Nr. 2. Erscheint am 1., 10. und 20. eines jeden Monates. 2. (17.) Äahrg. Bezugspreise: für Jugoslawien: ganzjährig 20 K, halbjährig 10 lk. für Österreich: ganzjährig 26 K, halbjährig 13 K. für Amerika: 2 50 Doll. — Einzelne Nummern 70 In GMschee, 10. Immer 1920. Briefe ohne Unterschrift werden nicht berücksichtigt."— Zuschriften werden nicht zurückgestellt. — Berichte sind zu senden an die Schristleitung. — Postsp.-Nr. 10.975. Anzeigen-Anfnahms u. -Berechnung in der Buchdruckerei. An unsere geehrt. Aönehmer! Infolge der neuerlichen Verteuerung des Pa¬ piers um 100 Prozent, des sonstigen Materials (Druckerschwärze usw.) um 1000 Prozent sowie wegen der bedeutenden Erhöhung der Druckkosten, die im übrigen nicht übermäßig gehalten, sondern durch die steigende allgemeine Teuerung bedingt sind, ist unserem Blatte eine mehr als 100- prozentige Erhöhung der Herstellungs¬ kosten erwachsen. Wir sind demnach gezwungen, vom 1. Jänner 1920 an die Bezugsgebühr der „Hotlscheer Zeitung" folgendermaßen zu er¬ höhen: Für das Inland ganzjährig. ..... X 20'— halbjährig.„ 10 — vierteljährig.„ 5'— Für Deutfchöstcreich (wegen des Valutaunterschiedes) ganzjährig.X 26 — halbjährig.„ 13 — vierteljährig.„ 6'50 Die „Gottscheer Zeitung" erscheint vom 1. Jänner 1920 an in größerem Format. Der heutigen Nummer unseres Blattes sind für die Benützung imJnlande Erlagscheine der Postsparkasse beigelegt. Wir ersuchen dringend um freundliche Einsendung des Bezugs¬ betrages noch im Laufe dieses Monates, damit in der Zusendung des Blattes keine Ver¬ zögerung eintrete. Da wir wegen der großen Kosten des Papiers die Herstellung einer größeren Menge von nicht bestellten Stücken der Jänner- Nummern nicht riskieren können, müßte die Zn- seudrmg des Blattes sofort eingestellt werden, falls die Erneuerung der BezngsgrvüHr nicht «och im Laufe dieses Monates geschieht. Nm den geehrten Abnehmern unseres Blattes in Deutschösterreich den Bezug desselben zu ermöglichen, haben wir vor, in Wien eine Zeitungsstelle zu errichten, und hoffen hiebei auf das freundliche Entgegenkommen und die gü¬ tige Mitwirkung unserer Landsleute dortselbst, sowie beim Werbegeschäfte für das heimatliche Organ auch auf die werktätige Mitarbeit der geehrten landsmannschaftlichen Gottscheer-Vereine in Wien, Graz, Klagenfurt usw. Wir streben an, die Sache derart zu regeln, daß die bei der Zei- tungsstelle in Wien durch Postanweisung einzu- zahlenden Bezugsgelder durch Vermittlung einer Bank an uns gelangen. Falls wegen Postsperre oder aus anderen Gründen die Gründung einer Zeitungsstelle in Wien dermalen noch nicht möglich sein sollte, ließe sich die Sache auch so einrichten, d die auswärtigen Abnehmer einen Verwandten r-! Bekannten in der Heimat ersuchen, er möge für sie einstweilen vorschußweise den Bezugsbetrag erlegen. Dies könnte auch gruppenweise bewerk¬ stelligt werden. Die „Gottscheer Zeitung" ist gegen¬ wärtig das einzige deutsche Blmt in Krain und im Süden. Ihr Fortbestand ist für unsere engere Heimat nicht nur eine Ehrensache, sondern auch ein dringendes, sozusagen nuabweis- lich e s B e dürfnis, da unsere Landsleute einzig und allein durch die „Gottscheer Zeitung" über die Ereignisse in der Heimat unterrichtet werden und auch die Verordnungen und Verfügungen der Ämter und Behörden erfahren können. Wir hoffen demnach zuversichtlich, daß nicht nur alle alten Abnehmer unserem Blatte treu bleiben werden, sondern daß dasselbe in den Kreisen unserer Lands¬ leute und der Freunde unserer Heimat noch wei¬ tere, ausgedehntere Verbreitung finden wird. Die Vermattung der „HsttfHeer Zeitung." Kann der Sauer Sozialdemokrat sein? Die Wahlen, welche im Frühjahre 1920 in ganz Jugoslawien stattfinden werden, bringen schon jetzt große Beweglichkeit unter die Sozialdemo¬ kraten, welche mit aller Kraft und Redekunst vor¬ arbeiten wollen, damit ihre Vertreter als Abge¬ ordnete in den jugoslawischen ReichSrat gewählt werden. Allein sind sie zu schwach, sie brauchen Hilfe. Die Bauern sollen ihnen dazu verhelfen mit ihren Stimmen. Unsere engeren Landsleute suchen sie auch dadurch zu gewinnen, daß sie die deutsche Sprache mehr gelten lassen als andere slowenische Kreise. Die Sozialdemokraten halten in den Gemein¬ den des Gottscheerlandes Agitationsversammlungen ab, besonders unter den Schlagworten: die Frei¬ heit ist in Gesahrl — und dem Bauer muh ge¬ holfen werden! Das ist aber reinster Bauernfang. Welche Freiheit ist in Gefahr? Die der Bauern? Ja! Aber nur durch die Sozialdemokratie selbst. Die Sozialdemokratie bekennt sich nämlich zu einem falschen Lehrsystem mit solchen Lehren und Grund¬ sätzen, welche die wahre Freiheit vollständig ver¬ nichten müssen. Sie strebt einen Staat an, der das Privateigentum und den ganzen Privatbesitz aufheben und die Verteilung der Arbeit und der Güter allein vornehmen soll. Alles muß da gehorchen, jede Selbständigkeit hört auf, der Zwangsstaat befiehlt. Die Fleißigen werden ar- beiten für die Faulen und die Mäßigen für die Schlemmer. Dann gilt nicht mehr das Wort der heiligen Schrift: „Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen", sondern es wird heißen: „Wer nicht arbeitet, soll trotzdem auch essen". Auch keine Verbrecher und keine Strafhäuser wird es mehr geben. Die Verbrecher werden als j sittlich „Kranke" behandelt und in guten Versor¬ gungshäusern untergebracht werden. Die Trägen werden aber auf Unkosten der Fleißigen ernährt. Schließlich müssen so auch die Fleißigen träge werden und dann? . . . Das ist die Entwicklung der Sozialdemokra¬ tie. Schöne Ansichten, das! Ganz zum Schluß wird aber, nachdem das irdische Paradies nicht gefunden ist, die uralte Ordnung wieder herge¬ stellt. Es wird wieder Privateigentum geben; die Fleißigen und Sparsamen werden wieder be¬ sitzen, die Trägen werden aber arbeiten müssen, wenn sie werden essen wollen. — Für solche ver¬ rückte Ideen sollen die Bauern gewonnen werden? Da müßten sie doch vorerst ihren gesunden Haus- verstand verlieren! Übrigens würden sie ohnehin nur ein Anhängsel bei den Sozialdemokraten sein. Wo bliebe da die Meinungs- und Standessreiheit der Bauern? Unter der Kuratel der Sozialdemo¬ kratie müßte die Bauernsreiheit ganz und gar verloren gehen. Ist die Sozialdemokratie mit ihren revolutionären Ideen einmal in die länd¬ lichen Bevölkerungskreise eingedrungen, dann werden auch die Taglöhner den Achtstundentag mit dem vollen Lohne verlangen. Wie wird dann der Bauer bestehen können, der abhängig ist von der Länge des Tages und vom Wetter und der vom frühen Morgen bis zum späten Abend ar¬ beiten muß? Die Sozialdemokratie als Lehrsystem ist eben¬ falls ganz gegen den Bauernstand. Auf dem so¬ zialdemokratischen Parteitage in Breslau wurde im Protokolle klar ausgesprochen: „Die sozial¬ demokratische Partei hat nicht die Aufgabe, den Bauernstand zu schützen, es ist vielmehr im In¬ teresse der Arbeiter gelegen, wenn der Bauern¬ stand zugrunde geht." Der sozialdemokratische Führer Dr. Ellenbogen sprach in einer Arbeiter- Versammlung in Wien: „Wenn Sie mir sagen, in zwei Jahren wird die Bauernschaft kaput sein, so würde dies für mich die erfreulichste Aussicht sein", und im österreichischen Abgeordnetenhause sprach er im Jahre 1901: „Wir vertreten hier nur die Interessen einer einzigen Klasse (nämlich der Industriearbeiter). Es ist auch unsere poli¬ tische, wirtschaftliche und geschichtliche Überzeugung, daß es nicht möglich ist, die Interessen zweier Klassen (nämlich der sozialdemokratischen und der bäuerlichen) zu vertreten." Also die Interessen der Sozialdemokratie sind denen des Bauernstandes ganz und gar entgegen und die Sozialdemokratie hat sich bisher immer und in allen Ländern als die größte Feindin des Bauernstandes erwiesen, sie wird jetzt auch im Gottscheerlande ihre Natur nicht ändern. Die gleißnerischen Lockungen, mit denen sie vor den Wahlen auch die Bauern zu ködern sucht, sind nicht Liebe zu ihnen, sondern reiner Humbug. Und wie hält es die Sozialdemokratie mit Seite 6. der Religion? Um Unkundige einzufangen, sagt sie: „Religion ist Privatsache". So sagt auch derjenige, der die Religion auch privat für sich selbst nicht übt und deren Übung auch bei anderen nicht gerne sieht. In Wirklichkeit will die So¬ zialdemokratie die Religion ganz beseitigen und aus der Welt schaffen. Seit Erschaffung der Menschen liegt das Böse mit dem Guten im Kampfe und es gibt eigentlich seit jeher immer nur zwei Heerlager und beide sind in ununter¬ brochenem Ringen miteinander, es ist die gläu- bige, christliche Weltanschauung und die heidnische Weltauffassung. Die Sozialdemokratie vertritt die heidnische Weltauffassung, den krassesten Matena- lisinus. Sie ist in ihrem Wesen absolut wider- christlich. Sie leugnet Gott, den Schöpfer und Lenker der Welt, und stellt sich gegen Jesus Chri¬ stus, den Erlöser. Sie will Gott, Christentum und Kirche ganz aus der Welt schaffen. Bei ihr gilt kein Naturrecht und kein positives göttliches Recht, sie proklamiert nur Menschenrechte, Men¬ schenrechte, die sich ohne Grundlage der Religion ändern müssen wie das Wetter. Der erste So¬ zialdemokrat war Luzifer, der Gott stürzen und sich über ihn erheben wollte. Du siehst also, lieber Bauer, die Sozialde¬ mokratie ist gegen den Bauernstand und gegen die Religion. Sie ist dir nicht zum Heile, son¬ dern zum Verderben. Sich der Sozialdemokratie anschließen, hieße dem Bauernstände und der Re¬ ligion untreu werden. Kann das ein vernünftiger Bauer wollen? Aus Stadt und Land. Hottschee. (Titelverleihungen.) Dem HilfsämLeroberdirektor Herrn Andreas Perz in Wien wurde der Titel eines Regierungsrates, den Professoren Herren Oktavian Pfeiffer am Staats¬ gymnasium in Leoben und Martin Sebastian an der Ersten Staatsrealschule in Graz der Titel eines Schulrates verliehen. — (Vom Gew erbeschuld ienste.) Herr Professor Wilhelm Heine in Wien ist auch an der neuen deutschösterreichischen Gewerbeschule für Luftfahrwesen in Mauer mit 19 Lehrstunden be¬ schäftigt. Außerdem ist er Prüfungskommissär einer genossenschaftlichen Meisterprüfungskommission und Mitglied der Lehrerkammer (als Vertreter der Lehr- und Versuchsanstalt für Korbflechterei, einer Zentralanstalt). — (Volksbewegung in der Stadt¬ pfarre Gottschee.) Im Jahre 1919 gab es in der Stadtpfarre Gottschee 107 Geburten (um 40 mehr als im Vorjahre), 64 Trauungen (um 43 mehr als im Vorjahre) und 73 Sterbefälle (um 45 weniger als im Vorjahre). Die Zahl der Trauungen war die höchste seit dem Bestände der Pfarre. Die Pfarrmatriken reichen in Gott¬ schee bis zum letzten Drittel des 17. Jahrhunderts zurück, also im ganzen auf etwa 240 Jahre. In keinem dieser Jahre ist eine so große Anzahl von Trauungen verzeichnet wie im Jahre 1919. — (Sitzunader Gemeindevertretung am 30. Dezember 1919.) Den Angestellten der Gemeinde und des Wasser- und Elektrizitäts¬ werkes wird die angesuchte Erhöhung der Teue¬ rungszulage bewilligt. Dem Nachtwächter Matth. Jurmann wird der Monatslohn auf 200 X erhöht. Zur Bewältigung der sich ständig mehrenden Amts¬ geschäfte wird ein Aushilfsbeamter mit dem Jahres- gehalte von 3600 X ab 1. Jänner bestellt. Den Josef Jonke Nr. 262 und Anton Lunder Nr. 279 wurde die Aufnahme in den Heimatsverband der Gemeinde Gottschee bewilligt. Die Gastgewerbe- konzefsionsgesuche des Josef Berkan und Josef Lesko (Branntweinschank) wurden wegen gedeckten Lokalbedarfes nicht befürwortet. Der Bedienerin im Armenhause Lena Kikel wird ab 1. Jänner der Monatslohn auf 15 X erhöht. Das Ansuchen der Kommission des Studienfondes der technischen Hochschule in Laibach um Beitrag konnte derzeit wegen ungünstiger Finanzlage der Gemeinde nicht berücksichtigt werden. Desgleichen wurde die Über¬ nahme des Beitrages zur Bestreitung der Erforder¬ nisse für den deutschen Kindergarten abgelehnt und die Unterbringung desselben im Gymnasial- gebäude vorgesehen. Die Beheizung stellt die Gottscheer Zeitung — Nr. 2. , Trisailer Gesellschaft bei, während für die Be¬ streitung der Reinigungs- und Bedienungskosten die Eltern der schulbesuchenden Kinder Beiträge zu leisten hätten. Die Stierwartekosten werden ab 1. Jänner dem Gebhard Zwickle auf 800 X erhöht. In den Ausschuß der gewerblichen Fortbildungs¬ schule wird Herr Josef Dornig als Vertreter der Gemeinde entsendet. Zur Deckung der Betriebs¬ kosten des Wasser- und Elektrizitätswerkes wird die Erhöhung des Wasser- und Lichtstromzinses ab 1. Oktober 1919 um 150 Vo beschlossen. Es beträgt demnach ab 1. Oktober 1919 der Licht- ström pro Kilowatt X 2'70, der Wasserzins pro Jahr 20 X für jeden bewohnbaren Raum und das Jndnstriewasser pro 1 X 1'35. Das Erfordernis des Voranschlages für das Jahr 1920 beträgt 59.000 X, dis Bedeckung X 13.209'24; der Abgang per X 45.790 71 ist zu decken durch die Eiuhebung der 5°/aigen Mietzinsauflage, durch die Branntweinauflage ini bisherigen Aus¬ maße und durch eine 990/o ige Gemeindenmlage von der Steuervorschreibung per X 39.462'10. Das Erfordernis der Stadt Gottschee beträgt X 12.749'05, die Bedeckung X 2720'20, der Ab¬ gang per X 10028'85 soll durch Einhebung der 15 Vo igen Verzehrungssteuerauflage und der Bier¬ auflage per 80 tt für den verbrauchten Hektoliter Bier gedeckt werden. Beide Auflagen dürfen nur im Gebiete der Stadt Gottschee eingehoben werden. — (S il v e st e rf e ier.) Wie so mancher fest¬ liche Abend, besonders in der ersten Hälfte des Jahres 1919, fand auch die Schlußfeier des Jahres die Gottscheer einträchtig beisammen. Da leider die beiden größten Säle für deutsche Feste so gut wie versperrt sind, so wurde der Ausweg gefunden, den Silvester beim „Gruber" zu feiern. Ueber 200 Gäste konnten Platz finden, während ein großer Teil wegen Platzmangels abziehen mußte. Die Julrede vor dem brennenden Christ¬ baume hielt Herr Dr. Arko, worauf das stim¬ mungsvolle Lied: „O Tannenbaum" gesungen wurde. Eine Sängerriege brachte prächtige Chöre, Fräulein v. Fürer, sowie die Herren Hans Kresse und Vinzenz Verderber gelungene Couplets zum Vortrage. In der Jahreswende ergriff Herr Professor P. Jonke das Wort, warf einen Rückblick übers vergangene Jahr und forderte zu Eintracht und Arbeit im neuen Jahre auf, die allein uns retten könnten. — Die Stimmung des Abends war vom ersten Augenblicke an glänzend und sollte jedenfalls dazu aneifern, die Geselligkeit besonders im heurigen kurzen Fasching nicht zu kurz kommen zu lassen. — (Vom Wetter.) Wir haben Heuer wieder keinen richtigen Winter, keine Winterlandschast. Naßkalt, regnerisch, trüb, nebelig — das ist der Charakter des Wetters. Kein kontinentaler (russi¬ scher) Winter, sondern Adriaregime. Auch der Jänner hat bisher seinem Rufe als Kältemonat keine Ehre gemacht. Wochenlang sieht man keinen Sonnenstrahl. Da müssen die bösen Katarrhba- zillen in der Luft gedeihen. Die Grippe fängt wieder an zu spuken, es sind schon mehrere Fälle zu verzeichnen. — (Zur V a lut a f r a ge.) Nach einer Mit¬ teilung des „Slovenski Narod" (25. Dezember) hat sich die Kronenzirkulation infolge des Ab¬ zuges von zwanzig Prozent bei der Markierung der Kronennoten nicht nm 20 Prozent vermindert. Die zurückbehaltenen Noten, schreibt das Blatt, sind zweifelsohne bereits markiert und werden bei der Auszahlung von Seiten des Staates in kürzester Zeit dem Verkehre wiedergegeben werden. Damit ist die Zirkulation der Kronennoten um nichts ver¬ mindert worden, sondern hat sich um die Bons, deren Höhe 20 Prozent beträgt, erhöht. Be¬ stimmte, gut unterrichtete Kreise wissen das alles sehr gut. Daher rührt auch dis unglaubliche Tat¬ sache, daß die Markierung und die „Verminderung der Zirkulation" der Krone den weiteren Sturz derselben sowohl gegenüber dem Dinar als auch gegenüber den fremden Valuten zur Folge hatte. Die Umwechslung der Kronen in Staatsdinars bedeute keine Valutareform, sondern eine Zwangs- vermögensabgabe, die ausschließlich den Besitzer der Krone treffe. Am allerschlimmsten sei dabei der Umstand, daß diese Vermögensabgabe keines¬ wegs eine dauernde Gesundung unserer Valuta zur Folge haben werde. Im Gegenteil werde jede Regierung infolge Nichtgenügens anderer Mittel neue Dinars drucken lassen und sie in den Verkehr bringen. Und wenn die bisherige Wirt¬ schaft fortgesetzt werde, werden überhaupt so viele Staatsdinars wie heute Kronen im Verkehre sein und dann könne mau mit einer neuen „Valuta¬ reform" beginnen. Jahrgang!!. — (Todesfall.) Am 7. Jänner starb hier nach kurzem Leiden Frau Magdalena Krein er geb. Stampfl, Realitätenbesitzerin in Gottschee, in ihrem 78. Lebensjahre. Sie ruhe in Frieden. — (Dr. TavLar über die Maßregeln gegen die Teuerung.) In seinem Neujahrs¬ aussatze im „Slovenski Narod" schreibt Bürger¬ meister Dr. TavLar u. a.: Wir wissen, daß unser Staat soviel Getreide und Fleisch hat, daß die Bevölkerung alles nach Bedarf und zn erträglichen Preisen haben könnte. Trotzdem wird das Ge¬ treide und das Fleisch uns an der Nase vorbei ins Ausland verschwinden, zu Hause aber werden wir Hunger leiden! Da muß die Negierung mit eiserner Faust eingreifen, weil sie allein einschnei, dende Schritte zu unternehmen vermag. Machen wir uns nur nicht viel Hoffnungen! Die Re- gierung müßte in dieser Hinsicht einen wohlüber¬ legten Plan vorbereiten und müßte denselben mit derselben Starrköpfigkeit aussühren wie jetzt Mi¬ nister Veljkoviä seinen wenig überlegten Plan über die Valutaregulierung. Der Staat befindet sich in außerordentlichen Approvistonierungsbe- drängnissen, und wenn sie auf andere Weise nicht abgestellt werden können, muß mit Ausnahms- schritten vorgegangen werden. Jugoslawien ist heute in einer schlimmeren Lage als zur Zeit des Krieges. Der Freihandel muß auf jeden Fall und für alle Lebensbedürfnisseeingeschränkt werden, und wenn nichts anderes übrig bleibt, muß in allen Provinzen mit Requisitionen und Requisitionspreisen eingegriffen werden wie in der Tschechoslowakei und in der österr. Republik. Wenn die Wunde sich ohne das Messer nicht heilen läßt, muß mit dem Messer gearbeitet werden. — (Die n e u e W a h l o r d n u na.) Die Re¬ gierung trifft Vorbereitungen für die Wahlen in das Parlament. Als Grundlage für die neue Wahlordnung wird das serbische Wahlgesetz dienen. Die Wahlordnung wird im Wege eines Oktrois geschaffen werden. Es wird das allgemeine Wahl¬ recht mit dem Proporzsystem (Minderheitsver¬ tretung nach dem System D' Houton) eingeführt werden. Jeder Staatsbürger, der das 25. Lebens¬ jahr erreicht hat, soll wahlberechtigt werden. — (DieGemeindewahlen verschoben.) Da die Wahlurnen und Wahlkügelchen vor der zweiten Hälfte des Monates Februar nicht fertig- gestellt werden können, werden die Gemeindewahlen nicht schon Ende Jänner stattfinden, wie dies ur¬ sprünglich gedacht war. — (Entwurf für die neue Verfassung.) Das Ministerium hat beschlossen, einen eigenen Ausschuß für die Zusammenstellung eines Ent¬ wurfes der neuen Verfassung zu bilden. In diesem Ausschüsse sollen alle politischen Parteien vertreten sein. — (Einfuhr fremder Zeitungen.) Das Ministerium des Innern hat die Einfuhr aus¬ ländischer Zeitungen nunmehr gestattet, nur für Ungarn und Bulgarien nicht; für diese beiden Staaten bleibt das alte Verbot noch weiter in Geltung. — (1920 das schlechteste Ernährungs¬ jahr.) Das „Berliner Tagblatt" bringt aus Basel folgende sehr betrübende Meldung: Wie der parlamentarische Sekretär des englischen Er- uährungsministeriums mtteilt, wird das Jahr 1920 für die Ernährung Europas das kritischeste aller bisherigen Ernährungsperioden sein. Europa wird im neuen Jahre zwei Millionen Tonnen Lebens¬ mittel zu wenig haben. — (Das spielen nationaler Hymnen) ist zufolge behördlicher Verordnung in Gast- und Kaffeehäusern sowie in anderen öffentlichen Lokalen strenge verboten; es ist nur bei festlichen Anlässen und an einer solchen Stelle im Programme zu¬ lässig, wo das Publikum weiß, daß damit dem patriotischen Gefühle Ausdruck verliehen werden soll. — (Haut- und Lederpreise.) Infolge Verordnung der Landesregierung für Slowenien (Amtsblatt 176) müssen die rohen Häute den Gerbern und Sammlern in absolut reinem Zu¬ stande (ohne Kopf, Schweifbein und irgend welche andere Fleischteile, vom Kote gereinigt) wie auch ohne irgend welche künstliche Beschwerung abgegeben werden. Für Rinds- und Kalbshäute werden 18 X für das KZ als Höchstpreis festgesetzt. Im Klein¬ verkauf darf beim Leder zu den amtlich normierten Preisen ein 15°/oiger Zuschlag gemacht werden. Nach Einbeziehung dieser 15 Prozent stellen sich die Lederpreise im Kleinverkauf für das Kilogramm wie folgt: Baches- und Rindbrandsohlen in halber Haut X 80 96; Kroupon oder Kernledersohlen X 96'60; III Satz Kernleder X 106'26; Köpfe und Jahrgang II. Abfalleder III Satz X 55'66; Oberleder (Rind) braun in halber Haut X 87'40; Pittlinge (Rind) schwarz, in halber Haut X 100 05; Pittlinge (Rind) braun, in halber Haut X 109'25; Kalb¬ felle, braun, in halben Fellen X 134'55, zweite Sorte um 5 Prozent, dritte Sorte um 10 Prozent billiger. Übertretungen dieser Verordnung werden mit Beschlagnahme der Ware, mit Geldstrafe bis zu 20.000 X und Arrest von 5 Monaten bestraft. — (Gegen den Alkohvlmiß brauch.) Nach einer nunmehr erlassenen behördlichen Ver¬ ordnung ist der Ausschank stark alkoholischer Ge¬ tränke (Branntwein usw.) in der Zeit von Samstag 6 Uhr abends bis Montag 11 Uhr vormittags in allen Restaurationen, Gast- und Kaffeehäusern usw. verboten. Notorischen Trinkern darf über¬ haupt kein Alkohol verabreicht werden. Bei Trunken¬ heit solcher Personen werden sowohl diese als auch der Eigentümer des Lokales bestraft. Wer öffentlich betrunken angetroffen wird, wird bestraft. Personen unter 16 Jahren dürfen in öffentlichen Lokalen überhaupt keine alkoholischen Getränke verabreicht werden, auch dann nicht, wenn sie sich in Gesellschaft oder Begleitung Erwachsener be¬ finden. Minderjährige dürfen öffentliche Lokale überhaupt nur in Begleitung Erwachsener besuchen. Überschreitungen dieser Vorschriften werden das erste Mal mit 100—500 Kronen bestraft, das zweite Mal mit Geldstrafen bis zu 1000 Kronen (Gast und Gastwirt). Der dritte Fall von Rück¬ fälligkeit wird mit der Entziehung der Konzession bestraft. — (Neue Vorschriften über Jagd¬ gewehre, Jagdmunition usw.) Kürzlich sind neue, umfassende behördliche Vorschriften über den Verkauf von Jagdgewehren und Jagdmunition, über den Ankauf von Pulver und Sprengmunition, ferner Weisungen für die Beschaffung von Waffen und Munition sowie über die Einhebung der Taxen für die Bewilligung zum Verkauf und zur Be¬ schaffung von Waffen und Munition herausge¬ geben worden. Für die Bewilligung des Ver¬ kaufes von Jagdgewehren und Jagdmunition sind folgende Taxen zu entrichten: Am Sitz eines Komitates (Distriktes) 20 Dinar, am Sitz der Bezirksbehörden 10 Dinar, in anderen Städten und Märkten 6 Dinar, in den Dörfern 2 Dinar. Für die Bewilligung zur Beschaffung von Jagd¬ gewehren und anderen nichtmilitärischen Waffen wird eine Taxe von 2 Dinar eingehobeu. Außerdem ist für jedes Gesuch, mag es sich um den Verkauf oder um die Beschaffung von Waffen und Munition handeln, noch eine besondere Taxe zu entrichten, die für Slowenien auf 2 X festgesetzt wird. — (Ausfuhrzölle.) Das bisherige System der Ausfuhrbewilligungen wurde durch eine Frei¬ liste und durch Ausfuhrzölle auf Holz, Vieh und Getreide ersetzt. Die Freiliste umfaßt unter anderem: Obst, Wein, Fische, Mineralwässer, Konserven, Marmeladen, dann Strohwaren und von Mineral- produkten Magnesit, Kreide und Zement. Die Holzausfuhr unterliegt Ausfuhrzöllen, je nach der Qualität zwischen 2'50 und 16 Dinar pro 100 Kilogramm. Getreide, Mahlprodukte und Vieh sind kontingentiert und unterliegen noch außerdem dem Ausfuhrzoll, beispielsweise besteht bezüglich des Weizenmehles ein Kontingent von 8000 Waggons mit einem Gewichtszolle von 40 Dinar pro 100 Kilogramm. Die Ausfuhr von Rindern ist auf 20.000 Stück und jene von Schweinen auf 25.000 Stück beschränkt. Die Viehausfuhr¬ zölle können, je nach der Wahl des Exporteurs, nach Stückzahl oder nach Gewicht entrichtet werden; der Stückzoll beträgt bei Rindern 1500 Dinar und bei Schweinen 400 Dinar, der Gewichtszoll in beiden Fällen 300 Dinar pro 100 Kilogramm. Die Zvllzahlungen können in Dinar und Kronen erfolgen, wobei für das Umrechnungsverhältnis zwischen beiden Währungen durch amtliche, von zehn zu zehn Tagen neu erfolgende Kursfest¬ setzungen vorgesorgt wird. Derzeit ist das Wert¬ verhältnis zwischen Dinar und Krone gleich 1:3.56. — (Reisee^-beichterungen im Verkehre mitOsterreich-Ungaru) sind im Interesse des reisenden Publikums getroffen worden, u.zw. derart, daß die österreichische und die ungarische Gepäcks¬ und Paßrevision beider Staaten in der gleichen Station, nämlich bei Bruck a. d. L., statifindet. Ähnliches könnten auch wir gut vertragen. — (Zur Valutafrage.) Von der Enquete, die in der Valutafrage in Laibach stattfand, wurde eine Entschließung angenommen, die sich in Punkt 2 dahin ausspricht, daß die einzig richtige Lösung der Austausch al pari mit der Krone ist. Doch sollten die Besitzer der alten Dinars geschützt werden, was aber auf eine viel besfere Art er¬ Gottscheer Zeitung — Nr. 2. folgen müsse, als dies der Plan des Ministers Veljkovick vorsehe, wonach auch der Wert des Dinars im Verhältnis mit jenem der Krone fallen und die Besitzer des Dinars geschädigt würden. Der Dinar sollte allmählich durch den besseren Kurs eingetauscht werden. Die Valutafrage solle überhaupt nicht zu rasch bewerkstelligt und nicht mit Gewalt gegen den Willen der Riesenmenge der Interessenten durchgeführt werden. Der Aus¬ gleich solle noch für einige Zeit aufgcschoben werden, und dies umsomehr, als es dann leichter sein werde, eine gerechte Entscheidung zu treffen. — (Die Kriegsgewinnsteuer.) Der Finanzminister hat dem Ministerium einen Ent¬ wurf über die Kriegsgewinnsteuer unterbreitet. Diesem Entwürfe gemäß soll die Differenz bei sämtlichen Unternehmungen zwischen den Geschästs- einnahmen vom Jahre 1911 und die Einnahmen in der Periode von 1914 bis 1918 und dem Jahre 1919 als Kriegsgewinn besteuert werden. Der Präsident der Esseger Handels- und Gewerbe¬ kammer Oskar Weißmayer macht demgegenüber darauf aufmerksam, daß dis Devalvierung unserer Krone die Anwendung der in der Gesetzesvorlage vorgesehenen Steuergrundlage ganz unmöglich mache, da die vorkriegliche Krone mit der heutigen Krone gar nicht verglichen werden könne. Denn das sind nicht mehr dieselben Geldeinheiten. Der Steuerzahler, der vor dem Kriege ein Einkommen von 25.000 X hatte, und jetzt 50.000 X hat, ist nicht in eine günstigere, sondern in eine schlechtere Lage geraten. Das vorkriegliche Einkommen von 25.000 X stellte die Kaufkraft für 1250 Mtz. Weizen dar, während das heutige Einkommen von 50.000 X die Kaufkraft für bloß 125 Mtz. darstellt. Es müsse also etwa ein Verhältnis wie 1:4 angenommen werden, so daß bei Bemessung des Kriegsgewinnes die Differenz derart zu be¬ rechnen wäre, daß von dem Einkommen während der Kriegsperiode das dreifache Einkommen vor dem Kriege abgezogen werden muß. — (Die neuen Kronendinar-Bank¬ noten.) Nach der Meldung der Belgrader „Pravda" (3. Jänner) wird die Nationalbank die Kronen- und Dinarnotcn „ul pari" gegen die neuen Kronendinar-Banknoten aus dem Verkehre ziehen. Mit der Ausgabe dieser neuen Banknoten wird sofort begonnen werden und sie wird in 15 bis 20 Jahren beendet werden. — Es fragt sich jetzt nur, ob das „al pari" ein nur schein¬ bares oder ein wirkliches ist. — (Ende des freien Lebensmittel- Handels.) Aus Belgrad wird gemeldet: In einer der letzten Sitzungen des Ministerrates wurde die Ernährungskrise und die Teuerung der Lebensmittel in Erörterung gezogen. Alle Kabi¬ nettsmitglieder stimmten damit überein, daß die Hauptschuld an den desolaten Zuständen den Spe¬ kulanten und Kettenhändlern zufalle. Uin diesen Leuten das Handwerk zu legen, beschloß der Ministerrat, den freien Handel mit Lebensmitteln neuerdings aufzuheben. Der Ernährungsminister bekam zugleich die Vollmacht und Aufgabe, die Getreiderequisttionen durchzuführen. Diese wird je¬ doch nicht bei den Bauern, sondern lediglich bei Großgrundbesitzern, vor allem aber bei den zahl¬ reichen, besonders jüdischen Wiederverkäufern vor¬ genommen werden, die zur Zeit der Ernte das Getreide aufgekauft und gewaltige Getreidevorräte aufgespeichert und dadurch in erster Linie den Mangel und die Teuerung hervorgerufen haben. — (Der Kompensationsvertrag mit Deutfchösterreich) wird nach den neuesten Entschlüssen unserer Regierung doch nicht ge¬ kündigt, sondern es werden auf Grund gegen¬ seitiger Vereinbarungen am Vertrage Änderungen vorgenvmmen werden. Der alte Vertrag war auf die Parität der jugoslawischen und der deutschöfterreichischen Krone aufgebaut. Darin tritt eine Änderung ein, indem Jugoslawien in seiner Valuta auf Grund der Notierungen zahlt, die am zweitoorhergegangenen Tage an der Agramer Börse festgestellt wurden. Für Rohstoffe wurden jetzt fixe Kontingente bestimmt. — (Ein neues Amt gegen den Ketten¬ handel) und die Preistreiberei ist für Slowe¬ nien errichtet worden. Es wird vom Polizeirat Herrn Krsovan in Laibach geleitet. — (Vertagung der Nationalvertre- tung.) Durch einen Erlaß der Regierung wurde die provisorische Nalioualvertretung (Parlament in Belgrad) bis zum 15. Februar 1920 vertagt. — (D e r H a n d e l m it V i e h,) nämlich mit Rindvieh, Schafen, Ziegen, Pferden und Schweinen, ist laut einer Verordnung der Landesregierung an eine Konzession geknüpft, welche in erster In¬ Seite 7. stanz die politische Bezirksbehörde (Bezirkshaupt, Mannschaft) erteilt. Alle Besitzer eines Gewerbe¬ scheines für den Viehandel, der nach dem 1. Jänner 1916 herausgegebsn worden war, mußten bis zum 8. Jänner 1920 neuerlich um die Er- teilung dieser Konzession ansuchen, da sie sonst ihr gewerbliches Recht verlieren. — (Zum Vertrage mit Österreich.) Nach dem neuen Vertrage, der mit Österreich geschlossen wurde, wird der Gebrauch des Bar¬ geldes gänzlich ausgeschaltet werden. Der Handel wird auf Grundlage des Warenaustausches ab¬ gewickelt. — (D ^Tschechoslowakei als Zucker¬ staat.) Der Präsident der tschechoslowakischen Zuckerkommission Novacek schreibt in den „Na¬ rodni Lisch", man schätze die Zuckererzeuguug in der tschechoslowakischen Republik für das Jahr 1920 auf 7 Vs Millionen Meterzentner. Novacek ist jedoch der Ansicht, daß diese Produktion nicht größer sein wird als 5 Vs bis 6 Millionen Meter¬ zentner. Von allen europäischen Staaten,, hat einzig und allein die Tschechoslowakei einen Über¬ schuß an Zucker. Dieser Überschuß ist aber nicht so groß, daß die Tschechoslowakei allen europä¬ ischen Staaten Zucker liefern könnte. — (Briespostverkehr mit Ungarn.) Die Taxe für Briefe nach Ungarn bis zu 20 Gramm ist 50 Heller, für Postkarten 30 Heller. Es werden auch rekommandierte Briefe ange¬ nommen. Die Briefe sind offen zu übergeben, da sie der Zensur unterliegen. Der Verkehr ist nur mit den unbesetzten Gebieten Ungarns er¬ öffnet. — (Am Mangel an Lokomotiven) lei¬ det nicht nur unser Staat, sondern noch viel mehr Ungarn. Von den zur Verfügung stehenden 1490 Lokomotiven Ungarns sind nur 41 betriebsfähig. Ebenso herrscht im Personen- und Lastwagenpark großer Mangel. — (Wie viel Banknoten wurden mar¬ kiert?) Aus Belgrad wird gemeldet: Es bestätigt sich, daß im ganzen Staate nicht mehr als 5 bis 6 Milliarden Kronen zur Markierung präsen¬ tiert wurden. — (Ergebnis der Banknotenstempe¬ lung in Slowenien.) In Slowenien wurden im ganzen gegen 300 Millonen Kronennoten markiert, während bei der ersten Banknotenab- stempelung noch Kronennvten im Gesamtwerte von 500 Millionen Kronen gezählt wurden. — (Eegen den Ketten- und Schleich¬ handel.) Wie man vernimmt, ist das Mini¬ sterium des Innern in Belgrad entschlossen, mit allen Mitteln gegen den Ketten- und Schleich¬ handel aufzutreten. Um dies zu erreichen, wird eine Ministerialverordnung herausgegeben werden, nach welcher allen Personen, Beamten oder Pri¬ vaten, die in Hinkunft irgendeinen Fall von Ketten- oder Schleichhandel zur Anzeige bringen werden, die Hälfte jener Ware zuerkannt werden wird, die für den Kettenhandel bestimmt war, und überdies auch noch die Hälfte jenes Geld¬ strafbetrages, die der Ketten oder Schleichhändler zahlen muß. — (Der Sitz der Aktiengesellschaft) „Unterkrainer Bahnen" ist von Laibach nach Wien verlegt worden. Weg. (Alle 14 Tage ein Verein.) Vor nicht viel mehr als 14 Tagen wurde, wie bereits berichtet, für die hiesigen Slowenen ein Verein gegründet. Es scheint aber bei der bloßen Grün¬ dung geblieben zu sein, denn als einige Zeit dar¬ auf sozialdemokratische Vereinsgründer kamen, sind nicht bloß die Slowenen, sondern auch der größte Teil unserer deutschen Bauern in deren Lager übergegangen. Im Hinterlande sind mit Aus¬ nahme von Morobitz vorläufig sämtliche Gemein¬ den sozialdemokratisch organisiert. Diese Tatsache ist zwar sehr bedauerlich, aber auch ebenso er¬ klärlich. Bedauerlich deshalb, weil die Bauern mit einigen sozialdemokratischen Schlagwortep auf eine vollständig falsche Bahn geleitet wurden. Denn jeder, der sich auch nur Halbwegs im po¬ litischen Leben auskennt, wird wissen, daß der Bauer eher von den Chinesen als von den So¬ zialdemokraten Hilfe erlangen wird. Sozialdemo¬ kratie und Bauernstand stehen bekanntlich einander nicht weniger feindlich gegenüber als Feuer und Wasser. Erklärlich ist diese Tatsache, weil die Bauern, wenigstens wie wir sie haben, mit we¬ nigen Ausnahmen, sich in einer wenig beneidens¬ werten Lage befinden. Die Teuerung drückt sie nicht weniger, als irgend einen anderen Stand. Im besten Falle hat der Bauer bei uns jährlich Seite 8. Gottschcer Zeitung — Nr. 2. Jahrgang II. ein Stück Vieh zu verkaufen, vielleicht auch, wie Heuer, ein halbfettes Schwein. Dieses letztere aber nur, um selbst mit dem Fettkübel durch das ganze Jahr auf dem Kriegsfuß zu stehen. Was soll er nun mit dem Gelbe, das er einnimml, anschaffen? Kleider? Bei einer mehrköpfigen Familie reicht es nicht. Wo bleiben die Schuhe, die landwirt¬ schaftlichen Geräte, wo bleiben die Lebensmittel (Mehl), die bei uns doch die meisten Bauern, wenigstens zum Teil, auch kaufen müssen, beson¬ ders nach einem so ausgesprochenen Mißjahre, wie es das vergangene war? Viele Bauern ver¬ kaufen das wenige Holz, das sie besitzen. Wenn man so durch den Wald geht, sieht man, wie er sich lichtet. Aber Holz verkauft man bekanntlich nur einmal, dann ist es für mehr als ein Menschenalter vorüber. Besorgt um ihre Zukunft blickten die Bauern um sich, ob sich nicht jemand wieder ihrer erinnern würde, aber es war dieses- mal niemand. Da kamen die Sozialdemokraten und redeten etwas vom Besserwerden, von Gleich¬ heit usw. und die Bauern schöpften neue Hoff¬ nung, sie sahen bereits etwas wie von einem Pa¬ radiese, freilich war es nur eine Fata Morgana. Und so sind unsere Bauern sozialdemokratisch ge¬ worden, aber nicht aus eigener Schuld, sondern aus Schuld jener, die sich um sie nicht gekümmert haben. Hoffen wir, daß auch diese Irrung vor- über geht und daß auch dieser „Verein" nicht viel länger dauert als — 14 Tage. — (Volksbewegung im Jahre 1919.) In der Pfarre Nieg gab es im abgelaufenen Jahre 20 Trauungen, 16 Geburten und 32 Sterbefälle. Getraut wurden folgende Paare: Wilhelm Schneider und Maria Schmalz, Rieg; Franz Putre und Maria Händler, Hinterberg; Rudolf Nöthel, Mvrobitz, und Gertrud Michitsch, Kotschen; Johann Hutter, Händlern, und Joh. Michelitsch, Stalzern; Johann Zimmermann, Händlern, und Magdalena Weber, Prüfe; Joh. Stine, Hinterberg, und Maria Erker, Rieg 26; Johann Gerbitz, Rieg, und Josefa Schweiger, Oberwetzenbach; Johann Erfchen, Oberwetzenbach, und Franziska Lesar, Rieg; Alois Wittine, Ober¬ wetzenbach, und Josefa Bartelme, Händlern; Franz Erker, Lienfeld, und Emilie Wolf, Hinter¬ berg; Jakob Knaus, Hinterberg, und Josefa Kump, Unterbuchberg; Peter Nowak und Mag¬ dalena Wittreich, Hinterberg; Franz Schager, Jnlauf, und Agnes Tschernkowitsch, Hintcrberg; Georg Luschin, Kotschen, und Maria Schneider, Händlern; Johann Kuhl, Mrauen, und Maria Krisch, Oberwetzenbach; Josef Stampfl, Ober¬ tiefenbach, und Margaretha Michitsch, Rieg; Matthias Schweiger, Oberwctzenbach, und Maria Springer, Hinterbcrg; Anton Butina, Banjaloka, und Katharina KnjfeL, Mrauen; Alois Wieder¬ wohl, Rieg, und Maria Primosch, Händlern; Josef Belai, Lienfeld, und Gertrud Maurowitsch, Hirisgruben. Mösek. (Volksbewegung im Jahre 1919.) Den Mut zum Leben im Tale der Zähren bekamen 19 Kinder; von dieser Welt des Elends und der Not nahmen mit schwerem Herzen Ab¬ schied 16 Personen, groß und klein, alt und jung; um den Gang durchs bittere Leben sich zu er¬ leichtern und zu versüßen, schlossen hoffnungs¬ vollen Herzens Ehebünduisse 6 Paare. Gestorben sind im Jahre 1919: Im Jänner: am 14. in Niedermösel 8 Josef Verderber, 78 Jahre all; am 23. in Reintal 21 Maria Jurkowitsch, 44 Jahre alt; am 24. in Obermösel 18 Maria Fritzel, 74 I.; am 28. in Reintal 36 Maria Lackner, 77 I.; im Februar: am 5. in Verderb 8 Josef Verderber, 79 I.; am 21. in Otterbach 29 Ma¬ ria Lackner, 40 I.; am 23. in Otterbach 24 Katharina Hutter, 78 I.; im April: am 18. in Reintal 46 Matthias Mische, 72 I.; im Mai: am 28. in Obermösel 24 Olga Swetitsch, 19 I.; am 18. Juni in Verdreng 7 Johann Lackner, 6 I.; ain 17. September in Obermösel 8 Mag¬ dalena Kump, 67 I.; am 18. in Obermösel 74 Maria Kapsch. 79 I.; im Oktober: am 16. in Verdreng 1 Aloisia Jonke, 14 I.; am 17. in Verdreng 22 Magdalena Herbst, 76 I.; am 22. in Verdreng 6 Josef Schemitsch, 6 I.; am 8. November in Otterbach 27 Johann Verderber, 83 Jahre alt. Geheiratet haben: Am 22. Jänner Josef Göstel von Dürnbach 2 und Maria Kump von Niedermösel 3; am 8. Mai Josef Michitsch von Koflern 3 und Magdalena Weiß von Ober¬ mösel 38; am 19. Mai Johann Perz von Rein¬ tal 14 und Johanna Verderber von Verderb 6; am 16. Juni Franz Ruppe von Unterpockstein 1 und Maria Jonke von Oberpockftein 4; am 10. August Johann Skok von Unterfliegendorf 6 und Maria Stupar von Schöpfendorf (Teisenberg); am 20. Oktober Max Jaklitsch von Reinta! 19 und Maria Tramposch von Reintal 30. Oöttenitz. (V e r s a m m lun g.) Am 3. d. M. fand hier im Gasthause des Johann P. eine Ver¬ sammlung der sozialdemokratischen Partei statt, wobei zwei Redner aus Licnfelö auftraten. Vor allem bemerkte ein Redner, daß die Religion von der Partei als Privatsache betrachtet und nie¬ mand daran gehindert werden solle. Zweck der Organisation sei, zu verhindern, daß künftighin Gewehre, Munition usw. erzeugt würden, ferner auch, daß durch gemeinsames Zusammenwirken, eventuell auch Studierenden eine Unterstützung gewährt werden könne, sowie Verbilligung der Lebensmittel u. a. Manche Ziele und Bestre¬ bungen der Partei mögen nun wohl löblich sein, zu bezweifeln jedoch ist, ob die Partei es werde verhindern können, daß künftighin Kriege sein werden. In seiner religiösen Üeberzeugung solle niemand behindert oder davon abgebracht werden, meinte ein Redner. Es sollten dann aber auch alle Anhänger der Partei darnach handeln. Das Ge¬ genteil davon tat jedoch im Vorjahre das Haupt- organ der slowenischen sozialdemokratischen Partei durch jene Gotteslästerung, wodurch alle gläu¬ bigen Christen auf das tiefste empört werden mußten. Bei der Versammlung waren leider auch Schulkinder anwesend, was nicht zu verwundern ist, nachdem auch Herr Lehrer P. sich als warmer Anhänger der Partei bekannte, der schon viele Jahre Mitglied der Partei gewesen. Freiheit ge¬ bührt jedermann, aber daß für Schulkinder bei solchen Anlässen doch nicht der rechte Platz ist, das sollte einem schon der gesunde Menschenver¬ stand sagen. Auch das, baß Bauern nicht für die Sozialdemokratie Streikgelder sammeln sollten. Lrrantwortlicher Schriftleiter C. Erker. — Herausgeber und Verleger Joses Eppich. Buchdruckerei Josef Pavlieek in Gotische«. Verein der Deutschen uns Gotischer in Wien. Zitz: l., Himmelpfortgasse Ur. 3 wohin alle Zuschriften zu richten stud und Landsleute ihren Beitritt «»melden können. Zusammenkunft jeden Sonntag im Mreinshelm Mauk Deierks Gastwirtschaft, 1., AaöenSergerflraße Mr. 5 s. Au kaufen gesucht schöne, gesunde Buchen- und Eichenholzstämme, waggon¬ weise. 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