Echriftleitu-s: ftetfcaMüfc Hr. S. Icttrtn Ih. «. «»r,ch«»»»e U«N» (all nh4» fcct e«na> ». lun-to«< m u-ta n*t m» laHUgdcv uwtlih ?>»-raMau it*t MrMMitat mnt Ml RtUMlinnj m;l «cw^tu ■« ka tlBiat Itft-Wln «fMU,rrn najt»w. 8« SMdtelintra Va*- C* .Conti «ntf Rl«(» atttaw q,»» «»««!»« t»t*M HU Verwaltusg: Mftttzraffafft Wr s T riffln Ib. XI, htnulti . •» »flWI#«* «»,« »It *»•«« : McTttllBkn« . . . » • * fidMHcU . . . . K 6-4* «•nttttti«. . . .« IS'» ««• tfllll »» galMtex M (utt WonatNA , . . , I l --■iMM . . . K r- aP ....**— Iftti« ... * W-MM ■«»!«» H Mt ®«|S8»ict)S&t«r. am Miitttiti jfrtlrllittBll •**<"'*««» rtii«dni(ti n*nn«iti)i* geltes M< |tt Nr. 27 Eilli, Mittwoch den 4. April ,917. 42. Jahrgang. Gegen die PreiStreiber. I Eine neue kaiserliche Verordnung ist erschienen, sie {tut wieder einmal den Zweck, den Auswüchse» deizukommen, die sich während deß Kriege» aus dem Gedielt des Handels mit Bedarfsartikeln so üppig wuchernd herausgebildet haben. Eine lange Reihe von Verordnungen vorher hat schon den PreiStrei-bern und Kriegswucherern beikommen wollen. Sie habe» ihren Zweck nicht erreichen können. Ju der amtlichen Erklärung der jüngsten Verordnung wird u»ter Beziehung aus die bereit» erschienenen Verordnungen folgendes gesagt: .Die Preistreiberei aber hat solche Formen angenommen und einen derartigen Umfang erreicht, daß eS unerläßlich erschien, ihr wirksamer entgegenzutreten, al» r* nach den bisher! gen Vorschriften möglich war.* Damit ist wohl da? 'chärfste Urteil über die unter dem Sammelworte Preistreiberei zu fassenden Erscheinungen in unserem öffevtlichen Leben gesprochen. Di« Gesetzgebung selbst muß erklären, daß sie sich vor etwaS ganz Neuem sah, dem beijutommeil so leicht nicht war. Jetzt zu Ende deS dritten KriegSjahreS wird neuerlich ein Versuch unternommen, jenen Schurken im Hinterlande deizukommen, die die Not anderer nützen, um sich zu bereichern, snr die der Krieg, in dem eS um Bestand d:S Reiches, um Wohl u»d Gedeihen aller Völker geht, nichts andere» ist al» ein« günstige Gelegenheit für Geschäftemacher«, die überreichen Gewinn abwirft. Nichis im Verlaufe all der Erscheinungen, die der Krieg uns brachte, nicht» »on den Erschwerungen des Leben» und von den Lasten, die uns der Krieg auferlegte, hat so sehr die Stimmung gewiikt ol» der Eigennutz der s»genannlcn PreiStreiber und Kriegswucherer, die Machenschaften der Händler, deren ganze» Sinnen and Trachten daraus gerichtet war und ist, alle», »«» da» Volk daheim znm Leben notwendig hat, zu verteuern, zum Gegenstaude wucherischer Prosit-gi«r zu machen. Zeder Versuch, der Preistreiberei deizukommen, ist in der breiten Öffentlichkeit mit lebho'tem Beifall begrüßt worden und jeder Fehl-schlag wurde um so bitterer empfunden. Nun liegt eioe kaiserliche Verordnung vor, die eine Zusammen-falfung aller bisherigen Ersahrungen darstellt und dei PrelStreiderei auf der ganzen Linie an deu Leib zu, rücken sucht. Schon z« Beginn des Krieges hat der Oberste Gerichtshof durch eine Entscheidung den Begriff Preistreiberei festgestellt. Diese Feststellung war leb« h«ft zu begrüßen. Zum erstenmale wurde -in Lehr-smtz der Handelspolitik, an dem niemand zu rütteln w,agle, weil sich „der älteste Jude nicht erinnern komnte, daß eS >emals anders gewesen wäre,' um-zeestoßru. Nur Angebot nnd Nachsrage sollten nach dern Ansichten der Volkswirte seit Abrahams Zeiten füir die Frage der Preisbildung ausschlaggebend sein. Zju Beginn des großen Weltkriege» entschied nun deer isterr. Oberste Gerichtshof, daß bei der Beurteilung doer Frage, ob offenbar übermäßige Preise gefordert »»erden, nicht der Marktpreis schlechthin als Ber-glleichsmaß genommen werden darf, fondern der vom BZerkiuser erzielte Nutzen, welcher den bürgerlichen (Mewinn nicht übersteigen darf. Das war so eine eiiivsache, klare Feststellung eines Begrifft», daß sie jettermann einlkuchten mußte. Jenen allerding« nicht, dme sich bisher unter der Geltung des Lehrsätze» von Nachfrage und Angebot so überaus wohl gefühlt hqatten. Die jüngste kaiserliche Verordnung knüpft nvun an diese Entscheidung des Obersten Gerichts-h«,fe» an und nimmt sie zur Richtschnur für ihre VSerfSgungen gegen die Preistreibereien. Daß dann nicht bloß da« Fordern übermäßiger PPreise, sondern auch die Erzielung übermäßiger Preise ohne Forderung, somit der Verkauf zu einem zikibermäßigen Preis» überhaupt, also selbst dann. wenn derselbe durch ein Anbot de« Käufer» erzielt wurde, strafbar erklärt wird, ist die folgerichtige Anwendung deS von der kaiserlichen Verordnung an-genommenen vom bisherigen abweichenden Grund-satze. Gerade diese Bestimmung ist geeignet, gründlich Wandel zu schaffen. Die PreiStreiber, die unter dieses Kapitel gehören, gehen auf offenem Markte herum. Diese PreiStreiber verkünden alltäglich i» den Blittern ihr preiStreiberische» Borgehen, stellen sich selbst an den Pranger — die notleidende und unter dem Kriege so arg seufzende Bevölkerung emp-findet es wenigstens als eine Art Prangerstellung — «der sie tun fo, als ob ihre Handlungen völlig im Einvernehmen nicht bloß mit den gesetzlichen Be-ftimmungen, sondern auch mit den Verhältnissen der Zeit wären. Wenn da eine Aktiengesellschaft einen größeren Reingewinn in einem Jahre anSweist als ihr ganze» Aktienkapital ausmacht, wenn sie nach all den sogenannten Abschreibungen und Rücklagen einen 30-, 40 und 50prozentigen Reingewinn an ihr« Aktionär« und Millionen Tantiemen an ihre BerwaltuagSrätt zahlt, fällt das nach Sen Bestim-münzen der jüngsten kaiserlichen Berordnunz nicht vollständig unter den Begriff verbrecherische Preis-treiberei? Jetzt wird auch daS Wort „Verbrechen" genannt, wenn »on PreiStreibern die Rede ist und die Gefängnisstrafe gilt als die Regel. Diese Aende-rung im Vorgehen gegen die PreiStreiber war un-bedingt notwendig. Mit Geldstrafen war dieser Art von Leute» nicht deizukommen. War eS eine Straf«, wenn man einem derartigen Kriegsgewinner, der durch wucherische Ausdeutung der Notlage 50.000 Kionen mit einem Schlage verdiente, 10 v. H. die-se» Verdienste» als Geldstrafe auferlegte? DaS war für ihn led'glich eine rein geschäftliche Angelegen-heit. Das waren Geschäftsspesen, die man aas daS nächste Blatt vortrug, um sie beim nächsten Ge-schäste glatt wiederum hereinzubringen. Ausgiebige Arreststrafen und den Gewinn auS der Preiotrei-derei völlig erschöpfende Geldbußen allein find daS richtige. Dem Kettenhandel, der bei der Preistreiberei eine so große Rolle spielt, will di« neue Bernd« nung durch die Bestimmung beikommen, daß zur Ausübung deS Lebensmlttelhaudels eine besondere Bewilligung notwendig ist. Da frägt man sich wohl etwas erstaunt, wozu denn die Gewerbeordnung da war, die ja in richtiger Anwendung doch auch schon diesem Kettenhandtl hätte beikommen können. Han-del ist doch nicht bloß da, wo Verkäuser dem Käufer gegenübersteht, während die Waren, um die eS sich handelt, »orliegen, ein Handel ist gewiß auch daS, wa« sich in gewisse» Kaffeehäusern zuträgt, wo Millionen Werte umgesetzt werden, ohne daß ein Wei-zenkorn zu sehen wäre. Hoffentlich saßt man die Bestimmung der neuen kaiserlichen Verordnung be-sonderS schars an. Uebel angebrachte Nachsicht aber scheint unS zu sein, daß man für die Ueberleitung dieser neuen Bestimmung In die Wirklichkeit eine bis zum Juli reichende Zeit in Aussicht nimmt. WaS vom Uebel ist. muß sofort auSgemertt werden und dem Kettenhandel muß man fofort rücksichtslos an den Leib rücken. Man darf ihm nicht noch Zeit lassen, sich auszuleben, bi« seine Stunde geschlagen hat. Existenzen aber, die sich auf die Möglichkeit eine? derartigen Kettenhandels stützen, haben nicht die geringste Berechtigung, irgendwelchen Echitz sür sich ,n Anspruch zu nehmen. Der Weltkrieg. Der verschärfte U-Boot-Krieg. Meldungen des Wolff-BüroS: In der Nacht vom 28. zum 29. März haben Teile unserer Seesireilkräste das Sperrgebiet vSr der Südostküste Englands abgestreift. Außer dem be-waffneten englischen Dampfer „MaScotte" (1097 Brutto-Registertonnen), der 8 Seemeilen istlich £»> westoft angetroffen und durch Artilleriefeuer »ersenkt wurde, sind weder feindliche Streitkr äste noch Han-delsverkehr gesichtet worden. 7 Mann der Besatzung des DampserS „Mavcotte" wurden gefangengenommen. Der Shtf dtS AdmiralstabeS der Marine. An neuen U Boot-Ersolgen kommen nach Mel-dünge» zurückgekehrter U-Boote zu den im März veröffentlichten hinzu: N4 Dampfer, 2 Segler, 14 Fischersahrzeuge mit insgesamt 90.000 Brutto Registertonnen, und zwar 24 tnglische, 3 französische. 13 norwegische, ein portugiesische», ein holländisches und ein dänisches Schifi; serner 7 Schiffe, deren Namen sich nicht feststellen ließen, darunter ein eng-lischer Hilfskreuzer von mindestens £000 Tonnen. Ein englischer TranSportdampfer versenkt. DaS türkische Hauptquartier teilt mit Eines unserer Unterseeboote hat am 2^. März im Golf von Alexandria einen englischen Trans;ortdampier »on 7000 Tonnen versenkt und die Besatzung ge-fangengenommen. Die Spannung mit Amerika. Lansing verbot alle Friedenskundgebungen; nur patriotische Kundgebungen dürfen stattfinden. „Agencia Americana" meldet aus Mexiko, dort eingetrof. fene Deutsche hätten versichert, die Regierung in Washington habe beschlossen, die deutschen Staat»-angehvrigen an die kanadisch« Grrnze zu bringen, um sie zu internieren. Italien im Aufruhr. Aus Zürich wird gemeldet: Die «uS Ober» italien eingehenden Nachrichten lauten immer ernster und e» mußte in sämtlichen großen Jndustriestätten Militär zur Ausrechlerhaltung der Ordnung berufen werden. China und Deutschland. „HavaS" meldet, daß dcr chinesische Gesandte in Wien beauftragt wnrde, b«I der österreichisch-ungarisch«« Regierung anzufragen, »d sie sich mit Deutschland in Bezug aus den verschärften Tauch-boolkneg einmütig erkläre. Der Krieg gegen Ruhland und Rumänien. Die Berichte deS österreichischen Generalstabe». Amtlich wird Verlautbart: 31. März. In der südlichen Bukowina holten uvfere Stoßtrupps bei gründlicher Zerstörung der feindlichen Verteidigungsanlagen 2 Offiziere. 200 Mann und ein Mafchinengewehr aus den russisch«! Gräben. In Ostgalizien und in Wolhynien Vorfeldkämpf« nnd sehr rege, ersolgreiche Tätigkeit un-srrer Flieger. 2. April. Bei der HeereSsront deS Genrral-obersten Erzherzog Josef vielfach erhöht« «ampf-tatigkeit. Im Slanictal würd« ein schwächerer, süd-lich de« Uztale» ein starker russischer Borstoß unter erh«blichen F«!ndv«rlusten abg«schlag«n. Zn d«n Waldtacpathen arbeiteten unsere Ausklärunziabtei-lungen mit Ersolg. 3. April. An der Bl»striy«a-Solotwinska schei-teilen Borstöße russischer Auiklärung«truppen. Nörd-lich de« Dnjestr stellenweise erhöhte russische Ge-ichützlätigkeit. Der Stellvertretir des lhef« deS GeneralftabeS: v. Höfer, Feldmarscholleutnant. Stile 2 Die Berichte der Deutschen Obersten Heeresleitung. öl. März. Front deS General seldiiiarjchalls Prinzen Leopold von Bayern. In einigen Ab» schnitten, vornehmlich an der Schtschara, am Sto-chod und an der Zlot« Lipa nahm die Tätigkeit der russischen Artillerie zu ; gegen unsere Stellungen vordringende Jagdabteilungen sind zurückgewiesen worden. Eigene Unternehmungen südlich von Widsh und nordöstlich ?>'o!»og-.odek verliefen günstig; meh-rere Blockhäuser wurden gesprengt, 75 Gefangene und 5 Minenwerser eingebracht. Front VS Generalobersten Erzherzog Josef. Am Bistritztale wnrden bei Vorstößen in die russi-schen Gräben östlich von Kirlibaba und südlich von MesticaneSci über 200 Mann gefangen und mch> rere Diaschinengewehr« erbeutet. 2. April. Front deS Generalfeldmarschall« Prinzen Leopold von Bayern. An der Dü»a wurde ein russischer Borstoß durch Feuer vereitelt. Westlich von Luck holten bei Swiniuchy unsere Sturmtrupp« mehrere Gefangene au« den feindlichen Gräben. Front deS Generalobersten Erzherzog Josef. An der Lndova in de» Waldkarpathen zerstörten unsere Erkunder bei einer ihrer zahlreichen Streifen ein vom Feinde angelegte« Treiminenseld durch Sprengung. Gegen die Grenzhöhen zu beiden Sulen de« Uztale« fetzten die Russen nach starker Artillerie-Wirkung zu einen. Angriff in - Kilometer Breite an. Ihre Sturmwellcu brache» in unserem Feuer, an einer Stelle im Nahkampsc. zusammen. Kleinere Borstöße seitlich de« Hai'plangriffe« scheitert'« gleich-fall«. 3. April. Front dc« Generalfcldmar!challs Prinzen Leopold von Bayern. Nördlich von Dü-naburg holten mehrfach bewährte Stoßtrupps einen Offizier, 9.'! Manu und 2 Maschinengewehre aus der russischen Stellung. Auch bei Maljawitschi nörd-östlich von Bogdanow hatte ein ErknndungSvorftoß »ollen Erfolg und brachte einen Offizier und 25 Mann an Gefangenen ein. Nordöstlich von Barano-witschi griffen mehrere russische Kompanien eine unserer Feldwachen an, die trotz starker Feuervorbe-reitung ihre Stellung völlig behauptete. Lebhaftem russischen Feuer beiderseits der Bahn Zloczow-Tar-nopol, an der Zlota-Lipa und am Dnjestr sind keine Jnfanlcrieangriffe gefolgt. An der Byitrzyca Solot-winska vordringende Jagdabteilungen der Russen wurden vertrieben. Gegen Frankreich und England. Berichte deS Großen Hauptquartier«. 1. April. Zwischen Len« und Arra« sind in breiter Front geführte Vorstöße starker englischer ErkundungSabteiluugen gescheitert. Angriffe mehrerer Bataillone aus das von un« gehaltene Dorf Henin sur Cojeul (südöstlich von A^ra») wurden abgewie-sen. Zwischen der Straße Peronne nach Gouzeau-court und der Niederung deS Omignon-Bache« haben die Engländer in verlustreichen Gefechten ihre Linien um zwei bi« drei Kilometer vorgeschrben. Läng« der von Soifson« nach Nordosten führenden Straße fanden gestern unsere Batterien und Mafchineng«. wehre beim Borgehen und Zurückfluten französischer Angriffstruppen, die keinerlei Vorteile errangen, loh-nende Ziele. Einige E>kundung«vorstöße »cidlich von Reim« brachten uns ohne Verlust eine Anzahl Gefangener. NachtS versuchten feindliche Abteilungen südwestlich von CombreS, östlich von Saint Mihiel und im Parroywalde in unsere Gräben zu dringen; sie sind überall sosort vertrieben wo»den. 2. April. Zwischen ArraS und Ai«ne hab.n sich gestern und erneut heute morgen« Gesechie entspon. neu, vornehmlich zwischen den von Bapaume und Eroifille« und aus Cambrai führenden Straßen so-wie aus beiden Sommeufern westlich von St. Quen-tin. Engländer wie Franzosen setzten staike Kräfte ein, die insolge unserer Artilleriewirkung mehrfach zu-rückfluteten und nur unter erheblicher Einbuße, auch von 50 Gefangenen u,id einigen Maschinengewehren, unseren befehlsgemäß ausweichenden Truppen Boden abgewannen. Auch zu beiden Seilen de« Oile-AiSne-Kanal« und auf der Hochfläche von Bregny kamen französische Angriffe in der vollen Wirkung unserer mit dem Gelände bi« in« einzelne vertrauten Bat-terien nur verlustreich und wenig vorwärt«. In der Champagne hielt da« VernichiungSseuer unserer Ar-tillerie gegen die Bereitstellui>g«gräben einen Angriff der Franzosen gegen die Höhen südlich von Ripont nieder. 3. April. Nördlich von Arra« heftiger Geschütz-kamps. Mehrere gegen unsere Stellungen vordrin -gende Aufklärungsabteilung«» wurden abgewiesen. Deutsche Wacht Die gewaltsamen Erkundungen der Engländer und Franzosen im Kampsgebiete nordöstlich von Ba> paum« und westlich von St. Ouenlin wurden von starken Krästen ausgeführt. Sie verliefen — wie Beobachtungen und GefangenenauSsagen ergaben — sür den Feind äußerst verlustreich. Bei Noreuil wur» den von unS 300 Engländer zurückgeführt; sie gerieten jedoch in englisches Maschinengewehrfeiur, so daß nur 60 unsere Linien erreichten. Oestlich der Straße Concy-le-Ehateau'SoissonS zersprengte unser Artilleriefeuer beobachtete Truppenansammlunge«, in der Champagne südlich von :«ipont unterband feine vernichtende Wirkung einen sich vorbereitenden An-griff. In Luftkämpfen verlor der Feind vier Flug-zeuge, von denen zwei durch Oberleutnant Freiherr» von Richthosen abgeschossen wurdcn. Der Krieg gegen Italien. 31. März. Amtlich wird vcrlautbart: Durch ge-lungene Unternehmungen unserer Sturmpattouillen und EikuuduugSabteilungen ausgelöst, herrschte in beiden vergangenen Nächten an einigen Stellen der küsteuländischen Front lebhaftere Gefechislätigkeit. Unsere Truppen brachten L5 Gefangene und ein Maschinengewehr ein. AngrifiSversuche der Italiener westlich von Zamiano und südlich von BigUa schei-terten in u»>erem Feuer. Arco wurde neuerdings beschossen, die evangelische Kirche stark beschädigt. 1. April. Unsere Bcute aus den Kämpfen süd-lich von Biglia bat sich auf l2 Maschinengewehre und drei Minenwerfer erhöh». Südlich de« Stilffer-jochcs wiesen unsere Truppen einen feindlichen An-griff im Ursprungsgebiet de» Bal dei Bitelli ab Der Stellvertreter de« Chefs de« Generalstabes: v. Höser, Feldmarfchall-Leutnant. Aus Sladt »iill i'unö. Todesfall. Samstag abends ist hier Frau Pauline Burgstaller, Gattin de« Liniensch'ffskapilän« i. R. Herrn Heinrich Burgstaller nach längerem schweren Leiden im .54. Lebensjahre verschieden. — Am 28. März ist in Linz der Oberfiuavzrat Herr Raimund Jordan einem schweren Leide» im 51. Le-bensjahre erlogen. Der Bater des Äerblichencn, Herr Ludwig Jordan, war vor Jahren hier al« Lande«-gerichisrat tätig. Generalstabsoberst Julius Larisch f. In Agram ist der Oberst des Geueralstabsko.ps, Herr Julius Larisch im 45. Lebensjahre gestorben. Bei AuSbruch de« Krieges war der Verblichene al« Oberstleutnant dem Agramer Korpäkommando zuge-teilt und zog dann als Generalstabschef einer Ab-teilung in« Feld. Er wurde einmal verwundet, kehrte dann wieder in« Feld zurück, wo er einen Schlag-ansall erlitt, dem er nun erlegen ist. Mit dem Ber-blichenen ist ein Offizier von ganz bedeutender Bega-bung dahingegangen. Geboren war Larisch zu Tüsser, iro sein Bater eine ehemals weitbekannte Brauerei besaß. Nach der Ablegnng der ReifPrüfung an der Staatsrealschule in Laibach. trat er in die Artillerie-kadettenschule ein, diente in verschiedenen Artillerie-körpern. so in RadkerSburg, abjolvierte die Kriegs-schule und leistete sodann Generalstabsdienste bei der 62 Jnsanteriedrigade in Budapest, wurde al« Hai pt-mann dem DivisionSar»ilIeriere<;iment Nr. 7 in Lai-bach zugeteilt, dann Hauptman» im Generalstabs-korp« und als solcher in Temesv-rr und später al« Lehrer on der Technischen Militärakademie verwen-det. Al« Generalstabsmajor war er Division» General-stabSches in TemeSoar und wurde dann dem Korp»> kommondo in Agiam zugeteilt. Im Kriege hatte er nach ersprießlicher Dienstleistung eine Anzahl von Auszeichnungen erworben. Kriegsauszeichnungen. Für vorzüglich« Dienstleistung während e« KiiegeS erhielten: Overst-leuinant Arnold Weigert und Hauptmann Jo?ef Kuß, beide beim k. k. Landwehr EigänzungsbezirkS-kommando CiUi, die allerhöchste belobende Anerken-nung Signum laudis am Bande de« Militärverdienst, kreuze« und Stabsarzt Dr. Adols Schwarz, Kom manvant des Referve^pilaleS in Eilli daS Ritterkreuz des Franz Joses Orden« am Bande de« Militär-verdikiisttreuze«. Evangelische Gottesdienste. In der evangelischen Cyristuskirche findet am Karfreitag der FestgotteSdienst mit darauffolgender Abendmahlsfeier abends um 6 Uhr statt. Am Osterfonniag, an dem ebenfalls da« heilige Abendmahl gespendet wird, sowie am Ostermontag finden die FestgotteSdienst« um l0 Uhr vormittag« statt. Spenden für die Kriegsküche Anlaß-lich drr Osterfeirrtag« haben für die städtische Krieg»« Nummer 27 kiiche gespendet: Herr Karl Teppey 100 K, Frau Ranner 10 K, Frau Knpka 50 K, Fräulein Bath: Ernst 2 K. Herzlichen Dank! Billiges Rindfleisch für minderbemit telte Stadtbewohner. Die erste Ausgabe billi-gen Rindfleisches erfolgt DsnnerStag den 5., sohin den nächsten SamStag, den 7. d., in der Zeit von 7 bis 1l Uhr vormittag«. Die Fleifchaus^ab« ge» schieht in den Fleischbänken deS Herrn Fritz Skoberne in der Laibacherstroße und B. Kne« in der Kaiser Wilhelmstraße nnd zwar in ersterer zum Preise von 2 K, in letzlerer zum Preise von 4 K. Die Au«-gäbe des Fleische« erfolgt gegcn Abgabe von Zahl-marken, welche am Tage vor der Ausgabe, somit das erstemal Mittwoch den 4, sohin Freitag den 6. d. in der Zeit von 3 bi« 7 Uhr nachmittag» im Rat-hauSgebäude ebenerdig (Brolkarlenausgabe) zu läsen sind, Kleingeld ist abgezählt bereit zu halt«», um eine rasche Abwicklung zu ermöglichen. Die Zahl-karten sind in der FleischauSzabesielle abzugeben. In den nächsten Wochen erfolgt die Fleischausgab« Mitt« woch und Samstag und sind die Zahlkarten jeweils am Tage vorher, somit am Dienstag und Freitag zu holen. Beim Abholen de« Fleisches hat jrtx Partei Papier oder Geschirr mitzubringen. gur Fleischkartenausgabe Für diejeni-gen, die bisher noch keine Fleischkarten abgeholt haben, findet Freitag nachmittag von 3 bi« 5 Uhr zum letz-tenmal eine Fleischkartenabgab« stttt. Hausliften abliefern! Für jede Ausweis, kartenabgabe werden dringend die HauSlisten mit ge-nauer Angabe sämtlicher in jedem Hause wohnend» Parteien benötigt. Der Ablieferungstermin für d?e nächste Periode ist mit 5. April festgesetzt worden. Da bisher nur s«hr wenige HauSlisten eingelangt sind, wird nachdrücklichst darauf aufmerksam gemach', daß die HauSliiten bis spätesten« 5. April in der Sichei Heilswachstube abzugeben find, widrigenfalls die Auöfolgung der AuSweiSkarten bis zum Einlange?» der HauSlisten verweigert wird. Die HauSlisten find geiiauestens ouszufülle». da spätere Reklamationen nicht berücksichtigt werden können. Sechsmal ausgezeichnet wurde der Haupt-mann Egon Orosel, «in Brudrr des Marburger Stadtrates Herrn Dr. Oskar Oivsel. Bor Krieg«-ausbruch war er in K akau; während der ganzen Dauer de« Kriege« war er, abgesehen von zwei kur zen Urlauben, immer an der Front. Er wurde im Verlaufe de» Kriege« bereits ausgezeichnet mit bei-den Signa laudis, mit dem zweiten doppelt, ferner mit dem Militärverdienstkreuze, dem deutschen Eiser-neu Kreuze und nun wurde ihm auch der Orden det Eisernen Krone mit der KriegSdekoration und den Schwertern verliehen Ein Iudenfleischtag. Da« Amt für Bolks-ernährung hat gestatte», daß die Angehörigen de» jüdischen Glaubens an dem iu die jüdisch« Oster mache fallenden Freitag den 6. April Fleisch uns au« Fleisch zubereitete Speisen genießen dürfen. Der Ankauf von Fleisch an diesem fleischlosen Tage bleibt jrdoch verboten. Soldatenbegräbnis. Am 3. April wurde auf dem Clllier Heldenfriedhof« der Landsturminfan-terist WladiSlaw Kuzma des JR 90, der hiereiner KriegSkrankheit erlegen war. zur letzten Ruhe be-stattet. Labedienst Steinbrück. Herr PaulPflet-schinger, Bahnhofgastwirt, fpendeie in der Zeit vom l. Dezember bis März 99 K, wofür ihm wärmsten« gedankt sei. Aenderungen im Prioatfeldpostpaket verkehr. Laut Erlaß de« Handelsministerium« vom 31. März ist der Feldpostprivatpaketverkehr unter bestehenden Bedingungen zu den Feldpostämtern 238, 342, 345, 347 und 622 zugelassen, hingegen ein-gestellt zu Feldpostamt 616. Bei Feldpostämtern 172, 347 uud 637 sind Feldpostprivatpakete in die Mo-narchie unter den gleichen Bedingungen wie bei Feld-Postämtern ll, 39, 51, 239, 511, 516 und 623 zugelassen. Verwendung Künstlicher Süßstoffe in Gast- und SchanKbetrieben. Durch eine in der nächsten Zeit erscheinend«, in der Wiener Zeitung vom 21. März angekündigte Verordnung de« VolksernährungSamteS wird den Gast- un» Schankbelrieben (Gast- und Kaffeehäusern) sowie den Zuckerbäckereien, BarS nnd dergleichen untersagt sein, Zucker zum Süßen »on Milch, Te«. Kaffee. Kakao, Schokolade und anderen Getränken zu »er-wenden oder als Beigabe zu solchen Getränken zu Ohiirmft 27 »ecabreichen. Ali Ersatz hiefür werden diese Betriebe künstliche Süßstoffe der '.'ionopolverwaltung ver-wenden dürfen. Auch wird in diesen Fällen die Bc» zeichnung „saccharinhaliig", wie sie im allgemeinen für solche Nahrung»- oder Genußmiitel vorgefchrie-den ist, die unter Verwendung künstlicher Süßstoff« hergestellt worden sind, nicht erforderlich fein. Einer besonderen Bewilligung de» Finanzmimsteriums zur Verwendung künstlicher Süßstoffe wild für Gast-und Schankdetricb« nur dann erforderlich fein, wenn in diesen Betrieben auch andere Nahrung^ oder Geuußmittel unter Verwendung künstlicher Süßstoffe erzeugt oder in Berfchleiß gebracht werden sollen; dieS wär« zum Beispiel der Fall bei der Verwendung künstlicher Süßstoffe zur Herstellung von Speisen. Ruch müßten in diesen Fällen solche unter Verwendung künstlicher Süßstoffe hergestellte Nah-rungs- oder Genupmitlel alS „facchaiinhaltig" ge-kennzeichnet sein. Die Fassung der Süßstoff.! ge-schieht bei einem Großverschleißer; hi«bei kommt dem beziehenden Gewerbebetriebe die für Kleinverschleißer festgesetzte P:ovision zugute. 9118 Großverschleißer wurden vorläufig in der Steiermarl bestellt: in Graz die Medizinalgroßdrogerie Mag. Phann. Richard Paul (Graz, Murplatz 7) und in Marburg di« Medizinalgroßdrogerie Mag. Phorm Karl Wolf (Marburg, Herrengass« 17). Die Großverschleißer dürfen nur an solche Betriebe liefern, die ihnen ausdrücklich durch die zuständige Finanzbchörde erster Instanz zur Fassung künstlicher Süßstoffe zugewiesen werden. Wegen dieser Zuweisung zu einem Äroßver schleiß« haben sich daher die Gewerbebetriebe an die zuständige Fii,anzbezic.'»direltion zu wenden und hie-bei allenfalls bekannt zu geben, welchem Großver-lchfciß« sie zugewiesen zu werven wünschen. Hin-sichtlich der Berwtndung künstlich«r Lüi'stoffe unter* liege» die Gast» uud Lchankbctriebe u'cht bloß der Ueberwichung der zur Handhabung Der Lebeusmit-:elpolize» berufenen Stell«, sondern auch der der Zioanzverwaltung, insbesondere aber riner Buch-kontrolle. Böhmische Union Bank. Stand der Ein-lagen gegen Kassenschein« und Einlagsbücher am 31. März 1917: 124,245.790-74 K. Die Notwendigkeit des Beizens des Sommerweizens. Im Vorjahre war Sommer-und W'.ritnwcizen allgemein stmk brandig, wodurch sich «in g>oßer Eruteverluft ergab Wird brandiger Weizeu ausgesät. fo ist die unvermeidlich« Folge,# daß die Niuccr.te wieder durch das Auftreten de» Brandts stark vermindert wird. AlS vorzügliches Belämpfnngsmittel gegen den Brand dtS Weizens, H.,ferS und der Gerste hat sich daS Beizen mit Farmalin erwiesen, das in Steiermark schon im Voijahre be« Winterweizen im großen Maß« durch-geführt wurde. Die Kosten deS Beizens sind sehr gering, da das Beizen für den Meterzentner nur etwa 30 Heller kostet. Die BezirkSouS'chüsse wurden ersucht, die Abgabe des FormalinS an die G«m«in> dem vornehmen zu wollen, va durch den gemein-schaftlichen Bezug die Abgabe sehr verbilligt wird. Eime eingehend« Anleitung zum Beizen deS Saatgutes w>rd durch das Landeskulturinspcktorat, land-wbrlschasUiche Abteilung, Giaz, unentgeltlich abgege-bc«. Jeder Landwirt, der sein Saatgut beizen will, miuß unbedingt zuvor dieses Flugblatt lesen, um die Amivenduug richtig durchzufühlen, da der Erfolg vom der sorgfälligen und richtigen Durchführung des Beizens abhängt. Achtung auf entwichene Kriegsgefangene ! Es wird neuerlich daran erinnert, daß es Psflicht eines jeden patiictiich denkenden StaatSdür-gen« ist. Alles aufzubieten, daß eniwichene Kriegs geffangene zustande gebracht und dem nächsten Gen-dan««rieposten übergeben werden, dezw. daß jede Ncachricht über solche Personen ungesäumt der nächste?» politischen BezirkSvehörde, bezw. dem Militär-koimaiando in Graz oder dem nächsten Gendarmerie-pviften anzuzeigen ist. Die Bevölkerung wird vor fol-cheeu entsprungenen Kriegsgefangenen, bei denen die Wahrscheinlichkeit e ner Spionogelätigkeit sehr nahe lieegeud ist, eindringlichst gewarnt und insbesondere dazraus aufmerksam gemacht, daß ein« wie immer ge-arriele Unterstützung oder Borichubleislung (Unter lasissung der Erstattung der Anzeige, Beherdergung u s. w) Fluchtveidächltger streogsten» bestrast wird. AltndercrseilS erhält, wer den Sicherheitsb.hölden oder d«n Militärbehörden Daten bekanntgibt, die zur Flst na ahme entwichener Kriegsgefangener tühreu, oder wer dieiefe Festnahm« unmittelbar veranlaßt, ei»« Beloh-nuvng von 10 bis 25 Kronen. Die Verteilung der PiZrämien an die Bezugsberechtigten et folgt seitens de»e» Militärkommandos, in dessen Bereich sich die brdetteffende G«fangenenstation befindet, nach «ig«nem Erkrmessen unter Ausschluß des Rechtsweges. Deutsche Wacht Hochverräterische Agitationen im füd- slawischen Komitee. Der „Pest« Lloyd" meldet zensuriert: Bekannt! ch wurde g«g«n die bei Kriegs-auSbruch ins Ausland gkflüchteien kroatischen Abg«-ordneten Franz Supilo und Dr. Heinrich Hinkovic« sowi« gegtn den derzeit in New?)ort als Professor wirkenden Kroaten Michael Pupin daS Strafverfahren wegen des Verbrechens des Landesverrates eingeleitet. Gleichzeitig ersuchte daS Cansarum-Regalium Direktorat beim Budapester Gerichtshof« im Prozeßwege a tf Grund deS Gesetzes über die »ermögen»rechtliche Verantwortlichkeit der Landesverräter um die Be-fchligiahme deS BcrmözenS Supilo und Genossen. In die Klag« wurden auch noch Jvo Supilo, Jo-hann Podorsan und die Ltilung der Fiumaner Buch-druckerei-Akliengesellschaft, die größere Geldbeträge von Franz Supilo in Empfang genommen hatten, «tilbezogen. Das Strafverfahren gegen Franz Supilo und Dr. HinkovicS wiilde deshalb eingeleitet, weil sie innerhalb deS südslawischen Komitees hochverräterische Agitationen betrieben hatten. Michael Pu-pin hat in Amerika eine Fceiwilligenlegion gegen sein Vatetland anzuwerben versucht. Warnung. Die sehr große Gefahr, die sür die Operationen der k. u. k. Armee mit etwaigen verbrecherischen, auf Vernichtung der Verpstegsoor-rät« oder deS PferdestandeS gerichteten Anschlägen — Sabotageakten — veibnnden ist, macht es vot-wendig, die stra'gesetzlicheii Bestimmungen, die auf solche verbrecherische Anschläge gesetzt sind, zur War-»ung allgemein in Erinnerung zu billigen. „J?der veibrecherische, aus die Veruichiung v"i> Lebensmit-Klvorräten oder Elzeuguug vouKranlhciie» bciTicre.i, insbesondere bei Pferde», behufs Schädigung der Kriegsmacht der österreichisch-ungarischen Monarchie »verheer Kriegsmach' der verbündeten Staaten oder zum Vorteile der Feinde unternommene Anschlag (Sabotageakt), daher auch ei» Versuch eine« solchen Anschlages bildet das Verb,ech-n wider die Kriegs-macht des Siaa'es nach § 327 M.-Sl. G. Alle Militär- und Zivilpersonen unterstehen wegen dieses Verbrechens der MilitärstrafdierichiSbarkeit. Dieses Verbrechen wird im Bereiche der A-uiee im Felde standrechtlich, im Hinterland« bei erschwerenden Um-ständen mit dem Tcde durch de» Strang, in minder wichtigen Fällen mit schwerem Keik-r bis zu 20 Zehren bestrast. Jeder, der «in. solches Verbrechen, obwohl er eS verhindern kann, vorsätzlich zu verhin-der» unterläßt, oder wer von einem solchen verbre cherischen ihm bekannt gewordene» Unternehmen oder über einen ihm bekannt gewo, denen solchen Verbre-eher die Anz-ige bei der Behörde vorsätzlich nicht er stattet, ist de« Verbrechens mitschuldig und wird nach ß 330 M.-St. G. behandelt werden. Für Lazarette. Stenographischen Lesestoff sendet «enographiekundigen verwundeten oder kranken Soldaten zur Fortbildung und Unterhaltung ko-stenloö der Stenographieverlag in St. Joachimsial (Böhmen) Stenographischer Fernunterricht. Da die Nachfrage nach tüchtigen Sienogropbe« seit Kriegs- beginn wesentlich gestiegen ist, so erweisen wir gewiß vielen der geehrten Leser unseieS Blattes einen Dienst, wenn wie ihnen mitteilen, daß der Verein steno-graphiekuudiger deutscher' Lehrer und Lehrerinnen Böhmens" seit 20 Jahren m>« bestem E> folge brieflichen Fernuntirricht in der Gabelsbcrgerschcn Stenographie gegen Eisatz der eigenen geringen Unkosten (6 K) erteilt. Dieser Unter? ichiSbeitrag kann Unbe-mitteilen über begründetes Ansuchen ermäßigt wer-den. Für Kriegsbeschädigte und Kriegswaiien wurden Freiplätze geschaffen. Wer sür diesen Stenographie-unterricht Teilnahme zeigt, verlange kostenlos einen Probebrief vom VereinSobmonn. Heirn Bürgerichul-direkior F I. Hirschberg, staatlich geprüfter Lehrer der Stenographie iu St Joachimstal. (Antworlmarke.) Neuerliche Abänderung der Höchst Preisvorschriften für Blech und Guh waren. Mit der Minislerialveiordnung vvm 17. März wurden die bisher festgesetzten Höchstpreis voeschristen sür Blech und Gußwaren. welche als Ersatz sür lie in Anspruch genommenen und als ab-lieseiungspstichtig erklärten Me'allgeräte in Betracht kommen, neuerlich abgeändert. Zeder Verkäufer die-sei Waren hat nach der Verordnung vom 17. März wenigsten» je ein Stück der neuen Verzeichnisse den bisherigen Hüchstpreisverzeichmssen anzuschließen und beide zur Einjlcht der Käufer in den VerkaufSräu« wen bereit zu hallen. Gleichzeitig wird in Erinne-rung gebracht, daß in den Verkaufsräumen in einer für jedermann deutlich sichtbaren Stelle in auffal-lender Schrift angeschlagen sein muß: „Die amtliche Höchstpreisliste sür Blechgeschirrt, Gußgeschirre und Waschkeffel liegt auf." Die übrigen Bestimmungen der Miitlstcrialverordnung vom 23. September 1915 Sitte 3 bleiben unberührt. Die neuen Höchstpreisverzeichniffe sind bei den politischen Behörden erster Znsta«z z« beziehen, welche auch die Einhiltnng »er einschlägt-gen Vorschriften zu überwachen und Uebertretuazen mit Geldstrafen bi» zu 5000 K oder Arreststrafe» bis zu f> Monaten zu «hnden haben. Vermischtes. FranzöfifcheStimmen zumBoykott der deutschenWissenschaft. In der jranzi-si'chen Oesfentlichkeit mehren sich jetzt doch die Stim-wen, die ln nüchterner Art über die ».^glichen Fol-gen eineS AusschluffeS der deutsche» Wissenschaft urteilen, wie ihn die Nationalisten sür die Zeit nach dem Kriege gern ankündigen. Zwar hat der „TempS" noch jüngst im Anschluß an die Auslassung einer italienischen Zeitschrist gegen die vielen Jahrbücher. Zeitschristen und Zentralblätter Deutschlands auge» kämpft: diesen müsse man JahreSheste und iuter-nationale Zeitschriften sür die Zusammenarbeit der „Ententisteu" entgegenstellen. Rußland habe mit der Schaffung russischer Archive sür Anatomie und E»-bri)vlogie schon den Ansang gemacht. Gegen solche Gedanken eine» Ausschlusses dtr Deutsche i von der wiffenschasil'chen Gemeinschaft richtet der sozialistische .Bannet rouge' seinen Widerspruch. Er üderschreib: seinen Aussatz: „Man würde sich schädigen, wenn man die deutsch« Wissenschaft boykottierte", und bemerkt spitz: „Der italienische Zeittchriflenheransgeber würde allerdings srvh sei», wenn er die Kundschaft der auf den Index gesetzten deutschen Zeitschriften sür sich gewinnen könnte." Und mit Erst>luuen liest man iu dem Artikel von Georges Elairet Sätze wie diese: „Die W ffenschast hat kein Vaterlands aber die Wissenschaftler haben alle eins. Und aus feinem Vatrrlande behält jeder Gelehrte eine Summe von Ueberlieferungen, Gepflogenheiten, von natürlicher Mitgabe, nnd alle diese sind une,läßlich sür den Furiichritt der Wiffenschajt." Und der große sranzö-sische Chemiker Armand G.'UNer, Mitglied der Aka-demie der Wissenschaften, schreibt: „Tiefe und Klarheit der Ideen find nicht die einzigen Fördeier des wisse? schajilichen Forischlitt». Man muß vtrallgi-meiner», diese Zdeen planmäßig prüsen, Punkt für Punkt die Genauigkeit jeder theoretischen Folgerung untelsuchen und keine Verirrung über daS Gebiet der eudgiltigen praktischen AnwendungSmözllchkeit hin-aus gestalten. Hienn überragt Deutschland mit sei-neu angeboiene» oder erwo: denen Eigenschaste» das ganze gebildete Europa". Elairet stellt noch mehr Stimmen zuiammen und fchließt: „Indem unsere Gelrhrten uns sagen, waS die Wissenichaslen der Arbeit der Deutschen schuldig sind, sagen sie unS zugleich, was eS heißt, uns des Wettbewerbes der Deul'chen zu berauben: die Humanität bestrafen und die Wissenschaft verstümmeln." Wer Genlüse baut, schützt das Vaterland. Y Y Y V YY Y Y Y y Zl. .'5690/1917. KuiidMtichung tietr.ffend die A lis hung von Kochst-preisen für den Klein Werkaus von Kartoffeln. Zufolge Verordnung der k. f. stein märkischen Ltatthalterei in Graz «om l0. März 1917, L.-G. und Vdg. Bl. Nr. 23 wird kundgemacht: Beim Kleinverkauf von Kartoffeln der öfter» reichischen Ernte des Jahre» 1916, daS ist bei Ab-gabt dieser Kartoffeln in Mengen unter 1 Meterzentner an die Verbraucher, darf der Höchstpreis von 23 Heller für 1 Kilogramm gesunder, ange-messen trockener, erd- und keimfreier Kartoffeln mit Ausnahme der Kipfler nicht überschritten werden. Stadtamt Eilli, am 26. März 1917. Der Bürgermeister: Dr. v. Jabornegg. Seite 4 Schon m&bliertes Kimmer sofort zu vermieten. Rakuscbstrasse, neben der evangelischen Ki.ehe, Villa Gutmann. Schreibmaschine gut erhalten, wird zu kaufen gesucht. Angebote Postsfach 53 Cilli. Jedes Quantum Edelkastanienholz kaufen zu gutem Preise die GerbstolTeitraktverke Heilensteio bei Cilli. 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Sämtliche Objekte befinden sich in gutem Znstande. Anzufragen bei dir Realititenvermiutung der Stadtgemeiode Cilli (Stadtamt, Stadt-«krelär Hans Blechinger). Empfehle mich den geehrten Damen als Hausschneiderin Nehme auch Arbeit nach Hause. Magdalena Kindlhofer, Oberkötting Nr. 42. ZI. 3949/1917. Kundmachung. I)a« k. u. k. 5. Armeekommando (Q.-Abt.) bat mit Verordnung Q.-Nr. II. 248/1 S. Cb. angeordnet, dass in den stabilen Militäranstalten weibliche Arbeitskräfte als Ersatz fQr männliebe Kräfte ausgenommen werden. Das k. u. k. Garnisonsspital Nr. 9 in Cilli benötigt folgende Personen: 12 Ordinationsschreiberinnen (Komptori-stinnen) und 50 sonstiges weibliches Dienstpersonal für den Hausdienst. Die Gebühren ffir die Ersteren sind bereits festgesetzt, für die Letz-teren wird der 'laglohn von der MilitärkommandoinUndanz in Graz noch nachträglich bestimmt werden. Unter den Bewerberinnen haben in erster Linie die Witwen uid Waisen aktiver Militärpersonen, dann sonstig« Kriegswi.wen und Waisen den Vorzug. Di« näheren Aufnahmsbedingimgen werden in der Verwaltungs-kommission des Garnisonsspitales Nr. 9, Rathausgasse 5, 2. Stock, zwischen 4 und 5 Uhr nachmittags bekanntgegeben. Stadtamt Cilli. am 29. März 1917. _Her BQrgermeister: Dr. Heinrich v. Jabornegrg-, TVucfesorten VereinsvuchdrurKerei JL/--- liefert ja mäfcifien greifen jjVüctlvJW Willi. Gut erhaltenes Fahrrad ohne Pneumatik zu kaufen gesucht. — Anträge an die Verwaltung d?« Blattes. 2if<9 Schönes, sonuseitiges ZIMMER möbliert «der unmöbliert, sofort zu vermieten. Anzufragen in der Verwaltung d. BI. 22*s > Visitkarten Veremsbuc/idruckerei Celeja. ein Stock hoch, auf verkehrsreichem I i-itze in der Stadt Cilli mit Gasthaus-konzession und Fremdenzimmer, sowie einträgliche Zinawohnunger, ist wegen Todesfalles sofort zn verkaufen. Anzufragen in der Verwaltung des Blattes. 22655 Ausserstande, jedem einzelnen für die liebevolle Anteilnahme an unserem herben Verluste, sowie für die zahlreiche ehrende Beteiligung an dem Leichenbegängnisse und den schönen Blumenspenden zu danken, sprechen wir auf diesem Wege dem hochverehrten Offizierskorps des k. u. k. Ersatzbataillons Xr. 87, sowie allen lieben Freunden und Bekannten den innigsten, tiefgefühlten Dank aus. Cilli, am 2. April 1917. Familie Dimetz. Rosa Larisch ^Gb. LtUCkmann gibt im eigenen wie im Namen ihres Schwagers Richard Larisch, k. II. k. Oberleutnant i. R. und ihrer Schwägerinnen Amaiie und Christine Larisch und aller übrigen Verwandten schmerzgebeugt hiemit Nachricht vom Hinscheiden ihres innigstgeliebten Gatten, bezw. Brudeis, Neffen, Schwiegersohnes. Schwagers, Onkels. Vetters, des Herrn k. u. k. Oberst des Generalstabes JULIUS LARISCH Generalstabschef eines Korpskommandos Besitzer des Ritterkreuzes des Leopold-Ordens mit der Krieffsdekoration, des eisernen Kreuzes des Ordens der eisernen Krone 3. Klasse mit der Kriegsdekoration etc. etc. welcher nach treuer, aufopfernder DiensterfQllung vor dem Feinde am 30. Mär: l!>17 im 45. Lebensjahre, versehen mit den heiligen Sterbesakramenten, einer laugen schweren Krankheit erlegen ist. Die irdische Hölle des teuren Unvergeßlichen wird am 31. März im Garaisoes-spitale Agram feierlichst eingesegnet und sodann nach Markt Tüffer überführt, woselbst am 1. April 1917 die Beisetzung erfolgt. Die heiligen Seelenmessen werden in mehreren Kirchen gelesen werden. Agram, am 30. März 1917. Statt jfder besonderen Anzeige. •;<£«». .-:#r 5..-V* «'VtiTtUUücj. iöersai.ur.st. Stm un» ©sria#: ^minsbiiQbntuaet „Cselt|a" in Gh.:. — 45er«nt»mtwa?er Lu:er: Ga.c» -chidl».