Kchrtftl-ttm»g. R«thhao«gasie Nr.» »»«Ich?»»»«! (ntl Mut« »rr e«> ». ftj»»n, . . . t » *u H°»«adrig . . . (I. « «» ?«» # tlli Mll .SlftcQuilg t» , H»a«: «»»»IN« ...... — MaxiMrt, . . . I. i-»0 H»ldj«drtg... . . . . st. »•_ »ilr'l Ultimi «ch bit «MkMIinM »irhtdn«» 8crfeai>a»«i-i#db«Aell»»g. Ar. SV. AiM, Donnerstag, 30. Wärz 1899. 24. Zayrgang. Deutscher Werein in ^illi. Der Deutsche Verein hielt seine diesjährige Haupiversammlung am Freitag den 25. d. M. im Sariensaal« de« „Hotel Terschek" ab. Für den durch berufliche Geschäfte verhinderten Odmann Herrn Dr. Heinrich o. Jabornegg leitete der Obmann-ktellvenreter Herr Juliu« R a kusch die gut be-suchie Versammlung, in welcher er namentlich in eren ReichSrathSabgeorbneien Herrn Dr. Joses Po mm er heizlich willkommen hieß. Aus ^em Berichte de« Vorsitzenden über den Stand und die Thätigkeit de« Vereine« war zu entnehmen, baß der Teutsche Verein gegenwärtig 120 Mitglieder zählt und in alle nationalen Frage» eingegriffen hat, welche da» Deutschihum im steieri' schen Unterland« betreffen. Seit der letzten Haupt-Versammlung hat der Ausschuß über 20 Ausschuß-sitzungen und außer diesen noch zahlreiche Besprich-«ngen abgehalten. Die Thätigkeit de« Vereine» ist naturgemäß eine »»erne, doch hat er in vielen Fällen seine thängke» auch nach außen bekund«. So hat er gegen di» Haltung de» Wiener Gemeinderathe» Stellung genommen, au» welchem dann Herr Abg. Dr. Pomm-r zur allgemeinen Befriedigung aus» Betteten ist. Selbstverständlich war auch die Stellung« »ahme zu den Eprachenverolbnungen eine Ehren» ssticht für ten Verein. Du« Gleiche war bezüglich der mangelhaften Odstruciion der Teutschen Volks-pari« der Fall. Sehr häufig hatte der Deutsche Verein Gelegenheit, sich bei Vorkommnissen auf nationalem Gebiete mit den Gegnern zu besassen. Die« war namenitich der Fall bei Siörungen der deimischen Bürgerichast durch Veranstaltungen im Narooni dom. ^uch mit gewerblichen Fragen hat sich der Ve-ein befaßt und im Einvernehmen mit den Gewerbetreibenden einen Lvrtrag deS Herrn Weder auS Klösterle ermöglicht, ebenso auch einen Lorirag deS Abg. Walz über Steuerreform. WeiierS hat der Verein zur Auflösung deS Grazer Kim.inderatheS Stellung genommen und bezüglich der Aufhebung der Geneidezölle eine Resolution Sn'aßt. Ter Verein hat selbstverständlich auch eine lngelegenheit im Auge behalten, die in Cilli große Kliegung hervorgeruien da«: die doppelsprachigen »usschristen im neuen Postge^äude. Der Verein Hai gegen die „unverbindlichen Besprechungen" von Z>i»giiüh,eitig schon fingen sich an zu paaren die Spatzen mo Meisen, und Fink n und Stare zogen immer tu, zu zwei m'S Gedusch. Vor meinem Fenster monie da» fröhlichste FrühlingSgezwitscher der bmicn Schar, die mir Dank zollte sür den stet» jld.ckien Wmleriisch. N»n kommt e» plötzlich anders. ®'t rauhe Winier zieht in'» Land; dichter öchnee deck» >p nnnihoch die Fluren; ein eisiger Ü.'uiD wehr von Nord und der F ost legt seinen tyiinjtt über die weiße Deck,. Kein Vöglein ver» ■aM m hr, sich die kärgliche Nahrung zu suchen »nd biitei und betielt an Fenster und Thüren, fcule Bet lieben kleinen Sänger sind schon deS gel orben, vi.le verderben an unrichtiger dfi g« und viele wenden infolge der Schwäche die dem« raubaierigen Genndels. In »>ein»m H im an niedeier BergeSlehne habe Kt, mir schon seit Beginn deS WimerS Fuuerplätze »l>t,eiichle«, auf denen ich gemischte Samen sür die Ministerium protestiert und sich an dem Vertrauens» männertage in Graz beiheiligt. Der Ausschuß hat sich bemüht, daS ihm entgegengebrachte Vertrauen zu rechtfertigen und unter der Losung der Selbst» losigkeit gearbeitet. (Lebhafter Beifall.) Der Säckelbericht, zu dessen Prüfung die Herren Joses König und Josef I a r m e r berufen wurden, bewies, daß der Ausschuß jede sich dar-bietende Gelegenheit, deutsche Zwecke zu fördern, eifrig ausgenützt hat. Zum Gegenstand« „Neuwahl deS Ausschusses" bemerkte Herr JuliuS Ra kusch, daß er eS für sehr ersprießlich und zweckmäßig halte, wenn Herr Dr. o. Jabornegg wieder zum Obmanne gewählt werde, da er ja die volle Eignung hiezu besitze und den Verein bisher in ganz vorzüglicher Weise ge» leitet habe. Die Wahl hatte folgendes Ergebnis: Obmann Herr RechtSanwalt Dr. Heinrich Jabornegg von AltenfelS; Ausschußmitglieder die Herren: RechtSanwalt Dr. Ernst Mraulag, Vicebürger-meiner JuliuS Ra kusch, Primararzt Dr. Gregor Jesenko. AdvocaturScandidat Dr. Edwin Am-drofitfch. Malermeister August Detoma und Bergingenieur Franz Pollet. Nach Vornahme der Wahl ertheilte der Vor-sitzende dem ReichSrathSabgeordneien Dr. Josef Pommer das Wort. Dieser erklärie, daß er eS sich zur Aufgabe aestellt habe, den § 14 unserer Veifassung und die Unanwendbarkeü dtSselben auf den ungarischen AuS-gleich einer Besprechung zu unierziehen. Er warf einen umfassenden Rückblick auf die Verhältnisse, welche im vorigen Sommer zur Vertagung des Reichstage« geführt haben, auf die Verhandlungen der Regierung mit den Deutschen auf Grundlage der Siumer'schen Grundzüge, welch« bekanntlich von den Deutschen einstimmig abgelehnt wurden, wa» zum SessionSschluß sühne. Damit war nach An-nähme der ofsiciöfen „Wiener Abendpost" „der Regierung erhöhte ActionSfreiheit gegeben". Zu jener Zeit mag allerdings die Regierung autorisiert gewesen sein, weiter zu gehen, als die» heute mög» lich ist, nämlich bi» zu einem Staatsstreiche durch Einführung de» allgemeinen Wahlrechtes zu dem Zwecke, um die Deutschen zu vernichten, ooer durch Wiedereinführung der indirekten ReichSrathSwahlen. Daß solche Maßreg. ln nur unter Miiwirkung der parlamentarischen Vertretung möglich feien, da» verschiedenen Vogelarten streue. Besonder» eifrig in der Futteraufnahme zeigen sich die Meifenarten, welche mit besonderer Vorliebe die ungeschälten KürbiSkerne mit bewunderungswürdiger Schnelligkeit in ihre geheime Verstecke tragen. Der letzte Schnee brachte mir meine lieben Thierchen aus dem nahen Walde und ich habe nun Gelegenheit, Hunderte der armen Vöglein täglich befpeisen zu können. Sie finden ihr Futter auf dem Tischchen, unter denselben und im nahen Ge-büsch. Auch die Schulkinder zeigen durch meine Aufmunterung ein warmes Herz für die armen Geschöpfe, denen sie nicht nur Futter zuhaust streuen, sondern auch noch solches auf die Futtertischchen bringen. ES wäre nur zu wünschen, daß überall die Kinder zur Pflegt unserer nützlichen Singvögel in gleicher Weise angehalten und erzogen werden wüiden. Schon auS freiem Antriebe bringen die Schüler die halb verhungerten und ermatteten Thierchen in die Schule, wo sie gestärkt und gepflegt werden und in einem größeren, lichten Raume, bestehend aus zwei Zimmern, in die Gesträuch und Geäste gegeben wurde, ihrer freien Bewegung wieder» gegeben werden. Ein wahrhaftes Vogelasyl. Am empfindlichsten sind in der Pflege die Rothkedlchen und die Singdrosseln. Als Nahrung gebe ich ihnen feingehackte» Fleisch (Herz, Milz, Lunge, Leber) mit geriebtnen gelben Rüben ver-mischt mit Maismehl und Semmelbröseln. genierte niemanden. Thun hatte schon im Mai von Baron Banffy ein neuerliches AuSgleichSpro» visvrium verlangt, welches dieser aber nicht zugt» stehen konnt«. Denn einen so günstigen Ausgleich, wie ihn Badeni den Ungarn zuzugestehen bereit war, konnten sie zum zweitenmale so rasch nicht bekommen, zumal die Deutschen entschlossen waren, die Abstimmung zu verhindern. Aber die Ungarn mußten doch auf ihre eigene Gesetzgebung Rücksicht nehmen, in welcher e« ausdrücklich heißt, daß die Verhältnisse zwischen Oesterreich und Ungarn nur geordnet werden dürfen auf Grundlage versassung«, mäßiger Zustände hüben und drüben. Deshalb mußte zum Scheine der Versuch gemacht werden, den ReichSrath aciion«fähig zu machen. Thun mußte sich fügen. Der ReichSrath wurde im Sep« teinber abermals einberufen und demselben die AuS» gleichsvorlagen zur commissionellen Behandlung vorgelegt. Wenn der ReichSrath aciionSsähig ge» macht werden würde, dann war Banffy bereit, ein ganz kurzes, technischen Zwecken dienende« AuS» gleichSprovisvrium zu bewilligen und dann die An-wendung des § 14 beim Ausgleiche zu dulden. Da« Ministerium erklärte, e« sei für alle Fälle gerüstet: nur für den Fall, al« die Obstruction ausgeschaltet blieb, war die Regierung nicht ge-rüstet. Die Wiedereinberufung de« ReichSrathe« war den Tschechen sehr unangenehm, und in seiner Kuttenberger Rede hat der Abg. Herold selbst zu-gegeben, daß sie mit der Regierung über die Heim» schickung deS Parlamentes verhandelten. Redner wie« nun nach dem Wortlaute und Geiste de« § 14 dessen Uiwnweiidbarkeit auf den Ausgleich mit Ungarn nach und zog hiebei auch Wandlungen im Nachbarstaat? in Erörterung. Der § 14 erklärt, daß die Nothverordnungen unter Gegenzeichnung sämmtlicher Minister nur erlaubt sind, wenn sich die dringende Nothwendigkeit herausstellt, solche zu erlassen, zu einer Zeit, wo d«r ReichSrath nicht versammelt ist. Für un» ist der Ausgleich, dessen Nothwendigkeit sich keineSweg« erst in dem Zeit-punkte herausgestellt habe, da der ReichSrath nicht mehr versammelt war, keine Nothwendigkeit, für un« ist die Nichtannahme eine Nothwendigkeit. Der Redner besprach dann die GesetzeSstelle „wenn der ReichSrath nicht versammelt ist". DieS könne wohl nur soviel heißen, wenn e« nicht möglich ist, den ReichSrath einzuberufen, z. B. im Falle eine« Auf-stände«, einer Kriegsgefahr, Pest u. f. w., nicht Eine Singdrossel, die schon ihr Köpfchen hängen und sich auch aus den Rücken legen ließ, wurde wieder munter, al« ich ihr einige Tropse« Rum und darauf Milch und Wasser gab. Mit Fleisch-stücken mußte ich sie schoppen, da da« arme Thierchen nicht mehr die Kraft hatte, die Nahrung selbst zu nehmen, auch zeigte sich im Schnabel ein Krampf. der erst dann behoben war, al« sich die Sätti-gung zeigte. Vor allem müssen wir bedacht sein, den Vöglein eine Unterkunst gegen die Unbillen de« Weiter« zu geben und da eignet e« sich sehr, daß man unbe» wohnte Räume und besonder« die Keller öffnet und da hinein Futter streut. Die geringen Kosten und daS bißchen Mühe werden die kleinen Sänger fchon gut machen, wenn der Frühling wirklich in'« Land zieht und da« Starerl ruft, die Drossel flötet, die Meise zipt, der Fink schlägt, dann hast auch du deinen Dank von ihnen und achte nur, daß sie auch ihr Nestchen bei dir bauen. Die lieben Kleinen übernehmen dann auch einen Theil deiner Wirth-schaftSthäiigkeit, sie putzen und säubern deine Bäume und nützen dir so indirect. Die wenigen Zeilen sind nur deshalb gegeben, um Liebe und Freude, vielleicht auch Muleid zu erwecken sür unsere kleinen Nothleidenden, sür unsere kleinen Wohlthäter! Erbarmet euch unserer lieben Vöglein. o aber, daß man dies so prakticieren könne, indem man den ReichSrath nachhause schickt und dann sagt, jetzt ist er nicht versammelt. Der § 14 ist aber in diesem Falle auch deS-halb »»anwendbar, weil die Feststellung der Quote eine dauernde Belastung des Staatsschatz«« bedeute, wa« BilinSki seinerzeit selbst zugestanden hat. Eine solche dauernde Belastung de» Staatsschatzes ist aber im § 14 selbst al» unzulässig erklärt. Daß Banffy gestürzt werden würde, war vorauszusehen; von seinem Nachfolger Szell wissen wir noch nicht». Der .Magyar Hirlap" sagt zwar, die Ernennung Szell'« bedeut? ein Programm der Gesetzmäßigkeit. Er selbst habe erklärt, sein erster Grundsatz sei die unerschütterliche Festhaltung an dem Artikel 22 der ungarischen Verfassung, der die VersassungSmäßigkeit garantiert. Wenn vieS der Fall sein wird, dann wird die Anwendung deS § 14 auf den ungarischen Ausgleich unmöglich. Der Ausgleich sollte aus zehn Jahre geschlossen werden, Szell Hai ein Neues erfunden. DaS österreichisch-ungarische HandelSbündniS, daS noch einige Vor-theile für Oesterreich bietet, soll drei bis vier Jahre wirksam sein, der übrige Theil aber für die Dauer von zehn Jahre» abgeschlossen werden, die Ad-machung über die Quote uno da» Verhältnis mit der österreichisch-ungarischen Bank, bei dem sich Ungarn die Vorherrschaft gesichert hat. sollte zehn Jahre dauern. ES sei bedauerlich, daß die Ungarn nicht einsehen, daß ein Angriff auf die österreichische Verfassung einen Sturz deS verfassungsmäßigen Lebens nicht nur in Oesterreich, sondern auch in Ungarn bedeute. In einer vielbemerkten Rede hat übrigen» Polonyi auf die furchtbaren Wirkungen der Slavi-sierungSarbeit in Oesterreich hingewiesen und damit die Deak'iche Tradition gutgeheißen, nach welcher in Ungarn die Madyaren. in Oesterreich die Deut-sehen die Hegemonie haben sollten. Von dieser Hegemonie haben die Regierunge» seit Taaffee ein Stück nach dem anderen weggerissen. Der entschei-dendste Schritt war die Herabsetzung deS Wahl-censuS. Dann seien die verschiedenen Sprachenver« ordnungen gekommen. Dipauli habe als Abgeord-neter für die deutsche Gemeinbürgschast gesprochen, al« Minister habe er den internen Postvienst in Böhmen tschechijiert. Auf di« Slavisierung de» BeamtenstandeS übergehend, erwähnte der Redner die Neubesetzungen beim Obersten Gerichtshöfe, die ungeheuer« Vermehrung der tschechischen Beamten in Böhmen, so daß in dem reindeutschen Reichen-berg schon 40% der Beamten Tschechen seien. Dort sind sämmtliche drei Vorsitzende der Erwerdsteuer-Commissionen Tschechen. Um in Reichenberg tsche-chische SchwnrgerichiSverhandlungen zu ermöglichen, feien tschechisch« Geschworene aus Jitschin dahin berufen worden. Der Redner verwies noch auf die Gründung slavischer Mittelschulen und einer «schechischen Technik, sowie auf die Schädigung des Deutsch-Oesterreichifchen Bündnisses durch Thun. Gne Schmach sei eS, daß Deutsche die Regie-rungSmehrheit verschoben haben, nämlich die Cleri» calen, die sogenannte Katholisch« Volkspartei, die weder katholisch, noch eine VolkSpartei sei. Die Ungarn haben auch in Oesterreich die Einführung einer Zuckersteuer verlangt, wo- Unterm Pantoffel. Bus dem Schwedischen von E. S t i n «. Zwei Besorgungen und zwei Visiten an einem Vormittage — da« nimmt Zeit. Bei dem letzten Besuche hatten sie ihr Backwtrk vorgesetzt und sie geneckt, daß sie sich nicht getrau«, ihren Mann fünf Minuten warten zu lassen; sie aber, ohne ihnen die Antwort schuldig zu bleiben, war gegangen. E« war wirklich spät. Sie lief die Treppen hinauf, nicht eben ängstlich, aber doch eilig, um beizeiten zu Haufe zu sein, und riß heftig die Küchen-thüre auf. die Hedva immer offen stehen ließ. ' »Ist der Herr zu Hause?' „Nein, er war noch nicht da.' Sie that einen Seufzer der Erleichterung, legte in größter Haft ab und eilte in« Speisezimmer, um zu sehen, ob der Tisch vollständig gedeckt sei. Sie war noch nicht länger als «in halbes Jahr ver-heiratet, kannte ihren Mann jedoch bereits hinlänglich, um zum voraus zu wissen, daß jedes Zeichen von Unordnung seiner guten Laune einen gewissen kleinen Stoß versetzte. Mein Gott, kein Essig in der Caraffe! Sie lief in die Küche, um die Caraffe füllen zu lassen nnd hob im Vorübergehen die Deckel von den Töpfen, um sich zu überzeugen, daß all.» fertig sei. Da macht« si« «ine Entdeckung. .Aber Hedda, di« Erbf«n sind ja nicht gekocht!" durch der Preis des Kilos Zucker um sechs Kreuzer steigen müßte. Die Katho-lische VolkSpartei und diewindifchenBauern-Vertreter haben im Ausschüsse dafür gestimmt. Dazu kommt noch, daß «in großer Theil der Steuer nach Ungarn fließen wird, weil die Steuer nicht dort eingerechnet wird, wo der Zucker produciert, sondern wo er consumiert wird. Früher haben sich die Clericalen immer den Mund recht voll genommen, wenn die Herabsetzung deS ViehsaljpreiseS auf die Tagesordnung kam. Sie haben gesagt, die ganzen Eprachenoerordnungen interessierten die Bauern nicht soviel, wie die Herab-setzung deS SalzpreiseS. Im AuSgleichSauSschusse aber haben die Katholische VolkSpartei und die slovenischen Abgeordneten der Regierung den Ge-fallen erwiesen. Mann sür Mann gegen den Antrag auf Herabsetzung be« SalzpreiseS zu stimmen. Thun hat bekanntlich aus da« Junctim ver-zichtet, wonach die Quote unter einem mit dem Zoll- und Handelsbündnisse bestimmt werden soll. Abgeordneter Kaiser hat im AuSgleichSauSschusse daS sür Oesterreich fo nothwendige Junctim. welche« auch Badeni gewollt hat, aufgegriffen. Der Minister und VolkSkatholik Dipauli hat sich dagegen erklärt. Die VolkSfreundlichkeit der Katholischen Volk«-Partei und der Slovenea ist auch bei Erörterung de« HausierverboteS in ein grelle« Licht getreten. In Oesterreich wimmelt e« von Hausierern, welche ungarische Patente haben; in Wien gibtS deren allein über 2000. In Ungarn haben aber Städte und Märkte da» Recht. Hausierverbote zu erlassen, während uns in dieser Richtung die Hände gebunden sind und sogar eine Regierungsvorlage wieder zurückgezogen wurde, wonach doch wenigstens Städte und Märkte mit mehr als 10.000 Ein» wohnern das Recht gehabt hatten, Hausierverbote zu erlassen. Die Katholische VolkSpartei und die Slovenen haben dagegen gestimmt, daß jede Reichs-Hälfte ihre eigenen Hausierer behalten sollte. Die peistige Führung in der Katholischen Volk«-partei haben bi«her die Tiroler gehabt. Und in einer specifisch tirolischen Frage hat die Katholische Volk«partei neuerlich ihre VolkSstindlichkrit erwiesen. Aus daS nach Tirol eingeführte Getreide wird ein halber Kreuzer per Kilo aufgeschlagen, waS der ungarischen Getreideeinfuhr doch keinen großen Schaden zufügt. Uud doch macht dieser Aufschlag im Ganzen eine halbe Million Gulden. daS ist ein Drittel deS gefammien LandeSerfordernisseS. auS. Die Ungarn verlangten nun, daß nach dem neum Zoll- und HandelSbündnisse der Getreide-ausschlag aufgegeben wird, oder auch berechnet wird für das in Tirol selbst wachsende Getreide. Dieser Unverschämtheit fügten sich die Herren auS Tirol, welche der Katholischen VolkSpartei an-gehören und eS wurde dieser Punkt mit ihren Stimmen angenommen. Nicht ei» einziger VerbesserungSantrag fand im Ausschüsse seine Annahme bei dieser Partei; daS ist eine Partei deS VolkSoerraihe« in jeder Hinsicht, in nationaler und wirthschaftlicher Beziehung. Und wenn unter der Flagge de« KatholiciSmu« solche« möglich ist, so sei eS wohl begreiflich, daß der Ruf „LoS von RomV immer lauter durch die Lande hallt. Diese Partei ist eS, die jetzt mit „Na, werden schon noch," sagte Hedda mit der größten Ruhe von der Wett!" „Werden schon noch!" Die junge Frau gerieih außer sich. Sie fragte Hedda. waS sie denn eigentlich glaube, ob sie zu Mittag oder Abend essen wollten; ob sie denn ver« gessen habe, daß der Herr um halb fünf nachhaust käme; ob fit sich vielleicht einbilde, der Herr habe «in« Vorliebe für halbrohe Erbsen, und was sie denn eigentlich meine, was der Herr sagen würde. Hedda kicherte bloß, während sie den Herd mit Holz vollsteckte. „Na ja, der Herr ..sagte sie; .'S ist doch nicht so gefährlich. wenn'S auch ein paar Minuten länger dauert. Wenn ich die Gnädige wär', möcht' ich nicht so schrecklich viele Umstände machen. Die Leute reden ohnehin, die Gnädig« steh' unterm Pantofftl." „WaS sagen Sie da?' Zunächst entstand «ine Pause betroffener Ueber-raschung, dann sogt« di« junge Frau etwas, da» vernichtend wirken sollte, aber total den Effect ver-fehlte, und hierauf verließ sie den Wahlplatz und begab sich in ihr Zimmer, wo sie mit zusammen-gebissenen Zähnen auf- und abgieng. während ihr eine Menge niederschmetternder Antworten einfielen, die sie statt der mißglückten hätte sagen können. Ein Streit mit Dienstboten ist da» Nerven-aufreizendste, waS eS geben kann. Sich in einen 189? Thun die Zeit vertrödelt und den Streit verschärft. „Nirgend» in allen Landen ist diese Partei deutsch." Jetzt will Thun ein Sprachengesetz ma Hilfe des § 14 erlassen, derselbe Thu», der bei« An-tritte erklärte, daß die Sprachensrage nur im Ein-Verständnisse beider Parteien geregelt werden könnte. Auch in diesem Falle, wo Thun die Sprachensrage regeln will, ohne eine der Parteien gesraqt z« haben, ist der § 14 unanwenddar. Denn die Nothwendigkeit der Sprachenfrage hat sich nicht «ist jetzt herauSgesttllt. sondern besteht schon seit zwanzig Jahren. Nach Artikel 11 fallen übrigens alle AuSführungSgefetze der grundlegenden Bestimmungen in die Competenz deS Reichsrathes. Graf Thun, von dessen Unfähigkeit auch sein Compagnon Dipauli durchdrungen ist. hat die Sprachenoerordnungen aufzuheben und dann zu gehen. Zur Fciedensftiftung ist er untauglich. ES muß mit dem ganzen deutsch-feindlichen System gebrochen werden, dann erst ist ein Friede möglich. Redner erinnert an die Worte deS großen StaatSlehrerS Treitfchke: .Ein Regieren gegen die Deutschen Oesterreichs bedeutet den Unter-gang Oesterreichs." Wir werden die parlamen» tarische Maschine hemmen, nicht nur solange die Sprachenoerordnungen, sondern solange da« deutsch-feindliche System besteht. Dr. Pommer erklärte, er werde immer auf dem einmal eingenommene» Standpunkte verharren. Lebhafter Beifall lohnte die überaus anre-genden Ausführungen und der Vorsitzende beglück-wünschte den Redner mit herzlichen Worten. ^ Hieraus begründete Herr Abgeordneter Dr. Pommer in kurzen, treffenden Worten nach-stehende Entschließung: Die Wählerschaft von Cilli sieht in der von der Regierung wiederholt und nur zu dem Zwecke, um für die Erlassung von kaiserlichen Verord-nungen nach § 14 die Bahn frei zu machen, verfügten Vertagung und Schließnng de« Reich»-rathe« einen verwerflichen, dem Geiste d«r Ver-fassunq widersprechenden Mißbrauch. Die seit fast zwei Jahren geübte Auslegung und Anwendung des § 14 des StaatSgrund-gesetzeS ist eine nicht einmal mit dem Buchstaben, geschweige denn mit dem Geiste deS Gesetzes und mit der Absicht be« Gesetzgebers vereinbart Ver-letzung der Verfassung uno der einfachsten Grund-fäye de« Constitutionali«mu«. Sie macht die staat«grundgefetzlich gewährleistete Mitwirkung der Volksvertretung an der Gesetzgebung hinfällig und ist der Einführung deS verkappte» Abfola-tiSmuS und einem verbrecherischen Staatsstreiche gleichzusetzen. Die Beseitigung be« § 14 ist deshalb eine durchaus gerechtfertigte Forderung aller wahrhaft fr«ih«itlich gesinnten Staatsbürger. Der deutsche Volksstamm stand in Oester» reich seit jeher, sowohl waS Zahl und Bildung, als auch waS Leistung für den Staat an Gut und Blut anbelangt, an erster Stelle, und e» kann und darf demselben der ihm gebührende Einfluß auf die Gestaltung und Verwaltung de» österreichischen Staate» nicht länger vorenthalten werden. Mit'dem daS deutscht Volk verletzenden, de» Staat selbst aukS schwerste schädigenden Systeme Wortwechsel mit ihnen «tnlafftn darf ma» nicht, sonst verliert man sein« Würd«, und läßt man sich in keinen Wortwechsel »in, sondern tracht« man. seine Ansichten in einer einzigen Antwort nieder» zulegen, so geschieht e« leicht, daß diese nicht hi»-länglich inhaltreich wird. AlS ihr Mann nachhause kam. saß sie mit glühenden Wangen und zerraustem Haar« b«i« Schreibtische, fünf halbbefchriebene zerrissene Zeug-niss« für Hedda vor sich und eben im Begriffe, da» sechste zu verfassen. Sie hatte ihn weder die Vorzimmer öffne», noch durch das Speisezimmer kommen hören, und nun stand er im Zimmer, ohne daß sie eS merkte. „Agda!" Sie sprang auf und fragte, warum er so spät komme. „Pst." fagte er, .glätte Dein Haar! Ich habe jemanden mitgebracht." In derfklben Secunde stand sie vor dem Spiegel und hatte die Bürste ergriffen. „Wen denn?' „Papa!" „Mein Gott!' Ehe ihr Mann den Rock hatte wechseln können, hatte sie alle ihre Laden auf- und zugeschoben, vier aarrosetten und drei niedliche Schürzen probiert, ie hatte ihren Schwiegervater nur einigemale flüchtig gesehen und kannte ihn kaum, und nun kam <«<*9 des Regieren« ohne, ja gegen die Deutschen muß endgiliig und allen Ernste» gebrochen werden. Nicht die Befriedigung tschechischen Ueber-«ulhe« und seudal-clericaler Herrschsuch«, nicht der Ausgleich mi« Ungarn, sondern eine ehrliche Versöhnung deS deutschen Stamme» in Oester-reich, der Ausgleich mit den Deutschen ist die erste und dringendste Etaatsnothwendigkeit. Dieser Ausgleich mit den Deutschen kann aber nur von Volt zu Volk, auf dem Wege der Reichsgesetzgebung und unter der Mitwirkung einer verständigen, unparteiischen, wohlwollenden Regierung zustande kommen, welche daS Ver-trauen der Deutschen besitzt. Der tschechensreund» liche Feudalherr Graf Thun ist dieser Ausgabe nicht gewachsen und hiezu weder seiner Ver-gangenheit noch seiner Veranlagung nach die geeignete Persönlichkeit. Die Beseitigung deS deutschfeindlichen Ministeriums Thun und die rückhaltSlose Aufhebung der Sprachenoerordnungen ist die unerläßliche Voraussetzung und Vorbe-dingung deS in weit höherem Maße sür die österreichisch-ungarische Monarchie al» für unser Volk selbst nothwendigen Ausgleiche» mit den Deutschen in Oesterreich. Die Erwartung, die Deutschen zu ermüden, einzuschüchtern ober zu schwächlichem Nachgeben bewegen zu können, hat sich als eine irrige er-wiesen. DaS deutsche Volt in Oesterreich und seine stammeSbewußten Vertreter im Abgeordneten« Hause werden den ihnen aufgedrungenen Kampf «lt opferwilliger Beharrlichkeit und unbeugsamem Muthe, mit voller Kraft und mit den wirksamsten und schärssten Mi««eln fortführen bi« zu seinem unausbleiblichen siegreichen Ende. Diese Entschließung wurde einstimmig an» genommen. Herr Josef I a r m e r führte auS, daß anläß-lich der flovenischea Hetzseste ganze Stadttheile «in-fach für d«n Verkehr abgesperrt wurden und wir deutsch« Bürger unter dem Schutze der Bajonett« hinter dem Militärkordon von sogenannten stove-nischen „Gästen" verlacht und verspottet wurden. Nachdem nun dem .Deutschen Vereine' i» erster Linie obliege, die Interessen der Stadt Cilli zu wahren, so bat Redner die Versammlung, den AuS-schuß deS Deutschen Vereine» zu beauftragen, daß er bei künftigen slovenischen ProvocalionSsesten seine ganze Kraft und Autorität an geeigneter Stelle ein» setze, damit derartige Einschränkungen der bürg«?» lichen Freiheit in Cilli nicht mehr stattfinden. Leb-haster Beifall folgte diesen sehr zeitgemäßen Ausführungen nnd der Vorsitzende versprach, daß in dieser Richtung alles Nöthige geschehen werde. Herr Josef P a l l o S dankte dem Ausschüsse dafür, daß er in allen politischen Fragen mit solch großer Umsicht und fo hohem Äser die Btstr«-dünge» de« Vereine» bethäiigt habe. Die Verfam-melten gaben diesem Danke durch einmüthige» Erheben von den Sitzen und lebhaft« Heilrufe Ausdruck. Herr Andreas HauSmann ersuchte den Ausschuß, öfters Versammlungen zu veranstalten, iu denen mit Rede und Gegenrede TageSfragen erörtert werben könnten. Der Vorsitzende legte dar, wie der Ausschuß in di«s«m Sinne bisher gewirkt hab« und stellle eine Erfüllung de« gestellten Begehr«»» «r baher wie ein Schulinspector, schauen, ob sie glücklich stitn. Seinem Sohne hatte er gesagt, er fei in Geschäften hier und bleib« «inig« Tag«. »Wollen sehen," ob Du eine Eroberung an ihm machen kannst/ sagte ihr Mann. „Mache Dich nur recht niedlich, tätschle den Alten hübsch ab und sei lustig und guter Laune, so wirst Du ihm schon gefallen.' Unterdessen gieng Papa Schwiegervater, der Hüttenbesitzer, in der Wohnung umher und sah sich darin um. Er war wirklich gekommen, um sich einmal so richtig zu überzeug«», wie sein Sohn e» habe, und e» nachher .der Mama" beschreiben zu können, die daheim saß und sich hersehnt« und gerne mit-gekommen wäre, wenn sie sich b«i dem kalten Winter-wetier nur hinau»getraut hätte. Und so gieng er herum, lang und groß und sett, die Händ« am Rück«» und den Kopf in der Höh«, und «r rrwog, wa» wohl da» all«» gekostet haben mochte. Da« Büffet, da» war ja prachtvoll, fast zu prachtvoll. Und diese» Silber und Porcellan ring« um die Wände, pure« Geflunker! Diese schweren Portieren, wozu braucht man die? Du lieber Herr-goit, und wa« sür ein Capital in solch' einem Luxu» steckt! W«lch«S von d«n beiden e» wohl gewesen, da» eS auf diese Weise hat haben wollen! Die Schwiegertochter hat zwar etwa» Geld mitge- I Wa»!' in sichere Aussicht. Abgeordneter Dr. Pommer bemerkte, daß er schon wiederholt feine Bereitwilligkeit, über gewerbliche Fragen zu sprechen, mit-getheilt habe, daß er demnächst über die Frage deS Hausierhandels sprechen wolle und daß er den gewerb-lichen Abgeordneten B ö h «i m gewonnen habe, hier über gewerbliche Fragen zu sprechen. (Beifall.) Herr Josef I a r m e r fragte Herrn Abge-ordneten Pommer, der seinerzeit versprochen habe, sich in allen wichtigen Fragen mit der Wählerschaft inS Einvernehmen fetzen zu wollen, wie eS denn gekommen fei, daß er in einer fo wichtigen und unglückseligen Frage, wie eS die Ausschaltung der Obstruktion gewesen sei, die Wähler gar nicht befragt habe. Hiezu bemerkte vor allem der Vorsitzende, daß der Ausschuß deS Deutschen Vereines sich mit Herrn Abgeordneten Pommer über die Aus-schallung der Obstruciion in» Einvernehmen gesetzt habe, worauf unser Abgeordneter hierher gekommen und seinen Standpunkt in einer längeren Besprechung dargelegt habe. UebrigenS habe Abgeordneter Pommer dieS auch in der .Deutschen Wacht" gethan. Abgeordneter Pommer bemerkte, daß die» eine Frage der Tactik sei, die wohl in erster Linie den Parlamentarier angehe. Er sei nicht derjenige, der einer Frage au» dem Wege gehe und er behalte sich vor. die» ausführlich und mit Dokumenten belegt zu besprechen. Die Sache ist jetzt vorüber und eS fei ohne Belang, ob eS gut oder nicht gut. ob es nothwendig war oder nicht, daß eS so gekommen sei. „Nicht« wäre «in» sacher und gemeinverständlicher gewesen, al« dort fortzufahren, wo wir aufgehört haben. Wir mußten uns fügen. Wie e« kam. werde ich genauesten« auseinandersetzen. Ich muß Sie da um Gedula bitten, bi» ich meinen Rechenschaftsbericht «flaue, wa» in Kürze der Fall sein wird. Wir konnten nicht ander» thun und haben den ersten Moment ergriffen, um zur alten Taktik zurückzukehren. Da» stand sür un» jederzeit sest und ist von Nie-mandem bezweifelt worden. Wir wollten aber nicht in der Minderheit bleiben und eine Niederlage erleiden. Wir haben mit der Obstruction wieder eingesetzt, al« wir bindende Zusagen bekommen haben von der Deutschen Fortschrittspartei und von den Christlichfocialen, daß sie uns nicht in d«n Rücken fallen werden. Diese Zusagen sind auch gehalten worden. Wir haben mit der Obstruction ausgesetzt, als wir sie nicht dauernd hätten treiben können und da» Unheil erfahren hätten, besiegt zu werden.' Herr I arm er erklärte sich mit der aufschiebenden Behandlung seiner Anfrage «inver-standen. Herr Karl M ö r«l verwie« auf da» einige Vorgehen der Slovenen im wirthschasilichen Kampfe. Mit Bedauern müsse festgestellt werden, daß die» bei un» nicht der Fall fei. Er ersucht alle deutschen Volksgenossen bei Einkäufen ihren Bedarf nur bei Deutschen zu decken. (Beifall). Schriftleiter A m b r o f ch i t f ch wies auf den deutschen VolkStag in Wien hin, wo sich deutsche Männer au» allen Gauen Oesterreich» zu einer großartigen Kundgebung de» deutschradicalen Ge-danken» zusammenfinden und wo auch Cilli vertreten sein werde. Der VolkStag sei vom .Verein der Deutschnationalen in Oesterreich" einberufen, an bracht, aber wie lange würde da» reichen, wenn alle» in diesem Stile war! Eben wollte er nach der Zuckerdost greisen, um zu sehe», wie schwer sie sti, da traten die Neuvermählten ein. Agda fiel ihm sogleich um den Hals, streichelte ihm brid« Wangen und meinte, sie hätten so lange auf ihn warten müssen, daß sie schon zu glauben begannen, Papa halte einen Winterschlaf. ES war eine folche Frifche über ihrer ganzen kleinen Person und ein so unwiderstehlicher Froh-sinn in dm beweglichen, ein wenig blinzelnden Augen unter dm hellen Stirnlöckchen, daß Papa Schwiegec-vater für einen Augenblick seine ökonomischen Uetxr-schläg« vergaß und man sich in aufgeräumter Etim-mung zu Tische begab. Dank der späten Heimkehr des Hausherrn und der Ankunft de« Gastes hatte« di« Erbsen Zeit gehabt, fertig zu werden, und der MittagStisch war in jeder Hinsicht vortrefflich. Freilich, mit der Küche, die .die Mama" zu führen verstand, war e» nicht zu vergleichen. Da» hatte der Hütten« besitz« auch gar nicht erwartet, und da» einzige, worin er sich nicht rech« finden konnte, war die Art de» Servieren». Zuhause legte Mama die besten Bissen auf den Teller de» Hau»va«er»; hier war e» gerade umgekehrt. Hier saß sein Sohn Herald und suchte in den Tellern und fischte «in«n Leckerbissen nach dem anderen herau». 3 dessen Spitze der wackere Abg. Wolf stehe. Er beantrage, daß der „Deutsche Verein" zum Volk»-tage eine drahtlich« Kundgebung sende. Dieser Antrag wurde allgemein angenommen und nachstehender Drahtgruß zum VolkStage abgesandt: „Möge die heutige Tagung ein mächtiger. Achtung gtbieiender Wiederhall entschlossenen Widerstande» der Ostmark-deutschen und eine kraftvolle Kundgebung deS Volks« willens gegen jeden RechtSbruch, VolkSoerrath und Maklerei fein. Südmark und Nordmark reichen sich die Hände zum unerbittlichen Kampfe in trnru» irr Treue.' Der Vorsitzende, Herr Julius R a k u f ch schloß die so würdig und anregungSreich verlaufen« Versammlung, indem er in Aussicht stellte, daß der „Deutsche Verein" sehr bald wieder von sich hören lassen werde. _ per deutsche Iotkstag iu Wien. Gewaltig — so muß die Kundgebung genannt werden, welche am SamStag 6000 deutsche Männer auS 200 deutschen Gemeinwesen der Ostmark unter dem Vorsitze deS wackeren Abg. K. H. Wolf zu Wien gefaßt haben. ES war eint Volkskundgebung, die da« ganze drutschbewußte Ostmarkoolk umsaßte; daS Herz Deutschösterreich, so sagt mit Recht da» „Grazer Tagblatt", war mitten in dieser Versammlung. Die herrliche Tagung gieng von dem gewal-tigsten Bilde der deutschen Vergangenheit au». Ein christlicher Priester, der evangelische Pfarrer A n-t o n i u » war berufen, denManenBiSmarck» den Zoll einer dankbaren deutschen Gegenwart zu weihen — er that eS mit hinreißender Rede. — Schriftltittr Rafael Pacher begründet? eine Resolution, die sich mit den slavischen Erobe-rungSbestrebungen, namentlich in Niederösterreich besaßt. G.-R. Dr. Förster begründete zwei Entschließungen, die sich scharf gegen die chnstlichsocialen Utdtrgriffe wenden und warm sür die Forderungen der deutschen Lehrer- und Beamtenschaft eintreten. Herr Birker, ein Angehöriger de» Wiener Kaufmann»standeS, besprach sodann die Lage der ' HanvelSangestelltkn und empfahl eine Entschließung, welche die Abgeordneten aufforver«, für die be-berechtigten Forderungen der Handelsangestellte!» einzutreten. Mit dieser Rede sollte ein neues Glied in die Einzelorganisation der deutschnationalen Parte« eingtsügt werde». AlS letzter Redner zur Tagesordnung sprach dann noch einmal der Abgeordnete Wolf. Er führte Folgende« au»: „Radicali»«u» heißt bei un» hier in Oester-reich: Wir haben e» satt, un» hier alle« gefallen zu lassen. Bisher sind alle Brutalitäten an den Deutschen in Oesterreich von den>elben mit einem Gewinsel aufgenommen worden, jetzt aber ant-warten wir mit der That. Wir setzen unsere Hoffnungen jetzt nur auf unsere Kraft, und diefe soll und muß voll in Anwendung gebrach« werden. Der Pole Jawortki hat im Abgeord-netenhause, seinen Patriotismus betheuernd, ge-sagt: „Wir lieben Oesterreich, weil wir hier den Hort für unfer VolkSthum gefunden haben." Die „Da« muß« Du nehmen, Ägda! Noch ein Stückchen dazu!" Und sie nahm e», ganz, al« müßte e« so sein. Der Hüttenbesitzer warf von der Seile einen forschenden Blick aus sie. Er fragie sich in Gedanken, ob sie denn wirtlich die Pflichten einer Frau kenne. Sie aber oerstand ihn ganz und gar nicht, sondern antwortete ihm mit einer so laut und offenherzig wi« möglich gestillten Gegenfrage: „Höre, P ipa, weißt Du denn, daß Herald schrecklich schlecht erzogen ist?' .Nein," versetzte der Hüttendesitzer «rnsthast. Er war sich bewußt, daß Harald in seiner früheren Jugend ungefähr zweimal wöchentlich Schläge bekommen und daß er dann zehn Jahre in Upfala gesessen. Er hatte nicht« auf dem Gewissen. „Ja, aber er ist e». Er will mich zwingen. Brot zu Tische zu essen, und ein Gentleman zwing« niemal« eine Dame zu etwa»," sag«» Aada. Ein verwöhnte«, übermüthige« Dämchen, ja, da» war sie! Papa Schwiegervater war mi, einem-male überz«ugt davon, daß sie an dtn Draperien und dem Porcellan an den Wänden schuld sei, und obwohl er lacht« und sch«rzt« wie di« and«r«n, beschloß er. scharf und sorgfältig ihren Charakter zu studieren. Agda ihrerfeit» fuhr fort, sich so angenehm und lieden«würdig wie möglich zu zeigen. Sie hatte sich'« vorgenommen, den Alten zu .erobern". „Deutsche Wacht" 1899 Minister drängten sich an den Polen JaworSki heran, um ihn zu diesen Worten zu beglück-wünschen; er hatte also jedenfalls im Sinne der leitenden Staatsmänner gesprochen. Und nun fragen wir Deutsche un«: Finden wir in diesem Staate den Hort für unser VoltSthum? (Stürmische Rufe feiten» der Versammlung: „Nein!") Wir wissen, daß man oben ollen Wohlwollen« gegen uns Deutsche bar ist und daß wir auch bei einem Ministerwechsel nicht« sür un» zu er-warten haben. Wir wissen, daß wir auch schein-bar wohlwollende Handlungen gegen die Deutsche« mit größtem Mißtrauen betrachten und die Ten-denz dahinter wittern müssen, un» Deutschen Schaden zuzufügen. Selbst wenn die Sprachen-Verordnungen heute zurückgezogen würden, so müssen wir strenge auf der Wacht fein und nie mehr in die alten Fehler verfallen. Vor allem anderen aber müssen wir bleiben, wa« wir jetzt geworden sind: eine VolkSpartei.' Zum Schluss« erklärt« man sich demgemäß in in «in«r Enischl,«ßung gegen den faulen Frieden, gegen verdächtige vorzeitige Maklergeschäfte und gegen Mißbrauch deS Worte» von der deutschen Gemeinbürgschaft in diesem Sinn«. Der vom R«-gierung«oertreter beanständet« Theil der Entschließung lautete: „Die von der Regierung beliebte Anwendung de« § 14 widerspricht dem klaren Wortlaute de» Gesetz«», greift in die einzig der Volksvertretung zustehenden Rechte ein und kann demnach nicht al» rechiSverbmdlich anerkannt werden." Die steiermärkischen Landesbeamten. Der Verein der steierm. LandeSdeamten in Graz hat sich in einer ausführlich begründeten und mit Nach-weiscn belegten Darstellung an den Landtag mit der Bitte um Gleichstellung der Bezüge der LandeSdeamten mit jenen der Staatsbeamten gewendet. Durch die am 1. October 1896 stattgefundene Regulierung der Bezüge der k t. Staaisbeamien hat die Staatsverwaltung «ine sociale Pflicht erfüllt, indem dadurch ein schon lange bestandene» Mißverhältniszwi-schen dem Einkommen der oberwähnten Beamten und den sich stetig erhöhenden Preisen der wichtigsten Leben«, mitte! und sonstigen unentbehrlichen Lebensbedürfnisse »um größten Theile behoben wurde. Diesem gewiß lobeoSwerthen Beispiele de» Staate» sind fast alle autonomen Lande», und Stadtverwaltun-gen gefolgt und haben die Regulierung der Bezüge der bei ihnen bediensteten Beamten in der gleichen Höhe oder in noch größerem Ausmaße wie beim Staate be-reit« durchgeführt oder ist deren Ausführung im Zuge. So hat die Stadtgemeinde Graz die volle Gleichstellung ihrer Angestellten mit den Staatsbeamten ohne jeden Einwand al» selbstverständliche Sache betrachtet und einstimmig beschlossen. Hiebei wurden noch ge-wisse frühere Bortheile (Beibehaltung deS in die Penston einrechei^aren Ouartiergelde», zum Theil höhere Quar-tiergelder) den städtischen Beamten durchwegs belassen, um den theueren LebenSderhältnissen in Graz Rechnung zu tragen. Die Beamten de» Lande» Steiermart, die ja zum größten Theile in Graz leben, führen schon durch Jahr- S,e wollt«, «r solle sie intelligent und geistreich sinotn. und sie imponiert« ihm auch wirklich durch ihre Fähigkeit, bri jrder Art Gesprächsstoff mitzuthun. Sie verstand e». über Zollwesen und Jndustie, ja sogar über Politik zu conv«rsi«rtn. DiScutierten die Herren d«n unglücklichen Mehl-zoll, so schlug si« al» Radikalmittel vor, au» Mai»-mehl Brot zu backe». Tauschten si« ihre Ansichten über den muthmaßlichen neuen Staat»minist«r, so wußt« si«, daß «r «ine sehr lange Nase habe und «inen Sohn, der «inmal seinen Hut durch ein Coupö-fenstkr verlor; und sprachen sie von einem Säge-werk in Norrland, so erzählte sie. daß sie vor zwei Iahren eine Papierfabrik in Norrköping gesehen hab«. Kurzum, sie bewegte sich aus allen Gebieten mit Leichtigkeit. Indessen kam e» doch dahin, daß der Hütten-besitzer sich zuletzt nach ein biichen Alleinsein mit dem Sohne zu sehnen begann, und beim Dessert wandt« «r sich an ihn mit der Frage, wa» sie nach-mittag thun wollten. „Ja, wa» Du meinst, Papa," sagte Harald. „Wollen wir ausgehen?' .Gut, vielleicht auf eine Weile in« Varivtö?" „Ja," brach Agda au« und fetzt« ihr Gla» nieder. .Gehen wir in» Variötö!' Papa Schwiegervater sah sie an. Ihm erschienen dergleichen Damenbesuche im Varivtö ebenso sonder-bar wie plebejisch. Die Mama zuhause wär« nie auf so «in« Jde« gekommen, so wenig al» sie je zehnte darüber Klage, daß ihre Bezüge durch die Theu-erung aller Leben»erford«rnisse längst unzureichend ge-worden, und wohl mit Recht, denn bei der im Jahre 1874 erfolgten Regelung der Bezüge der Landesbcamten gieng der Landtag wohl vom Grundsatze der Gleich-stellung mit den Staatsbeamten au«, verkürzte aber die LandeSbeamtenschaft, indem er die ActivitätSzulage in einem geringeren Ausmaße festsetzte. Erst 22 Jahre später, im Jahre 180» wurde diese Verkürzung au»-geglichen und erfolgte die Gleichstellung ver Bezüge der LandeSbeamtenschaft mit jenen der Staatsbeamten im Jahre 1873 und selbst dies war für die Landesbeam-tenfchaft insoferne mit einem großen Opfer verbunden, al» ihr da» Quartiergeld in eine in die Pension nicht einrechenbare ActivitätSzulage umgewandelt wurde. Di« LandeSbeamtenschaft bezieht demnach gegenwärtig im »vesentlichen jene Bezüge, welche den Staatsbeamten im Jahre 1873 gewährt wurden, ist demnach der jetzt am schlechtesten bezahlte Beamtenkörper in Graz. Vom Standpunkte der Gerechtigkeit können diese Verhältnisse angesichts der inzwischen vollständig geän-derten LebenSbedingnisse nicht aufrecht erhalten werden. Der Staat bat ja in Erkenntnis dieser nun vollkommen geänderten Verhältnisse die Bezüge von 1873 al» völlig unzugänglich anerkannt und dementsprechend erhöht. Der Grundsatz der Gleichstellung ist aber auch im Interesse der Landesverwaltung selbst gelegen, denn würde von diesem Grundsatze abgegangen, so wäre die unauSbleib-liche Folge die Herabminderung der Qualität der Be-amtenschaft, denn eS würden sich nur jene jüngeren Kräfte zum Eintritt« in den Landesdienst bereitfinden, die nicht hoffen dürfen, in einem anderweitigen Dienste ein Fortkommen zu finden. Die» zielt insbesondere von Bewerbern um DiensteSstellen, die eine akademische Vor-bildung erfordern. Der bereit» in vorgerückteren Jahren stehenden angestellten Beamten, welch« sich nicht mehr um andere Anstellungen bewerben können, müßte sich ein bittere» Gefühl der Kränkung und Zurücksetzung bemächtigen, wenn man ihre Zwangslage ausnützen wollte und sie anf längst unzur.ichende GehaltSbezüge auch auf wei-ter» nachweist. E» liegt gewiß nicht in den Intentionen de» steler-märkischen Landtage», daß seine Beamtenschaft wachsen-den Entbehrungen und drückender Nothlage weiter preis-gegeben bleibt, umsomehr, al« da« zur Regulierung be-nöthigte Gelderfordernis ein für da« Land nur gering-fügige« ist. Man kann daher annehmen, daß der Landtag im BuSfluße einer socialen Mission einen Act der Ge> rechtigkeil und Billigkeit gegenüber seiner sich allzeit pflichtbewußten Beamtenschaft beschließen wird, wonach die volle Gleichstellung der Bezüge der LandeSdeamten mit jenen der seit 1. October 1898 in Kraft stehenden der Staatsbeamten zur sofortigen Aus-führung gelangt. politische Aundschau. Hin« Regierungserklärung über den Aa tionaNtäteu Ausgleich. Im n>ederöst«rrtichisch«n Landtag« wurde «in Antrag b«tr«ssend die Sprachen-v«rordnungen und die mißbräuchliche Anwendung d«» § 14 eingebracht. Hiezu bemerkt« der Statt-Halter Graf Ki«lmann»«gg ungefähr folgende«. gewagt hätte, sich in die Gespräche der Herren, soweit sie höhere Angelegenheiten betrafen, einzu-mischen. Und dann, wa« für Prätensionen!" „Hm . . .' sagte er und nahm einen Schluck Wein, „wir bleiben ja nur ein kleine« Weilchen au«. „Gerade darum," erklärte Agda, und brach zugleich in ein laute«, klingende« Lachen au«. „Glaubt ihr, mich lo« zu werden?' Nein, siehst Du. P«pa, da« geht nicht. Ich habe ein Princip, an dem ich festhalte, und da» ist, sich anzuhängen, sich bei allen Gelegenheiten immer und allezeit anzuhängen.' .Ein recht vortheilhafte» Princip,' sagte Papa Schwiegervater, und blickte seinen Sohn an. Aber Harald saß da und lachte nur. „Thäte ich da» nicht,' fuhr Agda fort, .so würde Harald bisweilen vergessen, daß ich da bin. und dann sienge er gar an zu glauben. eS sei nicht passend, daß ich dabei sei. Und wenn ich nicht überall sein kann, wo mein Mann ist. dann bin ich nicht richtig verheiratet. Ich aber, seht Ihr, ich bin eS." Sie warf den Dessertlöffel auf den Teller zurück, daß man ihn halltn hörte, sprang auf, stellte sich hinter den Stuhl ihre» Manne» und schlang beide Arme um seinen Hals. «Und siehst Du, Papa Schwiegervater," sagte sie, „ich will mich anhängen und ich kann mich festhalten." Im nächsten Augenblicke hatte sie ihn loSge-lassen und warf den beiden Herren Kußhändchrn zu. Im Namen der Regierung will ich nicht entgegen» treten, wenn auch der nieverösttrrrichisch« Landtag im Rahmen einer Meinungsäußerung sich mit der von der Sprachenfrage beherrschten Situation be-saßt. Ich kann aber im Namen d«r Rtgierung nur die Hoffnung aussprechen, bezw. ein«n warm«« Appell an di« Abg«ordn«ten richten, daß alle be-»heiligten Parteien, die Scheu vor d«r O e f» f« ntlichk«it überwindend, sich im wohl-verstandenen allseitigen Interesse am Berathung»» tische zusammenfinden mögen, um eine, die gegen-wärtigen Wirren beilegende «inverständliche Lösung der Streitpunkte anzubahnen. Sollt« sich diese Hoffnung erfüllen, wa« allerdings ohne »häiig« Mithilft der betheiligten Parteien nicht geschehen kann, wird für die Regierung auch kein Anlaß gegeben sein, besondere anderweitige Schritte zu unternehmen, um der Lähmung der Verfassung»-mäßigen Thätigkeit der ReichSoertrelung zu degeg-nen." Diese Erklärung, welche die Deutsch«» nicht irreführen wird, ist in zweifacher Beziehung bemer-kenSwtrth. Zum ersten zeigt sie, wie sehr die Ar-gierung bestrebt ist, die Deutschen mit dem UriaS-brief der Au»gleich»stimmung in eine Lande zu locken, wo sie ihre aufgezwungene Kampfstellung, ihr Recht und ihre Ehr;. aber auch allen Anspruch auf die Achtung der Volksgenossen und der Gegner aufgeben sollen. In zweiter Linie «rklän aber die Regierung, daß sie offenbar keine Pflicht hab«, die vtrsassungSmäßig« Thätigleit d«r ReichSvertreiung herd«izufllhr«n. Wozu haben wir denn «ine Regie-rung? Nur dazu, daß sie d«n Str«it « n t f a ch t und nicht selbst wi«d«r schlichtet ? Las von N^ul! Von den von Pfarrer Bräunlich htrauSgegtbenen Berichten über den Fortgang der .Los von Rom">B«wegung ist nunmehr das erste Heft in stark vermehrter 2. Auflag« erschienen. Da» Büchlein bietet einen eingeh«nd«n vollständig«« Ueberblick üb«r den bisherigen Stand der Bewegung, die nicht nur in Oesterreich, sondern auch in Frankreich, Italien und Amerika unter Priester und Laien lebendig ist. Mit besonderer Lieb« wird aber die Bewegung in der deutschen Ostmark, diese» einst rein evangelischen Lande», in dem die Sehnsucht nach der Befreiung vom römischen Joch durch den nationalen Kamps erwacht ist, geschildert. Al« ..ein Thüringer Gruß" ist die Schrift der deutschen Ostmark gewidmet und bildet in ihrer neuen Gestalt da» beste Aufklärung»- und Werbemittel für jeden, der an der Uebertrin»bewegung theilnimmt. „Kikeriki", dem Blatte, in welch?« da« Volk der Phäaken feinen Witz und feine Ja» telligenz ablagert, ist in jüngster Zeit ganz besonder« der Kamm geschwollen und e« wird in seinen An» griffen auf die deutschvölkische Bewegung immer üppiger. Diese verschärfte Hallung de« Blatte» fällt mit dem Einlritte de« Herrn M a f a i d e k al» Schriftleiter zusammen. Masaidek. zuvor deutsch-nationaler Parteigänger, richtet nun al« christlich» socialer Soldschreider seine vergifteten Pfeile und verbrauchten Waffen auf die bestgehaßten Deutsch» volklichen. Die Angriffe werden in eben dem Maße häufiger, al» sie gehässiger wurden. Nun. man weiß ja. wa« man davon zu halten hau Die alte Denkart lauscht kein Ehrenmann.' — .Nun verlasse ich Euch, um Toilette zu machen." Einen tiefen Knix in der Thüre — und sie war verschwunden. Die Herren lächelten einander an, der Hütten» besitzer einigermaßen bedrückt, und da eben Hedda mit dem Eaffeebrett durch« Zimmer gieng. begannen sie von eiwa« anderem zu reden. Al» sie sich aber im Salon niedergelassen halten, die gefüllten Tasse» vor sich, da meinte der Alte ganz vorsichtig, wäh-rend er mit dem vergoldeten Löffel den Zucker verrührte: »Höre, Harald, bist Du jetzt viel außer Hau» ?" .Nein, nicht eben viel," antwortete der Sohn. „Hm, da» kann ich mir denken." .Wieso?' Aber die Antwort de» Hüttenbesitzer» blieb au«, denn in der Thüre stand Agda, elegant unfc fix und fertig, in kurzer Plüschjacke und einem spitzigen Hütchen mit lustigen Espritfedern. E« war nicht mehr al« jelf Uhr, al» Papa Schwiegervater sich zurückgezogen, und Agda stand und öffnete ein Fenster im Salon, um den Cigarren» rauch hinauszulassen. Sie hatten zuhause gespeiSt, um e» für den Reisenden nicht zu ermüdend zn machen. „Sag' mal, Harald, glaubst Du, daß ich gefallen habe?' fragte die junge Frau. Sie hatte wirklich ihr Möglichste» gethan. Sie 1^99 Deutsche Macht- 5 Masaidek hat e» gründlich verstanden, den Spiritu» de« Luegerthum» einzuschlürse», und er trommelt auf den Nationale« herum, wie <4 ärger der „schöne Karl" auch nicht zuwege bringt. ES ist «in Scandal. in welcher Weise sich Wien außerhalb de» Deuischthum» stellt, und eS ist nur daS natür-liche Ende allcr Dinge, daß die Abneigung der Provinz gegen daS Wienerthum immer kräftigere Züge annimmt. Dieser Stadt möchte man alle« gönnen, auch daS. daß sie auS der Reichshauptstadt ein Landeshauptstädtchen und BrzeznooSkq Etadtrath darin würde. Um nochmals aus den «Hahn' zu kommen, sei auch in aller Wahrhaftig-teil gesagt, daß da« Blatt in der Verhöhnung Kaiser Wilhelms II. den tschechischen „Hnrnoristicky listy • den Rang abläuft. Der „Kikeriki" haue auch früher seinen Sporn aus unS Deutschnationale und zur Hetz und zum Gaudi in der Wiener Dunsthülle fehlte nie ein kräftiger Schlager auf die .Wurzelhafttn". worüber der „Strizi" in allen Be-zirkeu seinen Purzelbaum schlagen konnte, allein unter Masaidek artet die Hetz in eine Hatz auf die Deutschnationalen au«. DaS Blatt sollte füglich auf der Stirnseite anstatt de« Zeitung«stempel« einen Kain«stempel «ragen. Dieser .Hahn" will ja so nur aus Pfarrhöfen gefallen, un« aber die Augen «»«krallen — darum, Deutschösterreich, mach' diesem Federvieh Flügel! Aus Stadt und Land. Aismarckfeier. Der erste 1. Ostermond ohne unsern peliebten Helden! Der Schmerz um seinen Heimgang wird an diesem Tage wohl allüberall, wo deutsche Laute hallen, aus« neue in ungeheuren Flammen auflodern. Und wohl noch einige Jahre wird an BlSmarck« GeburtStag W.htmnh das vorherrschende Gefühl in der deutschen Volksseele sein, um dann wieder vom triumphirenden Jubel deS GedankenS: Solch ein Riese war unser! gewaltig übertönt zu werden. — Drum wollen auch wir Cillier den I. Ostermond Heuer still begehen. Aus der BergeShöhe wird Samstag abend ein mächtige« Feuer lohen und hier unten wollen alle Gesinnungsgenossen sich im Saale de« „Weißen Ochsen" um 3 Uhr treffen. Abschiedsabend. Montag veranstaltete da» FremdenverkehrScomitö zu Ehren de« scheidenden Mitgliedes Herrn Station«chef Hauser eine Fest-sitzung, zu w'lcher auch andere Herren geladen waren, die «hr Interesse für di« Hebung de« Fremden-verkehr« stet« in eifreulicher Weise bekundet hatten. Die hohen Verdienste de« scheidenden Herrn Station«-ches« fanden in zahlreichen Reden ihre volle Wür-digung und mußten ihm die Ueberzeugung verschas-fen, daß sein segensreiche» und gemeinsinnigeS Wirken in allen Kreisen unserer Bevölkerung dankbare An-«rkennung gefunden hat. Mög« er von dieser Ueber-zeugung durchdrungen, der ihm Neb gewordenen Eiadt Cilli auch in Marburg ein treue» Angeden-ken bewahren. Kodesfill«. Sonntag srüh 6 Uhr ist eine Tochter de« hiesigen BahncassierS Herrn Stehlik, Fräulein Josefine Stehlik im jugendlichen Alter von 19 Jahren gestorben. — Sonntag abends ist der Private Herr Franz Großauer, Schwieger- dane dem Alten Blumen ins Knopfloch geneckt und sich von ihm auf die Wange küssen lassen. Sie war im Vari6t6 so witzig gewesen, daß Papa Schwiegervater mehr sie angesehen, als die Diva auf der Bühne, und als der Hüttenbesitzer nach dem Souper vorschlug, sich mit Herald zurückzu-ziehen, um in der Schreibstube eine Cigarre zu rauchen, hatte sie die Portiere zurückgeschlagen und ihnen sogar die Ehre erwiesen, mit einer Cigarette mitzuhalten, kurz, sie hatte an allem theilgenommen. Harald küßte ihr lichte« Haar, er war stolz aus sie. Ja. gewiß hatte sie gefallen. Papachen war ja auch nicht mehr al« ein Mensch. Plötzlich siel ihm ein, daß der Vater keine Lectüre für die Nacht habe. Er nahm da« Abend-blau. gieng zu ihm hinein und ward herzlich will-kommen geheißen. Der Vater hatte ihm die« und jene« zu sagen und sprach fortwährend im Flüster-«o»e. al« seien e« lauter Geheimnisse, die niemand hören dürfe. Al« Harald gehen wollte, drückte er ihm die Hand, schlug ihn dann aus die Achsel, sah ihm bebeutung«voll und bekümmert in die Augen, sagte aber nicht«. »WaS gibt e»?" fragte der Sohn. .Süß ist si« schon," brachte der Hüttenbesitzer zögernd hervor, „rasend süß. . . aber . . ." „Wa« für Aber?" vater de« Herrn Pros. Engelbert Pototschnik und Südbahuangestellter im Ruhrstande. einem Herz-schlage erlegen. Die Annahme, daß er „an eine« zu großen Stücke Fleisch erstickt" sei, war nach dem Ergebnisse der Todtenbeschau eine irrige. Hva»gttisch« Gemeinde. Ostermontag den 3. April finde« in ver hiesigen evangelischen Kirche um 10 Uhr vormittags Gottesdienst mit darauffolgendem hl. Abendmahl statt. Nnglücksfall. SamStag nachmittag» holte der Gastwirth und Realitätenbesitzer Franz S w e t t l in Gaberje vom oberen Boden seiner Scheune einen Schliitenpolster. stolperte hiebei aus der Stiege und stürzte über dieselbe so unglücklich zu Boden, daß er sich die Hirnschale einschlug. Die sofort herbei-geeilten Aerzte tonnten dem entweichenden Leben mit ihrer Kunst nich« mehr Einhalt gebieten und Herr S w e t t l starb unter unsäglichen Schmerzen. Mit ihm ist eine jener alten, hochachtbaren Gestalten auS dem Stande der untersteirischen Landwirihe geschieden, wie sie leider immer seltener werden, und sich durch schlichtes Wesen, treue deutsche Gesinnung und sreiheuliche Auffassung auszeichnen. Die deutsche Heimaterde sei ihm leicht! ßafinaverein. Die Berichterstattung über die Easinoveranstallungen ist in ver angenehmen Lage, einen unbestreitbaren und ganz bedeutenden Auf-schwung im geselligen Leben dieses Vereines melden zu können, eine« Vereine«, der in s.iner heutigen Zusammensetzung voll und ganz den geselligen und nationalen Aufgaben gerecht werden kann, um so einen gesunden Uebergang zu dem nationalen GeselligkeitSoereine .Deutsche« Hau«' zu bilden. Der am letzten SamStag« abgehaltene Ftstfamilienabend bekundete ven oben bezeichneten Ausschwung sowohl durch einen fast noch nie dage-wesenen Besuch und in der Reichhaltigkeit eineS sinnreich zusammengestellten Programme« Eingeleitet wurde der Abend mit Suppö'S Ouverture „Para-graph 3*, die so wie die späteren orchestralen Num-mern von der Cillier VereinScapelle unter Dieß l'S bestbewähner Leitung mustergiltig gebracht wurde. An zweiler Stelle war der nachgelassene Streich-quarieitiatz in C-moll, op. 163 von Fr. Schubert. Di« Aufführung, in d«r bewährten Hand der Herren König. Brüder Reiner und Zahradniczek gelegen, war eine ganz vorzügliche, doch war der Umstand zu beklagen, baß die Klangwirkung auf der Bühne von den Coulissen etwa« beeinträchtigt wurde. Die Glanznummer war das einactige Lust-spiel .Der Hausschlüssel", da« in seinen urkomischen Situationen den Darstellern — Fräulein Elsa F e h l e i s e n, Fräulein Jda S e m l i n e r. Dr. Edwin Ambrositsch und Otto Ambroschitsch — reichen, verdienten Beifall einbrachte. Herr Ge-richtSadjunct Dr. Friedrich B r a t f ch i t s ch au« Rann betrat mit seinem Erscheinen einen Boden, aus dem er schon so viele Lorbeeren geerntet hatte. Wir waren überrascht zu bemerken, daß sich Dr. Bratschitsch zum Meister im Couplet emporgeschwun-gen, womit er die Zuhörer in wahre Lachkrämpfe zu versetzen wußte. Besonderen Werth gewinnen seine Sachen dadurch, daß er nicht nur selbst dichtet und komponiert, sondern in mimischer B«ziehung und im blitzartigen Maskenwechsel hervorragendes leistet. Wer dem vorigen Familienabende beigewohnt Der Vater seufzte, wandte den Kopf ab. gieng einmal im Zimmer herum, blieb vor seinem Sohne stehen und schlug ihn nochmals auf die Achsel. „Mein armer Junge," seufzte er. .Bist Du von Sinnen, Papa. . ?' „Du mußt daS Heft in Händen behalten, mein Junge. Siehst Du. ich weiß wohl, so wie die Mama können nicht alle Frauen sein, und so eine Frau wie die Mama ist. können nicht alle bekommen, aber Herr im Hause solltest Du doch sein . . ,* .Ach Unsinn!" sagte Harald, .geh' lieber und leg' Dich nieder, Papa, statt hier zu stehen und au« dem Schlafe zu reden!" Und damit nahm er den Alten, so dick und groß er war. trug ihn zu Bette, zog ihm die Decke über den Kops und gieng. Zuerst war er ärgerlich, als er aber bei Agda eintrat, lächelte er vor sich hin. 11 Seine Frau saß beim Schreibtische und sah Hedda« Zeugnis, daß sie in der Mittagsstunde ab-zufassen begonnen, nochmals durch. „Nun," sagte sie und wandte sich um, .waS sagte er von mir?' Sie stützt« da« halb zu ihm gedrehte Köpfchen mit zwei Fingern und wartete auf da« Compliment. „Oh. nicht« Besondere»," sagte er. .Er findet Dich reizend." Und das war alle», wa» Agda au« ihm her-ausbrachte. Sie fand e« ein bischen gar zu wenig, bat. konnte vom Singspiel der zwei schneidigen Köchinnen „Anna und Martha' da« Beste erwarten, denn die Fräulein Gabriele und Mizzi Zangger bürgten gewiß für eine ausgezeichnete Wiedergabe. Unser« Erwartungen wurden nicht betrogen und au» vem stürmischen B.isalle, der den jungen Dam«» gezollt wurde, mochten diese auch wohl den Stolz herauslesen, de» die gesammi« Casmogesrllschast über den frohen Besitz so hervorragender Kunstkräfte empfinde«. Wir bemerken noch, daß der Abend durch den Besuch der Herren ReichSrathSabgeord-neteu Dr. Otto Stein wender und Dr. Josef P o m m « r autgezeichnet wurde. Der zum Schlüsse angereiht« Tanz zeigte die animierteste Stimmung.*) Erklärung. Di« vom Herrn Dr. August S ch u r b i gegen Herrn Dr. Carl T r u m m e r anhängig gemachte EhrenbeleidigungS-Angelegenheit wurde durch die bei der Hauptverhandlung am 28. März vom Herrn Dr. Trummer abgegebene, vollko«-mene Genugthuung bietende Ehrenerklärung beend««. Hin hoffnungsvoller )üugling ist bet Grund-btsitzkrSjohn Daniel Supanlschitsch au« Siein-brück, welcher bi« zum Schluss« de« ersten Seme» sterS di« dritte Classe deS hiesigen slov«nifch « » Unttrgymnasium« besucht«, obwohl dies«« Gymnasium angeblich nicht mehr besteht. Schlechte Unterrich««erfolge zwangen den jungen Mann, d«n Musen zu entsagen und al» lioruuneulus vagaban-du8 ein unstäles Wanderleben zwischen Cilli und Steinbrück zu beginnen. Um sich die Mittel für diese eiwa« kostspielige Lebensweise zu beschaffe», griff er nach fremdem Gute, nämlich nach den Hosen deS Schneidermeisters Sch oster in der H«r-rengasse, wo bi« «rwäbnten Hosen an der Gewölb-thüre hiengen. Der jugendliche Dieb eignete sich drei Siück dieser Hosen im Werthe von ungefähr I l fl. an, wurde aber bei der Versilberung ertappt und dem Gerich!« «ing«liefert. welches ihn zu I4tägiger Arreststrase verurtheilte. Die gestohlen«» Hosen wurden dem Eigenthümer zurückerstattet. „Zl»terrichts«etßo»e«: Der Lthrer Jos«f B i z i a k an der w i n d i s ch « n Schule in H o h e n « g g wurde vom Cillier Bezirksgerichte wegen Mißhandlung deS Schüler« Josef Be»goufch«t zu ein«r Geldstras« von 5 fl. veruriheilt. „Anterrichtserfolg^: Der 11jährige Schüler Aloi« BeS g o usch e k an der windischen Schule in Hohenegg wurde vom Cillier Bezirksgerichte ivkg n MajtstätSbeleibigung mit I-ttägiger Absperrung in einem abgesonderten Verwahrung«-orte bestraft. Aöltschach. (Todesfall.) Dienstag früh ist in Heil. Geist bei Pöltfchach der Postmeister und Handelsmann Herr Ludwig Müller nach länge-rem Leiden gestorben. Müller war durch viele Jahre Mitglied der BezirkSvertretung und de« Bezirk»-schulratheS Gonobitz, Gemeinderaih von Heil. Geist und einer der wuckersten und geachtetsten Männer de« Drannthale«. Müller hinterläßt eine ZHährige Mutier und eine Wittwe mit 3 Kindern. Seine Schwester ist mi« Herrn Holzhänvler Carl Teppei in Cilli vermählt. *) Es wird uns miigetheilt, daß an dem Familen» abend« mehrere Ueberschuh« aus Versehen verwechselt wurde», welche behüt« RückiauscheS »wischen 10 und 12 Uhr vormittag« im Lesezimmer abgegeben werden wollen. aber da sie schließlich einsah, daß unmöglich mehr zu erfahren sei, so begann si« wieder über ihr Zeugnis zu speculitrm und saß und fächelt« «» hm und her. während ihr Mann in einem Buche blätterte. „Kannst Du errathen, Harald," sagte sie, ,wa« die Leute von mir reden?' „Nein, wie sollte ich?' „EiwaS wirklich Unverschämtes.' „Nun?" .Daß ich unterm Pantoffel stehe.' Er sieng an zu lachen, verstummte aber plötz-lich, wollte wissen, wer daS gesagt und nahm sich doch kaum Zeit, die näheren Aufschlüsse anzuhöre«. „Und weißt Du, waS man von mir sagt?" .Nein." „Etwa« noch Aerger«».' „Daß ich'» bin, der unterm Pantoffel steht." .Wer, wann . . . wie . . .?" Jetzt war di« Reihe de» Fragen» an ihr. aber fünf Minuten darauf saß sie auf ihre» Manne« Schoß und hielt feinen Kopf zwischen ihren Hände». .Ich fürchte beinah«, daß si« recht haben," sagt« si«. .Ab«r denk« nur. wenn sie erst wüßten..." „Wenn sie wa» wüßten?" .Daß sie beide recht haben, H-dda und Papa Schwiegervater!" 6 Hrkeichterungen in der Militärdienstkeikuug. Der heute d«m Landtage vorgelegt« Antrag der Abg. Freiherrn v. R o k i t a n i t g, Freiherr» v. ©lörrf, MoSdorfer und Genossen, betreffend di« Einführung von Erleichterungen in der Militärdienstleistung lautet: „Der Landtag wolle be-schließen: I. Die k. f. Regierung sei aufzufordern, in Erwägung zu ziehen, ob d«e probeweise Ein-fiihrung der zweijährigen Militärdienstzeit nicht un« verzüglich in Angriff genommen werden könnte. 2. Die t. k. Regierung sei aufzufordern, da» Wehr-gesetz durch eine einzubringende GtsetzeSvvrlage da-hin abzuändern, daß die einzigen Söhne von bäuerlichen Grundbesitzern in die Ersatzreserve ei«-zureihen sind und die Waffe«,Übungen der Land-wehrmänner im 11. und 12. Dienstjahre auSzu« bleiben haben. 3. Die t. t. Regierung sei auf-zuforder», fall» sie keinen der in den Punkten 1 und 2 niedergelegten Wünsche der Bauernschaft der-malen Rechnung zu «ragen gesonnen ist, wenigsten» zu veranlasfen, vaß Bauernsöh»« und Bauerntnechi«, welche zur ordentlichen WirihschafiSführung aus dem Bauernhöfe unenibehrlich sind, und zwar nur dann, wenn sie wieder bei ihrem Vater, alten Dienstherr» arbeiten oder in Dienst treten nnd in dieser Stellung während ihrer Präsenzdienstpflich«, beziehungsweise KriegSdienftpflicht verharren, ») auf ihren Wunsch hin für die zweite Hälfte de» dritten Dienstjahre» beurlaubt und b) thunlichst nur zu einer Zeit zu den Waffenübungen einberufen werden, zu welcher ihre Anwesenheit beim landwirthschaftlichen Betrieb« am leichtesten entbehrt werden kann." 405 Pom! Dir B«wegnng, welche in Deutschösterreich schon so weite Kre«je ergriffen ha», findet nun auch aus «iner Ansich»»karte, die im Verlage von Fritz Rasch in Cilli soeben erschienen ist, eine sehr gelungene Versinnbildlichung. Sie ist nach der Idee eine» Wiener Deutschnationalen von einem Münchner Künstler ausgeführt und in der BereinS-Buchdruckerei »Celeja" in Cilli, die schon fo vi«l« hübsche national« Ans>cht»kari«n in di« Wrlt gesandt ha», in musttrgiltiger Weife hergestellt. Da» Bild zeigt un» den zornige» deutschen Michel, wie er die Ketten zerreißt, bi« ihn an Rom frffein, und von seinen Füßen die Hüter und Prediger de» UltramontaniSmu« abschüttelt. (»SD rutsch«» H«i m'.) Der Verein „Deutsche» Heim" in Rann veranstaltet zu seinen Gunsten Mittwoch, den 5. April l. I. im eigenen Saale ein Concert unter gefälliger Mit-Wirkung de» Fräulein« Beate P l o n e r au» Graz. der Herren Rudolf von Weiß-Ost born au» Graz. Fritz Z a n g g e r au» Cilli. Alle deutschen Gesinnungsgenossen de» Unterland«» sind zu biefec Veranstaltung freundlichst eingeladen. «&. L pri» wechselseitige Arandschaden Mer-stcherungs-Austatt in Hraz. Verzeichn,» der am 20. März 1899 gewählten VereinSabgeordneten. 1. Wahlbezirk: Eteiermark: AuerSperg JuliuS Graf von, Güterdirector. Graz; bet Cott Gustav, Kaufmann, Rann; Eckert Alber», FabrikSbrsitzrr und Bürgermeister, Eggenberg bei Graz; Fritschrr Karl. Gutsbesitzer. HerberSbors. Post Wildon; Gasteiger Karl. Arzt und Realitätenbesitzer, Jrdning; Gerlitz Johann, Gasthofbesitzer. Handerg; Gras Franz Dr., Bürgelmeister und BejiikSobmann, Graz; Griß Rudolf Dr., Adoocat und Bürgermeister, VoitSberg; Harter Rudolf. Mühlbesitzrr, Graz; Hollrr Josrf, Mühlbesitzer. Fürsttnfeld; Kodolitfch OSwald Edler von, Gutsbesitzer und Bürgermeister. RadkerSburg; Kokoschinegg Gustav Dr., Hos- und GerichtSadvocat und LandeSauSfchuß, Graz; Lederer Michael Dr.. Adoocat und Bürgermeister, Gonobitz; MoSdorfer Franz. Gewerke, Weiz; Nagy Alexander, Ingenieur und Bürgermeister. Marburg; Pistor Egon Ritter von, Gut«besitzer, St. Egydi, Post Egydi-Tunnel; Pojatzi Florian, Realitätenbesitzer, Deutfch-Land«-b«rg (Graz. GlanSstraße 53); Pofch Aloi», Reali-tätenbesitzer, Schalldorf, Post St. Marein im Mürz-thale; Reicher Heinrich Dr., Lande»auSfchuß, Graz; Schmiderer Josef Dr., Lande»a«»schuß, Graz; Steyer Joses, Leder«ib«sitztr, Lutt«nb«rg; Thunhart Johann. Realitätenbesitzer. Hasning, Post Trofaiach b«i L«ob«n; Trousil Vincenz. Brauerei besitzer, üllürz-zuschlug; Wickenburg Otiokar Graf von. Gut»be-fitzer. Gleichenberg (Wien VIII., Piaristengasse 41). 2. Wahlbezirk: Kärnt«n: Aichelburg Ludwig Dr.. Adoocat und R«aliiätt»b«sitzer, Villach: Dietrich Wilhtlm von, Hausbesitzer, Klagenfurt; Edlmann Franz Ritter von, Gutsbesitzer, Pichleru, Post Klagenfurt; Mannhart) Oswald, Fabriksbesitzer, Odervellach; Metnitz Joses Ritter von. Hoielbesitzer und Bürgermeisttr. Bleiburg; Mühlbacher Anton, Pvivatier, Bleiburg; Neuner Juliu«, Fabrikbesitzer und Bürgermeister, Klagenfurt; Pichler Eduard, t. k. Postmeister und Gut«besitzer, Oder-Trauburg; „Deutsche Wacht- Pinteritfch Han« d. j., FabrikSb«sitz«r und Bürger» meist«?. Völkermarkt; Reiche! Anton, Apotheker und Bürgermeister, S». Veit; Tfchane Anton, R«ali-tätenbesitzer. Pokeritfch. Post Klagenfurt; Tfchrrnig Johaun, Realitätenbesitzer, Altendorf, Post Wol'S-berg; Weruifch AmbroS, Gutsbesitzer, Raggnitzhof bei Greiffenburg; Wirth Franz £.. Fabriksbesitzer" Villach. 3. Wahlbezirk: Krain: AuerSperg Leo Graf von. Guisbesitzer. Laibach; Bamberg Oilomar, Buchdruckereibesitzer in Laibach; Barbo zu Waxen-stein Joses Anton Reich»gras von, Gutsbesitzer, Kroifenbach. Poststalion S«. Rupprecht bei Raffen-fuß; Detela Otto Edler von. Gutsbesitzer und Landeshauptmann, Laibach; Langer Franz Ritt«? von. GutSbrsitzkr. Werfchlin, Post RudolfSwerlh; LeSkovic Karl, Privatier, Laidach; Liechienberg Leopold Freiherr von, Gutsbesitzer, Laidach; Po« gaönik AloiS, Kaufmann und Bürgermeister. Zirknitz; Rudefch Alfred, k. k. Notar und Gutsbesitzer, Rad-mannSdorf; Samassa Albert. Fabrik»besitzer, Laibach. Aad Kopotschitz. Da» bekannte Bad Topol« fchitz bei Schönstein in Untersteiermark ist in den Besitz des Herrn vr. mo6. Gustav v. H u t t e r n übergegangen. Der neue Besitzer wird dort neben der bereit» bestehenden Sommerfrische eine Wasser-Heilanstalt errichten. Durch Schaffung neuer Park« anlagen, Einrichtung von Thermalbädern und An-wendung der Massagecur ist ein bedeutender Auf-schwung gesichert. Z>er Thierschutz in Autersteiermark. Es muß alle wahren Thier- und Menschenfreunde mit Vergnügen erfüllen zu vernehmen, daß nunmehr auch in Untersteiermark dem vernunsigemäßen Thier« schütze eifrige Förderer entstanden sind. In Cilli, wo allerdings jahrzehntelang eine Filiali des steter-märkischen Thierschutzoereine» mit einigen Dutzend Mitgliedern besteht, hat sich feit Jahresfrist ein Thierfchutzverein entwickelt, der glänzende Erfolge auswtistu kann. Geleitet von einem au« Männern in den besten Jahren bestehenden Vorstand, hat der Cillier Thierschutzverein schon die stallliche Zahl von über 220 Mitgliedern an feinem Sitze auszuweisen, wozu »och drei blühende Filialen in Gonobitz, Weitenstein nnd Rohitsch kommen. Den Thier-quälereien tritt der Verein mit allrr Enrrgie rat« gegen, auch tracht« er durch Voriräge und belehrend« Schriften da« Gemüth d«r Bevölkerung, besonder« der Jugend begütigend zu beeinflussen. „Segen ist der Mühe Preii". gilt hier wie überall, schon läßt sich in dieser Hinsicht eine Wandlung zum Besseren wahrnehmen. Auch hinsichtlich der Vogelpflege ent-wickelt der krästige, junge Cillier Verein hervor« ragende Thätigkeit. Er hat jetzt in die weittsten Kreis« di« Mitthrilung gelangen lassen, wie man am prallischesten die Vögrl im Winlrr unirrstützt. Er warnl folgerichtig davor, den Vögeln ungeeignete Futterstoffe zu bieten, weil dadurch den alle« gierig erhäschenden Vögeln keine Wohlthat erwiesen, ihnen vielmehr ein vorzeitiger Untergang bereitet wird. Pignoli — an manchen Orten gerne gefüttert — enthalten zuviel ölige Stoffe und bereiten Darm-und Magenkrankheiten: ebenso ist vor Brotabfällen zu warnen, während verdorbene, nas«aewordenr Futtermittel sicheren Durchsall verschaffen. Die .inzig richtige FütteiungSmethode besteht im Ausstreuen von Hirse-Arlen, welche durch ihre chemischen Bestans« «heile wärmebildend wirken, ihnen soll man Glanz-Hans, geschälten Hafer. »ürviSkernr und Mehl-würmer zuarsrllen. Jede» Futter muß dump'frei und von süßlichem G-schmacke sein. Auch auf die Futlertisch« ist zu achten. Dieselben müssen fo ein-gerichtet sei», daß di« Rtinigung schnell und gründlich vollzogen werden kann: grüne Farbe darf al« giftig und d«n Vögeln schädlich nicht verwendet werden. Der Cillier Thierschutzvertin fertig, die Funerlische in vier verfchi«drn«n Modtlltn an, und ist di« Nachfragt «ine sehr btteutende, da die Tische eben-so billig al« praktisch sind. Ferner vtrmitiel« d«r Cillier Thierschutzverein den Bezug der einzig empfehlen«wenhen Nistkasten. Di«s« läßt er nach Berlepfch'ichem Muster in zwei Größen herstellt». Die Kasten haben eine fünfzehnjährige Haltbarkeit und werden von den Vögeln ihrer Vtaiürlichkett halber gerne bezogen. Sie sind nicht akuiujch, wa« von großem Werlh ist, die Nmhöhlung erschein« vor Temperatur- und Witlerunv«v»rhäli»,sse» ge-schützt. Mi« einem Worte, der Vogel braucht sich nicht erst daran zu gewöhnen, er findet eine der Naiur und seinen Bedür'mssen vollständig enisprechenoe Nisthöhle vor. Alle diese Uniernehmungen und Neuerungen machen dem jungen Vereine alle Eure und zeigen, daß er seine culiurellen Ausgaben mi« Ernst ersaßt uno mit ebensoviel Tuaikras« al« Glück in« Werk gesetzt hat. Ihm gehör« die Zukunft in Uutersteiermark! Möge er blühen und gedeihen! 1899 Schaubühne. Unter dem Titel „Concert-Akademie" veran» staltete da« unter der Direction Knirsch stehende Chorpersonale zu seinem Benesice einen wirklich genußreichen Abend, der noch dadurch, daß mehrer« Kunstkräfie unserer Stadt ihre freundlich« Zusage gemach« hallen, um «in Bedeulende« an Anklang gewann. Die Einleitung bildete Beethoven« herrliche Ouverture zu Egmvnt. die unter Capellmeister A. D i«ß l'S destbekannter Meisterhand von dem durch mehrere Herren Dilettanten verstärkten Musikverein«-orchester vollendet schön gespielt würd«. Dann folgte Nestroy» köstliche Posse «Umsonst', die an kunstgerechter Darstellung nicht« zu wünschen übrig ließ. Die Rolle de« Schauspieler« Pitzl bot Herr» Arthur Gelegenheit, un« mit einer seiner au«-gezeichnetsten Leistungen zu erfreuen; ein nicht ende» wollender Beifallssturm gab Zeugnis, wie sehr Arthur gefiel. Frau Saldern (Anastasia Mifprl)» Frl. Gusti Knirsch (Emma Pusch) und Herr Salb « rn (Fabrik«be sitzer Finster) spielt«» recht brav ; Herr Böhm wäre durch ein temperament» volles Auftreten der Auffassung feiner Rolle nahe gekommen. Sodann folgte MeadelfohnS Concert für da« Pianoforie mit Orchesterbegleitung, da» unter Herrn Capellmeister S t a h l'S vorzüglicher Leitung von Frl. Friederik« S p i l l « r vollendet schön gebracht wurde. Hier sei b«fond«rS de« Herr» lichen Adagio« Erwähnung g«ihan, da« von aller» Sätzen dieser Nummer in den Herzen der andächlig lauschenden Zuhörer den tiefsten Eindruck gemacht haben muß. Herr Concerlmeister König trug auch nicht wenig zum allgemein«» Gelm.'.en bei. Die glückliche Wahl deS herrlichen Andanie« au» dem zweiten Concert von Vieutemp« deutet aus einen recht guten musikalischen Geschmack. Die wohl etwa« gewagte Aufführung de« spanischen Tanze» von Sarasate zeigt von einem eisernen Studium x doch um diese« Tonstöck so technisch, so iempera» me»t- und schwungvoll vorzutragen, wie die Com-positiv» e« an sich erheisch«, muü man wohl Sarasate selbst sein. Von Herrn Capellmeister Dießl hätte so Mancher »ine mustergillig« Clavierdegleiiung ablauschen können. Stürmisch dankt« man Herr» Schris«lei«er Otto Ambroschitsch sür di« wir» kung«ooll vorgetrauen« Dichtung Rudolf Watzl'» „Der letzt« Agilolfing". Sie. die in ihrer Art nahrzu ««»zig dasteht, greift zurück in die Tage heißesten Kampfes zwischen Christen- und Heidenthum und steht an inneren Werth wohl ziemlich gleich den Werken unserer erhabenen Meister der Dicht-kunst. Der bezaubernde Vortrag deS Goldermann» schen Cello-Solo ,Le Kere* verdient obenan gestellt zu werden. Herr Zahradniczek wußte durch diese herrlichen Töne, di« er seinem göttlichen In-strumente entlockte. Töne die auS dem Herzen voll tiefster Innigkeit, anfang» wie köstliche Perlen» dann immer seelenvoller, entzückender, bald wie schmerzliche Wehmuth, bald freudig «rr«gt. dem Herzen der tief «rgriffen«n Zuhörer «nig«g«n jubelten, eine nie geahnte Begeisterung zu entflamme». Zu», Schlüsse kam Baumann» .Versprechen hinterm Herd"' zur Aufführung. Wohl mancher ältere Cillier wird sich bei diesem Stücke mit Wonne zurückerinnert haben an die Zeit, wo einige Mitglieder hervor-ragender Cillier Familien al» Dileliant«n eben diese» Siück zum Gegenstand einer köstlich«» Auf-fü»rung machten. Frl. Toni Mario w (Na»dl> hielt sich recht brav und rollrngerech«. Herr Pisto l. (Freiherr v. Stritzow) spielte sonst edenfall» sehr gut nur war der „Berliner" nicht ganz »waschecht". Herr N a st o r (Michael Qaandtu«r) und Herr Fischer (LoiSl) gaben zwei richtige GebiraSbauen». ab. Vater uno Sohn, waren aber den Trachten nach mehr Tiroler al» Steuer. Wa» den Besuch anbelangt, so hält« er bei einer solchen Fülle de». Gebotenen noch besser sei» können. I—rn. Gafparone. Es war zu begrüßen, datz. noch al» eine der letzten Vorstellungen Mlllöcker» alie Ooereite mit ihre» immer doch noch anziehen-den W«ls«n an di« Reih« kam. doch unser« Erwar-tungen waren jetzt, da ein Theil der Künstler bereit»-die Slad« verlassen uno Frt. R inzola'» Abwesenheit »ine empfindlich« Lücke verursach«, keineSweg« die betten. Doch ha>««n wir unS sehr ge«äusch>. ES zeigten sich doch wenig Manuel und noch im AuS-einandergkhe» suchte jeder sein BesteS zu bitten» Dazu war eS ja auch der Ehreoabend der Frau Direciorin. Fruu Josefine Knirsch (Zeaodia), die Gegenstand großer Ovationen war, verdient« auch ditSmal reichlich diesen Beisall. In der Stelle „E* ftid, ji keine Männer mehr" riß si« die Z>u» Hörer zu stürmischer Heiterkeit hin; e» ist uaglaubl»ch» über waS sür kräftige Stimmmittel si« zu v«rfüg>«n imstande ist. Frl. M a r l o w (Sora) war gamz 1899 .Aevttche reizend. Wohl oft schon hat die schöne Arie „Stock-finster war dir Nacht 2c." vor den Rampen des Cillier Stadtihealer« geklungen, doch war e» viel-leicht nur Frau Sieg«, dir Frl. Marlow gerade hierin gleichkam. Frau G u t t m a n n (Gräfin Charlotta) suchte ihr Beste« zu bieten. Sonderbar ist bei ihr der Umstand, doß sie an gewissen Tagen. n>ie diesmal, sei e« Indisposition oder wa« immer, nicht imstande ist, in den höheren Lagen, namentlich bei den Fortestellen immer ganz rein zu intonieren, wa« auf die Zuhörer oft recht unangenehm wirken kann. Herr N a st o r (Podesta Nasoni) war anfing« etwa« matt, fand sich aber bald tu seine Rolle »>«d löste schließlich seine Aufgab« zur allgemein«» Befriedigung. Herr Director Knirsch (Conte acke>«n Capellmrister Stahl, drr um da« Zu-standekommen so vieler, bi«wrilrn ganz hrrvorra» oenver Operetten-Aufführungen sich «in Verdienst «morden, und wünschen drn Schridenden alle« Beste auf ihren sernerea LrbrnSwegen. I—w. vermischtes. ßine angenehme Kschzeitsnacht. In Pari« hat sich nachstehende romauujch« Geschichte, welche •an die Zeiten de« Räuber« Fra Diavvlo erinnert, zugetragen: Ein reicher, russischer Kausmann, Nikolai Wassiliew B., Hai sich'« >n den Kopf gesetzt, er müsse emr jcböne Pariserin zur Frau bekommen. -Er reiste nach Pari« und hielt Brautschau unter den Schönen de« Boulevard. Nachdrm er schon «inige Wochen gesucht halie, fand er endlich in «inem Restaurant de« Boulevard Montmartre da» «erträumte Ideal, ein junge» Mädchen von vollen» veter Schönheit und jener tadellosen Tugend, wie sie (nach den Anschauungen be« verliebten Russen) «den nur in d durch Freiherr von Schlicht sich seinen Namen machte, ist die Eigenart seine« Scha»enS: er Hai ein ganz neues Genre der militärischen Humoresten erfunden, er schreibt seine Erzählungen mit mehr oder weniger gesuchten Pointen, er erzählt seine Liebe''geschichten in la Hackländer oder Winterseldt, sondern er findet den Stoff sür seine humoristischen Schilderungen in dem alltäglichen Äarnisonsleden. Ansichts.Postfarten, iiterreichisches Erzeugnis aus der L B EnderS'schen tcunst.Anstalt Hasch ». Schleif in Neutitfchein. liegen un« in prächtigen Ehromoaussührun-gen vor. Diese Karten aeben Zeugnis von der LeistungS-lähigfeit dieser Kun!i Anstalt und wir begrüben e» mit Freude, trat) eine Kunst Anstalt im Inland« es unternommen hat. sich aus da« Gebiet der Postkarte zu verlegen. AlS besondere Neuheit erwühnen wir die in Photochromie ausgeführte Postkarte .Maria Wörth", ein reizende« Bildchen. Diese Karte versendet die L. V. EnderS'jche Kunst-Anstalt gegen Einsendung von IS fr. überallhin jianco. Zu Ansang nächst» Monate« gelangt im Berlaae von Heinrich Minden, Dre«0en und Leipzig, eine Klugschntt, be-titelt: „Der Fall B iberle. Ein Culturbild au« Prag" zur Ausgabe, welche eine getreue Wiedergabe der Gerichtsverhandlung „Lin^ard Biderle" nach stenographischer Niederschrift bietet. Die ebenso zeitgemässe wie danfens» werthe Arbeit zerfällt m nachstehende Hauptadtheilungen: „Die Anklageichrist. das Berhör deS Angeklagten, da« Zeugen» verhör, das Plaidoyer des StaatSanwalts, das Plaidoyer de« Bertheidiger«, da« Urtheil", und behalten wir un« vor. ausführlicher aus die interessante Schrift znnlckzufommen. welche zeigt, daß der Deutsche, der im Gebiet« der slavischen Bedrängnisse lebt und leidet, nach der heule in gewissen Kreisen vorwaltenden Aussassung zwar Siecht habe», aver niemals Rech« behalten darf. FRITZ RASCH, bucimiiiii, CILLI. nlässlich der nahenden OMterselertatve erlauben wir tur L Kenntnis zu bringen, dass unsere Theebnlter und Cillier Schloss-Käse hllemllch M Herrn Alois Walland, Kaufmann in Cilli su erhalten Int. Vormerkungen für die Feiertage nimmt Herr A. W a 11 a n d entgegen und ersuchen wir höflichst davon Gebrauch zu machen, damit wir den Anforderungen gerecht werden jcönnen. 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Marie Ropan._ Plflss - Stanser - Kitt In Tuben and Qliksern mehrfach mitGold-und Silbermedaille* prämiiert, seit 10 Jahren al* das stärkste Binde- and Klebemittel rühmlichst bekannt, somit das Vorzüglichste zum Kitten zerbrochenerGegensttade,etnpfieblt: II. Pretlner. 2991—32 .Deutsche Macht' 1899 Bock-Bier. fl Meinen geehrten Kunden bringe ich zur gefälligen Anzeige, daß während der Osterfeiertage und so lange der Vorrath reicht, daS bisher immer mit großem Beifall aufgenommene Bock-Bier nach Münchener Art gebraut in meiner Bier-Niederlage Cilli, Brunnengasse No. 4 /<(_ zur Ausgabe gelangt. Ich lade zum Bezüge diefer besonders vorzüglichen Bier-Qualität höflichst ein und empfehle mich hochachtungsvoll Thomas G-ötz Bier-Brauerei Marburg _- Bier-Niederlage Cilli: Brunnengasse No. 4. 3697—27 Hotel,Weisser Ochs' Cilli (Joh. Terschek). Ostermontags, den 3. April 1899 CONCERT der städtischen Musikvereins-Capelle unter persönlicher Direction des städtischen Capellmeisters A. DIommI. 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Schwester und Cousine, des Fräulein Josefine Stehlik fohlen wir uns verpflichtet, allen jenen herzlichst zu danken, welche sich um die zu früh Verstorbene während ihrer schweren Erkrankung so liebevoll annahmen und ihre innige Antheil-nahme an dem uns so schwer getroffenen Verluste durch Beileidsbezeugungen zum Ausdrucke brachten. Ganz besonders fslhlen wir uns verpflichtet, für die zahlreiche Betheiligung an dem Leichenbegängnisse und die schönen, die Heimgegangene ehrenden Kranzspenden zu danken. Cilli, 29. März 1899. 3701 Die trauernden Hinterbliebenen. _ Klein«»« Gut__ in milder, herrlicher Läse, an der Rcichs-stra»s« von der Stadt Marburg eine halbe Stunde entfernt gelegen, für jedes Unternehmen geeignet, bestehend aus einem grossen 1 Stock hohen Herrenhaus, gut gebauten uud gewölbten Wirthschaftsge-läuden, für 24 Stück Vieh Stallungen, schönem 10 Joch grossen Obstgarten der edelsten Sorten. 24 Joch Aecker u. Wiesen, 18 Joch Wald nnd 10 Joch Weipgarten in fcuter Lage, nebst 2 Winitreien. ist auch infolg« derN&bc der Stodt für Milchwirthschal t besonders geeignet und wegen Todesfall billig zu verkaufn«. Antrige sind zu richten an Frau Juliana Kaup. Gut Wagnerhof in Garns bei Marburg oder «n chiller-platx. 3687 Oster- Postkarten in grösster Auswahl bei Fritz Rasch, Cilli. Grosso ist billig zu ve kaufen. 365S—26 Anfrage Grabengans* No. 5, I. Stock. Danksagung. Anlässlich des Hinscheidens meines theuren Schwieger» vaters, des Herrn Franz Grossauer, SUdbahnbodiensteten i. R , sind mir und meiner Familie so zahlreiche Beweise inniger Antheilnahme zugekommen, dass ich ausserstande bin, jedem einzeln dafür zu danken und deshalb auf diesem Wege meinem aufrichtigsten und wärmsten Dankgefühle Ausdruck verleihe. Professor E. Potocnik. 3692 Danksagung-. Anlässlich des plötzlichen Ablebens unseres unvergess-lichen Gatten, respective Vaters, des Herrn Franz Swettl gingen uns so vielfache Beweise inniger Antheilnahme zu, dass wir uns gedrängt fühlen, auf diesem Wege unsern innigsten Dank zum Ausdrucke zu bringen. Ganz besonders danken wir für die zahlreiche Theilnahme am Leichenbegängnisse und die schönen, den Todten ehrenden Kranzspenden. G a b e r j e, 29. März 1899. 8693 Die trauernden Hinterbliebenen. ilttlcflct und Herausgeber: ftJminebu&brudciu „(feitja" m <&iUi äBeiaruaouli^a Ädjrittlnut: Otto ttmbrofcfoitfd) £nud der Üfrfinatiu&om^m „oJtieia" ta liiUi.