tfettnlak platau « gotortnl.) DeutscheZeitung — Organ für die deutsche Minderheit im Dravabanat — ZHristlettnng »«» venoalt»»« > »reienwva »iika S. lelephoa «r.«I lkitenuban) A vezugspreis» für das Inland: vierteljähriz 40 Din. halbjährig 80 Xin, gan,-".«fnniignnflft! atxitn w der V»nvaltung p, Mfliaftcn »edkhren tntgtgengenemmrn f fährig 160 »in. Für da» «»»land entsprechend« SrhShung. EIn;eln»mm»r Din I.S0 Erscheint wöchentlich zweimal: Donnerstag früh und Samstag früh mit dem Datum vom Sonntag Stummer 10 Celje, Sonntag, den 1. Februar 1931 | 56. Jahrgang Die grundsätzlichen Ergebnisse der Genfer Auseinandersetzung Vom Standpunkte der Minderheiten aus gesehen Minderheitenproblem — Abrüstung — Sicherheitsfrage Von ?r. Ewald lammende, («tiicralieltftrir b rantie der Sicherheit — jener berühmten S&uritö — als unbedingter Voraussetzung einer j?der Ab-rüstung zu erfolgen. Man verlangt nach Sicherheit?-garantien und kann diese, so lange das Rcvisions Problem ungelöst bzw. aufrechterhalten bleibt, natürlich nicht erhalten. Als letzte Folge dieser Entwicklung ist dann eben jenes volle Fiasko aller Abrüstung?-Verhandlungen zu bezeichnen. Will man wirklich die Augen davor verschließen, daß die Voraussetzung einer effektiven Abrüstung ausschließlich im Zustandekommen eines nationalen Ausgleiches und damit der geregelten Beziehungen zwischen den einzelnen Völkern und Staaten Europas liegt? Will man in der Tat nicht einsehen, daß es ein außerordentlicher Fehler war und auch heute noch ist, die Abrüstung bzw. eine Regelung des Sicherheitsproblems ohne Lösung der Rationalitäten-frage praktisch durchführen zu wollen? Gerade die deutsch-polnischen Beziehungen bieten den besten Beweis dafür, daß die These der ^Rationalitäten-kongresse zu Recht besteht, die These: Nur eine Befriedung der Minderheiten kann die Grundlage zu einem friedlichen Ausgleich zwischen den Böllern und Staaten ergeben, zu jenen Kompromissen führen, die eine friedliche Regelung der Grenzfragen überhaupt möglich machen. Denn so lange eine Rücksichtnahme auf alle Volksgenossen jenseits der Grenzen — ihre Rückeroberung zur wesentlichsten nationalen Auf-gäbe und Pflicht der Völker wird, so lange kann es begreiflicherweise keine Sicherheit und daher auch leine Abrüstung effektiver Art in Europa geben. Nur wenn diesseits und jenseits der Grenzen die nationale Frage gelöst, die national-kulturelle Ent- Wicklungsfreiheit der Minderheiten gesichert ist, wird die Frage der Grenzänderungen — nunmehr vor-zugsweise eine wirtschaftliche bzw. verkehrsgeographische Angelegenheit — vermittels friedlicher Verständigung geregelt werden können. Dann erst wird die Mög-lichkett zu einer tatsächlichen Abrüstung und zu einem auf dem Gefühl der Sicherheit ausgebauten „geeinten Europa" bestehen. Die Minderheitenfrage, das Sicherheitsproblem und die Ab- rüstung find nur verschiedene Seiten ein und desselben großen Problems, des Problems eines nationalen Aus« gleicht der europäischen Böller und Staaten. Daher wird man dieses Problem niemals lösen können, wenn man sich nicht endlich zu einem folgerichtigen Vorgehen, das mit einer durchgreifenden Lösung des Minderheitenprodlems zu beginnen hätte, entschließt. Die Presse des Westens Zur deutsch - polnischen Auseinandersetzung vor dem Völkerbundorat Wie groß der Erfolg ist, den Dr. Curtius für die deutsche Sache und für die der Minderheiten überhaupt in Genf erfochten hat, ergibt sich am besten bei einer Durchsicht der gesamten französischen Presse. Bekanntlich hieß es bereits seit Wochen, daß Deutschland mit seiner Minoritätenklage nichts an-deres als eine Verwirrung der Revisionskampagne bezwecke. Man sollte nun annehmen, daß dieser Gedanke anläßlich des Rededuells in Genf von den Pariser Blättern erst recht vertreten würde. Das Gegenteil ist jedoch der Fall und es ist charakteristisch, daß selbst bei einer Wiedergabe der Deklaration Dr. Curtius', ganz Deutschland ohne Unterschied der Parteirichtung trete für das Ziel einer Revision im Osten ein, die französischen Blätter besonders her-vorheben, daß der deutsche Außenminister betont hätte, dieses Ziel würde Deutschland jedoch nur mit Hilfe von legalen und friedlichen Mitteln zu verwirklichen suchen. Selbst der „Temps" hebt diese letzteren Worte als besonders bedeutsam hervor. Das Blatt stellt fest, daß der polnisch deutsche Kampf im Rate nicht, wie man befürchten konnte, einen bedrohlichen Charakter angenommen hätte, obwohl die Attacke Dr. Curtius' sehr energisch gewesen wäre. Besonders interessant ist die Stellungnahme des verbreitetsten französischen Blattes, des „Petit Parisien". Das Blatt sagt, Dr. Curtius' Auftreten sei von hohem politischen Geiste getragen gewesen. Durch seine Mäßigung habe er seiner Intervention und semer These einen noch höheren Wert gegeben. „Ich behaupte", so schreibt L. I. Bois, „daß nach einem Anhören der Rede Dr. Curtius' ich seinen Gegner, Herrn Zaleski, bedauerte". Aus der Antwort Zaleskis hebt Bois dann hervor, daß dieser ver-sprachen hätte, alles zu einer Aussöhnung der deutschen Minderheit mit der polnischen Mehrheit zu tun. „Das ist in der Tat der Kern der Frage", so fährt er fort: „Wenn in Polen im Gegensatz zum demokratischen Geist die Regierung die eigenen Volksgenossen unterdrückt, so ist das eine interne Angelegenheit, die das Ausland nichts angeht (auch den Völkerbund nicht). Wenn aber an den erpo-niertesten Punkten der Grenzen erregte Zusammen-stöße die Minderheiten gefährden und den Völker-bundmechanismus in Bewegung setzen, so ruft das nur den Appetit des Nachbarvolkes hervor. Das sollte von einer Regierung, die Wert auf den Frieden» legt, eingesehen werden. (Die hier ausgesprochene Ansicht entspricht in vollem Maße der immer wieder von den Minderheiten selbst zum Ausdruck ge-brachten Auffassung). Selbst das „Echo de Paris" hebt, wie die meisten anderen Blätter, die Zurückhaltung und Sachlichkeit der Rede Dr. Curtius' hervor. Das „Journal des Debats" spricht von der zurückhal-tenden Form und will den friedlichen Versicherungen von deutscher Seite allerdings nicht glauben. Darin befindet es sich im Gegensatz zum „Journal", das gerade in diesem Teil der Curtius'schen Erklärung eine „mutige Tat" erblickt. Eine besondere Position nimmt begreiflicherweise die kommunistische „Huma-nite" ein. Sie sucht den Beweis zu erbringen, daß es sich bei den in Frage kommenden Vorgängen nur um die Verfolgung des Proletariats seitens des kapttalistijchen Regimes gehandelt hätte, denn die Vertreter der polnischen Arbeiterschaft seien nach Ansicht des Blattes noch schlechter wie die Deutschen Oberschlefiens behandelt worden. Im Schlußsatz des Artikels führt Gabriel Peri dann noch aus. daß das Warschauer Kabinett in den annektierten Pro vinzen eine Politik der umfassendsten Polonisierung durchführt. Die Schweizer Presse. Besonders charakteristisch ist, was William Martin im „Zoumal de Geneve" über dos Me-morandum des deutschen Volksbundes in Oberschle sien schreibt: „Man muß vor allem dem Bolkebund gratulieren, so mäßige Schlußfolgerungen vorgrstellt zu haben, daß diese polnischerseits angenommen werden konnten. Durch ein solches Vorgehen hat der Volksbund in gleicher Weise den Völkerbund wie auch Polen und schließlich auch die deutsche Regierung aus einer sehr schwierigen Situation ge-zogen." In ähnlicher Weise urteüen auch die an-deren großen schweizerischen Blätter. Die Stellungnahme der englischen Blätter. Die „Times", die sich bekanntlich fast niemals mit Minderheitenfragen beschäftigen, geben einen umfassenden Bericht ihres Genfer Sonderbericht- Bewachung der Kiste bis zu ihrem Bestimmungsort übernehmen. Wie ich Ihnen schon ausführte, ist die Firma des Versicherungsnehmers am Platz völlig unbekannt. Außerdem verschwindet der Inhaber der Firma stets zur fraglichen Zeit einige Tage aus Berlin, so daß die Wahrscheinlichkeit besteht, daß er selbst die Beraubung organisiert und immer wieder dieselbe Ware zum Versand bringt." Der Kriminalkommissar erklärte sich bereit. „Ich werde heute abend selbst in dem Güterwagen mitfahren", sagte er, „und die Kiste MM 10t) während der ganzen Fahrt nicht aus dem Auge lassen!" # 4 • Der Erpres D 32 hatte die Grenzstation Gmünd passiert. In dem verschlossenen Güterwagen, der dem internationalen Stückgutverkehr diente, stand die Kiste MM 100. Martin Mell zog die Uhr und fuhr tastend über die Zeiger. „Noch zehn Minuten", atmete er befreit aus und legte den Schraubenzieher zurecht, „dann wäre auch diese vierte Fahrt in der Kiste überstanden." Er begann, die Schrauben zu lockern. Die Bretter der Kiste gaben nach. Martin Mell hob den Deckel ein wenig. Lauschte. Sah sich vorsichtig nach allen Seiten um. Dann stieg er aus der engen Kiste. „Das wäre wieder einmal geschafft", lachte er leise vor sich hin und klopfte seinen Anzug sauber. „Uebermorgen bin ich wieder in Berlin!" Er faßte den Schraubenzieher und trat zur Wagentür. „Hände hoch! Kriminalpolizei!" Martin Mell fuhr herum. Sah in die Mün-dung eines Revolvers. Der Kriminalkommissar trat näher. „Also so sieht die Beraubung aus", nickte er. „Sie lassen sich selbst verschicken und versichern Ihre siebzig Kilo als Seide? Kein schlechter Trick!" „Ich verstehe nicht, was Sie wollen." „Sie sind doch Martin Mell ans Berlin und haben dreimal eine Seidenlieferung nach Wien ge-sandt, die Sie mit zehntausend Mark versicherten und die Ihnen jedesmal geraubt wurde?" ..Leider. Es gibt so viele schlechte Menschen auf der Welt." „Nur daß eben keine Seide in der Kiste war, wie ich mich eben überzeugte, sondern Sie selbst. Und Sie somit eine Beraubung vortäuschten!" „E>'liuben Sie mal!" fuhr Martin Mell auf, „wa<^ d.nkcn Sie denn von mir? Ich bin ein ehr-barer .Kaufmann und ein vorsichtiger Mensch. Sie hoben >a keine Ahnung, wie vorsichtig ich bin. Deswe en fuhr ich ja diesmal selbst in einer Kiste mit, um meine Ware zu beaufsichtigen." „Ihre Ware? Die leere Kiste?" „'«ein. Sondern die Kiste E. L. 33, die dort drüben steht und die, wie Sie sich leicht überzeugen können, tatsächlich Seide enthält." Der Kriminalkommissar wurde unsicher. Auf der nächsten Station kam der Schaffner und öffnete die Kiste E. L. 33. Sie enthielt tatsächlich Seide. „Nur eigenartig", bemerkte der Beamte, „daß beide Kisten das gleiche Gewicht haben. Uebrigens falle ich Ihnen aus Ihren Schwindel nicht hinein. Es gibt noch ein Hauptargument. Wenn Sie mir das widerlegen können, erkenne ich Ihre Unschuld an." „Bitte. Um was handelt es sich?" „Warum haben Sie die Kiste MM 100 mit zehntausend Mark versichern lassen?" Ältartin Mell lachte: „Sie irren auch diesmal. Meine Kiste ging unversichert, die Kiste E. L. 33 ist versichert. Bitte, hier ist die Versicherungsqulttung." Und er zog aus der Tasche ein Duplikat des Fracht-driefes, das die Nichtigkeit seiner Angaben bestätigt. Die Kiste E. L. 33, Inhalt Seidenwaren, zollagernd Wien, war bei einem Gewicht von 84 Kilo auf zehntausend Mark versichert. Der Kriminalkommissar überzeugte sich. „Es tut niir leid, Sie unnötig belästigt zu haben." „Bitte sehr. Sie haben nur Ihre Pflicht getan." Und Martin Mell steckte seinen Frachtbrief wieder in seine Tasche, in der noch zwei Zettel und acht Näqel ruhten, die eigentlich dazu dienen sollten, wenn alles geglückt wäre, die Kistendezeichnung E. L. 33 in MM 100 und umgekehrt zu verwandeln. Deutsche Zeitung Setit 3 ... ; *.. •.« • . «stottere wieder. In diesen Ausführungen wird die Äbf des Dr. Guilitia, deren gemäßigte Sprache die „Times" hervorheben, ganz besonder^ auzsührlich deHandelt. Zum Schluß des Berichtes heitzt es, doh es sich bei der Frage nicht nur um tine Aus-einandersetzung zwischen Deutschland und Polen, fondem um die Pflicht des Völkerbundes, die Rechte »er Minderheiten zu schützen, handle, und daß die deutsche Regierung der Ansicht wäre, daßimFalle eines Ausbleibens dieses Schutzes das Vertrauen der Minderheiten zum Völkerbünde schwinden würde. Bezeichnend ist auch, daß die „Mornmg Post", ein Blatt, dem man bekanntlich keineswegs ein Verständnis für die Sache der Rationalitäten und weziell der deutschen Minderheiten zugute hallen totn, die Genfer Verhandlungen folgendermaßen charakterisiert: „Hier besteht aller wärts die Ueber-Zeugung. daß trotz des Eingeständnisses Herrn Zaleskis. Wiedergutinachungen für das Geschehene durchzuführen. eine tatsächliche und umfassende Lösung Mns des Rates gefunden werden müsse. Die Situation wird als ernster und kritischer als bei früheren Anlässen betrachtet." Die „Morning Pop" nimmt auch besonders vom Falle des Prinzen Pleß und der Petition desselben beim Völkerbunde wie das übrigens auch die „Times" tun — Notiz. Auf Grund der hier wiedergegebenen Presse-äuherungen läßt sich feststellen, daß wohl noch niemals ein für die Minderheiten eintretendes Rats-Mitglied eine so günstige Presse — speziell was die westlichen Länder betrifft - zu verzeichnen gehabt Hot. Dabei ist hervorzuheben. daß auch die gesamte dachche Presse das würdige und entschiedene Auf-treten des Reichsaußenministers für die Rechte der deutschen Volksgenossen in Polen — und darüber ßnd die Blätter von links bis rechts sich einig — hervorhebt. Daraus darf man die Schlußfolgerung -ärhen, daß die offene und ausjchlie'stlich auf wahren Tatsachen basierend« Darlegung Dr. Curtius' auf «öe anwesenden Delegierten und Pressevertreler einen überzeugenderen Eindruck gemacht hat, als das honst die rhetorischen Leistungen der bekannten Völ-Krbundfavoriten zu tun pflegen. Politische Rundschau Inland Höchste Auszeichnung des Zagreber Erzbischofs Anläßlich des 20-jährigen Bischofsjubiläums dfs Erzbischofs Dr. Anton Bauer stattete S. M der König am 28. Jänner vormittags in Begleitung des Justizministers Dr. Srskic, des ersten Adjutanten Heneral Stojanovic und des Hochmarschalls Dimi-ttijevit diesem im bischöflichen Palast einen Besuch ad. wobei er dem jubilierenden Kirchenfürsten den Orden Stern Karadjordje l. Klasse mit den Worten überreichte: „Eminenz? Die allerhöchste Auszeichnung, die ich zu vergeben habe, überreich« ich Ihnen: den .qarcdjordje Stern l. Klaffe!" Der Erzbischof dankte tief gerührt für die ihm zuteil gewordene Ehrung, worauf er S. M. den König durch die erzbischöf-Vchen Gemächer geleitete, deren Inneneinrichtung dem hohen Besucher sehr gefiel. Die ersten Regierungshandlungen S. M. des Königs in Zagreb Am 27. und 28. Jänner unterschrieb S. M der König die ersten Regierungserlässe in der Re-sidenz Zagreb. Die Erlässe wurden folgendermaßen gezeichnet: „Gegeben in der königlichen Stadt Zagreb, am 27. Jänner f.»31." Das Gesetz über die Anfechtung von Rechtsgeschäften außerhalb des Konkurses S. M. der König hat das Gesetz über die Ansechwng von Rechtsgeschäften außerhalb des Konkurses unterschrieben. Dieses Gesetz ist für das Kreditwesen von großer Wichtigkeit, weil hiedurch Schädigungen der Gläubiger in weitreichendem Maß verhindert werden. Aus der Banalratsitzung Gelegeatiich der Debatte über das Budget der Unterrichtsabteilung erklärte Banalrat Steblovnik, dost die durch dos Lolksschulgesetz den Gemeinden aufgebürdeten Lasten für die Schulen und die Lehrer so groß und drückend seien, daß sie die ärmeren Gemeinden nicht tragen können. Die daraus entstandene Unzufriedenheit der Bevölkerung sei in erster Linie gegen die Bürgermeister gerichtet, die das Gesetz durchführen müssen. Wegen der Abgaben, welche die Lehrerschaft empfange, werde diese nicht nur von der Landbevölkerung, sondern auch von der übrigen Beamtenschaft beneidet. Auch sei die Arbeiszeit der Lehrerfchaft im Vergleich mit der der anderen Staatsbeamten nicht so groß. Einige Lchrer hätten kaum einige Stunden täglich Dienst. Gute Lehrer seien seltene Ausnahmen. Auch der Posten für die Unterstützung des Sokol erscheine dem Redner zu hoch; er sei kein Gegner der Sokolidee, da er sich selbst sofon nach der Gründung des Sokol des Königreiches Jugoslawien als unter-stützendes Mitglied eingetragen habe, aber er sei der Meinung, daß sich jede gute Sache allein ent-wickeln müsse. Die Bedingungen hiezu seien nur in den Städten gegeben, nicht jedoch auf dem Lande, wo weder der Sokol noch der Orel Erfolg gehabt habe, wohl aber tauchen Tatsachen auf, die nicht zu Gunsten des Sokol sprechen. Redner stellte den Antrag, den Budgetposten für den Sokol herabzusetzen und die Ersparnis für die Hebung der Land-wirtschaft und des Genossenschaftswesens zu ver-«enden. Anderer Meinung war der zweite Redner Dr. Bogdan Koritnik, welcher wünschte, daß die Unterstützung des Sokol auf das Doppelle erhöht würde. Die Deckung hiefür müsse in Umlagen auf die direkten Steuern gefunden werden. deren Grundlage 80,000.000 Din betrage. Auch Banalrat Dr. Mai Obersnel trat für eine Erhöhung der Unterstützung des Sokol ein, der einen Teil des nationalen und staatlichen Programms unsere» Königreiches bilde. Banalrat Albin Prepeluh wies darauf hin, daß im Hinblick auf die allgemeine Wirtschaftskrise gespart werden müsse. Das flowe-nische Schulwesen habe sich nach dem Kriege sehr vermehrt. Leider bemerke man, daß sich die Lehrer zu wenig betätigen. E» mache einen ungünstigen Eindruck, daß es in den Schulen so viel freie Tage !ede. Der Redner trat dafür ein, den verheirateten Lehrerinnen die Anstellung zu verbieten. Banalrat Hinko Ledinger führte aus, daß die Abgaben der Gemeinden für die Lehrer da und dort fast ein Drittel der gesamten Gememdeauslagen betragen. Deshalb sei der Abgrund, der sich nach dem Kriege zwischen den Lehrern und dem Volke aufgctan habe, großer geworden statt daß er kleiner geworden wäre. Durch diese Abgaben seien besonders kleinere Ge-meinden Ichuxr betroffen worden, weshalb er emp fehle, daß der Staat die Lehrerschaft ebenso bezahle wie andere Beamten oder, falls dies nicht zu. erreichen ist, daß die Abgaben an die Lehrer in den Banal-Voranschlag einbezogen werden. Ferner soll die Der-ordnung widerrufen werden, derzusolge die Schul IGer als Schriftführer des Ortsjchulrates die Post öffnen und da» Siegel verwahren dürfen, also Geschäfte durchführen, die vor allem dem Obmann des Ortsschulrats vorbehallen find. Auch das Verbot des Unterricht» der deutschen Sprache durch die Lehrer außerhalb der Schule solle aufgehoben werden. Banalrat Mihelcic schlägt vor, daß bei den Unter-stützungen für Schulbauten auch Gemeinden berück-sichtigt werden sollen, die die Gebäude schon gebaut hoben, aber jetzt dafür Schulden abzahlen müssen. Banalrat Srecko Robic schloß sich als Vertreter einer Grenzgegend den Vorschlägen der Herren Dr. Koritnik und Dr. Sajovic (jioccvje) an und forderte ebenfalls eine möglichst ausgiebige Geldun-terstützung für den Sokol. Banalrat Dr. Sencar (Ptuj) erklärte, daß die Kritik über die Lehrerschaft gewiß gut gemeint gewesen sei, daß aber die Behauptung nicht berechtigt ist, gute Lehrer seien bloß seltene Ausnahmen. Das Voltsschulgesetz sei un-glücklich stilisiert, weil es direkte Abgaben an die Lehrerschaft eingeführt habe. Die Lehrerschaft fühle das Odiose dieser Abgaben selbst. Banus Dr. Ma° rusic erklärte bezüglich des Budgetpostens fünden Sokol, daß dieser nicht größer sei, weil der Sokol eine freiwillige Organisation sei, dessen Prinzip auf der Opferwilligkeit der Mitglieder beruhe. Die Unterstützung sei bloß den Sokohauen zugedacht, die daraus den bedürftigen Vereinen zum Zweck der Erreichung ihrer Ziele Zuschüsse gewähren werden. Vizedanus Dr. Pirlmajer stellte fest, daß kaum ein anderes Gesetz so viel Arbeit gekostet habe wie gerade das Bolksschulgesetz. Für den Ge-setzgeber waren die Verhältnisse in anderen Gegenden unseres Staates maßgebend. Um die Gemeinden von den Mietsbeiträgen für die Lehrer zu entlasten, sei es Wunsch der Banaloerwaltung, möglichst viele I Schulgebäude zu errichten, in denen die Lehrer ' gleichzeitig auch ihre Wohnungen haben werden. Gerade für die Förderung dieser Aktion sei dtrtkm Budget vorgesehene Betrag von 6,000.000 Dw bestimmt. -■ ?? * M - AM Die StratzenfragtZvor dem_ ZBanalrat W Gelegentlich der Debatte über das^Budget der technischen Abteilung aus der Banalratssitzung am. 26. Jänner erklärte Bonus Dr. Marusic bezüglich der Straßcnfrage, daß bei der Verfassung diese». Teiles des Budgets die Banaloerwaltung der. Standpunkt eingenommen habe, daß für die Straßen diejenigen zahlen sollen, die sie am meisten in As sprach nehmen. Vizedanus Dr. Pirkmajer stellte fest, daß das Straßenproblem eine Frage sei, mit det sich die ganze Well befasse. Die Einnahmen des Straßenfonds werden ausschließlich bloß für Straße»^ zwecke verwendet werden. Die Beiträge der Steuer« zahler in Jugoslawien seien im Verhällnis zu an-deren Staaten nicht hoch. 2n England werden pro Jahr 130.000 Din für den Straßenkilometer aus» gegeben, in Preußen 93.600 Din, bei uns jedoch bloß 15.000 Din. Auf den Kopf der Bevölkerung entfallen in England jährllch 325, in Preußen 130, bei uns bloß 60 Din. Banalrat Golouh erklärte bezüglich des Kuluks. daß dieser auch in Be^ug auf die Arbeiterschaft verfehlt sei. Der Arbeiter müsse für den Kuluk 300 Din zahlen, was mehr als einen Wochenlohn ausmache. Da zudem die Arbeiter die Straßen am wenigsten abnützen, bitte der Redner die Banaloerwaltung, Mittel und Wege zu finden, daß diese Abgaben gemildert werden, Banalrat Dr. Obersnel wies darauf hin, daß es ein Zeichen unserer Zeit sei, daß die Preise für die Lebensbedarfeartikel fallen, nur die öffentlicher. Abgaben zeigen die Tendenz nach oben. Die Ku« uksteuer sei unsympathisch, aus wirtschaftlichen Ge» ichtspunften unrationell, aus sozialen verfehlt. Er chlage vor, daß sich die Banaloerwaltung dieser Steuer, die auch in rechtlicher Hinsicht für unsere Gegenden nicht berechtigt sei, nicht bediene. Vizebanu» Dr. Virkmajer gab bezüglich des Kuluks zu, daß Jier schwer eine sozial gerechte Lösung zu finden sei. lber die Arbeiterichaft sei von Seite des Banat» nicht so schwer belastet, wie dies behauptet worden sei. Nach der amtlichen Statistik seien bisher nachfol-gende Änalumlagen eingezahlt worden: Angestellten-steuer 914.915 Din, Geselschaftssteuer 3,754.927 Din. Rentensteuer 435.653 Din, Erwerbssteuer 7,109.603 Din. Baulenstmer. 3,980^35 Din und Grundsteuer 9,071.439 Din. Aus dem Verhältnis dieser Steuern gehe hervor, daß die Arbeiterschaft nicht in übertriebener Weife zu den Banalabgaben herangezogen sei, weshalb sie bezüglich des Kuluks nicht vollkommen entlastet werden könne. Sanitätsgemeinden Auf der 5. Sitzung des Banalrats vom 28. Jänner wurden die Ausgaben für den Gesundheit»-dienst in den durch de» Gesetz errichteten Sanitätsgemeinden «zdravstvene obcine) behandelt. Hur die zusammengesetzten Sanitätsgemeinden trägt die Aus-gaben das Banat, weshalb die Aerzte dieser Ge-meinden Banalbeamte der I. Kategorie 9. bis 6. Gruppe werden, während die selbständigen Ge-meinden, wie Ljubljana, Maribor, Celje und Ptuj, diese Auslagen selbst zu tragen haben. E» wird ein Tarif für die ärmlichen Arbeiten ausgearbeitet werden, der den Bedürfnissen der Bevölkerung entsprechen wird. Banalrat Lebinger begrüßte diesen Tarif und führte Beispiele übertriebener ärztlicher Honorare an. die den Bauer zum wirtschaftlichen Ruin führen können. Der Gewerbestand an der Nordgrenze Gelegentlich der Debatte über die Ausgaben der Abteilung für Handel, Gewerbe und Industrie in der Banalratsitzung am 28. Jänner schilderte Banalrat Dr. Pivko den Stand des Gewerbeleben» in Maribor, wo es noch viele Genossenschaften gebe, auf deren Verfammlungen in deutscher Sprache verhandelt werde, weshalb ein großer Prozentsatz des gewerblichen Nachwuchses in nationaler Be-ziehung verloren gehe. Im Hinblick auf diese ganz besonderen Verhältnisse in Ntaribor und Umgebung sei es nach der Meinung des Redners notwendig, in Maribor ein selbständiges Amt eines Genomen-schaftsinstruktors zu errichten. Auch der Banalrat Dr. Sencar aus Ptuj äußerte die Ansicht, daß dem gewerblichen Nachwuchs, besonders in Ptuj, wo er in der ungeheuren Mehrheit noch immer national kaltfühlend sei, besondere Beachtung zugewendet Seite 4 Deutsch« Zeitung Nummer W werden müsse. Es fei notwendig, dafür zu sorgen, daß dieser Nachwuchs nationalbewußt werd«. In den gewerblichen Fortbildungsschulen sei besondere Wichtigkeit auf da» Nationalbewußtsein zu legen. Der Fremdenverkehr vor dem Banalrat Auf der Banalratsitzung am 28. Jänner be-tonte der Banalrat Albin Prcpeluh die große Wichtigkeit des Fremdenverkehrs für das Draubanat. Banus Dr. Maruöic stellte fest, daß nicht bloß gute Strafen eine Vorbedingung für den Fremden-verkehr seien, sondern auch die Orte müssen so be-schaffen sein, daß sie die Leute anziehen. Deshalb müsse man darauf sehen, daß den Fremden möglichst viele Annehmlichkeiten geboten werden. Banalrat Dr. Pivko schlug vor, daß auch den Organisationen, die nur vorübergehend sich mit der Förderung de» Fremdenverkehrs befassen (Repräsenwlionscmpfänge fremder Gäste u. s. w ), entsprechende Unterstützungen gegeben werden. Banalrat Mihelcic ersuchte, dem Berschönerungsverein in Celje und der dortigen Verkehrskanzlei, die verschiedene Aufklärungen be-züglich der Kurorte und Sommerfrischen zu geben haben, eine entsprechende Unterstützung zu gewähren. Banalrat serbinek betonte, daß es mit Rücksicht aus den großen Fremdenverkehr in Maribor not-wendig sei, dorthin Zollbeamten zuzuteilen, die nicht nur höflich und gefällig gegenüber den Fremden find, sondern nach Möglichkeit auch die deutsche Sprache beherrschen. Banalrat Lebinger erklärte, daß die Ausnützung der Mineralwaflerquellen auf rein geschäftliche Grundlage gestellt werden solle. Er wies auf die Konkurrenz des Mineralwassers aus Slatina Radenci hin, das jetzt allgemein dem Wasser aus Rogaska Slatina als besser vorgezogen werde. Schluh der Banalratsitzung Am 29. Jänner um 2 Uhr nachmittags wurde in Ljubljana die erste Session des Banalrats ab-geschlossen. Nach der Schlußrede des Banus verlas Bunalrat Benko (Murska Sobota) eine Erklärung, in welcher die Versammlung das verdienstvolle Wirten des Banus Dr. Maru5ic und des Vize-banus Dr. Pirkmajer mit Dank anerkannte. Ausland - Ein neuer Freundschaftsvertrag zwischen Oesterreich und Ungarn Dieser Tage weilte der ungarische Ministerprä-jident Graf Bethlen in Wien, wo der neue Freund-jchafts und Schiedsgerichtsvertrag zwischen den beiden Staaten unterzeichnet wurde. Den Zeitungs berichterstattern erklärte Graf Bethlen, daß in der früheren Monarchie verschiedene Unstimmigkeiten zwischen Oesterreich und Ungarn bestanden hätten, vie aber schließlich beseitigt worden seien, so daß nunmehr einem ungetrübten freundschaftlichen Ver-hältnis nichts mehr im Wege stehe. Außer allem, was Oesterreich und Ungarn in der Vergangenheit verbunden habe, biete auch die Zukunft Gründe genug, sich aneinander zu schließen. Der neue Vertrag bedeute einen Pakt der Freundschaft zwischen den zwei Völkern, den nichts mehr aufheben soll. Es werde ein kultureller Austausch alles dessen statt-finden, was der Genius der beiden Völker geschaffen hat und noch schaffen wird. Die auswärtige Politik werde Oesterreich und Ungarn immer im gleichen Lager finden. Bezüglich der Revision der Friedens-Verträge meinte der ungarische Staatsmann, daß allmählich die Erleuchtung über die europäischen Geister komme und die scheinbar undurchdringliche Finsternis zu durchdringen beginne. Die Friedens-vertrüge bedeuteten eine neue Ordnung. Wenn die neue Ordnung den Völkern kein Glück und keinen Wohlstand geüracht habe, dann dürfen diese nicht unglücklich bleiben, bloß damit die Verträge nicht angetastet werden, sondern es müsse die neue Ord-nung revidiert werden, die offensichtlich schlecht ist. In der Tschechoslowakei hat der ungarische Besuch in Wien m der üblichen Weise verstimmt. Die Prager .. Lidove noviny" bezeichnen den Besuch des ungarischen Ministerpräsidenten als einen „Karneval in Wien". Man könne sich nicht des Eindrucks er-wehren, daß es sich dabei nur rn eine Demonstration gegen die Kleine Entente, besonder» aber gegen die Tschechoslowakei handle. Gras Belhlen habe sozusagen die Errichtung Oesterreich-Ungarn» angekündigt, und zwar mit Wissen und Zustimmung des Bundeskanzlers Dr. Ender und de» Außen-minister^ Dr. Schober. iv Die deutschen Blatter fühlen sich nicht betroffen Die deutschen Blätter, welche die dem Beograder Berichterstatter der Wolff-Agentur Dr. Joses Hn-bovschek abgegebene Erklärung de» Ministerpräsidenten General ^ivlooic über die im Ausland verbreiteten Ägengerüchle bezüglich Jugoslawiens veröffenUichten, fügten der Meldung hinzu, daß sich diese Erklärung auf die deutsche Presse nicht beziehen könne. Freimachung der österreichischen Heimwehren von allen Partei« einflüssen Nach längeren Beratungen in der Führung der österreichischen Heimwehren ist beschlossen worden, die Heimwehren von allen Parteieinflüssen freizumachen, weshalb der Bundessührer Fürst Starhemberg sein Parlamentsmandat zurückgelegt hat. Der christlichsoziale Flügel der Heimwehren unter Dr. Steidle (Tirol). Major Fey (Wien), Major Matt f ■ - ' sicher und ohne jegliche Beschwerde darmreimgend wirkt. Kranz Ioses-Bitterwafler ist in Apotheken, Trogerim wt» Svezereilxmdlongen erhältlich. Celje ,,Dirndlball" de» Männergesangoer» eines. Wie beretts angekündigt, veranstattett der Männergesangverein in Celje am 14. Feber L Z. im Kinosaale des Hotel» Skoberne al» Fasching»-Unterhaltung einen „Dirndlball", zu dem die Bor-arbeiten schon begonnen kjaben und der sehr ge> lungen zu werden verspricht. Die diesbezüglichen Einladungen werden im Laufe der nächsten Woche versendet werden; es wird schon heute gebeten, ein eventuelles Uebersehen der einen oder anderen Fa milie nicht als Absicht aufzufassen, sondern die dies-bezügliche Adresse dem Herrn Ehrensangwart De. Fritz Zangger, Rechtsanwalt in Celje. mitteilen u» wollen. Bemerkt sei ferner nochmals ausdrücklich, daß für diese Veranstaltung kein wie immer gear teter Kostümzwang herrscht und die Kleidung voll-kommen beliebig ist. Selbstverständlich find ade? dem Titel des Abends entsprechend alpenländischc und sonstige Volkstrachten erwünscht, wie auch Masken — da ja Faschingsamstag! — willkommen sind. Ebenso sei noch betont, daß keine wie immer geartete „Wurzerei" stattfinden wird. Der Zweck dieser Veranstaltung ist das Verleben einiger Stunden in ungezwungener heiterer Fröhlichkeit. Heringschmausliedertafel des Män nergefangvereines. Als zweite Faschingsveraa-stallung und sozusagen als Abschluß der Fastnach: gibt der Männergeiangverein am Aicherminwzch dem 18. Feber l. I. seine satzungsmäßige (saß schon traditionelle) Heitere Liedertafel, sür welch« gleichfalls schon die Vorbereitungen getroffen werde«. Außer einigen sehr hetteren Chören, z. B. der w Celje noch nie gehörte Strcustwalxr ..Zeit ist Geld" mit zeitgemäßem Tert von Viktor Keld orfer, und sonstigen heiteren Szenen wird auch ein lustiger Einakter der neuen Theatergruppe zur Ausführung gelangen. Selbstverständlich wird auch das beliebte und hervorragende Vereins-Svloquartett mit einige» ganz neuen heiteren Vorträgen den Abend verschönern. Gleichzeitig wird schon heute höflichst darauf aufmerksam gemacht, daß zu dieser Veranstaltung keine besonderen Einladungen mehr, wie z. B. zum „Dir» ball", ausgegeben werden, da der Verein zu Liede»-tafeln keine besonderen Einladungen mehr aussendet. Auch über diese Veranstallung werden noch wettere Mitteilungen in den nächsten Blattfolgen erscheine». Tanzunterhaltung des Stiklub» Celje. Die alljährliche Tanzunterhaltung des Skikluds Celje wud am 28. Februar in den Räumen des Gasthauses „Zur grünen Wiese" stattfinden. Nähere» wird noch bekanntgegeben werden. JSgerball. Die hiesige Sektion des Jagd' Vereines S. L. D. veranstaltet am 28. Februar tu allen Räumen des „Narodni dorn" ihren traditionellen Jägerball mtt besonderem Programm bei Tönen einschmeichelnder Musik. Höflichst eingelad« sind alle Jäger und Freund« der grünen Gilde? Beginn um 20 Uhr. Evangelische Gemeinde. Sonntag, d« 1. Februar, findet der Gemeindegottesdienft um 10 Uhr im Gemeindesaal, der Jugendgottesdienst anschließend daran um 11 Uhr statt. Zum allzufrühen Dahinscheiden de» jungen Herrn Fretze wird uns au» Laöko noch berichtet: $lm vergangenen Dienstag hat der Tod ein junges, hoffnungsvolles Leben dahingerafft. Herr Josef Fretze der Jüngere ist nach langem Leiden eine, tückischen Krankheit erlegen, alle von den Angehörigen aufgewendete Mühe und Pfleg«, da» Leben dieses braven sun^rn Mannes n» retten, waren vergebens. Die irdische Hülle diese» totfco Menschen haben seine Jugendkameraden am Don-nerstag zu Grabe gettagen. Beim Trauerhause und b:Im Grabe erscholl der ergreifende Gesangdes heimischen Männerchors. Herr Hauptpfarrer Msgr. Dr. Krulc hob in einer zu Herzen gehenden Grab-rede die guten Tugend«! des Verstorbenen hervor. ' Die ungewöhnlich groß« Beteiligung d« Bevöl- Nummer 10 Dsutfche Zeitung Seite 5 kerung einschließlich einer starten Abordnung der Feuerwehr ix wies, welcher Beliebtheit sich der Ver« ßordene erfreute. Die» soll den schwergeprüften An gchörigen einigermaßen zum Trost gereichen! Die Friseurgeschäste find am Sonntag, dem 1. Februar, von halb 8 bis 11 Uhr offen, am drauffolgenden Feiertag (Maria Lichtmeß), 2. Februar, ganztägig geschlossen, Den Besitzern von Motorfahrzeugen, die im hiesigen Polizeirayon wohnen, wird bekannt-gegeben, daß die neuen Eoidenztaseln bereits ein-getroffen und ehestmöglich bei der Vorstehung der «tadtpolizei zu beheben find. Segelflugzeug in Celje. Bekanntlich ist der Segelsiug heute in Deutschland und in Oester-reich «n Sport geworden, dem namentlich die Jugend mit hingebungsvoller Begeisterung anhängt. In der Tat, man kann fich kaum einen anderen Sport denken, der in gleicher Weise die besten Kräfte der Seele und des Körpers auslöst wie der Segelflug. Auch besitzt kein anderer Sport diesen ungeheuren Reiz des kühn aufstrebenden menschlichen Geistes, sich auf den Flügeln des Windes vom alten Erdboden zu erheben und in das blaue Lust-meer hinauszuschweben. Auch in unserer Stadt gibt es eine Anzahl von Männnern, die sich in den Dienst dieses modernsten aller Sport« gestellt haben. Ein Anfang ist gemacht worden, indem Herr Ropa», der Inhaber der gleichnamigen mechanischen Werk-ktätte an der Ljubljanska cesta, der auf einschlägigen deutschen Flugplätzen die Sache gründlich studiert hat, mit großen persönlichen Opfern ein motorloses Segelflugzeug für den hiesigen Aeroklub gebaut hat. Das Flugzeug ist fertig, aber nun besteht die Notwendigkeit, für seine Unterbringung «inen ent-sprechenden Hangar zu errichten. Wie wir ver-nehmen, wird sich der Aeroklub demnächst an unsere sporweritändige Oeffentlichkett mit der Bitte wenden. »« durch ihre Beihilfe (Beistellung von Holz und Brettern etc.) die Errichtung dieses Heimes für das erste Segelflugzeug in unserer Gegend zu ermöglichen. Das neue Heim der Frw. Feuerwehr in Celje. Infolge des dankenswerten Verständ-nisses unseres Gemeinderates für die Notwendigkeit einer jederzeit schlagfertigen Feuerwehr hat unsere Frw. Feuerwehr in Celje ein modern eingericht etes Heim erhalten, wie es deren in Slowenien gegenwärtig wahrscheinlich kein zweites gibt. Im Erdgeschoß des neu erbeuten Hoftrakts im Magistratshof führen sieben mächtige Tore in die große Gerätehalle, in der die automobilisierten Geräte zu blitzschnellem Ausfohren bereit stehen. An die Halle schließt fich ein großes Lshren, Juwelen, ffold-und Silberwaren, Silberund Chinasilber - ff träfe, £ es f ecke und T)osen Standuhrwerke (Dpti/c Jfnton Celje, ff/avni irg hrzimmer an, weiter ein Sitzung»-zimmer und das Schlafzimmer für die nächtliche Be- Schul- und Lehrzimmer an, ch" reiiichaft. Alle Räume stehen so gängig miteinander in Verbindung, daß im Alarmfall keine Sekunde Zeit an zweckloses Herumlaufen verloren gehen kann. Von der Gerätehalle bis zum Ambulanzzimmer der Rettungsabteilung, das gegenwärtig hergerichtet wird und einen Ausgang auf die Straße hat, läuft ein Langer Gang, in dem die Signalapparaturen, ferner der Junkersapparat für warmes und kaltes Wasser angebracht sind. Auf diesen Gang geht auch die Wohnung des ständigen Telephonisten heraus, der im Augenblick die Feuerwehr oder die Rettungsab-teilung alarmieren kann. Um die ganze Einrichtung auf die modernste Höhe zu bringen, wäre es aller« dings noch notwendig, die Alarmanlage, die jetzt bloß 12 Glocken zählt, auf 30 Glocken zu erweitern. Wir möchten glauben, daß, nachdem man nun schon soviel für die Ausgestaltung der Feuerwehr angewendet hat, diese Erweiterung auch keine so große Rolle mehr spielen wird. Für den neuen Rettungswagen (Tatra), der dieser Tage in Celje eintreffen soll, steht ein schöner Garageraum bereits fettig da. Alle Räume, einschließlich der Gerätehalle, sind mit Zentralheizungskörpern versehen. Die Besichtigung des neuen Heimes unserer Feuerwehr verleiht die Genugtuung, daß hier wirklich etwas Ausgezeichnetes, auf Zweckmäßigkeit bis ins Kleinste Durchdachtes geschaffen wurde, wozu unsere Stadt und die hingebungsvollen Männer, die fich im Feuerwehrdienst der öffenttichen Wohlfahrt widmen, wirmftens zu beglückwünschen sind. Erhöhung der Berpflegungsgebuhren im Spital. Laut Verordnung der Banalverwal-tung wurden die Verpflegungsgebühren im hiesigen Allg. Krankenhaus ab 1. Jänner erhöht, und zwar für die II!. Klasse von 30 auf 32 50. Din täglich, für die U. Klasse v:n 75 auf 100 Din und für die l. Klasse von 100 auf 140 Din. Eine SchiUcrtüchc im Gesundheit»-heim. Aus dem Fond I. M. der Königin Maria wurde im Gesundheitsheim (Zdravstveni dom) eine Schülerküche errichtet, die am 19. l. M. in Betrieb gesetzt wurde. Hier erhalten 85 Schüler ein reich-liches Mittagessen, für das 64 Schüler je 3 Din bezahlen, während 21 Schüler unentgeltlich verköstigt werden. Errichtung einer Rettungsstation im Logartal. Die Sanntaler Ottsgruppe des Slowenischen Alpenvereines hat beschlossen, im Logar-tat eine Rettungsstatton zu errichten, die bei alpinen Unglücksfällen rasche und verläßliche Hilfe bringen wird. Polizeinachrichten. Der 21-jährige Schlosser Albin Stuß, der aus dem Gefängnis in Celje in das Allg. Krankenhaus in Ljubljana überfühtt worden war, weil er im Arrest den Sttel seines Löffels verschluckt hatte, ist du-jer Tage aus dem Spital in Ljubljana geflüchtet. — Am Mittwoch nachmittags kroch ein Dieb durch da« geöffnete Fenster in die Erdgeschoßwohnung des Kaufmanns Herrn Jos. Jagodic in Breg und stahl ein Speiseservice aus Alpaca. Am Dienstag ver-schwand aus dem Auto eines kroattschen Handels-reisenden ein Rock aus Hirschleder. Todesfälle. Am Dienstag starb in Breg bei Celje die Private Frau Gertrud Rakun im Alter von 65 Jahren. — Im Allg. Krankenhaus starb der 63-jähttge Schmied und Besitzer Herr Florian P ahuta aus St. Jurij ob j. Z. Stadttino. Heute Samstag. 31. Jänner, Sonntag, 1. Februar, und Montag (Lichtmeß), 2. Februar, der große deutsche Tonfilm: „Ich glaub nie mehr an eine Frau ...!" mit dem berühmten Kammersänger Richard Tauber, Maria Soloeig und Werner Fuetterer in den Hauptrollen. Vor-stellungen an den beiden Feiertagen: um 3, 5, 7 und S Uhr abends. BTciartUig« A«u»rw«hr Seit«, Trlephoo 99. Den wochkndiknft Übernimmt cm 31. 3ält. b« l Z»g. Kommandant: Emmerich Berns. Maribor Abtragung des Geburtshauses des Admirals Wilhelm von Tegetthoff, des größten Sohnes unserer Stadt. Vor einigen Tagen wurde mit der Abtragung des an der Ecke der Slooenska und Gosposka ulica gelegenen Geburtshauses des Admirals Wilhelm von Tegetthoff, des größten Sohnes unserer Stadt, begonnen. Bei der im vergangenen Jahre vorgenommenen Lizita-tion hatte die Sparkasse des Banales dies der Stadtgemeinde gehörende Haus mit der Verpflich-tung käuflich erwor^n, es abtragen zu lassen und an dieser Stelle nach den vom Stadtmagistrat vor-geschriebenen Plänen ein dreistöckiges Geschäfts-und Wohnhaus zu errichten. Mit dem Abtragen des alten Gebäudes ist nun von der Nordseite be-gönnen worden. Auf der Südseite (Slooenska ulica) sind die darin etablierten Geschäftsleute daran, das Gebäude *u räumen. Das Straßenbild wird an dieser Stelle im kommenden Jahre eine große Ver-änderung aufweisen. Der Neubau wird in der Slo-venska ulica bis auf die Linie des Kaffeehauses „Astoria" zurückweichen. Die westwätts vom Hause vordeisührende, bis zur Hälfte der Breite des alten Teiles sich verengende Herrengasse wird bei dieser Gelegenheit eine wesentliche Verbreiterung erfahren; und noar ist ein Zurückweichen der Fundamente des Neubaues bis auf die Baulinie der sogenannten oberen Herrengasse (nördl. Teil) vorgesehen. Da-durch würde aber gleich eine Hälfte der Baufläche für Straßenverbreitungszwecke verwendet werden und der nur auf der zweiten Bauflächenhälfte auf-zuführende dreistöckige Neubau würd« unrentabel sein. Daher behalf man sich, indem man Arkaden vorsah, vie entlang der Westfront (Herrengasse) des Neubaue» laufen und die drei Meter über die neue Baulinie hinausragenden drei Stockwerke tragen werden. Der Gehsteig ist dott in einer Breite von 4 m vorgesehen, und zwar drei Meter unter den Ar-kaden und 1 m darüber hinaus. Die Geschäftswelt, die sich schon vor Jahren im Viertel der oberm Herrengasse etabliert hat, wird diese Reuordnung sicherlich begrüßen, da nun ihre Geschäft»lokale nichi mehr so versteckt und dem Vehrkchr entrückt sein werden wie es bis heute der Fall war. Bei den Abräumungsarbeiten möge jedoch die alte Gedenk-tafel wohl verwahrt und am neuen Gebäude wied« ihren Ehrenplatz finden. Diese Ehrung de» Helden von Lissa durchzusetzen, wäre Sache unseres Stadt-magistats. Abänderung des Namens Leitersberg. Das Jnnenministenum hat eine Verordnung erlassen, mit der der Name der Gemeinde Leitersberg in Koßaki umgeändett wurde. ttlubSttmeifterfchaft unsere» Sport klubs „Rapid". Sonntag, den 25. Jänner, fand auf dem unter der Mala Kapa gelegenen „Theusel> Heim'-Gelände die erste Klub Skimeistcrschaft un-seres Sportklubs „Rapid" statt. Trotz der für der-artige Veranstaltungen sehr ungünstigen Witterung (im Tale herrschte ein für den Jänner selten ge-kanntes Warmwefter) war die schöne Anzahl von 37 Skiläufern am Statt erschienen. Die Strecke verlief für die Senioren: Statt und Ziel „Theusek-Hütte" - 250 m Anstieg bis zum Sattel (mar-kanter Punkt unter der Mala Kapa), dann weiter größtenteils abwätts über Berghaus zurück zur „Theuselhütte". Diese ungefähr siebeneinhalb km lange Strecke wurde außer Konkurrenz vom Herrn Hans Heller in der Zeit von 29.43 Min. durchfahrm. Den ersten Preis Holle fich dabei Herr Reinhold Jeglitsch mit einer Fahrzeit von 33.00 Min, den zwetten Preis Herr Mai Bröckel mit 34.03 Min. und den dritten Preis Herr Erich Flack mit 50.40 Minuten Fahrtzeit. Die Strecke der Damen, der Junioren und Altherren führte in die gleiche Rich-tung und verlief vom „Theusel-Heim" gegen Berg haus und wieder zurück, mit einer Gesamtlänge von ungefähr 4.5 km. Bei den Damen ging al» erste Frau Getta Pugl mit 32.32 Min., als zweite Frau Josefine Jettmar mit 33.45 Min. und als dritte Fräulein Inge Zirngast mtt 34.40 Minuten Fab zett durch? Ziel. Die beste Zett erreichte das au| Konkurrenz fahrende Fräulein Vida Glaser mit 28.35 Minuten Fahttzeit. Besonders interessant gestaltete fich der Juniorenlauf, wobei sämtliche Teil' nehmer die Strecke in erstaunlich kurzer Zeit durch-fuhren. Den ersten Preis konnte Franz Storch mtt 2045 Minuten Fahttzett erringen, die zugleich die bestgefahrene Zeit auf dieser Strecke war. Den etten Preis sicherte sich Willy Jeglitsch mit 21.17 in. und den dritten Preis Pipi Mühleisen mit 21.33 Minuten Fahttzeit. Der kleine Egon Lettner, wohl der kleinste und jüngste Spottler aller Winter-spottsekttonen in unserer Stadt, holte sich, von allen Anwe enden lebhaft aklamiett, mit großer Braoom den für den Juniorenlauf gestifttten vierten Preis mtt der anerkennenswerten Fahrkett von 22.24 Minuten. Zum Schlüsse gingen mtt groß« Begeisterung die Altherren an den Statt. Den erste» Preis sicherte sich Herr Dr. Erwin Jettmar mit 34.15 Min., den zwetten Preis Herr Josef Pittch mtt 34.2S Min. und den dritten Preis Herr In Ferry Fttedau mit 34.40 Minuten Fahttzeit. D« Skirennleitung lag in den Händen der Herren Dr. Orozen als Schiedsrichter und Jng. Ernst Eylett als technischem Letter. Zum Rennen hatten fich auch zahlreiche Vettreter des Hauptausschusses eingefun den. Trotz des beretts eingangs erwähnten warmen Wetters im Tale herrschten im Gelände des „Theusel-Heimes" den ganzen Tag über gute Schneeoerhäw nisse. Nach Abschluß des als sehr günstig zu bezeichnenden Rennens wurden im gemüttichen Bei-sammen sein die Rucksäcke geöffnet und da» wohlverdiente Mittagbrot eingenommen. Nachher bega-ben sich alle Spottler hinunter nach Vuzenica, wo-selbst in der Gastwirtschaft Lobenwein die Preis-Verteilung vorgenommen wurde. Herr Pirich benutzte diese Gelegenheit, den von ihm im Hüttengelände selbst gekurbelten Film der dott versammelten be-eistetten Spottgemeinde vorzuführen. Der Spott-lub „Rapid" hat damtt erneut bewiesen, daß e» ihm ernst damtt ist, alles zur körperlichen Ettüchtt-gung unserer Jugend Erforderlich« vorzukehren und auch durchzuführen, wofür ihm Dank und Ane?° kennung gebühren. Der Konfirmandenunterrlcht beginnt am Montag, dem 2. Februar. Als Aufnahm-dc dingunq gilt da» vollendete 14. Lebensjahr. Erhöhung der krankenhausgebühren In Maribor. Im Laufe dieser Woche wurden die Krankenhausgebühren, und zwar rückwittend vom 1. Jänner, erhöht, was sich besonders bei der I. und U. Klasse auswirkt. Nach dem neuen Tarif ist für die I1L Klasse eine tägliche Gebühr von n vo«tsche Z*U«M — -uL-ü- Nummer 10 r 39.60 Dm. für die fl «lasse eine solche von 100 Dia und für die l. Klaffe von ISO Din sarge- Keden. Aktiv« und im Ruhestand befindliche atv und Banalangestellte haben Anspruch auf unentgelllich« Ausnahme in der HI. Alosse. Krank«, die in der l. und H. Klasse Aufnahme finden «ollen, müssen den für eine zehntägige Dekade ent-fsllenden Betrag im vorhinein erlegen. Unsere Obstausfuhr im Herbst 1930. An» dem Gebiete der W. B. und der breiteren Umgebung von Maribor find im verflossenen Herbst nicht weniger als 3000 Waggon Obst im ungefähren Werte von 60.000.000 Din über die Grenze gewllt. Ernennung eine« neuen Bürger-Meister». Der bisherige Bürgermeister der Räch-bargemeinde Pobrezje wurde seiner Stellung enthoben. An feiner Stelle wurde der Besitzer und ehemalige GendarmerieoWer Herr Vovk, Obmann des staat-Vchen Sokol, zum Bürgermeister ernannt. Selbstmord. Dienstag fanden vorbeikommende Passanten in der Rade des ehemaligen „Iahn"-Denkmals den 52-jährigen Postbeamten B. K. mit einem Strick um den Hals tot am Boden liegend auf. Er hatt« sich an einem schwachen Fichtenast erhängt, der die Schwere des toten Körpers nicht tragen konnte und abgerissen war. K. war vor Jahren beim hiesigen Postamt« tätig und wurde verschiedener Aorlommnisse wegen nach Rovo mesto versetzt. In letzterer Zeit erfolgte seine Versetzung ftc$ Celje. Da er dort rüctMig wurde, war er vom Dienste suspendiert worden. Die Leiche wurde tn die Totenkammer des staatlichen Friedhofes in P abrege überführt. Apothetenuachtdienst. Den Apotheken-nachtdienst in der kommenden Woche, und zwar osm 1. bis einschließlich 7. Februar, versieht die „St. Heinrichapotheke", Mr. Vidmar, am Haupt' platze. Freiwillig« Feuerwehr Maribor, Fern-spreche? 2224. Zum Feuerbereitschaftsdienst in der kommenden Woche, und zwar vom 1. bis «in-schließlich 7. Februar, ist der I». Zug kommandiert. Kommandant: Brandmeister Heinrich Egger. Be-rettschast in Reserve: l. Zug. Freiwillige Rettungoabteilung Ma-ribor, Fernsprecher 2336. Ptuj Todesfall« Gestorben ist hier die 84-jährige Private Frau Maria Pesierl, Mutter des hiesigen Gastwirtes und Fleischhauers Herrn Viktor Pesierl. Unser herzlichstes Beileid! Matura ntenschluhkräiizchen. Am2. Feder aeben die Maturanten in den Räumen des Verein«' Hauses ein Schlußkränzchen. Die Tanzmusik besorgt eine Jazzkapelle aus Maribor. Slooenska Bistrica Die Rentensteuerbetenntnisse sind in der Zeit vom 20. Jänner bis 15. Februar L I. beim hiesigen Steucramte einzubringen. Der letzte Markt, der am Sonntag, dem 17. d. M., abgehalten wurde, war äußerst schlecht beschickt und besucht. Aufgetrieben wurden im ganzen nur 49 Stück Vieh, eine auhergewöhnlich niedrige Zahl. Doch selbst für diese fehlte es an Käufern, Die allgemeine Wirtschaftskrise und als deren Fol gecrscheinung eine erschreckende Verarmung breiter Schichten der Bevölkerung, vor allem des Bauern-standes, macht sich immer mehr bemerkbar. Die Dr. Ivan Zolger. Gasse, die frühere Bersolattigasse, macht infolge ihres unbeschreiblichen Zustandes weder der Stadt noch ihrem Namen Ehre. Die Gasse starrt in einem knöcheltiefen Kot, sodaß darüber in dörflich-russischer Alt Bretter gelegt werden mußten, um zu den nun hier befindlichen Postamte gelangen zu können. Die maßgebenden Faktoren täten gut daran, die Gasse ehest in einen gangbaren Zustand zu versetzen und gleichzeitig die vorgesehene Regulierung dieser nun umso frequentrier-leren Gasse durchzuführen. »ot-Stanbplage und Fremdenverkehr sind unvereinbare Dinge. Im Ru werden wir am Beqinn der diesjährigen Reisezeit stehen und'gleich zeitin wird sich die Kotplage des Herbstes und Winters in eine umso unerträglichere Staudplage verwandeln, wenn rechtzeitig der Sprengwagen, dessen Ankaus eine vom Gemeinderat längst beschlossene Sache ist, nicht rechtzeitig eintrifft. Es waren auch schon zur vorjährigen Ljubljanaer Mustermesse zwei Gemeinderäte entsandt worden, um ein solches vom Fremdenverkehr»- wie gesundheitlichen Standpunkt au» gleich wlchtige-^UtcM heimzuholen; doch seither liegt wieder tiefe Stille über dieser Angelegenheit, Sin Wegweiser, der die Richtung nach ornja Bistrica und Tinje einerseits und nach or und Ljubljana anderseits bezeichnet sowie die Entfernungen in Kilometern angibt, wurde kürzlich an der der Klosterkirche zugekehrten Ecke des Kastomendreieckes aufgestellt. E» wäre wün-sehenswert, daß dort auch eine Warnungstafel angebracht werden würde, wornach die Durchfayrt durch die Anlage nicht gestattet ist. Dle Diphterieepidemie, die im Herbste vorigen Jahres in unserer Gegend ausgebrochen ist. ist noch immer nicht zum Stillstand gekommen. Bisher sind 60 Kinder von der Krankheit befallen worden, wovon glücklicherweise nur 4 Fälle tödlich verlaufen sind. Es wäre wünschenswert, daß die Gesundheitsbehörden die schärfsten Maßnahmen zur Eindämmung und Beseitigung der Epidemie er-greifen, damit nicht — ganz abgesehen vom rein volksgesundheitlichen Moment — Sommerfrischler vom Besuche unserer Gegend abgeschreckt werden. Unfall. Der Holzhändler Herr Anton Jost glitt in seiner Wohnung in Zgornja Bistrica so unglücklich aus, daß er sich einen Beinbruch zuzog und mittels des Rettungsautos der Frw. Feuerwehr Maribor ins dortige Allg. Krankenhaus gebracht werden mußte. Slovenjgradec Einbruch in» Psarrhau». Während der hiesige Pfarrer Herr Alois Hizek auf der Banal-ratsitzung in Ljubljana weilte, brach ein Dieb in der Pfarrhof ein, öffnete den Schreibtisch und ent-nahm ihm den Schlüssel zur Wertheimkasse. Die Wertpapiere etc. ließ er unberührt liegen. Das ge-samte Bargeld, 10.000 Din, raffte er jedoch zusam-men und verschwand. Wirtschaft u.Berkehr Der Voranschlag de» Draubanat». Der Voranschlag des Draudanats für das Jahr 1931/32, der dieser Tage auf der Sitzung des Banalrates tn Ljubljana behandelt wurde, weift, verglichen mit dem Vorjahre, 11,250:000 Din mehr an Ausgaben au», wobei zu bemerken ist, daß die Straßenaus-gaben in diesem Voranschlag im Straßenfond und nicht wie bisher iu der „technischen Abteilung" aus-gewiesen werden. Bei einem Vergleich der Aus-gaben des Voranschlages 1930/31 mit jenem des Jahres 1931/32 ergibt fich nachfolgendes Blld (in Millionen von Dln): 1931/32 1930/31 I. Banaloerwaltung 13.00 11.90 -f 1.10 II. Ackerbau 19.76 14.34 + 5.42 III. Unterricht 13.47 8.89 f 4.58 IV. techn. Abteilung 21.55 31.03 — 9.48 V. Soz.Fürs.u.Vollsges. 29^5 41.36 — 11.81 VI. Handel, Gew., Ind. 4.36 3.48 4- 0.88 VII. Agraroperationen 0#l 0.77 -f 0.04 VU1. (Schulden 8.00 11.00 — 3.00 IX. Verschiedene Ausgab 9.47 13.29 — 3.82 Straßensond Zusammen 119.96 136.06 — 16.10 27.35 — + 27.35 147.31 136.06 11.25 Die Goldreserven Frankreich» haben den Stand von 25 Milliarden Goldfrancs erreicht. Schach - Ecke redigiert von Harald Schwab W. A. Shinkman, „Pittsburg Gaz. Times" 1916 Stellung: Weiß: Kcl. De4. Ldl, Sd3, Sd7 (5 Steine) Schwarz: Kc3, Tc8, Th5, (3 Steine) Weiß zieht und setzt im 3. (dritten) Zuge matt! Lösung zu Problem Nr. 67. I.) Dd5 e6, g5—g4; 2.) De6Xd6 Nachrichten Die Meisterschaft von Spanien errang Dr. Ra-mon Rey-Ardid, dessen Talent schon im Meister-turnier von Barcelona (1929) auffiel. — Göte-borg: Hier hat ein kleineres Meisterturnier be- gönnen, an dem sich u. a. die Meister Flohr, Stoty. Stahlberg. Sämiich und Nllsson beteiligen. -*■ Semmering: Da» Match Tartaiewer: Sultan Khan steht momentan 3:2 bei 4 Remisen pigw»-sten des letzteren. - > Schrifttum Die obersten Gewalten im Weltkrieg oon Ctt® oon Visier, Anlag VSfjr. Beljer Ä. StUp gart »631, 302 Seiln ©tofcofta». Preis «. be»w. 9 M«? Erscheint uns nicht oft der Weltkrieg wie et« Elementarkatastrophe ungeheuerlichsten Ausmaßes, die Menschen und Völker willenlos in sich hineinritz, und deren vernichtenden Folgen fich auch heute noch jeder vergeblich zu entziehen versucht? Was galt der einzelne, was die Millionen? Spielbälle \rr. Wirb«? übermenschlichen, unmenschlichen Geschehens. Dennoch war er nicht eine Naturkatastrophe, er ist nicht nur von Menschen durchlitten, sondern von Menschen durchgeführt worden, d. h. er ist geschichtliches Er eignis, menschliche Tat, das Werk oon Männan Obwohl noch nie ein Krieg mit solchem Aufwand von geistigem und materiellem Rüstzeug, unter gleicher Anteilnahme der anonnymen Massen, unter nur an-nähernd gleicher Beteiligung der wirtschaftlichen geführt wurde, so find die obersten Gewalten im Weltkrieg doch — Gestalten: die Staatsmänner und Heerführer, die Parlaments-, Presse- und Volk»-führer. Und weil der Krieg nicht ein Naturereignis, sondern die letzte Probe des Menschen, des vÄ kischen und staatlichen Lebenswillens ist, gibt den Ausschlag das Maß der geistigen, sittlichen und kör periichen Kraft — in erster Linie bei der Führung Bei ihnen liegt die Verantwortung, darum kann und muß auch von Verdienst und Schuld gesprochen werden. Das ausgezeichnete Buch des deutschen Froiv-general» Dr. von Moser geht diesen letzten Frager. der Verantwortung und Bewährung der Führer im Weltkrieg nach. Einleitend prüft es die Anschauungen über die große Führung bei den fünf Gwß mächten: Frankreichs Führung war politisch, mm tärisch und seelisch am besten gerüstet. Dann acht es — was keine bisherige Darstellung des Wen kriege» bot — dreifach die Ereignisse des Weltkrieges durch, vom englischen, vom französischen und vom deutschen Standpunkt aus, behandelt jeweils die für das betreffende Land und seine Verbündeten wichtigsten Situationen der Politik und Strategie, indem es die rangoberften oder entscheidenden Männer in Politik und Heer, Propaganda und Parlament (darunter Meisterstücke historischer Por trätzeichnungj plastisch in die weittragenden Ent cheidungen stellt. Man erlebt die Höhe- und Ge-ahrpunkte, die Triumphe, Bedrohungen und ammcnbrüche. die unbegreiflichen Mißgriffe und un-verdienten Glücksfälle mit, bei jeder der drei Darftellungen anders akzentuiert. Die wohlfundierte Sachkunde des Verfassers spürt man überall, die Darstellung selbst ist knapp, streng, unerbittlich wie ein militärischer Befehl, aber packend und von dra malischer Wucht. Ein leidenschaftliches Forschen nach den letzten Ursachen und Verantwortungen für Sieg und Niederlage bei der Entente und den Mittelmächten läßt ihn keine bittere Erkenntnis ofr schweigen. Aber sein rücksichtsloser Gerechtigkeitssinn verbindet sich überall mit einem vornehmen Ton. Es ift bezeichnend für die Einsicht dieses hohen Militärs, daß er auch für den Krieg den Vorrang der Politik vor der Strategie fordert. Durch seine Klärung des notwendigen Verhältnisses oon Staats-mann und Heerführer erhellt dieses Buch nicht nur die bedrückendste Frage unserer jüngsten deutschen Vergangenheit, sondern wirft auch scheinwerfergleich einen scharfen Lichtstrahl in die Zukunft. —y. Die ganze kultivierte Welt anerkennt einstimmig, das« dio Bonbons, Scliokolari« u. Kekse um, Schmid' die besten und^allerfeinsten sind. Merket eueb daher gut den Namen "Victor Nohmitlt & .^öline Wien Kummer 10 D«»tsche 3eitnng Settr 7 88 Sibirien Erinnerungen ans dem Weltkrieg und aus Ruhland Bon einem ehemaligen Siebzehner Auch in Sibirien hatten wir immer Glück ge-habt: Zuerst da» Dioisionslager Beresowka, wo es Spitäler gab; dann Trojskosäwsk an der mongo-Itschen Grenze, wo wir gesund blieben: dann Bar-naul mit seiner Pozarna; die grüne Steppe bei den Bauern. Niemals war unser Kleeblatt krank gewesen. Und als schon der furchtbare Rückzug der Weihen in die allrussische Katastrophe auszugehen im Begriffe war, waren wir noch im letzten Eisen-bahnzug von Bamaul nach Wladiwostok entkommen! Am nächsten Vormittag ging ich mit meinen Kollegen endlich in die Stadt. Ich kann nicht sagen, daß ich etwas Besonderes fühlte, als meine Füße den vertrauten Jugendboden betraten, von der langen Schiffsreise etwas unsicher und schwankend. Vielleicht war es der trübe Apriltag, vielleicht die Abstumpfung meiner sechs Kriegsgefangenenjahre, vielleicht waren es die italienischen Offiziersuni-formen, die auf Schritt und Tritt zu sehen waren, die mir mit jedem Hause, jeder Gassenecke bekannte Stadt erschien mir sonderbar fremd, fast geisterhaft. Bevor wir weiter in sie hineinschütten, setzten wir uns vorerst in einer Trattoria am Canal grande um einen runden Tisch und bestellten einen Liter roten Wein. Das Hinstellen des Liters auf den Tisch, das Deutschreden der aus Körnten stammen-den Kellnerin, das Trinken aus den dickwandigen Weingläsern, all das genossen wir wie eine Sen-sation. Es bewies uns die noch nicht faßliche Tat-fache, daß wir wieder in Europa waren, wo in den äußeren Formen noch alles so geblieben war wie vor unserem Auszuge vor vielen'Jahren. Wir lachten uns unter der Wirkung des roten Weines glückselig an wie die Kinder. Dann gingen wir gehobenen Gemütes durch die Stadt. Während der ganzen Seefahrt und auch schon in Gornostaj war mir eine Sache als wunder-schönes Ideal vorgekommen, der ich viele Gedanken gewidmet hatte. Wenn ich heute daran zurückdenke, muß ich glauben, daß ich damals doch schon ein wenig angefressen gewesen sein muß von — Verückt-heit. Denn als das Schönste, was ich mir sofort nach meiner Heimkehr gönnen wollte, sollte der Ein-kauf eines — Rasierapparates sein. Aus unbegreif-lichen Gründen erschien mir ein solcher Apparat als das dringendst Wichtige für jeden Menschen, als das Begehrenswerteste von allen Dingen der Heimat. Und so war mein erster Weg in ein Geschäft am Korso, wo ich mit unendlicher Freude einen solchen Apparat um 9 Lire einhandelte. Ferner kaufte ich mir eine Ziviltuchmütze, die ich sofort auf den Kopf stülpte. Nieine Soldatenkappe warf ich abends in den Canal grande. Später suchte ich das jugoslawische Konsulat auf. Ein junger Zivilist, der sich als Slowene ent-puppte, zeigte mir den Weg. Mit hastigen, unter-druckte» Worten begann er mir zu erzählen, wie unzufrieden und unglücklich sich die Slowenen unter der italienischen Herrschaft fühlten. Mit diesem Menschen trat zum erstenmal ein Problem an mich heran, dem ich selber verfallen war und das hinfort mein ganzes Leben beherrschen sollte: das Schicksal des Minderheitsangehörigen. Im jugoslawischen Konsulat standen bereits einige österreichische Osfi-ziere herum, die mit unserem Schiffe mitgekommen waren und gleich mir ihre jugoslawische Staats-bürgerjchaft plötzlich entdeckt hatten. Run, wir wurden alle enttäuscht. Hier fanden wir nicht das geringste Verständnis dafür, was es hieß, nach sechs Jahren QINrien auf solchen Umwegen w>eder in die Heimat gekommen zu sein. Die Offiziere begehrten etwas auf. ich blieb aber still, als uns ein schwarzhaariger Herr, ich glaube, daß er bloß ein Beamter des Konsulats war und nicht der Konsul selbst, mit einigem Hohn erklärte: Wer uns hieher gebracht bade, solle auch dafür sorgen, daß wir weiter kämen! Wir hatten vom Konsulat nämlich Papiere verlangt, daß wir regelrecht über die Grenze kommen könnten. Auch «was von der Pflicht unseres neuen Heimat-ftaaies, uns die Mittel für die jetzt nur noch so kurze Wegstrecke zur Verfügung zu stellen, hatten wir durchoUcken lassen. Nichts! Als ich dann nieder-geschlagen die Treppe hinabgestiegen war. holte mich an der Haustür ein Herr von wuchtiger, großer Gestalt eui. Ihm schienen wir doch etwas leid zu ton, denn er sagte: .^Setzen Sie sich einfach in einen Zug und fahren Sie los! Wer wird Sie hier zuruckvchatten wollen!" Aber auch ihm schien « ouszjfiiu^n, daß wir mit den Italienern ge- kommen waren, denn er machte eine diesbezüglich« Bemerkung. Hier zwischen Tür und Angel konnte ich ihm den ganzen sibirischen Roman nicht erzählen, deshalb schwieg ich. Ich konnte ihm nicht erzählen, daß 14 Tage später, nachdem ich auf dem Weg zur italienischen Legion durch Nowonikolajewsk durch-gefahren war, in dieser Stadt JO.OOO Flecktyphustote auf den Straßen lagen, Opfer des Rückzuges der Koltschakarmee. Ich habe diesen Herrn später wieder getroffen und auch gleich erkannt: es war Dr. Anton Novacan. Wir strolchten noch den ganzen Tag in der Stadt herum. Durch die Allstadt stiegen wir nach San Giusto hinauf, wo wir das Meer und die Stadt übersahen. Wenn ich verglich, wie gesteckt voll zu meiner Zeit der Hafen mit Schiffen gestanden war, wie die Arbeit im Punto Franco gedröhnt hatte, und nun sah, daß auf dem grauen Leintuch da unten nur ganz wenige Schiffchen lagen und der Hafen unheimlich still war, konnte ich erkennen, daß die Heimkehr Triests zur „Mutter" Italien für die üppigen Triestiner an einer Stelle zweifellos schmerzlich sein mußte, nämlich ut>rt, wo der Geldbeutel sitzt. Als wir spät abends auf das Schiff zurück-kehrten, hörten wir von einem Unglück, das mir das unheimliche Walten des Fatunis bestätigte. Bei unserer Kompagnie in Gornostaj war ein fuchs-bärtiger, derber Sergente Hornist gewesen. Wie er mir einmal erzählte, hatte er im Jahre 1915 die Erdbaracken der Barnaul benachbarten Stadt Nowo-nikolajewsk und die grauenhafte Flecktyphusepidemie mitgemacht, in der jeder zweite Mann auf das elendste zugrundegegangen war. Dann war er in anderen Lagern herumgelegen, hatte bei den Bauern, in der Urwaldtaiga gearbeitet. Hier in Trieft ging er auf das Postamt und schickte seinen bäuerlichen Eltern in Südtirol, seiner Frau und seinem noch nicht gesehenen Söhnchen ein Telegramm, daß er glücklich die Heimat erreicht habe. War er hernach noch in einem Gasthaus gewesen und hatte in der Freude seines Herzens über den Durst vom Heimat-lichen Weine getrunken, man wußt« es nicht. Er fiel in den lächerlichen Canal grande, in dieses Tröpfchen Wasser im Vergleich zu den Ozeanen, die er glücklich überquert hatte, und ertrank. Das weitere Weilen auf dem Schiffe war un-möglich. Einige verbissene „Intelligente" aus Welsch-tirol sahen mich schon mit zu scheelen Augen an. Morgen sollten die Oesterreicher einwaggoniert werden, weil sich ihrer gleich nach unserer Ankunft das österreichische Konsulat angenommen hatte. Ich beschloß, diese Gelegenheit zu benützen, um irgend-wie auf einen Zug zu kommen. Vorerst dachte ich an einen Zug nach Adelsberg. Am nächsten Mor-gen türmten wir mit unseren Nucksäcken zum Aus-gang des Punto Franco hin, wo die Verzollung stattfinden sollte. Vorher hatte ich noch von Mene-ghini und Schweighofer Abschied genommen. Ein unbeschreibliches Gefühl schnürte mir die Brust zusammen, als ich meine Hand in ihre treuen Hände legte. Seit dem Jahre 1914 waren wir be-ständig zusammen gewesen. Ihre Gesichter verschwam« men mir vor den Augen, weil sich meine Augen-glaser mit Tränen belegt hatten. MenegHini ließ es sich nicht nehmen, mir das Geleite zu geben. Vor der Zollwache hatte ich ziemliche Angst, ich fürchtete für meine Zigaretten. Deshalb legte ich bloß mein Bücherpaket auf die Zollbank hin, während ich den Rucksack auf dem Rücken behiell. Der Beamte machte nur einen Blick darauf, dann konnte ich gehen. Da drüben war der „Giardino alla Stazione". Trotzdem ich als Knabe am anderen Ende der Stadt gewohnt hatte, war dieser Garten immer mein Sammelplatz mit meinen Freunden gewesen. Auch Mädck)en hätten wir hier öfters getroffen und waren an den Anenden mit ihnen hinter den Waggons im Freihafen spazieren gegangen. Wie kam mir jetzt dieser Platz meiner Knabenzeit vor! In der großen Halle des Bahnhofe» stand eine Gruppe oon Oesterreichern. Ein Teil hatte noch die österreichischen grauen Uniformen an, ein an. derer wieder italienische Waffenröcke und zerlumpt österreichische Hosen. Von ihwn stachen die Oesterreicher. die mit der „England Maru" gekommen waren, durch die Eleganz ihrer italienischen M»n turen ab. Ich fragte einen von den Leuten, was mit ihnen lo» sei. Er erzählte, daß sie eingesperrt gewesen waren und nun endlich nachhaus geschickt würden. Ein Gedanke schoß mir durch den Kops. „Kann ich nicht mit euch fahren?" Er schaut« mich verwundert an und sagte: „Ja. warum denn nicht?" Der Heimkehrerzug der Oesterreich?? wurde von einem Leutnant und vi«r Karabinieri begleitet. „Seid ihr abgezählt worden?" fragte ich weiter. — „Nein, bis jetzt noch nicht. Was wird man uns abzählen! Glaubst du, daß irgendeiner freiwillig hier zurückbleiben wird?" Mein Plan war gemacht. Ich kaufte mir bei der Kaste eine Fahrkarte bis zur nächsten Station Santa Cr«e, damit ich ohne Auffehen auf den Perron kommen konnte. Die ganze Fahrt — übrigens wußte ich nicht einmal wohin — wollte ich nicht bezahlen, weil mir um das Geld leid tat, trotzdem ich meine übriggebliebenen Dollars in 100 Lire umgewechselt hatte und dieser große Geld-schein in meinem Sack knisterte. Es ging anstand»-los. Der Leutnant hatte für seine Leute die Karten in Verwahrung, weshalb der Portier diese beim Hinausgehen blost zählte. Ich hatte mich bescheiden als letzter angereiht und relchte dem Portier, als er bei meinem Vordermann mit dem Zählen fertig war, mit vollkommen gleichgültigem t>>e ficht meine Karte zum Durchlochen hin. Innerlich bebte ich, aber der Mann war an sein gedankenloses Durch-lochen hingehaltener Karten so gewöhnt, daß er dies auch bei metner Karte tat, ohne mich dabei auch nur anzusehen. Draußen war ich sofort im Haufen der Kriegsgefangenen verschwunden. Und dann saßen wir im Waggon und dann fuhren wir. Eine kurze Strecke ging es noch neben dem Meeresufer dahin. Ich sah beim Fenster hinau», als ich draußen eine bekannte Gestallt erblickte, die heftig mit einem Taschentuch winkte. MenegHini war in der Zwischenzeit dem Zug vorausgeeilt, jetzt stand er da und schlegelte mit den Armen und rief. Als mein Fenster an ihm vorbeiflog, machte er sich auf den Sprung und lief eine Zeit neben dem Zug her. Sein Gesicht war aufgeregt und rot, während er im Laufen die Augen zu mir herauf-gerichtet hielt. Dann blieb er stehen, ich beugte mich aus dem Fenster hinaus, um ihn noch möglichst lange zu sehen. Die schlanke Gestalt wurde kleiner und kleiner, dann war sie verschwunden. Es war mir weher ums Herz, als wenn ich einen Bruder verloren hätte. In unserem Waggon saß beim Fensterplatz ein pausbackiges Bürschchen oon vielleicht 16 Jahren. Ich fragte den Kleinen, wie er denn in die italie-nische Uniform und in eine so soldatische Mitte gekommen sei. „Ich war Kärntner Jungschütze." — „Zungschütze?" Und nun erzählle der kleine Mann mit großem Eifer Dinge, von denen ich bisher keine Ahnung gehabt hatte. Er sei bei den Kärntner Ab-wehrkämpfen von den Jugoslawen hoppgenommen und in Ljubljana als „Kr>egsgefanggner"»interniert worden. Wie er dann nach Trieft und in die italie nische Uniform gekommen war, erzählte er auch, aber ich habe es vergessen. Längs der Eisenbahnlinie, auf der wir dahin-fuhren, waren noch links und rechts Spuren des Krieges zu sehen. Ich hatte sie mir aber ärger vor-gestellt und war etwas enttäuscht. Wahrscheinlich war schon viel weggeräumt worden. In Udine sah ich viel italienisches Militär auf dem Bahnhofe. Die Soldaten waren hübsch uniformiert, sie erschie nen mir mit ihren jungen Gesichtern wie Kinder. Man erzählte, daß in Italien die Gefahr einer Revolution bestehe. Ich befand mich wie im Traume. Und wie im Traume sah ich durch die Fenster die Waldland-schaften vorbeifchweben, als wir gegen Körnten hinaufkamen. Ich konnte mit dem vertrauten Bild der Heimat keine Verbindung in «»einer Seele finden. In Arnoldstein kamen wir über die öfter-reichische Grenze. Da ich zu Unrecht im Waggon saß, begab ich mich während der Zollkonttolle auf den Boden neben dem Zug herab. Da meine Uni-form mich als Soldaten zeigte, siel dies niemand auf. Erst als ich spürte, daß die Paß- und Zoll-kantrolle in unserem Waggon vorüber war, stieg ich wieder ein. Die italienlichen Zöllner hatten keinen Kriegsgefangenen um Dokumente gefragt, sondern diese für alle beim Leutnant eingesehen. Es fiel mir ein Stein vom Herzen. Nachmittag? blieb der Zug in Warmbad Villach stehen. Es war ein kleiner Gesangsvmin gekommen, der vor unserer ausge-stellten Abteilung Heimatlieder zu singen begann. Ich war so erschüttert, daß mir kalte Fieberschauer über den Rücken liefen. Da ich die herabrinnenden Tränen nicht mehr halten konnte, trotzdem ich die Augen starr ausspreizte, drehte ich mich um und ließ die Tränen auf einen kärglichen lebenden Fichten» zaun fallen, der den schmalen Stationsweg säumte. Seite 8 Deutsche Zeitung Nummer 10 <>i eröffn ifittß: Gebe dem P. T. Publikum hö/iiehst bekannt, dass ich mit UM. »Männer eine M'/einchbonl* In fter Msßtfbljai$*l»4i CCHta .5 (Hotel Skoborne) eröffnet halte. Hetn Bestreben wird nein, die geehrten Kunden mit nur prima Rind-, Kalb- und Seh le ein es l ei seh sowie erstklassige Leber-, Hi-at- und Kralnerwiirste bei reeiier Bedienung und billigsten Preisen zufrieden zu stellen. Zahlreichen Zuspruch erbittend, zeichne hochachtn ugseoff M MM et a> f £js' für 10 Tage italien. Riviera, anspruchslos, gesetzten Alters, für 15. 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