Pcwrain« » gotOTinM Deutsche Zeitung — Organ für die deutsche Minderheit im Dravabanat — Ichilsileitung und Verwaltung: PreLernooa ulira S, Telephon Rr. 21 (intrnirbau» t v»j»g«preise fLr da« Inland: 'vierteljährig 4» Din, haldjährig W Din. ganz. Vnkundigungen werden in »er Verwaltung p, billigsten tbediihren entgegengenommen f jährig lüO Din. Für da» «u»iand entsprechende Erhöhung. Einzelnummer Di» l'üv Erscheint wöchentlich zweimal: Donnerstag früh und Samstag früh mit dem Datum vom Sonntag Nummer 83 ^ Celje, Sonntag, den 15. Oktober 193B_jj 58. Jahrgang Kurz das Wichtigste Heute finden in der Draubanschast die Gemeindewahlen statt. Skupschtina und Senat einberufen Die Skupschtina wurde für den 17. Oktober 10 Uhr Vormittag zur Bestimmung der Tages-ordnung für die nächste Sitzung einberufen. — Der Senat tritt am I». Oktober zur VerHand-l»ng eines Berichts des Petttionsausschuhes zu-sammen. Mussolinis neuer Donauplan Italien und Frankreich haben sich auf Grund einer italienischen Denkschrift grundsätzlich über die neue Donauraumpolitik geeinigt. Diese Denkschrift entwickelt etwa folgende Hauptgedanken: 1. Zwei-seitige Handelsverträge. 2. Borzugsweise Behandlung von Weizen und anderen landwirtschaftlichen Produkten der Donaustaaten. 3. Borzugsbehandlung der österreichischen Industrie unter Berücksichtigung der Mcistbegünstigungsklauseln. 4. Steigerung der Einfuhr der Donaustaaten. 5. Verkehrserleichterungen. 6. Maßnahmen zur Besserung der Handelsbilanzen der Donaustaaten, also Ueberprüfung der äußeren Verschuldung. Der Gedanke eines Fonds zur Hoch-Haltung der Getreidepreise wurde jedoch fallen ge-lassen. Exkaiserin Zita in Rom Eikaiserin Zita stattete am 11. d. M. dem italienischen König einen Besuch ab. Sie dürfte auch ein« Besprechung mit Mussolini haben. Dr. Dollsud wiederhergestellt Der österreichische Bundeskanzler Dr. Dollfuß ist wieder imstande, die AmtsgeschSfte zu führen. — Minister Kerber hat sich bei einem Reitunfall beide Arme gebrochen. Starhemberg gibt nach „Tagespost" meldet den Eintritt der gesamten österreichischen Heimwehren in die Vaterländische Front und die gleichzeitige Ernennung des Bundes-führers Fürst Starhemberg zum Führerstellverlreter der Vaterländischen Front. Oesterreich« Sozialdemolraten beraten geheim Gestern begann in Wien ein außerordentlicher Patteitag der österreichischen Sozialdemokratie. Den geheimen Verhandlungen wohnen u. a. zwei bekannte sozialdemokratische Auslandsgrößen bei, der Franzose Leon Blum und der Belgier Vandervelde. Massenverhastungen von Deutschen In der Tschechoslowakei finden im Zusammen-hang mit der kürzlich freiwillig erfolgten Auflösung der deutschen nationalsozialistischen Partei zahlreiche Verhaftungen und Hausdurchsuchungen palt. Ader auch Slowaken werden verhaftet. Bölterbundssitzung beendet Die diesjährige Völkerbundssitzung ging am 11. d. M unter allgemeiner Teilnahmlosigkeit der Delegierten zu Ende. Der Vorsitzende hielt die Schlußrede vor einem halb leeren Haus. Zollkrieg Frankreich-Polen Zwischen Frankreich und Pole»» sind wirtschaft-liche Unstimmigkeiten dadurch ausgedtochen, daß Polen französische Waren mit Prohibitivzöllen belegte. «rieg im Fernen Osten? Zwischen Rußland und Japan besteht äugen-blicklich eine so gespannte Atmosphäre, daß verschiedene Blätter eine kriegerische Auseinandersetzung prophezeien. Rußland wird aber vermutlich aus innerer Schwäche einem Wafsengang ausweichen wollen. Unsere Stellungnahme zu den Gemeindewahlen Für starke Führung E.P. Heute finden in der Draubanschast die lange erwarteten und vorbereiteten Gemeindewahlen der Landgemeinden statt. Wie wir schon des öfteren meldeten, wird für die größeren Städte ein beson-deres Wahlgesetz ergehen, das nach Pressemeldungen im Innenministerium bereits fertiggestellt ist, sodaß die Gemeindewahlen in den Städten Ljubljana, Maribor, Eelje und Ptuj etwa für das Frühjahr zu erwarten sind. Jedesmal bei Wahlen zeigt sich immer der Borbereitungskampf der erregtcn Gemüter, die sich in verschiedene Parteilager spalten. Die politischen Parteien sind eine Angelegenheit der Demokratie, was nicht heißt, daß sie die Demokratie selbst sind. Der innere Aufbau des demokratischen Grundsatz-gebäudes kommt vielmehr am meisten von allen politischen Anschauungen der natürlichen Streit-lust und -wut des menschlichen Gemüts entgegen. Die ideale, d. h. also praktisch nicht eiistierende Demokratie dagegen setzt voraus, daß sich die Par-teien irgendwie einigen und jede die Plattform stützen, auf der sie den Staat, das Gemeinwesen aller tragen. Die Parteien gehen aber mit großen Program-men und Grundsätzen in den Wahlkampf, obwohl sie selbst wissen, daß sie diese nach der Wahl nicht hundertprozentig einhalten können, und auch das nicht voll erfüllen können, was der begeisterte Wähler in der Hitze des Wahlkampses ihnen zutraut. Der Wähler ist nämlich nach den Wahlen selbst anders und legt den Patteien bewußt und unbewußt bei der Durchführung der Programme Schwierigkeiten in den Weg, von denen die größte seine politisch-geistige Unbeweglichkeit ist. Gerade in den jungen Staatenbildungen Europas hat die Bevölkerung nicht immer Schritt gehalten mit der Entwicklung, die von den staatserhaltenden Parteien für die ganze Plattform des Staates ausgelöst wurde. Vor allem hat es da in wirtschaftlicher Hinsicht auch bei uns in Jugoslawien immer Schwierigkeiten gege-den, weil der Wähler, also der vollberechtigte Staats-Kürzer, vergißt, daß er selbst der Träger einer sich höherentwickelnden Volkswirtschaft zu sein hat und daß der Staat nur die übergeordneten Gesetze sür das Gedeihen des ganzen Wirtschaftskompleies im Staate schaffen kann. Unter diesem Gesichtspunkt und unter dem Einflüsse der allgemein störenden Wirtschaftskrise drängt die politische Entwicklung in den schlecht fituierten Staaten zu einer straffen, einheitlichen Führung, die nicht mehr nach demokratischen Grund-sätzen nur darauf achten kann, daß keinem wehgetan wird. Es entsteht aber dabei eine Beruhigung des politischen Pulses, weil viele Kräfte, die sonst von politischer Arbeit beansprucht würden, ihre TS-tigkeit auf andere Dinge verlegen. Diese Beruhigung hat auch unser Staat notwendig. Und es ist unserer Meinung richtig, daß sich die Demokratie bei uns nicht bis zu ihren Auswüchsen entfaltet, denn unsere Innenpolitik hat vor allem unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu stehen und zwar so, daß zuerst die vom Einzelnen zu lösende Aufwärtsentwicklung geschieht; dann kann erst an eine freiere reine Po-litik herangetreten werden. In diesem Punkt sagen wir unseren Lesern wohl nichts Neues, da wir immer wieder versucht haben, ihnen die autoritäre Regierungsmethode in Deutschland und Oesterreich verständlich zu machen und also konsequenterweise eine den Landesverhättnissen angepaßte autoritäre Lösung der Regierungsfrage auch für Jugoslawien gutheißen. Und aus diesem folgerichtigen Gedanken heraus treten wir dafür ein, daß die uns Gleich-gesinnten von den ihnen persönlich naheliegenden politischen Gründen absehen und die Bestrebungen einer einheitlichen Ttaatspattei unterstützen. Das richtet sich jedoch nicht gegen irgendein« andere politisch« Richtung oder Partei. Wir würden im Gegenteil jeder von ihnen unsere Hilfe leihen, wenn sie die überwiegende Macht hätte und diese nicht zum Schaden des Staates anwenden würde. Aus diesem Grunde wollen wir wünschen und un-sere kleine Stimme dafür erheben, daß diejenigen von unseren Bolksgenossen, die heute wählen, die Staatspattei unterstützen. Wir haben dabei die Hoffnung, daß diese Partei ihre Macht im Sinne der notwendigen Neuordnung und Befriedigung der Bevölkerung ausüben werd«. Es muß noch vieles bisser weiden; dazu sollen auch diese Wahlen Ge-legenheit schaffen, eine Gelegenheit, die von den Gewählten wird genützt werden müssen, denn die Wähler werden sich nächstens nach den Ergebnissen der letzten, jetzt beginnenden Wahlperiode richten. Entschliehungsentwurs über den Flüchtlingskommissar Deutschland enthält sich der Stimme Die Völkerbundsversammlung nahm am Mitt-woch ohne Aussprache den vom zweiten Ausschuß für Wittschaftssragen auf Grund des holländischen Antrages angenommenen Entschließungsentwurf zur deuschen Flüchtlingsfrage an, nachdem die Flüchtlings-frage von der wirtschaftlichen, finanziellen und so« zialen Seite durch internationale Zusammenarbet-einer Lösung nähergebracht werden soll und bei schlössen wird, einen vom Völkerbund unabhängigen hohen' Kommissar und einen ihm zur Seite stehen-den Verwaltungsrat einzusetzen. Der deutsche Ver-treter Gesandter von Keller erklärte in der Voll-sitzung, daß er sich bei der Abstimmung der Sttmme enthalte. Die Entschließung wurde daraufhin mit dem ausdrücklichen Bemerken der deutschen Stimm-enthältung angenommen. Seite 2 Deutsche Zeltung Nummer 83 Eine deutsche und europäische Schicksalsfrage Das Büro der Abrüstungskonferenz ist nach der langen Vertagungspause des Sommers wieder zusammengetreten. Seine Aufgabe ist es, das Pro-gramm für die Vollsitzung des Hauptausschusses aufzustellen. Als man im Widerspruch zur öffent-lichen Meinung der Welt und unter innerem Wider-streben einer Reihe von beteiligten Regierungen darunter Deutschlands seinerzeit die Vertagung beschloß, wurde dies damit begründet, daß in der Zwischenzeit durch direkte Verhandlungen des Prä-sidenten Henderson mit den beteiligten Regierungen eine unmittelbare Verständigung Über die strittigen Fragen gesucht und gefunden werden solle. Die Be* suche Henbcrsons in den verschiedenen Hauptstädten haben stattgefunden, aber mit der Einigung in den wichtigen und entscheidenden Fragen ist man nicht weiter gekommen. Das Büro nimmt also seine Sitzungen wieder auf in einer Lage, die nicht nur genau so unklar und unsicher ist, wie damals als es.sich vertagte, sondern die neben anderen Um-tänden infolge der Kürze der nun noch zur Ver-iigung stehenden Zeit noch wesentlich kritischer er-cheinen muß. Es ist bezeichnend, wenn noch, bevor die erste Sitzung eröffnet wurde, ein Pariser Blatt von der Möglichkeit einer neuen Vertagung spricht. Obschon es sich hier um einen unverbindlichen Fühler handelt, so bestätigt sich darin doch die von deutscher Seite vertretene Auffassung, daß es Frankreich im Grunde nicht auf eine Einigung die schließlich eine Herabsetzung seines eigenen Rüstungsstandes im Gefolge haben müßte, ankommt, sondern daß es den gegenwärtigen Schwebezustand, der ihm seine mili-tärische Ueberlegenheit läßt und Deutschland die Gleich-berechtigung vorenihält, in irgendwelcher Form verlängert sehen möchte. Auf nichts anderes laufe, wie man hier betont, auch die von Frankreich vertretene These von der Probezeit von vielen Jahren hinaus. Die deutsche Grundforderung will dem gegen-wältigen Schwebezustand mit seiner rechtlichen und praktischen Schlechterstellung Deutschlands möglichst rasch ein Ende machen. Mit der grundsätzlichen An-nähme des sogenannten Mac Donald-Plane», mit der Hinnahme einer etappenweise zu erreichenden Gleichberechtigung Deutschlands und einer auf mehrere Jahre verteilten Annäherung der hochgerüsteten Staaten auf den deutschen Rüstungsstand hat, wie man an maßgebenden Stellen erklärt, die Reichs-regierung ein Höchstmaß von Zugeständnissen ge-macht. Deutschland dürfe nicht einmal von der Ver-wendung der anerkannten Verteidigungswaffen aus-geschlossen sein, während andererseits die gedachte systematische Kontrolle sich praktisch nicht einseitig gegen die abgerüsteten Staaten richten dürfe. Wenn England und Italien sich zur Zeit um eine Ueber-brückung der sich entgegenstehenden beiden Auf-fassungen bemühen, so werde ihre Vermittlungsaktion, wenn sie von Erfolg gekrönt fein soll und wenn sie wirklich jenen wahrhast energischen Zielen dienen will, zu deren Verwirklichung Musiolini den Vier-mächtepakt nach seinen eigenen Worten schuf, von der Grundlage und dem Grundsätze gleicher Rechte und gleicher Pflichten der vier europäischen Haupt-mächte auch auf dem Gebiete der Abrüstung aus-gehen müssen. Die deutsche Presse betont, das Ausland müsse ehrlicherweise zugeben, daß die Reichsregierung ge-rode auf dem Gebiete der Abrüstungsfrage und der damit im engsten Zusammenhang stehenden For-derung der deutschen Gleichberechtigung soweit ent-gegengekommen sei, wie es sich eine innerpolitisch so starke Regierung gestatten könne. Keine frühere Re-gierung hätte dies gekonnt. Man werde sich auch im Auslande sagen müssen, daß es eine Grenze gibt, über die hinaus Zugeständnisse für jede Re-gierung unmöglich sind und diese Grenze sei erreicht. Für Deutschland sei die Lösung der Abrüstungs-frage in erster Linie entscheidend. Aber man sollte im Auslande vor allem auch daran denken, daß es sich dabei zugleich um eine Frage vom grölen euro-päischen Interesse handelt. Denn es gehe um nichts weniger als um die Voraussetzung für eine zu schaffende Solidarität Europas. Daß in Genf eine allgemeine Weltabrüstung erreicht würde, wäre an-gesichts der Weltlage kaum zu erwarten und zu er-hoffen. Aber was erreicht werden könnte und müßte -was im europäischen Raume angesichts der wach-senden politischen und wirtschaftlichen Gefahren weit wichtiger und dringlicher erscheine — das sei eine Rüstungsverftändigung der europäischen Staaten al» Voraussetzung und Grundlage einer künftigen Soli-darität und Einigung gegenüber Gefahren von außen, die nicht weniger als den Bestand der weißen Rasse ihrer Staaten und ihrer Kultur bedrohen. Katholik und neuer Staat Aus Berlin wird uns geschrieben: Die nationale Revolution in Deutschland ist nicht nur für das Ausland vielfach eine Ueber-raschung gewesen. Auch auf manchen im Reich ist sie wie eine unbegreifliche Naturgewalt hereinge-brochen. Mancher war so stark in den Vorstellungen der Vergangenheit gefangen, daß er zunächst dem neuen Werden mehr kritisch als bejahend, mehr hemmend als fördernd gegenüberstand. Der Weg, den viele deutsche Katholiken von der Ablehnung über die Duldung zur freiwilligen Anerkennung des neuen deutschen Staates zurückgelegt haben, wird auch der Weg vieler Beurteiler jenseits der Reichsgrenze sein. Immer deutlicher wird es erkenn-bar. daß es vielfach ältestes christliches Ideengut ist, das heute in Deutschland mit entschlossener Hand in feste Formen gegossen wird. Der Kampf gegen Unglaube und Zersetzung, das Ringen um einen christlichen Staat auf der Grundlage von Volk, Fa-milie und sozialer Gerechtigkeit stimmen mit den Forderungen überein. die jeder stellt, dem es mit seinem Vaterland und seinem Christentum ernst ist. Die deutschen Katholiken haben im letzten Menschen-alter mehr als einmal beiseilegestanden oder zögernd Gefolgschaft geleistet, wenn sich umwälzende Ereig-nisse im Staate vollzogen. Heute geht es nicht um die Frage Groß- oder Kleindeutschland liberalistischer oder marxistischer Staat, sondern um den Staat der Deutschen auf christlicher Grundlage, um das, was Franz von Papen einmal als das „sacrum Imperium" bezeichnet hat. Wie man es nennen mag. es kann nur mit, nicht aber ohne und noch viel weniger gegen die deutschen Katholiken geschaffen wer-den, und diese beginnen heute ihre geschichtliche und nationale Aufgabe zu erkennen, soweit sie sich dem neuen Staat nicht bereits restlos zur Verfügung gestellt haben. „Die christlichen Kirchen stehen vor der großen und entscheidenden Aufgabe, ihr Bestes zu dem geistigen Aufbau und zu dem Kampf beizusteuern, in dem das deutsche Volk inmitten eines zerspaltenen Europa sich heute befindet. Das junge Geschlecht muß wieder die Grundwahrheiten der christlichen Kirche erkennen und zum Kampfe für das Leben gestählt werden. Der Staat der Zukunft wird der Kirche die volle Ausübung ihrer geistigen Mission ermöglichen. Damit wird fortab eine reinliche Schei-dung zwischen Politik und Kirche eingehasten werden, die dem Nutzen beider frommen wird", so hat Vize-kanzler von Papen kürzlich in einer Rede vor den katholischen Bauern gesagt. Papen hat diese Not-wendigkeit als einer der Ersten erkannt und zum Aufdruck gebracht, und er hat in der Schaffung des Reichskonkordate» den Worten die Tat folgen lassen. „Ihr Bestes beizusteuern." ist den deutschen Katholiken heute im neuen Staat durchaus möglich gemacht. In den grundsätzlichen Richtlinien der neuen Staatssührung sind die moralischen, im Reichskon-kordat die staatsrechtlichen Grundlagen dafür ge-schaffen, daß der deutsche Katholik hier ohne Selbst-aufgabe mittun kann. Gewiß, übelwollende Kritik wird stets, vor allem in so kampfbewegter Zeit, etwas zu bemängeln finden. ..Eine Loslösung von Formen und Ideen eines verflossenen Jahrhunderts ist eine zu komplizierte Angelegenheit, als daß sie von allen Zeitgenossen verstanden und gewürdigt werden könnte. Am Rande dieses weltgeschichtlichen Geschehens ereignet sich vieles, was unreif und tadelnswert ist. Die junge Generation, welche der hauptsächliche Träger der neuen Zeit ist, muß sich eben stets vor Augen halten, daß die Gnade, in einer großen Zeit zu leben und mitwirken zu dür-fen am Neubau des Reiches, auch strenge Pflichten in sich schließt," so Hai Papen den deutschen Katho-liken zugerufen. Die Jugend, die heute in die Füh-rung eingetreten ist. verfügt noch nicht über die Er fahrung und ausgeglichene Reife des Alters und sie irrt in ihrem Wollen leichter als der geschulte Intellekt, aber sie besitzt den Vorzug der Voraus-fetzungs- und Vorurteilslosigkeit und wird pranches zuwege bringen, woran die ältere Generation — alt nicht im körperlichen Sinne gemeint — scheitern müßte. Eine große und gesunde Nation wird nicht durch ein paar Irrtümer und Fehlgriffe aus der Bahn geworfen. Sie wird vielmehr daran gestählt und geläutert. Der gesunde Optimismus des deutschen Volkes, der der einzig erfolgreiche Ratgeber in einer schweren Zeit ist, ist über diese Zeiterscheinungen zur praktischen Arbeit übergegangen. Der Grundsatz vom „totalen Staat" ist in Gefahr, mißverstanden zu werden. Die seinerzeit auf Der unbekannte Geiger Sftjjt von Georg Wagener Der große Saal der Stadthalle war bis auf den letzten Platz besetzt. Denn wenn auch schwere Zeiten auf dem Lande lasteteten, so waren doch Tausende gekommen, weil sie für zwei Stunden alle Sorgen vergessen und nur dem Geigenspiel des Großen lauschen wollten, der mit dem Zauberstab seines Fiedelbogens die Welt dort draußen mit allem Kampf und Elend in weite Fernen rückte. Fred Boysen, der Große, stand auf der Bühne. Er lächelte hoheitsvoll dem Publikum zu. dessen Ab-gott er war. In diesem Lächeln lag das Bewußt-fein seiner Macht über alle, die dort zu seinen Füßen saßen. Und als der Beifallssturm, den sein Erscheinen ausgelöst hatte, auf einen Wink von ihm verebbte, gab er dem Klavierspieler mit einer Bewegung, die vor dem Spiegel einstudiert war, das Zeichen! Dann fiel seine Geige ein. Sie sang wie ein Mensch. Unter den Fingern des Großen quollen die Töne von den Saiten und schwebten, getragen vom Spiel des Begleiters, durch den weiten Raum. Sie pochten an das Her^ der Menschen dort unten, und die Türen wurden ihnen willig aufgetanz weil jeder auf sie wartete. Augen sanken in den Schoß, weil die Seele Störungen durch andere Eindrücke fürchtete. Andere starrten in Verzückung zu ihm, dem Unvergleichlichen. Um den Mund des Großen, dessen Augen geschlossen waren, als horchte alles in ihm nur auf sein Spiel, stand ein Lächeln. Der Klavierspieler kannte dieses Lächeln. Des-halb haßte er es. Denn für ihn war es ein Hohn-lachen. Fünf Jahre lang zog er — selbst ein be-deutender Künstler — nun mit dem Großen von einem Konzertsaal zum anderen, von einem Erfolg zum nächsten. Er kannte den Abgott des Publikums besser als jeder andere Mensch, besser als der Große sich selbst. Er wußte, daß Dünkel, Eitelkest, Macht-und Geldgier die Seele des Mannes erfüllten, von dem die Menschen glaubten, er sei ein vollendetes Wesen. Er war der Einzige, der die Maske durch-schaut und den Großen in seiner erbärmlichen Klein-heit gesehen hatte. Er wußte, wie der Mann, dessen Spiel die Menschen betörte, der sich in diesem Augenblick vielleicht selbst berauschte, innerlich beschaffen war! Hohl, unendlich hohl und doch wieder zum Bersten erfüllt von der Liebe zum eigenen Ich. Sein Spiel diente nicht der Kunst um ihrer selbst willen, sondern nur der Befriedigung seines Geltungs-bedürfnifses, seiner Sucht nach Lebensgenuß und Geld. Das Largo verklang. Einen Augenblick lag noch Schweigen über den Menschen. Dann dröhnte der Beifallssturm durch den Saal. Ekstatisch dankten dreitausend Menschen dem Großen für die eine Stunde des Vergessen». Der Klavierspieler hatte einen bitteren Geschmack im Munde. Waren das wirklich ergriffene Menschen, die nach zwei Sekunden schon wieder den Lärm ihres eigenen Beifallsklatschens ertragen konnten? Er fand keine Zeit, den Gedanken weiterzu-spinnen, denn plötzlich trat der Große auf ihn zu. das Gesicht eine freundlich lächelnde Maske. Der Klavierspieler wußte, was kam. Aufstehen mußte er. die dargebotene Hand des Meisters ergreifen und sich von ihr an die Rampe führen lassen, sich ver-beugen und eine Handbewegung des Großen dulden, die den Menschen sagen sollte: „Euer Dank gebührt auch ihm, meinem treuen Helfer!" Dann klatschten die Menschen wie besessen, weil diese anscheinend so edle Geste des Großen einem Kleineren gegenüber sie begeisterte. Sie wußten nicht, daß der Klavier-spieler ihrem Abgott am liebsten die Faust ins Ge-ficht geschlagen hätte: „Du Heuchler!" Der Große zog sich für die Pause zurück. Der Klavierspieler blieb, an sein Instrument gelehnt. Und Nummer 83 Deutsche Zeitung Seite 3 dem Nürnberger Parteitag festgestellte Tatsache, daß die nationalscqialijttsche Parte! die wichtigste Trä-gerin der StaÄsgewolt sei. bedeutet nicht, dak die anderen, die draußen stehen wollen oder müssen, von der Mitverantwortung an dem nationalen Schicksal ausgeschlossen wären. Die Führung des Reiches ist vielmehr der Auffassung, daß e* gerade auf sie ankommt, wenn die staatspolitische Arbeit von Erfolg gekrönt sein soll, und gerade an sie richtet Adolf Hitler seinen Apell zur werktätigen Mitarbeit. Der Katholik hat seine Bereitschaft zur nationalen Mitarbeit niemals von einem gewissen Maß äußerer Ehren und politischer Einflußnahme abhängig gemacht. „Nicht darum geht es, wer mehr Rechte hat,' sondern wer sich in Erfüllung der Pflich« ten übertrifft. Stellung. Rang, Beziehungen, das alles tritt zurück hinter der einen großen Pflicht, dem Befehl und dem Sinn des Führers zu gehör-chen und sich einzugliedern in die große Armee der Kämpfer um die Aufrichtung des dritten Reiches." So hat derselbe Mann gesprochen, der hinter Adolf Hitler auf den zweiten Platz zurück-getreten ist, nachdem er dessen Hände in jene des greifen Reichspräsidenten gelegt hatte. — Deutsches Landestheater in Rumänien Durch die Bestimmung der rumänischen Gesetze, welche für die Mitglieder von ständigen Berufs-theatern die rumänische Staatsbürgerschaft vorschreibt, war dem deutschen Berufstheater - in Ermangelung deutscher Birufsschauspieler rumänischer Staatsange-Hörigkeit — der Todesstoß versetzt worden und es war das deutsche Publikum allein auf die Darbie-hingen durchreisender deutscher Künstler angewiesen, die auf ihren Orientgastspielen gern auch die größeren One Rumäniens mit deutscher Bevölkerung berührten. Den idealen Bemühungen einiger Jünger Thalia», auch solcher, die bisher als Berufsschauspieler im Ausland tätig waren, ist es nun doch gelungen, ein deutsches Landestheater für Rumänien auf die Füße zu stellen, das am 29. September d. I. in Hermannstadt in feierlicher Eröffnungsvorstellung mit „Wilhelm Tell" seine Herbstspiel^eit begonnen hat. Unter den Mitgliedern der Gesellschaft finden wir Namen, die in früheren und neueren Zeiten auch außerhalb der Heimat guten Anklang hatten, wie Dr. Hans Eopony, Manna Eopony, Karl-Fritz Eitel. Im Spielplai. finden wir u. a. Hanns Johst: „Propheten". Die Gesellschaft wird alle Städte Rumäniens mit größerer deutscher Bevölkerung be-suchen und hat auch schon eine Einladung in das benachbarte Cüdflawien erhalten. Das Stuttgarter Turnfest im Urteil des Sokol Wir bringen im Folgenden einen Auszug aus dem Bericht des „Sokolski Glasnik" vom t. September d. der zwar etwas verspätet in unsere Hände gelangte, den wir aber teilweise gerne in der Ueber fetzung wiedergeben, da er beweist, daß man über-deutsche national« Feiern auch ohne zu hetzen be-richten kann: Elida bringt wieder, was die Zeit fordert... Elida 7 Blumen Seife — zu zeitgemäß niedrigem Preis! 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Da mit dem Umzüge über 120.000 Turner gingen, teilte man denselben in drei gleiche Teile, die durch verschiedene Sttaßen zogen, und zur festgesetzten Stunde am Schloßplatze ein-trafen, wo ein festlicher Vorbeimarsch vor den Re-gierungsmitgliedern stattfand. Anwesend war auch der frühere spanische König Alfons Xlll. Die aus-landdeutschen Vereine und Abordnungen befanden sich im zweiten Teil des Aufmarsches. Der Festzug endete im Stadion, wo er sich auflöste. Den Auf-führungen wohnte am Nachmittag Reichskanzler Adolf Hitler mit einem großen Stäbe in- und ausländischer Vertreter bei. Ueber eine Million Zuschauer jubelten den Turnern zu. Eröffnet wurde das Programm durch militärische Fanfarenbläser, worauf 13.000 Turnerinnen in neuen Uebungskleidern gut gelungene Tanzübungen vorführten, u. f. w. Nach dem Auf-treten von verschiedenen kleineren Gruppen von Turnern in verschiedenen Disziplinen und nach Slaffettenläufen erfchienen 40.000 Turner in weißem Dreß und 15.000 Turnerinnen in blauen Kleidern von 5,000 Vereinsfahnen mit der Verbandsfahne an der Spitze begleitet. Es wurde zur Tribüne marschiert, wo sich die Fahnen zu Ehren der im Weltkriege gefallenen deutschen Kämpfer neigten. — Die Freiübungen machten wegen ihrer eiakten Ausführung und wegen derMenge der Turner einen überwältigenden Ein-druck auf die Zuschauer. Nach Beendigung der Uebungen sangen die Turner einen Choral und zum Schluß das Deutsch-landlied. Darauf wurden von Verbandsoberturnwar-Geling vor der angetretenen Turnerschaft Eichen-kränze an die Sieger und Siegerinnen im Preist turnen verteilt. Dann brachte der Führer der deutschen Turner Tschammer-Osten ein „Siegheil" im Namen aller das Publikum schwätzte von seinem Alltag, den es doch hatte vergessen wollen. Da sah der Klavierspieler auf. Ein junger Mann im schwarzen Anzug trat mit hastigen Schritten auf die Bühne, eine Geige unter dem Arm. Das Elend sprach ihm aus den tiefliegenden Augen, Entschlossenheit zum Aeußersten stand um seinen Mund. An der Rampe blieb er stehen, und seine Stimme endete das Summen zu seinen Füßen: „Auch ich verlange Ihre Aufmerksamkeit. Nur ein-mal? Die Menschen haben sie mir bisher versagt, weil sie mich nicht kennen, well ich nicht die Mittel besitze, um mich in Szene zu setzen. Bitte, schweigen Sie! Ich spiele jetzt!" Er preßte die Geige unter das Kinn und hob den Bogen. Er biß die Zähne zusammen und strich über die Saiten. Doch das Murren, Pfeifen und Rufen derMenge übertönte sein Spiel. „Skandal!" schrien sie dort unten. „Hinaus mit dem Verrückten!" Nur der Klavierspieler lauschte. Er formte die Linke zur Muschel. Seine Brust hab sich. Plötzliche Entschlossenheit gmb sich in feine Mundwinkel, und seine Augen sprachen von großer Erkenntnis. Eine Handbewegung von ihm hielt die Saaldiener zurück, die sich auf den Eindringling stürzen wollten. Er setzte sich vor den Flügel, und dann fiel er ein. Sein Spiel forderte Schweigen, und das Pfeifen, die Rufe verstummten. Starre, verwunderte Blicke hingen an beiden Spielern. Konnten zwei Menschen plötzlich zur gleichen Zeit vom Wahnsinn befallen werden? „Nein!" sagte ihr Ohr sofort, denn der Begleiter fuhr nur noch leise über die Tasten, und das topiel des Unbekannten beherrschte den Raum. Es zwang die Menschen, die Augen zu senken, zu lauschen und alles um sich vergessen. Die Tür zu den verschlossenen Herzen aller dieser Leute, die nichts von einem Wahnsinnigen hatten hören wollen, öffnete sich, weil das Spiel sie gewann. Denn von dort oben spuich ein Mensch zu Menschen, und dem vollendeten Können verlieh ein heißes Herz die Seele Das Spiel währte eine halbe Stunde, und doch schienen erst Minuten verstoßen. Da ließ der Geiger den Bogen sinken. Er sah über die Menschen hin, die regungslos saßen. Dann wandte er sich und ging langsam von der Bühne. Er sah die Saal-diener und ein paar Schutzleute stehen, und sein Kinn fiel auf die Brust. Nun würden sie ihn fest-nehmen und abführen. Er wunderte sich, als niemand ihn verhaftete. Doch dann wandte er sich, well eine Hand seine Schulter berührte. Der Klavierspieler stand vor ihm: ..Wohin wollen Sie?" — „Ich weiß es nicht. Mein Leben hat kein Ziel, nachdem mein Wunsch erfüllt ist, nachdem die Menschen mich endlich haben an-hören müssen." — „Kein Ziel! Ich will Ihnen eines weisen: Seelenarzt bedrängter, gequälter, ab-gehetzter Menschen zu werden mit ihrem Spiel. Sie haben das Höchste erreicht, was ein wahrer Künstler erreichen kann: Sie zwangen die Menschen dort unten im Saal, ohne Beifall zu gehen, well allen ein Klatschen als Profanierung erschienen wäre. Vertrauen Sie sich meiner Führung an. Kommen Sie mit mir!" Der Geigenspieler folgte ihm mit ein wenig schleppenden Schritten. Das Glück schien ihn müde gemacht zu haben. Unten vor dem Ausgang wandte sich der Klavierspieler, well er plötzlich an den anderen denken mußte: „Wo ist er geblieben?" — „Er?" fragte der Saaldiener zurück „Meinen Sie Herrn Boysen, Ihren Partner?" — „Ja. Meinen bis-herigen Partner!" — „Er ging, nachdem er zehn Minuten lang darauf gewartet hatte, daß die Leute den unbekannten Geiger auspfeifen würden." Seite 4 Deutsche Zeitung Stummer 83 Turner auf den Reichskanzler aus, woraus dieser eine Rede hielt, worin er die körperlich« Ertüchtigung des deutschen Volkes hervorhob und betonte, daß eben die Turner ein Pfeiler des deutschen Volkes und der jetzigen Regierung seien. Auch gedachte er in seiner Rede des Begründers des deutschen Turnwesens, des Turnwartes Iahn. Am Schlüsse begrüßte er alle Turner und Turnerinnen Deutschlands, die dann mit dem Deutschlandlied die Feier beendeten. Aufruf zum Besuch von Voltshochschulen in Deutschland Die Volkshochschulen in Deutschland eröffnen im Laufe des Monats November ihre Winterlehr-gänge für die männliche Jugend. Der Besuch dieser Volkshochschulen kann unserer Jugend wärmsten? empfohlen werden. Es komm« den Volkshochschulen darauf an, tüchtige deutsche Menschen, charaktervolle, verantwortungsbewußte, aufgeschlossene, selbständig denkende Frauen und Männer heranzubilden. Menschen mit weitem Horüont, warmem Herzen und festem Willen, die in unserer in jeder Hinsicht so schweren Zeit Aufgaben suchen und erfüllen, die ihnen gestellt sind. Die Winterlehrgänge behandeln folgende Lehr-ftoffe: Sittlich-religiöse Lebensgestaltung. Wichtige Kul-turfragen über Volk und Volkstum. Gesellschafts-künde. Volks- und Weltwirtschaft. Ausgewählte Ge-biete aus der Geschichte. Grenz- und Ausland-deutschtum. Aus deutscher Sprache und Dichtung. Praktische Berufsfragen in besonderen Arbeitsgemeinschaften. Rechtsfragen des täglichen Lebens. Uebungen im mündlichen und schriftlichen Ausdruck, in Rechtschreibung, Rechnen, Buchführung, Turnen, Turn spiele, Gesang- und Musikpflege. Besonders wertvoll ist das Heimleben in den Volkshochschulen, in dem die Schüler mit den Leh-renden zusammengefaßt find. Bedingungen für die Teilnahme: Die Lehr-gänye beginnen im Monat November und dauern 3 bis 4 Monate. Wohnung und Verpflegung im Heim. Die Verköstigung ist gut und reichlich. Er-wünscht ist ein Mindestalter von 18 Jahren; nach obenhin ist das Alter nicht begrenzt. Der Lehrgang kostet monatlich 40- 60 RM. In diesen Betrag ist Wohnung. Kost, Bedienung, Unterricht usw. inbe-griffen. Ermäßigungen und Freiplätze können in Einzelfällen in Form von Stipendien erwirkt werden. Die Anreise und Rückfahrt kann aus den deutschen Bahnen zum halben Fahrpreis durchgeführt werden. Die Leitung des Schwäbisch-Deutschen Kultur-bundes fordert unsere erwachsene männliche Jugend auf, die Volkshochschulen zu besuchen. Sofortige Anmeldungen mit Angabe des Alters und Be-schäftigung sind an den Schwäbisch-Deutschen Kultur-bund, Novisad, Cara Lazara ul. 7 zu richten. Weltarbeitslosigkeit sinkt D«»tschla»d» Borsprung fällt aus. Aus einer vom Internationalen Arbeitsamt veröffentlichten Statistik geht hervor, daß die Welt-arbeitslosigkeit auch in den Monaten Juli, August und September geringer geworden ist. Bereits im vorletzten Vierteljahr ist von den Statistikern des Internationalen Arbeitsamtes zu ersten Male seit Beginn der Weltwirtschaftskrise eine leichte Besserung festgestellt worden. Die günstige Bewegung hat nun angehalten, und die Arbeitslosigkeit ist in den meisten Ländern, wo man über brauchbare Statistiken ver-fügt, zurückgegangen. Wenn man die jetzige Lage mit dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres vergleicht, so ist festzustellen, daß in der Zahl der in den Statistiken eingeschriebenen Arbeitslosen er-hebliche Rückgänge zu verzeichnen sind, besonders in Deutschland, Australien. Belgien, Kanada, Chile, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Irland. Por-tugal und Rumänien. Was die Vereinigten Staaten angeht, so zeigt der Beschäftigungsinder für Juli einen sehr erheblichen Fortschritt, der sich seitdem noch verstärkt zu haben scheint. Dagegen hat die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Sommer vorigen Jahres zugenommen in Oesterreich. Bulgarien und der Tschechoslowakei. Besonders auffallend groß ist der Rückgang der Arbettslosigkeit in Deutschland, wo die Zahl der bei der Arbeitslosenversicherung Eingetragenen von 5,223.810 im September 1932 auf 4,127.584 im September d. I. zurückgegangen ist. Aus Stadt &tljc i Der Wettergott liebt offensichtlich die Abwechslung. Eine gewisse Regelmäßigkeit in seiner Speisekarte läßt sich aber doch feststellen: Anfang der Woche Hochwasser mit brauner Sauce und gerösteten Baumstämmen, dazu Haselnußstauden als Gemüse, Mitte der Woche nachgemachtes Schön-wetler mit Sonneeinlagen und gedünsteten Haufen-wölken und dazu Morgen» und Abend» Sann-Nebelschlagobers. Ende der Woche dann wieder etwas Hochwasser mit gespickten Brückenresten und Sonntags ein Eintopfgericht von falschem Sonnen-schein, Wolkenragout. Schnürlregen und als Nach-speise Rosenhach^e au» dem Stadtpark. — Die Mondscheinpartien mit der venezianischen Gondel über die Sann sind zum Leidwesen der Breg-bewohn« wegen Ueberfütterung des Wettergottes mit den oben genannten Speisen eingestellt worden. Evangelische Gemeinde. Sonntag den 15. Oktober findet der Gottesdienst (Erntedanktag) um 10 Uhr in der Christuskirche statt. Anschließend Kindergottesdienst. Voraussichtlich wird Mittwoch, den 18. Oktober, abends um 8 Uhr Universität»-Professor Dr. Dr. Hermann Wolfgang Beyer aus Greifswald in der Kirche einen Vortrag über „Luthers Gegenwartsbedeutung" halten. Der Vor-trag wird allgemein zugänglich sein. Amtsstunden des Magistratsdirettor». Das Stadtgemeindeamt teiv mit: Ab 9. Oktober 1933 empfängt der Magistratsdirektvr Parteien an allen Werktagen nur in der Zeit von 11 bis 12.30 Uhr. Die gefährliche Eisenbahnbrücke. In unserer letzten Nummer haben wir auf die un-haltbaren Zustände im Fußverkehr über die Sann hingewiesen. Die Eisenbahnverwaltung beweist ent° schieden großes Entgeaenkommen. indem sie die Eisenbahnbnicke für die Fußgänger freigibt. Die Brücke in ihrem gegenwärtigen Zustande bedeutet aber eine Gefahr! Wir weisen nochmals darauf hin, daß es unbedingt notwendig ist, den Laufsteg neben den Geleisen auszubessern, da die Gefahr besteht, daß die Paffanten bei längerer Beanspruchung der Brücke durchbrechen! Freitag hat wieder ein Regen eingesetzt, der nach Landregen aussieht, es besteht daher wieder Hochwassergefahr. Man kann der Eisenbahnverwaltung nicht zumuten, daß sie für ihr Entgegenkommen auch noch Kosten durch einen neuen Bretterbelag zu tragen hat, aber dann soll die Um-gebungsgemeinde eingreifen! Soviel Geld wird doch noch da sein, daß ein paar Bretter gekauft werden können. Wenn nicht, dann empfehlen wir die Ein-leitung einer privaten Sammlung unter den Breg-bewohnern, von deren Erlös dann die paar not-wendigen Bretter gekauft werden. - Ein zweiter wunder Punkt ist die Beleuchtung der Eisenbahn-brücke^ Der Mensch ist keine Lokomotive, die auf dem Schienenstrang, auch bei der größten Finsternis den Weg findet. Der Auf- und Abgang der Eisen-bahnbrücke ist abends gefährlich dunkel, sodaß man alle Mühe hat, einen Sturz oder das Anstoßen an Schwellen und Steine zu verhüten. Hier ist dringend Abhilfe nötig! Drei Lampen kosten doch nicht alle Welt! Spende für die Geschädigten. Die Filiale der Versicherungsgesellschaft „Donau" aus Ljubljana hat durch Herrn Josef Jark, ihren hiesigen Vertreter, der Stadtgemeinde Celje 1500 Din überwiesen, um das Geld an die vom Hochwasser Betroffenen zu leiten. Der Kreishilfsausschuß Celje hat beschlossen, an die bedürftigsten vom Hochwasser Betroffenen Lebensmittel im Werte von 2100 Din zu verteilen. Dank der Stadtgemeinde an die Ver-sicherungsgesellschaft „Donau". Filiale Celje: Unter-fertigte Gemeindevertretung dankt Ihnen für die großzügige Spende von 1500.— Din, welchen Be-trag sie für die durch das Hochwasser Geschädigten gespendet haben.. Gemeindevertretung Celje, für den Bürgermeister. Subic e. h. Die Regulierungsarbeiten an der Koprivnica haben nach den Anordnungen der Umgebungsgemeinde Mittwoch den 11. d. M. wie-der begonnen. Bautätigkeit in der Umgebung Celje. Der „Jutro" berichtet: In den letzten drei Jahren 1931/33 wurden 54 Häuser gebaut und zwar in Gaberje 18, davon in Nova vas 7, in Zgornja Hudinja 7, in Dobrava 2, in Lisce 1, in Zagrad 1 und in Polule 1 Haus. Die Grundbedingung bei Neubauten ist gutes Trinkwasser. Mit einer Saug- und Land Vorrichtung über dem Wasserbassin der städtischen Wasserleitung am Nikolaiberge ließe sich ein Druck erzeugen, der auch die höher gelegenen Häuser auf dem Josefiberg mit Wasserleitungswafser versorgen könnte. In Gaberje könnte man zur Rot einen Brunnen errichten, es wäre jedoch wünschenswert, wenn dort wenigstens die öffentlichen Lokale und soweit es angängig ist, auch andere an die Wasser-leitung der Stadt angeschlossen würden. Zukünftig sollen alle Neubauten nach einem Plan errichtet werden, den die Umgebungsgemeinde zusammen mit der technischen Abteilung der Stadt ausarbeitet. Be-sonders berücksichtigt werden dazu die wiederkehren-den Ueberschwemmungen. Preisausschreiben der Deutschen Zeitung Aus unserem Gaswert. Für den immer steigenden Gaskonsum im Stadtbereich und in der Umgebung der Stadt Celje ist der Retortenosen. der übrigens schon seine Pflicht getan hat. zu klein geworden und gefährdet daher den klaglosen Betrieb und die Versorgung der Gasverbrauch«. Bei der Ueberschwemmung am 23. September drang da» Wasser da» erste Mal seit dem Bestände des Gas-werkes in die Betriebsräume ein und ersäufte den Ofen. Unter größten Schwierigkeiten gelang e», den Reserve Generator in Betrieb zu setzen und ihn mit einer Vorrichtung zum Karborieren zu versehen, sonst hätte die Gasanstalt gesperrt werden müssen. Die Stadtgemeinde hat nun eine Anleihe von der Pensionsversicherung in Ljubljana erhalten. Ob-genannter Anstalt müssen wir besonders dankbar sein, daß sie uns trotz der schweren Geldverhältnisse den Kredit gewährt«. Die Anleihe wird zur Er-richtung eine» neuen Ofens, sowie zur Beseitigung der durch das Hochwasser entstandenen Schäden dienen. Nicht zuletzt wird eine der Stadt entsprechende moderne Renovierung des ganzen Werkes durch-geführt. Der Ofen, der schon bestellt ist und in allerkürzester Zeit erbaut wird, wird mit modernen Retorten und mit einer Zusatzoorrichtung für das Goffin-Berfahren ausgerüstet sein. Das Gas au» dem neuen Ofen dürfte erstklassig werden. Zur Regulierung der Gasmengen wird ein Kalorien-messer der weltbekannten Firma „Junkers" einge-baut werden. Trotz einer besseren Qualität de» Gases wird durch die größere Rentabilität des Werkes der Preis erniedrigt werden können, sodaß auch Celje in die Fußstapfen der Großstädte tritt, wo das Gas das idealste Heizmittel vorstellt. Drei Unfälle. Am Freitag erlitt die Private Magdalena Zinnauer. wohnhaft in der Aökerceva ulica Rr. 7. einen Schwindelanfall und fiel dabei so unglücklich, daß sie sich das rechte Bein brach. — In Zavodna fiel die 28 jährige Bedienerin Agnes Mastnok vom Rade und verletzte sich das Knie am linken Bein. — Am gleichen Tage kam der 55 jährige Tischler Fran, Gajsek aus Teharje mit der Hanv in die Maschine, die ihm einen Finger abriß. Alle Verunglückten befinden sich in Pflege des hiesigen Krankenhauses. Einen Ochsen gestohlen. In Smarje pri Jelsah wurde aus einem Stall von einer unbe-kannten Frauensperson ein Ochse gestohlen und nach Celje zu einem Fleischer zu Verkaufe geführt. Der Fleischer, dem die Frau verdächtig erschien, ver-ständiate die Polizei. Inzwischen langte aus Smarje eine Radfahrgendarmeriepatrouille ein, die die Frau und das gestohlene Tier feststellte. Gestorbene im September 1933. In der Stadt: Gucek Anna, 37 I, Magazineurs-gattin i Pugmeister Johann, 25 I., Privatbeamter; Wnzger Aloi», 54 I., Trafikant, Zabukosek Josef, 82 I., Schneidermeister; Jernejsek Martin. 78 I., Dienstmann; Majcen Franz, 39 I., Arbeiter; Knez Alois. 70 I., Obersteuerverwalter i. R. Im Krankenhaus: Drofenik Bartlmä 77 I. Be-sitzer, Smarje pri Jelsah: Planko Marie. '/, I., Ärbeiterskind, Slivnica; Rojnik Anna. 64 I.. Stadtarme, Celje; Smiljanic Sinisa, 37 I., Gesandtschaftssekretär, Pari»; Vrecko Marie. 25 I.. Arbeitersgattin, Celje, Pevnik Hermine, 69 I.. Gemeindearme, Rogatec; Cajen Franz. 24 I., Tag-löhner, Teharje. Antlej Anton, 60 I.. Keuschler, Kalobje; Kolsek Marie, 60 I.. Auszüglerin, Polzela; Grabin Mathilde. 31 I.. Eisenbahnersgattin, Ko- Summer 83 Deutsche Zeltung Seite S skivnica; Herman Karl, 48 I., Maurer, Dobrna; Cilensek Josef, Gemeindearmer, Braslovte; Sterle grani 66 I , Arbeiter. Kobarje; Pirö Franz, 66 I, Winzer. So. Ltefan; Povse Rosa, 14 I., Schneiderstochter. Celje Umg.; Vertamik Milos, 27 I., Leh-rerssohn, Vojnik. Frei». Feuerwehr u. Rettungsabtg. Selje, Tel. 1 In der Woche vom 15./X. bis 21./X ist kommandiert: jjfuetdienfl: 1L Zug Zug«! : Pnitoschek Joses Fahrer: Werdouschegg Zr,» Sanitätsdienst: IT. Rotte Ctebooc Martin Xertfa chet Fri» Lampl Susan Fahrer: Rltiin Ivan Inivetnon: yauptmann Kaschier Fran>. Maribor Versammlung der Gastwirte und Kaffeesieder. Aus Maribor wird uns berichtet: Dirnstag Nachmittag tagte im Saale des Hotels ^Zamorc" die Versammlung der Inhaber unserer Gaststättenbetriebe. Der agile Obmann Herr Gjuro Valjak hatte diese außerordentliche Versammlung einberufen, um einige aktuelle Fragen des Gast-gewerbes durchzuberaten und nach Möglichletten zu suchen, drückenden Sorgen von diesem Gewerbezweig zu verscheuchen. Als erster Punkt der Tagesordnung wurde die Beschickung des am 25. d. M. in Beo-grad stattfindenden La, wurde die Beschickung des am 25 grad stattfindenden Landeskongresses des jugojla-wischen Gastgewerbes behandelt. Man einigte sich darauf, diesen auch von Moribor aus möglichst zahlreich zu beschicken. An diesem Kongreß werden etwa 5000 Vertreter von Gastgewerbebetrieben ihre Ansprüche auf eine bessere Eristenzberechtigung an-melden. Vom Draubanat wird ein Sonderzug nach Beograd abgehen. Die Kosten für Reise. Verpflegung und Nächtigung werden 300.— Dinar pro Person betragen. Sodann kamen die leidigen Steuer- und Preisregulierungsfragen zur Sprach«. Die letzteren werden noch in einer besonderen Sitzung ihrer definitiven Regelung zugeführt werden. Das Ansteigen der Weinpreise zwingt auch die Gaststättenbetriebe mit den Weinpreisen in die Höhe zu gehen. In den Kaffeehäusern werden, wie man hört nur flaschenreife Weine zum Preise von 20.— Dinar pro Liter ausgeschenkt werden. AIs die Frage der Regulierung der Strompreise angeschnitten wurde, da xigte es sich gleich, daß dies einer der wundesten Punkte ist. Die Gastwirte und Kaffeesieder fühlen sich übervorteilt, da sie für den elektrischen Strom 3.50 Din pro Kilowatt be-zahlen müssen, während die Privatwohnungen diesen zu 3.— Dinar geliefert bekommen. Das Mestno elektricno podjetje wurde ersucht, die Daten über den Stromverbrauch der Gaststättenbetriebe, deren es nicht weniger als 134 in unserer Stadt gibt, der Genossenschaft zur Verfügung zu stellen. Diese Daten wurden aber verweigert, da die Ge-meindeoerwaltung angeblich deren Veröffentlichung ablehnt. Nun werden die Gastwirte und Kaffee-fieder selbst den Stromverbrauch kontrollieren, damtt sie eine diesbezügliche Statistik aufstellen können. Ferner gedenkt man durch eine Denkschrift an die Stadtverwaltung die Senkung des Strompreises zu fordern. Sollte die Stadtgemeinde sich zu dieser Preissenkung nicht entschließen können, so plant man die Durchführung eines Lichtstreiks. Die Gast-wirte sind vom Erfolg eines solchen Vergehens umso eher überzeugt als ihr erst heuer durchge-führter Musikiaienstreik, der ihnen durch die Hals-starrigkeit der Gemeinde aufgezwungen worden war. im vollen Erfolge geführt' hat. In diesem Falle . die Kerzen-, Petroleum- und Karbidbeleuchtung vorgesehen. Sollte es wirklich dazu kommen und hallen die Gastwirte und Kaffeesieder vollzählig durch, so wird auch in diesem Falle der Gemeinde nichts anderes übrig bleiben als nachzugeben. Eine ordentliche Beleuchtung der Gaststättenbetriebe gehört zum Kulturstandard einer europäischen Stadt und der Lichtstreik würde sicherlich von der ganzen europäischen Presse vermerkt werden. Dieses Odium wird unsere Stadtverwaltung schwerlich auf sich nehmen. In der überaus lebhaften Debatte konnte die vollständige Uebereinstimmung aller Gastgewer-betreibenden in allen Standes fragen festgestellt werden. Die Bauten (Notwohnungen) in der Metelkooa ulica, die bekanntlich die Stadtgemeinde durchführt, sind, wie wir aus Maribor erfahren, bereits unter Dach. Da der Bau aus Hohlziegeln aufgeführt worden ist, erübrigt sich das Warten bis zur Austrocknung, so daß sofort mit dem Ver-putzarbeiten begonnen werden konnte. Die Notwoh. nungen sollen bereits mit I. November beziehbar sein. Todesfall. Aus Maribor wird uns berichtet: In der Nacht vom Montag auf Dienstag verschied Ul c c Die treibende Kraft im Waschkessel Millionen Sauerstoffbläschen schaffen Bewegung. Sie entwickeln sich beim Kochen (mindestens 15 Minuten) in der Radion-Lösung und treiben — unablässig für Sie arbeitend — den Seifenschaum durch das Gewebe. So wird Ihre Wäsche gründlich und schonend gewaschen, wenn Sie ständig Radion verwenden. L k IAOI wäscht allein hier der allgemein bekannte Bildhauer und Kunst-ttschler Herr Albert Löschnigg im Alter von 59 Jahren. Mit ihm ist einer der hervorragendsten Vertreter unseres Kunstgewerbes ins Grab gesunken. Den Hinterbliebenen unsere herzliche Anteilnahme. Die Strahenpflasterungsarbeiten in der Aleksandrova cesta sind nun. wie uns aus Maribor berichtet wird, bereits bis zur Cvellicna ulica fertiggestellt worden. Die' Cvetlicna ulica wird bei ihrer Einmündung in die Aleksandrova cesta um ein gutes Stück gehoben, ebenso wird der Gehsteig dort erhöht. Der fertiggestellte Teil der Aleksandrova cesta hat nun ein sehr gefälliges Aussehen erhalten. Besonders angenehm berührt der Gehsteig an der südlichen Straßenftont, wo-durch der Fußgängerverkehr sich auch auf dieser Seite etwas stärker abwickelt als dies vorher der Fall war. Die Geschäftswelt dieser Häuserzeile weiß dies natürlich zu schätzen. Haltestelle in Tezno. Aus Maribor er-fahren wir: Schon sett Jahren bemüht sich die Bevölkerung von Tezno um die Errichtung einer Haltestelle. Im heurigen Jahre wurde die Sache endlich bei den in Betracht kommenden Faktoren spruchreif. Als letztes Hindernis war dann die Be-schaffung eines Teiles der Baukosten erstanden, da die Bahnverwaltung darauf bestand, daß die an sich arme Gemeinde zu den Kosten entsprechend bei-steuern müsse. Die Gemeinde nahm nun die Sache energisch in die Hand und, wie man nun hört, ist es ihr restlos geglückt, die notwendigen Gelder im Wege einer Sammelaktion auszutreiben. Mit den Bauarbeiten soll demnächst begonnen werden. Der sogenannte Burgwald bei den „Drei Teichen" ist, wie uns aus Maribor geschrie-den wird, schon seit dem Umstürze der Tummelplatz für allerlei lichtscheues Gesindel. Bor dem Kriege noch beliebter Erholungsaufenthalt der Bürger un-serer Stadt, jetzt ein Ding der Unmöglichkeit, sich darin auch nur sehen zu lassen. In der letzten Zeit rekrutiert sich die „Besatzung" des Burawaldes in der Hauptsache aus Jugendlichen beiderlei Geschlechtes, von welchen einige kaum dem schulpflichtigen Alter entwachsen sind. Das dies zum Verfall der Moral bei Jugendlichen führen muß, liegt auf der Hand. Wenn da nicht bald hart durchgegriffen werden wird, wird sich aus diesen jungen Menschen Zwangs-läufig so etwas wie ein Kader für ausgesprochen kriminelle Typen entwickeln. Die umwohnenden Be- Ier bangen bereits jetzt um ihre Habe. Dieser ald gehört regelmäßig und systematisch gesäubert. Beabsichtigter Freitod eines Gendar-men. Aus Maribor wird uns berichtet: Dieser Tage jagte sich der 30-jäHrige Gendarm Anton S. in der Krekova ulica aus seinem Dienstgewehr eine Kugel in die linke Brustseite. Die Rettungsabteilung überführte den mit dem Tode Ringenden ins allge-meine Krankenhaus. Das Motiv der Tat ist un-bekannt. „Freudiges Ereignis" im Schaufenster des Tierpräparateurs Herrn Josef Zirin-ger. Aus Maribor wird uns berichtet: Dieser Tage stauten sich die Neugierigen vor dem Schaufenster des Tierpräparateurs Herrn Ziringer in der Trzaska cesta 1. Es gab aber auch kein alltägliches Schau-spiel zu bestaunen. Die im Laufe des September gefangenen Hornvipernweibchen begannen auf ein-mal im Schaufenster zu gebären. Ungefähr alle Stunden kommt eine Viper lebend zur Welt. Re-gierungsrat Dr. Reiser besichtigte ebenfalls die ge-fangenen „Schlangenmütter" und konnte ebenfalls der Geburt zweier Giftschlangen beiwohnen. Es dürfte von allgemeinem Interesse sein, daß die junge Viper, zur Hälfte noch im Mutterleib steckend, nach einem ihr hingehaltenen Holzstäbchen sofort schnappt. Dr. Lutman vom hiesigen Krankenhaus hat einen „Geburtsakt" photographiert. Noch den Erfahrungen unseres bekannten Schl^ngenjägers Herrn Ziringer finb als die dichtesten Giftschlangen-gebiete unserer Umgebung die Gemeinden Brester-nica, Jelovec und das Terrain unter dem Urbani-berg aussprechen. Dort gelang es ihm im heurigen Jahre die stattliche Anzahl von 196 Vipern zu fangen, davon allein auf dem Besitz des Herrn Dr. Blanke 32 Stück. Slovensla Bistrica Todesfall. Am Samstag, dem 7. d. M, ist im benachbarten Kovaca vas nach langer, schwerer Krankheit Fräulein Mijji Kukovitfch im jugend Iichen Aller von 26 Jahren verschieden. Die allzu-früh Dahingeschiedene wurde am Montag, dem 9. d. M., auf dem diesigen Friedhof im Familien-grabe an der Seite ihres ihr vor kaum Jahresfrist im Tode vorangegangenen Vaters zur letzten Ruhe gebettet. Ihren Angehörigen unsere herzlichste TeU-nähme! Seil« 6 Deutsche Zeitung Nummer 83 Herbst am Boö . v Noch fingen unzählige Klapotece am Südhang des Boc ihr herrliches ^.'ied, wieder und immer wieder sagen sie dem Weinbauern, daß nun recht bald seine Mühe und Arbeit durch ein langes, sorgenvolles Jahr mit der Weinlese belohnt wird. Schon beginnt die Natur, besonders aber unser Vater Boc sein bunteste» Kleid zu diesen feierliche Tagen anzulegen. Weinlese! O, du herrliche Zeit. Die ganze Gegend ein Freudentaumel, ein ununter-brochenes Jauchzen, ab und zu ein Böllerschuß und bis spät in die Nacht knurren die Preßspindeln. O, Ihr Städter, die Ihr dies nicht kennt, Ihr Hochtouristen, denen Euch nunmehr das Hochgebirge wegen der späten Jahreszeit unzugänglich ist, kommt und schaut diese Pracht. Sollte Euch auch der Weg über den Südhang (nach der Station Kostrionica-Podplat, oder Nogaska-Slatina) ein unbedeutender Umweg sein, so wird sich Eure Mühe dennoch reichlich lohnen. Lernet gerade jetzt unsere gute Bauernseele kennen, die Schicksalsschläge ruhig und still zu ertragen weiß, die aber Glück so gerne teilt. Die S.P.D. Restauration bei So. Miklavz, die das ganze Jahr geöffnet bleibt, ist schon mit erstklassigem Wemmoste versorgt. Viele Besucher braten sich zu diesem guten Tropfen gerne selbst am Boc gewachsene Kastanien. H. K. Die Einschreibung in die Werbaher deutsche Bürgerschule abgeschlossen. Dien«, tag wurden die Einschreibungen in die Private Deutsche Mädchenbürgerschule mit Oeffentlichkeitsrecht, die von der Deutschen Schulstiftung erhalten wird, abgeschlossen. Insgesamt wurden 135 Mädchen ein-geschrieben. Klassenweise verteilen sie sich, wie folgt: Erste Klasse 49, zweite Klasse 38, dritte Klasse 27, vierte Klasse 21 Schülerinnen. Hochwasserschäden im Sanntal. Das Hochwasser richtete am Dienstag bei St. Peter auf dem linken Sannufer wieder großen Schaden an. Durch die Wasserstauung an der Steinbrücke wurde ein großes Gebiet überschwemmt. Besonders schwer zetrosfen wurde Petrovce, wo das Wasser wiederum n alle Häuser und Wirtschaftsgebäude eindrang und von den Feldern fortschwemmte, was die letzte Überschwemmung an Feldfrüchten usw. übriggelassen hatte. Auf die Bitte des Bürgermeisters Urbac von Petrovce besichtigte am Dienstag eine Kommission das Überschwemmungsgebiet. Dieser schlössen sich an die Herren Bezirkshauptmann Vidmar, Ingenieur Marek und der Abgeordnete Prekorsek aus Celje. Das Amtsblatt für die Draubauschaft veröffentlicht in seiner Nummer 81 u. a. da» Statut des Zentralamte» für Arbeiterversicherung und die Bedingungen für die Besetzung der Sensalstelle für da» Holzfach an der Börse in Ljubljana. Dasselbe Blatt verlautdart in der Nummer 82 u. a. die Verordnung über da» Süßen des Weinmostes. _ Zur Erhöhung der Bisumgebühr im verkehr mit Jugoslawien erfährt die Grazer ?; auf 10 und 20 S erhöht, doch bleibt nach wie vor da» Touristen- und Vädervisum in Gültigkeit. Dieses Visum erhalten ohne engherzige Auslegung Reisende, die sich in einem Kurort oder ein Bad (z. B. Rohitsch -Sauerbrunn. Krapina - Töplitz, RS-merbad, Tüffer u. a.) sowie ans Meer begeben, gen eine Gebühr von 1.30 S, doch ist an dieses isum die Voraussetzung geknüpft, daß sich der Reisende mindestens drei Tage in einem Kurort oder Bad aufhält. Für das einfache, drei Monate gültige Einreisevisum zu 10 S sowie für das zu mehrmaligen Reisen innerhalb von sech» Monaten berechtigend« Dauervisum zu 20 S gilt die Voraussetzung des dreitägigen Aufenthaltes nicht. Verschiebung der Wahlen in die Feuerwehrkörperschaften. Vom Minister für Körperpflege wurden die Wahlen für die Feuer-Wehrkörperschaften, die am 22. Oktober buv. 19. November d. I. hätten stattfinden sollen, mit Rück-ficht auf unvorhergesehene Hindernisse verschoben und für den 12. und 26. November und den 10. Dezember anberaumt. Reue Feuerwehruniform. Der Minister für körperliche Volkserziehung hat eine Uniform für Vorftanl rgeschrieben, Eilend ist. die Mitglieder des Vorstandes des Feuerwehr»?«-bände» des Königreiches Jugoslawien von die vom 1. Jänner 1934 an verpflichte Tierseuchen. In unserer Banschast find mit dem Stand vom 25. September nachstehende Tier-seuchenfälle zu verzeichnen: Fälle von Tollwut, Was ist Deine Pflicht? In bestimmter Zeit, «it unverrückbarer Pünktlichkeit ko««t die Zeitung zu Dir ins Hans, als ein Gast, den Du durch das Abonnement regelmäßig kommen sehen willst. Du greifst mit Selbstverständlichkeit danach! Wie würdest Du Dich wun _________«Ci <2M AA ^ M «4 /• (l f < A (l 4 ..........,_____________ wundern, wennn dieser pünktliche Gast eines Tages ausbliebe?! Darum bedenke: Die Zeitung erfüllt Dir gegenüber unter allen Am- ständen ihre Pflicht. Erfülle auch Du die Deine ihr gegenüber: »Bezahle die Deutsche Zeitung!" Schweinepest in 103 und Schweinerotlauf in 22 Ställen. Geflügelcholera wurde auf 9 Hühnerhöfen festgestellt. Blitz schlagt in einen Regenschirm ein. In der Nähe von Anagni (Provinz Rom) ereignete sich ein seltener Unglücksfall. Während eines heftigen Gewitters schlug ein Blitz in eine Gruppe von drei Personen em, die unter einem Regenschirm dahinschritten. Eine Frau wurde auf der Stelle getötet, ein Mann erlitt schwere Brand-wunden, ein kleiner Knabe kam mit leichteren Ver-letzungen davon. Der Regenschirm wurde vollständig zerfetzt. Leuchtgas in Stahlflaschen. In den Leuna-Werken ist es gelungen, «in bei der synthe-tischen Herstellung von Benzin entstehendes Neben-produkt, das sogenannte Prothangas das die chemische Formel C3 H„ hat, derart zu behandeln, daß es, auf etwa zehn Atmosphären verdichtet, in Stahlflaschen flüssig aufgespeichert werden kann. Dieses Prothangas wird jetzt an Haushalt« in Stahlflaschen abgegeben. Der Brennwert einer solchen Stahlflasche entspricht etwa fünfzig Kubikmeter Gas. Eine solche Flasche reicht für etwa ein bi» drei Monate. Seine Brenneigenschafien machen es für Leucht- und Kochzwecke besonders geeignet, ebenso für Warmwasserheizung und gewerbliche Zwecke. Es ist also möglich, überall ohne Fernleitung Gasver» jorgung für Koch- und Leuchtzwecke usw. einzu-richten. Kulturbund Hauptversammlung. Die diesjährige Haupt-Versammlung des Schwäbisch-Teutschen Kulturbundes findet am 18. und 19. November in Nooisad statt. Das Programm und all« Einzelheiten weiden von der Bundesleitung in den nächsten Tagen bekannt-gegeben. Wirtschaft ».Verkehr Hopfenbericht vom IZ. Oktober 1933. Aus Zalec wird uns telephoniert: Die Rachfrage hat seit gestern etwas nachgelassen, doch haben sich die Preise im bisherigen Rah-men von Din 65.— bis 70.— für 1 kg Hopfen halten können. Man schätzt, das nunmehr 75% der heurigen Ernte verkaust sind. Vk. »rad der Klosterneu- Vorschriften über das Sützen des Mostes Auf Grund des § 2 des Weingesetzes und der entsprechenden Durchführungsbestimmungen so-wie auf Grund des Urteiles der Fachleute, darunter auch der Versuchs- und Kontrollstation in Maribor, hat die Banatsverwaltung infolge der ungünstigen klimatischen Verhältnisse, die eine künstliche Erhöhung des Zuckergehaltes des Mostes notwendig erscheinen lassen, die allgemeine Genehmigung zum Süßen von Weinmost der diesjährigen Ernte unter nachstehenden Bedingungen erteilt. 1. In keinem Falle ist es gestattet, einer Menge von 100 Liter Most mehr als 4 Kilogramm rafft-nierten Zucker beizumengen. 2. Für die Weinbaugebiete Ormoz-Ljutomer und Pekre wird die Erhöhung des Zuckergehaltes des Mostes auf höchstens 19 Grad der Klost« burger Atostwage gestallet. 3. Für die Weinbaugebiete Kozjak und die oberen Slovenske gorice, ferner Gornja Radgona, Haloze. Razvanje. Fram, Slov. Bistrica sowie für die Weinberge in den Gemeinden Lendaoa und Oresje im Bezirk Dolnja Ledava ist die Erhöhung des Zuckergehaltes auf 18 Grad erlaubt. 4. Für alle übrigen Weinbaugegenden ist die Erhöhung des Zuckergehaltes des Mostes auf 17 Grad bewilligt worden. 5. Jeder Weinproduzent oder Traubenkäufer, der den Most zu süßen wünscht, hat im Wege der zuständigen Gemeinde und der Bezirkshauptmann-schaft die Anmeldung auf besonderem Formular in Sei Exemplaren vorzulegen, u. zw. auf dem Gebiete » ehemaligen Kreises Maribor dem Gehilfen des Weinbauinspektors in Maribor. 6. Strengstens untersagt ist das Süßen des Mostes von Direktträgern, sei es reinen oder ge-mischten. wuchsen um 308.481.86 auf 1.797,852.941.03 Din. die Münzen und fremden Valuten um 60.871.39 auf 360.572.24 Din und die Devisen um 6,958.767.66 auf 113,919.138.10 Din. Die Darlehen fallen auch weiter. In der abgelaufenen Woche verminderten sie sich um 5.408.067.36 auf 2.205,441.043.85 Din. Hievon entfällt auf den Eskompte die Summe von 4,988.286.086 Din, auf den Lombard 419780.50 Din. — Der Notenumlauf beträgt 5.309,371.480.75 Din und ist insgesamt mit 36.01 v. H. gegen 3603 v. H. in der Vorwoche gedeckt, während die reine Golddeckung 33.86 o. H. gegen 34 v. H. der Vorwoche ausmacht. Oesterreichische Einfuhrbewilligungen für Waren aus Jugoslawien. Die Landes-kammer für Land- und Forstwirtschaft in Steiermark teilt mit: Einfuhransuchen für Waren aus Jugo-slawien sowie aus der Tschechoslowakei, die das vierte Quartal betreffen, sind bis längstens 13. Oktober bei der zuständigen Kammer einzubringen, also für landwirtschaftliche Artikel bei der Landeskammer für Land- und Forstwirtschaft in Steiermark, Graz, Hamerlinggasse Nr. 3. Bezüglich der Einfuhransuchen für Wein wird darauf aufmerksam gemacht, daß Einfuhransuchen, die die Zeit Mai bis emschltef^.ch Oktober 1933 betreffen, noch bis 13. Oktober bei lich der Einfuhransuchen für Wein für das Halb-fahr November bis einschließlich April 1934 werden seinerzeit die in Betracht kommenden Vorbedingungen zeitgerecht bekanntgegeben werden. Sport Stand der Rationalbank vom 8. Oktober. Die Bedeckung wurde um 7,328.125.91 auf 1.912,132.651.37 Dinar erhöht. Die Goldvorräle II. Waldlauf des Smucarski klub Celje Der Smuiarsli Hub Celje bringt am 22. Oktober L I. Sin«» II, Waldlauf ans einer Strecke von ca. « Im yir uslragung. Das Ctartrecht haben alle Läufer welch« einem Ver-ein« od«r SportNub angegliedert find. Start um halb 15» Uhr vor d«m «Kasthaus .zum Felfenlkller" (Skalna llet). Ziel ebendort. Preise: I. Silberplantette und Siegerurkunde. 2. und 3. Erinnerungsabzeichen und Diplome, 4. und 5. Diplome. Anmeldungen übernimmt bi» 21. Oktober mittag« Herr Enoin Gratner, Fa. V. Wogg, Celje. Nenngeld pro Läufer Din 5. Spätere Anmeldungen werden nur gegen eine dopvelte Startgebühr entgegengenommen. — Im Falle sehr schlechten Wetter» entfällt der Waldlauf. Drucksachen fDr Handel. Industrie u Öewerb«. liefert prompt Yereinsbacbdriickerei „Celeji" Nummer 83 Deutsche Zeitung Seite 7 Das Gesetz über die Organisation des Feuerwehrwesens (Kundgemacht in den „Sluibene Rovine" am 26. Juli 1833) § Wir setzen mit dieser Nummer die Ver-öffentlichung der Bestimmungen des neuen Feuerwehrgeseges fort. Die Schriftleitung. 31. Alle Feuerwehren eines Verwaltungsbezirkes bilden den Feuerwehrgau unter dem Namen „Feuerwehrgau des Bezirkes X". Sitz des Gaues ist der Bezirksort. Mitglied des Gaues ist die Feuerwehr.. Nach Genehmigung der Feuerwehr-gemeinjchaft können zwei oder mehrere Bezirke für sich einen gemeinsamen Gau errichten. Der Sitz eines solchen Gaues ist in einem Bezirksorte, wo-rüber der Gau entscheidet. 8 32. Ausgabe des Gaues ist: 1. auf dem Gebiete des Gaues Feuerwehren zu organisieren; 2. zwischen den Feuerwehren und der Feuer-wehrgemeinschaft zu vermitteln; 3. die Tätigkeit der Feuerwehren seines Be-zirkes zu beaufsichtigen und eine Statistik zu führen; 4. die Feuerwehrleute durch Veranstaltung von Uebungen, Kursen und Vorträgen auszubilden: 5. die Verwaltungsausschüsse der Feuerwehren zu bestätigen und zur Auflösung einer Feuerwehr seine Zustimmung zu geben; 6. seinen Voranschlag aufzustellen und ihn der Gemeinschaft zur Bestätigung vorzulegen: 7. seine Verwaltung zu wählen: 8. zwei Vertreter, und zwar den Gaufeuer-wehnnspektor und ein Mitglied der Verwaltung zur jährlichen Hauptversammlung der Feuerwehrgemein-schaft zu ensenden: 9. die Voranschläge der Feuerwehren zu be-stätigen. 8 33. Jedes Gaumitglied hat das Recht: 1. an den Hauptversammlungen und Zusammenkünften teilzunehmen und 2. das aktive und passive Wahlrecht. Fabriks- und Anstaltsfeuerwehren wie auch Pflichifeuerwehren in Orten mit unter 10.000 Ein-wohnern, die weniger a!s 15 Feuerwehrleute zählen, sind Mitglieder des betreffenden Gaues nur mit beratender Stimme. § 34. Die Pflichten der Gaumitglieder sind: 1. an den Gauversammlungen und Zusammen-künften teilzunehmen und 2. sich an alle Vorschriften und Bestimmungen zu hallen, die auf Grund des Gesetzes ausgegeben werden, und gewissenhaft ohne irgend einen Ein-wand alle Anordnungen und Vorschriften des Gaues durchzuführen. ^ 35. Den Gau leiten die Gauoersammlung, die Gauverwaltung und der Aufsichtsrat. § 36. Die Gauoersammlung bilden die Gau-Verwaltung, der Aufsichtsrot und je zwei Vertreter jeder Feuerwehr. Einer dieser Vertreter ist der Feuerwehrkommandant bzw. sein Stellvertreter. S? 37. Die Gauoersammlungen sind ordentliche und außerordentliche. Die ordentlichen Gauversamm-Jungen werden jedes Jahr im Monate Frber ab-gehalten, die außerordentlichen, wenn dies die Gauverwaltung beschließt oder wenn es wenigstens die Hälfte der Mitglieder unter Angabe der Ge-genstände, die verhandelt werden sollen, schriftlich verlangt. Eine außerordentliche Gauoersammlung ist binnen 14 Tagen von der Einbringung des Ver-langens gerechnet einzuberufen. Die Gauversamm-hingen werden durch eine Einschaltung im Ver-bandsamtsblatte und durch eine schriftliche Einladung an all« Mitglieder des Gaues einberufen, die mindestens acht Tage vor der Abhaltung unter Angabe der Tagesordnung zugestellt werden müssen. Die Gauoersammlung wird abgehaUen, wenn außer den Mitgliedern der Gauverwaltung und des Aufsichtsrates die Hälfte der Mitglieder anwesend ist. Ist die genügende Anzahl von Mitgliedern nicht anwesend, so wird mit derselben Tagesordnung und an denjetben Orte eine Stunde später eine zweite Gauoersammlung abhalten, die über alle Gegenstände ohne Rücksicht auf die Zahl der Anwesenden Be-schlösse erbringt. Beschlüsse werden mit absoluter Mehrheit er-bracht. Sind die Stimmen geteilt, so gilt iener Antrag als angenommen, für den der Vorsitzende stimmt. Wahlen werden in geheimer Abstimmung vorgenommen und als gewählt gilt jener, der die meisten Stimmen erhielt. Wenn die Stimmen geteilt sind, entscheide! das Los. Die Wohl kann auch durch Zuruf erfolgen. Das Verfammlungsprotokoll führt der Sekretär, der es mit dem Vorsitzenden und zwei von der Versammlung zu Beglaubigern gewühlte Mitgliedern unterschreibt. $ 38. Die Gauoersammlung: 1. wählt die Gauoerwaltung und den Auf-sichtsrat: 2. verhandelt und beschließt über die Tätigkeit der Verwaltung im abgelaufenen Jahre wie auch über den Bericht de» Aufsichtsrates; 3. verhandelt den Voranschlag für das kom-mende Jahr: 4. beschließt über die Antrage der Gauoer-waltung und der Gaumitglieder, über letztere nur dann, wenn sie der Gauverwallung mindestens drei Tage vor der Gauversammlung übergeben wurden; 5. entscheidet über die Vereinigung von Wahlen und die Uebertragung von Gausitze: 6. wählt zwei Vertreter für die Hauptversamm-lung der Feuerwehrgemeinschast. Etwas für die Frau Die grohen und die kleinen Hausfrauen Von Eva Zungennannlraver» Sie wohnen sich gerade gegenüber. Die großen Hausfrauen auf der einen Längsseite des Neubau-blockes, die kleinen Hausfrauen auf der anderen. Ueber den Hof, der auch Garten heißt, sehen sie sich in die Fenster. Aber sie nickten sich niqt zu. Die Scheidewand, die an der Schmalseite des vier-eckigen Blockes, dort, wo die zwei Welten sich be-rühren, zu einem steilen Turm auffteigt, trennt sie symbolisch. Die kleinen Hausfrauen denken: Wie gut haben die es da drüben! Eine große Wohnung. Wohn-zimmer, Herrenzimmer mit zwölfke»igem Lüster, Kinderzimmer, dazu natürlich ein Dienstmädchen. Sie brauchen nur ein bißchen morgens im Haushalt zu helfen, gerade nur das Schlafzimmer zu machen, dann sind sie fertig und können mit den Kindern spazieren gehen. Die großen Hausfrauen denken: Was gäbe ich darum, nur eine Zweizimmerwohnung zu haben! Die ist leicht in Ordnung zu halten, auch ohne Aufwartefrau. Ein paar hübsche, praktische Möbel, die eins, zwei, drei staubgewischt sind, eine gemüt-liche Stehlampe. Fußböden ohne viel Teppiche, über die man schnell mal mit dem Bohnerbesen fährt, schon sind sie blank. Und vor allen Dingen kein Schlafzimmer. Dafür in jedem Zimmer ein Eouch, die abends schnell in ein Bett verwandest wird. Die kleinen Hausfrauen denken: Wenn ich nur auch so ein Schlafzimmer hätte! Spitzenkissen, seidene Daunendecken. Ich kann mir ja keine schöne Bett-wäsche mit Rüschen und Volants kaufen. Wie zer-drückt würde die auch aussehen, wenn sie den ganzen Tag im Bettkasten gequetscht ist. Und hätte ich doch so einen Dreimeterschrank, in dem alle Kleider or-dentlich hängen. Da kann man immer gepflegt und elegant aussehen, wenn der Mann nachrufe kommt. Die großen Hausfrauen denken: Was habe ich schon von meinem Mann? Ein eiliges Frühstück, bei dem er die Zeitung liest, aufgeregte Telephon-gespräche führt. Mittags ißt er in der Stadt und abends hat er entweder Konferenzen oder bringt wichtige Gäste nach Hause oder arbeitet in seinem Zimmer oder ist so müde, daß er kein Wort redet. Die da drüben führen ein ganz anderes Leben. Entweder hat der Mann einen freien Beruf und ist sowieso den größten Teil des Tages zu Hause, hilft vergnügt beim Abwäschen, bessert Steckkontakte aus, oder er hat seine bestimmte Bürozeit, die er nicht zu überschreiten braucht. Um 5 Uhr kommt er nach Hause und bleibt zu Hause. Die kleinen Hausfrauen denken: Daß es noch Leute gibt, die in so geordneten Verhältnissen leben! Die haben keine Ahnung, was es heißt, einen ar-beitslosen Mann zu haben oder mit einem ganz kleinen, immer wieder gekürzten GeHall auskommen zu müssen. Die wissen nicht, wie verrückt man wird, wenn der Mann den ganzen Tag zu Hause ist oder alles pünktlich auf die Minute sein muß. Die aroßen Hausfrauen denken: Schon zwei Monate haben wir die Miete nicht bezahlt, und Anna wird bestimmt am Ersten gehen, wenn sie nicht endlich Gehalt bekommt. Wenn wir den Auf-trag von Bergmann und Sohn und die Zahlung von der Maschinenfabrik nicht in drei Tagen be-kommen, müssen wir Konkurs anmelden. Was dann wird, weiß ich nicht. Ewig diese Sorgen, diese Auf-regungen! Wie einfach haben es die Frauen drüben: kleine Miete, die sich bestimmt immer aufbringen läßt. Wenn mal kein Geld da ist, wird eben be-scheiden gelebt. Und das beste ist: alle Frauen haben noch einen Beruf nebenbei. Die eine schneidert, die andere tippt, die dritte ist Beamtin, die vierte Künstlerin. Wenn ich nur auch irgend etwas ar-besten könnte! Die kleinen Hausfrauen denken: Zwei Berufe, Hausfrau und Berufsfrau sein, kann man einfach nicht. Ich reibe mich ja ganz auf. Wenn doch Ernst endlich eine Stellung finden würde, dann könnte ich mich mich einmal wieder richtig dem Haushast widmen. Und beide, die große und die kleine Hausfrau, wissen gar nicht, daß sie eigentlich ganz glücklich sind, jede in ihrem Reich. Wenn man sie fragte, ob sie miteinander tauschen möchten, würden sie ohne Be-sinnen sofort antworten: Sofort, aus der Stelle. Hin und wieder kommt es vor, daß sie tauschen, daß die große Hausfrau eine kleine wird und die kleine ganz langsam eine große. Dann wissen sie: es ist alles halb so schlimm, halb so schlimm mit dem scheinbaren eigenen Unglück und dem schein-baren Glück der andern. Das Beste, was man tun kann, ist: zufrieden sein mit dem was ist. Dann stehen sie sich an den Fenstern gegenüber, haben freundliche Erinnerungen an die klöne oder große Wohnung und lieben ebenso sehr die vier oder acht oder zwanzig Wände, die sie umgeben. Interessantes Allerlei Wozu Geld taugt und wozu nicht Arne Garborg, der norwegische Schriftsteller, sagte es einmal mit feinen und gescheiten Worten: „Geld hat an und für sich gar keinen Wert, aber es ist etwas sehr gutes für den, der es richtig anwendet. Für Geld kann man alles haben, so heißt es. Nein, dos kann man nicht. Kaufen kann man sich: Essen, aber keinen Appetit, Arznei, aber keine Gesundheit, weiche Kissen, ober keinen Schlaf, Gelehrsamkeit, aber keinen Witz, Glanz, aber keine Behaglichkeit. Zerstreuung, aber keine Freude, Be-kannte, aber keine Freundschaft, Diener, aber keine Treue, vergnügte Tage, aber keinen Frieden. Die Hülle all dieser Dinge kann man für Geld erlangen, den Kern aber nicht. Der ist für Geld nicht zu haben." Ab 9 Uhr Hausarrest In Vöcklamarkt, Obeiösterreich, wurden in der Vorwoche auf der Straße ein großes Hakenkreuz und auf der Anschlagtafel der Gemeinde Hakenkreuze und Klebezettel staatsoerräterischen Inhalts angebracht. Die Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck hat deshalb verfügt, daß es Jugendlichen ab 9 Uhr abends in Vöcklamarkt verboten ist, sich auf der Straße aufzuhalten. Wer nach dieser Stunde noch angetroffen wird, setzt sich der Gefahr aus, und mit Geldstrafen belegt wird. Verfügung wurde Sonntag von auf dem Kirchenplatz nach dem publiziert. daß er angezeigt Diese behördliche Gemeinde wegen Frühgottesdienst Gelernt ist gelernt. „Ferdinand jagte mir gestern abend, ich sei die einzige, die er je ge-liebt habe!" „Ja, und keiner kann das so entzückend sagen wie Ferdinand, nicht wahr 9" Sei,« 8 Deutsche Zettung Nummer 83 Das Haus an der Heerstraße Eine düstere Geschichte aus vergangenen Tagen von Anna Wambrechtsamer f Starr und trotzig ragten die grauweißen Fei-sen über den Hut weide empor und an ihren senk-rechten, rissigen Wänden rann warmes Sonnenlicht hernieder. Ganz oben auf dem höchsten Felsen, schon ganz klein zu sehen, stand Janko, ritz den Hut vom Kopfe, warf ihn in die Lust und tat einen Iuch-schrei. Der klang aber eher wie ein heiseres kramp-Haftes Aufweinen. Bertas Finger schlössen sich fest um das kleine ovale Plättchen in ihrer Hand. * Das Vaterhaus, die Felsen, Janko, alles war verschwunden. Geschwinde rädelte der Wagen die Seebergstrcche entlang, immer weiter fort von der Heimat. In der Kreisstadt erging es Berta recht son-derbar. Nach außenhin war ihr alles neu. Diese Welt war noch weitaus belebter, färben- und abwechslungsreicher als daheim selbst am Jahr-markt. Aber erschreckend kalt, fremd und ohne Liebe war da alles und die weiche Kinderseele fröstelte davon. Berta trug unter dem Hemd an weißem Schnürchen um den Hals gehängt eine kleine Nickelmedaille mit dem Bilde der heiligen Anna. Dos war der ovale Plättchen, welches ihr der Spielkamerad und Freund beim Abschied in die Hand gedrückt hatte. In der Stadtschule waren viele Kinder, so groß und manche auch größer als Berta. Aber mit denen konnte man ja gar nicht reden. Denn sie dünkten sich gegen da» Landkind gar klug und weise und suchten Berta zu necken und zu kränken wo sie konnten. Dabei wußten sie von Wiesen, Feldern und Wäldern nur als von etwa» Fernem und Fremden, das irgendwo außerhalb der Stadt vorkommt und womit man gar nicht vertraut ist. Mit denen konnte sich da» Naturkind nicht anfreun-den. Auch traute es ihnen wegen ihrer Tücken und Bosheiten nicht. Von dem, was es zu lernen gab, war ja alles recht gut und schön. Doch errinerte sich Berta immer wieder, daß das alles schon ihr guter, freund-licher Schulmeister, der selbst ein Almwacher war, erzählt und erklärt habe. In ihrem neuen Daheim oder was sie noch Wahl und Wunsch ihrer Eltern so nennen und als solches empfinden sollte, gefiel es ihr am aller-wenigsten. Sie war mit ihren sehnenden Gedanken immer weit hinter den südöstlichen Bergen, die vom Zimmerfenster aus sichtbar waren, hinter denen viele Stunden weit, hoch über nebligen NiebmiN' gen, die stille, reine Heimat lag. Traurig und bedrückt wie ihr ganzes Wesen, so waren auch Bertas Briefe an die Mutter. Aus denen sprach nicht das frohe, gesunde Kind, wie sie e» daheim gewesen war. Manchmal machte sich Frau Maria in ihrem weitläufigen Hause daheim m Almwach Gedanken über diese Veränderung im Wesen ihres Kindes, die sie aus den Briefen, deutlick genug erkannte. Schließlich hoffte sie aber, daß dieselbe vorübergehen würde. Der stille Ehren-wald in seinem Lehnstuhl am Fenster schüttelte manchmal traurig den Kopf, wenn er solch einen Brief von Berta gelesen hatte, worin sie von sich auf der Stadt fast nichts erzählte, sondern nur immer nach allem, was daheim vorging, selbst nach dem Kleinsten und Belanglosesten, mit kindlicher Sehnsucht fragte. Er fühlte das Heimweh aus den Zeilen heraus. Darum seufzte er oft so schwer und tief und machte sich allerhand Gedanken. Auch Kajetan benahm sich ganz merkwürdig. Ost schimpfte und fluchte er ohne jeden Grund in Hof und Ställen herum, wobei, wie gewöhnlich, die Weibsleute am schlechtesten davonkamen. Einmal beschwerte sich die Küchenmagd über dieses Unrecht und wollte auch ihrerseits gewaltig zu zetern an-fangen. Aber da fuhr der Altknecht sie wütend an: „Wa£ weißt den du? Das Kind gehört nach Haus und nicht in die Stadtschule wo's keine Wirtschaft lernt, sondern lauter so Sachen, die man bei uns nit braucht. Wenn sich'« aber vor Heimweh nicht ausweiß, dann erschlag' ich dich, du dummes, un-geschicktes Weibsbild!" Da verschlug's der Marjeta die Rede. Der Nachbar Michel wußte in neuer Zeit auch nicht, was er von seinem Buben denken sollte. Der Junge tat schweigsam und mürrisch daheim seine Arbeit und trieb sich dann die ganze Zeit in Ehrenwalds Hof herum, lungerte in den Ställen, hörte in der Küche, zu was die Weidsleute etwa von Berta erzählten, oder faß auf der großen Hühnersteige vor dem Pferdestall und schaute zu, wie der Janes das Pferdegeschirr putzte und wichste. An klaren Abenden kletterte er kurz vor Sonnenuntergang auf den höchsten Felsen unten an der Halde und schaute hinaus, wo im Nord-westen die fernen Hügelketten blauten, hinter welchen die Kreisstadt lag. Der Bub hockte auf dem Felsen und hing seinen Gedanken nach, bis das letzte Fünklein des Tages verglommen war. Dann ließ er sich vorsichtig an der Felswand niedergleiten und ging durch die dichte Dämmerung heimzu. Ein paarmal war er, statt auf den Felsen zu steigen, der Straße bis weit hinunter ins Tal ge» folgt und dort immer weiter, von einer Biegung zur andern, als müßte er hinter der nächsten er-spähen, was er suchte. So trieb er's bis die Nacht hereinbrach. Dann ging er gesenkten Hauptes nach Hause. Und er war draus in den nächsten Tagen noch einsilbiger und verstimmter als sonst. Der Karl aber lag den Vater an, er möge ihn doch auch in die Stadtschule schicken. Davon wollte aber dieser nichts wissen. Da ward der Bub unge» bärdig und brachte dem Lehrer die ganze Schul* durcheinander, balgte und raufte sich mit den Bu-den und wollte keine Arbeit anpacken. So standen die Dinge daheim in Almwach, während Berta in ihrem lavendelduftenden großen Bett vor Heimweh und Bangigkeit nächtelang nicht schlafen konnte. Ihre tränenheißen Augen standen weit offen, so träumte sie vom elterlichen Hof. Jetzt abends saß ja wohl die ganze Gesinde und auch ein paar Leute aus der Nachbarschaft in der großen heimeligen Küche beim Kukuruzsckälen. Die gelben Körner spritzten unter den schwieligen Händen in die breiten, aus Weidenruten geflochte-ien Körbe und hölzernen Butten. Dabei schwatzten und lochten die Leute, dazwischen sangen sie ihre alten, von sanfter Schwermut getragenen, longhallenden Lieder. Manchmal kam die Mutter herein und brachte ihnen frischen Obstmost zu trinken. Heuer, da es so viele Aepfel und Birnen gegeben hotte, mußte er ja gut geraten sein. Ob Janko auch heuer zum Kukuruzschälen kam wie im vorigen Jahr, wo ihn die Leute so gerne hotten, weil er flink arbeitete und so jchön singen konnte wie sonst keiner von den Buben. Wie mochte es nur auf der Viehweide stehen? Fragte sie sich weiter und hob sich in den Kissen, als ob sie da» Läuten der Kuhglocken und das Singen ihrer gleichalterigen Dorfgenossen hören könnte. Ob der fremde Halterbub auch gebührend auf die braune Kuh achtgab, damit sie sich nicht über» fraß? Und ob die Weiße, die Schlimme, nicht am Ende in der ).rautacker geriet? Oder abends, wenn der Jungknecht, der sie zur Tränke unterwegs bei der Schulmeistersmagd am Zaun« st«h«n blieb, ob der Bub sie dann allein, wohl ordentlich trinken ließ und sich bei den Felsen, wo es jo nicht ganz geheuer sein sollte, nicht fürchtete? Sie hatte dort keine Angst gehabt. Damit ist's nicht getan, die Zeitung nur zu lesen, Bedenke ! — Der Bezug ermöglicht ihr Erscheinen! Bezugspreis für das Inland: Vierteljährig Din 40.— halbjährig Din 80.-, ganzjährig Din 160.—. Für das Ausland entsprechende Erhöhung. — Einzelnummer Din 1.50. Ermäßigter Inseratentarif. Kaufe guterhaltene« Schlafzimmer Anträge an die Verwaltung diese« Blattes. 37706 Diener und Koch mit betten Zeugnissen aus feinen Iläaaern und Hotels, scheut keine Arbeit, kann alles, geht auch gerne aufs Land. Josef Keitter, wohnt bei Konec, Celje, Za kresijo Iß. Koch- und Haushaltungskarse 3-6 monatliche, in deutscher u. slo-venischer Sprache. fQr Mädchen aus Stadt u. Land, erteilt erfahrene gebildete Hausfrau, gew. Leiterin in grösseren Kfichenbetrieben, Kursund Pensionsbeitrag Dinar 850.— monatl. Zuschriften unter Nr. 37705 an die Verwaltung des BUttes. Zwei junge deutsche Schäferhündinnen mit Stammbaum von höchst prämiierten Eltern zu verkaufen. An fragen an Pirich, Maribor, Aleksandrova cesta 21. Kleiner Besitz 5 Minuten vom Bahnhofe Celje ist samt Wirtschaftsgebäude billig zu verkaufen. 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