" Laibacher Donnerstag den l6. April. Inländische Nachrichten. Laibach, den,2. April. Heute wurde in unserer Metropolitankirche das Osterfest sehr feyerlich begangen. Unser Hoch-würdigste Hr. Fürst Erzbischof von sei-nem grän enlosen Eifer des Herrn beste» let tratt in eigener Person auf die Kanzel, und hielt über das Geheimniß der Auferstehung unsers Erlösers eine so rüh-tends R'ede an seine da haufig'wrsammeltm Schaficin, daß sie in laute Thränen ausbrachen; Im Schlüsse, wo er vom lebhaften Glauben ganz durchdrungen einen kraftvollen Segen über seine ganze Heer-de vom Himmel herabgesiehet hat, äußerte er solche Gesinnungen, die das Gepräge der ersten Aposteln, die Christus ausgesendet hat seine Kirche :u regieren, im Vollen Masse auf sich hatten. N)ien, den 3. April. Ge. Maj. haben dem bisherigen wirklichen N. Oest. Negierungsrarh, und Qberpolizeydirektor Franz Anton'v. Beer, in Rücksicht sei- ner besonderen Verdienste, und semes un-ermüdeten Eifers , zum wirklichen Hofrath mit lem ausgemessenen Gehalte von zahr-liche., 4QOQ. fi. alleranadigst zu ernennen geruhet, in welcher Eigenschaft derselbe die Eidespfiicht bey der hbchlöbl. k. k. veret-nigttli Hofstelle am zc>. verwichenen Monats abgelegt hat. Am 5. d. hatte der Landgraf von Hessen Homburg , der seinen Sohn vor ustel-len die Ew hatte, und auch der von dem König , und der Republik Pohlen an dem hiesigen Hofe beglaubigte Gesandte Gr. v. Woona, bey Sr. Ma^stat oem Zalscr, und darauf be des Erchnzogs, und der Erzher oginn K.H. H.H- Andlen><. Se.Majcstal haben dml Pferdlicferantm m Mona, Hrn. Samuel Julius, aus , besondern allerhöchsten Gnaden , zum kais. , kömgl. Hofagenttn mit einer Besoldung ^ von jahrlichen tausend Nthlrn. bestellen, - und hierüber das Patent aUergnädigst aus- fertigen zu lassen geruhet. — Eben haben >Se. Maj. den Ioh. Jak. Cheva^eux, Eigenthümer der Erdberger Papier-Spa ler - und Wachsleinwandfadriken sowohl in öer Rücksicht, daß er gedachte Fabriken, empor brachte, als wegen seiner in den k. k. Erblandern erworbenen anderwciten Verdienste sammt seinen ehelichen Lcibes-erben männlichen, und weiblichen Geschlechts, in den Adelstand mit dem Ehrenworte lädier von : erhoben. Man sagt, Ge. Maj. der Kaiser werden , bevor Sie nach Ungarn sich begeben, eine Reife nach Böhmen', und Schlesien unternehmen; und man vermuthet nicht ohne Grund, daß ans dieser Rttse mit Sr. Maj. dem Könige von Preussen eine höchstpersönliche Zusammenkunft bestimmt sey. — Weiters melden Privatbmfe aus Berlin, daß der dortige Hof alle Ursache habe, mit der von dem Petersburger Kabinett gegebenen Antwort, in Absicht auf die Angelegenheiten Pohlens zuftiedm zu seyn. Man giebt in Berlin ganz zerne 5li, daß man in Rußlands Fall das l.am-liche gethan haben wurde; daß letzteres überhaupt nichts unternommen habe/ als was die Politik in solhen Umstanden erforderte ; daß das, was es wirklich that, sich allerdings mit der Nothwendigkeit entschuldigen lasse. — Es heift, Loudon werde bey nächster Gelegenheit eines von ihm erfochtenen Sieges das Diplom als Reichsgraf erhalten, und, wenn der Krieg geendet seyn wird, sollen beyde Helden, Haddik, und London in den Reichsfürstenstand erhoben werden. — Man erwartet nun mit ehestem ein"n Kurrier aus Kon-sianrinopcl, von dessen Depeschen Krieg oder Frieden abhangt, indem sie die Ant-^ wort der Pforte auf das neulich Von dem " Monarchen abgeschickte Ultimatum enchal-en werden. Von dem Inhalt dieft'i Ul- timatnms ist bis jetzt noch nichts bekannt geworden; aber daß die der Pforte vorgelegten Bedingungen sehr genuissigt seyn müssen, muthmaßt man daraus, weil der Feldmarschall Haddik vor der Ankunft des erwarteten Kurriers nicht zur Armee ab-rcisit, und es eben dadurch das Ansehen gewinnt, daß der Hof selbst einen guten Erfolg der bisherigen' Unterhandlungen wahrscheinlich hoffe. Semlin , den 28. März. Hier baut man noch fleißig an Baraken, man sagt, es welde ein Observationskorps von 11200. Mann innerhalb unserer Verfchan;ungett stehen bleiben, wobey die Baraken gute Dien.re thun würden. An dem Bescha-nier Damm soll anch wieder, sobald die Witterung es zulassen wird, gearbeitet werden; Mt aber ist die Ucbcrfchwemmung noch ,u groß zu dieser Arbeit. D« Tichai-ken stehen jetzt in dem Graben, der vor dem Belgrader Thor? gnuacht worden,, und bey dem'großen Wasser schijs'bar ist. Die Grenadiere, und alle übrigen in un-sererGcgcnd liegende Bataillonen werden am iz. April ihre Äontrak ionsplaye bezn-heli, und am 13. ins Lag/r rücken; Mlscre Besatzung wird aus 2 Ungarischen, und 1. deutschen Infanterieregimente bestehen. CH0Y7M, den 26. M»rz. Nebst dcl geschehenen Vorrückung des Majors Quie, tofsky/ dcs Oberstlieuttnants Gravens, und des Obersten Karaicza.) mit 1. Bataillon von Kaunitz , und 3 Divisionen von Bar-ko, Kaiser, und Lewönehr, und s. Kanonen bemerkte man, daß auch die Russen gegen Binder neue Bewegungen machen , welche eine baldige Belagerung vermuthen lassen. Sonst aber wird sowohl unscrcr als der Russischen Armee tagliP ein unglaublicher Vorrath von allen Le-bensmitttln zugeführet. Das k. k. Spital, welches bisher zu Snyatin stand, ist nach Kiamts, unweltRom«n^!p^ setzt worden.' Trieft, den i. April. Wir erwarten täglich zu Masser 6000. Mezen Ge-traide, welches Ihre Mc>j. die wohlthätige Königinn von Neapel an Ihre Durchlauchtigste Schwester die Prinzessin Maria Anna K. H. nach Klagensurt abschicket, um damit den im Her-,ogthum Karnthen durch Mißwachs in Noch versehen Ein« wohnern cin Geschenke zu machen. Alrgradiska , d?n 2. April. Hier finden sich bereits schon mehrere Marketan-der ein / welche nu't Eß - und Trinkwaarcn die anrückenden Truppen erwarten. Das Zuführender Faschinen, und SchanM'be geschieht in solcher Menge, daß man ver-nieynet, zwey Bcrbir damit belagern zu wollen. Auch von andern zu einer Belagerung erforderlichen Gcräthschaften liegt da schon eine solche Menge in Bereitschaft, daß wir glauben , die Hälfte davon sey für Banjaluka bestimmt. — Die Herrn Nachbarn sehen den Zeitpunkt nahe, an welchem unser Herr Fcldmarschall Loudon ihnen seine Gegenwart wird fühlen lassen. Pest, den ). April. Dem de Vinsi-schen Qberlieutenant v. Boer haben S>. Maj. der Kaiser eine Freyschützenkompagnie von )QO Mann zu errichten erlaubet; dieselbe gedenket obbesagter Oberlieu« tenant meistens aus SalMvär-ern, und Wildschützen aus der Gegend von Sieben-^lrgen ^u kompletiren, jeder muß sein »mn-gcwehr mitbringen, dafür erhält er wumt Handgeld 2 Spec. Dukaten. Ih-^ Montirung wird aus folgenden Stü-3? bestehen: 1. grüne Czafohauben, 1. Gockel von schwarzbrauner Halma mit grünen Aufschlagen, und Krageln, 1. grün wchenes Leibel, 1. grün tuchene ungari-lche Hose, 2. ungarische Hemder, und ^attym, 1. paar Potschkern statt Schu- ht^i. BüchsentKMn^itrAhcheMMgm ^ um darinnen statt des Tornister die Mu-nmon, Wasche und andere Kleinigkeiten einpaken ^u können, und 1. Handscharr^ messer siatt^ des Säbel. Ein Qbcrschütz bekömmt täglich 2c>, ein Unterschütz 15, und ein Gemeiner 10. kr. Löhnung , nebst einer Vrodportion. Löwen, den 31. März. Die Sache zwischen den Kardinal Erzbischofe von Wechlcn, und dem k. k. Minister Grafen von Traullnannödorf ist bereits zu einem sehr lebhaften Briefwechsel gediehen. Ersterer scheint nicht nachgeben zu wollen. Der Bischof von Namur heget die nämlichen Grundsätze des ersicrn, und beschuldigt Pehems Lehrsätze über das Kirchen'rechteiner offenbaren Ungrabung der geistlichen Hierarchie, und tragt eben so, wie die« ser, auf die Zusammenberusung einer Pro-vinzial - Synode an. Mein diese dürfte weit zahlreicher werden, als man insgemein glaubt, weil ausser den Landesbi-schöfen, auch Deputirte der Erzbischö< ft von Kölln i Trier, Cambray, und Rheims, so wie der Bischöfe von Lüttich , Metz, Toul, und Verdün, deren Diöce-se sich in die östreichische Niederlande erstrecken, sich dabey einfinden müßten. Der Bischof von Antwerpen schützt allerley physische, und moralische Ursachen vor, warum ^ keine seiner Zöglinge ins General Seminariunt schicken könne. Ausländische Nachrichten Deutschland. Berlin, der 31. März. Der Verfasser der fameuscn Komoedie; das Reliai. '«^^kt Dr Bahrdt, ist arretirt, und wtrd nächstens hlcher gebracht. ^- Am 21. ward em Krlegsrath gehalten. Man hat beschlossen Hamburg, und Lübek mit meus- fischen Truppen zu besetzen. Aber der vorsichtige Hercherg war dawider: man muß, sagte er, den deutschen Rund in Ehren falten, damit niemandUrsache habe,sich da» rüber zu beschweren. — Wir erwarten täglich hier den geliebten Prinzen Heinrich von Preussen, welcher sich unter dem Name eines Gr. v. Qels einige Zeit über zu Paris aufhielt; er hat sich am 8. bey Hofe beurlaubet, verließ dann am 16. die Hauptstadt, und nahm seine Rückreise über Lothringen, und Frankfurt. Nölln, den 28. März. Unser aufge< klarte, und mit Liebe, und Weisheit regierende Churfürst läßt gegenwärtig ?u Bonn ein vernünftiges Brevier in deutscher Sprache, zum Gebrauch der Geistlichen , besonders der Nonnm verfertigen; und hat diese ArbeitMen geschickten Mannern aufgetragen. — Die fast allgemein verbreitete Nachricht, daß der Markgraf von Anspach, nnd Bayrenth seine Lander an den König von Preußen abtretten wolle, ist ganzlich ungegründct. Ebcnso wenig Grund hat die Nachricht, daß der Herzog von Zweybrücken Statthalter von München, und Generalissimus m Bayern geworden sey. Hamburg, den 19. März. Man hat von zuverlässiger Hand die Nachricht erhalten, daß^die römische Königswahl nun in lebhafter Bewegung stehe- Dr regierende Großher-.og von Toskana soll nunmehr dazu bestimmt seyn, und der neue König von Spanien, «karl der IV. hat einige dabey vorgefallene Schwierigkeiten gehoben , und befördert den großen Gegenstand, der mit u andern großen Ausgangen des politischen Labyrinth? flih-ren wird. Mic Recht kann man die ü;i - ge Lage der Sachen ein politiches Labyrinth nennen. Der Bruch zwischen Ruß< land , und Schweden, das Verhältniß dieses Reiches zu Dänemark, der Krieg der beyden Kaisrrhöfe mit der Pforte, die Unruhen in Pohlen, die Gahrung in Frankreich, die Revoluzion in Genf, die neuesten Vorfälle in den österreichischen Niederlanden , der Landertausch , die römi« sche Königswahl, der Fürstenbund sind Gegenstande, deren Aufschluß die Neugierde aufs höchste spannet. Dänemark. AsppenhHgrn, o"n 2,. N^a''5. Dek Fremde, welcher-dem Inländis'5?n Kapi-zam Q'.vr>,)n sin Gch nistes, Herrn v. Albedyhl. Man 'traf sogleich die genauesten Anstalten, um ihm den Allsgang aus dem Hause des Ministers zu vcr.'perren, und das Volk dro-hcte mit einem Aufstand. Am 6. März wurde er endlich von dem Commandanten von Koppenhagen in Begleitung des Po^ lizeymcistcrs und eines Sekretärs von dem ausländischen Departement, in Empfang genommen, und als Staatsgefangener in die Citadelle gebracht wo sclber am 9> Mär; zum erstenmal verhört worden ist^ Er wurde mit dem Kapitän Q'Vri>tt cotl-frontirt, und dieser erkannt? ihn für den Räd lsführer des schändlichen Anschlages« — Dcr Schwedische Minister ist am "' Mär', nach Stockholm abgereist. Wird alle Donnerstag auf^m Vl^Nro. 135. in dcr vou Kleinmayerschen Buchhandlung ausgegeben.