Folge 97. (Seite 1937 bis 1976.) Blätter für den Abteilungsunterricht. monatschrift zur Förderung des österr. Schulwesens. (Schriftleiter: Rud. E. Peerz.) o o o o o o Inhalt: Seite 1. Aeronauten-Pädagogik............................1937 2. Sprachunrichtigkeiten der Schulsprache . . . 1939 3. Ertragen? — ErtragenI...........................1939 4. Schulhumor............................. 1939, 1954, 1964 5. Was uns fehlt .............................................1940 6. Fragen für die Lehrbefähigungsprüfung . . . 1943 7. Zuspruch........................................1943 8. Ratschläge z. Vorbereitung! d.Bürgerschullehrerpr. 1944 9. Praktische Rechenaufgaben.......................1945 10. Das Zeichnen im Dienste des gesamten Unterr. 1946 11. Lose Gedanken..................................1947 12. Aus dem Tagebuche einer Dorfschullehrerin . 1947 13. Vorbereitungsskizzen...........................1948 14. Aus der Kaiserstadt.....................................1949 15. Ein neues Rechenlehrmittel..............................1950 16. Schul- und Lebensfragen des jungen Lehrers . 1951 17. Zur Abwehr............................................. 1952 18. Ins Stammbuch..................................1953 19. Aus dem Lehreralbum............................1953 20. Monatrüstung...................................1954 21. Von der Hohen Schule . ...............................1955 22. Aus dem Tagebuche eines Übungsschullehrers . 1957 23. Konferenzthemen................-..........................1957 24. Pädagogische Splitter..........................1957 25. Randbemerkungen eines jungen „Blätter“-Lesers 1958 26. Die Wechselrede................................1959 27. Pädagogische Quellen...........................1961 28. Bürgerl. Vorbereitungskurse für den Militärdienst 1963 29. Die weiße Rose.................................1965 30. Lesebuch oder Kinderzeitung....................1967 31. Pädagogischer Weiser...........................1968 32. Briefkasten ..............................................1969 33. Kleine Mitteilungen............................1971 34. Durch Sachsen und Thüringen von Schule zu Schule.............................................1972 35. Blätter für Lehramtskandidaten.................1974 Verlag der Blätter für den Abteilungsunterricht in Laibach. — Druck von J. Ravlicek in Gottschee. Jährlicher Bezugspreis 6 K (6 Mk, 7 Frk.). In den weitesten Fachkreisen erregten das höchste Interesse und fanden uneingeschränkte Anerkennung Prof. Rodts „Zeidienunterridifsbriefe“ „Ein Meisterwerk der Didaktik und Methodik des Zeichenunterr.“ (Kreide, Berlin.) „Ich bin ein alter Schulmann, schon fast 42 Jahre im Dienste, davon mehr als 30 J. in der Oberklasse tätig, und so habe ich wohl ein Recht, ein Urteil über ein Unterrichtswerk zu fällen. Ich spreche Ihnen über Ihr Zeichenwerk meine vollste Anerkennung aus mit dem Wunsche, es möge jede Schule in Besitz desselben gelangen. Es würden dann die Zeichenerfolge ganz andere sein. Heil dem modernen Zeichnen nach Ihrer Anschauung!“ (Oberlehrer P. Hartmair in M., Kärnten.) Hochämtlich empfohlen. Prospekt lind ev. Ansichtssendung kostenlos und unverbindlich durch den Verfasser in Komotau, Böhmen. Teilzahlungen ganz nach Bedarf. Ohne Anzahlung gegen Monatsraten Adolf jirka Krumniau a. d. m. nur erstklassige Uhren Grammophone Cheater-u. Reisegläser VE" Gold-, Silber- und Alpakasilber-Waren "^*3 Es ist und bleibt wahr, daß jeder Kollege, der die Stundenbilder von Sterlike und PIschel benützt, sehr zufrieden ist. Der Zeichenunterricht macht den Kindern und ihm Freude. Hochamtl. empfohlen. Zu beziehen: Fachlehrer Sterlike, Schluckenau, Böhmen. I. Teil (3., 4., 5. Schulj.) K 3 20. II. Teil (6., 7., 8. Schulj.) K 6. Voreinsendung franko, Nachn. 45 h mehr. Im selben Verlage: Preistabellen für Rechnen nach Fachlehrer Sterlike. I Exemplar — 3 Tafeln K I 50. Voreinsendung! Hoher Extra-Vorzugsrabatt für Lehrer! Trautwein, w!en, vu. ■ ■ ® ® Mariahilferstraße Nr. 58 B. Pianinos und Klaviere von hervorragender Klangfülle und Tonschönheit, gediegendster kreuzsaitiger Eisenpanzer-Konstruktion mit leichter, elastischer Spielart und verstellbarer Harfenton-Vorrichtung. 10jährige, schriftliche, gesetzlich bindende Garantie! — 4wöchentliche, frachtfreie Probelieferung nach jeder österreichischen BahnstationI Ratenzahlungen ohne Preiserhöhung gestattet! “MG Jeder Lehrer verlange umgehend kostenlos Zusendung der illustrierten Preisliste nebst Lehrer-Vorsugs-Rabatt-Tabelle! Drei starke Hefte mit mehreren tausend Referenzen von Lehrern etc. gratis zur Verfügung. Blätter für den Bbteilungsunterricbt. Faiöach, 1. Jänner 1912. (In den Anzeigeteil werden nur Ankündigungen ausgenommen, für die die Güte der Ware erwiesen ist. Es werden daher vor der Insertion entsprechende Erkundigungen eingeholt. Allfällige Beschwerden mögen sofort bekanntgegeben werden.) Beurteilungen. 379.) Ein neues Genre. In Ostasien wurde im frühen Mittelalter die für uns neue Kunst „Batik“ geübt, welche darin bestand, durch ein mühsames Verfahren mannigfaltige Muster mit der Hand auf Stoffe zu übertragen, ohne daß die Schönheit der einzelnen Farben gelitten hätte. Im Laufe der Jahrhunderte ging diese Kunst verloren, wurde jedoch von der Firma Teppichhaus-Möbelhaus S. Schein, k. u. k. Hof- und Kammerlieferant Wien 1. Bauernmarkt 10 — 14, zu neuer Blüte gebracht und erregen die gebatikten Vorhänge, Decken, Stoffe, Draperien usw. die lebhafteste Bewunderung des Publikums. Auch das neueste Album für Innendekoration, welches auf postkartliches Verlangen an unsere Leser vollständig kostenfrei gesandt wird, enthält diesen neuesten Genre „Batik“ in reicher Auswahl und zu staunenswert billigen Preisen, trotzdem sämtliche Entwürfe von Künstlerhand stammen und die Farben nur mit der Hand — genau wie im Mitteialter — auf die Grundstoffe aufgetragen werden. 380.) Gute Bücher für die Jugend. Die Jugend vor dem unheilvollen Einflüsse der Schundliteratur zu bewahren, ihr aber die Freude und die edle Wirkung guter Literatur zu vermitteln, ist die Aufgabe, die sich der Verband der deutschösterreichischen Jugendschrift-Prüfungsausschüsse gestellt hat. In 28 über das ganze Reich verteilten Arbeitsstellen werden die Erscheinungen des Büchermarktes, insoweit sie für die Jugend bestimmt sind, zunächst nach ihrem literarischen Werte und dann auf die Vereinbarung mit den Zielen gesunder Erziehung geprüft. In einem „Verzeichnis guter Jugend- Empfiehlt sich von selbst! Eine Probe genügt! Universal Gallus-Tintenpulver. Zur sofortigen Erzeugung einer vorzügl. schimmelfreien, nicht stockenden, tiefschwarzen oder farbigen Schreib- oder Kopier-Tinte. Spezialität: Schul-Tinte. In Dosen per 1 kg 4 K zur Herstell, von 20—25 1. Preisblatt über sämtliche Präparate zur Herstellung von tiefschwarzer oder färbiger Schreib- oder Kopiertinte sowie Anthrazentinte, Alizarintinte, Karmintinte oder anderfarbiger Tinte, sowie Zeugnisabschriften von P. T. Schulleitungen, Behörden etc. gratis und franko. Köppl’sche Tintenpräparate-Erzeugung W. LAMPEL, Böhm.-Leipa. früher (Jicin). Einige Zeugnisse zur Probe: Unter den verschiedenen Tintenpulvern und Teigen habe ich Ihr Tintenpulver als das Beste erkannt und werde Ihr Produkt, wie schon in früheren Jahren, verwenden. G. N., Oberlehrer. Ihr Tintenpulver verdient unstreitig den Vorzug vor allen ähnlichen Präparaten. A. j. F., Oberlehrer. Ich verwende seit 14 Jahren Ihr Tintenpulver und bin stets zufrieden Schulleitung M. Auf obiges Inserat machen wir unsere Leser besonders aufmerksam. Die.Verwaltung der „Blätter“. „Meteor“- u. „Chondro-Radiergummi (gesetzlich geschützt) von der Firma Josef Franz Simon Gummiwaren-ManufaKtur Mördern, Most Kt. Andrae vor dem Kagentake, Wederösterreich. wurden von Fachautoritäten Österreichs - Ungarns Deutschlands und der Schweiz als die besten Radiergummis anerkannt. „Meteor" radiert leicht und schnell, ohne das Papier merklich anzugreifen oder zu beschmutzen: Blei, Tinte, Tusche, Farben, Druck rc. rc „<£l}onbrit“ (weicher Gummi) eignet sich am vorzüglichsten für feine Bleistiftzeichnungen. Illuster auf verlange» gratis und franko. schrift“ als dem Ergebnisse einer mehr als 7 jährigen Prüfungsarbeit ist somit eine Auslese aus dem besten unseres nationalen Schriftentums für die Jugend zusammengetragen. Das Verzeichnis will allen jenen Rat und Auskunft geben, die bei Bücheranschaffungen für die Jugend in Zweifel kommen, die nach einem guten Buche für die Jugend verlangen. Die im Verzeichnis empfohlenen Bücher (588 an der Zahl) sind nach den verschiedenen Altersstufen und nach dem wesentlichen Inhalte geordnet. Das Verzeichnis selbst ist bei dem Vorsitzenden des Verbandes, Herrn Julius Streit in Gablonz a. M., zum Selbstkostenpreise (2 h für das Stück und Portoersatz) in jeder gewünschten Anzahl zu haben. 381.) Stoffsammlung für stilistische Anfchauuugs-, Senk- und Sprechübungen. (Verf. P. Biirner; Verlag Oldenbourg in München.) Das Buch dient der Sprachbildung; es wird den Wortrcichtum heben. Alles, was der Verfasser mit anerkennenswertem Eifer zusammengetragen hat, wird sich wohl kaum auswerten lassen. Das verschlägt nichts. Wer viel bringt, wird jedem etwas bringen. — 382.) Die Kaufmännische Korrespondenz. (Vers. Hesse und Breternitz; Verlag G. Beyer und Söhne, Langensalza.) 2 Teile. Der erste ist dem Kleinkaufe, der zweite dem Engrosisten gewidmet. Zur Selbstbelehrung vorzüglich geeignet. 383.) Das Wegriffsrechnen. (Verf. F. Wiesner in Bärringen; Selbstverlag; etwa 2 K.) Man kann der Schrift, wiewohl sie noch immer den Zahlenbildern huldigt und die Zahlindividuen hochhält, einen gewissen praktischen Zug nicht abspreche». Auf keinen Fall darf sie der bcrufsfrcudige Methodiker übersehen. Mitteilungen der Verwaltung. Jene Abnehmer, die den Jahrg. 1912 nicht zu beziehen wünschen, mögen uns Folge 97 mit dem Vermerk „Nicht angenommen“ zurückmittein und gefälligst den Grund der Absage bekanntgeben. — Da die Erweiterung des Blattes und dessen Übergreifen auf die Lehrerbildungsanstalt mit bedeutenden Kosten verbunden sind, so wird um rege Werbearbeit gebeten. Wir sind bereit, im Falle, als uns Adressen zu kommen, kostenfrei Probenummern zu versenden. —Wer die Bezugsgebühr (6 K) gleich zu Beginn des Jahres deckt, erweist uns einen großen Gefallen, weil dadurch die Buchführung wesentlich vereinfacht wird. Fällt es jedoch schwer, unserem Wunsch zu entsprechen, so begnügen wir uns auch mit Raten oder der späteren Begleichung. — E Sss Soeben erschienen: H 6. Scböffmann Realknbücber. r. Ctll Wiederholungslmch für Erdkunde und Geschichte. Für die Hand der Schüler auf der Oberstufe der Volksschule zum Häusl. Gebrauche. Herausgegeben von Hverkeyrer Hustav Schöffmann. Dritte, verbesserte »ud vermehrte Auflage. Großoktav. 87 Seiten und geschichtlicher Zeittafel, preis eo h. Ferner ist erschienen: Schöffmann, Aealienbücher Teil, Ztatur-gefchichte. (Tier- und Pflanzenkunde. Der menschliche Körper.) preis 50 h. 3. Teil, Waturkehre, Chemie und Wine-rakogie. Aus dem Naturleben. h. Zu beziehen vom Verlage: Ruchhandlung Rudolf Reithmeyer ileitnklrchen, Wiederösterreich. Erschienen ist das vierte Heft des iverkchens: Deutsch« Schul-Liederbuch. Mit besonderer Berücksichtigung des echten Volksliedes und volkstümlichen lveisen. AnsgewLhlt von Kans Araungrnber und I>r. Joses H'ommer. viertes Heft: Ausgabe für Bürgerschulen, untere Klassen der mittelfchulen und verw. Lehranstalten. Die Hefte (—3 erschienen in zweiter Aufl. R. k. Lchulbiicherverlag. Blätter für den Jlbteilungsunterriebt. cLaiöach, 1. Iäuner 1912. (In den Anzeigcteil werden nur Ankündigungen ausgenommen, für die die Güte der Ware erwiesen ist. ES werden daher vor der Insertion entsprechende Erkundigungen eingeholt. Allfällige Beschwerden mögen sofort bekanntgegeben werden.) ZLeurteikungen. 379.) Ein neues Genre. In Ostasien wurde im frühen Mittelalter die für uns neue Kunst „Batik“ geübt, welche darin bestand, durch ein mühsames Verfahren mannigfaltige Muster mit der Hand auf Stoffe zu übertragen, ohne daß die Schönheit der einzelnen Farben gelitten hätte. Im Laufe der Jahrhunderte ging diese Kunst verloren, wurde jedoch von der Firma Teppichhaus-Möbelhaus S. Schein, k. u. k. Hof- und Kammerlieferant Wien I. Bauernmarkt 10 — 14, zu neuer Blüte gebracht und erregen die gebatikten Vorhänge, Decken, Stoffe, Draperien usw. die lebhafteste Bewunderung des Publikums. Auch das neueste Album für Innendekoration, welches auf postkartliches Verlangen an unsere Leser vollständig kostenfrei gesandt wird, enthält diesen neuesten Genre „Batik“ in reicher Auswahl und zu staunenswert billigen Preisen, trotzdem sämtliche Entwürfe von Künstlerhand stammen und die Farben nur mit der Hand — genau wie im Mittelalter — auf die Grundstoffe aufgetragen werden. 380.) Gute Bücher für die Jugend. Die Jugend vor dem unheilvollen Einflüsse der Schundliteratur zu bewahren, ihr aber die Freude und die edle Wirkung guter Literatur zu vermitteln, ist die Aufgabe, die sich der Verband der deutschösterreichischen Jugendschrift-Prüfungsausschüsse gestellt hat. ln 28 Uber das ganze Reich verteilten Arbeitsstellen werden die Erscheinungen des Büchermarktes, insoweit sie für die Jugend bestimmt sind, zunächst nach ihrem literarischen Werte und dann auf die Vereinbarung mit den Zielen gesunder Erziehung geprüft. In einem „Verzeichnis guter Jugend- Empfiehlt sich von selbst! Eine Probe genügt! Universal Gallus-Tintenpulver. Zur sofortigen Erzeugung einer vorzügl. schimmelfreien, nicht stockenden, tiefschwarzen oder farbigen Schreib- oder Kopier-Tinte. Spezialität: Schul-Tinte. In Dosen per 1 kg 4 K zur Herstell, von 20—25 I. Preisblatt über sämtliche Präparate zur Herstellung von tiefschwarzer oder färbiger Schreib- oder Kopiertinte sowie Anthrazentinte, Alizarintinte, Karmintinte oder anderfarbiger Tinte, sowie Zeugnisabschriften von P. T. Schulleitungen, Behörden etc. gratis und franko. Köppl’sche Tintenpräparate-Erzeugung W. L AMPEL, Böhm.-Lei pa. früher (Jicin). Einige Zeugnisse zur Probe: Unter den verschiedenen Tintenpulvern und Teigen labe ich Ihr Tintenpulver als das Beste erkannt und werde ihr Produkt, wie schon in früheren Jahren, verwenden. G. N., Oberlehrer. Ihr Tintenpulvcr verdient unstreitig den Vorzug vor aüen ähnlichen Präparaten. A. J. F., Oberlehrer. 1 Ich verwende seit :14 Jahren Ihr Tintenpulver und bin stets zufrieden Schulleitung M. Auf obiges Inserat machen wir unsere Leser besonders aufmerksam. Die.Verwaltung der „Blätter“. „Meteor“- u. „Chon-drit“-Radiergummi (gesetzlich geschützt) von der Firma Josef ihm) Simon Gummiwaren-MaimfaKtilr Mördern, H'ost St. Andrae vor dem Kagentake, Mcderösterreich. wurden von Fachantorttäten (Österreichs - Ungarns Deutschlands und der Schweiz als die besten Radiergummis anerkannt. „Meteor" radiert leicht und schnell, ohne das papier merklich anzugreifen oder ZN beschmutzen: Blei, Tinte, Tusche, Farben, Druck ic. ic „tzhondril" (weicher Gummi) eignet sich am vorzüglichsten für seine Bleistiftzeichnungen. Muster auf verlangen gratis und franko. T schrift“ als dem Ergebnisse einer mehr als 7 jährigen Prüfungsarbeit ist somit eine Auslese aus dem besten unseres nationalen Schriftentums für die Jugend zusammengetragen. Das Verzeichnis will allen jenen Rat und Auskunft geben, die bei Bücheranschaffungen für die Jugend in Zweifel kommen, die nach einem guten Buche für die Jugend verlangen. Die im Verzeichnis empfohlenen Bücher (588 an der Zahl) sind nach den verschiedenen Altersstufen und nach dem wesentlichen Inhalte geordnet. Das Verzeichnis selbst ist bei dem Vorsitzenden des Verbandes, Herrn Julius Streit in Gablonz a. N., zum Selbstkostenpreise (2 h für das Stück und Portoersatz) in jeder gewünschten Anzahl zu haben. 381.) Stoffsammlung für stilistische Anschauungs-, Denk- und Sprechübungen. (Verf. P. 93Ürner; Verlag Oldenbourg in München.) Das Buch bient der Sprachbilimng; es wird den Wortreichtum heben. Alles, was der Verfasser mit anerkennenswertem Eifer zusammengetragen hat, wird sich wohl kaum aus-werten lassen. Das verschlägt nichts. Wer viel bringt, wird jedem etwas bringen. — 382.) Die Kaufmännische Korrespondenz. (Vers. Hesse und Breternitz; Verlag G. Beyer und Söhne, Langensalza.) 2 Teile. Der erste ist dem Kleiukause, der zweite dem Eugrosisteu gewidmet. Zur Selbstbelehrung vorzüglich geeignet. 383.) Das Aegriffsrechnen. (Verf. F. Wiesner in Vürriugen; Selbstverlag; etwa 2 K.) Man kann der Schrift, wiewohl sie noch immer den Zahlenbildern huldigt und die Zahlindividuen hochhält, einen gewissen praktischen Zug nicht absprechen. Auf keinen Fall darf sie der bernisfreudige Methodiker übersehen. Mitteilungen der Verwaltung. Jene Abnehmer, die den Jahrg. 1912 nicht zu beziehen wünschen, mögen uns Folge 97 mit dem Vermerk „Nicht angenommen“ zurückmittein und gefälligst den Grund der Absage bekanntgeben. — Da die Erweiterung des Blattes und dessen Übergreifen auf die Lehrerbildungsanstalt mit bedeutenden Kosten verbunden sind, so wird um rege Werbearbeit gebeten. Wir sind bereit, im Falle, als uns Adressen zu kommen, kostenfrei Probenummern zu versenden. — Wer die Bezugsgebühr (6 K) gleich zu Beginn des Jahres deckt, erweist uns einen großen Gefallen, weil dadurch die Buchführung wesentlich vereinfacht wird. Fällt es jedoch schwer, unserem Wunsch zu entsprechen, so begnügen wir uns auch mit Raten oder der späteren Begleichung. — Soeben erschienen: 6. Scböffmann Rcalicnbücber. 2. Cell Wiederholuttgsbuch für Erdkunde und Geschichte. Für die Band der Schüler auf der Bber> stufe der Volksschule zum Häusl. Gebrauche. kserausgegeben von Hverlehrer Hustav Schöffmann. Dritte, verbesserte und vermehrte Auflage. Großoktav. 87 Seiten und geschichtlicher Zeittafel, preis 60 h. Ferner ist erschienen: Schöffmann, Realienbücher {. Teil, Watur-geschichle. (Tier- und Pflanzenkunde. Der menschliche Körper.) preis 50 h. 3. Teil, Ikaturkehre, Chemie und Wine-rakogie. Aus dem Naturleben, w h. Zu beziehen vom Verlage: Suchhandlung Rudolf Reithmeyer Neunkirchen, Niederösterreich. Erschiene» ist das vierte lfeft des lverkchens: Deutsches Schul “Liederbuch. mit besonderer Berücksichtigung des echten Volksliedes und volkstümlichen weisen. Ausgewählt von Kans Araungruber und Pr. Josef H'ommer. viertes bfeft: Ausgabe für Bürgerschulen, untere Klassen der mitteischuien und verw. Lehranstalten. Die ksefte t—3 erschienen in zweiter Aufl. K. k. Schulbücherverlag. 1912 (Jänner). V & t / Q (<). Jahr.) Aolge 97. für den übtcilungsunterricbt Monalschrift zur Förderung des österreichischen Schulwesens. «c,uj,SgebUhr«X lS Mart. Schriftleiter: »eschästllche» au»I»UeiUch Tgtf.jjiHeliib. ainiflniitr« " 1 an btc „Verwaltung der wer 60 h (60 ißf, 70 ct). M .. x „ i «• tt yi „ „ „ . Blattet filt den Abteilung»- Postspark. iltr. 6«.2ltt. Si U 0 0 l | iL. f Cf 1). unterricht in Laibach". Manuskripte und Bücher an die Schristleitung der Blätter für den Slbteilungöunterricht ln Laibach (Krain). Es ist doch alles in dieser Welt nur Übergang. Königin Luise v. P. Feroimutoil PttdagogiK. Wer heute zu den Modernsten der Modernen gezählt werden will, ist von der „£mv schule" schon längst abgekommen, er steckt auch nicht mehr in der „Arbeitsschule", sondern ganz und gar im pädagogischen Impressionismus. Das, was der Augenblick bietet, wird ohne Wahl und Einordnung, ohne Vorbereitung und Planmäßigkeit in den Unterricht gezogen und zergliedert. Man geht zur Schule und weiß noch nicht, wie sich der Tag entwickeln wird, flattert just ein lhühnchcn, verfolgt vom jungen Taro, über die Straße, so muß eben das Hühnchen heran und die Unbotmäßigkeit des wilden Pudels; das Thema ist fertig. Gder: Der schöne Wintermorgen Hat den Schulpilgern auf dem Wege allerlei Vergnügen geboten. Wieder ein Thema I Da es zu den Grundforderungen der modernsten Pädagogik gehört, den Unterricht mit zwanglosen Gesprächen einzuleiten, so wird alles, was sich kurz zuvor ereignet hat, also auch das Späßchen auf der Straße des langen und des breiten geschildert und hernach sofort als Niederschlag festgehalten, bczw. ausgewertet, — so gut es geht. Tinen Zwang, ein Ziel, einen Zweck, eine Zeiteinteilung kennt man nicht. Wozu die 3 ? Man fängt beim A an und bleibt beim A. Sehen Sie, meine Herren, das ist Pädagogik neuester Sorte! The wir sie bei uns einkehren lassen, wollen wir sie genauer besehen. — Die österreichische Volksschule, insonders jene auf dem flachen Lande, hat durch die -chulbefuchserleichtcrungen derart zu leiden, daß in 80 von (00 Fällen die achtjährige Schulpflicht nur auf dem Papiere besteht. Dagegen läßt sich dermalen nicht viel unternehmen, denn die Not ist groß; der Mangel an Arbeitskräften reißt die zwölfjährigen Knaben und Mädchen von der Schulbank. Wir mögen wettern nach Belieben, strafen nach Belieben, ködern nach Belieben: der (Erfolg ist gering. Selbst in Gegenden, wo die Schulfreundlichkeit der Bevölkerung sich zum Ideal entwickelt Hat, kommt es vor, daß der Lehrer beim Anbruch des Frühlings die ober» Bänke aus der Klaffe entfernen kann. Die Teuerung greift dis in die entferntesten Täler und schafft geänderte Verhältnisse. Wir werden demnach in den nächsten Jahren mit der Schulmisere während der schönen Jahreszeit hinsichtlich des Besuches durch die letzten zwei Schuljahre ganz besonders zu. rechnen Haben.1 Was ergibt sich daraus? Doch das, daß wir den Winter tüchtig ausnützen, ohne 1 Sollen wir darob die achtjährige Schulpflicht auflassen? Beileibe nicht! Es muß ja doch wieder einmal anders werden. einen Pardon zu kennen, und dabei vor allem die oberen Schuljahre ins Auge nehmen, solange wir ihrer eben habhaft werden können. Die Elementarschüler sind ja soweit gerüstet, daß sie nicht „vor Langweile sterben", indes wir uns mit den Großen befassen; demnach haben wir freie fjand. Soweit die kluge Verteilung innerhalb der engen Grenzen. — VOk gestaltet sie sich, wenn wir sie auf den Umfang des gesamten Schulbetriebes beziehen? Da dämmert die Erkenntnis: Freund, die Zeit ist ernst, du wirst auf die Sommerarbeit in der Oberstufe stillschweigend verzichten müssen. Widme also die volle Kraft den ersten sechs Schuljahren I Sie sind nicht allein durch das Gesetz, sondern auch durch das zarte Alter geschützt. Der Knirps kann den, Vater noch nicht sonderlich nützen; er ist ihm bei der Feldarbeit mehr im Wege als förderlich. Zudem tritt die Sorge der Mutter schützend dazwischen. Allerdings sperrt sie auch dann den Weg, wenn der Winter die Landschaft verweht, wenn ein kalter Schauer durchs Dörfchen fährt oder der nahende Lenz die Krusten bricht. Die Kleinsten müssen in solcher Zeit daheim bleiben; die Reihen der Fibelbürger werden gelichtet. Wie sieht nun die Rechnung aus? Im Sommer fehlen die Großen, in, Winter die Kleinen; nur die Mittelstufe bleibt konstant. Wenn sie es immer bliebe! So liegen die Dinge, wenn man sie im allgemeinen überschaut. Daneben steht der § \ unseres Reichsvolksschulgesetzes. (Er läßt sich nicht nach der Zeit biegen, gottlob nicht. Seine Forderungen bleiben starr. Nun kommt die Pädagogik jüngster Mode und wendet sich mit Nasenrümpfen von den hausbackenen Wissensbrocken, von de» „Erfolgen" der „Lernfchule", von dem Effekt der „Arbeitsschule" ab, erscheint ihr doch alles so trivial. Sie will die strenge Ausbildung zur Individualität, das Aneignen der Wissensstoffe ohne jedweden Zwang, im Spiel, im unbeengten Gespräch, die subtilste Entfaltung des kindlichen Wesens. Als ob wir dazu nicht ein freudiges Za riefen! Aber erst dann, meine Lieben, wenn die „zur weiteren Ausbildung für das Leben erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten" gefestigt erscheinen. Die leichthingeworfene Versicherung genügt mir nicht, ich will die Gewißheit. Und diese vermag die Modernste der Modernen nicht zu geben. Zedwede Regellosigkeit führt zur Zeit- und Kraftvergeudung, also auch die beim Unterrichte, wer nicht nach einem festgelegten, wohlgeordneten plane vorgeht, wer nicht darauf bedacht ist, daß die Elementarschule (was ihr Name besagt) die Elemente zu sichern hat, wer nicht erwägt, wiesehr im Leben draußen das Können eingeschätzt wird, das positive Wissen, der Sinn für Planmäßigkeit: der kennt die Bestimmung unserer Volksschule und besonders die der Landschule nicht. Daß wir doch immer der Spielball von Hyper-Idealisten sein müssen, die den Boden unter den Füßen verlieren! Ehemals drängten sie uns Lehrpläne auf, die ins Nebelhafte gingen, heute kommen sie mit Methoden, die aus der Aviatik stammen. Wann wird man uns endlich auf dem engen Kreise unseres Schaffensgebietes ungestört nach dem Bedürfnisse und der Möglichkeit wirken lassen? — Wenn wir die vorstehende Erörterung überblicken, so ergibt sich als Hmiptniomeitt : Die Pädagogik hängt sich in der Regel lieber dem Sport als der praktischen Forderung des Zeitalters an; dadurch wird sie zwar nach der einen Seite hin kulturgemäß, aber deswegen nicht immer praktisch. Sowie wir, die gewöhnlichen Sterblichen, die oberen Zehntausend neidlos im Automobil dahinrasen sehen oder nach dem klappernden Vogel bewundernd in die Lüfte Ausschau halten, so gönnen wir der Nobelschule den Nebel, das puffende Rasen durch den Stoff oder das aeronautische Erheben aus gewöhnlichen Schaffensgebieten und kehren nach dem Schauspiel zurück in unsere traute Stube, wo das Erarbeitete »iet-und nagelfest vor uns ist und das Neue niet- und nagelfest gestaltet wird. Kommen bessere Zeiten, so werden wir im5 vielleicht „bessern". Aber dermalen will es uns dünken, als wäre jene Pädagogik die rechte, die die Forderungen des Lebens zur Grundlage nimmt und der großen 27caffe des Volkes gilt.1 — 1 Die „Blätter für den Abteilungsunterricht" mußte», um ihrer Bestimmung als Grenzwacht für die Bestrebungen aus dem Gebiete des Unterrichtswesens gerecht zu werden, zu den jüngsten Erscheinungen Stellung nehmen, ohne deshalb das Gesunde, das ja in jener neuen Regung steckt, a priori zu übersehen. Sprathunrichtigkclten der SchWsprachc. 38.) „schläft, säuft, stößt". — Daß es mit den Formen „schlaft (schloaft), lauft" mid ^stoßt" nicht ein Ende nehmen will! Wohin man horcht, überall der Mangel des Umlautes. Selbst in den Kreisen solcher, die im allgemeinen ans eine richtige Sprache großes Gewicht legen, gibt cs Verstoße. Das Schlimme bei der Sache ist überdies die Trübung des „a" in „va", des „an" in „aa" und des „o" in „oa". Ans dem Munde von Gebildeten klingen derlei Verzerrungen häßlich, sofern man sich ansonsten der Schriftsprache bedient. Anders verhält ks sich mit dein Dialekte. Dort wäre der reine Laut nicht stilgerecht. — Nun, wir denken an die Schulsprache, also an die Schriftsprache. Wenn inan schon, um ja ganz modern zu sein, die grammatische Regel ganz über Bord wirft, — Hier darf es nicht geschehen, denn sie schafft »nt einem Schlage Klarheit. Merke: „Die meisten Zeitwörter der starken Biegung mit einem „a, »»" oder „o" im Stamme lauten in der 2. und 3. Person der Einzahl um"! Na, das ist denn doch ein überaus einfaches Gesetz I Es gibt dem Fehler in jedem einzelnen Falle einen Klapps und leitet zur eingehenden Übung. Fertigt man eine Tafel an, auf der die gangbarsten Formen vermerkt sind, so ist die Sache in 14 Tagen abgetan — fürs Leben. Crtragen? — Ertragen! War das ein Singen, war das ein Schwingen in jenen Tagen! Ich will es euch sagen: ’s war kaum zu ertragen. Dann kam das Lauschen, ach! und das Rauschen in späteren Tagen. — Ihr wollt mich nun fragen: „War’s zu ertragen?“ — Dann gab es Sausen und wildes Brausen in trüben Tagen. Ich mußt’ mich oft fragen: Kannst du’s ertragen? Und jetzt das Trauern, ach Gott! das Schauern in letzten Tagen. — Man darf ja nicht klagen, muß alles ertragen! Eman. Ad. Horejschi. Schulhumor. 89. Ein Freund Napoleons: Lehrer: Kannst du mir sagen, Kleiner, wie es Napoleon auf seinem Zuge nach Ägypten ergangen ist? — Schüler: 0, Herr Lehrer, i dank der Nachfrag’, ganz guat! Eingesendet von Rudolf Oesterle, Inzersdorf. Was uns fehlt. Eine Umschau vom Schulrat Fr. Polack. Wir leben in einer Zeit der Bewegung und Gärung, der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umbildung. Das leugnet niemand mehr. Die Gedanken der Gleichberechtigung aller und desgleichen Anspruchs auf die Güter und Genüsse des Lebens sind zu einer Stärke und Allgemeinheit gewachsen, daß sie alle Schlagbäume der Einzelvorrechte und alle bisherigen Ordnungen der Gesellschaft niederzubrechen drohen. Das sind Tatsachen, die sich in der Stille entwickelt haben und uns nun als Sturm um die Ohren brausen. Sie sind gekommen wie die Sintflut, als aufbrachen die Brunnen der großen Tiefe. Es ist Feigheit immer wieder Klagelieder anzustimmen über den Unglauben, die Unsittlichkeit, die Unbotmäßigkeit, die Unzufriedenheit und die Unruhe der Zeit, dabei aber die Hände untätig in den Schoß zu legen. Durch Klagen führt man den Schatten am Sonnenzeiger Ahasja (2. Kön. 20) nicht wieder um zehn Stufen zurück. Alles Gewordene hat eine Daseinsberechtigung, und es muß mit ihm gerechnet werden. Es muß als verderblich bekämpft oder als heilsam gepflegt werden. Die Tat gehört dem Manne, Furcht und Klage dem Weibe. Was schadet die Gärung, wenn sie die Mischung kräftigt und klärt? Und der Kampf der Geister, wenn er die Kräfte stärkt und die Wahrheit zum Siege bringt? Gärung ist Klärung, Kampf ist Leben, und Wahrheit ist Sieg. Endlich muß das Rechte und Gute obsiegen, das Schlechte und Böse unterliegen. Wie könnten wir sonst an ein göttliches Erbteil in der Menschheit glauben und an das Wort: „Wir sind seines Geschlechts“? Was seine Daseinsberechtigung nicht dauernd erweisen kann durch nützliche Dienste für die Menschheit, das mag fallen. Mißbräuchen und nutzlosem Gerümpel weint niemand eine Träne nach. Mangelhaft, ja schädlich wird aber jede Einrichtung, wenn sie den neuen Aufgaben und der neuen Lage nicht mehr genügt. Läßt doch Goethe im „Egmont“ einen Alba sprechen: „Muß nicht eine alte Verfassung die Ursache von tausend Übeln werden, weil sie den gegenwärtigen Zuständen nicht mehr entspricht?“ — „Man lügt nicht ungestraft einer veralteten Einrichtung junge Lebenskraft und die Fähigkeiten an, die Welt im ewig gestrigen Geleise zu erhalten.“ Wir stehen im Neuen und erstreben ein Neues! Das ist eine Tatsache. Und der Ruf erschallt immer lauter: „Alle Mann auf Deck! Das Schiff ist in Gefahr!“ Auch die Schule wird zur Arbeit und zum Kampfe bei der Neubildung gerufen. Der deutsche Kaiser tat es schon 1890 auf der großen Berliner Schulkonferenz in eindringlichster Weise. Die Schule kann zwar die neuen Bewegungen im Völker- und Staatsleben nicht schaffen; dazu wirken tausend Kräfte und Umstände; „nur der große Gegenstand vermag den tiefen Grund der Menschheit aufzuregen“ (Schiller). Aber die Schule und die gesamte Jugenderziehung kann die neuen Zustände vorbereiten, die Heftigkeit der Bewegungen mäßigen, sie in sichere Bahnen leiten und ihre wertvollen Ergebnisse sichern und verallgemeinern helfen. Ihre Arbeit wird es hauptsächlich sein, den Umsturzmächten zu wehren und den guten Geistern zum Siege zu verhelfen. Nicht u m-stürzen, sondern umbilden soll sie. Eine Wohlfahrtswächterin und Zukunftsbürgin soll sie sein. In treuer Arbeit soll sie auf ihrem Postern stehen und durch erziehliche Ausrüstung der Jugend das Volkswohl fördern. Erziehung ist Ausrüstung für die betreffende Lebenslage, Bildung die Vorbereitung für die künftigen Lebensaufgaben. Die Schule hat die Jugend soweit in das tätige, wirkliche Leben einzuführen, als diese es zu verstehen, denkend und tuend es zu beherrschen vermag. Das hat sie nicht immer und nicht eindringlich und haltbar genug getan. Sie hat den Nachdruck auf das gelegt, was die Zöglinge wissen, weniger auf das, was sie sein sollen. Das Leben lehrt jeden, was er sei, aber oft zu spät. Mit seinen Aufgaben und Kämpfen fordert es eine feste Persönlichkeit, die ihrer Lage gewachsen ist. Dazu soll die Schule das junge Geschlecht erziehen. Die Lernschule soll eine Arbeits- und Lebensschule werden, die das junge Geschlecht unter den veränderten Zeit- und Lebensumständen für ihre neuen Aufgaben erfolgreich ausrüstet. „Neue Aufgaben! Neue Bahnen! Darum Reformen in Unterricht und ErziehungI“ So schallt der Ruf auf allen Schulgebieten. Einige Klagen und Mängel im Schul- wesen wollen wir näher ansehen. 1. Durch Zersplitterung in zu viele Schularten ist der Übergang aus der einen Schule in die andere erschwert, ja unmöglich gemacht. Diese Schul-Zer-splitterung hilft den Kern unseres Volkes zerspalten, indem sie schon die Jugend in Schichten spaltet, die sich befehden. Die Schularten entsprechen den Gesellschaftsschichten und halten diese auseinander, statt sie zu vereinigen. Sie arbeiten damit den Umsturzparteien in die Hände. Wie hat Bebel gesagt ? „Wir wollen die Wunden am Gesellschaftskörper offen halten und die Klassengegensätze möglichst scharf zum Ausdruck gelangen lassen.“ 2. Das Berechtigungswesen verrückt häufig das eigentliche Erziehungsziel und drängt die Erziehungsarbeit in falsche Bahnen. 3. Der Zudrang nach höheren Schulen und damit nach höheren Lebensstellungen schafft ein gelehrtes Proletariat, das dann in den Klassenkämpfen und Uinsturzbewegungen die Führung übernimmt. 4. Durch zu lange und eingehende Beschäftigung mit der fremden, fern liege nd en Welt des Altertums entfremden die höheren Schulen nicht selten die deutsche Jugend ihrer Heimat und den nationalen Aufgaben ihrer Zeit. 5. Die leibliche Gesundheit des jungen Geschlechtes wird durch übervolle Klassen, ungesunde Schuleinrichtungen, zu langen Schulaufenthalt, Überbürdung mit Hausaufgaben und unzulängliche Leibesübungen oft geschädigt. 6. Die frische geistige Spannkraft, die unbefangene, jugendfrohe Ursprünglichkeit und der frohe Selbsttätigkeitsdrang wird häufig durch kleinliche und Peinliche Maßregeln und in den spanischen Stiefeln eines mechanischen Schullernens unterdrückt, ein greisenhafter Mißmut, ja Lebensüberdruß in der Jugend erzeugt. 7. Vieles Schulwissen ist ohne praktischen Wert für das Leben. Mit Mühe und Verdruß wird es angequält, mit Leichtigkeit vergessen. Wenn die Schule das Leben zu wenig nach seinen Bedürfnissen fragt, dann kann sie auch dem Leben nicht durchgreifend dienen. Das Schulwissen ist häufig Theorie und Wortkram, das Leben aber Praxis und Tat. Erst im Tun vollendet sich der Mensch. Unter den Lernstoffen ist in dieser Richtung eine gründliche Sichtung vorzunehmen. Fort mit den toten, herbei mit den lebensvollen, anschaulichen und praktisch verwertbaren! 8. ln der Unterrichtsweise überwiegt oft allzu sehr das Wort des Lehrers, während das Tun, die Selbstbetätigung des Schülers nachhinkt. Die Lehrer sind Schulredner, die Schüler arme „Hörknechtlein“. Das Wortwissen bläht auf, aber das T un macht bescheiden. Die Lernschule muß eine Schule der Selbstbetätigung mit Verstand, Mund und Hand werden. Tatsachen, die das Auge sieht, die Hand greift und gestaltet, überzeugen ganz anders als der breiteste Wortschwall. 9. Das Gedächtnis wird häufig überlastet, oft mit wertlosem Wortwissen, hingegen das so erfreuliche Selbstfinden, das selbständige Urteil und das tätige sittliche Wollen zu wenig entwickelt und geübt. 10. Schulaufgaben und Zeitaufgaben, Schulerziehung und Hauserziehung entbehren zu oft der stützenden und nützenden Übereinstimmung. Nicht selten herrscht zwischen Schule und Haus, Lehrern und Schülern ein wenig erziehliches Herzensverhältnis, ja eher Mißtrauen und Mißstimmung. 11. Die Erziehungskette bleibt oft lückenhaft. Viele Schüler verlassen die höhere Schule auf der Mitte des Bildungswesens und bringen als Bildungserwerb oft einen törichten Bildungsdünkel mit ins Leben. In der Volksschule bricht die Bildungsarbeit zu einer Zeit ab, wo sich die ersten Fruchtansätze zeigen. Ohne Fortbildungsschulen mit Pflichtbesuch, die den Zuchteinfluß der Schule fortsetzen und in den Beruf einführen, geht sehr viel von dem Lerngute der Schule verloren, ja viele Jünglinge verfallen der Unwissenheit und Roheit. Besonders nötig und wichtig ist für das junge Volk zwischen Schulentlassung und Heeresdienst eine Bürgerkunde, d. h. eine Einführung in ihren Pflichtenkreis im öffentlichen Leben. 12. Die Lehrer der höheren Schulen entbehren noch häufig der rechten methodischen Schulung und verfehlen deshalb nicht selten den Weg zu den Köpfen und Herzen der Schüler, vergeuden nutzlos viel Zeit und stumpfen die Lernlust ab. „Mehr Methode!“ lautet hier der Ruf. Mit der Bildungsallmacht des Stoffes ist’s nicht getan. Erst eine psychologische Methode verwandelt die Lernstoffe in Bildungs- und Lebensstoffe. 13. Die Volksschullehrer sind zwar methodisch meist gut geschult, entbehren aber nicht selten des freien Umblicks, der geistigen Erfassung durch wissenschaftliche Begründung und Verbindung. Ihre gesteigerte Berufsbildung ist immer noch eine Art Ausnahmebildung, die ihnen auch eine Ausnahmestellung anweist und dadurch ihr Ansehen sowie ihren erziehlichen Einfluß mindert. 14. In Summa: Die Schule unserer Zeit ringt immer noch um den rechten Platz in dem Konzert der Erziehungs- und Lebensmächte und sucht durch allerlei Reformen das Wissen wie das Gewissen des heranwachsenden Geschlechts durch eine praktische, lebensvolle Erziehung immer widerstandsfähiger gegen die Irrtüiner und Gefahren der Zeit und immer tüchtiger in ihrem Pflichtenkreise zu machen. Ein Wort des deutschen Kaisers möge alles kurz zusammenfassen: „Es handelt sich um Ergreifung technischer und pädagogischer Maßnahmen, um unsere heran-wachsende Jugend den jetzigen Anforderungen, der Weltstellung unseres Vaterlandes und auch unseres Lebens entsprechend heranzubilden. — Nicht auf den Lernstoff, auf das Lernen und Wissen, sondern auf die Bildung des Charakters und die Bedürfnisse des Lebens ist der größte Nachdruck zu legen; denn das Können ist wichtiger als das Kennen.“ Die technischen und pädagogischen Maßnahmen, von denen der Kaiser spricht, würden sich zu drehen haben: a) um zeitgemäße Schuleinrichtungen, b) um gesunde Erziehungsgrundsätze, c) um einen psychologisch begründeten Lehr- und Lernprozeß, d) um die Reform einzelner Unterrichtsfächer. Durch das alles muß das junge Geschlecht für das wirkliche Leben Verständnis, für Wahrheit und Irrtum Erkenntnis, für jedes Menschengeschick Teilnahme und für den Beruf Begeisterung und Tüchtigkeit gewinnen, um für die neue Lage und erhöhten Aufgaben unserer Zeit gerüstet zu sein. Fragen für die Lehrbefähigungsprüfung (Volksschule). Naturlehre.1 255. Das Kohlenoxydgas. 256. Die Bierbereitung. 257. Optische Prismen. 258. Die Flamme. 259. Die Cellulose. 260. Das Wellrad. 261. Das Ammoniak und seine Verbindungen. 262. Bestimmungsarten für die Dichte eines flüssigen Körpers. 263. Die Glühlampe. 264. Die Brotbereitung. 265. Die Dampfmaschinen. 266. Leitungswiderstände. 267. Land- und Seewinde. 268. Der Ätzkalk. 269. Das Schmelzen. 270. Die Fette. 271. Der Schreibtelegraph. 272. Die Lupe. 273. Die Zuckerarten. 274. Die Fortpflanzungsgeschwindigkeit des Schalles. 275. Die Eisbildung. 276. Thermometrische Substanzen. 277. Konservierung der Nahrungsmittel. 278. Elektrische Klingel. 279. Eiweißkörperchen des Pflanzenreiches. 280. Chemische Wirkungen des galvanischen Stromes. 281. Der freie Fall. 282. Das Stärkemehl. 283. Maschinen. 284. Die Reflexionsgesetze. 285. Das Bild beim Planspiegel. 286. Die Dichte des Wassers bei 4° C. Welche Naturerscheinungen kann man davon ableiten? 287. Das menschliche Ohr. Das Hören. 288. Der Traubenzucker. 289. Die Grundstoffe. 290. Verdunstung und Verdampfung. 291. Erscheinungen, die auf der Lichtbrechung beruhen. Zuspruch. Hast du ein wahrhaft Leid zu tragen, O schließ es ein vor aller Welt, Auf daß der Neugier lieblos Fragen Den Ernst der Trauer nicht vergällt. Zur Flamme ist der Schmerz erkoren, Die deine schwache Seele stählt ... Wir alle sind zum Leid geboren, Und wer es meistert, ist ein Held. Originalbeitrag von Hans Fraungruber. 1 Vgl. hiezu die Vorbemerkung in F. 95! Ratschläge )ur Vorbereitung für die Mrgerfchullehrerprüfung. 36. Drei wertvolle Mrcher. Der pädagogische Weihnachtsmarkt wies drei Bücher auf, die es verdienen, sofort ins Land geschickt zu werden. Es handelt sich um die ersten drei Bände aus der Sammlung „Hilfsbücher zur Vorbereitung für die Bürgerschullehrerprüfung" (Verlag Tempsky, Wien IV. Joh. Straußg. 6). — Wenn in letzter Zeit der Eifer hinsichtlich des Studiums auf die Prüfung für Bürgerschulen zngenominen hat, so ist das nicht zum geringsten der unaufhörlichen Anregung durch unsere „Bl." zuzuschreiben. Das befeuernve Wort hätte indes nicht zu Taten geführt, würde nicht die ständige Anleitung den Weg gewiesen und das Studium in die rechten Bahnen gelenkt haben. Durch die Namhaftmachung geeigneter Werke, durch Ratschläge bezüglich eines rationellen Betriebes der Vorbereitung und durch die Mitteilung einschlägiger Themen wurde die Arbeit erleichtert, so daß selbst die Zaghaftesten den letzten Schritt wagen konnten. Trotz allem empfand man indes eines noch immer als Mangel: Die Gruppierung des verzeichneten Stoffes um einen Punkt. Das Zusammenraffen ans verschiedenen Büchern raubte viel Zeit und Kraft; man studierte in der Regel zuviel, kam zusehr in die Breite und vergaß ob der vielen Nebensächlichkeiten oft das Wichtigste, das Bedeutungsvolle. Die unklaren Pcü-fungsvorschriflen förderten die Zersplitterung leider nur zu sehr; kein Wunder daher, daß in manchem Kopfe sich ein Mühlrad drehte und viele der Tapferen, die es über das Vorhaben brachten, für die Zeit ihres Lebens in der Form eines Ncrvenchvcks einen Denkzettel an die Prüfung behielten. Die strenge Umgrenzung des Stoffes ist nun endlich erfolgt. Die tüchtigsten Schulmänner haben sich der Mühe unterzogen, der aufstrebenden Lehrerschaft eine Anleitung zu bieten, die den Blick auf das lenkt, was unbedingt gefordert, also auch unbedingt studiert werden muß, und haben obendrein Quellen vermerkt, aus denen nach der Bewältigung des vorgeschriebenen Ausmaßes ein Zuschuß geleitet werden kann; denn das sei gleich gesagt: Ohne ausgiebige Lektüre wird die Handreichung nicht genügen können. Den Verfassern ist es ja darum zu tun, lediglich die Hauptsache festzulegen und das, was ja jeder, der die Prüfung wagt, ohne Augenaufschlag präsentieren soll, aufzuspeichern, auf daß endlich einmal eine sichere Basis geschaffen werde. Dieses Umstandes muß im besonderen Erwähnung getan werden, weil sonst der Neiding sagen könnte: „Seht nur, seht, die Herren Bürgerschullehrer haben sich aus dünnleibigeren Bänden die Weisheit geholt als unsere GymnasiastenI" Freilich sollte man den Gehalt nicht nach der Seitenzahl bemessen — und gerade bei den unten genannten Werken nicht; allein die Welt hängt nun einmal am Volumen. Also halte ich den Schild vor u. zw. umsomehr, weil ich mich eins mit den Autoren weiß, wenn ich ihr Werk in die Bücherei des Prüfungskandidaten bloß als Grundstock einreihe. Was nun das Besondere angeht, so sei vorweg mitgeteilt, daß die Verlagsanstalt für jeden Gegenstand einen Band ankündigt. Die vorliegenden drei Bücher betreffen die Geschichte, die Deutsche Sprache und die Darstellende Geometrie. 1. Band: Allgemeine und österreichische Geschichte. (Preis K 680.) Bearbeitet vom k. k. Landesschulinspektvr Hofrat Dr. Theodor Tupetz.) Der Verfasser hatte als Lehrerbildner, als Vorsitzender von Prüfungskommissionen und als Schulaufsichtsbeamter reichlich Gelegenheit, die Mühsale der Vorbereitung auf die Prüfung für Bürgerschulen kennen zu lernen und die halsbrecherischen Stellen ins Auge zu fassen; dabei verfügt er über eilt derart reiches historisches Wissen und die Gabe, den Stoff in eine knappe und doch ansprechende Form zu bringen, daß die Wahl wahrlich keinen Besseren hätte treffen können. Durch das Buch zieht eine ernstere Auffassung, als wir sie von Schulbüchern gewohnt sind. Das unterscheidet die Anleitung von den Lehrtexten für die Mittelschulen. Der Autor sieht nicht den Schüler, sondern den Mann vor sich und spricht zu ihm, wie man eben zu Männern spricht. Dadurch wird der Studierende zu einer reifen Erarbeitung geführt und mit dem tiefinneren Wesen der Sache bekannt gemacht. In dieser Absicht liegt das Hauptmoment der in Rede stehenden Prüfung. Was nützt der gedächtnismäßige Ballast, wenn ihn nicht eine bis zum Grunde gehende Umklammerung zusammenhält! Er wird nach wenig Monaten abgcsetzt und der Vergessenheit anheimgegeben. Den Lehrstoff an sich bietet übrigens zu jeder Zeit das für Bürgerschulen bestimmte Lehrbuch; was aber nicht portionenweise zubereitet vorliegt und im gelegenen Augenblicke herangezogen werden kann, das ist die Auflockerung des geist- und gemütbildenden Gehaltes. Hiefür müssen dem Lehrer ein klarer Blick und der rechte Handgriff eigen sein. Nur ein mit Ernst betriebenes Studium, das Erfassen der geschichtlichen Tatsachen aus der Völkcrbiolvgie heraus, das ursächliche Zusammenwirken von Komplexen, das Ergebnis einer vernünftigen Geschichts-Philosophie, die Kombination von Vorgängen, die sich bedingen und entweder in dem besonder« Milieu der Zeit oder in den Lebensbedingungen von Nationen wurzeln, und vieles andere, was das Schulbuch kaum streifen kann, weil dem Inhaber die Reife der Auffassung mangelt, — kann zur klaren Einsicht und zu der daraus entspringenden Formgebung führen. Diesem Umstande hat Hofrat Tupetz in vollem Maße Rechnung getragen. 2. Band: Deutsche Sprach- und Stillehre. (Preis 4 K. Bearbeitet vom k. k. Landesschulinspektor Hofrat Dr. Karl Tumlirz.) — Wer die Grammatik des Verfassers kennt und nebenbei in seine methodischen Arbeiten, sowie in die Lehre von den Tropen und Figuren Einblick genommen hat, wird den Wert der neuen Schöpfung im voraus ermessen können. Im Urgründe finden sich dieselben Richtlinien wie in dem Bande „Geschichte". An hervorstechenden Vorzügen sind anzugcben: die ausgiebige Pflege der Lautbildung und Lautentwicklung, das Zurückgreifen auf die Formen in den verschiedenen Zeitaltern der Sprache, die praktischen Hinweise auf den fehlerhaften Gebrauch einzelner Fügungen, die scharfe Charakteristik der Veränderungen durch die verschiedenartigsten Lettern, das Streben nach Sprachdurchgeistigung und Sprachgefühl, der Konnex zwischen den Werken der Klassiker und der Grammatik, wobei (eine langersehnte Erfrischung!) neue Sätze, neue Abschnitte auftretcn, die wissenschaftliche Fassung des Stoffes. Die Stillehre und die Prosodie und Metrik sind zwar knapp bemessen, genügen jedoch als grundlegendes Material vollauf. Wer die weitere Spannung wünscht, lasse sich die eingangs erwähnten Schriften des Verfassers kommen. — 3. Band: Dar st eilende Geometrie. (Preis 2 K. Bearbeitet vom Prof. Karl Langer.) — Das 107 Seiten starke Buch verrät eine geläuterte Praxis und die umfassende Kenntnis der Sache. Es dürfte wohl kein Gebiet dem Autodidakten soviel Schwierigkeiten bieten wie das der darstellenden Geometrie. Darum ist es nicht hoch genug anzuschlagen, wenn sich jemand der Aufgabe unterzogen hat, den Stoff in eine derartige methodische Form zu bringen, daß er auch draußen im einsamen Bergdorfe, wo kein Modell, keine richtende Hand, kein erklärendes Wort des Meisters Klarheit schaffen, begriffen wird. Nach meiner Ansicht ist das seltene Kunststück dem Herrn Fachinspektor Langer geglückt. Es wird ihm dafür so mancher beflissene Lehrer Dank wissen. Wenn die weiteren Bände des Sammelwerkes auf der Höhe der ersten drei stehen, so wird der Lehrerschaft, die einer erweiterten Bildung zustrebt, ein Bleigewicht von den Füßen genommen werden. Die „Bl." machen es sich zur Pflicht, das Unternehmen mit Aufmerksamkeit zu verfolgen. — Praktische Rechenaufgaben. Merksätze: Richte deine Ausgaben nach den Einnahmen! Hoch hinaus zerstört das Haus; rein und klein bewahrt es fein. Mache einen Ausgabenplan, schreibe alle Ausgaben in ein Haushaltungsbuch und vergleich am Ende des Monates, des Jahres deine Ausgaben mit den Einnahmen! Der Groschen, den die Frau erspart, ist so gut wie der, den der Mann erwirbt. Die Frau trägt mit der Schürze mehr aus dem Hause, als der Mann mit dem Heuwagen einführt. 149. Eine Arbeiterfrau kauft den Zucker halbkiloweise für 44 h, eine andere kauft ihn fünfkiloweise zu 80 h; um wieviel ist der Einkauf im großen vorteilhafter bei 10, 20 kg? 150. Eine Hausfrau kauft 15 kg feines Weizenmehl, 1 q 40 K, und 20 kg Weizengrieß 1 q 42 K; wieviel gibt sie durch den Einkauf im großen weniger aus, wenn im Einkäufe 1 kg Weizenmehl 46 h und Weizengrieß 50 h kostete? 151. Der Kaffee stieg um 5% im Preise; wieviel kostet er jetzt, wenn er früher 3 K 20 h gekostet hat? 152. 5 kg Butter geben 4 kg Schmalz; wieviel Schmalz bekommt die Frau von 40 kg Butter? 153. a/b von 40 kg Butter kauft sie zu 2 K 60 h, den Rest zu 2 K 40 h per kg und bereitet daraus Winterschmalz; wieviel hätte sie im Winter mehr ausgeben müssen, wenn sie für 1 kg Schmalz 2 K 90 h bezahlen müßte? 154. Ein Geschäft gewährt bei Barzahlung 4 %> Skonto; wieviel hat man bar zu entrichten bei einem Einkäufe von K 5 50, 840, 15 30? 155. Wie teuer kommt eine Nähmaschine im Preise von 120 K bet 4°/o Skonto? 156. Eine Hausfrau kauft für den Winter 1 Meterzentner Äpfel zum Preise von 20 K; um wieviel war sie im Vorteile, wenn sie im Einzelkaufe für 1 kg hätte 24 h bezahlen müssen? Merke: Haltbare Sachen kaufe im großen, weil es billiger ist. Zahle barl Kaufe nicht das Billigste, es ist nicht selten das Teuerste. F. Moll. Das Zeichnen im Dienste des gesamten Unterrichtes. Von Eman. Ad. Horejschi. (Schluß.) Es gißt Religion sichrer, die den Unterricht auch durch Kreidezeichnungen zu veranschaulichen bemtiht sind, bietet doch der Religionsunterricht ebenfalls manches, das durch eine Tafelzeichnung besser zum Verständnisse gebracht und ins Gedächtnis eingeprägt werden kann als durch bloße Worte. Die Form des Kreuzes, wie wir sie meistens zu sehen gewohnt sind, ist eine ganz falsche; wir werden die richtige an die Tatei zeichnen müssen. Gelegenheit zu zeichnerischer Tätigkeit bieten ferner : die Besprechung der kirchlichen Geräte und Bauten, des Zuges der Israeliten durch die Wüste, der jüdische Tempelbau, das Tote Meer, der See Tiberias und dessen Umgebung, der Weg von Nazareth nach Bethlehem usw. Daß wir auch bei der Behandlung der Lesestücke sehr oft in die Lage versetzt werden, der kindlichen Einbildungskraft mittelst einer Zeichnung zu Hilfe zu kommen, bedarf keines Beweises. Wie ganz anders wirkt die Behandlung des Gedichtes „Das Lied vom braven Mann“, wenn wir über das schäumende, schollentreibende Wasser eine Brücke mit Bogen und Pfeilern zeichnen — das Zöllnerhäuschen mitten darauf — und dann rechts und links einen Pfeiler nach dem ändern weglöschen und so die Not der Zöllnerfamilie bildlich darstellen! Einem im Zeichnen halbwegs geübten Lehrer vergeht kein Unterrichtstag, an welchem die Kreide nicht wenigstens eine Zeichnung an die Tafel „gezaubert“ hätte. Es gibt auch viele Lehrer, die sehr gerne das Zeichnen in den Dienst des Unterrichtes stellen würden; allein ihre Zeichenfertigkeit reicht nicht so weit, daß sie frei in ungezwungener Weise eine Form mit der Kreide fixieren könnten. Der Schritt vom Ernsten zum Lächerlichen ist bekanntlich nicht groß und es wäre leicht möglich, daß solch ein Kunstprodukt zum Schlüsse sowohl den Zeichner als auch den Zuschauer zum Lachen zu reizen vermöchte. Da heißt es die Formen der Körper und Lebewesen genau betrachten, darstellen, fleißig üben und aus dem Gedächtnisse wiedergeben. Übung macht auch hier den Meister. Eine sehr dankbare Aufgabe wäre es für die Lehrerbildungsanstalt, wenn daselbst eigene Skizzierstunden oder Skizzierkurse eingeführt wären. Durch dieselben würden die jungen Leute, die einmal Lehrer werden sollen, einen Schatz erhalten, der mehr Wert hätte als so manche Bücherweisheit.1 Die Tafelzeichnungen werden von den Schulkindern als stille Beschäftigung in ihren Heften nachgezeichnet. Man dulde nie scharfgespitzte Stifte, sondern nur stumpfe Spitzen. Freund, Freundin! Wenn die Skizze des kleinen Meisters krüppelhaft und formlos ausfällt, ärgere dich nicht, donnere nicht, denn du gießest ihm Essig in den Honig! Milde beurteile seine Arbeit, mit aneifernden Worten sporne ihn zu weiterer Tätigkeit an — und sein lachendes Gesicht, seine strahlenden Augen werden dir seine innere Freude verraten. Ich wette, nach Jahr und Tag hast du Zeichner vor dir, die ohne Vorzeichnung frei mit dem Pinsel einen Schmetterling darstellen können und auch schwierigere Formen mit ziemlicher Genauigkeit auf das Papier zu bringen vermögen. Wie oft habe ich vor dem Unterrichte etwas Freiarmzeichnen üben lassen! Den Kindern macht es Freude, wenn sie stehend mit ausgestrecktem Arme und geraden Fingern einen Kreis, ein Lang- oder Hochrund, ein Eirund u. der gl. ohne jede Hilfslinie zeichnen können» Wie der Lehrer die Tafelzeichnung zur Kontrolle rückwärtsgehend von der Ferne beschaut, so gewöhne man die Kinder auch daran, daß sie ihre Zeichnungen von weitem betrachten; nur auf diese Weise können vorgekommene Fehler bemerkt und ausgebessert werden. (Richtig! D. Sch.) Im Zeichnen kann man vorgeschrittenen Schülern ab und zu auch eine kleine Aufgabe geben, um ihre Kräfte zu prüfen und zu stärken. „Wir haben heute vom Apfelbaume gesprochen. Wer von euch bringt mir morgen die Gestalt eines Apfelbaumes, nach der Natur gezeichnet?“ „Seht euch unsere Kapelle genau an und versucht, sie darzustellen!“ „Zeichnet die Brücke im Dorfe!“ „Es wäre mir eine Freude, wenn ihr euer Wohnhaus aufzeichnen würdet, so daß man erkennt, wieviel Fenster es vorne hat, wo die Fenster sind, wo sich die Türe befindet usw.“ „Die Steinmetzen werden in der nächsten Woche den Stein dort am Walde sprengen. Wer von euch skizziert ihn noch vorher zum Andenken?“ So 1 Ein sehr beachtenswerter Gedanke! D. Sch. lauten die verschiedenen Aufgaben, welche der Lehrer stellt und welche gerne freiwillig gemacht werden. In jeder Schule sitzen Talente und cs muß sich jeder üben, der ein Meister werden will; er bedarf aber hiezu einer zusagenden Anregung. Zum Schlüsse möge der große Nutzen, der sich durch die Anwendung des Zeichnens im Unterrichte ergibt, mit nachstehenden Sätzen hervorgehoben werden: 1. Der Lehrer iibt sich selbst und ist gezwungen, sich auf den Unterricht gewissenhaft vorzubereiten, indem er sich das Wichtigste, nämlich den Anschauungsstoff, genau zurechtlegt. (Alles, was der Schüler zeichnen soll, muß der Lehrer vorher gezeichnet haben. D. Sch.) 2. Der Lehrer erspart beim Unterrichte viel erklärende Worte und viel Zeit. 3. Der Unterricht wird gründlicher, gestaltet sich anschaulich und anregend. 4. Der Lernstoff' wird durch die Zeichnung und Nachzeichnung dem Gedächtnisse des Schülers tiefer und fester eingeprägt. 5. Die Zeichnung des Lehrers regt den Schüler zur weiteren Nachahmung an. 6. Die Nachbildung ist eine vorzügliche Art der Wiederholung; denn sie reproduziert auch die Worte des Lehrers. 7. Die Nachzeichnung bereitet dem Kinde Freude; es versucht, andere Dinge in ähnlicher Weise darzustellen, wodurch es oft vor Langweile geschützt wird. 8. Die eigene zeichnerische Tätigkeit erfüllt den Schüler, später den Mann mit Selbstbewußtsein und Stolz; sie bereichert sein Wissen ganz bedeutend. ■ Lose Gedanken. 25. Lehrmittel für den geographischen Unterricht! Der Gebrauch der Ansichtskarten als Lehrmittel beim geographischen Unterrichte hat seinen nicht abzuleugnenden Wert. Es genügt jedoch nicht, diese Bilder im Fluge durch die Bank zu präsentieren. Das Anschauungsmittel soll wie jedes andere längere Zeit im Schulzimmer ersichtlich angebracht sein. Zu diesem Zwecke habe ich eine eigene Ansichtskartentafel. Sie besteht aus einem Pappdeckel, über den starkes Papier gezogen ist. Dieses ’st jedoch nur an den Rändern angeklebt und besitzt schnittförmige Öffnungen (ähnlich wie beim Ansichtskartenalbum), in welche die Kartenecken zu liegen kommen. Auf diesem Halter ist Platz für 4 Karten und zwar für 3 in wagrechter und 1 in lotrechter Stellung. Schreibt man dazu ein kleines, auf dieses Fach bezugnehmendes Verslein, so hat sich der Lehrer ein nützliches, billiges und nettes Lehrmittel geschaffen. Aber Eines ist auch hier zu beherzigen: Halte Maß in allen Dingen! Karl Stumpfoll. Aus dem Tagebuche einer Dorf schullehrerin. 64. Welch ein Genuß, mit Gleichgesinnten zu sprechen, zu beraten, — zu streiten. 65. Manche meinen, ja, sie sagen es uns sogar ins Gesicht, ein Lehrer brauche nur das zu wissen, was er den Schülern beibringt. Kann ich ein Haus schon bauen, wenn ich weiß, daß ich Ziegel und Mörtel verwenden soll? 66. Nicht bloß das Glück macht egoistisch, auch das Leid. 67. Die Ahnungslosigkeit der Kinder, ihr jugendlicher Frohsinn: das sind die besten Güter des Lebens. Wehe dem, der diese Quellen trübt! 68. Man erwartet Sonnenschein, der Tag bringt — Flockenfall. Der Lehrer müht sich und verdient Dank; er erntet — 69. Die Natur hat immer recht, sagt man. Darf sie immer recht haben? 70. Unser schlimmster Fehler ist der, daß wir den Kindern zum Erfassen und zum Ausspre-ehen nicht Zeit lassen. 71. Wie sind auch die Seelen so ganz anders, legen sie ihr Feiertagsgewand ab! 72. Die Folter konnte man abschaffen, die Qualen unerfüllbarer Sehnsucht mußten bleiben. 73. Ein gebeugter Nacken, Silberfäden im Haare, eine zittrige Handschrift: ach, was erzählen Sle von Menschenleid! — Ein leuchtendes Kinderauge, ein jubelndes Lachen: was erzählt es von Menschenglück! H. R. Woröereilungsskizzen. 6. Jin Abteilungsunterrichte kommt es in erster Linie ans die Stoffverteilung, betreffend die in der Klasse vertretenen Schülergrnppen, an. Sind deren nur zwei vorhanden, so gestaltet sich die Vorbereitung wesentlich einfacher als in der ungeteilten einklassigen Schule, die eben drei Abteilungen aufweist. Ganz entbehren laßt sie sich indes niemals. Selbst gewiegte Praktiker müssen vor Beginn des Unterrichtes genau überlegen, was sie dieser Abteilung, was jener zuteilen werden, ans daß das Rädchen nicht in Stockung gerate. Und dann heißt es ja in der niederorganisierten Schule ökonomisch sein wie nirgendwo. Wer da planlos vor die Schüler tritt, hat bei doppelter Zeit nur den halben Erfolg errungen. Man wird dem Lehrer in der Landschule den Mangel einer bis ins Einzelne ausgearbeiteten Vorbereitung nach-sehen, nimmer aber die Skizze, in der der direkte und indirekte Unterricht vermerkt und die Stillbeschäftigungen zurechtgelegt sind. Darum taucht der einschlägige Abschnitt in den „Bl." immer wieder auf. Er betrifft diesmal die vierte Dienstagstunde des Stundenplanes in Folge 94 ans Seite 1851. — Schema: Abteilung: 11 — 12 Uhr I. 1. Schuljahr — II. 2., 3. + 4. Schulj. Hrdtiundc und chcschichte. Die Donau im Anschlüsse an den Fluß, bczw. Bach.,der Heimat. Rudolf und Ottokar. Das Haus Habsburg in Österreich. III. 5. bis 8. Schuljahr Zeichnen. Das Tannenreis, der Tannenbaum unter der Last des Schnees, Zierzeichnung, Stickmuster mit dem Tannenmotiv. Zunächst die Stoffwahl! Das Weihnachtsfest ist vorüber; die innige Stimmung zittert indes noch nach. Sie muß ausgenützt werden; denn Stimmung ist alles. Wo sie fehlt, können auch Engelszungen nicht Interesse erwecken. Der Tannenbaum, der flammende Baum in der Ecke, von dem all die Herrlichkeiten genommen wurden, er ist fiir das Kind ein Gnadenbaum. Sein Duft erfüllt die Seele der Kleinen, sein Bild zaubert die schönsten Erinnerungen hervor. Da ist es doch nahe, daß wir ihm im Unterrichte ein Plätzchen gönnen. Etwa damit, indem wir ihn mit der Pinzette zerzausen und botanisch ins Auge fassen? Das hieße die Poesie grausam verderben. Nein, als Gemälde soll er auf das Blatt Papier, als Motiv in das Ornament, als Stickmuster auf die Leinwand. Wir wählen doch zum Schmucke unserer Wohnung zumeist auch solche Formen, die in uns angenehme Erinnerungen wachrufen. Mit diesem biologischen Momente muß der Unterricht rechnen. (Vgl. den Leitartikel in F. 95!) — Die für die 2. Abteilung gewählten Themen greifen ineinander. Rudolf zieht die Donau entlang gegen Wien; da müssen wir doch vorerst das Gelände betrachten. Zu Weihnachten 1282 findet in Wien die Übergabe der Länder Österreichs an die Habsburger statt. Dieses Ereignis soll in die Weihnachtsstimmung getaucht und dann aus ihr entwickelt werden. Was die Stoffverteilung betrifft, so scheint es auf den ersten Augenblick, als würde eine volle Stunde hier gesprochen, dort im stillen gearbeitet werden. So streng ist die Abgrenzung zwischen dem direkten und indirekten Unterrichte nicht zu nehmen, vielmehr ist das Schema als Ausdruck eines „freien Stundenplanes" (Vgl. die Wechselrede über die 1. Frage, Jahrg. 1904—1906, 3. Auflage, und die diesmalige Monatrüstung!) zu beachten. — Sobald nämlich die Stillbeschäftigung in Fluß ist, wird in der 1. Abteilung vorgetragen, entwickelt, znsammengefaßt und an der Tafel eine Gliederung entworfen, bczw. eine Skizze vom Flußlaufe usw. Das Einträgen in die Hefte bietet Gelegenheit, zur oberen Abteilung hinüberzusehen und Winke zu geben oder bessernd einzugreifen. Der direkte Unterricht schwebt also hin und her. Eingangs muß er naturgemäß beide Abteilungen verknüpfen; denn sobald wir des Tannenbaumes erwähnen und ihn mit dem Dufte der Weihnachtsstimmung umweben, können wir unmöglich verlangen, daß die erste Abteilung irgend einer StillbeschüsUgung obliege. Und der Einleitung bedarf doch das Schema. (Vgl. „Das Zeichnen nach der Natur in der Landschule"!) — Ist das Interesse befriedigt und die 2. Abteilung versorgt, so beginnt der erdkundliche Unterricht. Er klammert sich an die Gewässer in der Umgebung des Schulortes. Das 2. 3. Schuljahr liefert Material, das 4. verarbeitet es und überträgt es auf den Reichsstrom. Dieser Ausbau muß auch in der Schule ohne Abteilungsunterricht eingehalten werden, will man naturgemäß zuwerke gehen. (Näheres über die Lektion in der Broschüre „Der heimatkundliche Unterricht im Dienste der Volkswohlfahrt"!) — Hebt das geschichtliche Thema an, so soll die Obergruppe den Pinsel oder den Stift insolange beiseite legen, bis die durch den Lehrer mit Lebhaftigkeit gebotene Erzählung vorüber ist. Historisches wirkt immer, soll immer wirken, wenn man es auch schon oft gehört hat. — Es muß nicht erst gesagt werden, daß die naturidyllische-patriotische Lektion mit dem Liede vom Tannenbaum und einem kräftigen Vaterlandsgesange abschließt. Jtitß der Kaiserstadt. (Bilder für die Jugend auf dein Lande.) 1. Kinfaört. Du kannst es kaum erwarten, daß der Schaffner endlich das so oft genannte Wort ausruft. Immer noch klappert der Eisenbahnzug über die Wechsel, immer noch in rasender Eile, als sehnte er sich nach seiner Halle wie das Pferd nach der Krippe. Große Tafeln, die zum Kaufe einladen, fliegen vorüber, einzelne Häuschen, dann Häuser, dann Gassen; sie ziehen in langer Zeile hinein in ein unabsehbares Gewirr von Türmen, Kuppeln und Giebeln. Das ist Wien, die schöne Kaiserstadt I Du möchtest so gerne gleich alles sehen, was aus dem Dunstkreis taucht. Aber man läßt dir nicht Ruhe; ein wildes Hin- und Herwogen stört dich aus der Betrachtung. Die Reisenden bereiten sich vor, möglichst rasch aus dem Wagen zu kommen. Gib acht, daß nicht von deinen Habseligkeiten „ans Versehen" etwas mitwandert I Die Großstadt beherbergt Spitzbuben in großer Zahl. Gar oft, wenn es „drinnen" gerade kein Geschäftchen gibt, das das Tageslicht nicht verträgt, beehren sie die Umgebung mit ihrem Besuche, schmiegen sich als „gute Freunde" an den Fahrgast und erleichtern manchen von seiner Bürde, so er nicht ans der Hut ist. Halte also deine Siebensachen hübsch fein zusammen und richte sie zurecht, wenn das Eisenroß nahe am Ziele istl Wien, Wien! schallt es durcheinander. Nun beginnt ein hastiges Drängen und Schieben. Laß dich nicht in den Strudel reißen! Warte ruhig, bis der Hauptsturm vorüber ist! Da stürzen Männer mit blauen Kappen herein. Was wollen sie? Dein Gepäck fortschaffen. Dafür ist zu zahlen. Wenn du nicht viel zu schleppen hast, so behilf dich selbst; andernfalls laß dich bedienen und merke die Nummer, die der Mann an der linken Bcustseite trägt. Du könntest ihn im Gewühle aus dem Auge verlieren. — Hast du deine Geldbörse wohlverwahrt? Der „gute Freund" benützt das Durcheinander, um statt in seine Tasche in die deinige zu greifen. — Wo ist der Ausgang? Es steht zwar irgendwo groß gedruckt. Such jedoch nicht lange, sondern folge dem Menschenstrom I Du mußt Vorsorgen, daß du die Fahrkarte rasch bei der Hand hast; sonst läßt dich der Tür-hüter nicht durch die Pforte schlüpfen. Noch einmal wirst du angehalten u. zw. von einem Manne, dessen Rockkragen grüne Streifenaufschläge trägt. Das ist der Finanzer. Ec will in deinem Koffer nachsehen, ob du nicht etwa Eßwaren und Getränke in die Stadt bringst. Hast du mehr von derlei Dingen mitgenommen, als du zu deiner Reisezehrung bedarfst, so sag es gleich; denn stellst du es in Abrede und kommt man dir darauf, so gibt es Strafe; obendrein brennt auf deiner Stirne die Scham, weil du gelogen hast. Also aufrichtig sein und die wenigen Heller bezahlen! — Der Finanzer gibt dir eine Karte. Verlier sie nicht; du mußt ste beim Ausgange auf die Straße abgeben. — Hei, ist das ein Leben vor dem Bahnhöfe! Schier hundert Gefährte warten auf die Ankunft des Zuges. Das Fahren im Wagen eines Wiener Fiakers ist zwar ganz reizend; du sitzest weich und schießest wie ein Pfeil durch den Trubel der Straße. Aber das Vergnügen kostet Geld. Winde dich darum lieber durch das Gewirr und steuere der elektrischen Straßenbahn zu. Du fragst mich: „Ja, was ist denn das?" Nun, darüber will ich dir nächstens mehreres erzählen. Ein neues Rechenlehrmittel! Ich sehe Sie im Geiste, wie Sie sich beim Lesen der Überschrift die Ohren zuhalten, lebhaft abwinken und ausrufen: „Geben sie mir Ruhe mit den Rechenlehrmitteln; sie sind in den letzten Jahren wie Pilze nach einem warmen Regen aus der Erde geschossen, und hätte jedes nur ein Geringes zur Erzielung besserer Erfolge im Rechnen beigetragen, so müßten diese schon lange vorzüglich sein, was aber in der Tat nicht der Fall ist.“ Nichtsdestoweniger möchte ich Sie bitten, mir ein Stündlein Ihrer kostbaren Zeit zu schenken und das neue Lehrmittel zu prüfen. Ich habe es erprobt und für brauchbar gefunden. „Ja, wer wird denn sein eigenes Kind nicht schön und gut finden!“ Doch, bitte, hören Sie und seien Sie nicht ungehalten, wenn ich weit aushole! Im Schuljahre 1908/09 hatte ich in der ersten Abteilung (1. Schuljahr) 12 Schüler. Für eine Einklassige gewiß eine stattliche Zahl. Wie sich bald herausstellte, waren unter diesen 12 kaum ein Viertel, welche im Rechnen gute Fortschritte versprachen. Und ich hatte mich nicht getäuscht. Obwohl ich im 1. Schuljahre nur das Zu- und Wegzählen, Zerlegen und Ergänzen im Zahlenraume von 1 bis 20 nehme, war es mir trotz der größten Mühe nicht möglich, bei der Mehrzahl der 12 Schüler mehr als ein sehr mittelmäßiges Resultat erzielen zu können, was vielleicht nicht Wunder nehmen dürfte, wenn ich der Wahrheit gemäß berichte, daß mir das größte Rechengenie unter ihnen nach einem Vierteljahre noch nicht tadellos bis 5 und zurück zählen konnte. Im Lesen dagegen war ich ganz zufrieden. Am Ende des Schuljahres überlegte ich lange, ob ich die schlechten Rechner aufsteigen lassen sollte oder nicht. Schließlich entschloß ich mich zu ersterem. Ich wollte ihnen die Qual ersparen, als gute Leser noch einmal den Leseunterricht vom Anfänge an mitmachen zu müssen; auch hoffte ich, daß ihnen vielleicht im 2. Schuljahre im Rechnen der Knopf aufgehen werde. Allein bei den meisten hatte ich mich doch getäuscht und das Rechnen mit dem 2. Schuljahre war für mich eine Qual, besonders das Messen. Meine altbewährte Methode, mit der ich durch 25 Jahre gute Resultate erzielt hatte, versagte diesmal. Da eines Tages, als es trotz meines Schweißes wieder nicht gehen wollte, durchzuckte mich blitzartig der Gedanke: „Vielleicht geht es so.“ Und ich fing an und sieh da, es ging. Nachdem ich ungefähr drei Halbstunden nach der neuen Methode gearbeitet hatte, ging selbst den Schwächsten ein Licht über das Messen auf und sie fingen an zu begreifen. Nun zu meiner Methode! Als Beispiel will ich die Zahl 4 wählen. Ich entwickelte die Reihe 4 -f- 4 . .., schrieb sie an die Schultafel und die Summe jedesmal darunter: 4 -f- 4 -f? 4 . . . . 4 8 12 Nun fragte ich, auf den 1. Vierer zeigend: „Wievielmal seht ihr den Vierer hier? „Einmal.“ „Damit wir das merken und später nicht immer zählen müssen, wollen wir uns das darüberschreiben. Nachdem die ganze Reihe so abgefragt war, sah sie so 12 3 4 aus: 4 -4— 4 -f- 4 —j— 4 . . . Nun übte ich daran das Vervielfachen: 1 X 4, 4 8 12 16 2 X 4 u. s. w., zuerst mit Hilfe der Tabelle, dann ohne diese. Hierauf ging ich zum Messen über. Als Beispiel wähle ich diesmal die Zahl 20. Der andere Teil der Tabelle wird zugedeckt. Aus wieviel Vierern besteht 20? Wievielmal 4 ist 20? Wie oft kannst du also 4 von 20 wegnehmen? (Im Notfälle kann dies abgezählt werden.) Wie oft ist also 4 in 20 enthalten? Das ging bald ganz gut, zuerst mit Hilfe der Tabelle, dann ohne diese. Die Viererzahlen: 4, 8, 12, 16 u. s. w. ließ ich, nachdem ich den Namen „Viererzahlen“ erklärt hatte, sehr oft wiederholen, aufwärts und abwärts. Sodann ging ich zu den Zwischenzahlen, u. zw. zuerst zu jenen, die bloß um 1 größer sind als eine Viererzahl; dann kamen die, welche um 2, 3 größer sind, an die Reihe. Nehmen wir 23! Wie oft ist 4 in 23 enthalten? Keine Antwort. Ist 23 eine Viererzahl ? Nein. Welche nächstkleinere Zahl ist eine Viererzahl ? Zuerst, wenn die Kinder das noch nicht gleich herausfinden, oder bei den ganz Schwachen frage ich: „Wo müßte die Zahl 23 stehen, wenn hier unten (ich zeige auf die Viererzahlen) nicht bloß die Viererzahlen, sondern alle Zahlen von 1 bis 40 stehen würden? Das treffen dann selbst die Schwächsten, wenn sie die natürliche Zahlenreihe inne haben. Ich lasse das Kind zur Tafel kommen und mir die Stelle zeigen. Nun, welche Zahl steht zuvor? 20. Wieviel müssen wir zu 20 dazugeben, um 23 zu erhalten? Öder: Um wieviel ist 23 größer als 20? Ich legte dann auf den nächsten Vierer das Zahlentäfelchen 31, während der übrige Teil der Tafel verdeckt bleibt. Die Tabelle 1 2 3 4 5 sieht dann so aus: 4 -f- 4 —4 —j— 4 —(— 4 3. Nun kommen dieselben Fragen 4 8 12 16 20 wie oben. Aus wieviel Vierern besteht 23? (Aus 5 Vierern und einem Dreier). Wie oft kann ich also 4 von 23 wegnehmen? Oder, wenn es schon besser geht, gleich: „Wie oft ist also 4 in 23 enthalten?“ (5 mal und 3 bleibt). Franz Siegel, Schulleiter i. R. in Jauernig, Badegasse 49, Ö.-Schl. Unter Vorbehalt eines allfüllige» Patentes ersucht der Verfasser um Prüfung und Erprobung seines Verfahrens. Sollte sich das Bedürfnis nach Herstellung des in Rede stehenden Apparates ergeben, so würde derselbe angefertigt werden. Etwaige Anfragen beantwortet Herr Kollege «Siegel. D. Sch. Sdjitl- und Lebeilsfragen des jungen Lehrers. Worvemerkung: Dieser Abschnitt verdankt sein Entstehen der Anregung eines k. k. Direktors, der berufen ist, Lehrer heranzubilden. Gewiß hat ihn die Erfahrung, daß unsere Anfänger vor mancher Frage, die der Schulbetrieb oder das Leben stellt, ratlos stehen und in der Einsamkeit wegen des Mangels an einem aufrichtigen Freunde entweder verzagt werden oder sich blindlings dem Zufall in die Arme stürzen, zu dem Antrage, der eine wichtige Seite des Berufslebens trifft, veranlaßt. Bei dem Streben, der Jungmannschaft in allem beizustehen, nehmen die „Bl." den Gedanken auf und führen ihn rasch in die Tat über. 1. Frage: WesHakö ist es in meiner Klaste mit der Disziplin so üöel bestellt ? Antwort: 1.) Dir kommst selten rechtzeitig in die Schule; darum ist den Schillern Gelegenheit geboten, allerlei tolle Streiche auszuführen, die bis in die zweite Stunde hinein ihre Wellen werfen. — 2.) Dn gehst z» rasch vor. Laß nach dem Gebete die Gefühle abgleiten und beginn den Unterricht nicht früher, als bis vollkommene Rahe herrscht. — 3.) Deine Vorbereitung ist mangelhaft und erzeugt daher Unsicherheit. Diese raubt dir ein Stück Souveränität. Wenn dn alles am Schnürchen hättest, bliebe nicht Zeit zum Schwätzen. So aber mußt dn nachsinncn und Pansen machen; in diese Hüpft der Kobold. — 4.) Dn sprichst znviel, zu laut, zn rasch. Halte sofort inne, wenn es nicht klappt 1 — 5.) Es fehlt dir an Konsequenz. Was du einmal als Gesetz ausgestellt hast, laß nicht fallen I Borläufig diese Mittel! Reichen sie nicht ans, so werde ich dir nächstens weitere bringen. — 2. Frage: Ich lim Heiser, es schnürt mir die Arust zusammen, die Nerven zittern: Was soll ich tun k Antwort: Meide den Ranch der Wiltshausstnbe, meide die NachtlnftI Arbeite in der Schule mit Ruhe, mit Gelassenheit I Wozu das Schreien? Wird es dadurch besser? Nein! An den Jupiter tonans gewöhnen sich die Schüler gar schnell. Wozu die Aufregung? Sie schadet dir und dem Erfolge. Eines nach dem ändern! Sprich etwa 20 Minuten; dann raste wieder etwas! Ein Schluck Wasser wird dich erfrischen. — Laß die Zigarette und den Alkohol und widme mehr Sorgfalt einer guten und regelmäßigen Ernährung I Will cs trotz allem nicht besser werden, so schreibe an das Lehrerheim in Lvvrana und sichere dir ans einige Wochen ein Plätzchen. (Gilt auch für Lehramtszöglinge.) 3. Frage: Soll ich, soll ich nicht, soll ich .... an dem chesellschaslsaliende der Konoratioren des Städtchens IrilneHmenk Antwort: Frag nicht erst die Knöpfe! Der Lehrer soll in die Kreise der Vornehmen, er muß hinein, um sich und seinem Stande den gebührenden Posten zu erobern. Aber merke wohl: Dn kannst zwar viel gewinnen, aber auch alles verlieren. Willst dn dich vor Letzterem bewahren, dann muht dn erwägen, ob dn über die entsprechende Kleidung verfügst, ob du für den- Abend ein Sümmchen opfern kannst, ob du dir die gesellschaftlichen Formen in ausreichendem Maße zueigen gemacht hast, ob du gerüstet bist, zur Unterhaltung beizutragen, ob du gerne gesehen wirst usw. (Näheres im Abschnitte „Des Lehrers Takt und Schliff" Auszug 1904 — 1906, S. 172, Jahrg. 1908. S. 544 lt. w.) (Der Abschnitt wird fortgesetzt.) 1 Ich habe mir die Tabellen für sämtliche Zahlen von 1 10 und außerdem einzelne Täfelchen mit den Zahlen 1 — 9 angefertigt, welche ich nach Bedarf auf der Setzleiste an die Schultafe! stelle. (Entwickelt wird die Tabelle vor den Augen der Kinder an der Schultafe!). Diese Tafeln sind mein neues Rechenlehrmittel; sie bewähren sich sowohl beim Vervielfachen als auch beim Messen aufs beste, weil sie zur Grundlage die natürliche Zahlenreihe haben und übersichtlich bezw. anschaulich sind. Zur Abwehr. Kollege Richard Stissen hat in der Septemberfolge unserer „RI.“ zu dem Gegenstände so gut gesprochen, daß man eigentlich nicht mehr viel Wesentlich-Neues bringen kann. Höchstens eine oder die andere originelle Art der Abfuhr soll hier noch „gebucht“ werden; denn es ist nicht zu bestreiten: Wer die Lacher auf seine Seite gebracht hat, behält recht. Und wenn die Abfuhr auch nicht gerade immer zum Lachen reizt, so soll sie doch sonst in irgend einer Art verblüffend sein. Ich meine, mit Sachlichkeit dürfte man selten weit kommen, weil es ja den Angreifern nicht um die Wahrheit, sondern um den Ärger der „Schullehrer“ zu tun ist. Auszunehmen ist der eine Fall, wo eine politische Partei in Verfolgung ihres Interesses den Wert der Schule und des Lehrerstandes herabsetzt; dieser Punkt verdient besondere Aufmerksamkeit. Die Art dieser Angriffe ist die offizielle und öffentliche. Ihr muß daher offiziell und öffentlich begegnet werden. Sonst ist „Ruhigbleiben“ jedenfalls die beste Devise. Einen Schritt weiter sind wir bei der scheinbaren Zustimmung, von wo wir dann auf dem Wege sokratischer Ironie den Gegner ad absurdum führen. Für einen Kollegen mit schalkhafter Anlage das beste Mittel. In meinem Dienstorte ist die Bevölkerung fast durchwegs schulfeindlich. Erst vor kurzer Zeit hörte ich vor den Fenstern meiner, im ersten Stocke gelegenen Wohnung folgendes Gespräch, das geradezu als Kulturbild der Bauernschaft des südlichen Teiles von Niederösterreich gelten kann. Sonntag-Morgen. Ein Rudel von Bauern aller Arten und beiderlei Geschlechtes auf dem Marktplatze. Es ist das sozusagen die Bauernbörse und der Markt der alten Athener' kommt mir dabei immer in den Sinn. Hier wird in Vieh-, Holz- und Körnerkäufen, öffentlichen Angelegenheiten und Politik „gemacht“. Um nicht in den Verdacht der Bauernfeindlichkeit zu geraten, betone ich gleich jetzt, daß diese Leute gar nicht so dumm und so schlecht sind, als sie sich gebärden; es ist ein im Grunde gemütvolles, kluges Volk, aber durch Jahrzehnte verführt und in die Schulfeindschaft hineingehetzt. Ist doch die Schule bei uns der politische Köder, mit dem man Bauern und — Lehrer fängt. Also: „Ich sag enk’s, zu was braucht a Bauer so lang in d’ Schul z’gehen? Zu was braucht a Bauer was z’lernen? Arbeiten muß er, nit umabucken; drum is das lange Schul-geh’n nix nutz, weil a Bua oder a Mensch mit dreizehn, vierzehn Jahr aut’n Acker und in’ Stall g’hört. 8' Fäulenzen lernens in der Sozischul, sonst nix, daß d’ Bauern allsamt abhausen, wird d’ Sozi hab’n wöll’n. Sechs Jahr sand g’nua, aft g’hört der Bua mir, ’s Mensch der Muater.“ So der eine. — Und der andre: „Ja, ich glaubs schon, daß den Schullehrern recht is, wenn so a saubers, mannbars Madl in der Schulstub’n huckt, is a kurzweiliger — “ (allgemeines Gelächter). Ein dritter: „Und a junger Kampei von an Lehrer dazua und ’s Malheur ist firti!“ Schulkinder stehen dabei, ein Mitglied des hochlöblichen Ortsschulrates befindet sich in der Gruppe. Ich bringe das Gehörte, von dem meine Frau und der Hausherr Zeugen sind, in der Konferenz zur Kenntnis des Vorsitzenden und stelle den Antrag, die Angelegenheit im 0. Sch. R. zu erörtern. Meiner Meinung nach ist das einer der heikelsten Fälle, der mehr Beachtung erfordert als ein Biertischgeplänk. Hier ist Bosheit im Spiel. Das schreit nach Gerichtssaal: Herabsetzung einer staatlich-ethischen Institution und öffentliche Beleidigung eines Standes, dem der Staat, die Gesellschaftsordnung in höchstem Maße verpflichtet ist. Gibt es da keine Paragraphen V Vidcant consules ! Aber richtig, der Bauer sagt ja: „Was G’setza, mir brauchan keine G’setza, die sand nur für die Herg’lafenen.“ Die Meinung, daß ein Bauer mit geringer Bildung sein Auslangen finde, hat man mir schon oft zum Ärger vorgeredet. Ich bemühe mich immer, Ruhe zu bewahren, sattelfest zu bleiben, setze mich, soweit mir dies möglich ist, recht breitspurig, um so auch äußerlich den Eindruck der Selbstsicherheit und der Überzeugung Ausdruck zu geben, daß ich wisse, man bedürfe des Lehrers so notwendig, mindestens so notwendig wie — des Tierarztes. Ich gebe also dem guten Bauer recht: „Ja, ja, das. sag ich, daß ein Bauer weniger z’lernen braucht als ein andrer Mensch. Bei einem Geschäftsmann ist das was anders, der muß mit dem Fortschritt gehen, muß immer was Neues lernen, sonst bleibt er zurück; nun und der kann ja auch gewählt werden, da muß er doch ein bissel mit Feder und Mundwerk umgehen können, aber bei einem Bauer . . .“ Es zieht schon. Auf ihr Recht, in autonomen Körpern zu sitzen, sind sie ungemein stolz und eifersüchtig, den Wert der Schulbildung für den eigenen Stand vermögen sie nicht zu beurteilen. „Hm,“ räuspert der alte Fuchsenbauer mit kupferrotem Weingesicht, „g’wählt werden können wir a, Gott sei dank.“ „Sind eppa nit im Reichsrat g’nua Bauern?“ Fragt herausfordernd der Aigelsreiter. „Nützt euch nicht viel! Daheim arbeiten, ist viel besser für einen Bauer! Ein Herren-, bauer — ihr wißt schon! Hausen dutzendweis ab! Laßt das Schreibsachen und die „gewählten Ämter“ den ändern, die eine leichte Hand haben und die mehr Zeit zum Lesen haben. Ich sag’s immer, für einen Bauern ist ledig d’ Arbeit das richtige, alles andere ist nichts nutz, nur d’ Arbeit kann ihn retten.“ „Hoho, Herr Lehrer, zu der Arbeit allein sind wir just nit da! Wenn die ändern sich um d’ Haut wihrn, könnens wir a! Ich bin deswegen a gar nicht dagegen, daß meine Buben mehr lernen, als ich g’lernt hab, aber sechs Jahre sind g’nua.“ Dagegen erhebe ich nun keine Einsprache, einfach aus Klugheit, weil ich den Kampei ja doch schon bei der Nase habe. Ein andrer wird munter: „Alsdan vor dreiß’g Jälir’n, wie ich mein Ehrntag (Hochzeit) g’habt hab, hätt’ man sich so was nit z’ tramen traut: ein Bauer im Reichsrat! So wend’t sich die Zeit! Is a schöne Sach für uns!“ Jetzt aber ist das Eisen heiß zum Schmieden. „Und wer hat euch außabutzt ? Das könnte nicht leugnen! Die verlästerte Schul. Oder glaubt ihr, ihr seid von selber g’scheiter worden? Vor vierzig Jahren hat in meiner Heimat niemand als mein Vater, der ein Kaufmann war, eine Zeitung gelesen; heut habt ihr schon bald jeder eine!“ „Ja, ja, soll (dasselbe) kann e sein!“ Nun scheint aber das Gespräch zu stocken und die Wirtin ist besorgt, daß zufolge des abgerissenen Fadens ihr Geschäft schadenleiden könnte. (Schluß folgt.) Ins Stammbuch. 1. Wer sein Volk nicht liebt Und das Volkstum nicht kennt, Der weiß nicht vom Feuer, Daß es leuchtet und brennt. 2. Nicht zehnmal fragen, Nicht hundertmal klagen, Lieber einmal wagen! 3. Prächtig ist dein Reich, o Zar, Deins, o Schach, nicht minder, Aber herrlicher fürwahr Ist das Reich der Kinder. Originalbeitrag von Hans Fraungruber. Bus dem Eebreralbum. 48. „Aber, Herr Oberlehrer, das ist doch gleichgültig, ob ich nun um acht Uhr zur Stelle bin oder fünf Minuten später; ich bleibe halt dafür fünf Minuten länger in der Schule." „„Nein, Herr Kollege, nicht um die fünf Minuten handelt es sich, denn den Erfolg mißt man keineswegs nach der Elle, sondern um die Pünktlichkeit, die sie Ihren Schülern an-crzieheu müssen. Was nützen Worte, wenn die Tat es täglich anders zeigt!"" Monalriisturrg. Jänner. Vor allem eines: Der Jänner ist ein echter Arbeitsmvncit. Vereitelt auch das Weiter einen guten Schulbesuch, so kann man doch wenigstens mit der Oberstufe tüchtig in den Stoff greifen; sie muß die Unbilden des Winters ertragen. Wer im Humanitätsdusel ersäuft und über die 13-jährigen Bnnernburschen den Glassturz stülpen will, entnervt das junge Geschlecht und damit das Volk. Soll ein scharfer Lufthauch die Nachkommen jener Wackern bedräuen, vor denen dereinst die Welt erzitterte I Die Kleinen in den Frost zu zerren, ist Grausamkeit, die Großen an den Ofen zu fesseln, Unverstand. Es soll demnach unerbittlich auf einen geregelten Besuch des Unterrichtes seitens der Obergruppe gedrungen und mit ihr möglichst viel zusammengerafft werden. — Die Wechselrede über die erste Frage (Jahrg. 1904—1906, Seite 3—20) ist infoferne in Rücksicht zu ziehen, als es sich um die Rechtfertigung für den „Freien Stundenplan" handelt. — Die sechste Frage (in demselben Jahrgange) weist Wege bezüglich der praktischen Stoffauswahl. Auch die achte Frage schlägt hier ein. — Der Artikel „Ein Arbeitstag in der Ein-klassigen" (S. 165) zeigt den vollen Betrieb in idealer Gestaltung. — Der Karneval kommt im Dreivierteltakt dahergeschritten; da muß der Abschnitt „Das Lehrers Takt und Schliff" (die Kleidung, die Vorstellung u. a.) zura'te gezogen werden. (S. 171.) Im Jahrgange 1907 (4. Auflage) finden sich die Fortsetzungen zu der sechsten und achten Frage. — Wer den Schulbeginn aus örtlichen Rücksichten auf den Frühling verlegen will, muß sich schon jetzt mit der Erörterung der 10. Frage (Schulbeginn im Herbst oder im Früh-linge?) befassen. (S. 23.) — „Unsere Standesehre", dieser Leitartikel aus F. 38 wird gerade in der Zeit, da man in der Wirtshausstube „die Köpfe zusammensteckt", nachzulesen sein. — So mancher hat an der Wende des Jahres den „ernsten" Entschluß gefaßt, endlich einmal die Prüfung für Bürgerschulen abzulegen, um bei der nächsten Silvesterfeier das stolze Gefühl im Busen zu hegen: „Das Jahr war fruchtbar I" Diesem Leser seien die „Ratschläge für die Vorbereitung zur Bürgerschullehrerprüsung" (durchlaufender Abschnitt) empfohlen. — „Das Kärntner Lehrerquintett" (S. 114) bietet ein Muster besonderer Art. Gilt es auch nicht gerade die Arbeit für das Südheim, so soll doch die Pflege der Kunst an sich zur Nacheiferung drängen. Jahrgang 1908 enthält auf S. 534 eine Zusammenstellung vvn 20 „Sprachunrichtig-leiten der Schulsprache". Januar — die Zeit der übenden Tätigkeit; da sollte des Kapitels vor allem gedacht werden. — Über den Aufsatzunterricht in der Landschule gibt Oberlehrer Brandais Anleitungen. (S. 535.) — „Die kurze Methode", wenn es gilt, Elemente zu sichern I Der Artikel „Der Unterricht nach der Fragemethode ist unnatürlich" auf S. 542 wirkt einem bekannten Zeitvergeuder entgegen. — Als Diktatstvff sind auf S. 543 Volkssprüche, den Jänner betreffend, geboten. — Der Abschnitt „Aus dem Lehreralbum" ist durch ein Verzeichnis eingeleitet. Bild Nr. 21 ist sehr zeitgemäß. (S. 543.) — „In Tcrpstchorens Diensten" — ein Abc für den jungen Kameraden, der zum erstenmale in den Kreis der Schönen tritt; das 11. Gebot (S. 545) — ein Merks für den, der die Freiheit nicht erträgt. — Auf S. 858 des Jahrganges 1909 finden sich Ratschläge für den Bienenzüchter mit Bezug auf den Monat Jänner, auf S. 859 Bauernregeln als Diktatstoffe (Jänner), auf S. 863 Winke für den Schulgärtner, auf S. 869 praktische Rechenaufgaben, auf S. 873 ist ein nettes Schulstücklein. — Lehramtszöglinge, Achtung auf die Bücheragenten! Leset den Artikel auf S. 1237 (Jahrg. 1910)! — Unterricht im Freien I Im Jänner? Jawohl! Näheres darüber im Aufsätze auf S. 1239. — Über die Fußbekleidung im Winter handelt Nr. 14 des Abschnittes „Der kranke Lehrer und das kranke Kind". (S. 1249.) — Der Jänner ist nicht nur die Zeit der Arbeit in der Schulstube, sondern auch die Zeit der internen Beratungen. In der warmen Kanzlei läßt sich die längliche Konferenz leicht ertragen. Themen für Konferenzen finden sich in allen Jahrgängen; eine Ausführung bringt Folge 85 (Jahrg. 1911). — Gedenktage, den Jänner betreffend, auf S. 1584, Aus- sätze auf S. 1585, „Monatrüstung", als Erweiterung für die vorstehenden Hinweise, ans S. 1586, Naturbeobachlungen (Hinter dem Futterhäuschen) auf S. 1589. Vergeht nicht der hungernden Sänger! — (Die alten Jahrgänge der „Bl." können durch die Verwaltung bezogen werden.) Schulhumor. 90. Ja, ja, das Auswendiglesen! Der Schüler liest aus der Fibel: „Ich sehe den Iltis“ und schaut dabei — den Lehrer an. Eingesendet A. S. in M. Don der Hohen Schule. i. Themen: Contra Herbart. — Über experimentelle Psychologie. — Verbalismns. — Die Kultur der Babylonier (Erklärung der Namen für die Wochentage). — Gedächtnishilfen. Dorvcmcrtlung. Wie bereits in F. i)6 angekündigt wurde, soll durch den neuen Abschnitt eine Verbindung zwischen Hochschule und Volksschule angestrebt, d. h. alles, was die Alma mater Rudolphina in der Psychologie, Pädagogik, in den Kollegien, betreffend die deutsche Sprache, Geschichte, Geographie, als neueste Forschung bietet, aus den Schulbetricb umgewertet werden, soweit es auf ihn befruchtend wirken kann. Dieses Herableiteu von den Höhen der Wissenschaft in die Täler, wo sich tausend fleißige Arbeiter mühen, den Geist der Zeit in der Sprache reden zu lassen, die das Kind, die der Mann aus dem Volke versteht, und mit des Jahrhunderts Helle in jeden Winkel zu leuchten, — war schon lange ein Bedürfnis, schon lange ein Gebot; denn so wie aus dem Laboratorium des Physikers das Ergebnis hinausfliegt in die Lande und in der Hütte des Handwerkers neue Ideen schafft, so soll von der Kanzel der Philosophie der schöne Gedanke wallen in das Haus, aus dem des Volkes Jugend gerüstet ins Leben schreitet. — 1.) Das erste und grüßte Interesse des Schulmannes betrifft zweifellos die Kollegien des bekannten Vertreters der Pädagogik, des Universitäts-Professors Dr. Alois Höfler. Es ist schwer, aus der Fülle des Gebotenen eine Auswahl zu treffen, ohne dabei über den Rahmen eines Sammelberichtes zu geraten. Diesmal kann darum nur Allgemeines berührt werden und selbst dieses bloß schlagwortweise; im Verlaufe werden die angegebenen Themen eine genauere Darstellung erfahren. Zuerst die Frage: Wie stellt sich Prof. H. zu Herbart? Zwei feindliche „H." Allerdings ist der Wiener Pädagoge durchaus nicht einer von jenen, die alles über den Haufen werfen, um auf den Trümmern selbstherrlich zu thronen, sondern er läßt dem Jenenser das Gute, das Wertvolle, das Erprobte. Herbart haben schlechte Interpreten allmählich in Mißkredit gebracht, — und wie es eben immer zutrifft, daß das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird, so ist es auch hier. Die einzelnen Mängel drohen das Ganze in Frage zu stellen. Würden sich die Epigonen der neuen Zeit ungleichen, es ließe sich vielleicht so manches retten. Was Höfler bei Herbart vor allem vermißt, das ist die natürliche Erklärung und Pflege des Gefühls. Vorstellungen allein können hier nicht bestimmend wirken, lehrt doch das tägliche Leben, daß sich bei verschiedenen Menschen eine verschiedene Gefühls-Disposition vorfindet, die durch Erziehung und Unterricht reguliert werden soll. (Näheres in dem Lehrbnche der Psychologie von Dr. A. Höfler, Verlag Tempsky in Wien.) — Ein zweites Moment, das für das Schulleben alsbald von großer Bedeutung werden dürfte, betrifft die „Experimentelle Psychologie". Sie wird von Prof. H. mit dem Hinweise gestützt, daß sie für die Pädagogik ebenso wichtig sei wie die Physik für die genaue Erörterung naturkundlicher Probleme. Das Experiment isoliert eben die Erscheinung und gewährt Muße zur Betrachtung; die Erfahrung kommt mit einem derartigen Komplex, daß der Blick das Einzelne nicht fassen kann. Darob darf sie jedoch nicht ausgeschaltet werden, ist sie allein doch Wirklichkeit. Darum fordert Prof. H. für die Experimentelle Psychologie innige Verknüpfung mit der Schule, auf daß die Wechselbeziehung vor einer doktrinären Übertreibung schütze. (Zur Lektüre empfehle ich „100 psychologische Schul -versuche mit Angabe der Apparate. Von Dr. Höfler und Dr. Witasek, Verlag Barth, Leipzig.) — Vorsicht vor verfrühter Abstraktion und DefinitionI Der Lehrsatz, in dem der Inhalt des Begriffes umschrieben erscheint, muß erarbeitet, erfunden, ergründet werden und erst in die Prägung kommen, wenn er bis ins Einzelnste durchleuchtet und voll erfaßt ist. Man lasse sich nicht durch Worte täuschenI Immer und immer wieder muß sich der Lehrer überzeugen, ob die Schüler das, was sie sprechen, aus dem Innersten herausschöpfen, als Ausdruck ihres Gedankeninhaltes bieten, oder bloß mechanisch reproduzieren. Der Verbalismus erschlägt das gesunde Denken. Auf diese Grundtendenz der Pädagogik HöflerS werden wir wiederholt zurückkommen müssen. — 2.) Aus einem Vortrage des Pcvf. Dr. Eugen O b erh u m in er hebe ich die Hinweise heraus, daß das bis zur Einführung des dekadischen Maßes geltende Sexagesimal-Maßsystem schon bei den alten Babyloniern (etwa 3000 I. v. Chr.) bestand. Das fruchtbare Gebiet am unteren Euphrat und Tigris hatte naturgemäß zu einer raschen Entfaltung der Kultur geführt und zur Zeit der Herrschaft Hammurabis (etwa 2400 v. Chr.) hinsichtlich der staatlichen Einrichtung bereits einen Höhepunkt erreicht, wie wir ihn in Deutschland erst im 18. Jahrhunderte n. Chr. vor-sinden. H. bestimmt beispielsweise in seinem Gesetzbuche die Ärztetaxe, die Aufgaben der Straßenpolizei, die Bauordnung und vieles andere, was uns selbst heute noch nicht allerorts geläufig ist. .— Interessant ist auch die Nachricht, daß die Zeiteinteilung, wie sie bis zum heutigen Tage in Übung ist, von den Babyloniern herrührt. Dort wurde zuerst die regelmäßige Wiederkehr ein- und desselben Sonnenstandes nach zwölf vollendeten Mondesphasen bezw. 360 Tagen, der Monat und mit ihm im Zusammenhänge die zwölf Sternbilder sowie die Tage der Woche festgestellt. In letzterem Punkte sind allenthalben falsche Erklärungen des Namensnrsprunges verbreitet, so daß es notwendig erscheint, auf die Entstehung zurückzugeheu. Nach den Darlegungen des Vortragenden nahmen die Babylonier neben den in die Sternbilder eingeordneten Fixsternen 7 Planeten (Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venns und Saturn) an und benannten nach ihnen die Tage der Woche, d. H. sie ließen nach 7 und 7 Tagen den Zeitraum wiederkehren, weil der 8. oder 9. Name bezw. der Anhaltspunkt für ihn fehlte. Demnach ist der erste Tag der Sonne (damals als Planet gedacht), der Erhalterin des Lebens geweiht, der zweite Tag dem Monde (als dem zweiten großen Phänomen am Himmel), der dritte Tag erhielt den Namen von dem auf den Krieg bezüglichen Planeten, von den Römern als Mars, von den Germanen als Tin bezeichnet, der vierte Tag von dem Planeten, der dem Handel galt (für B. bedeutungsvoll) römisch Merkur, italienisch noch heute mercoledi, französisch mer-credi, deutsch nach Wodan (der wie Merkur mit Flügeln am Haupte gedacht war), daher englisch wodnesday, wofür die Kirche in Deutschland Mitte der Woche gesetzt hat; der fünfte Tag bezog sich auf den Planeten, dessen Name ins Lateinische als Jupiter, ins Deutsche als Donar oder Thor (engl. Thursday) übertragen wurde (Donnerstag); der sechste Tag wurde mit dem Namen des holdlächelnden Abendsternes belegt, bei den Römern Venus, bei den Deutschen Freya (Freitag), der letzte Tag endlich, den sich die Israeliten in der Namengebung zu eigen machen wollen, erhielt die Bezeichnung des letzten Planeten, des Saturn (engl. Sa-turday; das deutsche „Samstag" wahrscheinlich von „Sabbatstag"). — Die vorstehende Erklärung beruht nicht auf einer ausgeklügelten Annahme, sondern entspringt der Forschung, so daß sie auf den Unterricht übertragen und den verschiedenen falschen Deutungen entgegengestellt werden soll. 3.) Ich erinnere mich noch lebhaft des Jungen in der Volksschule, der beim Diktat ab und zu ein Wort vorerst auf das Löschblatt schrieb, es genau ins Auge faßte und dann erst in das Heft eintrug. Als ich ihn fragte, weshalb er das Löschblatt bekritzle, antwortete er: „Ich will sehen, ob das Wort richtig ist." — Ich entsinne mich weiter der Augenblicke, in denen ich, ohne auf die Feder zu sehen, rasch ein Wort hinwarf und ihm bezüglich der Schreibung vertraute, sofern die Niederschrift ohne Hemmung verlief. — Diese Beobachtungen veranlagten mich im Jahre 1895 zur Bekämpfung der Mohrschen Theorie von der ausschließlichen lauttreuen Rechtschreibung nach dem Ohre; ich trat damals teilweise für Bormann, der das Wortbild an die erste Stelle setzte, ein; Lay belehrte mich später über die Psychologie des 2. Falles. Ganz klar wurde mir indessen die Begründung beider Fälle nicht; wohl aber trat die Praxis, je mehr ich sie übte, mit jedem Tage deutlicher hervor. Man kann sich denken, mit welchem Eifer ich die Jahre her nach einer ausgiebigen Fundierung Ausschau hielt. Endlich fand ich das pädagogische Rätsel vollends gelöst u. zw. in einer Vorlesung des Wiener Universitäts-Professors Dr. Adolf Stöhr. St. legte am 20. Nov. v. I. in überzeugender Weise dar, daß das Gedächtnis nicht sosehr in der Großhirnrinde als vielmehr in den Sinnesorganen seine Stütze habe u. zw. durch Muskelbewegungen. Das gesprochene Wort wird gemerkt, weil sich sein Klang, bezw. sein Bild mit den überaus feinen Bewegungen der Sprechorgane assoziiert und die Bewegung sodann rückläufig ohneweiters reproduziert. Darauf beruht das laute Auswendiglernen; es wirken eben drei Arten Empfindungen zusammen, die Gesichts-, Gehörs- und Sprechempfindung, welch letztere sich an die Muskeln heftet. Schon die Erscheinung, daß Kinder selbst dann, wenn man das laute Sprechen beim Memorieren verbietet, ihre Lippen bewegen, ist ein Beweis, daß sie der Hilfe durch die Muskelbewegung nicht entbehren können. Zwingt man sie, auf dieselbe zu verzichten, so wirkt die Muskelbewegung trotzdem mit, weil sie vorgestellt wird. In diesem Falle blicken die Kinder wiederholt in das Buch, denn sie wollen mit dem Augenmuskel das ersetzen, was ihnen durch das strenge Silentium entzogen wurde. Wenn wir diese Erfahrungstatsachen analysieren, so ergibt sich unzweifelhaft, daß das Merken in der Muskelbewegung eine wesentliche Stütze findet. Es erwächst daraus die methodische Forderung, die Hilfen heranzuzieheu, bezw. alles zu vermeiden, was sie schwächt. So ist es beispielsweise geradezu grausam, Memorieren als Stillbeschäftigung in den Lekrionsplan einzustellen, da es dem Kinde mit Rücksicht auf die Disziplin benommen ist, die überaus wertvollen Mundmuskelbewegungen zu verwerten. — Im weiteren ergibt sich das Sprechenlernen durch fleißiges Sprechen, das Merken von Fachausdrücken durch wiederholtes Vor- bezw. Nachsprecheu, die Wichtigkeit des Chorsprechens, 1957 sofern es sich um die Aneignung neuer Formen handelt, und schließlich die Erkenntnis, daß in der Schule nach Möglichkeit der Schiller zuworte kommen soll. — (Eine ausführliche Darstellung der psychologischen Grundlegung vorstehender Betrachtungen enthält der Sonderabdruck „Gehirn und Vorstellungsreiz" von Univ.-Prof. Dr. Adolf Stöhr, Verlag Ambrosius Barth in Leipzig. Preis etwa 1 K. Das Studium der Abhandlung wird Lesern, die tiefer in die Sache eindringen wollen, nachdrücklich empfohlen.) Xw dem Tagebuche eines Äbungsschullehrers. 65.) |>as Kasten im Unterrichte. — „Haben Sie nicht wahrgenommen, daß sich Ihre Unruhe auf die Schüler übertrug und zum Schlüsse allgemeine Müdigkeit um sich griff? Wie auch nicht I Sie stürzten sogleich mit aller Wucht in den Stoff und hetzten und jagten, bis die armen Geister zusammenbrachen. Merken Sie: Wer eine lange Wanderung vor sich hat, hält gleich zu Anfang ein mäßiges Tempo ein und ist solcherart rascher am Ziele als der, der sich anfänglich vor Eile förmlich überschlug. Dasselbe trifft im Unterrichte zu. Zwischen Langweile und ruhigem Fortschreiten ist ein Unterschied, ingleichen zwischen Interesse und Hasten." 66.) Induktion — Deduktion. Mir kommt es vor, als bestünde zwischen beiden ein Mißverhältnis u. zw. zum Schaden der Deduktion. Man induziert mit allerlei Kniffen 3 Vierteile der Stunde und hat für die Ableitung von der Regel zur Anwendung bei einem ermüdeten Denken nur noch 10 Minuten übrig. Die Folge davon ist die mangelhafte Fertigkeit in allem. Soll ich die Großen in der Pädagogik recht verstehen, so sehen sie in dem Effekt der Deduktion das Hauptmoment des Gesetzes. Zum Allgemeinen vorzudringen, ist eigentlich doch nicht so wichtig, als die Stichhältigkeit des Gewonnenen an zahlreichen Beispielen darzutun. Die Induktion zeigt den Weg, die Deduktion führt ins Leben. Eines kann ohne das andere nicht bestehen, aber beides nur dann vorteilhaft wirken, wenn der Schwerpunkt dorthin verlegt wird, wo das Ziel zu suchen ist. — Konferenztyemen. 50. Es ist aufgrund der neuesten Werke der Stand bezüglich der Reform im Sprachunterrichte zu kennzeichnen. 51. Wie könnten die sozialpädagogischen Gedanken der Zeit im Bezirke N. zur Geltung gebracht werden? 52. Der „bodenständige Unterricht" mit Bezug auf „unsere" Schule (b. h. die Schule in M.). 53. Der Schönschrift-Rummel in Deutschland. 54. Weg mit der Hyperveranschaulichung! Beispiele! (Vgl. den Aufsatz des Kollegen Stibitz! F. 96.) 55. Auf welche Weise könnten Schule, Kultur und Leben für den besonderen Fall des Schulortes in Einklang gebracht werden? Nachbemerkung. Indem der Abschnitt nach einer längeren Unterbrechung wieder fortgeführt wird, ergeht zugleich die Einladung, Ausarbeitungen für die obigen Themen an die „Bl." zu liefern. D. Sch. Pädagogische Splitter. 77. Dem Kinde wird von goldenen Bergen erzählt und später erscheint wie ein goldenes Märchen die Kindheit. 78. Derjenige Lehrer, der dem Kinde nie vertraut, muß böse Erfahrungen gemacht haben oder — sich sehr gut an seine Jugendzeit erinnern können. 79. Wer über den i-Punkt Worte verliert, hat den Weg zum Kleinlichen gefunden. 80. In des Kindes Seele spricht, der ihm aus der Seele'spricht. 81. Leichtfertige Kinder werden später mit dem Leben nicht so leicht fertig. 82. Nützliches, zu Unrechter Zeit vorgebracht, kann schaden. 83. Ungezogen wird das Kind, wenn der Erzieher vergessen hat, die richtigen Saiten aufzuziehen. Th. Tauber. 1958 Randbemerkungen eines jungen „Blätter“-Lesers. Es mag sein, daß ich nicht dieselbe Methodengläubigkeit besitze wie vielleicht viele meiner jungen H. Kollegen; ich möchte dies damit entschuldigen, indem ich anführe, daß ich nicht aus einer Lehrerbildungsanstalt hervorgegangen bin, sondern als absolvierter Realschüler nur den Abiturientenkurs am Wiener Pädagogium mitgemacht habe, daß mir also sozusagen alles, worauf in unseren Anstalten 4 Jahre lang hingearbeitet wird, erst in zwölfter Stunde beigebracht wurde. Daß ich aus Liebe zu dem hehren Berufe Lehrer geworden bin, glaube ich mir selbst nachrühmen zu können — trotz des bekannten Sprichwortes. Daß ich darum stets bestrebt war, die Lücken meiner mangelhaften Vorbildung auszufüllen, vermeine ich auch nicht beteuern zu müssen. Vom ersten Tage der Lehrtätigkeit an war ich daher stets ein warmer Freund der „Blätter“. Ich erwartete sie immer mit Sehnsucht, um mich sofort darüber zu stürzen und nicht eher wegzugehen, bevor der Inhalt durchflogen war, um ihn im Verlaufe der Wochen gründlich zu verarbeiten. Ich will und kann es nicht leugnen, daß ich aus den „Blättern“ viel wertvolle Anregungen und Winke empfing, die sich praktisch sehr gut verwerten ließen. Nun glaube ich aber in manchen Artikeln beobachtet zu haben, daß gewisse Sachen, die an und für sich gar nicht schlecht sind, total verworfen werden. So z. B. steht in der F. 83 im Abschnitte „Aus dem Tagebuche eines Übungsschullehrers“: vom Chorlesen folgendes: „Das ärgste Gift für den Unterricht... gedankenloses, sinnloses Herabschnurren ... auf Chorlesen sollte eine hohe Strafe gesetzt werden.“ Dagegen habe ich etwas einzuwenden. Ich wirke an einer zweiklassigen Schule; 2. Klasse, 60 Schüler, 5 Schuljahre. Eine Lesestunde. Es ist mir nicht möglich, alle Schüler in einer Stunde lesen zu lassen, drohen ja immer die Gespenster der sachlichen und sprachlichen Erläuterung usw. Die Kinder brennen aber darauf, laut zu lesen. Sie setzen ihre Ehre und ihren Stolz darein. In erster Linie müssen beim Lesen die Schwachen berücksichtigt werden. Daß mir aus dem Chorlesen irgendwelche Nachteile entstanden wären, habe ich noch nie bemerkt, eher das Gegenteil. Es wird die „Lesesucht“ aller befriedigt, die Schwächeren gewinnen Selbstvertrauen und werden mitgerissen. Ich glaube, daß das Chorlesen, richtig gehandhabt, den Beifall vieler meiner H. Kollegen findet, und daß sie alles andere, nur keine „hohe Strafe“ daraufsetzen würden. — Dann das Kapitel „Praktische Rechenaufgaben“. Ihren besonderen Wert erkenne ich vollauf, ich wende sie selbst fleißig an. Nur bin ich der Ansicht, daß das „Rechnen“ beim Rechnen doch der eigentliche Zweck des Unterrichtes sein soll, und glaube, daß die vielen Worte von dem eigentlichen Zwecke zu sehr ablenken. Wird z. B. eine Aufgabe gestellt und soll dieselbe wiederholt werden, so werden jedenfalls einige Sprachfehler unterlaufen; meine Pflicht und Schuldigkeit ist es nun, sie nicht unverbesserl ziehen zu lassen. Und das Resultat? Das End- und Uferlose. Allerdings zeichnen sich manche der gebotenen Rechenaufgaben durch Knappheit aus, die gerade bei Rechenaufgaben sehr wünschenswert ist. Die Zahl, der eigentliche Kern, sei immer die Hauptsache! Sprachlehre ist in einer anderen Stunde. Dann, was gewisse aktuelle Fragen betrifft: Diese scheinen mir auch ein wunder Punkt zu sein. Wäre ich in einer solchen Zeitschrift allmächtig, ich ließe diese Fragen ganz weg. Sie mögen ja viele Vorteile haben, aber mein subjektives Empfinden ist es, daß die Nachteile überwiegen. So z. B. das Kapitel „Lehrerinehe“. Die Gemüter sind speziell in dieser Richtung ohnehin erhitzt. Warum Öl ins Feuer gießen? Man lasse die Dinge sich entwickeln, wie sie sich naturgemäß entwickeln müssen. Während der eine aus vollem Hals und freier Brust über eine „entwürdigende Knechtung“ des Weibes schreit, tut dies der andere in ebenso überzeugter Weise, indem er mit dem Schlagworte hausieren geht „die Lehrerin — der Schule, sonst niemandem!“ Manche Artikel, besonders der erste und der letzte, mögen vielleicht manche von uns etwas verstimmen; denn offen gestanden, ein kleiner Herrgott dünkt man sich doch manchmal zu sein und die Sturmböcke, die an unsere festgefügten Systeme donnern, sind entschieden etwas unbequem, besonders dann, wenn man auch im Rechte ist, seine eigenen Ideen aber, die sich als gut bewährt haben, total verworfen sieht. Der Zweck heiligt doch in gewisser Beziehung die Mittel. J. B. Zu dem Vorstehenden habe ich zu bemerken: 1. Meine Meinung geht dahin, daß unsere derzeitige Lehrerbildung nicht in allen Fällen eine gute Methode verbürgen kann. ES liegt eben viel an der Be- gabmifl imb viel im Wisse». — 2. Grollen Sic dem „Übungsschullehrcr" nicht! Er meint es gut. Pädagogische Aphorismen saßt man kategorisch. Soll man darob sogleich erschrecken? Und dann gilt cs doch immer die Regel, nicht den Einzelsall. Müssen Sic übrigens in der Lesestundc jedesmal alle Schüler zu Wort kommen lassen? Man kann ja recht wohl Gruppen bilden und solcherart dem Chorlcsen aus dem Wege gehen. — 3. „Aller Unterricht sei Sprachunterricht!" fordert Kehr. Darob aber in der Rechenstundc an den Sahen zu drechseln, dagegen haben wir »ns schon längst gewehrt. Nur das Haarsträubendste muß sofort zur Seite gedrängt werden. Ich bin ganz Ihrer Meinung: In der Rechenstunde herrsche die Zahl! Was wir mit den „Beispielen, wie sie das Leben braucht", verfolgen, betrifft nicht die Form sondern den Inhalt. — 4. Die Lehrerinehe und Tagesfragen! Wir dürfen an ihnen nicht achtlos vorübergehen. Der Lehrer lebt nicht allein von Idealen. Die Lehrerinehc betrifft zunächst die wirtschaftliche Seite des Lehrers, des Mannes. Also müssen wir uns dem Gegenstände ernstlich zuwcndcn. 5. Der erste und der letzte Artikel! Der erste rückt zumeist eine Reform ins Licht oder rüttelt zu neuen Taten. Kein Wunder, daß so mancher sich unsanft gepackt fühlt. Der letzte Artikel bringt Neuerungen, die anderwärts erprobt wurden. Soll man sie von der Hand weise», weil sie zum Althergebrachten nicht passen? Mein Freund, Sie brauchen Ihre Eigenart nicht zu verliere», wenn Sic Fremdes zum Vorbild nehmen. Würde jeder auf seinem Tun verharren und nur dieses loben, dann stünd' cs schlimm um den Fortschritt in unserem Fache. Das ist eben die weise Kunst, sich in andere Ideen zu finden, ohne ans der eigene» Haut zu schlüpfen. P. Die ttlccbselrcde. Zur 15. Krage. (Was ist an der bestehenden Lehrerbildung zu ändern?) 27. Urteil. Lehrer Franz Baumann in Sergisch. Nach meinem Dafürhalten sollten bei der jetzigen Einrichtung die ersten drei Jahrgänge ausschließlich der wissenschaftlichen Ausbildung gewidmet sein. Wenn man im 4. Jahrgange intensiv Methodik betriebe, so würde das ausreichen. Wir dürfen nicht vergessen, daß wir zuerst den Stoff durch und durch beherrschen müssen und erst dann an die methodische Zubereitung schreiten können. Die Stundenbilder im 3. Jahrgange dürften nur Gliederungen darstellen. Der Zögling soll pädagogisch empfinden lernen. — Die Psychologie und Logik sind als eines zu nehmen, u. zw. im 3. Jahrgange, weil im 2. das Verständnis fehlt. Er-ziehungs- und Unterrichtslehre müssen auf Schritt und Tritt einhergehen; sie lassen sich von der Psychologie nicht trennen. Auch an den Abteilungsunterricht soll dabei gedacht werden. Die „Spezielle Methodik der Elementarklasse“ ist das Endergebnis der Betrachtungen, eine Art Zusammenfassung. Würde man, wie erwähnt, in den ersten drei Jahren gediegene Kenntnisse sichern, so wäre die Methodik bald eingefangen. Zur 16. Krage. (Schulsparkasscn oder nicht?) 16. Urteil. Lehrer Franz Schatzmann in Gisingen. Seinerzeit wirkte ich an einer ein-klassigen Schule weit droben in einem Bergdorfe. Dort führten wir gelegentlich einer Schüler-Christbaumfeier die Schulsparkassen ein. Die Schüler erhielten Kassen, deren jede mit einer Nummer versehen war. Unter dem Namen „Sparverein J.“ waren wir in der Raiffeisenkassa eingetragen. Der Erfolg war ein sehr günstiger. Die einzelnen Heller, die bis zu dieser Zeit in den Zuckerl-Laden wan-derten, gingen nun hinein in die Kassen. Nicht nur die Kinder, sondern auch deren Eltern hatten große Freude daran. Den Lehrer kostete es natürlich etwas Mühe, ln meinem jetzigen Anstellungsorte sind die Kassen ebenfalls eingeführt und haben auch Anschluß an der Raiffeisenkasse. Alle, die im Besitze einer Kasse sind, fühlen sich glücklich. Vor 3 Jahren gingen hunderte, ja tausende von Hellern in den Zuckerl-Laden, heute haben wir das Gegenteil vor uns. Diese Tatsachen sprechen also genügend für die Schulsparkassen. Die Kassen sollen sich selbstverständlich im Elternhause befinden, nicht in der Schule, und die Raiffeisenkasse allein im Besitze des Schlüssels zu diesen Kassen sein. Zur 17. Krage. (Soll das Ausfüllen von Blankelten verschiedenster Art im Unterrichte betrieben werde», oder nicht?) 17. Urteil. J. Fritsch, Buckwa >. B. Gar oft wird der Vorwurf laut, die „Neuschule“ genüge ihren Anforderungen nicht und bedürfe einer Umgestaltung; sie lehre zwischen den vier Wänden zwar viel, aber für das Leben wenig. Jeder Mensch kommt beispielsweise einmal in die Lage, eine Postanweisung, eine Rechnung, ein Telegramm u. dgl. auszustellen. Wieso aber kann man nun von jemandem, der oben im Gebirge, wo „die Welt wie mit Brettern vernagelt ist“, etwas verlangen, das er in der Schule nicht gelernt und dem Leben und Verkehre nicht abgeguckt hat! Wie steht es hier mit einer Erziehung zur Freiheit, wenn der kleine Mann schon in derart einfachen Dingen an die Gunst oder Ungunst anderer gebunden ist! Ich halte die Ausfüllung verschiedener Blanketten nicht für eine Zeitverschwendung, sondern für gut, ja für unbedingt notwendig; die Sache ist aus dem Leben gegriffen und wird für das Leben gegeben. Zur 23. Krage. (Soll eine Vermehrung der Titel (Lehramtskandidat, provisorischer Lehrer, Lehrer, Oberlehrer, leitender Oberlehrer, bezw. Schulleiters angestrcbt werden oder nicht?) 18. Urteil. Oberlehrer W. Mickl. „Was können Sie in Ihrem Berufe noch werden? Wenn Sie einmal Oberlehrer sind, dann ist es mit dem Avancement zu Ende!“ Das bekam ich einst zu hören, gerade in einer Lage, in der mir dies am wenigsten angenehm war, u. zw. von einem Vertreter der sogenannten „besseren“ Kreise. — Ich glaube, Wertschätzung eines Standes nach Äußerlichkeiten ist nicht nur gerade etwas Zeitmäßiges, sondern etwas, das immer war und sein wird. Es ist dies in der Natur des Menschen begründet. Vorwiegend rein sinnlich, nehmen wir alles zuerst durch die Sinne auf; nur wenigen ist ein gediegenes geistiges Verarbeiten des Wahrgenommenen beschieden, namentlich nicht der großen Menge, welche außerdem durch Unkenntnis der Sachlage überhaupt nicht in das Wesen eindringen kann und so auf dem Standpunkte ihres daher leider oft nur zu ungerechten ersten Urteiles verharrt. — Warum hat z. B. das Militär so große Anziehungskraft? Ich glaube, daß neben der Uniform nicht am wenigsten das Titelwesen hiezu viel beiträgt; denn man kann es halt dabei zu etwas bringen. Und dazu die Uniform! Wieder bloß Äußerliches und doch so wirkungsvoll! Ebenso das Staatsbeamtentum und andere Berufe mit zahlreichem Avancement und mit — Uniform. Gerade wir Lehrer aber haben am meisten mit der wenig gebildeten und daher vom Vorurteil befangenen Menge zu rechten — wirklich gebildete Kreise, welche sich nicht durch Äußerlichkeiten gefangen nehmen lassen, sind doch so spärlich und wer weiß, ob nicht auch da noch eine Sichtung möglich wäre. Wir bedürfen also trotz Tüchtigkeit im Berufe umso notwendiger auch eines äußeren Zeichens, um die gerade dem Erzieher so dringend notwendige Autorität zu begründen. Aber nicht vom Standpunkte des Urteiles der Menge, resp. deren Wertschätzung allein würde ich eine größere Rangordnung empfehlen. Bei uns selbst liegt darin ein größerer Ansporn des Berufseifers, als wenn wir mit der 2. Stufe (1. Lehrer, 2. Schulleiter) bereits endgiltigt abgeschlossen haben. Und dies ist doch wieder der guten Sache nützlich. — Wenn man nun auch meint, daß ein nach Dienstjahren gesteigertes Einkommen den Mangel an Titeln ausgleiche, und sogar sagt: „Was helfen Titel ohne Mittel (meist die „saueren Trauben“) oder endlich voll Idealismus vielleicht gar beides verachtet und seinen einzigen Lohn in der treuen Pflichterfüllung, d. h. im Bewußtsein derselben allein zu finden vermeint, so bleibt — Hand aufs Herzl — ein Titelchen trotzdem immer noch ein gar mächtiger Sporn nach vorwärts. — Man spricht bei Jugenderziehung immer von Ehrgefühl: Warum sollen es gerade wir unterdrücken? Ein dritter Punkt betrifft die innere Disziplin im Stande. Nur unverstandene Demokratie und ungesunder jugendlicher Freiheitsdrang suchen eine bisher in aller Weltordnung begründete „Einführung“ zu beseitigen und kein „Ober“ oder „Unter“ anerkennen zu wollen; doch es fehlt dann zumeist der Wille, die durch viele Köche versalzene Suppe auch mit auszulöffeln und in allem steckt im tiefsten Grunde eigentlich doch nichts als eitle Herrschbegier. Endlich selbst auf dem Olymp, anfangs Milde und Brüderlichkeit heuchelnd, oder vielleicht noch ernst meinend, würden viele bald selbst die unerquicklichsten Despoten; denn, wer nicht gehorchen gelernt, versteht auch nicht das Befehlen. Wo aber noch altem Ordnungssinne Raum gegeben ist, wird die innere Standesdisziplin, welche eben mangels an diesem Ordnungssinn immer seltener zu werden droht, bald von selbst wieder erstarken. Welche Bedeutung eine solche stramme innere Disziplin für die Berufssache und das Berufsansehen hat, zeigt wieder das Militär. Deshalb braucht aber im Schuldienste nicht das militärische Reglement eingeführt zu werden; doch ein treffliches Exempel liefern Berufe mit mehreren Rangordnungen für das Streben nach mehreren Titeln auch in unserem Berufe immerhin. Nun zum Einzelnen 1 Die bisherigen Titel: Kandidat, Supplent, prov. Lehrer, Lehrer, Oberlehrer (Schulleiter für einklassige Schulen) sind den jeweiligen Dienstverhältnissen entsprechend und, was gut ist, bedarf keiner Abänderung. Nach meinen Darlegungen kann ich selbstverständlich für eine Reduzierung der bisherigen Titel, etwa gar bloß auf Lehrer und Schulleiter, nicht stimmen. — Nur würde allen in den Ruhestand tretenden Leitern (Oberlehrern) von Schulen „niederer“ Kategorie, an verlassenen Orten unter ungleich größeren Schwierigkeiten wirkend, die Verleihung eines Ehrentitels gewiß wohltun und auch gerechterweise ebenso zukommen, wie Leitern (Oberlehrern) höherorganisierter Schulen an größeren Orten; denn letzteren ist es durch die jeweiligen inner- und außerdienstlichen Verhältnisse, sowie oft durch ihre Stellung als Mitglied höherer Schulbehörden usw. ungleich leichter, sich hervorzutun, und sie können daher ihre Verdienste bemerkbar machen, während erstere gleich Veilchen im Verborgenen blühen. — Nichtleitern, welchen es nie gelungen ist, zur höchsten Würde unserer Rangleiter zu gelangen (und dies ohne ihr Verschulden), die aber in Ehren grau geworden sind, ist ein „titulum ad honores“ zu gönnen. Leitern also der „Direktor“, Nichtleitern der „Oberlehrer“. Lchnlgartenarbeiten im Lanner. Jahrg. 1909, F. 61 (S. 863). - Jahrg. 1911, F. 85 (S. 1588). Der kranke Lehrer und das kranke Kind. Jahrg. 1909, F. 71 (S. 1179). — Jahrg. 1910, F. 73 (S. 1249). - Jahrg. 1910, F. 78 (S. 1385). Arbeiten des Dieneiyüchters im Jänner. Jahrg. 1909, F. 71 (S. 858). Schul-Gedenktage im Monate Jänner. Jahrg. 1908, F. 49 (S. 549). — Jahrg. 1909, F. 61 (S. 843). - Jahrg. 1911, F. 85 (1584). (Die alten Jahrgänge der „Bl." werden auf Verlangen durch die Verwaltung uachgeliefert.) Pädagogische (Quellen. Woröemerkung: Wenn man das Studium der Literaturgeschichte mit dem der Geschichte der Pädagogik vergleicht, so ergibt sich auf den ersten Blick ein großer Abstand. Dort die Lesung von einzelnen Werken, von Bruchstücken unter Beigabe des Kommentars, hier bloß die Inhaltsangabe von dem Wichtigsten, bloß Namen, bloß Zahlen, bloß Daten. Dabei bergen indes die pädagogischen Schriften einen Stoff, der nicht allein unser eigen Fach betrifft, sondern zum Teil auch allgemeines Interesse bietet und mit der Fassung in vielen Fällen als Kunstwerk erscheint, so daß wir, obwohl man den Schulmeister nicht gerne ans Licht kommen läßt, eine beträchtliche Anzahl unserer Fachschrislsteller in der Literaturgeschichte antreffen. Zwar fehlt es für den gedachten Zweck nicht an Handreichungen; allein sie werden nur in seltenen Fällen benützt, so daß die Verlagsanstalt sich zu einer Vermehrung der liegen gebliebenen Auflage nicht entschließen kann. Die Werke verstauben und das Original der Texte bleibt der Schule verschlossen. Um nun einerseits die bestehenden Sammlungen zu ergänzen und anderseits dem Leser auf kurzem Wege einen Einblick in das Schrifttum der pädagogischen Entwicklung zu gewähren, werden von jetztab in zwangloser Folge aus „vergessenen Büchern" jene Stellen herausgehoben, die mit ihrem Gehalt bis in unsere Tage reichen oder historisch von Interesse sind. Wenn die erste Lese aus der übelbeleumundeten „Politische Schulverfassung" entnommen ist, so will damit angebeutet werden, daß wir den Büchern, deren Grundwirkung aufgehoben erscheint, nicht mit einem gewissen Groll gegenüberstehen, sondern sie völlig unparteiisch werten wollen. Es wird heutzutage wohl kein Lehrer die Zeit der genannten Schulverfassung und damit diese selbst herbeisehnen, aber auch niemand so kleinlich sein, das Gute zu negieren, weil es „in der Gesellschaft" kam. Und daß Einzelnes gut ist, daß es noch heute gilt und sogar vorausleuchtet, dessen wird sich der aufmerksame Leser nachfolgender Ausschnitte nicht entschlagen können. Es stünde mit dem Ruhm der Neuerer wesentlich anders, prüfte man mit Eifer das Alte; so manches, was der Markt als Novum bringt, ist längst schon „dagewesen". — l. § 12. Der Lehrer soll die vorgeschriebene Art, die Jugend zu lehren, nicht bloß wissen, sondern auch mit Leichtigkeit anrocnbcn können. Zu dem Ende muß es ihm nicht genug fein, sich das Lehrzeugnis und die Anstellung auf einen Schuldienst erworben zu haben. Er soll die zu seinem Berufe nötigen oder nützlichen Kenntnisse durch Lesung guter Bücher zu erweitern beflissen sein. Er soll bei dem Unterrichte Beobachtungen anstellen und sich aufzeichnen. Er soll sich nicht schämen, von anderen Lehrern etwas Gutes zu lernen. „Beobachtungen anstellen und aufzeichnen I Steckt da nicht ein bißchen experimentelle Pädagogik darin? — Er soll sich nicht schämen, . . ." Wie steht es damit heute? Es gibt nicht allzuviel Lehrer, die bei Kollegen „etwas Gutes lernen" und sich deren Technik zneigen machen. Hvspitierübungen, Hospitierkvnferenzen: lauter neue Termini; sie sind schon hier angedeutet. — § 14. Überhaupt soll der Lehrer alle Obliegenheiten seines Amtes auf das genaueste zu erfüllen bemüht sein. Er soll sich dazu nicht durch Furcht vor Verweisen und Strafen, sondern durch Erkenntnis seiner Pflicht und durch Gewissenhaftigkeit antreiben lassen. Ja, das Pflichtgefühl! Wenn es nicht die treibende Kraft ist, so nützt wohl alles andere nichts. Das wußte bereits der Verfasser der P. Sch. Ob wir nicht in unserem Schulbetriebe, der Hausaufgaben und sonstige Belastungen ängstlich vermeidet, von der Pflege des Pflichtgefühls abweichen? § 15. Es wird ihm nicht gestattet, die Schüler laut zusammen buchstabieren, zusammen lesen und zusammen antworten zu lassen. Das Verbot ist jedenfalls reiflich überlegt worden und wird heute wie vor 100 Jahren zurecht bestehen müssen. Das Chorlesen ist der größte Feind einer ausgebildeten Lesefertigkeit. Es wird wacker mitgelallt, mittrompetet und kommt es dann zum selbständigen Lesen, so wird geraten. Die schlechten Leser gehen aus den Klassen der Chorsprechschule hervor. § 17. Ohne sich durch übermäßige Anstrengung zum Lehramte vor der Zeit untauglich zu machen, soll er in der Schule jedes Wort richtig und so laut aussprechen, daß er von allen Schülern leicht verstanden werde. „Ohne sich . . . untauglich zu machen, .." Wer kümmert sich heute darum, ob der Lehrer seine Lungen mißbraucht? Man läßt den Jüngling im Diskant dozieren und hat höchstens ein mitleidiges Wort, wenn er zusammenbricht. Da war die alte Schulordnung fürwahr besorgter. § 18. Der Unterricht des Lehrers verbreite sich über alle Schüler ohne Unterschied. Bearbeitet er nur diejenigen Schüler, die ein besseres Talent oder vermöglichere, freigebige Eltern haben, so verrät dieses entweder Unwissenheit in der Lehrart und Unfleiß oder gewissenlose Parteilichkeit. Es ist zu wünschen, daß jeder die Zeilen als veraltet betrachte. § 20. Zu dem Ende soll er jedesmal vor dem Anfänge des Unterrichtes in der Schule gegenwärtig sein, über die Ankommenden die Aufsicht führen und über die genaue Erfüllung der Schulgesetze feste Hand halten, welche in allen Schulen zum Anfänge jedes halbjährigen Kurses und bei besonderen Veranlassungen feierlich in Gegenwart des Lehrpersonales, des Ortsseelsorgers und des Ortsschulaufsehers der Schuljugend bekannt zu machen sind. Na, da haben wir ja die „Schulordnung" — die so ganz moderne Errungenschaft! Sogar „feierlich" soll sie verkündet werden! Das ist mehr, als wir dermalen zu wünschen uns erlauben. § 23. Auch die Sorgfalt für den äußeren Anstand und für die Gesundheit der Kinder gehört unter die Pflichten des Lehrers. Anstandslehre, Gesundheitslehre! Merkwürdig, daß die verkrusteten Menschen daran denken und der Neuzeit es wegschnappen mußten! Es hatte eben zuvor einmal ein gewisser Comenius gelebt, der „zeitgemäße" Erziehung verlangte. § 25. Er sehe darauf, daß sie reinlich, mit gewaschenem Gesichte und gewaschenen Händen, und wenn sie bloßfüßig gehen, mit gewaschenen Füßen, mit abgeschnittenen Nägeln, mit gekämmten Haaren und nicht mit mutwillig zerrissener oder beschmutzter Kleidung, die Mädchen insbesondere weder mit einem steifen, der Gesundheit und dem Wüchse schädlichen Schnürleibe (H. D. 14. August 1783) noch leichtfertig gekleidet in die Schule kommen. „mit abgcschiutteneii Nägeln" ... Ei der tausend, soweit sind wir ja noch gar nicht! Unsere „modernen" Forderungen bescheiden sich mit dein Übrigen. Fingernägelknltnr! Wäre das Wort nicht aus der „alten" Schnlverfassnng entnommen, es würde sicherlich zu einer neuen Literatur führen. § 26. Er warne die Kinder ernstlich und sehe bei der Schule darauf, daß sie nicht erhitzt und vom Schweiße triefend trinken oder sich auf beit kühlen Erdboden legen, im Winter sich nicht unvorsichtig dem heißen Ofen nähern und sich schmerzliche Frostbeulen zuziehen. Nach wie vor zur Beachtung empfohlen. § 28. Zur Winterszeit und bei Regenwetter sorge der Lehrer, daß die Kinder außer dem Schulzimmer den Schnee von ihren Kleidern abschütteln, den Kot von den Füßen abstrcifen, damit nicht die Ausdünstung dadurch vermehrt und die Luft im Schulzimmer desto eher verdorben werde. Moderne Hygiene! (Fortsetzung folgt.) Bürgerliche Vorbereitungskurse für den Militärdienst. Aorvemcrkiliig. Der nachfolgende Artikel, der zweifellos der Feder eines hohen Offiziers entstammt, berührt eine überaus wichtige militärische, aber auch soziale Frage; er mag daher in die „Bl." eingestellt werden. Trotz der Würdigung der Ziele fragt es sich jedoch: Kann man der Lehrerschaft bei all den Mühen der obligaten Arbeit zumuten, daß sie angesichts der trostlosen Lage, die gerade seitens der führenden Männer so wenig Rücksicht erfährt, noch den Idealismus zu aufreibeuden Nebeugeschäften findet und denselben «gratis" obliegt? Oder ist die Kciegsverwaltung, die allcrmächtigste Verwaltung im Reiche, geneigt, sich für die Besserstellung der Volksschullehrer einzusetzen? Daun soll es am Gegensold nicht fehlen. In diesem Sinne sei den Ausführungen Raum gegeben. D. Sch. Ein bekannter Volksschullehrer in einem wenig bekannten Dorfe, aber er ist wert, erwähnt zu werden, wenn man die Namen der bravsten Patrioten aufzählt; denn sein Blick reicht weit hinaus bis an die Grenzen der Monarchie und erkennt die Volksseele; sein Herz schlägt hoch hinweg über das Kreuz der Dorfkirche für das Gedeihen des aus dem Volke gebildeten Heeres; liebevoll umfaßt sein Geist die Nationen alle, die unter Habsburgs Szepter geeint sind, damit Heer und Volk erstarken in der Erfüllung der Pflicht, das Ansehen des Staates zu heben, seine Machtstellung zu erweitern durch ein wohlvorbereitetes, gesundes, moralisches und kräftiges Rekrutenmaterial. Ganz auf eigene Initiative, nur dem Drange folgend, sich außerhalb seiner beruflichen Wirksamkeit patriotisch zu betätigen, hat im Frühjahre des Jahres 1907 der Lehrer Friedrich Smonik in dem Dorfe St. Anna am Aigen (im Bezirke Fehring in Steiermark) einen Wiederholungskurs für Rekruten errichtet. In diesem Kurse sollen die bei der Assentierung tauglich befundenen jungen Leute des Dorfes die seit dem Austritte aus der Volksschule — also in einem Zeiträume von sieben Jahren — aus ihrem Gedächtnis entschwundenen theoretischen Fächer der Normalklassen (Lesen, Schreiben, Rechnen, Geographie, Singen, Turnen usw.) wiederholen. Wie notwendig diese Wiederholung ist, geht aus der Tatsache hervor, daß die Landbevölkerung nach dem Verlassen der Dorfschule bis zur Milifärzeit kaum zweimal im Jahre Schreibversuche zu machen in die Lage kommt, so daß die meisten, selbst solche, die als Volksschüler in der Schrift vorzüglich waren, nicht mehr imstande sind, einzelne Buchstaben richtig zu schreiben. Lehrer Smonik hat seit dem Jahre 1907 mit Genehmigung des Landesschulrates von Graz jährlich und auch heuer den unentgeltlichen Wiederholungskurs für Rekruten etabliert und wertvolle Resultate gesammelt, die natürlich von Jahr zu Jahr benützt wurden. Die jungen Leute, die den Kurs des Lehrers Smonik dermalen besuchen, werden an zirka 32 Sonn- und Feiertagen in 80 Lehrstunden nach dem vom Landesschulrate in Graz genehmigten Lehrpläne, in welchem neben Lesen, Schreiben, Rechnen, Sprachlehre, Geographie und Geschichte auch das Singen patriotischer und den Gemeingeist weckender Lieder Raum gefunden, für den Soldatenberuf vorbereitet. Die Heranziehung der militärdienstpflichtigen Jugend zu solchen Wiederholungskursen sollte nicht länger auf St. Anna am Aigen beschränkt, nicht mit der Tätigkeit des wackeren Lehrers Fried. Smonik erschöpft sein; denn die Verallgemeinerung der Rekruten Wiederholungskurse, welche eine soziale Einrichtung von weitgehendster Bedeutung darstellen, ist geeignet, nicht nur den sozialpolitischen, sondern auch den militärischen und damit den allgemeinen staatlichen Interessen zu dienen. Der ursprüngliche Zweck der Wiederholungsschule, den Rekruten das Bewußtsein einzuflößen, daß sie sich einigermaßen für den militärischen Dienst gerüstet haben und daher sonder Furcht und Zagen, vielmehr mit der gerechten Aussicht auf erreichbare Erfolge zur Truppe einrücken, ist erweiterungsfähig; aber er ist groß genug, wenn das erreicht wird, was die Schüler des Lehrers Smonik schon bisher in der Front erfahren haben, daß bei so vorbereiteten Rekruten die Vorgesetzten und die Untergebenen leichter arbeiten. Wer den Geist der auf die fortgeschrittene Volksbildung basierten zweijährigen Dienstzeit erfaßt hat, wird es als eine direkte Forderung der verkürzten Dienstzeit erkennen müssen, daß die Verständigung zwischen Vorgesetzten und Untergebenen erleichtert und damit die Schwierigkeiten der militärischen Ausbildung vermindert werden. Der Ortsschulrat von St. Anna am Aigen hat dem Lehrer Friedrich Smonik behufs Abhaltung des Wiederholungskurses für Rekruten ein Lehrzimmer und die zur Wiederholung der im Lehrpläne angeführten Gegenstände notwendigen Lehrmittel schon vom ersten Kurse an zur Verfügung gestellt. Das theoretische Pensum der Rekrutenwiederholungskurse, die der Lehrer Smonik an allen Sonn- und Feiertagen von halb 3 bis halb 5 Uhr nachmittags abhält, wird aber zur Nebensache, wenn man übersieht, welche ethischen und moralischen Ziele die wöchentliche Vereinigung der militärdienstpflichtigen Jugend jedes Ortes zu zeitigen, bezw. vorzubereiten vermag: Hier bietet sich Gelegenheit, die patriotische Gesinnung der Jugend zu wecken und die leider noch vielfach vorhandene Voreingenommenheit gegen den Militärdienst zu beseitigen; hier könnte am besten und wirksamsten den Irrlehren von Demagogen, Antimilitaristen und Anarchisten, welche eine Gefahr für die gesellschaftliche Ordnung und für die staatliche Ruhe bilden, entgegengetreten werden. Soll die vom Lehrer Smonik geschaffene Institution der Rekrutenwiederholungskurse diese hohen Erfolge bringen, so darf sie nicht lokal bleiben; sie muß ausgedehnt und unter der wohlwollenden Fürsorge der Behörden verallgemeinert werden zu einem patriotischen Militärvorbereitungsinstitute, in welches die nationale oder die politische Agitation keinen Eingang finden darf. Vielleicht ließen sich diese Kurse durch den Einfluß der Zivilverwaltung in der Weise erweitern, daß sie nicht nur den Rekruten, sondern auch den nicht zum Militärdienst herangezogenen Jünglingen zugänglich gemacht werden könnten. Auf diese Art wäre es möglich, in Jahren eine jedenfalls wünschenswerte Ergänzung des im allgemeinen sehr früh abgeschlossenen Volksschulunterrichtes zu schaffen, wobei eben nicht nur auf die Erweiterung der Kenntnisse (Volksbildung), sondern auch die Pflege der moralischen Qualitäten hingearbeitet werden könnte. Im Interesse der Gesundheit der Bevölkerung wäre hiebei der Sport bevorzugt zu pflegen; ja derselbe müßte direkt zur Veranlassung genommen werden, um die jungen Leute für diese Idee zu gewinnen und sie zum Besuche der ganz privaten Charakter tragenden, ohne Zwang der Beteiligung errichteten Kurse zu veranlassen. Die intensive und initiative Förderung dieser Aktion wäre aber nicht nur von der Regierung und allen ihren Organen geboten, sondern müßte auch von allen Teilen der Bürgerschaft, die neben der Volksbildung und dem Volkswohlstand die Großmachtstellung des Reiches und die Kraft des Heeres im Auge haben, moralisch und materiell unterstützt werden. Wenn die Unterrichtsverwaltung und die politischen Behörden die Schaffung derartiger Kurse anregen, dann müßten dieselben aber seitens der Militärverwaltung in der Art unterstützt werden, daß sich freiwillig meldende Offiziere, insbesondere solche des Ruhestandes und eventuell auch der Reserve, ferner aktive und nichtaktive Unteroffiziere in der freien Zeit als Instruktoren betätigen. In dem vielsprachigen Österreich-Ungarn, wo das einigende Moment der nationalen Begeisterung nur in beschränkten Grenzen, und in diesen auch nicht immer, in einer dem Heere und seinen hohen staaterhaltenden Zielen sympathischen Form zum Ausdruck kommt, dürfen die Landesbehörden keine sich bietende Gelegenheit sich entgehen lassen, um auf die moralische Vorbereitung der Jugend für den Militärdienst, auf die Vorbereitung eines gesunden, dem Zusammengehörigkeitsgefühle entspringenden Patriotismus zu wirken und die vorurteilslose Kenntnis der militärischen Einrichtungen in der Bevölkerung zu verbreiten. Bei einer so erzogenen Jugend wird die bewaffnete Macht nicht nur dem Staate das seine Großmachtstellung gewährleistende, unbedingt verläßliche Instrument sein, sondern die bewaffnete Macht wird für eine solche Jugend auch das alle Völker des Reiches einigende Element sein, in dem der ganze Mann, alle seine Kräfte und seine besten Gesinnungen zur vollen Geltung kommen. J-n. Schulhumor. 91. Ein Vegetarianer: Ganz empört über seinen Nebner meldet sich ein Kleiner und klagt: „Herr Lehrer, der Franz hat mir schon den halben Federstiel aufgegessen.“ A. S. in M. Die weiße Rose. Eine Erzählung aus dem Schulleben von Karl Krobath. Eines Tages, als ich die harrende Klasse betrat, lagen auf meinem Pult einige jener fleischroten, Überaus zarten Rosen, wie sie gewöhnlich nicht auf dem Grunde der Armut gepflanzt und gehegt werden. Dazu ihr Stengel mit Walzzinnpapier sorgfältig umwickelt, und dieses wieder kundig mit Goldfäden gebunden. Die ganze kleine Gabe gleichsam beträufelt von dem bestrickenden, ein wenig erschlaffenden Hauch, wie ihn die Vornehmheit ausströmt. Und wirklich, das einzige Söhnchen einer vermöglichcn Witwe, ein allerliebstes Hätschelkind, hatte mir diese Überraschung zubedacht, die mich ja umso mehr freuen konnte, weil gewiß fein Püppchen anfangs etwas unter meinem obersten Zuchtgrundsatz „Gleichheit aller Schüler vor dem Lehrer“ geseufzt haben mag, bis es sich mit demselben und anderen Forderungen der Schulgerechtigkeit aussöhnte — bis zur liebevollen Anhänglichkeit. Wie ich so die Rosen ergriff und anstatt jedes gesprochenen Dankes einigemal ihren Duft mit einem sprechenden Blick auf den kleinen Geber einsog, da sah ich es genau, daß es auf den Gesichtern jener, die des Schutzes besonders bedürftig sind, der Armen und Enterbten an so vielen schimmernden Erdengütern, ganz eigen wetterleuchtete. Sie saßen recht geduckt die ganze Schulzeit dieses Tages über, ihre Antworten auf meine Fragen klangen gepreßt. — Tat es ihnen weh, daß sie mir nicht auch etwas derlei geben konnten: fleischfarbene Rosen, die Vornehmheit ausatmen, — ? Doch nur kurze Stunden sollte die Sonne über diesem an und für sich recht belanglosen Vorfall gesunken sein und schon mußte er seine Ergänzung erfahren — nach der ändern Seite hin. Nämlich am nächsten Tage, kaum als ich die Tür der Schulstube geöffnet hatte, am nächsten Tage merkte ich’s gleich; es strahlte hellglitzernder Sieg in den Mienen des Heerhäufleins der Armen. Auf meinem Pult harrte meiner — eine schneeweiße, voll und prächtig erschlossene Rose: eine strahlende Schönheit, die des Wohlduftes entbehrte, doch durch ihre tadellose, unbemakelte Unschuld bezauberte. Kein Staniolpapier schmiegte sich an den Stengel, keine Goldfäden legten ihre galanten Fesseln an. Wie gerne jedoch griff man da zu! Man griff zu, der Dornen ungeachtet, dieser Unschuld willen, um sie sich zueigen zu wissen. „Wer hat mir die gebracht?“ Meine Stimme mußte sehr bewegt gewesen sein. Die Rose hatte mir’s angetan. Die Erinnerung an die fleischroten Blumenköpfchen von gestern sank geradezu wie ein erlahmter Schwimmer unter die Schwelle meines Bewußtwerdens. „Ja, wer hat die gebracht?“ Der Ärmste meiner Schüler erhob sich. Ein rechter Zotteljunge, womit ich aber nichts Schlimmes gesagt haben wollte. Unter seinem Stumpfnäschen schimmert zumeist ein silberner Naßfaden, wie man ihn dort als wenig willkommen wünscht; das Haar zaust sich etwas wirr und dunkel in die ziemlich niedere Stirn herunter. In seinem Blick irrlichtet das Elend, wofür er nichts kann und an dem er so hart, so hart trägt. Er ist mir übrigens recht ergeben, das weiß ich. Er stand da, ohne ein Wort hervorbringen zu können; so würgte eine gewisse Glückseligkeit an ihm. „Brav, mein Lieber, — ich dank' dir! Dabei griff ich nach seiner knochigen, dürren, kalten Hand und drückte sie herzhaft. — In jenen unbeständigen, unbestimmt färbigen Augen, in diesem Gemisch von Grau zu Grün, hüpfte ein Reigen seligen Gefühls. Dann kamen die Tränen, die noch nicht zu Tropfen werden und nur den Glanz des Lichtsternes erhöhen. Obwohl ich’s wußte: diese Rose riecht nicht! — ich führte sie dennoch an die Nase. Wollte ich ihren Duft erzwingen? Da fiel mir’s ein .. . auf seinem Grund konnte die Rose nicht erwachsen sein; weder der Elendbub noch die Seinen nannten auch nur eine handbreit Land ihr eigen, in ihren Fenstern standen keine Stöcke mit derlei Blumen. — Woher also . . . woher? „Sag’ mir, Junge, — wie bist du zu diesem Besitz gekommen?“ . Sein Gesicht ward schrecklich fahl. Der Ausdruck seiner Augen machte mich geradezu erschrecken. Die Finger bohrten sich mechanisch in einige Luklein am Rocksaum ein, fieberten unrastig hin und her . . ., hin und her. „Sag’s mir, Junge!“ forderte ich bestimmter. „Die Rose war ich bitten. . . .! — Erbittet liab’ ich sie . . . Der Gärtner am Hohen Platz hat sie mir geschenkt —.“ Wie gern hätte ich mich in diesem Falle getäuscht! Ach, es wäre so schön gewesen: der arme Schlingel — und so eine schuldreine Rose — für mich erbettelt! Doch des Buben Rede trug nicht die Kraft der Wahrheit in sich. Ich wollte, ich mußte nun wissen, was dahinter stak, hinter diesem duftlosen, makellosen Rosenrätsel, — hinter dieser Seelenrätselrose. „Ich weiß, du hast mich noch nie angelogen, Hofbauer Franz. Sei wahr!“ Kein Wort brachte die beengte Kehle hervor. Laut zu lügen getraute sich der Bub nach dieser meiner Zusprache nun nicht mehr, aber er schüttelte dafür leugnend den Kopf, stilllügend. Und seine Augen suchten den Boden. Mir griff dies kindliche Weh an die Seele. Er hatte mich ja nur erfreuen wollen, der kleine Mensch da, der hungernd, verstoßen von den Bessergekleideten, schon jetzt ein wenig zagend an Gerechtigkeit und Vorsehung, ohnehin genug sich mit der Härte des Lebens abzubalgen hatte. Er hatte mich erfreuen wollen — um jeden Preis. Schon um in diesem Punkt nicht hinter dem reichen Kinde zurückzubleiben. Das Klügste schien mir, ich wollte den Fall einfach nicht weiter untersuchen. Solcherart blieb wenigstens die Poesie der weißen Spende halbwegs erhalten. Doch vorne, in einer der ersten Bänke, zeigte Einer auf. Ein wohlgekleidetes, trotz der fiberfülle von Nahrung, die daheim zu Gebote stand, ein schmalgesichtiges, angekränkelt aussehendes BUblein: der gleiche Schüler, der mir gestern die fleischroten, fürnehm duftenden, mit Blattzinn umwickelten und giildverschnürten Rosen gebracht hatte. Seine Stimme sprudelte rechtschaffen hell und süßlich singend, als er da meldete: „Der Franz Hofbauer hat die Rose nicht zu schenken bekommen, — er hat sie gestohlen. Ich liab’ es selber mitangesehen.“ . . . Hätte er’s gescheiter nicht gesagt, daß diese weiße, weiße Rose eine Beute der rechtlos zugreifenden Hand war. Gestohlen! „Setz’ dich!“ befahl ich rasch dem Gutgekleideten. Mir war’s, es kröche nun über das engelhafte Weiß dieser Rose, die mich so sehr erfreut hatte, ein Wurm dahin; ein häßlicher, gefräßiger, ekeliger Wurm. Einen Augenblick war’s mir tatsächlich so, — dann nicht mehr. Und meine Hand legte sich wiederum unwillkürlich aufs Haupt des Armenleutkindes. Wie zum Segen. — Nein, der Kleine war noch nicht vom Wurm angefressen. Dazu kannte ich ihn zu gut. War nicht die Absicht gut gewesen, die das Kindesherz in dem geflickten Rock leitete, als die Hand zugegriffen hatte? Dies arme Geschöpf, um das sich zu kümmern die Eltern wenig Zeit hatten, vielleicht hat es von mir ein wenig Liebe empfangen; und dankbar wollte es Liebe wiedergeben. Weil er selbst nichts hatte, der Hofbauer Franz, deshalb . . . Ja unbestritten, der Bub hat gestohlen. Das harte Wort mag stimmen. Aber ich wollte schier, es gäbe mehr solcher Diebe und dagegen weniger jener Gerechtfertigten, die sich vorerst irgendeinen Rechtstitel schaffen, — und dann zugreifen, nehmen, oder wie man das schon nennen will. Der Meister von Galiläa, hat nicht er es auch mit den Sündern und den Zöllnern gehalten, mit denen am SchlagbauAi von Recht und Unrecht, weil sie bei seinem Gebot der Liebe aufhorchten und nicht in Pharisäertum erstarrt waren? Der Junge war dazu so weit weg von einem „öffentlichen Sünder“, und ich so weit entfernt von dem göttlichen, allerbarmenden Verstehen des galiläischen Weltlehrers ... Wohl legte ich meine Stirn in ernste Falten. I)(m Kinde wollte ich ja meine Schlußfolgerung nicht preisgeben. Der Moral halber nicht. Mein Mund mag auch einen Verweis gesagt haben. Aber die Rose, die weiße Rose des armen, hungernden Jungen behielt ich. Sie liegt irgendwo in einem Winkel meiner Schreibtischlade. Sehe ich sie, so regt sie mich immer an, über Recht und Unrecht etwas tiefer nachzudenken, als man es sonst alltäglich gewohnt ist. Lesebuch oder Kinderzeitung? Morvemerkung: Die nachstehenden Ausführungen sind der „Öfterr. Schulzeitung" Nr. 31 entnommen. Da sie eine in den „Bl." aufgeworfene Frage betreffen nnb in allen Teilen zeigen, wiesehr die non uns vertretenen Ideen ins Allgemeine übergreifen, seien sie als Wiederholungsvermcrke und zur Anregung wicdergegeben. D. Sch. Die in den „Blättern für den Abteilungsunterrieht“ (Nr. 82) vom Schulleiter Czizek in Maiersch bei Gars angeregte Frage, die Lesebücher der oberen Volksschulklassen durch periodisch erscheinende Kinderzeitschriften zu ersetzen, hat in der „Österreichischen Schulzeitung“ (Nr. 3 vom 26. Jänner 1911) im Artikel: „Krieg dem Lesebuche“ ihr Echo gefunden. Es sei mir darum gestattet, meine Anschauungen zu der Frage zu entwickeln. Wenn jemand eine fremde Sprache lernen soll, so ist ihm ein Wegweiser notwendig. Will ich z. B. die französische Sprache und Literatur der klassischen Periode und der neueren Zeit überhaupt kennen lernen, so werde ich bei genügenden linguistischen Vorkenntnissen nicht gleich mit der Lektüre von Corneille oder von Moliere beginnen, sondern ich werde mir eine geeignete Blütenlese der französischen Literatur mit orientierenden Vorbesprechungen verschaffen, wie etwa das Buch: „Manuel de Litterature Franchise“ von Ploetz oder ein anderes. In ähnlicher Weise findet die Einführung in das Studium der alten klassischen Sprachen seit Jahrzehnten statt und diese Methode hat sich im allgemeinen bewährt. Wenn man in neuester Zeit in Deutschland und an Privatlehranstalten Wiens das Studium von Latein gleich mit Caesars „De hello Gallico“ beginnt, so werden gleichwohl auch hier methodisch gewählte Vorbesprechungen zur Einführung in das Verständnis Caesars notwendig sein. Wenn jemand mit periodisch erscheinenden Flugblättern die Jugend Latein oder Griechisch lehren wollte, so würde das wohl allgemein begründetes Erstaunen erregen. Ein Flugblatt, eine Zeitung gebiert der Augenblick. Es ist, wie beim Chronos der altgriechischen Sage, der seine eigenen Kinder verschlang. Heute neu, morgen alt! Soll denn das Interesse der Kinder an der Lektüre nur am Reize der Neuheit haften? Wenn für die Jugend das Beste gut genug ist, dann bedarf es bei der Zusammenstellung der Lesestoffe nicht der Laune des Augenblickes oder des Zufalles, nicht der mannigfaltigen Ereignisse des Tages, sondern der reiflichsten Auswahl und Überlegung. Es bedarf des Lebenswerkes, des Studiums, der praktischen Erfahrungen, des pädagogischen Geschickes bewährter Schulmänner. Die Frucht dieser ernsten, langjährigen Arbeiten sollen gute Lesebücher für die Schule sein. Nun bin ich weit entfernt, in Abrede zu stellen, daß unsere Lesebücher nicht auch ihre Unvollkommenheiten hätten. Ich würde mir z. B. mehr Fühlung zwischen den offiziellen Lehrplänen und den Lesebüchern wünschen. Es hat wenig Sinn, wenn z. B. in einem Lesebuche für das 4. Schuljahr einer fiinfklassigen Volksschule nur ein einziges trockenes Lesestück über Wien, sonst nichts über Niederüsterreich vorkommt, während der Lehrplan für Heimatkunde das Heimatland vorschreibt. Man verlangt heute mehr „bodenständigen“ Unterricht, eine lebhafte Anknüpfung der Lehrstoffe an die engste Heimat der Kinder, an ihren Schulort. Da kann kein Lesebuch allein und könnte auch keine Kinderzeihing helfen. Da gilt es für den Lehrer, nach Schillerten und Bezirken die engste Heimat zu erforschen. Die Gemeinde-, Schluß-, Markt-, Stadt-und Klosterarchive dürfen nicht Schauobjekte für Fremde, Dekorationsstücke sein, sondern sie müssen jenen Lehrern, die Interesse und Verständnis dafür haben, zur Erforschung eröffnet werden. Da wird sieh manches finden, das den Wellenschlag der Weltgeschichte im eigenen Sehulorte lebendig veranschaulicht. Dann ist auch ein gehobenes Interesse an Lesestücken möglich. Es kann hier nicht meine Absicht sein, an bestehenden Lesebüchern Kritik zu üben, weder nach Inhalt noch in Bezug auf die Form. Ein guter Keim scheint mir aber in der Idee des Kollegen Czizek in Maiersch zu liegen: Er betrifft die Ausgestaltung der Jugendbibliotheken und der Jugendlektüre. Unsere Schülerbibliotheken stehen ihrem Inhalte nach viel zu wenig mit den offiziellen Lehrstoffen in Beziehung. Von jedem Büchlein ist in der Regel nur ein Exemplar vorhanden. So ist eiern Lehrer eine Kontrolle der Privatlektüre der Schüler nur sehr schwer möglich. Es fehlt die Brücke, die von der Schule ins Leben, zur freien geistigen Selbstbeschäftigung der Kinder führt. Dazu kommt, daß die meisten Jugenderzählungen unserer Schülerbiblio- theken zu breit angelegt sind. Hätten wir Jugendzeitschriften, von denen wir monatlich einmal jedem Schüler der mittleren oder oberen Klassen je ein Exemplar schenken und dieses dann in der Schule mit den Schülern lesen, teilweise auch der häuslichen Lektüre empfehlen könnten, so käme Abwechselung, erhöhter Impuls zum Lesen in unsern Unterricht. Das Lesebuch selbst aber als eine Fundgrube des Besten in Bezug auf Literatur, Heimatkunde, Naturkunde, Geschichte, allgemeine Erziehung können wir deswegen nicht entbehren. J. Freiberger. Pädagogischer Weiser für die Ilortvildnngsfchule. Worvemerkung: Im Verlaufe der von dem Herrn Mitarbeiter Oberlehrer Wamprechifamer in Gröbming (Steierm.) gelieferten Aufsätze über die landwirtschaftliche Fortbildungsschule in Österreich wurden bereits einige den Gegenstand betreffende Werke namhaft gemacht. Um den Abschnitt diesbezüglich zu ergänzen, werden im Nachstehenden alle der Schristlcitung zugemittelten Bücher über Fortbildungsschulwesen angeführt; damit wird dem Leser ein Überblick über das fachliche Schrifttum geboten. — 1. Leitfaden zur Gründung und Hinrichtung landwirtschaftlicher Kortvildung» schulen in de» Ilpen-ländcrn. (Verf. F. Wamprechlsamer; Manz'scher Verlag in Wien 1. Kohlenmarkt 20; Preis 1 K 40 h.) Was der Verfasser in den „Bl." nur andeuten konnte, hat er in dem Buche ausführlich dargestellt. Der Beflissene findet darin alle Wege, alle Mittel, alle Ratschläge, deren er bedarf. Vor der Gründung einer landwirtschaftlichen Fortbildungsschule ist die Schrift unbedingt in Rücksicht zu ziehen, will man die Sache richtig anpacken und durchführen. — 2. Hinrichtung und Itührnng der Amtsgeschäfte gewerbl. Korlvildnngsfchnlen. (Verf. R. Maurer; Verlag Karl Graefer u. Co. in Wien, IV.; Preis 3 K.) Der 1. Teil kennzeichnet das Wirken des Schulausschusses, gibt Plan und Ziel an; der 2. Teil ist der Lehrlingsfürsorge gewidmet. Das Buch ist durch und durch praktisch. — 3. Behelfe zur Gründung und Kührung öffentlicher Iwrtvildungskurse. (Verf. H. Moro, k. k. Bezirks-schulinspektor in Villach; Selbstverlag; 50 h.) Die für Fortbildungskurse geltenden Normen leiten zur Einrichtung und helfen bauen, wo man sich mit einem „Kurse" bescheiden muß. Da sich aus dem „Kurse" zumeist die „Schule" entwickelt, so wird man das Schristchen zurate ziehen und mit Kleinem beginnen. Ein genauer Lehrplan und eine Stoffverteilung sind wesentliche Vorzüge der Schrift. — 4. Heweröliche Gefchästskorrespondenz für gewervl. Aortvildungsschnlen. (Verf. A. Kasper; Verlag Pichlers W. u. S. Wien, V. Margaretenpl. 2; 2 Teile ä 1 K.) Formularien, Geschästspraxis in Beispielen, Winke: diese Schlagwörter deuten auf den Wert der Anleitung. 5. Gefchäftsaufsätzc und allgemeine Gewervevorfchriften. (Verf. E. Ruprecht, umgearbeitet v. R. Stübiger; Verlag Deutike in Wien; 1 K 20 h.) Das ganze Umundauf des Geschäftsverkehres. Wird auch in der Volksschule mit Nutzen ausgewertct. 6. Lehr- und jcfcßitch für Schüler der Förvereitnngsklaffen an gewerblichen Kortßildnngsschulrn. (Verf. Holczabck, Katschinka, Klausberger; Verlag Deutike in Wien; 1 K 20 h.) Für städtische Verhältnisse berechnet. 7. Lehr- und Lesebuch für landwirtschaftliche Ilortbildungsschulen. (Verf. Wamprechlsamer und Hipsch; Verlag K. Graeser u. Co., Wien IV; 2 K 40 h.) In den „Bl." bereits empfohlen. Die Arbeit von zwei gediegenen Praktikern. Das Buch sollte bei Elternabenden verwendet und auch dem Bauer zur Anschaffung empfohlen werden. 8. Der Geschäftsanfsah. (Vers. A. Hentschel; Dürr'scher Verlag in Leipzig; 36 h.) Für einfache Verhältnisse zugeschnitten, im Hauptteile Überall verwendbar. 9. Rechenaufgaben zum Gebrauche in landwirtsikaftlichen Aortöildungsfchulen. (Verf. F. Christof; Verlag Deutike in Wien; 1 K 50 h.) Ein allbekanntes und anerkanntes Buch, das den Stoff aus dem Leben holt, um ihn dem Leben wiederzugeben. 10. Jas Ziechnen des praktischen Landwirtes. Verf. H. Hipsch; Verlag Karl Graeser u. C. in Wien; 1 K 20 h.) Einführung, Anleitung, Übung und zwar Übung an zahlreichen, treffend gewählten Beispielen. Das Beste auf diesem Gebiete. 11. Rechenbuch für landwirtschaftliche Schulen. (Vers. R. Fcller; Verlag Hübner; 1 K 50 h.) Für die Erarbeitung des Stoffes werden mancherlei überaus praktische Ratschläge erteilt. 12. Geometrie. Ein Wiederholungs- und Ausgabcn-Buch für den Unterricht an gewerblichen Lehranstalten und Fortbildungsschulen. (Vers. Dr. Pilz; Verlag Roth in Gießen.) Stark mit Theorie durchsetzt, nur für gehobene Schulverhältniffe verwertbar. 13. Aas Uutzgeflügel. (Verf. Prus-Kobierski; Verlag Kühkopf in Korneuburg; 3 K.) Die zahlreichen Illustrationen verteuern das an sich praktische Such. Vielleicht läßt sich ein Preisnachlaß erwirken. 14. Aer naturkundliche Zlnterricht an landwirtschaftliche» Korlvitdnngsschulen. (Verf. F. Wamprccht-samer; Verlag K. Graeser u. Co. in Wien.) Die gefaulte Naturkunde, nmgesetzt auf das Arbeitsfeld des Bauers: angewandte Zoologie, Botanik, Chemie, Physik. Jeder Lehrer wird sich an der trefflichen Zubereitung erquicken. 15. Aie gewerbliche Auchführnng. (Verf. Grnber-Wallantschck; Verlag Karl Graeser u. Co. in Wien VI.) a) Der Kleinbetrieb, b) Der Mittelbetrieb. Die Formnlarien sind für die Hand der Schüler bestimmt. 16. Adeal-Iruchljaltuiig für Handwerker, Kandels- und Kewcrvetreibende. (Verf. E. Meyer; Verlag E. Meyer in Aarau.) Alle HandmerkSzweige sind beachtet. Sieben den üblichen Anleitungen für den Geschäftsbetrieb finden sich Kalkulationen, Voranschläge, Berechnungen aller Art: alles Dinge, die im modernen Leben von Belang sind. 17. Sprachlehre für Fachschulen. (Verf. Müller und Feller; Verlag Hübner in Bautzen; 1 K 20 h.) Nur für Fachschulen höherer Kategorie zu empfehlen. 18. Hvnngsvuch für landwirtschaftliche I-ortvildnngsschulen der Alpenländer. (Verf. F. Wamprecht-samcr; Schulbücherverlag; 1 K 70 h.) Der Verfasser hat mit dem Buche seine Tätigkeit auch auf den Rechen betrieb erstreckt und hier gleichwie in den übrigen Schriften gediegene Sachkenntnis an den Tag gelegt. 19. Avungsdrucksorten für die Keschästskorrespondenj. Verlagsanstalt Frcytag und Berndl in Wien VI1/1 Scholtenfeldgaffe 62; 2 Abteilungen, ä 60 h.) Zum Unterrichtsgebranchc an gewerblichen und fachlichen Fortbildungsschulen sehr zu empfehlen. 20. Agrarische Gesetze. (Verf. F. Wamprcchtsamer; Schulbücherverlag; 1. Teil 2 K.) Die Sammlung entsprach einem dringenden Bedürfnisse, denn nichts liegt auf dem flachen Lande so im argen wie die Gcsetzeskennlnis. Die Folge davon ist die krankhafte Prozeßsucht der Bauern. Briefkasten. Mit dem Eintritte in den 9. Jahrgang ist unsere Zeitschrift in ein neues Stadium der Entwicklung vorgerückt. Nicht allein der vergrößerte Umfang ist cs, der die Ausgestaltung kennzeichnet, sondern es sollen vor allem die Erweiterung der Belange und die Vertiefung den Übergang vermerken. Wer im Besitze aller Jahrgänge ist, wird sich des Eindruckes nicht erwehren können, daß sich in dem Wachsen der „Bl." ein Stück Schulidealismus widcrspiegelt, ein AufwärtSringcn aus eigener Kraft, ein unausgesetztes Streben nach den höchsten Gütern des Standes. Wer hätte je daran denken können, daß ans dem 8-Seiten-blatte, das im Jahre 1904 hinausflalterte, nach acht Jahren ein 5 X 8-Seitenblatt werden würde! Und das trotz aller Befehdung, trotz der Notlage, in der die Lehrerschaft seufzt, trotz des Realismusses unserer Zeit, trotz der ungenügenden Förderung der Schulinteressen! Es mußte also doch ein verborgnes Bedürfnis ausgelöst, ein Nerv getroffen worden sein, der bislang ruhte. Ich meine, das Gefühl des Ver-lassenseins hat den Lehrer der Landschule zur Mitwirkung gedrängt und dev Mangel an Schulpoesie uns den Kollege» der Stadl nahegebracht. Die „Bl." wurden zum Bindeglied, zur Vertretung der Landschul-interessen und gleichzeitig zum Träger des Schulideals. Zeitschriften, die der Organisation dienen, müssen das Schwert zu führen verstehen; sie haben nicht Zeit, sich dem trauten Heim znznwenden. Die anderen Fachblättcr bekundeten mehr oder weniger eine bestimmte Tendenz. Also blieb cs der neuen Schöpfung Vorbehalten, ein allumfassendes Programm zu begrenzen und hiebei besonders jener Kategorie zu gedenken, die im pädagogischen Lesesaale keine Vertretung hatte. Dieser von Anbeginn gestellten Ausgabe werben die „Blätter für den Abtcilnngsunterricht" treu bleiben und sollten sie auch auf 10 X 8 Seiten anwachsen. — Es ist in letzter Zeit wieder der Antrag eingebracht worden, sic statt einmal in jedem Monate zweimal erscheinen zu lassen. Da ich nnnntchr der aufreibenden Siebengeschäfte entledigt bin, könnte ich die durch eine vermehrte Ausgabe erwachsenden Arbeiten übernehmen; allein die Verwaltung erhebt ob der doppelten Versandkostcn Bedenken. Sie verlangt mindestens 500 neue Abnehmer und leitet dementsprechend eine Werbearbeit ein. Daß bei der kostspieligen Ausstattung der „Bl." ein geschäftlicher Gewinn niemals in Rücksicht gezogen werden kann, ist klar; es ist aber ebenso einleuchtend, daß man einem Defizit aus deni Wege geht. Somit liegt es ganz bei den Lesern, ob sie jährlich statt 12 Folgen ihrer 24 beziehen. Mit dem Bezugspreise darf im Hinblicke auf die Teuerung nicht hinanfgegangen werden; es wird also lediglich die Gewinnung neuer Abnehmer die Verwirklichung des Projektes ermöglichen. Wenn jeder in seinem Kreise Stimmung macht, so kann das 2. Halbjahr mit der Halbmonatschrift beginnen. — Aas Inhaltsverzeichnis und der Sachweiser für den Jahrgang 1911 werden der Folge 98 beigelegt werden. — Lehrer 19. gl. in L.: Ihre zahlreichen Nachträge zeugen von steter Beschäftigung mit dem Thema; sie sind aber zugleich ein Beweis dafür, daß jedwede schriftstellerische Arbeit einige Zeit abliegen soll. Es fällt einem später immer noch etwas ein u. zw. oft etwas Besseres. Darum darf nicht zu früh losgeschoffcn werden. „Schnell fertig ist die Jugend mit dem Wort" und mit — dem Aufsatz. — Lehrer K. K. in Kt. K.: Ihr Idealismus zündet und wird vielleicht so manchen entflammen. Aber bedenken Sie eines: Wenn der A. sich etwas aufbürdet, muß es der B. auch tun. Tut es dieser, dann kann sich der C. nicht entziehen. Zum Schlüsse wird aus dem Einzelfalle die Regel und der tvue „Gegenstand" ist fertig. Kommt mit ihm die neue Besoldung? Leider nicht! Man ist gar bald bei der Hand, der Lehrerschaft an Arbeit etwas aufzubürden, und so furchtbar vergeßlich, wenn es sich um den Lohn handelt. Trotzdem will ich Ihr Beginnen fördern; es wird vielleicht den Lenkern die Augen öffnen, daß die Wohlfahrt des Staates einzig und allein in der Volksschule zu suchen ist. — Hverk. /t. St.: Abgesehen davon, daß mich dermalen wichtige Arbeiten voll in Anspruch nehmen, kann ich Ihrem Ersuchen um Umstellung der Lehrpläne in detaillierte Lehrstosfverleilungen nicht entsprechen, weil ich ja die Sondecverhältnisse der von Ihnen geleiteten Schule nicht kenne. Da nun die Bodenstäirdigkeit gerade hier in ausgeprägtester Weise hervortritt, so muß sich jeder selbst helfen, wie er es eben kann und für gut hält. — Lehrer I.Sch. in H.: Im Nachhange zu meiner Postkarte noch das: Die Landschule braucht als Tafelfläche ein gutes Material. Leinwand oder Linoleum werden nicht nusreichen. Bedenken Sie nur, wieviel bloß zur Stillbeschäftigung geschrieben werden muß! Dann kommen die Vorschriften behufs gegenseitiger Ausbesserung, die Rechnungen, die Aufsätze usw. Und mit den Landschulen müssen sie rechnen, denn die Stadtschulen sind zum großen Teile auf Jahre hinans mit dem Modernsten versehen. Das Erfinden und Patentieren ist eine schöne Sache, das Draufzahlen jedoch sehr mißlich. — Ktf. <5. It. in H.: Daß ich mich heuer mit keinem Büchlein einstellte, liegt an den Studien und der Reise nach dem Süden. Dafür wird 1912 zwei Schriftchcn bringen. — Lehrer J». Lt. in M.: Da es dem Lehrer ans dem Lande benommen ist, mehrere Zeitschriften zu halten, so sind Lesefrüchte (allgemein wertvolle Notizen) sehr willkommen. Bringen Sie so oft als möglich Beiträge zu dem Abschnitte „Kleine Mitteilungen"! — Hverk. A. Sch. in K.: Als ich mich zur Kcaftleistung ausschwang, wollte ich die jungen Kollegen weniger beschämen als vielmehr ermuntern, desgleichen zu tun. Was nützt das Aneifern und Raten, so man nicht das Beispiel bietet! Jetzt soll mir einer kommen und sagen: „Ich finde nicht die Zeit"! — Sie schreiben, daß Sie erst bei der wiederholten Durchsicht der „Bl." alles so recht würdigten. Dieser Umstand begründet die wiederholten Hinweise aus den Stoff der alten Jahrgänge. — Dr. j». in A.: Es ist wahr: Nur die sachliche Kritik kann ernst genommen werden. — Lehramtsliandidat A.A. in <&.: Bezüglich der Probestücke wenden Sie sich an die Verwaltung; sie liefert Ihnen das Gewünschte kostenlos und portofrei. — Die li. k. Lehrervikdnngsanstakt in A. benützt die „Bl." als Grundlage für den Unterricht im Deutschen. Die neue Ehre bedeutet eine neue Pflicht. — Angcndlchristcn-^rüfnngsansschuß: Für die Dezember-Folge zu spät eingelangt. — NezirksschnkinspektorK. W. inL.: Das Auffrischen von Gesetzes-Vorschriften ist sehr erwünscht, denn hierin mangelt es noch vielfach. Würde jeder Lehrer seine Rechtsmittel genau kennen, er ersparte sich viel Kummer. — Kränken» #. A. in Hl.: Sie tun dem Herrn Kollegen Bauer unrecht. In seiner Broschüre „Der bodenständige Unterricht in der Volksschule" (Verlag Tempsky, Wien, Preis vielleicht 40 h), die ich unter einem der Rücksichtnahme empfehle, bezieht er sich ausdrücklich auf die „Bl.". Wenn andere das von uns seit vier Jahren geführte Kapitel nicht kannten, so ist es bedauerlich, ändert aber nichts an der Sache, daß der Ausdruck durch die „Blätter für den Abteilungsunterricht" zuerst hinausgegeben wurde. — Lehrer K. Sch. in (k: Das Lob der sechs Kollegen freut; aber noch mehr würde mich eine eifrige Mitarbeit erwärmen. — Lehrer A. St. in L.: Der Abschnitt „Lose Gedanken" ist für jene bestimmt, die gerade was auf dem Herzen haben und es „loswerdcn" möchten. Die Gedanken können nicht nur lose sein in der Bedeutung von isoliert, sondern manchmal auch in anderem Sinne. Das reizt. — K. g$. in K.: Ich verfolge Ihr Wirken mit Interesse. Klettern Sie über den Zaun (Bürgerschullehrerprüfung) und Sie sind auf einem ganz neuen Felde! Man ist Höherenorts auf Sie aufmerksam geworden. — Lehrer Hl. Hl. in H.: Ja, es »st so: In der Lehrerschaft steckt ein glühender Idealismus und es gehört zu den schönsten Freuden, ihn herauszulocken und in heller Lohe zu sehen. — Die zahlreichen Äkückwnnsche zum „neuen Lebenskurse" habe ich zwar einzeln mit Dank bestätigt; allein es obliegt mir trotzdem, nochmals nach allen Seiten die Hände zu reichen. — Direktor L. (ß. in (k: Das ist nun einmal das Los der Alten, der Jugend zu weichen und ihr Ranm für die Betätigung zu lassen. Glücklich der, dem es eingefallen ist, rechtzeitig abzutreten. — Den Mektvcrkehrspostdienst im Sinne der Anregung auf S. 1849 (Folge 94) wünscht die Schulleitung Paudorf bei Krems in Niederösterreich. Wer noch? — Anstitnt in H*.: Die „Bl." als Weihnachtsgabe für Zöglinge unter dem Christbaum! Sehr erfreulich. — An die g. Mitarbeiter: Da durch die Erweiterung der „Bl." neuer Raum geschaffen worden ist, so können die Beitrüge rascher erscheinen. Also herein mit Vorschlägen, Ideen, Bedenken, Erwiderungen, Aufsätzen, mit allem, was die Praxis bietet oder die Überlegung als nützlich erachtet! — Die kandw. Aortliikdnngsschnkc in Österreich. Dieser Abschnitt wird fortgeführt. Für Folge 98 liegt bereits ein Artikel in der Presse. Jngleichen wird die „Galerie moderner Pädagogen" demnächst wieder eröffnet werden. Kleine Mitteilungen. 292.) Die 511 Avgeordueteu unseres Parlamentes verteilen sich nach Berufen, wie folgt: 120 Grundbesitzer, 59 Rechtsanwälte, 59 Redakteure, 41 öffentliche Beamte, 40 Professoren, 36 Privatbeamte, 22 Gewerbetreibende, 22Priester,21 Richter, 14Industrielle, 11 Bürgermeister, 10 Lehrer, 9 Landtagsabgeordnete, 9 Ärzte, 9 ehemalige Minister, 8 Techniker, 7 Kanflente, 5 politische Beamte, 3 Private, 1 aktiver Minister 1 Maler, l Arbeiter, 1 pensionierter Offizier, 1 Gemeinderat. — Die Lehrerschaft ist zwar in keinem Staate so zahlreich vertreten wie bei uns; sie könnte jedoch ein weit größeres Kontigent stellen, wenn gelegentlich der Wahl der Zusammenschluß innig und das Programm durchaus einheitlich wäre. — 293.) Nncntgektliche, vrieffiche Havelsverger Stenozraphieknrse fite Anfänger und für Vorgeschrittene werden eröffnet. Der Unterricht wird von staatlich geprüften Lehrern für die Teilnehmer kostenfrei geleitet und haben sich dieselben nur die Lehrmittel anzuschaffen. Anmeldungen sind per Postkarte mit genauer Adresse und Angabe, ob Anfänger« oder Fortbildungskurs gewünscht wird, an den Reichsoerein „Stenotypisten-buitb", Wien, VII/2, Postfach 19 zu adressieren. 294.) Hut aus der Klemme gekommen. Der Königsberger Philosoph Kant speiste eines Tages beim Gouverneur der Provinz Preußen, dem Herzoge Peter August Friedrich von Holstein. Die Gesellschaft plauderte nach Tisch über die im Nebenzimmer weilenden Frauen und bald beteiligte sich auch Kant an diesem Gespräch, indem er mit feinem Lächeln sagte: „Die Frauen sind wie das Echo, denn sie behalten stets das letzte Wort. Sie sind aber auch wie die Schnecke, denn sie tragen alles, was sie haben, mit sich herum, und sie sind wie die Turmuhr, denn was sic reden, weiß die ganze Stadt." Die eben wieder eintretenden Damen waren über diese Vergleiche entrüstet und warfen dem Philosophen wütende Blicke zu. Als er das merkte, fuhr er fort: „Das paßt natürlich nicht ganz auf Sie, meine Damen. Allerdings gleichen auch Sie dem Echo, denn Sie sind stets das Echo ihres Gemahls, Sie gleichen der Turmuhr, weil Sic so pünktlich sind wie diese, und gleichen der Schnecke, die häuslich ist wie Sic." Eingesendet von R. Steiner. 295.) Hi» Aaylenphäuomen. .12,345.679 X 1 X 9 = 111,111.111 ’ 12,345.679 X 2 X 9 = 222,222.222 12.345.679 X' 3 X 9 = 333,333.333 12.344.679 X 4 X 9 = 444,444.444 12.345.679 X 5 X 9 ----- 555,555.555 12.345.679 X 6 X 9 = 666,666.666 12.345.679 X 7 X 9 ----- 777,777.777 12.345.679 X 8 X 9 = 888,888.888 12.345.679 X 9 X 9 = 999,999.999 Eingesendet von P. M. 296.) Kocheaamcu der Maut. Das norwegische Parlament, das den Ruf genießt, in Frauenfragen besonders fortschrittlich gesinnt zu sein, hat sich schon mehrfach damit beschäftigt, die Eheschließung von einer Reihe von Bedingungen abhängig zu machen. Nun haben die norwegischen Abgeordneten, so berichtet eine französische Zeitschrift, sich mit dem Plane beschäftigt, ein regelrechtes Heiratsexamen einzuführen; jede Braut muß vor der Eheschließung dem Staate den Nachweis erbringen, daß sie imstande ist, zu nähen, zu waschen und vor allem selbständig zu kochen. Diese Prüfung muß von reich tmd arm ohne Unterschied des Alters tmd des Standes abgelegt werden. Eingesendet von P. M. 297.) (Sine prompte Antwort. In einer Dorfschule im Badischen Schwarzwald müssen einige Buben in der Religionsstunde wegen Platzmangels auf dem Boden sitzen. Zufällig richtet der Lehrer an einen derselben die Frage aus dem Katechismus: „Wozu bist du auf Erden?" Antwort: „Weil in der Bank toi Platz meh isch." (Jugend.) 298.) Wissenschaftliche Aortvilduug der Sollisschukkehrer an preußischen Universitäten. Die national« liberale Fraktion des preußischen Abgeordnetenhauses hat folgenden Antrag eingebracht: „Die Staatsregierung wird ersucht, im Interesse des Volksschulwesens Einrichtungen zu treffen, durch welche Volksschullehrern eine bessere Möglichkeit zu einer wissenschaftlichen Fortbildung an preußischen Universitäten zum Zwecke der Vorbereitung auf den Dienst an Mittelschulen, in der Leitung von Volksschulen, in der Lehrerbildung und Schulaussicht gewährt wird." 299.) Dem Hinsamen ins Stammvuch: Wer Höchstes sucht, geht immer etg’ne Bahn; . Das Beste haben Menschen nie gemeinsam. Wer glücklich werden will, erst sei er einsam! Hamerling. Durch Sachsen und Thüriugeu von Schule ;u Schule. 20. Mit dem D-Z«ge nach Leipzig. Im Abteil Nr. 1 der dritten Klasse des D-Zuges Dresden-Leipzig war cs überaus behaglich. Wir saßen bequem, obwohl der Raum acht Personen zu beherbergen hatte. Dieweil man uns ungeschoren ließ, hatten wir Maße, die Einrichtung des „weltberühmten" D-Zuges zu studieren. Vorerst fielen uns die großen Fenster aus; sie standen im richtigen Verhältnis zum Raume. Das Abteil war breit, hoch, lustig und glich nicht im entferntesten dem Käfige unserer Bahnen. Die Bänke hatten in der Mitte eine schwache Polsterung, so daß man sich bei stundenlangem Fahren nicht der Kaste, in die man just gehört, bewußt werden konnte. Es schien, als wollte man die Menschen weniger nach dem Grade der Bequemlichkeit als bloß dadurch scheiden, daß die Reichen mehr zahlten, um nicht mit dem „Pöbel" zusammenzu-kommen. Der Einteilungsgrund schien uns oernünftiger als jener, der die Unbemittelten des Schicksals und der Bänke Härte fühlen läßt und den mit Gütern Gesegneten die weichen Polster des Wohllebens, mehr Sicht und Luft bietet. — Auch im kleinen zeigte sich die Fürsorge. Für die Kleider waren durchwegs Haken, für das Gepäck breite Hälter oorhanden. Das elektrische Sicht an der Mitte der Decke konnte nach Belieben gedämpft werden; es brannte so hell, daß wir gut zu lesen vermochten. Vor jedem Fenster war ein zusammenklappbares Tischchen — eine Zugabe, die wir bei uns in der dritten Klasse wohl niemals antreffen, als ob es an Menschen fehlte, die zwar nicht das Geld aufbringen, einen erhöhten Fahrpreis zu decken, die aber, um der Teuerung in den Gasthöfen der Stadt zu entgehen, ihr Hühnchen im Zuge verzehren oder zur Kurzweil ein Buch ausschlagen. Wieso die Rücksicht bloß für die Begüterten gelten könne, war der sächsischen Bahnverwaltnng jedenfalls unverständlich. — Im breiten Seitengange fanden wir in eine Nische eingelegt: eine Hacke, eine Säge und einen Strick. Der „freundliche" Schaffner erklärte, es sei damit für Unfälle Vorsorge getroffen, worden. Wenn man bedenkt, daß es bei solchen Gelegenheiten oft am Notwendigsten fehlt, so daß man in der Verwirrung wegen des Mangels an Werkzeugen ratlos dasteht, so muß die Einrichtung neben all dem ändern in erster Linie empfohlen werden. „Was soll der weiße Knopf an der Wand? Dient er etwa für das Notsignal?" — „„Ach nee, das iS bloß mal die elektrische Klingel, wenn Sie was broochen; gleich ist die Bedienerin da und bringt das Gewünschte."" — Der Gipfel des Komforts I Das gibt es bei uns ja nicht einmal in der Klasse Nr. 1 oder 2. Und doch leuchtet die Notwendigkeit sofort ein, wenn man an die Fälle der Ohnmacht, an das Bedürfnis nach Wasser u. a. denkt. Schon das Gefühl, daß jemand zur Stelle ist, wenn man der Hilfeleistung nötig hat, beruhigt den Fahrgaft, insbesondere den, der zum „schwachen" Geschlechte gehört und gezwungen ist, einsam in die Welt hinauszufahren. — Wir hatten die Einrichtung des Jdealabteils kaum verzeichnet, als unser Gegenüber eine Plauderei begann. Selbstverständlich hatte man uns sofort als Österreicher erkannt, sowie wir ja auch den Sachsen nach zwei Sätzen merken. Man hielt uns für Geschäftsreisende. Wie auch nicht I Am nächsten Tage begann die Leipziger Messe. Ich ließ die guten Leutchen eine Zeitlang bei dem Glauben und führte das immer reger werdende Gespräch mit Behagen. „Sie sind wohl auf dem Wege zur großen Messe?" „„Ja wohl, mein Gutester!"" „In welchem Artikel reisen Sie nu eemal?" „„In einem, den man in Sachsen ganz ausgezeichnet fabriziert."" „Das wird wohl eine feine Jndustrieware sein?" „„Jawohl! Zumeist wird sie fabriksmäßig erzeugt; doch uns ist die Handarbeit lieber. Sie hält besser."" „Ei der tausend, das ist aber dann eene teure Sache I" „„Wenn sie einer so recht bietet, wie wir sie brauchen, — unbezahlbar."" „Na, da passen Sie nur mal uff, daß sie Ihnen in dem Gewühl nicht eener aus der Tasche zupft!" „„Nein, nein, des sind wir sicher; der Strolch nimmt sie nicht einmal dann, wenn wir sie ihm in die Hand drücken."" „Ne, da hören Sie an, das ist ja doch een ganz merkwürdig Ding. Wollen Sie's nich verraten?" „„Wenn Sie es an Ihrem Jungen verwenden, mit Vergnügen."" „Na Gott, für mein' Jungen tu ich doch alles!" „„Die seltene Ware, die in ihrer Gediegenheit unbezahlbar ist, aber von Unverständigen nicht geschätzt wird, heißt Erziehung. Wir kommen aus weiter Ferne, um sie in Ihrer Heimat zu studieren und dann auf unsere Verhältnisse anzuwenden."" Der Sachse wurde nicht wenig stolz, hob das Haupt und nickte zu: „Ja, da haben Sie wohl mal recht. Sehen Sie, bei uns geht die Schulbildung über alles. Wie stünde cS um uns, wenn unsere Eltern nicht daran gedacht hätten, uns für das Leben zu satteln. Ich bin nu mal bloß ein einfacher Handwerker; aber wissen muß ich doch vieles. Wie kännt' ich anders die vornehmen Kunden bedienen, ihnen schreiben, alles verstehen, was sie mir nuftragen, die Rechnungen führen und das Neue unserer Arbeit gleich beim Schopf packen. Ich fahre zur Messe nach Leipzig, weil ich wieder mal die modernsten Sachen kennen lernen will. Sonst kommt mir ein anderer zuvor und ich Hab' das Nachsehen." Die verständige Rede des Mannes aus dem Volke setzte uns in nicht geringes Erstaunen; später, als wir erfuhren, was die Schulverwaltung zur Verallgemeinerung pädagogischer Kenntnisse tut, ward uns die Wertung vollends begreiflich. Sachsen ist eben über die Anfänge der Ehern-besprcchungen und volkstümlichen Vorträge schon weit hinaus; in Sachsen kümmern sich auch die Tagesblätter mehr um Menschenerziehuug als um Mord, Totschlag, Betrug und Diebstahl. Kein Zweifel, daß die Presse ihre Kulturarbeit im Verhüten von Fehlern und nicht im Aufkitzeln der Phantasie und der bösen Instinkte durch Bilder des Verbrechens erblicken sollte. Wäre es richtig, daß die schlechte Tat und die ihr folgende Strafe abschrcckt, bew. erziehlt, so müßten wir nach einem Jahrhunderte Kriminalliteratur schon lauter Engel um uns sehen. Da sich jedoch die Wirkung nach der entgegengesetzten Seite hin ausbildet und jeder Tag neue Verbrechen ausdeckt, so muß die Methode schlecht sein. Das lehrt nicht nur die Praxis, auch in der Theorie wird es begreiflich. Wie soll der zur Selbsterhaltuug auf kürzestem Wege präparierte Sinn sich der redlichen Arbeit znwcnden, wenn die Tagespresse mit besonderem Eifer alle Künste für die Aneignung fremden Gutes vor Augen führt! Statt dem Individuum „Mensch" die Raubtiernatur abzuringeu, werden die „Heldentaten" auf dem Schlachtfelds, zumeist doch nur Konsequenzen der Raub- und Rauflust, aufgesührt, blutrünstige Geschichten ins Volk geworfen und alle originellen Streiche der lichtscheuen Gesellschaft mit den Einzelheiten berichtet, als ob es sich darum handelte, die Jugend in dem verabscheuungswürdigcn Handwerke zu schulen. Ein Staat, der auf die Erziehung Wert legt und seine Gcfangenhäuser in Arbeit«- oder Erholungsstätten umwandeln will, muß über das Schrifttum der Straße die strengste Zensur verhängen. Nicht der soll in der Weltgeschichte als Held gefeiert werden, der es vermocht hat, am meisten Menschen an das Schwert zu liefern, um feine Macht zu vergrößern, sondern jener, dem es gelungen ist, aufdemWege des Friedens sein Volk zur Glückseligkeit zu führen. — Es war schier Mitternacht, als der Zug in die gewaltige Schienenhalle des Leipziger Bahnhofes donnerte. Ha, war da ein Leben! Hätten wir uns nicht am Zipfel gehalten, der Menschenstrom würde unö getrennt und nach verschiedenen Richtungen getragen haben. Fest aneinandergekettet, gelangten wir glücklich zum Ausgange. Eine Lichterzeile: die Droschken; eine Allee dunkler Gestalten: die Dienstmänner. „Alle Gasthöfe überfüllt!" Das war der Empfang. Nanu, eine schöne Bescherung! Was sollten wir tun? Da mußte wieder einmal die Losung „Gute Worte und klingende Münze vermögen alles" aus der Not helfen. Ich ging zum nächsten Hoteldiener und raunte ihm ins Ohr: „Sie werben sicherlich noch was frei haben. Denken sie nur, wir kommen aus Österreich und sollen nun hier auf der Straße bleiben! Eine Mark pro Kopf an Trinkgeld!" Das Geschäft war gemacht; wir hatten unser Logis. Sosehr uns der Schlaf in den Augen lag, so konnten wir doch nicht gleich zu Bett. Drüben erstrahlte der Kristallpalast. Der mußte im Lichterglanz besichtigt werden. Nolens volcns wurden wir in eine Ecke gedrückt, von der aus wir eine Bühne vor uns sahen. Also ein Varietee, leider! Es war in der vorgerückten Stunde mit seinem Programm bereits in den Pfuhl der Zote gesunken. Das mangelhaft bekleidete Wesen, das sich Soubrette nannte, kreischte zwar unverständliche Worte, wußte sich aber mit Mimik so trefflich zu helfen, daß mau über den Sinn nicht im unklaren sein konnte. Und die halbwüchsige Jugend an den Tischen gröhlte dazu. Die Atmosphäre wurde dumpf; wir suchten daher alsbald das Weite. Schade, daß der biedere Sachse im D-Zuge nicht mehr bei uns war! Wir hätten ihm ein neues Feld der Volkserziehung gezeigt. — Zur Einführung. Wir wollen das Entstehen des neuen Abschnittes rein methodisch erklären u. zw. aus dem Bedürfnisse heraus. Im Jahrhundert despapieres hat jedes Volk, jeder Beruf und jede Berufsschule eine Vertretung in der Presse. Nur die Lehrerbildungsanstalt bleibt ausgeschaltet, soweit es sich um ihre Jünger handelt. Sollen diese von der Schulbank schnurstraks ins Leben hinaus, ohne mit dem Milieu der Zeit und mit dem ihres zukünftigen Amtes durch ein Lehrerblatt vertraut gemacht worden zu fein? Erscheint es nicht geboten, daß der Blick des Kandidaten über die Mauern der eigenen Anstalt gleite, daß er das Streben und Weben im Lehrberufe verfolge und daß sich bereits der Zögling als Glied in einem großen (Organismus fühle. Unsere Bildungsanstalten stehen isoliert im Reiche wie die Burgen auf den Höhen, statt daß ein gemeinsames Band sie umschlösse. Es genügt nicht, daß der junge Mann vom Getriebe im Staate hört, daß er in der Bürgcrkunde Bescheid weiß und den Widerhall von all den Bewegungen im zukünftigen Berufe ab und zu, gerade nur gelegentlich, leise vernimmt, sondern es ist vonnöten, daß er mit einem Fuße in der Fachschule, mit dem ändern in der Lebensschule stehe, auf daß der Übergang nicht jäh erfolge und die Wirklichkeit nicht allzu nüchtern auf den Ankömmling einwirke. Dieses Moment hat die im Amte stehenden Kollegen schon lange beschäftigt und zu dem plane einer Kandidaten-Zeitung geführt. Ein Versuch, der nicht genügend vorbereitet worden war, mißlang; daher wagte es niemand mehr, den Gedanken aufzugreifen. Wenn ich ihn fasse, so entspreche ich damit erstlings einem vielfach geäußerten Wunsche, zweitens der Billigkeit, wornach es die vielen Anstalten und ihre Zöglinge, so sie bereits seit Jahren Abnehmer der „Bl." sind, fordern können, auch ihnen ein Plätzchen zu gönnen. Dabei gebe ich mich der Hoffnung hin, daß gerade die „Blätter für den Abteilungsunterricht", die sämtliche Kategorien der Lehrerschaft verknüpfen, es vermögen werden, zum großen Leserkreise noch den fehlenden Teil unserer künftigen Amtsgenossen zu schlagen. Der Einführung kann nichts im Wege stehen, haben doch verschiedene Schulbehörden das k. k. Ministerium für Kultus und Unterricht, mehrere k. k. Landesschulräte, zahlreiche k. k. Bezirksschulräte die durchaus unpolitische, rein methodische Zeitschrift, die sich in ausgesprochener Selbständigkeit von Jahr zu Jahr entwickelt, wiederholt zur Anschaffung empfohlen. Soll nun ein Fachblatt dieser Art in jener Stätte keinen Platz finden, wo des Standes Blüte gepflegt wird? Das Streben, auf die Lehrerbildungsanstalten überzugreifen, entspringt lediglich der Einsicht, daß eine Führung von der Schule ins Berufsleben unerläßlich ist; ein geldlicher Gewinn ist völlig ausgeschlossen, da die Zeitung den Lchramtszöglingen zum halben Preise (3 K für das Jahr), darnach weit unter den Herstellungskosten abgegeben wird. Nur der steigende Zuspruch aus den Kreisen der Lehrerschaft hat diese Herabminderung der Bezugsgebühr möglich gemacht. — Was die besondere Rücksichtnahme auf die Belange der zukünftigen Volksbildner betrifft, so wird diese von Fall zu Fall in der mit dieser Nummer der „Bl." gekennzeichnete Form erfolgen. Vornehmlich soll eine Verbindung von Anstalt zu Anstalt angebahnt und dem Maturanten die Zukunft des Berufes in voller Wirklichkeit nahegerückt werden. Die Kandidaten werden daher eingeladen, einerseits über Vorkommnisse, soweit sie von allgemeinem Interesse sind, Bericht zu erstatten und mit Anfragen nicht zurückzuhalten, die erfahrenen Kollegen aber gebeten, den Studiosen mit Rat zur Seite zu stehen. Mir können nicht Zusehen, daß die uns fremd sind, denen mir nach einigen Monaten die £)anb zum Gruße bieten. Das Leben ist zu weit, als daß man es mit einem Blick übersehen könnte. „Vom Einfachen allmählich zum Zusammengesetzten!" Das lehrte einer der Größten unseres Standes, dem die Naturgemäßheit über alles ging. Dieser Forderung als Pädagoge auch in der eigenen Bildung gerecht zu werden, ist Pflicht. Darum ist die Londerbeilage „Blätter für Lehramtskandidaten" geschaffen worden. — Die Schriftleitung der „Bl." für L.-K. Neujahrsbrief an einen Lehramtskandidaten. Mein lieber Sohn! M., am 28. Dezember 1911. Es war wohl auch für uns alle überaus schmerzlich, Dich am Weihnachtsabende nicht in unserem Kreise gehabt zu haben. Allein, wer kann helfen! Die Teuerung ist so groß, daß ich Dir das Reisegeld nicht schicken konnte. Tröste Dich, übers Jahr, da bist Du Lehrer, und kannst schon vom Selbstverdienten zu Deinen Eltern und Geschwistern kommen. Es wird zwar auch schmal zugehen, denn das Einkommen der Anfänger ist klein; ich hoffe aber, daß Du einen Nebenverdienst findest und Dir dann etwas zur Seite legen kannst. Daran sollst Du schon jetzt denken, d. h. Du sollst Dich fürs Leben rüsten. Die Stadt bietet Gelegenheit, Dir allerlei zueigen zu machen, was draußen verwertet werden kann. Vielleicht kannst Du auf billige Art das Zitherspicl erlernen. Es gibt Vereine, die den Unterricht unentgeltlich erteilen lassen. Frage nach! Auf dem flachen Lande wird das Instrument sehr geschätzt. Hast Du einmal die Anfangsgründe inne, so kannst Du Dich in stillen Stunden selbständig fortbilden. Ein Klavier wirst Du im Dorfe kaum zur Veifügung haben, die Geige allein ist leer; da wird Dir die Zither sehr gefallen, denn sie bietet Melodie und Vollklang. — Soviel ich weiß, wird auch der Unterricht in der Stenographie von Vereinen kostenlos erteilt. Wenn dem so ist, greif zu! Heutzutage braucht man die Schnellschrift. — Und da der Karneval naht, bedenke, daß Du nächstes Jahr um diese Zeit als Berufsmann mitten in der Gesellschaft siehst. Da heißt es, mit den Manieren und Regeln des feinen Umgangs vertraut zu sein. Die 1. Direktion wird es sicherlich gestatten, daß Du an einem diesbezüglichen Bildungskurse teilnimmst, auf daß Du über Jahr undTagnicht ungelenk in einer Ecke stehst und das Objekt des Spottes wirst. Merke, heutzutage kommt auf die Art, wie man sich gibt, sehr viel an! Trifft sich also die Gelegenheit zur Ausbildung, so erwirke bei der 1. Direktion die Erlaubnis zur Teilnahme. Fällt es mir auch schwer, so will ich Dir zu dem Zwecke dennoch das Geld senden, weil ich die Wichtigkeit eines weltmännischen Benehmens täglich erkennen muß. — Versäume auch nicht den Besuch guter Theaterstücke und vornehmer Konzertei Du wirst vielleicht Dein Leben lang von den Genüssen zehren müssen. Überdies soll ein junger Mann über die Kunst reden können. — Bei allem darfst Du jedoch nicht Deines Berufsstudiums vergessen. Wüßte ich nicht, daß Du ernst genug bist, das Vergnügen der Pflicht hintanzustellen, ich hätte Dich nicht zu all dem Angeführten ermuntert. Die Schule bleibt obenan! Das gelte Dir jetzt und später als Leitgedanke! Wie müßtest Du es bedauern, wenn Du einmal allein im weltentlegenen Dorfe draußen Dich fortbilden willst, daß Du die Zeit des Lernens nicht voll ausgenützt hast! Gerade im vierten Jahrgange läßt sich noch so manches erobern, was in den früheren Jahren entweder nur halb erfaßt oder überhört wurde. Der Stoff wird nunmehr aufgefrischt, zusammengedrängt und methodisch geformt. Dadurch erscheint er plastisch, dadurch erst so recht interessant. Bedenke: Bücher werden Dir niemals den Lehrer ersetzen können! Wer wird draußen den Zweifel beheben, wer Klarheit schaffen? Heute braucht es nur ein Wort an den H. Professor und Du bist über alles im reinen. — Mach Dir auch in der Übungsschule viel zu schaffen! Die Praxis geht über alles. Du wirst schon in den ersten Wochen Deines selbständigen Wirkens in hundert Zweifel kommen. Baue vor, indem Du nach Möglichkeit mit den Herren Übungsschullehrern in Beziehung trittst. Sie waren ja selbst einmal das, was Du bist; darum werden sie Deinem Eifer entgegenkommen. — Ich weiß nicht, ob die Vorschriften der Anstalt die Teilnahme an einer Lehrerversammlung gestatten. Ist es der Fall, so solltest Du an den Beratungen der zukünftigen Kollegen teilnehmen, um in das wirkliche Schulleben Einblick zu gewinnen, ehe Du in dasselbe trittst. Natürlich mußt Du Dich vor der Teilnahme an einer solchen Versammlung bei der 1. Direktion melden. Ist Dir die Erlaubnis zuteil geworden, so hüte Dich, in der Versammlung etwa vorlaut zu sein. Es mag ja in der Pädagogik manches geben, was veraltet und theoretisch abgetan ist; deswegen darf jedoch über den, der aus der Praxis heraus spricht, nicht gelächelt werden. Nichts ist widerlicher, als wenn junge Leute, die noch nicht eine Stunde im Berufe gestanden sind, sich vordrängen und ergraute Lehrer unterweisen wollen. Sollte der Besuch einer Lehrerversammlung nicht möglich sein, so wird der einer Bezirkslehrerkonferenz sicherlich gestattet werden. — Mein lieber Sohn! Von den Ratschlägen genug für heute; nun kommen die Wünsche. Nach wenig Monaten bist Du Lehrer, der Kollege Deines Vaters. Was wünsche ich Dir da mehr, als daß Dich der Beruf, den Du Dir frei gewählt hast, voll befriedige! Es gibt ja in ihm vieles, was ganz außerordentliche Kraft und Ausdauer erfordert, aber auch so manches, das den idealdenkenden Vertreter über alle Kümmernisse hinwegtäuschen kann. Höre nicht auf jene, die nur das Schlechte hervorkehren und immer und immer wieder raisonieren 1 Bedenke, daß nur die Liebe zur Sache tüchtige Erfolge zeitigt und daß nur diese hinwiederum es vermögen, dem Stande Ansehen, größere Wertschätzung und damit größere Besoldung zu bringen. Rüste Dich daher mit Kenntnissen und mit Begeisterung! Wenn ich Dich dann als glühenden Jünger Pestalozzis vor mir sehe, wenn ich höre, daß Du Dein Bestes an Deinen Beruf setzest, dann kann ich es mit Stolz sagen: Das ist mein Sohn, mein wackerer Sohn! — Mit den besten Segenswünschen tritt ein in das neue Jahr, in das letzte Jahr Deines Studiums! Werde als Lehrer glücklich! Das wünscht Dir von ganzem Herzen Dein besorgter Vater. Kleine Nachrichten. 1.) Haben Lehrersubstituten Anspruch auf die Wehrbegünstigung nach §50 der Wehrvorschriften? In einem Falle hat die k. k. Bezirkshauptmannschaft in D. im Einvernehmen mit dem k. k. Ergänzungskommando Nr. 74 dem Lehrersubstituten H. in N. in Böhmen die Wehrbegünstigung nach § 32 des W. G. aus dem Grunde nicht anerkannt, weil H. dem nach § 50 ad 3 W. V. geforderten Nachweis nicht beigebracht hat. § 50 ad 3 der W. V. fordert von den die Wehrbegünstigung anstrebenden, den Volks- und Bürgerschulen angehörigen Unterlehrern und Lehrern das Zeugnis der Reife oder das Lehrbefähigungszeugnis und das Dekret der Schulbehörde über die provisorische oder definitive Anstellung. H. ist im Besitze eines Reifezeugnisses und war im Zeitpunkte der Geltendmachung seines Anspruches auf die im W. G. vorgesehene Begünstigung als Substitut an der öffentlichen Volksschule in N. angestellt, worüber er sich mit dem Dekrete des zuständigen k. k. B. Sch. R. auswies. In diesem Dekrete wurde aber seine Anstellung unter Weglassung des Wortes „Lehrer“ als eine zur „aushilfsweisen Dienstleistung“ definiert. Hätte das Dekret gelautet auf eine Anstellung als „substituierender Lehrer“, so wäre wahrscheinlich die Abweisung nicht erfolgt. Um nun H. die im Rekurswege nachgesuchte Wehrbegünstigung zu erwirken, wurde vom zuständigen k. k. B. Sch. R. die amtliche Bestätigung der Verwendung als „substituierender Lehrer“ gegeben. Doch hat auch die k. k. Statthalterei in P. aus den gleichen Gründen der Entscheidung der I Instanz dem Rekurse keine Folge gegeben. Dem Beschwerdeführer wurde aber freigestellt, sein Ansuchen um Zuerkennung der Wehrbegünstigung zu erneuern, was er auch tat, worauf ihm diese zuerkannt wurde. (Der Fall mahnt zur Vorsicht. D. Sch.) 2) Statistik. In Österreich bestehen dermalen 69 Lehrerbildungsanstalten. Im abgelaufenen Schuljahre wurden sie insgesamt von 11.735 Zöglingen besucht. — Die Zahl der Lehrerinnenbildungsanstalten übertrifft die der Lehrerbildungsanstalten um 8, die Besucherzahl ist indes um 1067 kleiner. Auf eine Lehrerbildungsanstalt entfallen 170 Zöglinge, auf eine Lehrerinnenbildungsanstalt rund 140. 3) Stellenlosigkeit. Von allen Seiten kommen Klagen, daß selbst Kandidaten mit Vorzugszeugnissen nach Vollendung der Studien zuhause bleiben oder sich vom Berufe abwenden müssen, weil es an freien Posten fehle. Die Ursache hievon liegt weniger in dem tatsächlichen Mangel an Stellen als vielmehr in der unzureichenden Information. Jeder will möglichst nahe der Heimat ins Nestchen schlüpfen. Der enge Horizont steht dem modern gebildeten jungen Lehrer schlecht an; man muß den Mut haben, in die Fremde zu wandern. Mehr darüber demnächst einmal. Heute sei nur das mitgeteilt: Wer nicht das Nachsehen haben will, melde sich beizeiten (unter Anschluß des Zeugnisses über das erste Semester) bei dem k. k Bezirksschulräte, in dessen Bereich er kommen will. Im übrigen sei mitgeteilt, daß die „Bl.“ gegen Schluß des Schuljahres einen Kontakt zwischen Inspektoren und Lehramtskandidaten behufs Stellenbesetzung einleiten werden. — Herausgeber und verantwortlicher Schriftleiter: Stubolf G. Peer; — Druck von Josef Pavlicek in Gottfchee Unsere Verlagsschriften. »■) 230 praktische Rechenaufgaben, wie Sie das __________________________________________ Leben bietet und das Leben braucht. (Preis 1 K.) Es sind nur wenige Exemplare noch am Lager. Zu einer Neuauflage werden wir uns nicht entschließen, da der Abschnitt in den „Blättern“ fortgeführt wird. — 2.) Das Zeichnen nach der Natur in der Landschule. 3. Auflage. Preis I K 50 h, geb. 2 K. Die Schrift kennzeichnet den Mittelweg, auf dem sich die Reformer getroffen haben. Die Theorie wird an einem Beispiele entwickelt und führt sodann zur Praxis über. Lehrplan, Lehrbehelfe, Stundenbilder, stufenmäßiger Aufbau, Stoffsammlung. Für Prüfungskandidaten unentbehrlich; für den Lehrer an Landschulen ein „gemäßigter“ Führer. — 3) Lehre sparen I 40 h. Ein Muster für eine Unterrichtslektion nach modernen Grundsätzen. Die Einrichtungen für das Sparen werden methodisch vorgeführt. — 4.) Anleitung zur Ausarbeitung von Prüfungsthemen. 40 h. Grundsätze, auf drei Beispiele angewendet. — 5.) Kreuz und quer von Schule zu Schule. 2. Aufl. 1 K 50 h, geb. 2 K. Eine Schuireise durch Kärnten, Steiermark und Salzburg. Die ]verschiedensten modernen Einrichtungen werden in der Form von Erzählungen und Schilderungen vorgeführt. — 6.) Talaufwärts von Schule zu Schule. 3. Auflage. 3 K. Elegantes Bändchen, Bildschmuck. Für jene, die „Talaufwärts“ in 1. oder 2. Auflage besitzen, wird „Die Reise nach 7 Jahren“ besonders interessant sein. Es wird in dem Abschnitte die Wirkung der getroffenen Einrichtungen geschildert. Für Anfänger im Lehramte ist „Talaufwärts“ ein Mentor. — 7.) Die Heimatkunde im Dienste der Volkswohlfahrt. 1 K. Eine sozialpädagogische Studie. Die Gestaltung der Heimatkunde im Sinne der Konzentration und Nationalökonomie bildet einen Unterrichtsgegenstand von besonderer Wichtigkeit. Der moderne Pädagoge wird sich durch die Broschüre in das Streben der Neuerer^einführen lassen. * V. 75 Auszeichnungen! Gegründet 1790. 75 Auszeichnungen! L.&C.Hardtmuths I F» I I Ml L.&C.Hardtmuths Kohinoor I Ag I a Hm fiTmllTn Farbstifte.... .. Zeichenstifte U> I IUI UIIIIUIII ... Pastellstifte Schulstifte etc, WIEN I. BUDWEIS Farbige Kreiden Für Schulzwecke nerkannt bestes Fabrikat. Durch jede Papierhandlung zu beziehen. = HANS MÜLLER = Schönbach, Böhmen « « feinste « « Solo- und Orcbtsttrvioliuen. Gute Violine samt Holzetui, Bogen, Schule, Stimmpfeife, Reservebezug etc. franko 15, 20 K. Feine Solo-Violine samt feinstem Zubehör 30, 40, 50 K franko. Den Herren Lehrern liefere ohne Nachnahme auch zur Ansicht und Probe, ohne Kaufzwang. Teilzahlungen gestattet. Garantie: ZurücknahmeI Kataloge frell Reparaturen kunstgerecht und billigst. Das seelen- und gemütvollste aller Hausinstrumente: Harmoniums mit wundervollem Orgeftonv on 46 Mark an Illustrierte Preiskataloge gratis. ALOYS MAIER, Hoflief., FULDA Prospekte auch über den neuen Harmonium-Spielapparat (Preis mit Notenheft von 270 St. nur 35 Mark mit dem jedermann ohne Notenkenntnis sofort vierstimmig Harmonium spielen kann.) flnrtikr-farben Ältestes und bestes heimisches Erzeugnis für flguarell-Cempera- « « malere) und für Schulen. « sind nach dem Urteile erster Fachautoritäten das vollkommenste Fabrikat und unerreicht in Feuer, Lichtechtheit, Reinheit und Mischbarkeit des Tones. (Golddrach.), tiefschwarz, dünnflüssig, unverwaschb. Anreiter-Tuschen L Anreiters Sohn, Wien VI I kais. und königl. Hoflieferant. Gegründet 1836. Telephon 1189. Überzeugen Sie sich ! Musikinstrumente, Bestandteile, Saiten, Reparaturen besser und billiger als anderwärts. Spezialität: Komplette Violin-Garnituren für Schüler und Anfänger, bestehend aus eirer entsprechend guten Violine, gefüttertem Holzetui, gutem Bogen, Kinnhalter, Kolophonium, Stimmpfeife, Dämpfer, Reservesteg, Reservebesaitung in Blechdose, auf Wunsch auch Schule zu K 12, 15, 18 und 20. — Feine Orchester-Konzertviolinen, starke Tonfülle, besseres Zubehör K 25 bis 30. Feine Künstler-Solo-Violinen, gebaut nach alten Modellen, mit starker, edler Tonfülle, samt feinem Ledertuch-Form-Etui mit Nickelspringer, feinem Fernambukbogen, gestickter Staubschutzdecke und übrigem feinen Zubehör K 40 und 50. Feinste Solo-Violinen, Violas und Celli K 60, 80, 100 bis 200. Auf Verlangen Auswahlsendung ohne Nachnahme. Gewähre vierzehntägige Probezeit; bei Nichtkonvenienz nehme anstandslos zurück, somit riskiert bei mir kein Besteller etwas. Gestatte auch bequeme Monats-Teilzahlungen. Violinen (ohne Bogen von K 4 aufwärts), Zithern, Guitarren, Mandolinen, Mandelas, Lauten in jeder Ausführung, ferner beste, tonreine Klarinetten, Flöten, Blechinstrumente, Trommeln, Ci-nellen, Harmonikas usw. Akkordangeber für Gesangvereine mit allen Dur- und Mollakkorden Kunstvolle Reparaturen. nur K 3"25' Saiten-Spezialitäten. Johantl Klier, Musikinstrumenten - Erzeugung Steingrub bei Eger (Böhmen). Verlangen Sie neuesten Kataog! Eintausch und Kauf alter, wenn auch defekter Streichinstrumente. TltlCffoCC Stauböl zur Imprägnierung der UHplIVPP Fußböden gegen Staub. Ktrmit Fegemittel zurstaublosen Reinigung von lackierten oder eingelassenen Holzfußböden, Stein, Zement etc. Eolmol Bygiea Urinöl zur Geruchloshaltung von Pissoirs. Staubtücher, imprägniert zur staublosen Reinigung von Möbeln und Fußböden. Offerte auf Wunsch. — Beste Referenzen. A. Lennar Inhaber der Dustless Oil u. Rai nt Co., G. Hartmann u. Co. Wien VI/2, Anilingasse 2 (Mollardgasse 43). Lieferant der meisten Mittelschulen in Österreich, Lehrerbildungsanstalten; Fachschulen, Volks- und Privatschulen. Staatliche Humanitätsanstalten, Gerichte, Ämter. Unsere Verlagsschriften. 1> 230 praktische Rechenaufgaben, wie sie das ______________________________________ Leben bietet und das Leben braucht. (Preis 1 K.) Es sind nur wenige Exemplare noch am Lager. Zu einer Neuauflage werden wir uns nicht entschließen, da der Abschnitt in den „Blättern“ fortgeführt wird. — 2.) Das Zeichnen nach der Natur in der Landschule. 3. Auflage. Preis 1 K 50 h, geb. 2 K. Die Schrift kennzeichnet den Mittelweg, auf dem sich die Reformer getroffen haben. Die Theorie wird an einem Beispiele entwickelt und führt sodann zur Praxis über. Lehrplan, Lehrbehelfe, Stundenbilder, stufenmäßiger Aufbau, Stoffsammlung. Für Prüfungskandidaten unentbehrlich; für den Lehrer an Landschulen ein „gemäßigter“ Führer. — 3) Lehre sparen I 40 h. Ein Muster für eine Unterrichtslektion nach modernen Grundsätzen. Die Einrichtungen für das Sparen werden methodisch vorgeführt. — 4.) Anleitung zur Ausarbeitung von Prüfungsthemen. 40 h. Grundsätze, auf drei Beispiele angewendet. — 5.) Kreuz und quer von Schule zu Schule. 2. Aufl. 1 K 50 h, geb. 2 K. Eine Schuireise durch Kärnten, Steiermark und Salzburg. Die j verschiedensten modernen Einrichtungen werden in der Form von Erzählungen und Schilderungen vorgeführt. — 6.) Talaufwärts von Schule zu Schule. 3. Auflage. 3 K. Elegantes Bändchen, Bildschmuck. Für jene, die „Talaufwärts“ in 1. oder 2. Auflage besitzen, wird „Die Reise nach 7 Jahren“ besonders interessant sein. Es wird in dem Abschnitte die Wirkung der getroffenen Einrichtungen geschildert. Für Anfänger im Lehramte ist „Talaufwärts“ ein Mentor. — 7.) Die Heimatkunde im Dienste der Volkswohlfahrt. 1 K. Eine sozialpädagogische Studie. Die Gestaltung der Heimatkunde im Sinne der Konzentration und Nationalökonomie bildet einen Unterrichtsgegenstand von besonderer Wichtigkeit. Der moderne Pädagoge wird sich durch die Broschüre in das Streben der Neuerer'einführen lassen. V. 75 Auszeichnungen! Gegründet 1790. 75 Auszeichnungen! L&C.Hardtmuths | mw II L.&C.Hardtmuths Kohinoor I Aal HQri|T|T|||T|l Farbstifte.... .. Zeichenstifte VX UellUI U1MIU1II ... Pastellstifte Schulstifte etc. WIEN I. BUDWEIS Farbige Kreiden Für Schulzwecke nerkannt bestes Fabrikat. Durch jede Papierhandlung zu beziehen. ===== HANS MÜLLER = Schönbach, Böhmen « « feinste « • Solo- und Orcbtsttroiolinen. Gute Violine samt Holzetui, Bogen, Schule, Stimmpfeife, Reservebezug etc. franko 15, 20 K. Feine Solo-Violine samt feinstem Zubehör 30, 40, 50 K franko. Den Herren Lehrern liefere ohne Nachnahme auch zur Ansicht und Probe, ohne Kaufzwang. Teilzahlungen gestattet. Garantie: Zurücknahme! Kataloge frei! Reparaturen kunstgerecht nnd billigst. Das Seelen- und gemütvollste aller Hausinstrumente: Harmoniums mit wundervollem Orgeltonv on 4ö Mark an Illustrierte Preiskataloge gratis. ALOYS MAIER, Hoflief., FULDA Prospekte auch über den neuen fjarmonium-Spielapparat (Preis mit Notenheft von 270 St. nur 35 Mark mit dem jedermann ohne Notenkenntnis sofort vierstimmig Harmonium spielen kann.) flnrtittr-Tarben Ältestes und bestes heimisches Erzeugnis für Hquarell-tempera- « «« malerei und für Schulen. « Anreiter-Tuschen sind nach dem Urteile erster Fachautoritäten das vollkommenste Fabrikat und unerreicht In Feuer, Lichtechtheit, Reinheit und Mischbarkeit des Tones. (Golddrach.), tiefschwarz, dünnflüssig, unverwaschb. I. Anreiters Sohn, Wien VI-1 kais. und königl. Hoflieferant. Gegründet 1836. Telephon 1189. Überzeugen Sie sich ! Musikinstrumente, Bestandteile, Saiten, Reparaturen besser und billiger als anderwärts. 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Lieferant der meisten Mittelschulen in Österreich, Lehrerbildungsanstalten;1 Fachschulen, Volks- und. Privatschulen. Staatliche Humanitätsanstalten, Gerichte, Ämter. Was fassen unsere Knaöen und Mädchen lesen? limetld Empfohlen vom k. k. Ministerium für Kuttus und Anterricht Vdieri-ennd UCimUK JNMgim. pom 23_ inär3 ,9U| Z. u.359i unb com hohen li. fl. Landesschulrat« in Böhmen vom (2. Jänner 19^0, Z. 323. — Bronzene Medaille von der Ausstellung „Die Itinbcrmclt" zu St. Petersburg (90<(. Goldener Ausstellungspreis von der „DentschböHitiischen Ausstellung in Reichenberg yo6. — preis des Jahrganges ((2 Lfefte) 4 K 80 h, des halben Jahrganges (s Hefte) 2 K (0 h. TÜI* empfehlen wir besonders die im preise herabgesetzten früheren Jahrgänge rur -ciniieroncnereien it 3tl,_ in prachtt,anb gebunden z» je» k so b wb, (90^ und 1905, in Halbbänden gebunden zu demselben preise; ferner einzelne Halb Jahrgänge von (698, (900, (902, (90-(, (905, (907 und (909, soweit der Vorrat reicht pro Halbbano ( K 60 h bei freier Zusendung. Bestellungen sind zu richten an die Verwaltung „Österreichs deutscher Lugend" lleidjettberg, Söhmen. Die Wirlschastsaöteitung des Deutschen Landesteyrervereines in Wöhmen, Weichenöerg, diese besorgt: 1. Den Einkauf von Hemmstoffen. 2. Den Einkauf von Damenkleiderstoffcn. 3. Den Einkauf von Leinen-, Baumwoll- und Schaffwollstoffen sowie Herren und Damenwäsche. 4. Den Einkauf von neuen und überspielten Flügeln und Pianinos. 5. Den Einkauf von Nähmaschinen für Hausbedarf und für Schulen. 6. Den Einkauf von Gold- und Silberwaren. 7. Vermittlung beim Bezüge van Zeitungen. 8. Den Einkauf von Streichinstrumenten und Saiten. 9. Den Einkauf von Porzellan- und Gebrauchsgeschirr, den Einkauf v. Schreibmaschinen. 10. Vermittelt die Unterkunft im Erholungsheim u. Sommerfrischen. Bei Bestellung von Mustern für Damenkleider ist anzuführen, ob der Stoff glatt oder gemustert, hell oder dunkel sein soll, ob ein praktisches oder elegantes Modekleid gewünscht wird. Bei Waschstofscn teile man mit, ob sie für Kleider oder Blusen gebraucht werden, ob Wollmousselin, Battist, Altlas-Satin, Sephir, Waschköper oder nur Waschkotton gewünscht wird. — Bestellungen sind nicht in die Muster hineinzulegen, sondern direkt an die Wirtschaftsabteilung zu leiten. Die Mustersendungen sind unbeschädigt zurückzuschickcn. Die freie Zusendung der Postpakete erfolgt bei einer Bestellung im Betrage von mindestens 40 K. Die W.-A. trägt die Auslagen für Mustersendungen und Rechnungsstempcl. Anschrift; Wirtschaflsabtcitnng des Landeslehrervereines in Nähmen, Iteichcnüerg. Dr ZchoenW's Aquarellfarben * zeichnen sich anerkanntermaßen aus durch Leuchtkraft, Aeinljeit, Wischfähigkeit. * Dr Tr. Seboenfeld z * Malerfarben- und MaltucbfabrlR in Düsseldorf. Niederlagen in allen einschlägigen Geschäften. Die Zukunft der Tamilie wird für den Fall des frühzeitigen Ablebens des Oberhauptes am wirksamsten 'sichergestellt durch die Lebensversicherung; diese betreibt der Erste aligem. Beamtenverein der österr - ung. Monarchie in allen möglichen Kombinationen nach den Grundsätzen der Gegenseitigkeit. Die Versicherungsbedingungen des Beamtenvereines sind anerkannt vorteilhaft, die Prämien mäßig. Auszahlungen fälliger Kapitalien erfolgen sofort und ohne Abzug. Versicherungsstand Ende 1910 . 208 Millionen Kronen Vereinsvermögen Ende 1910 . . 75,700.000 Kronen Ausbezahlte Versicherung seit Beginn der Vereinstätigkeit . . 107 Millionen Kronen Für humanitäre Zwecke verausgabt 3 Millionen Kronen. Nähere Auskünfte erteilt bereitwilligst und kostenfrei die Zentralleitung des Ersten allgemeinen Beamtenvereines der österr.-ung. Monarchie Wien I., Wipplingerstraße Nr. 25. K. u. k. Hof- E Kartogr.-Anstalt G. Freytag & Berndt, Wien, VII Inhaber: G. Freytag. Rothaugs Schulatlanten und Schulwandkarten ergänzen sich in vollkommenster Weise. Die Karten der Atlanten sind getreue Abbildungen der Wandkarten und umgekehrt. Rothaugs Schulatlanten Sämtlich approbiert, zeichnen sich vor allen ändern durch schön gearbeitete große Kartenbilder aus. Jede Karte aus jedem Atlas ist auch einzeln zu haben Oeogr. Bürgerschul-Atlas. 2., erweit. Aufl., 41 Kartens., eleg. geb. K 3 50 Nach Anlage und Ausführung der beste, schönste und praktischeste Atlas für Bürgerschulen. Oeogr. Volksschul Atlas für 4- bis 6kl. Volkssch. 20 Ktnstn., geb. K 1 50 Ausgaben für alle Kronländer. Oeogr. Volksschul-Atlas für 1- bis 3 kl. Volkssch. 11 Kartenseiten . . . . geb. 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