MARBURGER ZEITllG amtliches organ des Verlag und Scbri' tettung Marburg a. d. Or«u, BadgaiM Nr. 6 Pemrul Na "S-6?, 25-6B, 3S-49 Ab II Uhr •täglich auBer Samstag) ist dl« Sehrlftleituog Dur aul Farn ml Nr 28-67 errelcbbat Unverlangte Zuichrlften werden Blrht rürkgeiandl Be' tAmtlichan Anfragen lit dai Rflckporto baltulegen Potlirhecklionlo Wim Nr. S4.6M GeirhaittttellttB In Citll. Marktplati Nr 12. Pemnil Nr T. und In Pattaii Ungarlorgaiie Nr 2, Pamrnl Nr M steirischen heimatbundes Erichetnl werktSgMrh ata Morgenzeltuitg Bezugnpreli (Im Torau» lahlbar) monatlich RM 2,10 eitiiCtilleDlirli 19,8 Rpl PostzeitungsgebOhri bei Lieferung im Streifband zuzüglicb Ponot bei Abholen In der Gesrhallastellf RM 2,—. Altre rb dur-b Poit monatlich RM 2.10 (elnictal 19,8 Rpl Postieltungsgebühr) und 3fi Rpf Zustoü gebflhr Blnzelno nmem werden nur gegen Voreinsenduag det Einzelprrtm und der Pnrtoauilngcn ziigpi(endf>t Nr; 337 - 83. Jahrf^ang MarburfJ-Drau, Freifajj, 3. Dezember 1943 Einzelpreis 10 Rpt Rohrkfepierer Aegyptische Finsternis Ober Roosevelt, Churchill und das Ehepaar Tschiangkaischek — Was Kairo brachte P. D, Marbur|(, 2. Dezember Als in Moskau die Außenminister Stalins, Churchills und Rooscviltg bcisam* men waren, empfand der vierte Verbündete jfe^en die Achsenmächte, Tschung* kin|f*China, es als Benachteilifjun]^, nicht auch zu^etJen sein zu dürfen. Ihm brennt die Kriegslage ^enau so und vielleicht noch stärker auf den Nägeln. Immer wieder hat Tschian({kaiBchek seine beschwörende Stimme erhoben, daß man ihm helfe, mit Truppen und Kriegsmaterial, dufch die Öffnung der BurmastraOe. durch wirksame Angriffe gegen Japan. Selbst Frau Tschiangkaischek war nach den Vereinigten Staaten als Bittstellerin gesandt worden. Die Situation für den asiatischen Festlandsdeiien der Anglo-Amerikaner wird von Woche zu Woche schwieriger, die Gefahr, daß er eines Taktes ausfällt, entsprechend größer. »Es muß etwas getan werden«, das ist der stete Mahnrui Tschungkings. »Es muß etwas getan werden«, das ist auch der Ruf der Amerikaner, deren Blick ja nicht nur nach dem europäischen Kriegsschauplatz geht, die in ihrer breiten Masse auch nicht ganz verstehen, was sie in Afrika sollen, die aber verspüren, was sie im Stillen Ozean und mit den asiatischen Besitzungen und Handels- und EinfluO(int, daß nicht ntr die mil-tS-rischen Planungen der •Alliierten'» durch die japanischen Waffenerfolge durch-einandergeraten sind Auch ihre Kunst der Massenbeeinflussung, auf die sie sich so viel einbildeten, ist in der ägyptischen Finsternis untergegangen. Glaubt man Völkern mit vagen Versprechungen zu imponieren, denen Japan ihre Selbständigkeit gebracht hat, während Millionen vor den Toren Chinas verhlingern? Glaubt man, in Indien, in Burma, auf den Philippinen, in Hongkong, in Singapore Gehör für theoretische Versprechungen zu finden. wo man dir Wirklichkeit der plulo-kratischen Methoden der 'Befreiung* ' kennt? i »Psychologische Propagandagranaten« sollen bei den Konferenzen verschossen werden. Kairo brachte nur einen Rohrkrepierer. „Warum d*e Berichte" Einmal eine vcmünflijje enj^lischp Stimme dnb Genf, 2 Dezcmbor In den letzten Monaten, S(h.eibt »Sphäre«, sich qoqen die eriqlist.he Aqi-tation wendend, sei das enqlische Vo'k mit Statistiken übfirgrhüttet worden, die sich in Anqaben über anqorirh'ete Bombenschäden in Deutschland, eine Spal-tunq innerhalb der NSDAP, AnznVh'^n von Defaitismus im deutschen Volk Un-ruhestimmunq unter den Dr>ufsrhen und Verbündeten usw. bewerten. W» iitti so fraqt das Blatt, diese qe^ärbten B- rirh'o und wem nützen sie? Seien s!e für füe Deutschen bestimmt, so müsse mfin sie als Uniinn beveichnon, drnn sie kennen die W.ihrhnll bMver .\ho sei die .\qi-tntion nichts we ler .ils ein RechUer-tiqiin'isvorsiirh der eigenen Bombenstra-Ipqie D'p Rn«.u!lale diesn Aqitation eeien für rliis enqlisrhe Vo'k .sehr qefährldch, ' weil Sie e ne nptim 'stisch'i Stimmunq or/i iKj'fn, rfle Hnrrli qnr nirh's qerorht-frrtinl se!. Nur rincs «ei sirh^r; eh^ flificnr Krmpf zu KntV qehe, ziehe Leid v.'p'f ir in M.ll:on''n von eiiqlisi:h*='n ramllien ein. einen Aufsichtsbeamten namens Tutsch-kow bei, wahrend der orthodoxe Renegat seinerseits nichts unterließ um bei den Kremlqewaitiqen als treuer Anhänger ihrer Weltanschauunq Gnade zu finden. Im Jahre 1930 kam es in den Sowjets zu neuen Christenverfolqunqen, wobei etwas geschah, was das Aufsehen der Welt erreqte. Während dem Wüten der Atheisten, die neue Gläubiqen-massen hinmordeten, nachdem der da-maliqe Erzbischof von Canterbury und der Heilige Stuhl feierlich qegen dieses barbarische Treiben protestiert hatten, nachdem in Moskau allein 429 Kirchen qeschlassen wurden, was die ganze Welt in Aufruhr brachte, versammelte »Erzbischof Sergius« die in Moskau akkreditierten Journalisten zu einer Bespre-chunq und erklärte ohne mit einer Wimper zu zurken, das das, was die Journalisten taglich mit eigenen Augen sehen konnton, nicht Wdhr wäre! Dabei erfolqten dam?ils d'e Hinrichtungen und Deportationen in einem Ausmaß wie nie zuvor. Diese n kUrunq Serqius im .^uftraqe Stalins bedeutete für cMe weniqen G!äu-bioen in de^ Sow'elunion einen schweren Schlag S'e s-ihon sich von einem ih'-er let-'tpn ^ikirrhlirhen Würde-t''(iq-'^r« hilflos dem Rolsrhewismiis ausgeliefert und vor de' Welt vor'^üten. —^7—:^ Karikutur: Kcy,'Uchnen-Dien«t Ncrven-Garn Der Welt wollen »ic vorspinnen, als wenn sie ihren »verbrieften Sieg schon in der Tasche hätten! 171 an «!er G renzc Im Ksmpf gegen den Feind und die Pest Born ben a u f d a s Rote- K r eu z-Zei c'i eti USA-Flieger versenkten ein japanisches Lazarettschiff dnb Tokio, 2. Dezembflr Das Japanische Lazarettschift «Buenos Aires Maru« wurde, wie Domei von einem japanischen Stützpunkt im Südpazifik meldet, das Opfer eines verbrecherischen Angriffes amerikanischer Luftstreitkräfte, Oin viermotoriger Bomber vom Mti ster B 24 stürzte sich auf das Schilf, das das Zeichen des Roten Kreuzes trug und warf Bomben ab. Da? Schiff sank bald Die Mehrzahl der Kriegsversehrten und Besdtzungsmilglieder ging unter. Eine kleine Anzahl konnte durch die prompte Aktion Jf.panifcher Fahrzeuge grreUel werden. D e »Buenos .Vires Maru« wurde bereits am 25. April dieses Johres von einem feindliehen U-Boot vor Honqkonq torpediert und am 17. August von feindlichen Flugzeugen im Südpazifik angegriffen. Diese feindliche Aktion bedeutet eine Übertretung der Genfar Konvention und ist eine offene Herausforderung der japanischen Regierung die allen feindlichen Landern den Namen und die Type dieses Lazarettsrhiffes, das die Kennzeichen des Roten Kreuzes trägt, bekanntgegeben hat. Der Stalinknechf Sergius Ein Brief des verstorbenen Metropoliten Antonius dnb Belgrad, 2. Dezember Der bolschewistische Schwindel mit dem früheren Metropoliten und heutigen sowjetischen Patriarchen Sergius erfährt eine neue Beleuchtung durch ein Schreiben, das die serbische Zeitung »Novo Vreme« veröffentlicht. Sein Verfasser ist der verstorbene Metropolit Antonius, da« ehemalige Oberhaupt der russischen orthodoxen Kirche im Ausland. Gerichtet ist es an Sergius, dessen jnhrzehntelanqe Bolschewistenhörigkeit es enthüllt Sergius versuchte schon im Jahre 1933, die russische Kirche im Ausland, deren Sitz In Sremsci Karlov (Kroatien) lag, aufzulösen weil sie durch ihre iinerschrockene Bloßstellung der qottlfwon Sowjetherrschaft den Sowjets im Auslande sehr viel qeschadet hat. Der Brief, der im Jahr 1933 geschrieben wurde, forderte die Freilassung aller Kirchenfürsten und wahre Freiheit der Kirche, damit eine Rückkehr der flüf"h- | tiqen russischen Priester nicht qleirhbe- 1 deutend sei mit dem sicheren Tode in i den Gefänqnissnn der GPU. Antonius 1 wiederholt die Beschlüsse der russischen Kirchenversammlung im Ausland aus dem Jahre 1927, auf der jede Verbindung mit der Moskauer Kirchenbehörde abgebrochen und die .Anordnungen dos Metropoliten Sergius als Oberhaupt der russischen Kirche als ungesetzlich er-Klärt wurden. Eine ^Antwort von Sergius ist au/ diesen Brief nicht erfolqt. * Sergius saß in den Jahren 1926-27 ebenfalls in den Sowjetgefangnisson, es gelang ihm aber durch seine positive ninstefUmq zum BolvhewIsmus die Freilassung, Stalin q^ahrte ihm damals eine Arf Probefrist. Der Kreml gab ihm Der deutsche Wehtrnachtbericht Novemberabschuss: 865 Sowjetflugzeuge Neuer Abwehrerfolg an der Smolensker Rollbahn — 42 USA-Bomber abgeschossen dnb Führerhauptquartier, 2, Dezember Das Oberkonunaiido der Wehrmacht gibt bekannt: Im großen Dnjepr-Boqen griff der Feind nur an wenigen Stellen mit schwächeren Kräften erfolglos an. Dagegen nahmen die Kämpfe um die Elnbruchs-»telle südwestlich Krementschng an Heftigkeit zu Ein durchgebrochene feindliches Bataillon wurde im Gegenstoß vernichtet. Bei Tscherkasisy entsetzten unsere Truppen in erfolgreich fortschreitendem Gegenangriff das vorübergehend eingeschlossene, unter Führung des Major Kästner tapfer kämpfende, Grenadierregiment 105. Zwischen Pripjet und Boresfna wurden mehrere in den Vortagen entstandene Einbruchssfellen durch Gegenangriffe bereinigt und engreif#>nH(» feindlicht Kampfgruppe« rurürkgeworfsn. Nordwestlich der Beresina-Mündung wurden stärkere Kräfte der Sowjets durch wirkungsvolle Anuriffc der Luft- waffe und zusammengefaßtes Artlllerie-fcuer schon in der Bereilsteilunq zer-Bchlaqun. Westlich Kritschew dauern die harten Kampfe an. An der Smolensker Rollbahn nahm die Abwehrschlacht mit steigender Heftigkeit ihren Fortgang. Die Sowjets stürmten mit 22 Schützendivisionen bis in die Nacht hinein gegen die deutschen Stellungen an. Unsere Truppen schlugen sie blutig zurück und errangen damit gestern einen neuen Abwehrerfolg. Südwestlich und westüch Newel verliefen eigene Angriffsunternehmen trotz zähen feindlichen Widerstandes erfolgreich, Uber der Ostfront wurden im Monat November 865 Sowjetflugzeuge, davon 54 durch Verbände des Heere« abgeschossen. Hauptmann Barkhorn, Grup-penkommundaur in einem Jagdgeschwader, •rzielte seiner 200. Luftsieg, An der süditalienlsrhen Front ließ d'e feindliche Angriffstätigkeit im Oslab-hLhnitt vorübergehend nach. Nur an ei- ner Stelle griffen britische Kräfte, von Panzern unterstützt, viermal hintereinander unsere Stellungen an. Sie wnrdcu blutig abgewionen unid einige Panzer abgeschossen. Deutsche Schlachlflieger erzielten Volltreffer in feindlichen Batterien aji der Sangro-Müiidung und vernichteten eme erhebliche Anzahl von Kraftfahrzeugen. In Luftkämpfen wurden : acht feindliche Flugzeuge abiieschosscn. ^ Nordamerikanische Fliegerverbände ' unternahmen gestern einen Tagesvorstofl in das westliche Reichsqebiet und warfen Bomben auf einige Orte, Bei diesem Anqriff verlor der Feind 42 Flugzeuge, hauptsächlich schwere viermotorige Bomber. i Deiitsche Flugzeuge griffen In der Nacht zum 2. Dezember Ziele in Süd-england an. Schnellboote versenkten ' aus «inera stark gesicherten britischen Küstengeleitruq unmittelbar unter der emjllschen Südküste in der Nacht zum I 2. Dezuniber ein&n Doxiipfsr von lOüÜ brl. Auf der »Landstraßo« (das ist der dritte Wienei ricmeindobezirk) aul der Lanc'slraBo brn nno Asien, sagte der ö'^terreich he S antsmann Metternich einm=i!, und er wird es nicht qanz ernst qf?mäint htben Aber ein Fünkchen WahrheU sterl^t doch ;n dies(-m \V,tz-wort, Vor biinrle t J.thrrn waren hier, im Osten flni Sl icll. norb die gioiien Vieh-mürkte, und der Fieriide mag wahrlich über dcis bunte Bild gestaunt haben: .Vtonschun aus allen Ländern der Monarchie, Ntänner und FrfTuen in farbenfrohen Tviifhten ein Labyrinth von Sprachen und Dialekten durch welches doch ein Weq nefiind^n wurde mit Hilfe eines übcimt onaion Schatzes von Wflrt<^rn und Reqnffen, der sich im langen Zu-sammenle' en d^r Völker gebildet hatte imd der eine Vpr^'tänd'qiing überall möglich ni.-ichlr von Breqonz bis Lemberg von Pr'nnn der Grenzraum zwischen R'iropa und Asien, hier wiirf'en zablrn-rhe CMibnirbe iiufnehalten und liflien ih'p Spuren znrürk. Es ist ein Schicksalsraum, den Rrimer und Oerma-nen, Byzantiner und Türken, Slawen und Manv< ren durf-l-./onen hal>en, und in dem gekämpft wurde, so Wf^it das Ge-däfhtnis '"er Grs'-hichtn "»'cht. Schon das byzantiii'^rbe Reirb schuf hier im Südosten einen Grenzgürtel und besiedelte ibn mit R.iu'^rn, die zur stan-diqen Wehrbereitschatt verpflichtet waren. Im sechzehnten Jahrhund'^rt übernahm Deutschland den Grenzschutz qe-qen Asien. 15.15 ernannten die Stän('e von fnnerfisferrelch .Johann Katzinqer zum r.eneralknpitän über d e Grenztruppen. drei Jahre spater siedelte Nikolaus Juritschitsch Vroitisrbe und snrbische Flüchtlinge aus dem von den Türken eroberten Gebie' unter ihren eigenen Führern an der Militärgrenze an. In der Folge ließ die Türkenqpf.ihr etwas nach, und die Reichs!eistunqen für die Grenze wurden immer nerinqpr. SV hätte vielleicht schon damals rieht mehr in dieser Form aufrechterhalten werden können, wenn nicht die 'nneröstnr'-eich'schen S'^Snde den unqeheiiren R"trag von .'i.'in 000 Ciilden aufnebrncht hätten, allerdings qe^en Zusicherung der reiigiös^^n Freiheit für die Protestanten. Gleichzeitig wurde in Graz e'n Hofkriegsrat gebildet und ihm die zentrale I.eitunq d"s Grenzverteidiqunoswesens übertraoen E'n scharfes Disziplinarrecht sornte für Ordnung, die Grenze wird systematisch orqa-nlsiert, es begann die Hntwicklunn eines echten, erblichen Wehrbauerntums — Crenzer sein wird ein Beruf. Grenzer im Angriff Bis 1683 stehen die Grenzer in der Verteidigung, dann g^hen sie zum Angriff über. Sie helfen di^in Prinzen Eugen wacker, die Türken immer weifer zurückzudrängen, und nach \bschluß di»^ ser großen Kämpfe wird die Grenze neu geordnet und neu befestigt. Drei Grenz-generalate entstehen, dis Karlstäd'or, das Warnsdiner und das Ranus. 1702 kommt die slawoniscbe, 1718 die Bana-ter, 1764 die Siebenbrtrger Grenze dazu. Sie ist nun insgesamt IfiOO Kilometer lang, R17 000 Menschen wohnen auf diesem schmalen Grenzstreifen, der zum eigenen Reichsland erklärt wird mit eigenen Gesetzen, eigener staatsrechtlicher Ordnung, direkt dem Kaiser unterstellt. Ein Drittel der wehrfähigen Männer leistete jeweils Kri,egsdien«t an anderen Kriegsschauplätzen, em Drittel hiell die Grenzwacht (il!e zwei Kilome-ler stand ein Turm mit 40 Mmn Beiat-zuiig), ein Drittel buboryle die Laudwul* schalt. In . egelmälVigen Zeitabstanden wurde abgewechselt. Die ganze Grenze war in Generalale, Regimenter, Bataillone und Kompanien gegliedert, der militärische Fuhrer war zugleich der Führer d' s entr.prechenden Verwaltungsbezirkes, es gab also k(jine Trennung zwischen militärischer und ziviler Befehls-gewait — das Dorf war zugleich Kompanie, der Kompdniechcl Bürgermeister Die freien Grenzer Die Grenzer waren freie Bauern und lebten in einer vorbildlichen sozialen Ordnung, die sich von der Im Binnenland herrschenden grundsätzlich unterschied. Denn dort waren die Bauern Leibeigene, und es ist deshalb kein Wunder, daß sich die Grenzer gegen alle Versuche der »Verbauerung>' energisch zur V\''ehr setzten Sie fühlten sich die freie Männer, Lehenstiäger des Kaisers, Wachtel des Reiches. Aber wenn sie auch nicht Bauern sein wollten in dem Sinne, den das Wort damals In Deutschland hatte, sie waren es c'ochr Pflug und Schwert waren die Symbole ihres Lebens. Ein hartes Geschlecht Das Leben, das diese Grenzer mit ihren Familien führten, war hart, reich an Strapazen und Gefahren. Krieg war immer, kein lauter, ruhmreicher Krieg mit Sensationen, die in ('er Zeitung stehen; sondern ein grausamer Kleinkrieg, I m dem sich die Gegner nicht schonten, j in dem es keine Gefangenen gab und kein Völkerrecht anerkannt wurde, in dem die dem Feinde abgezogene Kopf-I haut noch als Trophäe galt. D.ese Clren-' zer waren eiserne Bursch"n, und sie waren für den Kaiser wohl treue, aber kei-nf¥;weqs immer begueme Untertanen. Sir lebten ihr freies kühnes Soldatenleben und sie waren auch jederzeit bereit, für ihre Rechte zu kämpfen. Als man sie 1742 den normalen Zivilbehörden untei-stellen wollte, baten sie um Erhaltung ihrer Grenzverfassung und ihrer Grenz.-pflichten, und als das nichts halt, berie fen sie einen Bauernkongreß ein und nahmen den Kampf qegen die regulären Truppen auf Doch gelang es der Kaiserin Maria Theresia bald, sie wieder zu beruhigen Im Kampf gegen die Pest Das zusammenbrechende Osman-schf Reich brachte noch eininal eine ungeheure Gefahr über Europa: die Pest! D e Grenzet bekämpften die.>en Feind mit den gleichen Mitteln mit denen sie immer zu kämpfen gewohnt waren, mit militärischen. Meldeten d'.e Konsuln, daß in der Türkei Pest herrsche, dann wiirdf» die Grenze radikal abge«rlioteii''n Grf>ri/libi^r-tritt ert.ippt ntirde oder wer «•ch tj»-rien die Kontumaz «traubte wurd" auf dt-i Stelle erschösse'! Wurd*- trotz, nni ,>ir-m.il in e'n F-f.ius du- Pest f,:i0i'srtilop|>t so wurdr» diosrs Hans sofo . von dr-i Außenwntt abgesnerr» tmd nai h Abbauen der Gf>f.ihr entweder eerein'qt 'ind d^'s-infizii'Tt oH»r ahqerispon und verbrannt. D'p M (^nahmen waien hart, manchmal sogar grausam, «her sie waren fiir ''le damalige Zeit überraschend khiq und -«ie wiren vor allem wirksam. Die Grenzer b ib'Ti Furopi nicht nur vor den Türken buachual« buadüiu auub vor der Püst, Seite 2 * Nr. 337 * Freitag. 3. Dezember 1943 MARBURGER ZEITUNG und ihr Verdienst ist in einen wi« im anc^eren Fall gleich groß. Geburtenreichstes Land 3S0 J. hre lanq hat diesp Militiirgren/e im Siid(>«tpri ijrstanc'eii, und die Gren/er verdienten wirklich ine.ir yaiuhmt zu wp'd'^n als OS qn^rhipht. Sie waren wilde Körle, abc doch dif/ipliniert. sie lebton in eirer s!''enqrn Sjppcnvorfassunn, ihr Fam'reniolipn war voii)iMlich, ihie hin-logische Kraft nuP.erordenMich. Trotz dem nefährlichi n Lohen wir die natürliche Bjvölkeiun'fsvermehrunq sohl stark, miin hat bei'rhnet, daß auf tausend Einwnhnrr jSh'-lich 41 l.ebcn'^qphurton kamen, das ist unrje'ehr rioppolt «so viel •wie der euiopaisthe Durchschnitt in den lot^tOTi Frierlpibit'hrtm. Cn qpsuiirlcr, zäher \tonsrhf'T;srhlaq voll unbündirier Lebon-ikraf? ioMe an dioser Grenze: Kroatrn, S'owikon, Sorben, Ungarn, Griechen, Albaner. Juden wurrlen kaum qeduldet, nach c'er Conscriptinn von iR20 qab r« im ganzen Sold.itenland 3^7 jüdische E'nwnhnp', die aber kein Bür-qe:rocht hospHen «nd von allen Pachtungen scniiilzn I|i- ';t^''hifen nr h n^^r-venaufroiherdeneq''•ii'un''i"n mi' dorn foind doch w'c kr errnifhii' k/)'in"n. Möqe die nffpullirlikfit riertide 'm Nn-vmbor und r)(!Z"mbP' d.c " Tri!*=.Kh"n Aus Seenot ^ercf'^t rd Stnfkho'm 2 Deyember Schwed>irhp "ii-olriitn '■o''nt(>n in tl'M vorigen Wo'-hi' Sch'ffli'iir'■'rte f-ines dontsf-h'^n n.impf"rs. Trotz srhv'p'-inder ] Wetterlage — ps hoT« ht" orl- iii eiiqor ^ — hpst'hjris'-.cn d'e S-^hv ed'^n, ■ einen Rottungsvorsurh zu iipto'nehmen, d"r auch qel^nq. Sie k'impften sich an zwei Flösse hor^n. iiiif fleiu'" drei Di'iit-sche horumtriebfn und qj/jßte Gefahr lio'en, in d'n Tiefe ner^vson zu werden. Unter größten Anstren'mnqen brachten die Schwenden die Srhiffbiü'-h ffn ,in Bo^d ihies Sch ffps E ner der diüi GelH) f)enen erlag den Sfriipazen. für unsere Luftverteldigungskräfte Immer In Rechnung stellenl Schon am späten Nachmittag muß jetzt mit Einsatz gerechnet werden. Die längsten Nächte stehen uns bevor. Endlose Warte^^eiton auf dem Gefechtsständen oder aber blitzschnelle Startbcfchlel Sitzbereit'sch<>fl! Mit einem Schlatje erwacht der ganze Horst in spannunqs-voüer Erwartunq zu retjem Leben. Der Gegner let mit mehreren Wellen schwerer Bomber auf dem Marsch nach Berlin. Gedämpfte Lichter huschen über den Platz, Motoren springen heulend an, Kabinenfenster fliegen krachend zu, dde ersten Maschinen rollen über das Feld an. Auch in der Verdunkelung gibt dieses Bild des Startbetriebes in der Nacht die Züqe unheimlicher Kraft wieder. Dann schiebt der erste Flugzeugführer dae Gas hinein, fegt mit höchsten Touren über die Grasnarbe und verschwindet wie ein Spuk in der Nacht. Der zweite folgt, der dritte und der vierte, in unablässiger Folge der ganze Verband. Jetzt erst rollen wir zum Start. Wir alle sehen es plötzlich. Den Massen britischer Bomber vorausfliegend erreichen die Pfadfinder das Zielgebiet Sie setzen Leuchtmarkierungen, um den nachfolgenden VerbäntfÄti den"Weq zur großen Stadt zu weieen. Daa Bomber Command schickt nur die besten und erfahrensten Besatzungen, gerissene Flugzeugführer, Orter und Bordßchützen, die schon mehrere Male vom Schicksal gewogen worden sind. Wer aber von uns auf sie trifft, weiß, daß er eine von Englands wertvollsten Besatzungen ausschalten kann, was zugleich auch den Ablauf eines feindlichen Angriffes empfindlich stören wird. Flamingo badet im Spren»strichter Bomben auf Elefanten, Giraffen und Krokodile — Berliner Zoo nach dem Terrorangriff • . Ualln cloif iinH ct/irr tin^ rd Berlin, Ende November Noch hüllt (iiduer Rauch die Straßen wie eine blasse Gardine ein. Feiner Aschenregen rieselt aus grauem Himmel. Wir «tohe'i vor dem schweren Elisen-portal des Zoologischen Gartens, Es ist geschlossen. Wir spähen durch das Gitter. Es ilnes Off'ziors in Innsbruck) uad Hauptmann Waltor Weston-berger, Bataillonskommandenr in einem Grenadierregiment (geboren IHM als Sohn eines Postsekrelais in Nattkisch-ken). , UnsfTP Kiir%mplchmispr> dnb Der RIlckzuqsgeneraL Der britische Ohorkommandterende im Nahen Osten, Sir Henry Maltland Wilson, erklärte Pressevertretern, sein Schicksal sei es, immer wieder eine verlorene Sache zu vertreten. Früher habe er den Rückzug der britischen Truppen aus flriechenland »erklären« müssen, heute den Verlust von Samos und Loro«. dnb Keine Weihnachtszutellunq in England. Wie die Londotior Zeitung »News Review« mitteilt, sind die I.e-bensmittelvorfäte im Lande viel zu mager, als daß man Sonderrationen vortoi-ien könnte. Der Ernährungsminister sei infolgedessen nicht In der I.acje, den iWeihnachtsmann« zu spielen. dnb Goldbarren In der Synagoge. In Görz ist es der Polizei gelungen, in einer Synagoge 30 Kilogramm Gold zu entdecken, das dort von Juden sornfältig eingemauert worden war. In einem fin deren Vorsteck wurden Goldjnünzen, Goldwaren, Juwelen und wertvolle Kot-teti aufgefunden. dnb Die Zahl der Ehesehlleltnnqen In Finnland war lf]41 mit 37 6(i2 Eheschließungen prozentual die höchste seil Beginn der entsprechenden amtlichen Z-ib-ienstatislik vom .I ihre 1700 ab. Auch die Zahl der Geburten erreichte im dleichen Jahre einen Höchststand seit 1?^12. und zwar mit 2,3 pro Hundert. Driirk u V'.rlnq M«rhiirfi<»r V«»Tl«rii ii DriKknicl Ge« tn b (1 - Vpr'flnsloltnnfi Poun H.iiim'i.irtnHT IldiipiM ttriitleltung Atil"n ('"idi- in M/itl)ura « ft B.il'jiw f» Zur 7.PII f(lT An7nl(|«'r> «lip ProKlUlf Nr T vom in April 1P4:) ntllll(| Alinfnll ili'r Ijnlonipfi a«". I RlaltH« 1)01 hohprni Ciowull oflcr riflnph«':t ironti I Ulbl liftiueii Aimpiudi ü'iI H(1( k/aliliiiui Ji'ii gtldM MARBURGER ZEITUNG Freilag, 3. Dezember 1943 * Nr, 337 * Seite 3 HeimottUtu lUmdstkou Nicht für Kinderohren Ein unbedachtes Wort kann viel zef tlören. Es kann den Glauben an einen Menschen vernichten, Freundtichaft in Feindschaft verwandeln und die Achtun|2 vor dem anderen schwinden lassen. Soweit es sich um militärische Dinge han* delt, hat heute wohl jeder von uns die Bedeutun|{ wohl überlebten Sprechens be-l^rilfen. Ebensoviel Disziplin aber sollte' man sich auch Bekannten gegenüber befleißigen. Wenn man sich einmal' vergegenwärtigt, wieviel Unheil ein unüberlegtes Wort anrichten kann, würde man die Forderung nach überlegtem Sprechen begreifen, Aber nicht nur Erwachsenen gegenüber sollte man diese Sprechdisziplin ^obachteUj sondern auch Kindern und gerade den eigenen gegenüber Nur zu oft werden in ihrer Gegenwart Gespräche geführt, die nicht für Kinderohren bestimmt sind. Die Ansicht vieler Eltern, ihre Kinder seien noch zu klein, um die Gcsprächc verstehen zu können, ist meistens irrig, Kinder haben feine Ohren, besonders wenn es um Dini^e geht, die sie nichts angehen! Sie verstehen oft besser als die Eltern es annehmen. Beim Reden über abwesende Personen sollte man immer daran denken, daß das Kind manchmal unbewußt jedes Wort der Unterhaltung versteht. Ein unbedachtes Wort kann dem Kinde die Achtung vor der in Rede stehenden Person nehmen, kann die Harmlosigkeit Spielkameraden gegenüber zerstören und unangenehme Überheblichkeit beim Kinde selbst hervorrufen, wenn man über es in seiner Gegenwart spricht. Vorsicht also auch bei Gesprächen, wenn Kinder in der Nähe sindl Eine starke Generation wächst heran Eröffnung des neuen Jugendheimes in Kirchberg Todeiflllc. In der Burqqass<< 40 in Marburg versrhied die 71 Jahre alte All«r«rentnerln Anna Metz. — In der Hnns-Sachs-Gasse 12 in Marburg starb die 67jähriqe Postbeamtenwiattin Marin Wöß geb. Kolleritsch. — In der Zwet-tendorferstraße in Marburg ist im hohen Alter von 80 Jahren di<» Private Katharina MOhlbauer qeb. Kendl qpstorben, desgleichen in Gonobltz der 86 Jahre alte ehemalige Bürgormeister und Vorsteher der Gewerbegenossensrhcift, Srhuhma-chermeister Franz Kowatsrh. Durch das spätherbstliche Hügelland der Büheln führt der Weg hinauf zu der prächtig gelegenen Ortsgruppe Kirch-' berg. Von hier'aus bietet sich ein wunderbarer Rundblick über das weite Rebengelände bis zum Bachem und zu den i fernen weißen Höhen de» Schöckel und der Kor- und Gleinalpe. Hier hatten am Sonntagrnorgen über 400 Jungen und Mddel Aufstellung genommen, um mit einer eindrucksvollen Morgenleier ihr Jugenrhe^m zu eröffnen. Auch zahlreiche Erwachsnne hatten «ich eingefunden, um mit ihren Jungen oder Mädel dieses , Ereignis mitzuerleben. ' Mit einem Lied wufde die Feier eröffnet, worauf der neu aufgestellte Fanla-renzuq der Deutschen Jugend seine Wei-I sen erschallen ließ. Durch den Wind qe-trflqen stieg die Fahne der Jugend tnind am Mnste empor, um weithin sichtbar diesen Festtag der Ortsgruppe Kirchberq zu künden. Ortbqrupponfühier , Sutter erklärte sodann der Jugend den , Zweck dieses neuen Heimes und wies ! mit Slolz darauf hin. daß es trotz des [ fünften Krirgsiahres gelungen ist, der j Jugend e'ne Heimstätte zu hauen, die I auch nach dem Krieqe den qeiorderten I Ansprüchen vollauf gerecht wird Der Ortsqruppenfnhrer meldete hierauf die [ Fortigstellunq dieses B;iues an Bannfüh-j ler Wibner. Dieser f'ankte all denen, die am Bdu und der Ausqestaltunq dieses Hau«ps teilqenommen hatten, vor allem ' aber dem Orlsqnippt^nfiihrer, der selbst immer wieder mit Hand anqelegt und mit großer Hincj'ibe das Werden des Baues iiberwachl h^itte. Gleichzeitig ermahnte er die Jugend, sich dieses Heimes würdig zu erweisen und durch Eifer und Einsatz 7.u beweisen, daß sie vollwertige junge Deutsche werden wollen. Ein Lied beschloß die Feier. Während die Jugend unter den Tönen des Fanfarenzuges zum neuen Heim marschierte, führte der Ortsqruppenfüh-rer die Gäste in die vorbildlich einqe-lichtete Werkstätte, wo die bereits fer-tingestellfen Werkarbeiten ausgestellt waren. Die Jungen und Mädel hatten aufh hier ganze Arbeit geleistet und trotz dos herrschenden Mangels an Werkzeug erstaunlich viel Spielsachen fertig-gcsiellt Was sich hei dieser A\Mstellung jedoch ganz besonders hervorhob, war die genaue Arbeit und die gute Beobachtungsgabe der Jugendlichen. Neben dem Flugzeug mit auf Kugellager laufendem Propeller, stfind ein Schaukelpferd und Puppen wechselten mit sauber ausgeführten Patschen, Kriegsschiffen, Lokomotiven, Autos und Schubkarren. Sie alle stanc.en hier friedlich nebeneinander und harren nun auf den Weihnachtsmarkt. Mit Interesse und Anerkennung bewunderten die Erwachsenen die Arbeit ihrer Kinder. Inzwischen hatten die Formationen der Deutschen Jugend vor dem neuen Heim Aufstellung genommen. Der Bannführer eröffnete die neue Heimstätte der Jugend, worauf die Besichtigung de« Heimes erfolgte. In einem hellen Vorraum ist Gelegenheit für die Ablage der Kleider, ein großer Kastrn beherbergt dort die Sportqeräle des Standortes. Von hier aus weisen zwei sinnvolle Wandzeich-nungen in den Srharraum und zur Dienststelle. Em schöner Holzleiichter und Wandlampen, sowie die Holztäfelung beleben den Raum und ausgesuchte Bilder tragen dazu bei, ihn zu einem wirklichen Srhmuckkäilchen zu machen. Ebenso freundlich ist die Dienststelle, die gleichzeitig als Raum für die Führer-schulung gedacht ist. Auch hier schmückt eine Wanrmalerei sinnvoll den Raum. Der Standort Kirchberg kmn mit Genugtuung auf sein neues Hp'm bijtken, das Mithelfer wird, im Unterlanri eine neue starke Generation heranzubilden. Am späten Nachmittag besuchte auch Kreisführer Bauer die Ortsgruppe Kirchberg und besichtigte eingehend das neue Jugendheim und die Auestellung und dankte dem Ortsgnippenführer für die Erstellung dieser für rtrn Kreis Pettiiu vorbildlichen Einrichtung. lede Frau stellt ihren „Mann" Untersteirische Mädel besuchen Motor- und Traktorenkurse Die Forderungen, die heute der Krieg an jeden einzelnen stellt, bringen es mit sich, daß Ansichton, die noch vor wonigen .fahren scheinbar unumstößlich feststanden — über Nacht Tatsache werden. Während es so zum Beispiel vor dem Kriege noch als Seltenheit galt, eine Frau am Steuer eines Wagens zu sehen, zwang der totale Krieg das ganze Volk, alt und jung. Mann und Frau zum Arbeitseinsatz, Dabei ist es klar, daß mit dem siegreichen Ende des Krieges unsere Frauen wieder zu ihrem eigentlichen Aufgabenkreis, den Ilausfrauonar-beiten und Mutterpflichten, zurückkehren. Jetzt aber ist Krieg und das deutsche Volk steht in einem gigantischen Ringen um Sein oder Nichtsein, in dem auch jede Frau ihren Mann stellen muß. Eines der jüngsten Betätigungsfelder der Frauen und Mädel ist de»- Mntor. Die fachliche Ausbildung hat im Reich das nationalsozialistische Kraftfahrer-korps übernommen. Durch eine Verfügung dnr Bundesjugenrlführung im Stei-risrhen Heimatbund nehmen nun auch die hauptamtlichen Führerinnen des Ban- nes Pettau der Deutschen Jugend an einer Motorciusbildung und einem Trak-torkurs teil. Eine Woche hindurch fuhren sie täglich nach dem Dienste mit den Rädel n hinaus in das Motor-DJ-Lager in Tr«^un, Kreis PotUiu, wo Ausbildungsleiter, NSKK-Obersturmiührer Tiiniml, die MaHel mit dem Motor und den Verkehrszeichen vertraut machte. Natürlich kam auch der praktische Teil nicht zu kurz. Schon nach den eisten drei Tagen konnten Probefahrten unternommen werden und als Abschluß der Prüfung ging es sogar bis Haslach. Viel zu schnell waren die sieben Tage des Unterrichts vergangen ixnd stolz nahmen die jungen Führerinnen am letzten Tag ihre erworbenen Führeisrheine der Klasse IV entgegen. Frauenabend in Anderburq. Die Fraunn-schaft der Ortsgruppe .Anderburg gab im Ciastbause Lischka wieder einen Iiistinon Abend, unter Mitwirknnq t'er Musik-runde, abwechselnd mit Liedern, heiteren Vorfragen von Peter Ro^egrinr, mit Ci'strnzeln und fröhlichen Sp>p|en, die mit einigen Tanzen abschlössen. Banner der Jugend auf Schloss Windenau Wir, die Jungen und die Alten, Männer, Frauen und Kinder, leben in einer Zeit, in der der Muti^te der Beate iit und tollte aus dieser ^eit nichts weiter hervorgehen als die Erinnerung an ein Gesch^en, bei dem der Mensch nichts und seine Sache alles ist, so werden wir immer noch mit Stolz auf sie zurück-klicken können. Wir leben in einer Zeit, in der man Mut haben muß, und den Mut XU besitzen, das heiOt jedem Schicksal gewachsen sein. Das ist das schönste und stolzeste Gefühl, das auch die Jungen — Filhnleinführer unserer Pimpfe — tief im Herzen tragen, die zur Zeit im Dienst der Deutschen Jugend auf der ßundesjugendführerschule in Windenau ihre Ausrichtut^ erhalten. Ja, hier dräuen, vor den Toren Marburgs, wird mit einem strengen Maß gemessen, wird genau gewogen und nach der Bewährung in der Jugendführung gewertet, junge Kerle, die ernsthaft etwas wollen, sind hier stark gefragt. Und jeder Junge weiß, hier draußen gibt es keine Kompromisse, hier geht es ums Ganze. Das Höchste ist Einsatz, fallt Schwarz, ist alles verloren So trägt man von hier da* Bewußtsein mit hinein in seinen Wirkungskreis, daß ein junger Mensch, ein straffer Jugend-fflhrer ersteht, der in harter Prüfzeit unzerstörbare Werte umschließt. Und dcs-^•alb ist man in den wenigen Tagen, die man auf Schloß Windenau verbringen darf, beim weltanschaulichen Unterricht, beim Formaldienst, bei der Geländekunde, beim allgemeinen Dicnstunterricht usw. ganz bei der Sache. Nur keine Lük-ken in diesem Aufbauprogramm auftreten lassen und möglichst gut bei der Gesamtbewertung nach Lagerschluß abschneiden, das ist der Wunsch des jungen Fähnlcin-führers aus SteinhrücV wie aus Trifail, aus Marburg, aus Praiierhof, aus Radkers-bürg wie aus dem Abstaler Bccken. Nun — das ist die Meinuni? des Schulführers und seiner bewährten Mitarbeiter — ein großer Teil wird es schaffen. Doch nun wollen wir in Eile einen Tag auf Windenau abrollen lassen, einen Tag, der wie alle anderen für die Jungen ein Erlebnis bedeutet. Ein Pfiff — raus aus den Fallen Jetzt, in den ersten Dezembertagen, kriecht man am Morgen, wenn die Nebel Uber dem Land lagern, gern noch ein wenig in das warme Bett, vielleicht nur Slückliche fünf Minuten — doch wehe cm jungen Mannschaftsführer hier draußen, der nicht aus dem Bett ist, wenn der erste Morgenpfiff des F. v. D. verhallt, der hat einen schweren Tag, der wird mit Sonderpassionen bedacht, .fa, manche Mutter wird ihren Jungen nicht mehr wiedererkennen, wenn er in seinem Privatleben beim zärtlichen Morgengruß sich nicht mehr auf die andere Seite dreht, sondern der treuen Hüterin des Hauses bereits kräftig die Hand schüttelt. Und wie der Tag beginnt, so straff, dcn-noch getragen von tiefer Kameradschaft, so läuft er auch ah, pausenlos und vielgestaltig. Frühsport, Bettenbau, Stuben-(iienst, Stiefelpulzcn, dazu die eigene Körperpflege, sind Dinge, die in einem Lager der Deutschen Jugend und des Jungvolkes zum eisernen Bestand gehören, genau so wie das Frühstück, bei dem selbst der schwärzeste »Muckefuck« so Tage der Strenge und ungebandigter Jugendfreude gut mundet wie der Sahnenkaffee. Hier heißt ca auch nur; immer weg. was vor einem auf dem Tisch steht — unter Beachtung der Kameradschaft, denn keiner soll zu kurz kommen. Wir grüßen die Fahne Sind Stubcndurchsicht und Morgenappell vorüber, dann beginnt der eigentliche Dienst mit dem Aufziehen der Flagge. Immer wieder ermahnt sie den jun]{en Menschen, wenn sie unter Lied und Spruch langsam am Mast emporsteigt und im Morgenwind flattert, an die ungezählten Getreuen, die für sie im Ringen um^ die Macht und im schweren Kampf gegen die äußeren Feinde des Reiches ihr Leben ließen getreu dem Wahlspruch: »Wer auf die Fahne des Reichcs schwört, hat nichts mehr, was ihm selbst gehört.« Dann beginnt der Formaldienst, der in der guten Kommando-und Befi-hlssprache wichtige Stützen hat. Ja, die Kommandos müssen sitzen, straff und bestimmt müssen sie klingen und den Kameraden, an den sie gerichtet sind, in den Bann, zur bedingungslosen Unterordnung, zwingen. Hier wird die Grundlage für die äußere und zugleich innere Haltung gelegt, an die sich die Wendungen und die mannigfachen Marschühungen anschließen. Und die Fähnleinführer, die diesen Lehntang besuchen, wissen um den hohen Wert der Persönlichkeit, die hinter jedem Kommando und Befehl stehen muß, soll die Arbeit an den Pimpfen wirklich von Erfolg getragen sein. Was ist es darum, wenn ihnen die frische Dezemberluft ein wenig um die Nase weht, jetzt sind sie im Dienst, der kennt keine Weichlichkeit. Nach einer Stunde ist dieser Dienst vorüber, zur Auflockerung schließt sich im geräumigen Saal eine Mustersport-gtunde an. Eingehend, wie immer, wird ihnen eine Sportstunde im Jungvolk erläutert — und dann geht es los. Da wird der Körper herangenommen und nicht geschont, denn Elastizität und Bewetilich-keit sind die Grundbc-dinttungen für die gründliche Körperschule, die in der Jugend betrieben werden muß, soll der Mensch bis ins Alter gestrafft bleiben, Verständl'ch ist, daß auch das frohe Spiel nicht fehlt, das die .Jungen hinüberführt in das Land ungcbänditfter ilugend-frcude. Hier schon zeigt sich, wer eir tapferer Kerl ist, der auch den Kampf einmal mit einem untflc'ch stärkeren Gegner aufnimmt und natürlich — Sieger bleiben will Wenn die Kanone blitzt u n kracht Den Höh^unkt des Vormittagsdienstes bildet das Geländespiel, das abseits vom Räuber- und Schandispiel einen tiefen Hintergrund hat, denn hier regiert nicht nur der körperlich Stärkere, auch der »Stratege* spricht hier ein ernstes Wort mit. Schnell sind die Lebensfäden verteilt, dann geht es ins Gelände. Alles, was man bisher an Anschleichen, Spähtruppaufgaben, Geländeausnutzung usw. gelernt hat, wird hier ausgewertet. Schon ist mit einem höllischen Krach das Startzeichen gegeben, da setzt im weiten Waldstreifen, in dem sich der Feind festgesetzt haben soll, eine Grabesruhe ein und trotzdem huschen Gestalten, flink wie die Wiesel, durch das Unterholz, kommen mit Meldungen zurück, um bald wieder am Gegner zu sein, seinen Bewegungen zu folgen und aus ihnen den eigenen günstigen Angriffplan zu schmieden. Ja, hier herrschen Schlauheit und Verschlagenheit, Mut und verwegener Angriffsgeist vor. Manchem der Jüngsten sieht man es zuerst nicht an, was hinter ihm für ein toller Draufgänger steckt, dem es förmlich in den Fingern juckt, wenn er Anfnatime; Sihert-A, Da ist der Feind — scAnell zurück mit der Meldung den feindlichen Spähtrupp erlajischt um sich dann mit einer schnrll i?csammeltcn Schar seiner Getreuen auf ihn zu stürzen. Doch auch dieses Spiel mit seinen so ernsten Hintergründen findet ein Ende, Kurz noch eine Besprechung, dann sammelt man sich zum MittaiJmahl, das gut und reichlich aufgetragen wird. Eine Freude ist es, wenn man sieht, daß die Jungen auch hier bei der Sache sind Die kurze Spanne, Mittagsruhe genannt, schließt die erste Tageshälfte ab Und die innere Haltung... Auf sie wird auch bei diesem Lehrgang besonderer Wert gelegt, gilt es doch für den Kameraden, n^bcn äußeren auch weltanschauliche Schlichten mit schlagen zu helfen. In dem Srhulungsraum wird ernste Arbeit geleistet und in mannigfacher Form werden Themen herausgearbeitet, das Werden der Bewegung und ihr endlicher Sieg gründlich durchgej;an-gen In klaren Linien wird Lebensweg, der Kampf um die hohe Verantwortung des Führers dezcichnet, gehen die verschlungenen Wege in das große Kriegsgeschehen. das ihnen in vielgestaltiger Form verständlich und in einem aufrüttelnden Frage- und Antwortspiel nahegebracht wird. Dazu kommt das Kampflied, das sich einer besonderen Pflege erfreut und den Grundstock des reichen Liedgutes bildet, das sie von Schloß Windenau mit in ihre Heimatstandorte nehmen. Tagesausklang Schnell weicht ein arbeitsreicher Tag der Dunkelheit, Noch einmal wird zum Formaldiensl angetreten, noch einmal findet man sich zu einer Sportstunde zusammen, dann sinkt langsam die Fahne vom Mast. Nun beginnt die Putz- und Flickstunde, denn ein neuer Tag will wieder ganze Uniformen und blitzblank geputzte Stiefeln sehen. Unterdessen ist das Abendessen aufgetragen. In froher Tisch-runde plaudert man vom Tagcserleben, während man sich die wiederum reichliche Abendmahlzeit gut schmeckcn läßt. Dann sammelt man sich zum Heimabend, dei» unter dem Thema Der Kampf der NSDAP« seine besondere Note trägt und den harten aber froh geleisteten Tagesdienst sinnvoll ergänzt. Rasch rückt der Zeiger der LIhr auf 21.30. Noch einmal geht es in den Waschraum, dann verkriecht man sich in sein Bett, um einem neuen, genau so schönen, von nulsieren-dem Jugendleben erfüllten Tag cntge-genzuträumen, einem Tag. der wieder viel Neues bringt, vielleicht einige fr«>he Stunden, vielleicht einen heiteren Heimabend, ein straffes Pimpfenspiel oder gar den Tag der Härte, an dem jeder Lagerteil-nehmcr zeigen kann, was er zu leisten imstande ist. Über allem, was man so an einem Tag in Windenau erlebte und was auf den mannigfachen Lehrgängen, die dort zwecks Ausrichtung einer fähigen Führerschaft auf der Bundosjugendfüh-rerschule, die unter der zielsicheren Leitung von Bannführer Sturm steht, an die Kameraden herangetragen wird, liegt neben der unbedingten Bereitschaft zum Dienst die liefe I'reude, mit teilhaben zu können an einem Jugenderleben, dem unsere große Zeit den Stempel aufdrückt. R K. »Finnland, das Land der 1000 Seen« Llchtbildervortiag in Cilli S imstag, den 4. Dezember, bringt die C Iii.er Volksbildungsstätte als erste ge-srhlussone Betriebsveranstciitung bei der f'Tnid A. Westen in C illi einen Lichtbil-dcMvorlrag von Günthers Thaer unter dem Titel >:Finnltind, das Land der 1000 Seen«. Der Vortragende, der als Finn-Irndlorscher bekannt ist, führt mit sed-nen iiUeres'janten Ausführungen die Zuhörer in das geheimnisvolle Wechselspiel zwiscti^n Ndtir und Mensch ein und zeigt, wie sich aus dei mythischen Kraft des nordisrhen f^aumes der lebens-hiirte, zühe Mensclientypiis des Finnen entwickeit und vor der Geschichte bewährt hat. Durch das Entgegenkommen der Firma Westen ist es nun möglich, auch die Ge-folgschaftsmitglieder dieses Betriebes mit diesem tapferen Volk bekannt zu machen. D:c Jugend in Rann und Cilli rege tätig Dienstag, den HO. November, waren die Gelolgsrhdftsfühier, Mädelgruppenlüh-lerinnen, Fahnleinf(ihrer und Jungmädel-giuppenführerinnen der Deutschen Jugend den Bannes Rann in die Kreisstadt gekuinmen,'um Richtlinien für ihre weitere Arbeit zu erhalten. Der Abschluß (Ifr Weikarbeitsfjktion wie der Verkauf der Spielsachen, einschließlich der Kriegs-WHW-Sammlung wurde dabei eiöitert, Kreisfuhrer Swoboda sprach aiischließend zu den Jugendführern und -führerinnen üt)er die Jugendarbeit und über die gegenwärtige politische Lage. Nachdem noch verschiedene Arbeitsbesprechungen durchgenommen wurden, verabschiedete Bannlührer Wippel die Jugendführer und -führerinnen und betonte, daß trotz der oft schwierigen Verhältnisse, aus dem Marschtritt der Deutschen Jugend im Bann Rann ein Vorwärtsstürmen werden müsse. Die Ge^olgschaftsführer und Mädel-aruppenführerinnen des Bannes Cilli konnten am Samstagabend, nachdem sie am N'achmittag weitere Arbeitsrichtli-nirn f'rhalten hatten, einen Abend in der Clrfllei erleben, der ihnen viel Freude bereitete. Lernten sie doch in einem Vortrag von Dr Gerhard May die Ge-s(hi( hle der Kreisstadt kennen, während sie die Sehenswürdigkeiten der Stadt schon am N irhmittag bewundern konn-'en Der Vort'ag war von alten deutschen Tän/en und Gedichton umrahmt. Am Sonntag wurde anläßlich der Eröffnung der .lugendfilmstunden der Film «Feind hört mit-« gezeigt und anschlie-(^end fand eine Aussprache mit dem Krpistührer statt Die Jugendführer und -führprinnen erhielten l>e'm Abschifd ein Heft über die Geschichte der Stadt Cilli, 7usammengestellt von Dr Mav und verl'oßen m'» neuem Rüs'7"iin fiir ihre Arbeit die Kreisstadt Tapferer llntersletrer. Der Grenadier Rur'oU Riinischak aus Schönstein wurde weaen trip'eren Verhaltens vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz 11. Klasse ausgezeichnet. Neuer I ehrstuhl an der Technischen Hochschule, Graz. In Anwr^ienheit des Gauleiters und Reichsfitatthalters Dr. Uiberreither hielt der zum Vorstand des neuerrichteten Lehrstuhls für technische Strömungslehre in Graz ernannte Professor br, Hans Winter «eine Antrittsvorlesung. Der Dekan der Fakultät für Maschinenwesen Professor Dr. Lindner schildeite in seiner Begrüßungsansprache, den Werdegang des neuerrichteten Lehrstuhls. Schon 19'iü wurde die Errichtunq des Lehistuhls beantragt, ]9.?1 durch Professor Dr. Federhofer, der damals eine aerodynamische Ff)rschungsstatte an der Technischen Hochschule in Graz schuf, sehr gefördert und jetzt durch die Ernennung Professor Winters verwirklicht. Professor Winter hatte für seine Antrittsvorlesung eme Schilderung des Beitrages der Strömungslehre zur Entwicklung des Flugzeugbaues gewählt. Professor Dr. Winter wurde im Jahre 1902 in Ciraz neboren. Er war vier Jahre .Assistent am Lr'hrstuhl für technische Mechanik in Graz. 1930 promovierte er und anschließend war er acht Jah'"e an der .Aerodynamischen Versucbsiinstdlt in Göttingen tätig und dort maßgebend am Aufbau der Einrichtungen für flugtechnische und t-trömungstechnische Versuche beteiligt. Seit 19.19 war er Leiter der ■Aerodvnamischen Versuchsabteiluna der Messerschmitt-Werke Im Sommer 1941 erfolgtp seine Benifung nach Graz Ausstellunq nLuftterror« in MUrzzu-schlag. Am 29. November wurde in Milrzzuschlag eine Ausstellung »Luftterror" von der Reichspropagandaleitung eröffnet. Der Leiter der .Ausstellung Elsasser aus Berlin sprach über eigene Erlr-bnittse bei Terroranririffen und über die Notwendigkeit der .Xiifklärung der Bevölkerung. Miirzzuschlag ist die erste Stadt der Steiermark, in der diese interessante Ausstellung gezeigt wird. .An vielen Bildern und Sc h iustürken ^eigt die Ausstellung die Schrecken de« Luft-terrors, aber auch die erfolgreiche Bekämpfung der Schäden. Erhöhte Sorgfaltspflicht auf der Eisenbahn. i^urch die Verdinikelungsmeutralcn Staaten gegenüber knapp 53 Millionen In den USA verfügt, natürlich aurh für »"ine Agrarwirtschaft auf Ofnli( hkeiien von Portei Staat. Wt-hrnuirbl und Wirtschcifl de« Kreises Cilli zu (jinem nesolligen Al)end im Fest-sa.ii des Kreish.iiises geladen, an dem den Gästen ein Querschnitt des überaus rechen volkskulturellen Lebens untl Wirken^ in der Stadl Cilli gezeigt wurde. Anderseits aber sollte der gelungene Abend die enge kameradschaftlich« Zusammenarbeit der einzelnen Dienststellen fördern und die Menschen, die an Srblüsselstellungen df?s öffentli-cben Lebens stehen, im Rahmen einer kulturellen Veranstaltung einander näherbringen. Crsrhienen waren das gesamte Offizierskorps mit d"m Stand-ortältesten Oberst l ange an der Spitze, die Leiter der staatlichen Dienststellen, Ortsgruppenführe'- und Kreisamtslei»er die Vertreter der Wirtschaft sowie die des Steirisch<>n Heinntbundes, Den Gästen wurde ein auserlesenes künstlerisches Programm rreboten. r-ünneteitet wurde der Abend mit d'^m Liede »Guten Abend, euch allen hier beisomm'" — gesunoen von der Mä''el-sinnsrhar, vom Bannorrhester begleitet. Sodann begrüßte der Kreisfühmr di" Gäste und erläuterte in kurzen Worten den Sinn des Abends Die vom Banror-ch^ster «chmifsin gespielte »Ennsffiler-Polkfl" lockerte dip anfänglirh feierlichö Stimmunn, die durch zwei reizend'* Vo'kslieder der Mädelsingschar noch gehoben wurde. Kreissrhulunosleiter Diikar, der nnch die verbindenden Worfr* snrnrh. führte dann die Gäste in die vielfa'"b norh itn-bekonnfe Welt der unterstoir'srhen D^rh-ter. Pickend und mit n'übnndor H'mfbe brachte er Bienenstein's Ged'cht »Die TTnters'e'erm^rk« und Ottok^r Kern- stocks »Wiirhterlied Rnispielhift wurde vielen Ciä^ten der Kan.pt iiiui d e jahi-hundertfaltcn Weluauig.ibon der Un-terslöie!mark nahe gebracht. Nach langer Pause sflh m-in aurh wieder die allen lieben Gesichter der »lustigen Vier«, das Quartett des Cillier Mannergesangverci'nes, auf der Bühne. Sie begeisterten wie immer mit ihren Volks- und Wlenerltedern die dankbaren Zuhörer, Den Gästen aus dem Altreich zu Ehren gab die Midelsingschar noch einige kecke Jodlei zum Besten, um dann von Hinna Janf^r, lyri-^ch-^n Sängerin, abgelöst zu werden. Auch das Clllier Streichquartett dirfN; in d eser Künstierauslese nicht fehlen. Meis.erhalt wie immer Mozarti Allegro-a;si gebracht. Mit der Einlage »Zigeunerweisen von Sarasnti l)egeistefle der Leiter de^? .Amtes Kultur Ing. Edmund Un-ger-Ullmann und legte Zeuqni« von d?r vollendeten Reherrsrhung der V'ol'ne ab. CJtii im Vortrag von Klöpfers ind Roseggers Gedichtrn war wiederum Pg Dnkar, der aurh diesmal einen woj-f^nt-lichen Teil zum guten Abends be'q^^tragen hat nen Narhtmus'k* von Mozart, vom C 1-l'er Streichorchester gesp'elt, unter der liervorragenden Stabführung de*; f.ei-ters der Kreismusiksch'ile, Pg. Müller, war der künstlerische Teil des Abe ds beendet. Er hat den Gästen einen '»uf-schlußreich'^n Einblick in das viclselt ge und alle VoIVskroise erfassende vo'ks-kulturelle Leben und W'rken In der Sonnstadt (i"rt(.'!)(n und f;e>nen Zweck in ied'^r llinsic-bt erlüMt In zwan^lo'-'m Peisflmm'Misein und kameraderhaftl'Vb'-r Aussnraclif fand dann d»^r schöne .Abend seinen erwiinschten Ausklann Mehr Holz für die Kriegs-ivirtschaft Rf/ichsforstmeister Reichsmarschall Ileimann Göring dankt in einem Aufruf allen Wpidtjesitzern, daß trotz kriegsbe-d ngtei Schwierigkeiten der RohstofI lloiz in den geforderten Mengen und Sorten cler Wehrmacht und der Kriegswirtschaft voll zur Verfügung gestellt v/urde Besonders der Privatwaldbe.'Uz habe dabei ohne Rücksicht auf die Erhaltung der notwendigen nachhaltigen Leistungsfähigkeit seines Betrieb« Opfer für dps Volk tind den Sieg gebracht. Der Reichsforstmeister erwartet, daß auch bei den für das neue Forstwirtschaftslahr wieder erforderlichen Meh»--einschlägen alle Waldbesitzer abermals ihre Pflicht erfüllen. Die Tabakernte 1943 In den Donau-und Alpen-Reichsgauen. Die Tabakernte 1943 In den Donau- und Alpon-Reichsgauen wird im allgemeinen mengenmäßig etwas geringer se^in als im Vorjahre. Auch qualitätsmäßig liegt sie, ijedingt durch den Witterungscharak'er des heurigen Jahres, etwas unter d'^r vorjährigen Erzeugung. Immerhin l«t mit , einer Ernte von rund 250 000 kg darh-reifer Ware zu rechnen. An Sorten wurden auf allen .Anbauflächen der Re'chs-gaue Niederdonau und Steiermark Ken- | Gelingen des | rucky, dunkler Virgin und Burley I so- | M't der »KI">i- j wie in einzelnen Anbaugehieten von \ N'r'derdonau und Steiermark auch B'ir- j lev II geerntet. Diese Sorten wurden • zum größten Teil nach tfbertrocknu^g und Fermentation für die Raurhtnbnk-Industr-e, aber auch für die Zigaretten-(nH..«;}ri#» Kp^rhe.ti, wenn die M '«ik nicht wir«. 18.30—1»: Der Zeitipirtel 19.15—1" 30: Frontberichle. 19.45--20: Der Goebbeti-Au(»Ht*. 20.15—22! »Die Dnbtrry«. Operette n«ch C»r! MillAcker v«»n Theo Mackchen mi» Wienct Snü-•len. DtalMhUndMnder; 17.13—18.30: Orrheticrm'iiik von Mindel, Moiirl und Rrahmi, alte Chortieder. 20.15—21l Meiüierwerke deuticher Kamrnermu«ik' Bruckneri Slreich-Quintett. 21—22: Hufio Wolf: Fin Bild «eine« Lebena. 3'rau ^Cltla und der Jdger Uoman vonlhidclf HansBartscfi 22, Fortsetzung Er abei war zu erregt, um Zweifel in ihr zu dulden. »Und wenn wir teilen müßten, wie die Peisephone, zwischen Unteiwelt und sonniger nrde, wenn Jedes ein ll«ill)jahr in dem Lobciiskreis des andern verbringen müf^te, dich lasse ich nicht mehr los. Utta! Darf man s den andern sagen?« ):Noin, nein!« tifd sie erschrockon. »Aber hier? Wir wissen es?« Sie nickte. Zärtlich sah sie zu ihm empor. ria wagte er's und sagte; »L'ttal Und keinen Kuß?t Sic war aber gliicklirh und in ihrem Siegesgelühl ühermiitig, Jener Zug ihres Wesens kam heraus, den Hanns stets undeutlich gefühlt und stets mit dem Dufte der Hyazinthen vergli Freitdq iind Siimslng um 13.15 Uhr, Sonntag um 10 Uhr dm Miirclienfilm f Tischlein deck dich Kinder unter 14 Jdhren halbe Preise, Erwachaene voll* Eliitrlttsprcise. Lichtspiele Kadettcnschule Freitag, 3. Oei. uro 19 Uht, Samtlag) 4. Du. um IT und 19.30 Uhr, Sonataa, •. Dm. um 14.30, 17 und IM 10 Uhr, Montag, 6. Dez. um 19 Uhr Sybille SrJimlti Jnd Guilav FrOhllch In einem Herzensroman: CLARISSA r.Uülav DloHl, Albert Florath. — Muilki G. ■««». FUr Jugendlich« unlar 14 Jaliren nicht tugalasMal Lichtspiele Brunndorf _ Frelldg utt 19 45 Uht, Saroitag um 17.30 und 19.45 Uhr, Sohntdg um 15, 17.30 und 10.45 Ulir Damals mtt Zarab Laandar, Harn StOwe, Hasi BraeMwallM und Elliaheth Markui. (■(Ii liigfnrt'< hf nicht rngelaaaaat Rurg'Lichtspiele Cilli Von 3. bli 1. Oeiember N«r 4 Tage Es Icuchten die Sterne mit La Jnna, Willy Font, Hani Moier, Paul HOrbIger, (jiutdv Frthllth und Olga iKcherhowa, FUr JugBndllrhe nicht zugelaitenl M^tror>oLLichtspiele Cilli N'oin 3 biR Q. Dcrrmber Das unheimliche Haus JuIIcIIp Feber R*lmu, Jran Tliiler, Jaquei Baamer. pni JngpridHrh» nirhl rugplai^ea* Von 3. hi« n. Derember — Kullur-Grettfllm NIPPON I Or )ugi>nd|i hp iugplait«eBl Lirhtsnieltheater Gurkfeld Vuii Frpllaq, 3, blit Sonnlag, S. Deiember Der Himmel auf Erden Tin humorvoll-'^ riroDUifilsplel mit LU»t Holiirhuli, Hermann Thlmig. (lani Moirr, Theo LIngan, Helm HiUimdnn und AdpI« Srindrock in den liauptrollen. 'Iii liiitpn<(|linc 'iigHlauhttoI ' Vuislrlluiiurn- Wochunlag» um 19 10 Uhrt Sonn- und I-'oiprIrtn» um n 45. lfi,3ü und 19.30 Uhr SamNtd(| uir 17 Uhr, Snnninq um halb 10 Uhr vorm. Auf großer Fahrt Tonl'cbtspicle Deutsches Haus P e 11 a u I reltrig, 3. Dezpmbet um 10 45 Samilag, 4. Dezem her um 17..<0 und 19.45 Uhr, Sonnlag. 5 Dezombei um 15. 17 10 und 1"» 45 Uhr Sommerliche WInnl Mdrku*. O. W Fhtlier, Siegtrtpd Breuer toll«- l.dng. — FUr Jugexdllrbe nlctit tugelaiienl Kiirlpnvnrvprkaiil; PreitAq uiii< Snm^tar) iib lA Uhi Sonntag ab 13 l.'hr an dei Klnokdiie Vnn Frolirfg, 10 Dezember bl« oiRfr hileOllch Moa-lag, 13 Di-'/nmlior dPi grUHIe Farbfilm Münchhausen Ton-Lichtspiele Stadttheater P e 11 a u Freltdg, 3,, Samslag, 4., Sonntag, 6., Montag, I. De-i'*mbur — K^mmprsanger Alfred Jerger, Llitl Holi* arhuh, Maria Paudler und Leo Sleiah In dam Fllrai Unsterbliche Melodien FUr Jngpndllrhe nirhl lugelatienl Vorfitelluiiqfn (Ui Wtichenlageii um 17 und 20 Uhr, Sonntaf)^ um 14.30, 17 und 20 Uhr fjrH»ffr>^'H^heafer Trifail Vom 3. I)li B. Dezfmber — d<>r groBp Ufa-Farbfilm Münchhausen mit Albprf, tl.int Rrautewpllpr, Marina v, 171t- mar, KHIhp (fanrk Brigitte tlornny, llae Wprner, Fprdinnnd Marian uiw. — Mualk; Georg Haeatiirhel. S|)iel|i>itiin(j: JohbI v, Baky, Für fiigpndllrnirhl rngKlaimtinl Von Freitag, T hin Montag, 7. De/omber DER VETTER AUS DINGSDA Filmtheater Tf'lfer Ipl Nt 34 Vom 3. bis 12, Dezember —> tltgilch um Ib.30 und 19.30 Uhr Geh'ehte Welt FDi Jugeticfllchp unlei 14 Jahren nltbf lugelaitenl Mnntiiij. Ii unti Dii'unlnr], 7 Dezembor — täglich um 14 uiiii Ili.:i0 Uhr 'irollp MHrchnnvoralellung ÜOUNROSCIteN Unfnrh iltiing lUr jung und alt. Amtliche Bekanntmachungen A 214/43-8 Edikt zur Einberufung eines Erben, dessen Aufenthalt unbekannt ist Franx Stermschek, Steinbrucharbeiler und Hausbesitzer in Gattersdorf Nr. 6, ist am 8. September 1943 gestorben. Ein« letztwiilige Anordnung wurde nicht vorgefunden. Di« erbl, Witwe Anna Stermschek, deren Aufenthalt dem Gerichte unbekannt ist, wird aufgefordert, sich binnen 6 Monaten von heute ab t>ei diesem Gerichte zu melden. Nach Ablauf dieser Frist wdrd die Verlassenschaft mit den übrigen Erben und dem für die Abwesende bestellten Kurator Alois Sattler, Landwirt In Gattersdorf Nr. 60, abgehandelt werden. Gericht Wlndlschfelstritz, Zweigstelle Gonobitz, am 29. November 1943. 21 8Bh''Wlil»t n IDp allBQnttPSttirB''! Verordnuniis- und flmtsiiiatt des Chefs der Zivilverwaltung In der (Jnterstetermarli Nr, 33 vom 22« November 1943 Preis 25 Rpl. GrhMKlicb beim Schaltei der Marburgei Verlags- u. Druckerei-Ges. m. b H. Marburg Drau. Badgasse 6 bei deo GeschAttsstellen der »Marburget Zeitung« IN CILLI, Marktplatz 12 (Fernruf 7) IN PETTAU, Ungartoigasse, Herr Georg Pichlet u bei den sonstigen Verkdufsstelten Bezugspreis: Monatlich RM 1.25 (stets im voraus zahlbar) Kleiner Anzeiger Jede* Won lioit ■ tui &ielietjqekiKae 0 Rot da» fettqedrurkt« Won Jf Rpl füi Geld RadiitAlfoverlieh' B- efwu hsel und Heiral 13 Kpl. da« fettgedrurktt Wort 40 "pi, sllt Ot'rigPD Wortanieigeo 10 Rpt dai fettgfdrui kip Won in Rpt Da. Wortpreii qOt bii tu 12 Bu(b itaben )• Wori Ke'nwortgehühi bei Abhulung dei Anqebnit Ü Rpt t>ei Zusendung durcb Pn*t oder ßi'leo 7u Rpl Autkunfltgebühi lOi Aniet geii mit deir Vermerk Auaknnft tn de Vetwallunq 'idei QearbAfta ftalle 2(1 Rpi Anzeigen Ann,ihme«'-hluß Am Tag* voi Erartipinec um It UUi Klein« Anzeigen wer<*pn not gegen VoiPine«Ddung dei Be trag«! laurh qnitiQ« Brl^fmarkeü) autqpnnmmen MindpatqphQhi tOr «ina Kie.ne Aoiplqe I RM Zu verkaufen Verkaufe eine Hobelbank um 120 RM und eine Kreissäge um 50 RM. Adresse Josef Pod-breschnig, Egidi i. d. B. 122. 54-3 Hepbet fflp das OeutscIiB Rote Rreuz Hart traf uns die traurige Nechricht, daß unser lieber, guter Sohn und Bruder Cyrill Herzog Pionier am 2. Nov«mb4H- 1943 Im 19. Lebensjahre an der Ostfront gefallen ist. Obertat bei Eichtal, den 1. Dezember 1943. In tiefer Trauer: Jakob und Maria Herzog, Eltemt Viktor, Brüden Wlda, Schwester, und alle übrigen Verwandten. 24 Heute verschied im 86. Lebensjahre nach kurzer Krankheit unser lieber Ziehvater, Onkel und Großonkel, Herr Franz Kowalsch Schuhmachermeister in Gonobitz, gew. lang) Ihriger -Bürgermeister von Gonobitz, GrUnder und ianglährig t Vorsteher der Genossenschaft der handwerksmifiigen Gewerbe in Gonobitz, Orts- und Bezirksschulratsmitglied und Ausschunmitglied der »SQdmark« Das Leichenbegängnis findet am Donnerstag, den 2. September 1943 in Gonobitz statt. Gonobitz, Graz, den 30. November 1943. Im Namen aller Angehörige«: Dr. MAX KOWATSCH, Amtsgerichtsrat, als Neffe und Ziehsohn. 23 Richtigstellung Danksagung Für die zahlreichen Beweise inniger Anteilnflhm^ und für die vielen Kranzspenden, welche uns anläßlich des schweren Verlustes, den wir durch das Ableben meines lieben Mannes, unseres Vaters, Großvaters und Onkels, des Herrn JAKOB SCHKOLZ, erllttofi haben, erwiesen wurden, sagen wir allen Beteiligten auf diest m Weqe unseren wärmsten Dank. Im besonderen bringen wir unsere Gefühle aufrichtiger Wertschätzung für die dem Verstorbenen erwiesene letzte Ehre, den Fanvillen Heim/gartner, Pinter, Omerso sowie Frl. Ida Sliger zum Ausdruck, Windischfeistritz, den 2. Dezember 1943. Die trauernden Familien SCHKOLZ, KOCHNE und LANDTALER. Verkaufe: zwei Betten, gestri-ohen, A 80 RM, Kinderbett 50 RM. Anschr. in der »M. Z.«, Marburg-Drau._ 53-3 Tabaksamen nebst vollständi qer Anleitunn Aussaat und Bohandlunq sofort lieferbar Ein Sortiment 4 RM =» r h ti a h me-Versand. — Iqnaz Medwed Völkermarkt (Kärntenl. 561- Zu kaufen gesucht Puppenwagerl mit Puppe zu kaufen gesucht. Bismarckstraße Nr. 1, Parterre links, MarburgDrau. 25-4 Stellengesuche Krankenpflegerin, pflichteifrig, geduldig, genau, sucht Stelle. Zuschr. unter »Pflegerin« an die »M. Z.«, Marburg-Drau. 56-5 Wirtschafterin, 52 Jahre dit, sucht Stelle. Anr.ufraqen bei Lacheiner, Wiiidenauerstr. 2b, Marburq-Drau. 28-5 Vv-N Garant ifult!'' Arznei-l'r(ii>ural0 - ««It 1693 - Krewel-Leu Ifen c.m. h.n. Offene Stellen Vot Cinalelleng rnn Arheltibiai len iduB dip 2uiillmmunQ dp» tn «ikndloPD Arl>pl(«nmlpi >lnaphnlt weidea Kaufe Sesseln und verschiede Bedienerin, rein und fleißig, für n« Möbelstücke. J. Putschko, | Abendstunden gesucht. Pliber-Marburg/Drau, Trie&terstraße 57 ^ schek, Badgasse 22, Tür 2. 57-e __I Zahntechniker oder Praktikant Kaufe eine Zyllnder-Langarm- wird sofort aufgenommen. Pli-maschlne. Franz Deutz, Josef- berschek, Dentist, Badgasse 22 Straße 4, Marburg-Drau. 69-4' 58-6 Hart traf uns di« traurige Nachricht, da£ unser lieber, guter Sohn und Bruder Vinzenz Swenschek Obergefreiler im 22. Lebensjahre am 14. Oktober 1943 an der Ostfront gefallen ist. Sattelberg-Lichtenegg, im Dezember 1943. In tiefer Trauer: THOMAS und MARIA SWENSCHEK, Eltern. 22 _ Denken Sie daran — KLEINE ANZEIGEN haben in der MARBURGER ZEITUNG oross«:n erfolg Schlosser, auch Peneionisten oder Kripfisverschrte wnmöqi un Schweißen hcwr^ntlfit. und mit Kenntnissen in dei elektro-techn Branche, mit lanneirr Prtixi« nüchtern und -irbiMls-williq, wird von einer rirol^ercn Provinztabnk cirssnrhl Unio-Ge-sellsrhtift, Marbuiri-Draii Lrtnd- ^^l^qa^sse 23_ ____ Friseiirgehilfe für «sofort gesucht. Friseur Alois Gjiirin, Marburg, Edmund-Srhniid-Gtisse Nr. 9. 29-6 Pensionisten (auch Kriegsversehrte) mit hehtbiqpT Praxis, werden für leichten Werkluft-schutzdiensl in Marhurq-Drau qesucht. Antr unter »Leir hter Luftsrhutzdienst« a d »M Z.«. 131-6 Zu mieten (besucht Familien-Anzeigen finden durch die KMarburf^er Zettunö" welteefe VerbreifuniJ I Junqe Grazerin sucht drin-qendst möbliertes Zimmer Adr. in der »M. Z.«. Marburq-Dr. __________—8 Junge Frau sucht kleines, möbliertes Zimmer oder Schlafstelle. Zuschr. ei'b. unter »Ruhe« an die »Marburqer Zeitung'. "61-8 Schnierzerfüllt geben wir die traurige Nachricht, daß unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter, Frau Katharina Mühlbauer uns nach langem, schwerem, Jedoch mit Geduld ertragenem Leiden am Donnerstag, den 2. Dezember, im 81. Lebensjahre, für immer verlassen hat. Das Leichenbegängnis findet am Samstag, den 4. Dezember, um 15,30 Uhr. auf dem Friedhof in Drauweiler statt Marburg, den 2. Dezember 1943. 72 In tiefer Trauer: FAMILIE WLADKOWSKY Ich suche mitfühlende Woh-nungslnhaber, die einem älteren, ruhigen Herrn, der sehr auf Reinlichkeit hält, ein nettes. möbliertes Zimmer zu vermieten gewillt sind. Zuschriften werden qeheten unter »Gute Kin'^p'stiibe« an d e »Ninri'ur-ner Zeitung«. fiO-fl rill einfach möbliertes Zimmer für einen ruhigen Arbeiter per sofort qesucht Adr. in der »M. 7..X, Marburg-Drau. 5*^-8 Nettes Frätilein sucht möbliertes Zimmer, Kabinett oder Schlafstelle bei alleinstehender Frau 7ii<5rhr erb tmter «Sl.ndt an die «M Z.« 874-8 Nach 64jähriger Ehe hat mich meine Hebe Gattin, unsere Mutter, Großmutter und Urgroßmutter, Frau Maria Wöss ^eb. Kolarilsch am Mittwoch, den 1, Dezember 1943, nach schwerem Leiden, im 8fi, Lebensjahre uns für immer verlassen. Die Beerdigung findet am Samstag, den 4. Dezember, um 15 Uhr, am Friedhuf in Diauweiler statt, Marburq/Drdu, den 2. Dezember 1943. Johann Wöss, Gatte; Fanny Giigqi, Elise Wöss, Amalie Wagner und Marianne Uhan, Töchter; Anton Uhan, Schwiegersohn; Hedi, Lambert Aljantsrhitsch, Enkeln; Stanislaus, Maria und Hans, Urenkeln. 6ii R4 i In der gestern gebrachten Todesanzeige der gefallenen Wehrmanner soll es richtig heißen: Wehrmann Ferdinand Nagier sowie Maria Nagler. Am Schlüsse der Anzeige soll es heißen: Alb rt Kampl, SA-Obersturmbannführer, 68 Danksagung Für die vielen Beweise aulrichtiger .Anteilnahme und für die schönen Kranz- und Blumenspenden sowie Teilnahme am Begräbnis meiner lieben Gattin und Mutter, Frau MARIA SCHELL, sprechen wir auf diesem Wege allen unseren Innigsten Dank aus. Insbesondere danken wir dem Vorsteher sowie der Clefolgsch.itt des Finanzamtes Marburg/Drau, Marburg/Drau, den 3, Dezember 1943. Johann Schell, Gatte Tausch*» elenante Vier/immer-Villenwotinung ;n M irburq gegen nle'chqroße 'n Leoben, t'n-ter ' n.ildige Anträgi^ an d e VerwalUiiig der »Marbiirnot Zeitung , 62 . V^^rlncte 3 Stück Kartcffelli.uten, -rf'v'i • irn^rh rm Vlessinq-Stc^'.i'nip" (i n : m b. > h' und br.'ur.r. 1 r-' •. b .r( 'S Mel.' mit Dl■ hte.rs.itz. Aiii. in ''er Verw. 2.^-14 Anna, Tochter 71 Danksagung Für die vielen Beweise anfrichtigor Anteilnahme und für die Kranz- und Blumenspenden sowie lür die zahlreiche Beteiligung an der Beerdigung unseres unvergeßlichen lieben Gatten, Vaters usw., de« Herrn MATTHAUS PIl.AJ, "aqen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten aul diesem Wege unseien herzlichsten Dank. Marburg, den 2. He/ember 1043. MARIA PILAJ, Güttin, und Kinder. <)7 Wird TSr Wäschcvorrat kleiner? Achten *^ie duauti \Vä- ■ifbe <;l( !- hr 'c r - srhwni eiselvcti Wern m r'nß Ihi Wa^' Mv' wird d-tnn i'it e^ h ■■ liste 7rM H.i qprjrn etwas /u Min - ^'e hen son«! e ri- ■ T loe« vot l(>e-ren *^rh'äfik"n «ofiirt nt t ei'ii'i VVisf b -nfr-p; S p al'e r"bU'i r^ 'sch.Hl'n'inn t' npdin'^pn ^ie •,\ ^teiii.^'isrhpn inH vr -im b' '^n n !!'> I ich liqe An'r tiMin "u ' inr|r<'on Cihiillii'Mi Ihfi-i hp\nria'f^ firvl-'H in Ii > si Ir il1 '-W 1= b' ilite Vi^'bil'Dnn kost 'I AU rini. k«H' h« in PFRSII UlRIvt Olli Merk p' 1 rh' 'ind 7.i'.,nduT)q nnssi 1 DORF Seite 6 * Nr, 337 * Ficitag, 3. Dezember 1913 MARBURGER ZEITUNG Börnes I rtir. o. Müncfifiausen: Musen in Gesellschaft Börrles Freiherr von Münchhausen, wohl der bodButondsle zcilgonossische deui^rhe Balla-drndichter, dei IÖ74 zu Hildoshoim geboren wurde und heute, mit vielerlei Würden beladen (Dr Jiir., Dr. phll. h. c., Domherr, Krtinmerherr, Rittmeisler d. R., Inhaber der Wdrlburijroso Senator der Deututhen Akademie dor Dichtung — »o zahlt Kurschnurs DeuUclier Lltcrdtiir-Kiilcndrr unter anderom nuf) in WmiJurhkubfl bei Altenbunj lebt, hit den (o!gr>iidpn Artikel gesrhriebcn, den wir dem Berliner ,,V. D entnehmen. Die Frage, in welcher Bf^iphung die verschiedenen Künste luelnandor »tehon und ob eine Verbindung von zwrmen odor muhroren von ihnen wirklich Immer nachteilig sein ra'iD, Ist viel-umstritten und wird In der Urorterung durch den bi^ruhmton Dichtet sicher die bosondjro Teilnahme unserer Leser finden. Wir wollen mit dem Abdruck nicht sagen, daP wir durchaus d"r gleichen Meinung wir njtrins von Milnchhausrn sind — v^lr hoffrn vip'imlir, djö auch der clni'* odor and tp M t.i>-heitpr etwas TU dein so tp'T)^prll^"^1ltvoll vorgettd-genen Thema rn sagen wc 3 Die Musik scheint den anri non hei den Künsten femiiselij vielleicht wen &it als die unauswe.rh ichft Kunst den Makel ihrej Auid. ingliclikeit tiihlt. Vor Bild und Standbild können wir d is Anqe verschließen vnr einei Ge n'' eine: Trompete nicht d is Ohr liinr '0"^h''inq gai will durcii ^u'ächKrjci do^i gesucht sein, wah.end die Mui:k boltist einer fernen Suaße uns vK' lUi- sucht, wie sie s,ch in hurid". nul' rt' durchaus nicht to'ulurrit ye Oh'cn ein drängt. — Musii; als die auidi ip Kunst ist auch die we;ies;verl)-f;.lf.e uk) moiStgeilhte, — man kann loiclit Tat e ieb«n, ohne dri Li Idenden, Voihen onne der dichtenden Kunst zu begeynon alc man wird heute weder ddheiui iiocli in. Kaf/ee, weder ui (jer Sicidi nnrh diu dem Dorfe, weder im Fre en nnch la. Lichtspielhaus der Musik cncqeliL'O kon nen. Wobei ich das unaufhörlich Gefiedel und Gedudel, das mujikalischen Waschen selbst im Kulturfilm i:ne schone Landschaft, ja scg.ir im ernsten f-il'n-spicl eine versfand ge Zwie-p'acp an-chlüge, wäre uns v<)l-lin fnertrtiglich. Eine Szene zwischen xwe M treiserdcn an dei Table i'hpte Ce s'rei' h gl eiten. Nf^ckereien, St 01t, schließlich !ätlichkeiten wirkt nur pein-];ch, lind diese empfmdl che Peinlichkeit würd" durchaus nicht gemildert wenn dc" Win uri«i zum Schluß e'-klärte es iiflnHc p s'Ch um e-n Hramotisches Kunstwerk das un«. soeben zwei Sch«usp>'er i.T hö'-hs e' Wirklichkeit vorge pielt hat te'i In (l'pion beiden Fällen hat de »Kunst' 'h'e von Arno Holz behauptete wahrhaftig weitestgehend verwirklicht. Aber unser künstlerisches Gefühl sagt uns dazu ins Ohr: »...und hat dadurch aulgehörl Kunsi zu sein!« So wäre also das Kunstwerk autge h^ingt in der Mitte zw.sehen zwei Polen: Naturnähe und Naturierne. Am einen liegt die völlige Nicht-Kunst der Natur am anderen die vöMige Nicht-Kunst derjenigen entarteten »Kunst«, die, wie jene geometrischen Narrheiten oder der Bluff des Dadaismus, gar nichts mehr mit der Natur verbindet. Alles, was das Kunstwerk von be'.den Polen trennt, muß uns also als notwendig erscheinen Naive Leute lehnen die Oper ab, weil die Leute doch auch im Leben nicht siingen, sondern sprä<"hen. Gerade d.'es Singen aber ist ja ein Mitte! der Entfernung von der Wirklichkeit, das heißt ein künst'erisch nötiges Mittel! Jone Naiven könntcM e!)vnsoqut Onkels Bronzebüsle ablehnen, da Onkel doch im Leben (abgesehen von der Nase nicht kupfe n, sondren rot und weiP au siihe' Nicht daß in de' Oper handelnde Menschen singen statt zu snrechen kann dieäe Kunslgjifiing zum Vorwu'f gel eichen, sondcn d e Verbindunn von Musik und Dichtung Allerd ng3 gehen d.esem Vo wurf ja alle Ope n weüge-hend aus dem Weoe, indem ihre Texte auch dem l.eicb ."j'äuh Tjltn nicht a^s Dichtungei ers heinen wollen und können Kle de-s'ftr.dnr für die men i hr''ho ShigsSrnme, ir ''hnr Wor'e übet- haujit knuni die Nf "»g'ichV.e 1 de Fnt al- Tendeiiz. die Nalur noch einmal zu sein, I tung hatte, — das ist im G.unde jedsr gesungene Text In der Oper wie Im Konzertsaal. Wer Sänger und Sängerinnen kennt, wird wissen, daß ihre Achtung vor dem Werke des vertonten Dichters außerordentlich häufig der Hochwertung vor einem gutpassenden Kleiderbügel ähnelt. Wenn in die Musik von der Dichtung fortwe se (so wie die Farbe von der ßildnisbüste, die Tannenduftzerstäuber auf der »öden Gegend zwischen Schierke und Elend« usw.), so will ich sie damit wahrhdltig nicht herabsetzen. Im Gegenteil liegt mir als echtem Musikfreund daran, diese an sich eriöstete aller Künste aus der schauderhaften Fron zu erlösen, in der sie heute als die zum Begleitgeräusch erniedrigte Metze jeder menschlichen Tätigkeit schmachtet. Wir haben zuviel Musik. Aber zuviel Musik wird Geräusch, upd sollte es Bäch und Beethoven sein. Auch daß bald kein Gedichtvortrag, keine ernste Rede mehr ohne die gedankenauflösende »musikalische Umrahmung« sein kann, gehört hierher. Aber die Musen sollen einzeln uns segnen, nicht in Gesellschaft anderei Musen! Freilich wird noch viel Wa':ser die Pleiße hinunterlaufen, ehe dieser Gedanke Allgemeingut wird. Die Menge ist en die Dauer-Mus k gewöhnt wie das unerzogene Kind an den Schnuller. Die Menge will nicht e ne Muse, sie will ein Assemblee, so wie der entartete Zirkus von der Freude, dem Verständnis an ei-p«-m ed'en, gutgerittenen Pferd zu den 2-1 (numerierten!) Vollblütern herunter-avanciertc, die sich durcheinanderdiän-geln, so daß alle tiefe Freude, a'les echte Verständnis zerzwirbelt und veramerikanisiert wird. — Masse statt Wertl Auch bei den Musen stört ihre Viel heit, gar ihre Masse den Wert jeder einzelnen. Fest der Töne fr) OrPz spielten dss ^X^icncr Konzcrthflus^iiflrtctt. Iv.istclliz und Professor Hiitfo Kroemcr Ein mit üngeduii erwartetei Genuß ist CS jedesmal, eine der Kammermusik-ve'einigunffen der Wiener Philharmoniker /II hüten Diesmal kamen Anton er dir unmöglich sein' Umgekehrt würde dVh selbst der Pra*ilpl'S( he Ilfirmes nie im Hochgppuß ctip" '^aiii Linckc'jich mi Schlagers stören d er r'ul emen \ii-genliede'-schiag von dif verschwindet Mit scheint jede Verbintiimo rwe'c Künste in d'n al'ermoiötep Fälk'i ei'U' Mißachtung mindestens ein^-r h^ul n zwe ei Künsten 711 so'n Die wertvolisten Ged chtr- Tu e he-, h iben sich nichl -n \erlonen liii^en, d'ß e:n im Brwu'Us 'it, des GesnrntvolUei- zur E'nbeit gi wo^de res neue'. Kiinstv« erk en'^triiul d ' schönsteil Liidi- h-^ben fas' durchwcrj Texte zweiten, j dnüei Rf.nces als Unterlage (Loev.'rs RoUailen') ganz urtümliche (piunilivei Kunst scheint d^ eine Ausnahme zu bilden Das Volkslied. Wenn ein Gt d cht wirklich vol'kom men ist, so h.V e, so ^'iel innere Mu sik daß jede m'isjkalische Untermalting oder Vertontinn überflüssig ja qeradi^/u unsinnig und schädlich scheinen muß. Man verfällt do<-h dnth nich darjuif Her, Präludien Ch- p ns Worte unter/i:lenen" Oder hätte RafMel die Mefliceische \ e nus mit Ölfarbe bemalen sollen' Können? In Klammern, Gesetzt, er hätte es mit höchster Genialitä' ge'an würden ni'hi auch hier durch d e Verbindung 7we.ei Künste be (!<• aesrh^nde* sein? Lieg' nicht ein Wesi ntliches des Standbildes darin, keine andere als des Stoffes Farbe zu h^ben e n Wesentlichns der Malerei darin, nicht d'?"i Versuch zur Plastik zu machen, wie wir es schaudernd in de- Zeit der Kunstentartung erlebten' Offenbar hat d e Kunst nicht nur »die Tendenz die Natir noch einmal zu sein« 'i Gei- ' Otto Urbanek — spr -fe'. 'ed'-,m.V m^t schöner pl ist'srhr' ' ür.q J'/r Künstlerin e nnet e':i''> 'i Eirifühlurg in "•'as We k die :n b^ser^ltet- rieb im ^\^^'"^l ?n mh f 1: ; 1 ip dc" du''M've is miis'k'mf .«.< h'•r» salvf -.'II s' Hiiintant'^M ersten \I)? id A vr •in '• 1 unT (iL) E.n/cl-iick 'crnr^i! Pk*r ■ 'l'^rrinbe m -VJiT neb'achten lieh die Frühlingssonate die schönste Gelegenheit. Hier konnte auch die Noblesse der Geigerin, deren satte Kan-tilene und feindifferenzierende Bogen-technik allen Schönheiten dieser singenden Sonate ganz und gar gerecht wurde, in vollem Lichte erstrahlen. Kart Hildebrand Maixak V. Streit san^ am 1. Dcvci.ibei ü:i Kasinosaal des Marburger Stadttheaters D.e Zwe.ystei.e Miiinuig de Käme rad.ichifi S.o.rische Künstler und Kunstfreunde hat uns w t dci elnnia' eine erlesenen Genuß be ei.e'.' Ingeboig von Streit vom Opernluiua de; SUidl W en wuide für einen L'ed''riibend gewonnen, der unier die .Spit/euveraiislaltungen der heurigen Sjison einv.ureih'.'n isl — sowohl nach seiner h')rliwe. t gen Vor-tragäordiiung, als auch nach der künstlerischen Voileridung dftr gebotenen Leistungen. Von den Klassikern des Liedes war Robert Schuhmann vertreten nach seinen Werken folgten Lieder von Johannes Brahms Hugo WoP gab dem Abend Höhepunkte, die /;u behaupten dem nach-folgerdon Joseph Marx nicht leicht wijrde. Die Stimmittel, über die Ingeborg von Streit verfügt sind seh- bea'-htlich Ein wohlklingender Sopran, den eine gediegene Schule zum souveränen Beherrscher aller technischen Schwierigkeiten weiden läßt, paart sich mit einer tiefgründigen Musikalität, die sich nicht in Oberflächlichkeiten verliert und mit falschem Tand behängt, sondern aus den Tiefen der menschlichen Seele all das zu schöplen weiß, was dem gewöhnlichen Sterblichen verborgen bleibt und nur dein begnadeton Künstler offenbar wird Die prachtvolle Tonbildung gab der Sängerin die Möglichkeit den Zauber der Schumann'schen »Mondnacht« und des Wolf'schen Liedes »In der Frühe« restlos auszuschöpfen Besonders schön erstrahlte ihr Piano oder gar ihr hauchzartes Pianissimo, und der Stimmungsreichtum der Schumann'schen »Wieimung«, die drängende über-schwänglichkeit des »Jemand« gelan- »Fliegende Buchhandlungen« in Berlin Die bombenj(eschädi{itcn Berliner Buchhandlungen haben auf eine Anregung der Schrifttumsabteilung des RcichspropajJan-daministeriums »Fliegende Buchhandlungen* eingerichtet, um das in den landen Winternächten besonders starke Lesebe-dOrfnis der Berliner Bevölkerun^l ausreichend befriedigen zu können. AulomoSilc sind mit Unterhaltungsromanen und schöngeistiger Literatur beladen und- in den geschädigten Stadtteilen und Vororten eingesetzt worden. Den Verkauf haben die Angestellten der terrorgcsc^ä digten Buchbandlun(?en übernorrmcn. AI die ersten dieser fliegenden Buch^a-'l lungen auf den Straßen der Reichsbaupl Stadt erschienen, wurden sie überall vor zahlreichen Käufern umringt, die sie' diese Möglichkeit der Buchversorffu-"* zunutze machtcn. Die Berliner Verhi' haben für diese Aktion große Te'le ihr Buchbestände zur Verfügung gestellt Furtwänj^lcr in Stockholm Die Ankunft Furtwänglers, der n Stockholm vier Konzerte dirigieren wir-l findet in der Stockholmer Presse groß Beachtung. Die Blätter bringen Unti'rrc-düngen mit dem Künstler und zeig'^r ihn den Lesern im Bilde. Wiener Staatsopernballett in Agram Dem zweitägigen Gastspiel des Ballett der Wiener Staatsoper waren von dr*! kroatischen Presse schon tanelang vor her ausführliche Betrachtungen gewid met worden, in denen das Wiener Ballett als die derzeit bedeutendste Tanzgruppe der Welt herausgestellt wurde. Zur Aufführung gelangten »Kolombine heiratet nach Motiven von Mozart, »Titus Feuer fuchs«, zusammengestellt nach Melodien von Johann Strauß, und da« Ballett »Der Dreispitz« von Manuel de Falla. Niehl endenwollender Applaus belohnte den »Drejspitz«, den die Presse, dem sehr ballettfreudigen und ballettkundiqen Agramer Publikum Rechnung tragend, ausführlich behandelt und durchweg als den Höhepunkt des Abends betrachtet, wobei sie Werk und Aufführung in gleicher Weise würdigt Im Insel-Verlag erscheinen demnächst 800 Briefe von Friedrich Schiller, ausgewählt und herausgegeben von Reinhard Buchwald gen ihr nicht weniger als die Perlen musikalischer Lyrik, die Brahms in seinem »Liebestreu« und in den Liedern »Das Mädchen spricht« und »Wir wandelten« zum Leuchten bringt. Auf einer anderen Ebene lagen Schumanns nek-kische »Soldatenbraut« und das im unermüdlichen Liebesspiel sich überstürzende »Vergebliche Ständchen« von Brahms. Auch in den Liedern Hugo Wolfs offenbarte Ingeborg von Streit die Größe ihres sängerischen Und musikalischen Vermögens. Wer so unvergleichlich die verborgenen Schönheiten des »Elfenliedes« und das von der aufgehenden Sonne überstrahlte Düster einer gual-vollen Nacht, dem wir Im dramatischen und doch weihevoll ausklingenden Lied »In der Frühe« begegnen, lebendig machen kann, ist ein echter Künstler. Wie einzigartig erstand die »Verborgenheit« in neuem Glanz und zog der Frühling in »Er ist's« jubelnd ein in die Herzen der Zuhörerl Die Lieder von Joseph Marx endlich, unter ihnen besonders »Maienblüten«, »Selige Nacht« und »Marienlied«, brachten noch einmal alle Register der technischen Virtuosität und des profunden Einfühlungsvermögens der Sängerin zum Tönen und steigerten sich mit dem hinreißenden »Hat dich die Liebe berührt« zum dramatischen, in kraftvollem For-tissimo aufklingenden Höhepunkt. Am Klavier saß Professor Hermann Frisch Er begleitete nicht im landläufigen Sinne des Wortes — sein Spiel zeigte schöpferische Kraft, Es ebne'e der Sängerin den Weg und schenkte ihrem Gesang jene Impulse, ohne die es keine Höchstleistunnen gibt. Dr. Eduard Buhchar Das VVcihnachtSL'c.schcnk für die Kompanie Von Michael Molander »Frau Reuter, Sie werden am Telephon verlangt!'^ »Ich?« Erstaunt unterbrach Inge ihre Arbeit am Vergrößerun'jsapparat. »Ja, privat — ein Herr! Der Lehrling grin«te verschmitzt, ehe er verschwand. Während Inge zum Büro hinübeiging, überlegte sie vergeblich, wer sie, die hierorts fremde und einsame Soldatenfrau, wohl anrufen könne. »Ja, hier Inge Reuterl« Eine unbekannte Männerstimme klang im Hörer. »Hier spricht Gefreitei Wendel. Ich bin ein Kamerad Ihres Mannes und «oll fhnen Grüße bestellen Er hat mir auch einen Brief für Sie mitgegeben. Soll Ich ihn gleich ins Geschäft bringen?« In Inge war vorerst nur ein einziger Gedanke. »Ein Brief? Ja, bitte — aber — nicht wahr, mein Mann bekommt doch Wnihnachtsurlaub.« Einen Augenblick blieb es still im Hörer, bis die Antwort kam »Leider nicht. Für die Feiertage bekommen nur die Kameraden mit drei und mehr Kin dem Urlaub. Ist ja auch richtig so, nicht wahr? Ich feiere Weihnachten mit meiner Familie acht Tage früher, denn Heiligenabend muß ich «chon wieder lurOck sein.« So sehr «ich Inge auch zusammennahm, ihre Stimme zitterte doch ein wenig. »Ich hatte bestimmt mit seinem Kommen gerechnet und mich schon so gefreut. Doch Sie haben recht: die Väter gehen natürlich vor. Ich möchte auch nicht, dafi Sie ihr« Zelt opfern und mir den Brief bringen, ich werde ihn bei Ihnen ahhoien. Wenn ich heute noch kommen dürfte, — Sie werden meine Ungeduld verstehen . . .« Als Inge den Hörer aufgelegt hatte, kehrte sie nachdenklich an ihren Arbeitsplatz zurück. (Seit ihr Mann eingezogen war, übte sie wieder den einstigen Beruf al« Laborantin in einer Photohandlung aus.) Die junge Frau mußte in Gedanken an die Worte des Gefreiten Wendel lächeln: ("rei und mehr Kinder! Etwas viel verlangt, wenn man noch nicht ein Jahr verheiratet ist! Trotzdem hätte sie ihren Heinz aerade zu Weihnachten gern hier gehabt, um ihm unterm brennenden Tannenbaum zu sagen, was sie ihm bisher wohlweislich nichl geschrieben hatte; daß sie im nächsten Jahr eine Familie sein würden. Gefreiter Wendel hatte sich erboten, auf der Rückfahrt zur Front ein Päckchen mitzunehmen, falls Frau Reuter ihrem Mann etwas schicken wolle und es nicht zu schwer sei. Freilich wollte sie, hatte sie rloch Heinz wegen des bestimmt anf^ündigten Urlaubs nichts ge-sch ckt. Die aufgesparte Flasche Wein natürlich unr* die für ihn gesammelten Zigaretten und einen Kuchen würde sie backen. Doch es mußte noch eine richtige Überraschung dabei sein außer jener, die «ie ihm nun doch schriftlich mitteilen würde Es mußte etwa« besonderes sein, etwas, was da draußen fehlt-ein Stück Heimat . . . Vielleicht ein neues Photo von ihr? Prüfend betrachtete sie das nflchste zur Vergrößerung bereitliegende Negativ Ein SolHat mit «inem Kind auf dem Arm Und plötzlich wußte «ie, womit sie nicht nur ihrem Mann, «ondern allen seinen Kameraden e'ne Freude machen würde.-- Eilig pfeift der Schnedsturm um das einsame Blockhaus, das irgendwo an t'er langen Front des Ost?nf> steht. Die Bescherung ist vorüber Weihnachtslieder sind verklungen, de- Hauptm^inn hat einiriB zu Herzen gehende Worte zu seinen Leuten gesprochen, und jetzt schauen sie alle — jeder in Gedanken bei seinen Lieben daheim — zu fem kleinen Tannenbäumchen, das ihnen heute abend Heimat und F im'l> bedeutet. Da macht «ich der Gefreite Wendel an jener geheimnisvollen kleinen Kiste zxi sch'iffen, die er vom Urlaub mitbrachte und über deren Inhalt bsher niemand etwas in Erfahrung bringen konnte. Vorsichtig packte er etwas aus, viele Landseraugen schauen neugierig auf das merkwürdige Ding, da« wie eine kleine Maschine aussieht »Ei Kinol« ruft jemand, und freudiger Beifall der überraschten Männer gehl durch den Raum Tatsächlich, ein Vorfühningsapparat, kein elektrischer mit Tonwiedergabe, nein, nur ein einfacher mit Handkurbel, wie er zur Aufführung von Kinderfilmen im Gebrauch ist Und doch: ein richtiges Kino, — hier in der weltverlorenen russischen Schneewüstel Während Wendel den Apparat aufstellt, befestigen zwei Kameraden ein weißes Laken — es stammt aus dem Reuterschen Wäschebestand — an der Wand, dann werden alle Lichter, auch die des Tannenbäumchens, ausgelöscht. In dem Apparat zi«cht es auf, ein greller Lichtstrahl fährt durch den im Raum ichwebenden Tabnkrauch, und während Wendel eifrig kurbelt, zittern die ersten Filmbilder über die weiße Fläche Gespannt schauen d'e Männer, die Stille 'm Raum wird nur durch das leise Schnurren der Kurbel unterbrochen Mnn sieht ein wohnliches Zimmer. Auf dem Tisch in der Eck» steht ein hoher Tan- nenbaum Un-Glanz der Lichter und Glaskugeln, unter ihm liegen Kinderspielzeug und Geschenke, In Großaufnahme erscheint eine Hand, die eine kleine Glocke schwingt. Die Kamera macht eine Schwenkung zur geschlossenen Zimm^r-tür, die plötzlich weit aufgerissen wird. Zwei Kint'er, ein Junge und ein Mädel, stürmen ins Zimmer, langsam gefolgt von den Eltern. »Das Ist doch Wendel, unser Wendel!« ruft jemand erstaunt. Tatsächlich, jetzt erkennen ihn alle, den Kameraden Wendel, am Arm seine glücklich lächelnde Frau, Die Kamera hat die f'inder zum Tannenbaum begleitet und liest ihnen die Freude über die vorgefundenen Gaben von den strahlenden Augen ab. Nun wenden sich Eltern und Kinder den Zuschauern zu, winken ihnen, das Bild verlischt, es wird dunkel, das Geräusch der Kurbel verstummt. Und in die andächtige Stille klingt eine merkwürdige fremde Stimme, die aber wohl doch dem Gefreiten Wendel gehören muß: »Das Ist das Weihnachtsgeschenk einer Kameradenfrau für die 3. Kompanie.« Der vermeintliche Bauer Von Wilhelm Schifer Der alte Haeseler war nach »einem Abschied als Fcldmarschall in Nieder-Barnim Gutsbesitzer geworden^ aber nach feiner kargen Art keiner, der zum Vergnügen in den Feldern herumritt; sondern er sah nach dem Rechten, und wo es nötig war, griff er «elber mit an. Als er einmal aus einem heißen Vormittag redlich möde nach Hause gingi hemdHrmelig und den hageren Kopf im Schalten eines breitrandigen Erntehutes, sah er aus wie ein alter Bauer; ein Hu-■arenleutnaat, der sich auf einer Feld- dienstübung verritten hatte und nach dem Weg gegen Wriezen fragte, nahm ihn dafür. Deshalb, als der vermeintliche Bauer ihm zwar die gewünschte Auskunft gab aber mit spitzen Fingern auf sein Pferd zeigte: der Gurt sei zu eng geschnallt, er nähme dem Tier den Atem! wurde der Leutnant hochmütig. Das ist l*®!" Ackergaul, sondern ein Oflizierspf^erdl verwies er dem Mahner die Einmischung und fügte lachend hinzu: Ja, ist etwas anderes! Dann aber wollte er einlenken und fragte den Alten |ovial: Auch mal gedient? Lange Zeit her, was? Zu Befehl. Herr Leutnant! gab der alte Graf belustigt Antwort, . _ Wo denn? wollt« der |oviale Frager Wissen« Bei den Zietenhusaren, Herr Leutnant! Alle Wetter! staunte der Leutnant: Befördert worden? Jawohl, Herr Leutnant! "Gar noch Wachtmeister? staunte der ahnungslose Jüngling weiter und pät-schelte seinem Pferd, das von den Fliegen unruhig war, den warmen Hals. Zu Befehl Herr Leutnant! sagte der vermeintliche Bauer: Bis zum Feldmar-schalll, nahm gänzlich unmilitärisch seinen breitrandigen Strohhut ab. daO sein in der ganzen Armee wohlbekanntes Ledergesicht zum Vorschein kam: Mein Name ist Haeseler! grüßte er und ging davon, nicht ohne noch einmal mit spitzen Fingern auf den Gurt zu zeigen. Hätte er sich bei der nächsten Biegung des Weges umgewandt, würde er gesehen haben, daß der Leutnant abgestiegen war und an dem Gurt nestelte; aber dessen war der alte Haeseler sowieso gewiß. Auf „Hundnrt Varlflq Albert Langan—Ototy MüUw, Munctien t9iO,