Mutzen unl» VerSnlWNw ------—« 3 ——------ Freytag den i5. Ianne-r 1824. Wohlthätigkeit. Nie Armen ^Instituts-Commission bringt ihren innigen Dank für die reichliche Unterstützung, welche ihr durch die Lösung der Erlaßkarten für Neujahrs-Wünsche auch in diesem Jahre zu Thcil geworden ist/ zur öffmtlichen Kenntniß. Aus den gedruckten, den Zeitungsblättern beygelegten Verzeichnissen erscheint die Anzahl von 65i Wohlthatern, welche mit menschenfreundlichem Vinn, dcmhicrortigen Aufrufe entgegenkommend, durch ihre gütigen Beytrage die Summe von 5^4 st. 40 kr. in Eonv. Münze der Armuth zum Opfer brachten. — Ihrem Berufe getreu, wird die Commission diese Summe ihrer Bestimmung zuführen, die dürftige Classe aber, ihre Wohlthater segnend, darin eine Mrmehrte Linderung der Noth sinden. .,_.-----------------------------------------------------------«^ ________________„_________^__________^ Übersetzung tls im vorigen Blatte gelieferten krainischen Gedichtes. (Gin gesendet). Dankgefühl bey der Abreise Sr. Fürst-Erzbischöfiichen Gnaden Augustin aus Laibach nach Salzburg. Vl«r Scheiden, Trennung nur und Scheiden" (Welch Seufzen sagt den heißen Schmerz! j »Ach Trennung nur, — nur baldes Scheiden" Klagt blutend uns das wunde Herz I Zu scheiden. Hoher, — sich zu trennen Von dir, — Beschützer, Oderpirt — Und Vater.' — ach, wer kann es nennen Ohn' Angstgefühl, das Felsen rührt! — Wer soll der Trübsal Qualen mindern. Im Scheiden was uns Tröstung seyn? Wer soll der Trauer Schmerzen lindern, Mit Gaben Arme »per erfreu'«? — Zwar fest sieht in der Mitte Dein Denkmahl, das die Zeit nicht bricht, Ss keimt auß jedem Deiner Tritte Ein Glück, das laut von Dlr uns spricht? Doch wem, wem werden wir es danken, Wenn Du Erlauchter.' nicht mehr bist? — Ach, weinend werden wir kaum wanken Am Vorn, der voll des Segens fließt.' — Nun fließet, Thränen, Dank zu zollen.' — Du säumst, —du schweigst, verglühtes Herz?H- Ach, wo soll ich Ihm Thränen hohlen.' Verzehrt hat sie der Flammenschmerz! — Belohne, Gott' — Du wirst's vergelten, Denn Du nur weißt es, willst, vermagst: Vergilt kar. macis, Julius 182» S. 333, Folgendes über den phosphorsaurtn Kalk mit: da Hr. Gay Lußac, dieser berühmte Chemiker der Akademie der Wissenschaften, in deram 6. November vorigen Jahres gehaltenen Sitzung anzeigt«, daß Leinwand, wenn man sie in einer Auflösung von phoSphorsaurem Ammoniumjaucht, un-verbrennlich wird, geriethen wil hiedurch auf oie Id«e zu versuchen, ob nicht auch phoephorsaurer Kalk eben diese Eigenschaft besitzt, und wir fanden wirklich, daß Lnnwanb, Musselin, Holz, Papier, Stroh, in eine auf 2a — 25° concentrirte Auflösung dieses Salzes getaucht und hierauf getrocknet, durchaus nicht anzuzünden, und folglich auch nicht im Stande ist, Feuer mitzutheilen. Diese Stoffe verkohlen sich, wenn sie einem sehr heftigen Flammenfeuer ausgesetzt werden; allein diese Verkohlung reicht nicht über den Feuerherd hinaus, in welchen sie sich eingesetzt befin« den. Schwefelhölzchen oder Faden, die in dieser Auf' lösung geblitzt sind, vermögen nicht, sich zu «ntiün» den; d« Schwefel brennt allerdings, aber das Hölzchen oder Faden brennt nicht, und selbst dasVerörennen des Schwefels scheint dadurch langsamer vor sich zu gehen. Firniß aufLeinwand aufgestrichen, welch» in diese Auflösung eingetaucht ist, brennt nur mit Mühe an,und die Flamme desselben theilt sich der Leinwand nicht mit. Die Leichtigkeit, mit welcher man sich phosphor-sauren Kalk verschaffen lann, der wohlfeile Preis d«ssclben und die unendlichen Vortheile, welche seine Anwendung gewahren muß, i„ so fern dadurch Feuersgefahr von Schauspielhäusern, Schiffen ic. abgehalten werden kann, laßt uns erwarten, daß man dieses Mittelgünstig aufnehmen uud allgemein anwenden wird. Neue Entdeckungen. Alterthümer. Vor Kurzem wurden in dem Kirchspiele Strath-miglo, in der Grafschaft Fife, in Südschottland, 6 bronzene römische Vasen aufgraben. Diese waren indessen nur der Verbothe einer noch weit wichtigeren Entdeckung. Eine römische Stadt, die Urbs Orea des Tacitus und Ptolomäus, welche so lange der Gegen» stand der Nachsuchung eifriger Alterthumsforscher gewesen wa«, ist dicht dabey entdeckt worden. Sie besteht aus ungefähr 3o Häusern in drey Reihen, deren Fundamente noch deutlich sichtbar sind; auch hat man auf diesen Ruinen 3 bis 4 verschiedene Arten von Urnen gefunden. Eine Meile westlich fand man ungefähr 4o bronzene römische Waffen von verschiedenen Ge-siaken, und in einer nördlichen Richtung eine römische Urne, so wie auch zwey römische Münzen, von welchen letzteren die eine unter der Regierung des Kaisers Domitian geschlagen und äußerst wohl erhalten ist. Das Merkwürdigste iu dieser neu entdeckten Stadt Orea ist ein großer dreyeckiger, aus einem Felsen gehauener Tisch, der auf einem Piedtstal und auf einer Säule ruht, und in seiner Stellung wenig verändert, seit ihn die Römer verließen, gefunden worden ist. Dieß scheint «in Tisch für die Sonne gewesen zu seyn, der in allen lömischenStadten für höchst nothwendig befunden wurde. De» konigl. schwedische Gesandtschaftsprediger in Constantinopel/ Hr.Berggren, hl»t einen feltenlnlit« i —» terarischen Schatz heimgebracht, ein Original.Exemplar der Bibel der Drusen, das er während seines Aufent-Haltes auf dem Libanon erhalten uno das ihm mitzubringen gelungen ist. Eisberg. In einem amerikanischen Blatte liest man, Ca« pitän Kotzebue habe in der Gegend der Behrings« straße einen Eisberg gefunden, der ganz mit Moos und Gras. bedeckt, und, dessen ungeachtet durchsichtig sey. Wenn die Sonne seine Oberfläche schmilzt, so bilden sich, wie erzahlt wird, an diesem Berge zwi, schen den mit Gras bewachsenen Stellen kleine Fluß» chen, die ins Meer fallen, und an der Stelle, wo diese Flüßchen eine nah,re Ansicht der unter dem Moose und (Hrase liegenden Schichten gestatten, sieht man Knochen und Zähne von Thieren, woraus man also auf ein sehr hohes Alter des Eisberges schließen muß. Höchste Vervollkommung der Dampfmaschine in Amerika. Wenn man anders den Zeitungen der vereinigten Staaten Glauben schenken darf, so isi in diesem Lande ein Wunder im Werke, welches Europa mit Neid und Eifersucht erfüllen wird. Ein gewisser Joseph Bu» chanan, auS Hopkinsoille in Kentuky, hat ein durchaus neues Verfahren entdeckt, vermittelst dessen er einen wahrhaft unbegreiflichen Vortheil aus dem Dampf des kochenden Wassers ziehen wird, indem er seine vervoll« kommnete Dampfmaschine gleicherweise auf die Transportmittel zu Laube und zu Wasser anwendet. Eine Briefpost, zum Beyspiel, wirb sich in einem Tage von Washington, dem Sitze der Regierung, bis in die entferntesten Provinzen des Südens und Nordens der vereinigten Staaten beg«h ist weniger vortheilhaft. 2. Harz- und Wachssteck« lassen sich mittelst mehr ober minder reccisilirtem Weingeiste leicht ausbringen. 3. Flecke von Sauren greifen gewöhnlich dieFar« ben an; man muß daher mittelst der Karden die entfärbten Haare der Stoffe auszureißen suchen. Selten ! gelingt es, die ursprüngliche Farbe mittelst Seife oder Alcalien wieder herzustellen *). 4. Flecke von Alcalien und »om Harne lassen sich mittelst Pflsnzenjauren, Essig, Citronenfaft, Wein» siemsäure, Sauerkleesalz ausbringen**). *) E5 ist offenbar, daß diese Methode nicht viel taugt. Anmerk. d. Übers. »") Voraus gesetzt, daß'der Harn des Menschen oder der Thiere, wodurch die Flecke entstanden, nicht selbst sauer war. Übersetzer hat einst emsDame, dieNapeurs bekam, weil ihr Shawl, der so eben um 900 Thaler gekauft würbe, salch? garstige Flecke bekam, zugleich mit diesem Shüwl mit » k!r. Pottasche auf der Stelle glücklich curirt. Anmcrk. 0. Übers. 5. Gewöhnliche Tintenflecke werden mit Sauer, kleesalz leicht aus der Wäsche ausgebracht; mit schwacher Salpetersäure, auch mil dem Safte unreifer Trauben :c., briügi man sie leicht aus anderen Ee« genstünden. Druckerschwärze braucht, da sie fett ist, gemeine oder Ammonium . Seife (weßivegen sie auch mit Katzenharn ausgeht): dann wäscht man den Geguiftünd. Rostflecke bringt man mit Auflösung von Aott-afche-Schwefelleber (hydrothio^sain'er Pottasche) weg, und wascht dann den Stoff fleißig in Wasser. Pech, Theer, Ohlfarden bringt man mit flüchtigem Terpentinöhle weg: für erstere dient auch Alkohol. Wagenschmiere und ähnliche fette Körper lassen sich mit hart gesottenen Eydottern, und hierauf mit Seife und durch Wasser wegschassen. Merkwürdiges Messer. ^AuS London-Journal. November 18Z3). Die Stadt Scheffield überreichte dem Prinzen Leopold ein Messer, das, in Gold und Perlmutter ge» faßt, nur'4 1/2 Penni) weights (1 Quentchen und ^9 Gran) wiegt, 5/ü Zoll lang ist, und 5o verschiedene Instrumente in sich faßt, welche sich durch 2c» Federn und in 25 Scharnieren bewegen. Der Künstler, der es verfertigte, arbeitete 36 Tage lang daran. Charade. lZweyfylbig). Ich trage mein Erstes im Munde mit mir, Mein Zweytes erhältst du nur von ewem Thier; Ich athme im Ganzen, und habe daS Leben, Schon Manchen durchö Erste mit Thatkraft gegeben; Ich diene verschieden, war halb nur geboren. Vergnüg' ich zum Beyspiel, da spitzt man dk Ohren; Verdiene durch's Ganze so Manchem das Vrot, Und ohne mich hätte man öfters wohl Noth. Mein Erstes kommt lebend, mein Zweytes nur todt, Mein Zweyt'S ward geboren, mein Erst's wiegt kein Loth. --------- I. S. Auflösung der Charade in Nro »: H ä n d e d r u ck. Gedruckt bey Ignaz Alvys Edlen vyn Kleinmayr.