Hummer 17. Pettau, >tw 23. April 1899. X. 5 PettauerZeitum erscheint jeden Sonntag. Piei« für Pettau mit Zustellung in» Hau«: vierleljihrig st l.LV, halbjährig fl. 2.40, ganzjährig st 4.80, mit PostVersendung im Inland«: Sir.trljdbvig st 1.40, balbjähria fl. 2.80, ganzjährig fl. Ö.60. — Einzelne Stummern 10 h. 6rr»«lta«g and Verlag: W. »laute, Hautztplatz Sir. 6. Handschriften werden nicht zurlickgestellt, Ankündigungen billigst berechnet. — Beitrüge flnb erwünscht and wollen längsten« bl: '.»er Woche eingesandt werden. So viel ist ge»is«, das« man sich durch die dermalige Ruhe nicht soll tauschen lasten. Kommt e« einmal zu einem Kamps«, so scheint derselbe nicht mehr wie früher Siechten, Provinzen, velnbiaungen ic. zu gelte», sondern da dürfte der« selbe um «e,e»sttz« geführt werden und dann lodert die Ma^ll.c allenthalben ans. IN würde mich zu weit »ren, darzustellen, wie diese« fich langsam aus ver-ebene Weise allenthalben vorbereitet »>d «»»iffentlich gerade dnrch salch« »»rdereilel wir», die e< »«rhinbrr, «tchte» Erzherzog Ioha», in einem Stufe an den «rasen von Prokesch Osten am 1. Mai 1842. Bezugs-Einladung. Ab die geehrten Lewohuer von pettau und Umgebung. Ver S«)ug dieses Statte« kau« mit jede» Monate begonueu werde» und wird auch gegen monatliche Syaht««H ä 45 kr. in Hetta«, k 50 kr. auswärts mit psßuer-sendung, Mgekaudeu. Gteicheittg erlaube« wir uns, alte geehrte« tfefer unseres Slattes um yesallige Einsendung der fällige« ^dnehaergebiihr höfiichk )« ersuche«. Dir verwalt»og. Ein galantes Abenteuer. von H»g» «lein. Die Dame ertrug da« kleine Malheur, das« ihr der Gatte abhanden gekommen war mit Fassung und Würde. Sie suchte »nr etwa« leb-Allster Zerstreuungen al« früher. Und al» der December in'« Land rückte, beschloß sie, den Winter nnter dem schönen Himmel der Riviera zu ver« bringen. Sie amusirte sich in Nizza gottvoll und packte von nun an alljährlich die Koffer, wenn in Wien der erste Schnee fiel, um nach dem sonnige» Süden zu ziehen. Den Winter kannte sie nur noch von Hörensagen. Am ersten Weihnacht«tage de« Jahre« 1896 war'«, al« Frau Brigitta aus der Promenade de« Anglai« plötzlich den lang und bang ver» mißten Gatten zu erblicken dachte. War er'« oder war er'« nicht? Ja. er war'« wirklich! Ach. da« waren dieselben schmachtenden dunklen Augen, derselbe versührerische Schnurrbart! Nur etwa« Denier-stirne hotte er sich in den verflossenen vier Jahren erworben, aber da« stand ihm nicht schlecht. O Jubel über Jubel! Er war wiedergefunden. Sie attaquirte ihn sofort mit einer Rede-fluth. .Windbeutel, Bösewicht, Ungetreuer! H«b' ich dich wieder! Wie Host du e« über'« Herz gebracht, deiner Gattin untreu zu werden?! Wie, vier lange, lange Jahre nicht« von dir hören zu lassen?! Ach, wie habe ich mich nach dir gesehnt, wie hab« ich »ach dir geseufzt! Aber nun habe habe ich dich wieder, nun sollst du mir nicht wieder entkomme»! Du sollst Alle« habe», was du willst. Alle« Alle« — aber bleibe nur bei mir. verlasse mich nicht. Um die Wahrheit zu gestehen, müsse» wir hier constatieren, das« der Angeredete gar nicht Senor Perez de Galdo« war, sondern .Herr Han« Tipskl- Politische Schlagworte. Nach den unabänderliche» ewigen Gesetzen, welche den Kreislauf der Natur beherrschen, gibt e« auch im Leben der Völker Momente, wo alte Formen neuen weichen müssen. Gleichwie die stille Knospe am kahlen Strauch« unter dem Einflüsse d,« Lkiizwinde« plötzlich Leben zeigt und Blätter treibt. Blüte» und Früchte in so kurzer Zeit, so gibt e« auch im Wtkitdel der menschlichen Dinge Zeitpunkte, wo e« in den Nähten reißt und knackt, weil sich die alten Formen al« zu eng« erweise». Ei liegt aber i» dieser scheinbar stürmischen Beränderung keine Gefahr für da« Ganze, den» hier wie dort ist die Vergrößerung eine Folge de« jedem lebe»«fähige» OrganiSmu« innewohnenden Ent-wicklungSprinzipe«. Nicht im Wachsthum, sondern in den stabilen Formen und in der Engherzig-keit der Zeitwächter liegt bis Gefahr, das« da« Gefäs« der Expansion zum Opfer fällt. In unseren Tagen mehren sich die Zeichen, das« wir einer neuen Zeit mit neuen Formen entgegengeht». Wenngleich jedem Axthiebe nach vor-wärt« ein Schwung nach rückwärts vorangeht, die Ergebnisse der Wissenschaft, die staune»«-werten Erfindungen de« menschlichen Geiste« in unseren Tagen sind Geschütze, denen Aberglaube, tuch, erster Conimi* voyageur der weltberühmten Conservensabrik Gottlieb Naschmaul und Söhne in Frankfurt a. M. Herr Han« Tipfeltuch hatte die WeihnachtSferien zu einem kleinen Abstecher nach Nizza benützt. Seine Verwechslung mit Perez de Galdo« darf nicht verwundern, er sah diesem wirtlich frappant ähnlich, war sein leib-hastiger Doppelgänger. Im ersten Augenblicke der Attaque der Frau Brigitta wollte er ihr höflich sagen: „Meine Gnädige! Sie irren sich! Ich bin nicht der unbegreifliche Mensch, der Sie sitzen ließ, sondern ein ganz Anderer." Die Dame ließ ihn aber nicht zu W ch n e n." — Dieser Mann erblickte i» der Denkfähigkeit und Ehakterf eftigkeit der Bürger die unerschütterliche Stütze eines Staate«. Die Jugend aber zu solchen heranzuziehen, ist nach ihm die vornehmste Forderung des Zeit-steifte* an die Schule. Wir werden also dem Gemeinwesen de» besten Dienst damit erweisen, wenn wir eine Generation heranziehen helfen, welch« .Licht im Kopfe, Muth im Herzen, «rast im Arme' hat. Unter deu zahlreiche» Schlagworten unserer an Gegensätzen so reichen Zeit tönt nun heute ein gar nicht so neue» wieder laut hervor: ,,Lo» von Rom!" Die Tiefe dieser Bewegung, ihre Lebhaftigkeit wird den blödesten Augen merkbar; e» ist nicht ein frevle» Antasten am geheiligten Erbe unserer Bäter. e» ist im Munde de« geistig Reisen kein bloße» Modewort: e» ist der Auf-schrei der gequälten Bolk»seele. E» kracht in den Nähten, die alte deutsche Eiche, die man in unseren Ländern mit scharfer Echtere beschnitt, treibt unerwartete Schöffe. Und wo sind die Hüter des Zeitgeist?», die die Zeichen der Tage zu deuten, den kraftvollen Strom gefahrlos in ein breitere» Bett zu lenken vermögen? Es ist ein gefährliches Spiel, die Ventile zu belasten, anstatt drohende Spannungen durch freie» Gewähren aufzuheben. Denn die Menschheit in ihrer Gesammtheit lässt sich nicht immer durch schwächliche Regieungimaßregeln lenke», sie gehorcht großen Naturgesetzen, die menschlicher Wahnwitz nimmermehr ungestraft verläugnet. Die deutsche Geschichte seit der Bolk«wan-derung b>» auf unsere Tage läsSt sich in zwei große Abschnitte theilen, die man den Kampf um Rom und den Kampf mit Rom über» schreiben könnte. Seit den Karolingern ein Kampf mit Rom, ein Kampf, bei dem e» sich nicht um die heiligen Güter de» Glauben» handelte, sondern um Gegensätze zweier mächtig aufstrebender Gewalten. Der Nachfolger desjenigen, der da g^agt hat: .Mein Reich ist „Ah. Guitella! Wie glücklich bin ich, den süßen Name» au»sprechen zu können!" Er hätte gor zu gerne gewußt, ob er Kinder hatte, kleine. pau«bäckige Kinder, wie er sie liebte. „Süß soll unsere Wiedervereinigung sein", flötete er. Und wenn wir nächste« Jahr wieder nach Nizza kommen, bringen wir hoffentlich «inen kleinen schreienden, nnartlgen Jungen mit.. ." .Aber Perez!" rief sie ivieder. Und nach einer Pause setzte sie hinzu: Du weißt, das» ich keine Freundin von Kindern bin. Sie geben viel zu schaffen! Ja, wenn man sie gleich er-wachsen haben könnte! Wir sind von der Plage bi»her glücklich verschont geblieben, hoffentlich bleibt sie un» auch in Zukunft erlassen.. Aber er bestand aus einen Sohn. Er setzte ihr die Nothwendigkeit von Kindern auseinander, mit überzeugenden Gründen. Schließlich war sie ganz roth geworden und brach da« Gespräch ab. .Wir habe» genug geplaudert!" sagte sie." .Heute ist Tanz im llasino und ich habe allen Damen meiner Bekanntschaft versprochen, dabei zu sein. Wie stolz werde ich sein, ihnen meinen Gatte» vorstelle» zu können! Aber ich muss noch einige dringende Einkäufe machen, um meine Toilette zu completiren. E« wird ein herrlicher Ball sein. So feiert man hier da» Weihnacht«-fest im leichtlebigen Nizza! Du darsst dich übrigen« der Sitte gemäß mit Geschenken bei mir einstellen. Ich will nicht alle« sagen, wa« du mir kaufen darfst... Nur Eine«! Auf dem Boulevard de« Lazaret« habe ich bei Bresso» Fröre« eine Herr» liche Diamanten-RiviSre gesehen. Ach. wie gerne möchte ich mich damit schmücken! Aber 15,000 Frc». verlangte man dafür. Ich gönnte e« mir nicht, ich hatte ja Schmuck genug. Freilich, du — du hast im Spiel gewonnen, du kannst dich deiner armen Guitella gegenüber freigebig erweisen, die vier Jahre verlassen um dich trauerte... nicht von dieser Welt" konnte e» niemal» ver-winde», das» seine Machtgelüste bei dem nord-germanischen Bären auf harten Widerstand stießen, waren diese Heinriche oder Ottonen. E» ist darum ebenso erklärlich, al» schmerzlich zu sehen, das» die große Menge deutscher katho-lischer Priester mit wenjgen Ausnahmen dem deutschen BolkSbewußtsein feindselig gegenüber» steht, während der nicht deutsche Priest?? streitbar und treu zu seinen Volksgenossen hält. E« ist. al« ob der deutsche katholische Priester de« Hader« vergessen dürfe, der zwischen Kaiser, König und Papst bestand, al« müsse er in feinem Verhalten stet« eingedenk sein der Spannung zwischen nordischem Beharren aus theuer erkauftem Recht«» bod e» und südlicher Begehrlichkeit. Wie e» darum der Ausdruck durch lange Jahrhunderte befestigter Verhältnisse und Feindseligkeiten ist. dass in diesen trüben Tagen, in denen da« deutsche Volk um seine DaseinSbedingunge» ringt, e» in diesem Kampfe von der deutschen Priesterschaft verlassen ist. nicht Unterstützung, sondern Fehde erfährt, so wendet daS deutsche Volk sich ab vom Priester, der ihm ein himmlische» Vaterland verheißt, aber für den Kampf um deutscher Vätcr Erbe und Art kein Herz hat. So ist der gellende Ruf: .Lo» von Rom" nicht eine bloße Formel, ein Schlagwort, sondern Ausdruck eine» Bedürfnisse» nach Ruh, und Frieden, eine Äußerung christ» lichen Verlangen» »ach Liebe und Eintracht, nach Wahrung der angestammten Volksart und Sprache. Um 6 Uhr erwarte ich dich bei mir, wir diniren zusammen im Tfite-ä-tÄte .. . Wirst du kommen? Und wird mir da« Christkind! bringen, wa« ich wünsche? . .. Er hatte ein etwa« lange» Gesicht gemacht, al« er von der Brillanten-Ridiöre um 15.000 Frc. sprechen hörte. Was hätte er aber nun nicht ver-sprachen bei der Aussicht auf da« Diner im löte-ä-tSte? Zärtlich drückte sie ihm die Hand, ein verliebte« Lächeln umspielte ihren Mund, al« sie den Wagen bestieg, um zu ihrer Putz-macherin zu fahren. .Teufel dachte Han« Tipfeltuch. al« er nach» lässig de» Square entlang schlenderte, die Geschichte wird ernst I 15.000 Frank«? Wo nehme ich sie her? Und wenn ich sie hätte, dürfte ich sie au«geben? 15,000 Franc«! So viel machen, wenn ,« gut geht, meine Ersparnisse in drei Jahren au«. Wenn ich eine Frau haben will, so kann ich mir da« Vergnügen billiger ver» schaffen und für'« ganze Leben obend'rein l Nun soll ich mich für eint zwei-, dreitägige Ehe in solche Unkosten stürzen! Gibt e« keinen Au»-weg ? Das« man'« dem Bauer recht macht und auch der Bäuerin? Kann man nicht die Fasten hallen und doch Fleisch dabei essen? Nachdem ich meiner Giutella ohnehin eine Nase drehe, kommt es wirklich nicht mehr darauf an. wie groß sie ist. Ihre Adresse weiß. . . Wenn ich auch ihren Namen wüßte, könnte ich ihr den Schmuck mit-sammt derRechuung in'«Hau« schickenlassen... Der Juwelier ließe sich einige Tage veltrösten .. Er winkte einen zerlumpten. Jungen herbei, der träge an einer sonnendurchglühten Wand lehnte. Er zeigte ihm ein Geldstück. .Willst du da« verdienen?" Der Junge verzog den Mund zu einem grinsenden Lächeln. „8i, Signore!" .Bist du klug?" Rundschau. I. Z. 7823 wird die behördlich erhobene Ein-richtung de» durchgeführten Schlachthautbaue» genehmigt, die Durchführung de» Schlachthau»- ' zwange» für da» Stadtgebiet Pettau angeordnet und gegen die vorgelegte Schlachthau»ordnung nicht» eingewendet. Desgleichen wird mit Rote mitgetheilt, das» da» Ministerium de» Innern die angesuchte Ein-fuhr lebender Schlachtschweine an» Ungarn. Croatien und Slavonien nicht bewilligt hat und wird diese Ablehnung begründet mit dem Hin» weise aus die Entfernung de» Schlachthaus?» vom Bahn hose und auf de» Mangel einer Schienen-Verbindung de» Schlachthaust« mit demselben. Herr Bürgermeister Ornig führt au», das» man sich mit dieser Auffassung nicht zufrieden geben könne und eine günstigere Entscheidung abwarten müsse. 3. Berichterstatter Gemeinderath Herr Earl Filaferro. Die am 23. Februar 1893 in Laibach rxrstorbene .Hausbesitzerin Frau Julie Materna hat in letztwilliger Anordnung den Zinsengenuß einer aus einem Pettauer Hause lastenden Satzpost pr. 6000 fl. zur Dotierung eine» Lehrer» für Weinbau bestimmt. In-Mischen wurde da» erwähnte Capital bei der Gemeindesparcasse eingezahlt. Da derzeit in Pettau eine lediglich Rebmmltur betreibende Schul-gartenanlage nicht besteht, bat sich die k. k. Statt-halterei al« StistungsbehSrvc an den Lande»««»-schuß um Vorschläge gewendet, der die Stiftung der Marburger Obst- and Weinbaufchule zuwenden will. Um nun die Erfüllung der stisteri-schen Absichten und die Verwendung der Zinsen in Pettau zu ermöglichen, stellt die Section den Antrag, einen deutschen befähigten Lehrer anzu-stellen, der die Schuljugend im Weinbau« zu unterweise» sähig ist und dem da» Stiftung««-trägni« eingehändigt werden könnte. Herr Bürgermeister O r n i g findet diesen Beschluß zu eng und hält e« den stifterischen Ab-sichten entsprechend, das» die Verwaltung de« — 5 — Stiftnng»capitale» in die Gemeindeverwaltung übergehe. Herr Gemeinderath Filaferro glaubt nicht, das» die» in den Rahmen der Erledigung fällt, hält e» aber für zulässig, das» über die Verwendung ein weiterer Antrag eingebracht werde. Im Verlaufe der Wechsclrede kommt ein eingeholte» fachmännische» Gutachten de» Herrn W. P i »k zur Verlesung, der vorschlägt, durch Wanderlehrer praktische Curse abhalten zu lassen, die au» dem StiftungSertrage honoriert würden. Der Section»reftrent hält Diesen Vorschlag an sich für löblich und annehmbar, glaubt aber nicht, das« der Betrag von 250 fl. ausreichen würde, Erkleckliche« zu leiste», während einem heimischen Lehrer damit mehr gedient wäre und ein solcher nachhaltiger wirken könnte. Herr Bürgermeister befürchtet, das« bei der engen Fassung dec Testament»bestimmung da» Land Handhabt hätte, die Stiftung an sich zu nebmen und nimmt sich warm dtr Sacht au. das» tintm stöbt. Lehrer der Stiftungsgenuß zu-gewendet werden möge. Herr Gemeinderath Kafper verweist auf den bestehenden Schulgarten, derselbe sei groß ge-nug, doch sind dem Lehrer und Schulgärtner ob de» Mangel» an materiellen Mitteln die Hände gebunden. Herr Gemeinderath Kersche hält die Er-brterung au» Anlaß de» knapp bezeichneten Gegenstände» für überflüssig und vorgreiflich, ist aber in der Hauptfache dafür, das» der Betrag einer Weinbauschule und einem Lehrer in Pettau zugewendet werde. Der SectionSantrag. da» Capital in Pettau anzulegen und zu verwenden und sich gegen eine Verwendung in Marburg mit Entschiedenheit einzusetzen — wird mit einem Zusatzantrage de» Herrn Bürgermeister», das» der hiesige Schul-garten so organisiert werde, das» er den stisteri-schen Absichten entspricht — angenommen. 4. Berichterstatter Herr Gemeinderath Matzun. Die beantragte Baubewilligung wird ertheilt. 5. Berichterstatter Gemeinderath Notar Filaferro. Frau Pirich theilt mit. das» sie im Principe nicht gegen einen Verkauf ist. bei beider-seit» entsprechende» Bedii'gunaeii darauf einmenge, aber einer Expropriationsvcrhandluug im Gegen-stand« ruhig entgegensehe. Die Secttou ist nicht der Ansicht, das« dir Bedingungen für eine solche nicht vorhanden seien, schon au« sanitäre» Gründen. Herr Gemeinderath Kersche theilt zum Gegenstände mit, das« er aus privatem Wege er-fuhr, Herr R. M a ch a l k a wolle sei» Hau« verkaufen. Datselb« würde 8000 fl. kosten. Vielleicht ließe sich Frau Pirich zu einem Tausche bereitfinden. Herr Gemeinderath Filaferro erklärt sich mit einem solchen Plane einverstanden, wenn der Gemeinde ein derartiger Kauf und Tausch billiger käme, al« die kostspielige Erwerbung de« bewußten Berkehrthindernisse«. Herr Gemeinderath Kasper ist dafür, zu trachten, das« Gärbereien lieber vor die Stadt hinauskommen. Herr Gemeinderath S t e u d t e schließt sich dieser Ansicht an und erinnert an eine seinerzeit ersolgte Interpellation an den Bürgermeister, be-treffend sanität»polizeilicher Überwachung derar-tiger Betriebe. Der Bürgermeister gibt die entsprechen-den Aufklärungen über da» bi»herige Schicksal der angezogenen Anftage. Dieselbe befindet sich in den Händen de» Herrn Stadtarzte» zur Äußerung und Veranlassung der Abhilfe. Der SectionSantrag. mit Frau Pirich in beiderfeit» befriedigende Verhandlungen zutreten, wird zum Beschlusse erhoben. 6. Wird auf die Tagesordnung einer der nächsten GemeinderathSsitzungen verlegt. 7. Berichterstatter Herr Gemeinderath Jakob Matzun. Der SectionSantrag wird über Vor-schlag deS Herrn GemeinderatheS W r e ß n i g dahin abgeändert, dass die Stadtaemeinde und der Gesuchsteller sich in die Baukosten deS Ka-naleS zur Hälfte theilen und die erbetenen Rohre bis zu einer Länge von lO Metern mit einem Durchmesser von 25 Centimetern beigestellt werden. 8. Berichterstatter Herr Gemeinderath W. B l a n k e. Der Berein .Deutsches Heim" bietet al» Ablchlagtsumme für die Beleuchtnng»herstel-lungen den Betrag vo» 580 fl. Der Section»antrag verweist aus die bereit» getroffenen Abmachungen, deren nunmehrige schriftliche und endgiltige Festsetzung nur formelle Angelegenheit ist und räth ein, dem An-suchen zuzustimmen. f Herr Gemeinderath Dr. Treitl stellt um Gegenstände die Anfrage, ob die in den rüheren Verhandlungen hierüber als vorüber-gehend aufgestellt bezeichneten Luster verbleiben werdtn und ob die Gemeinde mit dem gebotenen Betrage ihre Rechnung finde. Herr Bürgermeister gibt hierüber Auf-klärung. Die Lüster verbleiben, die bisher provi-forische Installation an den Wänden wird zu einer dauernden umgestaltet, die Kosten der Ein-leitung sind höher al» der vom „Deutschen Heim" gebotene Betrag. Der SectionSantrag wird angenommen. 9. Berichterstatter Herr Gemeinderath K o l l e n z verliest da« sonnschvne Gesuch der Verwaltung de« „Deutschen Studentenheim«- in Marburg und beantragt. 100 Kronen zu spenden. Gemeinderath Kasper stellt sich aus den Standpunkt, wir haben ja selber ein Studentenheim, welche« Unterstützung verlangt. Herr Bürgermeister Ornig verweist daraus aus die deutsche Gemeinbürgschast im allge-meinen und zwischen Marburg und Pettau in«-besondere. Wir dürfen sehr leicht in die Lage kommen, auswärtige Hilfe anzusprechen und e« steht zu erwarten, dass Marburg, das fünfmal so groß wie Pettau. dies ZahlenverhältniS auch bei nachbarlichen HilfSäußernngen einhalten werd«. (H»it«neit.) — Der SectionSantrag wird ange-nommen. 10. An Stelle des erkrankten Gemeinde-rathe« Herrn A. Sellinschegg berichtet Herr Gemeinderath Blanke, das« daS Theater-comitS mit mehreren Unternehmern zu verhan-deln veranlaßt war, schließlich aber nur die Be-Werbung nnt dem von früher bei unS bekannten Theatervirector Knirsch in Cilli ernstlich in« Auge faßte. Knirsch war mit den gestellten Bedingungen und mit den Spielabenden Dienstag, DonnnerStag und Samstag seinerseits einverstanden. Die Bedingungen stellen sich für die Gemeinde günstiger, weil sich diese zu keiner Subvention verpflichtete. Gegen die gewählten Spielabende erhob namens des Cillier TheatercomitS» Dr. S t e-pischnegg Einspruch, unter besten Berückfich-tigung man sich üb«r 36 Vorstellungen vom 31. October an einigte, die abwechselnd je eine Woche am Mittwoch und Samstag und in der andern am Dien«tag und Freitag stattfinden werden, vertrag«weife mit voller Besetzung wie in Cilli und vom 1. März an bi« Ostern nur einmal in der Woche. Herr Gemeinderath Steudte tritt für die vorgeschlagene Unternehmung ein, da man Herrn Aug. Knirsch schon kenne. Der Gemeinderath billigt die getroffenen Vereinbarungen 11. Herr Bürgermeister Ornig bittet die Herreu, die Angelegenheit unsere« Studentenheim« mit Ernst in« Auge zu fasten und auf Samm-lung und Vermehrung der Geldmittel mit That-kraft bedacht zu sein; Cilli steh« in dieser Angelegen-heit auf sicherem Boden. Marburg arbeite rüstig, da« deutsche Pettau darf nicht zurückbleibe». Er schlägt vor die Bildung eine« Comite«, da« die practische Einzelnarbeit in die Hand nimmt. Die Anregung wird mit Freude begrüßt und lebhaste Berücksichtigung zugesagt. Herr Gemeinderath Ignaz Roßmann beantragt die Ausstellung vo» 18 eisernen Banken am Ornig-Kai, da die hölzernen mancherlei sinnigen Ul^en ausgesetzt sind. — Angenommen. Herr Gemeinderath Blanke fragt an, wann die Spuren der GaSlohrlegung behoben sein werden. Herr Bürgermeister O r n i g erklärt, das« man »och eine geraume Zeit naturgemäß ein« tretende Senkungen de« Erdreiche« in den Rohr» graben abwarten müsse, bevor man an eine Pflasterung gehe» kaun, die nicht beständige weiter nöthige Ausbesserungen verlangt. Übrigen« liege bereit« ein Anbot vor. die Ausbesserungen um annehmbaren Preis vorzunehmen. Die äugen-fälligsten Bertiesungen werden demnächst verschwm» den. Über eine weitere Anfrage erklärt Herr Bürgermeister, dass man auch in Rabkersbnrg anfangs ähnliche Erfahrungen mit ben Glüh, strümpfen gemacht hat. bie Klagen haben sich bort bann gemintxrt, al« man wahrscheinlich sich an mehr Borsicht in der Behandlung der zarten Dinger gewöhnt hatte. I» manchen Häusern halten dieselben wieder Monate lang. Man kanu aber nicht von Begünstigung sprechen, da nur eine Sorte geführt werde. Die gewünschte Reini-gung von sauren Äasen, welch« daS mineralische Gewebe d«r Strümpfe zerstören, wird nach Ein-fügung der eben ans Norddeutschland eingetroff«»«» Apparate zuverlässig erfolgen; daS sind Kinderkrankheiten. die jede« Unternehmen überstehen muß. Herr Gemeinderath Kersche fragt an, ob die neue Bedielung und GaSbelcuchtung des Turnsaale» geplant fei. Herr Bürgermeister sagt beibes für bie nächsten Hauptferien zu. Bezüglich ber GaSein-leitung mußt« zunächst ber Hauptconsun, berück-sichtigt werben. Herr Gemeinderath Dr. T r « i t l «rsucht da« etadtarnt al« Sicherheitspolizei zu beauftragen, aus daS Anhängen der Gespain« in ben Gassen ein Augenmerk zu richten unb nennt bie Fuhrwerke von Gemeinberätyen (Heiterkeit) an denen bisher solches zu bemerken war. Herr Gemeinderath K o l l e n z wünscht, es möge künftig jeber HauSeigenthümei verhalten sein, nach jebem Regcn bie Gangsteige unter eigener Verantwortung reinigen zu lassen. Wirb beibe« zugesagt. Die angesetzte vertrauliche Sitzung unter-blieb wegen ber um 5 Uhr angesetzten Jahr««-sitzung der Getneinbefparcaffc, an ber ber Bürgermeister unb bie Genieinberäthe theilnehmen mußten. Sparca sse-Ausschuß-Sitzung. In ber ber Gemeinberaths-Sitzung solgenben Sparca sse-SluSschuß-Sitzung wirb nachfolgender Bericht zum Rechnungsabschlüsse pro 1898 vorgetragen: Die Direktion beehrt sich hiermit, Ihnen ben Rechnungsabschluß für daS Jahr 1898, ben 37., geprüft von ben Herren RechnungS-Revi-fortn, vorzulegen. AuS demselben ist ersichtlich, basS bie Spar-caff« im Jahr« 1898 bei einem Umsätze von fl. 7.289,164 33'/, einen Reingewinn von fl. 16006 261/« erhielte. Seit bem Beitehen ber Sparcaffe sind bie« bie höchst erreichten Ansätze nicht nur hinsichtlich deS Gelbumsatzes sondern auch de« erzielten Reingewinnes. Gegen das Jahr 1897 stieg der Gelbnm» fatz um 1455 Journalposten unb fl. 711.320 82'/,. Eingelegt würben im Jahre 18981.326.760fl 70'/, kr., behoben hingegen fl. 1307 889 56, e« würben somit fl. 18.87114*/, fr. mehr eingelegt als behoben. Mit Hinzurechnung ber im Jahre 1898 nicht behobenen unb mit Schluß be« Jahre« zum Capitale zugeschlagenen Zinsen per fl. 66.279 29 hat sich ber Einlaoenftand im Entgegenhalte zum Jahre 1897 um fl. 85.150 43'/, vergrößert. Reit eingetreten sinb im Jahre 1898 1109 — 4 — Interessenten, aufgetreten 1019, demnach mehr eingetreten 90 Interessenten. Durchschnittlich be-rechnet entfallen auf eine:: Einleger fl. 359 87 gegen fl. 349 26 im Jahre 1897. Da« gesammte Guthabe» bet Interessenten betrug mit Schluß be« Jahre« 1898 1 819.526 fl. 61 kr., vertheilt aus 5056 Interessenten. Hypothekar-Darleihe» erhöhten sich int Jahre 1898 von fl. 1.404,571 62auf 1463.702 fl. 55 kr. somit um fl. 59.130*93. Ertheilt wurde» im Jahr« 1898 271 Darleihe, mit fl. 132.370—, bogegen haben 114 Schnlbner fl. 7S 239 07 rückbezahlt. Der Stanb mit Enbe 1898 betrug fl. 1 463.702 15, vertheilt auf 3297 Schuldner. Durchschnittlich entfalle» auf einen Schuldner fl. 474 28 gegen fl. 447 31 im vorhergehende» Jahr«. In ausgedrückt beträgt der Hypothekar-Darluhenstand 74'/, des Einlagenstandes. Der Wechsel-Porteseuille-Etandw'iitmit Schluß des JahrcS 1898 die Summ« von 228.910 fl. 78 kr. an«; derselbe hob sich gegen da» Jahr 1897 »m fl. 58.102 87. Ausbezahlt wurden an 2883 Werber fl. 838.225 01; rückbezahlt haben hingegen 2724 fl. 780.122 14. Der mit Ende December 1898 ausgewiesene Stanb von 228.910 78 vertheilt sich auf 1207 Appoint« und eiitfalUu ans 1 Appoint fl. 189 66. Effecten hat der Sparcasse-Fond am Schliche des Jahre« keine auszuweisen gehabt, weil die-selben, um den Darleihenswerbern entsprechen zu könn«», veräußert werden mußten. Die Realitäten der Sparkasse weisen mit Ende Teceniber 1898 ei»«» Wert vo» fl. 47321 73'/, au». Dieser Conto hob sich gegen 1857 um fl. 10291 73'/,. In dieser Summe sinb jeboch auch bie Baukost«» bes neuen ZinShause» inbe-griffe». Die Weiiworräthe, inclusive ©«binde repräsentieren einen Wert von fl. 2093 21 gegen fl. 255049 des vorhergehenden Jähret. Bemerkt fei hieb«, bas» bic Wnnvorräthe im heurigen Jahre zumeist schon verkauft würben. DieZinsenrückftänbe von Hypothekar- undWkch-jkldarlrih«» unb Vorschüsse» gegen Hanbpfanb betrugen mit Schluß be« Jahre» 1898 43290 fl. 36 kr. gegen fl. 42436 55 im Jahre 1897. bie-selbe» haben sich somit um fl. 863 81 vergrößert. Der Hypothekarzinsenrückstaudbeträgt 41215 fl. 70 kr. unb stieg grg«n ba« Jahr 1897 um nur fl 209 98. welchc Erhöhung als minimal be-zeichnet werben kann. Zu btesem Conto sei bemerkt. basS bie Direktion sehr bestrebt ist. den Zinsenrückstand aus einen möglichst »i«der«n Stand zu bring««, j«boch sch«it«rn diese Best«-bungen leider öfter» infolge b,r schlechte» lanb-wirtschaftlichtn Berbältnisi«, wodurch sich di« Direktion veranlaßt findet, um Realitäten nicht zur Feilbietung zu bringe» und solche möglicherweise selbst erstehe» zu müssen, aus Frlstbewilligungen einzugehen. Die Realitätenbearbeitung erforderte einen Auf-wand vo» fl. 6133 89'/,, demgegenüber die Ein-nahmen von fl. 5969 67 stehen. E» trugen baher bic Realitäten nicht nur nicht» ein, sonbern t» mußte nach Abzug ber Erträgnisse noch rin Be-trag von fl. 164 22'/, barausgtzahlt werben. Eine Erklärung zu bieser Post ist nicht schwer, wenn in Betracht gezogen wirb, welche Kosten bie Regeneration ber Weingärten «rfor-bert unb bie schließlich doch getragen ivtrbt» muffen, um bie Realitäten nicht noch mehr zu entwerten. Die Reserve für Cour»biff«renzen «rfuhr weder einen Zuwach« noch Abschreibung n»b ist gleich jener vom Jahr« 1897 mit fl. 3848 54. An Steuern und Gebühr«» würben im Jahrc 1898 fl 1744° 10 entrichtet unb erhöhten sich biefelben g«g«n da« Jahr 1897 um 867 fl. 18 kr. Außerdem wurde die RentenstkUkr von Einlagen mit fl. 97704 bestritten. E« sind somit im Jahre 1898 an Steutrn unb Abgaben um fl. 1844 23 mehr ausgelegt worden, al« ,m Jahre 1897. Der Reingewinn im Jahre 1898 beziffert sich: a) Beim Sparcafsen-Hauptfonbe 10808 st, 8 kr., b) beim Reservesonbe fl 5198 18, somit zusammen mit fl. 16.006 26'/,. Da« dc^chste Erträgnis feit bem Bestehen ber Sparcaffe. Der Reservesonb beträgt dermalen 166.379 fl 47'/, kr. oder in •/, ausgedrückt 908'/, de« Einlagestandes. $a» gesammte Verwaltn ng»vermög«n hob sich gegen da» Jahr 1897 uni fl. 88 12210 und betrug mit Ende December 1898 1.841,473 ft 24 kr. Zum Schlüsse sei noch erwähnt, das» die Direktion im Jahre 1898 in 46 abgehaltenen Sitzungen 614 Hypothekar- unb 464 Wechsrldar-leh«n»gejuche ber Erlebigung zuführte und «nc-fallen durchschnittlich 23 Gesuche aus eiue Sitzung Dies waren die hauptsächlichste« Punkte zum vorgelegten Rechnungsabschlüsse. Im weitereu Verlaufe ber Sitzung wurde einer von ber Direktion vorzunehmenbeu Rege-lung bet Gehalte be» Sparcasfe-Beamtenkörper« zugestimmt unb hieraus ber Direktion für bie so erfolgreiche Führung ber Geschäfte, seiten» bes Sparcasse-An»schlisse» durch Erheben von den Sitzen der Dank ausgedrückt. Pettaner Wochenbericht. (Kirchliche«.) Bei der am 19. b. M in Wien vorgenommenen Eapitelwahl würbe Herr P. Also»« S v« t zum Cuarbia» unsere« M>-noritenconvente» wieder gewählt. (Stert efall.) Am 20. b. M. würbe ber auch in Pctta» vielfach bekannte Oberlehrer der Eolo-nieschule in Marburg, Herr I r g o l i t s ch. unter großartiger Betheiligung zu Grabe getragen. Auch ihm hat «in Schlagansall «in jähe« Ende bereitet Einer seiner Sohne war vor drei Jahren zum Lehmsupplent«» an unserer städtische» Knabenschule bestellt. (Kirchenmusik.) Heute Sonntag ben 23. April l. I., al« am Feste be» Hl. Georg, Kirchenpa-tron» der hiesige» Propste,- und Stcdtpsarrkirche. findet in derselbe» um 10 Uhr ein infuliertes Pontificalanit statt und gelangt auf dem Chor« folgendes zur Aufführung: Festmefse zur Feier de» Centennarium» de» Tiroler Herz-Jesu-B»n> be» im Jahre 1896. Für gemischte» Chor und Orchester von Jgnaz Mitterer (Dom-Propst und Dorn-Eapellmeister in Brixen.) lZralluale: „Veri-tas rnea" von 2 a u t i i a r, Offettorium „Con-fitebuntur coeli" von Vesselag (3» Jrirftau) findet morgen die Einweihung be» »euerbauteu Spital» bes Deutschen Ritter-vrben» statt, wozu große Vorbereitungen getroffen warben sinb. (Vom M«n»«rgtsa»g Vereitle.) E» wirb uns mitgethkilt, bas» ditser B«rei» Sonntag ben 30. April in dem Saale des Vereine» „Deutsches Heim" seine diesjährig FrühlingSlitdertafel ab-hält. Die sorgfältige Auswahl der zur Aufführung gelangenden Chöre, sowie die Darbietungen bes neugegrünbeten Sologuartette» versprechen «in«» genußreich«» Abend. (Spende.) Herr Carl Ackermann hat ber Lehrmittelsammlung der städtischen Knabenschule «in« neue Schwarj'wäldcruhsalsAnschanungs-Mittel gewidmet — Bei der Gelegenheit. dies« dankenswerte Aufmerksamkeit zu bemerken, sei bie Bitte ausgesprochen, die oft unbenützten Illustrationen unb Bilder der Schule zuzuweisen Dieselben werde» systematisch geordnet unb bem Unterrichte bimftbar gemacht werden. (3a itebeuigefihr.) In ber vergangenen Woche würbe von einem unbekannten Thäter in ber Rächt in ba» Schlafzimmer bes RcvierförsterS R a d l e r in Dornau hineingeschossen; die Schrot-labung gieng knapp am Kopse deS schlafenden Försters vorbei in die Mauer. (Hin irr •euHrbefdjule.) Die Tag- nxrtxu immer längst »nd die Gnverbeschüler kommen »uni Theile immer später zur Schule. Werken sie zur Rechenschaft gezogen. so lautet ihre Vliit-mort: .Wir mußten bis sieben Uhr oder darüber arbeiten." Da nun bald der Herr Baurath die Schule inspiriere», wird, so muß et dirsen Übel-staub wahrnehmen und er wird e« nicht glauben, das» bie Schüler im Winter pünktlich und flei» ßjg käme». Die Folge wirb sein, bas« er bie neue Schulorbnung nicht gutheißen wird u»b ber Kampf mit bet D o n n e r S t o g-Seefchlange wirb wicbet ihten etfreulichen Ansang nehmen. Die Herren G«»ofsenschast»vorstände mögen dem-nach belehrend einwirken, um det Leitung die angestrebte Hebung der Schule nicht zu erschweren. Die verehrliche Geuossciischast der Tischler und Holzarbeiter Hot bereits den Be-trag von vier Gulden zur Prämiieriing würdiger Gewerbeschüler gespendet und es ist zu hoffe», dass Heuer alle Genossenschaften od»e Obstruction diesem schönen Beispiele nachfolgen werde». 3t. (Ei» erlöschte» Dichllein.) Am lS. d.M. schleppte sich der 7S-jähtige I. W e s i a k au» Stadtberg auf der Straße von Ankenstein zur Stadt. „Am Abend um 6 Uhr desselben Tages wurde er von einem städtische«, Arbeiter auf dem Bieh-marktplatze todt aufgefunden."—Mit diesen trockenen Worten beschließt der Poliuitapport das traurige Schlußkapitel eine» Menschenlebens. Zeder einzelne von uns erlebt in seinem ganzen Lebe» einen Roman ; solch ein Fall ist auch ein Schluß. — Ein schönes Beispiel von Menschlich-keit bewies dabei Herr Steuerexecutor Mally, der sich um den hinfälligen Grei», den nianche fflt betrunken hielten, und den Herr Mally zusammengesunken fand, in christlicher Weise bemüht hat. — Wacker I (Unser Staitpark.) An unseren Anlagen am Dritiijquai besitzt unsere Stadt ein allgemein geschätztes Werk gemeinnütziger Fürsorge. Da» schmucke KindSmädche». da» den Nachwuchs der Pettauer betraut, der Pensionist, dem doch keine allzukarge Auswahl an Spaziergängen zu Gebote fleht, der Vielbeschäftigte, dem »ur gezählte Augen-blicke freien Ergehens befchieden sind, sie finde» im Stadtparke einPlätzchen; e» ist nichts» groß,dass da» Gefühl der Einsamkeit auskomme» könnte, nicht so klein, um in'S Gedränge zu gerathen. Mit Borliebe führt der Einheimische den fremden Gast darum auch in den Stadtpark mit dem freudigen tinwei»: .So n e t t ist es bei u n S !* Die neuen »lagen prangen »uu inLeiueSfrifche und fröhlicher Entwtcklung, die linden Abende locken Scharen an die trauliche Stätte. Da feien die Hunde-freunde gebeten, der Mäusejagd und ähnlichem Unfug ihrer Lieblinge im Stadtparke zu steuern. Muss denn immer ein Auszug au» dem Polizeireylementauf hölzerner Tafel die freie» Bürger an schick-liche Rücksichten erinnern? (ßraaöe.) Am 4. d. M. ist das Stallgebäube des Heinrich P o t e r ö, KeuschlerS i.' Slaffchina, abgebrannt; der Schade soll inSqesammt 600 fl. betrage». Poterö war mit 300 fl. versichert; bedenklich ist dic hohe Versicherung, denn da» Stallgebäude war in einem sehr schlechten Zi»-stände und auch dieser Umstand, dass dem Pote r t erst vor einigen Jahren das Wohnhaus abbrannte. Gegen P o t e r ö ist von Seite der Gendarmerie bie Anzeige erstattet worden. — Vom 18. auf den 19. b. M. in der Rächt sind in St. Lotenze» zwei Wohn- und Wirtschaftsgebäude abgebrannt, die Ursache des Entstehen» des Brmidr» ist nicht bekannt. (Naaferei.) Am 16. d. M. haben die Burschen Rudolf Krajnz au« Ragosni», Aloi« Braöiö aus Janschendorf und Franz P o l a n e c auS Ternowrtzberg gerauft und sich gegenseitig mit Stöcken geprügelt, wobei Aloi« Braüiü dem Rudolf Krqjnz mn einer Wagenkipfe einen so wuchtigen Hteb über die rechte Hand versetzte, dass er ihm den Unter-arm gebrochen: dir berüchtigte Raufer Jgn«z K u h a r au« RagDlnitz war auch wieder betheiligt. (Fenerbereitscha« kr freiwiitizen Jtun-wehr.) Für die laufende Woche hält der ll. Zug und die III. Rotte Feuerbereitschaft. — Zugs-führet Bella». Rottführer Maistet und 8 Man» Fkuermeldniigeii sind auf der Eentral-station in der Sichecheitswachstube im Rathhause zu mache». Vermischte Nachrichten. (Rnndmachnnz) deS steierm. LandeS-Aus-schnsseS in Angelegenheit des PulverbezugeS zum Zwecke de« Wetter schießen«. Gemeinden und Be-zirks-Vertretungen, sowie landwirtschaftliche Fili-ale» können da« zu Zwecken des Wetterschießens in Berwendnng kommende Pulver zum ermäßigten Preise von 38 kr. per Kilogr. beziehe» uud zwar i» Kisten zu 26 Kilogramm, b) in Fässern (innen Sack) zu 112 Kilogr. Die Bestellung hat beim steierm. LandesauSschusse rechtzeitig, v. i. wenn thunlich 2 bis 3 Wochen vor Gebrauch des Pulvers zu geschehen, um eventuell eintretende Verspätungen in der Exepedition infolge der nicht täglich verkehrend«!, Feuerzüge hüitanzuhalten. Bei Bestellung ist auch diejenige Bahnstation, von der die Abholung des Pulver» erfolgen soll, genau anzugeben. Der für das Pulver eittfallende Betrag ist gleichzeitig bei der Bestellung an den Landes-AnSschus« einzusenden uud anzugeben, ob die Versendung deS Pulvers in Kiste» oder Fässern gewünscht wird. Der Prei« stellt sich einschließlich Packung für Kisten zu 25 Klgr. auf fl. 10.12'/, und für Fässer (innen Sack) per 112 Kilogram auf fl. 45.06. Nachdem die Expedition de« Pulvers im heurige» Jahre durch das k. u. k. Artillerie.D-pot ab Pulvermagazin Kal«dorf erfolgt. wird für die Fracht vom Pulvermagazin zur Bahnstation Kalsdorf eine Entschädigung vo» 10 bis 15 kr. per Kiste und von 50 kr. per Fass vom Artillerie-Zeuasdepot nachgenommen werden, außerdem hat die Partei noch die Fracht--koste» von der Station Kalsdorf bis zur Ab-gabestatio» zu trage». Bemerkt wird »och. das« Fässer und Säcke im unbeschädigten Zustand« franco Station Kalsdorf gegen eine 15-perzentige Abniitzungsgebuhr rückgenommen werden. Hieraus ergibt sich, das» der Bezug des Pulvers loco Bahnstation in Kalsdorf auf rund 41 kr. zu stehe» kommt, welcher Betrag sich bei Bezug in Fässer» »nd Rücksendung der Verpackung (Fass und Sack) auf 3v kr. erniedrigt. Schließlich wird aufmerksam gemacht, das« der bestellend« Bezirks» Ausschuss bezw. die bestellende Gemeinde oder landwirtschaftliche Filiale strenge dafür zu sorgen hat, das« da« zum Zwecke des WetterschießenS im ermäßigte» Preis bezogene Pulver nur zu diesem unb zu keinem andere» Zivecke verwendet werde. Hievon sind sämmtliche Gemeinde» de« Bezirkes in Kenntnis zn setzen. Graz. am 12. April 180S. Vom steierm Landes-Ausschusse. (Pnlverbe)ng für wrtterschikßen.» Um diese» Bezug billig und einheitlich z» ermögliche», be« adsichtigt dic landw. Filiale Pettau gemeinsam vorzugehen ES mögen daher die Weingarten-und «chießstationenbesitzer ihren Pulverbedarf, der nur lediglich für Wetterschießeii dienen darf, binnen 8 Tagen dieser Filiale bekannt geben. Der Preis per Kilg. wird sich auf 48 kr. au«-schließlich Packung stellen. Unter 10 Klg. wird kern Pulver abgegeben. (Eine Ratze al« Xetterin zweier Stare.) Unter dieser Spitzmarke wird der „T. R. au« Rostock iu Mecklenburg über einen ganz eigen-artigen Fall au« dem Thierlebeu von glaubwür-diger Seite Folgende« geschrieben: „In den letzte» Tagen, al« viel Schnee hier gefalle» war und die Vögel uuter de» Unbilden der Kälte große Roth litten, bemerkte der auf dem Gerber-bruche Nr. ö wohnende Arbeiter B., das« seine Hauskatze mit einem Vogel im Maule die Wohnung bettat und augenscheinlich sorgsam bemüht war, da» Thiercheu, da« sie an einem Flügel gefaßt hatte, nicht zu verletze». Ruhig ließ sie sich dann de» Vogel abnehmen, in dem man einen vor Kälte halb erstarrten, aber noch lebenden Star erkannte und der keine Verletzungen auswies. Der Star erholte sich in der warmen Stube bald und schien sich in dem Bauer, da« man ihm zum Aufenthalte angewiesen hatte, ganz behaglich zu befinden. Wer beschreibt aber da» Erstaune» und die Überraschung der Hausgenossen, als am nächste» Tage dieselbe Katze abermals einen von der Kälte hart mitgenommenen zweiten Star beachte und diesem ebenfalls die größte Sorgfalt angedeihen ließ, damit sie den Vogel nicht ver-letzte, den sie im Maule trug. Auch dieser Star ward der K^e, ohne das» sie irgend wie sich dagegen sträubte, abgenommen und seinem Schick-salsgenossen in dem Bauer zugesellt. Unter sorg-sanier Pflege gewann der zweite Vogel gleichfalls bald seine frühere Munterkeit zurück. Eine Er-klärung für daS seltsame Hantxln der Katze vermögen wir nicht zu finden. JcdenfallS hat die Katze, die. nebenbei beweist, ein guter Rattenfänger ist, die beiden halberstarrten Stare im Schnee gefunden, aber mit leichter Mühe sie ge-griffen, um sie danu vor dem sicheren Tode des Erfrieren« zu erretten. Wa» aber die Katze, diese geschworene Feindin der Vogelwelt, dazu bewog, ihre blutdürstige Natur in diesen beiden Fällen so gänzlich zu verleugne», vermöge» wir, wie bemerkt, nicht zu sagen." — Was meint dazn jener AaSjäger. der beim letzten Schneefall die arme» halberfrorenen »nd ausgehungerten Vögelchen im Stadtwalde anlockte und mit dem Flobert-gewehr „waidmännifch" erlegte? Landwirtschaftliches. (Der Maikäfer al« graßer Schädling to Nebstockes.) AuS St. Urbani wird uns geschrieben: Wohl jedermann weiß, das« die Maikäfer, wenn sie im Frühjahre massenhaft auftreten, durch da« Benagen der Blätter a» Obst- und Waldbäumen oft einen bedeutenden Schaden anrichten — dass aber die Maden der Maikäfer der Rebencultur in manchen Orte» schon sehr geschadet haben, dürfte nicht vielen be-kann» fein. — Die Maikäfer, welche im April ode? Mai erscheine», ernähre» sich 1 bi» 2 Mo-nate von d«n Blättern verschiedener Bäuine. am liebsten vo» den der Eichbäume, ivelche sie oft ganz kahl frefleu. Sind die Weibchen begattet, so verkrieche» sie sich in lockere» Erdboden. Ackerfeld oder in rigolten Weingärten, um hier ihre Eierche» i» Häuschen abzulegen, während die Männchen nach dem BrgattungSacte absterbe». Ans den Eiern entwickeln sich in 14 Tagen weiße Maden. Engerlinge genannt, welche sich 3—4 Jahr« von Pflanzenwnrzeln ernähren. Auf Feld und Wiesen werden diese Schädlinge von dem gefräßigen Maiilwurfe verzehrt. In Wein-gärte» aber, wo infolge oftmaliger Bearbeitung deS Bodens der Maulwurf gewöhnlich fehlt, fressen die Engerlinge stellenweise die Wurzel» deS Rebstockes ganz ab. so das» ost taujeude von Rebstöcken zu Grunde gehen und ost wnrden vo» Unkundige» daS Richtgedeihen der Reben al» eine Folge nachlässiger Arbeit de» Winzer« angesehen. Ein allgemeiner Vernichtungskrieg sei da-her den Maikäsern dadurch geschworen, dass be-mitreite Geiiigarttnbesitzer den Schulleiter» der betreffenden Schulgemeinde kleine Beträge al« Spende für Schulkinder zur Aneiferung beim Sammeln der Maikäfer geben. In St. Urban werden schon mehrere Jahre die Maikäser von de» Schulkinder» gesammelt und enUvedet durch Entfernung des Kopfe» oder aber in heißem Wasser gelöotet. Für beiläufig l Liter Maikäfer bekommen die Schüler 4 kr. und der allerfleißig-ste unter den kleinen Sammlern erhält außerdem noch 1 Krone als besondere Belohnung. Auf diese krt entsteht ei» förmlicher Wetteifer unter den Schüler» ; ei« jeder will am meiste» Mai» käscr dem Lehrer bringen, um den Ehrenpreis zu erhalten. Dadurch sind bei un» schon viele Hektoliter Maikäfer vertilgt worden und treten diese Schädlinge jetzt nur mehr spärlich auf. DaS hie-zu nöthige G«ld für die Schulkinder gab bisher unfer opferwilliger Schulobmann, zugleich Be-zirkSabmann. Herr Josef Zelenik, au» seiner Privattasche. _Ein Lehret. Die schlimmen golgekrankheiten. welche sich gewdhnlich 4ii» scheinbar ganz harmlosen Magenbeschwerden heraus-ttlbeu tSnnen. werden be, rechtzeitiger Anwendung de« be« Wßhrten Hausmittel» de« .Dr. R»s,» «als»» fftr de« 9m$n* vollständig verhütet. Echt zu haben in den hiesigen Apotheken und im Hauptdepot det 8. Zr«»»er Prag 293. — III. — Siehe InseratI Maler- und Anstreicher-Geschäft der Franz Petrowitsch's Witwe, Ungarthorgasse Nr. 10, PETTAU. Ergebenst Gefertigte beehrt sich den P. T. Kunden höflichst anzuzeigen, dass sie einen tüchtigen und sachkundigen Wiener Maler und Anstreicher als Leiter ihres Geschäftes engagiert hat und somit in der angenehmen Lage ist, alle in das Maler- und Anstreicher-Geschäft einschlagenden Arbeiten prompt, solid und preiswürdig auszuführen, auch empfiehlt selbe ihr Lager von allen Gattungen Maler-, Maurer- und in Firnis geriebener OIÖLTben in allen Nuancen, desgleichen sämmtliche Möbel- und Wagen-lacke, Leder-, Politur- und StrohhutLacke, Krystall ack für Fahrräder, wie auch Fusflboden-, Bern-Stein- und Öllackfarben, Terpentin, Firnis etc., ausserdem auch die dauerhafte, waschbare Fussboden* Sparwich.se für Parquett- und weiche Fussböden in feinsten Nuancen und in bester Qualität zu den billigsten Preisen, sowie sämmtliche Broncen in Gold, Silber und Kupfer, Tinctur, desgleichen sämmtliche Decorations-und Künstler-Farben in Tuben, sowie bestens sortierte PinseL Für das bisherige Vertrauen ergebenst dankend und mit der höflichen Bitte, dass die P. T. Kunden ihrem Geschäfte eine gütige Beachtung zuwenden mögen, zeichnet hochachtungsvollst F. PETRO WITSCH Wtw. Maler- und Anatreicher-Qeaoh&ft, Farben-Handlung PETTAU, Ungarthorgasse 10. - — > i-JJ_____1- ____-T Kundmachung. Die BezugSbolletteit für das im städtischen Schlachthause erzeugte Ei« sind gegen Erlag des bezüglichen Betrages im Stadtamte Pettau zu lösen. Der Preis des EiseS wird von nun an mit 50 kr. per Block berechnet. StaiUmt pettau. am 21. April 1899. Txr 8ictne> kennungen. IHuftr. Preitcatalog grati« und franco. I00 -300 Buhlan monatlich kennen Personen jeden Standes le allM Ortschaften, sicher und ehrlich ohne Capital und Riaieo verdienen, durch Verkauf ge&etxltch erlaubter Staatspapier« und Lose. Anträge an Ludwig Otttrretofcer, VIII., Deutschegasse Nr. 8, Alles Zerbrochene aus Glas. Porzellan, Steingut, Marmor, Alabaster, Elfenbein, Horn. Meerschaum, Gipa, Lcder, IIolz, sowie alle Metalle etc. etc. kittet dauerhaft Bus« unerreichter Universalkitt das besto Klebemittel der WelL In Glasern ä 20 und 30 kr. bei W. Blanke. ------ .. Pettau. pegelftimte aal Sraperatarra. Datum cm. Witterung le»Prr. Celilue 15./4. 194 Bewölkt 7-6 16./4. 110 Heiter. 78 17./4. 119 Leicht bewölkt. 8.5 18./4. 109 W » 92 19.14. 101 » I» 10 0 20/4 105 Heiter unb Wind. 10*0 21/4. 119 Bewölkt. 105 Äitnoncen M*ir •owti laMrHantTsHh 2v.,ta and vollständig möblirte Wohnungen jede Grösse und jede Zeit. Hötel-Omnibua. Specialitäten: und CtfinliiitrH. fflsfTcrkichtt P»«.-Lshle»sch» It. -»Atzseife. Lederleck». » „Patent Kaetrelok-IbUrate alt Nigrett, (flüssige Wichse «Vr »ofcwarze und flrtlf* Schuhe 30 kr." Ifsif Wichse der Welt! Ott »ein« «^chxhung Ichjn altnjenb unb baurttafl rr««lfni »Ifl, lasse nur Ferne lendt-Schuhwlotise fit lichte« Mutant nur Fernolen€l?8 Naturleder-Cr6me. fiter«! »errilhiz. K. k. priv. gafcrif |<|r. 1832 in Wir«. 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Aer Veksnom ga aiukrirlc laakls. volle Zcitss«. •eorflnbet IS7S. (MAciM ben l. u. lt. jeden Roiialf in <*t..*efilia.{;oein«t. Ciniidteig ft i. Ilrebeaaraietu ,rs>i» uaO IrsMS. Verantwortlich: Jgnaz Spritzcy jun. Druck: W vlaitc. Vettes. kebenskrisen. örjiiblung au» unsers« »vn pt ß X >»., ist arut," sprach Hurt tonlos i/S "^n<> ^u'* ®r"^ >^i««der Ansregtmg -l e ilud »mklammerte deS ander?» Hand mit eiiemcnt Griff ' V „(i* tau». es dar? nicht wahr sei», wenn ich »icht ver^ ;n>cifr(ii soll." „i^ort behüte Dich vor Verzweifln»«.'' sprach Kurt, .doch lies film, iven» D» meine« Worte» »icht glaubst " Er hielt de»> Aasende» daS Testament tntgegen. Ernst« Auge» fhMi'ii über den Inhalt hin nnd seine Zähne knirschten vor Wut. n> - it den Vetter abermals anschrie: „Und da» läßt Dn niiäi erst hrnif wissen? Wontnt thatest D» nicht srüher Deinen Mnnd ans ,,»I> hieltest mich in dieser glücklichen Täuschung?" Pergebens versuchte Kurt zu sprechen, der andere tobte weiter: .!>>-? ist ein »»sinniges Testament, ich werde dagegen Protest er lit-lK-it. Der Mann tniift nicht bei «innen gewesen sei», als er es iduieb. Wie kann ein nur einigermaßen gerechter Vater seine leib-liuirige Tochter so behandeln?" .Rora ist nicht da» rechte ftind des Verstorbenen, sie ist ein r..i!inii>mmenf3 —" ..ll»d das alles wußtest D» »»d sagtest e« mir nicht?" rief Ernst in niinifiilosfr CfrreflHiig. .Elender, ist das Deine Frexudschaft?" £v kam nicht weiter, ein Schrei ließ ihn verstummen. In dem ltl'liasten Wortwechsel hatte keiner der beiden bemerkt, daß schon int einigen Minuten dir Thür des Nebenzimmers geöffnet worden war, »nd erschrocken starrten die Erregten jetzt ans Nora. welche Eiternd und totenbleich aus der schwelle stand .Ich habe genug gehört," begann sie mit bebender Stimme, .nimm hier den Ring zurück. de» eine Verblendung — jetzt fühle irli es klar — mich annehmen lieft, »nd dann verlaft dies Sans >»ld enNveihe nicht das Webärfjtiü» eines edlen Toten mit «» würdigen Worte»!" gehe." stammelte Ernst, aber seine Blicke hingen leiden-'äiaftlich an dem schönen Gesichte des Mädchen», »mir eins lab mitb Dir sagen, Nora, unb ich beschwöre Dich, schenke mir Alan de», e» ist dle letzte Bitte, welche ich an Dich richte, glaube mir. ich habe Dich geliebt und werde Dich immer lieben!" Rora gab keine Antwort, mit abgewandtem Besicht wies sie übermal» auf die Thür und Kurt sah, daft sie wankte Schon wullte er eilen, sie zu stützen, da fühlte er Ernst» heiße» Atem a» stillem Ohre, nnd eine heisere Stimme flüsterte: .Wir treffen nns mich ich will Deine edle Freundschaft lohnen." Tann flog die Thür hinter der schlanken Gestalt des Lieute> »untS mit lautem Krach in» Schloft nnd drinnen war es eine «filr still. Nora war die erste, welche das dumpfe Schweigen brach „Wer iiub meine Eltern?" kam e« leise von ihren Lippen. .Um Gott," rief Kurt, .so hötten Sie?" Zie nickte schweigend und senkte den Kopf, wie um ihr Tode» ».teil zu vernehmen. ^hm brach fast da» Serz bei dem Anschauen ihres Zchmerzrs. »umenloses Mitleid wallte in ihm ans: wie gern, o wie gern hätte >i diese Stunde ihr ersparen mögen! Toch sie wiederholte ihre Frage, und der Bitte, dir au» ihren .'»»gen sprach, vermochte er nicht zu widerstehen. Wortlos bän mgte er ihr den Taufschein aus, den er vorhin erst gefunden, und wortlos ging sie aus dem Zimmer. Er aber sank aufstöhnend in Sen Sessel zurück, und nach Fassung ringend, verharrte er lange n dumpscm Sinnen 7. Wie Kurt gcsiirchtet, traf bereits am anbei» Morgen ein Abgesandter seines Vetters bei ihm ein. der ihm die Forderung zum Tuell überbrachte. Ei» bittere« Lächel» flog einen Moment über iein Antlitz, als er daran dachte, daft er noch gester» abenv die von Ernst gewünschte Summe ans seinen eigenen Mittel» dieiem zur Verfügung hatte stellen lasse»! da»» sprach er rnhig zu dem Lieutenant: .Sagen Sie meinem Vetter, daft ich seine Forderung ein- für allemal ablehne, da die Gründe seines Vorgehens durch-an» ans einem Irrtum beruhen. Zagen Sie ihm. ich sei gern bereit, ihm jederzeit die gewünschte lkrklSrnng der Thatsache» z» gebe», welche er »»wissentlich so ganz verkehrt anssaftt" .Ich glanbe. e» dürfte nicht geraten sein, sich ans derartige Auseinandersetzn»»?» einzulassen," antwortete der andere. .Herr von Sillmer» ist in einer dermaften gereizten Stimmung, daft er. so wie ich ihn kenne, kein Mittel unversucht lassen wird. Sie. Herr Rechtsanwalt. zu diesem Duell zu zwingen." .Sie meinen, er wird Beleidigung aus Beleidigung hänfen?" gab Kurt zurück .Ich hoffe, das zu verhindern, aber selbst, wenn er eS thut, so fühl* ' *1 mich nicht ermächtigt, mich znm Mitschnl digen einer L»andlu..g zu machen. die in meine» Auge» jeglicher sittlicher Ber .gütig entbehrt nnd einfach unter die Begriffe der Vergehen gegen Gottes Ordnung gehört, denen ich mich als llhrist von vornherein entziehe. Ihr ironisches Lächeln. Herr Lientenant. ficht mich nicht an, es sagt mir lediglich, daft Sir mich für einen Zonderling, im schlimmsten Falle gar sür einen Feigling halten. Thun Sie e» immerhin, ich trage es weit ruhiger, als das Bewußtsein aus mir lasten würde, in Gottes «»gen verwerflich zn fei« E* thnt mir mir leid, wenn Sie »nd mit Ihnen Tansende Ihrer Standesgenosse» nicht den Mut besitzen, mit alten Bräuche» zn brechen, welche besser in das Zeitalter des Faustrechtes paßten, als in unser sich mit so viel Anmaßung da» .ausgeklärte" nennende Jahrhundert Was meinen Vetter betrifft, so bitte ich Sie. ihm meine Botschast zn überbringen. Ich will ihm Zeit lassen, ruhiger zu werde», dann komme ich selbst zu ihm." Achselznckend ging der Lientenant. Kurt erwartete mit Ruhe das Weitere. Immer wieder kehrten seine Gedanken zu Nora zurü k, wie mochte es in der Seele des armen Mädchen» aussehen d Oft drängte e» ihn. mit dem Major und noch mehr mit der Majorin die tranrige Lage de» schwergeprüften Mädchen» zu besprechen, aber der Gedanke, wie sehr Ernst in da» Ganze verwickelt sei. uud in wie wenig vorteilhafter Beleuchtung seine Handlungsweise dastand, hielt ihn zurück. Der Major mußte nichts von Ernsts peinlichen Geldverhältnissen ahne». Satte er doch, nachdem er den Inhalt des Testamentes erfahren, nach der ersten Ueberraschung ruhig ge äußert: .Run. ist Rora auch nicht daS reiche Mädchen, welches wir in ihr vermuteten, Ernst hätte dennoch keine bessere Wahl treffen können Die Brautleute sind noch jung, was schadet es, wen» sie watte». bi« Ernst Premierlieutenant ist, dann werde» die Mittel schon ausreichen, und wer weiß, ob Frau Karsten» nicht anch noch ein Uebrige» thut." Daß die Majorin de» Gatten An sicht ganz und voll teilte, das wußte Kurt, aber um so schwerer ssel e» ihm aus» Serz. wenn er der gestrigen Scene gedachte. So verging Stunde nm Stunde ihm in trübem Sinnen, und erst gegen Abend schreckten ihn hastig dir Treppe hinanseilende Schritte empor. .Da« ist nicht Ernst," so dachte er, .sein Degen müßte Geräusch verursachen." und von plötzlicher Unruh« ersaßt, öffnete er hastig die Thür ES war der Bursche des Betters. dessen bestürztes Gesicht deut-ltch eine schlimme Kunde verriet Kurt bedürfte kanm Bei wenige» t- UG Äorte, lud die der treue Diener, von Schluchzen erstickt, heraus-'ticfi, i»id in fliegender Eile folgte er dem bereits wieder Davon-hastenden in das .Hans seiner Verwandten, Kaiun vermodite er das Entsetzliche zu fassen, wie? Standes so traurig um Ernst, daß er gänzlich den sittlichen Halt verlierend seinem Leben selber ei» Ende gemacht hatte? Doch, gottlob, »och lebte er. In dem dunkel verhangenen We« mache, dessen kriegerische Emblrme, im bunten Dnrcheiiiander mit Zponabzeiche» nnd allerlei elegantem Tändelwerk den Aufenthalt eines jungen lebensfrohe» Offiziers kennzeichneten, fand Kurt die Altern und die in Thränen aufgelöste Schwester des Verwundeten, an denen Lager augenblicklich der Arzt beschäftigt war. mit Hilfe der geschickten Hand eines als Ehirnrg geschätzten Kollegen die not-wendigen ersten Hilfeleistungen zn thun. ES währte lange, diese qualvolle Arbeit, viel zu lange für die in heiker Angst unthätig dabei stehenden Angehörigen, denen die Wehelaute des Kranken genugsam seine Schmerzen verkündeten. Schweigend hielt daS Ehepaar sich umschlungen. Elfe kniete, noch immer heftig weinend, zn ihren Füßen. KnrtS mitleidige Blicke streiften oft ihr liebliches Antlitz, aber seltsam, nicht Elfe war es, die seine Angen sahen, vor seinem Meiste schwebte ein anderes Gesicht, »icht minder lieb-lich, mir schöner noch nnd riih-rentier in seinem Schmerz, Ge-hörte sie. an die er jetzt denken mußte. nicht von Rechts wegen auch hierher zn dieser Stunde? Wie lange die Aerzte beschäf-tigt gewesen, keiner der Warten-den hätte es zu sagen vermocht, als endlidi der Hausarzt vom Bette zurücktrat und schweigend den Eltern den Zutritt freigab Kurts in stummer Frage angst voll auf ihn gerichteten Blicke beantwortete ein Achselzucken and das Schlimmste fürchtend, crat Kurt jetzt auch an das Lager Das war eine bange Nacht, welche er den Verwandten durch-wachen half! Die Majorin, am Fußende des Krankenbettes sitzend, verwandte keinen Blick von dem Antlitz ihres Sohnes, dessen fieberheiße Wangen kaum ihre kühle lindernde Hand dnl-Seien, so nnrnhig warf sich der ?on Schmerzen Gefolterte hin und her. Und weid, wirre Sieden entquollen den brennenden Lippen! Kurt las es in den star-reit Augen der Eltern, wie sehr ihnen Aufklärung ward über SaS, was er gezögert hatte, ihnen zn sagen. Elfe war, von der Last des auf sie einstürmen-den Schrecklichen überwältigt, in einen unruhigen Schlummer gesunken, aus dem sie von Zeit zu Zeit aussuhr, um immer auss neue von ihm eingewiegt zn werden. .Schlafe Du nur, Kind," dachte Kurt, .früh genug wirft Du begreifen, wa» Deinen Frohsinn für immer, nein, hoffentlich nicht für immer, z» rauben droht." Gegen Morgen öffnete Ernst mit einem Male die A»ge» nnd schaute verständnislos um sidi. Sein Blick traf das mit wunder-lichem Mitleid ans ihn gerid>tete Antlitz deS Vetters, und da schien mit einem Male daS Bewußtsein zurückzukehren. „Bist Du hier," so kam eS in schrillem Ton von seinen Lippen, .Dich an meinen Qualen zu freuen, in die mich Deine Feigheit trieb? Ja, Tu bist die Schuld, daft ich die Hand gegen mich selbst erhob, wer hieb Dich meine Forderung zurückweisen? Sterben wollte und muhte ich, und Dir überlasse iri) .. Er vollendete nicht, mit erschöpfter Stimme hauchte er nur noch wenige unverständliche Laute und sank matt in die Kiffen zurück. Sein bleiches Antlitz lag wie leblos da. und angstvoll be-trachteten ihn die Seinen, welche auf den Zügen des Kranken schon die starren Schriftzüge des Tode» zu lese» glaubte». Doch der Arzt meinte beruhigend: „Es bleibt «och Hoffnung, sorgen Sie nur für gänzliche Ruhe, und halten Sie jede Ausregung fern." Sein Blick fiel auf Kurt und sogleich erhob dieser sich nnd verließ geräuschlos das Zimmer. Er wollte auch das Haus verlassen, unfähig, länger unthätig «u verharren, als sich eine Sand auf seine Schulter legte, und sich Emile Liulitt, »«( neue '»nlHftnu »rr fra»Mfche» WejuMir. (liit t<{t.) umwendend, sah er i» das tieftraurige Gesicht des Major», mir Aufklärung," sprach dieser, .verschweige nichts, ich ei diese peinigende Unklarheit nicht länger." Kurt wagte keinen Widerspruch, war es ihm doch selbst dürsniS, endlich reden zu dürfen. Aber welche Qual war e* ihn, dem Bater die Augen zu öffnen, welchem sich jetzt erst Abgrund aufthat, a» dem sein einziger Sohn, sein Stolz und Freude stand. .Hilf mir, Kurt, diese häßlichen Angelegenheiten zu ordi? sprach er. als der andere geendet, .sie werden uns bald gern, schrecklicher Klarheit nahe treten, wenn das Geschehene in Oeffentlichkeit dringt, lieber meine Empfindungen laß mich sch gen," fügte er mit brechender Stimme hinzu, .ich habe jetzt den einen Wunsch. Ernst möge reuig sterben." .Nein, leben soll er," rief Kurt unb faßte liebevoll des jors Hand, .glaube mir, für ihn selbst ist es weit bester, er sn durch ein neues Leben sein Bergehen, al» durch den Tod. der i um so viele Hoffnungen ärmer machen würde." .Wer will entscheiden, wa» hier bester wäre?" sprach der Ma, gedankenvoll, .doch, Du hast recht, ich will au die äußerlichen ? gen denken, die. im Falle er stirbt, mehr oder weniger hinschwill würden, ich meine, all das nun: bleibliche Gerede, die Sdjiun welche ich der Mutter und d Mädchen so gern ersparte. £ wollen aber nur an Ernst di ken, und er steht, wie wir a! in Gottes Hand. Wie dankb bin ich, Kurt, daß Du mir z Seite stehst, wo —* .Und dennoch trage ich d Schuld, daß eS soweit komm durfte." unterbrach ihn Ku schmerzlich bewegt. »Meine Be Weigerung des Duell» ver! tete —" .Du haft gehandelt, wie? es vor Gott und Menschen v antworten kannst," fiel ihm d Major ins Wort. .Wollte Ge es dächten alle wie Dn! Ab. , das zeigt un» auch dieser tta rige Fall, so lange nicht v: höherer Seite dem Duellunwoi energisch gesteuert wird, blci es bestehen, ein bequeme» ui: durch die gesetzliche Duldung gi wiffermaßen sanktioniertes Mi tel, Konflikten zu entrinnen, d durch eigene Schuld entstanden Spät am Abend — der Z: stand des Kranken war noch in-mer derselbe, wechselnd zwischc heftigen Fieberanfällen, kurze: Momenten der Besinnung ui; ebenfalls kurzen Schlnmme: pausen — ward Kurt ein Bill • überbracht, welches da» Dien», mädchen Frau Karsten» für ihn abgegeben hatte. „Sie war bereit dreimal hier," sagte der Bursche, „aber wir mochten die Her> schaften nicht stören und wiesen sie immer wieder ab, obwohl st« eine dringende Angelegenheit zu haben schien." Kurt hatte bereit» hastig da« Billet geöffnet, und mit dem Schreckensruf: .Nora ist sort," stürzte er an dem ihm fassungslos nachstarrenden Burschen an» dem Hanse, mu Der Knüppelkrieg. vachirn II., Kurfürst von Brandenburg, veranstaltete im Jahre 1867, wie un» der Chronist Nicolaus Leuthitiger erzählt zwei ergötzliche Waffenspiele. Zwischen den Berlinern und Span dauern ließ er aus der Havel einen Wasterkamps ausführen, dem er mit seinem ganzen Hofstaate von einem großen Schiffe aus bei wohnte. Unter lärmender Musik stießen die beiden .Flotten" aus einander. Munter donnerten die Kanonen der Festung Svandau darein Mit langen Stangen suchten sich die .Feinde" ins Wastei zu stoßen; die .Gefallenen" holten die Fischer wieder heraus, Menschenleben waren aber nicht zn beklagen. Drei Tage lang wähtte die .Schlacht*. Der Sieg blieb unentschieden. Darauf folgte auf der Ebene zwischen Spandan und Lietzow (Charlotten bürg) der Landkampf. Der Generalidee zufolge sollten die Span- ■+ G7 +- »ach tapferen» Wid?rstande die Flucht erdreist» und sich von Berlinern verfolgen lassen. Da» e»tsprach aber keineswegs Geschmacke der Spandaucr. Obgleich sie kaum 800 Man» waren, weit geringer an Zahl wie die Berliner, gefiel eS schlug?» uiic ihre» Kuüpprl» vo» «?uem loS. Das liegen sich die Berliner »icht ruhig gefallen, und wehrte» sich kräftig, und kald war ans dem Echcinkampf? eine ernste Prügelei ?»tstanden, E« r?g»?t? Schläge, und Beule» und blutige Köpf? gab eS bald auf .< ■ y- _____ i t r UM? W^DWMWW^»M W . ^ 'C 1 ,s >> I T L! I-" i - r m - A 7.^! ■: i "ir • « ■ 'X\ •' 1 • •jS TV-'4 ' * .T "15? Ä b * 9 .. . **" . . fr ;i* .1./ . ■ * i *f i i ■, t ..' TÄJ vffaic«:' - >. in, •• m^V"_,_„ - _ -*} Mrum fr ,, ^ ^ ti^maen ^ I ** - ^ f o. M i » I. i f 1 m i I; ,r! i S> ä a y%> S nicht, dic Rolle der Besiegte» zu spiele«. Die Schlacht be-Entsprechend d?m Programm wandten fich die 5pa»dau?r kurzem Gefecht mit d?n allein erlaubt?« kurzen Knüppeln und cöck?« zur Flucht, und mit lautem Jubelgeschrei folgten die lier. Da machten plötzlich die Spandaner wi?d?r Halt und beide» S?it?n. Das hatte der Kurfürst nicht gewollt. Um die erhitzten Kämpfer zu trennen, ritt er mitten unter sie. Aber ein? blind? Wnt hatt? die Parteien ergriff?«, all? Mahnuni?« Joachim,? II. war?« umsonst, ja selbst sein eigene» Pferd entging den einmal in Bewegung g?s?tzt?n Kiiiipprl« nicht, von Schlag?» g?troff?n banmt? ♦ + liK e» »ch lu>d) mii, tuitrj jciiu'u Üieiler in den «ant> nnd ipmiiitr da von Mi Mlihe watde der tkurfürst vor den Tritten der ihn uui drängende» Menge gerettet Erst dir Nacht machte dem Kampfe rin (fnde, ohne da» det «ieg entschieden worden wäre. Beide Teile schriebe» sich denselben zu nnd »erlieft?» stolz da» Schlacht »olb. !er «»rfiiri« war wütend Mitten in der Nacht lieft rr Barilivloinän» Bier, den Bürgermeister vo» -pondan, aus dein Bett» holen und in» Gefängnis werfen. Dir Zvandouer Bürger aber wurden auf die Festung bestellt. Da standen sie. vor Furcht zitternd, ein paar Stunde», dann wnrden sie wieder entlassen! da» war ihre Ztrafr Der Bürgermeister kam erst nach einigen Mo> »a«r» wieder frei. So rndrtr der .«»üppelkrieg". r. Kas sockt so früh? ja« lockl vor meinem Fensterlei»? ISi bat sie «Ue hergtlnacht, |if» Ist S»i Henz, er (chant herein, Die zarten Blumen »ber «acht, Er i»at »«grenzt schon Feld «nd «arten Die Knospen noch so still verbargen, Un» dtaußen will er dich erwarten Zic öffnen sich dem jungen Morgen, Manch neue« Lied wird da gelehrt, Da« du bildn noch nicht gehört. Tu» ist ein Lärmen, Jauchzen, Drangen Von h«ndertlausend Liebelklängen «atliilve «alter. r.m. Botoim Itmile Loubet, der »eiie President de» srauzSnsche« Republik, wurde vom 'liaiionalkongreß am >8 Februar d. I, mit 183 Stimmen zum Presidenten der Republik gewählt. Loubet ist am ZI, Dezember 18S8 in Rarsanne (Departement der Drüme> geboren, ist Lottor der Stechte »nd Advokat von Be-ins Al« junger Mann ward er Bürgermeister von Moat diesem «Hi-bict und »ach seiner Borbildung eher feinfühliger Bellrnist, tritt er un« i» dieser jüngsten monumentalen Schdpsung al» Meister jener »uns» entgegen, wie II« in der erste» Hülste de» >8 Jahrhundert», der Zeit der iHrüud»»» der babikchen Lande»hauptstabt. durch französische und italie-Nische Architekten zu »»« gelangte Turm wußte mit «lück und beschick die damal» geltende» «»nindsätze ber Behaglichkeit, wie sie ba» fürstliche Leben iener Tage forderte, mit jenen der grundrißliche» Klarheit und Uebersichtlich-keit zn vereinigen: so erscheint da» Aebüube nach allen Seiten, im Aeußern wie im Innern, bi« in die »nleigrorbneten Rebenteile. ja bi» in bie gärtnerischen Anlagen al« ba» Ergebn!« einer wohlburchbachten, aus historischen ttzrundlagen entwickelten unb mit den Foedernngen modern fürstlicher Leben»-hallung in Einklang gesetzten Plandi»posiii«n, Die Ornamentierung mit ihren liebevoll behandelten Detail», in den figuralen Partie» nach Arbeiten be» vor kurzem verstorbenen Bildhauer» Pros Adolf Heer, konzentriert sich aus da« Mittelrisalit, dessen «iebel eine reizvoll gezeichnete Kuppel überragt; die Flügel bauten und Eckrisallte kennzeichnet eine in dem vortrefflichen roten Sandstein. Material ganz besonder« vorteilhaft wirkende Einfachheit, in der Durm« klas. sliche Fvrmeuiicherdeit so recht wohlthuend zur riieltnng gelangt, Raummangel »e(bi(t(t eine eingeiienbere Betrachtung der vornehme» Fa(»deu. Bon ganz besonderem Reiz ist nun aber da« Innere; Formen unb Farben w>rten hier wie ein dichterische« Äebilbe, Da entwickelt sich hinter einem reichen Bestibdl der imvosante Ireppeuraum mit seinen stattlichen Aalerie», zur Festhalle s» xcht wie geschaffen, Ueberall prachtvolle« Marmormaterial, wundervoll ge-zeichnete und gearbeitete Schmiedeeisengelünder, Tel'ter Vasen, <»la»wl>lbung mit farbig eingebrannte» Schlingpflanzen Auf da» Ireppenhau« münden die EmpsangetSame ivlbeirnbere der «underdar fcla I» helle» und Goldtdne» »«kurierte 1Khii(|iiIuh und der tiiuu« einftei g«|lii»uit( Zp(>«.iume der Pariser und rdmischen Paläste au» der Zelt, Au»nehi«end 6«r>u«m iiuft geschickt b>«ponieren sich die Privatgemücher in langem Trakt, in ibrri »rchitkktoniiche» nnd malerischen Ausgestaltung ein jede« andere Maltve ,e> »end lie erste« Maler ber Residenz fanden dort Gelegenheit, in stilgrnchuu Zapraporle» und Panneau« ihr» Kunst zu bethätigen; diese Leistungen bilde» eine sehentwerte Privaibilbeisaminlnng Dir Technik hat i» de» Heizung^ »nd Badeanlage» ihre »olle Leistung«sähigkeit erprobt. Elektrische« Licht >l, >ur a»«glebigste» Verwendung gelangt; feenhafte Effekte Nnd damit in«fcn>» dere im Zrrvpenhan» erzielt, Ta« Palai« zählt jedensall« zn den bedeutendsten bauliche» Zchen»wiird>gkeil.» der babischen La»de»hanvtstadt, ve. «atbiau. Unsere Tienftboten. »Mir scheint, Mali. Sie bade» sich bieselbr Toilette machen lassen wie ich?" — »Stimmt, gnädige Fra», aber ich hab'« bor bezahlt" Zehr »entlich. Herr: „E« ist boch fatal, daß Ihre Mama Sie überall hinbegleitet, gnädige« Fräxlel«!' — Dame: .Auf dee Hochzelt«eeise würbe st« mich nicht begleiten!' Plalhrrbr machte man den Borwurs, daß er seine bedanken mehrmal», bald hier, bald bort beuütze. — .Ei wa«!" rief er au«, .ich kann mein Porzellan bald aus den Tisch, bald ans da« Meftm« de« Kamin«, d»id ans die Kommode stelle» " fön gute» Weib, Er (nach ber Hochzeit»: „Tu glaubst nicht, wie schreck, lich mein Jnnggesellenlebin war. wie unerträglich mir bie Abenbe waren, wenn ich allein in meinem Zimmer litz(« und mir bie Kuäpfe annähen mußte • Sie: ,Ra laß nur gut sein, Rännche». von jetzt ad werde ich immer »eben Dir sitzen «nd Dir die Radei» ein'.ldelu!" Bescheidenheit Der bernhmte Maler Annibal Earacei lebte sei» ein-gezogen n«b fl»h den Gla»z und bie «räße, Z(l»r oft (»tfernte er sich dur,l> die Hinterthür seine» Hanse«, wenn ein Fürst oder ein kardinal durch dir «ui »erthüre eintrat. Einst sah er seine» Bruder Augnftin in vornehme, Meiell schaft einherprnnke». Er rief ihn beiseite und flüsterte ihm »u: ,A«g«sti». erinnere Dich, daß Du der Sohn eine« Schneider« bist,' St, emrinnuyigrs föne geringe Heiserkeit, welch» nicht selten de» Mensche» befällt, »er liert sich in ber Regel bei r»higem Berhalten van selbst, doch ist e« zw»ckmäß,g zuweiie» vor dem Schlafengehen ein Fnßbad »u nehmen Heiserkeit schwerer«, Form verlangt jedoch die strengste Ruhe, »nd der Krank« muß sich allen S»>e-chen» enthalten, denn nur in diese« Falle ist an eine Heilung ,« denken «iefchwollene Drüsen heilt man dnrch Auflegen von kleinen trocken e, wärmten Leinen!,ickchen, bie mit Kamillenblüten gefüllt sinb. Die Zä-tch, müssen so warm al» man e» vertragen kann, ausgelegt nnd beim Erkalten durch andere ersetzt werben. Der Pftauzengrnnb f»r Lilie» muß tiefgrü»dig, nahrhaft und locker fein «nd da« Erdreich von graßer Durchlässigkeit, Die großzwiebeligen Arten pstan,, man mlnbesten» zwanzig Eentimeter, bie kleinzwiebellgen etwa» weniger tie«. so schützt man sie am besten vor ben linslüssen ber »Ittnnng. Die Lilien-zwiebel lege man s» zeitig al» möglich Im Frühjahr, --- A * B F. ! y | " " I i. 0 ! o '.1 i— > s R 1 ,r V A A A A A A n n B H C ( 1» K K K B K K K K r K 0 O 11 H i i l 1 K K I. Qnadratrütsel, Tl« Z»famm(nft(lluno der I« iube»st«dend«i '."n.li gaben ist so vorzunehmen, »atz bt» maaerechnn un» »,, ,I>rechensenkreedttn «e>h»n «teUhe W.' i^r ergeb«» Die Bedeutung dertelben tft: I) line Giadl in vannovo •)) Eine grlnMiche O»t»tze>t. »> One Cladt In canncD-«1 Otne altrestamenttlche Vers»», gobanne» «>»lv» Logogriph, Mit » al» Otabt In Augland da«"» den »Itz. *Wt» I *»bir««[to »ine preutz. Provinz. 7) Ein bor L sftzter. ») Eine Inlelgnchpe im ndrvllchen »i-nieer. »> Sine Stadt in Rrantntch. toi 9'" •edtTge In Schieften. II) Sine nantsche Jbk IJ) Stadt tn Marokko, 18) «in Jnilenoni Sind die Wdrter richtig ^funden, so »rs><> dir senkrechte Mittel reih« den Namen einer t>. *>« *muj|iuwii in uwijicDci IT1«"' so »Mjnpellen. tag folgende BeieUfeauue» !> >a»g entstehe»! I>«in »onlouani. l)VtneS Eine veeutz. Provinz. 7) Ein bor »Indern beliebten Fruch«. Ausldinng lotgt in nächster »nmmei. P Klein «»tUf» 9irniirner: ?»» «ogoarlvd«! leuvp«. Snppe, Puppe. Euppe, Schuppe. Te» - ilbr n i J11. • MtiarUrk. Jotianniier, eleml, «leoegin» rann, Rttticli, Kulant, »zechiel, voriinu .slegfeled'glietembilb." Te» Bilderrätsel»! Wo «rdeit da» Hau» dewu: kann Armut »ich« etngeigeu , .,» m E«, «echte »»»»»»allen,---,-----v r .. ■ r . «erunrinorrlich- Ktiwftien min Erng #lei||c<. jeirutn ,»» d ra»>»»g«de, von Pr»l»«r » Pfelffee In i'ungae«.