Ar. 55. Kamllag, den !>. Juki 1882. VII. Jalirgaiisi. Cillier Zeillmg. Erscheint jeden Tonnersiag nnd Sonntag Morgen?. — PränumerationSbedingullgen: ,'^lr Cilli sammt Zustellung ins Haus ganzjährig sl. . halbjährig N. MmtIMttfl st 1.50. monatlich SS kr. Mit Posiveneiidung ganzjährig st. 6.4", halbjährig fl. 3.20, vierteljährig st. 1.60. — Redaction und Administration: Herren-ga^e Jlr. ö. Sprechstunden des Redacteurs täglich, mit Ausnahme der Conn- und Feiertage, von ?—12 Uhr Vor- und vonS—6 Uhr Nachmittags. — Inserate _werden billigst berechnet. Auswärts nehmen Inserate für die „Ciliier Zeitung" alle bedeuimderen Annoncen-Expeditionen an. Kuropa und Kgypten. Die egyptische Frage hat in den letzten Tagen eine Wendung genommen, welche be-fürchten läßt, daß aus dem Land der Pharaonen der Kriegsrus erschallen wird, welcher Europa unter die Waffen ruft. Während wir diese Zeilen schreiben, beschießt die englische Flotte wahr-scheinlich schon Alexandrien, und eine der blühend-sten Handelsstädte des MittelmeereS wird in Schutt und Trümmer sinken, weil die englische sowie die französische Ehr? angeblich in Egypten engagin ist. Frankreich und England * zwar gegenseitig eifersüchtig um den Besitz des Suez-kanals, bauen sich in Egypten gesunden; erst wollten sie das Land ganz ihrem Einflüsse unter-werfen, um dann desto bequemer um den Suez-kanal feilschen zu können. Jahrelang seufzte Egypten unter einer unnatürlichen Doppelregier-ung bis Arabi Pascha mit seinem „Egypten für Egyptier" die nationale Bewegung hervor-rief, deren erste That die Entfernung der eng-lischen und französchen Funktionäre war. Seit dem vergangenen Winter trachteten Frankreich und England theils durch directe Unterhandlungen mir dem Vicekönige, theils durch Beeinflussung der sonverainen Pforte, wieder festen Fuß in Egypten zu fasten. Der schwache Tewfik Pascha konnte, und der Sultan wollte nicht; Arabi Pascha blieb Dictator trotz Protesten und Flotten-demonstrationen. In der neuesten Phase der orientalischen Frage hat sich der deutsche Reichskanzler wieder in seiner ganzen welthistorischen Größe gezeigt; die moralische Unterstützung, die seine Politik der Türkei angedeihen ließ, hat sie in Stand gesetzt den Westmächten zu trotzen, die Schutz vor gänzlicher Erniedrigung auf einer Eonferenz suchen mußten, deren Zusammentritt allein schon eine moralische Niederlage Frankreichs und Eng-lands bedeutet. Die Eonferenz wird resultatlos verlaufen. Entweder wird sie durch Bombardement von Alexandrien gesprengt, oder die Türkei über-nimmt die bewaffnete Intervention in Egypten; in beiden Fällen ziehen Frankreich und England den Kürzeren. Die größte Flotte, welche daS Mittelmeer je getragen hat, >ft von England und Frankreich unterwegs, um die verachteten Egyptier zu züchtigen ; durch die Entfaltung einer imposanten Macht «vollen die Westmächte ihre diplomatische Niederlage wettmachen, die „engagirte Ehre" erfordert das Bombardement von Alexandrien und die Besetzung Egyptens. Der militärische Erfolg wird nicht ausbleiben, die französische Tricolore und das englische Georgskreuz werden in Bälde von den Zinnen Damiette's und Ale-xandrien'S wehen, Lord Seymonr und Admiral ttranz werden berichte» können: Egypten liegt erwürgt zu den Füßen der Westmächte. Gewürgt doch nicht erwürgt. Nicht einen Schritt weiter werden die Westmächte gehen als es Bismarck und den Ostmächten belieben wird. Frankreichs Sprache wird mit jedem Tage herausfordernder und sein großer Tribun hat erst vorgestern im französichen Heeresausschusse von der Revanche gesprochen. Für derlei Worte ist der eiserne Kanzler sehr empfindlich. Frankreich weiß das zu gut. als daß es sich zu tief ins egyptische Abenteuer stürzen würde. Die orientalische Frage ist diesmal von unten aufgerollt worden. Zweifellos haben die Ostmächte: Rußland, Deutschland, Oesterreich sowie auch Italien Interessen im Nillande, für deren NichtVerletzung von Seite der Türkei Garantien geboten werden müssen, ob aber in Egypten ein sueeräner Vicekönig oder der souveraine Padischah herrscht, kommt wenig in Bettacht. Wenn es sich bewahrheiten sollte, daß Bismarck die Wiederaufrichtung der islamitischen Macht in Asien und Afrika plant, so ist deren -ttuf dünkten Wegen. Roman von Ed. Wagner. (56. Fortsehung.) Einige Minuten später wurde sein Rufen von Pierre Renard beantwortet, welcher wie ein Schatten sich den Ruinen näherte. ..Bist Du es, Jean ?" flüsterte er. „Was machst Du einen so unsinnigen Lärm?" „Warum hast Du mir nicht gleich geant-wortet?" entgegnete Jean ärgerlich. „Ich habe seit zwei Stunden hier auf Dich gewartet. Du sagtest, ich sollte jede Nacht in den Ruinen sein." „Ich sagte in der Nähe." „Tu sagtest in den Ruinen. Ich habe ge-wartet und gewartet, nnd Du treibst Deinen Spott mit mir, Renard. Warum antwortetest Du mir nicht, als ich vor einer Viertelstnnde zu Dir sprach? Warum verschwandest Du so plötzlich?" „Ich war es nicht. Ich komme eben von der Terrasse herüber." „Ich weiß eS besser, verstelle Dich nur nicht. Ich habe Dich gesehen, schleichend und geheimnißvoll wie immer, und Du verschwandest, als wärest Tu plötzlich von der Erde weg-geweht —" „Zum Teufel!" rief Rnnard erregt. „Du hast den Vogel gesehen, dem wir nachstellen ? Du hast zu ihm gesprochen?" „Ich rief ihn an!" »Und hast somit verrathen, daß ich in der Nähe bin, und ihn gewarnt, aus seiner Hut zu sein. Du bist mir ein schlauer Spion, Jean Renard! Er hält sich in den Ruinen verborgen nnd wir müssen ihn finden. Wir müssen ihn diese Nacht sangen." Sie ahnten nicht, daß sie belauscht wurden. John Wilson war nahe genug, daß er jedes Wort ihres leisen Geflüsters verstehen konnte. Er fragte sich, was es für ein Vogel sei, dem Pierre Renard „nachstellte". Es schien ihm, als sei er in ein ganzes Netz von Geheimnissen ge-rathen, und sein Eifer trieb ihn, jedes einzelne zu erforschen. „Wenn unser Wild in den Ruinen ist," sagte Jean Renard finster, „wird er heraus-kommen um das Mädchen zu sprechen. Wir werden also besser thun, auf ihn zu warten, bis er herauskommt, als daß wir nach ihm suchen." „Hältst Du mich für einen Irrsinnigen?" fragte Pierre in demselben Flüsterton, und fügte noch leiser hinzu: „Das Mädchen ist todt!" „Todt?" wiederholte Jean. Wilson erschrack, und vor Schreck wäre ihm beinahe ein Schrei entschlüpft. erster Schritt die volle Wiederbesitznahme Egyp-tens, um von dort aus in Afrika und Arabien wieder herrschen zu können. Freilich gefährdet ein kräftiges Jslamitenthuni die englischen und französischen Besitzungen in beiden Welttheilen, aber eben diese Gefährdung scheint int Plane BismarckS zu liegen; den Besitz von Elsaß und Lothringen garantirt die regenerirte Türke» und vielleicht scheut sich der Mann von Blut und Eisen auch nicht dieses Zweckes halber,für das Osmanen-reich das Schwert zu ziehen. Der erste Schuß vor Alexandrien ist vielleicht der Ansang eines Weltkrieges. Ausveutungs- oder Schutzsystem ii. Nicht besser, als mit der Förderung des materiellen Wohles der Consumenten, steht es mit der angeblich durch die freie Concurrenz bedingten Verbesserung der Production. Läßt sich nämlich einerseits nicht in Abrede stellen, daß in der Concurrenz ein Sporn zu regerer Thätigkeit liegt, und wäre es daher ein verkehrtes Stteben, wollte man die Concurrenz überhaupt aus dem practischen Leben auS-schließe», so dars andererseits nicht übersehen werden, daß der Sporn nur bis zu einer ge-wissen Grenze anregend, darüber hinaus aber ve> letzend oder aufregend wirkt, ja zur Ver-zweiflung treiben kann. Mit anderen Worten: die Concurrenz ist förderlich und nützlich für Production und Verkehr, solange der Pro-ducent oder Geschäftsmann in der Lage ist, seinen Betrieb zu verbessern; sie hat dagegen einen schädlichen Einfluß, wenn sie über diese Grenze hinausgeht. Weder der Einzelne noch ein ganzer Berufszweig kann mehr leisten, als er eben kann. Sieht er, daß er trotz aller Anstrengung nicht auszukommen vermag, dann wird er, je »ach Umständen, entweder abgestumpft und gleichgiltig gegen alles Kommende „Ja. todt!" erklärte Pierre. „Hältst Du mich für einen Narren, daß ich ein so gefährliches Geschöpf leben lassen könnte, damit es mich verderben kann? Meinst Du, daß sie mir immer und immer wieder entgehen würde? Ein zartes Mädchen wie sie, ist, bei all ihrer Schlauheit. einem Feind wie ich bin, nicht gewachsen. Jetzt ist sie todt und liegt ant Fuße des Felsens zerschmettert. Alexa ist auS meinem Wege. Und nun kommt der Vater an die Reihe!" „Wir haben Alles gründlich durchforscht," sagte Pierre mißmuthig. „Er ist entweder im Park oder er hat in dem geheimen Versteck Zuflucht gesucht, welches irgendwo in der Kapelle oder im Schlosse liegt. Es heißt, daß er im Besitz des Geheimnisses der Kammer war. Fluch ihm! Ich möchte nur wissen, wo das Kabinet ist." „Haft Du keine Ahinmg davon?" „Nicht die geringste. Ich habe mir oft genug die Zeit damit verttieben, danach zu suchen nnd habe eigentlich nur halb an seine Existenz ge-glaubt. Aber wenn es existirt. hat er es in Besitz genommen. Ich will Dir sagen, was ich thun werde. Ich habe der Polizei einen Wink gegeben, damit Lord Montheron Gelegenheit siiidet. Lady Wolga Clysse zu gewinnen. Sie ist so scheu wie ein Vogel. Was sie den« Mar. gnis in die Arme treiben kann, ist deS Flüchtlings Gefangennahme durch die Polizei." oder geräth in Verzweiflung, oder aber er wird ««zufrieden mit seiner Lage und mit den bestehenden Verhältnissen. WaS eine solche Un» Zufriedenheit, wenn sie allgemein wird, bedeutet, braucht nicht erst hervorgehoben zu werden, und muß schon mit Rücksicht auf diese letzte Folge die sogenannte Manchestertheorie, d. i. die Lehre von der freien Concurrenz. das Prinzip deS Gehen- und Stehenlassest auf wirthschaftlichem Gebiete für die meisten Staaten als verderblich bezeichnet werden. Des besseren Verständnisses halber wollen wir auch hin das Gesagte durch einige Bei-spiele illustriren. Wenn man vom Standpunkte der freien Concurrenz aus verlangt, der Bauer möge durch fleißige und rationelle Bewirthschaftung seines Gutes den Ertrag desselben hebe», so ist das ohne Zweifel recht schön, allein es laßt sich dieses Recept nur bis zu einem gewissen Grade ausführen. Mag nämlich der Bauer noch so fleißig und tüchtig sein, so ist er deS-halb doch nicht im Stande, den Boden so weit zu verbessern, daß er den« noch jungfräulichen Boden Amerika'S gleichkommt; schon darum nicht, weil solche Verbesserungen Summen verschlingen würden, welche er weder aufbringen, noch später hereinbringen kann. Roch weniger kann der Baun daS Klima beeinflussen, die Niederschläge für jene Zeit bestellen, wo er sie gerade braucht, Elementarereignisse verhindern :c. und könnte er auch das Alles, wäre er an Macht fast einem Gotte gleich, so vermöchte er erst noch nicht die enormen Steuern und fon-stigen Lasten abzuwälzen, welche die Production so sehr vertheuern. Wie man sieht, thun also Fleiß und Tüchtigkeit nur im begrenzten Maaße ihre Wirkung; darüber hinaus ist der Bauer machtlos und wenn es nun nach dem Principe der freien Concurrenz wirklich dahin käme, daß das gauze Land mit amerikanischem Getreide überschwemmt würde, dann dürfte sich Niemand wundern, wenn der Bauer in Folge der enorm gedrückten Preise einfach nicht mehr bestehen könnte. Ganz ähnlich wie in der Landwirthschaft verhält eS sich auch in vielen Industriezweigen. Der einzelne Producent kann Verbesserungen in seinem Betriebe nur insoweit vornehmen, als er die Kosten derselben erschwingen kann und als er Aussicht hat, dieselben wieder herein;»-bringen, überdies liegt es nicht in seiner Macht, die Preise für das Rohmaterial?, sowie über-Haupt die Productionskoften derart herabzu-drücken, daß er dem englischen oder belgischen Coneurrenten gegenüber aufkommen kann. Auch für den Industriellen bedeutet somit das Princip der freien Concurrenz den Ruin und wird die Richtigkeit dessen durch die Thatsache bestätigt, daß in Folge des in den Siebziger Jahren in „Vielleicht können wir ihn diese Nacht noch festnehmen," bemerkte Jean. „Werden sich die Beamten von Scotland-Hard nicht um den Mord des Mädchens kümmern?" „Mord? Wer kann sagen, daß sie ge-mordet ist ? Man wird darauf schwören, daß eS ein Unfall war. und der Marquis wird einen Verweis bekommen, daß er kein Geländer um den Rand deS Abhanges machen ließ. ES ist kein Zeichen an ihr, wie sie ihren Tod gefunden hat. Ich bin zu schlau, Jean, als daß ich etwas Unvorsichtiges thun würde. Ich will die Sache zu Ende führen und die Hälfte der Belohnung beanspruchen." Wilson hatte sich dicht hinter ihnen gehal-ten und hörte dann und wann Brocken von ihrer Unterhaltung. Er drückte sich in einen Winkel, der Dinge harrend, welche kommen sollten. Seine Neugierde war auf'S Höchste gespannt. 52. Kapitel. 3m Zllarorrlteck. Als Alexa zum Bewußtsein zurückkehrte, befand sich ihr Vater, über sie gebeugt, in einer Angst die zu groß war. um sie mit Worten beschreiben zu können. Sie erkannte ihn. trotz seines gefärbten Gesichts »nd Haares. Sie niur-melte leise seinen Namen und schloß dann wieder die Augen. Deutschland eingeführten Freihandelssystems die meisten Hochöfen in den Rheinländer» auSge-blasen werden mußten, weil der billige Preis des englischen Roheisens jede inländische Con-currenz unmöglich machte; daß ferner — um ein Beispiel aus Oesterreich zu wählen — uu-sere inländische Tuchfabrikation in Folge der englischen Concurrenz bereits auf ein Minimum gesunken ist. Wir haben im Vorstehenden gesehen, daß das Princip der freien Concurrenz in seiner consequenten Durchführung sowohl für den Einzelnen, wie für ganze ErwerbSzweige verderblich ist. Indessen muß die Frage auch noch von einem anderen Gesichtspunkte aus be« leuchtet werden, nämlich vom staatlichen. Da muß denn betont werden, daß der Staat vor allen Dingen die Pflicht hat, soweit es in seiner Macht liegt, allen seinen Angehörigen ein menschenwürdiges Dasein zu ermöglichen; daß er ferner in seinem eigenen Interesse darauf bedacht sein muß, einen kräftigen Mittelstand aus dem Lande, wie in den Städten zu erhalten; daß er endlich, gleichfalls in seinem eigenen Jnterefs" darauf bedacht sein muß, innerhalb seiner Grenzen alle wichtigen Produktionszweige in ausreichender Weise ver-treten zu sehen, da er in diesem Falle wirth-schaftlich unabhängig ist, sein Geld hübsch im Lande behält und nicht so leicht, jedenfalls aber nicht so schwer geschädigt wird durch wirthschaftliche Katastrophen in anderen Län-dern, sowie durch kriegerische Ereignisse, welche die Einsuhr unmöglich machen. Die Verfechter der freien Concurrenz wollen freilieh von all' diesen Erwägungen nichts wissen, sie ignoriren sowohl die individuellen, als die staatlichen Bedürfniß?; denn höher als das Gesammtwohl stehen ihnen die Interessen des internationalen Capitales, des Speenlantenthums, welches beim Bestände deS Ausbeutungssystemes allein seine Rechnung findet. MMische Rundschau. SilU, 9. Juli. Inland. Die Zusammenkunft der beiden Kaiser von Deutschland und Oesterreich unter Beisein des Fürsten BiSmarck wird jetzt allerseits bestätigt. Die Begrüßung der beiden Monarchen dürfte gelegentlich des Aufenthalts des deutschen Kaisers in'Gastein in denselben Formen wie in früheren Iahren vor sich gehen. Ob die Begrüßung in Gastein stattfindet oder ob Kaiser Wilhelm dem österreichischen Kaiserhofe in Jschl einen Besuch abstatten wird, darüber sind Entschei-düngen noch nicht getroffen. Auch die übliche Versicherung fehlt nicht, daß diese Kaiserzusam-meukunft jedem politischen Act fern sei und keiner Der Anstrengung ihres VaterS gelang es. sie aus ihrer Bewußtlosigkeit zu erwecken. „Vater!" flüsterte sie, und ihre blauen Augen blickten verwirrt umher. „Vater! bist Du eS wirklich ?" „Ich bin eS. Alexa. Sage mir, wo Du verletzt ist. Ich finde keine gefährliche Wunde. Bist Du etwa innerlich verletzt? Athme einmal recht tief auf. mein Kind, — so." Alexa gehorchte und athmete lang und tief ohne Schmerz. „Ich denke, ich habe nur einige leichte Verletzungen erhalten." sagte sie. „Ich erinnere nun Alles. ES stürzte mich Jemand den Felsen hinab. Ich dachte, daß ich sicher sterben würde. Wie rettetest Du mich? Fast könnte ich glau-den, ich wäre todt und wir wären in einer anderen Welt," und wieder blickte sie verwun-dert um sich. Sie lag auf einem Lager weicher Matratzen und Decken. Rings um sie waren kahle Wände, ohne Fenster und ohne sichtbare Oeffnung. welche den Zutritt frifcher Lust gestattet hätte. Der kleine Raum wurde durch eine an der Wand hängende Laterne erhellt Eine rohgearbeite Holz-bank. ein ebensolcher Tisch und ein Lehnstuhl bildeten das ganze Mobilar des offenbar unter-irdischen Gemachs. Ein paar an der Wand der beiden Souveräne von einem Minister be- S'eitet sein würde. Das Einttessen deS Fürsten iSmarck in Gastein ist nach der „Nat.-Ztg." für einen Zeitpunkt in Aussicht genommen, zu welchem der Kaiser seine dortige Badecur be-reit« beendet haben wird. Die Herren Tschechen müssen sich doch bequemen auch an ihrer Universität etwas deutsch zu lernen. Eine kaiserliche 'Verordnung vom 25. Juni bestimmt, daß für beide Prager Universitäten nur eine Staatsprüfungscomis-sion in der früheren Zusammenstellung bestehen soll. Die Staatsprüfungen können ausschließlich in deutscher, aber nicht ausschließlich in tsche-chischer Sprache abgelegt werden ; zwei Fächer müssen deutsch geprüft werden. Wegen Unkennt-niß der deutschen Sprache können Hörer reprobirt werden und müssen die Prüfung in deutscher Sprache wiederholen. Auch muß an der tfchechi-sehen Universität bei den die Staatsprüfung vertretenden Rigorosen wenigstens ein Fach deutsch geprüft werden. Damit ist den Aspira-tionen nach voller Verdrängung der deutschen Sprache ein Riegel vorgeschoben. In der gestrigen Sitzung deS steirischen Landtages beantwortete der Statthalter die be-kannte Interpellation betteffs des deutschen SchnlvereineS dahin, daß die VereinStaätigkeit im steirischen Unterlande bis nun den politische»» Behörden keinen Anlaß zur Constatirung der Ueberschreitung der festgestellten ActionS-Grenzen, sonach zu weiterem Vorgehen gegen den Verein »ach Maßgabe der Bestimmungen deS VereinSgtsttzeS nicht gegeben habe. Hienach sei es selbstverständlich, daß auch die S ch u l b e h ö r d e n nicht in der Lage waren, etwaige Verletzungen der Vorschriften über das Schulwesen oder Eingreifen in den Wirkungs-kreis der Schulorgane wahrzunehmen. Hoffent-(ich merken sich die Herren Raday. /.vlgar und Genoffen diese Antwort der Regierung des Grafen Taaffe. für künftig vorzubereitend« Insulten gegen die segensreiche Wirken des deutschen Schulvereines im Unterlande. yn Ungarn dauert die Aufregung in der Judenfrage fort, jetzt sind auch uoch die orthodoxen Rabbis des Landes mit einer Er-klärung hervorgetreten, worin sie die Insinuation eines rituelle« Mordes zurückweisen und die Glaiibensgenossen anffordern auszuharren. In Papa wurden durch drei Nächte hinter-einander den Juden Fensterscheiben eingeschlagen und einzelne Juden geprügelt. Ausland. Die egyptische Frage ist am Punkte angelangt, wo es kein Zurückweiche» mehr gibt. England und Frankreich scheinen willens zu sein, trotz der Eonferenz energisch einzuschreiten, und während England Truppen aus Indien bereit hält, um das Nilland zu besetzen, rüstet Frank- angebrachte Börter waren mit Lebensmitteln aller Art angefüllt. Alexa betrachtete all' diese Sachen und richtete dann ihren Blick auf ihren Vater. Sein edleS Gesicht war abgezehrt und kum-mervoll in seinem Ausdruck. Er schien in letzter Zeit mit Entbehrung gekämpft zu haben und erschöpft von vieler Aufregung zu sein. Seine Augen, blau wie Saphir, waren tief eingesunken, und auf seinem Gesicht lagen Furchen, die sie nie vorher gesehen. Sie hörte aufmerksam zu, während er ihr erzählte, wie er sie gerettet hatte. Sie machte einen Versuch, sich zu erheben, sank aber zurück, schwach wie ein Kind; ihr Kopf glühte und ihr zarter Körper zitterte. „Wo sind wir?" fragte sie. „In dem Altar-Versteck," antwortete ihr Vater. „Ich brachte Dich hierher, da ich nicht wußte, wohin ich Dich sonst bringen scllte. Ich habe mich schon seit vierzehn Tagen hier ver« borgen gehalten. Liege still, Alexa. ES befindet sich eine kleine Wunde an Deinem Kopf, die ich verbinden muß." Er brachte kaltes Waffer. wusch die Wunde ab und verband sie dann mit einem Taschentuch. '.'llS dies geschehen, ging er zu einem Bort, schenkte ein Glas Wein ein und brachte eS Alexa. die es mit Behagen austrank und sich reich die größte Panzer-Flotte aus, welche bis nur in Action getreten ist. DaS Bombardement von Alexandrien droht stündlich zu beginnen: in Berlin herrscht die Ueberzeugung, der Sultan werde noch im letzten Augenblicke einer Katastrophe in Egypten dadurch vorbeugen daß er die bewaffnete Intervention überniuimt. Ob England und Frankreich sich damit einverstanden erklären werden, muß dahin gestellt bleiben. Die nächsten Stunden schon müssen eine Entscheidung bringen._ Korrespondenzen. Hochtnrgg, den 7. Juli 1882. (Orig.-Eorr.) sNationale Verbissenheit.^ Trotzdem die erbärmlichen Kampfmittel unserer politischen Gegner schon zur Genüge illustrirt wurden, kommt eS doch noch keinem dieser slovenischen Volksapostel im entferntesten in den Sinn für die überspannt nationalen Ideen, die jeden normal-denkenden Slovenen zum mindesten absurd er-schein?«, mit würdigeren Waffen einzutreten. — Auch der wolbekannte Gemeinde-Vorsteher von Weixeldors hält es daher für ein Gebot der Pflicht, wenn er schlichte GewerbSleute HocheneggÄ vom Besuche der Parteikonferenz deutsch und fortschrittlich gesinnter Männer in Cilli dadurch abzuschrecken wähnt, daß er ihnen einen durch ihn provocirten Verdienftentgang in Aussicht stellt. Jedermann wird zugeben, daß eS sich kaum der Mühe lohnt, mit einer politischen Null solchen Kalibers zu befassen; denn wenn man sich diesen Alleinherrscher in Jankova etwas genauer betrachtet, so kommt man wohl selbst zur Ueberzeugung, daß der Genannte in pecu-niärer Beziehung eine Stockung in der Geschäfts-gebahrung der Professionisten Hocheneggs schwerlich hervorzurufen im Stande sein wird, doch ist es gerathen, die Bolksapostel, die mit Kampfmitteln so gemeiner Sorte Hantiren bei Zeiten namhaft zu machen, bannt der gesund denkende Gebirgsbewohner von Jankova und Umgebung zur Einsicht gelange, was für Pres-sionSMittel der Mann zu wählen pflegt, der berufen ist an der Spitze der Gemeinde Weixel-dorf seines Annes zu walten. Laibach, 6. Juli. (Orig.-Eorr.) s„Elegan> ino" bazar-1 Die Nachäffereien unserer Halblut-Slaven mehren sich seit Jahren in er-heiternder Weise, ja sie haben jetzt schon einen solchen Grad von Drolligkeit erreicht, daß man darüber öffentlich und herzlich lachen kann. Und dies ist zu Zeiten so trister politischer Verhält-nisse gewiß auch eine Erquickung. Wie eine stille Wasserfläch: den Schimmer des vollen Mondes widerspiegelt, so reflectirt auch „Slovenski Narod" das Leben und Treiben in der Residenz der Pervaken. Die Lectüre dieses Blattes wirkt nach-haltend auf Nieren und Milz, sie wirkt aber danach gestärkt sühlte. Sie war noch nicht im Stande, aufzustehen, und lag ruhig auf ihrem Lager, die Augen voll Zärtlichkeit und Liebe auf ihre» Vater gerichtet. „Wenn Du mich nicht gefunden hättest, Vater." sagte sie plötzlich, „würde ich beim Er-wachen von dem schützenden Vorsprung hinab-gestürzt sein in's sichere Verderben. Der Mann, welcher mich hinabschleuderte, muß Pierre Renard gewesen sein," „Er war eS." ..Wie seltsam, daß Du meinen Schrei hörtest und kamst, um mich zu retten." „Ich habe die Terrasse jede Nacht besucht in der Hoffnung. Dich zu sehen, Alexa. Manch-mal kam ich früher und manchmal später, aber ich konnte Deiner nicht habhaft werden bis heute Abend. Ich begann schon zu fürchten. Du hättest das Schloß verlassen." „Ich war drei Tage abwesend auf einer Reise nach Londen mit Mrs. Jngestre. Aber sage mir. Vater, woher hast Du das Lager und alle die Lebensmitttel?" „In einer Nacht verschaffte ich mir Einttitt in das Schloß durch ein ^»fällig nicht geschlos-senes Fenster. Ich schlich mich in ein Fremden-zimmer und holte mir die Decken und bei einem zweiten Gange in derselben Nacht die Matratzen. In der folgenden Stacht machte ich durch dasselbe — 3 — auch auf das Zwerchfell und erzeugt Hegen die Absicht der nationalen Autoren frisches, fröhliches Lachen. Wir sehen im „Slovenski Narod" in welchem Mißverhältnisse sich heute „Können" und „Wollen" noch befinden. Für Leute die das Blatt nicht verstehen, und dieß ist wohl die Mehrzahl der Leser, hat „Narod" vielleicht etwas imponirendes. Er ist slovenisch geschrieben, aber mittelmäßig deutsch gedacht. Wir finden da ganz reine Uebersetzungen deutscher Wortge-füge und Sätze, ja selbst die deutsche Unart, den Text mit französischen Brocken zu spicken, haben sich die Herren vom Narod angeeignet. AllerdignS sieht es ungleich wunderlicher auS zwischen den consonantenreichen Naturklängen der Sprache hie und da ein einer gebildeten Sprache entnommenes Wort zu sehen. Für das Lesepublicum des Narod ist schon das classische Eigenbau-Slovenisch, welches bekanntlich nicht 100 Personen im ganzen Königreiche schreiben können, ein spanisches Dorf: was ist nun erst ein französisches Wort! — Unlängst schrieb „Narod" von einem eleganten Bazar, der in der hiesigen Tschitalniza zur Bauunterstützung des slovenischen narodni dorn (Volksheim) veranstaltet werden sollte. „Narod" trommelte und trommelte tagelang, so daß man fast glauben konnte, es werde ein Fest ersten Ranges absetzen. Vom slovenischen Standpunkte aus beurtheilt mag e« auch ein solches gewesen sein. Wir sind auch nicht so unartig die den höchsten slo-venischen Ständen angehörigen, activ und passiv den Bazar verherrlicht habenden Personen ein-gehend zu mustern. ES gab Sänger, die da sangen. „Sokolisten", die den Zuschauern ihre unvermeidlichen Pyramiden vormachten, und endlich gab es auch ein°n reizenden Flor von fünf Frauen, welche an gedachtem Abende das Geschäft nicht in den einheimischen gastlichen Hallen, sondern in den lieblichen Räumen der Tschitalniza besorgten. „Slovenski Narod" er-zählte uns donu am nächsten Tage mit süß-sauren Worten von dem — FiaSco, denn daß man eine Virginia-Zigare um lO ja selbst um 20 kr. verkaufte, das konnte selbst genannten Blatte nicht imponiren. Die Herren von der Tschitalniza werden es sich künstig hin wohl überlegen, sich mit so viel Pomp zu blamiren als eS diesmal geschah. Vielleicht schreibe ich Ihnen nächstens über die verehrlichen vier gei-stessprühenden Feuilletonisten der nationalen Presse, vielleicht flechte ich auch ein Stückchen von unseren phantastisch angethanen südslavischen Falkenfederhaltern ein. Auch Bettachtungen über einige auS der französischen Invasion zuritckge-blieben« Urslovenen. sowie ein Spaziergang durch die LattermannS-Allee dürften reichlichlichen Stoff bieten. — ho— Fenster, welches nicht beachtet wird, einen Be-such in der Speisekammer und dann im Keller, um mich mit Speise und Trank zu versorgen. Die Tage habe ich hier verbracht, die Nächte draußen im Freien. Ich war in der Kapelle an dem Gesellschaftsabend, als die Ruinen illu-mirt waren. Ich sah und hörte meine, — Lady Wolga, obwohl sie meine Anwesenheit nicht ge-ahnt haben kann." Und Mr. Strange senfzte schwer. „Wo befindet sich Lady Wolga gegen-wärtig?" „In London, Vater," antwortete Alexa leise, „sie wird nächste Woche nach Elyffebourne zurückkehren." „Und Roland Jngestre, Lord Montheron? Ist er auch in London?" „Ja. Vater. Er begleitet sie immer, und wenn sie nach Elyffebourne zurückkehrt, wird er nach Mont Heron kommen." „Wird die Hochzeit bald stattfinden?" „In einem Monat, sagte MrS. Jngestte. Aber, Vater, glaube mir. Lady Wolga liebt ihn nicht, sie hat eS mir selbst gesagt. Es ist wahr, sie denkt daran, ihn zu heirathen. und hat ihm versprochen, seine Gattin zu werden, aber nur unter der Bedingung, — daß er Deinen Namen rechtfertigt und den Mörder meines OnkelS den Gerichten überliefert." Kleine Ghronik. Cilli. S. Juli. fGeneral S k o b e l e w f] Der schneidige russische General Skobelew. welcher im December v. I. in Moskau die bekannte pan-slavistische Brandrede hielt und dadurch der Presse des Eontinents zu lebhaften Erörterun-gen Anlaß gab, ist am 7. d. zu Moskau einem Herzschlage erlegen. I)o mortuis nil nisi beue, so sei denn auch hier nur der Lorbeern gedacht, die sich der Genannte, welcher gegen siebzig Schlachten und Gefechte mitgemacht haben soll aus dem Felde der Ehre sammelte. Der Ruhm Skobelews datirt aus dem letzten Türkenkriege, wo n namentlich vor Plevna Wunder der Ta-pferkeit verübte. Nach dem Balkan-Uebergange zwang er ein ganzes türkisches Armeecorps zur Capitulation. Nach dem Frieden erhielt er ein Eommando in Centtalasien. Er besiegte die Tekkc-Turkmencn und eroberte Geok-Teppe. Dies waren die hervorragendsten Thaten Skobelews. Rußland verliert i» ihm einen seiner besten, tapfersten und kühnsten Generale. sM a t u r i t ä t S p r ü f u n g e n.s Die Maturitätsprüfungen aui hiesigen k. k. Ober-gzmnasium wurde» an, 30. Juni und 1. Juli abgehalten. Zu denselben hatten sich I l Abi-turienten gemeldet, wovon jedoch einer während der Prüfungen zurücktrat. Einer der Geprüften erhielt ei» Zeugniß der Reife mit Auszeichnung, vier ein Zeugniß der Reife, vier wurden auf zwei Mouate und einer auf ein Jahr reprobirt. (L i t b e x t a f e l.J Die Sommerl>edertafel deS Cillier MännergeiangSvereineS findet am Samstag den 15. Juli im Gartensalon des Hotels „goldener Löwe" statt. Das sehr gewählte Programm werden wir Donnerstag veröffent-lichen. sSchülerprüfung.j Freitag, den 14. d. findet im MusikvereinS- Locale die Musikprü-fung der Schüler statt. sEin liberales slovenisches Blatt.j Am 16.Juli wird die erste Nummer des von deutschen FortschrittSmännern gegrün-deten Blattes .Kmoteki prijatel* (Der Bauernfreund) ausgegeben werden. Von dieser Zeit ab wird daS genannte Blatt vorläufig am ersten und dritten Sonntag jeden Monates erscheinen. Herausgeber und Redacteur des Blattes ist Dr. Eduard Glantschnigg. Den Druck und Ver-lag besorgt Johann Rakusch in Cilli. sSchau-Tanz-Prüfun g.J Herr Tanzlehrer Eichler ersucht uns die in der letzten Stummer gebrachte Notiz betreffend des Tanz-Kränzchens dahin richtig zu stellen, daß die Casino-Mitglieder durch das EinHeben des Entreös in ihren Mitgliederrechten nicht alterirt werden. [A u S N e u H a u S] schreibt man uns „Ich weiß es. Ich habe sie eS selbst sagen hören. Sie liebt mich noch. Alexa. sie hat nie an mir gezweifelt und nie aufgehört, mich zu lieben. Ich hörte, wie sie Roland Jngestre das sagte. Warum bin ich so schmählich ver-kannt? Warum muß ich büßen für das Ver-brechen eines Andern?" Er verhüllte sein Gesicht mit beiden Händen. Alexa konnte ihm nur mit Liebkosungen antworten. Er zog sie an sich und bedeckte ihr Gesicht mit Küssen. „Versuche Deine Kräfte, mein Kind." sagte er. „Sage mir, ob Du Dich wohler befindest." Alexa machte Anstrengungen um sich zu erheben. „Der ganze Körper schmerzt mich." sagte sie auf das Lager zurücksinkend; .aber ich ha'ie nichts gebrochen. Ich werde bald wieder hergestellt sein." „Gott sei Dank für die große Gnade! Ich würdige die Gefahr, die Du meinetwegen auS-gestanden hast, Alexa, und fleh« den Segen des Himmels auf Dich herab. Möge die Vorsehung Dir all' Deine Liebe und Dein Vertrauen ver-gelten. Wenn wir unS auch bald für immer trennen, so werden wir un» doch im Jenseits wiedersehen, wo aller Kummer vergeßcn und alles Unrecht vergeben wird und wo die Ge-heimniffe aller Herzen bekannt werden." — 4 — unter dem 7. d.: „Gestern concertirte hier die jugendliche OpernsSnqerin Frl. Caroline Fischer aus Laibach und errang lebhaften Beifall und aufmunternde Gunstbezeugungen von Seite der zahlreich versammelten Badegesellschaft. Fräulein Fischer verfügt über eine angenehme und kräftige Sopranstimme. Mit einer für ihre Jugend be-ivunderungswürdigen Sicherheit sang sie mehrere schwierige Partien, so die Arie der Agathe aus dem Freischütz, das Veilchen von Mozart und diverse Lieder von Schubert. Die Klavierbegleitung besorgte Herr Ehrmann, und die Zwischenpansen füllte die hiesige Curcapelle mit diversen sehr gut executirten Tonstücken aus. Wir wünschen dem Fräulein auf seiner weiteren Kunstreise ?leichen Beifall und gleiche Aufmunterung des ünftlerischen Strebens. [Der M a r b u rg e r G e m e i n dera th] hat am verflossenen Donnerstage in einer außerordentlichen Sitzung beschlossen, dein einheimischen Regimente Nr. 47 zu seiner Jubel-seier eine Silberrente von 1000 fl. zu widmen. Der Bürgermeister wird außerdem für ent-sprechende Weinspenden bei Privaten die erforderlichen Schritte machen. Der lästige Kibitz oder Con -veriationSton der Pervaken.] Man meldet uns auS L i t t a i: unlängst tagte im Gast-Hause des Segae eine nationale Tarokpartie, an welcher sich ein Kanzlist des Bezirksgerichtes als Kibitz und der Gerichtsadjunet Vogrinc sowie der Bezirksrichter als Spieler betheiligten. Nach dem Spiele äußerte sich der Kanzlist ab-fällig über das Spiel des Adjuncten, worauf ihm dieser zuschrie: „Halten Sie das Maul." Diese höfliche Aufforderung wurde wiederholt und endlich mit der Drohung begleitet, er werde den Kanzliften das Bierglas in daS Gesicht ausleeren, wenn der Kibitz nicht schweigen wolle. Der Kibitz äußerte sich nun, daß er erst nach deni Spiele eine erlaubte Kritik geübt habe, worauf sich der k. k. Gerichtsadjunet hinreißen ließ dem Kanzlisten den Inhalt des vollen Bier-glases in daS Gesicht zu schütten. Die beiden Herren sprangen nun auf und faßten sich gegen-seitig am Leibe und es wäre zu einer Schlägerei gekommen, wenn nicht ein unbetheiligter Zuschauer sich in das Mittel gelegt und die Herren aus-einandergerissen hätte. Ueber solche Vorfälle an öffentlichen Orten schweigt Ehrennarod während er unermüdlich Lügen und Verläumdungen über die Deutschen in Littai verbreitet. [A u f g e f u n d t n c Leiche.] Im Walde bei Greis wurde die Leiche eines Bauernburschen mit durchschnittenem Halse aufgefunden. [V e r s u ch t e r M e u ch e l m o r d.] Vor einigen Tagen versuchte die Köchin Mathilde Lapornig ihr Kind, welches sich auf einen Kost-orte in Pettau befand, durch mehrfaches Einflös-sen von Quecksilber zu tödten. Die Kostfrau erstattete die Anzeige; die Rabenmutter wurde verhaftet und legte bei der Einvernahme ein reumüthiges Geständnis ab. 'Z. [Die irische Liga ins Italienische übersetzt.] In einigen Provinzen Italiens, namentlich in der Lombardei, nimmt die sinkende Bewegung der Feldarbeiter und Bauerncolonen feit einigen Tagen einen so drohende» Charakter an, daß die Regierung sich bewogen fand, be-sondere Sicherheits-Maßregeln zu ergreifen. Ihren Hauptsitz hat die Bewegung, die viel Identität mit den irländischen Vorgängen hat, im Bres-dänischen und wurden von dort bereits zahl-reiche Verhaftungen vorgenommen, ohne daß die Sinkende« eingeschüchtert wären. Die Letzteren weigern sich entschieden, jetzt, wo die Ernte da ist, für die Gutsbesitzer zu arbeiten, und fremde Arbeitskräfte sind entweder unauffindbar, oder wagen es, durch Drohunge» eingeschüchtert, nicht, an die Arbeit zu gehen. Man spricht von zahlreichen Agenten, welche das Landvolk bear-betten, bei dem Strike auszuharren. Wenn die Dinge so fortgehen werden, sind die größten Verlegenheiten unausweichlich. Mittlerweile wur-den in viele kleine Ortschaften starke Carabinieri-und Militär - Detachenicnts gelegt. Freilich ist aber auch die Lage der Colonen ihren Grund-Herren gegenüber eine wahrhaft bedauernswerthe. (Zweifacher Jrrthu m.| Vor dem Polizeigerichte im Mansion-House (London) er-schien Charlos Frost, 56 Jahre alt, «utcr der Anklage, am 16. Juni in mörderischer Absicht in die Themse gesprungen zu sein. Frost leugnete die That nicht, erklärte jedoch durch unverdientes Unglück dazu getrieben worden zu sein. Im Jahre 1866 ward Frost in Brixton wegen Einbruch zu zehn Jahren Zwangsarbeiten ver-urtheilt und nachdem er bereits einen großen Theil der Stratze abgebüßt hatte, pmd iiwu den richtigen Thäter und Fr»st ward m Freiheit gesetzt. Im Jahre 1878 ward in Cvlschesttr der Laden eines Goldschmiedes erbrochen; viele Zeugen beschworen, daß Forst der Räuber sei, und dieser ward, den Betheuerungen seiner Unschuld unge«chtet, zu fünfzehn Jahren schweren Kerkers verurtheilt. Drei Jahre später erkannte man abermals seine Unschuld und daß der Un-glückliche durch eine fatale Aehnlichkeit zweimal so schweres Leid erfahren. Eine Schilling in der Tasche kam Frost in Freiheit wtd benutzte diese, indem er von der Londoner Brücke in die Themse sprang. Die Mitglieder des Gerichts-Hofes fühlten tiefeS Mitleid» mit dem Ange-klagten und man beschloß, demselben ein« aus-giebige Unterstützung zukommen zu lassen. Daß er freigesprochen wurde, ist selbstverständlich. [Dynamit in allen Ecken und Ende it.] In Rußland, in Irland und auch in Frankreich grassirt die F«rcht vor Dynamit-Verschwörungen. Seit einigen Tagen cuculiren nämlich in Paris unheimliche Gerüchte, daß die Polizei anonym davon berichtigt worden sei, die Communards beabsichtigten, daS neue Stadt-Haus beim Einweihungsbanket am 13. ebenso wie die Kirche vom Sacr6 coenr in die Luft zu sprengen. Dergleichen alarmirendes Gerede mag wohl unbegründet sein, eine starke Be-wegung unter den Socialisten und revolutionären Gruppen macht sich aber gleichwohl geltend und möglichen Excessen bnm Nationalfeste wird nicht ohne einige Besorgniß entgegengesehen. [Ein e n e r g i sch e r E n t s ch l u ß.] Eine etwas träge Schönheit hat den ganzen Abend recht behaglich auf ihrer Causeuse gelegen und nichts gethan als gegähnt. Als es 16 Uhr schlägt, richtet sie sich mit einem energischen Ruck auf: „So nun gilt's! Keine Müdigkeit vorschützen. Man muß sich endlich aufraffen und — schlafen gehen! [Der Gemeinderath in Turinj beschloß die Einführung der faculativen Leichen-Verbrennung auf dem städtische» Kirchhofe. Außer dem dazu erforderlichen Terrain bewilligte man ein Drittel der Unkosten zur Errichtung des Verbrennungs-Apparats. [Einstaunenswerthes Beispiel von Langlebigkeit] ist der berühmte Drachenbanm bei der Stadt Orvtava auf der Insel Teneriffa. Verschiedene Naturforscher, die ihn gesehen haben, darunter auch Humbold, geben den Umfang seines Stammes mit fünfzig Fuß und die Höhe mit siebzig Fuß an. Als Tene-riffa im Jahre 1402 entdeckt wurde, war der Baum schon nahezu so groß wie jetzt und schon seit undenklichen Zeiten war er damals schon ein Gegenstand heiliger Verehrung von Seiten der Guamhes — der Eingeborenen jener Insel — gewesen. Seit jener Zeit hat die Aushöhlung d«S Stammes begonnen, auch ein Theil der Krone ist abgefallen, allein er fährt fort zu lelxn und die verbleibenden Zweige bedecken sich alljährlich, wie sie eS schon vor mehreren tausend Jahren gethan haben, mit Büscheln schöner, weißer, lilienähnlicher Blüthen — Wahrzeichen der ewigen Jugend der Natur. [DaS Colosseum.] dies Monstredenk-mal des classischen Roms, soll, wie neueste Nachrichten aus Rom besagen, endlich von seinem Chrysalidenzustande erlöst werden. Ein reicher Engländer, zugleich enragirter Kunstliebhaber, ist mit der originellen Idee hervorgetreten, das Colosseum zu einem gigantischen Cirkus auszu-bauen. Und zwar sollen die Ruinen genau so arrangiN werden, wie sie zu den Zeiten Vespa-sian'S ausgesehen haben. DaS gigantische Project würde natürlich Hunderte von Millionen ver-ichlingen, doch dieser waghalsige Unternehmer scheint vor keinem Hinderniß zurückzuschrecken. Er hat diesbezüglich bereits einen detaillinen Plan ausgearbeitet. Sobald das antike Welt- „Vater, was meinst Du?" „Ich habe Dich viele Nächte gesucht, um Dir das zu sagen, Alexa. Ich sehe, wie sehr ich geirrt habe. Als mein Name mit Schmach be-deckt, als ich ein Geächteter und Flüchtling wurde, hatte ich kein Recht, ein anderes Leben mit dem meinigen zu verinüpfen. Ich glaubte, Deine Mutter sei meine Feindin geworden. Ich nahm Dich von ihr. um mich in meinem Exil durch Dich zu ttösten — und ohne Dich, ohne Deine Liebe wäre ich wahnsinnig geworden. Aber Deine Mutter hatte ein größeres Recht an Dich, als ich, Alexa. Sie ttauert noch um mich. Ich kann sie nicht sehen, Alexa, aber ich kann ihr ihr Kind zurückgeben." „Was willst Du thun?" „Mich in einen entfernten Winkel der Erde zurückziehen, oder noch besser, nach dem Osten gehen und in dem beginnenden Kriege den Tod eines Soldaten finden." Alexa's Brust entrang sich ein trauriges Stöhnen. „Deiner Mutter und Deinetwillen kann ich mich nicht den Behörden meines Vaterlandes aus-liefern! Ich kann einen schmachvollen Tod nicht ertragen; aber im Gewühl der Schlacht will ich fallen und sterben unbekannt mit vielen Au-deren, und Niemand wird vermuthen, daß so der Mann endete, welcher selbst von denen, die seine Freunde waren und ihn am besten kannten, für einen Verbrecher gehalten wurde!" Alexa richtete sich pötzlich und rasch auf ihrem Lager empor ihre Wunde vergessend. Ihre lieblichen Augen blitzten wie Sterne, ihr Gesicht strahlte voll von jugendlichem Ent-husiasmus. „Vater, wohin Du gehst, gehe ich mit!" rief sie entschlossen, „Ich werde Dich auf keinen Fall verlassen! Aber es wird nicht uöthig sein für Dich, aus England zu fliehen. Des Himmel« Barmherzigkeit ist endlos. Du hast viele Jahre unter dem Drucke des an Dir begangenen Un-rechts gelitten, aber Deine Leiden werden bald vorüber sein. Bereits beginnt das Licht die Dunkelheit zu durchbrechen, — das Licht Deiner bevorstehenden Rechtfertigung." Mr. Strange taumelte zurück. Er hatte zu lange die schwerste Täuschung getragen, als daß er noch an eine ihm bevorstehende Freude glauben konnte. „Ich bin überzeugt, daß Renard der Mörder meines Lnkels ist," fuhr Alexa fort, „ich habe Beweise seiner Schuld gefunden." „Beweise?" „Beweise, die Mr. Dalton von Renard'S Schuld und Deiner Unschnld überzeugt haben." „Die Mr. Dalton überzeugt haben? Auch er glaubte mich schuldig und suchte mich zum Geständniß zu bewegen. Und nun ist er von meiner Unschuld überzeugt. O, Gott sei Dank!" Er sank auf seine Kniee und weinte, wie Alexa nie einen Main hatte weinen sehen. „Nenne mir die Beweise, Alexa," sagte er dann, nachdem er sich wieder gefaßt hatte. Alexa erzählte von Renard'S Besuch in der Gruft der Kapelle und wie sie ihn belauscht hatte und von den dort verborgenen Diamanten, welche, wie sie glaubte, zu der vermißten Jn-welensammlung des ermordeten Marquis ge» hörte». „Ein schwerwiegender Beweis gegen Renard," sagte Mr. Sttange. „Und Du hast es Mr. Dalton erzählt? Du hast ihm doch Deinen Namen nicht verrathen, noch die Thatsache, daß ich noch m Leben bin?" „Nein, Vater, ich habe mein Geheimniß streng bewahrt. Aber ich habe Dir noch mehr zu berichten. Das Gemach des ermordeten Marquis war seit der Untersuchung nie geöffnet worden. Ich veranlaßte Mrs. Jngestre, es für mich öffnen z» lassen, und ich besuchte es mit Mrs. Jngestre, Mrs. MatthewS und Mr. Puffet und fand in der Verzierung der Bettstelle ein Stück von einer goldenen Uhrkette, welches offen-bar dem Mörder in dem stattgehabten Kampfe ent-rissen wurde." (Fortsetzung folgt.) wunder wieder in aller seiner Pracht hergestellt wäre, sollen darin Thier- und Seegefechte statt-finden. Der ganze Plan, welcher vorläufig noch als Euriosum signalisirt wird, ist durch Belege der classischen Schriftsteller genau motivirt. [Gin recht kurioser D rnckfe hl er,) offenbar einer recht verdammenöwehrten Undank-barkeit entsprossen, verunzierte jüngst den Dan. bericht des Bürgermeisters einer abgebrannten Gemeinde in der Normandie über die eingelau-fenen Spenden. Da hieß eS »ach der Darstellung des Brandelends: ,Et il se trouvait des äues charitables qni etc.* nnd es fanden sich wohi-thätige Esel, welche u. s. w., anstatt ümvs cks-ritables, mildthätige Seelen. Absichtlichkeit liegt natürlich fern, dürste aber um so eher von Böswilligen vcrmuchet werden, als die Normands in ganz Frankreich als arge Geizhälse bekannt sind, welche die äuies charitables leicht für äues halten dürften. — [Wer weiß?) Hans flüstert seinem Nach-bar zu: „Unser Lehrer ist doch ein rechter Esel." - Im selben Augenblicke hat der Lehrer eine Frage an HanS gerichtet und muntert denselben aus, da er ihn flüstern hört: „Nur laut. HanS. laut, es kann ja richtig sein." [A u s dem Ehelebe n.j Herr X verreist für einige Monate. Er nimmt von seiner Gattin zärtlichen Abschied und richtet zuletzt die Bitte ail sie: „Bleibe mir treu". Die Gattin zieht ihr Taschentuch und macht einen Knopf in das-selbe, unt diese Bitte nicht zu verge'sen. [Drei Soldaten] lagen im letzten Transvaalkrieg im Hinterhalt. Der Eine frug: „Weshalb bist Du denn in die Armee eingetreten. Tom? — „Nun." antwortete Tom „ich hatte keine Frau und liebte den Krieg." — „Ei*', versetzte der Andere. „Ich hatte eine Frau und liebte den Frieden, also gerade das Gegentheil." [Eben darum.] „Papa, Du mußt ein sehr tapferer Mann sein," sagt der kleine Iwan Jwanowitlch zu seinem Vater. — „Wieso weißt Du das. mein Kind?" — „'Neulich beim Bäcker sagten die Männer. Du hättest im letzten Kriege über tausend Soldaten umgebracht." — „Ich. mein Kind? Ich war ja nur Fleisch-lieferant für die Armee." — „Ja, das haben die Männer auch gesagt." — [Undankbare Nachwelt.] Selten hat noch der Name eines großen Mannes als Schimpfwort herhalten müssen, und „Sie Eo-luntfus!" oder „Sie Keppler" gescholten zu werde», dürfte Nienianden als ein Schimpf gelten. Jüngst jedoch hat sich in Paris em Kellner eine derartige Heroisirung nicht gefallen lassen wollen; ein Gast belegte denselben, welcher ziemlich häßlich war. mit den» Namen: „Sie — Mirabeau!" Mirabeau. dieser letzte Wall des .Königthums in der Revolution, war bekanntlich '^ehr häßlich: mit ihm verglichen zu werden, ünkte jenem Ganymed im Frack eine Beleidigung, welche er seinen Gast bat zurückzunehmen. „So", erwiederte dieser, Mirabeau gefällt Ihnen nicht — nun ja, da werde ich sagen: Sie Miralaid! Darauf warf der Kellner dem Gaste ein Tablett gegen den Kopf, wofür er später vom Gericht zu 35 FreS. Geldstrafe ver-urtheilt wurde. Die Beleidigung Mirabeau wurde ihm aber als mildernder Umstand an-gerechnet. cherichtssaat. [Auslosung derGeschworenen.] Für die am 31. Juli beginnende IV. Schwur-gerichtSsefsion wurden gestern als H a u p t g e-s ch w o r e n e ausgelost die Herren : Richard Paigg, Handelsmann in Ober-Pulsgau; Carl Gradt, Realitätenbesitzer und Fle scher in Lachou-graben: Josef Bauer Hausbesitzer und Wirth in BrunnSdorf: Ferdinand Kada, Gutsbesitz?? in Frieda»: Julius Graf AttemS, Gutsbesitzer, in Pragerhof; Josef Dobaja Realitätenbesitzer in Wranga.Anion Massati Juvelier in Marburg: Joses Wolf, Hausbesitzer in Marburg; Jacob KlobuSar. Realitätenbesitzer in Polstra»; Bar» tolom. Ritter von Earneri, Gutsbesitzer in Wild-baus: Franz Schosteritsch, Handelsmann in St. Veit: Max Freiherr von Post, Gutsbesitzer in — 5 — Ober-Pulsgau: Joses Herzog, Hausbesitzer in Marburg: Johann Hainschek. Realitätenbesitzer in Pristooa; Johann ErHardt, Hausbesitzer in Marburg; Georg Hieber, Sparcasse-Se-retär in Marburg; Allexander Mell.Profeßor in Marburg; Earl Kopaö Handelsmann in Wind-Feistritz; Franz Podvinsly. Realitätenbesitzer in Rann; W lhelm Fritsch, Banunteniehmer in Loke; Binzenz Kurnig, Realiiätenbsitzer in St. Leon-hard; Johann Straschill, Gemeinde-Vorstand in Rann bei Pettau; Franz Kosoll, Realitäten- > besitze? in Frieda» : Franz Vaupoti«;, Realitäten- | besitzet in Rich^erofzen; Johann Stern. Hausbesitzer in Mavlrnrg ; Max Ott, Realitätenbesitzer in Tschrett; Michael Marko, Hausbesitzer iu Marburg ; Joha.,.1 Sarija, Sparcasse-Buchhalter in Äiarburg; Philipp Wolf, Lederermeister in Wi.id'Graz: Johaiiii Ulrich, Hausbesitzer in Ma-burg; Johann Loger, Realitätenbesitzer in Loke; Jacob Marko, Realitätenbesitzer in Per-niuzen; Earl Kas.iar, Handelsmann in Pettau; Earl «Schmidt Handlsman» in Zliarbnrg; Urban Niartinz, Postmeiste.' in Frieda»; Alois NaSko, Hausbesitzer in Marburg. Als Ersatzgeschworene wurde.» ausgelost die Herren: Earl MatheS, Brauereibesitzer, Johann Tabor, Schneidermeister Franz Zangger, Kaufmann, Gustav Schmidl, Kaufmann. Franz Jabornegg v. Altenfels k. k. Polizeirath in Pension, Georg Skoberne. Fleischer, Peter Krainz, Hausbesitzer sämmtlich in Eilli; Georg Walland. Realitätenbesitzer in St. Mar> garethen u. Jakob Geische?. Lederer iu Hochenegg. Einqeseit^el.*) WO UiV^—-— bestes Tisch- und Erfrischungsgetränk, erprobt bei Husten, Halskrankheiten, Magen- und Blaeenkatarrti. PASTILLEN fVenIanai>g,reItoh«n). Heinrich Mattoni, Karlsbad (Böhmen). *) Für Form und Inhalt ist die Redaktion nicht veraniwortlich. Volkswirtschaftliches. [s a II n r e g u l i r u n g.] Der Landtag hat für die Sannreguliruug 32.540 fl. in den Vor-anschlag eingestellt. [I«82 ein Hageljahr.] Naturforscher wolle» die Beobachtung gemacht haben, daß die Jahre, in denen sich viele Sonnenflecken zeigen, reich an Hagelschlagen seien. Für 1882 sind ungewöhnlich große Gruppen von Sonnen-flecken angekündigt und bis jetzt hat sich die hieran geknüpfte Voraussetzung leider bewahr-heilet. [S a r b i n c n s a it g ] Während die am Sardinensange betheiligten Seefisch« noch vor Kurzem diesen schmackhaften Fisch vermißten und das Ausbleiben auf eine veränderte Richtung des Golfstromes zurückgeführt wurde, nieldet der „Phare de la Loire," daß an einem der letzter Tage 750,000 bis 800,000 Sardincn gefangen worden sind, und daß diese Anzahl Tag« darauf auf 1.100,000 bis 1.200,000 gestiegen ist. Die Bucht von Belle-Jsle winimelt von Sardinen, wie denn z. B. der 16. Juni d. I. ergiebiger S-wesen ist, als die ganze Saison im vorigen ahre. [E a n a l t u n n e l zwischen Calais und Dover.] Nach einer in der Akademie der Naturwissenschast in Paris von Herrn de Lefseps gemachten Mittheilung sind von dem Eanaltuunel bei Dover bereits 1800 Meter durchbrochen, wovon 1400 unter dem Meere hinlaufen, aber trotzdem vollkommen trocken sind. Mau rückt mittelst der Maschine des Obersten Beaumont täglich 25 Meter weit vor. Die Arbeiten haben jetzt auch auf der sran-zösischen ceite angefangen. Herr de Lefseps hat seine Kollegen eingeladen, am 30. Juni mit ihm die Arbeiten zu besichtigen. [B i e r st a t i st i k.j Eine für Bierbrauer und freunde des braunen Gerstentrankes inter» ressante große statistische Tabelle über die Bierproduction nnd den Malz-Hopfenverbrauch in Oesterreich Ungarn, sowie in Bosnien und der Herzegowina hat die in Wien erscheinende Brauer- und Hopfenzeitung „Gambrinus" aus-gegeben. Als letzte Uebevsichtstabelle ist jene aller Länder angeführt und ist daraus zu ersehen, daß das erste Bier produzireude Laud Groß-britanien mit 49,600,000 Hl. sodann das den-sche Reich mit 38,497,3(10 Hl. ist.sodaun kommt Oesterreich Ungarn. Die kleinste Production hat Italien mit 127,364 Hl. Am ganzen Eon-tinent einschließllch Amerika waren 62,804 Brau« ereien mit 141,803,805 Hl. Bierproduction in Thätigkeit. Wir könne» diese, einen Ouadrad-meter große in drei Farben gedruckte Tabelle allen Fachleuten aufs beste anempfehlen. Aremdenverkeyr in tzilli. Hotel Erzherzog Johann. Baronin Olga Oiegovic, Herrschastsbesitzerin s. Familie aus GuScerovec. Marie v. Ziffo Privat f. Familie Trieft. Anton Boch Reisender !>.'inz. Franz Kundegraber Kaufmann, Graz. Wilhelm Benque Kaufmann f. Frau Singapore. Hotel weißer Ochs. Samuel Friedrich Prodnctenhändler Pettau. Anton Sontschar Realitätenbesitzer Luttenberg. Johann Engel Reisender Wien. Adolf Löwy Reisender Wien. Julius Hirschmann Kausmann Wien. Arba Bacano Beamtensgattin Gurkfelb. Peter Stejits, Kaufmann Wien. Leopold Tewele Reisender Wien. Earl Keller Kaufmann Graz. Dr. Anton titschet Arzt Friedau. Dr. Josef Malec Advocat Agram. W. Hradez Reisender Wien. Hotel Elefant. Maria Winklhokfer Privat Graz. Dr. I. Gerschak k. k. Notar s. Gemahlin, Friedau. Hippolit Legros. Ingenieur Friedau. Ludmilla Bar. Jnkay Privat s. Töchter Wien. Josef Sporn Pfarrer Friedau. Wilhelm Fritsch Bau-Unternehmer Trisail. Guido Ritter v. Bogner k. k. Oberst Klageusurt. I. Baronin Waltin Gutsbesitzerin Gonobitz. Hotel gold. Löwe. Johann Jeratschka Ingenieur s. Familie Wien. Eärl Klein Bergverwalter s. Tochter Krapina. (Markt »Durcks«bnittSpreise> vom Monat« Juni 1882 in Cilli: per Het olitir Weizen fl. 9.75, Korn st. 7.50, Gerste fl. 5.70, Ha,er fl. 3.!'8. .Hnturuj fl 6.35, Hirse fl. 5.77, Haiden jL 6.50. Srdäpsel fl. 2.Y3, per >00 Äilo<'ramm Heu fl. 2.15., «o.n'agerslroh fl. 1.80, Weizen lagersiroh fl. 1.16, Sireusiroh fl.'—8:>. Fleisch-preis« pro Juli 1882.1 Kilogramm Riudfle.ich ohne Z.'woqe 52 fr., Kalbfleisch 56 tr., Schweii-fleisch 56 tr., gentheil dürfte nur ein energisches Vorgehen seitens der europäischen Machte die Ruhe in Egypten herstellen und die Dik-tatur Äraöi Lalcha's damit ihr Ende erreicht haben. Daß sich derartige Zustände nicht wiederholen dürften, dafür werden die intervenierenden Mächte sorgen, denen es um die Erhaltung des europäischen Frieden« zu thun ist und selbst Zwischenhälle ernster Natur können die Einigkeit des europäischen Concertes nicht stören. Der beste Beweis hiefür ist, daß die Londoner und Pariser Börsen, welche doch die Nächstbetheiligten in der ganzen Sache sind eine steigende Richtung verfolgen. Die Nachsicht, daß die amerikanische Regierung die Conversion der Bonds berathe, verfehlte ihre Wirkung auf unserem Rentenmarkte nicht. Da man sich doch sagen muß, daß bei den geringen Zinsen - Erträgnisse aller besseren auswärtigen Fonds unsere Renten noch sehr billig sind. Die Massenkäufe in allen Rentengattungen lassen ein Eingreife» des Kapitals als sicher annehmen uud ist es nur eine Confcqucnz der Rcntenhausse, daß die Ungar. Renten Conversion wieder auf daS Tapet gebracht wird. Wenn Frankreich und Amerika die Zinsen reduziere« wol-leu, so ist doch als sicher anzunehmen, daß sich die Ka-pitalswelt nach Werthen umsehen wird, welche bei vollkom-mener Bonität eine größere Verzinsung abwerfen und da sind in erster Linie österreichische und ungar. Ren-ten, welche bei den jetzigen Surfen noch immer zwischen 5 und 6 Procent tragen und ist diese Verzinsung im Auslande eine sehr hohe und befriedigende. Wenn daher wie zu erwarten steht, die Conversion wieder ausgenommen wird, so werden iu erster Linie Creditactien profitieren, welchen noch zu Gute kommt, daß ein bedeutende« DecouvertS besteht, welches gedeckt werden muß. Neben Credit halte ich die Actien unserer ^^port-Bahnen für außerordentlich steigerungSfähig, die anhaltende günstige Witternng läßt einen reichen Erntesegen erwarten, und da Oesterreich-Ungarn bei einer schwachen Mittelernte schon ausführen kann, fo läßt sich Heuer auf einen starken Export rechnen. Ich glaube, mich keinen allzugroßen OptimiSmusse hin-zugeben, wenn ich die Ansicht ansfpreche, daß wir in aller-nächster Zeit einer ziemlich bedeutenden Steigerung aller Curse entgegengehen. Die politische Lage wird nicht mehr fo un-günstig ausgesafst, am Geldmarkte herrscht eine Abuudauce, das günstige Wetter berechtigt zu den schönsten (Erwartungen, kurz, es sind alle Vorbedingungen zu einer auhalteudeu Hausse vorhanden und rathe ich daher entschieden den jetzigen günstigen Moment nicht nnbenützt vor-übergehen zu lasse». Zum Aukause empseble ich beide Eredit-Actien-, Union-, Depositenbank, Staatsbahn, Äüdbahn, Karl Ludwig-, beide Nordwestbah-neu und Dampsschiff-Aetien, sowie Renten. Deckung per 25 Stück Actien 600 fl. in Baarem oder Effecten. Auskünfte sowie Rathschläge werden bereitwilligst und gewissenhaft ertheilt. — Meine Broschüre „Der vorsichtige Börsen-Speculant" versende ich gratis. J.W. HORN, Bank- und Wechsler-Geschäft (jirotokolllrte Firma seit dein Ja!irel823*) CiBl/i, Stempsergassc Mr. 4. Telegramm-Adresse: HORN, GRAZ. Sonntag-, 11. Juli 1882 Concert-Soiree der 279— 'Musikkapelle des Bades Neuhausl unter persönlicher Leitung des Kapellmeisters Georg Mayer. Anfang 8 Uhr. — Entree 25 kr. Reinighanser Märzen-Bier, «l«'r Liter 20 kr,. IKotlior Tiroler. Lifcr 4« kr., IViiaurrTt»chw«»lii, > 40 kr.. CJiiter ( olloNer §l(>r,L 24 kr. Vorziijtl« NpeiMen sowohl im Garten als auch im Gastzimmer „zum Mohren" aw Ijaibachervorstadt. *»g 38"—2 Anton Sfuthrrtte. Bestellungen auf '^WU solide Hobel nueli in Raten Obernifnmt . ». Bericht« über Zufriedenheit laufen täglich ein. !HJ [HÜ Die Unterzeichnete beehrt sieh dem geehrten Publieum von Cilli nnd Umgebung höflichst bekannt zu geben, dass sie am hiesigen Platze, Grazergasse Nr. 87 ein Moden - Geschäft Im eröffnet hat. Ich empfehle mich zur Anfertigung aller Arten von Toiletten nach jedem beliebigen Journale, femers für Herren-, Damen- und Kinderwäsche, gut passend, solid gearbeitet und zu billigsten Preisen. Auch empfehle ich mein reichhaltiges Lager in Unterziehleibchen, Beinkleidern, Socken, Kinderkleidchen, Schürzen mit gestickten Streifen. Echte Fischbein-Mieder, Corsetts in schöner eleganter Form und vorzüglich passend. Zur Saison werde ich stets bemüht sein, das Neueste in Damen- und Kinderhüten, Blumen, Federn, Bändern, Spitzen und Aufputz-Stoffen in grosser Auswahl auf Lager zu fiiliren. Vor druck er ei und Stickerei von Monogrammen etc., nach den neuesten Zeichnungen. Flissesalten werden täglich gelegt. Indem ich um recht zahlreichen Zuspruch bitte, zeichne ich Hochaclitungsvollst Jfl* Vaupotltscli, HM ■l>! 371-3 Grazergasse Nr. 87. Eigenthum, Druck und Verlag von Johann Itukuscli in Cilli. Verantwortlicher Kcdacteu: Max Besozzl.