MbacherG Zeitung. Nr. «9. «««numeral!»,'»prell: Im «iomptoir ganz«, ft. »», dalbl. st. l> 5,n. stül ^i, .wfiellupq in« Hau« holdj. s») ll. U'.'il d«r P°muna der Fristen zur Oeltcud- machuug der Rechtsmittel grgeu die Entscheidungen ,md Verfügungen der Organc der Finanzvrrwaltuug. Mit Zustimmnllg der beiden Häuser des Reichs rallies verordne Ich, wie folgt: Vorstellungen, Beschwerden oder Rccurse gegen tue in, adininistratiren Wege crlasscncn Auftrüge, Verfügu^l-gen oder Entscheidungen der für die Veranlagung, Be« Messung und Verwaltung d<>r dircctcn Steneru. der inoirecten Abgaben uud sonstigen Gefalle für Slcil^^ zwecke bestellten Behörde,,, Aemter und Organe dcr Finanzverwaltnng sind, iusowcil ihre Znlässigkcit in dcn bestehenden Normen begründet erscheint, binnen einer Frist von dreißig Tagen, und wem, sie nur gegen die Auferlegung einer Ordnungsstrafe gerichtet werden, binnen acht Tagen bei jenem Organe, von welchem der Auftrag, die Verfügung oder Entschcidnng ausgegangen ist, einzubringen. Vezieht sich jedoch das Rechtsmittel auf Verfügn,,« gell oder Auftrüge von Pachtern oder sonst mit der EinHebung der Staatsgefälle betrauten Privatorganen, so ist dasselbe bcl den znr Ucberwachung derselben bestellte» Finanzbehürdcn erster Instanz geltend zu machen. In berücksichtigungswerthcn Fällen kann die Frist von der Behörde, bei welcher das Rechtsmittel geltend zu macheu ist, verlängert werden. Die Nichteinbrln-gung einer Vorstellung, einer Beschwerde oder eines Re-curses in der vorgeschriebenen Frist lann nur derjenigen Partei, an welche die Zustellung des bezüglichen Be« scheidrs oder Auftrages erfolgt ist, oder deren Erben zum Nachtheile gereichen. § 2. Die im § l erwähnten Erlässe müssen die Behörden, bei welchen, und die Frist, binnen welcher Vor-stellungen, Beschwerden oder Rccursc einzubringen sind, ausdrücklich bezeichnen, wldrigens die Frist erst nach der Zustellung eines diese Daten enthaltenden Nachtrags-erlasses zu lanfen beginnt. Die Frist beginnt mit den, der Znstcllnng nächst« folgenden Tage; bei Berechnung derselben sind die Tage des Postenlanfcs iu dem Falle nicht zu zählen, wenn das betreffende Schriftstück der Postanstalt gegen eine amtliche Ucbcmahmsbcstätignna (Aufgabsschein, Ncceftissc u. s. w.) übergeben worden ist. * Lnlhaltm in dem am 2l. März ld?6 ausgegebene« XI. Vtülle de« R. O. V. uuler Nl. 28. Fällt der lrtzte Tag der Frist auf einen Sonn-odcr allgemeine,, Feurtaq. so cndial dieselbe crsi mit dem nächsten Werktag. Stellt eine Parlei bei einer Vehiudt das Ansnchen um Verlängerung der Frist zur Ocllendmachung des Rcchlsmiltcle oder innerhalb kcr durch dieses Gesetz fesl^stelllcn Flist duz Ansuchen u«! Bekanntgabe der Oründe hi»sich!l!ch euer von dersel^n erfiossemn Ent. schlidung. so wird die Frist bis zum Tage der Hu. stclluug dcr bttrlffenden Erlegung unlcrbrochen und bcgimtt sodann neuerdings zu laufen 3 3. Durch da« gegenwärtig!: Gesetz werben in An. sehung derjenigen Gegenstände, für welche dasselbe er« lassen wurde, alle hirmit nicht im Einklänge stehenden Axordlml'gcn außer Kr^ft geseh» 5 4. Di^es Gesetz in Will« samlcit. Jene Fälle, cn w^lch.n die Zustellung vor dem l. April 1876 stattgefunden hat, sind. wenn ein Recht«, mitlel noch znlässig ist, so zu dehandcl», als wenn die Z»,tclluna mu 1. April 1870 erfolg: n>üre. 8 5. M'l dem Vollzüge dieses Or>'ctzes wird der Mi» nister des Innern uud der Finan Minister beauftragt. Wien, am 19. März 1876. Kranz Joseph m >>. AuerSperg m. p. L a s scr m. ,>. P r e t i s m ;>. Se. t. und l. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 13. März d. I. den ersten Pfarrcr dcr evangelischen ^irchcnacmeinde auqs« burger Confession in Wien, Or. Oustav Porubszly zum außerordentlichen Mitglirde augsburaer Eonfessiou im evangelischen Oberlircheurathe allergniioigst zu er» nennen geruht. Stremayr m. ^). Se. l. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 3. März d. I. den außerordentliche!, Professor der allgemeinen Ehemie an der innöbrucker Universität, Dr. itarl Sen hos er zun, außerordentlichen Professor für angewandte medizinische Ehcmic an der genannten Hochschule allcrgnüdigst zu cruennen geruht. Slremayr m. p. Se. k. und l. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 16. März d. I. dem fürstlich Schwarzenbcrgschen Hausrechnungsführer Moriz Muck iu Wien, in Anerkennung seines verdienstlichen Wirkens als Kassier und Rcchnunasführcr des patrwti. scheu DamenvcreincS, das goldene Bcrdirnstücuz allcr-gnädigst zu verleihen geruht. Die Slaattschuldenlasse wird vom 1. April o. I. an bis auf weiteres die gegen Quittungen in Silber zahlbaren Zinsenbelriige von Obligationen der einheitlichen Staatsschuld auf Verlangen oerPar< teien auch in Noten nach dem officiell notierten Geldkurse des Silbers des dem Einlösungstage vorangegangenen Börscntagrs auszahle». Selbstverständlich erfolgt, wenn die Partei nicht ausdrücklich die Zahlung in Noten begehrt, dieselbe nach wie vor in Silber. Wien den 2O März I87li. Vom k. l. Finanzministerium. Nichtamtlicher Theil. Die Schllrlach'Diphthcritis-Epioemle, die am 23. Jänner in den Gemeinden Moriiulsch, Groß« dorf, Dritlai, Dousto, Rafolce und Pctsch zum Aus« bruche lau,, ist am 9. März 1876 erloschen erklärt worden. Es erlranltcu in 14 Ortschaften mit 1865 Srclcn 140 Personen (5 Männer, 13 Weiber und 122 Kinder), hicvon genasen 89 (4 Männer, 13 Weiber und 72 Kinder) uud starben 51 (1 Mann, 5)0 Kinder). Da« Morbilitäts-Procent beträgt daher 7 5, das Mortalität«. Procent 356. Iourualstlmmen. Fall alle Bläiler b'schäfli^cn sich an hervorragen» dcr Stelle mildem Eabinctswcchsel in Italien. Die Neue freie Presse verzeichnet die Gerüchte über die beoovstehende Gildung eines Eoalitions-Mini« sterinmb, das jedoch, wie jedermann überzeugt sei, leine Aussicht auf Bestand habe. Uebrigens, meint das Matt, mögen die muen Minister in inneren Angelegenheiten nach ihrem Belieben schalten. Wir haben nur baS Recht m,5 die Pflicht, von ihnen zu verlangen, daß sie den wiener Vertrag über die Trennung des Sildbahnnetze« nicht zerreißen. Die Tage Spresfe meint, d«ß der Eabinelswech, sel für unsere wirihschaftllchen Beziehungen mit Italien ohne störenden Einfluß bleiben dürfte. Weder habe die ans Ruder gelangte Opposition einen Grund, die Süd-liahl'uorlaat zu verwerfen, noch welde Minchelti auf scimm „nnmehrigcn OpposiiionSplatze in dcr Kammer seine Partei zum Kampfe gcgcn scin eigenes Elatorat sühren. Die Deutsch- Zeitung ervllerl die Licht« und Schallcusenen dcr Verwaltung Minghelll'S, der für ila-lienische Verhältnisse ungewöhnlich lange am Ruder ge« standen, „nd im ganzen uicht zum Schaden Italiens. Die Vorstadt. Zeitung hält dafür, daß ein Coalition«.Ministerium keine Daslinsberechligung habe. DaS neue Ministerium brauche eine compacte Mehrheit, wenn es nicht gleich wieder vom politischen Schauplätze verschwinden soll. Feuilleton. Ein Justizmord. Roman von I. Vernhardt. (Fortsetzung,) 2»l»n««, Kapiltl. Die Erscheinung im Hotel Mazerolles. si^.?"?-^ b"" aencmnlm Hanse ka.n, desto ! ch m ^ s!"< ^" " l^«aen, und d!r Muth, deu n stch ,m Kaffeehause zugetrunken, schien auf einmal w,eder verschwunden zn sein. Es war il , äs nM 'hm schon auf der Schwelle des H° ls^ wa F '^ bares, Ungeheures eutgegentreten "de.„ er ad r n^' ^ame.. zu geben vermochte. Er blicb endlich vor den! onusc stehen und erhob instinctiv deu Kopf um zu >M„, ob an dcn Fenstcrn dcr crstcu Etage lein ^,ä,t iu erblicken sei. Alles war und blieb dunkel wie im ^'abe. Diese Abwesenheit allcs Bebens schien ftinru Ge- aillcu keine Stärle zu geben. Mit zitternder Hand zoa ^ en,cn der Schlüssel aus dcr Tasche, die ihm vor ^ue» sei„s gütige Pathe anmrtvaut halle. Er schlos, l gvoszc Ps^,.^. ^,„f ^.„ Schlüssel ab und lrctt iu '"^ "orhallr. ! da N?^ ^'^^ Dunkel herrschte in diesem Nanmc. aber so crri <,^ ^ lMN'^c Haus von früher hcr genau kannte, Neckte, ' ^ ^^^ch, daß dic große Treppe zn sciner Lr ^ ^^ kleine zu seiner Linken lag. "" schauderte zurück, als er an die letztere dachte Auf derselben war er oft nach einer durchschwärmten Nacht zu seinem Zimmer in dcr dritten Etage emporgestiegen. Auf dieser Treppe war er als Meuchelmörder in das Schlafzimmer sciicr Pathe gedrungen; auf dieser Treppe hatte er sich mit seinen, Naubc entfernt. Furcht und Angst hicltcn ihn ab, diese klcme Treppe zu betreten. Er wählte also die große und tastete sich langsam nach oben. Das eiserne Geländer, auf das er sich stützte, schien nntcr scincr bebenden Hand zu seufze». Scine Schritte hallten anf dcn Sleinstufcn fchanerlich wicdcr. In dem Trcppcngrbäudc schien ein von obcu kommender Windstoß zn pfcifcn. Er hörte die Wetterfahnen, die anf dem Dache dcs alten Hauses wa^en, Töne wie von jannmrnd?,, Menschen von sich gcbcnd. Dns allcs flüßte ihm cincn Schrecken m,, dcn cr nicht zu bekämpfen vermochte. . . Er blieb mehr als einmal aus ru,cr dcr Stnfcn stchcn und stützte sich, hall' ohnmächtig, gcgcn die Mancr. Abcr cr zog scinc Hand bald wicdcr zurück, dcnn die Wand war' lall und fcucht. Es däuchtc ihm. daß Thränen und Blut daran hcra''rirscllen. Es vcrgingcn wol zclm Minuten, chr rr dic zwcite Elu^c crrcichtc. Die Thikcn dcrsclbcn waren nicht vcr-schlusscn. Dicjcnigc dcs ^chlaf^n,n,crs dcr verstorbenen M^amc Äiazcrollcd snhrlc zn einem Vorzimmer „nd cinc», Boudoir, wclchc bei dcr Untersuchung dcr Mord llM von Bidoc grnau bcsll„icbcn wmdcn. Roland hatlc nicht dcn Schlüssel zu dkscr Thür. aber rs ist hicr srühcr erzählt wordcn. dasi in dcr Füllung „cbcn dcn, Schlosse sich eine kleine ovale Ocffnung befand, durch wclchc man einen Haken stecken konnte, um das Schloß in Bewegung zu setzen. Man konnte dann leicht in das Zimmer gelangen. Der Verbrecher machte vor dieser Thür Halt. Das Hcrz schien ihn, still zu stehen. Der Athem fehlte seiner vor Angst gepreßten Brust. Er dachte: „Wenn dic Thür von innen vcrschlossen ist, so will ich Helene erwarten." Er dachte nicht mehr daran, das Zimmer allein zu belrctcn. Abrr er tastete doch an dcr Füllung umher. Plötzlich berührte sein Finger die kleine Oessnung. Er steckte ihn, wie cincn Haken, gekrümmt hinein nnd drückte inwendig auf dcn Knopf. Dir Thür, welche nicht im Innern vcrricgclt war, fprang auf mit dumpfem Geräusch. Roland trat mit wankenden Knieen hinein. Ein eigenthümlicher, die Sinne beklemmender Ge< ruch drang ihm entgegen. ES war die dumpfe ^uft der Eiusamkcit, denn das Zimmer war seit der Unter-suchuug an, 3. Jänner drs vorigen Jahres verschlossen geblieben, grmischt mit dcn, Gcruch deS eingelrockneten Blutes, das hirr cinst vcrgofscn worden. Ein Schänder zuckte aufs neue durch die Nerven unseres Hcldcn. Aber cr vrrsuchtc dieser Anwandlung dcr Furcht zu trotzen. Er zog ein Wachslicht und ein Fcncrzcug hervor. In kaun, weniger als einer Minute brannte das Ncht. Nun schweiften seine Augen in dem schwach crhclllcn Zimmer umher. Was er erbliste, ucrinchrtc scine Angst. Der ganze Raum war in dem Zustande dcr Nacht gcblicbcn. wo Roland seine Wohl. thälcrin ermordrt hatte. Das Zimmer lag voll von umgestürzten Stühlen und zerbrochenen Möbeln Da« Blut des armen Opfers war noch überall zu sehen 536 Auch die Morgenpoft befürchtet, daß die Coalition auf dem Boden der realen Politik bald wieder aus^ einander fallen werde. Das Fremdenblatt begrüßt es mit Freude, daß durch den wiedererfolgten Eintritt der Abgeordneten des Großgrundbesitzes der Bukowina in den Landtag aber. wals ein Slück Passioitalspoliiit in Oesterreich glücklich überwunden ist. Dalmata und Zemljal wenden ihre Nufmrl' samkeit den Vorgängen im dalmatinischen Land» tage zu und betonen, daß die Demonstralion gebenden dalmatinischen Landeshauptmann v. Ljubissa, welcher sich ftelS dem politischen Glaubensbekenntnisse der Veranstalter der Demonstration treu erwiesen habe, enl weder eine verspätete und unzeitgemäße, oder gänzlich verfehlte und rein persönlicher Natur gewesen sei. Vtide Blätter tadeln den Versuch, den Landtag zur Ergießung von Rache> und Haßgefühlen gerade in eimm Momente gewühlt zu haben, wo voltswirthschaftliche Vorlagen von eminenter Bedeutung für dl.s Land die voUe Thätigkeit der Abgeordneten in Anspruch zu nehmen geeignet schienen, von deren Erledigung das Land sich so viel Er-sprießliches versprechen durfte. In Berücksichtigung einer solchen Enttäuschung bedauern beide Blältcr, daß persönliche Zwistigteilen die Wohlthaten der sehnlichst erwar teten UanoeSgcsetze vereitelt haben. Das Prager Abendblatt constatiert, daß der Widerspruch, der zwischen dem passiven Widerstände der Altczechen und zwischen seiner praktischen Durchführung seitens der Wählerlreise liege, von den „Narodni Listy" in scharfer und zutreffender Weise gegcitzelt werde. Das Blatt weist in seinen weiteren Ausführungen daranf hin, wie von Jahr zu Jahr die Petitionen aus alt-czechischen Kreisen an den Landtag sich häufen und daß hiebei die Gefälligteil solch:r Abgeordneten in Anspruch genommen wird, für deren pflichlreues Willen die alt czechlschen Journale nichts als Hohn und Spott haben. Das Reichsgericht und der neue Verwal-tungsgcrichtshof. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, so trcn, t uns nur noch eine kurze Spanne Heil von der Publication des Gesetzes übcr die Errichtung und Wirksamkeit des Verwaltungsgerichtehofes. Schon seit Monaten oo, der Krone fanctioniert, konnte das Gesetz der besonderen, mit der Organisation des zu errichtenden Tribunals verbundenen Schwierigkeiten wegen bisher oer Verkündigung nicht zugeführt werden. Nun scheinen diese Schwierigkeiten überwanden und damit die Möglichkeit gegeben zu sein, die langersehnte Institution des Verwaltungsgerichtshofes binnen d r durch das Gesetz selbst gegebenen Frist von drei Monate» nach seiner Verkündigung ins Leben einzufühlen. Der gegenwärtige Augenblick aber, — schreibt die „Presse" — da wir an der Schwelle des Verwaltungsgerichtshofes stehen, scheint besonders g'eiqnet, jenes andern mo ältern, ihm verwandten höchsten Tribunals zu gedenken, welches als Reichsgericht seit sieben Jahren schon eine rühmliche, segensreiche Thätigkeit einfallet, cine Thätig-t'it, zu deren voller Würdigung auch deS Umstandes nicht vergessen werden darf, daß sie von den Mitglie' dern dieses Tribunals völlig unentgeltlich geleistet wird. DaS Reichsgericht hat sich, trotz der verschiedenartigen politischen Gesinnung der Männer, aus denen eS zusammengesetzt ist, zunächst als ein Hort der Staats« Verfassung und dcr lebendig n Wirksamkeit der Slants' grundgesetze erwiesen. Der reichsgcrichtlichen Iudicatur eigenthümlich ist der Rechtssatz, daß die Slaatsgrund-gesetze mit dem Momente ihrer OeschsStraft von selbst im ganzen Umfange des Reiches zu Geltung und Wirksamkeit gelangt sind und zu derselben nicht erst der Erlassung eines besondern Landesgesctzes bedürfen. Nie gewissenhaft das Reichegericht darauf bedacht ist, die verfassungsmäßig gewährleisteten Rechte der Staatsbürger gegen Uebergriffe der Verwaltung in Schutz zu nehmen, beweisen wiederholte berühmt gewordene Entscheidungen desselben in Vereinsangelegenheilen. Andererseils beweist abcr auch das Reichsgericht, daß es auf die Wahrung der öffentlichen Interessen und die berechtigte Autorität der Executive nicht mindern Bedacht nimmt. Als ein besondeis markantes Beispiel für die nach beiden Richtungen hin gerecht abwägende Auffassungs« art des Reichsgerichts ist jener bekannte Fall hervorzuheben, wo über eini Beschwerde wegen Verletzung des Vereinsrechles durch die wegen SlaalSgefährlichleit be> hordlich erfolgte Untcrsagung eines Vereins dahin er« lunnt wurde, daß das Reichsgericht allerdings berufen s«i, zu prüfen, ob Gründe obwalten, welche im concreten Falle die administrativen Behörden veranlassen konnte», die Bildung eines Vereines als mit dem öffentlichen Interesse nicht vereinbar zu untersagen; ob aber aus diesen als vorhanden constatiellen Gründen die Bildung des Vereins aich wirtlich als staatsgefährl'ch zu erach-ien sei, das entziehe sich der Control« des Reichsgerichts. Dieselbe gleichmäßige Abwägung dcs Individual, und des öffentlichen Rechtes, des privalrechtlichen und öffentlich rechtlichen Standpunktes zeigt sich in dcn zahlreichen Entscheidungen über die Rechtsansprüche von Staatsbeamten in Bezug auf Diätentlasse und Dienstlang, namentlich mit Rücksicht auf die durch das Gesetz vom 15. April 1873 bestimmten Rangstlassen und Gchalts-Abstufungen, wobei wir insbesondere di^ imeressanle Ent> scheidung, welche sich für die Beibehaltung der durch die früher innegehabte Militür-Diälcnllasse erworbenen Rechte auch nach erfolgtem Ueberlritte in den Eivildienst erklärt, sowol wegen dies«.S ihres Inhaltes als auch noch darum hervorheben, weil gelegentlich dieses Falles auch eine Verfügung einer Ministerial-Verordnung, welche zur Er-läulerung des Gesetzes über die Bcamlengehallt erlassen worden ist, vom Reichsgericht aus dem Grunde als nicht maßgebend betrachtet w.,rdr, weil dieselbe mit dem Gesetze in Widerspruch stehe. Van besondrem Interesse werden jetzt auch die Erkenntnisse des Reichsgerichts über die Grenzen der Ecm-pctenz zwischen diesem und dem VcrwaUungSgcrichtshofe. Wie nützlich und heilsam die Iudicatur des Reichsgerichts selbst in vielen streitigen Fragen deS Vermal» llmgsrechtS schon sein tonnte, beweisen die zahlreichen Entscheidungen über die Compelenz-Abgrenzung zwischen den autonomen und staatlichen Verwaltungsbehörde!», wie zwischen Gerichls« und Verwaltungsbehörden; über dk Tragung des Kostenaufwandes für den übertragenen Wirkungskreis der Ocmei.'dln; über die gegenseitigen Rechtsbeziehunßen der verschiedenen Länder in Beziehung auf den Erjatz von Verpflegslosten für Findlinge, Ge, bärende, Kranke, Schüblinge u. f. w. Erwägt man, daß diese so werthoollen und zu solchem Ansehen bereits gelangten Entscheidungen bereits in Handbüchern dcs VeNvaItungSl.cch.ts gleich Gesetzen be» rufen werden, oft aus einem großen Gemenge von ad millistralioen Vorschriften und Parlicular-Entscheidungen der verschiedenen Zeit« nnd Verwaltung« WandlulMn herausgeholt, ja selbst, daß auch gar nicht publicierte, aber von den bethciligten Behörden im internen Verkehr in Anwendung gcbrachte Verordnungen herangezogen werden muhten, so wird die wohlthätige, aber auch schwierige Amlswirlsamleit deS Reichsgerichts erst in vollem Lichte hervortreten. Kommt nun noch der Verwaltungs« gerich'Shof dazil und entwickelt, wi: zu erwarten steht, aber die Zeit hatte diesen Flecken eine braunrothe Farbe verliehen. Auf einem Tische stand noch das Schreibzeug und lagen die Papiere, deren dcr Greffier sich bei der Untersuchung des Verbrechens bedient hatte- auf eincm andern, einem Spiegeltische, befand sich das offene Stahl« lästchen, das Madame Mazerolles zur Ausdewahnlng ihrer Kostbarkeiten gedient und bei dcsscn Anblick einst Vidoc einen Ruf der Ucberraschung und ocö Schreckens ausgestoßen. Beim Anblick all dieser Gegenstände, dieser stummen und doch >o beredten Zcugm seines Vcrbrechcnö, führte dcr Mörder seine Nechtc an die Stirn, um dcn kalten Schweiß abzuwischen, der in großen Tropfen darauf stand. Doch er wollte wenigstens dem trotzen, was sich außerhalb dieses Lichtkreises befand. Seiue Rechte irhob daS Lichl; er sah die beiden Thüren, lie auf die kleine Treppe und in das Cabinet führten, in dem der große Eiseniosser stand. Ictzl fielen seine Blicke auf daS Belt, vor dem die Vorhange zn. sammei ßczogen W2ren. Aber plötzlich ginuM dichllxn auseinander und eine weiße Gestalt zeigte sich dem vom Schreck Uebermunnlen. So hmte Roland Madame Mazerolles, seine P^lhe, in jener fürchterliche'. Nacht gesehen, als er das blutige Veiviechcn beging. Ein Ehre» entrann sich den Lippen deS Ersetzten, seil'e Zuge verzerue« sich schrecklich, vor seinen Blicken legann ce zu jchnmre,,, sein Kcnper erzill-rtc — cr stand da — lin Bild des Entsetzens und der Furcht jamleit. War das, was sich seinen Vlicken zeigte, eine Vision oder fuvchtbare, schreckliche Wirklichkeit? Standen denn die Todten wieder auf? Ehe er einen Gedanken darüber fassen konnte, hatten sich die Gardinen schon wieder zusammengezogen und die Erscheinung war verschwunden. WaS der Blick dcs Verbrechers zu schen ^eglandt hc-ttc, war nichts im Vevglcichc mit dem. wa-, er ^ sehen fürchtete Und doch wollte er fliehen. Abcr cr ver< mochte cS nich>. Wie ein Kranker, dcr unter tiinm sichtbaren Alpdruclc stöhnt, na'.' er nicht imswüdc, sich uon oer Stelle zu bewegen. Freilich kam ihm zuerst ! ie Ioce, dem Bei'.c näher zu tr>len und lie Vorhänge auSeinandelzuschlagen, um zu sehen, ob sich jemand hinter ihnen verborgen habe. Doch seine Nerven widerstrebten, seine Kniee schlugen an cina»der. Cr griff mit beide« Händen, denen das Licht tmfallen war, nach dem Herzen, das heftiger schlug. Nach einer ungeheuren Anstrengung gelang cS ihm endlich, l ie Wotte auezustohen: ..Hcleve! Sind Sie do?" Alles blieb still und fii'stcr, dcnn das Licht war, den Aodcn berührend, erloschen. Die Minute, die jetzl vcrfloh, dünkte ihm eine Stunde. „Es muß lin Irrthum sein, eine SimicStäuschunu", murmelte er endlich und Holle lief Alhcm, um seine il^rust von der erdrückenden Lust deS gehabten Schrccltns zu befreien. Aber diesem Schrcckcn sollte cin noch größere folgen. ^Fortsetzung solgt,) eine gleich segensreiche Wirksamkeit, so dürfen wir hoffen, ln entsprechender Zeit auch zu einer Codification unseres VerwaltunMechts zu gelangen, dessen gegenwärtiger so mangelhafter als verworrener Zustand die RechtSdurch« setzung oft zur grüßten Schwierigkeit '.nacht. Spanien. König Alfonfo ist nach erfolgreicher Bccl>di< gnng dcs Eailistenkrieges am 19. d. an der Spitze von 25.000 Mann in Madrid eingczogcn.^Eine umfassende Armeereduction ist angeordnet. Am 18. d. M. wurde in der Abgeordnetenkammer oder dem Deputiertencon« gresse nach zehntägiger Debatte die Adresse an den Köm» mit 270 gegen 30 Stimmen angenommen. Diesclbt wurde von Sagasta, Eastelar und anderen frühe« eü Machthabern angefochten, welche die Gelegenheit benutzten, um in langen Rcdcn ihre eigene Politik zu vlrthcidiie» und ihren Anfichle., übcr die Politik der jetzigen Ne,,'«' rung Ausdruck zu gebe». Sagasta hatte unier andeic»! die Frage der Religionsfreiheit und die Stellung z>" päpstlichen Curie zur Sprache gebracht. In B.zug aus diese Frage crückle Calocron Collantes, der Minisltt des Auswärtigen, im Congresse sein Zutrauen auf oie Weisheit dcs h. Vaters und dessen Wohlwollen gege« Spanien aus, woraus sich eine befriedigende Regelung dtt Beziehungen zwischen der spanischen Regierung und.d^ h. Stuhle erhoffen lasse. Der Premier-Minister Ea novas del Cast ill» hielt am 15, d. M. cine große Rede, in wclchcr " wichtige Elllärungen abgab. Dcr radlcale Marquis v' Sardoal halte die kbdanlung dcr Königin Isabella !".' gunsten ihres Sohnes Alfonso und des letzteren Mics an Cabrera, worin gesagt ist, daß dieser General nie seinen Thron bekämpft habe, eincr längeren Besprecht unterzogen und Canovas fühlte sich veranlaßt, sich ilbel die Stellung des Königs und seiner Regierung »a^ auszulasscn. DaS Recht des Kömgs Älfonso auf dc" Thron erklärte er für ein erbliches Richt, das einen alle"" Urspruna habe als die Verfassung und von dcrsclb^ nicht abhänge; Don Alfonso's vollständige Ullabhä"^ leit von der elterlichen Vormundschaft fci in dem M^ feste von Sandhurst mit der Zustimmung seines Oattt und seiner Multcr ausgespiochen worden; eine politW Solidarität zwischen dcr Regierung Alfonso's XII. """ der cinsllgen Regierung seiner Mutter bestehe nicht. Zur Begründung seiner Behauptung erinnerte ^ novas an die Urtheile, welche unter dcr Ncgi.-rlM Philippe IV. gegen dessen Va'er und unter Isabella U' gegen Ferdinand VII. von hohen und uutcr diese" b^ den Souveränen im Amte sich befindenden Perso"^ gefällt werden. Fcrnrr erklärt cr, daß dic N-a'"'^ Alfonsu's XII. nicht eine Folge dcr Rcvolulio" ^" 1868 sc! und sei', werde, daß sie jedoch dem alige"'"' Willigen Gesetze unlerwoifcn sei, nach welchcm emc "" gicrulig sich dcm Emflnssc der ihr Zeitalter beherrsch" den Gedanken nicht entziehen könne. Zur Situation in Serbien schreibt man der „Pol. Eorr." aus Belgrad: „, ES ist hier alles so ziemlich noch in, 8ww '^,,' Die diplomatischen Agenten der Großmächte geht',' ^ allfhöllich beim Fürsten ein und aus, ohnc, ^ .^ l scheint, noch eine definitive Zusage von ihm bcD^ ! seiner Entschließungen erlangt zu haben. D>^ ^c '^ ^^ parle an die Gienzc, man geht mit der 6'""'^, lio»'' ältesten Klassen der Wehrpflichtigen in die Ne»^ ^i> man elläßl Marsch^reilschafte-Ordres an d«c ".^aß-gadcn Miliz. Sccu' dicrt werden diese ^c^"''^^iel' nahmen von fanalizchen Auslnüchcn der ^?^.^„ Oia' in der Presse. Wir wollen von den chauvi"!!"^ ^slol'' lriben der Organe dce RadicaliSmuS, "" " „f ^e «Oslobodjenje" :c. absehen. Wir wollen "" ^^ ^ll Sprache einzelner cooservativer Blätter, wle kurzem erscheinende . Schumad'ja" ist, hl'U""'. ^r d" Letzteres sagt i,, emcm ..Üliit dem Sav" ,^. hl" Feder" betitelten Artikel: ..Falls Serbtt" ^v ^ „^ Krieg noch nicht breit ist, so möge e« sM) ^ e" bereiten und deS Evruchcs des w"!!"«.^al!clU "'^ gedenk sein: „1u8 .l m^'.w wurmu! ^o ^ ^ p« Serbien trachten, mit mit/,! zu verständigen, es möge ein Oinocrs a. ^ ^,,^u i Gliechcn und Rumänien hcrstellcn, " ' ^„^ten mit Coalit.on schaffen zum Zwecke der w" ^ Oriente." i 537 Der einzige „Vit> ovdan" verliert auch ln diesem Augenblicke nicht den Verstand und glaubt, der Krieg sei aufzuschieben, da die Verhältnisse jetzt dafür ungünstig liegen. _____________ Politische Uebersicht. Uaibach, 23. März. Die bemerlenöwerthesle Erscheinung in dieser Ses. sion der österreichischen Landtage ist unstrei» tig der Entwurf einer Aenderung der Wahlordnung, der dem böhmischen Landtage vom Landesausschusse vorgelegt worden ist. Es ist ein schweres, aber dankbares und verdienstvolles Slü5 legislatorlicher Arbeit, das der böh. mische Landlag hiemil in die Hand nimmt. Ohne die einheitlichen verfassungsmäßigen Grundsätze der bisherigen Wahlordnung zu allcrieren, erscheint der Entwurf gecignct, den Mängeln und Gebrechen derselben abzuhcl« sen, indem einerjeils den thatsächlich herrschende,, Ver-hällnissen und Ii'lcrrssen uulllommen Rechnung getragen und midererseils der erbitternde Wahltampf zwischen Deutschen und Czechen künftig ausgeschlcsscn werden soll. Wenn, wie heule gemeldet wird, die in die Commission zur Berathung des El,tlvm fcl> gewählten drei Iungczcchen sich g.ljen d5e Grundsätze dcr Reform ausgesprochen und ein Scparatvotum angemeldet haben, fo bewcisl dies eben nur neuerdings, daß dic Iungczcchen über die Gren^ ze» oes Rechtes und der Billigkeit hinaus das Ziel politischer Bevorrechtung der Czechen in Böhmen anstreben und zu diesem Zwecke stordermigel« stellen, die ihnen auf dem Boden der Verfassung niemals gewährt werden können. Dic „Vud. Corr." macht darauf aufmerksam, Küß über den Zeitpunkt, in welchem dic Haudelscon -venlion mit Rumänien i„s Lcben treten solle, n?ch nichts festgestellt ist. Jedenfalls werde der Vertrag angesichts der jüngsten Ereignisse in Bukarest nicht so schnell durchgeführt werden. „Wie ein starke»? sscurr dunh cinen schwachci» Wind j eher noch mehr angefacht als erstickt wird, so sind durch die Kundgebungen aus Münchrn und Dresden die Absichten der Rcichsreginung in der Eiseubahu-fragc nur uucy bestärkt wurden." Diese bildliche Dar< stcllung der Lagc, wic sic dcr „Kölnischen Zrituug" telegraphiert wird, dürst,,' als richtig belrachtcl werden; dic bestiulinteErtlävuug, wclchc der Handclömilüstcr Achen« bach aiu 20. d. im preußischen Herrenhausc auf die Interpellation drs Grafcl, lldo Stolbcrg al.gab, > läßt hicrübcr leincil Zweifel zu. Dieselbe lautct: „Die Regierung licabsichligl, iil drr mchst.cn Zcit dcln Land-tage ein Gcsctz vorzulegen, durch wclchro dic ftnuhischcu Stnalsbahilcn, die Rechte lcs preußischen Staatcö an Privatbahnen und seine Aufsichlörechtc übcr dicscibcu auf das Reich übertragen werdeil sollcu. Das Haus wird wol mit mir dann emvcrstandcll sei», duß ich cmgesichls der nahc lxuorslelirnoen Oi^cllssi^n der Borlage inich hcute jeder Aeußerung über dic Mulme derselben enl. halte. Nur will ich mir gestatten, schon heule henwrzu. heben daß die für dic StaatSvegierung maßgebend gewesenen Ocsichtöpunttc leine polnischen, sondern wirtschaftliche sind." Das i,u französischen Abgeordneten-hause zur Vettheilunz gelaugte Budget von 1877 schließt mit foloenoen Ziffern ab: Einnahmen: 2,672 Millionen 140,530 i5r., Ausgaben: 2,067.Mi,751 Fr. Demnach Ucberschuß der Einnahmen: 4.843,779 Fr. Die Ausgabei, übersteigen jene deö Jahren 1876 um 97.111,943 Fr., die Einnahmen jene des Vorjahres um 96.794,238 Fr. In den Moliveu wird aufführt, daß für l>aS Jahr 1877 zwar lcinc Erhöhung der Steuerlasten geboien, doch auch leme Reform derselben gest«!tet sei; da« gegenwärtige Erträgnis sei für dic Erhaltung des Gleichgewichts unerläßlich. — Dem „TcmpS" zufolge hätten die mdirecten Steuern in den ersten zwei Monaten des Jahres 1876 ein Mehrerlrägnis von 20 Millionen gegen die Voranschläge gcliefcn. In Frankreich sichert sich das Ministerium mehr und mehr die Bundesgenossenschaft der parlamentarischen Majorität. Die republikanische Linke unterscheidet sich nun kaum mehr in irgend rinem Punkte von einer rein mmlstericllru Partei, und wenn diese Harmonie zwischen ^?u"» und Parlament nicht durch irgend ein unvor- Nt^i^ l^Ä^iV «er^ der Partei nunmehr officiellen Ausdruck ge 'ben Die Blldung des neue« italienischen Ca-blnets oollz,eht stch nnt ^ener Langsamkeit, mit wel-cher ein CabinelSwechsel in dem neuen Königreiche sttt? abzuspielen pflegt. Sobald die bisherige Regierung durch eine aus den verschiedenartigsten Elementen zusammc,^ gesetzte Oftposition gestürzt wurde und an den Führer dieser Opposition die Aufforderung erging, nun s^ner-seits eiue annehmbare Miuisterlistc vorzuschlagen, ergaben fich Schwierigkeiten über Schwicrigleiten. Jede einzelne Gruppe der siegreichen Coalition nahm für ihre leitenden Persönlichkeiten eine besondere Berücksichtigung l" Anspruch und perlMrcscierte die Manner der an« beren zum Mmisterslurze biehcr mit ihr ocrbünbtten Fractionen; oft erst nach Wochen, wenn dieser Kampf um persönliche und Fraclions-Inleressen sich als aus< sichtelos erwiesen halte und eine allgemeine Ermüdung eingetreten war, konnte an die cndgiltige Bildung einer Ministerliste geschritten werden. Dieser ErfahrungSsah bewährt sich a,ch gegenwärtig. — Die VliUler verzeichnen zwar vielfache Gerüchte inbelreff dlS neuen EabinelS, doch ist diesfalls zur Zeit noch nichts entschieden. Die Unter» Handlungen des Herrn DepretiS mit mehreren poli-tischen Persönlichkeiten der Linken und des EcntrumS dauern fort. - Der Präfcct von Neapel, Mordini, hat seine Entlassung gegeben. Hagesneuigkeiten. — (Zum Avancement der Subaltern.Ossi» ziere.) Daß dasselbe höchst „«gleich slli die verschiedenen Waffen ist, beweist der Umstand, daß »och immer einige hnndelt L'eule» nanls der Infanterie» und Iägerlruppe au? dem Jahre 1666 al« zehnjährige Diener vorhanden si„d, wahrend die im selben Jahre riiigelrclcncn iüeulenaulS der Geuietrnpp.' h.'Ute bereits Haupt» leule erster Klasse sind. Wic ungünstig da« Noancementsverhällni« für dle Infantelie ist, beweisen die folgenden Datei,: Die Ulleflen Lieutenants, die im Laufe dieses Jahres zu Oberlieulenantb avancieren, find bei der Infanterie, ünd Iilgerlruppe von 186«, bei der Artillerie von 186'.«. beim Fuhrwesen von 1870. bei der Laoalerie von 1871, brim Pionnier- u',d Sanitätscorps von 1672, beim Geuiecolps von 1873. Varon Koller beabsichtig» diese« Misvcrhältnis dadurch auszugleichen, daß er sämmtliche Llenleuanls au» dem Iuhre 1866 67 zu Obcrlieulenanl« erurnnl. - - (Frc ili g ra ths Tod.) Wie man auS Stuttgart meldet, erfolgte der Hingang des Dichters morgens lurz nach 6 Uhr jcht, oüglich »och lanlie u,cht alle stolid» sliiss'g gei'iachl stüt>, welche die Giäsiü huttcrlasscn Hai, da? Tchkß Iacgeiöpri« in Nmd-Seelaiid mit eixein grosjen Pa^le hat anlanfen lünnen, wo nunmehr 210 Mädchen untergedracht wurden, welche in Gruppen ;u je zwanzig verlhäll smd. Jede Gruppe hat eine besondere Vorsteherin nnd fiihrl einl besoudtre Haushallung. i'chlere Einrichtung erscheint sehr geeignet, die Mädchen zu tüchtigen Hausfrauen heranzuziehen. - (Gemälde «Au ctionen in Paris.) Die drro,,. ten Finanzvcrhälluisse Wiens filhren nicht mir die einstigen Millionäre Wien« nach dem wohlseileren Pari«, souberu auch die Bildnsümmlnllgcn eilist ger wiener Mäcene. Vom 18. d. M, wird diesbezüglich aus Paris geschrieben: „Dre Gemaldegallerie des Herrn Lipmann Ritter v. Lissiügm aus Wien, bestehend aus l.'i «hrilweise vorzilglicheli Stilclsi, dcr niederländischen Schule, wurde vorgestern im Hotel Drouct versteigert und lrzielle daS ganz respectable Erträgnis von 468,(XX' Francs. Eiu einziger Rcmbrnudt, ein von dem Meister mit seinem Namen Nl>d oer > Jahreszahl 16^8 gezeichnetes männliches Porträt, wurde mit 1?!»/00 Francs bezahlt. Erstchcr war dcr lriche Kunstliebhaber ^ Wilson, der von Zeit zu Ziit den Louvre mit einer Perle zu be-deuten Pflegt. ! — (Zur Wechselfälschung aus Victor Tma-nncl.) Nach einer römischen Horrcspondenz der „National.Ztg." soll mi den Wechselsäischuull/n der Graf Vitlorio Mirufiori, ein Sohn des Kijlligs aus seiner zweiten morganatischen Ehe, mit» schuldig sein. Gras Mirafiori ist Offizier und seit einigen Iah> ren m:t einer reichen loscanischeü Libiu, einer Oräfin l'alderel, verhci.alet. Wie der unglückliche i»nge Mann dazn lam, Wechsel ans den Namen sews löniglicheü Vaters zn fälschen, ist cin bi?. her lüillul^lläücs Räthsel. Der Hchbeschl, den der Gerichtshof von ^logiw gegen ihu erlassen habe» soll, ist allerdings lein «eweie seiner Schuld an dem ,hm zugrschricbsnen Verbrcchen; jedoch muß angenomimu we^cn, daß der Gcrichtshos nicht ohne die zwingendste» Verdlichlegrilildc jene Maßregel ge»,cn den Sohn des König« ergriffen habe. (Thoma?,) Die „Weser-Zeitung" bringt einen Nr. tilel: „Zur Sache Themas", dem wir folgende, zum Thc,l neue Eiu^,,.!teu entnehmen: „Thomas brachte, «ls er 1866 nach Eul., , Ubnsicdcltt, cln Vermögen von elwa 40,< 00 Thalern mit si ' ^iSie er d^seibc erwordr», lst noch uichl jestgestllll; die amsül^nlscheu Unlerfüchungen icheinm bi« jltzt nicht abgeschlossen ,u se, !, Nur so vi>l >!» auch vo.i dort bestätigt, daß er in Ve. zllhlüil, aus seine letzten europäischen Thaten leine amerilamschcu Mi,N',sscr nnd Helsci gehabt, nur Vnlzcuge, wie er sie belaunt» lich auch in Deutschland zu finden und zu benutzen wußte. Sein ^wirlllch" Name ist »"H alMlllaiuschs,, ?ll»chrich gestellte Herren: A l b i n Uchtschin, Schlossermeister, Anton Goaiz, Sladtzimmermeister, Gustav Habit, Stationscbrs der Suddohn und Paul Polegegg, Hausbesitzer und Holz. Händler. Die beiden letztgenannten von diesen sind bereit« seit lälia/rer Zeit im Gemeinderathe thätig und haben sich daselbst besten« bewährt; «ewei« desstn ihre in dcr Hrobcwahl einstimmig erfolgte Wieberaufstellung als Candidattn. Die zwei erstgenann. ten Hllr-n sind neue, jedoch gleichsnlls wegen ihres hervorrage:,, den Gemciusinnrs und ihrer Ocsinnungstüchtigleil allgemein ge> achtele Mitbürger, von deren E,ser und mitgebrachten gewert. lichen Fachleni.lnisscn mau sich der gedeihlichste» und thätigsten Mitwirkung, insliesonders im Gebiete der Gemeindeökoncmie und dr« Bauwesen«, versehen lann. Das Ccntral-Wahlcomite fordert daher alle Wahler dr« III. Wahllürper« im Interesse der guten Sache driugendst auf, Montag zuversichllich uud llcht zahlreich !^ur Wahl zu erscheinen - dirselbl findet lielanntlich von 8-12 Uhr vormittags im städtischen Ralhhaussaale durch einsache Abgabe des mit den 4 Namen auSglfüllten magistratlichtn Wahl-zctlel« stall und ihre Stimme M Vermeidung von Zcrspltt, terungen mit Hintmisehnüg aller etwaigen persönlichen Rücksichten ausnahmslos auf die obrngmannten vier Landidalcn zu ver. einigen. — (« unstgemälde.) In der I. V i o n t i n i' schen Vuchhaudlung ist seil zwei Tagen eiue große Photographie de« Eonllldtl'scheu Gemälde« „Kaiser Josef II auf dem Sterbe« bette" zur Ansicht ausgestellt, die ununterbrochen einen Krei« von Passanten um sich versammelt. Die Ausstellung dcl< GcrMde« selbst bleibt lnkauntlich auch noch an dtn lommrnben zwei festlagen - morgen nnL übeimorgen >> dem PuvUlum gevssne, Wer da« Gemälde bisher noch nicht gesehen h°,. möge daher diese lstztt Gflcgc,!l>'>, hi;n ia nicht v^absaumen, da l!»ib»ch »ol 538 schwerlich so bald wl»der mm Genusse eine« »hnllchm Kunst« werte« gelangen dürfte. — (Poitofreiheit der Schuldirectioi, en.) Den amtlichen Lorrespondenzen der Schulleitungen (Directionen) jener Volksschulen, zu deren Gründung der Staat, das Land oder die Ort«sttmeinde die Kosten ganz oder theilweise trUgl und welche daher öffentliche Anstalten sind, ist im Verkehre mit den im Ge» sehe vom 2. Oktober 1865, Artikel II. Absatz 1 und 2, angesllhrlen Behörden, Organen und Eorporatlonen, sowie im gegenseitigen Verkehre da« seit Jahren angestrebte Zugeständnis der Porto, freiheit im Sinne der betreffenden Vestimmungcn des erwähnten Oesehe« gemacht worden. Solche Correspondenzen müssen jedoch auf der Adresse mit der Titulatur der absendenden Ämtsurgane und mit der Bezeichnung »In Unterrichtsangelegen, heilen" versehen sein. - (Kirchenmusik.) Vei dem morgen um 10 Uhr vormittag« in der Domlirche stattfindenden Hochamte gelangt eine große Figuralmesse van Vrosig zur Aufführung; a»ch wild da« Vocal'Quattett „Eintracht" eine vom Herrn Dcm-Or-ganiften FÜrster componierle Gesangseinlage „A oe Maria" vortragen. — (Gemeindewahl) Bei der am ü. März l. I. in der Ortsgemeinde N e u l stalta/fundenen Neuwahl des Gemeinde» Vorstandes wurden der Grundbesitzer Johann Hoievar in Ncul zum Gemeindevorsteher, dann die Grundbesitzer Mathias Pla. Hula in Brise, Haus'Nr. 2, und Mathias Rat in Brise, Haus'Nr. i, zu GlmeinderÄlhen gewählt. — (Casino» Unterhalt« ng.) Wir erlauben uns. iu Erinnerung zu bringen, daß bei der ü be r m o r g e n , den 26. d., iin Casinooerem, stattfindenden ersten diesjährigen Fastenunter» Haltung die Gallerte im großen Saale geschlossen bleibt. Die Unterhaltung beginnt um 8 Uhr abends. — (Turnerisches) Wir werden gebeten, mitzutheilen, daß die Abhaltung der wöchentlichen Turnerlueipen durch deu morgigen Feiertag leine Aenderung erleidet und dieselbe abends 8 Uhr mit interessanter Tagesordnung stattfindet. Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht. — (Der Lasin »«Verein i„ Krainburg) ver» »nftaliet morgen Samstag eine gesellige Ubendunterhallung mil L'ncert and Iuxlottene. — (Vrieftläzerdienft.) Mit l. April l. I. wild der Landbriesträgerdienst im ganzen BeNellungsbezirle des Postamtes Hrallnigg au der lrainisch.steierischeu Greuze eingeführt wer-dm. Die Bestellung und Einsammlung der Briefe erf^gt tUglich. — (Tin Op fer des Fisch sau ge ns.) Der 43jährige Taglühner Ulrich Slol aus Toplic, Bezirlshauptmanuschaft Lillai, ftürzte am 14. d. vormittags, als er im huchangeschwolle-,ien Kavlftuße fischt,, in denselben hinein und wurde, da leine Neltuug in der Nähe war, von deu reißenden Wellen ier Saue sofort weiter getrieben und ertrank. Die Schwägern» des Vcr» unvlüctlen, Agnes Laßuil, und ein junger Vahnwächterssohn, Io« haun Maier, waren am jenseitigen User Augeuzcugm dieses Vol> falle«; obwol dieselben oerint um Hilfe rirfen, war eine solche doch nicht möglich, da sich außer den Genannten leine anderen Personen und übelbaupt auch leine Neltungsmiltel zur Stelle befanden. — (Eine Wölfin) im Gewichte von circa 70 Pfund wurde am 2l. d. in der loit scher Waldung erlegt. Der Kaufmann Vrus war der glückliche Schütze. Auf den dazu ge> hllrigen männlichen Wolf, der deu Weg in die freudenthalcr Waldung nahm, wurde gestern daselbst eine Jagd veranstaltet, über deren Resultat uns bisher noch nicht« bekannt geworden »st. — (Eintodtlicher Sliegenfall.) In Eben, thal, Bezirlshauptmanüschaft Gotischee, ereignete sich am 12. d. solger.der bedauerlich« UnglUctssall: Der 64jährige Paul Hügler von Kutendorf, Hau« Nr. 4, Paler mchrerer erwach» fener Kinder, zechte am genanntlu Tage in Gesellschaft mehrerer benachbarter und befreundeter Grundbesitzer in dem Wirthshaus« des Josef Maußer in Ebenlhal, Hau« Nr. 6, so lange, bis er völlig berauscht um 4 Uhr nachmittags mit dem Bemerken, uach Hause gehen zu wollen, sich entfernte und hiebei den lürzern, Ubcr eine sehr steile Stiege führenden Weg in dem Hasraume einschlug. Bei dieser Gelegenheit muß der alte Mann infolge der Voll-trunlenheit über die Stiege gestürzt ftiu, denn kurze Zeit darauf fand man denselb'n am Fuße der Sliege neben einem großen vuchenllohe mit einer tiefen Wunde ober der rechten Schläfe be» wußtlos liegen. Trotzdem der Verunglückte sofort vom Wundärzte Perz 2r;tl,ch behandelt und »agoLa.auf in sein Hau« tran^pm-tittt und der aufmerlsamen Pflege seiner Ana/Hurigeu ülnrant« wartet würd-, lonnle derselbe doch nicht m hr znm Vewußtsrin gebracht werden und starb am zweiten Tage darauf infolge der erlittene» schwere» Verletzung. — (Verheerung durch eine Sch n e cl a wi n e.) In der Nacht vom letzten SamStug auf Sonntag stürzte vom Dobratsch bei Villach eine große Schneelawine herab, welche gleichzeitig auch eiue große Erdabrutschung zur Folge halte Zwei auf der Berglehne stehende Keusche» wurden mil in die Tiefe gerissen; sieben Personc.i, welche sich in diesen Keuschen befanden, wurden unter dem Gerölle begraben und gelüdlet, außerdem zwei Menschen schwer verwundet, an deren Auskommen gezweifelt wird. Wie natürlich, gingen hiebei auch mehrere Thiere und sonstige Fahrnisse zugrunde. — (Erledigt) ist die HilssHmtervorsteherstelle beim l. l. kandesgerichte in .«lagen fürt. Loncurötermin b!« 5. April d. I. beim dortigen Landesgeuchlspräsidium. — (Theater.) Vor cinem trostlsS leereu Hause, wie wir ein gleiches im Laufe der Saison wohl kaum gesehen zu haben uns erinnern, spielte sich die gestrige gemischte Vorstellung ab, die uns außer zwei einactige» Lustspielen eine Reprise der sehr netten und wahrlich eines besseren Besuches würdigen Operette „Des Löwen Erwachen" von Brandl brachte. Der bei beiden Aufführungen dieser zum mindesten sehens- und anho'rnna.e-wlirdigen Operetie sehr schwache Besnch gehurt auch mit ;u jenen schwer erklärlichen Sonderbarteilen und Znsillligl iteu, wie sie im Theaterlcben häufiger wie andrrswo vorkommen und daher auch jedes Vorausbestimm?nwollen eine^ Bühnenerfolge«, sei dies mm in geistiger ober blos materieller Hinsicht, zu einem Dinge der Un-Möglichkeit machen. Der Erfolg ist und bleibt zum großen Theile — wohlverstanden zum großen Theile, nur wollen nicht sagen ausschließlich nnd nicht bei jeder Klasse des Publikums - e,n Kind des Zufalles und beruht auf dem Zusammentreffen, be» ziehungswelse Nichtzusammentceffen so mannigfaltiger kleinlicher Nebenumstände nnd Vchicksalslaunen, baß die oft gebrauchte Redensart: „Der Erfolg spricht dafür," „der Erfolg beweist die« oder jen?s", die man in Streitfällen bekanntlich von so vielen Leuten mit der Prätension eines echten und rechten Trumpfes ausspielen hört, in unseren Nugcn schon längst jeglichen Kredit eingebüßt hat und uns für nicht mehr gilt, als sie >n Wirklichkeit nur ist — une f^ou üe parier. Doch um uns nickt der Gefahr auszuseftrn, von unseren allfälllge» Lesern ein vielleicht nicht ganz unberechtigtes taut äe druit — pour une operetta Muvreiuent vigitöe ?u hören, mOssen wir dieses Thema wol abbrechen und mit einem wcn,ner nihilistisch klingendem oertauschcn. — Zu referieren und recensieren gibt« jedoch über diesen Abend nicht sonderlich viel, denn au dem Besuche der erstgegeuenen zwei Einacter — deren erster („O S»si") — roluta reloreng übrigen« sehr schleppend gespielt wordm sein soll -- waren «vir leider verhindert, und somit beschränkt sich unser Reserüt °»f die Con» ftalieiung der Thatsache, daß sich der letzte Theil der Vorstellung, i. c. die Operette, einer gleich anständigen und fleißigen Aufführung erfreute, wie neulich. Die Parität iu der Aussühiung wurde mit gewissenhafter Eons que», sogar so weit getrieben, daß genan derselbe gemischte Chor. w,e neulich, iu genau derselben Schlußscene. w,e neulich, auch ^esleül gleichfalls genau so schlecht und genau so schleuberisch gesungen wurde — wie neulich. Mit einem Wort», bis ani das letzte, zweimal gestrichene I-Tüoslelchcn war alles wie bn der ersten Volstcllung. Als Entschädigung für die Ictztirwclhute Dissonanz waren allerdings auch die Leifwugen der vier Solisten ebenso vorzüglich und erheiternd, wie duS erste» mal. Vor allem jene de? bliden Damen Fr. P a u l m a n n (Paquerctte) und Frl Allegri (2a>1o!<), sowic dcS Helin Thaller, dcr den „Magister Placide" zu seinen wirksamsten Rollen zählen darf. — Herrn Müller (ein Sergeant) wlkbrn wir dringend anempfahlen, fch die O-Uüddegriffe der militärischen Folmen wenigsten« so weit anzueignen, um zu wissen, wie ein Unteiosfiznr oem Offizier eine dieusMche Meldung crstattct; seine künstlerisch» Ausbildung würde durch diese Ergiinzung sicherlich nicht? verlieren. Nellrjlt pust. (Original-Telegramme i,er „Laib. Z citli ng.") Berlin, 23. März. Anläßlich des Geburtstages des Kaisers wurde Vlsmarcl zum General der Eavallerie befördert. Versailles, 23. März. Der Unterrichtsminister legt einen Gesetzentwurf vor, der eine Aenderung des Gesetzes über den höheren Unterricht dahin beantragt, daß dem Staate das Recht zur Verleihung der Grade zurückgegeben werde. Naquet und andere Intransigen. ten legen Anträge vor über Abschaffung des Cultus» budgets und aller die Vereins» und VersammlmigS, fceiheit einschriwlenden Gesetze. — Der Senat veiifi« cierte die bonapartistischen Wahlen auf Corsica. Die SenatScomlnission zur Prüfung des AmnestieAntrages ist einstimmig gegen den Antrag. Rom, 23. März. Den, „Diritto" zufolge wird morgen wahrscheinlich folgendes Ministerium vereinbart: Depretis, Präsidium und Finanzen; Nicotera, Inneres; Mezzocapo, Krieg; Brin, Manne; Zanardelli, Arbeiten; Covpino, Unterricht; Mancini, Justiz; Maiorana, Ackerbau; Melegari übernimmt wahrscheinlich das Aeußere. Telegillpyllchel Wechselcurs vom 23. März. Papier-Rente 67 05, — Silber - Ncnte 70 75. - I86Wl Staaia-Anlehen 111—. - Vanl-Nctirn b90 —, 3rcdit-?I>!"« 164 80 London 1l5 85. - Silber 102 50. ». l. Mnn,-Pu' taten ü 46 — Napoleonsd'or 9 29. — 100 Reichsmark 56 9l>. Wien, 23. Mllrz. 2 Uhr nachmittag«. (Gchlnßlurse) Lrediiactien 164 4l>. 1U60er Lose 111 -, 1«tt4er i.<<,se 13160, österreichische Rente in Papier 67 10, Staatsbahu 280—, Nord-bahu 179 -, 20.Franlenst',cfe 928'/,. ungarische «lieditaclien 14875, österreichische ssrancnbanl 17'—, üsterreichischt Nnglobanl 7025, Lombarden 104 10. Unionbanl 6b—, aiistro-orienlolische Vant — —, kloydactlen 335- -, austro-ottomanische Vanl - -, türkische l>use 2125, Lommuual - Vlulehen 100 50, Egyptijche 119—. Flau. Handel und Volkswirt!)schastlich^. RudolfSlverth, 20. März. Die Durchschnitis-Preise stellten sich anf dem heutigen Markte, wie folgt: kl lr!" ' > st. lr. Weizen per Hektoliter 9 3ll Eier pr. Stück . "^ N K°rn „ 7 15 Milch pr, ki!er . — 7 Gerste „ --------Rindfleisch pr.Kilogr. -^40 Hafer « 3 75 Kalbfleisch pr. , —! 48 Halbfrucht ^ -^ —! Schweinefleisch „ — 4« Heiden „ 4 88 Schüpsrnfleifch „ — - Hirse ,. — - HUHudel pr. Stllll . —! 50 Kuturutz ^ 4 88 i Taubeu „ - ! — Erdäpfel ^ 3 — Heu pr, 100 Kilogr. 3 60 L.nsen ^--------! Stroh „ . 1 78 Erbsen „ -^ "->, Holz, hartes, pr.Kubik» Flsolen „ s — !^ Meter ... 2 71 Nindsschmalzpr.Kilog. —89^ —weiche«, . — — schwcmeschrnalz» - 189!, Wein.r°lh..prHel'tolit. 9 — Kpeck, frisch, , — ßo — weißer ^ 9 — H»e nate. St. Petersvorstadt Nr. 96, Fraisen. — Karolina Wochinz, t. l. gahlmeisterswitwen.Tochter, 15 I., Polanavorstadt Nr. 74, Lungentuberculose. Den 20. März. Julie Suhadobnil, Veamlenstuchter, 44 I., Stadt Nr. 232, Lungentuberculose. — Johann Tibet, Bettler. 58 I.. Civilsvital, ltischepfuna. der Krüftc. — Vlasiu« Schmidt, KaffeesieoerS.Kino, 2 I. und 7 M., Kapuziuervorsta^t Nr. 62, Lnnssenentzllnduna. Den 21. März. Anton Noval, Buchbinbermeifters.llind. l Tag, 18 Stunden, Polanavorstadt Nr. 63, Fraisen. — Maria Paniar, Fialersgattin, 47 I., Cwilfpital, Lebtlkrebs. Angekommene Fremde. "m 23. Mälz. Hotel Ttadt Wien. «llchler, Kfm.; Hübner, Handelsmann; Schwarz, Banquier; Pollaczek, Kfm,, und Drach, Wien, — Vaycr, Privat, Hof. - l'eeb, Reis., Pforzheim. — Pauser, Kfm., Äudolfswerth. — Onderla, Maschineninspector, Idria. - Hirschmann, Kfm., Sissel. - Sicheil, Loitsch. Hotel Elefant. Mlichl, KUrfchner, und Silly, Vraz. ZilleS, Kfm,, Barmen. — Franker, «rzt. Kropp. — Nenmaliu, Wien. - Intini, Kärnle». Vaierijcher Hof. Slol, Mannöburg. Mohren. Sadlitsch, Anna, Fiume. Theater. Heute: Schwere Zeiten. Lustspiel in 4 »lcten von Julius Rosen. Meteorologische Veobachtunneu m Laibach. ^ ' '! M i? ' l 3° B " 7U. Mg?^73l774"^2^SW7schwach bewöllt' ! ^ 23, 2 „ N. 732,, 4- 6.« SW. schwach bewölkt ^" 9 „ Ab., 732 4« ! -i- 2 « SW. schwach bewültt l '"^" Das ttllbe, regnerische Wetter anhaltend. Da« Tagesmiml der TemperatN! -^3 9«. um 0 6« unter dem Normale. Verantwortlicher N^dactenr: Ottomar Bamberg. ^^^ll^i'l^^ Wlen, 22. März. Der Verkehr halte heute einen etwas freuudlichereu Charakter. Daß die Speculationspapiere etwa« brsser nctieren, beruhte endlich auf Contremine' <^tz.^z^»zv^».»«/^. Deckungen. Veachtenswerther scheint der Umstand, daß im Schranlengeschäfte wieder stllllere Nachfrage bemerkbar war. Febru^l.) """ (..... 67 4b i-Ntfinlierung««z.'ose . . 1082b W»7b Uug. «ei'liihllhn-'iinl..... 9i<5l) 99 7b Uug. ^,«n.,«n-«.nl...... 7« 7b 74 - Wien« C°u,mui!«l. Anlehen . 90 50 91 W «clte« »«» V«uleu. »nglV.Vanl........ ?42b 74bl» B»ull»e7e« ...... by— ßy^ «i«l»eoe«ditpschisi. «GeseNschnft c<40— 842 — eli!llbelh^'>,ftbahn .... ih?— 1l,h.. «llisal cth.^chn (Linz-Vudweiser Streckr).........13U— 13-)-. sterdinandS-Nordbahn . . . 1?9b— IHO0-— hronz' Ioslph - ^ahn ... INb - 1h'v50 ^eu>b..- —-— Wiener Vaugescllschast..... -.<-. ^. ^. Pfandbriefe. NUg. österr. Vodencredit . . . 101 — WI 25 dlo. in 83 Jahren 8950 8975 Nationalbanl ö. W.....9«hü 9705 Ung. Vodencredit......H6'50 86.75 Prioritäten. Elisabeth.-V. 1. «M.....—'— 89 — Flrd..Nordb.-E.......100 25 Ill)k0 ßranz.IostPh-B.......89btt NO'-- Gal. Koil-^udwiß-V., I.Vm......— 98 — 0t».:rr. «ordwch.V.....86 7l» 87 - Giebenbilrger.......«825 «3-7!' Stalll.'bahn........14550 146'^ «vndl'^hn i^ l,«/.......10975 N"2l' 5'/.......907b "1-" SUdbuhn, Von«......— - '17 Ung. Ofisahn.......64-H0 e4'?o Privatlose. Lredi'.L..........16U5N 164— Rudolf«-?..........13 b0 N— Wechsel. ^ Nuasburg.........- '^' 7I.'7^ n°" ^,,,,.!.'N'^ Geldsorten. Ducaen .... 5ft.43'/.tr. b ft." ". N°po,con«d'or . . 9 ^ 26'/.^ » ^ "/' ^ Plluh Kassenscheine 56 „ 85 ^ b6 « "" " Silber . . . 102 «90 ^ 10ll ^ - - Hralnlsche Vn,nbentl°ft«.«s.^°ti°u«.