Nr. 135. Pl8numeration«prei«: Im Comptoir ganzj. y. 11, hnlbj, fi. 5'50, Für bl« Zustellung in« H«u« halbj. 50 lr. Vtll der Post ganz!» st. ib, halbj. sl, 7 5». Freitag, 15. Juni. Insertionsgebür: Fllr lleine Ins«at« bi» ,n H geilen ».>> lr,, größere per Zeile 6 lr., bei ßst«en Wiebclholuiigeu p«i Zeile 3 lr. 1883. Nichtamtlicher Theil. Laibach, 14. Juni. Indem die „Neue freie Presse" in ihrem Abend» blatte vom 12. d. M. die Nachricht bringt, dass an biesem Tage in der Curie der krainischen Städte die Landtagswahl stattfindet, und dabei daran erinnert, bass wir in unserem Artikel vom 10. Juni das hiesige liberale Wahlcomite' aufforderten, dasselbe möge ln den Städten und Märkten wenigstens in zwölfter Stunde Candidaten aufstellen, da wir ermächtigt seien in erklären, dass die Regierung gegen diese Candidatu» ten nicht den leisesten Schritt thun werde, und dass sie "Üen mit ihr im Connex stehenden Wählern die volle Nahlfreiheit zusichert, knüpft das obgedachte Organ der Vereinigten Linken an diefe Stelle die geistreiche Bemerkung: „Natürlich, wenn im Reclamationsver-sahren schon das Nöthige besorgt ist, dann ist es über-^iifsig, unmittelbar vor der Wahl einen Schritt gegen eine Candidatur zu unternehmen." Diesbezüglich sind wir wieder zu erklären ermächtigt, dass die Regierung Niemanden, nämlich weder den Gemeinden noch den 'hr unterstehenden politischen Behörden, Instructionen gegeben hat, wie sie die Wählerlisten zusammenzustellen haben, und wir können die ,.N. fr. Presse" nur bedauern, dass ihre Juristen nicht einmal so viel wissen, ^ss gegen solche Wählerlisten eine Reclamation an die ^ndesregierung ganz unstatthaft ist, weil letztere an denselben nach der Landtagswahlordnung gar nichts zu ändern berechtigt ist. Aber die wahrhaft rührende Sorgfalt der „Neuen !leien Presse" für die ungeschmälerte Freiheit in der Ausübung des Wahlrechtes geht noch weiter, indem sie nämlich in ihrem unmittelbar darauf folgenden Aioraenblatte bei wahrheitsgetreuer Constatierung. dass Nunmehr aus den Gruppen der Landgemeinden und Städte 25 Slovene« und 1 Deutscher in den Landtag aeroählt worden sind, die bedeutungsvolle Frage stellt: -Vielleicht ist die „Laibacher Zeitung" auch zu der Erklärung ermächtigt, dass die Regierung zur Herbeischaffung dieses Resultates ,nicht den leisesten Schritt' gethan hat"? Ja wohl, wir sind auch zu dieser Erklärung ermächtigt, und erlauben uns zugleich die verehrte Wiener Eollegin höflichst einzuladen, sich selbst hier an Ort und Stelle von der Einflussuahme der Regierung auf die Wahlen zu überzeugen; sie dürfte sich dann veranlasst sehen, die nämliche Erklärung abzugeben — vorausgesetzt, dass sie ihre Erhebungen nicht auf die Einvernehmung des, mit der Redaction des „Laibacher Wochenblatt" identifchen liberalen Wahlcomites beschränkt. Die „Neue freie Presse" könnte das Publicum füglich mit ihren Glossen über die Wahlbewegung in Krain verschonen. Trifft elwa auch die Regierung und namentlich unseren Landespräsidenten die Schuld, dass es in Krain 30 000 Deutsche und 450 000 Slovenen gibt? Könnte man wohl sagen, es sei alles mit rechten Dingen zugegangen, wenn, wie bisher, die letzteren im Landtage die Minorität, die ersteren aber die Majorität hätten? Diese beiden Fragen möge die „Neue freie Presse" gewissenhaft beantworten und einmal aufhören, die Regierung der Parteilichkeit zu beschuldigen. Sie möge, da ja angesichts der factischen Verhältnisse in Krain. wenn nicht alles auf den Kopf gestellt wird, das Ergebnis des Wahlkampfes nicht einen Augenblick zweifelhast sein kann, statt unsere loyale und ruhige Bevölkerung fortwährend zu hetzen, bei sich ergebenden Gelegenheiten ihrer publicistischen Pflicht gemäß redlich ihr Scherflein beitragen, dass die beiden Parteien im Lande — bei der Ungleichheit der Kräfte — sich nicht in unnütze Wahlkämpfe einlassen, sondern versöhnlich und friedlich in die verschiedenen Vertretungen Männer entsenden, welche von der Ueberzeugung durchdrungen sind. dass der Zank zwischen Leuten, die beisammen leben müssen und auf einander angewiesen sind, zu nichts führt, und welche, frei von Vorurtheilen, ein. trächtig für die Rechte der beiden Nationalitäten im Lande und für die wahren Interessen der Bevölkerung einzutreten bereit sind. Hiezu möge die „Neue freie Presse" beitragen, dann wird sie wirklich einmal etwas Gutes thun. Zur Lage. Zur Charakterisierung der Methode, mit der die Oppositionspresse in der Frage der „Decentralisierung" der Eisenbahnen vorgeht, hat soeben die «Neue freie Prefse" einen neuen Beitrag geliefert. Das Blatt meldete am 12. d. M. auf Grund eines von Lemberg datierten Telegrammes, der Reichsraths-Abgeordnete Graf Mieroszowski habe seinen Wählern berichtet, die Regierung sei bereit, die Verwaltung der Staatsbahnen in die betreffenden Landeshauptstädte zu verlegen, und sie wolle in Lemberg eine General-direction der galizischen Staatsbahnen errichten; alle Agenden, mit Ausnahme der Feststellung der internationalen Tarife, der Ernennung höherer Beamten und der Erlassung allgemeiner Vorschriften, die der Competenz des Handelsministeriums vorbehalten blieben, würden der im Lande zu errichtenden Veneraldirectioll zukommen, die Amtssprache dieser Staatsbahnen werde die polnische sein, und die Generaldirection hätte sich der deutschen Sprache nur im Verkehre mit dem Han« oelsministerium zu bedienen. „Das sind also — ruft das Blatt aus — die unschuldigen Filialdirectionen, die in Lemberg und Prag errichtet werden sollen, das sind die Kleinigkeiten, über welche die Officiösen spotten und die nicht den Lärm verdienten, den sie hervorrufen." Auch sagt das Blatt. Graf Mieroszowski habe genauen Aufschluss über die Versprechungen ge< geben, die Graf Taaffe den Polen gemacht, der Ministerpräsident habe ihnen die Errichtung einer Staatsbahndirection mit den weitestgehenden Competen-zen und mit der polnischen Amtssprache versprochen. Heute liegt uns im „Czas" die Rede vor, die der Reichsrathsabgeordnete Graf Mieroszowsti vor seinen Wählern gehalten und in der er auch die Frage des Eisenbahnwesens berührte. In der ganzen Rede kommt jedoch nicht die geringste Andeutung darüber vor, dass die Ansichten, die Graf Mierofzowski über das Eifenbahnwefen und dessen künftige Einrichtung entwickelte, auf eine directe Zusicherung oder Aeußerung der Regierung zurückzuführen feien; der Redner betonte vielmehr wiederholt und ausdrücklich, oafs er nur feine indivi- Feuilleton. Der zerbrochene Sporn. Noman aus dem ücbcn einer großen Stadt. Von Wilh. Hartwig. (69. Fortsetzung.) Das Tageslicht war bereits gänzlich verfchwun-dtn, und da der Mond erst spät aufgieng, fo war das Paar gänzlich verborgen und niemand konnte hreu Aufenthalt fo nahe dem Todtenzimmer auch nur 'Nl entferntesten ahnen. „Ich verlasse Sie jetzt", flüsterte das Mädchen 'hm zu. „man könnte mich vermissen und suchen." Und hinwegschlüpfend, ließ sie den Detectiv allem "N Schatten des Gebüsches stehen. ^ . _ , Die ssenster des Zimmers, m welchem der Kranke lag. waren halb geöffnet, die Jalousien aber geflossen, jedoch nicht so dicht, dass der außenstehende ^eobachter nicht hätte alles wahrnehmen können, was binnen vorgieng. ^ c -c^ c, c. , Inmitten des Zimmers dem frlfchen Luftzüge durch die halbgefchlofsenen IawHen ausgesetzt stand bas La.er auf dem die gebrechliche Gestalt Edward Lancasters gebettet lag; das Haupt mit dem grauen haare ruhte auf einem Kiffen, das kaum weißer als lein Antlitz war. Die Augen hatte er geschlossen, und gleich er noch regelmäßig, ja. mit einer gewissen >ft athmete, war es doch deutllch wahrnehmbar, °ass seine Augenblicke gezählt seien. . , ^ , ., . . Die Lampe, welche das Zunmer beleuchte e, stand 'N einiger Entfernung von dem Bette. Obgleich sie ^schattet war, verbreitete sie dennoch Licht genug. Utn die angstvollen Gesichter der drei das Sterbebett "lnstehenden Personen deutlich erkennen zu lassen. . William Lancaster stand neben seinem Vater, mit emem Ausdruck innerer Unruhe auf seinen Zügen, der unmöglich zu beschreiben ist. In einiger Entfernung von »hm stand seine Gattin, weniger Sorge und Un-luhe vielleicht zur Schau tragend, obgleich man ihr wohl chre Aufregung ansehen konnte. Die dritte Person endlich war Susanne Chapman, und ihre Fassungslosigkeit war wahrhaft mitleiderregend, wenigstens hätte em Zuschauer, dem die Rolle, welche gerade sie in dieser nun ihrem Ende nahenden Tragödie gespielt, unbekannt war, ihr sein tiefstes Mitleid nicht versagen können. m .. ?" ?'^ mit gefalteten Händen zu Füßen des Bettes; ihre Lippen bewegten sich convulsivisch, aber mehr w,e es schien, um den noch lebenden Herrn anzuklagen, als um zu dem großen Richter zu beten, vor dem derzenige auf den sie ihre glühenden Augen gerichtet h.elt. bald erscheinen sollte. Gelegentlich streifte ihr Blick von dem Sterbenden nach semem Sohne hinüber, und dann bot ihr Gesicht ein wahres Mysterium voll verborgener Gefühle. In dem Augenblicke, als Richard den ersten Blick m dieses Zimmer warf, herrschte tiefes Schweigen dann, nur bisweilen unterbrochen von einem lang« gezogenen Seufzer des halb besinnungslosen Leidenden. Es war ein Schweigen, wie es wohl auf eine wich. ttge Frage zu folgen pflegt, wie auch die Stellung der obengenannten Anwesenden anzudeuten schien. Ein, zwei, drei Minuten verstrichen, während welcher die gespannt Horchenden ihren Athem an' hielten, um eine Antwort zu vernehmen. ..Vater", wiederholte William Lancaster seine, wie es schien schon vorher gestellte Frage, indem er sich nahe an das Ohr des Sterbenden hinabbeugte. ..Vater, hörst du mich? Sage mir. wo du es ver< borgen hast, sage es mir, ehe es zu spät ist!" Und ohne daran Zu denken, dass seine rücksichts- lose Handlungsweise den gefürchteten Augenblick beschleunigen könne, schüttelte er den sterbenden Vater an der Schulter, um ihn zu einer Antwort zu be« wegen. Der Leidende bewegte sich schwach und öffnete die Auaen. ..Wo hältst du jenes Papier versteckt?" fragte sein Sohn, indem er sich auf die Knie an der Seite des Bettes niederließ und seine Lippen dicht an das Ohr seines Vaters brachte. „Du bist im Sterben, Vater, und du hast mir noch nicht das Geheimnis mitgetheilt, wie du mir versprochen hast." «Was habe ich dir versprochen?" murmelte der Kranke. „Du hast mir versprochen, mir das Schriftstück zu geben, was du aufgesetzt und verborgen hast seit langer Zeit!" „Du meinst mein Bekenntnis?" „Ja. dein Bekenntnis, wo ist es, Vater?" „Es ist in Sicherheit, in voller Sicherheit", flüsterte der Sterbende. ,,Du brauchst dich nicht zu beunruhigen, es ist in Sicherheit." „So hast du mir immer gesagt, aber wo ist es? Du wünschest doch, dass es nach deinem Tode gefunden werde?" „Ja, ja, gefunden und gelesen, und das wird geschehen", sprach der alte Mann in immer schwä« cherem Tone. „Du und Susanne, Ihr beide braucht euch deswegen keine Sorge zu machen, es wird gefunden und gelesen werden." „Aber so höre mich doch, Vater! Es ist noth. wendig, dass du mir sagst, wo es verborgen ist, oder —". und des unnatürlichen Sohnes Stimme nahm einen drohenden Ton an, — „oder, Vater, ich werde dieses Haus niederreißen, Stein bei Stein, bis ich das Papier finde, das du versteckt hältst." (Fortsetzung folgt.) Laibachcr Zeitung Nr. 135 11 «8 15. Juni 1883. duellen Anschauungen über dir Organisierung des Eisenbahnwesens entwickle, Anschauungen, die nicht entfernt so weit gehen als die ihm unterschobenen. Er bemerkte weiter, wiederholt sich entschuldigend, dass er, da er in dieser Angelegenheit leine Fachkenntnisse habe, nur so nebenhin seine Privatansichten aussprechen wolle, das entscheidende Wort in dieser Sache aber den Fachmännern überlassen müsse. Und solche Aeußerungen nennt die «Neue freie Presse" positive Mittheilungen; subjective« Wünschen, die zum Ausdrucke gebracht werden, unter« schiebt sie die Bedeutung einer Regie» ungs-Manifesta-tion. Muss man sich da nicht unwillkürlich der Worte erinnern, mit denen am 12. d. M. die „Neue freie Presse" im wirtschaftlichen Theile ihren Leitartikel abgeschlossen hat, der Worte: „Man kann nur darüber lachen, wenn man versucht, die Bevölkerung durch solche verbrauchte Kunststücke zu täuschen!" Das „Fremdenblatt" bespricht den Wahl-aufruf des deutschen Vertrauensmänner« Comites in Böhmen und bemerkt u.a.: „Es ist noch immer die Frage gestattet, ob die verschiedenen Anzeichen, welche aus große nationale Gewitter hindeuten und den Geist mit der Vorahnung lebhafter Kämpfe erfüllen, auch wirklich m Erfüllung gehen. Ein Erfolg ist ihnen geradezu abzusprechen, und sie können bei dem oft erwähnten Stimmenverhältnisse zu keinem anderen Resultate, als dem der Aufwühlung der Leidenschaften führen. Darüber hinaus können sie vermöge der Eigenart der Landesordnung nicht kom-men, welche ihre Aufgabe, die Minorität zu schützen, diesmal ganz trefflich erfüllen wird. Man sollte glauben, die Aussichlslosigkeit eines Resultates werde die Kampfeslust dämpfen und die Pflicht zum Bewusstsein bringen, die nationalen Leidenschaften nicht zu entstammen, wenn hiebei nichts zu gewinnen ist und selbst in der heftigsten Feuerglut nichts geschmiedet werden kann, was einen Bestand haben könnte. . . . Die jüngst in Komotau gehaltene Rede des Dr. Ruß dünkt uns ein neues Symptom für das Bedürfnis zu sein, welches die leitenden Politiker Böhmens empfinden, endlich doch wenigstens in jener F>age zu einem Abschlüsse der Streitigkeiten zu gelangen, in denen das nicht unschwer zu erreichen ist. Das von diesem Redner angeregte Sprachengesetz entspricht in der That dem Grundsatze der Gleichberechtigung in annähernder Weise, und bei einigem Nachsinnen ließe sich auch in manchen anderen Fragen ein Ausweg finden, vorausgesetzt, dass er ernsthaft gesucht wird, dass es sich wirklich um einzelne Rechte der beiden Stämme und nicht um deren Rivalität handelt, für welche es auf parlamentarischem Boden eine Austragung nicht geben kann. Die Rechte und die Stellungen der Nationalitäten in Oesterreich ruhen nicht auf Para» graphen, fondern wurzeln in ihrer Macht, in der Eigenart und in der Entwicklung des Reiches. Daran können weder Landtage noch andere Vertretungstörper eine Aenderung vornehmen. Darin liegt auch die Kraft des deutschen Elementes in Oesterreich und in Böhmen, welche sich selbst dann bewähren würde, wenn die Hände zu schwach würden, ihre Position zu vertheidigen." Dem „Vaterland" wird aus Berlin geschrieben : «Ihre Liberalen müssen um ein Agitationsmittel doch sehr verlegen sein, dass sie so viel Lärm über die angeblich bei Ihnen geplante „Nationalisierung der Eisenbahnen" erheben. Wenn man die Phrasenreichen Leitartikel der „Neuen freien Presse" über dieses Thema liest, möchte man glauben, dass mit der Errichtung von Filial-Direclionen in Lemberg und Prag der wirtschaftliche und sociale Untergang Ihres schönen Wien besiegelt sei. Berlin nimmt einen immer größeren Aufschwung, obgleich verschiedene Eisenbahn-Directionen von hier fortgelegt worden sind, obgleich wir königliche Eisenbahn-Direclionen mit großen Machtbefugnissen in Bromberg, Hannover. Frankfurt am Main, Magdeburg, Köln (rechts- und linksrheinische Bahn), in Elberfeld und Erfnrt haben und obgleich sich die Privatbahnen bei der Auswahl ihlcr Directionssitze eben so wenig um Berlin kümmern. Den Herren aus dem Wiener Gemeinderathe, die jüngst hier unsere Hygiene-Ausstellung besucht haben und jetzt so viel von dem Aufschwünge Berlins und dem Zurückbleiben Wiens zu reden wissen, scheint nicht recht klar geworden zu sein, woher der Aufschwung Berlins kommt. Von den „Eisenbahn-Direc-tionen" sicherlich nicht." Die „Gazeta Lwowsta" meint, die Erklärungen, welche der Herr Ministerpräsident Graf Taaffe und der Herr Handclsminister Baron Pino dem Bürgermeister von Wien in der Frage der Decentralisation des Eisenbahnwesens gegeben, seien vollkommen geeignet gewesen, die erregten Gemüther der Stadtväter über die Absichten der Regierung zu beruhigen; wenn man trotz dieser Erklärungen sich noch weiterhin be» unruhigt zeige, so wolle man lediglich die Bevölkerung Wiens gegen die Regierung aufhetzen. — Der „Dzien-nik Polski" sagt, Galizien erwarte mehr als die Einsetzung von Filial-Directionen, die es heute bereits und selbst inbetreff der Privalbahnen besitze, und sollte sich ein Beispiel an den Wienern nehmen, die, ob« gleich sie allen Geund hätten, mit den Erklärungen zufriedengestellt zu fein, die der Bürgermeister vom Ministerpräsidenten empfangen, dennoch sich fortan als ungemein beunruhigt geberden. Der Krakauer „Czas" erblickt in der Ernennung des Dr. Zyblikiewicz zum Landmarschall von Galizien einen Beweis des großen Vertrauens, das Se. Majestät der Kaiser zu dem Manne hegt, dessen Wiederernennung zum Vorsitzenden des Land-» tages vom Lande selbst mit fester Zuversicht erwartet wurde; als einen Beweis der großen Fürsorge des Monarchen für Galizien, das nur in der genauen und energischen Ausführung des vom Landmarschall Zyblikiewicz aufgestellten politischen und volkswirtschaftlichen Programms fein Heil finden könne, und sagt, diese Ernennung sei eines jener Ereignisse, die das Band, welches Galizien mit dem Reiche, die Polen mit der Krone verbindet, immer enger knüpfen, und tief innig sei der Dank, zu dem sich Galizien der Regierung und dem Monarchen gegenüber verpflichtet fühle, die auf diese Art in unzweideutiger Weise gezeigt hätten, dass ihnen die Entwicklung des Landes ernstlich am Herzen liege und dass sie nicht den Vortheil irgend einer Partei, sondern nur das Wohl und Interesse des Landes vor Augen haben. — „Gazeta Narodowa" begrüßt diese Ernennung mit dem Ausdrucke hoher Befriedigung und bezeichnet sie als einen Beweis des hohen Vertrauens, das die maßgebenden Kreise zu Dr. Zyblikiewicz und seinen Intentionen hegen. Das Blatt sagt, man habe im Lande die Wiederwahl des Dr. Zybliliewicz zum Landmarschall erwartet, da er in dieser seiner Eigenschaft keinen Schritt gethan, der ihm die Gnadr der Krone, die Gunst der Regierung verscherzt hätte, und weil die eben stattgefunden«« Land- tagswahlen zeigen, oafs die Majorität des künftigen Landtages mit der des abgelaufenen identifch sein werde. Wie „Nemzet" erfährt, sind die zwischen dm ungarischen Ministerien des Innern und der Justiz gefühlten Berathungen über die Modification des Gefetzartikels XXXV vom Jahre 1874. betreffend die Institution des öffentlichen Notariates, abgeschlossen; gegenwärtig wird im Justizministerium an der Textierung der Vorlag« gearbeitet. Sobald diese fertig ist, wird eine gemischte Commission behufs end-giltiger Feststellung zufammentreten. Vom Ausland. Der deutsche Reichstag ist am 12. d. M. nach einer ungewöhnlich langen Session geschlossen worden. Die Neichsregierung hat es durchgesetzt, dass derselbe trotz des anfänglichen Widerstandes auch noch den nächstjährigen Reichsetat discutiert und votiert hat. ^ Das Preußische Abgeordnetenhaus hat sich einstweilen bis zum 21. d. M. vertagt, nachdem es am 12. d. M. die kirchenpolitische Vorlage an eine Coin-mission verwiesen. Es wird auch bei der zweiten Lesung der Vorlage voraussichtlich lebhafte Debatten geben, indessen hofft man doch, mit derfelben in viel' zehn Tagen fertig werden zu können. Zu den Bills, welche im englischen Parlamente durch Jahrzehnte hindurch alljährlich ein-gebracht werden, bis sie endlich in beiden Häusern Annahme finden, gehört auch diejenige, welche einem Witwer die Ehe mit einer Schwester seiner verstorbe-nen Frau gestatten soll. Seit' mindestens 30 Jahren kehrt dieser Antrag immer wieder; anfangs wurde er kurzweg fchon im Unterhause velworfen; seit einer Reihe von Jahren dringt er aber im Unterhause durch, so erst am 11. d. M. wieder mit 165 gegen 158 Stimmen, während er vom Oberhause abgelehnt wird. 3" diesem letzteren Hause war die Verhandlung auf den 12. d. M. angesetzt, und lagen Massenpetitionen fü^ und wider den Antrag vor. Die Opposition gcgen denselben stützt sich hauptsächlich auf anglicanisch-lheo-logische Gründe, da ja die Auflösung der Eh? Heinrichs VIII. mit Katharina von Arragonien, der Witwe seines Bruders Arthur, den Anstoß zur englischen Reformation gegeben hatte. In der Sitzung desenglischen Unterhauses vom 12. d. M. beantragte Hamilton die sofortige Revision der Artikel der irischen Landacte, betreffend den Ankauf der Pachtgüter durch die Pächter. Trevelyan gibt die Nothwendigkeit der Revision zu. Die Regierung fei zur Annahme des Antrages bereit, wenn das Wort..sofortige" gestrichen werde, aber die Regierung könne keinen Plan gutheißen, der nicht die fofortige ' Anzahlung eines Theiles des Kausschillings durch den Pächter 'und für den Saldo des Kaufschillings solide, auf verhältnismäßig kurze Zeit ausgedehnte Zahlungsraten umfasst, um die nöthige Sicherheit für den socialen und politischen Zustand des Landes zu erlangen. Northcote wünscht, das Wort „sofortige durch das Wort «baldige" zu erfetzen. Gladstone willigt ein, und wird die so veränderte Motion ange-nommen. Die Einberufung der irischen Miliz zunl erstenmale seit so vielen Jahren ist, wie der „Observer" vernimmt, den lebhaften persönlichen Vorstellungen Lord Spencers zuzuschreiben, und wurde anfänglich von vielen Autoritäten in Irland wie ill Klein-Paris und Berlin, i. Sehr viel hängt gemeiniglich von dem ersten Eindrucke ab. den man von einem fremden Lande, einer unbekannten Stadt gewinnt, denn er ist von wesentlicher Bedeutung und dauernder Wirkung. Will man z. B. von Deutschland gleich nach dem Eintritte aus Oesterreich einen guten Eindruck gewinnen, so ist nicht etwa der Weg aus Tirol oder Salzburg rathsam; denn auf diesem Wege gelangt man aus den herrlichen Alpenländern bald in die anmuthlose baierische Hochfläche; gleich hinter der Grenze sinken die Berge, unbedeutende Hügelreihen, öde Sandstrecken, allerdings abwechsend mit fruchtbarem Ackerlande, treten an deren Stelle, und mit der schwindenden landschaftlichen Schönheit erschließt sich dem Wanderer das deutsche Land. Ziemlich umgekehrt gestaltet sich das Verhältnis bei der Fahrt aus Böhmen. Die Hügelreihen dieses Kronlandes erheben sich schon allgemach vor der Grenze, und gleich hinter derselben entfaltet sich das wunderbare Bild der sächsischen Schweiz: die kühngeformten Sandsteinfelsen zu beiden Seiten des breiten Elbe-ftromes, liebliche Ortschaften, eingezwängt in den Klüften, die Felsenburgen und Festen auf den Höhen derselben. Freilich, die leicht erregte Illusion, man käme in ein Gebirgsland, wird bald zuuichte, und schon auf dem ganzen Wege zwischen Elbe-Florenz (M deutsch: Dresden) nach Pleiße-Athen oder Klein-Paris (zu deutsch: Leipzig) vermag des Wanderers Auge mit Leichtigkeit ins Endlofe zu schweifen. Woher nun letztbenannte Stadt zu diesen zwei zierenden Bei- wörtern und noch obendrein zum Gattungsbegriff „deutsche Seestadt" kommt, ist nicht so leicht einzusehen. Den letztern Ausdruck kann allerdings die einer ewig ruhigen See gleichende Umgebung Leipzigs vermittelt haben. Die Nüchternheit und Plattheit der Natur hat bekanntlich auch auf die hier erzeugte Literatur nicht den besten Einfluss gehabt; seichte Aufklärung und flache Kritik herrschte hier jahrhundertelang, und dass heutzutage viele bedeutende Schriftsteller hier zu leben und zu schaffen vermögen, hängt doch mit von öfteren Reisen, häufiger Aenderung des Wohnortes, vom Einflüsse bereits vorhandener Kunstwerke u. s. w. ab, welchen Umständen zufolge kein Geist mehr auf den nächsten Gesichtskreis beschränkt ist. Außerdem besitzen bedeutende Schriftsteller, wie Freytag, Gottschall u. s. f., in schöneren Gegenden eigene Landsitze, während die Producte der Menge allerdings der trostlosen Umgebung ganz anpassend sind. So manche Resultate mag aber vielleicht das Nosenthal (nebenbei gesagt ein Thal ohne Berge!) verursachen, welches im Nordosten der Stadt die Luft mit KnMauchdüften und Frosch-gequacke, erfüllt, außerdem aber ein ganz nettes Wäldchen besitzt, das Schiller während seines kurzen Aufenthaltes in Gohlis sehr gefiel, welches Wohlgefallen allerdings sein Meister-Biograph Palleske auf einer ganzen Octavseite entschuldigen zu müssen glaubt. Dass endlich auch Goethe während seines dreijährigen Auf> entHaltes in Leipzig für die Unsterblichkeit kaum mehr als nichts gethan, ist eine alte Geschichte. In der inneren Stadt mitten auf dem Königs-platze ist nun eine Anhöhe, geschmückt mit einem namenlosen Denkmale, welches dcm Volkswitze nach jenem Manne errichtet sein soll, der in kühnem Elit-schlusse der erste dieses Hügelchen erstieg. Das vornehmlichste Kennzeichen der inneren Stadt ist die Schwärze. Der Ruß und Kohlenstaub, der d>e Straßen durchzieht, setzt sich auf Häufer und Bäume, drängt in die Stuben ein, hemmt das freie Athmen und macht eine reine Wäsche illusorisch. Nicht zu ver/ wundern ist es darum, dass es in Leipzig so viele Iä^ gerianer gibt, d. h. Personen, die sich nach dem System Professor Jägers kleiden: Wollrock und Wollhose M't entschiedener Verachtung jeder Weißwäsche, vornehmlich jedes Hemdkragens. Diese alles nivellierende Schwärze macht die ursprünglich verschiedensten Gebäude einander gleich, denn schwarz wird der weiße Marmor und der gelbe Sandstein, schwarz der rohe Ziegelstein und das schönste Frescobild, schwarz ist selbst der rothe ObeM des Eisenbahnmonumentes, und schwarz sind die Schwäne im Theaterteiche. In diese düstere Zeichnung bringen zwei hellere Momente Leben und Abwechslung, zwei Momente allerdings, die mehr der weiten Fremde als der Stadt selbst entstammen. Das sind die zahlreichen bunten Mützen der Un^ versitätöstudenten und die hellen, blonden Haare der Conservatoristimien. Conservatorium und Universität liegen einander gegenüber, und diese bunte Masse bilde' einen eigenthümlichen Contrast zur rußigen Physiognomy der Stadt. Die allgemeine nüchterne Ruhe der Norddeutsch^ die für einen an die südlicheren Sitten Gewöhnte" besonders auffallend ist, zeigt sich am besten bei off"''' lichen Lustbarkeiten und Schaustellungen; da f"'"" Laibacher Zeitung Nr. 135 1169 15. Juni 1883. London missbilligt. Der Erfolg, welcher den Schritt bisher begleitet hat, rechtfertigt das Vertrauen des Vicelönigs in die wesentlich gebesserten Zustände Irlands. In einer Rückschau auf die Krönung in Moskau schreibt die „St..Petersb. Ztg.": „Liebe, Friedlichkeit und Weisheit haben der Politik Russ-lands von neuem die Direction gewiesen, wo sie in den alten Bahnen consolidiert worden ist, wie in dem "tesmpte an Herrn v. Giers, welches als eine Garantie dauernden Weltfriedens aufzufassen und überall auch >o aufgefasst worden ist, oder in dem Nescripte an den Großfürsten Michael, welches das Programm fruchtbarer legislatorischer Arbeit entwickelt; ebenso aber auch in dem hochwichtigen Sectierergesehe. Wie stoß die Zahl der Sectierer in Nussland sein mag, die unter den Segen dieses Gesetzes gestellt werden, lann zur Stunde wohl niemand genau sagen, da die bisherigen Gesetze viele Sectierer zwangen, ein Hchl «uz ihrer religiösen Ueberzeugung zu machen. Manche «enner schätzen die Sectierer auf circa 15 Millionen, andere gehen über 20 Millionen hinaus. Die Sec» lierer gehören zumeist zu Rufslands besten, getrrnesten, sittenreinsten und zuverlässigsten Unterthanen, und die Zukunft wird lehren, dass die That der Liebe, die ihnen die Form der christlichen Gottesverehrung frei» gab, zugleich eine That höchster Weisheit war, die lebenspendend nicht nur auf die Sectierer, sondern auch auf die Vertretung der Staatskirche zurückwirken wird. "icht minder groß ist die Gabe, die der Kaiser seinem Alolke durch die bekannten Worte an die Bauern« delegierten gegeben hat. Seit Iahrzehenten warfen die durch Böswilligkeit und Unverstand immer wieder neu-genährlen Hoffnungen auf Landschenkungen, auf Ver« Heilung des adeligen Grundbesitzes an die Bauern kinen giftigen Mchlthau auf unsere Agrarentwickluua,. Me Versuche, diese festgewurzelten Illusionen zu zer« miren, scheiterten an dem Misstrauen der ländlichen Aedölkelmig. Eine einzige Gelegenheit gab es, wo der «aiser selbst, persönlich, der Vertretung der Bauern bes gesammten Reiches seinen festen, auf Ordnung und Nnhe gerichteten Willen in einer Weise kund thun konnte, die jedes Missverstündnis ausschloss. Und dies.' Gelegenheit, die Krönung, hat Sc. Majestät ergriffen, Um allen gefährlichen Illusionen mit einem Schlage die Lebenswurzeln zu durchschneiden und die agrare Entwicklung des Bauernstandes auf eine gesunde, ent« lvictlungsfähige Basis zu heben." In der französischen Abgeordnetenkammer lPe, wie schon kurz gemeldet, am 11. d. M. der Bauten, lninister Raynal die nach lanaen Verhandlungen mit den vier großen EisenbahN'Gesrllschafte,!, der Paris-Lyon'Mitlelmeer-Bahn, der Nordbahn, Ostbahn undj Sudbahn, abgeschlossenen Conventionen vor, deren Zweck ist, dem Staate einen großen Theil der frilher vernommenen Eisenbahnbaulasten abzunehmen und zu« gleich die Beziehungen der Staatsverwaltung zu den ^ahnqesellschaften neu zu regeln. Der Staat gewährt "en Compagnien danach keine Zinsgarantien für ihre Auszugebenden und zum Baue der neuen Linien be-M'ninten Obligationen. Paris Lyon-Mittelmeer ver. Wchtet sich, 2000 Kilometer neuer Bahnen zu bauen, Und die Nordbühn 400 Kilometer. Die vier Compag< nien betheiligen sich bei diesen Arbeiten im Belaufe ^?N 50000 Francs Per Kilometer, sowohl was die instruction betrifft als für den Erwerb des „kla- tsrisi wrMiit" und des Vetriebsmalerials. Der Staat behält sich ungeschmälert sein Rückkaufsrecht vor; übt er dasselbe erst nach 15 Jahren aus, so geschieht der Rückkauf auf Grundlage der alten Bedingungen. Nimmt er früher Besitz von den Bahnen, so zahlt der Staat außer dem besagten vertragsmäßigen Preise noch die Constructiontztosten der neuen Linien, und zwar in jährlichen Raten von einem Fünfzehntel der im ganzen zu verausgabenden Summe. Für jede Compagnie ist eine Maximaldividende vereinbart: für Paris-Lyon-Mittelmeer beträgt dieselbe 75 Francs (wie im vorigen Jahre); für die Südbahn 50 Francs (im vorigen Jahre 40 Francs). Was die Bahnen darüber einbringen, ist folgendermaßen zu v?rl heilen: Zwei Drittel kommen dem Staate und ein Drittel den Eisenbahn-Compagnien zu. (Der Ueberschuss des Reingewinnes ist gegenwärtig zu gleichen Hälften vertheilt.) Die Kilometertarife auf Grundlage der Preisverminderung für weitere Veförderungsstrecken werden zur Regel, die Tarife von Bahnhof zu Bahnhof hingegen Ausnahme. Wenn der Staat auf die Steuer von lOpCt. verzichtet, mit welcher jetzt die Fahltarife für Personenverkehr belastet sind, so haben die Compagnien folgende Preisherabsetzungen einzuführen: 10 pCt. auf Fahrpreise erster Classe; 20 pCt. für zweite und 30 pCt. für dritte Classe. Was die Steuer von 23 pCt. auf Eilguttanfe anbelangt, so verpflichten sich die Compag-men, ihre Preise in der gleichen Proportion zu ver« mindern, als der Staat in der Lage sein wird, Nachlass zu gewähren. Tagesnemgkeiten. — (Gartenfest im l. k. Therefianum.) Am 12. d. M., als dem Vorabende des Namensfestes Seiner Excellenz des Herrn Curators Ritter v. Schmerling, strahlte die Theresianische Akademie in besonderem Glänze. Schon der Eingang in den Garten war mit den Medaillons Ihrer Majestäten und mit Draperien schön geschmückt, im Garten stand eine mit Gewehren bewaffnete, aus Zöglingen des Institutes formierte Compagnie von 100 Mann unter Commando oeS Fechte und Turn« lchrers der Akademie, k. l. Hauptmannes Preschet, am rechten Flügel hatte eine k. k, Militär-Musilkapelle Posto gefasst. Von Gästen waren anwesend: Ihre Excellenzen die Fcldzengmeister Graf Auersperg und Baron Nodich, dle Feldmarschall-Lieutenants Prinz Windisch. Graetz, Baron Voxberg, Baron Sacken, Landes-Vertheidigungs-Minisler Graf Welsersheimb und der Obersthofmcister der durchlauchtigsten Kronprinzessin GM, Graf Pälffy, dann Oberstlieutenant Graf Falken« hayn. Major Graf Sizzo-Noris. Oberstlieutenant Mlilloorfer. Vicepräsident Graf Lamezan, Später erschien auch Se. Excellenz der Herr Ministerpräsident Graf Taaffe. Um 6 Uhr erschien Se. Excellenz der Herr Curator Ritter v, Schmerling mit dem Akademie. Director Ncgierungsrathe Ritter v. Gautsch und dem ungarischen Commissär der Akademie v. Vartos, Unter den Klängen d»s Nadehky« Marsches wurde er von der Compagnie militärisch empfangen. Nach der Besichtigung wurde zuerst in geschlossener Ordnung exerciert, dann folgte ein kleines Manöver in zerstreuter Fechtart, wel« ches mit einem Sturmangriffe endete; den Schluss oil« dete eine mit größter Exactheit ausgeführte Defilierung. Nun folgten die Productionen der Zöglinge des achten Jahrganges im Säbel«, Bajonett, und Stockfechten. Alles wurde mit der größten Präcision und in musterhafter militärischer Ordnung exemtiert. — (Skoda«Fei er.) Am 13. Juni 1881 war in Wien der gefeierte Lehrer der Medicin Hofrath Dr. Iofef Skoda gestorben. und vorgestern am zweiten Jahrestage seines Todes fand die feierliche Enthüllung der von der Gesellschaft der Aerzte gestifteten Gedenktafel an Skodas Wohn- und Sterbehause. Skodagasse Nr. 16, statt, in welchem noch gegenwärtig Hofrath Dr. W Franz Ritter v. Skoda. der Bruder deS Verstorbenen, ^ wohnt. Die Gedenktafel an der Brüstuna. des Balkons, die noch fchwarz verhängt war, hatte beiderfeits Kränze mit Atlassschleifen. Gegenüber dem Hause, hart an der Mauer, war die Nednerbühne errichtet, Doctoren, Stu-denten und Professoren hatten den Platz zwischen dem Hause und der Nednerbühne zahlreich besetzt. Punkt 11 Uhr fand sich Herr Bürgermeister Eduard Uhl mit einer Anzahl von Gemeinderäthen ein und begab sich in die Wohnung Skodas, wo schon sämmtliche Sommi-täten der medicinischen Facultät versammelt waren. Bürgermeister Ed. Uhl führte nach einiger Zeit den Hofrath Ritter v. Skoda vor die Nednerbühne, wo sich nun die Anwesenden, in ihrer Mitte der akademische Gesangverein, gruppierten. Dieser sang das „Geistliche Lied" von Weinwurm mit einem für die Gelegenheit unter« legten Texte. Nachdem der Gesang verklungen, bestieg Hofrath Ritter v, Arlt die Nednerbühne. Er nannte es eine rühmliche Gepflogenheit, eine Stadt, einen Bezirk, eine Straße nach dem Namen eines verdienstvollen Mannes zu benennen. So hat auch die Gemeinde Wien beschlossen, Skoda zu Ehren, der sich große, unvergängliche Verdienste, nicht nur um die Wissenschaft, fondern auch um Wien erworben, diese Gasse Skoda»Gasse zu taufen. Bei der Erinnerung an Skodas Todestag wurde sodann die Hülle von der Tafel genommen. Dieselbe ist von schwarzem Marmor und trägt in Goldbuchstaben die Inschrift: „Professor Josef Skodas Wohnhaus, Geboren 1805, 10. Dezember, gestorben 13. Juni 1881." Hofrath Ritter v. Arlt dankte noch dem akademischen Gesangvereine, der Gemeinde Wien und allen, die theilgenommen an der Errichtung der Gedenktafel. Nach ihm hielt Professor Ritter v, Schrötter die eigentliche Festrede. Nachdem Schrötter geschlossen, bestieg Ritter v, Skoda die Nednerbühne, gedachte der mühseligen Jugend seines Bruders und dankte schließlich an „diesem bedeutungsvollsten Tage seines Lebens" den Bewohnern Wiens, der Gesellschaft der Aerzte, der Gemeinde und allen für die seinem Bruder zutheil gewordene Anerkennung. Zum Schlüsse sang noch der akademische Gesang« verein ein Lied. Punkt 12 Uhr endete die erhebende Feier. — (Königin Elisabeth von Rumänien.) „Carmen Sylva", soll ein Opern-Libretto verfasst haben, dessen Sujet der rumänischen Geschichte entnommen ist. Den musikalischen Theil soll ein schwedischer Componist Namens Hallstroem liefern, der in seinem Vaterlande von den Kundigen bereits sehr geschätzt wird. — (Das englische Geschwader vor Trieft.) Das Geschwader der englischen Mittelmeer« flotte, welches auf der heurigen Uebungsfahrt am Uten d, M. auf der Rhede von Trieft Anker geworfen hat. besteht aus folgenden vier Schiffen: dem „Monarch", einem Panzerschisse mit 7 Kanonen und 590 Mann Besatzung, der Corvette „Carysfort" mit 14 Kanonen und 265 Mann. dem Thurmschiffe „Inflexible" mit 4 Kanonen und 440 Mann und dem Kanonenboote „Decoy" mit 4 Geschützen und 64 Mann. Die Commandanten dieser Schiffe haben, wie telegraphisch ge« meldet, alsbald nach dem Wechsel der Salutschüsse Sr, Excellenz dem Herrn Statthalter Freiherrn von keine laute Betheiligung des Publicums statt, kein "Usruf des Staunens, kein Jubeln und Schreien, kein geifernder Zuruf, Tücherschwenken und was man dergleichen mehr zu erwarten berechtigt ist. So stand "Uch bei den jüngst in Leipzig stattgehabten Wett-^Nnen das Publicum ruhig und bescheiden ohne jede "Ufregung da, und erst als zum Schlüsse ein Officier ^uf seinem eigenen Pfecde den Sieg davontrug, er» Luvten sich einige Zuseher Hurrah zu rufen und ein ^nabe schwenkte in allzu jugendlicher Begeisterung leinen Hut in der Luft herum, was allseits das größte ^staunen hervorrief. Umso rühriger sind die Leipziger bei der Arbeit, M die hohe Blüte des Handels, insbesondere des Auchhandels, hat ja der Stadt den Weltruf gesichert, ^'e ganze Thalstrahe, die Querstraße, Poststraße, ^hannisstraße und viele anderen haben kaum ein Aus, in dem nicht ein oder zwei Buchhandlungen ^liren, und der ganze umliegende Sladtlheil ist von ^uchdruckereien, Schriftgießereien und Buchbindereien " üllt. Wagen auf Wagen fahren durch die Straßen, Fladen mit guten und schlechten, nothwendigen und uberflilssigen Büchern. Manch stämmiger Knecht wirft " großen Ballen Dichtungen und Grammatiken, Zeit-Driften und Lexika von hohem Standpunkt in unab-'Märe Kellerräume, so an einem Tage mehr Schätze ^» Wissens von sich gebend, als manch geistiger weiter in einem ganzen Jahre! ^.. Noch weit großartiger gestalten sich obige Ver-UUnisse natürlich zur Zeit der Messen, welche zu ^ "eujahr, Ostern und Michaeli Vertreter aller Natio-M 'tn in her Stadt versammeln und derselben schon durch dle überaus große Anzahl der Messbuden ein ganz verändertes Aussehen geben. Schwindel und Uebertreibung feiern selbstverständlich Orgien bei dieser Gelegenheit. Geringe Beispiele sind noch, dass groß-artige Menschenfresser angekündigt werden und hernach kleine, harmlose Krokodilchen zu sehen sind, oder das« der Verkäufer elmger Dutzend Hosenträger pathetisch ausruft: „Warum gewinnen die Wiener Turner immer die ersten Preise? Nur deshalb, weil sie alle bei mir chre Hosenträger bestellen!" Dagegen sieht man nicht, nne man es doch erwarten sollte, 'kaukasische und per-wche, stbmsche, chinesische, türkische und anderweitige außereuropäische Kaufleute. Zwei Neger fah ich allerdings, dle waren jedoch nicht zur Messe gekommen, fondern sind Zöglinge des hiesigen Conservaturiums, Abtheilung für Composition. — Leider konnte ich deren Compositions nicht zu hören bekommen, denn die berühmten Concerte Leipzigs erleiden während des Sommers eine lange Unterbrechung, nur das neue Stadttheater öffnet auch während der heißesten Monate allabendlich seine Thore. Die Aufführungen desselben sind sehr gute, reichen aber nicht im entferntesten heran an die Leistungen der Wiener Hoftheater. Da sich Leipzig in den letzten Jahrzehnten un< gemcln vergrößert hat, so erstanden nach und nach ganz neue Stadttheile, welche nun, allerdings außer dem Kohlenbereich der inneren Stadt und der Fabriks« viertel, wirkliche Prachtgebäude auszuweisen haben, und manche Straße gewährt durch ihre fortlaufende Reihe reizender Vorgärten einen gar lieblichen Anblick; wie überhaupt das schmückende Grün sich in der ganzen Stadt einer aufmerksamen Pflege erfreut und oft mitten zwischen den Häusern, namentlich an den Ufern der Elster, überraschend wirkt. In diesen Gärten geht es nun sehr lebhaft zu, denn zweimal des Tages mindestens wird hier der Kaffee in größerer Gesellschaft eingenommen; Kaffee sammt Zugehör (ich meine damit den Gesprächsstoff) ist nämlich ein Hauptvergnügen der Leipzigerinnen, ob aller Sächsinnen, weiß ich nicht. Einen Vorzug haben aber alle Sächsinnen gemein, den nämlich, dass auf sie ein Neim gedichtet wurde, der den Kindern bereils vorgesungen wird: „In Sachsen, in Sachsen, wo die schönen Mädchen wachsen". Das «Wachsen" scheint nun einmal entschieden nur hes Reimes wea.en dazustehen, denn die Eigenschaft deS Wachsens kann hier nicht besonders hervorgehoben werden, da alle Sächsinnen ziemlich klein sind. Ob das „schön" seine Berechtigung hat, ist schwer zu entscheiden, denn während es die vornehmen Leipzigerinnen für nobel halten, sich nie zu zeigen, gehört die Hälfte der allgemein sichtbaren Mädchen den von aller Herren Länder herangekommenen Conservatoristinnen an. Darunter befinden sich sehr viele Engländerinnen mit lana.cn Gesichtern, welche fünf und mehr Jahre mit Zähigkeit an dem Conservatorium zubringen, glänzende Erfolge erwartend; da aber diefe nicht eintreten, so sind ihre langen Gesichter ganz und gar erklärlich. Wie es nun mit der Wahrheit obigen Reimes auch bestellt sein mag, immer gibt es noch einen ähnlichen Neim, der jedenfalls richtiger ist, wenn auch weniger bekannt, er lautet: „In Verlin, in Berlin, wo die schönen Mädchen blühn". Doch darüber nächstens. __________ ^» Un. Laibachcr Zeitung Nr. 135 II7tt 15. Juni 1883. Pretis einen Besuch abgestattet, den dieser am l2. b. M. mit dem Generalmajor Freiherrn von Kober und dem Contre-Admiral von Pauer an Bord des „Monarch" erwiderte, — (Das neue Fort in der Flitscher Klamm.) Aus Gradista wird berichtet: Wer in nächster Zeit den romantischen Weg durch das Isonzo-Thal zur Flltscher Klause unternimmt, wo es bekanntlich einer größeren Abtheilung französischer Soldaten im Anfange dieses Jahrhunderts so Übel ergieng, wird staune», an der Stelle des alten Forts jetzt ein solches nach den neuesten Regeln der Feftungsbaulunst hergestellt zu erblicken. Zwar ist dasselbe im Innern noch nicht vollen» det und armiert, doch rühren sich täglich viele Hände, um den Truhbau in der engen Schlucht baldigst fertig« zustellen. Die Neichsstraße von Flitsch über den in der Kriegsgeschichte Oesterreichs berühmten Predil nach Kiirn» ten führt mitten durch die Fortificationen, die durch ihren Felsenbau lebhaft an das Fort Nago bei Riva und an die Franzensfeste in Tirol erinnern, Tief unten braust, von thurmhohen und fast senkrecht abfallenden Felsen eingeschlossen, die spiegelklare Koritenza, in die bei der französischen Invasion so viele französische Soldaten hinabstürzten. Wie man das Fort auf dem Wege von Flitsch beim Umbuge um eine Felsecke plötzlich erblickt, ohne eine Ahnung dieses formidable!, Vertheidigungs» Punktes zu haben, ebenso plötzlich und schnell hat man es auch, sobald man die letzte Vertheidigungsmauer verlassen hat, aus dem Auge verloren. Die Arbeiten in dieser Klause dauern unter der Leitung von k. k. Genie» officieren fchon zwei Jahre. — (Ein journalistischer Unfall) durch zufälligen Abdruck einer nur für die Augen des Re« dacteurs bestimmten Bemerkung begegnete diesertage einer deutschen Provmzial«Zeitung Dieselbe schloss einen Roman damit ab, dass die jugendliche Heldin in Nuss« dorf bei Wien das Grab in den Wellen sucht. Dieser Selbstmord ist sehr grell geschildett. und umsomehr überrascht den Leser die nun folgende, nicht für seine Augen berechnet gewesene Bemerkung: „Sollte Ihnen das Schicksal der Louise zu düster erscheinen, so lassen wir sie leben; es hieße dann bei der 46, Zcile gleich: „Louise dachte noch oft an den schändlichen Streich, den ihr der blonde Doctor gespielt; aber allmählich gewann auch sie ihre Ruhe und die Zufriedenheit des Herzens wieder". . . . — (Künstliches Leder) Aus Lederabfällen. Flechfen und Sehnen wird neuerdings in Deutschland ein künstliches Leder bereitet, welches dem echten Leder wenig nachsteht und bedeutend billiger ist. Beide Stoffe werden getrennt behandelt, gewaschen, mit chemischen Präparaten gelocht, zerkleinert, säurefrei gemacht und durch Anwendung von Dampf in einem Säurebad in eine leimartige Mosse verwandelt. Sodann werden beide Stoffe mit einander vermischt und in Blätter gepresst, welche mit einer Kautschuklösuug überzogen werden. — (Ein Riesens chwamm.) Wie auS Rouen gemeldet wird, erregt gegenwärtig eine dort ausgestellte neue Schwammart allgemeines Aufsehen, Der Schwamm ist ungemein fein, er hat die Form eines ovalen Pokales und misst im Umkreise nicht weniger als 2 Meter 29 Centimeter, Der Schwamm wiegt in trockenem Zu» stände 2400 Gramm; wenn er ganz mit Wasser getränkt ist, das er in Milliarden von Zellen aufnimmt, sind zwei Männer nicht imstande, ihn zu trazen. Dieser phänomenale Schwamm wurde in der Umgebung Smyr» nas von Tauchern ans Land gebracht. Locales. — (Ernennungen) Der Minister und Leiter des Justizministeriums hat auf ihr Anfuchen die Bezirks' gerichlsadjuncten Paul Iuvantic von Wippach nach Gottschee und Thomas Einfftieler von Sittich nach Udelsberg versetzt, ferner zu Nezlrlsgerichtsadjuncten die UuScultanten Robert Bamberg für Wippach, Aegyd Kästreuz für Sittich und Karl Martinak für Ober« laibach ernannt. — (Die neue Herz-Iesukirche,) welche zur Erinnerung der Vermählung Sr, l. und k. Hoheit des durchlauchtigsten Herrn Kronprinzen Erzherzog Rudolf mit Ihrer k, und k, Hoheit der durchlauchtigsten Frau Erzherzogin Stefanie am 10. Mai 1881 im Baue begonnen wurde, ist nunmehr nahezu ganz vollendet und wird durch Se. fürstlichen Gnaden den hochwürdig» ften Fürstbischof Dr. Ioh. ChrysostomuS Pogaöar am 1. Juli feierlich eingeweiht werden. Am 30. Juni abends 6 Uhr findet die Uebertragung der Reliquien und des Lhristusbildes in feierlicher Procession von der Landes« Spitalslirche durch die Wienerstraße beim Südbahnhofe vorbei nach der neuen Kirche statt — (Todesfall) Am N, d.M. verschied im Ursulinerinnenkloster in Bischoflack, wie die „Danica" meldet, die WW. EC N Maria Aloisia geb, Ko-zina, Lehrerin der äußeren Schule, im Alter von 44 Jahren. — (Die neue Orgel in der St. Jakobs« lirche.) Die Stadtpfarrkirche zu St. Jakob hat durch die unermüdliche Fürsorge des hochw, Herrn Pfarrers Johann Nozman eine neue, lang erwünfchte Zierde trhatten, nämlich eine vollkommen neue Orgel. Diefe ist ein Werk unferes heimifchen Orgelbauers, Gemeinde-rathes Herrn Franz Gorsik, welches sich würdig an die bisher von ihm geschaffenen Orgeln: in der Tirnauer-kirche, in der Kirche der WW EC. ?k. Franciscaner. in der Pfarrkirche in Neifniz n. s. w,, anreiht. Die Orgel hat 24 Register, und es sind in derselben 1332 Pfeifen angebracht. Die Arbeit ist in jeder Richtung eine musterhafte, ja minutiöse, Mittwoch abends 6 Uhr fand in Gegenwart zahlreicher Kirchen- und Musikfreunde die Probe mit der vollendeten Orgel durch den Chordirigenten der Domkirche, Herrn Foerster. statt, welcher das Werk in allen seinen kleinsten Details prüfte und sodann dem Herrn Goröiö die vollste Anerkennung aussprach, dessen Werk als ein vollendetes Meisterwerk bezeichnend. Der hochw. Herr Pfarrer Rozman fprach Herrn Gorsii! feinen und der Pfarrinfasfen Dank für die Schaffung des WerleS aus. worauf Herr Gorßiö selbst sich an die Orgel setzte und die österreichische Volkshyme spielte, welcher Vortrcig die Anwesenden die gewaltigen majestätischen Töne und die Kraft der neuen Orgel erst recht erkennen ließ, Herr GorZik wurde nun allseits auf das lebhafteste beglückwünscht. Die neue Orgel wird Sonntag, den 17 d. M, morgens feierlich eingeweiht, bei dem sodann stattfindenden Hochamte wird dieselbe zum erstenmale gespielt werden. Der Gesangs chor der Damen und Herren in der St. Iakobskirche bringt beim Hochamte unter Leitung des Chorbirigenten Herrn Belar zur Aufführung: Messe von Kempter, Offertorium von Stehle und Graduate von Foerster. — (Gartenfest des Laibacher Turnvereines.) Morgen. 16. Juni, findet im Cafinogarten unter gefälliger Mitwirkung eines Männerchores und der Musikkapelle des l. t. 17. Infanterieregiments ein Garten« fest des Laibacher Turnvereines statt. Das Programm lautet: l.) Marsch; 2.) Ouvertüre zur Oper «Die Zi geunerin" von Balfe; 3.) Gesangsvottrog des Männerchores; 4.) „Bessere Zeiten". Walzer von E. Strauß; 5.) Schauturnen am Barren; 6.) Introduction und Arie aus der Oper „Die Jüdin" von Halevy; 7.) Gesangs« vortrug des Männerchores; 8.) Festmarsch aus der Oper „Der Wald bei Hermannstadt" von Westmeyer; 9) Schauturnen am Reck; 10) „Am Meer". Lied von Schubert; 11) Gesangsvortrag des Männerchores; 12.) «Frisch heran!" Polka schnell von Ioh. Strauß, — Garten« beleuchtung und Feuerwert. Anfang 8 Uhr abends. Eintritt 50 kr. — Familienkarten, für drei Personen 1 fl. Ausübeude Turner frei. — (Unbestellbare Briefpost send unge n.) Beim k. k. Postamte in Laibach erliegen fett 11. Juni b. I. folgende unanbringliche Briefpostfendungen, über welche die Aufgeber verfügen können, und zwar an: Schergs Johann in Posnize, R, R, 50 in Laibach (p. r.). Tomaziö Anton in Laibach. Scala Giov. Angelo in Rom, Guainll David in Fiume. Valentinitsch Emil in Laibach, Sertol Julius in Wien. Märzthal Johann in Ketslemet, Herman (Hennmanu?) Lederhandlung in Agram, Turk Franz in Wien, Kollarz Margarethe in Graz. Schnepfhagen Alexander in Horn, Fafching Maria in Graz. Pene Maria in Capodistria, Aerne Alois in Capodistria, Wollack Katharina in Wien. Werthheim Iofef in Wien, „Wittwe" unter Wiener Tribüne 601 in Wien. GroZel Ianez in St. Veit. an den Gläubiger«Schutzverein für Kaufmannsinteressen in Trieft, v. Wagner Friedrich in Wien, Seydl Caroline in Temcsvar, bluova Lociew 6 I'a.dncu, äi salami i Müuio, Troglia Eduarbo in Torino. Bauer Carl in Biska. Staröiö Maria in Iese-nica. Zorzini And. in Wien, BreZzat Antonia in Travnik, Trost Maria in Laibach, Trpinc Maria in Suborje, Satler Luzia in Trieft. Augustiniik Alois in Trieft, Augustin pr. Arzt in Gutenstein, Fritz Caroline in Wien. Gall Magdalena in Arch. Godec Johann in Wien. Grum Lorenz in Krizevac, Hubert Anna in Leoben. Erklärung. Ich habe für ein Abgeordneten»Mandat im Städte» Bezirke Neumarktl-Stein Nadmannsdorf nicht candidiert. Infolge meiner diesfälligen ablehnenden Erklärung betheiligte» sich viele Wähler, beiden Parteien angehörig, die für mich zu stimmen willens waren, nicht an der Wahl. Trotzdem sind von 220 abgegebenen Stimmen 109 auf mich entfallen. Ich beehre mich meinen geehrten Mitbürgern für dieses mich auszeichnende Vertrauen den wärmsten Dank auszusprechen. Laibach am 14, Juni 1883. Gustav Graf Thuru. Neueste Post. Original-Telegramm der „Laib. Zeitung" Berlin, 14. Juni. Die Commission nahm die ersten zwci Artikel des Kirchengesches unverändert an; Artikel 3 wurde mit der Abänderung angenommen, dass der Oberpräsident anstatt der Staatsregierung Einspruch erhebt. Artikel 4 wurde abgelehnt; die Nationalliberalen, Freiconservativen und Secessionist?« stimmten dafür. — Wie die „Posener Zeitung" mit« »heilt, ist der Circularerlass der Poscnrr Regierung an die Kreis« Schulinspectolen, wonach Anordnungen betreffs Ertheilung des katholifchen ReligionsuntenichlesW in deutscher Sprache getroffen wurden, zurückgezogen» worden. _________ W Klagen fürt, 14. Juni. In Rosegg.Rosenthal» ist durch Kinder, welche mit einem Feuerzeug spielten,» eine große Feuersbrunst entstanden, durch welche die» Kirche in Nosegg wie in St. Lamprecht und 28 Häuser» zerstört wurden. Der Schaden wird auf über 10000^ s Gulden geschätzt, doch ist kein Menschenleben zu ^" klagen. Es herrscht große Bedrängnis, weil dies leit Jahresfrist der dritte Brand in den genannten Ortschaften ist. Triest. 14. Juni. DerLloyddampfer „Minerva" ist aus Lonstantinopel hier angekommen. — Das österreichische Kanonenboot „Albatros" ist gestern abends hier eingelaufen. Budapest, 14. Juni. Der Gerichtsnotar Nikolaus GrMky, der zuletzt bei den Vernehmungen der Mörder des ^uäsx Ourias v. Majlath als Untersuchungsrichter assistiert hatte, wurde Mitternachts todt in seiner Wohnung aufgefunden. Gyürky entleibte sich mittelst Revolverschusses. — Der Ministerialrath ilN Cultus- und Unterrichtsministerium, Ludwig Candid Hegtdüs, ist gestern nachmittags in Rakos'Palota gestorben. Fiume, 14. Juni. Gestern früh besichtigte Admiral Lord John Hay die Torpedo-Fabrik und Mariue'Akaoemie in allen Details und äußerte sich sehr befriedigt über sämmtliche Einrichtungen der lch' leren. Um 1 Uhr dejeunierte der Gouverneur Gral Szäpäly sammt Familie bei dem Admiral an Bord der «Alexandra". Nachmittags 4 Uhr fand eine vol« Stalie der „Alexandra" gegebene Tanzunterhultung statt, zu welcher die distinguierte Fiumaner Gesellschaft geladen war. Eintracht und Heiterkeit charakterisierten das Fest, welches von prachtvollem Wtttcr begünstigt war. Um 5 Uhr gab der Gouverneur am Vord des „Deli" dem Admiral und den Schiffscommandanlen em Gouler und führte dieselben die Küste entlang, um Abbazia zu besichtigen. Bis spät abends über' fluteten englische Soldaten aller Waffengattungen dtt Stadt, wobei keinerlei Unordnung vorkam. Heute 6 Uhr früh dampften „Alexandra" und „Temeraire" nach Lussin-Piccolo ab. St. Petersburg. 14. Juni. Der Minister des Aeußern v. Giers erließ am 9. Juni ein Circular an die Vertreter Russlands im Auslande uachstehendell Inhaltes: Der Kaiser habe ihm befohlen, dass seine Repräsentanten den Monarchen und Staatschefs, bei welchen sie beglaubigt sind, für die bargethanen Sum-Pathien und die Abiendung von Specialgesandten zum Klömlngsfeste den Dank auösprechen sollen. Das mit seinem Herrscher religiös und monarchisch unzertrelw' lich verbundene russische Volk sei über den seinem Herrscher dargebrachten Beweis der Achtung hoch' erfreut. Der Kaiser, gestützt auf die Gefühle der Na< tion, habe mit tiefer Befriedigung die Beweise der Freundschaft seitens d?r Monarchen und Staatschefs empfangen und betrachte diefelben als ein neues Pfand der Eintracht und des Friedens, dessrn E'halttn'g M't den eigenen friedlichen Absichten des Kaisers übereil stimme. Belgrad. 14, Juni. Der Finanzminister tritt Soi'nwg einen sünfwöchenllichen Urlaub an; nach der Rückkehr oesselben findet die Subscription auf d>e Nalionalbank-Nctien statt. Angekommene Fremde. Um 13. Juni. Hotel Ttabt Wien. Graf Hohenwart, k. k. geheimer NatY' Dr. Ritter v. Schneid; Witte und Trappcl, ssflte,. Wien- " Franlc. Kfm.. Graslih. — Löninger. Kfm,, Marburg. Hotel Elefant. Krainz. Realitätcnbcsiherin, und Schurb!, N°' vocatensgattin, Cilli. - Pmu'uch, Lehrer, goll. - Töpftl' Kausm,, Uinz. — Anderlitsch. Realschüler, Marburg. — M' « linger, Schlosser, Sittich. Stern. Kastrlic. Nudolfswert. Vairischer Hof. v. Schorn. Privat, sammt Nichte, Klagen^' — Valenilö. Rcalita'tenbesihcr, Dornegg. Verstorbene. Den 14. Juni. Maria Olorn, Bedienerin. 63 I., «ath" hausplay Nr, 6, Entartung der Unterleibsorgane. Im Spitalc. Den 12. Juni. Josef Mullner, 40 I,, chronische Lung^ tuberculose. Den 13. Juni. Margareth Omejc, Magd. 29 I., Pneu«""' thorax. Lottoziehung vom 13. Juni: ________Prag: 83 8 9 25 79. Meteorologische Beobachtungen in «aibach^. 7 U. Mg. 741,26 ' ,-15.6 NO. schwach bewölkt ^ 14. 2 „ N. 740.51 -j-21.6 NO, schwach bewöltt 0.0" 9 „ Ab. 739,50 4-18,2 SW, schwach bewölkt Tagsüber meist trübe, wenig Sonnenschein, abends gH bcwöllt. Nas Tagesmittcl der Wärme -l- 18 4« aleich "" Normale.________________ ' ' °^^ Verantwortlicher Redacteur: P. v. Nadic »> 1171 Course an der Wiener sörse vom 14. Juni 1N83. M« dem 0^^ ComMM«) ««ld War, Vta«tS.«»lehe«. 3°>NttlI!U>«N«Ulc.......79'— 7» 15 lkn" ^» Etaat«lose . 250 fi. ll» .- 120 z« I^" ^° 2»nz« «>0 „ 154 z«L 1»4-?c l»«3" ^° Mnsttl 1lX! « 1,3 75 140 « I^-lr Staatslosl . , 100 „ l «7 —167 2« «°w"c» " .50, 1«? —167 2l '"»».««Nttuschew« . per St. »7- «-- s/'vest, «soldrente, ft«uerfret . »,— »9 1« Mtr. Notenltnte, ftenerfte, . », «5 8» 5« °l> Goldrente «»/, . . . , 120 «o 120 4« ' «, « 4»/, .... 88 80 k»3 05 ' vapierrente b°/^ . . . . 87 05 87 2« ' «iscub.,Änl. I20ft. ö.W.S. 140 — 141 -' lüstbahn^Piioritäten . . 91 40 gi 8^ ' Staate.Obl. (Ung. Oftb.) 113 — — — ' ^ , vom 1.187« 89 — «» l« »l.,.VrH«ien»Nnl. K loofi.ö.lw. i« . 115 l« ">»>»teg.,i!ose 4°/° 100 fi. . . 10, so iio - ^Nlnbentl.. Obligationen Ml 1«»fi.«..M.). z/° bshmische.......10«' - 107 — ^»»«llzilch«.......98 l0 »8 90 ^""«htilche.......104-25 105 25 ^«Nlebnöfitirtichisch,. . . . 105 ?5 10» ?l z, 0 °b»töfterreichische .... 104 bO 105 b« l.7?liti>che .......103—ibb— «»/'gotisch» und llavonische . »9 — lull — ^'Nlb«ndltiglsch<.....»9«/, °/« «5^li^ »5 5', dto. in 50 » , 40/, . »1!,0 »z-30 dto. Piämiei^Echulbverschr.3»/» 9?7l> »b zb Oest. Hypotheleubanl 10j. ü'/,<>/i> 100^0 10» — «Deft.»ung. Äaill veil. 5«/<> . . 100 »0 101 05 dto. , 4'/,°/,. . U» 10 »b 3U dto. ,, 4°/, . . »1-90 92-10 Una,- allg.Vobencrebll-ActIenges. in Peft in 34 I. veil. 5>/,°/o . idi-7b 10» bc Prioritäts.ObNgatlouen (für luo fi.^, Vlisabeth'llüenbahn 1. Vmisfton lol 90 W3 30 Ferdinands. ?lordbnhn in Silb. 105 — 10b 5) Fran»»Nosef-Vahn.....104 15 104 40 Äc: »arl ° l.'udwig»Vahn «km, 1«81 »aast. S.4'/,»/„ . . 89--- »3-40 Oesterr. Nerbweftbahll .... 103 50 1L3 ?l^ Siebenbiilger.......»3 3o 82 5« «selb Ware Staatsbahn 1. Emission . . . 1« — 183 5a Südbahn 5 8«/,......iz» — I3»ü5 , il 5°/,......«30 00 1L0 »0 Uug.'galiz. Nahn . . . , «8« »4 — Diverse Uofe (per Gl««l). Lrebltlose lon fi...... 170—170 50 Llary«Lose 40 fl....... ze 52 »9 — 4«/, Donan-Damvfsch. lya st, , !li» —109 — Laibacher Prämien.UnIehen L0fi, 23'-» »4 — Ofener Lose 4« fl...... 41-— 42 — Palffh.Lose 40 sl...... »«75 3?«b Nothcn Nreuz, D. Ges. ^. i„ st. 12 ^. l«-2n Nudols/o 2l7 — 218 — Eldt.'Vnft. f. Hand «. O. 160 st. 2»4 40 29i-LN !t , Alla- Uilss. «00 st, . <93 —'293 5N Depositenb,, »ll^l, 200 ff, . . .206 50 207 50 „ Lmz«Nudweis 200 fl. ... ,8» - inz L) „SIzb,«Tir°l.IH.E.i8732l>ast,S. I8»'s><> 18» — fferdinanb« Valz.Karl.LudVinoN^nofl. TM, zg» '/^,300 — Graz»«öflacherE.-V. iluofl.ü.W. 255 50«^» Kc, Hablenbsr»'senb. 200 st. . . 37 —^ 33 — jlaschaU'Oberb. «lisenb. 200I. S. 144-— 144-50 ilemberg»Lzrnow,- Iassu Eisen» bahn-Gesell. 200 fl, 0, W. . . I8v2l', IN5 ?s> Aoyd, öst..ung,, Trieft 5N0fl,ÄP.', «?? — 673 — Oefierr. Nordwestb, »uu ff. Silb. i»8 — I9» 50 bto. (Ut, N) 200 st. Silber . »17-5«: 2l8'— «rag'Duier Hisenv. i5»fl.Tilb. 58 50 57 — Rudolf, «ahn 20« fl, Silber . 163— 1«« 50 Siebcnbitrger Elsenb. 20u ft. S, 163'5N 1«4 2^ Gtaalseiseubalin 20li fl. «. W . 32« 25 826 50 Südbahn 200 N. Silver . . . l50 25 i»N-5o Süb.Nordb. Vcrb.«U. 200fl.«M. Ii9 — 143 5a Thei«.Ällhn 200 fl. ö. W. . . 24, — »»» «0 Tramway'Ges.Mr. I7N«. ?. W. «17 60 217 7« , Nr.. neut 70 st. . . 52— 52' 50 Transpoit.GeseUIchast 10a N, ,-------—-- Tucnau'sslawp 205 fl. 6. w. . —-— —— Ung,.gali,. «isen», 200 fl. Gilb« 1«»'75 !«»- — Nna. stordoflbahn 20a fl. Silber 156 2k 15«'7l Nng.Wtftb.(>»aab.Oraz)2«0ff.S. 1«« zc 1«7 — Industrie-Actien (per Vtüll). Vgyb« und ilindber«, Eisen- und Ttahl-Ind. in Men 200 fi. . —-— — <2!senbahnN)..Leiha, I.200st. 40°/,, 103-50 204--«Elbemühl», Papiers, u. «.»G. «» - «»5» «loutau-Geselll, Sstcrr..alpine . 72- - 7225 Präger Eisen-Ind.°G Oest. in w. ino fl. 141 — 143-> Irisailer «ohlenw.»Ves. i»a fl. . —'— — — Devisen. Deutsche Plätze......58 45 5«'<» sonbon.........120 05 12« 20 Pari».........4? 47, 47 5». Petersburg.......—— — — Valuten. Ducaten........ l«7 5K» 20'Franc««Stücke..... »5» »5» Vilber........ —-— —-- Deutsche Nei«»balllnot<». . 584l k»'»5