Deutsche Macht (Krüher „HiMer Zeitung"). •tlchtiat >r»i» Sllltrlli »»» ••aatai ■•tfnl m» fili Ctlli »u ;4u1tr&*M tat H»»« oumiUA f. —M. Mnuittttm I- l.M> R. , tuqjdtrii (L fc—, vitl »Kttcll f. l.M, f. t.to, i| B. t.to. CMt ttniclM Rsmaci T h. Zisnitt naa X0< klalrl»« int M)»nl lilliitrt «». «(»«tilg» k. OalilKnn*» Htrr«»». «. e«c(4(ta»tra » « Ktbirttad »glich, mit In 6««- itlt Jrtrrt«j<, f—II Sit »« llt t—• tu» Ridailtait- — KKlaautuac* mHlni. — fR»«ukti»t» mrt«» »Ich« iurtlie deutsche Spruche ats Waffe unserer Aeinde. Unter den Waffen, deren sich die Slove» neu und ihre SiammeSbrüder im Kampfe ge» gen das Deutschthum bedienen, befindet sich zum Leidwesen jedes Deutschen — die deutsche Sprache. Nicht eine gering« Anzahl politischer Blät» ter unserer mit einem Auge nach Moskau schielenden Gegner schreiben ihre haßersüllten Artikel und sonstigen Korrespondenzen in unserer Muttersprache, in d e r Sprache also, welche, wie jüngst in einem slovenischen Blättchen deutsch zu lesen war, vorzüglich dazu geeignet sei. die heranwachsende Jugend unserer nationalen An-tipoden, „moralisch zu verderben, und geistig zu verkrüppeln." Wenn unsere Gegner im Laufe der Zeit zu dieser Ansicht gelangt und von deren Un-ovsechtbarkeit auch überzeugt sind, so wird e» wohl gestattet sein, die ,^rage auszuwerfen, warum denn dann s i e, die Pionmere der slavi-sehen Cultur, es nicht verschmähen, sich dieser für ihre Interessen so überaus gefährlichen, und von ihnen tödtlich gehaßten Sprache zu bedienen? Warum schreiben sie denn nicht in ihrer eigenen so wohlklingenden Sprache, die überdies auch schon so weit ausgebildet ist, daß die Redaction d?S slovenischen Wörterbuches mit Zuhilfenahme serbischer, kroatischer, böhmischer und russischer Wörterlexica bereits über die drei ersten Buchstaben des Alphabete» hinaus gediehen sein soll? Warum, fragen wir, bedie-nen sie sich denn nicht ihrer eigenen Sprache, die ja nach dem Urtheile unbefangener Stove* nen besonders reich an Worten Hn soll, um — Uafläthigkeiten zu bringen ?! Warum nicht ? Die Antwort auf diese gewiß berechtigte Frage ist nicht schwer. Sie schreiben deutsch, wtü es ihnen sonst an einem Leserkreise fehlen „Die Kunst, Held zu machen." Um die ausgezeichnete Tugend der Genüg-samkeit nicht in Versuchung zu führen, begin-nen wir mit der loyalen Erklärung, daß wir daS Streben nach Reichthum auiao aacra tamea, den dämonischen Durst nach Geld, nicht für schlechthin verwerflich halten können. Unstreitig ist das Beil dem Wilden eine große Wohlthat, die Maschine, die das Beil vertritt, eine größere, der Mensch, der die Maschine erzeugt, übertrifft sie beide, und das Geld, das die Dienste des Beiles, der Maschine und des Men-schen verschafft, erscheint als das nützlichste und begehrenswertheste aller irdischen Güter. Ein Traktätchenmann und ein kalter Skeptiker wer-den über die meisten Dinge der Erde verschie-dener Meinung sein, aber desto gewaltiger die Lust verspüren, einander auf den Leib zu rücken und mit Argumenten auf einander loSzuhauen. DaS einzig wahre Gut aus Erden ist daS Geld, ruft der insolente Zweifler aus. So nennet mir doch ein größeres? Talent, Gesundheit. Kraft, Genie, schöpfen sie nicht Alle ihren RechtStitel auf Achtung aus der Fähigkeit, Macht und Geld zu schaffen? Sie sprechen von Tugend, mein lieber, wackerer Hurone — natürlich, natürlich ... Sie sind blond gescheitelt, scheinen ganz vernarrt in ihren fadenscheinigen Anzug, würde, der groß genug wär«, um die Regie zu decken, und außerdem dieseRitter von der traurigen Gestalt zu ernähren ; sie schreibendeutsch, weil es leider auch unter den Deutschen, sowie bei andern Nationen, eine große Anzahl Leute giebt, die entweder in Folge langjährigen Auf« entHalles unter Slaven over aus verwandt» schastlichen oder anderen Rücksichten ganz und gar ihre Abstammung vergessen haben, und, in ihrer Indolenz verharrend» nolens volens mit den Feinden ihrer Nation durch Dick und Dünn marschiren; sie schreiben deutsch für jene Gedankenlosen, denen es aus die Wahl ihres Leibjournals gar nicht ankommt, wenn es nur die von ihnen gestellte Hauptbedingüng er-füllt, das heißt besonders über Persönlichkeiten herfällt in einer Weise, die schorse Entgegnung und Zurechtweisung hervorrufen muß ; mit einem Worte, wenn eS für den Scandal. das tägliche Brod solcher politischer Eunuchen zu sorgen ver-steht; sie schreiben deutsch endlich für so manchen Biedermaier, der zwar einen slavi-schen Namen führt, es aber vielleicht trotz seiner grauen Haare noch nicht dahin gebracht hat, sich seinen Stammesbrüdern in gleichviel wel-chem Idiom immer verständlich zu machen, weil er trotz seines slavischen Namens in deut-schen Schulen seinen Unterricht genossen, sein Lebtag unter Deutschen gearbeitet hat. um sich des Lebens Nothdurft zu erringen, und sich jetzt — freilich etwas spät — plötzlich erinnert, glücklicherweise auch ein Slave, also ein Glied jener auSerwählten Nation zu sein, deren Wei» zen eben jetzt in schönster Blüthe steht, jener Nation, die sich plötzlich über Nacht zur ton-angebenden in Oesterreich emporgeschwungen hat. Für d i«s e verschiedenen Gattungen von ZeitunqSlesern schreiben sie deutsch in slavischem Geiste. Der gesinnungStüchtige Theil der deutschen Bevölkerung weiß sehr gut, was er von diesen Blättern zu halten hat, deren wie sollten Sie da auch nicht . . . ? Doch was Tugend zum Lebensgenüsse beiträgt, scheint nicht viel mehr, als eitle Befriedigung, sich besser als seine Nebenmenschen zu dünken. Sie sehen also, mein Bester, in der Wahl der „höchsten Güter", wie die Philosophen sich ausdrücken, hüten Sie sich ja, voreilig zu s:in . . . Wenn der bru-tale Klang des Wortes Geld Sie abschreckt, setzen Sie getrost für Geld — Sittlichkeit, Bildung, Freiheit, jawohl, Freiheit. Hat Adam Smith, der große Heilslehrer, den Reichthum der Nationen nicht als die mächtigen Quellen der Cultur, der Sitte und der Freiheit gepcie» sen und zugleich erweislich gemacht? Eine Na-tion von armen Leuten ist eine Nation von sei-leu Sklaven. Was versolgen die Nationen Tag für Tag mit ängstlichen Blicken ? Nicht ein? Er-höhung des Kriepsruhms, das Wachsthum des Territoriums, sondern die Menge gedrückter Baumwollzeuge und Manusacte, die sie expor» tiren. Producirt! Producirt! Producirt, bis Euch die Hände brechen! so lautet der schrille Ruf der Völkerhirten an der Spitze der Natio» nen und in einer solchen Zeit ist eS übel ange-bracht, den Einzelnen auf das kärglichste Los zu verweisen. Viele Philosophen haben großen Schweiß verschwendet, den Reichthum zu schmähen und seine Gefahren zu schildern. Aber auch die Ar- Leiter die deutsche Spracht — entwenden mußten, um dieselbe im Kampfe zu ge-brauchen gegen Alles, was deutsch ist, das heißt: gegen AlleS, was diese GeisteS-Pygmäen für sie unerreichbär vor sich erblicken. Daher gelang «S ihnen bisher auch nur sehr selten, Eingang zu finden in deutsche Häuser, obwohl sie dieS auf alle mögliche Weis« versuchen und selbst Hinter-psörtchen nicht verschmähen. Wir können unseren politischen Gegnern den Gebrauch der deutschen Sprache leider nicht verbieten; wir müssen eS ruhig mit ansehen und anhören, wie unsere schöne Sprache in dem Munde unserer Gegner mißbraucht und herab» gewürdiget wird; allein, daS steht in unserer Macht, durch festes Zusammenstehen und ziel-bewußtes Handeln der weiteren Ausbreitung dieser Preß-Phylloxera einen Damm entgegen-zusetzen. Und da möchten wir unS an jenen Theil der deutschen Bevölkerung wenden, der theils übel berathen, theils indolent, die gegen das Deutschthum inS Feld ziehenden publicisti» schen Organe der Slaven bisher, sei eS direct oder indirect. unterstützte. Schon die Lectüre dieser Pamphlete auf das Deutschthum ist für den Deutschen ein Verbrechen ; Heller Wahnsinn wäre e« aber, die das Deutschthum bekämpfen-den publicistischen Organe durch Abonnement« mit deutschem Gelde zu unterstützen. Man weise sie hinaus aus jedem deutschen Hause, in daS sie sich auf krummen Wegen eingeschliche», und zeige ihnen mit Verachtung den Rücken. Aber nicht nur aus den deutschen Häusern, auch auS allen jenen öffentlichen Localen, in denen Deutsche verkehren, verbanne man die in d e u tsch e r S p r a ch e d a s deutsche Volk hetzende slavischePreßmeute. Dieß sind die Besitzer jener öffentlichen Lvcale ihren deutschen Gästen schuldig; für daS slowenische Publicum stehen ja ohnehin iu slovenischer Sprache nnd in slovenischem Geiste muth, so dünkt uns, hat Gefahren. Reichthum hüllt wie ein Kleid von Asbest und schützt die Tugend vor den zügelnden Flammen der Ber» suchung. Der JägerSmann pflegt oft den Hund zu rufen, der wie besessen Strauch und Busch durchstöbert, wo sii einbar nichts zu suchen ist. Das kluge Thier läßt sich durch den Irrthum seines Herrn nicht verleiten, es hat die Witte-rung und bringt im Triumph die Beute herbei. Der gewöhnliche cornrnon sense feiert solche Triumphe übn die hohe Weisheit der Magi» ster und Professoren! Wie sehr geistreiche Männer mit hohem Stolz daS Streben nach irdischen Gütern ver-dämmt und das Los der Armuth gepriesen haben, so erfuhren sie das Los so vieler geist» reicher und witziger Männer; man hörte ihnen mit Vergnügen zu und richtete sich strikte nach dem Gegentheil. Große Geister pflegen in dem Punkte sehr zu irren, dah sie die Kra't verach» ten. die in der instinktiven Meinung der großen Menge liegt. Allein ihre Weisheit hat nur Be-rechtigung. wenn sie dem intimsten Gefühle, dem Herzen des Durchschnittsmenschen entspricht, sonst sind ihre Einsälle Schrullen, ihre Lehren kalte Theorien. Der allgemeinste Drang unter den Menschen ist, ein Weib zu freien, einen Herd zu gründen und mit einen» Freund am eigenen Tisch das Brod zu brechen. Die Lerche steigt 2 geschriebene Blätter zur Verfügung. Die Herren Elo",nen könnten doch zufrieden fein, wenn da« Deutschthum in den ihnen geläufigerem sloveni-schen Idiom herabgewürdigt und verunglimpft wird. Sie sind ja sonst entschiedene Gegner ber deutschen Sprache, die sie aus Amt un? Schule verdrängen wollen. Deßhalb also soll diese ver-haßte Sprache gerade nur in der slavischen Presse Anwendung finden? Entreißen wir unseren politischen Gegnern die Waffe, die sie im Gevrauche der deutschen Sprache gegen uns führen, dadurch, daß wir ihre in unserer Muttersprache geschriebenen Blatter« ntschteden von uns weisen, und unterstützen wir dagegen, wie eS Pflicht eine« j'den deutschen Manne« »st, die unser nationale« Str'ben sör-dernde deutsche Presse. Nur durch ein ziel-bewußte«, harmonische« Zusammenwirken aller Factoren. die da berufen sind, einzustehen für die kostbaren Güter unserer Nation, können wir Deutsche den Sieg erringen über die gegen un« anstürmende Phalanx unserer in ihrer Stärke nicht zu unterschätzenden Feinde! politische Rundschau. Inland. sSteiermärkischer Landtag. ] Der steiermärkische Landtag wurde am 25. v. Mt«. eröffnet. Die bisherige Thätigkeit desfcl-den beschränkte sich zumeist auf die Constitu» irungs-Geschäfte, und werden nun vorerst die Ausschüsse da« ihnen zug«wiesene zahlreiche Material« an BerathungS-Gegenständen zu de-arbeiten haben. Unser Abgeordneter Herr Bürgermeister und kais. Rath Dr. Neckermann wurde in mehrere Ausschüsse gewählt. sProfessor Schuklj« im traini-schen Landtage.] Die von den Blättern gebrachte Nachricht über die Ausschließung ve« Pros. Schuklje au« dem nationalen Landtag«-Club entpuppt sich nunmehr al« eine Zeitung«. Ente. Professor Schuklje wurde im Gegentheile, allerding« nach einer ziemlich lebhaften Debatte, in den genannten Club mitMajo-cität ausgenommen. Nur fünf Abfte-ordnete stimmten für dir Ausschließung. Ein Nachspiel wird di» Geschichte aber doch haben. Kleine Ursachen, große Wirkungen: Der naito-nale Club der Slovenen wird sich in Folge des die Ausnahme Schuklje'« becrettrenden Majorität«» Beschlusse« wohl schon in nächster Zeit in zwei Lager spalten. sC l e r i c a l e Petitionen.] Die Cle-ricalen hoffen gegen den Menge r'fchen Antrag bezüglich der Sonntagsruhe eine Mil-lioit Unterschriften zusammen zu bringen. Wie sie das machen, erzählt der Corporator in FloridSdorf P. R. Eichhorn im „Vaterland". Mühe-und kostenlos besorgen die« die Pfarrer. Der sorglo« jauchzend zum Himmel, der Tauberich schnäbelt ohne Harm mit der Taube, aber der Mensch muß zahlen bei seiner Geburt, er zahlt für Schwärmerei und Liebe und muß ein Er-kleckliche« zahlen, wenn er beabsichtigt, in den ewigen Frieden einzugehen. Darum hat die Na-tionalokonomie auf der ganzen Linie gesiegt. Allein wie ein glücklicher Kaufmann und feiner Rechner neigt sie sich zur einsamen Moral im Schmollwinkel mit den Worten: Im Grunde, meine Beste, gehen unsere Wege nicht so ganz auseinander! Wenn e« im Reichthum weniger verdienstlich ist, tugendhaft zu sein, so ist e« doch um viele« leichter. Warum nicht ein wenig mit der Gebrechlichkeit der Menschen rechnen. Liebste . . . ? So denken die Kinder unsere« Jahrhunderts, so denken mehr oder weniger wir Alle. Wir haben demzufolge da« kleine Büch-lein mit dem echt Barnum'schen Titel „Die Kunst Geld zu machen" unter weniger schau-dernder Entrüstung zur Hand genommen, als idealifchen Gemüthern in solchen Fällen geboten scheint. Von Barnum, so dünkt uns, kann man Manches lernen. Sein Geist ist überall in nnse-rer Welt zu spüren, in den Palästen, in den Academien und Parlamenten sickert der Hum-bug durch die Po'en der Wände. Selbst die Poesie, die heilige und himmelgeborene, scheint ziemlich aussichtslos, wenn der Poet verschmäht, „ ZSachl " Genannte gibt folgende Anweisung: „Der prac-tisch« Seelsorger geht mit je einem Bogen zum OrtSoorstande jeder Ortschaft feiner Pfarre und bittet ihn, die Gemeinde einzuberufen; alle Hau«- und Häuseleigenthümer kommen und unterschreiben. JmNothfalle kann man gewöhnliche Schreibbögen mit Unterschriften ausfüllen lassen und der Petition anhängen. Um was es sich ha.idelt, da» brauchen die unter-schreibenden „dummen Bauern" nicht zu wissen ! Unterschreiben ! Unterschreiben ! IReichsrathSwahl im Saazer Bezirk.! Von einem großen Theile der Wäh-lerschaft wird die Wiederwahl des Reichsrath«-abgeordneten Dr. Bauhan«' propagirt, wäh-»end die Anhänger de« Deutschen Club« einen deutschnationalen Kandidaten aufstellen wollen. Als solche werden bisher Pro feffor Rebhann in Brüx und Dr. H a n S S t i n g l in Krems genannt. Die Antisemiten werden als Zähl-Candidaten den Gymnasial-Pro-feffor Aureliu« Polzerin Horn aufstellen. Professor Dr. Knoll soll die Candidatur abgelehnt haben. [Zur Abgeordneten wähl in Steuer.] An Stelle de« verstorbenen Abge-ordneten Wickhoff wird StaatSanwaltS-Substi-tut Dr. v o n S t o n r z h für den Reichsrath candidirt. Der Genannte wurde bekanntlich wegen seiner, dem gegenwärtigen Regime ab-holden politischen Haltung vor nicht langer Zeit von Wien nach Steyer übersetzt, wo man ihn kalt zu stellen meinte. Ausland. Spanien. König AlfonS XII. ist am 25. d. Mts. Morgens 9 Uhr, an Schwindsucht ge-storden. Der entschlafene König, welcher daS 28. Lebensjahr erreicht hatte, wurde, nachdem die republikanische Partei in Spanien abge-wirthschaftet hatte, am 29. December 1874 als König von Spanien proclamirt und hielt am 14. Jänner 1875 seinen feierlichen Einzug in Madrid. Der junge Herrscher erfreute sich in seinem Lande großer Popularität, die sich stet« mehrte und sein muthvolles Benehmen während der Cholera-Epidemie der letzten Zeit trug vollend« dazu bei. ihm die innigste Liede seine« Volke« zu gewinnen. König A l f o n f o war zweimal vermählt. Die erste Gattin, feine Cousine D?nnaMer-rede« starb schon im Jahre der Vermählung (1878). Am 29. November 1879 vermählte sich der König zum zweitenmal« mit d«r österr. Erzherzogin Mari« Christin«. Tochter de« verstorbenen Erzherzog« Carl Ferdinand und der Erzherzogin Elisabeth, Schwester de« Erzherzogs Albrecht. Auf da« Leben des dahin-geschiedenen Königs wurden zwei Mordatten» mit der Jnvocation an die Muse die Anru-sung unserer Neben Frau der Reclame zu verbinden. Humbug ist nicht der gemeine Schwindel, er ist Schwindel schlechtweg. Wir sind wie die mit Schnupfen Behafteten, wir riechen nicht den Übeln Duft de« Schwindels. Wa« ist Ehre'( fragt Fallstaff; wa« ist Schwindel ? fragt Bar-uum. Bloß, Ueb-rtreibung ist doch sicherlich nicht schon Schwindel. Wenn Johann Hoff kein Wohl-thäter der Menschheit ist, ist er doch auch kein Schwindler. Barnum gewährte allerdings dem Publi-cum nie die Befriedigung, die er versprochen, aber er gewährte ihm die Sensation gestachel-ter Neugier und das Vergnügen, Recht dehal-ten zu haben. Er stellte einst eine alte Negerin au«, 171 Jahre alt, kein Tag fehlte; sie war die Amme Washington'«; Atteste. Urkunden, Auszüge au» dem Kirchenregister bewiesen es haarklein und deutlich. Einige glaubten. An-dere bestritten e«, Alle strömten jedoch in Bar-nun,'« Bude. Mit jeder Besichtigung wurde die Sache noch zweifelhafter, Niemand hatte Ge-wißheit und Barnum hütete sich wohl, zu ver-rathen, die 171jährige N«g«ramm« Washington« sei der geschickteste Automat, der jemals von Menschenhänden hergestellt wurde. Von tadel-loser Scrupulosität zeigt ein solches Vorgehen 1885 tat» gerichtet. Am 25. October 1878 schoß der 23jährige Juan Oliva y Moncasi in Madrid eine Pistole auf den König ab, ohne ihn zu treffen, der zweite Mordversuch ereignete sich am 30. December 1879 al« der König mir seiner Gemahlin von einer Spazierfahrt in den Palast zurückkehrte. Diesmal war es ein ILiäh-riger Zuckerbäckergehilfe, der auf den Herrfcher zwei Pistolenschüsse abfeuerte, die ihr Ziel verfehlten. Mit seiner zweiten Gattin, die ihm 2 Töch-ter gebar, ledie der König in der glücklichsten Ehe. Die 5 Jahre alte PrinzesfinMaria dela Mercedes wird unter der Regent-schast ter Königin-Wittwe Christine z u r K ö n i-ginproclamirt werden. Die Königin sieht jedoch ihrer Entbindung in einigen Monaten entgegen, und ist daher die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß noch ein männlicher Thronerbe geboren wird. Der Prätendent D o n C a r l o S soll er-klärt haden, daß er bi« auf Weiteres in Vene-dig bleiben und die Entschließungen seiner Partei abwarten werde. Ara»treich. In Pari« beherrscht dieWahl de« Präsidenten der Republik, die Mitte December bevorsteht, die jetzig« Lag«. JuleZ Gr 6 vy gefällt sich im Elysäe uid hält sich überzeugt, daß die Republik ohne ihn nicht bestehen kann. Hngland. Die Wahlen in England nehmen einen tragi-komischen Verlauf. Wenn e« in der bisherigen Weise fortgeht, so erhält keine der beiden um die Regierung de« Reiches concur-rirenden Parteien, weder die conservativ«, noch die liberal«, eine Majorität. Bisher wurden 91 Konservative, 91 Liberale und 6 irische Nationale gewählt. Die Conservativen gewannen 35, die Liberalen 6 neue Sitze. ?om serbisch-bulgarischen /triegsschauptake. Die Serben machen die letzte Aiistren» gung an der Grenze, um. wo möglich den Einmars v der bulgarischen Arme« inSerdien hintanzuhalten, wa« ihnen aber kaum gelingen wird. Das Haupiquartier der Serken befindet sich in N i s ch. Die Mächte haden mittlerweile bei der serbischen Regierung Schritte gethan wegen Einstellung der Feindseligkeiten; König Mi-1 a n ertheilte auch sofort die entsprechenden Befehle und ließ hievon die bulgarischen Com-Mandanten verständigen. Der österreich.-ungar. Gesandte Graf Khevenhüller in Belgrad wurde von seiner Regierung beauftragt, sich rn da« bulgarische Hauptquartier zum Fürsten Ale-xander zu begeben, um denselben von weiteren Versuchen, nach Serbien einzudringen, adzura-theil und zur Einstellung der Feindseligkeiten zu veranlassen. Fürst Alexander dürfte jedoch nicht, aber wer wird in Handel und Wandel die tadellose Scrupulosität eine« Gentleman fordern? Im Kodex de« »irengsten Rechte«, in den römischen Pandekten heißt e«: In vmptio» niduz ac veuditionibus lices circuravenire, zu deutsch: In Geschäftsfachen ist eS erlaubt. Einem wa« „vorzumachen". In Rom war den Kanf-leuten dies« Fr«»h«it eingeräumt, nur war es dem Römer durch die Sitte verwehrt, ein Mann solcher nicht verboten«?, aller mißfälliger Kniffe und Pfiffe zu werden. „Dieser Stoff kostet mich selbst mehr", „Ein solches Kleid hat Baroneffe Pfifferling gestern hier gekauft." Machen solche kleine Lügen de« täglichen Geschäftsverkehr« wohl zum Lügner? Wer da« Erwerbsleben kennt, weiß, daß mit ehrlicher Waare und ehr-licher Arbeit allein schwer aufzukommen ist. An der Stelle, wo im gewöhnlichen Moral-Kodex die Bescheidenheit steht, nimmt in der Handelsmoral i,aS „Herausstreichen" den Platz ein. Bet« und arbeit«, war der Wahlspruch der gesegneten Zeit, die man aus mehr als einem Grunde die gute, alte nennt. Annoncire und arbeite! ist der Wahlspruch unserer modernen Welt. Klugheitsmaßregeln wollen wir von Mr. Barnum mit Vergnügen annehmen, aber seine Ätoral, so sehr sie mit allen himmlischen Spe-cereien gewürzt ist, bitten wir uns freundlichst 1885 dem genannten diplomatischen FriedenSengel dermalen kaum Gehör schenken. Einer Nachricht auSZaribrod zu folge . überschritten die Bulgaren am 27. d. M. 9 Uhr 3V Minuten die serbische Grenze und marschirten nach Pirot. Auch die letzten Kämpfe um Zaribrod sind sonach für die Serben ungünstig ausgefallen. Bis auf Wid-din ist Bulgarien von Serben frei. AuS dem bulgarischen Lager, 6 Kilometer vor Pirot, wird unterm 26. d. %L3 Uhr Nachmittags gemeldet: Unter enthusiastischen Rufen zogen die Bulgaren mit dem Für-sten an der Spitz« um 12 Uhr in S e r-dien «in. Das GroS der bulgarischen Armee rückte in der Ebene bis ungefähr 5 Kilomettr vor Pirot vor. Die Serben hatten seit gestern die Positionen bei G o i n d o l im Centrum ge-räumt und fanden nur des Morgens einige Ge-fechte am linken und rechten Flügel statt. Die Schlacht begann um 4 Uhr; die 5 « rden vertheidigten sich hartnäckig, di« Bulgaren nahmen jedoch gegen 6 Uhr die Position links von Pirot. Die Nacht machte dem Kampfe ein Ende. Korrespondenzen. Laibach, 27. November. (O.-C.) [D e«tsch- Macht.« Der Vorsitzende constatirte mit Bedauern, daß in mehreren großen Nachbarstädten noch keine Ortsgruppen deS deutschen Schulverein« existi» ren. Diejenigen Mitglieder, welche Verbindun-gen dahin besitzen, würden sich große Verdienst« um di« Sch ilvereinSsache «rringen, wenn sie ihren Einfluß zur Errichtung von Ort«« gruppen verwenden würden. Ueber den allge-meinen Stand des Schulverein« sei erwähnt, daß der Verein in Oesterreich eine Mitglieder-zahl von circa 110.000 in 1060 Ortsgruppen zählt und daß fast keine Woche vergeht, in wel-cher nicht eine neue Ortsgruppe constitnirt wird. In Böhmen, wo das Deutfchihum den schwer-sten Kastivf um seine Existenz zu führen hat, giebt eS fast kein größeres Dorf, welche« nicht eine Ortsgruppe des Vereins auszuweisen hat. Im Deutschen Reiche steht daS Königreich Sachsen in den SchulvereinS-Bestrebungen oben an. ES existiren daselbst 60 Ortsgruppen mit über 6500 Mitgliedern. Die dieser Tage in Dresden stattgehabte Jahresversammlung des Landesverbandes Sachsen war von mehr als 2000 Personen aus allen Theilen deS Landes besucht. Bei dem lebhaften Verkehr dieses Lan-des mit dem benachbarten Böhmen findet die dem Deutschthum dort seitens der Czechen dro-hende Gefahr der Entnationalisirung die leb-hafteste Theilnahme. Es wär« jedoch sehr zu wünschen, daß auch in den nicht so direct be« rührten Ländern eine regere Theilnahme für den Verein Play griffe. Seiten« des Vereins wurde der Beschluß gefaßt, regelmäßige gesellige Vereinigungen abzuhalten. sDeutschlandS er st «Eisenbahn.] Zu dem ain 7. December stattfindenden 50-jährigen Jubiläum der e r st e n Bahn Deutschlands, der Nürnberg - Fürther LudwigSbahn. sind wohl nachstehende Mit-tHeilungen nicht ohne Interesse. Fast 20 Jahre hindurch wurde die Bahn abwechselnd mit Dampf« und Pserdekraft befahren und es war anfänglich sogar der Betrieb mit Pferdekraft vorherrschend, da nur tägtich zwei Fahrten mit der Lokomotive von Nürnberg nach Führt und zurück gemacht wurden. Gleich bei der Eröff-nung wurde der Betrieb derart geregelt, daß von 8 Uhr Morgens bis 6 Uhr Abends stündlich eine Fahrt von Nürnberg nach Fürth ging und von Fürth wurde der erste Wagen um 7 Uhr Morgens nach Nürnberg abgelassen und dann der nächst« um 8'/, Uhr und so fort nach jeder halben Stunde bis 5'/, Uhr Abend«. Acht Tage nach der Eröffnung tra» jedoch schon eine Beschrän» und an deren Fingern da« Gold im ganzen Umkreist wie an einer Leimruthe hängtn bleibt. Uebrigen«, so fügt der weise Mann hinzu, dünkt e« mich weniger unvernünftig, an Wünschelrute« und Fortunatssäckel, als daran zu glauben, daß ein Mann, der durch Zusatz von ein wenig Kohlenstaub zu seiner Chokolade oder durch eine Speculation in Pserdehäuten «in reicher Mann geworden, dadurch «in« inimenfe Geisteskraft verrathen und sich ein gewaltiges Verdienst um seine Mitbürger erworben. Die« ist jedoch die bedauernsiverthe Ansicht «ine« Dummkopfes, dem wir nicht lebhaft genug widersprechen können, mit der Versicherung unserer großartigsten Devo-tion für alle Mammonspriester vom Millionär aufwärts. Indeß möchten wir auch jungen Stre-bern, du das FortuuatSfäckel bisher bei sich nicht entdecken konnten und demzufolge ungedul-big werden, diesen emsigen, hoffnungsvollen Be« reitern ihrer Zukunft, möchten wir gerne etwa» Tröstliches sagen. Möchten sie Alle, so weit der Schwung des Glücke« sie nur trägt, sich hoch «> heben! Doch wenn auch die kostbare Aussaat sich ihnen in Dornen und Unkraut verwandelt, wenn mühbeladner Fleiß, wie das leider oft geschieht, nur körnerlose Aehren trägt, nun — auch dann ist noch nicht zu verzweifeln! Unter allen Mitteln, den Schmerz vergeblichen Rin-gens zu lindern, scheint die liebgewordene Ar-deit der freien Wahl die reichste Befriedigung zu gewähren. Viele Genüsse kann der Reich-thum geben, doch dieser höchste, der in der vol» l«n Bethätigung der Menschheit liegt, gehört der Arbeit an. an der Kopf und Herz Antheil haben. Wir wissen wohl. Arbeit muß oft um den kargen Lohn ringen, und unter saueren Wo-chen ist ihr nicht oft ein frohes Fest oeschieden. Ein solcher ArbeitSmann, in dem nicht ein Tröpfchen von Barnum's Blut zu finden ist, wird allerdings nicht, wie der glückliche Schau-budenmann in Newyork, von dem verehrunqs-würdigen Wahlpublicum auf den Schild geho-ben, zum Bürgermeister und V»lk«vertreter ge» wählt iverden. Wenig« werden unterwürfig den Hut vor ihm ziehen, feine Hand zum Brechen schütteln und, die Rechte auf dem Herzen, be-theuern, wie die Gesundheit ihre« lieben Mit-bürgers si« mit so vi«l Wonn« erfülle. Selbst seine beste» Freunde werden von dem Wackeren mit mitleidiger Anerkennung nur zu sagen wis-sen : „Ein tüchtiger Mensch, bei Gott, ein aus« nehmend tüchtiger Mensch!" Oft wird er an den schönsten Feiertagen einsam seines Wege« gehen, und wenn sein Rock unterdeß fadenschei-nig geworden, läuft er ganz gewiß Gefahr, von der Polizei statt des erwischten Gauners ins Loch gesteckt zu iverden. Allein, thut nicht«! Im stillen Kämnierlein über seine Arbeit ge» beugt, iverden dem treuen Kämpfer schöne Stun-den dämmern. Nicht da« anspruchsvoll« Weib, nicht der zweifelnde Freund rauben ihm die Süßigkeit selbstvergessener und hingebungsvol« ler Arbeit, sein starke« Herz nimmt einsam den hohen Schwung, um das Werk lediglich des Werkes willen zu thun. Und wenn dem Braven auch daS volle Glück nicht zutheil wird, dessen sein reiches und hochfliegendes Gemüth sähig ist. so wird Arbeit allein ihn vor Unmuth und bitterer Klage bewahre». P. P. 1885 kung im Betriebe ein, indem sür die Dauer der Wintersaison die erste Fahrt von Fürth erst u»t 8'/, Uhr und von Nürnberg gar erst um 9 Uhr abging. Dabri wurden die Fahrten zwi-schen 12 und 1 Uhr Mittags ausgesetzt. (Jetzt verkehren die Ziig-- auf der Ludwigsbahn von 7 Uhr Morgen« bis 11 Uhr Nacht«.) Nach und nach wurden die Dampf.Fahrten vermehrt, so daß am Schlüsse de« ersten BetriebSjahre« mit Dampf 2364 Fahrten gemacht und hiemit 245.809 Personen (also durchschnittlich pro Fahrt 105 Personen) befördert waren, wäh« rend durch die 6001 Fahrten mit Pferden 203.590 Personen (also im Durchschnitt pro 35) befördert wurden. Im Laufe der Jahre wurde dann die Einrichtung getroffen, daß Vormittag« mit Pferden und von Mittags au mit ver Loko-motive gefahren wurde. Im Jahre 1856 wur« den die Fahrten mit Pferden gänzlich auf der Linie Nürnberg — Fürth aufpehoben und nur sür die Verbindung von Fürth mit der Staats-bahnstation „Fürther Kreuzung« zur Personen» b«förderung beibehalten; es war nämlich bei der im Jahre >844 zur Eröffnung gelangten staatlichen Siiv.Nordbahn die Stadt Fürth nicht direkt ins Bahnnetz einbezogen worden und e« war deßhalb der im Privilegium vorgesehene Anschluß der LudwigSbahn an die StaatSbahn erforderlich. Als dann später im Lause der Jahre Fürth in'« Staatsbahnnetz einbezogen wurde, war dieser Anschluß nicht mehr erfor» derlich und mit 1. October 1362 wnrde der Dienst mit d«n für die Fahrten zur Fürther Kreuzung noch zurückbehaltenen drei Pferden e,n« gestellt und die Pferde veräußert. sDas Jubiläum einer Blume.] Vor genau 100 Jahren hielt eine üppige Schön» heit mit allerdings kalten Reizen ihren Einzug in Europa, nachdem sie bis dahin nur im hei» ßen Mexiko gelebt hatte. Es »nar die G e o r« g i n e. Einst in Deutschland eine Fremde unter ihren vielen Schwestern, ist sie ein« der verbrei« leisten Gartenblumen geworden. jWaSdie Parlamente kosten.] Die Kosten des französischen Parlamen'e« de-lausen sich nach dem Budget für 1885 auf 7,394.230 Francs. ES ist interessant, diesen Angaben einige Notizen über die Diätenver-hältnisse in anderen Ländern gegenüber zu stellen. Außer in Fraikreich werden bekanntlich nur im Deutschen Reiche, in Griechenlano und in Serbien die Abgeordneten durch da« allge-meine Stimmrecht gewählt. In Deutschland be-sitzen die Abgeordneten keine Diäten. Der Etat sür den deutschen Reichstag pro 1885—86 gibt daher auch nur Ausgaben im Betrage von 409.670 Mark an. In Griechenland besteht die Volksvertretung (eine einzige Kammer) au« 244 Deputirten, von denen jeder 2000 Drach« men (1 Drachme — 1 Franc) für eine Session bezieht. In Serbien besteht die Volksvertretung (Skupschtina) aiis 134 Mitgliedern, von denen übrigens 33 vom Könige ernannt werden. Jeder Abgeordnete bezieht 8 Para (Francs) von dem Tage ab, wo er sein Mandat in der (Skup» schtina ausübt, bis zn oem Tage, wo er in seine Heimath zurückkehrt. In Großbritanien beziehen die Mitglieder de« Unterhause« keine Diäten. Auch in Italien beziehen die Deputir-ten k«ine Diäten. In Belgien erhält jeder De» putirte 423*20 Franc« (200 fl.) für die Dauer der Session. Indessen müssen die in Brüssel wohnenden Abgeordieten ihr Mandat ohne Vergütung ausüben, ein heilsame« Mittel gegen die Ueberhandnahme der Berufsparlamentarier. In den Niederlanden erhält jeder Abgeordnete 4223 Francs (2000 fl.) jährlich. In Spanien übt der Abgeordnete sein Mandat au«, ohne dafür eine Indemnität zu beziehen. Im demo« cratische» Norwegen erhält jeder Abgeordnete 12 Kronen (16 25 Franc«) täglich für die Dauer der parlamentarischen Session. In Preußen beziehen die LandtagSabgeordneten wäh-"end der Session 15 Mark täglich. Da« Prin« cip der Demokratie hat am weitesten die Schweiz verwirklicht. Hier herrscht nicht nur daS allge« mein« und geheim« Stimmrecht, sondern es kann auch schon jeder Schweizer Bürger in den Nationalrath gewählt werden, welcher das zwanzigste Lebensjahr vollendet hat. Jedes 1885 Mitglied deS Nationalrathes bezieht außerdem zwanzig Francs täglich während der Dauer der Session; auch werden thut die Reisekosten vergütet. Die Mitglieder deS ö st e r r e i ch is ch e n Abgeordnetenhauses und des ungarischen Unterhauses beziehen, wie bekannt, ebenfalls Diä-ten. Im Voranschlage für 1886 ist das Crfor-derniß für den ciSleithanifchen ReichSrath mit 6K.85S fl. eingestellt. [Cvllegienrath Greffen.] Der auS dem Gefangenhause deS Wiener Landes-gmchteS entsprungene, zu fünf Jahren schweren Kerker verurtheilte, russ. Collegienrath Greffen wurde bis jetzt nicht wieder eingebracht. Derselbe hielt sich i» jüngster Zeit in Nizza aus, von wo er sich aber bereits wieder — un-bekannt wohin — entlernt hat. [Heiteres aus derTheaterwelt.] Herr» Blasel. dem neuen Director des Theaters in der Josesstadt zu Wien hat neulich eine dem Hühnenwesen fernerstehende Persönlichkeit un-wissentlich eine große Schmeichelei gesagt. Die-selbe beglückwünschte den Komiker zu den Er-folgen „seines Sohnes" im Josefstädter Theater. Llasel: „Ah, da muß i bitten, daS Josef-ftävier Theater hab' i ja selver." — „So, so! dann sind Sie also der junge Blasel. Ich habe Ihren Vater schon vor zwanzig Jahren als MenelauS in der „Schönen H.lena" bewundert. Tas ir ar ein vortrefflicher Komiker." —B l a-sei: „Ah, da muß i bitten. Der Vater bin i ja selber." — „DaS ist doch unmöglich. Wenn sie der alte Blasel sind, können Sie nicht auch der jung« sein." — Blasel: „Ah, da kenn i mich selber nimmer auS. Jetzt weiß i nit, bin i der alte Blasel oder der junge; aber das Eine weiß i g'wiß, i bin halt der Blasel." — ES gibt nämlich nur einen „Blasel". [„31 u s demRegenindieTraufe."] Ein junger Bojar, der eine zanksüchtige Frau geheirathet hat, wird von derselben so gereizt, »aß er sie schlägt. Die Frau eilt zu ihrem B^ter, bei dem sie sich bitter über ihren Kann beklagt. Der Herr Papa jedoch, sein Tö h-terlein wohl kennend, verabreicht ihr eine zweite Tracht und sagt: „So, nun gehe zu Deinem ! Manne und sage ihm, daß ich ihn gebührend desirast habe. Er hat es gewagt, meine Tochter l zu sch agen, dafür schlug ich seine Frau." [Ein Menschenfresser a. D. als j Missionär.] Bei der Diözesan-Versammlung j ,'atbiger Methodist,npriester, die vor einigen Tagen in Washington stattfand, stellte sich der Mssionär Solodor seinen College» als ehe-j «öliger — Menschenfresser vor. „Ich bin ein | geborener Fidji-Insulaner," bemerkte er, „und habe mich bis zu meinem 35. Lebensjahre groß-* tenlheils von gebratenen Missionären und ge-lochte». Reis ernährt. Seitdem mir aber die Erleuchtung gekonimen und ich selbst Missionär geworden, sind natürlich meute jetzigen Colle-gen durchaus sich*r vor mir." Darauf fragte > lfcn der Vorsitzende der Versammlung, ein Bi-| schos, augenscheinlich sehr intereffirt: „Lieber i Äiuder, wie schmeckte denn eigentlich das Mis-| swnärfleisch?" Solodor antwortete: „Größten- theil» war es weich und saftig, wie Maullhier-Ansch: es war indessen verschieden. Wie ich manchmal da» Fleisch von einem Affen und i einem Menschen, den wir uns au» einem der Lüstendorser geholt, nicht zu unterscheiden ver- > »achte, so war es mir auch hier und da un-möqlich, zwischen einem Missionär und einer Boa conatrictor in Bezug auf Geschmack einen ! Unterschied ausfindig zu machen." Ein sehr scherzhaster Herr, dieser Missionar von den Fidji-Inseln. sA m e r i k a n i s ch e R 111 a tn e.] Eine | berühmte Sängerin erhielt dieser Tage von «wem unternehmenden ?)ankee einen Engage-mentsantrag. wte er wohl einzig in seiner Art ( dastehen dürfte. Die Dame sollte eine Concert-lournvc durch Amerika machen und in Concer-ten Opernsragmenie im Costüm singen. Es wurde ihr eine große Summe geboten, dabei aber die Bedingung gemacht, daß sie auch den l „Rvmg in Thule" aus Gounod's „Faust" singen, statt des Spinnrockens dabei aber eine Mähmaschine neuester Construction verwenden müsse. Für diese Leistung wurde ihr ein Extra- ..Aentjche Wacht." Honorar von 1600 Dollars für den Abend an-geboten. Die Nähmaschine sollte eine elektrisch beleucht-te Tafel mit dem Namen des Erfin-derS und den Vorzügen deS Systems tragen. Die Künstlerin hatte große Mühe, sich von dent geschäftskundigen Amerikaner zu befreien, wel« cher ihr schließlich noch den Antrag machte, wenig-stens als Ophelia daS elektrisch beleuchtete Plakat einer Newyork« Privatheilanstalt für Irrsinnige um den HalS zu tragen. [Boshaft»] Man spricht von den ver-schiedenen Arten von Selbstmord. Professor X. bemerkte, daß manche Sklaven im Alterthum den Erstickungstod erlitten, indem sie ihre Zunge verschluckten. Madame Z. sagt darauf: „Das ist wahrlich eine bequeme Art des Selbstmor-des; ich würde sie, sallS ich mich je selbst töd-ten wollte, benähen." Eine boshafte Freundin (leise): „Aber in diesem Falle wäre eS kein Er-stickungStod, sondern eine Vergiftung." Deutscher Schutverein. Wien. In der dieSwöchentlichen Sitzung erstattete das Ausschußinitglied Dr. Groß Be-richt über den in WolkerSdorf kürzlich abgehal-tenen Ortsgruppentag, welcher zahlreich besucht war, und allgemeinem Interesse begegnete. Hier-auf berichtete Dr. Maresch über die Constitu-irung der Ortsgruppe St. And^ae, bei welcher insbesondere die Landbevölkerung ihre lebhaf-teste Theilnahme durch zahlreiches Erscheinen bekundet hatte. Ferner wurde zur erfreulichen Kenntnis genommen, daß die Vorsteherinnen der Frauenortsgruppen Wiens sich geeinigt haben, einen nemeinsamen Aufruf zur Gewin-nung von WeihnachtSspenden für den Schulver-ein ergehen zu lassen. Von Bewilligungen ist zu erwähnen ein weiterer Beitrag für den Schul-bau in Koscha, und die Gewährung von Lehr-mittein und Schulgeld für arme Kinder in Malesitz. Die Schule i» Jablonetz erhielt eine kleine Büchersammlung, die Anstalten in Berlau und in Sehndorf die entsprechenden Lehrmittel. Für eine Reihe von Vereinsanstalten wurden Beträge zu WeihnachtSspenden gewidmet, wäh-rend in niehreren Fällen daS angesuchte Einschreiten deS Vereines mit Rücksicht aus die Statuten abgelehnt werden mußte. Dem Ver-eine sind wieder namhafte Spenden zugeflossen. Locates und Arovinciates. Cilli, 28. November. [P e t {o tt a l n a ch r i cht.] Der hiesige Vicar Herr Anton Schlander wurde zum Pfarrer in Wiiidischgraz ernannt. Die Bewoh-nerschaft der Stadt giebt sich der Hoffnung hin, daß die erledigte Stelle mit einer Persönlichkeit besetzt werden wird, welche der deutschen Be-völkerung nicht feindlich gesinnt ist. [Eine f l o v e n i s ch e D e m o n st r a-t i o n.] Bei dem in der steiermäkifchen LandttgS-sitzung am 25. d. M. vom Landeshauptmanne dem verstorbenen Abgeordneten K a i s e r s e l d gewidmeten Nachrufe gingen die Herren Rai5 und VoSnjak auf die Gallerie, während die übrigen Slovenen — mit Ausnahme Gödels, sich von ihren Sitzen nicht erhoben. Also selbst über daS doch sonst alle Gegensätze ausgleichen-de Grab hinaus, vor dem schon die Religion ein entschiedenes Halt! gebietet, reicht die blinde Veriolgungswuth unserer politischen Gegner die zum größten Theile auS k a t h o l i s ch e n Priestern bestehen, die daS Evangelium der Liebe und des Friedens — predigen! [Heiteres aus der slovenischen Presse.] DaS unfreiwillige Witzblatt „Slo-venSki Narod" sorgt in unseren hochernsten Zeitläuften dafür, daß auch unser Zwerchfell as und zu in wohlthuende Erschütterung ge» räth. Mit einer geradezu staunenSwerthen vis cor' ica wirkt dieses mit dem „alten Kikeriki" und ähnlichen Witzblättern um die SiegeSpalme ringende Organ der Slovenen auf unsere Lach-muskeln. Wir bringen heute wieder zur Er-heiterung unserer Leser an anderer Stelle un-seres Blattes eine „wort- und sinngetreu: Ueber-setzung" der in dem genannten Blatte enthal- 5 • tenen Correspondenz auS Cilli vom 21. d. M. Wer bei der Lectüre derselben in keinen Lach-krampf verfällt, kann von Glück sagen! Wir ließen die markantesten Stellen mit durchschossenen Lettern drucken. [Kinde r-T h e a t e r.j Der Jugend und ihren Freunden stehen zwei interessante, genuß-reiche Theaterabende in Aussicht. Herr Director LöcS aus Graz wird mit seinen jugendlichen Eleven zwei Gastvorstellungen geben, und zwar Montag, den 30. d. M, u. Dienstag den 1. De-cemder. Zur Aufführung gelangen die reizenden Märchen: „R o t h k ä p p ch e n" und „U »ter der Erde" oder „Erdmännchen, Apfelbaum und Flöte", brillant ausgestattet und mit hübschen Gesangseinlagen versehen. Die Leistungen di^eS Gastspiel-EnsembleS stehen hier gewiß noch in bester Erinnerung; sind doch diese Gattung Vor-stellungen gleich interessant sür Alt und Jung. Wir sind begierig, den Fortschritt wahrzunehmen, welchen diese jugendliche Künstlerfchaar seit ihrer letzten Anwesenheit in Cilli gemacht; hat sich dieseS Gastspiel-Ensmble doch in voriger und dieser Saison an größeren Theatern, wie Linz, Salzburg. Preßburg. Oedenburg, Baden. Jglau etc. der allgemeinen Anerkennung und des größten Beifalles zu ersreue» gehabt. DaS jüngste Mitglied dieser Gesellschaft zählt 5 Jahre. [Der Bau deS hiesigen Spar« cassagebäudeS] wurde dem Bauunrer-nehmer in Graz Herrn Josef B u 11 m a n n übertragen. Durch dieses Gebäude und den vom Architekten Herrn Walter in Cilli in Aus-sührung begriffenen „Pauser-Hos" wird unsere Ringstraße erst zur Gellung gelangen. [Tarifreform aufder Südbahn.s Der commercielle Director der Südbahn ist in Graz eingetroffen, uin mit den HandelS-Kam-mer-Mitglieder» wegen deren Wünsche bezüg-lig einer Tarifreform zu verhandeln. Die genannte Körperschaft u ill b.kanntlich um Ver» staatlichung der Südbahn petitio-niren. [Landes-Hypothekenbank in S t e i e r m a t f.] Der Landesauschuß hat beschlossen, dem Landtage in dieser Session einen Antrag aus Errichtung einer Hypothekenbank noch n i'ch t vorzulegen, vielmehr neuerliche Erhebungen zu veranlaßen, um ein nach allen Richtungen hin befriedigendes, gründlich gearbeitete« Elaborat diesbezüglich dem im nächsten Jahre zusautmentretenden Landtage unterbreiten zu können. [B a u e r n v e r e i n U m g e b u n g M a r-bürg.] ES ging unS nachstehende vom Bauern-Verein Umgebung Marburg an die Sparcasse-Direction Marburg gerichtete Petition zu, in welcher die von Elementarereignissen so schwer betroffenen Grundbesitzer um Nachsicht der Zinsen und Rückzahlungsraten von ihren Schuld-Capitalien für dieses Jahr nachsuchen, und um deren Veröffentlichung wir ersucht wurden. In-dem wir diesem Ansuchen gern entsprechen, glauben wir nur uns re publicistische Pflicht zu erfüllen, die eS uns gebietet, für die Jnter-essen unserer wackeren Landwirthe jederzeit ein-zustehen. — Die Petition lautet: „Löbliche Sparcasse-Direction! Der gefertigte Bauernverein Umgebung Marburg hat den Beschluß ge-faßt, anläßlich der i» diesem Jahre so verh?e» rend ausgetretenen Hagelunwetter in den Mar» burger, Leibnitzer und Pettauer Bezirken an eine löbliche Sparcasse - Direction heranzutreten und deren Muuisiz?«z unO Wohlthätigkeitssinn namens der armen am Rande der Verzweiflung stehenden bäuerlichen Bevölkerung anzurufen. Bekanntlich ist fast ohne Ausnahme sämmtlicher Grun?'.'-sitz den Sparcasse» deS Landes verschuldet. und mit Angst und Noth trachtet der Gru»?b«sil)er die Zinsen und Rückzahlungsraien auszubringen. Wen» jedoch so verheerende Un-glückssälle über daS Land brechen, so steht der Schuldner rath- und hilflos da und vermag seinen Verpflichtungen nicht nachzukommen; Execution, Feilbietung und Bettelstab sind ihm vor Äugen, und selbst die Frohnherren vergangener Tage haben ihren Umerthanen in solchen Zeiten den Zehent und Robot erlassen. Der Grundbesitzer, der beute der Unterthan deS Capitals ist, und diesem seinen Zehent und seine rt Frohnarbeit entrichtet, hat daher berechtigten Anspruch, wenigstens zu bitten, daß ihm in horten Zeiten eine Erleichterung wird. Der Bauern-Verein Umgebung Marburg sieht sich daher veranlaßt, namens der Bauernschaft der obgenannten Bezirke, die hochgeehrte Sparcasse-Direction ehrerbietigst zu ersuchen, den von Hagelwettern so arg betroffenen Besitzern die Zinfen und Rückzahlungsraten ihrerSchuldcapitalie» für dieses Jahr zu schenken. Der Verein glaubt den hohen Wohlthätigkeitssinn der löbl. Sparcasse nicht umsonst angerufen zu haben, da ja diese Munifizenz den eigenen Schuld» nern zu Gute kommt, welche jahrelang die pünktlichsten Zahler der Zinsen waren, und daher gewiß in ihrer Bedrängniß Rücksicht» nähme finden werden, indem ja alljährlich aus diesem Zinsenerirägniß großartige Spenden für öffentliche Zwecke und Luxusbauten verausgabt werden. Im Falle sich eine hochgeehrte Spar» casse-Direction bewogen findet, dieser ergebenst vorgebrachten Anregung des gefertigten Vereines Gehör zu schenken, so stehen die ämtlichen Hagelschlagslisten der Bezirke Marburg, Pettau und Leibnitz zur Verfügung. [D e u t s ch e D i l e t t a n t« n-T h e a t e r-Gesellschaft in Friedau.] AuS Friedau wird uns unterm^Gestrigen geschrieben: Während die Slovenen bei uns eine recht rührige Thätigkeit auf allen Gebieten nationalen Stre-bens verfolgen und auch „die Bretter, welche die Welt bedeuten" ihren Zwecken dienstbar ma» chen, sind die Deutschen hier in letzter Zeit sehr still geworden. Die mit so großen Hoff« nungen begrüßte deutsche Dilettanten-Theater» gesellschaft, welche den deutschen Bewohner» unseres Ortes manch angenehme und auch nütz-liche Zerstreuung und Anregung zu bieten ver-sprach, giebt nunmehr kein Lebenszeichen von sich. Auch sonst läßt das gesellige Leben unter den Teutschen hier viel zu wünschen übrig. Viel-leicht erreichen diese wenigen Zeilen den beabsichtigten Zweck: Die hiesige deutsche Gesellschaft zu einem festen Aneinanderschließen und zur Pflege deutscher Gemüthlichkeit anzueifern. Na» mentlich durch die Aufführung guter deut-scher Bühnenwerke würde sich unsere Dilettan-ten-Theatergesellschaft um die Förderung deS Deutschthums se^r verdient machen. [Liedertafel des Cillier Männer-gefangSvereineS.I Die vierte diesjährige satzungsgemäße Liedertafel deS Cillier Männer-gesangSvereineS findet unter gefälliger Mitwirkung deS hiesigen DamenchoreS, Mittwoch den 2. December abends 8 Uhr, in den Casinoloca-litäten statt. Die Vereinsleitung war bemüht, allen ausgesprochenen Wünschen gerecht zu wer-den und es wurde ein Programm zusammen-gestellt, welches gewiß allgemein befriedigen wird. Dasselbe umfaßt beinahe ausschließlich Novitäten gediegeneren Charakters und wir fiti» den darin die Tondichter Treitler, Spremann, EngelSberg, KristinuS und Abt vertreten, deren Compositionen noch einige Scenen aus derme-lodiösen Kreuzer'schen Oper „Das Nachtlager in Granada" angereiht werden. Auch die Cil» lier MusikvereinSkapelle wirkt wie gewöhnlich mit. Die unterstützenden Mitglieder haben freien Zutritt, weiter« Beitrittserklärungen werden beim Caffiere Herrn L, Wam brechtsamer entgegngenommen. [Pariser Glasphotographien-Kunstausstellung.) Dieses sich eines großen Zuspruchs erfreuende Etabliffemem wird auf allseitiges Verlangen noch eine Woche hindurch geöffnet bleiben. Sonntag schließt die letzte Serie ab und wird am Mon-tag der Cyklus wieder mit der Vorführung sämmtlicher bereits zur Anschauung gelangten Serien beginnen, für deren Besichtigung ties» mal aber nur je ein Tag festgesetzt ist. Wir können allen Jenen, welche dieser interessanten und sehr lehrreichen Schaustellung noch nicht beigewohnt, oder einzelne Serien versäumt haben, den Besuch derselben nur bestens em-pseblen. Man kann hier um den einmaligen Preis von 20 kr. die ganze Welt sehen, ohne sich auch nur mit einem Schritte von Cilli ent-ernen zu müssen. „peuUrfK Wacht [Ioaneum in Graz.] Zur Erinne-rung an die Gründung des „Joaneums" durch den Erzherzog Johann fanden am 26. d. M. als dem Gründungstage sowohl an der techni-schen Hochschule als auch an der steierm. Lan-deS-Oderrealschule in Graz Feierlichkeiten statt, die einen sehr würdigen Verlaus nahmen und der unbegrenzten Dankbarkeit Ausdruck verliehen, welche die Steiermark ihrem unsterblichen Wohl-thäter, Erzherzog Johann, immerda? zollt. [DerNicolaimarktin Graz] wird Freitag und Samstag den 4. und 5. December wie gewöhnlich auf dem westlchen Theile des JakominiplatzeS abgehalten. Die Aufstellung der Stände erfolgt Donnerstag den 3. December Nachmittags um 2 Uhr. [Sternschuppen.] Der Astronom Dr. Z e n k e r in Berlin hatt? für die Zeit vom 26. bis 28. d. M. einen Sternschuppenfall, ähnlich wie er im November 1872 war, in Aussicht gestellt. Diese prächtige Naturerschei-nung ist auch wirklich pünktlich eingetreten. In den letzten Nächten bot tas sternenbesäete Fima-ment einen interessanten Anblick dar. Einen förmlichen Sternenregen glichen die vom Fir-mament herniederfallenden Sternschuppen, von denen viele einen feurigen Faden mit sich führten, ähnlich einer Rakete. Das war ein entzückend schönes Schauspiel, welches uns da geboten wurde. Die Erklärung sür dieses Na» turereigniß ist folgende: Die Erde geht nämlich alljährlich zu dieser Zeit durch die Bahn des Biela'schen Kometen und trifft sie mit einer Gegend des Kometen zusammen, dessen einzelne Theile dann a!S Sternschuppen auf die Erde fallen. Die betreffende Gegend liegt in diesem Jahre dem Hauptkörper des Kometen näher als im Jahre 1872. [I m Schlafe erdrückt.) Die ledige Dienstmagd Luzia Lach in Delipol hat ihr sechs Wochen altes Kind während des Schla-sens erdrückt. [ A n g e s ch w e m nl t e L e i ch e. I Am 20. d. M. wurde in der Drau bei Rosiek eine männliche Leiche angeschwemmt. Der Todte dürfte bei 40 Jahren alt gewesen sein und dem Arbeiterstande angehört haben. [Hütet die Kleinen.] Schon wieder ist der sträflichen Sorglosigkeit einer Mutter in der Bewachung ihres Kindes ein Menschenleben zum Opfer gefallen. DaS zwei Jahre alte Töchterchen Johanna der Grundbesitzerin Ma-ria Terstenjak in Cakowa fiel dieser Tag in den in der Nähe deS elterlichen HauseS gelege» nen Weiher und fand darin seinen Tod. [Raub.] Die Unsicherheit auf dem fla-chen Lande nimmt bereits in einer erschrecken-den Weise zu. Erst unlängst meldeten wir, daß zwei auf dem Heimwege begriffen gewesene Landleute von Räubern überfallen wurden und nur mit knapper Noth der Ausplünderung ent» gingen. Und nun wird uns schon wieder ein Fall mitgetheilt, der auf unser« SicherheitSzu-stände ein sehr schlechtes Licht wirft. Auf dem »ach Polstrau führenden Wege, in der Nähe Friedaus, wurde der Bauer Anton Selmleg von zwei Männern überfallen, die ihm eine den Betrag von 800 fl. enthaltende Brieftasche raubten. [I e s u i t e n - M i's s i o n.] In Deutschlandsberg trifft am 5. December eine Jesuiten-Mission ein. [S t a d t-T h e a t e r^] Freitag den 27. d. M. wurde das Lustspiel „Die Töchter des C o m m e r c i e n r a t h S" von M. u. F. Gün-ther in unserem schönen Theater zum ersten Male aufgeführt. Die Novität sprach an, und der Applaus während der Scene sowohl als auch bei den Actschlüssen gab Zeugniß von der lebhaften Befriedigung des zahlreich erschienenen Publicums. Die Charaktere sind richtig gezeich» net, der Dialog ist fließend, die Situation oft recht komisch, — mehr bietet wohl kein Lust-spiel der neuchen Zeit. Die Aufführung war recht gut, namentlich waren eS wieder sämmtliche Damen, die sich auszeichneten. Frau Siege war allerliebst. Frl. Czermak prächtig-komisch; auch Frl. Leuthold machte aus ihrer dankbaren Rolle was nur immer möglich war. Frl. Mann war recht sympathisch. Von den 18&5 Herren verdiett nur Herr Friedmeier unbeding-teS Lob. Herr Molnar wäre entsprechend wenn er einen leichteren Conversationston fände. Herr Rieder wäre gut, doch outrirte er ein wenig. Entschieden ungenügend ist jedoch di« Besetzung der beiden zweiten Liebhaber-Rollen durch die Herren Kneidinger und Jankowitz. Hier sollte die Direction eingreifen, denn solche Erschei-nungen sind geradezu störend und bewirken das Gegentheil von dem — was der Dichter beabsichtigt. Die Ausstattung war mit vielem Ge-schick hergestellt, di« Zwischenactmusik hielt sich musterhaft. Eingesendet.') Bewohner von Cilli und Umgebung! Das unterzeichnete Frauen-Comite hat beschlossen, die im vorigen Jahre errichtete Wär», e st übe für armeSchüler und Schülerinnen der städtischen d e «lisch « n Schulen am 1. December l. I. wieder zu eröffnen. Die Sympathien, welche dieser neuen humanitären Anstalt iai Vorjahre von Seiten der Bevölkerung, namentlich aber von Seiten der zartfühlenden Frauenwelt, ] entgegengebracht wurden, bürgen dafür, daß dem begonnenen Werke auch heuer die reichlichste Unterstützung zutheil werden wird. Gilt es doch wieder das harte Los der hungernden und frierenden Kl-inen zu linder» und dadurch auch den tief bekümmerten Eltern herzen reichlichen Trost zu spenden. Tas unter-zeichnete Frauen-Comite wendet sich daher vertrauensvoll an alle edelgesinnte Freund« und Freundinnen der Jugend mit der erge-denen Bitte, der Wärmestube ein wohlwolle» deS Augenmerk wieder zuzuwenden und das Unternehmen, sei es durch Geldbeiträge oder Beistellung von Victualien, sei eS durch Ver-anstaltung von Colleclen in engeren Freundes-le isen gütigst fördern zu wollen. Jede, wen, auch »och so kleine Gabt wird mit Tank em-gegengenommen und quittirt. Geldbeiträge könne» bei den einzelnen Mitgliedern des Frauen-Comitöe erlegt werden; Naturalgaden beliebe man jedoch unter der Adresse „W ärme-stube in dem Graseigebäude" ge-fälligst abzusenden. Cilli, am 28. November 1885. Anna Huth, Susan« Negri. ElisePogatschnig, Anna Hummer Marie N eckermann, Minna Stiger.! Herrn Gymnasialprosesfor Dr. A. Wretschko in Cilli. **) Euer Wohlgeboren! Wie wir aus sicherer Quelle erfahren, ha-den Euer Wohlgeboren eS sich bereits wieder-holt herausgenommen, in Gegenwart Ihr« Schüler, über uns derzeit in Cilli weilende llm-versitätSstudenten Aeußerungen fallen zu lasse», die entschieden darauf gerichtet sind, uns v« Ihren Schülern aus jede erdenkliche Weise her-abzusetzen und uns denselben gewißermaßen ali warnendes Beispi-l vor Augen zu halten. T« wir für Ihr derartiges Benehmen gegen un» absolut keine andere Erklärung finden, so könn» wir dasselbe nur als einen Ausfluß deS hoch-sten nationalen Fanatismus betrachten und sehen uns zur folgenden Erklärung genöthigt: Wir derzeit in Cilli anwesenden deutsche, Universitä'sstudenten erklären die von £»ei Wohlgeboren gegen unS gebrauchten Aeußerui-g«n als eine grobe Beleidigung, die wir in» aller Entschiedenheit zurückweisen. Gleichzeitig bedauern wir aufs tiefste, da; ein Mann, der sich dem Berufe der Jugend» bildung und Veredlung geweiht, es mit jeüicr StandeSehre und seinem Ansehen vereint» findet, in Gegenwart seiner Schüler über wtf nur aus dem oben erwähnten Grunde Aeuß? rungen fallen zu lassen und Worte zu gedra» chen, die sonst wohl nur in inferioren Bevölk- *) Für Form und Inhalt dieser Rubrik trägt lie 5 > daction nur insoweit die Verantworwng, aU dies dc-Prebgesch bestimmt. _ **) Wegen Raummangels in der letzten Z!umm verspätet. 1885 rungSschichten an der Tagesordnung sind, und die wir nur einem, auf einer niedrigeren Bildungsstufe stehenden, durch und durch fanati-sirten nationalen Gegner, nicht aber einem Jugendbildner und Erzieher zugemuthet hätten. " Umfomehr muß eS uns wundern, daß Euer Wohlgeboren in den Angriffen auf die Ehre de« Anderen fo wenig rigoros sind, da Sie sich doch in ihrer eigenen Ehre sofort aufs bitterste gekränkt fühlen, wenn jemand eS wagt, feine Blicke etwas länger ouf Ihrer geweihttn Persönlichkeit ruhen zu lassen oder gar die Kühnheit besitzt, Ihren Vernichtung drohenden Blicken Stand zu halten; ja Sie entblöden sich nicht einmal dem betreffenden Frevler mit der Anzeige bei der Staatsanwaltschaft zu drohen. Zum Schluße fordern wir Sie, der Sie doch schon so viele Proben Ihres personlichen Muthes gegeben hoben, auf. zu erklären, wem aus unserer Mitte Ihre ehrenden Titel und Auszeichnungen zugedacht waren. Cilli, den 24. November 1885. Die derzeit in Cilli weilenden deutschen UniversitätSstudenten. ♦ • ♦ Kelktr'sche Spietwerke. Wir datten schon öfter Gelegenheit, an dieser Stelle ein Wort deS Lobes über die vor« züglichen Eigenschaften der Spielwerke aus der Fabrik deS Herrn I. H. Heller in Bern (Schweiz) zu sprechen. Nicht der Grund allein, daß den Heller'jchen Spielwerken an fast allen Ausstellungen, wie zuletzt in Melbourne, Zürich, Nizza, KremS. Antwerpen e r st t Auszeichnungen zuerkannt wurden, gibt unS erneut Veranlassung, die Aufmerksamkeit unserer Leser auf die genannte Fabrik zu richten, sondern Haupt-sächlich die Ueberzeugung, daß sich auf das bevorstehende Weihnachts» und N e u -j a h r 5f t ft kaum ein Gegenstand finde» läßt, ber als sinniges und passendstes Geschont so zu empfehlen fein dürfte, als ein Heller'fch s Spiel-werk, denn wo Werthgegenstände und Nutz« Objecte oft die Empfindlichkeit verletzen, da eig. nkt sich gerade das Spielwerk in vorzüglichster Weise. Ja eS darf wohl mit Recht behauptet werden, daß es Niemanden gibt, dem ein solcher Gegenstand nicht die innigste Freude be-reitet! Kann es eine bessere Trösterin in den schweren Stunden des Lebens, wo man sich vereinsamt oder verbittert suhlt, geben, als die Musik? Gibt es nicht leider so unendlich viele Menschen, die durch Krankheit a» das Zimmer gefesselt sind und die Univcrsalsprache aller Herzen entbehren müssen? Hiezu kommen noch alle diejenigen, welche nicht selbst ein Jnstru-menl spielen und durch ihren Berus oder durch zu große Entfernung von der Stadt verhindert sind, Concerte und Soireen zu desuchen und sich aus diesem Grunde den so oft ersehnten Ge» nuß einer guten Musik versagen müssen. — Alle» diesen, sowie auch namentlich den Herren Geistlichen. kann deßhalb nicht genug empfohlen werden, sich ein Heller'sches Spielwerk anzu-schaffen, umsomehr. als der Fabrikant eS ver-steht, das Repertoir jedes, auch deS kleinsten Wertes, mit seltenem Geschmack zu arrangiren und auf Diese Weise seine Abnehmer stets mit den neuesten Erscheinungen der Musikliteratur aus den Gebieten der Oper, Operette und Tanzmusik, sowie Volkslieder der populärsten Tondichter bekannt macht. Hierbei möchten wir schließlich nicht ver-gkss.n zu bemerken, daß die große Zahl von Anerkennungsschreiben von Privaten, Hoteliers, Restaurateurs :c. gerade den zuletzt Genannten «in guter Wink sein sollt«, mit der Aufstellung eines H«ller'fchen Musikwerks in ihren Etablif« sements nicht länger zu zögern, denn die Ersah-rung hat in den meisten Fällen gezeigt, daß sich die Frequenz solcher Geschäfte lediglich in Folge Aufstellung solcher prächtiger Werke geradezu verdoppelt, ja verdreifacht hat und die Anschaffungskosten — Zahlungserleichterungen werden bewilligt — in kurzer Zeit ausgeglichen wurden. HW- Ja Folge bedeutenden Rückganges der Rohmaterialprerse tewilligt die Firma auf ihre bisherigen Preise 20 % Rabatt, und zwar „Deutsche Macht." selbst bei dem kleinsten Auftrag«. Dadurch ist nun auch dem weniger Bemittelten di« Mög-lichkeit geboten, in den Besitz einer Spieldose zu ge'ang>>n. — Reichhaltige, illustrirte Preislisten nebst Plan werden auf Verlangen franko zugesandt. Wir rathen jedoch, jede Best«llung direkt an die Fabrik in Bern zu richten, da diefeb« außer in Nizza, nirgends Niederlagen hall und vielfach fremde Fabricate als echt Heller'sche angepriesen werden. Wohl zu beachten ist ferner, daß jedes Werk den Namen tes Fabrikanten (I. H. Heller) trägt, welche auch Lieferant fast aller Höse und Hoheiten ist. Aus der slovenischen Presse. „Stovenski ?larod erhält folgende Cor» respondenz ans 6 i l li, 21. November. | Große Freuds herrscht unter den Deutschen, weil über slovenisch? Gymnasisten Gericht gehalten werden wird. Vollbracht haben diese „Hochverrathanunser« in deut schen Gymnasium" wi« sich einer der Professoren im heiligen Zorne oussprach, Höret! Gesungen haben sie am Namenstage der erhabenen Kai-serin bei der Messe die österreichische Volkshymne slovenisch. Für diese unerhörte G r ä u e l t h a t werden jetzt, wie man hört, eine ganze Reihe ausgeschlossen. Der Mensch muß nun erstarren: sind wir noch in Oesterreich oder wirklich schon in B i s-m a r ck i e n ? Daß jemand deshalb verfolgt, ein Schüler ausgeschlossen wird, weil er in O e st e r r e i ch die österreichische Hymne singt, — etwas derartiges war in Oesterreich viel-leicht noch nichi da! Die Verhältnisse an unserm Gymnasium sind unerträglich. Die Professoren sind fast lauter Deutsche, die sich schütteln wenn sie nur ein slovenischesWort hören. Die deutsche «Studenten denun-ciren ihre slovenischen College» und haben ein organisirteS DenunciationSversahren. damit sie jede Kleinigkeit den deutschen Professoren zur Kenntniß bringen. Dazu haben die deutschen Professoren mit ihren Schülern gemeinsame „Kneipe n." Einer, selbstverständlich ein deutscher Student, sprang einmal auf der Ke-gelftätte zur grünen Wiese ans dem Fenster dem näherkommendendeutsch enPro^ feßor auf den Kopf, geschehen ist' ihm nichts, der Professor hat ihn in der Classe einfach ermahnt, daß er sich künftighin anständiger aufführe. Dazu bemerkt die Redaktion „SlovenSki NarodS": Wie uns die Sache bekannt ist, war es so: Der Herr Director verbot unter den gegenwärtigen Verhältnißen den Studenten die Volkshymc slovenisch zu singen. Die Studenten haben sich nach diesem Verbote nicht gehalten, sie haben die Disciplin verletzt. DaS steht. Wir sind allemal dafür, daß Disciplin gehalten werde, die in Schule» unübergehbar ist, sind aber entschieden Gegner j«d«n Anrechtes. Daß man deßhalb, weil daS Kaiserlied slovenisch gesungen wurde, auch nur einen Schüler ausschlie-ßen würd«, daS wäre mehr als Uebertreibung, mehr als drakonische Schärfe. Trotzdem, daß die Studenten keine Disciplin hielten, daß die aufwallende Stam meslieb« 7 heftiger war alSGehorfam, müßen wir alle erfreut fein, daß in den Her» zen unserer Jugend noch österreichisches Be-wußtsein glüht, und nicht am Platz« und schädlich wäre eS. wenn man den Cillier d«utsch«n Schreiern zu Liebe slovenischeStudentenopfern würd«. Di« Ausschließung ist «in Mittel, welches nur angewendet werden darf, wenn es unumgänglich nöthig ist. Uebertriebene Schärfe hat niemals gute Fol ien. Zu bedenken ist auch, daß die Sache klein ist, nur in den Augen der verbiss«nen Cillier, die gern« aus allen „Fliegen" Elephanten machen, ist sie auferstanden. Man sieht, wie blind ihr« Furcht ist. Darum w«r d«n Cillier NemSkutar«n nicht nachahmen will, der behalte kalte« Blut. Korrespondenz der Wedaction. Herr« Prof. A. P. i. H. Besten Dant. Mit-theilungen crimlittdjt. X. Z. Sie irren, wenn Sie glauben, daß uns Drohungen einjchltchlern werden. Herrn — us. Ein solches Comite exiftirt wohl nur in — Ihrer Einbildungskraft Herrn P . . k i. P. Herzlichen Dank. Wollen Sie »ich doch öfter einftnden mit Ihrer geschütztin Mit-arbeiterschaft. Titiis Frisch. Handelsmann, gibt hiemit allen Freunden und Bekannten die betrübende Nachricht von dem Hinacheiden seiner geliebten Gattin, der Frau Anna Friscti nt. Häuser, welche Mittwoch, den 25. d. M„ Vormittags am tf Uhr, nach 24stl Freitag, den 27. d. M. auf dem Friedhose zu 8t. Martin statt. St. Martin im Roaenthal. 28. Not. 1885. 814-1 _ Programm zur Pariser Glas - Photographien- kiinsl-AusstcIliing in Cilli, Herrenfiasse 117, im M sctm Hause Eingang unter dem Hausthore. Geöffnet täglich von 3 Uhr Nachmittags bis 8 Uhr Abends. An Sonn- und Feiertagen von 10 bis 12 Uhr Vormittags und von 2 bis 8 Uhr Abends. Zur Ausstellung gelangt folgende Serie: Sonntag 29. November 1 VII. u. letzte Serie: Amerika. Montag 30. „ ) Belgien um! 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Franz Pah*. »raad»efi»er. 1^1 ICHUT j«iLiuijf*a4B Itriaik Sie. ant so bald al« si»»Iich »»ei glaeea« ,T»«et , Kalk-Clsen-Syrttps bet Hl»Ita«»iu>h«e )U llberlesdea. «»t eines« sla»tt heilte er mich eolikomnea von einem chronischen Laairea-Oaterrh and Bluthusten. 34 0otte bereit» «Be 4f.Jflsti*8 aaßzegebc» bo leb« aqtiidie Behandlung erlslslt« neblicben aa» «anbte muh ,a diesem Heilmittel ; ■« fteadifl watde ich Sicht ii»«ee«>cht, sl* ich s»ch taqern ««brauche Mtn v-Ne-fflichea Sseap» vollkommen gesuad und hergestellt last. Xir» sejeagt ber Wahrheit -emiß Markus »'arster. O«e»n»m. l.eihersdorte»er.»aS«ra) It. «es,. IS«. «riache miedet um »es Zalrnbaa, son bttt Kiasches Jhtet vortrefflichen Kalk-Uaen - «yrap» bet i4 Zoll, wenig gebraucht, elegant, ist sammt allem Zubehör billig za verkaufen. Adresse in der Adm. d. Bl. 812-4 IJritatioii. 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