Deutsche Macht (IrüKer „Eissier Zettung" ». ?*?"*** "** r-»n Nt- «°> »" ^-«t»»n, », H»„ S. -ja, MrrWIidtilt IL 1^0, ».(»jatrrn (t «L «^. Wtt Votanfcatut« .«.leiert, 1 ®"c aaJntfes» selien Wellen. Ist er doch vou der Ueberzeugung durchdrungen, daß kein Anderer so gut wie er die Untiefen kennt. Er braucht auch eine kleine Havarie nicht zu fürchten, denn er steht über den Parteien, und ob rechts und links die Lffieierc befremdet die Bewegungen des Schiffe» betrachten und wetterharte Matrosen >!>« Bedenken nicht zu unterdrücken vermögen, so iniiirt dies den interimistischen Leiter nur ivrnig. er besitzt ja neben der Machtvollkommen-teil das unbedingte Vertrauen des Reeders. Er weiß, daß feine Stellung nicht erschüttert »erde» könne. Und so sind den» auch die Hoffnungen, mlchc die Abstimmung über die Gebühren-Novelle am verflossenen Freitage erweckte, gleich den Ringen der gepeitschte» Wellen verschwommen und über den Wassern schwebt »ach wie vor der Geist des Versohnungscadi-netes. — Nur einzelne Mitglieder der Regierung erscheinen eingeschüchtert und der Lust bar, dem Sieichsraihe wichtigere legislatorische Arbeiten anzuvertrauen. Dafür geht die clerical-feudale Partei daran, die DiScussion über eine Frage ;u eröffnen, deren Lösung sie noch vor kurzer Zeit als unzeitmäszip und inopportun erkläre. Tie österreichische Monatsschrift für christliche Zocialreform iFebruarheft 1885) veröffent.icht a!« ersten Artikel eine a»S der Feder des Grafen Franz Suefstein stammende Abhandlung unter dem Titel: Folgen der italienischen Valuta« Regulirung und ein Vorschlag für Oesterreich- Kin Aisset? AuS dem Französischen. Sie können gehen. Justine, sprach der Graf ?(m Pardaillan, als er in das Zimmer seiner Frau trat zu^ der Zofe, die sich um die Gräfin zu schassen machte. Sie können gehen, du Gräfin wird ihre Balltoilette schon selbst ablegen. Das gräfliche Ehepaar war in der That «den von einen» Ballfeste heimgekehrt, das die verwiiwete Herzogin von Pardaillan, die Mut-ler des Grafen, zur Feier ihre« achtzigsten Ge-durlStages gegeben hatte. Justine, die hübsche Lose, die Herr von Pardaillan in so brüsker Weise entfernt hatte, zog sich denn auf ihr Zimmer zurück, ganz erstaunt ob der Scene, die sonst nicht in den Gewohnheiten ihrer Herr-schaft lag. Die beiden Ehegatten waren nun allein geblieben und blickten einander stillschweigend an: die Gräfin Octavie in Vorahnung jener Hefahr, die ihr offenbar drohte; der Graf aber in Verlegenheit darob, wie er das Ge-Ivräch einleiten sollte. Octavie brach endlich das stillschweigen: „Wissen Sie, daß ich sehr intriguirt bin, mein lieler Heinrich, und daß ich Ihnen Dank «üßte. wenn Sie das Räthselhafte ihres Be-«ehmens endlich erklären wollten?" Ungarn." Da nun da» „Vaterland" sich mit ! einer geradezu auffälligen Heftigkeit gegen das Project der Valuta-Regelung auSsprach, als von ministerieller Seite bekannt gegeben wurde, daß der Finanzininister Dr. von DunajewSki die-selbe in Anregung gebracht habe, so erscheint k ie Verwunderung gerechtfertigt, daß in den Kreisen der clerical-f. udalen Partei ein Umschwung derAn-sichten über dieseFrage eingetreten ist. Sintemalen aber seit dem Monate November, in welchem die Valuta-Regulirungsabsichten des Herrn Fi» »anzministerS ruchbar wurden, in den wirth* fchastlichen Verhältnissen Oesterreichs eine Aenderung nicht in dem Masse eingetreten ist. daß »ich der Umschwung aus dieser Aenderung er-Hären ließe, muß man nothgedrungen anneh-men, daß dem Widerstands welchen die ge» nannte Partei der Anregung dcS Herrn von DunajewSki entgegengesetzte nicht sachliche, sondern persönliche Motive zu Grunde liegen. Die cleri-cal feudale Partei perhorreScirt nicht die V »luta-Regulirung schlechtweg, sondern die von Herrn von Dunajewski durchzuführende Valuta-Regu-lirung. Hieraus ergiebt sich aber von selbst, daß die christlichen Socialreformer Vogklfang'scher Färbung ihre Zeit bereits sekommen erachten. Die Prätenfion. mit welcher Graf Franz Kuef-stein seinen Vorschlag für Oesterreich-Ungarn auskramt. weckt den Verdacht, daß er der Candidat für den Finanzminister - Posten im christlich-socialen Zukunftsministerium ist. Nur um dieses Umstände» willen halten wir es der Mühe werth, über den Kuefstein-scheu Vorschlag doch noch ein Wörtchen zu fa-gen. Derselbe läuft aus die Aenderung des Münzfußes hinaus und stellt sich als die Ein-führung von Goldwährung auf Grund des wirklich bestehenden Werthverhältnisses zwischen Gold «nd Silber dar. D»r christlich-sociale ZukunstSminister steht also voll und ganz auf dem Standtpunkte der „Neuen Freien Presse," Statt einer Antwort zog Herr von Par-daillan aus seiner Tasche ei» Schreiben hervor, das er ihr ganz offen überreichte. Es war ein anonymer Brief! Die Gräfin erblaßte, während sie diese Zeilen durchflog, die sie des VerratheS an ihrem Manne, dem loyalsten aller Ehegatten beschul-dig'en. Sie las den Brief wieder und wieder durch und fand, daß er eher eine gehässige Verdächtigung als eine regelrechte Denunciation enthielt und daß für alle Fälle der Geliebte, den man ihr zuschrieb, darin nicht genannt war. Ein anonymer Brief! fprach sie verächt-lich, das Schreiben ihrem Gatten wiedergebend. Und wann haben Sie ihn erhalten ? „Vor drei Tagen." „Vor drei Tagen! . . . Und warum sprechen Sie davon mit Ihrer Frau erst heute, erst jetzt, da wir vom Balle zurückkehre» ?" „Warum? weil des Mannes Herz derart beschaffen ist, daß darin die größte und edelste Empörung bekämpft und niedergehalten wird durch ein anderes Gefühl, das unserem Herzen ebenfalls innewohnt. durch den Zweifel, durch den nagenden, tödtenden Zweifel! . . . Und endlich, weil ich während dieser endlosen drei Tage herabgesunken bin zu dem häßlichsten und verächtlichsten Handwerke: zu dem Metier den das „Vaterland" vor einem Vierteljahr auf das allerentschiedenste als einen kapitalistisch» sündhaften bekämpft hat. Ein Unterschied zwischen dem Vorschlage der „Neuen Freien Presse" und dem deS Herrn Kuesstein besteht nur in-soferne. daß die erstere die Ausprägung des »tu zu schaffenden GoldguldeuS wirtlich auf Grund deS „wirklich bestehenden Werth verhält-nisses zwischen Gold und Silber (1 : 16 5) verlangt, während dieser an jenem Verhältnisse eine kleine — durchaus willkürliche — Correc« >ur im Sinne eines zu geivärtigendei: ferneren Preisrückganges deö Silbers vornimmt und mit l: 19-1358 ansetzt. Zur Motiviru.lg dieser Correctuc weiß der christlich-sociale Finanz- und Währungsminister »ichlS Anderes vorzubringen, als d«e kühne Behauptung. die von ihm angenommene Werth-reduction sei eine solche, „welche nach mensch-licher Berechnung gewiß sehr bald erreicht fein wird." Nun, menschlich mag eine solche schätzungs-weise Annahme sein; aber „Berechnung" ist es entschieden nicht. RechnungS-Operationen sehen ganz anders aus, ob sie nun menschlich oder christlich durchgeführt werde». In der Arithmetik kommt ma» selbst mit dem christlich-socialen Mysticismus nicht vom Fleck. Man muß rechnen. Gorrespondenzen. Wie«. 15. Februar. (O.-E.) sE i n e M o n-st r e°Ä e r s a m m l u n g.s Freitag, den 13. d. MonatS, Abends '/t8 Uhr fand im großen über 5000 Menschen fassenden Sophienjaale in Wien eine Volksversammlung statt. Gegenstand der Behandlung war die „Presse". Eingeleitet wurde dieselbe von G. Ritter v. Schönerer. Derselbe besprach iu einstündiger an vielen Stellen von stürmischem Beisalle unterbrochenen Rede die Käuflichkeit und Verlogenheit der Wiener Presse. Eine Resolution, welche das Treiben derselben eines Spions! Ich habe Sie verfolgen lassen Octavie, Sie, die Sie meinen Namen tragen ... ja. mehr als das, ich selbst in Perfoa habe Sie verfolgt." „Und was ist es wa« Sie entdeckt haben ? fragte die Gräfin, den Blick ihrer bis dahin gesenkten feuchtschimmernden Augen auf ihren Gatten erhebend. „WaS ich entdeckt habe? Nichts, NichlS das unwürdig wäre, von einer geachteten und achtbaren Frau bekannt zu werden. Und den-noch .... dennoch .... Dieser Ball, von dem wir eben kommen, hat meine -jweifel nicht zu zerstreuen vermocht. Jeder ihrer Blicke, jede Ihrer Geberden hat sich meinem Gedächtniß tief eingeprägt . . . von den beiden Quadrillen die sie dem jungen Herzog von Ferga» bewil-ligten, bis zu dem herzlichen Gruße, mit wel-chem Sie meinen Freund Robert Doutremont empfingen." Bei dem Namen Roberts, dessen Klang sie so hart, wie ein Schlag ins Gesicht, berührte. hatte die blonde Gräfin Mühe, in ihrem passiven Ruhe zu verharren. Heinrich suhr fort: „Als wir zur Heimfahrt unseren Wagen bestiegen, da erwog ich meine Wahrnehmun-gen und schon wollte mir eine schwere Last vom Herzen sinken, da schlug ein Rauschen, ein ganz 2 verurthcite, wurde mit Jubel einstimmig ange-nommen. Der Saal war überfüllt, über 5000 Menschen anwesend, Hunderte mußten abziehen, da sie wegen Raummangel nicht eingelassen werden konnten. Die Persammlung verlief ruhig und ohne Zwischenfall. — Kein Wiener Blatt hat bis zur E tunde von dieser imposanten Knnd-gevu,>g der Volksseele auch nur ein Wort ge-meldet, dafür werden über Versammlungen ganz unded '»teilttv Vereine die kaum von zwei Dutzend Mansche» dcsucit werden, wenn sie der Presse zusagen spaltenlgnge Berichte veröffentlicht. Graz, 15. Februar. (O -E.) ^Kaiser-seil» f. Wer wird unser Bürgermei-st e r-1 Zwei Nachrichten von großer Bedeutung mach«» seit gestern die Runde durch die Stadt. Tie eiste ist eine Trauerkunde, nicht nur für die Landeshauptstadt, oaS Land Steiermark, sondern fitr das ganze Reich : D er gewesene L an-dcshanptmauptmann Mortz von Kaiserfeld ist nicht mehr! Es ist nn-möglich, in dem engen Rahmen einer kurzen Correipondenz die vielseitige politische Rolle, die der Verblichene gespielt, wie cS andete Federn in u» fangr.icherer Form zu thu» nicht unterlassen werde», auch nnr zu skizziren. Was der deutsche und freisinnige Landes-h uptmann den, Lande und den« Reiche war, das haben wir za alle miterlebt unv es steht frisch in unserem Gedächnisfe. Am höchsten schlagen wir den Werth seiner beiden obenge-nannten Etgenschasten an. Der Politiker deS lautersten, scharf und klarblickenden Charakters geHort der Geschichte an, die ihm einen hervor-ragenden Platz unter den großen Männern deS Vaterlandes anweisen wird. Jbm gilt deS Dichters Wort: Non oronis moriw, multaqu« para mi'i vitabit Libitinum !" Leik er sollten die Reste deS edlen Mannes nicht in der Haupt-stadt des Landes, das er so sehr geliebt hat. ruhen. Tie Bevölkerung der Landeshauptstadt und deS ganzen Landes hätt-! eben in Graz durch eine großartige Trauerjeier ihre unbe-gränzte Liebe und Verehrung für den Verbliche-nen besser an den Tag legen können, als in deni fernen, jetzt doppelt schwer zugänglichen Birkfeld. Von diesem lange vorhergesehenen Trauerfalle wenden wir uns einer zweiten sehr bedauerlichen Thatsache zu, die ebenfalls bereits >eit lange ein offenes Geheimniß war: Unser Bürgermeister Herr Dr. W. Kienzl hat bestimmt erklärt, daß er eine Wiederwahl zum Bürgermeister keinesfalls anzunehmen mehr in der Lage wäre. Seit zwölf Jahre» Hot er, getragen vom Ver-trauen der ganzen Grazer Bevölkerung, diese erste Ehrenstelle der Landeshauptstadt bekleidet, und nun, wo er zu scheiden >»i Begriffe ist. bedauert ausnahmslos ganz Graz diesen Schritt, den Herr Dr. W. Kienzl nicht in Folge irgend einer Differenz amtlicher Natur unternimmt, fon- sells meS an mein Ohr. Vollständige Finsterniß umhüllte uns, aber diese Seele hat ihre leuchtende» Strahlen . . . Und nun. Madame, um dieser mich entehrenden Inquisition ein Ende zu machen, nun wollen wir zusammen das Billet lesen, das Sie in Ihrem Bouquet gefnn-den und dort >» jener Falte des Kleides ver-ooige» habe» . . . ." Seinen Worten folgte eine entfprechende Ge-berde, aber Oelavie erfaßte feine Hand. ..Beleidigen Sie mich nicht so schwer. Heim rieh. Ihr Leben ist zu arm au Tagen und ihr Herz an Thränen, »m für diese Beleidigung jemals Buße zu thun. Sind Sie schon entjchlos-fen, dieses Häicherverfayren an Ihrer Frau zu üben, so thun sie es doch im Einvernehmen mit ihr, ohne Heftigkeit Und odn> Thätlich-feiten . . Und sie versenkte ihr kleiues Hand-chen in die unter Maschen und Bänder verbor-gene Tasche ihres Kleides, ohne darauf zu achten, daß ihr dabei eine Stecknadelspitze eine lange Schramme in die Hand ritzte; du»» holte sie i us der Tafche hervor ein Spitzentuch, zwei kleine Schlüssel durch ein Silberband zu-fammengehalien, und endlich ein vierfach zu-sammengefaltenes Blatt Papier, das sie i rem Gemahl edeulo ruhig wie die früheren Gegen-stände überreichte. Das Blatt war gänzlich unbeschrieben. „Z>e»tsche Wacht.' dern rem in Folge privater, persönlicher Ver» Hältnisse. Bürgermeister Kienzl war im besten Sinne des Wortes eiu populärer Bürger-meister, ausgestattet mit allen tüchtigen Eigen« schafteu, die zu diesem wichtigen Posten erforderlich sind. Seine durchaus deutsche und frei-sinnige Denkungsart hat er auch in kritischen Periode» (und wir haben solche während seiner FuuctionSdauer erlebt) manneSmuthig bekannt. ES kiele uns ebenfalls schwer, seine Verdienste lier nur annähernd zu bezeichnen ; eines jedoch muß constatirt werden, daß alle große» Schöpfungen d^S letzte» DecenniuniS auf dem Gebiete der Vergrößerung und Verschönerung unserer Stadt, der Errichtung von Schulen, der Erbauung von Brücken te. (und wie "iel ist da nicht geleistet wordeu!) mit seinem Namen ausS engste ver-knüpft sind. In feiner vieljährigen AmtSwirksam-feit kam ihm neben seiner wahrhaft überrafchen-den allseitigen Sachk nntniß namentlich sein« unerschütterliche Ruhe und Objectivität ansge-zeichnet zu statten. Bürgermeister Dr. Wilhelm Kienzl hat sich die ehrendste, dauernde Erinne-rung in der Landeshauptstadt gesichert, ihm gebührt eine wohlverdiente Büigerkrone. . . . »««•••••••*•''* • Wer wird Kienzl's Nachfolger auf dem eurulifchen Stuhle fein/ Eine wichtige, schwerwiegende Frage, die zwar durch eine einfache Abstimmung der Gemein''evrtrettr entschieden werden wird, auf die jedoch Graz und sein« Vertreter keine Antwort wissen. In der That, der Grazer Gemeinderath besitz« feinen Man», der, sobald der Rücktritt Dr. Kienzl's zur Thatsache wird, berufen wäre, sofort als dess.n Nachfolger bezeichnet zu werden. Der zukünftige Büigermeister soll in seiner Person, seiner bisherigen Wirksamkeit Graz reprasen-tiren, er soll eine so populäre und gekannte Per-sonlichkeit sein, daß man sofort mit den Fingern auf dens ldeu weist, wenn es sich um eine Neu-wähl handelt. Daß der zukünftige Bürgermeister ein Jurist fein müßte, wird begreiflicherweise als Axiom aufgestellt. Wir theilen die Ansicht nicht gant, da die acht Semester Ins. die zu-nächst Anspruch aus den Namen Jurist verleihen, am Ende nicht viel beweisen, die Rechte- und Gesetzeskenntniß erst in der goldenen Pruxis wahrhaft erwvrbe» werde» kann. Wä>e bcispiels-weise Herr Baron Washington Grazer Bürger und Gemeinderath, wir zweifelten nicht, daß die Wahl auf ihn. den Nichtjuristen. fallen würde. Aber vergebens hält tnau Umschau unter den Gemeinderäthen um jenen gewissermaßen prädestinirten Bürgermeister zu entdeck-». Säße nnter de» Stadtvätern Herr Dr. Schloffer, der vielseitig gekannte, durch seine Rednergabe aus-gezeichnete Mann, so würde ihn sicherlich die Wahl treffen. So hat man während der zwölf-jährigen Fnnctionsdauer Dr. Kienzl's in der „Und das war es," seufzte die Gräsin auf was unseren Familiensrieden für immer zu zer-stören drohte! ... Ein unschuldiges Papier-blatt. das ich im Weggehen in mein Bouquet gesteckt, damit es mich daran erinnere, von mei-aer Freundin Gatienne de Langetot de» Namen jener Arbeiterin zu ersragen, die ihr ihre Spi-Yen so wuuderschön putzt ... O. über die Armuth uns ter Liebe! O, über die Armuth unseres Herzens! . . ." Herr von Pardaillan fiel ihr stammelnd ins Wort. „Octavie. wirst Du mir je vergeben?" Die Gräfin zaudert« eine» Augenblick. Die Verzeihung, wenn sofort ertheilt, würde seitens des Grasen heiße Danlensergüss« hervorgerusen haben, denen sie unbedingt auS dem Wege gehen wollte. „Ihnen verzeihen. Heinrich ? ... Und daS jetzt gleich aus der Stelle, nach solch' einer tat-würdigenden Verdächtigung ? Glauben Sie. daß dieß möglich sei ? Gönnen Sie mir zumindest Zeit, meine Lige zu prüfen, mich zu prüfen, mich zu bereden, daß die Eifersucht, dieie wilde Kundgebung der Liebe, als »tildernder Umstand in Rechnung zu ziehen sei ... Aus morgen, mein Freund, auf mornen!" Ihre Stimm« klang nicht mehr so scharf wie vorher, und ihr Gebot war so sanft ge- 1885 That keinen Nachfolger herauszusuchen ver-standen, und der Gemeinderath steht rathloi ua; seine Mitglieder nennen zwar dies'n uns jenen Name«, ichütt-ln aber selbst bedenklich die Köpfe dam- Vielleicht wäre der ehemalige Vice-bürgermeister Dr. Portugill einer der berufen-sten Candidaten. Aber wer erinnert sich nicht jener politischen Exlrav.igai'ze». l>i • er sich .in-läßlich {euer VerlrauenSkundgebung für den geordneten Robert Walterekirch.» hat zuschulden kommen lassen. Sie sind noch nicht vergessen. Außer Dr. Portugall werde» noch zwei Käme» genannt, aber, aber ....... Und doch ti; die Bürgermeistersrage von höchster Bedeutung. Von ihr hängt zum großen Theile eine gesund« Fortentwickln»»! unserer Stadt und de» Ö<-Mkindelebens ab. Möge die Weisheit der °»e-meindevertreler den möglichst glücklichen Griff thun, wenn «S zur Neuwahl kommt. Mahreuberg, l5. Februar. (O.-C.) [C o a» 11 o n.) Aus Anlaß deS Uebertrittes in den bleibende» Ruhestand unseres hochverehrten Be-zirksrichters Johann Foi stner und der gleichzei-tigen Verleihung des Titels u»d Charakters eine« k. k. LandesgerichtSratheS an denselben, hat du BezirkS-Vertretung Mahrenberg über Initiative der Marktgemeinde Mahreuberg im Vereine um derselben beschlossen, in gerechter Würdigung uud An Zug. Beim Hause des k. k LandeSgerichtsrathe» angelangt, begaben sich von allen Corporaiionen Deputationen in die Wohnung des Gefeiert«», brachten ihre Gratulationen dar, und lndeu den Herrn LandeSgerichtsrath zur Teilnahme m dem Festcommers ei». Sodann sang !er Wä» »ergeiangSverein zwei Chöre unter dem wech-seliiden Scheine bengalischer Flammen, worsss sich der ganze Zug inSCommerSlocale, welch«; teitlich decor rt war, begab. Der Commers -ourt. mit dem Liede „Stimmt an" etc. eröffnet, ~ den ersten Trost aus Sr. Majestät den ftaisn brachte Herr Erver Gewerks-Herr zu Hohen- sprochen, wie eine Bitte. Und verstört noch, aber das Herz von Hoffnung durchwärint, ver-ließ Heinrich von Parlaillan das Zimmer «u em gehorsames Kind. ^ I Octavie eilte mit einem Satze zur und verschloß den Riegel hinter ihm. Sie war allein, sie war nun enb'ich allein! Die Gefahr, der sie soeben entrann, der Gatte mit feiner Eifersucht, die Welt mit iljita unerbitterlichen Gesetzen. Allec, Alles ^nu: wieder vergesset! Und ihr Herz, ihre Seele, jede Fiber ihres Seins sang den Namen öti Einziggeliebte» . . . Robert! Robert! Robert ! Sie eilte hin zu dem zerknitterten Pao«i-blattchen, das unter dem Tische auf dem T.?> piche lag. Und sie entfaltete es fieberhaft, dann kniete sie nieder vor dem Kamm und hielt daselbst das Papier der Hitze der Flamin«» ausgesetzt. M O Über das Wunder! Die ,'chneenmü* Fläche färbte sich allmälig hellblu und selben Zeit erschien darauf eine helle leuchtende Schrift in phoSphoreSzirenden Lettern _. . . Seit drei Monaten war die Gräfin Ccta-vi« Pardaillan Robert Doutremonts Geliedik. Die Geschichte dieses LiebeSbundeS ist bals cr> zählt. Seitdem sie sich zum ersten Malgeseüei. 1885 manchen »nd Obmann der Bezirksvertretung Mnlrenberg aus: sodann folgte derToast deS Vize-bürge, meisierS »nd SchulinspectorS Herrn Bin-cenz Baunigartner ans den Jubilar; der Redner gab in schlichten aber lief zu Herzen dringenden Worten ritt, kurze Schilderung des wohlwollen-den WiikenS des Gefeierten und schloß mit «inein begeisterten „Hoch" auf denselben, welches bei allen Anwesenden den lautesten Wieder-ball fand. Diesem Toaste reihten sich noch viele Andere an; die Zwischenpausen wurden durch Borträge deS GesengSvereineS „Liederkranz" gewürzt, welcher alle Lieder und Quartette mit Präcision und Gefühl zur Geltung brachte, und auch vom Pudlicum mit reichem Beifall? be-lodnt wurde. Der Vortrog der für diesen Abend erschienen Nummern einer CommerSzeitnng — erregte allgemeine Heiterkeit. St. Oswald im Trauwaldt, 16. Februar. In der gewohnten ordinären und ver« logenen Weife sind in der ersten diesjährigen Nummer des „GoSpodar" die größeren hiesi-gen Grundbesitzer und die Schulleiter von St. OSmcld behandelt. Die Autorschaft dieses Ar-tikelS v Pohorju in za D.avo muß Jedermann einem auf t er niederste» Bildungsstufe stehen-de» Jndividium zuschreiben; dem ist jedoch nicht so. sondern der Herr Pfarrprovifor Franz Nach-tigall ist der Verfasser, über dessen bisherige Thätigkeit Nachstehendes bekannt ist: Gleich bei seiner Ankunft im Juli vorigen Jahres versuchte er es. gelegentlich der Wahlmänner-wählen sich hervorzuthun, seine Bemühungen waren jedoch vollkommen erfolglos. Bald da-rauf, gelegentlich des Oswaldifestes. Decorirte er den Kirchthurm mit einer weithin bemerk-dareu slavisch-nationalen Fahne, was gerade deshalb als eine arge Demonstration zu be-nachten war, als ein paar T> »send deutsche Wallfahrer dieses Fest besuchen; dagegen aber strich er, mit vielem Wohlbehagen die Opfer-gelber und die gezahlten Messen im Betrage von 400 fl. ein, welche bei dieser Gelegenheit, die son't vielgeschmähten „N.u^skutari" nach St. Lswald brachten. Am ö. Decenber legte er dem lobl. Bezirksschulrathe Madrenberg 2 Stück, der k. k. Bezirkshauptmannschaft 1 Sitzungspro-lokoll über angeblich abgehaltene Gemeinde-ausschußsitzuogen vor.Jn denselben war bezweckt: I. Einsührung des HalbtagsuiiterrichteS in der nnclasfigen Schule in Oswald ; 2. Erleichterung des Schulbesuches im 7. und 8. Jahrgang. Äußer diesen beiden reaktionären Maßregeln noch 3. Abtrennung der Gemeinde St. Oswald im Bezirke Windischgratz von Fresen, Abtrennung der Gemeinde Wurmat (BezirkShauptmannschast Marburg) von Zellnitz, Abtrennung der Ge-meiade Unter-Kappel, (Bezirkshauptmaunschaft Leibnitz) von der Gemeinde Kappel. Schaffung einer neuen, aus diesen abgetrennten Gemeinden iiidUen diese beiden Seelen sich einander ge-fesselt sür immerwährrnde Zeiten. Robert übte auf die junge Weltdame den Reiz des Außergewöhnlichen aus. Reich, elegant, begabt mit ollen Vorzügen des Geistes, hatte dieser junge Mann, nachdem er seine Studien beendigt, den Muth, sich nach Indien zum Studium der Epidemien zu begeben, die die Welt verheeren. Der jnnge Gelehrte verorachte dort mehrere Jahre, sein Streben wurde gefördert durch den heißen Drang der Menschenliebe, die in ihm wohnte und fast jeder Tag brachte for ih.« eine mehr oder minder kostbare Ent-deckung. Als rr nach Paris heimkehrte, zählte er bereits zu den Berümtheiten seiner 'Nation. Da «blickte er die Gräfin Octavie, dieses Weib, bestehend aus Contrasten und Reizen; zum erften Mal in feinem Leben durchschauerte ihn da» wonnige Bewußtsein der Liebe und auch sie wurde von tiefer Leidenschaft für ihn erfaßt. Die Seltenheit ihrer Zusammenkünfte, die noch erschwert wurden durch die ärztlichen Be-ruftpflichten Roberts, schürte nur noch die Eluth ihrer Liebe. Das jnnge Weib entschä-digte sich sür die Unmöglichkeit deS Beisammenseins. indem eS ihm häufig und lange Brief« schrieb; er aber, eifersüchtig auf die Ehre die-ser Frau, wie auf seine eigene, wagte Nichts ,.Deutsche Macht." best-henden Gemeinde unter den Namen: Ge-meinde St. Oswald an der Dran und Einthei-lung dieser neuen Gemeinde zur Bezirkshaupt-mannschafr Windischgratz!! Welche Umwälzung!! und oh e Mitwissen der intereffirten Gemeinden !! dafür aber mit der gewichtigen Begründung: daß unter den gegenwärtigen Ver-hältnisfen „der Gefundheil^Skörper des Staates leidet" und „dir E r leichteruiig des Ortscuraten in seinem A m t e." Im dritten sogenannten SitzungS-Protocolle kamen auch gegen die Ge-meindevertretung die Ausdrücke: Uedervorthei-lun.i, Bestechung. Verführung vor» und e r-scheint letzteres Protokoll von drei Gemeinde-ausschilffen und dem Herrn Franz Nachtigall. Mitglied des Ortsschulr theS St. Oswald un-terzeichnet. Es haben jedoch zwei Gemeinde-auSschnsse erklärt, das; sie von dem Inhalte dieses Schriftstückes nichts wissen, sondern einen Bogen, aufs viele Drängen des Provisors, ix bianco unterschrieben haben; das dritte Ge-meindeausschiißmilglied hat zugleich unterschrie-ben und ist von demselben noch keine Erklä-rung eingeholt. DieGemeindeausschuß-sitzung am S. December ist daher all* tu Anscheine nach vom Herrn O r ts s ch u l r a t h s m i t g l i e d. P f a r r-Provisor Franz Nachtigall allein abgehalten worden. Im erwähnten Artikel Pohorju in za Dravo" findet der Herr Provisor an den beschriebenen Personen allerlei körperliche Mängel hervorzuheben; gewiß sind aber diese körperlichen Mängel un-vergleichlich mit der „ungeheuer langen Nase," welche der Herr Provisor, als wohl-verdienten Lohn für die verfaßten „SitzungS-protocolle" (?) von den betreffenden Behörden erhielt; einen anderen Erfolg hatten seine Be-mühungen bisher nicht. Lichtenwald, 12. Februar. (O.-C) [lln< fere P o f o j i l n i c a.j Ein hiesiger Hand-werker hatte bei der letzten Landtagswahl dem deutsHliberalen Candidaten seine Stimme ge-geben. Zu seinem Unglücke war cr der Posojil-nica ungefähr 200 st. schuldig. Als er die Zin-sen dafür zahlen wollte, wurde er vom Odercommandirenden unserer nationalen Helden Franz Lenöek tüchtig angeschnauzt und ihm schließlich das Capital gekündet. Da er aber sofort zu zahlen sich bereit erklärte, meinte Lencek, er brauche das Geld erst am 10. November zu bringen. Der Handwerker erschien denn auch an diesem Tage, aber wer beschreibt fein Erstaunen, als er außer dem obgenannten Capi-tale noch tt fl. 24 kr. JntabulationSgebühr oder dergleichen zu zahlen hatte, .nfolge seiner Wei-gerung. dies zu thun, wurde er von Leucek ge-klagt. Er brachte zu der vor beiläufig drei Wo-chen stattgehabten Verhandlung seine Zeugen bei diesem Briefwechsel. Seine Billets dursten von wem immer aufgegriffen werden ; sie allein wußte das Mittel, dem magischen Papier sei-nen Inhalt an Wo.ten zu entlocken; nur Halle sie den Auftrag, jedes Billet, sobald sie es ge-lesen, zu verbrennen. Die magische Tinte, wel-che dies bewirktes hatte dem jungen Gelehrten einen Giftstoff geliefert, welcher entsetzlich war. durch seine rasche tödtende Wirkung. Eines Abends las die Verliebte ein solches Billet; ihr kleiner Schoßhund, angelockt durch den Duft, welcher dem leuchtenden Blatt entströmte, kam hinzu und verleckte eS mit feiner rosigen Zunge. Das arme Thierchen fiel um und verendete ohne einen Laut, ohne ein Zucken, wie getroffen vom Blitze...... ----„Ich werde frei sein am Sonntag, meine Heißgeliebte ... Ich erwarte Dich zur Stunde der Messe, es wird Dir leicht sein abzukommen. Was haben wir uns nicht Alles zu sagen! Wie viele tausend Küsse haben wir uns nicht zu geden, die wir versäumt, o meine schönste Wonne. Du! Geliebt zu sein von Dir! Ich frage mich, ob nicht ein Traum mich necke, ob es die Wirklichkeit sei?" „Ach ja, ich li de Dich," flüsterte das junge Weib in wonniger Verzückung, die Au-gen halb geschlossen, ein glückseliges Lächeln auf den Lippen .... i mit. die anwesend waren, als ihm von Lenc'ek bedeutet wurde, das Geld erst später zurückzu-zahlen. Vom Richter zu einem Vergleiche auf-gefordert, begab er sich zu oielbefagtem Lenöek. Nach eiucr mit aller stovenen-salomonischen Weisheit gehaltenen Predigt über gottesläster» liche deutsche Gesinnung gab dieser ihm 5 fl. mit dem Beisätze, den Rest vo» l fl 24 kr. zuzuschießen und alsdann den eingeklagten Be-irai zu decken. Fürwahr eine sonderbare Hand-lung.' Sollte der Zukunftsministerpräsident de« flovenifche» Königreiches lediglich aus Mitgefühl 'ein Manne jene 5 fl. gegeben haben 3 Uns dünkt. Herr Lencek ahnre oder wußte, da» er seine Klag« verlieren müsse. Dieser Vorsall wirft wieder einmal ein grelles Licht auf die „Lich-teiiwalder Posojilnica" und wenn wir auch nichts weiter schreib«, so sei es uuS gestattet zu de-merken, daß wir uns viel, sehr viel denken. — Gedanken sind doch zollfrei. St. Mareili bei Erluchstem, 14. Februar. (Orig..Eorr.Mine mißglückteF afch ings-b e f e dva.j Die hiesige, angeblich ganz „unpoli-tische" Citalnica gab, wie wir bereits erwähnten, am letzten Sonntag im hiesigen Jagoditsch'schen Gasthanse einen politischen „PleS". Dieser fiel jedoch, trotzdem selbst aus Croatien drei national-politische Größen, nämlich ein Postmampulant und zwei beschäftigungslose Ge ürzkrämerssöhne herbeigetrommelt worden waren und trotz den-selben alle hiesigen Dorfpervaken mit und ohne Charge, unsere Handwerksgesellen und Bauern besuchten, derart schleußig aus. daß er dem Organisten Jnrkovic die programmäßig ange-kündigte Rede „verschlug". Wegen deS Leu-mundes einiger Tänzer und Sänger, die auch die nicht besonders feinfühligen nationalen Ohren auf eine sehr harte Probe stellten, hatten sich nämlich die anständigen Nationalen der Um-gebung gescheut ihre Familien auf den genannten Ball zu sühren, da sie eben Familienehre höher stellen, als den nationalen Popanz. So mußten denn schließlich zum nicht geringen Ergötzen der genannten drei kroatischen Ulrichskrüder und der Herren Banern, die ihre Rippenstöße wäh-rend deS Tanzes stets mit einem lauten „Aß" begleiteten, auch die Kellnerinnen als Ball-»ymphen »uugiren. Um trotz des ausgebliebenen Jurkooiesche» .,govor" anch die politische Seite dieses „ElitefesteS" zu kennzeichnen, mußten die besagten Croaten iu weinseliger Stimmung fort und fort Berbrüderungsreden halten, welch n lediglich nur unser Gemeindeschreiber Javornig, der sich direct in Croatien auch croatische Manieren aneignete, tapfer fecundirte. Daß die übrige Gesellschaft von di se» croaiischen HerzenS-ergüffen nichts verstand, ist wohl selbstverständ-lich und waren unsere Dorfpervaken lediglich nur in der Lage den Anfang und das Ende derselben durch ein kräftiges „Zivio" ,u mar- Da ertönte ein leiseS Pochen an der Thür«. Es waren zwei Schläge. Sie bebte hcftig zu-sammen. Wer mag wohl an der Thür sein / . . . . Ihr Gatte vielleicht? Sie rief unwillkürlich? „Ich gehe zu Bette." Der Riegel ist vor-geschoben. Aber die Thüre geht auf und Heinrich trat in's Zimmer. „Der Riegel? Es scheint. Du wolltest ihn nur vorschieben. Die Thüre war ja offen." Durch eine Bewegung, die rascher war als der Gedanke, hatte Octavie den verräterischen Brief in ihrer von Schrecken durchzuckten Hand zusammengedrückt und geborgen. „Was wollen Sie ? Wer rief Sie ?" fragte die Gräfin, der Härte ihrer Worte sich gar nicht bewußt. „Ich war beunruhigt . . „Beunruhigt?" „Ja, diese Ritzwunde an Deiner Hand, ich trage Schuld daran, daß Du sie Dir bei-brachtest und sie blutete noch, als ich Dich verließ." „Diese Rietzwunde ? Ach ja, nun freilich. Sie ist ja geheilt," sprach sie, ihre Hand rasch auf dem Rücken verbergend; dann fügt« sie mir fast rauher und unverständlicher Stimme hinzu: 4 fircn. — Uebrigen« scheinen unsere Dorfpervaken auf »inen Mißerfolg bereit« gefaßt gewesen zu fein, da sie sich bereit« vor dem Balle marinirte Fische und sonstige Delicatessen, sür die da« beschriebene Ballpublicum keinerlei Sinn zeigte, bestellten, jedenfalls um sich den vor Galle über ihr allseitige« Pech verdorbenen Magen einzurichten. Ob dieß gelungen, wissen wir nicht, bezweifeln jedoch au« bestimmten Gründen, daß eine allfällige gute Wirkung von längerer Dauer sein wird. Schließlich empfehlen w»r unsere» national politischen Spaßvögeln es nicht zu vergessen, den besa,.tn die Unterrichtszeit gelegt, und zwar so, daß nach genommenem Bade di« brtreffendeu Schüler wenigsten« noch ein« Stunde unterrich-tet »nd nicht sofort in die kalt' Lust geschickt w rden. Die Abneigung, welche manche Eltern anfangs bereits gegen dies« Neueinrichtung an den Tag legten, >st immer mehr geschwunden, so daß jetzt nur noch eine ganz gering« Zahl von Kindern an den Bädern nicht theilnimmt. Bei der groß«n Schülrrzahl kann jede Classe vorläufig nur alle vierzehn Tage an die Reilie kommen. Aber auch das ist schon ein Gewinn. sD i e T « n o r i st « n- u » d P r i ui a-d o n » e n G a g « nj sind bei uns sichkrlich 1885 schon hoch genug, aber doch immer noch de-scheiden im Verhältniß zu den Honoraren der Pariser Oper isänaer. Hi r einige interessante Ziffern. Die höchste Gage bezieht der Nachsol-g«r Faur«'S, d«r Baryton Lassale, jährlich 128.000 Fc4., die Primadonna Frau Krauj 127.0W Fc«., die Altistin Frl. Jsaak 80.000 Fcs., der Tenor Silomon 70.000 Fcs.. Frl. Richard 60.000 Fcs., d«r Bassist Deresiu« 00.000 Fcs. und der Tenor Sellier 66.000 Fcs. Der jetzige Director Gailhard bezog als Barytvn-Sänger monatlich 6.000 Fcs.. Fauxe bezog unter Baucorbeil monatlich l.».000 Fc». Die „Pariser Nachrichten" von d'Adrest füge« hinzu, daß die Tagesspesen der Pariser Oper sich aus 20.000 Fcs. b.lausen, welche neben de» Staatssudventionen erst durch eine Casseiteia-nähme von 16.000 Fcs. gedeckt werden tonne». [E i ii Menschenleben um eine Mütze] In Köln ist der Seconde-Lieutenant v. Wille, ein Sohn des Düsseldorfer Malers, kürzlich den in, Duell mit einem College» erlittenen schweren Verwundungen erlegen. Tie Ursache ist in folgendem Vorfall zu suchen: Lieutenant Wille saß im MUitärcasino bei einem Glase Bier und wollte sich enisernen, als et seine Mütze aus dem Kopse eine« andere» Ka-meraden bemerkte. Ob nun die Zurücksorder-»ng der Kopsbedeckung nicht commeiiiinäßig »ar oder ob die Art der Zurückgaoe der Etikette nicht ganz entsprach, — genug, einige Tag« später standen di« b«iden Officier« als erbitterte Gegner auf dem Kampsplatze, wo dieser Lap-p-.lie ivegen ei» Duell bis zur Kampfunfähig-keit geführt werden sollte. Beim zehnten Schusse wurde Willie durch • ine» Streifschuß am Kopse verwundet. Er bestand indeß auf Fortsetzung deS Duells und fiel 'kim einundzwaitzigstea Schusse schwer verwundet nieder. Die Kugel drang ihm in die Nieren. sE i n treue« W e i b.] Die „Winter lh. Nachr." erzählen aus Wnterthur eine hübsche Geichichte. die wie ein Roman klingt, allein ganz auf Wahrheit beruhen soll. Ei» Arbeiter, ver sonst in glücklichen Verhältnissen lebte, wurde weg»n augenblicklichen Arbeitsmanael« von Ver-zweiflung ergriffen, verli ß sein junges Weid un!» seine» kleinen Sohn und ließ sich zu B«l-fort in die französiiche Fremdenlegion anwerben. Da aber feine Papiere nicht ganz in Ltd-nung waren, wurde die Polizei i» Wiut rtbut über den betreffende» Mattn angefiagt. Tie Frau erb eit Nachricht davon und reiste so»»« mit dem nächsten Zuge nach Basel und von dort nach Belsort. Trotz aller Schwierigkeiten (sie spricht nicht französisch) wußte sie ihren Mann ausfindig zu machen. Sie kam zur rechten Zeit; i die neu angeworbene Truppe sollte eben abret-sen. Der energischen Frau gelang es, ihr«, Mann auszulösen. Sie kehrte glücklich mit ihm Der Unglückliche, er konnte den Gedau-ke» nicht sasseu. daß e« seiue Geliebte sei, Sie er dem Tode entreißen sollte. Er beugte sich über den leblosen Körper. „Octavie," flüsterte er, feine Lippen a» sie ihrigen drückend; „Octavie! Ich bin es. Octavie! Antworte mir!" Und er ergriff ihre Hand, sich an Jefus Christus erinn.ind, der durch die Macht seine« Glauben« Wunder wirkt«. Entsetzlich! Dieses Händchen, da« «r ra seiner Hand hi«lt, diese krampfhaft geschlossene kleine Hand, deren Nägel sich in da« lebendige Fleisch eingeladen hatten, sie war auffallend geschwollen. Ein Blatt Papier, bläulich und phosphoreSzirend, entfiel ihren Fingern und zwei Tröpfchen Blut faßen, wie ein Paar Ko-rallenverlen, auf der schneeweißen Haut .... Rasch wie der Blitz übersah er die schau-ervolle Lage. Octavie starb an Vergiftung und die Ursache war er, er allein! . . . Heinrich trat in diesem Augenblick wieder in'« Zimmer, das Aethet-Flacou mit sich dringend. „Es ist unnütz," stammelte der Tonot, „es ist vorbei .... sie ist todt. „Todt! Todt! So rafch .... so rasch! Und wenn ich doch nur die Krankheit kennte, die mir mein Leben, meine Liebe, mein Alle« entführt" . . . „So gehen Sie doch, da ich Ihnen sage, daß es nichts ist und ba . . . Sie konnte den Satz nicht zu Ende spre-chen. Sie fiel, wie eine schwere Masse wieder aus den Teppich. „Octavie!" Er stürzte davon. Sie war ohnmächtig. Wenige Minuten später war da« ganze Gesinde da« Palaste« auf den Beinen. „Einen Arzt! Eine» Arzt! rief Herr Par-dailan, halb toll von Schmerz und Entsetzen. Mau kannte keinen Arzt in der Nachbar? schaft. „Aber Herr Robert Doutremont ist ja Arzt!" rief der Kammerdiener. Ich eile, und binnen fünf Minuten bin ich wieder da. Und während die Weiber die Gräfin ent° Neideten, um sie in's Bet» zu legen, maß der Graf da« Zimmer mit großen Schritten und sprach zu sich: „Robert! Ja. ja, an ihn hatte ich ja gar nicht gedacht. Er wird es wagen, wa« ein ge-wöhnlicher DurchschittSarzt nicht wagen würde. Auch hat er ja au« Indien allerlei Geheim-Mittel geholt, sichere, verläßliche Mittel, jede Krankheit zu heilen. Und endlich, ist er ni yt mein Freund i Er wird sie retten, meine Octavie, mein Weid, das meine Mutter mir zum Weibe auSerkor .... Und durch eine sonderbare Regung seiner Seele erwachte in ihm wieder die Erinnerung an den Tag seiner Hochzeit. Und er schaute wieder die kleine Kirche, den Weg mit Blumen besäet, da» Brautgemach, wo die junge Gattin unverhofft überrascht durch den Mann, der seit einer Stunde sich ihren Gemahl nannte, sich in ihr herrliches go ddlondeS Haar, wie in einen dichten Mantel, hüllte. „Der Doctor ist da!" erscholl in diesem Augenblicke der triumphirende Ruf des Kammerdiener« am Fuße der Treppe. Einen Augenblick «päter erschien Robert Doutremont an der Thürschwelle, bleicher noch, al» der Gatte selbst, der auf ihn zuschritt, ihn bei der Hand erfaßte und ihn an daS Bett führte, wo Octavie noch immer ohnmäch-tig lag. „Ich glaube, es ist aus mit ihr," sprach die Kammerfrau leise zum Arzt; man hör« ihr Herz nicht mehr schlagen." Durfte Robert das zugeben? „Haben Sie Aether im Hause V stammelte er. „Ich will ein letztes Mittel versuchen. „Aether!".....Heinrich eilte in sein Zimmer nach seinem Aetherfiacon. Vor dem großen Himmelbette knieend, sagte Robert zu sich: „O weh, mich neckt ein böser Traum." 1885 heim und dort wurde ihm auch eine Anstellung verschaff». ^Bescheiden.] Es läutet an der Apo-»bete um 12 Uhr Nachts: der Provisor macht auf und fragt schläfrig: „Was wünschen Sie??" — Studeni Mayer: „Ein Päckchen Malzbon» bous." — Provisor (nnwirsch): „Hätte das mor Oft nicht auch Zeit gehabt?" — StuOeiit Mayer: „Gewiß. Sie habe» Recht. Ich werde morgen n iederkommen. Gute Nach« !* |U e b e r t r u m p s »•] Zwei Opernsänger, tüchtige Künstler und gute Freunde, die ihre gegen>eitige» flriuen Schwächen gern zur Ziel-scheite ihre« Witzes mache», begegnen sich im Theatersoyel. — St.: „Weißt du schon, ich habe mir das Zäpfchen ausschneide» lassen? — B.: „Renommiere doch nicht mit dieser Heldenthat; das hast du schon fünfzigmal er» Mit. — A.: „Renommieren ? Ich ? Lieber Freund, wenn du einmal eine solche Operation vornimmst, wirst du dich sosort — ohne Zapfe» photographiere» lasten!* [Ei» passendesLiebespaar.] Sie ist Modell, und er dal auch schon öfters gesessen. [Ein u n g a l a u t e r Arzt.] Eine de> lannle Tänzerin verlangte vor einigen Tage» vvii einem derühmlen Professor einen Rath, um idrer stets niehr üderhand nehmende» Beleibt, heil Schranken zu setzen Lachend meinte der Tocior : „Leben Sie ein halbes Jahr von Ihrer Tage!" (In einer landwirthfchaftlichen Schule] wirst der Professor die Fra >e auf: ..Wie kann man Hamnielfleisch am besten lange Zeit frisch erhalten ?" — „Man läßt den Harn-rnel am Leben!" entgegnete ein int.lligenter Schüler. ^ocates und ^rovinciates. Gilli, 18 Februar. sD er Tod Kaiserfeld' s] ruft die Erinnerung an Zeiten wach, in denen man sich die Zukunft Oesterreichs anderes dachte als beuüutage .... Es war im Jahre 1867. Neust halte sich anheischig gemacht, die Zwei» ldeiluiig Oesterreichs durchzuführen. Ängstlichen Auges verfolgten die besten Patrioten Oester-nichs die kühne Hand des aus der Fremde verschriebe»»» Biviseciors. Nur ein Fremder — sagte einstmals Graf Anton Auersperg in einer 'einer unerster'>lichen Reden im Herrenhause — konnte den Muth haben zu dem Werke, das u> S eine Operation aus Leben und Tod erschien. Tie Hand des patriotischen Oesterreichs hätte diebti gezittert und vielleicht fehlgeschnitten. Unter den den Seciertisch Beust's umstehen-de» Patrioten stand auch Moriz v. Kaiserfeld. Ihm besonders schlug das patriotische Herz hörbar an die Rippen. War doch er es gewesen, der lang, bevor der fremde Arzt gekommen, Robert hatte eine Inspiration. Es handelte sich um die Ehre einer Todten und zu-nacht mußte allem Nachforschen der Weg ver-mllt werden. Es war just im Herbst.- 1884 und iit Paris herrschte eben die Cholera. «Sie starb an der Cholera*, sprach Robert odne Zögern und laut genug, um von allen Anwesenden vernommen zu werden. Und als Heinrich sich auf da« Bett loS-flürzen wollte, hielt er ih„ sanft auf. Und er bedeckte das schöne blonde Haupt mit der Decke »nd sprach dann zu seinem Freunde: ..Binnen zwei Stunden muß die Gräfin von Pirdaillon und Alles, was ihr gehört, begraben werden. Seiuen Sie stark. Heinrichs sassen Sie sich . . „Am selben Avend veröffentlichten die Blätter folgende Mittheilung: „Die Epidemie ist entschieden in Abnahme begriffen. In der verflossenen Nacht wurden Alles in Allem zwei Fälle constatirt; einer verursachte den plötzlichen Tod der Gräsin Octavie Pardaillan. Die junge Gräfin war ge-sinn »och die blühendste Erscheinung auf dem Ballseste ihr.r Großmutter. Dort befleckte der krfte Keim der Seuche diese zwanzigjährige stirn, welche in idealer Weise die dreifache Aureole der Jugend, der Schönheit und der t Jugend trug. „vtnifOft v^aöjt. die Amputation empfohlen hatte, war er es doch, auf dessen Diagnose sich der kühne Fremd-li»g berufen durste, als er sich anschickte, den Zcalpell anzusetzen an das einheitliche Oesterreich. Moritz von Kaiserseld, Führer der steirischen Auto»omifte» war für das Recht Ungarn» bereit« zu eiuer Zeit eingetreten, da noch die Schmerling'sche Februaroersassuug im höchsten Ansehe» stand. Mi! einer Energie, wie solche nur dem edelsten Rechtssinne ent^pnngen kann, bekämpfte er die Berwirkungstheorie, welche von Mühlseld mit der ganzen Gewalt einer phänomenalen, forensische» Bereojamkeit ver-fochten wurde. Als aber trübe Tag« über die Februarversassung hereinbrachen, als Graf Richard Belcredi unter dem Vorgeben sie zur Wahrheit zu machen, die Verfassung sistirte, war eS Moriz vou Kai^erfeld. der si b der Ha t-bedrängte» annahm und im steirischen Landtag den Kamps führte wiver die auf die Zerstückelung Oesterreichs und die Zurückdrängung des Deutschthums gerichtete Sistirungspolitik der Belcredi-Esterhazy'schen Coalitio». I» einer Rede, die er dazumal in der Grazer LandtagSstube hielt und die dröhnenden Beifall fand bei alle» Deutschen Oesterreichs, kam da» Wort von den „Bleisohlen" des Slaveiithums, durch welches die Deutschen Oesterreichs vorwärts zu kommen gehindert worden. Das politsche Nadererthum, welches von jeher die Domäne i er Gegner des Deutschthums in Oesterreich und das u»ter dem Regime seine höchste Ausbildung erfahre» hat, suchte schon dazumal auf Grund der „Blei-sohleutheorie" auf die Baterlandslie! e dieses treuesten Sohnes unser's Oesterreich den Schatten der Verdächtigung z» werfen. Es gelang »ich'. Von maßgebendster Stelle wirde di- R'de ge» lesen und geprüft und das hohe Urtheil lautete: „Diese Rede ist deutsch und S st e r-r e i ch i j ch z u g l e i ch." Die warme, ehrende Beileidsbezeugung des Monarchen an der Bahre deS Verblichenen erhärtet dieses Urtheil. jErnennung.] Ml» schreibt uns auS St. Maiein bei Erlachitein: Der hier erledigt gewesene Lehrerposte» wurde dem Unierlehrec in Montpreis Herr» Debelak verliehen. Obwohl wir — aufrichtig gestanden — die Gesinnung oder vielmehr das politische Glaubensbekenntnis deS Genannt-» gar nicht kennen, freut uns dessen Ernennung schon aus dem Grunde, weil bei den bezüglichen Besetzungsvorschlägen des Orts- und BezirksschulraiheS, die hiesige nationale Clerisei und insbesondere auch der sattsam bekaa te Citalnica-Faiseur Jurkooic geg-ndes-sen Rominiiung aus das höchste und nachdrück-lichste opponirten. Das allein schon gibt u»S die Gewähr, daß der genannte Lehrer ein Jugend-erzieher, nicht aber ein nationalpolitischer Ägi-tator sei. sP ers o n a l n a ch r i ch t.] Der HilfSäm-terdirector Herr Anton schuh wurde über eige-neS Ansuchen nach 46jähriger ausgezeichneter Dienstleistung in den wohlverdienten Ruhestand verjetzt. sCillier I uri ste n v ere i n.] Bei der am 21. d. M. unter dem Vorsitze des Herrn Hofrathes Heinricher im Hotel Elephant stattfindenden Versammlung deS Juristen-Ber-ein.S in Cilli wird der Herr RathSsecretär Lulek den Vortrag über das Thema: „Die Güterge-meinschast zwischen Ehegatten" fortsetzen. sCillier Casinoverein.] Das Mas-ken-Kränzchen, welches gestern im Casinoverein stattfand, bildete den Culminationspunkt der diesjährigen CarnevalSvergnügungen. UeberauS zahlreich von Einheimischen und Fremden ve-sucht, bot eS ei» lebenSfrisches, sarbenprächtigeS Bild deutscher Geselligkeit und Frohsinns. Wir erlassen u»s die diversen, mit Geschick gewählten und mit Geschmack arrangirten Costume zu specisiciren und constatiren nur, daß daS Kränz-chen echte Faschingsluft athmete und daß bei den aufmunternden Weifen - der Cillier Musik-vereinSkapelle dem Tanze mit ganz besonderer Animirtheit gehuldigt wurde, bis der andre-cheude Morgen dem leichtfüßige» Vergnügen Einhalt gebot. jRußischeS auS Pettau.] Ein flo-oenifches Blatt dringt die Nachricht, daß die Pettauer Slovenen nunmehr russisch lernen wer- den. Ein dort domicilirender trotz seiner Jugend bereits emeritirter kroatischer Beamter, namens Dr. VetoSlav Herman eröffnet am 19. d. einen russische» Eursus. Der Genannte, obzwar ein Autodidakt im reinsten Sinne deS Wortes, will es fertig kriegen, den Pettauer Slovenen daS Russische innerhalb drei Monaten, also bis 19. Mai derart beizubringen, daß sie dasselbe lesen, schreib.» und spreche» werden können. Das ge» dachte Blatt, dem wir diese Notiz entnehmen, feuert denn auch die slovenisch gesinnten Pet-lauer an, Unterricht in der russischen Sprache zu nehmen, denn . . . „die russische Sprache verdiene »ach ihrer Verbreitung über drei Tyeile der Welt, doch wohl eher den Namen einer Weltsprache, als die deutsche." — Wir erwarten, daß der slovenische Verein in seiner nächsten Resolution 0011 ?er Regierung verlangen werde, die Beamte» in Untersteiermark zu verhalten, russisch z» lernen, damit letztere dann keine Schwierigkeiten zu bekämpfen haben, wenn die Pseudoslovenen Russen geworden sind. IS l o v e n e n unter sich.] Das cleri-cale Orga» „Slovenec" in Laibach erklärte den flovenischen Capla» und Dichter. Simon Gregorcic (Ehrenbürger von Praßberg) für einen Atheisten. Obzwar die slovenisch' Presse im Allgemeinen diese Bemerkung zuerst todtzu-schweigen suchte, war sie doch so sehr in die bigotte Bevölkerung gedrungen, daß sie bei den Pr.vaken de» größten Aerger erweckte. Ein geistlicher Politiker aus Oberkrain warf per Redaction des clericaleu „Slovenec" im „Narod" selber Atheismus vor, und so wird der Kampf in dieser Angelegenheit mit steigender Erbitte-rung fortgeführt. ^Unglaublich!] Aus Frefe» wird uns geschrieben: Wie weil priesterliche Unduldsamkeit mitunter ausarten kann, davon lieferte linser Herr Pfarrer wieder ein trauriges Beispiel. Als nämlich nach dem Tode unseres unvergeßlichen Herrn Sonns, dessen Tochter in den Pfarrhof kam und um eine Berräbnißstelle ansucht,, er-klärte der hochwürdige Herr Pfarrer, dem Ver-storbenen gebühre gar kein Play auf dem Fried-Hofe, sondern außer demselben. Eine solche Aeußerung eines Priesters über einen Mann, d.r nicht nur zu den geachtetsten deS ganzen Bezirkes zählte, sondern, wege» seines biede-re» und offenen CharacterS, feiner Rechtschaffenheit und Ueberzeugungstreue i» weitesten Kreisen des Unterlandes geehrt wurde, muß geradezu empören. Der hochwürdigste Fürstbi-schof von Marburg hatte selbst ein eigenhän» diges Condolenzschreiben an die Witwe des Verewigten gerichtet, uud unser Herr Pfarrer wagte eine solche Aeußerung. Und warum? Wegen eines verlorenen BesitzstörungSprocesses, der über Iugerenz des Verstorbnen durch dessen gleichfalls verstorbenen Sohn Dr. Roman SonnS in Marburg angestrengt worden war. Der Herr Pfarrer ließ dieses Motiv auch während des NachmittagSgotteSdiensteS eine Stunde vor der Beerdigung durchschimmern. Er sprach nämlich in der Christenlehre von gedachtem Processe, führte feine 32 Gegner nominell an und erklärte, alle hätten einen Meineid geschworen. Wir ent-halten uns jeder weiteren Glosse über ein sol-cheS Vergehen uud sind überzeugt, daß die eines Meineids geziehenen Proceßgegner sich die ge-bührende SatiSfaction suchen werden. [Notar Firbas.] Man schreibt uns aus Wien, daß dir Ernennung dieses Mannes für den Ranner Notarposte» schon lange vor-bereitet war. Der politische Glaubensgenosse des Herrn FirbaS, Herr k. k. Ministerial-sec-retär Leoicnik, habe dies gelegentlich einer Kneipe der Wien r „Slovenija", zuu» Besten gegeben. sSchadenfeuer.] Montag, den 1«. d., ungefähr 2 Uhr früh, entstand au« bisher un-bekannter Ursache am Dachboden des dem Herrn Waitzinger gehörigen Wohnhauses bei liilli ein Brand, welcher den ganzen Dachstuhl und einen Theil deS Unterbaues zerstörte. DaS Feuer wurde von den im gedachten Hause lo-girenden Parteien erst bemerk», als es bereilS beträchtlich um sich gegriffen hatte. Letztere ließen ihre am Dachboden aufbewahrten Effecten und Vorräthe eine Beute der Flammen werden 6 und beschränkten sl 'i unter äußerster Mühe und fast ohne olle Unterstützung aus die Ret' tung des Biehes i» den Ställen. Der Besitzer war affecurirl. Die Freiwillige Feuerwehr er» schien leider erst verspätet am Brandplatze, weil ihr erst eine stunde »ach den Alarmsignalen die nöthige verwendbare Bespannung zur V r-sügung gestellt worden war. Sie wird indeß ohne Zweif. l mit vollem Eifer bestrebt sei», eventu-elleu Mängeln, welche die Schlagfenigkeit be-einträchtigen könnle», ab»»helfen. Literarisches. („5) euische Wochenfchrif t,") Cr* gan für die gemeinsame» nationalen Interessen Oesterreichs und Deutj^ilands. Herausgegeben von Dr. Heinrich Friedjung. Wien, I. Teinsalt-straßell. Inhalt von Nr. 7 vo»t 15. Februar 1885. Parteien und Personen. Bon H. Fr. — „Deutsche Wochenschrift" gegen die deutsche Opposition. — Der oberösterreichische Bauer und seine Stellung zur nationale» Frage. Bon Dr. Nicoladoni in Linz. — Ein Wort Über die Getretdezölle. Bon Carl Pröll in Berlin. — Volksversammlungen in Wien. Bon Fr. — Feuilleton: Um Cap Horn. Bon Folger Drach-mann. AuS dem Dänischen von I. Poestion. — Literatur, Theater und Kunst: Für die Deutschen in Krain. Bon Fraz Goltsch. — Neueste Lyrik. U. Bon Martin Greif. — Zu Makart's Gedächtniß. Bon Siegmund Feld-mann. — „Der Hexenmeister." (Lustspiel in vier Acten von I. G. Triesch.) Bon M.-G. — Der dreizehnte Februar. Bon L. — Bücherschau. Probenummern gralis und franco. I» höchst originellem Gewände überrascht uns diesmal der allmonatlich pünktlich einkeh-rende literarische Freund : „P o in Fels zum Meer" (herausgegeben von W. Speman». red. von Pros. Jos. Kürschner). Dem Fasching Rechnung tragend, schmückt seinen Umschlag ein toller Narrenzug, der seine Existenz dem Meister-griffet Meggendorfers dankt. Auch der Inhalt schlägt theilweise eine» lustigen Ton an, inso-sern der bekannte Humorist Julius Stettenheim die Kinder des 19. Jahrhunderts auf Grund der Bilderbücher von Busch zu schildern unter-nimmt. (Mit 33 Illustrationen.) Bon weiteren illustrirten Artikeln erwähnen wir. außer den zahlreichen kleinen illustrirten Beiträgen des unerschöpflichen Sammlers, eine interessante Schilderung der amerikanischen Jagd von H. Bogt und eine Beschreibung Aachens von Hugo Oecher. Artikel höchst practifcher und belehren-der Natur sind M. Lämmer!' Auseinandersetzungen über das Taschengeld und Usfelmanns Abhandlung über die Genußmittel. Mit Rück-ficht aus die bevorstehenden zweihundertjährigen Geburtstage von Händel un> Bach entwirft H. M. Schletterer biographische Charac»eristiken dieser großen Tonmeister. A. v. Lamezan er-zählt in anziehender Weise von der Astrologie. Ed. v. Hartmann bekämpft bin übertriebenen Blumenluxus, ein Jurist behandelt an einem concreten Fall das Thema Gewohnheitstrinker und Trunksüchtige vor Gericht. Die Novellistik wird durch ByrS Dora. eine wehmüthige Ge-schichte aus dem Wiener Leben von E. Peschkau und eine anziehende Novelle von A. Pfeil ver-treten. Gedichte steuern Littauer und Wellmer, ei» Notenstück Jgnaz Brüll bei. Außerdem enthält das Heft 7 vorzüglich ausgeführte Kunst-beilagen. Herichtssaat. Montag, 16. Februar [©rändle-a u n g.) Unter dem Vorsitze deS Hofrethes Heinricher wurde heute die erste diesjährige Schwurgerichtssession eröffnet, und zwar mit der Verhandlung gegen Alex. Schoper, ob Ver-brechen« der Brandlegung und Uebertretung des Diebstahles. Dem Genannten wird von der Anklage zur Last gelegt, daß er am 9. Decem-der 1884 das Strohdach des Kellergebäudes der Agnes Knezak mit einen, Zündhölzchen anzün-dete, wodurch das Strohdach sammt oem Ge-rüste abbrannte. Alex. Schoper ist 13 Jahre „Deutsche Wacht." alt und ein ganz verkommener Bursche, der wegen Verbrechens des DiebstahleS am 4. Oc-tober 1884 in Cilli zu einer dreimonatlichen Kerkerstrafe verurtheilt worden war und eb.n seine Stra-'e abgebüßt hatte, als er neuerdings mit dem Strafgerichte in Collisio» gerieth. Er schien jedoch schon auf Verübung von strafbaren Hand-lungen gesonnen zu haben, denn er kam am 7. December 1884 in die GendarmerieKaserne in Tüffer mit der Meldung, daß er ein Kellergebäude angezündet und ein Paar Stie-sei gestohlen habe. Schoper bemerkte auch da-bei, daß es ihm im Gefängnisse in Cilli sehr gut gegangen sei, und daß er deshalb die» gethan habe, um wieder in daS Gesängniß zu kommen. Da sich der Gendarm die Ueberzeugung von der Wahrheit obiger Angaben nicht verschaffen konnte, ließ er den Schoper frei gehen, beim Fortgehen äußerte sich dieser: ,jaz born ie ne-kaj uaredil, da boin za dalje caaa noter pri-5cü" Den nächste» Tag überzeugte sich der Ge»darm, dag diese Angaben erfunden wa-ren. Am 9. December vorige» I. hatte jedoch Schoper thatsächlich das Kellergebäude der Agnes KneZak in Brand gesteckt. Der Angeklagte ist geständig, weshalb die Geschwornen durch ihren Obmann (Rudl) einstimmig ihr schuldig fällen. Der Gerichtshof verhängte so hm über den Angeklagten eine Ittjähripe schwere Kerker-strafe. Bei der Berkündignng des Urtheiles lachte der Verurtheilte sehr vergnügt, so daß es schien, er freue sich wirklich, einen Unterstand bekommen zu haben. Montag, 16. Februar, s Kind es-m o r b.J Die ledige GrundbesitzerStochter Ju-liane Ferk auS Zieregg, welche schon im Jahre 1883 ein «odt zur Welt gebrachtes Kind be-seitigt haben soll, hatte, nach eigenem Gestand-niffe, ihr am 8. November v. I. geborenes Mädchen gleich nach der Geburl durch Zuhal-ten des Mundes und der Nase getödtet und bann in» Garten vergraben. Die Genannte wurde nach dem Schuldspruche der Geschwor-nen zu vier Jahren schweren Kerkers verur-theilt. D i e n st a g, 17. Februar. [N o t h z u ch t.] Der 39jährige verehelichte Winzer Sebastian Wacke aus Jacobsthal wurde wegen deS ge-nannten Verbrechens, baS er an einem ILjah» rigen Mädchen begangen hatie, zur Strafe des schweren Kerkers in der Dauer von 8 Jahren verurtheilt. — Dagegen wurde der ledige Flösser Jacob Kollar aus Trofet vom gleichen Ver-brechen freigesprochen. Mittwoch, 18. Februar. [Kindes-m o r d.j Unter dem Vorsitze des HofratheS Heinricher wurde heute die Verhandlung gegen Katharina Wut wegen Verbrechens des Kindes-mordes durchgeführt. Der Genannten wurde von der Anklage zur Last gelegt, daß sie ihr neugeborneS Kind in Fetzen eingewickelt unter dem Strohsack verbarg, so daß dasseb: am Stickfluß starb. — Die Angeklagte erwidert die Frage deS Vorsitzenden, ob sie sich schuldig sühle, mit „nein" und verantwortet sich dahin, daß sie am 4. December 1884 plötzlich von Ge-burtswehen überrasch«, keine Vorbereitungen für die Geburt treffen konnle. daher es möglich sei, daß das Kind unter der Bettdecke erstickt sei. DaS Beweismaterial war jedoch für die Angeklagte ziemlich gravirend, indem eine Zeugin positiv aussagte, daß sie das Kind außer der Bettdecke gesehen hätte. Nach einem kurzen PUidoyer des StaatsanwalteS k. k. Obcrlandesgerichtsrathes Duller, welcher den Geschwornen vorführte, daß die Angeklagte in der Absicht das Kind in alle Fetzen einwickelte, um es zu tödten und der Rede des Vertheidigers Dr. Glantschnigg faßt? der Vor-sitzende die entscheidenden Momente der Ber-Handlung zusammen und hielt den Geschwornen vor, daß wenn sie zur Ueberzeugung gelangen sollten, daß das Kind nur in Folge des Un-terlassens des nöthigen Beistandes gestorben sei, sie berechtiget wären, die Stellung der biesbe-züglichen Frage zu verlangen. Nach kurzer Be-rathung erschienen die Geschwornen wieder im Verhandlungssaal uud stellten durch ihren Ob-mann (Bancalari) das Begehren um Stellung einer Eventualftcge auf absichtlich« Unter- 1885 lassung des bei der Geburt nöthigen Beistao-des. Nach vorqänqiger Berathung wurde von dem Gerichtshöfe die gewünschte Frage gestellt, worauf sich die Geschwornen abermals in da« BerathungSjimmer zurückzogen. Bei ihrem Wie-dererscheinen verkünde« der Obmann das Verbiet, dahiniautend, daß die 1. Frage auf ab-sichtliche Tödlung mit 6 Stimmen verneint und die 2. Frage aus Unterlassung des nöthigen B istandes einstimmig bejaht wurde. Der Ge-richlöhos fällte sodann über die Angeklagte eine zweijährige schwere Kerkerstrase. Aus der sfovenischcn ?reffe. Wort- und sinngetreue Uebenetzung zu Nuy und Arom men unserer Paeieigenossen. ,Ssovt»ski Aarob" enthält folgenden Leitartikel: Das Jahr 1885 und die Slaven. „Wer feine berühmten Borjahre» nicht ehrt, ist nicht werth der » Nachfolger zu sein," schrieb der gefeierte Bischof. Diese Wor'e hat der Slave treu in seinem Herzen bewahrt, »nd daß er sie noch nicht vergaß, beweist das heurige Jahr. Das Jahr 1885 wird in der slavischen Geschichte von gewaltiger Bedeutung sin, in demselben werden die Slaven ihre brüderliche Liebe und Zusammengedörigkeit bezeugen, die schon von den ersten Zeiten her unter uns herrschten, uud die u is die feindlichen Fremd-linge bei jeder Gelegenheit kürzten und unter-gruben. Tausend Jahr« w.rden es bald sein 6. April), da der große slavische Apostel Gon eine Seele empsahl, und dieses tau,endjähngc Jubiläum von Methubs Tod feien Heuer die ganze slavische Welt, von der Adria bis zum Eismeere, und vom Böhmercvald bis an d>« entsernten asiatischen Grenzen. Alle slavischen Zeitungen seiern dieses denkwürdige Ereigniß, welches berufen ist die slavische Idee unter den verwandten Brüder« zu verbreiten, damil das slavische Bewußtsein immer mehr erkannt unv erweckt wird, jenes Bewußtsein, welches noch so wenig g mährt ist. Es sind nicht zu fürchten jene pauslavistischen Absichten, welche die uns feindliche» Blätter prophezeien, aber unsere Ausgabe ist es, das slavische Bewußtsein zu wecken, sich untereinander mehr und mehr kennen zu lernen, sich allmählich einander zu nähern. Da fallen nn» jene Worte ein, di« der Pole Susooic beim bekannten Nachtmahle in Petersburg sprach: „Die Absicht der slavische» Idee ist die, da» Gefühl der slavischen Bruderschast zu erwecken, damit jeder slaoi che Stamm aus diesem Ge-fühle Kraft für feine Entwicklung schöpf«, um sich zu schützen". Aber nicht nur im Norden, in Behehrad, werden glänzeni« Feste stattfinden, auch im Süden bei unseren Brüdern, den Eroa-ten. werden sich bedeutende Dinge ereignen. Im Jahre 1885 wiro der südslavische Mäcen Bischoi Stroßmayer seinen siebeuzlgsteu Geburtstag und den sünsunddreißigsten Jahrestag seines blschöf-lichen Wirkens feiern (8. September). Abermals werden die Croalen zeigen, wie sie ihren Lieb-ling ehren, —aber nicht nur sie, sondern auch die Slovenen, ist er ja doch auch un>er Wohlthäter, ist er ja doch c»n Sudslave. Das brüderliche Band, das schon von einst her die so nahever-wandten Nationen, Slovenen und Croaten um-schloß, dieses Bnndniß muß erneuert und de-festigt werden. Jeder weiß, welch' großen Werth solche gemeinsamen Feierlichkeiten haben. Sie erwecken das slavische Bewußtein, und schmiegen uns enge an unsere Brüoer. Er ist schön, ader überlegen?werther bet Gebanke, welchen der Pole Pil hatte, der Heuer in Agram eine» slavischen Nationaltag. wie er 1848 in Prag stattfand, oder etwas abhalten will, was der ethnographischen Ausstellung in Moskau 1867 ähnlich wär«. Aber mit solchen Nationaltagea ist nichts zu machen, was würden bie Deutschen, und erst die Magyaren dagegen thun! Wir sehen es ja wie si- es mit dem theuren Bischof machen! Und dann das Gesetz gegen die Zona-listen! Auch mit dem stellt man uns leichl Äer-bot«, die unseren ohnehin schon beengten Wirkungskreis noch weiter eingrenzen könnten. Wir freuen uns der vielen Fest« die aus der slavischen Welt stattfinden werden, und gerne werden wir uns ihnen beigesellen, weil 1885 „Pnttsche HVacht . sie slavisches Bewußtstin «ttflammen. wenn uns dabei auch mancher bittere Gedanke beseelen wird, der heute oder morgen zur Thatsache werden kann. — ,daS Herz hofft und fürchtet". Je mehr die Slaven emporkommen, desto mehr befleckt der verbissene Fremdling, und die lügnerisch jüdisch-liberalen Blätter die slavische Treue. Den allerschönsten Gedanken, den wir im Angedenken an das heuriae Jahr haben löaoeii, ist der. daß sich die Slaven etwas mehr mit dem Russischen befasse» möchten, und daß das Verständniß dieser Sprache ein aUaemcines würde, der Sprache, die unter allen slavischen die Erste ist und die jeder gebildete Slave be-herrschen sollte. Das Deutsche, idi'seS fade Deutsche muß schon überall das erste Wort hoben, und bald tonnte man meinen, daß ohne ihm die ewig« Seligkeit nicht erlang» werden könnte. Uederall weht deutscher Geist; die deutjchkn Bücher haben die Mehtheit in unseren Bücherkasten, und wenn wir auf das gesell-sch^ftliche Leben blicken, da zeigt sich das Deutsche erst in seiner ganzen Größe. Wenn die auSge-jkichilttsten Slovenen mit einander verkehren, so können sie nicht einen Satz aussprechen, ohne ein un,!»salzeneS deutsches Wort oder eine hun-dertmal abgebrai'chte deutsche Phrase hineinzu-zerren Die Ration schätzt ihn vielleicht unter die besten ihrer Freunde, aber seine Kinder sind der Muttersprache oft gar nicht mächtig. Hunger, großer Hunger herrscht in dieser Hinsicht unter den Slovenen, und wie lange wird es noch so sein? „Gleich zu gleich" sei unsere Losung, aber nicht nur im Worte, sondern in der That. Traurig, daß dem nicht so ist. Die russische Sprache hat gewiß eine großartige Zukunft, und damit sie eine slavische Diplomatiesprache werde, ist eS nöthig sich sie anzueignen. Daß sich doch die Idee ve>wirtliche, die LamanSki aussprach, die Pipin in seiner Geschichte der slavischen Literatur entwickelt, Ideen, die jeden «Slaven dafür begeistern müßten, das Deutsche dem Russischen un'erzuordnen. damit wir alle — unS selbst angehören. Gott! (Bog!) ^ourle der Wiener Aörle vom 18. Februar 1855 Goldrente......... . 106.85 Einheitliche Staatsschuld in Note» . 83.50 „ „ in Silber . 84.— Märzrente 5#/# ........99.15 Bankactien........... 868.— Cr^ditactien.......... 304.70 London . wista........124.25 Rapoleond'or.......... 9.^1 k. k. Münzducaien........ 5.8l 100 Reichsmark.........60.55 „TIIK Bestehen der Polizei! den Rstckkattf fÄr Poliz' n ans Todesfall oder gemischt, welche hiezn berechtigt siud. oder stellt illr Polizen ans Todesfall nach dreijährigem und für Au#steucr-Ver«icherungen nach fanfjfiiirignn Bestehen reduzirte Polizen aus fBr welche dann keine weiteren Zahlungen zu leinten sind. ( l . .1 Prospecte und alle weiteren Aufschlüsse werden ertheilt weh die Herren Agenten und von dciu| (««•ui'rul-Ajfeiiii'ii ITir I£i-Jiln und SiWluteiürnitti'ki Valentin Zeschko, 47—12 Triestcr-Strusse Nr. S in Laibacb. r 'Ver/(,c EUSTt! N I B HEIL Allen Ähnlichen Prliparateu in jeder »ii-liniir« vrirzuxiehen.^inil die»» Pastil- fretvon cn snhrirtHcbi^. Sub- ■H«tr\a*ca; mit £Tda.iter.i Eifolgo Wj angewendet bei Krankheit"» d>»' Un-IHI lerkibsor??««e. Hnnlki- ii»licit-:n. ICrntlV-xjheiten des Gehirne . I'raii'jalirankbeiten: H| ■ ind leirht al f ih • ir'. Miftrejrii-^.-inl; kein Heilmittel ist günstiger und dabei »üllijj I i!» ihfclUrher. um Ve r «t « £5 f BB ES g* e 23 .•rVfi "I« za Vkümpfen. die gewisse Qaell« der meisten Xraaklmtten, Der verzuckerten Form we^en w hIV-« v«ii kiiMaeru gMw gmewim. Ww Pil'-p rtnrdi rtn s-'hr ehrend i Zeegni«» d tUes Profossorn Pitha ausgezeichnet TBC Eine Schachtel, 15 Pfllen "vthi»lt»ml. ImsJ«;'. IS kr.:^ine ßolleJ die s l«ü Tillen eutMlt. kot t aar Ist. Oe»r;WRlir. Warnung! ül»MMW -----Falnifioat, Tor dessen Auknuf d:if i' .iilitum e v riit arkn »irj cV nk fj Tt "5.^ " i .'t »:1 En ist genau zu beachtos. dasa man nicht olti neiilcciites, gar icebiü i habendes. Ja geradezu nohädXichea Präöa, at erhalte. Man vesla»ue . a, :iu< l i ntein'n Eiiaabeth-Pllien; diese »ind aas dei.r Unnehlkt mid der (Vbru«t1i<:i^w-i - • UnterneUrift fiiutku Hjmpf-Dopftt in Wie«: Hh. JJonfite'n'M Äpötheke „z.nm ]ir'il'ir<;i l Stadt, Ecke der Planken- und Splegelgassc. Depöt in Cl 111: Uitumhnrb'M Apotliehe. "t y fW&.- iV i. Herbabny's Pflanxeii-Extracl: aiirttannt vor^ügliciiea Mittel gegen Gichl. Rhenraa und NemulieneD jeber Art. ali: rbeuutacijd(er und nervöser Gesichts fchmrr?. o>hrrt:rril!rtt, ctligrntts. ZalsN-, Ärttt?-, v« trnhssrijmrrjri'. Ürninpfr, nllgemeinr MLskelschwäche, Jitltru, Strlfljfit der stlirtrr in F»lge von längeren Märschen oder vorgerückiem Alter. Zichmersr» i« orr-liriltcn Wunden. t'«!;inunarii. N'enroxylin dient als Einreibung und ist besten Heilivirtnnq in Militär-und Äioilspitnlern erprobt. ^iiöi'kvnnun»szotii'eil)vn. Herrn ^pothrlttr Aul. iZrrbnbn?. Wien. Ach fähl« >»>ch Iiwoiic«, Zliacn nutntn bfioti»rtfn T-J*r ä( He lieilenje Wlrkaa« ^d«s ..Near>.xyllu »* aaj.a-prKtirn, »tlcht« bei intlaca s»chnt f» ja« ,-cu-irH »üt ka t.a «T Mieifheit der Kniee befreit da:. II» sicher tt :'lcu-i«tli crtinan Ift. Schließtich rfi itiai natt nxti litt icitt« Hand •age*eliwollen link alle itlftiit tlemillinn.Ki i(m filfe cet-schämn. iuar ' Uti tnMi.'.i Jbr Neuroxyiln exljiclt. Nach mehrmaliger Klurriliwnt lier «ebmerx haften lillrder mit demselben, war nela Roliu von Allein befreit aak ist jefanb. «n»m>!. P. StowolKfnu. 'iltd^rra. »>. ilagail ISSt. I'raui llika. CtcoaiHa. in Ich Ihr ausgezeichnete» Xeuroxylln mit sehr puifui Erfolge bei Kheumatlsaius aanrracnbft Habe, 'kr«»-' >ch tdiie» b>em>» »e» beste» t>a»t im# »nd bitte ntermsli jot Zalentaa» naet iVloWjc fiatlerct gotte per Rachashme. Ptll-e. P. Sa«r, Mithrc», 7. «vril VT. Halota. H'oftcafüntrt Wallen oul Psftaachaahin- » !>l«ichca >enr<>»> llis (rofo erabnUltt) schicken, wo Immer es bisher angewendet warde, half e*. e# «fit» al* vartrelllrhM Mittel «antenm USttao. u. Jani ihm. karl Aadaaiiy Preist I FlaconÄtr»rvf«hi»»fcV*». A*-niff. Oonobitz: J. Poepiaehil. Oraz; An». Äedwed. Lcibuitz: 0. Ruisheini. Warburg: G. Ilanealari. Pettan: E. BehAalt. H. FHiasrh. Radkersbnrg: C. Andrieu. Wolfsberg; -A. lluUt. »i> WicltiE für jeden ¥r vßDlsiWeii Nur vermittelst Electi'Mtit liast sieb ein Nerven übel gründlich l)o»eiti(jen. kleine «neuen ln«lnction*-Ap|ii>r»ite ^JiU^trisir-M:!-Hchinchea}, von jtdrtn LtW" W< lit iu b»i! I- haben, sollten in keiner Familie fehlen. Gicht, j Rheumatismus. ßchwä<;heiust#nd«. Zahn- und rheumatische Koptschmmzau^überhmj't ; | Nervenleiden wird durch ineinenlnflnelion»-j Apparat geheilt. Pn-i« «Mi«« eoinpW. n Apparates mit ausfttbrlicber Gebrauch-.,»Weisung ll. 8.—. Einzig und all in bei mir direct zu I beiiehen. 79?—2t' I Dr. F. Beeck, Trlcst. 2 ViaPCC?5m2.1 U|fl-ttt tlü ielteit« tta4 frhil« Annoncen-Expedition HAASENSTEIN 4 VOGLER (OTTO MAAS«) WIE2ST; ote. Tftfrlieh« d»r*rlr Fj^rditif n#n ifti = irr» taT-, Pff ( Va^f- ' 4>« MM he.i • «NslnsVfmn? riintrH.Wiuirin^ in- J |;srl.luiirr B. Kll itlnlpnri . Vfi>|f|^rtvnpcn. in»- / . tfrlJiilr. ►jrclfl ltr|», |'»l » ■ I hi>*li / J \ »iitf.tr-< «I ' n»'-* »»»»> p II-, ». V Im i:to|i|* u. j 11»r »*i«". f»«. r<". V,\ *r I» ,>l ii*. '•V , ,4. ••Vi., ■[-, \ . \ lUl'U ♦ N iX 7- M 8 ..P-«tschc Macht. 1885 l»ELI(]ATESSEi\ jeder Saison entsprechend empfiehlt Alois Walland Hauptplatz „zur Kirche" u. Postgasse 34. Samstag. 21. Februar, 8 Uhr Abends. im llötcl Elefant (ebenerdig rechts) Generalversammlung drr Cillier Schützengesellschaft. TntrxnrilitiiiiK. 1. Bechenachafts-Hericht. 2. Wahl de VoiotondeH. 3. Allfftlligu Anträge und Bnddinc. 112—2 v«r Vorztand. Gasthaus-Uebernahme. Der Gefertigte. bisher Wirth .zum weimten Lampl'. beehrt «ich, höflichst aniuieigen, dass er mit 1. März d, J. das Gasthaus-Geschäft zur Traube Kaiser Joaef-Platx übernehmen werde. — Kür Weine vun »ehr guter Qualität, sowie für gute Küche und aolide Bedienung wird stet« gesorgt werden. Um recht aahlreiehon Zuspruch bittet hoch-achtungsvollst Hlnaiua Sinns tiarhrh, 109—2 Gastwirth ,mr Traube*. Einein Theile der heutigen Anfinge unseres Blatten liegt da» „Verzeichnis» der vom allgemeinen Wahlcomite anempfohlenen Candidaten zur Grazer nandelskainmerwahl" hei. % den boten Preisten Empfehle inr Kimteaieit: Rindachmalz, Eminenthaler, Gorgnnzola, Hollämlerkltse, Aalflach, H »ringe, inarinirte, Httringe. geräucherte, Steirlache und Vöalauer Flauchenweine, Feinste Kasflnade-Zucker, Sparzucker; so wie mein reichhaltiges Lager von feinsten ital Beisaorten und wohlschmeckenden Kaffee's, die nicht grün gefärbt und schon fürs Ange hergerichtet, sondern reell Natur sind, Eduard Faninger, Hauptplatz Nr. 107. 77—52 Zuchtferkel "bester K&ce zn haben bei 120—1 Alola UlabulNcbttr. 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