pränuinkralions - Preise: F U r Laibach: Banzjährig . . . 8 fl. 40 kr. Halbjährig . . . 4 „ 20 „ Vierteljährig. . . 2 „ 10 „ Monatlich . . . — „ 70 „ M i t der Post: Ganzjährig . . . il fl. — Ir. Halbjährig . . . fi „ 50 „ Vierteljährig. . . 2 75 „ Für Anstellung in6 Hans viertel- jährig 25 tr., monatlich S tr. (Einzelne Stummem 6 tr. Laibacher Tagblatt. Anonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. ßtlaklion Bahnhofgasse Nr. im. (ErpcMlioit und Inseraten Snrran: Kongreßplatz Nr. 81 (Buchhandlung von I. v.Klcinmavr & ff. Bamberg), 3nscrtionsprcisr: Für die einspaltige Petitzeile 3 kr. bei zweimaliger Einschaltung ft. 5 kr. dreimal ä 7 kr. InsertionSsiempel jcdeemal 30 kr. Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Nr. 155. Montag, 10. Juli 1871. — Morgen: Pius I. P. 4. Jahrgang. Gras Hohenwart und drr Föderalismus. „Man hat von Föderation und Zentralisation gesprochen. ES ist schwer auf diese Frage einzugehen und ich vermeide es absichtlich; eö sind zwei Schlagwcrte, mit denen jeder, der sie gebraucht, einen anderen Begriff verbindet. Ich frage, wo beginnt die Föderation, wo hört die Zentralisation auf? Soll der Umstand, daß das eine oder das andere Gesetz in die Kompetenz des Reichsrathes oder in die Kompetenz des Landtages fällt, maßgebend sein für die Entscheidung der Frage, ob Zentralisation oder Föderation? Ich begreife vollkommen, daß irgend ein Gelehrter, irgend ein Theoretiker sich an diese Frage ängstlich Hämmert und Oesterreich schon dein sicheren Verderben entgegeneilen sieht, wenn seine liebgewonnene Theorie in einem einzigen Punkte Abbruch leidet; allein ich glaube auch, daß der Staatsmann derlei Fragen, so wichtig sie an und für sich sind, im gegenwärtigen Momente jedenfalls nur in die zweite Reihe verweisen wird und daß er selbst vielleicht theoretisch minder vollkommene Einrichtungen gerne hinnehmen wird, wenn er dadurch den Hauptzweck erreicht, der eben vor allem erreicht werden muß, das ist die vollständige Anerkennung und feste Begründung der Verfassung." Wir haben diese Worte aus der letzten Rede des Grafen Hohenwart im Herrenhause absichtlich wörtlich angeführt, um unseren Lesern recht augenscheinlich zu zeigen, mit welchem Leichtsinn, mit welcher Selbstgenügsamkeit und Oberflächlichkeit bei uns neugebackene Staatsmänner, die gestern noch in irgend einer Amtsstube an ihrem Konzept gekaut, über die wichtigsten Lebensfragen des Reiches urtheilen. Nur Leute, die weder Gelehrte, »och Theo- retiker, am allerwenigsten aW praktische Staatsmänner sind, können mit solcher Geringschätzung, mit solch hochnäsiger Verachtung auf die Wissenschaft heruuterschauen; nur Neulinge in ihrem Berufe die ganze Staatskunst mit ein paar mehr oder minder geschickten Handgriffen abgethan wähnen. Wenn Graf Hohenwart sagt, daß mit den Schlagworten „Föderalismus" und „Zentralismus" jedermann einen anderen Begriff verbindet, so wird uns aus seinen Worten nur dies eine klar, daß er selbst mit diesen Ausdrücken noch gar keinen Begriff zu verbinden versteht. Wenn in Oesterreich im gegenwärtigen Augenblick, wo alle Parteien offen mit Deklarationen, Resolutionen und Memoranden an die Regierung herangetreten sind, ein Minister von der Rednerbühne des Parlaments herunter fragen kann, „wo beginnt die Föderation, wo hört die Zentralisation auf?" und damit glaubt etwas uugemein geistreiches und schlagendes gegen die Verfafsnngö-partei vorgebracht zu haben, so bekundet er dadurch höchstens, daß seinem Denk- und Bcobachtungsver-mögen Begriff wie Entwicklung der staatsrechtlichen Einrichtungen in Oesterreich nnd anderen Staaten gleich fern geblieben sind. Graf Hohenwart scheint der Ueberzeugung zu leben, daß Zentralisation und Föderation gegensätzliche, einander absolut ausschließende Begriffe seien, während sonst alle Welt weiß, daß durch diese Ausdrücke in der politischen Parteigeschichte nur verschiedene Richtungen bezeichnet werden, um den Staatszweck zu erreichen. Absolutismus und Zentralismus sind, wie allgemein bekannt, Staatsformen, welche ein Volk überwunden haben muß, ehe es in einen Rechtsstaat, in die verfassungsmäßige Entwicklung cintreten kann. Bis um die Mitte des vorigen Jahrhunderts bildete Oesterreich ein Konglomerat von Volksmassen, die unter dein Joche klerikaler und feudaler Herren schmachteten, deren ständische Sonderrechte durch die Hoheit der Krone nur wenig geschmälert waren. Oesterreich bot also wesentlich einen Zustand dar, wie er in Frankreich vor Ludwig XI., in Brandenburg vor dein großen Kurfürsten bestanden. Maria Theresia und Kaiser Josef 11. versuchten eö zuerst, die feudalen Vorrechte zu brechen. Zu dem Behufe waren sie bemüht, die einzelnen Aufgaben der Staatsverwaltung in gewisse Hauptklassen zn ordnen, für diese Hanpt-klassen eigene Behörden, oder wenigstens Abtheilungen in Behörden mit allgemeinem Charakter zu schaffen. Die Feststellung der Grundsätze, nach denen verwaltet werden sollte, ward den obersten Leitern der Staatsgewalt übertragen und dieser auch die end-giltige Entscheidung in denjenigen Angelegenheiten überwiesen, welche besonders wichtig und prinzipiell bedeutsam erschienen. Am weitesten ging man darin unter der alles erstarrenden Metternich'schen nnd Bach'schen Herrschaft vor; nicht blos die ständischen Vorrechte wurden zu einem bloßen Schatten herab-gedrückt, sondern alles individuelle Leben in Stadt-und Landgemeinden schonungslos erstickt. Gerade so hatte die Zentralisation in Frankreich sich aus-gebildet, wie sie denn überhaupt dem romanischen Charakter weit mehr als dem germanischen zusagt. Als zur Zeit der ersten französischen Republik die Partei der Girondisten, die das erste mal in Europa den Namen der „Föderirten" trug, die zum Theil gemäßigteren Ansichten der Provinzen zur Geltung bringen und denselben einen entscheidende» Einfluß auf de» Gaug der Revolution verschaffe» wollte, erhob die Bergpartei zu ihrer Losung die eine „uutheil-bare Republik", worunter sie ein streng zentrali-sirtes, von Paris ans mit schrankenloser Machtvoll- Feuilleton. Die Goldmacherkunst. (Fortsetzung.) Ebenso wenig wie die beiden holländischen Aerzte schrieb der berühmte Alchemist Basilius Va-leutinus dem Stein der Weisen die Kraft zu, ewiges Leben zu verleihen, sondern nur die Fähigkeit, die Gesundheit zu erhalten bis zu der Stunde, „so ym von seinem Himmelskönige gesetzt sei." In Bergauf praktische Kenntnisse war Basil der bedeutendste Chemiker des Zeitalters der Alchemie. Er beschrieb das Zink und das Antimon in ihren verschiedenen Verbindungen, die arsenige Säure, das essigsaure Kupseroxlid, den Eisensalmiak, die Salzsäure, das Knallgold, die Darstellung der Schwefelsäure aus Vitriol sowie aus Schwefel, die Bereitung des Aethers. Außer der Kraft, die Gesundheit zu konservireu, schrieb er dem Stein der Weisen auch die Fähigkeit zu, zehn bis dreißig Theile unedles Metall in Gold zu verwandeln. Die wissenschaftliche Bedeutung dieses Gelehrten schließt den Verdacht einer absichtlichen Täuschung gänzlich aus, und so wird seine Goldmacherei wohl auf falsch ausgesaßte Experimente zurückzuführen fein. Wenn mau aber den Basilius Valeutiuus berechtigter Weise nicht des Schwindels zeihen kann, so ist Grund genug vorhanden, seinen Zeitgenossen, den französischen Goldmacher Le Cor als Schwindelmeier reinsten Wassers zu bezeichnen. Dieser hatte dem Könige von Frankreich bedeutende Summen zum Kriege gegen England geliehen und wurde zum Finanzminister ernannt. Als solcher betrieb er seine Kunst, Gold zu machen, in einer Weise, wie sie drei Jahrhunderte später der Münzmeister Efraim gleichfalls ausgeübt hat: er schlug falsche Münzen, welche unter dem Stempel des Königs so lange im Umlauf waren, bis man den Betrug entdeckte. Hier finden wir also in der Geschichte der Alchemie zum ersten male den offenen Betrug an der Seite des Goldmachers, und die Alchemie hört auch mit diesem Augenblicke auf, sich als wissenschaftliche Bestrebung zu zeigen. Basilius Valentinuö war der letzte Alchemist, dessen Namen wir mit Ehren unter den Männern der Wissenschaft genannt haben. Wenn sich auch in späterer Zeit noch so mancher Gelehrte von hoher Begabung mit der Alchemie beschäftigte, so geschah dies doch nur in vereinzelten Fällen; diese Beschäftigung bildete niemals mehr ein wesentliches Glied seiner gesammteu wissenschaftlichen Bestrebun gen. Von jetzt an ist die Geschichte der Alchemie eilte Kette von mehr ober weniger geschickt angeführte» Betrügereien. Durch dieses Labirinth der Leichtgläubigkeit und des raffiniitc» Betrugs die Leser zu führen, kann nicht in unserer Absicht liegen und wir nennen nur kurz einige der berühmtesten Jndustneritter, resp. fürstlichen Personen, welche sich von der goldenen Fata Morgan« täuschen ließen, um uns der jüngeren Gegenwart zuzuwenden, von welcher das Bächlein des Materials dürftig bis auf unsere Tage riefelt. Wie in Frankreich sehen wir gleichzeitig die Alchemie in England und Deutschland heimisch. In England rechnete Heinrich VI. aus den Beistand der Priester; den», meinte er, wer Brot und Weilt in Christi Leib und Blut verwandeln kann, muß auch im Stande sein, unedles Metall iu edles zu verwandeln. In Deutschland wimmelt es frühzeitig von Betrügern, die meist ein klägliches Ende nehmen und öfter einen mit Flittergold beklebten Galgen zieren. Keilet) wurde von Kaiser Rudolf in den Kerker geworfen und starb an den Verletzungen, die er sich bei einem mißglückten Fluchtversuche zugezo-ge». Der Apotheker Gustenhover starb zu Prag im Gesängniß. Alexander Setonius wurde in Dresden gefoltert und starb an den Folgen. Der württem-bergische Goldmacher Mühlenfels wurde an einem kommenheit beherrschtes Staatöwcfen verstand. Ebenso starr war die Zentralisation, welche die Napoleoni-sche Herrschaft nach der Niedertretung der 48er Gesetze in Frankreich einführte, und die erst in jüngster Zeit der Welt gezeigt hat, wie schwer ein Land den äußeren Glanz deö zentralisirten Staates erkauft und wie leicht die Ueberzeugung, kolossale Mittel zur Verfügung zu haben, zu maßlosen und unheilvollen Unternehmungen führt. Aus der Zentralisation ist Oesterreich, seit es ein Verfassungsstaat geworden, längst herausgetreten. Es hat in den Gemeinde-, Bezirks- und^ Landesvertretungen ein ausgiebiges Mas; von Dezentralisation, wie kaum ein zweiter Staat in Europa. Allerdings hat auch diese Decentratisation ihre Mängel gezeigt, wie es bei so unentwickelten, Jahrhunderte lang unter Vormuudschaft gehaltene» Völkern kanm anders möglich. Während bei der Zentralisation alles, was geschieht, wenigstens mit Rücksicht auf das Ganze, das Interesse des Staates, unternommen wird, die Theile dagegen ganz in den Hintergrund treten, sehen wir nun die Theile nahe daran, die Beziehung ans das Ganze zu verlieren. Wir sehen sie ausschließlich für sich arbeiten, gefährliche Sondergelüste hegen, neue Schwerpunkte suchen und gegen das Ganze und die übrigen Theile in bedenkliche Opposition treten. Und da noch dazu der Staat nicht homogen zusammengesetzt ist, und sich nicht nur bei den einzelnen Stämmen, sondern sogar in den verschiedenen Ständen, den Feudalen, Klerikalen, Arbeitern, ganz abweichende Richtungen Herausstellen, so beginnt das Gefühl der Zusammengehörigkeit der einzelnen Glieder immer mehr zu schwinden, zumal wo Volk und Bearntenstand noch auf niedriger Stufe der Bildung stehen. Sind diese Erscheinungen scho.i geeignet, die höchste Gefahr für das Staatsganze heraufzubeschwören, so geschieht dies noch mehr durch Schlagworte, deren Tragweite man nicht ersaßt, und die neuestens selbst von Regierungsmännern unter die politisch unreifen Massen geworfen werden. Ein solches mißverstandenes Schlagwort ist auch die Föderation. Theils verwirrte Köpfe, die gedankenlos unverdautes Zeug nachplappern, theils die Feinde des Staatsganzen, die auf beit Zerfall Oesterreich« hiuarbeiten, führen dies Wort seit geraumer Zeit im Munde und weisen dabei mit Ostentation auf die Schweiz und Nordamerika hin. Nur übersehen sie dabei ganz und gar, wie noch überall, wo Völkerstämme, sei es durch Gleichheit der Nationalität oder durch ein politisches Interesse der Gemeinsamkeit, sich zu einer engern Verbindung hin-gedrängt fanden, das Verhältnis; sich allmälich zu einem Bundesstaat und nicht selten zu einem Einheitsstaat umwandelte. Als sich die sieben nördlichen eisernen Galgen gehenkt. Denselben Galgen zierte später in Württemberg ein gewisser Honauer. Einer der frechsten Betrüger, die an den Höfen der damaligen Zeit ihr Wesen trieben, war Christian Wilhelm Freiherr von Krohnemann, der in den Jahren 1677 und 1686 die Rolle des Adepten am Hofe des Markgrafen Georg Wilhelm von Bayreuth spielte. Er gab vor, das Quecksilber fixiren zu können, so daß nachher, bei dessen Abrauchen, ein Theil als Gold zurückbleibe. Nachdem seine Betrügereien entdeckt waren, ward er im Jahre 1686 zu Kulmbach aufgehenkt. Der Galgen trug die Aufschrift: Ich bin zwar, wie Merkur wird fix gemacht, bedacht; Dock hat sich's umgekehrt, und ich bin fix gemacht. In einem mit Flittergold beklebten Kleide, an einem gleichfalls vergoldeten Galgen endete der bekannte Eaetcmo, Graf Ruggiero. Bekanntlich hängt die Erfindung des Porzellans in Sachsen mit alche-mistischen Versuchen Johann Friedrich Böttger's zusammen. Als Betrüger wurde Leonhard Thurn-hLysser, genannt zum Thurm, entlarvt, der in Rom an der Tafel des Kardinals Ferdinand von Mc= dicis einen eisernen Naget halb in Gold verwandelt hatte. Bei genauer Nachforschung ergab sich, daß die goldene Spitze angelöthet war. Von den Frauen, die sich mit der Goldmacher- niederländischen Provinzen behufs ihrer Befreiung von Spanien und Behauptung dieser Freiheit untereinander verbanden, nahmen sie alöbald die straffere Form des Bundesstaates an, indem sie in dem gemeinsamen Statthalter eine einheitliche Rcgierungs-gewalt, in den Generalstaaten eine gemeinsame Vertretung der vereinigten Länder begründeten. Mit der ErblichkeitSerklärung der Statthalterwürde im Hause Oranien, 1747, vollends mit der Verwandlung dieser in eine förmliche Erb Monarchie, 1815, ging der Bundesstaat dort in den Einheitsstaat über. Die schweizerische Eidgenossenschaft behielt wohl die lockere Form der bloßen Föderation bis 1847 bei, wo man endlich in Folge des Souderbundkriegs, der die Haltlosigkeit dieses Sistems offen gelegt hatte, cm den Ausbau einer einheitlichen Verfassung ging und diese auch glücklich ;u Stande brachte. Aehttlich verhielt es sich mit der Bundesverfassung der vereinigten Staaten von Nordamerika von 1776, die anfangs nur die gemeinsame Behauptung der Unabhängigkeit von dem englischen Mutterlande zum Hauptzweck hatte. Doch bald genug fühlte man das Bedürfnis; engeren Zusammenhalts, und diesem Bedürfnis; gab die revidirte Verfassung von 1787 Ausdruck, welche die vereinigten Staaten zur Union erhob, zu einem einheitlichen Staate, indem sie die Befugnisse der Zentralregierung verstärkte, den Kreis der einheitlich zu ordnenden Regierung erweiterte. Ungeachtet kein einziges der österreichischen Länder daran denkt, irgend eines seiner Sonder-interessen der Verwirklichung der Staatsidee zum Opfer zu bringen, vielmehr überall sich der schroffste Partikularismus und selbst Losreißuugötcudenzcn regen, steuern unsere naive» Regierungsmänner dennoch mit vollen Segeln dem Föderalismus entgegen und trachten mit aller Gewalt diese Svnder-gelüste zu legalisireu. Ihre Weisheit findet es ganz natürlich, zu mittelalterlichen Zuständen znriickzn-kehren, während rings um Oesterreich sich einheitlich kompakte Staaten bilden. Politische Rundschau. Laibach, 10. Juli. Inland. Wie uns Samstags der Telegraf gemeldet, konnte die Reichsrathssitzung wegen Be-schlußunsähigkeit an dem Tage nicht stattsinden. Die gestrigen Wiener Blätter enthalten den Grund dieser bedauerlichen Erscheinung. Es sollte nämlich das Gesetz über die Erhöhung des Friedensstandes der 25 Kavallerieregimenter, welches das Herrenhaus in der ministeriellen Fassung angenommen, nochmals in Verhandlung genommen werden. Da nun vor-anszusehen war, daß die Majorität nicht von ihrem ersten Votum zurücktreten werde, führten die Ma- knnst beschäftigten, sei zunächst die Kaiserin Barbara,*) Witwe des Kaisers Sigmund, genannt, die erste bekannte Alchemistin nach der Maria Prose-tissa. Sie war eine Gelehrte und hatte die Eitelkeit, als Adeptin gelten zu wollen. Bei ihrem hohen Range würde wenig offenbar geworden fein, wenn nicht ein treuherziger Skribent sie vor der Nachwelt angeklagt hätte. Johann von Laaz, ein ehrlicher Alchemist, ist ihr Ankläger. Sein Studium war kein Geheimniß, machte ihn aber auch nicht berühmt. Es ist ein bedenkliches Zeichen über den Erfolg seines Strebcns, daß die Italiener seinen Namen in Laaz-nien-oro verwandelten. Er erfuhr von der Kaiserin, daß sie Kupfer mit Arsenik in Silber verwandele, und Gold und Silber mit vielem Kupfer legire. „Da ich nun lauter Lug und Trug sah, machte ich ihr Vorwürfe. Sie wollte mich ins Gefängnis; werfen lasse»; durch Gottes Hilfe jedoch kam ich mit heiler Haut davon." (Schluß folgt.) *; geborne Gräfin von Cilly. Sie war die in jeder Bczielmiig würdige Schwester des letzten Sunneckers, des mächtigsten Reichsvasallen in Kärnten, Kram und Steiermark , von welchem Aeueas Sylvius Piccolomini schreibt: Ulrieus comesCiliae alienis se passim nmlieribus miseuit, multarumque foeminarum pudicitiam violavit. melufeit des Ministeriums, die Slovenen, Tiroler und Polen einen eigentümlichen Streich ans, um die Berathung des Gesetzes zu verhindern. Weil sie sich der offenen Fahnenflucht schämten, vermeinten sie eö recht schlau anzustellen und sandten blos die Führer der einzelnen Fraktionen ins Hans, ja einige Föderalisten betraten den Saal gar nicht und spazierten draußen auf den Gängen, um ja das Haus ganz gewiß beschlußunfähig zu machen. Daß dies unwürdige Spiel mit dem Parlamentarismus abgekartet war, ja daß selbst die Regierung ihm nicht fremd geblieben, beweist der Umstand, daß Minister Grocholski ebenfalls auf den Gängen sich herumtrieb und der LaudesvertheidigungSminister Scholl gar nicht erschienen war. Was die Völker Oesterreichs von ihren Vertretern zu halten haben, die, UM es höher zu belasten (es handelte sich um Erhöhung der Dienstzeit bei der Kavallerie) zu solchen Mitteln ihre Zuflucht nehmen, sollte ihnen nachgerade klar werde». Der Bndgctansschuß der österreichischen Delegation hat feine Arbeiten beinahe vollendet und der Berichterstatter Dr. Banhans ist soeben damit beschäftigt, den seiner Natur nach sehr komplizirten Bericht abzufaffeu. Am nächsten Mittwoch dürfte die Vollberathnng beginnen und noch im Laufe der Woche geschloffen werden, die Abstriche der beiden Delegationen differiten nicht unwesentlich, die ungarische hat sechs, die österreichische beinahe zwölf Millionen erspart. Leider drohen die Fruchte dieser sorgfältigen Berathungen abermals im letzten Augenblicke durch das Zusammengehen der Ungarn mit den Polen zunichte gemacht zu werden. Die ungarischen Blätter tarnen timt schon wieder über die Gerntanisirung der Hauptstadt und des Landes. Im „Pesti Naplo" wehklagt ein „ungarischer Familienvater," daß namentlich die Frauen immer mehr germanisirt würden, weil es keine ungarischen Erzieherinnen gebe, und verlangt die Gründung einer „Landcs-Erziehcrinnen-Bildnngsanstalt." Der „Neue Freie Lloyd" macht sich zur Hülste über die betreffenden Klage» lustig — er kann nicht wohl anders, da er ja selbst i» deutscher Sprache erscheint — zur Hälfte aber stimmt er in dieselben ein und findet namentlich mit großem Scharfsinn heraus, warum in Ungarn so viele deutsche — Kellner ser-viren. Der edle Magyar sei nämlich zu diesem Geschäfte zu stolz!! Heber den Stand der Ausgleichsverhandlungen herrscht augenblicklich Stillschweigen. Um so eifriger find die Nationalen mit der Darlegung ihrer Programme, und zwar nicht blos dies-, sondern auch jenseits der Leitha. So stellt der in 2tgreint erscheinende „Branik" als Programm der kroatischen Opposition hin: „Das dreieinige Königreich muß zu Ungarn in ein Verhältnis; von Staat zu Staat treten. Wenn Ungarn an dem Biindniß mit den Kroaten was liegt, so muß es anerkennen, daß Dalmatien, Kroatien und Slavonien ein ihm gleicher Staat, nicht aber eine „pars adnexa“ sind. Der nächste Landtag wird verlangen, daß Kroatien vou der schädlichen und seiner nicht würdigen Vormundschaft losgemacht werde, welche vom ungarischen Reichstage und von der ungarischen Regierung auf Grund des Ausgleiches vom 8. November 1868 Über Kroatien geführt wird. Die Regierung und der Landtag Kroatiens sollen autonom im strengsten Sinne des Wortes sein. Die kroatische Regierung soll nicht von der ungarischen abhäiigett, das heißt, den Banns soll der König selbständig und ohne Einflußnahme des ungarischen Präsidenten ernennen ; der Ban soll Präsident der kroatischen Staatsregierung und ebenso wie die Chefs der einzelnen Abteilungen (Ministerien) dem Landtage verantwortlich sein. Das Finanzwesen muß vom ungarischen getrennt werden, die kroatischen und slavouischen Güter und Waldungen sind nicht gemeinsame, ihre Erträgnisse haben daher in die kroatische Staatskasse zu fließen. Die Mitglieder der Delegation sind unmittelbar auf dem kroatischen Landtage zu wählen." So der „Brauik." Die polnische Wonatschrift „Przeglad polski" spricht in ihrer neuesten Nummer sehr eifrig für ein Bün d n i ß zwischen O e ster reich imb Deutsch-land. „Der Staat ist wohlgeborgcn, wenn er nur Hand in Hand mit Deutschland geht. Deshalb haben wir seit jeher eine vollständige Wendung der außer» Politik im Sinne des engsten Anschlusses au das geeinigte Deutschland anfö wärmste befürwortet. Ein gutes Vorzeichen ist cs, daß der sehr begabte, kühne General Baron Gablenz, unseres Wissens ein Freund eines Bündnisses zwischen Oesterreich und Deutschland, bei der Berliner Siegesfeier als Vertreter fuugirte. Wir zweifeln auch nicht, daß die überaus wünschenswerte Zusammenkunft des deutsche» und österreichischen Kaisers noch heuer stattfinden wird." Ausland. Im Elsaß scheinen die Dinge viel besser zn gehen und die Bevölkerung sich viel rascher mit der nenen Herrschaft zu befreunden, als man erwarten durfte. Im „Temps," also einem französischen Blatte, finden wir eine Korrespondenz aus Straßburg, worin folgendes höchst bemerkenswerte Geständnis; vorkommt: „Auf dem Lande beginnt die germanisatorische'Arbeit schon ihre Früchte zu tragen. Die elsässischen Bauer», ähnlich den Bauern aller Länder, den materiellen Bortheil der Ordnung über alles schätzend, verblendet von dem Glanz des Erfolges, verlockt durch die Macht, gewonnen durch das bestechende Aeußerc eines Regiments, welches weiß, daß sowohl Regierungen wie Menschen, um in den Angen der einfachen Leute zu l'eussireu, gut daran thun, sich den Anschein der Unfehlbarkeit zu geben; — die Bauern, sicher, im Friede» ihr Land bebauen und ihre Produkte vorteilhaft verkaufe» zu können, denen ferner die Sprache und demgemäß die gebildete Welt Frankreichs stets fremd geblieben sind — die Bauern sind fast schon zu dem neuen preußischen Regiment bekehrt." Das ist in der That nach so kurzer Zeit überraschend und berechtigt zu de» besten Hoffnungen. Das politische Interesse richtet sich momentan aus Rom, das der König von Italien bereits wieder verlassen hat. Aber Viktor Emanuel wird spätestens zum Herbst, wenn die Parlamentsfession beginnen wixd, in die ewige Stadt znrückkehren und dann kann mau sich auf einen interessanten Kampf zwischen der geistlichen und weltlichen Autorität, die ciuauder Brust au Brust nahe gerückt sind, gefaßt machen. Nunmehr ist auch der österreichische Gesandte Herr v. Kübcck iu Rom eingetroffen. „Spät kommt Ihr, doch Ihr kommt." Es fehlt jetzt iu der ewigen Stadt nur der Vertreter des „freien" Frankreich, der edlen Nation, die es nicht ertragen kann, daß das „unglückliche" Elsaß von den uuzivilisirteu Landsleuten Schillers und Humboldts „unterjocht" wird, die aber vielleicht morgen schon ihre „wiedergewonnene" Armee den Kardinalen zu Hilfe mar-schireu läßt. Zu de» vielen Meinungsverschiedenheiten, welche bereits im Schöße der Kurie bestehen, ist eine neue gekommen. Bekanntlich besteht die politische Kommission des Konzils noch. Es ist ihre Aufgabe, die Beschlüsse desselben auch iu die nöthige politische Form zu bringe», das hcißt, eine Reihe von Ir r!r * *" perz. Rente österr. Papier 59.3j. — Öperz. 8icnte öfterr. Silber 00.05. — 1860er Staatsanlehen 101.60. — Bankaktien 772. — Kreditaktien 285.50. - London 1^3.4o. - Silber 12150. - St. k. Mitnz-Dukaten 5 84. - Na-poleonsd'or 9.84. _________________________ -cvtiiu vit iuiiyviv|u;u *vw ....... Druck von I gn d. & leinmaljt 4 F; t. Bamberg in Laibach. Bergheers Theater mit Geister- und Gespenstererscheimmgen bei der Ttcrnallec. Heute, sowie täglich Abends 8 Uhr, Voi-Htelliiiijjc im II. Xiklus. - Dritte Abtheilung r Hans Lachs' Zaubermilhle, um alte Weiber jung zu machen. (309-3) Mail biete dem Glücke die IIand! 350.000 M. Crt. im günstigsten Falle als höchsten Gewinn bietet die neueste si-osse tiel«! - Verlosung, welche von der liolien Kegierung genehmigt und garantirt ist. 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Bank . 260.80 Xfil.— Oest. Bodencred.-Ä. . 26V 50 1:62.6t Oest. Hypoth.-Bank . 90.— Lteier. Eicompt.-Bk. ^40.- Franko - Austria . . 118.30 118.50 Haif. Ferd.-Nordb. . 2145 2147 Südbahn.Gesellsch. . 176 50 176.70 Kais. Elisabeth-Bahn. 2^1.50 222.™ Larl^Ludwig-Bahn 248.25 248.50 Eiebenb. Eisendahn . 171.60 172 - GtaatSbahn.... 4C9.fO 110.- tkais. Franz-IosefSb.. 202 LO 2i 3 - Fünfk.-Barcser E.-B Llföld-Fium. Bahn . 17«.50 177.— 176.75 177 - Pfandbriefe. Nation. ö.W. verioSd. 92.— 92.20 llng. Bod.-Creditanst. 89.31 89.61 Allg.öst.Bod.-Lredil. 106.50 106.75 bto. tu 88 u. ttitf*. . 87-- 87.25 Wetb Ware 1 95 - I 95 .66 JPriorttüts-Obllg. iibb.=@el.!U600t>i. Mo. Bons 6 »<ät. Motbb. (100 ft. EM.) ©ieb.=8.(ü(>0 ft. ü.ÜB.) Staalibahn »r. Stück Staatsb. xr. St. 1867 iHubolf6b.(300fl.ii.ro.) Franz-Jos. (iOOsl.S.) iSrebtt 100 fl. ö. SR. , Don.-Dampfsld.-G-s. au 100 fl. . . Irieftet 100 N. LM. . btc. 50 ft. ö.äß. . Ofener . 40 ft. ö.W. Salm . * 40 „ Palst» . „ 40 „ iSTatb . „ 40 „ ©t. @tnoi6„ 40 „ Winbischgrätz 20 „ Walbftein . SO „ »eglebich . 10 „ fiubotfeftift. 10ö.W. Wooh»el(3 ®lnu.) HußSb. 100«. fübb.«D. Franks. 100 ft. , „ üonbon 10 Ps. Stert. Paris 100 Francs . Mtinxen. Kais.Münz-Ducaten. SO FrancSstück . . . «ereinSthaler . . . @iI6et . . 10 75 111.— $ss.- m.— 105.76 106 iS «ü.— 89.40 189.85 139.40 137.60 138.— 91 30 91.50 97.- 97.10 175.76 176.— . 102.— 122!— 124.— 59 — 60.— 33 — 35.— 43 50 44.- 32 60 33.50 38.— 89.— 31.- 39.— 24.— 25 — 24.50 25 — 35.— 15.- 15.50 103.60 103.60 103.60 103 75 123 30 123 40 48 25 48 SO 5.83 584 9.83 9 81. 1.831 l.H 121.- 121 50 Serieeer und für die Redaktion verantwortlich: Cttomar Bamberg.