Liliblilher Tagblktt. Nr. 5. Vränumerationspreise: Aür Laiback: Ganzj. fl. 8 40; Zustellung ins Haus vrtlj. 25 kr. Mit der Post: Ganziahr. fl. 12. Redaktion und Expedition: Bahnhosgasse Nr. 15. Montag, 7. Jänner 1878. — Morgen: Severinus. Li-U JnsertionSpreisc: Einfältige Petitzeile L « kr., bei iedcrholungen L S kr. Anzeigen bi» » Zeilen SO kr. 11.Zahrg< Politische Rundschau. Inland. Die öffentliche Meinung in Wien ist, wie dem „East. Budget" mitgetheilt wird, höchst beunruhigt über die Aussicht einer Collision zwischen England und Rußland. Man fürchtet, die Einmischung Englands in den Krieg dürfte die Schwierigkeiten Oesterreich-Ungarns beträchtlich vergrößern, obwol selbst die Partei, welche am wärmsten mit der Pforte sympathisiert, nicht vorzuschlagen wagt, daß ein solches Ereignis einen Wechsel in der Politik der österreichisch-ungarischen Regierung erzeugen sollte. Im gegenwärtigen Stadium der orientalischen Frage kann nicht länger an die Aufrechterhaltung des Ltstus quo in der Türkei gedacht werden; alles, was die Großmächte zu erwägen haben, ist, wie ihre eigenen Interessen am besten geschützt werden können, und es ist nicht anzunehmen, daß Oesterreich - Ungar n, nachdem es so lange dem Drei-Kaiser-Bunde angehört, die Sicherheit, die es dadurch gewonnen hat, aufgeben werde, um bessere Bürgschaften in den Chancen einer neuen und weit unsichereren Politik zu suchen. Ueberdies ist der Stand der öffentlichen Meinung in England nicht ein solcher, um der österreichisch-ungarischen Regierung irgend eine Ermunterung zu gewähren, von ihrer gegenwärtigen Haltung abzuweichen; und mau glaubt hier, daß die Gefahr eines Zwistes zwischen England und Rußland nicht so nahe bevorsteht, als einige Leute glauben. Fürst Gor-t sch akoff besitzt in der türkischen Circularnote ein Argument zugunsten der Fortsetzung des Krieges, dessen Beantwortung das britische Kabinett schwierig finden dürfte. Er kann auf die Punkte dieses Dokuments als eiuen Beweis dafür Hinweisen, daß Rußland gezwungen ist, mehr Opfer zu bringen, uni die Ziele, für welche es den Krieg begonnen, zu sichern, und daß es, ohne Anstoß zu geben oder sich Vorwürfen auszusetzen, vorderhand resüsieren mag, die Friedensbedingungen zu specificiereu, welche schließlich zu fordern es sich berechtigt fühlen mag. Nach kurzer Pause findet am 10. d. M. eine Plenarsitzung des Abgeordnetenhauses des Reichsrathes statt. Auf der Tagesordnung stehen: 1.) Steuer- und Gebürenfreiheit des Donau-Regulierungsanlehens: 2.) Rechnungsabschluß pro 1876; 3.) Strafverfolgung in Uebertretuugsfällen; 4.) Graf Baworowski'fches Fideicommiß; 5.) Seuchengesetze; 6.) allgemeiner Zolltarif, Petroleumsteuer, Zoll- und Handelsbündnis mit Ungarn. In polnischen Parteikreisen steht der „Bruderzwist" an der Tagesordnung, die Nationaldemokraten und die mit Rußland sympathisierenden Ultramontanen liegen einander in den Haaren, die Organe beider Parteien schütten das Füllhorn gemeinster Schimpsrede über die Häupter der Gegner, die Spalten der Blätter enthalten die Ehrentitel „Verräther", „Aufwiegler", „Räuber", gegen die Verfasser des Programmes, betreffend die Wahl eines Reichsrathsabgeordneten, wurde der Hochverrathsprozeß angestrengt. Der zwischen den Regierungen Oesterreichs und Ungarns vereinbarte und vom österreichischen Ab-geordne enhause genehmigte Vertrag mit dem österreichisch - ungarischen Llüyd erfährt im Pester Reichstage wesentliche Modistcationsanträge, die das Zustandekommen dieses Vertrages in Frage stellen. Die ungarischen regierungsfreundlichen Blätter deuteten bei Besprechung der Neujahrs-Gratulation darauf hin, daß das Vertrauen der Majorität des Abgeordnetenhauses in die Regierung unerschüttert sei. Sie heben hervor, daß die beiderseitige Betonung der constitutionellen Freiheit die Befürchtungen bezüglich eines reac<' tionären Vorgehens verscheuche; die gesetzt^ Ordnung aber müsse gegen die Willkür von unt geschützt werden. Ausland. Die „National-Zeitung" meldet: Rußland habe Englands Friedens-Mediation abgelehnt, jedoch Lord Lostus beschicken, Rußland sei zu Unterhandlungen über einen Waffenstillstand bereit, deren Einleitung jedoch von der Absendung eines türkischen Bevollmächtigten in das russische Hauptquartier abhängig. Die kommandierenden Großfürsten hätten bereits seit einiger Zeit entsprechende Instructionen. Die „Times" melden, der österreichische Konsul in Widdin erhielt den Auftrag, durch Serbien nach Wien zurückzukehren. Der Schritt, den der österreichische Agent in Belgrad unternahm, um die serbische Regierung gegen die Ausdehnung ihrer kriegerischen Operationen nach Bosnien und der Herzegowina zu warnen, wurde, wie das „East. Budg." meldet, für noth-wendig erachtet, um die Enttäuschung der aufgeblasenen Erwartungen gewisser serbischer Enthusiasten zu vermeiden. Man sei der Ansicht, daß dies in keiner Weise die Beziehungen Oesterreich-Ungarns zu Rußland affinere, da, obwol letztere Macht die Cooperation der serbischen Truppen acceptiert hat, keine Allianz oder Verbindlichkeiten irgend welcher Art zwischen ihr und der serbischen Regierung bestehen. In Belgrader Kreisen macht man sich mit dem Gedanken vertraut, daß selbst die vollständige Losreißung Serbiens von der Türkei nicht die Selbständigkeit, sondern den Uebergang der bisher türkischen Oberhoheit an Oesterreich zur Folge haven könnte. Feuilleton. P»la, Desterreichs Cenlral-Krirgshafen. (Fortsetzung.) Das Verhältnis zwischen Offizieren und Mannschaft ist aber trotz eiserner Strenge im Dienst ein weniger rein soldatisches und formelles bei außerdienstlichen Begegnungen, als in der Landarmee, wo sich das allerdings auch versuchte Sistem eines ähnlichen laisser aller schädlich für die unerläßliche Disciplin erwies. Die Flottenmannschaft steht also ihrem Offiziercorps auch außerhalb des Schiffes, so zu sagen, persönlich näher, als der Landsoldat außerhalb der Fronte und Kaserne dem seinigen. So treffen bei der Marine die verschiedenartigsten Umstände zusammen, uni sie nicht nur zu einer wesentlich deutschen Compactheit zu machen, sondern auch in ihren Berührungen nach außen unabsichtlich und nur durch die Wucht ihres Wesens germanisierend wirken zu lassen. Dies aber natürlich doppelt und dreifach in Pvla, wo alles, was überhaupt Leben und Ge- staltung ist, nach vielhundertjähriger Entkräftung und Verödung seine Wiederbelebung, Werdelust und Ausführung der Marine seit 1848 verdankt. So nicht blos im Stadtbereich, sondern auch auf dem Lande. Selbst der Fremde, welcher die süd-istrische Landschaft mit einiger Aufmerksamkeit betrachtet, wird bald wahrnehmen, daß hier die Bodenkultur weiter ausgedehnt und fortgeschritten erscheint, als in den meisten sonstigen Partien der Halbinsel. Bei näherer Erkundigung werden uns weite Mais-, Korn- und selbst Weinfelder bezeichnet, die noch vor einem Jahrzehnt wüsteste Gestrüppwildnis waren. Man darf freilich an diese Kulturen nicht den Maßstab unseres Ackerbaues legen. Gibt doch die Karstunterlage ihres Bodens auch nur fleck- und streifenweise eine dünne Lage rothen Thones (terra ross»,) als magern Humus, und Wassermangel herrscht überall; die Ungunst eines im Sommer glühheißen Klimas mit wilden Stürmen, seltenen und dann oft verwüstend niederstürzenden Regengüssen theilt aber diese Gegend mit dem ganzen Karstgebiet. Ausgedehnte Viehzucht ist zudem wegen Mangel an Wiesen unmöglich gemacht, wenn auch das unentbehrliche Hausvieh auf der würzigen wilden Kräutertrist trefflich gedeiht; der Weinbau leidet schwer unter der unausrottbaren Traubenkrankheit, und zuver- lässig ist gewöhnlich nur die Olivenernte. Immerhin sind indessen die Landumgebungen Pola's heute schon viel weniger als früher für des Lebens Noth-durft auf Hufuhr von außen gestellt. Sie würden es vorausstchtlich^noch weniger sein, wenn sich dem Landvolk ein Verständnis für die Schonung der Gemeinde-Buschwälder beibringen ließe, dieser letzten traurigen Epigonen der istrischen Waldfülle in altrömischer und venetianischer Zeit. Es existieren jedoch bei Pola überhaupt blos noch zwei Waldstücke mit Hochbäumen, aus verschiedenen Eichenarten gemischt und der Marine gehörig, der 250 Joch große „Kaiserwald" im Osten und die 170 Joch umfassende „I^u8mg, mors" im Norden. Noch unmittelbarer und deutlicher als nordwärts in den landwirthschastlichen Umgebungen zeigt sich aber der belebende Einfluß des neuen Pola südwärts in dem von aller knltursähigen Vegetation entblößten Gehügel gegen Promontore. Nicht nur die mächtigen altrömischen Steinbrüche von Vincural, welche Jahrhunderte lang brach lagen, sind wieder mit Arbeitern bevölkert, sondern auch viele neue ausgethan. deren Quadern einen wichtigen Ausfuhrartikel bilden. Anderwärts wird aus demselben Gestein Kalk gebrannt, während in der Nähe des See-Ufers Ziegeleien entstanden. Lange Wagenreihen vertheilen' diese Pro- Der „Standard" bestätigt, daß die englische Regierung Rußland ersuchte, die Friedensbedingungen bekanntzugeben, und hinzugefügt habe, wenn Rußland dem Gesuche nnt der Behauptung, der Friede zwischen ihm und der Pforte sei nicht Sache Englands, ausweicheu und zur weiteren Niederwerfung der Türkei den Krieg fortsetzen sollte, würde die britische Regierung antworten, sie könne weder den völligen Sturz der Türkei noch einen Separatfrieden dulden. England könne bei der erforderlichen Rücksicht auf die eigenen Interessen nicht die Doctrin Rußlands anerkennen, daß die Regelung der Friedensbedingungen lediglich eine Sache der Krieg-führenden bilde. Das „Journal de St. Petersbourg" besteht auf den Separatverhandlnngen und betont, je früher dieselben zum Ziele führen, desto besser werden die englischen Interessen gewahrt sein, Rußland sei übrigens bereit, sich loyal mit England zu verständigen. In Rußland ist man nihilistischen Umtrieben auf die Spur gekommen, die Polizei wurde mit außerordentlicher Amtsgewalt ausgestattet und kann im Nothfalle sogar zum Gebrauche der Waffen schreiten. Frankreich ließ dem m Paris residierenden päpstlichen Nuntius mittheilen, daß es ein Eingreifen des Klerus in die Politik mit aller Strenge zu verhindern wissen werde. Die französische Regierung bereitet Gesetze vor, welche die Frage der Verantwortlichkeit des Präsidenten und der Minister genau umschreiben sollen. Zwischen der russischen und der rumänisch en Regierung wurde eine Convention abgeschlossen wegen Einquartierung der Tnrppen bei den Einwohnern gegen eine bestimmte Vergütung. Die „Agence Havas" berichtet, daß die Pforte eine Note ablaufen ließ, in welcher sie gegen das vonseite Griechenlands an die Mächte gerichtete Begehren, an einem eventuellen Congreß zur Regelung der orientalischen Angelegenheiten theilznnehmen, protestiert. Vom Kriegsschauplätze. Wie der „Romanul" erführt, sollen die Russen Sofia genommen haben. Details fehlen. Kavallerie und andere Truppengattungen passieren täglich Gal atz. Die Donau ist dort so stark zugefroren, daß sie für die schwersten Fuhrwerke passierbar werden dürfte. Die Besetzung von Snlina durch die Russen ist bevorstehend. Während die Russen die von den Türken verlassenen Positionen besetzten und eiu Theil der russischen Truppen den Feind zu verfolgen begann, fand oei Bugaroff eine heftige Affaire statt. Die russischen Recognoscierungstruppeu, bei Kostauza, Jenikiöi, Karahassankiöi, Haidarkiöi, Ajaslar streifend, fanden diese Punkte besetzt. Die Brücken über den Kara-Lom und der Weg nach Schnmla werden stark und aufmerksam von de" Türken bewacht. Auf die Nachricht, daß die Russen von Medschidije aus gegen Silistria vorrücken, entsendete Selami Pascha, Kommandant dieser Festung, den Snlennan Bey mit fünf Tabors Infanterie und zwei Escadronen Kavallerie nach Kamarzik am Tabanslusse, um dort den Uebergang über den Fluß dem Feinde streitig zu machen. Die Russen rücken in O stbulgarien infolge klimatischer Einflüsse und des kläglichen Zustandes der Straßen nur langsam vorwärts. Die Einschließung von Rustschuk, das langsame Vorrücken des Dobrndscha-Corps und die Concen-trierung der Centrnms-Armee für die Operationen gegen Rumelien sind die nächsten leitenden Ziele der russischen Operations-Armee. Bei Bugaroff fand ein heftiger Kampf statt; ein ruffifches, aus 5 Bataillonen, 2 Brigaden und 6 Geschützen bestehendes Detachement wurde von 12 türkischen Tabors mit Kavallerie und 8 Geschützen angegriffen. Die Türken wurden zurückgeworfen, ergriffen die Flucht und ließen 1000 Todte zurück; die Russen verloren 200 Todte. Ein anderes russisches Detachement bestand bei furchtbarem Schneegestöber einen schweren Kampf, 800 Mann erkrankten infolge Kälte, 58 Mann erfroren. Die Türken wollen Adrianopel in ein zweites Plewna verwandeln, es wird von einem Gürtel von 25 Redouten umgeben, von denen 19 bereits vollendet sind und die anderen sechs in längstens zwei Wochen fertig sein sollen. Die russische Kavallerie ist in der Nähe Erzerums sehr thätig. Die Türken von Erzerum empfangen die heilige Fahne von Konstantinopel. Die Russen concentrieren sich in der Ebene, allein Erzerum ist mit Proviant wohl versehen. Zur Tagesgeschichte. — Sterbefall. Hofrath Dr. Karl Ritter v. Weil ist am 5. d. M. nach langjährigem schwerem Leiden in Wien gestorben. Das „N. Wr. Tagbl." sagt in seinem Nachruf: „Mit ihm ist einer jener letzten Vorkämpfer der sogenannten großdeutschen Idee aus der Reihe getreten, welche nicht blos das einige Deutschland unter österreichischer Führung anstrebteu, sondern anch selber „aus dem Reich" nach Wien übersiedelten, um hier im praktischen Staatsdienste den Hebel zur Verwirklichung ihres politischen und nationalen Ideals anzusetzeu. Diesem letzteren blieb er bis zum Ende mit der Un-beugsamkcit des Schwaben treu, der sein Herz einmal den deutschen Brüdern an der Donau geschenkt hat und von den Preußen nichts wissen mag." — Dr. Füster wurde vorgestern von einer » Deputation seitens des demokratischen Vereins am Neubau in Wien aus Anlaß seines siebzigjährigen Gelmrtssestes beglückwünscht. Er dankte für diese Kundgebung und versicherte, daß unter allen Nationen, bei welchen ihn das Schicksal leben ließ, er das österreichische Herz in Oesterreich doch als das edelste gesunden. — Beim Aerztevereinstag in Wien eröffnet«: der Obmann des Geschäftsausschusses, Sanitätsrath Dr. Witlatschil, die Verhandlungen des Vereinstages mit dem Wunsche, daß es demselben gelingen möge, die Einigung der ärztlichen Bestrebungen, die Förderung der berechtigten Interessen des Standes und die Förderung der öffentlichen Gesundheitspflege in gedeihlicher Weise herbeiznfüh-ren. Der Schriftführer Dr. Karl Kohn verlas hierauf den Bericht über die Thätigkeit des provisorischen Geschäftsausschusses, der sich anfänglich mit der Durchführung der Beschlüsse des zweiten österreichischen Aerzteveremstages befaßte, nachdem aber die Vereinsbehörde dies dem Vereinsgesetze nicht entsprechend fand, seine Thätigkeit auf die Ausarbeitung des Statuts für einen zu gründenden Aerztevereinsverband beschränkte. Diesem Verbände sind bisher 25 Vereine mit 4000 Mitgliedern beigetreten, und sind seitens derselben 57 Delegierte für den eonstituierenden Vereinstag angemeldet worden. Die Versammlung nahm hierauf ihre Con-stituierung durch die Wahl des Bureaus vor und wählte mittelst Acclamation Professor Klebs auS Prag zum Präsidenten, Dr. Rieger aus Lemberg und Dr. Schoefl aus Olmütz zu Vizepräsidenten und die Doktoren Janowsky (Prag), Fleischhacker (Olmütz), Schröger (Linz) und Hofmokl (Wien für Lemberg). — Drei Todesurtheile. Das Kriegsgericht in der Arader Festung hat in einem Tage drei Todesurtheile fällen müssen. Drei Soldaten standen der schwersten Verbreche» angeklagt vor dem Militärgerichte. Der eine hatte einen Wachtmeister meuchlings erschossen, die anderen versuchten einem Zugsführer das Leben zu nehmen, wurden aber dukte nach den verschiedenen Ankerplätzen, während von dem in einem Schacht des Monte Capeletto gewonnenen feinen Kieselsand (Saldame) ganze Schiffsladungen nach den Glasfabriken Venedigs segeln. Ja, selbst der auch hier verstreute rothe Thon fand neueroings seine lohnende Verwendung bei den Wasserbauten im Bereich der Marine, da er, wie die kostspielige Santorinerde, im Salzwasser sich steinartig verhärtet. Mit der Berührung solcher scheinbar außengelegenen und nebensächlichen Dinge haben wir unser Thema nicht aus den Augen gelassen. Oder handelt es sich für eine umfassendere Würdigung des Centralhafens Pola etwa blos um die Verfestigung der istrischen Südspitze? Man kann die Entwicklungen und Gestaltungen des kriegerischen Marinewesens im Centralpunkte seiner Thätigkeit um so inehr anstaunen, je imponierender sie an einem Punkt erscheinen, wo dafür gewissermaßen erst der Boden unter den Füßen und das Dach über dem Kopfe aus nichts geschaffen werden mußte. Doch nur der Fachmann vermag dies nach dem vollen Ausmaß seiner Bedeutsamkeit für die Wehrhaftigkeit der Monarchie zu würdigen. Für die inneren Verhältnisse Oesterreichs gerade in seinen Küstenländern erscheint dagegen von mindestens gleich hoher Wichtigkeit das Kulturmoment, welches sich daraus ergibt, daß mit dem Schwerpunkte der maritimen Kriegsmacht der Ausgangspunkt einer materiellen Wiederbelebung und Bildungskraft zusammenfällt, die jetzt schon ersichtlich von der Südspitze nach dem Innern und der Nordbasis Istriens vordringt, mit ihren Ausläufern selbst nach der dalmatinischen Küste hinüberwirkt. Weit mehr von hier als durch die Nachbarschaft von Triest oder Fiume vermag Jstneu anregendes Beispiel und fördernde Unterstützung zu erhalten, um sein erschöpftes Leben ans eigener Kraft allmälig wieder unter den lähmenden Trümmern einer grausam mißhandelten Vergangenheit hervorznarbeüen und mit den blühenden südösterreichischen Hinterländern organisch zu verbinden. Die bisherigen Anfänge sind aber bereits verheißend genug, um zu sagen: Pola ist nicht blos eine Schutzwehr, es ist auch eine Keimstätte der Wiedergeburt des Landes. Zu dieser Erkenntnis gelangt man allerdings nicht, so wie man den Fuß vom Schiff ans Land setzt. Man muß erst die herkömmliche Bädeker-Tour durch die Alterthümer abgemacht und den sonstigen alltäglichen Begegnungen seine Aufmerksamkeit zugewendet haben, um sich gewissermaßen bei der Wahrnehmung zu überraschen, daß außer jenen ehrwürdigen Prachtresten der köspublioa kolsnsis, nachmals -lulia Pietas geheißen, und einer stark verwitterten Kathedrale nichts, aber auch gar nichts zur Beachtung auffordert, was nicht seinen mittelbaren oder unmittelbaren Ursprung in der Marine hat. Zugegeben, daß sich für solche Personen, welche nicht unmittelbar in deren Rahmen gehören und doch in Pola zu leben genöthigt sind, dadurch eine starke Einseitigkeit der öffentlichen Interessen fühlbar machen mag — kann es unter den gegebenen Verhältnissen füglich anders sein? Es wird schon durch den Charakter einer stark belegten Festungs-stadt bedingt, und drängt sich in anderen mit ungefähr gleichem Quotenverhältnis zwischen soldatischer und bürgerlicher Bevölkerung (1: 2) der Wahrnehmung wohl noch prägnanter auf. (Beispielsweise in Metz, welches wir wenige Wochen nachher zu vergleichen Gelegenheit fanden.) Ueber-dies ist ;ede selbstbewußte Thatkrast einseitig, sie wird ,a just dadurch zur geistigen Präponderanz, daß sie von ihrer gleichzeitigen zivilisatorischen Mission überzeugt ist. Wer nun Oesterreich nicht blos vom Durchflug kennt, fand sicherlich schon Veranlassung, die gesellige Zuvorkommenheit der militärischen Kreise für den gebildeten Fremden dankbar anzuerkennen. (Fortsetzung folgt.) daran verhindert. Der Mörder wurde zum Tode durch den Strang verurtheilt, die anderen werden durch Pulver uud Blei hingerichtet. — Schiffahrt. Nach Bericht der „Tr. Ztg." sind im Jahre 1877 in Triest 8521 Schiffe von 1.089,115 Tonnen Gehalt eingelaufen und 8507 Schiffe von 1.077,263 Tonnen Gehalt ausgelaufen. — Zur künftigen Papstwahl. Das „Journal des Debats" bespricht die Papstwahl, der Meinung Ausdruck gebend, daß zwischen dem Papst und den Italienern eine instinktive, den Fremden unbegreifliche Uebereinstimmung bestehe, welche beide an einander fessele. Das Conclave soll in Rom stattfinden. Die Mächte schlagen die Wahl eines gemäßigten Italieners vor. Das Veto sei jetzt, wo die weltliche Herrschaft aufhörte und die Kirchengüter dem päpstlichen Einflüsse entzogen wurden, bedeutungslos. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Generakverfammkung des konstitutionellen Vereins für Krain am 10. Jänner 1878, 8 Uhr abends, im Klnbzimmer des Kasinos. Tagesordnung: 1.) Geschäftsbericht. 2.) Rechnungsabschluß. 3.) Besprechung des Budgets der Stadt Laibach pro 1878 durch Dr. Suppan 4.) Bericht über den Schulpfennig. 5 ) Neuwahl des Ausschusses und der Rechnungsrevisoren. 6.) Allfällige Anträge. — (Ernennung.) Der Oberstaatsanwalt-Substitut Herr Ferdinand v. Matauschek wurde zum Sectionsrathe extra statum bei dem Generalkommando in Agram als Grenzlands-Verwaltungs-behörde ernannt. — (Der Magistrat Laibach) entfaltete im Verlaufe des zweiten Semesters 1877 auf sicherheitspolizeilichem Gebiete eine lebhafte Thätigkeit; es wurden 89 Straferkenntniffe gefällt, und zwar: wegen schnellen und unvorsichtigen Fahrens und Stehenlassens der Pferde ohne Aufsicht 9, wegen nicht zeitgemäßer Düngerausfuhr und Straßenverunreinigung 13, wegen Uebertretung der Fiaker-ordnung 27, wegen heftigen Peitschenknallens 3, wegen Uebertretuug der Straßen-Polizeivorschriften 7, Wegen Uebertretung des Vorkaufverbotes 18, wegen Uebertretung der Marktordnung 12 Personen. Die städtische Sicherheits-Wachmannschaft arretierte 721 Individuen, hievon wurden an die Gerichte abgegeben 240, auf den Schub gesetzt 302 und polizeilich abgestraft 179. An die Strafgerichte wurden 322 Anzeigen erstattet; wegen Uebertretung der Meldungsvorschriften, Überschreitung der gesetzlichen Sperrstunden und Uebertretung des Waffenpatentes wurden 200 Straferkenntniffe gefällt. Der polizeilichen Amtshandlung wurden unterzogen 554 Sträflinge und Zwänglinge und 408 Durchzugsschüblinge. — (Vor sp annsgebüren.) Der Gesammt-Lergütungspreis für ein Vorspannspferd und ein Kilometer, ohne Unterschied des Geschäftszweiges (Beamten-, Militär-, Gendarmerie-, Arrestanten-und Schubvorspann, letztere jedoch mit der Beschränkung aus jene Stationen, in welchen nicht durch Miuueudo-Licitation eik anderer Schubfuhrenpreis erzielt wird) und des Vorspannsnehmers (Beamter, Offizier, Mannschaft n. s. w.), wird für die Zeit vom 1. Jänner bis 31. Dezember 1878 mit neun Kreuzern für das Herzogthum Krain festgesetzt. — (Der hiesige Turnverein) hielt vorgestern eine ganz besonders animierte Kneipe ab. Borträge in Prosa und im metrischen Stile, Lieder ernsten und heiteren Inhaltes, humoristische Genrebilder L lg, Klic und „Fliegende Blätter", und auch andere das Zwerchfell erschütternde Späße in Wort Und Bild standen auf der Tagesordnung. — (Kasino restauration.) Das gestern im Glassalon stattgefundene Militärkonzert gestaltete sich zu einem sehr animierten, die Gesellschaft verließ erst in heutiger Morgenstunde die Konzertlokalität. Die Regiments-Musikkapelle befand sich durch volle sieben Stunden in angestrengter Thätigkeit. — (Die Eisbahn am „Kern") erfreute sich gestern eines sehr zahlreichen Besuches, der von vormittags 9 Uhr bis abends 5 Uhr anhielt. — (Wegen Besetzung der Notarstellen) in den Bezirksgerichtssprengeln: Feistriz, Gnrkseld, Großlaschiz, Jdria, Kronau, Laas, Mött-liug, Neumarktl, Ratschach, Senosetsch, Treffen und Wippach ist in der heutigen „Laib. Ztg." der Con-curs bis 7. Februar l. I. ausgeschrieben. — (Eine Forstass ist enten stelle) ist im Bereiche der Forst- und Domänendirection für Kärnten, Krain, Küstenland und Dalmazien zu besetzen. Die Gesuche sind bis l. Februar l. I. bei der Forst- und Domänendirection in Görz zu überreichen. — (Wünsche und Beschwerden.) Vorgestern brach im Hause Nr. 8 in der Polanavorstadt ein Kaminfener aus, das schnell entdeckt und von den Hausbewohnern unterdrückt wurde. Die Rauchfangkehrer lenken in der Erwägung, als binnen kurzer Zeit ein halbes Dutzend Kaminfeuer hier zum Ausbruch kam, die Aufmerksamkeit des Magistrates auf sich. — (Aus dem Vereinsleben.) Der Gauverband der deutschen Turnvereine in Steiermark, Kärnten, Krain und im Küstenlande zählt 14 Vereine mit 618 wirklichen und 990 unterstützenden Mitgliedern. Auf dem am 27. v. M. in Graz abgehaltenen Ganturutage war auch der Laibacher Turnverein vertreten. Die Höhe der Gausteuer Pro 1878 wurde für jedes Turnvereinsmitglied auf 12 kr. festgesetzt. — (Aus der Bühnenwelt.) Unser weiland „Honigtenor" Herr St oll, zweiter Tenorist am deutschen Landestheater in Prag, macht Excesse. Der „Presse" wird aus Prag mttgetheilt, daß dieser begabte Sänger auf der Bühne, in den Conlifsen und der Garderobe so ungünstige Erziehungsresultate zur Schau trägt, daß eiue Deputation des Opernpersonales zur Direktion sich verfügte und die Unmöglichkeit des Zusammenwirkens mit diesem Herrn darlegte, falls die Direktion demselben nicht anständigere Manieren beibringe. — (Landschaftliches Theater.) Vorgestern ging anstatt der annoncierten zwei Operetten das Sensationsstück „Die nene Magdalena" zum zweiten-male über die hiesigen Bretter. Frl. Anselm brillierte bei Darstellung der Titelrolle. Das Haus war schwach besucht. — Vor einigen Tagen wurden an allen Straßenecken und an einzelnen Häusern in den verschiedenen Gassen der Stadt gedruckte Streifen mit der Inschrift: „Wenn man im Dunkeln küßt!!" aufgefunden. Der heutige Theaterzettel löst dieses Räthsel, unter diesem Titel wird heute eine Novität, ein Schwank ersten Ranges, zur Aufführung gelangen. Diese Affichen, die neueste Erfindung auf dem Gebiete der Reelame, erzeugten in einigen Familien, an deren Häusern dieselben angebracht waren, Mißverständnis und Aergernis. — Die Direction Fritzsche kündigt ein mehrtägiges Gastspiel des gefeierten Wiener Gesangskomikers Herrn Friese an. — (Aus den Nachbarprovinzen.) Der Grazer „Tagespost" wurde mitgetheilt, daß sich in Graz eine Gesellschaft von Herren zusammengefunden hat, die sich gegenseitig von der bisher gebräuchlichen Höflichkeitsform, beim Gruße den Hut zu lüften, entbinden und unter einander eine weniger belästigende Form der Ehrenbezeugung anwenden. Außerhalb der Gesellschaft stehenden Personen soll der Gruß auch fernerhin durch Abnehmen des Hutes geleistet werden. Die Mitglieder der Gesellschaft erkennen einander an einem einfachen, unauffälligen Abzeichen aus weißem Metalle, welches vorne am ! Hutbande getragen wird. Die Mitglieder dieser Gesellschaft begrüßen sich durch eine leichte Verneigung und eiuen legeren — nicht stramm-militärischen — Griff an die Hutkrempe. In der Mimik des Grußes, der Verbeugung und dem kürzeren oder längeren Verharren der Hand an der Hutkrempe lassen sich mindestens eben so viele Gradationen der Achtungsbezeugung ansdrücken, als mit dem mehr oder minder tiefen Herabziehen des gelüfteten Hutes. Die Gesellschaft macht sich auch ausdrücklich die größte Höflichkeit im Leisten und Erwidern des Grnßes zur Pflicht; sie vermeidet jedoch eine Höflichkeitsbezeugung, deren Erwiderung dem Empfänger unbequem ist. — In der Nacht zum 4. d. M. sind aus den Gefängnissen des Kreisgerichtes Cilli drei Häftlinge entwichen. — In den nachbarlichen Bezirken der Steiermark werden an nachgenannten Tagen und in nachfolgend genannten Ortschaften Märkte abgehalten, u. z. am 7. d. in Neukircheu, Bezirk Cilli, Jahr- und Viehmarkt; in Marein, Bezirk Marein, Jahr- und Viehmarkt; am II. in Montpreis, Jahr- und Viehmarkt; am 14. in St. Philipp-Weratsche, Bezirk Drachenburg. — JnHrastnigg wurde eine Telegrafenstation mit beschränktem Tagesdienste eröffnet. — Die Staatsanwaltschaft in Cilli hat gegen den Kaplan in Sulzbach, welcher in das Fremdenbuch auf dem Dobratfch in Versen die vielbesprochene Aufforderung schrieb: „man möge deutschen Touristen die Nasen abschneiden", die Anklage wegen Aufwiegelung erhoben. Das Grazer Oberlandesgericht hat jedoch dem vom Kaplan dagegen erhobenen Einsprüche Folge gegeben und die Anklage, welche in der Jännersession vor den Ge-schwornen in Cilli hätte verhandelt werden sollen, kassiert. Landwirtschaftliches. (Fortsetzung.» 3.) Zur Hebung des Düngerwesens und speziell zur Prämiierung für Errichtung von Musterdungstätten in Krain wurden seit dem Jahre 1870 Subventionen nicht mehr ertheilt. Mit Zuhilfenahme von in den Jahren 1869 und 1870 bewilligten bezüglichen Staatssubventionen wurden im ganzen 9 Musterdungstätten mit Jauchenpumpen errichtet, u. z. 5 in Ober- und 4 in Unterkrain. 4.) Die in den Jahren 1875 und 1876 aus der obigen Dotationsrubrik gewährten Unterstützungen wurden der Hebung der Alpenwirthschaft, sodann des Molkereiwesens, beziehungsweise für Käserei-Genossenschaften gewidmet. Im Jahre 1875 wurde durch einen hervorragenden Fachmann eine Bereifung der Alpen zur Ermittelung der bestehenden Mängel und der wünschenswerthen Meliorationen vorgenommen und von demselben Wandervorträge über Molkereiwesen, Käserei-Genossenschaften und Alpenverbesserung gehalten. Kleine Unterstützungen erhielten zwei Käsebereiter zu dem Zwecke, um an der Tolmeiner Musterkäserei auf der Alpe Razor im Görzer Gebiete einen dreiwöchentlichen praktischen Unterricht in der Käsebereitung nach Schweizer Methode zu nehmen. An zwei Alpenbesitzer wurden für auf deren Alpen errichtete Stallungen zur Unterbringung des AlpenvieheS Prämien vertheilt. Nachgenannte Kä s erei-Geuossenschaften wurden mit Unterstützuugsbeträgen betheilt: a) Jene zu Nomen auf der Alpe Javornik, wo binnen vierzehn Wochen 16,372 Maß Milch zu Fettkäse, Butter und Zieger; b) jene zu Nemskirovt auf der Alpe Savnik, wo binnen 13 Wochen 13,433 Maß Milch zu Fettkäse und Zieger; e) jene zu Ravne auf der Alpe Cernagora, wo binnen 8 Wochen 15,402 Maß Milch zu Fettkäse, Butter und Zieger verwendet wurden; 6) jene zu Wocheiner-Feistriz auf der Alpe Vogel und 6) jene zu Belopolje. 5.) Die Staatssubvention für Ob st-, Wein-und Gartenbau wurden zumtheil an Volksschulen behufs Errichtung und Erhaltung von Baumschulen vertheilt; einige Schulen erhielten Garnituren von Gartengeräthcn und Instrumenten, veredelte Obstbäume, Wildlinge, Propsreiser u. s. w. 6.) Die Staatssubvention zum Ankaufe von Samen wurde zum Ankaufe Origiual-Rigaer-Lein-saat verwendet; im Jahre 1875 wurden 56 Metzen angekauft und an 46 Landwirthe abgegeben Der Anbau russischer Leinsaat nimmt von Jahr zu Jahr größere Dimensionen an, der Landwirth weiß die Vortheile dieser Leinsaat, die bedeutende Länge, Feinheit und den Glanz des russischen Flachses bereits zu würdigen. 4 ) Die Staatssubventionen für Hebung der Rindviehzucht waren von günstigem Einflüsse. Während früher Vonseite der Viehbesitzer ohne jede Zuchtrichtung planlos vorgegangen wurde, ist nun einer rationellen Rindviehzucht Bahn gebrochen worden, Anfangs mittelst der Errichtung von Stiersprungstationen nebst Prämiierungen, jetzt durch Verkauf von Raffethieren zum halben Ankaufspreise an die Landwirthe. Bis zum Jahre 1872 wurden an Stierhälter Unter gewissen Bedingungen 123 Stiere unentgeltlich abgegeben, von 1872 bis einschließlich 1875 wurden 114 Stiere und 354 Mutterthiere edler Rasse nach Krain gebracht und zur Zuchc ausgestellt. Bei den Licitationen der eiugeführten Zuchtthiere ging cs sehr lebhaft zu, es wurde der Ausrufspreis um das Doppelte überboten. Im Jahre 1876 wurden aus der Staatssubvention 20 Stiere und 53 Mutterthiere Mürzthaler, Pinzgauer und Möllthaler Rasse angekauft und im Licitationswege an Landwirthe abgegeben. Es bestehen in Oberkrain 26, in Jnner-krain 14 und in Unterkrain 9 Stiersprung - Stationen. Aus der Staatssubvention zur Beseitigung des Wassermangels wurden bis einschließlich des Jahres 1876 an 56 Gemeinden Unterstützungen zur Errichtung von Wassertränken ausgefolgt. (Fortsetzung folgt.) Witterung. Laibach, 7. Jänner. Morgens Nebel, Höhenrcif aus den Bäumen, trüber Tag, schwacher O. Temperatur: morgens 7 Uhr — 9 6«, nachmittags 2 Uhr — 4 6° 0. (1877 -s- 9 2«; 1876 — IV O" 6.) Barometer im Fallen, 787 10 mm. Das vorgestrige Tagesmittel der Temperatur — 3'7°, das gestrige — 5 5°, beziehungsweise um 0 9° und 2 7° unter dem Normale.. Angekommene Fremde am 7. Jänner. Hotel Stadt Wien. Killer, Bes., Krainbnrg. — v. Schlu-derer, Generalmajor, Spalato. — Koppstein, Kausm., Siofok. — Vivat, Privat, Graz. — Breitcufeld, Arnstein, Kraljavski, Holziuger, Kflte.; Friese, Schauspieler, fammt Familie, und Laßner, Wien. — Achtschin, Commis, Cilli. Hotel Elefant. Murgel, Bes.. Jnnerkrain. - Morpurgo und Majoliea, Hdlslte., Triest. — Schlaus, Stationsches, Littai. — Gebhardt, Kausm., Brün». — Weißenbacher, Lieut., Wien. — Bervar, Marine-Adjuuct, Triest. Hotel Europa. Boccolari, Major, Stein. — Zenker, Sekretär der Handels- und Gewerbekammer, Triest. Mohren. Perko sammt Frau, Steiubrück. Verstorbene. Den 5. Dezember. Jakob Tome, Inwohner, 66 I., Zivilspital, Lungenentzündung — Maria Pogakar, Inwohnerin, 63 I., Zivilspital, Lungenödem. Josef Mekine, Obsthändler, 73 I., Tirnaugasse Nr. 21, Lungenlähmung. Den 6. Dezember. Anton Svete, Inwohner, 61 I-, Zivilspital, Krebsdyskrasie. Levensmittel-Preise in Laibach am 5. Jänner. Weizen S fl. 43 kr., Korn 6 fl 50 kr., Gerste 5 fl. 70 kr., Hasex 3 fl 41 kr., Buchweizen 6 fl. 40 kr., Hirse S fl. 85 kr.. Kukurutz 6 fl. 80 kr. per Hektoliter; Erdäpsel 3 fl. 5 kr. per 100 Kilogramm; Fisolen 8 fl. 50 kr. per Hektoliter; Rindfchmalz 92 kr, Schweinfett 80 kr., Speck, frischer 66 kr., geselchter 72 kr., Butter 80 kr. per Kilogramm; Eier 3 kr. per Stück; Milch 7 kr. per Liter; Rindfleisch 52 kr., Kalbfleisch 50 kr., Schweinfleisch 48 kr. per Kilogramm; Heu 2 fl 15 kr., Stroh 1 fl. 88 kr. per 100 Kilogramm; hartes Holz 6 fl. 50 kr., weiches Holz 4 fl 50 kr. per vier C -Meter; Wein, rother 24 fl., weißer 20 fl. per 100 Liter. Theater. Heute bei aufgehobenem Abonnement (ungerader Tag): Zum erstenmale (ganz neu): Wenn man im Dunkeln küßt! Schwank in 3 Acten mit Benützung einer vorhandenen Idee von C. Mallachow und O. Elsuer. Morgen bei aufgehobenem Abonnement (gerader Tag): Erstes Gastspiel des Gesangskomikers Herrn C.A. Friese vom k. k. priv. Theater an der Wien in Wien. Zum erstenmale: Ein Fuchs, oder: So fängt man Raben. Posse mit Gesang in 3 Acten von C. Juin. Musik von Ad. Müller. Telegramme. Petersburg, 6. Jänner, offiziell. Die Russen nahmen am 3. d. M. nach unbedeutendem Scharmützel Sofia. Der Verlust betrügt 24 Soldaten. Der russische Verlust beim Balkanübergange ist geringer, als gemeldet wurde, und betrug nur 200 Mann am 31. Dezember. Der türkische Verlust aber ist enorm; zersprengte türkische Soldaten werden massenhaft gefangen, bis zum 2. d. wurden 600 eingebracht. Bei der Armee des Thronfolgers fanden am 1. d. Vorpostengeplänkel bei Gagora, Solenik und Konstanza statt. Auf der Donau starker Eisgang, stellenweise ist der Strom zugefroren. Konstantinopel, 5. Jänner. Der Großvezier Edhem Pascha demissionierte; die Demission ist noch nicht angenommen. Damat Pascha demissionierte gleichfalls. Ttlkgraslschl'r Linrsbericht am 7. Jänner. Papicr-Rcnte 62 95. — Silber-Rente 66 40. — Gold-Rente 74'20. — 1860er Ltaats-Anlehen 112 80. — Bank-acticn 797. — Kreditactien 2l)6'30. — London 119 60. — Silber 103 90.— ii. k. Münzdukaten 5 66'/,. — 20-Francs-Stücke 9 58 — 100 Reichsmark 5915. Danksagung. Für die vielen Zeichen herzlicher Antheil-nahme anläßlich des Todes meiner geliebten Gattin, Frau Sofie Kaöberger, sowie sür das zahlreiche Geleite zu deren letzter Ruhestätte und für die vielen schönen Kranzspenden fühle ich mich verpflichtet, in meinem und der übrigen Anverwandten Namen hiemit öffentlich den tiefgefühltesten Dank abzustatten. Laibach am 7. Jänner 1878. Mueenz Habberger, k. k. Oberpostverwalter. Lm vcmoersts^ «len 10. ^Luoor virä Nr 8 (vom 14. warmer) aus^ezebkn. - likStellunAvn Luk clas laulkuäe Hasrtal vvrileu nneb tortvLbrevä voll Lllea öuebdauälullße» uiiä I'omLiuterll suxi-nommeii und äis dsrvits «rkctiiLlltzllku Hummt-ru uaekßsliekerr. ViertelMii-Iieker Llioonemöntspreis I N»rlc 25 kk. oäer 7ö Kr. ü. >V., mit k'ravco-l'oLtverseoärmA l ü. 5 Irr. Trockenes Srennhol) bei (663) S Brühl, Haus Ziakowsky Nr. 24 (vorm. Kaschier). Herren-Wäfche, eigenes Erzeugnis, solideste Arbeit, bester Stofs und zu möglichst billigem Preise empfiehlt k. I. UiUNSMN, Hauptplatz Nr. 17. Lucd wird Wasche genau nach Maß unv Wunsch an-geserligt unk nur deflpassenke HemdlN verobsolgi (3!1>76 F. W. Hacklimder „Der Roman meme8 Aekens," erscheint in circa 12 Lieferungen L 45 kr., welche in rascher Folge ausgegeben werden. Die erste Lieferung dieser Selbstbiographie, welche sich nach seinem vor kurzem erfolgten Tode vorgesunden und deren Erscheinen seither mit der größten Spannung von dem deutschen Lesepublikum erwartet wurde, ist soeben ein-getroffen. Zu Abonnements empfehlen sich Meinmayr 8: Kumberg in Laibach. ----------------------- Gedenktafel über die am 1 0. Jänner 1 87 8 stattfindenden Licitationen. 3. Feilb , Pugel'fche Real., Podgoro, ÄG. Großlafchiz. — 3. Feilb., Markovic'fche Real, Stndenz, BG. Sittich. — 3. Feilb-, AntonW'fche Real., Lreg, BG. Sittich. — 3. Feilb., Peskarsche Real., Großlese, BG. Sittich. — 3. Feilb-, Kristan'sche Real., Studenz, LG. Sittich. 3. Feilb., Cuinik'sche Real., Drama, BG. Rudolsswerth. — 3. Feilb., Gramer'sche Real., Neuberg, BG. Rudolfswerth. — 3. Feilb., Smie'sche Real., Plemberg, BG. Rudolsswerth. - 3te Feilb., «esche'sche Real., Laudenberg, BG. Rudolsswerth. —3. Feilb., Murgel'sche Real., Jablan, BG. Rudolsswerth. — 2. Feilb., Bramor'sche Real., Kleinpölland, LG. Nafsensuß. - 2. Feilb, Zad-nikar'sche Real-, Dobrava, ^G- Laibach. — I. Feilb-, Strach'sche Real-, Jlovagora, BG. Grotzlaschiz. — 1- Feilb., Jenko'sche Real., Waisach, LG. Krainburg. i-IsnMAl. Li-aunsckweisisciis I-Anclss-t-ottsris, Vom Staate genehmigt und garantiert. Dieselbe besteht aus 85,000 Original-Losen und 44,000 Gewinnen: Haupttreffer eventuell 450,000, „ L 300,000, L 150,000, ü Haupttreffer 80,000, 60,000, 40.000, 36.000, 30.000, 24.000, Reichsmark u. s. w. Die erste Ziehung findet statt zu welcher ich Original-Lose 18,000. 15.000, 12.000, 10,000, 8,00', 6,000, 5.000, 4.000, 3,000 Lsnrs ttslbv VivrlsI 1Ü fl. 5 fl. fl. 2 50 gegm Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende. Jeder Spieler erhält Gewinnlisten gratis! fl. 1 25 (655) 8-5 'VT'iUi. LLsilins, Obereinnehmer der braunschw. Landes-Lotterie I« Druck von Jg. v. Kleinmayr L Fed. Baniberg. Verleger: Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Franz Müller.