MtmchtlMMtlMg. Nr. l Pr » numcratio ^ P r^K: ^^o>Ao»'Gn, ,j halbj 5U ll. Mit de P?ft «M 1r. ll^M^"/ Nlonmq, 3. Jänner Amtlicher Beil. Se. l. nnd k! Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom ^- December v. I. dcu Oezirtshauptnumn Anton Grafci ^lrz zum Slatlhal tcreirathc zweiter Classe bei der 3tatthaltcrci für Tirol und Vorarlberg aller^nädigsl .zu ernennen geruht. Oiskra m. >». Se. k. und t. Apostolisch Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung von 27. December v. I. eine bei der Statthaltern in tzmberg erledigte Statl-hclltcreir.ilhsstellc zweiter Classe kwr ^wwm dem Ober finanzrathc der aalizischcn Fillanlandcsdirection Dr. No^ man Dccykicwicz allergnäigst zu verleihen geruht. Giskra m. p. Am 31. December IttW wi^r in der !. l. Hos- und S>aat«drnckerei zu dein llbc,ellliifene, Inl, rganq 1 8 <'. 9 d e? Nc i chö gcsetz lila tt c6 ' das ^telblatt nnd ein dop-peltcö Repcrlorinnl co^ge^ede »ud verseodel. DnS erste Repertoriii,» n^ilt ein chronologisches ,md da6 zueile ein nlp h al, rtichc^ Verzeichnis; der Gesetze und Verordnungen, welche, in "» iin Inlirssaiisse 18ttl» ans-sscsscdciieu I.XXXI Stücken de? scichßyeschlilatlrö tnndszemacht wlndcu, (Wr, Ztss, yr- >il)0 vum !i'., December.) Am 1. Jänner 1870 wnrdeM der I'. I. Hos- und Vtaal«-druckerci das !. Glück des Neichsgkra, Herbst, Hasner, Brestcl und Plcncr dazu bestimm, das Memorandum abzufassen; das von Dr. Herbst ümcipirtc Memm'andnm wurde durch Graf Taaffc als Mnisterprüsidcntcn dem Kaiser übergeben und selbigen Tlgcs, am N». December, von Sr. Majestät wieder dcr »)raf Taaffc beauftragt, auch die Mcinnng der anderen )rci Minister zn formulircu; darauf schrieb Minister Bssgcr das zweite Memorandum, das am 25. in die Hände des Kaisers gelangte. Beide Ministcrpartcicn haben dabei ihre Demissionsgcsuch eingereicht. Weiter berichtet man der „N. Fr. Pr.." daß Sc. Majestät der Kaiser auf das Memorandum dcr Minorität, welches bekanntlich eine Antwort aus jenes dcr Majorität enthielt, cinc Replik dcr letzteren verlangt hat. Diese Replik sollte mündlich gegeben werden und Handclßministcr v. Plener war mit dcr Mission be--auftragt, diese Replik bei Sr. Majestät zn erstatten. Wie dem „Frdbl." mitgetheilt wird, beträgt das Erforocrniß des Rei ch s - Kricg S m i n i ste -rinms für den Monat Jänner 1870 sowohl für das Ordinarium als Extraordinarium. als auch die Separat anSlagcn für die gegenwärtigen Ausnahmsverhältnissc in Dalmatien 7.790.000 fl , welche demselben von Zcite des Reichsfinanzministeriums auf Rechnung des pro 1870 bewilligten Credits flüssig gemacht wurden. Wiener Volksblältcr, welche cs sich zur OcschäftSrcgcl machen, dcr übrigen liberalen Presse stets noch um eine Pfcrdcläuqe OcfinnungSlüchtigkcit voraus zu sein, impu-tircn jetzt dem RcichSkricgSministcr in Person die Absicht, dlc Beeidigung der Armee auf die Verfassung in Scene zu setze». Kcin einziger Staat — sagt hierüber ein wohlunterrichteter Correspondent dcr „Allg. Ztg." — hat bis jetzt so weit vorzugehen gc« wagt, und für Oesterreich speciell würde, so lange man nicht die Einheit des Heeres preisgeben will. durch die Existenz zweier getrennter Verfassungen die betreffende Maßregel vollends absurd erscheinen. Der Minister denkt auch nicht an eine solche Umwälznng. Die am 2!1. December erfolgte Abreist deS ungarischen Ministerpräsidenten Grafen Andrassy nach Wie» wird vom ,.Nng. ^!loyd" mit dcr noch ungelösten Frage dcr Mil ilär grenze in Verbindung gebracht. „Anch jene partielle Civilisirung (d. h. Entlassung aus dem Mililärvcrband) — schreibt weiter die Pcster „Reform" — welche dnrch die bekannten Handschreiben Sr. Majestät iimngurirt wurde, bleibt ohne praktisches Resultat, so lange nicht zwisä'cn dc», beiderseitigen Ministerien über den Ausgleich der finanziellen Interessen eine Fcstsicl-lllug zu Stande kommt, welche beiden Gesetzgebungen zur Verhandlung vorzulegen sein wird. Da nun scit Erlaß der Handschreiben jetzt zum erstenmal die Zeit eintreten wird. in welcher beide Gesetzgebungen tagen, so ist nothwendig, endlich über die einzige Differenz ins Reine zu kommcu, welche dcr factischcn Civilisirung im Wege strht. Die Sache ist ebenso interessant wie verwickelt, denn im Wesentlichen fällt fic mit der Frage dcr Militärgrcuz-Waldnngcn zusammen, in Betreff welcher die commissioncllcn Verhandlungen dcr beiderseitigen Ministerien und des gemeinsamen Kriegsministers er-folglos geblieben sind. Nachrichten ware die Reise Andrassy'S, welcher jene Vonyay'S vorhergegangen, eine Folge der verschiedenen Ministerrathssitzungen, deren Gegenstände noch drm Pcstcr „Vloyd" außer der Regelung der finan zicllcn Seile dcr Militärgrcnzfragc, auch die Regelung dcr gemeinsamen Activen nnd Passiven, Ordnung der Oankfragc. Endlich solle die Entscheidnng der Angelegenheit dcr Donandampfschiffahrt-Gesellschaft gefällt werden. Eingchendst behaxdelle der Ministerralh die Verschönerung und Erweiterung der Schwcsterstädle, die Al'lösnna der Kettenbrücke, die Rcgnlirung dcr Donau» Ufer, den Bau des CentralbahnbofcS und nencr Brücken. Mit dcr Herbeischaffn»'«, der nöthigen 2s) Millionen hänge die Wiener Reise znsammen. In Cattaro wurde dcr Alle, höchste Amnestie-Act durch eine freiwillige Velc»chtnng gefeint. Cullaro nnd die Zlippa, Vraic und Mamc haben ihicn aller-nnterlhäni^sten Dank für den Allerhöchsten Gnadrnact, und zwar die Letzteren im ttlcgravhischen Wcgc durch Vermilllung des Obcrsten Schönfcld anSgldrückt. Die W,encr A rb ci l e l d cm o n strut i on wird von j>cm Wellbloerlrclun^ «ebührt, "ann sei alle sociale Ordnung un? Sichrrheil am Ende, daS Negieren wäre dann a»f einmal Jedermanns Gc° schaft und somit Nicmands Geschäft. Die A'beitrr be» sitzen das volle Recht der Pcl'lwn ur>d Associalion, sc" weit das freie Handlln dcr lcqiSlaiivcn Gewalt dieS zuläßt. Wen» sic daS Vorgehen der Legislatur parcly-sircn, belauben sie sich aller ll^itimen Mlttcl zur Ab' lnlfe und übe,lassen ihre Sache dem Auslange eines Slrcitcs, in welchem sie vielleicht die Zahl, aber ::och lange nicht sicher dic Macht auf ihrer Se>lc haben. Der bekannte tllijerlichc Brief an Olli-vier wird sowohl vom Parlament als von der „Presse" als ein Ercigniß aufgenommen. Der „TempS" nennt ihn vollkommen correct vom conslitutioncllcn Standpunkte, als den officicUen Mt der Abdankung dcr pcrsö n-lichen Regierung. Er sagt: „Es ist cinc wirtlich neue Regierung, welche beginnen soll. Wir werden sie nach ihren Werten, ohne vorgefaßte Meinung, beurthei-len. Bcmcrtcnswerth ist, daß der Kaiser, um das parlamentarische Regime wieder zu errichten, sich nur > an den gesetzgebenden Körper wcndct und den Senat yanz beiseite läßt. Dcr erste Staatsbürger empfängt s«o die Ztrafc feiner heillosen Trägheit. I» dieser großen Krisis wird diejenige Institution von 1852, welche nach dcr Dynastie dic erste ist. so angesehen, als ob si6 gar nicht bestünde." ^'llllll'llNl. Die Mont>Cc„is>S'tnche. * Unter den auS der Schweiz oder Fraukrcich nach Italien führenden Alpnisliaßcn si»d die vcmcrtcnSwcr-thesten: die vom Rheimhulc bis znm Comcrscc sich hinziehende, auf Kosten der östtrrcichischcil Ncgicning c»> baute und im Jahre 1823 vollendete Splügenstralzc, die ebenfalls a»S dem Nheinlhalc durch den Bcrnhardin-paß in das Misoxerihal führende, vom Jahre 1819 biö zum Jahre j823 eirichtetc Straße, dic während dcr Jahre 1820 bis 1832 erbaute, im Ncnßthalc beginnende St. GotthardSstraßc, die ans dem Nonclhalc ins Tosathal einlenkende herrliche Simplonstraßc. die Bern-hardinstraße, zwischen dem Iscre- und Aostathalc. die zwischen dem Arcthale und Susa licgcnde Moni-Cenis-straße und endlich die dic Meercsrichtung vcrfolgcns-c Slraßc dc la Cornich,'. — Das Rovembrrhcft dcr "Uovuo 608 doux Nonä«8" widmtt dcr Mo,U>Cci,is-ba^s ""^ ^'^ umfassende und höchst belehrende Ad-sMen-^' "^ "^' ^'^ folgenden Angaben sich Die ycgr„wärtige über den Mont-Ccniö führende, tthsl'giit. lun,,lich anucleaic Fah.straßc wnrdc urspliinq-llch ui'ter der ^iil,^ ^s C^lierc Fabroni auf den Befehl dcö Kai,>s ^,^leon l. vom Jahre 1«^) b>s zum Jahre 1810 „^ ei,cm N^slcuanswal'dc von 7.500.000 Francs erbaut. Pon Chc>mdc>y ausgchcl'd, windet sie sich durch das Is^c- und Arclhal in lcichlcn * „Warr. Wochenschr." Biegungen de» Berg hinan, und geht dann abwärts, an steilen Felswände» und ticfcn Adgiündcn vorüber, dic Cenisa entlang bis Susa. Dic vou ihr durchschnitt tencn Thäler erfreuen sich Dank dem Schuhe, den ihnen die sie überragenden Anhöhen gcqcn die kalten Windc gewähren, einer stets aclindcn Witterung ni,d sind im Allgemeinen sehr fruchtbar. Die Weinrebe schlingt sich bis auf cinc Höhe von V00 Meter über dem MccrcS' spicgcl uo» Baum zu Baum und verleiht diesen Berg« gcacndc» einen überaus malerischen Anblick. Dann be» ginnt dic bis zur Höhe von l300 Meter reichende Waldrcgion, welcher sich die Schncczonc anschließt. Die nicdriacrcn Theile derselbe» in südlicher Richtung sind mit Eichen, Roth- und Weißbuchen, die höheren mit Mchcubäumcn und anderen Nadelhölzern bewaldet. Diese Waldgegend ist bei w.itcm die wichtigste Zonc, und zwar weniger wegen ihrer Erzeugnisse, als wegen des Schutzes, den sie dcr angebaute» Region ocwährl. Dcr theils schicscrige, theils Budingstcin enthaltende Boden ist nnycmcin bröckelig; er spaltet nnd höhlt sich leicht durch die Einwirkung dcr hcfligc» Resten und cr< zeugt die Bächc, welche das Geschiebe inS Thal hinab treiben und die Ebenen mit Kies bedecken. Die Wälder dieser Zone bilden nnn cinc wahre Sch»l)w«hr, indem sie bewirke», daß die Gewässer sich in das Erdreich cm den Abhängen langsam cilisaugcn uud den Boden bc-frnchtc», statt ih» zu verwüste». Ucbcrall, wo sie ver» schwnodcn sind, bilden sich Schluchle» in dc» Ber^eS-seite» nnd dcr nackt.' Felicu tritt hnvor, dessen Zacke» von fcrnc cicschen ci»er Masjc altcr R»i"cn gleichen. Dic Pflege der Wälder tnldrt fnr dicsc Ge^e»dcu cinc wahre Vcbc»sfragc nnd crhe,scht daher die größte Sorgfalt. Oberhalb dcr Walorrgu'n beginnen die Weidcalpen, deren Klima für ocn Baumwuchs schon zu rauh ist. auf dcncn aber desto vortrefflicher der Ra^ sen gedeiht, auf welchen daS Vieh im Frühling zur Hut während des SommcrS getrieben wird. Die Gipfel find im allacmcmen zerklüftet. Bis St. Michel, 722 Mcler über dem Meclesspicgcl, laust die Straße ununterbrochen durch die Culturzonc dahin, dann aber tritt sie in die Walurcgion, in welcher incnß noch hin nud wieder einige Dörfer und zahlreiche Roggen» und Kartoffelfelder die Monotonie der Landschaft nnterbre-chcn. Von St. Michel bis Moduue sührt der Weg durch das enge n»o abschüssige Arcthal, welches von hier bis ^angölcbonrg sich immer romantischer und großartiger gestaltet. Bald wird daS Auge vom Anblicke der Was. scrfälle gefesselt, welche schäumend von dem steilsten Höhen niederstürzen, bald von jenem der grauenerregenden Hohlwege, dic im Sommer vertrocknen, in der Ncgcnjahrcszcit aber in brausende Wilobäche verwandelt werden. Bei Langslebourg beginnt die eiuentl'chc Besteigung dcS Mont Cenis. D>e Straße verläßt hier daS Arcthal und zieht, an den Berg sich lehnend, durch einen prächtigen Tanne»- u»d Varcheuwald hi», aus welchem sie da»n in die Wicscn- und Fclsenrc^io» führt. Uin wäh>c»d dcS Wiutrrs ihre Spur im Schnee nicht zu veilicre», sind ihrc Windungen durch Pfähle bezrich» »et. Zwischen Lnngslcbonr^ und Susa wurden i» ac» wissen Eniferlun'gen 2!i kleine Hauscr (mk^ttuu cl« rß-t'u<;6) errichtet, deren Bewohner» nicht nui d>c Aufsicht über die Chal.ss,',,', sonder» auch der Beistand obl^t, dcn sie dcn i»Gf.>hr gcralhenen Rasenden lrislc» müs-scn. A»f dcr Höhc des Gebirgspasses qelangt mcin an cinc kleine, durch die Gipfel der umlsichcrt, Ollivier habe ein Ministerium; der „Constitutionel" glaubt zu wissen, daß Ollivier dem Kaiser am AI. December folgende Minister lisle unterbreitet habe: Ollivier Justiz; Berthemy Aeuße-res; Cheuandier Inneres; Chasseloup Laubat, Präsident des Staatsralhcs ; Richard öffentliche Arbeiten; Gaudin Handel. Die übrigen Portefeuilles sollen unverändert bleiben. Dem römischen Corresponbentcn der „Times" zufolge stcbt die Veröffentlichung von zwei päpstli chcn Bullen t^oor, deren eine gegen Iialicn, die an-dcre gegen die Ld über die Wahl geäußert haben, das babe dann zu unwilli gen Eiörteruugen mit Cardinal Vonnechosc geführt und schließlich habe sich der erstere der beiden Kirchenfürsten! enifernt, mit dem Bemerken, er wolle sich die Sache in Frankreich überlegen und sich zu beruhigen snchen. UebriaenS, hört der Correspondent, seien noch manche P'älaten geneigt, wenn möglich Nom zu verlassen, und nicht weniger als 95 Urlaubsgesuche seien bereits unter verschiedenen Vorwändcn cin^ereicht. Unlcr ihnen befinde sich auch das des Erzbischufs von Paris. Die Zahl der Opponenten werde gegenwärtig auf 200 Namen angegeben und ricselbe gewinne an dem diplo-malischen Corps einen nicht unbcträchtli'clml Halt. Zwei Mächte, so behauptet man in Nom, haben zusammen Vorstellungen an die päpstliche Regiernil^ gelichtet in Betreff der Reorganisation des heil Collcginms, wenn dasselbe noch ferner als eine Art permanentes Concil gelten und mit der Papstwahl betraut bleiben solle. Zumal die überwiegende Zahl der italienischen Cardinäle wurde hiebci in den Vordergrund gezogen. Der Ausenthalt Ihrer MaMüt der Kaiserin in Nom. Einem Prioatschreiben aus R o m, 22. December, entnehmen wir nach der „Wr. Abdpst." folgende Mittheilungen : Ihre Majestät die Kaiserin von Oesterreich, welche in den ersten Tagen ihres hiesigen Aufenthaltes unter der Ungunst des Wetters zu leiden hatle, hat die letzten, etwas freundlicheren Tage fleißig benutzt, um die Denkmäler des alten Roms und die Stätten christlicher Verehrung zu besuchen. Immer erfolgen solche Besuche im Incognito. Ihre Majestät, die stctö ganz schwarz gekleidet ist, erscheint in Begleitung des Herrn Oberst-Hofmeisters Baron Nopcsa, der Frau Gräfin Hunyady Ulid des greisen Comm. Visconti, eines der ausgezeichnetsten Kenner Roms und zugleicl, Mitgliedes der Commission für Alterthumsforschung. Ihre Majestät ist, wo sie in Berührung mit dem hiesigen Publicum, Fremden und Einheimischen, tmmnt, Gegenstand aufrichtiger Verehrung, die sich geräuschlos, aber oft in rührender Weise kundgibt. Am Sonnabend erschien Ihre Majestät gerade zum Schlüsse der daselbst stattfindenden Ordination in der Latcrankirchc, nahm dieselbe in Augenschein, stieg zu dem Grabe der Corsini hinab, welches die rührende Piet^-Gruppe von Bernini ziert, besichtigte dann daS lateranische Museum, in welchem die vielen Neste aus den altchristlichen Katakomben und die Mosailbäder aus den Thermen des Caracalla besonders daS Augenmerk der hohen Frau fesselten. Am selben Tage besuchte Ihre Majestät noch das imposanteste der Denkmäler des alten Roms, das Colosseum, dessen gigantische Formen noch heute Staunen erregen durch die Schönheit ihrer Linien, und beschloß den AuS-flng mit einem Gebete in der Kirche S. Pietro in Vin-coli, einer der ältesten Basiliken, von der frommen Kaiserin Eudoxia, der Gemalin Valentinians III., gebaut als Ruheplatz für die Kelten des heil. Petrus und von Michel Angelo verherrlicht durch seinen Moses. Am folgenden Sonntag, einem wahren Frühlingstage, der MeS hinauslocktc, erwartete das elegante Rom, die hohe Frau an der Corsofahrt am M. Pincio thcilnehmcn zu sehen. Ihre Majestät verwendete indeß die günstige Gelegenheit besser zu einem Ausflug, der sie von der Porta S. Scbastiano vorbei an den Gräbern der Sciftionen, den Columbarien der Freigelassenen, den Katakomben von 3. Callixt hinaus in dic Via Apftia führte, jene altberühmte, von PiuS lX. glücklicherweise wieder aufgedeckte Nömerstraße. deren einstigen Endpunkt noch heule eine Säule in Arindisi bezeichnet, bis zum Grabe der Cäcilia Mctclla, von wo sich eine entzückende Nund^ schau über die Siebenhügelstadt und die Campagna darbietet, jetzt freilich geschmälert durch die Kahlheit der entlaubten Vigncn. Am Montag galt der erste Besuch Ihrer Majestät der Basilica 3. Maria Maggiorc auch Maria-Schnee genannt -- einer der größten und imposantesten Kirchen, zugleich durch ihre Lage auf freiem Platze, auf der Höhe des esquilinischen Hügels, besonders begünstigt. Hier wird die heil. Wiege als kostbarste Reliquie aufbewahrt. Die Kaiserin unterließ nicht, an diesem Heiligthume ihre Andacht zu verrichten, begab sich dann in dic sixtinischc Capclle und von da in die Kirche S. Maria degli Angeli. von Michel Angclo mit Benützung der Reste der Thermen des Diocletian an dem AbHange des qmrinalischen Hügels erbaut, anstoßend an daS malerische, cypressenrcichc Karthänser-tloster mit dem großen Arcadcnhofe; Ihre Majestät sprach den Wunsch aus, die Zelle cincö dieser frommen Mönche betreten zu dürfen, ein Verlangen, dem denn auch sofort die Erfüllung wurde. Nachdem viele sich zur Zeit hier aufhaltende Ocsler-reicher, darunter das gesammle österreichisch - ungarische Episkopat, und viele Mitglieder der hiesigen Aristokratie sich die Huld erbeten Hütten, Ihrer Majestät eine Aufwartung machen zu dürfen, fand sich die hohe Frau bewogen, gestern Nachmittags die Huldigung dieser Persönlichkeiten entgegenzunehmen. Die großen Appartements des Palazzo Venczia, des k. und l. Botschaftshotels, dienten als Audienzsaal. Zunächst geruhten Ihre Majestät sämmtliche hier weilenden Erzbischöfe. Bischöfe und Prälaten der Monarchie zu empfangen; hierauf fand die Collectivvorstcllung der übrigen Herren und Damen statt, die im Halbkreis ausgestellt des Eintritts der Kaiserin harrten. Ihre Majestät trug ein weißes Moirekleid mit schwarzen Stickereien — der Aducntzcit gemäß —; in den lang herabrollcnden Haaren einen Kopfschmuck vou Brillanten. Zuerst ließ sich die Kaiserin die anwesenden Damen durch die Gräfin Trautt-manusdorf-Licchtcnstciu. die Gemalin des Botschafters, vorstellen, darunter die Gräfin Apponyi, Fürstin Borg-hcse, mit jeder derselben einige freundliche Worte wechselnd. Hierauf erfolgte durch den Herrn Botfchafter die Vorstellung der nwesenden Herren, darunter Fürst OdeScalchi, Graf Ehönborn, Graf Apponyi. Graf Dcym, Graf MitronM) und der junge Prinz Iturbidc, der in seiner cmsprlnsloscn Uniform eines Corporals der päpstlichen Dragaer besonders auffiel. Ihre Majestät wandten sich hicnuf den gleichfalls und zwar auf besonderen Allerhüchftn Wunsch zum Empfange zuge^ lassenen, hier weilcnen österreichischen Künstlern zu, den Herren Bonzoni.Böhcim, Börczcdez, (5apek, Flatz, Kayscr, Passini, Pcat, Ruben, Romaco, Schimck, Schulz, Schönnbruum, Soldatich und Dr. Toussig. geruhten an jeden derjlben in der huldvollsten Weise Fragen in Bezug auf die Kunstthätigkcit derselben zu richten, bei einzelnen sgar sich mit Anerkennung über deren zur Allerhöchste Kenntniß gelangte Werke zu äußern. Die österreichihen Maler und Bildhauer waren an diesem Tage der Geenslano des Neides ihrer fremd ländischen Collegen. 3in Wcihnachtstage wird, so hofft man, Ihre Majestät d«n feierlichen, von Sr. Hellig teit selbst pontificirten Hochamte in der St.»Peters^ Kirche beiwohnen, Grnd genug, den ohnehin schon enormen Andrang noch,u steigern. Mssesleuigkeiten. Gi« franzüjscheS Familistöre. Vor zwanzig Iahret wurde das Familistöre zu Guise durch Godin Lcmaire gründet. Dasselbe befindet sich augenblicklich in vollster' illithe des Erfolges. Godin Le^ maire wurde von armen iltern geboren zu Esquöster6s im I. 1817 und verbrachte :ine Kindheit bis zum 17. I. bei den Arbeiten des Felds und der Kalkgrube Darauf reiste er zehn Jahre lang. Im Jahre 1844, noch immer ein einfacher Arbcitsmann, kehrte er in sein heimatliches Dorf zurück und richtete vn da an alle feine Gedanken auf die Gründung des jetzt bestehenden Etablissements. Das Problem , welches zu lösen er unternahm, war die gleich/ mäßige Venheilultg des Areits - Ertrages und damit die Verbreitung von Wvhlhabecheit unter den Armen. Die Gebäude bestehen aus zwei Parallelogrammen, die einen Mittclhof umschlißen; sie bedecken eine Vooen-fläche von 324 Metres. Äe Flügel des Gebäudes haben auch die Form von Paralleogrammen und bedecken eine Bodcnfläche von 200 Meles. Die inneren Höfe sind mehr als 200 Metres bret und mit Glas gedeckt. Die Verbindung ist durch Trepen und umlaufende Balcone hergestellt. Jede Etage ist mit reichlichen Wasserwerke» versehen; überhaupt ist jede Einrichtung getroffen, um Ordnung, Neinlichteit und Bequmlichkeit zu erleichtern. Fünfundfünfzig dienende Personel sorgen täglich dafür, daß Gänge, Treppen, Balcone. sowie die Räume zu gemeinschaftlichem Aufenthalt, rein gehalten werden. Der Lohn dieser Personen wird von der Generalverwaltung ausgezahlt. Wenn der Arbeiter mit seiner Frau von der Arbeit kommt, findet er gutgekochte Nahrung zubereitet zu einem s» niedrigen Preise, wie er ftbst sie kaum dafür herstellen lünnte. Wein, Vier und Wcchholder sind stets frisch vor-rächig, ebenso die Vorräthc mter Nahrungsmittel in dem gemeinsamen Borrathshause, ^eden Tag läßt der Arzt sich im Bureau die Namen der Kranken nennen; für diese existiren auch tragbare Bäder, während für die Gesunden reichlich Badegelegenheit vochanden ist. Sprechzimmer, Spielzimmer, Lesezimmer mit üibliothet find allgemein zugänglich. Gärten, Lauben und Spaziergänge an den stillen Ufern des Flusses Ouse gehörn zu der Besitzung; ein Stück Land zu eigener Bebauiug wird auf Wunsch jedem Bewohner des Fcimilistkre zugewiesen. vor Wind und Wetter geschützte Hochebene, auf welcher ein reizender, von zahlreichen Forellen bevölkerter See sich befindet, nnd demselben gegenüber licgt das von Carl dem Großen auf dem Zuge seiner Armee über den Mont-CeniS nach Italien gegründete Hospiz. Dasselbe wird gegenwärtig von einem Wellpricstcr bewohnt, welchem der Fischfang ein bedeutendes Einkommen abwirft. Gewöhnlich legen die Wagen, welche zuweilen mit vierzehn Mauleseln bespannt werden müssen, die ncun-undsiebzig Meter lange Strecke von St. Michel nach Susa in zwölf Stunden zurück. Im Winter müssen zu der sehr gefährlichen Fahrt Schlitten verwendet werden. Diese Mont - Ccnisstraßc, welche als Meisterwerk des kühnsten und solidesten Baues gelten kann, hat zur Förderung des Verkehrs zwischen Frankreich und Italien ungemcin viel beigetragen. Sie führte unmittelbar nach Turin und wurde häufig und regelmäßig für Passagier« und Frachtfahrten benützt. Wenn sie indeß als ein großer Fortschritt gegenüber den früheren Maulthierstegen betrachtet werden durfte, so konnte sie doch im Vergleiche zu der durch die Eisenbahnen hervorgerufenen Verkehrsbeschleunigung den Bedürfnissen der Gegenwart keineswegs genügen und es stellte sich auch hier die Nothwendigkeit heraus, den Anforderungen des Verkehre in jeder Beziehung gerecht zu werden. Wenn man 680 Kilometer von Paris nach St. Michel in sechszchn Stunden durcheilt, so konnte man sich schwerlich damit begnügen, zu 79 Kilometer zwischen St. Michel und Susa, den beiden Endpunkten der alten Victor Emanucl-bahn, welche durch den Alpenpaß unterbrochen werden, zwölf Stunden verwenden zu müssen. Diese Lücke aus' zufüllen. wurde die Errichtung eines Tunnels durch den Mont-Ecuis beschlossen; allein derselbe hätte nach der ursprünglichen Berechnung einen Zeitraum von 24 Jahre» in Anspruch nehmen müssen, und wenn man auch hoffen dürfte, mit Hilfe des von Herrn Sommeiller ersonnenen Systems in einem kürzeren Zeiträume mit der Arbeit zu Stande zu kommen, so war das Ver-säumniß immerhin noch zu beträchtlich, als daß man nicht an irgend ein anderes Mittel zur Ueberschrciluna des Mont-Ccnis denken sollte. Eine englische Gesellschaft unternahm nun den Bau der gegenwärtig im Betriebe stehenden, über den Mont-Ccnis führenden Eisenbahn. Es handelte sich hier da die bisherigen Bahnsystcme als ungenügend erschienen um die Lösung eines Problems, welche dem Ingenieur Herr Fell vollkommen gelang. Eine Hauptschrvierigteit blieb jedoch zu besiegen, welche in den Schneemassen bestand, die während der Hälfte deS Jahres den Boden bedecken und oft die Höhe von einigen Meter erreichen. Man hat ihr dadurch begegnet, daß man an den betreffenden Strecken in einer Länge von beinahe zehn Kilometer künstliche Tunnels errichtete. Dieselben bestehen aus ungefähr einen Meter hohen, mit Eisen, blechen überdachten Maucrwänden mit Luftlöcher» zur Durchlasfung des Rauches. Diese Tunnels haben bisher dem Drucke des Schnees widerstanden, mußten aber in den, den Lawinen ausgesetzten Theilen solider hergestellt und aus gemauerten Galerien gebildet werden, deren Dach der natürlichen Neigung dcs Bodens folgt, so daß dem Schnee beim Slurze lein Hinderniß begegnet. Der Rest der Bahn ist unbedeckt, indem hier die Schneepflüge und die Bahnarbeiter die Wegräu- mung genügend bewerkstelliget'. Hin und wieder häuft sich jedoch der Schnee an gewissen Stellen dermaßen an, daß der Dienst eingestellt werden und man den überschneiten Weg, wie es zwölfmal im verflossenen Jahr geschah, so weit in Schlitten zurücklegt», muß, bis die Eisenbahn wieder frei ist. Aehnlichc Unterbrechungen kommen auch vor. wenn bei heftigem Sturme Kies und Erde sich vom Berge ablösen und die Bahn damit bedeckt wird, oder auch, wenn einige Stellen von den Wildbächen ^ überfluthct werden. Im ersten Falle wird die Bahu nach einigen Stunden wieder fahrbar, im zweiten Falle aber kann, wie im August und September 18W, die Unterbrechung mehrere Wochen dauern, so daß die Reisenden alsdann eine andere Richtung einschlagen müssen. Zur Abwendung dieser >n der Natur des Bodens liegenden Gefahr gibt eS leine radicale, sondern blos palliative Mittel, die sich bisher aber als unausreichend erwiesen haben. Die Beschränktheit des Fahrgeleises hat auch den Nachtheil, daß man sich eigenthümlicher Waggons be« dienen und deshalb beim Linienwechsel eine den Passagieren sehr lästige und zeitraubende Umladung vorgenommen werden muß. Ucberdies sind wegen der Enge der Waggons die Sitze, wie in manchen Omnibus, a»? den Seiten angebracht und daher auch besonders bei langdaucrnden Fahrten sehr unbequem. Durch diesen eigenthümlichen Bau der Bahn ist auch die Zugkraft der Maschine geschwächt, welche vorzüglich auf den Rampen, wenn die Schienen durch Regen und Nebel schlüpfrig geworden sind, so lange athemlos stehen bleiben, bis eine neue Dampfmenge erzeugt worden ist, und man mit Anstrengung wieder einige Meter vorwärts gehen kann. Durch diese sich wiederholenden 3 Was aber wohl die Hauptanziehung ausübt, ist der freie Unterricht, den sämmtliche Kinder dieser Anstalt genießen. Für die Säuglinge sind Krippen nnd gute Pflegerinnen vorhanden, doch haben die Mütter beständig freien Zutritt zu diefen Räumen. Mit sechs Jahren tonnen die meisten Kinder buchstabircn, bis Hundert zählen, auf der Tafel zeichnen; dann kommt das Kind in die zweite Classe, wo Lesen, Schreiben und Rechnen gelehrt wird, doch mit gelegentlicher Rückkehr zur ersten Stufe, wo die Gruud> lagen des Wissens neu befestigt werden. Körperliche Strafen sind ganz ausgeschlossen; sie werden durch den Grad der Erholungen, Belohnungen und Belobungen ersetzt; diese Auszeichnungen werden'stets öffentlich verliehen. Am Ende jeder Woche wird der Grad des gezeigten Eifers, nicht der der erworbenen Kenntnisse, belohnt, so daß selbst der Schwächste Auszeichnung erlangen kann. Täglich sieht man die Kinder mit ihren kleinen Spaten und Hacken die Gartenwege in Ordnung halten - bis jetzt hat die Gartencultur noch nicht die Kosten gedeckt; vielleicht findet sich noch ein fähiger Mann mit deufelben Gesinnungen wie der Gründer, der diesem Zweige neuen Aufschwung gibt. Zwei „Comites," jedes aus zwölf Mitgliedern bestehend, überwachen das Familisturc. Beide werden in in geheimer Sihuug gewählt, das eine aus den Männern, das andere aus den Frauen; jedes Mitglied, das dem Institut seit einer bestimmten Zeit angehört, ist sowohl stimmfähig als wählbar. Der Rath der Männer beschäftigt sich hauptsächlich mit Versicherungs - Angelegenheiten, mit den Cooperativ-Fragcn und der Anlegung der Gelder, was oft in öffentlicher Versammlung disculirt wird. Dieser Ausschuß erhält die Ordnung aufrecht, bestimmt die gc-meinschaftlichcn Feste u. s. w. Der weibliche Ausschuß hingegen beschäftigt sich besonders mit allen häusliche« Angelegenheiten: Reinlichkeit, Ventilation, der Beschaffenheit der Vorrälhc, der Erziehung der Kinder, kurz mit Allen», was sich auf die innere Ordnung und das Wohlbehagen bezieht. Dies ist die moralische Seite des Familistöre; seine materielle läßt sich kurz folgendermaßen znsammenfassen: Im April 1859 wurde der Grund zu diesem „Volköpalaste" gelegt; 1861 wohnten schon dreihundert Personen darin. Der zweite Theil des Gebäudes wurde 1862 begonnen und 1865 eingeweiht. Die Gebäude sind elegant, doch solide; sie sind in allen Details sorgfältig behandelt mid haben gute Zinfen von dem darin angelegten Capital gewährt. Interessant sind auch die Zahlen-Angaben über Die Miethe, welche die einzelnen Bewohner zu entrichten haben; die Zahlen setzen durch ihre Niedrigkeit in Erstaunen. — (Von der ostasiatischen Erpedition.) Ueber die Thätigkeit der ostasiatischen Erpedition in China und Japan wird der „N. Fr. Pr." von dem Theilnehmer derselben geschrieben: Was die commercielle Aufgabe der t. und t. Misslun «»belangt, su wurden die fachmcinuischcn Begleiter in China und Japan durch die wärmste Theilnahme in ihren Bestrebungen unterstützt. Namentlich deutsche Kausieute kamen ihnen auf die liebenswürdigste und mittheilsamste Weise entgegen. Durch die Ausstellungen in Shanghai und Nokohama wurden die österreichischen Fabrikate, besonders jene der Baumwoll- und Schaffwollbranche, auf die würdigste Weise auf dem dortigen Markte eingeführt, und durch die angekauften umfassenden Mustersammlungen dürsten uuserc Fabrikanten jetzt auch in die Lage versetzt werden, neue absatzfähige Mauufacte für den ostasialischcn Markt zu erzeuge» und dahin zu versenden. Auch in kunstgewerblicher Hinsicht hat die Expedition manche erfreuliche Resultate aufzuweisen. Durch den die Mission begleitenden Photographen wurde eine große Anzahl kunstgewerblicher interessanter Gegenstände ausgenommen uud in einem Album vereinigt, während gleichzeitig für Rechnung t>cs k. l. Mu^ seums für Kunst und Industrie zahlreiche Objecte aus allen Zweigen deS ostasiatischen Gewerbesleißes erworben wurden. Auch der Landwirthschaft und der Seidenraupcn-zucht wendet die Mission eine große Aufmerksamkeit zu. Der fpeciell für das Studium dieser beiden Branchen entsendete Forscher, Herr Dr. Syrsli, hat in China und Japan sehr eingehende Nachforschungen augestellt, von vielen ostasiatischen Nutz- und Zierpflanzen Sämereien gesammelt und für Rechnung des Ackerbauministeriums eine wohl-assortirte entsprechende Menge des besten japanischen Seiden-raupensamcns angekauft. — (Der österreichisch-japanesische Handelsvertrag) wnrde bekanntlich am 18. October v.J. unterzeichnet. Der wichtigste Punkt des Vertrages betrifft die Consulate, welche, wie auch in China, nun nicht mehr in die Hände von Kaufleuten gelegt werden dürfen; eine Aenderung, durch welche Oesterreich eine nicht unwesentliche Last aufgebürdet wird. Vorläufig hat sich der englische Gesandte erboten, die österreichischen Geschäfte in Japan durch seine Untergebenen besorgen zu lassen, und seine Vermittlung hat auch schon gleich in Anspruch genommen weiden lönnen, da gleichzeitig mit der Erpedition ein mit Reis bcladenes, österr. Schiff von Saigon dort eingetroffen war. - (Zum Proceß Schiff-Schllrf.) Der Anwalt des Herrn Schiff hat dem zu einer fünfmonatlichen Arrestrafe und zur Zahlung der Proceßlosten verurtheillen Journalisten Scharf eine Rechnung in der Höhe von 2800 Gulden überreicht. Diefelbe wurde von dem Landesgerichle auf den Betrag von 2500 fl. reducirt. — (Brand.) Von Wcls wird der „Tagespresse" unterm 27. v. M. geschrieben: Unsere Stadt war eben daran, das Arndt-Fest zu begehen. Das Festlocal war aufs Beste hergerichtet — Arndts Bildniß prangte, mit Blumen umgeben, an der Mauer, zahlreiche Gäste, darunter Dr. Groß und Baron Weichs, warteten der wohleinstudirten Vortrage und Uebcrraschungcn, die da kommen sollten; die Musici stimmten ihre Violinen, Flöten und Trompeten — da ertönte plötzlich ein schauerliches Feuersignal — Alles strömte hinaus in die branderhellle Nacht und wenige Minuten stand die Stadt Wels in einem Fcuerregcn. Nächst der großen Schenkl'schen Oelfabrit standen drei mit Faß« reifen aller Art uud namentlich mit Lohe angefüllte Stadeln in hellen Flammen. Ein heftiger Ostwind beeilte sich, fliegende Lohetrümmer und Ziegel über die ganze Stadt hinzufegen. Die Gefahr stieg von Minute zu Minute. Die neu errichtete Feuerwehr war schnell am Platze und leistete das Möglichste. Der Schnee, der vom vorigen Tage her auf allen Dächern lag — und die angestrengteste Thätigkeit der Wclscr Feuerwehr haben die Stadt gerettet. — (Ein Kind von Schweinen gefressen.) Von Neuhaus wird der „N. Z." unterm 24. V. geschrieben : Bor wenige» Tagen ereignete sich in einem Dorfe bei Tabor das gräßliche Unglück, dap ein beiläufig sechs Wochen altes Kind der Gefräßigkeit zweier Schweine zu,» Opfer siel, w.>s um so bedauernswürdiger ist. als dieses Unglück lediglich durch den Uuverstand uud die Unvorsichtigkeit der Mutter selbst herbeigeführt wurde. Die Mutter mußte sich nämlich vom Hause entfernen und auf einige Zeit ihr Kind ganz allein in der Wohnung zurücklassen und, wie man sagt, um des Kindes sicherer zu fein und wahrscheinlich auch, um ihre zwei Schweine in besserem Gewahrsam zu haben, trieb sie dieselben, in das Wohnzimmer und entfernte sich. Als sie nach kurzer Zeit zurückkehrte, war das gräßliche Unglück schon geschehen, indem die beiden Schweine von dem unglücklichen Kinde bereits die Ohren, Störungen lcidct dic Maschine ungemein, und sic muß häufig anögcvcsscrt werden. Dic Schwäche der Maschine zwingt, auch zur Gcschräutnng dcr Waggouszahl, welche im allgemeinen nicht vier übersteigt, und daher auch nur zur Beförderung von 48 Passaaicicn auf dcr zweimal täglich stattfindenden Hin« und Rückfahrt auS-reicht. Alif den W^lcntrcmSport hat dic Gesellschaft wenigstens zum Tl)cilc verzichten mlisscn, und Frachten zwischen Frankreich und Italien, welche dic größeren Bahnloslen nicht vertragen, werden auch s lbst jetzt noch auf dcr gewöhnlichen Achse befördert. Die Maschinen verbrauchen auf jedem Kilometer 20 Kilogramme Kohlen nnd 100 Gramme Ocl, während eincCramptonmaschine, welche 80 Kilometer >u dcr Stunde zurücklegt und 88 Tons schleppt, nur 7 bis 8 Kilogramme Kohlen auf jedem Kilometer braucht, Trotz dieser zahlreichen, von den Boden- und Natlirvcrhältnisscn unzcrtrcimlichcu Beschwerlichkeiten h^t die Fcll'schc Bahn große Dienste geleistet, dem, sie gestattet, täglich von dcr cincn big zur cmdcru Seite dcs Acrncs beinahe 200 Reisende zu befördern, welche nur ^Francs, stall 37 in dcn Diligeuccn, zu entrichten ?°v"- Außerdem wird die Fah't bei günstigem Wctlcr l" " ^lundcn, statt früher in 12 bis 14 Stunden zurück-3 K'l^°"" sind auch dic Unfälle scltcncr geworden, wclbst ,^m dcr Bruch irgend eiucS Maschinen, theilet! emcn Aufenthalt ^rursacht, so dauert dic Verspätung tMIlcn« «im„c Stunden; von einem eigentlichen Unglücke hat man bisher nichts gehört, während dic Diligence« halislg umfielr,, und dcu Passagieren Schaden verursachten. Man la.m sich freilich einer gewissen GemüttMnruhe nlcht erwehren, wenn mau läugS grau- sencrrcgcndcu Unlicfeu gezogen wird und gcradczu auf einem Abgrund hinfährt; allein man gclangt bcim Hinblick auf dcn wunderbaren Mechanismus bald zur Ucdcr-Mgung, daß tcine Gefahr vorhanden ist, und daß dcr Train in Nu bei dcr stärksten Neigung im regelmäßigen Gange gehalten werden kann. Die mittlere Schnelligkeit ist natürlicher Weise bci der N,coerfahrt geringer als bei der Auffahrt; bei jener werden 17, bei dieser 24 Kilometer in der Stunde zurückgelegt. Die Frage, oli die Gründung dieser Bahn sich ebenso vorthcilhaft für die Gesellschaft als für ocu Vcr-tchr gestaltet hat, ist nicht schwer zu lösen. Die Concession wurdc derselben zwar uuentgrltlich, aber nur auf einige Jahre ertheilt, denn nach erfolgtcm Durchstich deö Tunnels muß der gegenwärtige Dienst aufhören. Dcr Bahnbau hat 10 Mlllionen, das Material nnd dic Maschinen haben 2 Mlllimien Francs gekostet. Wenn man zu den Interessen fi!r das Capital d Betriebes und der Erhaltung der Ä^tm zählt, so düi fle dic Gesellschaft wohl kaum ihre Rechnung finden; die Einnahmen wechseln überdies sehr und der Gcwinn. welchcu die günstigen Monate gewähren, wirb durch dcn Verlust während dcr Wmtcrmonatc verringert, denn dic Züge müssen unter allen WittcrungSvclhältnisscn re^rl-mäßig verkehren. Jedenfalls ist daS Problem der Ueber-stcigung dcr höchsten Verge gelöst worden; denn wenn daS Fell'schc System unter den ungünstigen Verhält' nisscn so viele Hindernisse v'.sic^u konnte, so uolerlicgt cö keinem Zweifel, daß dasselbe mit lim fo sichererem uud besserem Erfolge auf leichter zugänglichen Bergen gekrönt fein wird. eine Wange uud dcn Bauch sammt Eingeweiden gefressen hatten. Der Schrecken und die Verzweiflung der Mutter über den Verlust ihres einzigen Kindes, welchen sie lediglich ihrem eigenen Unverstand zuzuschreiben hat, läßt sich denken und wird sich dieselbe überdies noch wegen ihrer Unvorsichtigkeit bei dem competenten Gerichte zu verantworten haben. — (Ein entsetzliches Unglück) fand kürzlich in der Strecke Blindenmartt-Amstetten statt. Ein mit Langholz beladcnes Fuhrwerk passirte nämlich die Weg» Übersetzung beim Wächterhaus Nr. 1'jtt, als der Wächter den heranbrausenden Schnellzug bemerkend, den Kutscher des Fuhrwerks zur Eile aufforderte. Die Last fchien jedoch zu schwer zu sein, denn die Pferde kamen lau« von der Stelle, und so raste die Maschine des Zuges in den Wagen hinein, der buchstäblich entzwei geschnitten wurde. Der Kutscher wurde von der locomotive erfaßt und etwa 100 Schritte weit gefchleift, wo dessen bis zur Unkenntlichkeit zermalmter Leichnam ausgefunden wurde. Ein seltenes Glück ist es zu nennen, daß die Passagiere des Zuges, welch' letzterer trotz des Zusammenstoßes nicht entgleist war, keinen Unfall erlitten haben. - (Sechs Menschen verbrannt.) Am Weih» nachtsabend brach in einem Hause der Sandwickstreet m London eine Feuersbrunst aus, bei welcher sechs Personen - die Frau eines auf Dienst befindlichen Polizisten nebst ihren vier Kindern und einem zu Weihnachten eingeladenen Nachbarskinde — verbrannten. — (Das Testament Peabody's,) welches nunmehr in die Oeffentlichleit gelangt ist, zeigt, daß der große Menschenfreund den bedeutenderen Theil seines Ver» mogens nützlichen und mildthätigen Zwecken gewidmet, nicht aber — wie man vielfach erwartete — noch fabelhafte Summen hinterlassen hat. Sein Nachlaß in England wurde eidlich auf weniger denn 400,000 Pfo. Et. abgeschäht, wovon, wie bekannt, dem Fonds zur Errichtung von Woh, nungcn für die armen Londoner Arbeiterclassen 150,000 Pfd. St. vermacht sind. Außer einigen kleineren Legalen erhalten die Testamentsvollstrecker Sir Curtis Lampson, Mr. Charles Reed, Mr. George Peabody Rüssel, Mr. Singleton Peabody und Mr. Charles Chandler je die Summe von 500 Pfd. St., und die drei letzleren Herren, als die nächsten Verwandten des Erblassers, sind zu dessen Universal» erben ernannt. — (Eine Negerverschwörung auf Cuba.) Die „New-?)ork Times" veröffentlicht den folgenden Brief, der ein grauenhaftes Bild von den Zuständen auf Cuba entfaltet: Macurijes, 29. November 1869. Der Negeraufstand in Guemadls (Carahatas), den Trillo, der Gouverneur von Sagua, entdeckt zu haben vorgibt, soll auf Pflanzungen vorgefallen sein, welche zusammen etwa 1700 Neger enthalten. Sämmtliche Arbeiter auf diesen acht Pflan» zungen, Freie sowohl wie Sclaven, sind schrecklich gepeitscht und darauf gezwungen worden, ihre Zeugenaussagen beim „Santa Tevero" abzugeben. Drei von ihnen wurden erschossen : einer wurde bei drei verschiedenen Gelegenheiten durchgepeitscht und erhielt in, Ganzen 860 Hiebe während einer der besten Neger der Gegend, fast z„ Tode gepeitscht nnd während seiner Qualen, wo er mehrmals au» lauter Schwäche ohnmächtig zu Boden fiel, gezwungen wurde, auszusagen, was er wisse. Ein anderer fiel besinnungslos zu Blden, als er geheißen wurde, sich niederzulegen, um sich binden zu lassen und abgestraft zu werden, erhielt aber nichtsdestoweniger 1000 Hiebe, während er nicht das geringste Lebenszeichen von sich gab. Ein Creole, der in dem falschen Verdachte stano, au der Verschwörung theilgenom« men zu haben, erhielt 1200 Peitschenhiebe. Die Arbeiter sämmtlicher Pflanzungen wnrden nach der Espcranza ge< bracht und dort wurden die Rädelsführer der Verschwörung in Gegenwart von 2000 Negern, je 21 auf einmal, durch, gepeitscht. An dem nämlichen Orte wurden neun erschossen und wurde lein Unterschied in der Strafe zwischen Freien nnd Sclaven gemacht. In Sagua la Grande langte eine ganze Karrenladung dieser gezüchtigten Freien an, die in Gefängnisse geworfen wurden, wo sie mit ihren Gesichtern nach unten auf dem Boden liegen, weil ihre Wunden ihnen tcine andere Lage gestatten. Der Hauplarzt des Armen-Hospitals besuchte sie da und erklärte, es sei nutzlos, ihre Wunden zu behandeln, da sie voraussichtlich alle sterben würden, und wenn man sie in die Hospitäler brächte, wurden sie die Krantensäle nur beschmutzen (!). Diese Nermsten waren neun an der Zahl und dem To^e nahe, aber es ist wohl bekannt, daß, wenn Einer durch ein Wunder am Leben bleiben sollte, er doch erschossen werden würde. Ein Weißer, welcher der Absicht der Brandstiftung beschuldigt war, wurde durch ein auf der Stelle abgehaltenes Kriegs» gericht, welches hierzulande ein jeder commandirende Osficier veranstalten kann, zum Tode durch Erschießen verurlheilt. Der Plan der Neger foll darin bestanden haben, sich am Abend vor Weihnachten zu erheben, die Weißen zu todten und sich den Aufständischen anzuschließen. Locales. Ignaz Thomann. (Nekrolog.) Wir glauben das Jahr nicht besser beginnen zu können, als indenl wir eines Mannes anssührlicher gedenken, dcr in vielfachem Verkehr mit Künstlern uud selbst nach künstlerischer Ausbildung strebend, bei seinen Zeitgenossen sich em ehrenvolles Andenken bewahren wird. Ignaz Thomann, am 5. Jänner 1815 in Laibach geboren, war 4 emer jener immer seltener werdenden Charaktere, welche neidlos, von sirenger Rechtlichkeit beseelt, ihren Verpflichtungen obliegen, dabei aber gegen Andere ein nützliches Wohlwollen ausüben, ihnen durch Winke und Andeutungen Vortheile zuzuwenden. — Wie der Name andeutet, stammte sein Großvater aus Deutschland, welcher, ebenfalls Steinmetz, aus dem Württembergischen nach Krain gekommen war. Frühzeitig, nachdem er blos die Normalschulen besucht hatte, trat er in das Geschäft seines Vaters im Hause Nr. 61 der St. Petersuorstadt hier ein, bei welchem hause das Steinmetzgeschäft nahe an 100 Jahre ausgeübt wird. Ignaz Thomaun erwarb sich das Meisterrecht im April 1839. Sein Streben nach Ausbildung beweist der Umstand, daß er sich als Mitglied des Kunstvereins in München und des historischen Vereins hier stets um die neuen künstlerischen Fortfchntte uud die Alterthümer interessirte. Mit der Geschichte der malerischen und plastischen Kunst in Krain war er sehr vertraut und wußte Vieles vom Maler Quaglio und dem Bildhauer Nobba und andern zu erzählen. Außer vielen Geschäftsreisen nach Trieft, im Lande Krain und in die benachbarten Länder unternahm er leine größeren Reisen, dagegen aber suchte er sich, selbst ein guter symmetrischer Zeichner, alle fortschrittlichen Zeichnungen, in sein Geschäft einschlagend, zu verschaffen. Seine Werke geben davon Zeugniß. Er las gern in der Chronik Valvasors und gab im geselligen Kreise, den Chronikenstyl imitirend, daraus die merkwürdigen Zaubereien zum Besten. — Es seien hier einige seiner Arbeiten erwähnt. Das Preßerndenkmal, im Jahre 1852 am Friedhofe von Krain-bürg aufgestellt, ist von ihm. Damals stritt man sich um den Styl des Denkmals, er sollte weder deutsch noch italienisch sein, indem Preöern nur ein slovenischer Dichter war. Thomann schlug eine gestutzte Pyramide vor. Viele sauber ausgeführte Grabsteine, im gothischen oder byzantinischen Styl auf verschiedenen Friedhöfen sind von Ignaz Thomann. In der Kirche von Lafchitz sind zwei Altäre aus Stein und aus Holz, zum Theile von ihm, zu beiden aber lieferte er die Zeichnung. Auch der dortige Hochaltar wurde uach seinem Entwurf ausgeführt. Dasselbe gilt vou der Kauzel und den Beichtstühlen. Weil er wußte, daß er etwas architektonisch Schönes erhalten könne, wandte sich der Pfarrer von Et. Martin bei Krainburg an ihn betreffs Zeichnung der Kirchenstühle, und nach diesem Muster wurden auch jene in der Kirche von Eisnern ausgeführt. Unter andern lieferte er die Kanzeln in die Pfarrkirche von Wippach und Et. Jakob hier. Auch fertigte er iu der Kirche Maria Verkündigung hier zwei kleinere Altäre aus rothem trainischem Marmor. Sein vorzüglichstes Kunstwerk war der gothische Hochaltar in der Kirche zu St. Ruprecht in Un» tertrain, wie denn bei der Restaurirung jener Kirche (1865) durchwegs nur heimische Künstler thätig waren, worüber die „Laib. Ztg." seinerzeit berichtete. Der Hochaltar ist in den Haupttheilen aus Nabresina-Marmor, in den Einlagestücken aus verschiedenen Marmorgattungen. Zu den letzteren hatte merkwürdigerweise Thomann solche Blöcke käuflich an sich gebracht, die uoch von Robba herrühren, der in der Mitte des vorigen Jahrhunderts hier blühte und das Haus Nr. 151 am Iatobsplatze eigenthümlich besaß. In dies Haus begab sich Thomaun einmal in Folge eines Aufsatzes über Robba uud fand dort noch griechische, italienische u. s. w. Marmorsteine liegen. Beim erwähnten gothischen Altar wird die echt künstlerische Behandlung der Rose besonders gerühmt. Thomann starb am 2. October v. I. und hinterließ eine Witwe mit 5 Kindern. Ein 16jähriger Knale aus erster Ehe verspricht, dem Geschäft seines Vaters sich widmend, auch ein vorzüglicher Zeichner zu werden. In der Wertstättc wird nach den Zeichnungen des Verewigten rüstig an den Fudamenten zu der Marienstatue gearbeitet, welche am Iakobsplatz aufgestellt werden soll. Thomaun war streng religiösen Sinnes und ein besorgter Families Vater. Friede seiner Asche. I.. <-. — (Generalversammlung dcö historischen Verein«. Wir erlauben uns die Mitglidel,-dcS historischen Vereins darauf aufmctlsam zu machen, daß die Gclicralversammlunss heute Abends 5Uhr im Locale dcS Vereins stattfindet. — (Tagesordnung) der am 4. Jänner 1870 Nachmittags 5 Uhr stattfindenden Gemeinderathssitzung: 1. Allfällige Interpellationen. 2. Vortrage der Polizei-Section : H. in Betreff der Statuten des freiwilligen Feuerwehrvereins; d. wegen Nnmerirung der Polizeiwache. A. Vortrag der Finanzfection über den Ministerialerlaß in Betreff des Verzehrungssteueraversums. 4. Vorträge der Vausection: u. in Betreff des pro 1870 zur Conservirung der Straßen und Gassen in der Stadt und im Pomerio nothwendigen Deckmateriales; !). über das Licitationsresultat wegen Lieferung des nöthigen Holzmateriales pro 1870; o. über den Antrag wegen der Gasbeleuchtung in der Wienerstraße zur Zeit der Ankunft des gemischten Zuges; <1. über den Anbot des Karl Urbas wegen Ankaufs feines Haufes in der St. Petersvorstadt zur Eröffnung einer neuen Gasse. 6. Vorträge der Cchulsection: a. über die Realschuldotationsrech-nung pro 1866/67 ; d. wegen Substituiruug des Lehrers Rattelj. 7. Vorträge der Rechtssection: u. über die Zuständigkeit des Ferdinand Kozina; d. wegen nachträglicher Flüssigmachung der Realschuldotation pro 1867/68. — Geheime Sitzung. — (Mil itärv erä nd eru ugen.) Der Generalmajor und Brigadier Vincenz Pürier Edler v. Pürl-hein wurde in gleicher Eigenschaft von der 12. zur 6. Truppendivision (Brigade Graf Bernstorff zu Laibach); der Lieutenant Otto Nehn vom Infanterieregiment Erzherzog Karl Calvator Nr. 77, zum Infanterieregiment Freiherr von Kellner Nr. 41; der Militärverpflegsofficial I. Classe Marinms Cappus von Laibach nach Lemberg als Mi-lilärverpflegsmagazinscontrolor übersetzt. — (Theater.) „Maurer und Schlosser." Diese am Samstag den 1. Jänner zur Aufführung gelangte Oper, eine der verschollensten Nubers, fand im großen Ganzen eine ziemlich gerundete Darstellung. Hervorragend schien uns das „Iantouett" im dritten Acte und die Entree-Nummer des Zweiten. Etwas matt war Herr Gerold, der übrigens stellenweise seine schon bekannten Stimmmängel zu verdecken wußte. Eine Reprise dürfte das Haus ohne Zweifel noch füllen, da diese obwohl alt-väterische Musik fo manch Charakteristisches an sich trägt, das einem an moderne Instrumentalmusik gewöhnten Ohre angenehme Abwechslung bietet. — (Aus Oberkraiu) 30. December wird uns geschrieben: In Folge des am 27. v. M. eingetretenen starken Schneefalles sind unsere Fluren mit 4 Schuh hohem Schnee bedeckt, so daß jedweder Verkehr seit diesem Tage stockte und erst heute die Bezirksstraßen wieder halbwegs fahrbar geworden sind. Auch dic Eisenbahnarbeiten sind daher ganz eingestellt und alle Arbeiter entlassen worden, nur in den beiden Tunneln bei Globoko uud Moste wird noch fort gearbeitet. Da hier alles bei Lampen gearbeitet wird, so ist der Verbrauch an Arennöl ein so großer, daß beim Tunnel in Globoko allein wöchentlich um 80 fl. Vrennöl verbraucht wird. Auch in den Ziegelhütten, in welchen die für den Tunnelbau zu verwendenden Ziegel gebrannt werden, stockt die Arbeit, da ob der enormen Feuchtigkeit, mit der die Luft geschwängert ist, die Rohziegel nicht trocknen tonnen. Doch muß lobend erwähnt werden, daß der Schnee von der Laibach-Villacher Commercial-strcche schon ganz abgeschaufelt worden und also der regelmäßige Postverkehr nicht mehr verhindert ist. — Der heutigen Nummer liegt eine Einladung zum Abonnement auf die „Gartenlaube" bei. Nenellc Post. (2rikmal°TeleMmm der „Laibacher Zeitung.") Paris. H Jänner. Vei dem Empfange der Dcpntirten am Nenjahrstage betonte der Kaiser die unternommene, bedeutende Nmsse-staltung der Institutionen. Gr prieS sich glücklich einen Theil der Verantwortlichkeit der Ne-qierungsgewalt, womit bisher er allein betraut war, den Vertretern des Landes zu überlassen. Das Postdamftsschiff „Westphalia." Capitäu Schwenscn, welches am 8 December von Hamburg abgca.aua.eu. ist am 24. December wohlbehalten in Newport angekommen,______________ Telegraphische Weckfelcourse vom 31, December. 5pcrc. Mctnlliques 60.10. — 5perc. MctalliqueS mit Mai» uud Novcmber-Zmseu 60.10 — 5fterc. National-Anlehm 70.80. -- I8«;0er Staatöanlehcn 99.60. — Vanlaclieu 742. — Kredit-Acticn 2«'5>. — London 123.40. — Silber 120.75. — it. l. Ducatel, 5 81. Handel uud Volkswirtschaftliches. Gouponsoiulösung. Der mit dem neuen Jahr fällig werdende Coupon der Franco-ungarischen Baulactien wird mit 2 fl. 20 tr., jener der »en emntirtcn, uoll eingezahlten Actien >md Obligationen der t. t, priu. Kaiserin-Elisabeth-Bahn nut 5 sl. in Silber, jener der Interimlüfcheine der Wiener Vangesellschaf» nnt 2 fl. ><3 lr., jener der Prioritätsobligationen der ungarischen Ostbnhn mit 7 fl. 50 lr,, der Wicucrbnger ZiegelsabrilS' n»d Ballgesellschaft mit 10 sl., der Papierfabrik Schlöglmühl mit 2 fl. 33 tr. und jener der Theijz-Eisendahn'.Oesellschafl mit 5 sl, eingelöst Wochenausweis der Nationalbank. Nach langer Heit pnbli^irtc die Aant am 29. Dezember wicder einen Wochen answcis, der eine stärkere Inanspruchnahme der Casseu der Van! nachweist. Der Escumptr hat um 1'/,,, und der Lombard um ",„ Millionen zugenommen. Die Stcigernng des Vanlnoien' nmlnufes beträgt 3'/,^ Millionen. Der' Metällschcch zeigt eine Abiwhmc von blot? 1 Million, dagegen die Melallwechsel eine Zunahme von '.',„ Millionen. Auch die Hypolhelaranweisungen sind nm circa '.,„ Millionen gestiegen, V^ibalti, 31. December, Nuf dem heutigen Markte sind er schienen: 7 Wagen mit Getreide, 3 Wagen mit Heu und Stroh (Heu 40. Stroh 10 Clr. 10 Wagen nnd 1 Schiff (7 Klafter) mit Holz. Durchschnitts-Preise.________________ «, ^__. ________ --- ^^ fi. ll.Ist. tr. j fi. —^ — Korn « 2 90 3 20 Eier pr, Stück — 2>------- Gerste „ 2 80 3 <: Milch pr. Maß —10 — Hafer .. l 90 2 — Rindfleisch pr, Pso, - ,22------- Halbfrucht „ -------3 60 Kalbfleisch „ -!24------- Heide» „ 2 »0 3 10 Schweinefleisch „ -23------- Hirse ,. 2 80 2 90 Schöpsenfleisch „ —15------- Kutunch „ -------3 10 Hilhndcl pr. Stuck — 50 — — Erdäpfel „ 180------- Tauben „ —15-..... Liusell „ 4 80------- Hen pr. Zentner i 10 , — Erbsen ,. 5-------— Stroh ,. —75- Fisolen ,. 5-------, Holz, hart., pr,Klft. -— 7 50 Nindöschmalz Pfd, —52-— - weiche», 22" - — 530 Schweineschmalz „ — 42------- Wein, rother, pr, Speck, frisch, „ — 30 - — Eimer . - 9_ — geräuchert „ — 42^—! - — weißer ,. —!- 10 - Angekommene Fremde. Am 31 Deccmber. Ttadt'lUien. Die Herren: Höllenriegl und Veucznlit, Beamte; Uhlmann. Hansel und Pollal, Kauft., Wien. Elefant Die Herren: Zclczuilar. Ill.-Fcistriz — Lamp, Se- crriär, Icsscnitz. .., Iuvaucic, Commi«. - Singer. Kausm., Grnz. ^ Dr. Nazlag. Rann. «alser von Oesterreich. Di: Herren: Sprenger, Gärluer, Mecklenburg. — Krammcr. Vesiher. Steindruck.___________ Theater. Heute: „ssin kleiner Dämon," Lustspiel in 3 Acte». Margen: „Maurer uud Tchlosser," Qpcr iu 3 Acten. i -!M l! ° ! n R «U Mg, 329.75 — 4.» windstill trilbe 31, 2 „ N. ^ 372.»» — 2.3 windstill trltbc O.W 10 „ Ab. 326 v? l -. 2.» windstill trübe ! « U. Mg. 326.08 ! — 2s windstill ganz bew. ! ^/., 2 „ N. 326.z, — 0,„ W.s. schwach gel. Wollend.' 0.^ 10^.. Ab^. 327.« ! - 7-«^ NO. f. schw, sternenhell > ' '«Ü. Mg. 327748 —"4.8 ,NÖ. schwach ganz bew. '/,, 2 „ N. 327,51, ^. 2..1 SW. s.schw. ganz bcw. 0.W 10 „ Ab. 327.22 4- I.? !SW.s.schw. ganz bcw. Den 31. December trüber Tag, geschlossene Wollcndecke. Den 1. Jänner Vormittags Ausheilcruug. Thauwcttcr, Nachmittag« umchmende Vewüllnng. Abend« gan, hnter. )lach tt Uhr dichter Nebel, später sich vrrthcilcud, sternenhelle Nacht, Den 2 »aallber meist dewollt. ruhige Luft, Wolkenzug aus SW. Das Tagcs-mlttel der Wlirmc den 3l. December - 33°, nm 1" unter- den !. Jänner - 3'4", um 1'1° untcr; den 2. — 04", um'i^9° ilbcr dem Normale. Veräütwortiicher Redac^te^-^Ms^T^^^nVa^r7....... ^n<.»««»i^z^i Wien, 30, December. Die Börse war außerordentlich belebt und e>nc ansebnl.chc Reche von Effecten machte ,ehr bede.Mnde Umsätze zu hohen Preisen. Als die hervor-WNllkNlirlllyl. laaendsten sind in dieser Richtnna Analo, Crcd,t. Escompte, Nationalbanl, Dainpfsch'ft, Nordbahn nnd üsierr. Nordwcstbahn zu ucuuen, mdessen weisen auch noch zahlreiche andere Effecten gebesserte Course an«. Anderersciw fehlte es anch nicht an Rückgängen, wie z. Ä. Omnlb»« blö 122 abgc^cbm wurden. Sehr gesucht nnd ,m Pttlsc hijher waren auch Gilwrenlc und Lose von l8W. Devisen waren im Allgemeinen wenig verändert. London relativ etwas lnlllgcr. Hamburg etwas stelfer als gestern. Goldmünzen warm offmrt uud Michm etwas verwohlfeilt. ^. '2lllaemeine Htaatoschuld. Filr 100 fl. Geld Waare Einheitliche Staatsschuld zn 5 vTt.: in Noten verzinsl. Mai-November 60,25 60 35 „ „ „ Februar-Augnst 60,20 60.30 „ Silber „ Jänner-Juli . 71.25 71.40 ,. „ „ Apnl-October. 71.- 7110 Steutranlthen rückzahlbar (Z) . 98 50 99.— (>) . 97.- 97.50 Lose v I. 1«39..... 224.-225.— „ ,. 1854 (4'/,) z,l 25N fl. 91.- 92 - ,. „ 1860 zu 500 st. . . 99 25 99 50 „ „ 1860 zu 100 fl. . . 103.50 104.50 » „ 1864 zu 100 fl. . ,118. 118.25 Staate,Domänen-Pfandbriefe zu 120 fl. ü W. in Silber . . 120,50 121.— ». Grundentlastunas-Obliaationen. Für 100 st. Geld Waare Vobmen .... zu 5 pCt. 92 75 94 — Gülmen .... „ 5 „ 7275 73.25 Nieder-Oesterreich. . „ 5 „ 94.— 95. Ober-OeNerreich . . „ 5 „ 94.50 95,— Siebenbürgen ... „ 5 „ 76 — 76,5<> Stl'ttUlllll ... ^ 5 « U250 93.50 Ullßan, .... „ b « 79.25 79.50 l O. Actien von Bankinstituten. Geld Waare Anglo-üstcrr. Vaul abgest. . . 299 - 299.50 Anglo-ungar. Bant ... - 87,— h«.— Noden-Ereditanstalt ....---------—-^- Creditanstlllt s, Handel u. Gew. . 267.20 2<'>7,50 Creditanstall, allgcm. ungar. . . 78 50 79,— Cscompte-Gesclls'chast, n. ö. . . 895. 900.— Frauco-ostcrr. Van! .... 99.- 99,50 (Kemralbant.......49.— 50, - Nalloiillibanl......740—742 — Niederländische Bant .... —.— —.— Vereinsbant.......90 - 91.— Perlehrsbant.......118 50 119.— Wiener Bank......67.— 68.— v. Actien von Transportunterneli» mungcn. Geld Waare Alföld-Flnmaner Bahn . . . 173,50 174.- - Nöhm Weslbahu.....226.- 227 -- Carl.Ludwig-Bahn.....243,25 243,50 Douau-Dampsschifff. Gcsellsch. . 560,— 563 - Elisabeth-Westbahu.....192.25 192 75 Ferdinauds-Norobahn . . . 2150—2155.—> Fünftlrchcn-Barcser-Vahn . . 180.75 181.25 ßranz-Ioscphs'Gahn .... 187.50 188.- , LrmberlllHzcrn.lIllfsyer-Vab« . 202.— 203.— > Gelb Waure Llovd, öfterr........320 - 322 — Omnibus «erste Emission). . . 120.— 124 — Rudolfs-Bahn......166.— 166.50 Siebenbilrger Bahn .... 168,— 169 — Staatsbahn.......412.— 414,— Südbahu . ......259,40 259.60 Sllduordd Verbind. Bahn . . 167 50 168.- Thei^Bahn.......248— 249.— Tramway........138.— 138,25 «. Pfandbriefe (für 100 fl.) Mg. «ist, Boden-Credit-Austlllt Geld Waare verlosliar ,u 5 PCt. in Silber 107.— 107 50 dto.in33I.rückz.zu5pEt.inü.W. 89.- 89 50 Nationalb, auf 0. W. verlosb. zu 5 PCt........98.80 94. - Ocst. Hypb. zu 5'/, pCt. rttckz. 1878 98.- 98.50 Ung. Bod.-Cred.-Anft. zu 5'/, pCt. 91.- 91.25 «r. Prioritätsobliaationen. ^ 100 fl. ü. W. Geld Waare Tlis.-Westb. in S. verz. (l. Emiss.) 91— 91,40 Fcrdinauds.Nordb. in Silb. verz. 106.75 107.25 Franz-Iosephs'Vahn .... 92.90 53,40 G.Carl-Ludw.B.i.S.u«z.I.Em. 101.50 102. - Gtld Waaic Oesterr. Nordwestbahn .... 92 — l»2.50 Siebcnb. Nahn iu Silber verz. . 88.25 8850 Staatsb. G. 3°/« i 5.00Fr. „I. Em. 140.- 141,-Südb.G.3-'/„5 500Ftc. „ . .121,50 121,75 SUdb.-Von« 6«/. (1870-74) i. 500 Frc«......246. - 247.— «. Privatlose (Per Stilck.) Ereditanstalt f. Handel u.Gtw. Geld Waare zu 100 fi. ü W......165-16550 Nudolf-Stiflung zu 10 fl. . . 15.50 16.-Wechsel (8 M°n.) Geld Waare Augsburg für 100 fl südd. W. 103.10 103,25 Frankfurt a.M. 100 fl. detto 103 20 103 40 Hamburg, fur 100 Mart V°l:co 91,35 9145 London, für 10 Psnnd Sterlmy 123 40 »23.5« Pari», für 100 Franc« . . . 49.10 ^s.10 Vours ver Geldsorten Gcld Waare K. Münz-Ducaten . 5 fl. 81 tr. ü fl. 82 lr. Napolconsd'or . . 9 „ 85 ,, 9 „ 86 „ Vcrcinslhaler . . . 1 „ 82i « 1 .. 83 „ Silber . . 120 ,. 10 " lili „ 25 „ ltraunsche TrundtnUaftungs-Obligationen, Pr« oatnotirung: W.b0 Geld, 90 Waare