Nr. 147. Pr»nnmlr,llo»«pl«l«: Im «omptolt «anzj. ff. II, halbl. N. 5 5<». gllr die Züftellun« 1.fi.7 f>". Donnerstag, 2. Juli. Insertion», «bllr- yllr llelne Il!>,»>»t» b!» ,« < g,'!l<-!! i«!, l»., .»»«tzelü p«r Zelle « lr,, be! «ft»,«»! 1885. Amtlicher Theil. Se. f. und k. Apostolisch? Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 2l. Juni d. I. dem mit der Leitung der BezirlKhauptma»nschast in Bozen betrauten Slatlhallereirath Karl Strobelc in Anerkennung seiner vieljährigen. treuen und vorzüglichen Dienstleistung den Orden der eisernen Krone dritter Classe mit Nachsicht der Taxe allera.nadia.st zu verleihen geruht. Se. k. und t. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 21. Juni d. I. dem Präsidenten der Handels- und Geweibckammer m,d Großindustrien zu Feldlircl, Karl Ganahl in A,i' erkennung seines verdienstlichen Wirkens den Orden der eisernen Krone dritter Classe mit Nachsicht der Tax/n allergnädigst zu verleihen geruht. Nichtamtlicher Theil. Die Erneuerung des Ausgleichs mit Ungarn. Wien, 30. Juni. Schon in ben ersten Tagen d.s Monk's Juli sollen die Volbesprechungep ilber die Erneuerung des Ausgleichs mit Ungarn Mischen de„ beiderseitigen Regierungen beginnen. Wir stehen demnach vor jener eigenartigen Wiedergeburt unserer ökonomischen Beziehungen zu der anderen Reichshälfte, welche eim,' der Grundlagen der dualistischen Veifussu'ig bildet. Di' von Dekade zu Dekade erfolgende Erneuerung soll stets von neuem offenbaren, in welchem Maße da« gejammle wirtschaftliche Verhältnis beider Neichshälflen zu einander lediglich das Wett freien Willens ist und der eigenen Interessen. Aber es scheint, dass nach allen bisher gemachten Erfahrungen selbst diese Eigen« art unserer Verfassung ihre Probe im guten Sinne bestanden hat. Jahre hindurch war die Monarchie auf Kilndigung eine ständige Klage, und eiue stete Besorgnis kommender Wirren und drohender Zernit-lung. Kann man heule noch die gleiche Behauptung ausstellen? Wir glaube» nicht, dass mit ders.lbm noch ! ^"U z" erzielen wäre, wie vor einem Jahrzehnt. Dle Erfahrung hat während dieser Zeit die Anschauungen iiber den Ausgleich wesentlich geklärt. nai,onale Befürchtungen zerstreut und ebenso vielen Vorurlheilen jeden Boden entzogen. Auch haben die letzten Jahre unstreitig auf beiden Seiten des Grenz, stromes die politische Reife und Urtheilskraft gesör. dert, den Credit der Phrase und der Declamation in sehr ansehnlicher Weise beeinträchüitt. Am ausfälligsten wird diese Wahrnehmung, wenn man jene fieberhafte Agitation, welche vor Abschluss des zweiten Ausgleiches alle Parteie« erfasst hatte, mit der Ruhe verglicht, mit wclcher alle Parteien des Reiches der Elneunnug der Alisgleicks-Unterhaxdlll»-gen entgegensehen. Vor allem - und das ist der erste bedeutsame Fortschritt — wird diese hochwichtige Frage auf ungarischer Seite als eine entschieden ökonomische ausgefasst, während si,' zur Zeit der letzten Erneuerung des Ausgleichs den oppositionellen Fraktionen als eine Misse sür staalsrechll'che Belebungen diemn musste, als cin Miltel. die Popularität zu erwerben oder zu kräftigen. Auch auf d^r österreichischen Seite hat damals die Angst v"r Populären Schlagworteu und vor politische»' Agitation die Verfassungspartei in jene Conflicte mit der liberalen Regierung gestürzt, tmlche ihre Aulorität blachen und ihreu fe»nereu Bestand zur Unmöglichkeil machten, heule ist das entscheidende Wort nicht bei der V^rfussunaspartei, aber selbst die Opposition wird kaum diesen Atilass zu jeoen heftigen politischen Kämpfen benutzen, welche sie vor acht Iah« lrn dem aus ihrer Mitte hei vorgegangenen Cabinet? geliese't hat. Die österreichische Industrie sowie sämmt^ liche am wirtschaftlichen Leben mitwirkenden Kreise diesseits der Leitha haben die beiderseitigen, aus dem Ausgleiche stammenden Vortheile bereits würdigen gelernt. Sie würden eine Erschütterung desselben ka»m mit Behagen aufnehmen. Die Nur-Nationalen haben freilich fliegerische Miene» angenommen und sich i» eine Fechterstellung geworfen. bevor noch ein Feind irgendwo sichtbar wurde. Aber diese Attitüden sind weder ein Beweis von Stärke noch von Verständnis, und die Herren Schulmeister, welche die schärfere Tonart lehren, werden auch dem großen Publicum kaum als die geeigneten Fachmänner zur Beurtheilung so tiefgehender wirtschaftlicher Fragen gellen. So gerne man vielleicht mitunter kühne Evolutionen sieht und glänzende parlamentarische Gefechte, so wünscht doch niemand, dafs sie auf Kosten des wirtschaftlichen Gedeihens iusceuiett werden, und das wird sichellich ein sehr wohlthuender Hemmschuh wider jeden Anlauf sein, die Ausgleichsfrage zu einer einseitigen Partei-Angele» genheit zu mache» und sie vom politischen Parleistand-pui'kte zu behandeln. Di? Hoffnung auf eine ruhige und zufrieden« stellende Abwicklung dieser so bedeutsamen Angelegen» heit wird wesentlich durch die Haltung gekräftigt, welche allen übereinstimmenden Nachrichten zufolge die ungarische Regierung einzunehmen willens ist. Alle ihre Forderungen bewegen sich innerhalb des Umfanges wirtschaftlicher Fachfragen. Das Quotenverhältnis soll unberührt bleiben, nur hinsichtlich des Modus der Restitulion'N soll ei„e Abändeiung angestrebt werden. Iil diesem Punkte köxnle es allerdings zu Differenzen kommen, über welche jedoch das Streben, tvine unge-rechtfertigten Lasten dem anderen Compaciscenlen uuf-zuerlegen, leicht hinweghelfen kann. Am auffälligsten ist die Wandlung in der Beziehung Ui'garns zur Na, tionallulnk. Während vor der Erueuerung des Ausgleichs im Jahre 1857 noch ein scharfer Antagonismus zn bemerken war. die Bank im Gegensatze zu den un« garischen Wünschen stand, ist heute da« wechselseitige Velhä'llnis ein gänzlich geändertes. Die ungarische Negierung ist mit dem Wirten der Nationalbank voll» ständig a>lsgesöh>it, und sie soll sogar eine sehr nam« hafte Vermehrui'g des unbedeckten Nolencontiugents der Bank anstreben, welche, dieser gewiss sehr gelegen käme. Die Eigenart M'serer Geldve'rhältniss^ Wird je-doch in diesem Punkte eine besondere Vorsicht erheischen. Die hier angeregte Vermehrung der unbedeckten Noten könnte von solcher Tragweite auf den Geldmarkt und alle Wertverhältnisse werde», dass nicht ohne sorgfältige Erwägung auch aller gegeu eine solche Maß« nähme sprechenden Bedenken über dieselben entschieden werden kann. Am günstigsten stellt sich die Situation des Zoll-u»d Handelsbündnisses. Hier haben die Ereignisse machlvoll vorgearbeitet. Die deutschen Getreioezölle not, die Prohibilivmaßnlchmcn Fraukreichs haben den U-garn den österreichische» Markt doppelt wertvoll gemacht, jo wie wir auch anderseits das vollste Interesse haben, die Agriculturftroducte des ungarischen Bodens vor Entwertung zu schützen und ihnen einen sicheren Absatz zu gewähre». Die gegenseitige ökonomische Ergänzung, zu welcher die beiden Reichshälften gleichsam piädestmiert sind, trat in der letzten Zeit in zu sprechender Weise an den Tag, als dass irgend eine Differenz in diesem Punkte zu fürchten wäre. Von der ungarischen Ministerbant ist auch jeder Zweifel in dieser Hinsicht längst entkräftet worden. Wir werbe» den ungarischen Productenmarkt ebenso zu schützen bereit sein, wie die Ungarn unfere Industrie. Die Conformität der Ziele tritt hier klarer denn je zutage, und die wirtschaftliche Zusammengehörigkeit der Monarchie widerlegt siegreich jeden Zweifel und jedwede Agitation, welche wider sie gerichtet werden könnte. So sehen wir den» mit Zuversicht dem Gelingen des Werkes entgegen, welches das Band zwischen den beiden Neichshälften noch fester knüpfen, den Gedanken der Verbindung und der organischen Angewiesenheit Jeuilleton. Der runde Hut. Das Schaufenster ei>,es Hutnmchers regt mich immer und immer wieder zu philosophischen Netrachtungen an. Wenn ich die mamugfachcn Kupfbedecku,,. gen erblicke, welche die reiche Phantasie, der betreffen-den Industriellen dem BePiemlichkeitsbedürflnsse, und dem Schönheitsgefühle des P. T. Publicums bietet, so wird mir die bekannte Schwierigkeit, die Menschen unter Einen Hut zu bringen, immer einleuchtender. Welch ein Reichthum an Formen und Farben, welch eine Verschiedenarligleit des Materials! Nach dem Ausspruche einer in Fragen der Mode und Etikette competenten Persönlichkeit darf ein Mann, der sich selbst achtet, seit einiger Zeit sich in der Sladt wieder mit einem runden Hute zeigru und den Cylinder, dieses hässlichste und unbequemste aller Kleidungsstücke, welches ohue Zweifel seine Elitstkhuug der Ein« v>ldu„g«lraft eines für sein Gewerbe begeisterte.!, Schorn-steinfegers verdankt, ablegen. Nun denn, der Carneval des runden Hutes ist also in voller Entfaltung. Ein Cylinder dürste in unseren Straßen bald zu einer Ausnahme, zu einem Ereignis werden, den man, außer auf dem Haupte eines norddeutschen Gelehlten, der eine Studienreise macht, oder auf dem eines Murraybewaffneten rei» senden Engländers kaum jemals erblicken wi,d. In den Vormittagsstunden allerdings sieht man zuweilen auch jüngere und ältere Herren sich mit dem Taschen« luche den Schweiß abwischen, der unter einem Cylin- der von zweifelhafter Neuheit und problematischer Form, defsen spiegelartiger Glanz die kürzliche Berührung mit dem heißen Eisen verräth, hervorsickert. Aber der etwas fadenscheinige schwarze Frack und die Von ungeübter Hand gekuüpfte weiße Cravatte würden, auch wenn es nicht die ganze Erscheinung des Betreff senden thäte, den Supplicanten verrathen, der zu einer Audienz geht oder von einer solchen kommt, um sich um eine Gunst zu bewerben oder für die Erlangung rim-t solchen zu danken. Es si»d dies aber nur dunkle Flecke auf dem Sladtbilke, einzelne kleine Wolken, die in dem Meere von runden Hüten fast spurlos verschwinden. Der runde Hut ist ein demokratifchrs Kleidungsstück und gelangt demzufolge naturgemäß erst zur Herrschaft, wenn die obeien Zehotausend (ich muss einen Statistiker aufs Gewiffeu fragen, ob ihrer bei uns wirklich so viele sind) dem Weichbilde der Stadt den Rücken gekehrt haben. Im Jahre 1848 richtete sich die Bewegung zunächst gegen Mrtternich und die Censur, in zweiter Linie aber gegen den Cylinder, wr als Kennzeichen des Rcactiunärs galt und nnter dein man eil, zirlich»>s kleines Zöpfchen hervorlngen zu fehen glaubte. Dagegen ward das Ideal d>s runden Hutes, der phantastisch-pittoreske, Calabreser, das Symbol des Fortschrittes, der Freiheit, der Bewegung, der Jugend. Die Frauen, welche in Diugen der Politik ebenso einflussreich, wenn nicht noch eiufluss-reicher als in denen der Mode sind, schwärmten für deu Calabreser, und ein Anbeter mit einem Cylinder auf dem Kopse durfte nicht auf das leiseste Lächeln dun schöne» Lippen, nicht auf den flüchtigsten Strahl aus feurigen Äugen hoffen. Aber ach! Des Cala- bresers Glück und Ende drängte sich in eine kurze Spanne Zeit zusammen. Naturgemäß trat mit der Reaction der Politik auch die der Kopfbedeckung ein. Die soaenannten „Gutgesinnten" trugen bereits im November 1848 die höchsten, steifsten und schwärzesten aller Cylinder, gleichsam als glänzendes Zeugnis polnischer Makellosigkeit. Aus die armen Calableser wurde förmlich Jagd gemacht. Was aus ihnen schließ, lich ward, ist nicht zu eruiere». Wahrscheinlich wurden sie eiilgestampft, machten i» der Stampfe einen vollständigen Form» und zugleich Gesiuuungswechsel durch und erschienen dann als politisch correcte Cylinder Wieder auf der Aildfläche. In unseren Tage» Hal der Hut seine politische Bedeutung verloren und ist ausschließlich Bekleidungsstück und Modeartikel geworden. Nichtsdestoweniger gibt es selbst in der großen Kategorie des runden Hutes mannigfache Nuancen und Abstufungen, die auf die SttUung, deu Charakter und die Gewohnheiten seines Trägers schließen lasse». Der schwarze runde Hut mit steifer Krampe und Kopf wird von ernsten oder ernst scheinen wollenden, meist älteren Leuten: Staatsmännern, Abgeordneten, Diplomaten, Aerzte», Aovocaten, Professoren und höheren Beamten patro. nisierl. Er Verträgt sich mit dem doppelreihigen Schluss, rocke, welcher bekanntlich im Sommer den F'ack a's SallMtracht ersetzt. Die jungen Elegants "age,, V"e in helleren T'nlen: grau, Dunkelblaue, Violette und Laubar.'iue spielend. Auch ,st nur der Rand ihrer HM', st"?, "ne Concession an Europas ..übe,tii„ch»e Höflichkeit" die sich im fortwährende» Abnehme,, der Kopfbedeckung bmn Grüßen offei'bart. Der Kopf dieser Hüte ist weich und wird Laibllchet Zeitnng Nr. 147 12IS 2.'Inli 1885. aufeinander noch tiefer in alle Gemüther senken wird. Aber ungeachtet aller günstigen Dispositionen bieten die Einzelheiten der nahenden Verständigung Schwierigkeiten genug und fordern alle Einsicht heraus, um das wirtschaftliche Interesse unserer Reichshälfle nicht allein zu wahren, sondern auch zu fördern. Sie sind eine dringende Mahnung an die berufenen Führer der Parteien, ihr Augenmerk ihnen zuzuwenden, damit sie nicht wieder unvorbereitet von denselben ereilt werden und nicht die sterotype Klage über die Zwangslage ertöne, welche leicht zn vermeiden gewesen wäre. Es wird sogar die Ansicht gestattet sein, dass diese Fragen, welche die fernere Entwicklung der Industrie und der Oodencultur, die Verhältnisse unseres Geldwesens berühren, noch von größerer Bedeutung sind, als jene allgemeinen Axiome und Zulunftsftrogramme. mit wel' chen die nationale Politil der schärferen Tonart hervorgetreten ist und deren Formulierung nunmehr eine ganze Reihe ausgezeichneter parlamentarischer Kräfte beschäftigt. Die Hauptlast des Ausgleichs und dessen wesent« lichste Rückwirkung trifft die Deutschen der Industrie länder und die Czechen, welche mit der deutsch?» industriellen Thätigkeit concurrieren. Weit weniger erscheinen die Polen und die österreichischen Alpenländer von demselben berührt. Deutsche und Czechen stehen vor Aufgaben, welche sicherlich nicht minder national sind als alle Sprachenfragen. Sie tangieren ja den wichtigsten Theil der nationalen Kraft — den nationalen Wohlstand. Wir glauben, dies sollten die Parteien nicht außeracht lassen, wenn sie leine schwere Verantwortung auf sich lenken wollen. Zwar hat der Ab. geordnete Neuwirt seine Ansichten in seiner in Brunn gehaltenen Candidatenrede entwickelt, aber die anderen Wortführer der Parteien haben hiezu bisher keinen rechten Anlass gefunden. Sie bewegten sich in allgemeinen Sätzen. In dem Augenblicke, da der Standpunkt Ungarns und dessen Forderungen bekannt wur< den, trat die Pflicht, zu einer Klarheit des Streben« zu gelangen, mit größerer Schärfe hervor, und allgemeine Sentenzen können nicht mehr als eine entsprechende, die öffentliche Meinung vorbereitende Thätig« keit angesehen werden. Inland. (Parlamentarisches.) Verschiedene Wiener und polnische Blätter beschäftigten sich in der letzten Zeit sehr angelegentlich mit der Frage, wer wohl in der neuen Legislatur« Periode den Ehrensitz eines Reichsraths-Präsidenten einnehmen werde. Dabei führt das Gerücht das große Wort, und Sensationslüsterne wissen schon von tiefen Verstimmungen und chronischen Frictionen zu erzählen. Die „Politik" erklärt dem gegenüber in einem Communiqnc, dass die Präsidiums-frage jetzt keinen Discussionsstoff in den Kreisen der Majorität bildet; acut könne sie erst nach Erstattung der Programmvorschläge des oppositionellen Fünfund-zwanziger-Comitcs werden. (Ungarn.) Wie der .Nemzel" mittheilt, wird gegenwärtig im ungarischen Ministerium des Innern ein Gesetzentwurf ausgearbeitet, dessen Zweck es ist, die in der Comitals- und Gemeindeverwaltung wahr» genommenen Mängel zu sanieren. Eine der wichtigeren Verfügungen des Gesetzes wird die Regelung der Stellung der Obergespäne sein, die in ihrer neuen, durch die jüngsten gesetzlichen Verfügungen geschaffenen Situation nicht in ihrem früheren Verhältnisse zur Regierung bleiben und andererseits — im Hinblicke auf die Natur ihrer Stellung — auch nicht in die Reihe der gewöhnlichen Staatsbeamten treten können. (Kroatien.) Baron Z vkovik hat als Mitglied des Subcomites der kroatischen RegnicolaoDepulation sein Elaborat dem Präsidenten Krestiö bereits übergeben. Was jedoch der Agramer Correspondent des „Pester Lloyd" über den Inhalt dieses Elaborats mitzulheilen weiß, ist nicht geeignet, sanguinische Hoff» nungen bezüglich des Ganges der Ausgleichsvelhand» lungen zu erwecken. Danach zieht Zivkoviö aus dem Alisgleichsgesetz Consequenzen, die dem Verhältnis Kroatiens zn Ungarn eine vollkommen geänderte Gestalt zu geben geeignet scheinen. Hivkovi«! bestreite die Staalseinheit und lasse bloß die Staatsgemeinsamkeit gelten; diese wlll er mit der äußersten Consequenz durchgeführt wissen, was di? Aenderung aller im Reichstage seit zwölf Jahren geschaffenen gemeinsamen Gesetze bedingte, und als Weitere Folge, dass in Zu-lnnft alljährlich ein gefonderleK ungarisches und ein separates gemeinsames Budget dem Reichstage vorzulegen wäre. Bezüglich der wirtschaftlichen und finanziellen Fragen suche Baron Zivkovii die Nothwendigkeit der Sicherung von Invchllionen aus Staatsmitteln sowie aus einer Kroatien < Slavonic, entsprechenden Tarif-Politik nachzuweisen. In die Anführung concreter Aus» gleichs'Verletzuugen und speciell in die Erörterung der Wappenfrage gehe Baron Avlovic' nicht ein, wie er überhaupt alles zu erwähnen uermeide, was mit feiner fiühere» Thätigkeit als Sectwnschef in Verbindung steht. Das Miskatovi^sche Operat solle mehr referierend als raisonnierend sein. Erst wenn die kroa-tische Regnicolar.Deputation sich darüber entschieden haben wird, was thatsächlich als V^rlchunq zu gelten habe, werde er als Ausschuss - Berichte»swlter sein Referat ausarbeiten. Das Plenum der kroatischen Regnicolar'Devutation soll nach den neuesten Dispo-sitionen erst im August zusammentreten. Aeußerst ge-spannt sei man in Agram darauf, welche Haüung der frühere Aanus, Graf Pejaöeoit. einnehmen wird. Bisher habe sich derselbe äußerste Reserve auferlegt. (Aus Sarajevo) signalisierte man am Samstag die Eventualität einer Demission des dortigen Metropoliten Sava Kosanovic' Es wäre aus den verschiedensten Gründen zu wünschen, dass der durch seinen Ehrgeiz nicht minder als durch seine Empfindlichkeit ausgezeichnete Metropolit sich bewegen ließe, von sei» nem Vorhaben abzustehen. Andererseits spricht der sich entwickelnde Conflict sü> den Mangel, dafs es nämlich bei der Landesregierung in Sarajevo noch nicht voll« ständig gelungen ist, das g».-or. Element, ganz be-sonders jenes der bosnischen Hauptstadt, in Einklang mit den thatsächlichen Verhältnissen zu bringen. Ausland. (Die franzöfische Kammer) hat den Schiffahltsvertrag mit Oesterreich-Ungarn ohne De» hatte genehmigt und nahm fodann das Ausliaben-budget mehrerer Ministerien, darunter des Kriegsministeriums, nahezu ohne Discussion an. Man glaubt, die Berathung des Budgets werde Samstag beendigt sein. Der Schluss der Kammersefsion wirb aller Wahrscheinlichkeit nach um den 25. Juli er« folgen. (Lin Anarchistenprocess.) In Frankfurt am Main begann am Dienstag die Processverhandlung gegen Lieske, den man der Ermordung des Polizei-rathe» Rumpf befchuldigt. Man wird mit aller Aufmerksamkeit diesen Process verfolgen müssen. Der Angeklagte leugnet, und nur gering ist die Hoffnung, dass dieser Fall die Gesellschaft aufklären werde über Zweck und Bedeutung der ungeheuerlichen Verbrechen, mit welchen die Anarchisten seit Jahren jede fort» schritlltche Bewegung auf socialem Gebiete so sehr er-schwert haben. (Russland.) Die russischen Blätter feiern in schwungvollen Artikeln die Aufhebung der Kopfsteuer, wodurch nunmehr die letzte Schranke der Leibeigenschaft gesallen sei und der Bauernstand, auf dem alle Lasten ruhten, endlich frei aufathmen könne Auch von der damit zusammenhängenden Aenderung des Pass« systems hofft man das Beste. Visher erhielt keiu Bauer, welcher Abgaben schuldete, einen Pass und musste unweigerlich in seinem Dorfe bleiben. Das „Nowoje Vremja" dankt speciell noch dem Finanz, minister für feine Befürwortung dieser Maßregel, die desto höher anzuschlagen sei, da der pro 1886 ent-stehende Ausfall von fast 50 Millionen Rubeln in den Staatseinnahmen bei der Finanzlage Russlands sicher-lich nicht leicht zu verschmerzen sein würde. (Die italienische Ministerlrisis) hat diejenige Lösung gefunden, welche seit einigen Tagen erwattet worden war. Nachdem die Verhandlungen mit einigen hervorragenden Parteiführern wegen Uebernahme des Portefeuilles des Auswärtigen zu keinem Resultate geführt haben, sah sich Pepretis veranlasst, dieses Portefeuille interimistisch zu übernehmen. Zum Iustizminister wurde Tajani ernannt. (Zwischen Rumänien und Frankreich) scheint sich ein kleiner Zollkrieg vorzubereiten. Der französische Bevollmächtigte Mr. Ordega hatte die Weisung erhalten, falls die rumänische Regierung sich weigern sollte, das bisherige handelspolitische Verhält-nis fortbestehen zu lassen, die Anwendung des fran-zösisch.türkischen Vertrages vom Jahre 1861 zu for. dern, widrigens Frankreich die rumänifchen Erzeugnisse mit Prohibitivzöllen belegen werde. Nachdem nun von Seile Rumäniens hieiauf keine genügende Antnwtt ertheilt wotden ist, zeigte Ordega der Aularester Regierung an, dass er der französifchen Regierung die Einführung von Prohibitivzöllen für rumänische Er-zeUMsse, welche nach Frankreich eingeführt werden, in Vorschlag bringen werde. (Serbie n.) Wegen der überhandnehmenden Unsicherheit in Serbien hat die serbische Regierung euer-gische Maßnahmen ergriffen und eine allgemeine Verfolgung der Räuberbanden durch Gendarmerie und Militär angeordnet. Im Rudniker Kreife wurden 32 Räuber und Landstreicher aufgegriffen und nach Milanovac in Gewahrsam gebracht. Dieser Bande fallen 47 Mordthaten und viele Raubanfälle zur Last. Von den Pozarevacer Posträubern wurden vier gefangen; an der Drina tauchen neue Banden auf. (England.) Aus London wird gemeldet: Wie der «Standard" erfährt, wird sich das Cabinet dem. nächst mit der durch die Räumung Dongolas im Su- oben leicht eingedrückt, was denselben einen gewissen flotten, unternehmenden Ausdruck verleiht. Wenn aber der Kopf dieses Hutes steif ist, dann hat er gewiss eine vergitterte Ventilationsöffnung, die der Luft freien Durchzug gewährt. Der ganz weiche Hut, der sogenannte Schlapp. Hut, wird fast nur von jungen Künstlern, namentlich Bildhauern getragen, die an der Widerstandslosigkeit desselben ihr Modellier-Talent üben. Der Lodenhut, zuweilen mit einer Spielhahnfeder oder einem ganzen Vogelkopfe geziert, ist das Attribut des Jägers und Touristen, häufiger der falschen als des echten, wäh' rend der Korkhelm, mit spagatsarbenem Drill oder weißem Mousselin überzogen und dem Nackentuche, der sogenannten Cusfia versehen, andeuten soll, dass sein Träger Forschungsreisen unternommen hat und direct aus Indien vin. Suez angekommen ist. wenn auch in den meisten Fällen diese gefährlichen Expeditionen sich auf eine der mit der Südbahn oder Nudolssbahn binnen einer Stunde zu erreichenden Sommerfrische» beschränken. Der mit Wachstaffet überzogene Matrosenhut ge-hört nahezu ausschließlich den Kindern und ist obligat zu Jacken mit auf den Kragen gestickten Ankern und breiten übergeschlagenen Hemdkragen, während der Strohhut ebenso wie der einst so beliebte weihe Cylinder etwas außer Mode gekommen sind. Der dunkle Strohhut Wird wohl von Personen, denen die Leich. tialeit der Kopsbedeckung als das einzig Entscheidende mlt beaünstigt, während der breite, weihe Panamahut Stadt fast verbannt ist uud nnr bei den Horticulturist?,,, die sich v,el dem Sonnen, brande aussetzen, in Ansehen steht. Der weihe Cylmder muss, wenn er überhaupt eine Existenzberechtigung haben soll, mit einem Trauerflor versehen sein, gleichviel ob sein Träger Veranlassung zur Trauer hat ober nicht. Es ist eine Frage des Fasben.Conlrastes. Dem neuen englischen Spiel I^u,wu-t,6uui3 hat das Hutmachergewerbe einen bedeutende» Ausschwung zu verdanken. Die Schauläden der Genossen dieser Zunft sind von runden, weichen, multicoloren Hüten überfüllt. Die schreiendst,» Farben, grellweiß, feuer-roth, lichtblau, grasgrün, ockergelb, sind die belieb, testen. Diese Hüte machen die Parteien, in welche sich die Spieler des I^nu-t6nui8 theilen, leicht und weit« hin kenntlich und müssen mit den Costümen übereinstimmen. Wie bescheiden drücken sich die vereinzelten schwarzen Cylinder und die Clauq.s mit den metal» lenen oder gestickten Monogrammen neben diesen auf« dringlichen Gesellen in die dunkelste Ecke der Auslage! Nur eine spitze Clownmütze anS grauem F>lz scheint sich in der bunten Gesellschaft ganz behaglich zu fühlen. Sie blickt spöttisch auf die schwarzen Cylinder und Claques, als wollte sie sagen: „Ich tun es nicht allein, die auf dem Kopfe eines Clown zu sitzen bestimmt ist. Auch du, ehrsamer schwarzer Cylinder, und du, eleganter, monogrammaeschmückler Allasclaqu!>, sitzest zuwei-len auf dem Kopfe eines politischen, literarischen, wissenschaftlichen oder künstlerischen Clown, der allerdings keinen feuerrothen Flachsschops trägt wie der Clown des Circu». sondern zierlich frisiert ist, aber ganz so wie dieser seine Lazzis macht nnd seine Purzelbäume schlägt zum Ergötzen eines verehrungswürdigen Publi-cnms und zu seinem eigenen Vorthe,le." Ja, wenn die Hüte reden könnten! Wenn sie uns die Gedanken verrathen könnten, die unler ihrem Schutze ihr Wesen und Unwesen treiben! Es ist vielleicht ein Glück, oasö sie es nicht lönneu. Wir würden schöne Sachen zu hören bekommen! Nulio. Erniedrigte und Beleidigte. Noman von Theodor Dostojewski. (10«. Fortsetzung.) — Wanja, Wanja! — rief sie, mir beide Hände entgegenstreckend — du bist hier! . . . und fiel in Ohnmacht, in meine Arme sinkend! Ich trug sie ins Zimmer und eilte nach dem Arzt, da ich einen heftigen Fieberanfall befürchtete, die alte Magd dringend ermahnend, die Kranke nicht einen Augenblick zu verlassen. Es fehlte nicht viel. so hätte ich meinen Freund, den alten deutschen Doctor, ver-fehlt, aber Gott war mir gnädig: ich traf ihn auf der Straße, als er eben ausgehen wollte. Wir fuhren z» Natascha. Ja. Gott war mir gnädig! In der halben Stunde meiner Abwesenheit war bei Natascha elwas geschehen, was sie hätte todten können, wenn wir nicht zeitig herbeigeeilt wären. Ich hatte mich kaum entfernt, als plötzlich der Fürst bei Natascha eintrat. E,- kam von der Bahn. wo er der Osäfin und Katja das Geleit gegeben. Natascha erzählte mir. dass sie im ersten Augenblick über diesen Besuch nicht im geringsten e>. staunt gewesen. „Mein Geist war umnachtet". sagte sie. Er nahm ihr gegenüber Platz und musterte sie m,t frenndlichem, lheilnehm ndem Blick. — Meine Liebe — sagte er seufzend — ich be. greife Ihren Kummer; ich wusste, wie schwer für Sie dieser Augenblick scin würde, und machte es mir zur Pflicht. Sic zu besuchen. Trösten Sie sich wenig, ftens damit, dass Sie, indem Sie zurückgetreten, Aljoscha glücklich gemacht. . . Ich saß da und hörte ihm zu — erzählte mir Natascha — ohne ihn im ersten Augenblick zu verstehe». Ich erinnere mich nur, dass mein Vlick fest auf ihn Laibllch« Zeitung Nr. 147 1217 2. Juli 1885. dan geschaffenen Lage angelegentlich beschäftigen. Die Politik, welche zur Prcisgebung dieser Provinz gefühlt Hai, würde, sorgfältigen Prüfungen unter^o »!«, und das C-ilimtt dürfte, wie der „Standaid" andeute!, die Wi'd^rb Setzung Dongolas beschließen. — Mc»rq»>s Sallslülly gab dem fra»,zösiich^n Botschaltei Mr. Waddinglon sehr s,eundschaftlich' V.rsiäeruü.'en und auß(,le den !:-lihaf^n Wunsch, uie schw.beiiden Fragen im Einverständnisse mit Frankreich zu lösen. Tagesnemgteiten. Se. Majestät d>r Kaiser haben der neu-geg'ündeteli Anstalt für Unheilbare in Budapest 1000 ft. und Ihre Majestät die Kaiserin 200 fl. zu spenden geruh!. Se. Majestät der Kaiser habl-n, wie das ungarische Amt5l,lal! meldet, zu, Unlelstützung der durch Feuersbrunst gschädigten Bewohne, vo» Leutschau 1000 ft. zu' spenden geruh«. — (Windhose) Wie man ans Ischl schreibt, erhob sich am 26. Juni mittags am Fuße des Sirius-lagels eine Windhose, welche das auf einer Fläche von etwa 60 Metern Durchmesser lagernde Heu erfasste u»d zu einer. Säule rmpolwirbelte, die bie auf etwa 400 Metcr Höhe sich erhob u»d dann fortgerissen wurde; das ganze Hen fiel schließlich in dem nahen Orte Reit terdorf ans die Dächer und zur Erde. Das Phänoiuen bot einen interessanten Anblick. Da« Ganze sah aus wie eine riesige, in, Kreise sich drehende Nolle, und zum Schlüsse lag ganz Neitlerdorf in einen» Staul'meer Das ganz? Phänomen dauerte fünf Minuten. — (Tief bohr ung zurMessung derTem» peratur des Erd innern.) Bei Schladebach zwischen Mersedurg u»d Külschau wird auf Staaletust«,! eine Tiefl)lil,rnna betrieben, welche wesentlich geologisch-Wissenschnftllcheu Zweck.» dienen soll Anfangs Jänner dieses Jahres war dail Bohrloch, bei welchem ei» Dmmantlwhrrr M't Wass..'rspiUu»g verweudet wird. auf 1392 Meter niedergebracht worden, die größte bisher durch l'ine Erdbohl ung cireichte Tief? Z»r Temperatur mrssung dient eine oben offene, mit Quecksilber gefüllte Glasrühre, w«lche in eine metallene, am Vohlgi-stäuge hängende Nähre derart lingeschlosse» ist. dass sie vor Wasser geschützt, der Temperatnreinwirkxng jedoch zuganglich lilridt. I„ höher?r Temperatur stießt ein Theil des Quecksilbers über den Na»d des Glasrohres ab. Die gesuchte Temperatur wird gefunden, indem man die Nähre mit dem Neste des Quecksilbers ,n einem Wass.r-uade. dessen Temperatur direct gemessen werden kann, so weit erwärmt. l)is das Quecksilber wieder den Naud der Röhre erreicht, Auf diese Weise hat mau »rmittelt. dasö in der Tiefe von l392 Metern die Temperatur 49 Grad Celsius betrage. Wird eine stetige und gleichmäßige Temperaturznnahme vora»öges>l.N, so winde man bei 3000 Metern Tiefe die Siede Temperatur des Wassers und bei 75 Kilometer oder 10 Mile» Tiefe die Schmelz Temperatur des Platins antreffen müssen. Be, dem Erdhalbmesser von 856 Meilen lässt sich aus du sen Date» daü Verhältnis der D,cke der Erdrinde zum Erd° Halbmesser mit 1 zu 85 berechnen. — (Seltener V e r u f) Im A»noncentheil einer Wiener Zeitung erschien dieseltage das folgende merkwürdige Inserat: ..E. j. Mädchen, das schon Gelegen« heit hatte, im Käfig mit zu sein, wünscht sich als Löwe». bändigerin auszubilden. Ges. Adr. unter /. 3805 an d, Annonc.'Exp. v. Heinr. Eisler. Hamburg." Wie man sieht, erweitert sich die ErwerbSfähgleit der Frauen immer mehr, Scho„ drohen sie als Buchhalterinnen, Telegraphistinnen !c, die Männerwelt zu verdrängen, und nunmehr will eine »»erschrockene juxge Dame auch de» Löwe »käsig für das schwache Geschlecht in Anspruch nehmen. Vorläufig hat die Sache sine mehr heitere als social wichtige Seite, nnd die Frauen Erwerbvereine dürsten der Frage, ob ma» junge Mädchen auch zu Löwenbändigerinnen heranbilden solle, augrublicklich noch nicht näher treten. Interessent wäre es aber, zu erfahren . ob jener kühnen Inserentin Anerbietungen zugegangen si»li, u»d ub vielleicht doch irgendwo ein Seminar für Löwenbändigerinnen existiert. — (Frühe Liebe.) Man meldet au» Prag, 29, Juni: Bei der Karlsbrücke wurden h>nte die Leichen eines fünfzehnjährigen Bursch«» und eines vierzehn« jährigen Mädchenö aus der Moldau gezogen, die mit einem vierfach umwundenen Strick zusammengebunden waren. Wie constutiert wurde, liegt hier ein Selbstmord vor, dessen Motiv unglückliche Liebe ist. — (Auf dem Bicycle durch Europa,) Das Mitglied des n»garischen Bicyele C'ubs. Stefan Kassie, trit! zu Begi»» des nächsten Monates eine Nund reise durch Europa ans dem Velocipede an Herr KasM wird auf seiner Neise München, Strassburg. Paris. London nnd Hamburg be»ühreu und hofft, den Weg iu vier bis fü»f Wochen zurückzulegen. — (Vom Ausgehen) Onkel: „Warnm gehst du bei dem prächtigen Wetter nicht aus?' — Student Karl: „Ooteiche», mein Geld ist ausgegangen, darum muss ich zu Hause bleiben," Die Liebe im Kerker. Haben Sie, freundliche Leserin, nicht hie und da. wen» sie eilie alte Burgrnixc oder eine düstere Höhle besuchten, in einem finsteren Winkel, wo Sie sich dessen gar nicht versahen, plötzlich eine Blume erblickt, die dort ein trauriges Dasein führte und deren Blässe nnd krankhaftes Aussehen Sie wehmüthig stimmte? Ein böser Wind hat das Samenkurn an diese trübselige Stell, ae führt, und dasselbe ist an dem traurigen Orte aufgegan' gen. und die demsellie» entsprossene Blume, die dazu bestimmt war, sich iu Luft und Sonnenschein zu baden, führt hier ein sieches, einem frühen Tode bestimmtes Lrben. Einer folchen Blume lässt sich die Liebe vergleiche», die zuweilen hinter Kerkermauern ersprießt Geschichte und Sage erzählen uns von solchen Erschei« nungen. Das schöne Töchterlein d>.s Kerkermeisters ver» liebte sich iu den Grafen Lauvun und stürzte sich von den Zinnen der Bastille herab, als er starb,- die Tochter des Gouverneurs des Tow^r hatte den daselbst gefangenen Grafeu Warwick in ihr Herz geschlossen u»d suchte ihm zur Flucht zu verhelfe»; ihr Vorhaben wurde entdeckt, und das arme Kind musste ihre Neigung mit dem Tode durch Henkershaud bezahlen. Auch die Liebe unter Gefaugrnen selbst kommt zieml ch häufig vor, und der Fall, welcher aus Scmlin berichtet wird und Iu welchem der nenlich daselbst hingerichtete Mörder Cvejiö eine Nolle spielt, steht keineswegs Verewzelt da. Ein junges u»d sehr schöues Mädchen Namens Susanne Ban^o wurde vor einigen Monaten wegen eines geringfügigen Delictes iu daö Semliner Gerichts- gefängnis gebracht. Wie eS scheint, ist die Absonderung der beide« Geschlechter daselbst leine so vollständige, dass dieselben nicht wenigstens durch Blicke communi-eieren kün»en, und die Banio erblickte den jungen Mörder und wurde von glühender Liebe zu ihm erfasst. Als es im Gefängnisse bekannt wurde, dass die Hinrichtung desselben unmittelbar bevorstehe, meldete sich die Banco bei dcr Gefäugnisbehörde und eillörte sich bereit, den zum Tode Velurtheilten zu heiraten, wenn er freigelassen werde. Es beruht das auf einem im Volke weilverbreiteten Aberglauben, welchem zufolge ein zum Tobe Verurlheilter begnadigt werden muss. wenn eine Jungfrau sich bereit erklärt, ihm die Hand zum Ehebuude zu reichen. Susanne Banco verfiel in eine an Naserei grenzende Verzweiflung, als man ihr die Absurdität ihres Verlangen» erklärte und ihr mit« theille. dass das Gesetz seinen Lauf nehmen müsse. Es waren furchtbare Scenen, die sich mit dem Mädchen abspielten- unter Schluchzen. Thränen und heftigen Krampfanfälleu erklärte sie, dass, wenn man ihren Ge« liebten schon nicht begnadigen wolle, man ihr doch die Gunst nicht versagen dürfe, dass sie wenigstens mit ihm hingerichtet werde. Die Unglückliche musste mit Gewalt in ihre Zelle gebracht werden. Als nu» die Stunde der Hinrichtung lam und das unheimliche Geräusch der Vorbereitungen für dieselbe aus dem Hofe in ihre Zelle drang, da riss sie sich plötzlich wie eine Wahnsinnige von ihren Genossinnen los, die sie festzuhalten suchten, sprang an das Fenster, durch desseu Gitterstäbe sie den Kopf steckte und unter strömenden Thränen dem grässlichen Schauspiele zusah. Der Delinquent aber hatte bis zu seinem letzten Hauche se!» Auge auf den bleichen, schönen Mädchenkopf gerichtet, der am Fenster sichtbar war Es war ein An» blick, der selbst die harten Iustizwächter zu Thränen rührte. Local- und Promnzial-Nachrichten. — (Jubiläum.) Am kommende!» Dienstag, den 7. Inli. wird der hochwürdige Herr Josef Nakus, geistlicher Nath und Pfarrer zu Planina bei Wippach, das 50jährige Jubiläum seines Wirkens als Seelenhirt der geuaunten Pfarre begehen. Der dortige Gemeinderath hat aus diefem Anlasse den greisen Jubilar zum Ehren« mitgliede der Gemeinde Planina ernannt. — (An der hiesigen Lehrer-Präpa. rau die) haben gestern vormittags die mündlichen Maturitätsprüfungen begonnen. Der Prüfung wohnte gestern auch der Herr Landeöpräsident Baron Winller bei. — ( Eyrill. u » d Methud . Feier in und Methud-Feier. Das Programm wurde wie folgt festgesetzt: Um 9 Uhr früh Gottesdienst in der Fllialkirche zn SiZka; nachmittags um 3 Uhr Beginn des Festes im Kosler'schen Garten unter Mitwirkung der Vereine „Sokol" und „Slavec" und der Militär» Musikkapelle des Negiments Baron Kuh» unter perfvn« licher Leitung des Kapellmeisters Herrn Nemrava. Die Gesangschöre leiten die Herren Felix Stegnar und Anton Sohor Das Gesang» und Musilprogramm lautet: l) L. Schlüget: „Fahnentreue". Marsch. 2) Ha. levy: „Die Musketiere der Königin". Ouvertüre. 3.) P. Ieuko: „ölolitov", Chor, vorgetragen vom „Slavec" gerichtet war. Er erfasste u,eine Hand und drückte sie, in der semigen , WaL ihn allgtmhn, zu berühren' schien. Ich hingegen war meiner Sinn,.' noch so wenig mächtig, dass ich nicht daran dachte, ihm die H,ud zu entziehen. — Sie begleisen — fuhr er fort — dass Sie, wenn Sie Aljoschas Frau ^wurden, später smie Nei-gung hätten verlieren müssen, und Sie halten den edlen Stolz, dies einzusehen . . . doch, ich bin nicht gekommen, um Ihnen Schmeicheleien zu sagen, ich Wollte Ihnen mittheilen, das« Sie keinen bess ren Freund finden können, alb mich. Ich beklage Sie aufrichtig. Ich habe gegen m>i»en Willen mich an diei>< Angelegenheit oetheil'gen müssen, aber — ich erfüllte nur meine Pflicht. Ihr edles Herz wird rs begreifen und sich mit mir aussöhnen. . . Glaube» Sie mir, ich hatte es schwerer als Sie. . . — Es ist genua — unterbrach ihn Nawscha — lassen Sie mich in Frieden! — Ich grl),' bald — sagte er — aber ich l,el>e Sie wie mein«' Tochter und l'itte Sie mir z„ erlauben, Ihnen nützlich zu seiu. — Ich brauche nichts von Ihnen, lassen Sie mich! — Ich weiß, Sie sind stolz. Aber wa5 werden Sie nun thun? Sich mit Ihrem Vater aussöhnen? Das wär.' eine schöne That, aber Ihr Valrr ist ein ungerechte,, stolzer Despot. In seinem Hause werden Sie l,lnß Vorwürfe hören »md neue Q'ialen durch, tosten müssen. . . E? ist jetzt M'ine heilige Pft cht, für Sie z» fo»gen; Aljofcha hat mich beschworen. Sie nicht zu ve,lassen. Sie werden mir wahrscheinlich cr-lauben, Ih„t>„ den Grafen N. vorzustellen, einen Mann M't dem b»sten Herzen, der viel für unser«' Familie "nd für Aljoscha gethan. Es ist eine e nfluskrriche Persönlichkeit, ein Greis, den Sie, ohne Anstoß zu erregen, bei sich empfangin können. Wenn Sie wünschen , wird er Ihnen bei... einer Velwandten eine ausgezeichnete Stelle verschaffen; er sprach mir bereits hie»von und sehnt sich darnach, Ihre Bekanntschaft zu machen. .. Glaub»'» Sie mir. es ist ein freigebiges, ehvexlmrter, für alles Schöne schwärmender alter Mann, der noch unlängst gegen Ih,eu Vater sich in nobelster Weise b'lioulmen. .'. Natascha fuhr auf, aus'ö tödllichste verwundet. — Verlass'U S'e mich! — rief sie. — Aber, lube Ficundin, Sie v^gesse», dass der Gras auch Ihrem Vater nützlich sem kam,. . . — Mein Vater braucht nichts von Ihnen! Ver< lassen Sie mich sogleich! — rief Natascha noch einmal. — Mein Gott, wie ungeduldig und misstiauisch Sie find! — erwiderte der Fürst.'— Irdensaliü erlauben Sie mir — fuhr er sorl, ein Paket aus der Tasche ziehend — diesen Beweis meiner Theilnahme und besonders der Theilnahme des Grafen N., der mit seinem Ralh mir beigeftandei,, hier zu deponieren. Sie finden hier zehntausend Nudel. Höien Sie mich geduldig zu E»oe — sagte cr, uls Nalascha Mngluhend empochchr — Sie wifsen, dastz Ihr Vater seinen Pro« cess v.rloie», und dies Geld. . . — Fort mit dieslm Gelde! — schrie Natuscka. — Ich durchschaue Sle . . Sie erbärmlicher, nietniger Mensch! Zliternd vor Wuth erhob sich der Fürst. Er halle mit fester Zuueisicht auf die Wi'kung dieser zeh„!c»usend Nubcl gebaut, da Nalascha jetzt doch hilflos, arm und verlassen sei, in der Hoffunug, dem alleu Lüstling, dem Oras,n N., einen Dienst >'rw»isen zu können, wie er es schon f'iih.v gethan. Nun sah er, dass er sich verrechnet, und fuhr in frech-beleihi« gendem Tone mit bebender Stimme fort: — Das ist nun recht schlimm, meine Liebe, das» Sie sich so ereifern; man bietet Ihnen Schutz und Hilfe an, Sie aber rümpfen das Naschen . . . während Sie sich ganz besonder« dankbar erweisen müssten, denn ich hätte Sie ja schon länqst n, die Corrections« anstalt bringen können... als Vater des von Ihnen verführten Sohnes, den Sie ausgenutzt — und ich habe es doch mcht gethan... ha, ha, ha! Wir waren aber schon in der Wohnung. Ich vernahm in der Kiiche die letzten Worte des Fürsten, sein widerwärtiges Lachen, Nataschas verzweiflungsvollen Aufschrei: „O, mein Gott!" und stürzte ins Zimmer und auf den Fürsten. Ich schlug ihn in« Antlitz — er wollte sich wehren, aber lief plötzlich, nachdem er das Gt'l<) vom Tisch genommen, davon. Der Doctor war unterdessen Natascha zuHilfe geeilt, die außer sich war und sich, als wäre sie das Opfer eineb Fieoer«Parl'Mmus, seinen Armen zu entwinden suchte. Mit vieler Anstrengung nur gelang es uns, sie zu beruhigt». Plötzlich blitzte ein neuer Gedanke in mir auf... Ich beschwor den Doctor, zwei bis drei Stunden bei Natascha zu bleiben, und nahm ihm das Wort ab, dass er sie nicht verlassen wilidf. Ich selbst eilte nach Haufe zu Nelly. Sie saß finster und aufgeregt >u einer Vcle des Zimmers und begrüßte mich mit seltsam "erwul^. drrle.m Blick ^ ich muss mich wohl recht wunderlich ausgenommen habe» l ^ . <.. c- Ich nahm sie bei der Hand, sehte ste zu MU aujs Knie und küsste sie ii.nig. Sie erröthele. (Fortsetzung folgt.) Laibachcr Zeitung Nr. 147 1218 L. Juli 1885. und den Säugern der Siökuer Malnica. 4.) Johann Brandl: „Studenten-Walzer", ü) Antun Sohor: «N^!», /vo/ä^" (neu), gemischter Chor. 0,) Rossini: Duett aus „Wilhelm Tell" mit Tenor« und Boriton-Solo. 7) Dr. G. Iftauec: „Aa i'1o8n", Männerchor, vorgetragen vom „Slavec" (neu), 8) Pedrotti, Scene, Nondo und Finale nus „Tutti in Maöchera". Fliigelhorn-Solo. i).) Juan v, Zajc: „^ranliopaicka", Mänilerchor der SiZlaer 6i-talnica (neu). ^0.) F, Vilhar: „Vvömna", gemischter Chor der Aiölaer ^italnica (neu). 11.) Pedrotti, „Fiorina". Ouvertüre. 12) .^.: „Oomovina", Männcrchor der Oislaer Citalnica, 1^j)K. Hul'er: „Ungarischer KL-nigtzmarsch". 14.) A, Fiirster: „8Il^ 8IuvLncom", Män» nerchor, vurgetragen vom „Slavec". 15) Brüll: „Daß goldene Kreuz". Potpourri, 10.) Fr. Suppe: „Die Afrika-leise". Polka franhaise. 17) Franz Gcrbic: „81ovanlcki l)i0<1", Männerchor, vorgetragen von den Aiökncr Säugern und dem „Slnvec". 1«) Fauft: „Die Odnlibkc". Polka mazur, 19) Millücker: „Trunm". Walzer aus der Oftciette „Der Feldprediger". 20) Strauß: „V»U-sträuhcheu". Schnellpolka. — Um (i Uhr Freiübungen und Ncckturnen des „Sokol". Bei günstiger Witterung wird um 7 Uhr ei» großer VaNon aufsteigen. Sonstige Belustigung: Klctterbaum, Wnge, verschiedene Kinder-spiele und Feuerwerk DaÜ Kapselschießen auf Gewinste beginnt um 9 Uhr vormittags; Gewinste: Dn^>t?n ll 4 st., -l 3 fl,. ^ 2 fl.. -c 1 si ; der Schuss kostet 5 kr. Die besten Schüsse der Reihe nach crhaltcn die Beste. Um 8 Uhr abends Vrrtheilung der Gewiuste. Leiter des Schießstandes ist Herr G. Kaiser. — Eintritt 20 kr,, Kinder 10 kr. — (Aenderung von Ortsnamen.) Die Ministerien des Innern, der Justiz nnd der Finanzen haben sich zur Regelung des Vorganges bei der Behandlung der Gesuche von Gemeinden nm die Bewil lignna zur Namensnnderung in dem Veschlnsse geeinigt, das» das Entscheidungsrecht der Staatsverwaltung über die Zulässigkeit der Aenderung des Namens einer Orts gemeinde, cincr Stexergemeindc oder einer einzelnen Ortschaft zum Zwecke der gleichmäßigen Wahrung der hieliei eintretenden öffentlichen Rücksichten den bethci-ligten Centralstell'N vorbehalte» bleibt. Vorkommenden^ falls ist daher jedc solche Verhandlung nach gepflogenem Einvernehmen mit dem La»dcsan8schnsse, dann mit den« Oberlandesgerichte und d,r Finnnz-Landrsbehtjrdi' an das Ministerium des Innern behnfö der einvernehmlich mit den Ministerien der Instlz und der Finanzen zn fällenden Entscheidung vorzulegen. — (Matnritättzprüfun a.) An der hiesigen Oberrealschule fand vorgestern die mündliche Maturities Prüfung statt. Zur Plüfnng haitcn sich sieben Schüler gemeldet, von welchen fünf cin Zeugnis der Reife erhielten; zwei Schüler erhielten die Erlaubnis, nach den Ferien die Prüfung ans einem Gegenstand zu wiederholen. — (Blitzschlag.) Am 21. Juni um halb 2 Uhr nachmittags schlug der Blitz in die Stallung des Besitzers Johann Butovic in Kleinkorcn ein und tüdtete sämmtliche darin befindlichen Rinder. nämlich zwei Ochsen, zwei Kühe. zwei Kalbinurn und zwei Ziegen, wodurch Bukov c einen Schaden von M« st erleidet, — (Erdbeben.) Im Orte St Pcter bei Ko> ftreinih in Untcrsteicrmark erfolgte am 29. Juni 11 Uhr nachts ein starker Erdstoß mit wellenförmiger Bewegung, dem ein zweiter um 8 Uhr und ein dritter um 11 Uhr vormittags folgten. Alle drei Stöße waren von starkem, donnerähnlichem Getöse begleitet. Die Richtung war wahrscheinlich von Nordwest nach Südost. Der erste Stoß war so heftig, dass die Dorfbewohner erschreckt ihre Wohnungen verliehen und ins Freie flüchteten. In der Umgebung wurde nirgends ein Beben des Bodens verspürt. — (Eisenbahn Spielfeld-Radkers-burg.) Wegen Dammrutschung bei Befahrung der Strecke mit einer Maschine anlasslich der für den 27. Juni anberaumt gewefenen Belastungsprobe der eisernen Brücke über die Mur musste sowohl diese Erprobung als auch die für den 30. Inni anberaumte technisch'polizeilichc Probefahrt auf der Nndkersburger Linie biß auf weiteres sistiert werden. Die Eröffnung diefer Localbahn dürfte hiedurch einen Anfschub von einigen Tagen erleiden. Die Necoustrnctionsarbeiten an der betreffenden Bahn wurden sofort mit aller Energie in Angriff genonnneu, — (DieVertilgung derBlattläuse auf Bohnen.) Die Blattlaus der Bohnen entwickelt sich bekanntlich immer zuerst an der Spitze und verbreitet von da aus sich über die ganze Pflanze, Sobald die Thiere sich nun an der Spitzc einer Bohnenpflanze be« merklich machen, gibt die „Zeitschrift der landwirtschaftlichen Vereine" den Rath. fofort sämmtliche Spitzen auf der ganzen Cultur auszubrecheu; mau darf durchaus sich nicht mit denjenigen begnügen, an denen schon viele Blattläuse zu bemerken sind, sondern unbedingt müsscu alle fort Uebrigens schadet dieses Verfahren den Bohnen durchaus nicht, sondern ist ihnen im Gegentheile nützlich Die Blattläuse erscheinen immer erst dann. wenn die Bohnenpflanzen schon groß sind und >hre Blüten angesetzt haben (es erklärt sich dies daraus, dass die fragliche Blattlaus auf verfchiedeneu Sauerampferarten lebt und ihre erste Generation entwickelt, erst die zweite Ge-nerntion wandert auf Bohnen und einige andere Ge- wächse über); die obersten Blüten aber, Welche mit den Spitzen abgebrochen werden, sind stets taub und setzen niemals Früchte an. Aus diesem letzteren Grunde gehen durch das Ausbrechen der Spitzen auch absolut keine Bohnen verloren, dagegen dringt von dem aufsteigenden Safte auch keiner mehr in die doch nur nutzlose Spitze, sondern es wird derselbe in die übrigen Theile der Pflanze, namentlich in die unteren Blüten und die an-ges?tzten Bohnen geführt, wodurch deren Wachsthum gefördert wird. Dieses Miltel. die Blattläuse von den Bohnenpflanzen abzuhalten, soll eiu so wirksames sein. dass die derart behandelten Beete immer verschont bleiben, auch wenn alle anderen ringsumher durch die Pa< rasitrn gänzlich vernichtet werden, Aunst und Aiteratuv. - - („ Illustriertc Zeit u n g.") (5m Rückblick aus die Hefte dcs ersten Semesters dcs Iahrgangcs 1885 der Leipziger ..Illnstricrtcn Zcitnng" (Verlag von I, I, W e b c r in Lripzig) zcigt. dass dieses Werk sich »ach wie vor als eines der gedic» gcnslrn ni,d trefflichsten illustrierten Journale präsentiert und seinem wohlbcgrnudelcu Nnfc in bester Weise gerecht wird. Die (Hcdiegcnhcil und Fülle des Gebotenen erstreckt sich über alle Zweige dcs politischen und socialen Lebens, dcr Kunst nnd der Wissenschaft; die Darslellimq des reichen Stoffes selbst legt das beste Zeugnis ab fnr die Umsicht und Sorgfalt dcr Redaction. Die stattliche Zahl der Illustrationen zeichnet sich dnrch die musterhafte Ansfuhnmg und die vorzügliche Ausstattung nns, Tcrt nnd Abbildungen wirken zusammen, nm dem Lcjer Anregung, Unterhaltung nnd Bclchruug in reichem Maße zu bieten. — (Zwei Novelle n.) Im Verlage von S. Schvtt -lacnder (Vreslan Leipzig Vcrli») sind zwei Novellen: ,. Pa» ter Franz" nnd „Sein Ehrenwort" von Ottilie M a l) er - A i b u s, in einem schön ausgestatteten Anndc er» schienen. In der Verfasserin dieser Novellen ist ein dcr Aus< mnntcrung würdiges Talent für die belletristische Literatur zu begrüßen. Vcide Novellen sind gute Leistungen, sowohl in Beziehung anf Anlage und Entwicklung nls ans Diction. In beiden Novellen sind es Hcrzcnsconslicle, welche in dramatischer Steigerung den Leser aufs höchste spannen nnd bis znm Schlnsse festhallen. In „P,iter Franz" ist es eine jnnge, schöne, gefall-füchlige Fran, welche vor wie unch ihrer Vernuihlnng einen jungen Priester in ihr Neh zieht und nicht eher von ihm ablässt, bis er fürs irdische Leben gebrochen ist. Erschüttert bis in die tiefste Seele, voll Zorn über die dämonische, Macht des falschen Weibes, sieht endlich dcr Leser das Grab über dem Unglücklichen sich schließen, dcr im dampfe zwischen Leidenschaft und Pflicht nntrrgieng, — Die zweite Novelle zeigt nns die Frau cinc^ drntschen Gelehrten nnd Arztes, dcr mchr scinem Across- nls seiner Gattin lebt, erfüllt von glühender Leidenschaft für einen berühmten Schanspielcr i sie vertraut ihre Liebe cincm Tcigcbnchc an, wclchcs cin Fvcnnd ihres Gatten, der selbst von'Leidenschaft für sie entbrannt ist, aus Rache dem Schauspieler übersendet. Dieser gibt es mit seinen» Tat! der Frau zurück und dazu sciu Ehrenwort, unverbrüchlich schweigcn zu wollcn. Aber bis znm Tode ihres Mannes, der ein Opser srinrs Bcrnfcs während einer Epidemie wird, quält sie der Gedanke an ihre übrigens ziemlich verschleierte Untreue, nnd crsl spät, alö dcr Hcld ihres Hcrzens der alternden Dame wieder persönlich nahe lommt nnd ihr gesteht, wie einst sein Herz für sie gestammt, gewinnt ihre Seele dic lang ersehnte Rnhe, Diese Novelle fesselt vorwiegend durch seine psychologische vchildcrmlg. Neueste Post. Original-Telegramme der Laib. Zeituug. Wien, I.Iuli. Ziehung der Serie» des !854,r Nnleh.lis. 130 1W 212 7li4 803 881 942 1182 1228 1230 1257 !2N5 1330 1475 1480 1594 1758 1797 1801 1920 1998 5>019 2082 2233 2397 2575 2738 2805 2822 2847 2982 3039 3121 3193 3264 3304 3310 3371 3372 3497 3551 3676 3751 3906 Graz, 1. Juli. E.zhnzog Wilhelm ist zuv Inspizierung der Truppm hier eingetroffen. Trieft, 1, Juli. Der Poliz'i gelang es, hier eine Fillschmimzerbande aufzuheben, Prägestücke, nalvano-plastische Apparate und masfeichafiss Zubehör zur Mülizellfabrication zu saisiereu. Das Haupt der ver-zweigteu Oande ist riu Schriftsetzer, dcr a/stern auch alretiert wurde. Sarajevo, 1. Juli. Der hiesig g,. o>. Metropolit Slwa Kosa'wvik hat seine Demission officirU eingereicht. Berlin. 1. Juli. Die „Nordd. Mg. Ag.« meldet: Der Iusiizauöschuss dcs Almdüswthls nahm einstimmig den Autrag betreffs der bru,uifchweig'schel> All« gelegenheit an; der Nundesrath bcrälh mmgen ilber deu Nusschustzb?iichl. Berliu, 1. Juli. Coutte-Udmiral a. D. Werner ülülNühm ukU Pcistc'U eint's ll^ndeshauptmanncs des Kaiser.Wilhelms-Laudes und dcs V'smalck-Urchiprls und wild ffiue Stellung im Herbste antreten. Frankfurt, 1. Juli. Lietke wurde als Mord,', t.es Polizeiriüh^s Numpsf zum Tode verurlheill. Braunschweig. 1. Juli. D^ Landtag etklälte einstimmig, mit dnu preußischen Antrag an d?n Vundes-ralh in der ThiMlsulg/frlM eiiwcrstandcll zu fein. Braunschweig, 1. Juli. Der Landlag winde hcu'r bis auf wettcres vrrtagt. Goech oerlas deu Schuslcn-wtchscl mit dem Herzog vou Cambridge, welcher Ansprüche auf die Negemschafs, Vormundschaft und even-lu-'U Guccefsion erhebt. Rom. I.Inli. In dcr Kammer theilte Deprelis di? Ncubildung des Cl,bil,k!s mit und erklärte, d^5 Cubinet haltc a» den bisherigen libelalt>n Grundsätzen und angcwrttdettn N^inungsmilteln f-st; er b>'to„tc die Solidarität mit seinem Vorgänger Mancini, zugleich, dass srin Aller die Gnruulie biete, dass er nicht zu allzu kilhnen Uulerliehmungen geneigt sei. Nom, 1. Juli. Das „Journal de Nome" hat wrgeu billigender Publicierung des Schreibens des Cmdiuals Pitra an den Director des Journals, Amslelbode, auf Aefehl des Papstes zu erfcheinen auf< gehört. Loudon, 1. Juli. Manners hielt gestern in Melton-mowblay eins R^de und bezeichnete als die Aufgabe drr Rrgieinng, Ordnung in das Chaos in Egypttu zu bringen, sowie der gespannten Lige an der afghanischen Grenze ein Ende zu setz«-». Heute findet ein Cal,!!iet8ra u r ck, s ch n l t t« - P r r i s e. Mtl.- M.u,< Vilt..'Mgz'.. N!tr, N.,li, fi.ill, N,!ll. Wtlzeu pi. H.s!oli< 7^5 ? 80, Butter pr. Kilo . — «5—,-Korn » 5 85 6 3, Eier pr. Slnck . . - 8z - — Gerste , 4 87 5M Milch ftr. Liter .- Z- — Hnfrr ^ Z!;ß -^ ^2 Rindfleisch pr. Kilo -64------ Halbfrncht ^ __ __ 6 53 Kalbslcijch ^ —56------- Heiden .. 5 4 5 52i Schweinefleisch „ —66------ Hirse „ 5 85 5 9?! Schöpsenfleisch ,, ^z8------- Knsnrnz .. 5 59 5 55 Hähndel Pr. Stnck ^ 3U Erdäpfel 1U0 jiilo 4 —-------Tauben „ - 17 ___ üinscn pr H,lw!!t, 8 —-------Hen 100 Kilo . . 1 ag — Erbsrn ^ 3------Stroh .... 1 51 — Fisolen . 8 50 Holz, hartes, pr, ____ Nindsschmalz Kilo - 94------- Klafter 7 20 — Schweineschmalz „-82 - weiches. „ 5----------- Spccl, frisch , - 54 — - Wein, roth ,i00Uit. ------24 --^ cifrailchfrt ^, — 66-------— weihcr „ . . 2y -. Rudolfswert, 30. Juni. Die DurchschnittS-Prcise stellten sich auf dem heutigen Martte wie folgt: st' lv, 'stT^ Weizen pr Hektoliter 7 58 Eier pr. Stück . — 1' Korn ., — — Milch pr. Liter . . — 8 berste „ — — Rindfleisch ftr. Kilo . - 52 Hascr „ 3 41 Kalbfleisch „ - 52 Halbfruchi „ 6 18 Schweinefleisch „ — — Heiden „ 4 88 Schöpsenfleisch „ .. — Hirse „ ^ __ Hähndel pr. Stncl . — 30 Knlnrnz „ 4 88 Tauben ,, , — 20 Erdäpfel pr.Meter^Ztr, 2 80 Heu ftr. 100 Kilo . — -Linsen pr, Heltolitcr — — Stroh 100 „ . — — Erbsen „ - — Holz, hartes, pr.Cubil'' Fisolen „ — Meter .... 2 71 Nindsschmnlz pr. Kilo — 85 — weiches, — — Schluriilcschmalz „ .- 80 Wein, roth, pr.Heltolit, 16 — Speck, frisch, „ .. __ — weißer. „ 10 — Speck, geräuchert. ., — 80 Verstorbene. Den 3 0. I n n i. Ludwig Salochcr, Arbeiters«Sohn, 10 Monate. Polanaslraßc Nr. 1«. Diphtheritis. Den I. Juli, Anna Koscc, Arbriters.Tochler. 11 Monate. Karlstädterslrafte 9«'r. 20, Nronclntig clipiUu,ri8. — Io» Hanna KriMum?, Slenereinnchmers° Witwe, 80 I,, Roscngasse Nr. 11, Altcrsschwä'chc. Im Spitnle: Den 2 9. Juni, Joses Istcniö. Agent, 28 I., Gehirnlähmung. — Johann Kodlcr, Arbeiter, 61 I,, (>aromomn, »d-ali8. — Barthelmn Kosec, Arbeiter, 70 I,, zlarugmus 50»i!i8. Meteorolossischc Venbachtungen in Laibach. ?N.Mg, 732.32 17.« N. schwach bewüllt c,,^ 1. 2 , N, 733,92 18,3 SW. schwach bewölkt ^'"" 9 „ Ab. 734.20 16.8 windstill halbhciter ^^en Morgens bewölkt, geringer Regen, dann Ansheiternng nach 11 Uhr rasch znnehmrnde Vewöllnng, um halb 1 Uhr Sturm mit Gewitter und Regen ans SW,, beiläufig eiuc halbe Stnndc anhaltend! nachmittags wechselnde Bewölkung; abends theilwcisc Aufheiterung. Das Tngesmittel dcr Wärme 17,6°, um 2,4" unter dem Normale. Verantwortlicher Redactenr: I. Nag lit. 5 Im Namen der Freunde und Bekannten gebe ich die betrübende Nachricht von dem Hinscheiden dcr Fran k. l. Stcucr - Einnehmers Witwe welche am I.Iuli d. I. im Alter von 81 Jahren selig nn Herrn verschieden ist. Das Leichenbegängnis findet am 3. d. M. nach' mittags halb « Uhr vom Tranerhause Nosengasse Nr, II ans statt. Dic heiligen Seelenmessen werden in der Pfarr-tirchc zu St. Jakob gelesen. Laib ach, 2. Juli 1885. Dr. Josef Kaftler. 1219 Course an der Wiener Börse vom 1. Mi !8N5. N°« bem 0^^ Comsbl«««. <^elb War« StaatS.Auleheu. Notenrente.......82 «0 8l 75 Eilberrente.......822b 8245 I8«er <»/« Staat«lose ü5o fi, —— . -. l8L«er 5°/, ganze 500 ,, 18» .- iz« h» l«so«r s."/u Fllnsle! lNU ,. 140 75 141 25 »864er Staatölo,e . . wo „ 1«? ?s, 1«8 xb lse^er ,, .50 „ 16«' . ie« 7b 2omo»Mentenschcinc . per St. 42'— 45-- i'/uOeftVolbrknte. fieuerirei . 108 b» i08 ?5 Qefterr, Notenrente, fteuerfrei , 9» «5 99-50 Ung.Eoldrentt 4°/, .... 9855 SK7Y „ Papierrenl^ 5."/^ . . . . »8 55 92?c> „ " ^ "^ 108 50 109' -„ PramilN'Nnl, i^ l0Uft, ö,W, 117-30 ii?.L„ Grundentl.. Obligationen (slll lou ft, E,.M,), °°/° böhmische...... io«'5l> - - ^°^<> «»l'z'sche...... 101L0 1U2LN ö°/« mährische...... 1O5.,5 __., . d°/<> nieberöfterrelchlsche . . . ia? — in? ?b ü°/» fteilischc.......IN4- i«5bu b"/u noatische und slavonische . 102— io< — 0 °/, sttbenbltrgischt.....,01 53 ,02 — Geld Ware b°/, Temestr «anat . , . , 101 75 102 50 5°u ungarische......102 ü0 lü3 bu Andere öffentl. Nnlehen. Donau »teg,-l,'ose 5",« loo ff. . 11« — 11«'50 bto. Anleihe 187«. fteu^frei . 104 bo INb — Anleh>,'!i b, Stabtgcmcinb.! Wie» 102 — 10275 Nnleben b, Slabtgemeinde Wien (Silber und Gold) . . . , — — — — Prämien.Anlb.Stabtgem.Wlen — — — — Pfandbriefe (für 100 fi.) Vodencr, allg,üslelv,4>/,°/<>Gold, 12,-00 124 25 bto, ln 50 „ ., 4>/, °/n »»bV illo — dto, in kio ,, „ 4°/« , »3 50 94 — vlo, PrämleN'Schulbversch,»»/» 97— 97 50 Ocst. Hypolhelenbanl ioj. 5 >/, »/>, lüi — —-— vefi »nnss Nnnl verl s, "/„ , IN4 - lo<'3« blo. „ 4 >/»"/« - »01-80 102 bto. „ 4 o/n . , 9»la L99U Ung, allg, Vobenciebit-Nctienges in Peft in I, >83l» verl. 5'/, °/<> l02 ?5 l03?l> Prisritäts > Obligationen (sür ioo si.) «ilisabelh'Weftbahn l. Emission 113 75 H4 — sseidiNllnbs-Nordbah» «n Silb. 106 — 10« 50 strauz»Iosef«Vahn.....92b» »2 »o Valizische Karl»l!ubwig»!Uah>! ! (ill,, !«»! »U0 fl, S. 4 >/,«/, . >U0'?s,^0I'- Oesterr, Norwestbahn .... 103 75 104-Siebeudllrgel..... . »9 80 99 6c Oeld War« Slcialsbah» !. ltmisfion . . . 194^5 195- Sildbahn k «»/»...... 151-^ Ibi 50 „ il 5"/«...... 127 —------- Ung'galiz, Vahn..... 100 — 100 50 Diverse Uofe (P«r Slücl) Creditlose 1«,0 N. , . . , 17550 17«! — Clary.Loft 40 ss...... 43-2K 4< — 4 n/a Donnu^Dalupssch, INN ft, , —-— " — Vaibacher Prämien-Anlehl!» ^>fl. 28— 23 50 Osener Lose 4«) fi...... 4250 48-bo Palssy'Vose 40 N...... 29-75 4025 Rothen Kreuz, ösl. Ges, v. >l» fi. 1450 !4'?c Mudolf^'ose ><> fi..... 1775 18 50 Salm»^ose 40 fi..... b4 00 Lb-s.o S!,^Genoi«-Lole 4U fi. . . . 48— 48 7". Walbslcin-Vose ÜU ft..... 29'— U>» 75 Wind!schgräh'>!ole ü» ft. , , , 37-25 »7 7(, Nanl-GeseNschast, Wiener »OU fi. —«- ------- Ganlvcicin, Wiener, INN fi, , . 101 > 101 50 Vdncl'Anft., Oest.il00fi,S,4U°/n 2,5-50 22« s.c, Crdt'Anst. s, band. u, G, l«uft. 284 «n 284 uo "c'dilbanl, Alla. Ung. 2Ul» fi, . 28< 75 285-^5 Depositenb. Allg. «nu fi. . . . 1,5- -19« - Lscomftte Ges,, Nieberöft. 500 fi. 593 — »00 — Hypothetenv.,6ft, W0 fl, »5°/°E. 59— bi — Länberbanl, öfi, i!0Ufi,G,50"/o «erlehr«banl «ll». »40 fl 144 — 144 50 Actien von Transport» Unternehmungen. (per Slülk) Nlbrecht-Vahn i8b — Aussig.Tcp, «iisenb. 2U« ft, CVl.----------------- Vo'hm, Nordbahn 150 fi. . , , 183 50 184«? „ Westbahil L0N ft. . . . 282 — 284 — Vuschtiehraber Eisb, 5>y»fi.«M, — —------- „ (lit, U,) »00 fi. . 19150 192'bl» Donau. Dampsschiffahrts « Ges. Oesterr. 500 fi. ÜM. . . . 449 — 451 — Dr<,N'Eis,sNat,^Db '^)«naN,S. 180-25 I80'75 Dux-Vodcubacher lz,«. WNfl.S,----------------- Elisabelh'Uahn XW fl. CM. . ,237-- 288 — ,. iünj-Nudwei« ül>0 fi, . . ,-------—- , Salb,-Tirol.lII,E,I»732U»fl.S, «01 — 201 50 Ferdinand« Nordb. IN0U fi. Mnflirchen°Bar!,'ser!iis,Ä00fi,S. —'— — — Galzssarl Lubwig'V.2Ul>fl,EM, «44-7« 245 25 Vraz-«o',lacher Staatöelsenbahn «00 sl. ü, W. . 29« — 2»«b0 «Vtlb W«« Sildbahn «ao fi. Silb« . . .I»6 2i iz»7» Si!d-3toidb..Verb..!v.z>oufi -— —- . „ElbemilhI". Papiers, u. V..G, «5 — «5 »» Montan-Gesclllch. östcrr.«alpin« 37— «7«/ Prager Elsen«Inb.»Ges. «00 «. — — — Salao-Tarj. «üftnrass. 100', . — —'— Waffenf-O, Oest. ln w. 100 si. — — — — Trifa»ler«ohlenw..»«s. I9«fi. , —-— —— Devisen. Deutsche Plätze......«1 ob «1 «0 London.........»»4 »l «4 «» Pari«.........4s »L «4° Petersburg......—— — — Valuten. Ducaten........ b»X »»l» «0.Franc«'GtH