Deutsche Zeitung Organ für die deutsche Minderheit im Dravabanat -» , mr^mwtn irf~ i. Trtrfjn — - f--—t i • »jm•»*•!!• !•* 3Mm» s «Urtdl8$rt« «0 SH«, frattjäljri« 80 Tin, |«r _____ ^___ »■■n—l f Mfflifu liHIm f jShri« 1« Ml gftc U» «wlmrt «rhsh»»g. »wz«l«»mmer Jbi i-M ^Srsch«i»t »Ach««tlich D»n«er»tag früb »»d Samsteg frKH mit dem Datum »im gonniaj^ Rummer 37 j Celje, Donnerstag» den 9. Mai 1935 | 60. Jahrgang Absolute Mehrheit der Regierungsliste Ievtie Das Wahlergebnis Die Wahlen vom 5. Mai sind nach den amt» lichen Berichten der Agentur „Aoala" ohne irgend» welche größeren Zwischen fälle in Ruhe verlausen. Da» Interesse für die Wahlen war im ganzen Lande überaus groß. Die Zahl der abgegebenen SÜmmen betrug 2,778.172. Die Liste des Minister-Präsidenten Jevtic erhielt 1,738.890 Stimmen («2,6 Prozent). Von den Wahlwerbern der deutschen Volks-gruppe find aus dem Wahlkampf zwei siegreich her-vorgegangen und ziehen in das neue Parlament ein: Abgeordneter Dr. Stephan Kraft, unser lang-jähriger politischer Führer, der mit absoluter Stim-menmehrheit im Kulaer Bezirke gewählt wurde, und der neue, im Apatiner Bezirke gewählte deutsch« Abgeordnete Dr. Michael Kasper, der sich jetzt sozusagen als neuer Mann und Mitarbeiter an die Seit« unsere» Führers stellt. Die deutsche Volks-grupp« Jugoslawiens wird also wie bisher durch zwei Mandatare im Abgeordnetenhaus« vertreten sein. Die Listen Ljotic und Maksimovic haben die noch dem Wahlgesetz erforderlich« Mindestziffer von 50.000 nicht erreicht, sodaß diese beiden Lstcnträger ohne Mandat ausgeh«n. Auf diese Weise vollst sich die Mandatsoerteilung nur zwl-sehen der Landesliste des Ministerpräsidenten Bogo-ljub Ievtie und der Liste Dr. Macek. Die List« de» Ministerpräsidenten Ievtic hat auf Grund der absoluten Mehrheit, die sie erzielte, nach dem Wahlgesetz von vorneherein drei Fünftel der Mandate, das sind 221 Mandat« erhalten, während sie sich in den verbliebenen Rest von zwei Fünftel der Mandate nach dem Proporzsystem mit der Liste Alacek teilt. Infolge des komplizierten Wahlgesetzes kann die endgültige Verteilung der Mandate, also das Stärkeverhällnis zwischen Regierung und Opposition im neuen Parlamente, vorläufig noch nicht übersehen werden. Da» Ergebnis der Stimmen für die Landes-liste haben wir oben bereits bekannt gegeben. Auf die Lifte Dr. Maceks entfielen 983.248 Stimmen (35.4 Prozent), auf die Liste M a k s t in o v i i 32.720 (1.16 Prozent) und auf die Liste Ljotii 23.814 (0.84 Prozent) Stimmen. Die durchschnittliche Beteiligung ist bedeutend größer als im Jahre 1931, was auf den Umstand zurückzuführen ist, daß diesmal die Opposition sich an den Wahlen beteiligte. Genaue Ergebnisse sind vorläufig nur aus der Draubanfchaft bekannt, wo nach einer amtlichen Darstellung die Wahlbe-ttiligung rund 48 Prozent betrug. Die größte Wahlbeteiligung wurde im Bezirk Mari-bor linkes Drauufer mit 63.62 Prozent verzeichnet. während die gerin asteWahlbeteili-gung im Bezirk Kranj mit 23.7 Prozent ver-zeichnet wird. In Ljubljana wurden von den insgesamt 18.991 Wahlberechtigten 12 864 Stimmen abgegeben; hievon entfielen nach amtlicher Verlaut-barung 12.489 Stimmen auf die Liste Iestic, 198 Stimmen auf die Liste Maiek und 169 Stimmen auf die Liste Lsotic, während die Liste Maksimovic 17 Stimmen erhielt , in allen Bezirken erhielt die Regierungsliste nach amtlichen Meldungen eine große Mehrheit, nur im Bezirk ömarje drang der Kandidat der Macek-Lifte mit 2981 Stimmen gegen 2683 Stimmen für Iestic durch. Nach dem Gesamtwahlergebnis in der Drau-banschaft stimmten in Slowenien von 308 521 Wahlberechtigten insgesamt 148 521 (40 Prozent). Für die Regierungsliste Jeftic wurden 123.652 Stimmen abgegeben. Im Bezirk Celje wählten Patt mit Moskau Der Triumph der Einführung der großen östlichen Kontinentalmacht in den Völkerbund ist über-höht durch die neuen Pariser Vereinbarungen, die nichts anderes darstellen als ein Militärbündnis zwischen den beiden stärksten Kontinentalmächten der alten Welt. Wer denkt an 1914 und an das Welt-kriegsbündnis von Hahn und Bär?! Dieses Bündnis bedeutet für den Völkerbund, in dessen Rahmen es formal eingefügt ist, die Dik-tawr einer Mächtegruppe. So ist dieser Bündnis-vertrag zwischen zwei Rotsmitgliedern durch die Ein-schaltung des Volkerbundes nur denkbar notdürftig verschleiert. Wenn fie gemeinsam entschlossen sind, zu marschieren, braucht sich nur einer von beiden „bedroht" zu fühlen. Da» lägt sich ja schließlich wachen! So also steht dir „Ostpakt" aus . . . Es muß erstaunen, daß man sich in England, das noch kürzlich dem Deutschen Reiche die Teil-nähme an einem kollektiven System gerade auch für Osteuropa so dringlich empfohlen hat, 5 der diese grundsätzliche Bedeutung des Pariser Pakte» noch immer keine Rechenschaft gibt — villeicht zu geben wagt. Der englische Außenminister hat verneint, daß die englischen Verpflichtungen aus dem Locarno-Vertrag durch da» franzsstsch-sowjetrussijche Bündnis berührt seien. Eine realistische Ueberprüfung der Voraussetzungen müßte dem berühmten Juristen zeigen, daß gerade in Auswirkung dieses Vertrages Situationen entstehen könnten, in denen England zu einer unmittelbaren Prüfung seiner in Locarno auch für Deutschland übernommenen Garantie ge-nötigt wäre. Villeicht wird die Kenntnisnahme von den weitergehenden Bündni»plänen, die die sowjet-freundliche Pariser Presse an den soeben abqeschlos jenen Pakt und an die bevorstehende Moskau-Reise Lavals knüpft, geeignet sein, auch in London einige Ausklärung zu schaffen, wo man sich noch vor der Wirklichkeit versteckt. Das Landvolk und das neue Oesterreich Ein niederösterreichischer Bauernführer schreibt: Die römische Orientierung Oesterreichs wird in weiten Kreisen der ländlichen Bevölkerung als für die Wirtschaft nachteilig empfunden und erregt Unwillen. Bei der Zusammensetzung der neuen Ge-meindetage in den Landgemeinden bilden sich bei-nahe überall zwei Gruppen. Erstens: Pfarrergruppen und zweitens: die Gegner des Pfarrers, wobei die Gegneroruppen meist die stärkeren find. Durch die Uedergnffe der Pfarrer infolge ihrer Machtstellung durch die neue Verfassung wird ihrer Sache weit mehr geschadet als genützt. Sehr häufig stehen Christlichsoziale und Heimwehren im erbitterten Kampf um Gemeinderatsmandate und Bürgermeister-stellen. Sehr scharfe Aeußerungen gegen die Kleri-kalen sind stets zu hören. Die Begeisterung für die Heimwehr hat nachgelassen. Die Stimmung der Regimes gegner ist gehoben. von 17.797 Wahlberechtigten 7991 (44 Prozent). Wahlwerber: Johann Prekorsek (Regierungsliste) 3322, Bartholomäus Stante (Regierungsliste) 2185, Vinzenz Vabic (Opposition, Liftenführer Macek) 2471, Ljotic (Opposition) 13. Der bisherige Ab-geordnete Johann Prekorbet wPide wiederge-wählt. rn Aus Kroatien sind folgende Ergebnisse be-kannt: Zagreb Stadt: Macek 30,650, Iestic 9455; Korlovac: Mac«k 12.000, Iestic 1100; Jaska: Macek 4900. J«ft!c 850; Samobor: Macek 3900. Iestic 1200. Im kroatischen Zagorje sind die Er-gebnisse für die Regierung noch ungünstiger. Das Eiland in der Silbersee Während London in einem unbeschreibliche« Festestaumel der Millionen das 25jährige Regie-rungsjubiläum König Georgs feierlich begeht, läuft in einem Berliner Kino der neue englische Film „Die scharlachrote Blume" (The scarlet piinpernel). Die von einem hervorragenden Schauspieler getra-gene Handlung aus der französischen Revolution»-zeit verrät jene» gleiche, bewußte Wiedererwachen des englischen Aristokralenstolzes gegenüber dem Kontinent, das wir in den aktuellen Feiern um die Krone beobachten können, gestern schon bei der Hochzeit de» Herzog» von Kent und heute in ver-vielfachtem Maße. Am Ende des genannten Films zitiert der adlige Held, als er nach zahlreichen an-deren Menschenleben sich selbst und seine Frau vor der Pariser Guillotine über den Kanal rettet, Mil-ton» berühmte Zelle au» dem Epos vom Paradies: „Ein Eiland in der Silbersee. da» ist England." Die Feierlichkeiten zum silbernen Jubeltag d«» Königs Georg sind in ihrer prächtigen Tradition»-gebundenheit, in der spontanen Beteiligung eine» ganzen monarchentreuen Volke« und nicht zuletzt durch den politischen Hintergrund der Krone al» des lebendigen Symbols eines in fünf Kontinenten liegenden Weltteiches eine Besonderheit in unserer Zeit, wie das Eiland England selbst besonder» und abseits unter den Ländern Europa» geblieben ist. Gewiß ist der Weltkrieg auch an den Kreidefelsen von Dover hochgebrandet wie eine Sturmflut Und hat den britischen Inselbewohnern zum erstnunal jene Sensation der unmittelbaren Gefahr vom Kon-tinent her gebracht, die bei Napoleon seinerzeit im abenteuerlichen Projekt stecken geblieben war. Trotz-dem und ttotz der schweren Mitleidenschaft, in die Englands Wohlfahrt und soziales Gleichgewicht durch die allgemeine Wirtschaftskrise gezogen wurden, ja trotz den großen neuen Völker- und Zeitfragen im Reich draußen findet England bezeichnenderweise auch heute noch keinen sichereren Rückhalt seines Selbstbewußtseins al» eben die traditionell« Insellagc. Die konstitutionelle Krone in einer Monarchen-losen Welt, der ungeschriebene Parlamentarismus in einem volksautoritären Jahrhundert, die Ablehnung jeder „neuen Verpflichtung" mitten in der Wiedergeburt kontinentaler Allianzen, all dies ist typisch englisch und insofern kein Nachteil für die anderen Völker. Wenn Reichskanzler Adolf Hitler dem König von England, der ihm neulich erst zum Geburtstag gratuliert hatte, in einem Telegramm zum 6. Mai oersicherte, das deutsche Volk verfolge „mit warmer Sympathie alle Bestrebungen Eurer Majestät und der Königlich Britischen Regierung zur Festigung des Friedens" und erhoffe ihren Er« folg zum allgemeinen Besten, so ist das gewisser-maßen eine Anerkennung des Inseldaseins vom Gegenpol her. Denn kein Land ist so weit entfernt vom Abseitsstandpunkt wie Deutschland. Sein Mittel-europäisches Schicksal hat der Schwabe Hölderlin einst in einem Vers zusammengefasst, der al» uii» vergängliche deutsche Formel neben jenem schimmern- Seite 2 Deutsche Zeitung Nummer 87 den Englandbild Miltons stehen mag: „O heilig Herz der Völker, o Vaterland." Deutschland, das Herz der Völker, fühlt den Pulsschlag de» Konti-nents in jeder Stunde. Es neidet der Insel in der Silbersee ihre ruhende Stärke in keiner Weise, son-dem wünscht nur das eine, daß das britische Volk vor jeder Ansteckung kontinentaler Panik bewahrt und Londons Politik ein echter Garant der Un-abhängigkeit und der gerechten Sachlichkeit für Eu« ropa bleiben möge. Umwertung des Danziger Gulden Der Danziger Senat hat dem Beispiel Eng-land», Skandinaviens, Amerikas, Belgien» und Polens folgend, eine Umwertung des Danziger Guldens auf fester Goldbafis beschlossen. Der Wert des Guldens ist mit sofortiger Wirkung um 42.37 v. H. herabgesetzt worden. Demnach sind 100 Gul» den der bisherigen Währung -- 170 des neuen Danziger Guldens; 100 Reichsmark sind nunmehr 212 Danziger Gulden. Die Neubewertung des Gulden stellt eine wirt-schasterevolutionäre Maßnahme dar. die den Zweck hat, die Einfuhr von Waren tunlich zu beschränken und die Wirtschaft zu einer gesteigerten Ausfuhr zu befähigen. Die Abwertung des Danziger Gulden, die von der Danziger Bevölkerung mit einer Ruhe und Disziplin aufgnommen worden ist, wie sie bei ähnlichen Vorgängen in anderen Ländern nirgends zu verzeichnen war. kommt nicht allzusehr überraschend. Um sie richtig beurteilen zu können, muh man her-vorheben, daß der Danziger Gulden durch spekulative Machenschaften in Gefahr zu kommen schien, zumal ein Schutz durch die Einführung einer staatlichen Devisenzwangswirtschaft infolge der gellenden Ver-trage nicht möglich war. Mit einer solchen Devisen-Zwangswirtschaft hätte sich zweifellos die Entwicklung anders gestalten lassen, obwohl der Senat der Stadt Danzig alles versuchen wird, soziale Härten durch geeignete Maßnahmen auszugleichen. Natürlich inter-efsiert die Entwicklung in Danzig uns alle. Daß die Abwertung des Danztger Gulden etwa auf die Höhe de» polnischen Zloch in gewisser Beziehung ein Schönheitsfehler ist, muh im Interesse aller Nebenumstände in Kauf genommen werden. Letzten Endes ist die Ursache der Danziger wirtschaftlichen Nöte eben doch die Abtrennung dieses Gebiets vom Mutterlande. Die Umwertung des Danziger Gulden wird aber die wirtschaftlichen Beziehungen zum Mutterlande nicht verschlechtem. Was z. B. Danzig als Beispiel anlangt, so wird die Lust, dieser schönen Stadt einen Besuch abzustatten, durch die »eue Devisenlage eher noch gesteigert werden. Wiener Hetzblatt bestrast Das Wiener Mittagsblatt „Die Stunde" wurde wegen Veröffentlichung einer Karikatur Adolf Hitlers mit 200 Schilling Polizeistrafe belegt. Im Wieder-holungsfalle wurde Beschlagnahme angedroht. Selbstverständlich nur eine Deutsche! Da» Heiratsproblem der »«»landdeutschen »Weih ich recht ju schauen Schönheit, fculb und Zier, hilf mir, Gott, so schwör ich. daß sie besser hier sind at» andrer Länder Frauen." Walther von de: Vogelweid«) Es gibt für den deutschen Mann in Uebersee wohl kaum eine andere Frage von gleich weit-reichender Bedeutung wie die: Wen heirate ich, eine .Eingeborene" odereine Deutsche? Eine Frage, die. soweit e» sich um Farbige handelt, von selber de-antwortet und wohl in nur ganz vereinzelten Au»-nahmesällen zu einem Problem wird. Wesentlich schwieriger jedoch, unter dem oft geradezu übermächtig mitsprechenden Einfluß der äußeren Umstände, liegen »ie Verhältnisse in den großen Einwanderung»-ändern. Ist e» hier auch nicht eine Frage der Rasse, o liegt da» Problem doch hei der Nationalitäten-rage, und vmd damit, über die Interessen de» ein-glnen hinausgehend, zu einer Angelegenheit de, Volkswms. Geht es doch bei der obigen Frage, wie leicht zu «kennen ist, sofort um die Fragestellung: Verlust Was jeder Deutsche wissen sollte! Weswegen wurde Dr. Busch verurteilt? — Well er in einer Versammlung ungarländisch-deuscher Bauem sagte: „Ein jeder, der zu un» gehört — und ihr wißt ganz genau, wer zu uns gehört — und der ohne Zwang seinen ehrlichen deutschen Namen hergibt, hat es auch nicht verdient, daß er ihn bisher in Ehren getragen hat". — Deswegen wurde Dr. Franz B a s ch, Generalsekretär des Un-garländijchen deutschen Volksbildungsvereins, vom Gerichtshof in Fünfkirchen als Berusungsinstanz zu fünf Monaten Gefängnis, dreiJahren Amtsverlust und Aufhebung der poli- tischen Rechte verurteilt. ch Wie Konrad Henlein seine Fuhrerstellung in der Sudetendeutschen Heimatfront aufsaht und wie er die sudetenoeulsche Politik niemals an-ders als selbstlos, stark und opferbereit fiihren will, beweist am besten die Tatsache, daß er selbst bei den Parlamentswahlen am 19. Mai nicht kandi-dieren wird. Henlein will grundsätzlich damit brechen, daß die Mandatsträger in ihrem Mandat einen neuen Beruf sehen. Die Karpathendeutsche Partei, als Vertreterin der ihres Volkstums bewußten Deutschen in der Slowakei, wird die Parlamentswahlen zu-sammen mit der Sudetendeutschen Heimatfront durchführen. ch Die „Muttersprache" verboten! Das Pra-ger Innenministerium hat die Zeitschrift des Deut-schen Sprachvereins „Muttersprache" auf zwei Jahre verboten. Dazu erklärt der sudeten deutsche Volks-kundler Univ.-Profesfor Dr. Gustav Jungbauer: „Die einzige Sprachzeitschrift verbieten heißt, den Deutschen der Tschechoslowakei verbieten, die Ent-wicklung ihrer eigenen Muttersprache mitzumachen und sich sprachlich weiterzubilden. Das verstößt nicht allein gegen das Slaatsrecht, sondem gegen das einfachste Menschenrecht." G Die sudetendeutsche Vollshilfe hat durch ihre Sammlungen an Geld- und Sachspenden rund 6 Millionen Tschechenkronen erbracht. Was sie wohl sagen würde? Zvas würde die französische Presse antworten, wenn das Deutsche Reich seiner Meinung über das Problem der Friedenssicherung mit folgenden Worten Ausdruck verleihen würde?: „Der Friede ist kein Geschenk der Statur. Er ist die Belohnung für Pflichterfüllung, Opfer, strebende Bemühungen. Bei den gegenwärtigen Beziehungen der Völker untereinander kann der Friede nur durch die Macht aufrechterhalten werden. Nur durch die Macht läßt sich ein neuer Krieg vermeiden, den sonst die tiefen, ständigen Rivalitäten der Staaten unvermeidbar machen würden. Darin liegt zur Zeit die wahre Rechtfertigung der Macht. Die Befestigung der Grenzen, deren sichere Bedeckung, die Verteidigung des Landes gegen Fliegerangriffe, die Vorbereitung der Mobilisierung des ganzen Lande», das sind die grundlegenden Sicherheiten, die ein oder Erhalt für das Deutschtum? Und zwar zu» mindest, soweit es sich um die Kinder einer etwaigen Mischehe handelt. Sind bei einer Ehe, die in Deutsch-land zwischen einem Deutschen und einer Ausländerin geschlossen wird, alle sich au» der deutschen Um-gebung ergebenden Vorteile (Umgang. Sprache, Schule usw.) aus der Seite de» deutschen Ehe-Partner», so vereint sich im Au»lande, und zwar ganz besonder» in den großen Einwanderungs» ländern, alle, gegen den deutschen Teil. In allen den zahlreichen Mischehen zwischen deutschen Ein-wanderem und einer Amerikanerin oder Kanadierin oder einer sonstigen Nichtdeutschen oder „Eingeborenen" (die teilweise selber schon wieder einer Mischehe entstammten), die ich in den Vereinigten Staaten und Kanada kennenlernte, waren die Kinder für da» Deutschtum vollständig verloren. Eine Tat-sache, die ich auch selbst in solchen Fällen feststellen mußte — ich berühre damit ein Problem, da» näher auszuführen hier zu weit gehen würde — in denen auch die Frau und Mutter deutsch« Ab-stammung, ab« berett» in d« zweiten oder dritten Generation „drüben" geboren war. Wie groß d« Unterschied im Denken, in d« gesamten geistigen Einstellung der Völka ist, bi» in die kleinsten Winkel de» täglichen Lebens hinein, auf seine sichere Entwicklung bedachte» Volk sich zu beschaffen beginnen muß. Indessen find die sicher sten Verteidigungsschranken unwirksam, wenn sie nicht durch ausreichend zahlreiche und ausgebildete militärische Kräfte verteidig und gehalten werden. Das Heil des Landes beruht darum auf seinen Streitkräften, die durch dauemde Verteidigungsmaß-nahmen unterstützt und im Kriegsfalle durch den Hilfsdienst des ganzen Volkes genährt werden müssen". Diese Sätze, die ohne jede Einschränkung auf-gestellt sind, und demnach allgemeine Gültigkeit b«-anspruchen, stammen von einem sehr bekannten Mi litärfachmann. Sie finden sich als Vorwort zu einem Buch des polnischen General» Sikorski über den modernen Krieg. Ihr Verfasser ist — Marschall P e t (i i n. Zahlen, die zu denken geben Gegen eine tschechische Pressehetze, »«anlaßt durch den Selbstmord eines jüdischen Assistenzarztes, veranstaltete die Prager Deutsche Univer-sität Protestkundgebungen. Eine Denkschrift de» Akademischen Senats an die Regierung gibt gegen-über dem Äorwurf „nationalistischer und rassischer Unduldsamkeit" zum ersten Mole Zahlen bekannt, deren Veröffentlichung bisher absichtlich vermieden wurde: An der deutschen medizinischen Fakultät wirken gegenwärtig 42 Professoren, darunter 16 Nichtarier, 53 Prioatdozenten, darunter 30 Nicht-arier, 81 Assistenten, darunter 32 Nichtarier. Dagegen gibt es an der tschechischen Uniwrsität unter 61 medizinischen Professoren zwei unbesoldete Nichtarier, und unter 61 Dozenten sogar nur einen Nichtarier. An allen weltlichen Fakultäten d« deut-schen Universität sind von 200 akademischen Leh-rem 73 Nichtarier, also fast 40 v. H, an der tschechischen Universität dagegen von 334 aka-demischen Lehrern 10 oder 3 v. H. Kurze Nachrichten Ansschreitungen gegen Sndetendentsch« In Znaim kam es erneut zu schweren sozial» demokratischen Ausschreitungen gegen eine Wähl«-Versammlung der Sudetendeutschen Heimatfront. Die Ordner, das Versammlungslokal, die Musikkapelle und verschiedene Kraftwagen — darunter der de» Führer» der SHF., H e n 1 e i n, der mehrere Re-' volverkugeln ausweist, wurden angegriffen und zahl-reiche Angehörige der SHF. verletzt. — In Prag kam e» anläßlich des Sieges einer sudetendeutschen Fußballmannschaft gegen einen tschechischen Verein ebenfalls zu Ausschreitungen gegen die Deutschen. »Sring fährt nach Dalmatien „Vreme" meldet, daß Ministnpräsident G ö r i n g und seine Gemahlin gegen den 10. Mai in Dal-matien eintreffen werden, wo sie einen Monat verbringen wollen. Dr. Rinteten in Stein an der Dona« D« zu lebenslänglichem K«k« verurteilte Mi-nister a. D. Dr. Anton Rintelen befindet sich in der Strafanstalt Stein an der Donau. Bon der österreichischen Regierung wurde der „Aufenthalts-ort" bish« verschwiegen. welche weltanschaulichen Abgründe, fast imm« un-überbrückt»« klaffen, läßt sich in den Einwanderung»-ländern, den „Schmelztiegeln du Nationen", erkennen. Und ^war am deutlichsten in den hier ge» schlössen«! Mischehen, von denen vielleicht der Mann noch in jeder Beziehung, als Neueinwand««, deutsch ist, der weibliche Teil entweder ebenfalls noch rein englisch, schwedisch, ttalienisch, französisch oder polnisch ist, oder aber bereits weitgehend „amerikanisiert" und dah« emsig bemüht ist! die berühmten „100 Prozent" vollkommen zu erreichen, zumindest in den Kindem. Immer steht der deutsche Mann in solchen Fällen, soweit e« das Deutschtum seiner Kinder und in d« Familie ganz allgemein angeht, aufverlorenem Posten. Er selber draußen im harten Eiistenz-kampf, oft genug gezwungen, sich möglichst bald zu einem „10ttprozentigen" Amerikaner oder Kanadier zu veroollkommen. Im Hause die Frau und Mutter, „amerikanisch" von Geburt vielleicht od« durch-greifend amerikanisiert durch Erziehung od« Nach» ahmung i die Kind« aus ainerikanischer bzw. eng» lisch« Schule, täglich angefüllt werdend mtt allein, wa» nötig ist. sie zu vollwertigen Bürgem von „Gottes eigenem Land" zu kneten. E» ist ein«, der trübsten Kapitel de« Au»landdeutschtum«, da» mir i» Stumm« 37 Deutsch« Zeitung Seite 3 Aus Stadt Vergessen Sie nicht! Die „Deutsche Zettung" erinnert Sie! Dieser Sonntag gilt der Mutter. Besuchen Sie daher am Borabend (11. Mai) die W e i h e st u n d e der Ortsgruppe Celje des Schwäbisch - Deutschen Kulturbundes im Kinosaal de» Ho!els Skoberne. Beginn pünktlich um 20 Uhr. Es sind nur noch ganz w«nige Eintrittskarten zu haben. Laut unserer Meldung vorn 28. April veranstaltet der Schwäbisch. Deutsche Kulturbund vorn 28. Mai bis 2. Juni eine Gesellschaftsreise zum Besuche der 2. Reichsnährstands - Ausstellung in Hamburg. Eine seltene und äußerst billige Ge-legenheit, Reichsdeutschland zu bereisen! Anmeldun-gen übernimmt bis zum 14. Mai Herr Werner Stiger in Celje. Das Städtische Autobusunternehmen in Celje veranstaltet am Samstag, dem 11. Mai. einen bil> ligen Ausflug ins Logartal. Abfahrt um 19.30 Uhr vom Bahnhofplatz in Celje. Rückkehr am Sonntag abend nach Wunsch der Teilnehmer. Preis für die Hin- und Rückfahrt Din 48.— Anmeldungen übernimmt bis Samstag abend» 45 Uhr die Kanzlei des Städtischen Autobusunter-nehmen» in Celje, Trg Kralja Alekfandra. Frost im Mai Celje, 5. Mai. Richt nur der Bauer und Gartenbesitzer, auch mancher Städter hat in den Tagen vom 1. bis zum 3. Mai besorgt gedacht: Wie wird sich die Obst-dlüfe, das junge Gemüse, die Weinrebe, oder die Saat auf dem Feld« gegen die Nachtfröste halten? Es liegen uns darüber im einzelnen Meldungen aus allen Testen der Südsteiermark vor. und wir müssen die traurige Feststellung machen, daß es sehr schlimm steht, schlimmer, als im ersten Augen-blick vermutet wurde. Die drei Frostnächte hob«n wohl ausgereicht, die Steinobst- und Birnenblüte in und um Celje für Heuer zu zerstören. Die Apfelbäume sind noch verhältnismäßig glimpflich davongekommen. Sie sind dem Frost gegenüber „härter" und können schon etliche» vertragen. (In der Nacht des 1. Mai ging die Temperatur außerhalb der Stadt bis auf 3 Grad KSlle herunter.) Die Walnüsse sind versengt. In den niederen Lagen find die Buchen, und Eichen-wälder bis zu einer gewissen Grenze versengt und braun. Den meisten Schaden hat die Weinrebe ge-litten, denn bei dieser zeigen sich die Folgen des Froste» noch viel höher als die erwähnte Frost-grenze für das Laubholz. Aus Mari bor wird un» gemeldet: Die Nachtfröste in den ersten Maitogen hoben unserer Landwirtschaft einen ungeheuren Schaden zugefügt. Die zu Markt kommenden Bauern erzählen unter Tränen, daß Heuer weder Obst- noch Weingärten einen Ertrag bringen würden. Der größte Teil der zu erwartenden Nuß-, Pfirsich- und Pflaumenernte und Land ist vernichtet. Nicht allein die Blüten, auch die jun-gen Früchte sind in den meisten Lagen verbrannt, obwohl die Bauern fast überall die „Gfrier" mit Räuchern abzuwehren versuchten. Der Frost hat die auf die Höhen der Windischen Büheln gereicht. Auch in den Weingärten ist eine schwierige Lage entstanden, da stellenweise fast alle WeinstÄke ver-nichtet sind. Man hofft jedoch, daß sie sich erholen und nachtreiben werden. Aus Ptuj meldet man uns: Die Morgen-fröste und der ^schneefall am 1. Mai haben in unserem Bezirke katastrophale Schäden an den Kul-turen verursacht. Der 1. Mai begann mit heiterem Himmel. Im Lauf des Vormittags begann es zu regnen, wozu sich bald große Schneeflocken gesellten. Nachmittags lagen die umliegenden Höhen im Schnee. Am Morgen des 2. Mai waren alle Gärten, Felder und Wiesen mit starkem Reif be-deckt. Alle kleinen Wassertümpel auf den Strafen waren gefroren, ein seltener Anblick im Monat Mai. Um den Frostschaden zu verringern, wurden von einzelnen Besitzern, schon von Mitternacht an, in den Obstgärten Feuer angezündet und Rauch erzeugt, doch war diese Abwehr, da sie nicht einheitlich durchgeführt wurde, nicht erfolgreich. Die in voller Blüte stehenden Obstbäume sind ihre» hellen Blütenschmuckes beraubt worden. Und was der Morgen des 2. Mai nicht vernichtete, das haben die beiden darauffolgenden Nächle nachgeholt. Die Temp-ratur sank auf 4 Grad unter Null. Auch in den Weingärten wurde durch das Abfrieren der jungen Knospen großer Schaden verursacht, sowie überhaupt die zu erwartende Weinernte nicht nur in der vorderen Kollos, sondern auch in den höch-sten und geschütztesten Lagen durch den Frost fast vollständig vernichtet ist. Nicht absehbarer Schaden wurde an Feldern bei den schon aufgegangenen Bohnen. Zwiebeln, Mais, Kartoffeln u. a., die ganz abgefroren find, sowie am Korn verursacht. Im Vorjahre hat der Hagel die Ernte ver-nichlet. Doch dtrse seit Menschengedenken größte Hagelkatastrophe ist durch den Frost der letzten Tage weit übertroffen. Die Bevölkerung ist oerzroei-feit. Seit 60 Jahren ist zum ersten Male wieder um die Aprilwend« ein derartiges Unwetter aufge-treten. Die Behörden werden dringend aufgerufen, der Not und dem Elend rechtzeitig entgegen zu treten. Wenn jetzt auch wieder freundliches Wetter eingetreten ist, fo betonen die Meteorologen doch, daß man immer noch mit Kälte - Rückfällen rechnen muß. Denn die „drei Eisheiligen" stehen uns noch bevor und können nach vieljähriger Er-fahrung noch um die Mai-Mitte ein frost - strenges Regiment bringen. — h.p. — Weihestunde, eine Vorfeier »um Muttertag mit reichhaltiger vor-ttag»ordnung am Abend de» II. Mai im Kinosaal» de« Hotel» Stobern». Beginn um 20 Uhr. Eintritt»-karte, bei Josef ft r 111, Celje, Kralja Petra cefta. Celje Muttertag 1935. Und wieder kommt der Tag heran, der der Mutter geweiht ist. Auch ander« Völker kennen einen Muttertag. Ihn aber so ver-innerlicht, fo ganz aus den Muttergedanken an sich gestellt zu haben — das ist das Verdienst de» deutschen Volkes. Der Muttertag ist ein Sinn-bild der steten Dankespflicht, die die gesamte Na-Hon ihren Müttern schuldet. Die Frauenschaft der Ortsgruppe Celje des Schwäbisch-Deutschen Kultur-bundes hat sich eine besondere Ueberraschung au»-gedacht, um vielen Müttern zum Muttertag eine be-sondere Freude und Ehrung zugleich zu bereiten. Am Sonnabend, dem II. Mai, wird in einer Abendveranstaltung im Kinosaal des Hotel» Sko-derne, 20 Uhr, eine Bilderfolge mit Sprechchören, Liedern, Musikeinlogen und Reigen unter dem Kenn-wort „Deutsche Frau" zur Vorführung gelangen. Um einen klaglosen Verlauf dieses Abends bemühen sich vor allem Herr McuOswa titsch jun. und Fräulein Olga Hauswirth. Die musikalische Leitung liegt in den Händen des Hörers der Rechte Sepp Tauschmann. Die Karten zu dieser Ver-anstaltung sind im Sportgefchäfte Josef Krell, Kralja Petra cesta, erhältlich. Der erste Mai-Sonntag. Da» war ein richtiger Maien-Sonntag: Den ganzen Tag strahlte die Sonne vom Himmel und goß ihr Gold aus die Blütenbäume und Frühlingsblumen und auf die vielen Hunderte von Bürgern, die „zur Wahl-urnc" schritten, oder darauf verzichteten und in der freien Natur Erholung suchten. Die Ausflugsgast-stalten hatten trotz dem Alkoholoerbote Hochbetrieb. Man trank fast durchweg» „kalten Tee" ... Im Rennwagen an einen Baum ge» fahren. In Celje geriet am Samstag um 12.46 Uhr ein aus der Stadt gegen Petrovce fahrender Rennkrastwagen in nächster Nähe der Villa Stiger aus bisher noch nicht geklärter Ursache plötzlich und in voller Fahrt an einen Baum. Di« drei Insassen sind wie durch ein Wunder fast mit heiler Haut davongekommen. Der Lenker de» Wagens, Herr Zvonko Sernec, erlitt einen Schenkelbruch und wurde durch den Rettungsdienst in da» Krankenhaus ge> bracht. Fräulein Burger, die neben dem Wagen-lenker saß, zog sich Verletzungen im Gesichte zu. Der dritte, Herr Rudolf Stermecli, der im Hinterteil des Wagens saß, wurde in weitem Bogen aus dem Wagen geschleudert und kam mü dem bloßen Schrecken davon. Der vollständig zertrümmerte Wagen wurde abgeschleppt. Arbeitsmarkt. In der Zest vom 20. bis 30. April haben sich bei der hiesigen Arbeitsbörse aufs neue 44 Arbeitslose (34 Männer und 10 Frauen) angemeldet. Die Zahl der in Evidenz ge-führten Arbeitslosen betrug am letzten Apriltag 503 (460 Männer und 49 Frauen). Zur Zeit werden dringend 42 Arbeiter für die Sannregulierungsar-betten in Tremerje bei Celje gesucht. Förstermord im Sanntal. Da« obere Sanntal steh! unter dem Eindruck eines Mordes, der am fürstbischöflichen Revierförster Emil Kristof aus der Planica oberhalb Lui* verübt wurde. In der Nähe de» Kutschenberghose» wurde er auf der Hahnenbalz von einem maskierten Wildschützen auf» solchen Mischehen verschiedenster Zusammensetzung in leider überaus zahlreichen Fällen entgegentrat. Ich habe Ehen kennengelernt, in denen der Vater deu:,ch sprach, die Frau und Mutter Italienerin, Polin oder Ungarin war, dementsprechend in ihrer .Muttersprache" sich mtt den Kindern unterhielt, d«r deutsche Atann und Vater aber sich mtt allen zusammen nur englisch — das er und seine Frau zudem nur sehr mangelhost beherrschten — oerstSn» feigen konnte. Bon einer Kenntnis des Deutschen bei den Kindern kaum die geringste Spur! In keinem einzigen Falle ober konnten sie da» Deutsche lesen oder schreiben! Und dasselbe in Ehen mtt Amerikanerinnen oder Kanadierinnen englischer Ab-stammung. Hier herrschte einzig und allem da» Englische, vielleicht sprach man auch französisch, denn in Kanada ist es zweite Landessprache. Aber Deutsch? Ja, ich habe es erlebt, daß in einer foicheN Familie, zu der ich eingeladen war, die Frau sich mtt einer Franco-Kanadierin französisch Unterhielt, ohne Rücksicht auf ihren Mann oder mich, sich aber verbat, daß der Mann mtt mir deutsch sprach! Und protestiert hat nicht etwa der Hau»„hm", sondern ich, dadurch, daß ich sofort ging! „Muttersprache, Mutterlaut, wie so wonn«sarn. so traut!" — niemals ist mir die ganze Wahrheit dieser Worte Schenkendorfs so sehr zur erschütternden Erkenntnis geworden, al» beim Anblick dieser Mi-schehen. Verlust der Kinder für die deutsche Sprache aber, darüber muß man sich klar sein, ist in allen diesen Fällen gleichbedeutend mtt einem Verlust für da» Deutschtum überhaupt! Die schwache Stellung de» deutschen Manne» innerhalb solcher Mischehen erscheint, einseitig vom heimatlichen Standpunkt au» betlachtet, vielleicht unverständlich und beschämend. Aber man muß be-rücksichtigen, daß hier in den Vereinigten Staaten und Kanada die Stellung der Frau in Haus und Familie, wie überhaupt im gesamten gesellschaftlichen Leben, eine absolut beherrschende ist. Tradition, Sitte und nicht piletzt da» Gesetz geben der Frau eine derart einseitig bevorzugte Stellung, man kann wohl sagen Machlfülle, daß der Mann daneben vollständig oerschwindei. Am besten läßt sich da» so e,klären: heißt es in Deutschland „Mein Mann wünscht e» bzw. wünscht es nicht", so lautet die Formel hier „Meine Frau wünscht e» bzw. wünscht «» nicht!" Inmitten einer solchen Mischehe ist der deutsche Mann ein verlogner. Wenige nur besitzen di« g«istig« und seelische Kraft, sich selber zu behaupten; die mtiften versinken in grenzenloser Oede und Ein-samkeit. Fehlt doch allen Familien da», wa» allein sie zu einer Pflegestätte echter Ueberlieferung und Gebundenheit werden lassen könnte, zu einer Nähr-stätte, die dem Manne die Kraft gibt und die Freude, bewußt den Kamps zu führen für die Familie — es fehtt, nicht zu ersetzen, die d e u t s ch e Frau und Mutter! Wen heirate ich? Wo finde ich eine echte deutsche Frau? Das find Fragen, die mir unzählige Male von deutschen Männern in Uebersee gestellt find, ratto» und hilfeheischend. Und immer wieder mtt dem Zusatz: Denn selbstverständlich heirate ich nur eine Deutsch«! Eine Fülle von seelischer Not, von Sehnsucht und Verlangen nach der Heimat, nach Gedorgensein im häuslichen Schaffen»krei» einer deutschen Frau, versteckte fich hinter diesen Kragen deutscher Männer. Zugleich verkörpern sie aber auch eine» der wichtigsten Probleme des Au»-landdeutschtum» überhaupt: E» darf nicht übersehe« werden, daß, ist der Man» der Kämpfer und Bahnbrecher, die reich»deutsch« Fra» den lebendig« Nachschub darstellt der Armee der Au»landdeutschen. Es ist daher eine hohe Mission, die jede einzelne der einem Rus in» Ausland folgenden deutschen Frauen zu erfüllen hat, wert da Besten! Seite 4 Deutsche Zeitung Rumm« 37 Korn genommen. Der Wilderer gab jwei Schüsse auf Knötof ab, der tödlich getroffen blutüberströmt zusammenbrach, Kriilof, ein Neffe des Fürstbischofs Dr. Rozman in Ljubljana, stand erst im 28. Lebens-jähre und hinterläßt eine Frau und zwei klein« Kinder. Er war im ganzen oberen Sanntal sehr beliebt. Der Mörder konnte in der Person des 19 jährigen Knechtes Alexander Molicnik aus Pob-vezo festgenommen und dem Gericht überstellt werden. Tennisturnier. Am Sonntag, dem 12. Mai um 3 Uhr vormittags, beginnt auf dem Tennisplatz nächst der evangelischen Kirche im Rahmen der jugoslawischen Kludmeisterschaften das Klubturmer der Tennisabteilung des Skiklub» Eelje mit der Tennisabteilung des Sportklubs „Zlirija" au» Jubljana. Näheres bringen wir in unserer nächsten Ausgabe. Erdstoß in Trbovlie. In Trbovlje hat man am 2. Mai gegen 3 Uhr morgens einen starken Erdstoß mit sekundenlangem Nachrollen deutlich wahrgenommen. Diese Naturerscheinung stand Zweifel-los mit de» Erdbeben im Gebiete der Sporadischen Inseln und in Thessalien in Verbindung, die zur gleichen Zeit stattfanden. Im Golf von Jerissos am Fuß? des Berges Athos hat man zur selben Zeit außerordentliche Gezeiten festgestellte Tängerfahrt nach NovisaV. Die Mit-zlieder (Sänger und Sängerinnen) de« Männer-aefangoereines werden aufmerksam gemacht, daß Anmeldungen zur Sängerfahrt nach Novisad nur noch bis einschließlich lt. Mai (bei Herrn Dr. Juchart) eingebracht werden können. M a r i b o r Der Wahlsonntag verlief in vollkommener Ruhe. Viele Wähler wählten statt eines Skupschlina-kandidaten einen Ausflug auf den Bachern oder in andere Ort« der Umgebung. Besonders beliebt waren infolge de» Alkolioloerlwles Ausflüge in die Weingärten der Umgebung, d«r«n Besitzer selten einen so großen Freundestreis bei sich begrüßen konnten wie an diesem Tage. Damenabend de» Hochschüleroerban-des. Der „Verband Deutscher Hochschüler" in Maribor hielt am vergangenen Sonnabend im Saale der „Zadruzna banla" seinen traditionell gewordenen Damenabend ab. Dem Abend war ein «ußergewöhnlich großer Erfolg beschieden. Die bunt« und abwechslungsreich« Boitragsordnung bot allerlei Ueberraschungen. Scharlieder, Neirertänze und — last not least — die humoristischen Vorträgt Herrn Doktor Walzls brachten jene angenehme und ungezwungene Stimmung, di« das Scheiden jo schwer machte. Zum Tanz« spielte di« flotte Saza-nella - Jazzkapelle a«f. Besonderer Dank aber ge-bührt dem rührigen Domenausschuß und den edlen Spendern. Erstere gaben dem Abend da» feine Gepräge, letzter« den materiellen Erfolg. «o. Der Trabrennverein hielt vor einigen Tagen seine Hauptversammlung ab. in der festgestellt wurde, daß der Verein, der seit seinem Be-stand« bahnbrechend und beispielgebend auf dem Gebiet« der Pferdezucht wirkte, seiten» der Behörden nur wenig Unterstützung findet, und fast ganz auf sich selbst angewiesen ist, so daß sogar da» jährlich« Fiühj.ihrstradrennen entfallen mutzte. Dafür war jedoch das Herbstfahren sehr erfolgreich, bei dem 108 Pferde starteten. Der erfolgreichste Fahrer war Herr Filipii, der im vorigen Jahre 9 Siege erringen konnte. Zum Obmann wurde wieder Herr Rosenberg, zum Obmannstellvertreter Herr Kaufmann König in Celje gewühlt. Ein schweres Kraftwagenunglück er-eignete sich verganaenen Sonntag am Radlpaß bei Maienberg. Der Autounternehmer Rutar war beauftragt worden, Wähler vom Radlpaß zur Wahl» stelle zu bringen, und kam mit 20 Personen auf seinem Lastwagen über die steile Radlstraße her-unter. Anscheinend fuhr Rular mit ausgeschaltetem Motor und konnte in einer steilen Kurve den Wa-gen nicht mehr halten. Der Wagen raste die steile Straße herunter, fuhr über eine Böschung und überschlug sich mehrmals. Vier Personen wurden mit schweren Verletzungen unter dem Ä^agen hervorge-zogen. Di« Verletzten wurden, nachdem ihnen Dr. König mann die erste Hilfe geleistet hatte, ins Krankenhaus nach Slovenjgrade« gebracht, w« man an dem Besitzer Franz Koch lebensgefährliche Verletzungen feststellte, während die übrigen mit Rippen und Beinbrüchen davonkamen. — Da» Befördern von Personen mit Lastkraftwagen ist bei uns gesetzlich verboten. Das Unglück hätte bei Befolgung diese» Gesetze» vermieden werden können! Ljubljana Ehejubiläum. Sonntag feierte in Graz Herr Johann Eil er. Postbeamter i. 91, mit seiner Gattin Franziska, geb. Dolenc, die 4t). Wiederkehr des Hochzeitstage-. Frau Erler hat vor 40 Jahren da» große Erdbeben in Ljubljana miterlebt. Eine Tochter de» Ehepaares ist die bekannte Laboratorien-chefin Frau Johanna Kustrien in Ljubljana. Da» Jubelpaar ist allseits sehr beliebt. Die Vtuttertagfeier mußte au» technischen Gründen auf Sonntag, den 19. Mai, verlegt werden. Die Vorbereitungen sind schon jo weit ge-dichen, daß man dieser von unseren Kleinen veranstalteten Feier gespannt entgegensehen darf. Familienabend. Am ^amstag, dem 11. d. M., veranstaltet unsere Kulturbnndoi Isgruppe eine interne Maifeier in Form eines Familienabende». Als liebe Gäste werden wir ein« Abordnung d«r Mttterdorfer Jugendgruppe begrüken können, die — 35 an der Zahl — uns mtt ihrer Heimat und ihrer Mundart bekannt machen wird. Die Mitter-dorfer Jugendgruppe ist bei weitem die regste im ganzen Gottjcheerlond. Ihr erste» Auftreten „in der Fremde" soll den Beweis ihres Arbeitseifers und ihrer erfolgreichen Tätigkeit erbringen. Gvttscheer Volkslieder, Gedichte in Gvttscheer Mundart, sowie einige Ueberraschungen werden den Abend «usfüllen. In der Zwischenzeit wird das hiesig« Kulturbund-Orchester, dessen Leistungen wir am letzten Familien-abend bestaunen konnten, frohe Weisen spielen. Der Abend wird im großen Saal des Hotels „Metropol" (Millit) abgehalten. Gäste sind herzlich willkommen. Von, Gesundheitsamt. Dr. Robert Neu-bacher, Referent für Lungenkrankhetten bei der kgl. Banaloerwaltung, hat seine Bewchsstunden am Nachmittag jedes ersten und dritten Freitags im Monat im Gebäude der kgl. Banaloerwaltung, Abteilung VI (Knafeljstraße). Ist da» möglich? Im November v. I. starb der aus ökofja Lola stammende Professor Schmoranzer und oermachte unserer Universität eine wertvolle Sammlung naturwissenschaftlicher Präparate und einschlägiger Literatur. Der akade-mische Senat soll jedoch die Annuhme der Hinter-lassenschast abgelehnt haben, da für die Ueberfüh. rungskoften aus Meran 3000 Lire zu bezahlen wären. Wenn auch die Unioersilätsbehörde für solche Fälle keinerlei Beträge zur Verfügung hoben sollt«, so hätte dieser Betrag eben auf andere Weise be-schafft werden müssen. Für die seltene und kostbare Sammlung bekundet nun die Wiener Universität, die diese Sammlung schon zu Lebzeiten ihre» Eigentümers und edlen Spenders käuflich erwerben wollt«, reges Interesse. Der Weinverbrauch in Ljubljana betrug Heuer im ersten Vierteljahr 769.12S.K0 Liter, der Bierverbrauch 55.368.50 Liter. Der Gesamtwert dieser Wein- und Biermenge übersteigt 8,700.000 Dinar. Wirtschaft u.Verkehr Welthandel, Flottenbau, Gold-reserven und Industrieproduktion Genfer AZirtschaftszahlen Auch Statistiker können sich irren, wenn sie zu vorschnell eine Schätzung des Welthandels aus der Hand gegeben haben, ehe sie alle notwendigen Unterlagen besaßen. Das scheint der Statistischen Ableitung de» Völkerbundes diesmal mit der Schätzung des Wetthandets für 1934 geschehen zu sein, denn in diesen Tagen kam in Genf die endgültige Schätzung für 1934 heraus, nachdem noch aus einer Reihe von Ländern die letzten Ziffern eingetroffen waren. Aus dieser Schätzung geht hervor, datz da Wert de» Wett-Handel« 1934 um 3 Prozent unter demjenigen des Vorjahres lag. während die Menae de» Welt-Handel» 1934 sogar um einige» großer war als 1033. Die Ausfuhren Nord- und Südamerikas waren auch wertmäßig gebessert, während diejenigen aus Europa 5, die au» Afrika 10 Prozent unter den Zahlen von 1933 lagen. Wertmäßig hat der Welthandel im Februar 1935 den tiefsten Stand fett 1929 erreicht, nämlich 31.4 Prozent de» Monatsdurchschnitts von 1929. Gegenüber dem Februar 1934 hat er um 1.5 Prozent abgenommen. Die europäischen Ein-fuhren waren im Februar 1935 um 7 Prozent geringer als im Februar 1934. diejenigen Nord-amerilas um 17, die von Asien um 11 und dieje-nigen von Australien um 7 Prozent höher al» im entsprechenden Monat de» Vorjahre». Dagegen hat die Ausfuhr Australiens um 23 Prozent abge-nommen. Die Angaben über den Schiffsbau zeigen im ersten Vierteljahr 1935 ein« Zunahme von 18 Prozent gegenüber der gleichen Zett des Vor-jähre». In England wurden in dieser Zeit 555.800 Tonnen gegenüber 481.400 Tonnen im ersten Vierteljahr 1934 in Dienst gestellt, ebenfall» sind Zunahmen beim Schiffsbau Frankreichs, Dänemarks, Norwegens, Schwedens und Holland» festzustellen. Am erfreulichsten ist die Zunahme bei Deutschland (Ende März 1935 194.800 Tonnen gegenüber 82.700 Tonnen Ende März 1934). Die Summe der Goldreserven der Welt — ohne UdSSR — hat im ersten Vierteljahr 1935 um 154 Mill. Golddollar zugenommen. Im einzelnen vermehrten sich die Goldreserven der Ver-einigten Staaten um 195 Mill. Golddollar, der Südafrikanischen Union um 21, Frankreich, um 20 Mill. Golddollar, kleinere Vermehrungen sind ferner festzustellen bei Japan, England, Kanada und Deutschland. Eine Verminderung der Goldreserven trat — in Mill. Golddollar — bei folgenden Ländern »in: Schweiz 38, Belgien 34, Holland 11 und Jugoslawien 9. Im übrigen blieben die Goldreserven fast unverändert. Die Statistiken für die Industriepro-duktion zeigen im Februar 1935 ein Ansteigen in Kanada. Chtt«, Dänemark, Italien und Ror» wegen an, eine leichte Abnahme in Hollands während die Industrietätiglett bei den übrigen Ländern unverändert blieb. Deutsche im Ausland hört zu! Volksdeutsche Rundfunksendungen >,. Mai 1L—18, Stuttgart: Ueber tragung aus dem Fest-iaal des Hause« des Teutschtum«: Erste Lertündung de» Volksdeutschen SchristtumSpretset. Ansprachen von Gau-kulturwart Tr. Georg Schmückt« und dem Vorsitzenden de» Teutschen BuSland-Institutt Oberbürgeruieister Tr. Kart I t r ö l t n. 10. Mai <)»•_»« Berlin: Für die Frau. Vlick in die Welt. „Deutsche Frau in Kanada". 14. Mai t 10™, Deulschlandsender: Teulsche« BollStum im Ären», und Autland: Ein Echtsslein fährt »m die WeltI Hörspiel nach dem Buch von Kapitän Klrchech von Charlotte Schultz «werth. 11°°, Hamburg: „Na Oftland will wi sahreu". Tie Eroberung Preußen» durch den Teutschen Orden. HSr-ipielreihe von Heinnch Behnkn. I. Hochmeister Hermann von Satza. 19°". Köln: Grenzland im Westen: Du Eisel. 80'\ München: Stunde der Natron; HanS Grimm, ein Querschnitt durch sein Schassen. Logisch« Neberlegung „Trinke ich noch ein Glas? Mein Kopf sagt nein, mein Magen sagt jo, der Kopf ist klüger al» der Magen, der Klügere gibt immer nach... also trinke ich noch ein»!" Gewonnen Der kleine Bruder: „Ich wette, dah Herr Skalier dich küssen würde, wenn ich nicht im Zimmer wäre!" Die grotze Schwester: „Unerhört, Bobby — auf der Stelle gehst du hinau»!" 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