit für die Abtragung einer Schuld. Doch müssen die jüngst erlassenen Gesetze des vereinigten Parlaments als ein Argument gegen die Apostel der Home-rale gebraucht werden. Wenn das bestehende Parlament sich völlig glcichgiltig und unzugänglich gegenüber den gerechten Beschwerden Irlands gezeigt hätte, so würde darin vielleicht ein Vorwand gefunden werden können, um einem Versuch das Wort zu reden, der aber nicht zugelassen werden kann, wenn die Legislative im Gegentheil eifrig bestrebt ist, allen Uebelständen Abhilfe zu verschaffen. Die irische KirchenactL und die irische Landacte (unter Gladstone beschlossen) sind Zeugen dieser Stimmung, und'wenn etwa entgegnet wird, daß dieselben einem frischen Aufstandsversuch zugeschrieben werden müssen, so braucht man nur vie Geschichte dieser Session zu betrachten, um zu sehen, daß der Geist der Versöhnlichkeit im Parlament selbst dann vorherrschte, wenn kein Druck von außen erfolgte, um die Aufmerksamkeit desselben zu erregen. Die parlamentarische Maschine ist nicht gänzlich untauglich für die Verwaltung gerade eines Theiles des Königreiches. Wenn die Mitglieder für Irland mit England Hand in Hand gehen wollten bei dem ernsthaften Versuch, eines nach dem ändern von den Hindernissen zu beseitigen, über welche sie sich beklagen, würden sie ihre Anstrengungen von einem unerwarteten Erfolg gekrönt sehen und die wo er mit Ollo gemeinschaftlich gegen die Republikaner operierte. General Lizzaraga hat ebenfalls, und zwar bis kurz vor Ausbruch des neuesten Carlistenkrieges in den Reihen der regulären Armee gedient, wo er zuletzt die Charge eines Obersten bekleidete. Für den CarlismuS gewonnen, war er es, der den Auf. stand in der Provinz Guipuzcoa ins Werk setzte und in Brand erhielt. Anfänglich unterstützte ihn dabei eine der originellsten Figuren der carlistischen Partei, der Pater Santa Cruz. Dieser Unhold, von dem man nicht recht weiß, ob ihn mehr wahnsinniger Fanatismus oder gemeine Raublust beherrscht, dabei jedoch ein Mann von Muth und Begabung, führte gegenüber von Freund und Feind derartige Scheußlichkeiten und Verbrechen aus, daß Don Carlos selbst die Auflösung feiner Bande befahl und man sich genöthigt sah, auf ihn wie auf ein wildes Thier Jagd zu machen. Santa Cruz floh nach Frankreich, ging von dort nach Buenos-Ahres, und erschien in neuerer Zeit wieder in Guipuzcoa, wo et sich bemühte, die Truppe Lizzaraga^s gegen ihren Führer zur Empörung aufzureizen. Es gelang das aber nicht, der fromme Mann floh wieder nach Frankreich, ging dann nach Rom, um sein Glück beim Papste zu versuchen. Als er hier abgewiesen wurde, nahm er eine Zeit lang unter falschem Namen Horne-rnle-Agitation würde jenseits des Georgskanals ebenso verschwinden, wie sie jenseits des Tweed (in Schottland) verschwand." Diese Worte enthalten eine wichtige Lehre für unsere heimischen Föderalisten, die ebenfalls in der Gewährung diverser parlamentarischer Spielzeuge die Panacee ihrer nationalen Leiden erblicken. Ihre berechtigten Klagen und Wünsche mögen sie dort Vorbringen, wo allein deren Erfüllung auf gesetzlichen Boden zu erreichen steht, im Reichsparlament. In der Mäßigung und im Vorgehen aus dem Boden des Gesetzes liegt die Kraft der staatsrechtlichen Opposition. Und wenn man auch zur Abhilfe ihrer Beschwerden gleich dem englischen Parlamente nicht zu dem heroischen Mittel der Schaffung von Sonderparlamenten schreitet, wie die Herren Föderalisten wünschen, so ist doch Geneigtheit genug vorhanden, im Verein mit den gemäßigten Elementen an der Beseitigung der ausgedeckten Schäden zu arbeiten. Politische Rundschau. Laibach, 8. Juli. Inland. Am Montag fanden die Land-tagsersatzwahlen in den böhmischen Städtebezirken mit Ausnahme der Städte Prag, Pilsen und Reichenberg statt. Das Resultat ist noch nicht bekannt. Die Altczechen haben für fämmlliche achtundzwanzig Bezirke Candidaten ausgestellt, die Jung-czechen möchten sich mit 14 Sitzen begnügen. Bekanntlich hat auch der deutsche Vertrauensmännerklub in Prag für die Städtebezirke seine Candidaten bestellt. In den czechischen Blättern war kurz vorher die Wahlagitation aufs äußerste angespannt, zumal den altczechischm, denen trotz der geheuchelten Befriedigung das Ergebnis der Ländgemeindewahlen durchaus nicht behagen will. Aus dem Gewirr von Wahlaufrufen, Mahnungen, Drohungen und De-nnnciationen, mit denen ihre Spalten angefüllt sind, ist nur der tragikomische Angstschrei hervorzuheben, der sich im „Potrot" erhebt, weil im stockczechischen Chrudim Justizminister Glaser Aussicht hat, gewählt zu werden. Noch immer sprudelt der fast unversiegbare Quell der Enthüllungen über die Ursachen der Enthebung Kuhn's. Mehr jedoch, als daß das Avancementsgesetz und die Organisation der Militär-Bildungsanstalten die Ursache des Sturzes des früheren Kriegsministers gewesen seien, ist trotz aller pikanten Details, unter denen namentlich eine Militärrevuc in St. Pölten eine Rolle spielt, auch den neuesten Forschungen nicht zu entnehmen. Die letzteren, zumeist „aus militärischer Feder", verfolgen den augenscheinlichen Zweck, den Fall Kuhn's als seinen Aufenthalt in St. Jean de Luz, versuchte dann aufs Neue die Soldaten Lizzaragas aufzuwiegeln, ja sogar den Bischof von Urgel, den päpstlichen Nuntius bei Dou Carlos gefangen zu nehmen und rettete sich, als der Versuch fehlschlug, aufs Neue nach Frankreich, wo er von den französischen Behörden in Bayonne festgenommen, später aber sreigelassen und ausgewiesen wurde. Die Carlisten verachten Santa Cruz und halten ihn für verrückt, sagen aber doch, wenn sie viele solche Leute wie ihn in ihren Reihen hätten, würden sie — längst in Madrid sein. Santa Cruz ist übrigens keineswegs 'der einzige Priester, welcher gegen „die Freimaurer" der Republik mit Feuer und Schwert ins Feld gezogen ist. Auch die Patres Flix, Prades, Baracaldo, Pri-arte, der Cauonikus Milla und andere haben ihre heiligen Lenden mit dem Schwert umgürtet und ziehen hoch zu Roß ihren sanatisierten Scharen voran. Sie sowohl wie die ebenfalls aus der Hefe des Volkes hervorgegangenen Bandenchefs SanteS, Valles, Palacios, Marco, Aboitiz, Govordo, Guitierrez und Jzari verstehen es vorzüglich, im Trüben zu fischen und die ausgesogene noch seßhaft gebliebene Landbevölkerung der aufständischen Gebiete ohne jede Controlr und Nachsicht in Contribution zu setzen. (Schluß folgt.) ein Opfer darzustellen, welches dem Troupierthum in der Armee geschlachtet wurde. So wird in einer vom „Pester Lloyd" gebrachten Studie über dieses Thema in sehr geringschätzendem Tone von den durch Kuhn eingeführten Offiziersprüfungen gesprochen, die es „Einigen, die bei einer Prüfung eine glückliche Frage gezogen", ermöchllichten, die höchsten Grade der militärischen Hierarchie im Fluge zu erlangen. Ein grazer Blatt weiß wieder die Enthebung Kuhn'S auf die kroatische Reise des Erzherzogs Albrecht und die üblen Eindrücke, welche dieser in Csakatnrn, und die guten, die er in WaraSdin empfing, zurückzuführen. Dieses Blatt constatiert auch die immerhin interessante Thatsache, oaß nunmehr von sieben Landescommanden fünf mit Kroaten besetzt sind. ' Im ungarischen Reichstage wurde Samstags dieWahlresormdebatte unterbrochen. Das Haus verhandelte die Frage des israelitischen Schulsonds, um den bekanntlich die orthodoxen und reformierten Juden in Ungarn streiten. Am Samstag wurde ein Beschluß nicht erzielt und des» halb gestern die Debatte fortgesetzt. Nach einigen überaus kumulluösen Szenen, in denen der ungarische Kultusminister Tresort sich sehr bedenkliche parlamentarische Blößen, gab, blieb die Debatte abermals resultatlos, denn sowohl der Regierungsantrag als ein Gegenantrag Tisza's, der den Minister anwies, einen Theil des streitigen Fonds zur Errichtung eines Rabbinerseminars, den anderen zur Unterstützung von Volksschulen zu verwenden, wurde abgelehnt. Gegenwärtig wird die Wahl* resormdebatte fortgesetzt. Ausland. Ans Deutschland liegen nur wenige Nachrichten von allgemeinem Interesse vor. Telegraphischer Meldung zufolge war der Bischof von Paderborn aufgefordert worden, binnen drei Tagen die ihm zudecretierte Gefängnishaft anzutreten. Inzwischen hat ein paderborner Bürger die Geldstrafe von 400 Thalern, für welche die Haft substituiert werden sollte, aus eigener. Tasche für den Oberhirten bezahlt. Der letztere protestierte zwar gegen diese großmiithige Einmischung eines Dritten. Das Preisgericht aber beschloß, die Straf« summe zu behalten und dem Bischof die Haft zu erlassen. Schlimmer als diesem General der schwarzen ist cs einem anderen der rochen „Internationale" ergangen. Der Socialdemokrat und Reichstags-Abgeordnete Most ist nemlich wegen Aufreizung zu Gewalttätigkeiten und wegen Beleidigung des stehenden Heeres zu einer neunzehnmonatlichen Gefängnisstrafe verurtheilt worden. Der letzte Freilag ist ein bedeutungsvoller Tag in der Geschichte Frankreichs. Der letzte Kampf der Monarchie gegen die herrschende Ordnung und gegen die Republik hat an diesem Tage mit einer Doppelaction begonnen. Der Graf von Chambord veröffentlichte an diesem Tage sein Manifest, welches das Datum vom 2. Juli, aber keine Ortsangabe trägt. In der Jnitiativcommissivn entwickelte der Duc Larochesoucauld - Bisaccia, secundiert von einigen anderen Kämpen der Legitimität, die Notwendigkeit der Begründung der Monarchie. DaS Gesetz vom 20. November, welches dem Marschall Mac Maljoit eine siebenjährige Gewalt sichert, suchen die Herren mit der Behauptung hinwegzueScamo-tieren, der Duc de Broglie hätte ihnen vor der entscheidenden Abstimmung die Versicherung gegeben, wogegen dieser allerdings Protest erhob, das Srp-tennat werde niemals ein Hindernis für die Rückkehr des „lioy“ fein, und wenn sie somit jetzt die Monarchie nicht beantragen können, so seien sie „betrogen" worden. Während sich dies in der Jnitiativcommissivn ereignete, hat die Dreißiger-Commission die ersten fünf Artikel des neuen Ver« fassungsgesetzeS, durch welche für sieben Jahre der Wiederherstellung der Monarchie ein Riegel vorgeschoben wird, angenommen. Mittlerweile hat auch die Versailler Regierung gegen die Aktion der Legitimisten Stellung genommen. Der Ministerrath hat, wie e» heißt, einstimmig, also einschließlich die legitimistischen Minister Tailhaud und Montaignac, beschlossen, die „Union“ wegen Publication des Manifestes, „welches den dem Marschall Mac Mahon durch das Gesetz vom 20. November übertragenen Gewalten den wesentlichen Charakter abspricht", zu suspendieren. In der SamStagssitzung der Nationalversammlung ward die Regierung durch die Inter« -cllaüoii t'ucten Brun's gezwungen, die den legiti-mistischen Bestrebungen gegenüber eingenommene Stellung noch schärfer zu präcisieren. Da sich Süden Brun von der Antwort des Ministers des Innern, Fourtou, nicht befriedigt erklärte, so wird dessen Jnterpellaiion zur Debatte gelangen. Bekanntlich sind die Republikaner principiell gegen jede Maßregelung der Presse, und könnte es sich daher ereignen, daß sie im Vereine mir den Legilimisten *)ie Majorität gewinnen und dem Cabinet eine Schlappe beibringen. In Paris glaubt man, daß >n diesem Falle Mac Mahon die Kammer auf-losen werde. Die carlistischen Barbareien haben sich während der letzten Kämpfe wiederholt. Die „Epoca" schreibt: „Wir haben Europa eine abscheuliche That-suche mitzutheilen, über die sich ein allgemeiner Schrei der Entrüstung erheben wird; die Carlisten haben Verwundete auf dem Schlachtfelde und Gefangene ohne Erbarmen mit dem Bajonette erstochen «der niedergeschossen." Dorregaray erklärt, er habe diese Grausamkeit nicht angeordnet, aber er ist durch seinen Tagesbefehl, worin er seine Banden aufforderte, keinen Pardon zu geben, dafür verantwortlich. Die Regierung in Madrid beruft neue Reserven ein und will die Armee auf ‘200,000 Mann bringen. Den letzten Mann und den letzten Real! das ist Spaniens Entschluß. Vierzehn Züge mit Truppen sind von Madrid nach dem Norden abgegangen, andere werden folgen. Die „Republique sran^aise" meldet, Serrano wolle von Frankreich 250 Millionen Francs Entschädigung verlangen wegen der Unterstützung, welche den Carlisten vonseite der französischen Behörden zutheil geworden. Die Forderung werde jedoch erst gestellt — nach einem entscheidenden «Siege über die Carlisten. Aus der Home rule-Vcrhandlung im englischen Unterhause haben wir einige Sätze von der Rebe Disrae li's nach;utragen. Disraeli sagte: Nichts ist merkwürdiger als die Entschlossenheit, mit roet* 4er sich die Iren ausposaunen und sich rühmen, eine unterjochte Nation zu sein, während sie that-sächlich nicht mehr, nein men get unterjocht sind als die Engländer. Die angeführten Beispiele von den auswärtigen Föderal-Regierungen seien auf England nicht anwendbar, und er könne dem Haufe nicht bestehen in der Auffindung eines Modus, nach welchem die legislatorischen Functionen zwischen einem localen und einem Reichsparlamente zu theilen seien. Aber gesetzt, selbst diese Schwierigkeit könnte überwunden werden, was, fragte Disraeli, würde die Folge des Föderalismus sein? Die Majorität des Zischen Volkes ist katholisch und die Organisation ^r katholischen Kirche ist überaus mächtig; und %e dem Papste und dessen Röthen Angrisfsgelüste ^Uzuschreiben, würden sic doch von den Motiven sich leiten lassen, welche Menschen einmal regierten, gesetzt nun, cs handelt sich darum, dem Papst ”'e weltliche Herrschaft wieder zu geben, würden nicht irische Mitglieder ganz sicher, wenn j*e im Reichsparlamente in der Minorität sich be* landen, in ihrem Local-Parlamcnt erklären, die Lage 66 Papstes sei „eine ausschließlich irische Angele* flenheit"? Nicht nur würden die zwei Nationen nach einer grundverschiedenen Politik handeln, auch die . Eiden Theile des irischen Volkes würden sich gegen» .. “ffehtn und England dürfte sich gciiöthigt sehen, telleicht mit — Gewalt einzuschreiten. Daher er-larte der Premier-Minister, er werde im Interesse Ivwohl Irlands wie Großbritanniens, und weil gome rule zur Zerstückelung und Zerstörung des reiches führen würde, gegen den Antrag stimmen. Zur Tagesgeschichte. — Herb st Übungen bei Karl st adt. Wie man vernimmt, werden sich zu den heutigen Herbst-waffenübungen eine größere Anzahl von k. k. Truppen bei Karlstadl versammeln. Wie der „Primorac" nachträglich erfährt, sollen an diesen Hetbstüdungen über Wunsch deS Kaisers auch vier Bataillone Landwehr-Infanterie, zwei EScadronen Landwehr-Cavallerie und eine Mitrailleusen-Abtheilunz theilnehrnen, und zwar ollen diese kombinierten Hebungen vom 16. bis 30itn September d. I. dauern. Endlich erzählt dar genannte Blatt, daß bei Vieser Gelegenheit nicht nur Erzherzog ölbrecht und Erzherzog Josef, letzterer als Ober-Corn-mandant der Honvevarmee, sondern auch selbst Se. Majestät der Kaiser dort etntreffen wird. — MuSkitoS in Deutschland. Die „Darmstädter Ztg." berichtet: „Seitdem die Sommerwarme eingetreten ist, hat man hier zum erßenmale die MuSkitoS beobachtet. Dieselben halten sich bis jetzt nur in den der Merk'schen Fabrik zunächst gelegenen Straßen auf und stad von unfern vaterländischen Schnaken leicht zu unterscheiden. Ihr Stich ist un-gemein schmerzhaft und oft beginnt derselbe nach acht Tagen aufs neue zu brennen und Eiter abzufondent. Diese widerwärtigen Thiere find offenbar durch Dro-guen aus Neu-Guinea oder Brasilien hierher verschleppt worden und halten sich gegenwärtig nur zunächst der Lagerstätte dieser Drozuen auf, werden sich aber unfehlbar über die ganze Stadt verbreiten." — Dürre in Süd-Rußland. Der „St. PeterSb. Zig" wird aus Odessa vom 16/28. Juni geschrieben: „In vielen Wolostzebieten deS odeffaer KreifeS ist alles vollständig verbrannt, selbst auf die Aussaat feine Hoffnung und die Lage eine wahrhaft verzweifelte; in ändern wird eine Kleinigkeit frühen Winterweizens zurückgewonnen werden, dafür aber brS andere als verloren betrachtet werden müssen. An weiter entlegenen Orten hat man die verdorrenden Felder rasch zu Viehfutter gemäht. Mehr nach Osten zum Dniepr und Don sind die Aussichten zwar bedeutend bester, an einigen Orten sogar sehr versprechend, dafür herrscht aber ein so fühlbarer Mangel an Händen wie noch nie zuvor, weil einesteils die Eifen-bahnbauten und die guten Ernteaussichten im mittleren Rußland viele zurückhielten und andererseits den wehrpflichtigen jungen Leuten keine Paffe verabfolgt werden. Auch aus dem Kiew'scheu laufen wenig tröstliche Nachrichten ein.“ — Tiger-Gefchmack. Der „Indian Daily-NewS" zufolge hat Capitän Eanlsteld, der Tieger-Tödter der Regierung von Madras, den Versuch gemacht, wilde Thiere durch Schlangengift auSzurotten. Derselbe berichtet, daß er als Experiment mit circa acht Gran Cobra-Gift einen Ochsen-Cadaver präpariert hatte und daß der vergiftete Theil von einem Tiger verzehrt wurde, daß er jedoch nicht imstande war, trotz des sorgfältigsten SuchenS, den Körper oder die Haut des Tigers aufzufinden. DaS Gift war zwei Tage vor dem Experiment zwei lebenden Cobra-Schlangen entnommen unb gerade der vergiftete Theil beS Ochsen war von dem Tiger als Mahl gewählt worden, wonach Capitän Caulsteld sich zu der Inftcht für berechtigt hält, daß der Tiger das Gift als eine angenehme Würze betrachtete. — Schwimmende Eisberge. Aus New-york wird vom 1. Juli telegraphisch gemeldet: Der Dampfer „Faraday" ist auf einen Eisberg gefahren und ein totales Wrak. Wie schon vor einigen Wochen gemeldet, ist der „Faraday" von der londoner Kabel-gefeÜfchaft Siemens und Comp, expreß zu dem Zweck« der Kabellegung erbaut worden; nach einmaliger glücklicher Expedition befand sich der „Faraday“ auf der Rückfahrt von Halifax nach England, um Vas zweite Ende des neuen oceanifchen Kabele in Empfang zu nehmen. Gleichzeitig wird gemeldet, daß die Zahl der Eisberge im atlantischen Ocean eine ungewöhnliche ist. Der Capitän Barke, welcher kürzlich in Sydney (Cape Breton) eingetteffen ist, meldet, daß er einem vier Meilen langen, zwei Meilen breiten unb 500 Fuß hohe» Eisberge begegnet. Einem amerikanischen Lloyddampser, welcher von Antwerpen in Newyork eintraf, sind viele Eisberge bejeqnet, einigen derselbe» entging der Dampfer mit großer Mühe. Mährend eine» Nebels war man genöthigt, die Fahrt einzu'ficKen, da man sich inmitten zahlreicher Berge befand. Die schwimmenden Eisberge, welche so tief herabtommea, erklären wohl die kalte Temperatur, welche Heuer so oft und jäh die Wärme unterbrochen hat. — (Betkehr.) DaS Post-Dampsfchiff „Hol-fatia", Capitän BareadS, welches am 17. v. M. von Hamburg abgegangen, ist am 1. d. M. wohlbehalten in Newyork angekommen; das Post-Dampf-fchiff „Hammonia", Capitän B. Boß, aber ging am 1. Juli via Havre nach Newyork ab. Local- und Proviuzial-Augelegeuhettea. — (8andespräfibent von Ärain.) Einem uns soeben zugekommenen Privattelegramm entnehmen wir, daß zum Leiter der Landesregierung in Laibach der mährische Statthaltereirath Widman» ernannt worden sein soll. Baron CeSchi wurde quies-ciect unb an feiner Stelle Baron Pino als Statthalter im Küstenland-, Hofrath Alefani auS Trient zum LandeSprästdenten der Bukowina ernannt. — (AuS dem Gemeinderathe.) In der gestrigen GemeinderathSsttzung wurde den Herren Wenzel Schuschnigg und Michael Marzulini das Bürgerrecht ertheilt und dieselben leisteten mittelst Handschlages die Angelobung. Da bei der k. k. Landesregierung nächstens Comitöberathungen über das infolge Erlasses des Ack-rbauministeriums umgearbeitete Gesetz, betreffend die Trockenlegung deS laibacher Sumpfes, fattfinben werden, werden denselben vonseite des Ge* meinderatheS der Bürgermeister und eine von ihm zu ernennende Vertrauensperson beiwohnen. Nach einer Mittheilung des Bürgermeisters hat das Ackerbau» ministerium auf diesbezügliche Eingaben wegen lieber« laffung des k. k. GestütSgebäudeS in Selo zu Zwecke» des Militärspitals entschieden, dasselbe könne wegen >einer Wichtigkeit nicht ausgelassen, daher auch nicht zu gedachtem Zwecke abgegeben werden. GR. Dr. K e e S b a cf) e r interpelliert den Bürgermeister, ob derselbe nicht geneigt wäre, in Anbetracht des Mangels einer entsprechenden öffentlichen Badeanstalt in der Landeshauptstadt, dieferwegen die nölhigen Vorkehrungen, wenn auch provisorisch, zu treffen. Die Beantwortung der Interpellation wird für die nächste Sitzung zugesagt. GR. Dr. Steiner bedauert de» Mangel einer eigenen Bauordnung für Laibach uni» stellt ben Antrag, eS möge eine solche entworfen unb in bet nächsten LandtagSsesston vorgelegt werden. Der Vorsitzende erklärt, eS befinde sich eine für Kraut gil* tige Bauordnung im Stadium bet Berathung unb er werde den fraglichen Entwurf nach Erhalt dem Gemeinderathe mittheilen. Der Antrag des Dr. Sch re y, es möge statt der Verlesung der GemeinderathS--SitzungSprowkolle ein geeigneter ControlmoduS einge» führt werden, wird bet RechtSsection zugewiesen. Der Gemeinderath genehmigte den Vertrag zwischen der Commune und dem Fürsten KatloS Auersperg wegen Herstellung eines V:rkehrSwegeS zwischen dem neuen Markte unb bet Gradischa - Vorstadt durch Erösf» nung eines GäßchenS zwischen dem Fürstenhof und dem alten Polizei-DirectionSgebäude und beauftragt den Magistrat mit der Ausführung. Die neue Gaffe wird den Namen „Fürstenhofgaffe" führen, die Herstellungskosten sich auf 2400 fl. belaufen. Der (rainifchen Baugesellschaft werben für bea SchulhauSbau zwei weitere Raten im Betrage von 12,000 fl. aus ber Stadtkaffe angewiesen; ferner wird berfelben nach längerer Debatte bewilligt, daß die neu anzulegende trieftet Straße bei ber ersten Baumreihe der LattermannSallee beginnen könne; für die erforderliche Kanalisierung habe die Baugesellschaft zu sorge». Mit dem Bau der Mädchenschule wurde beschlossen zuzuwarten, da ohnehin im nächste» Iahte die Räum» lichleiten der ersten städtischen Volksschule verfügbar werden. Zum Schluffe entfpinnt sich eine Debatte über das beantragte Uebereinkommen zwischen btt Stadt gemeinde Laibach unb ben Gemeinden Unterschischka unb Waitsd), betreffend die polizeiliche Beaufsichtigung bet im Bereich bet letztgenannten zwei Gemeinden liegenden Spaziergünge durch dir Siche»heitSorgane der Stadt Laibach. Die Beschlußfassung wurde aber vertagt, weil darUber noch die städtische Polizeibehörde und der Wach-inspeclor einvernommen werden sollen. — (Promenademusik.) Die Musikkapelle des k. k. 46. Jnf.-Regimentg Sachsen-Meiningen wird morgen Donnerstag um sieben Uhr abends in der Sternallee folgendes Programm zur Durchführung bringen: 1. Marsch. 2. Fest. Ouverture von Suppv. 3. Novellen-Walzer von Strauß. 4. Ave Maria und Trinklied aus der Oper „II. Guaravy" von GomeS. 5. Briganten- Quadrille nach LffenbachS Motiven von Kovac. 6. Soldaten.Chor aus der Oper „Faust und Margarethä von Gounod. 7. „Auf und davon*, Polka schnell von Strauß. — (Für den Schulpsennig) gingen von einer Tischgesellschaft im Casino drei Gulden ein. — (Postrittgeld.) Das Postrittgeld für ein Pferd und eine einfache Post für Extrapost und Separatfahrten wurde durch HandelSministerial-Erlaß vom Monate Juli bis Ende September 1874 im Kiistenlande mit 1 fl. 98 kr., in Kram mit 1 fl. S7 kr. festgefitzt. — (Ueber den slovenischen Linguisten Georg Caf) schreibt die „Gr. Tgp.": Herr Georg C a f, Beneficiant in Peltau, hat, wie wir bereits mitgetheilt, in einer trüben Stunde sich «schoflen. Caf war ein Etymolog mit Leib und Seele. Von frühester Jugend an war das Studium des Sanfcrit von ihm mit Liebe und Ausdauer betrieben. Auf die Sprachenquelle wußte er die Worte der romanischen, germanischen, keltischen, persischen und slavifchen Sprachen zurückzuführen, er fand die Wurzel und die Umkleidung derselben, die Weiterbildung und die Zweigformationen ; er kannte, wenn wir uns dieser Bezeichnung bedienen dürfen, die Genealogie der Sprachen und ihrer Theile, und war auch in diesem Sinne ein Gelehrter. Daß solche Forschungen ihn mitunter den Sticheleien minder quellen-durstiger AmtSbrüder auf setzten, derselben Herren, die alles, was Mensch heißt, auf das erste biblisch-paradiesische Ehepaar zurückführen, ist erklärlich. Seiner Forschung legte er gerne das lebendige Wort zu Grunde, wie es aus dem VolkS-munde kommt, und die Bezeichnung von Pflanzen, Mineralien, Naturerscheinungen, wie sie dem Land-manne geläufig sind, gaben ihm oft Anlaß zu weiterem Forschen nach der Wurzel. Seine Lectüren waren fast nur Lexico, die er um lheuereS Geld aus Rußland, London, Berlin bezog; was die grazer Bibliotheken an solchen Schätzen besitzen, erhielt er durch einen Freund zum Lesen, der sie auf seinen eigenen Namen auS-borgte. War CasS Name auch der großen Welt minder bekannt, die Gelehrtenrepublik wußte ihn zu finden. Nicht nur österreichische Sprachforscher, wie Miklofich u. a., welche ihn wiederholt besuchten und zu Rathe zogen, auch Etymologen von Moskau, Petersburg und Berlin standen mit ihm in Briefwechsel und auch im persönlichen Verkehre. Einen ehrenvollen Ruf an die Universität in Prag hat er abgelehnt; die Resultate seiner Forschungen hat er gesammelt — aber meistens verschenkt; die Verfasser des Wols'schen LexiconS können davon erzählen. Ein Werk über Vergleichung der indo-europäischen Sprachen dürfte sich als Manuskript unter seiner Verlaffenschast finden; er selbst war niemals zu bewegen, es in Druck zu geben, obgleich er dazu vor- bei den Kometen von 1860 und 1862 der Fall war. Das prismatische Spectrum ist auS den drei Zonen Gelb, Grün und Blau von Kohlenrxyd zusammengesetzt, und die mittlere, newlich die grüne, ist äußerst lebhaft. Die Zonen sind verdurstet wie der Fächer und stellen bis jetzt noch nicht scharfe metallische Linien dar. Ein schwaches beharrliches Spectrum verband sämmtliche drei Zonen und ging, wenn nicht Mondschein war, von dem lebhaftesten Theile des j Seines aus. Der Schweis ist trrtz befl MondeS drei! Grade lang und wird ohne diesen an Länge zuneh- j men. Der Komet nimmt an Licht zu, am leuchtend-! sten wird er in der Hälfte Juli sein; während er aber bisher stationär blieb, wird er dann feine Bewegung beschleunigen und in die andere Hemisphäre treten. Am 22. Juli kommt er in die größte Nähe der Erde, und seine Distanz wird drei Zehntel von jener der Sonne (beiläufig 6 Millionen Meilen) betragen. Bisher bilden die parabolischen Elemente fei* c. Bits, k. f. Feldmarschallieuteuant, Görz. — Perlik, Privatier, Sissek. -- Da-Pra, Ingenieur, St. Peter. — Perz, Privatier, Eottschee. Hotel Elefant. Baumeister, k. t. Hosschauspirler, Hermann, Kren, Hiegelmeier. Kaufleute, Wien. — Retter, f. k. Steueraw tscontrolor, Landstraß. — Posnig, Besitzer, Kropp. — Scheyer, Haasberg. — Cugenie Draskovich,, Private, Rußland. - Lapajne, Cooperator, Precina. — Sapara, k. f. Regimentsarzt, mit Familie, Brzezan. — Frau Gerbetz, Besitzerin, Lack. Hotel Europa. Edler v. Schmid, bairischer Haupt-maira, Graser, bairischer Archivar, mit Gattin und Jamson,-Hofmusiker, mit Gattin, München. Bairischer Hof. Salocher, Kellner, Steinbrück. — Verderber, Beides. — Jansa, Agent und Loucaric, Bauunternehmer, Fiume. Sternwarte. Hoievar, Unterkrain. — Pisseker, Gym-nastischerlünstler, Wien. » Mohren. Koral, Presbiter, Lahovc. — Strasek, Graz. Witterung. Laibach, 8. Juli. Anhaltend heiter. Höhendunst, Hitze im Zunehmen, schwacher Südwest. Wärme: moraenS 6 Ufa + 17-7°, ner Bahn keine Anhaltspunkte für die Beobachtung,! nachmittags2Ubr29-2°C. (1873 -f 30-3", 1872 + 25-4«C.) daher ist auch nicht festzustellen ob er periodisch sei. i Barometer im ^Fallen 737-99 Millimeter. Das gestrige Die Beobachtungen, die auf der ändern Hemisphäre i ter ®Jätme + 22'3°' lim 3’7° iiber 6em gemacht werden, dürften die Lösung dieser Frage er- ——■——■ ■ ———— — leichtern. 9 9 ^rtforbene. «»»*•»»'« «ÄSÄÄ* 17 *• N^tS ist für Bekämpfung einer Krankheit — befon- Den 7.-Juli. Lukas Stembov, Heitzer, 54 I., St. derS einer epidemischen — so wichtig, alS ein Fort-1 Petersvorstadt Nr. 152, plötzlich am schweren Blutschlage, schritt der Erkenntnis derselben, und wir freuen uuS i ~ Gabriele Drufchkovic, Gastgeberskind, 16 M., Kapu- daher mittheilen zu können, daß die heftige Epidemie, ' 6’ijj. “!?'3o^n”n ®e™'i• Saßbmbersfind, 3, / v 0 v- r 7 „.V. , ' 1 Dc. und 26 T., Gradljchavorstadt Nr. 45, beibe an Lun- Welche unter den Thieren diefen Winter gewüthet und genlähmuno. — Guido Crusic, f. k pens. Bezirksgerichts- bereitS auch Opfer unter den Menschen gekostet hat, Adjunct, til 3.. Gradisckovorstadt Nr. 18, Enlkräflniig. zu einem solchen wesentlichen Fortschritt führte. Diesen' , Z Fortschritt verdanken wir Herrn Profeflor Benedikt, Aülvttch nnkominende Q^lpltlirtljlljUflC. dessen Präparate vom wuthkranken Hunde einen voll-! m , Tiidbahn. ständigen Einblick in die Anatomie dieser Krankheit! n Personenzug 2 Uhr 41 Min. nachts, gewähren. Dieselbe ist bei Menschen und Thieren wesentlich eine acute Geisteskrankheit, welche bei elfteren mehr den Charakter einer aufgeregten Melancholie zeigen, während beim Hunde das melancholische Stadium bald in eine wahre Tobsucht mit großer Sin- mSverwirruug führt. Dem entsprechend, fand Pro- . „ , ... fessor Benedikt auch eine acute Entzündung jener Theile 10 Min. und die gemischten Züge circa ' , Stunde Aufenthalt.) der weichen Gehirnhaut, welche die Gesäße zum Gc=; Hirne begleiten, und besonders noch jener Theile der« großen Substanz der Gehirnrinde, welche bei Men-: scheu und Thieren die Träger der seelischen Functionen J sind. Außerdem schreitet die Erkrankung nach bestimmten Gesetzen über das ganze Central-Nerven-system fort und liefert auch nach dieser Richtung die interessantesten Ausschlüsse über das Wesen und Sie! II ,, o „ Schnellzug 6 „ gemischter Zug 9 Triest Personenzng 12 12 „ Schnellzug 10 gemischter Zug 5 4 5 17 43 57 31 8 nachmitt. abends. nachts, mittags, vormitt, ftüh. (Die Eilziige haben 4 Min,, die Personenzüge circa in. und die gemischten Züge circa 1 - Sktnnk« RuVolfsbah». Abfahrt: 1 Uhr 10 Min. nachts bis Valentin. „ 6 10 „ abends „ ,, 1 „ 30 „ mittags „ Villach. Ankunft: 2 „ 15 „ nackts von Valentin. 8 „ 36 „ früh 2 „ 35 „ nochmitt. „ Villach. Telegraphischer CurSdericbt am 8. Juli. Ausbreitung der Erkrankung bei acuten und chronischen: - ««dü 226^ Geistesstörungen Überhaupt. j_ London 111 60 - Silber 105 05 - 20-Francs- — ( Vorsichtsmaßregeln beim Ge-! Glücke 8 82. Witter.) Franklin^ der berühmte Erfinder des Blitz- • ~ .------,-------------J ableiterS, empfiehlt in Häusern ohne Blitzableiter als! ’£llll (yflilC ÄCllWCIZCrliclUS Vorsichtsmaßregel Vermeidung der Nähe deS OfenS im Tivoliparke, schönster Punkt in Laibach, täglich guter oder KaminS, weil der Ruß ein guter ElektricitälS- > Kaffee, feinste Chokolade, frisches Bier, Wein und kalte leitet sei; ebenso die Nähe von Metallen und Spie- i _____________________________(401—1) geln, und als sichersten Platz während eines Gewitters über uns möglichst die Mitte befl Zimmers; doch dürfe kein Kronleuchter über uns hängen. Außerdem mehrt sich die Gefahr durch die Menge zusammengedrängter Menschen oder sonst lebender Wesen. Es ist also gut, während eines Gewitters große Versammlungen in Theater», Kirchen re. zu vermeiden oder zu theilhafte Angebote »halten. Im Lebe» anspruchslos, | verlassen und selbst zu Hause dafür zu sorgen, daß bescheiden, kaum bemerkt, hätte er im weltlichen Stande {sich die Familie nicht furchtsam in ein Zimmer zu eine Koryphäe der Wissenschaft werden können; das Priesterkleid und das Leben in kleinen Verhältnissen teraubten ihn der nölhigen Energie. — (Der Komet ßoggio.) Der berühmte Astronom P. Secchi, Direktor der Sternwarte des Collegio Romano, machte am 29. Juni im Osserva« tote Romano über den neuen Kometen folgende Mit-theilung: Die Astronomen sind im eifrigen Studium Lber die Lösung verschiedener Probleme, die sie mit dieser Erscheinung in Verbindung bringen. Der Ko« mtentem hat bereit- einen schönen Strahlenfächer ««Holtet; die Strahlen waren fast gleichförmig und keiner «täte eine außergewöhnliche Form, wie diefl ■S fammendränge. Die lebenden Wesen dünsten nemlich, besonders in der Schwüle einer Gewittertewperatur, Wafferdämpfe aus, und diese bilden, wie feuchte 8hfl und Wasser, einen ElektrieitätSleiter; darum werden auch zusammengedrängte Schasherden im Freien besonder- häufig vom Blitze getroffen. Dasselbe gilt von feuchten Haufen Getreide', Vegetabilien und sonstigen feuchten au-dünstenden Massen. m* »,«. ». M Utd, »«»berg ln Laibach. Augekommene Fremde. «m 8. Juli. Hotel Stadt Wien. Hermann, »[m., List. f. k. Ge neralsecretär, Basfinger, Reisender, Wolf, k. k. Rechnung^ rath und Dr. Stäche, k. k. Bergrath. Wien. — Freiherr Patent- II liegende und fahrbare Göpel, Göpel-reschlimschincn mit und ohne Putzerei für 1, 2, 3 und 4 Pferde, offeriert unter Garantie: die Dreschmaschinenfabrik Umrath & Comp., Pra«. Kataloge mit Abliildungen, Preisen etc. werden auf Verlangen franco zugeschickt. ÄE' General-Agentur für Krain bei Hrn. Jo#. Deheutz in Laibach. (372—2) Verleger und für v»e »tkdaclwii lciamwvnijcl, Ottvmar vamberg.