pränumeralions-Preise: F ü r Laibach: Ganzjährig . . . 8 fl. 40 It. Halbjährig . . . 4 „ 20 „ Bittteljähtig. . . 2 „ 10 „ monatlich . . . — „ 70 „ M i t der Post: Sanjjahrig . . . li fl. - fr. Halbjährig . . . 5 „ 50 „ Bierleljährig. . . 2 „ 75 „ 6tit Zustellung ins Haus viertel- jährig 25 lt., monatlich u Ir. Einzelne Wummern u Ir. Laib ach er Tagblalt. Anoinme Mittheilungcn werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgrsendet. Redaktion Babnhofgasfe Nt. m. Lkpedilion und 3nf«nten-öurcau: «ongteßplatz Nt. 81 (Buchhandlung von I v.Kleinmadr & F. Bamberg). Znsrrlilinsprcisr: gilt die einspaltige Pelitzeile 3 Fr bei jlceimuliger Einschaltung » 5 !t dreimal n 7 tr. Jnsettionssteoipel jedeSinal so tr. Bei gröberen Jnseraien und öfterer Einfchaltung entsprechender Rabatt. Nr. >01. Samstag, 2. September 1871. Morgen: Schntzengelsest. Monlag: Rosalia. 4. Jahrgang. Der Kamps zwischen Kirche und Staatsgewalt in Baiern. Das neue bairische Ministerium hat endlich Stellung genommen in dem Kampfe zwischen Kirche und Staatsgewalt. Lange blieb es unentschieden, ob die bairische Negierung die nvthige Kraft und Energie gewinnen werde, in dem an der Isar besonders hitzig entbrannten Streite die Wechte des Staates den Römlingen und Jesuiten gegenüber zu wahren. Der neueste Erlaß des Kultusministers ^utz an den Erzbischof von München ans die Eingabe der bairischen Bischöfe vom 15. Mai läßt keinen Zweifel mehr darüber anfkoinmen, daß sich die Regierung endlich entschieden ans den Standpunkt DöllingerS und Schuttes stellt und die Verfassung des Staates gegen klerikale Ueberhebnng iniö staats« gefährliche Glaubenssätze in Schutz nimmt. Die bairischen Bischöfe hatten in jener Vorstellung Papst und Kirchenversammlnng als die allein berechtigten Richter in religiösen Dingen erklärt, sie hatten sich angemaßt, auch ohne Einholung des placetuin regium tue Konzilsbeschlüsse. zu veröffentlichen, aus dem Grunde, weil sie ja ohnehin stets gegen das königliche placot anfö entschiedenste Ein spräche erhoben, und selbes nicht dcihin aiisgedentet werden dürfe, als sei auch zur Verkündigung von GlaubenSsatzun geu die landesherrliche Genehmigung erforderlich. Die Abfertigung, die den Jnfulträgern vom Minister zu theil wird, läßt au Gründlichkeit nichts zu wünschen übrig. In edler, würdevoller, manchmal von seiner Ironie angehauchter Sprache wird den Hoch-würdigen ihr Standpunkt klar gemacht, uud ihnen der Satz des Evangeliums einmal nachdrücklich zu Gcmiithe geführt: „Seit unterthan der Obrigkeit!" Die bairische Staatsregierung, meint der Minister, würde auch ihrerseits den größten Werth ans friedliche Beziehungen zwischen Staat und Kirche legen und auch für ihren Theil eine große Genug thuung empfinden, weint die Handhabung der der katholische» Kirche verfassungsmäßig zugesicherten Rechte niemals zu einem Anstande führen würde. Seine Exzellenz der Erzbischof von München würde aber selbst ermessen, daß die Gemeinsamkeit der Interessen des weltlichen Regiments und der Kirche von dem Augenblick an nicht mehr anerkant werden kann, in welchem die kirchliche Autorität selbst das Ansehen der weltlichen Obrigkeit und ihre Gesetze zu mißachten und sich in Sachen der weltlichen Herrschaft über die Staatsgewalt zu erheben beginnt. Von diesem Augenblick au ver- möge niemand mehr in einer vollen Wahrung des Ansehens der Kirche zugleich eine Wahrung des Ansehens der Staatsgewalt zu finden. Von diesem Augenblicke an wird die Staatsregierung sich der Pflicht nicht entschlagen können, ihre Autorität ans eigene Hand, so weit als ihre Rechtsssäre reicht, zu wahren, selbst auf die Gefahr hin, daß sie sich mit der kirchlichen Obrigkeit in wicht gen prinzipiellen Fragen in Widerspruch setzen muß. Er sei darum zu seinem lebhaftesten Bedauern in die Lage versetzt, seiner Exzellenz erklären zu müssen, daß ein solcher Augenblick mit dem 18. Juli 1870 und mit der Thatsache eiugetreteu ist, daß die Bischöfe unter Außerachtlassung der verfassungsmäßigen Bestimmungen über das placetuin regium mit Veröffentlichung der Kouzildekrete vorgegangen sind. Die Ueberzeugung, daß sich die Staatsregierung bei den Koiizilöbeschlüssen vom 1.8. Jnli 1870 nicht beruhigen kann und darf, sicht bei ihm zu fest, als daß er sich durch die Rücksichten vor dem hohen Amte des Erzbischofes zur Annahme eines ändern Stand-Punktes für befugt erachten könne. Ein großer Thcil der Gründe, auf welche sich seine Anschauung stütze, würde allerdings wegfallen, wofern die erwähnten Konzilsbeschlüsse nichts anderes zum Dogma erhoben hätten, als was in der katholischen Kirche von jeher geglaubt worden. Die Staatsregicrung könne aber die Augen nicht vor den Thatsache» verschließen, daß viele äußerst beachtenswerte Stimmen gegen die eben erwähnte Auf« fasfung sich ausgesprochen haben und die Behanp tnng anfstelle», das Dogma von der persönlichen Unfehlbarkeit des Papstes enthalte allerdings eine wesentliche Aeudcmug au dem Lehrbegriffe der katholischen Kirche. Ist diese letztere Behauptung begründet, dann m ü s s c die Frage aufgeworfen nnd zur Entscheidung gebracht werden, wie sich aus Gntud des neuen Glaubenssatzes das Verhältniß zwischen Staat und Kirche gestaltet. Viele haben auf diese Frage die Antwort bereit, daß der Staat am besten thiie, sich an den Ausspruch der Bischöfe z» halten, weil diese die wahren Testes fiilei seien und somit ihnen allein die cudgiltige Entscheidung des me.hr-bereßtm Streikes znkomme. Die Bischöfe feien, so sagt man, die einzig zuständigen Richter über die rein kirchliche Angelegenheit der Festsetzung des Glaubens, ihr Urthcil habe auch die Staatsregie-ruug zum Ausgangspunkte ihrer Entscheidung über Fortbestand oder Abänderung deS Kirchenstaat Sr echts zu nehmen. Der AuSspruch der Bischöfe aber geht nunmehr dahin, daß die Jnfallibilität der Päpste von jeher gelehrt und geglaubt worden sei, daß man in Rom nicht die Wahrheit des Dogmas selbst, sondern nur die Zeitgemäßheit einer Definition des- Jemlleton. Zwei Nächte Gefangenschaft mit den Insurgenten in Versailles. (Schluß.) Vor dem offenen Hofthore standen einige Gendarmen und zwei Offiziere, die, über meine nichts weniger als demüthige Haltung in Harnisch gebracht, mich gröblich anließen und der Wache befahlen, ein besonders scharfes Augenmerk auf „diesen langen Kerl von Insurgenten" zu haben. Kaum hatten lie.M) entfernt, so vernahm man ein gewaltiges Zischen und Dröhnen, ein furchtbarer Knall, und als ich, von meiner Betäubung langsam mich erholend, umherblickte, sah ich, wo die Offiziere und Gendarmen gestanden, mir mehr einen Hausen zerrissener Leiber und umhergeslrenter menschlicher Glieder. Wie Gewürm waud sich im Staub uud Pulver-dampf, was noch in einem Rest von Leben zuckte. Eine Bombe war gerade vor dem Thorc explvdirt. Db auch das Gebäude bedeutend gelitten, so wurde doch nur einer der Gefangenen ernstlich verletzt. Ein Eisensplitter war ihm tief ins Bein gedrungen. Die Verwundungen der anderen waren leicht. Für die verwundeten Soldaten und Gendarmen wurde Sorge getragen, während man den verwundeten Gefangenen unbeachtet ließ. Er war ja nur ein „miserable insurgent.“ Nach langer Zeit erbarmte sich seiner ein Gefangenwärter und brachte ihn in das in der Kaserne befindliche Spital. Freilich wurde bei dem Transporte nicht die geringste Rücksicht von den fluchenden Soldaten auf des Armen gräßliche Schmerzen genommen. Als man ihn wegtrug, drückte er mit fieberhafter Wärme die Hände seiner Schicksalsgenossen ; war eö doch der letzte freundliche Händedruck, den zu geben und zu empfangen dem Unglück: liehen befchieden war. Wir wurden hierauf in eine andere Zelle gebracht. Der Wärter, ei» mürrischer, aber nicht eben roher Korse, verschaffte mir etwas Nahrung uud einige Flaschen vin onlinaire, womit wir uns, so gut es anging, zu rcstaurireu suchten. Den armen Teufeln war ihr weniges Knpfergeld weggeuommeu worden; mir hatte man, aus welchem Grunde weiß ich nicht, meine nicht unbeträchtliche Barschaft gelassen. Dieser Umstand uerhals mir natürlich zu großer Popularität und Beliebtheit, die noch gefördert wurde durch Zigarettenpapier und ein Quantum Tabak, das ich der freundlichen Vermittlung des Korsen dankte. So verbrachten wir die Nacht nicht allzu schlecht, rauchend und plaudernd. Indessen wurden immer neue Gefangene eingebracht, durchwegs fast unschuldige Opscr des hirnverbrannten Eifers jenes selben Offiziers, der mich der „größeren Sicherheit wegen" hierher gebracht hatte. Einer der Neuangekommenen war ein junger Land mann, der in den Cliasseurs de pied während der Belage» ritug gegen die Preußen gedient hatte, ein aufgeweckter Kopf mit großem Nnturwitz, der uns die langen, trüben Stunden unserer Hast verkürzte. Für seine Verhaftung lag gar kein Grund vor. Doch alle seine Bemühungen, sei.ie Unschuld zu beweisen, erwiesen sich fruchtlos. Nicht einmal sein Bruder, noch der Pfarrer des benachbarten Dorfes, wo er ansässig war als Eigenthümer eines kleinen Feldstückes, vermochten seine Freilassung zu erwirken. Von den Anekdoten, welche der lustige Geselle zum Besten gab, ist auzuuehmen, daß eine wenigstens mehr auf Effekt berechnet, als den Thatfachen entsprechend war. Ließ er doch ziemlich verständlich bnrchfchimmeru, daß in der höchsten Bedrängniß die Bevölkerung und Besatzung der eingeschlossenen Stadt da und dort zu jenem letzten, furchtbar schrecklichen ekligen AuskmiftSmittel, den Hunger zu bekämpfen, gegriffen hätten, das in einigen schauerlichen Schiff-brnchögeschichten eine Rolle spielt. Unser Lager für die Nacht bestand in einer Reihe von Brettern ohne Stroh, noch Decken. Wenigstens waren wir froh, nicht auf der kalten Erde selben beanstandet habe, und daß die Unfchlbarkeit der Papste den Staat in nichts gefährde. In dieser Weise sich zu beunruhigen, käme jedoch der Staatsregierung nicht zu. Ganz abgesehen von den offenkundigen Wandlungen in den Erklärungen vieler Bischöfe vor und nach dem 18. Juli 1870 und von dein Mangel eines Anhaltspunktes hiefiir, weshalb nicht die früher», sondern die jüngsten Erklärungen der Bischöfe bas wahre Zcugniß für den Glauben enthalten, so ist von entscheidendem Gewichte der Umstand, daß die Staatsregierung Recht hat, lediglich den konfessionellen Standpunkt kirchlicher Unterordnung einzunehmen. Mit dieser Unterwerfung hätte ja die Staatsgewalt die Grundlage der Entscheidung über die wichtigste» Interessen des Staates in die Haud der kirchliche» Autorität gelegt, ein Verfahren, das offenbar unstatthaft fei. Darum müsse sich die Regierung selbst ein Urtheil bilden und aus der reichen Literatur, die über diesen Gegenstand erschienen, die Gründe für und wider nach Kräften abwäge» und die Autorität der Stimmen würdigen. Durch diese Prüfung sei der Minister zu der Ueberzeugung gelangt, daß diejenigen Stecht habe», welche behaupten, durch die Dcfinirmig des Dogmas von der Unfehlbarkeit sei eine w e s e n t -l i ch e N euer u u g an der Lehre der katholischen Kirche begründet worden. Männer der Wissenschaft, deren Liebe zur Kirche über allen Zweifel erhöbe» und deren Rcchtgläubigkeit wenigstens bis in die tmteste Zeit von niemandem bestritten worden, feien Zeuge» dafür. Die Erwägung, daß der Wahrheit jederzeit und ohne Rückhalt die Ehre gegeben werde» muß, gebe ihm de» Muth, im Angesicht des Erzblschofes den Satz zu verneinen, daß der Ausspruch der Erzbischöfe und Bischöfe das Gewicht der wissenschaftliche» Sommitäte», die sich gegen das neue Dogma erklärten, auszugleichen im Stande sei. Eben so wohlbegründet sei nach seiner festgewurzelten Ueberzeugung der Ausspruch, daß diese Neuerung sammt ihren Folgen nicht blos die inner« Verhältnisse der katholischen Kirche, sonder» auch die Beziehungen zwischen Staat und Kirche gänzlich umgestalte und dazu geeignet sei, Fundamental-s ü tz e des b a i r i s ch c ii B er f a f f u n g sr c ch 1 cs in ft rage zu stellen und insbesondere die staatsbürgerlichen Rechte der Nichtkatholiken des Landes zu gefährden. Der Papst könne ja künftig solche Normen ausstellen und habe sie wirklich schon ausgestellt, d>e, wenn auch nicht ausschließlich, so doch zugleich der Rechtssfäre des Staates angehören, die also mit dein weltliche» Rechte und mit deu alle inoderneu Staaten beherrschenden Grundsätze» i» unlöslichem Widerstreit stehe». Schon die der Ge- uns ausstreckeu zu müssen. Durch die gebrochenen Fensterscheiben und die große Bresche in der Mauer, welche die explodireude Bombe gemacht, blies die ganze Nacht hindurch ein starker Luftzug; auch dauerte das Zischen und Platzen der Bombe» die ganze Nacht hindurch. An Schlaf war kaum zu denken. Meine arme» Mitgefangene« zeigten alles eher, als männliche Resignation oder muthige Entschlossenheit. Gleich Schafe» drückten sie sich in eine Ecke, bei jedem Knalle eines 48-PfünderS zu-sammenschaudernd und auffahrend. Als der Morgen kam, reichte man uns etwas frisches Wasser, kaum zum Trinke« genügend, geschweige denn für die Bedürfnisse der einfachsten Toilette ausreichend. Wein gab eS keinen mehr. Ich dachte nun, es wäre das beste, mich brieflich au den Platzkommandanten zu wenden, um ihn zu bitten, daß cr mich, seiner Vorschrift gemäß, der höhere» Behörde übergebe. Sollten wir auf unbestimmte Zeit angehalten werden, so bat ich um eine» weniger gefährliche» Aufenthalt. Das Resultat dieses Schreibens war unsere UcbersiedUing in eine andere, tiefer liegende, abscheuliche Zelle, in der übrigens einige Strohmatratzen ausgebreitet tagen. Es war eine Höhle, matt erhellt von einem rauchende» Uiv schlittlicht. Liegend, sitzend, kauernd, stehend, rauchend, plaudernd, tabakkauend, harte Brotrinde» sainmtkirche zugeschriebene und von dem gestimmten Episkopat auszuübende Jnfallibilität enthalte eine Gefahr für den Staat, um so vielmehr die von dem Kirchenoberhaupte allein gehaudhabte. Nicht blos die Absicht sei vorhanden, für den Fall des Bedürfenö iu das weltliche Gebiet einzugreifen, sondern es seien in der That schon Uebergrisfe erfolgt. Daß z. B. die in dem „Syllabus erromm11 (1864) aufgestellte» Sätze zum großen Theil in entscheidendster Weise auf das weltliche Gebiet übergreifen, und daß neben denselben zahlreiche Einrichtungen der moderne» (Staaten »icht fortbestehe» könne», bedürfe keiner näheren Ausführung. Und der Syllabus trage alle diejenige» Merkmale a» sich, welche »ach beit Konzilsbeschlüsse» vom 18. Juli 1870 die Erlässe eines „ex cathedra1 • sprechende», daher unfehlbaren Papstes kennzeichnen. Die vielfach abgegebene Erklärung der Bischöfe, daß die Jnfallibilität des Papstes sich nur auf das kirchliche Gebiet von Glauben und Sitte erstrecke, könne» unmöglich Beruhigung gewähren, eben so wenig als eine beschwichtigende Erklärung des römischen Stuhles diese Kraft der Beruhigung anzusprechen vermöge. Die Gefahr liege eben in dem Bestände der jedem Papste »ach de», neuen Dogma zugemessenen Gewalt und könne durch beruhigende Erklärungen eines einzelnen eben regierenden Papstes nicht gehoben werden. Auch Konkordate oder ähnliche Abmachungen geben ins künftige keine Bürgschaft mehr gegen klerikale Uebergriffe, denn das bedrohte Staatsrecht wurzele nicht allein tut Konkordate, sondern hauptsächlich in der Verfassungsurkunde, die ohnehin von der Kirche schon vielfach augefochten worden fei. Aus dieser Unvereinbarkeit der persönlichen Unfehlbarkeit des Papstes mit der bestehenden Staalsord-»tutg erwachse deumach für die Staatsregierung die Verpflichtung, die nachteiligen Wirkungen der kirchlichen Neuerungen abzuwehre«. Als das Nächstliegende gesetzliche Mittet hiezu erscheine das „Placetum regium.“ Bon diesem ab-zusehen, sei die Staatsregierung nicht berechtigt, da es nicht i» ihrer Befngniß stehe, über verfassungsmäßige Bestimmungen hinweg zu gehen, wie wenn sie nicht beständen. Da sich die baierischen Bischöfe über Verfassungsbestimmungen hinweggesetzt, müsse cr Sr. Exzellenz pflichtmäßig erkläre», daß in diesem Verfahren der Bischöfe eine offenbare Verletzung der Staatsverfassung liege. Wen» der Erzbischof i» seiner Vorstellung an den König darauf hingewiesen habe, daß die Schädigung der kirchlichen Autorität eine Schädigung des Ansehens der weltlichen Obrigkeit zur Folge haben werde, so müsse nagend, gähnend oder schlafend — wir bildeten Gruppen, die eines Rembrandt werth gewesen wären. Die dumpfe, feuchte, mit den widerlichsten Miasmen geschwängerte Luft, der Tabaksqualm, die Ausdünstung und das Athmen so vieler Menschen in einem niedrigen, verhältnißmäßig viel zu enge» Raume machten diese Nacht zu einer fürchterlichen. Langsam wälzten sich die bleischweren Stunden, uud mit Entzücken begrüßten wir das Kommando, beim Tagesanbruch wieder aus Licht der Sonne zu steigen. Wir sollten über den Mont Valerien den Weg nach Versailles einschlagen. Unser Marsch, den wir ziemlich wohlgemut!) antraten, erwies sich in der Folge als nicht minder gefährlich, denn der Aufenthalt vorige Rächt in der Kasematte. Nicht nur waren wir bis weit über den Mont Valerien dem ununterbrochenen Geschützfeuer der Pariser Batterien, sondern später, ans dem ganzen Wege, den Insulten und thätlichen Angriffen des rohen Publikums ausgesetzt, an dem wir unter einer Eskorte von Gendarmen vorbei zu paffireu hatten. Eine Strecke vor Versailles wurden wir paarweise mit Handfesseln aneinander geschlossen. Unter de» Flüchen und Verwünschungen eines wild aufgeregten, zum Theil sehr eleganten Pöbels gelangten wir an »nsere» Bestimmungsort, eine Kavallerie-Kaserne, wo wir einem Polizeikommissär übergebe» wurde». Ich erneuerte er ihm entgegnen, daß die Untergrabung des Ansehens der Gesetze vor den Augen des Volkes dieselbe Wirkung haben müsse, von welcher Seite sie auch erfolgen mag. Und dennoch seien die bairischen Bischöfe mit dem bedenklichen Beispiele einer Mißachtung dcs Gesetzes vorangegangen uud haben noch dazu ihre Maßregeln mit einer Schärfe anS-geivählt, welche kaum noch außerhalb Baierns ihres gleichen habe. Schließlich betont der Minister ganz besonders, die bairische Staatsregierung heilte fest daran, daß die bairische» Erzbischöse und Bischöfe de» Gesetzen des Staates unterworfen feien. Die Bedrohung der Grundsätze des bairischen Slaatsrechteö durch das Dogma der Unfehlbarkeit und die Außerachtlassung deö Placetum regium, worin eine schwere Verletzung der Staatsversassuug liege, uothige die Staatsregierung zu Maßregel», die sie selbst gern vermieden haben würde. Sie werde demnach jede Mitwirkung zur Verbreitung der neuen Lehre und zum Vollzüge von Anordnungen verweigern, welche von de» kirchlichen Behörden iu Rücksicht aus die neue Lehre und zn deren Durchführung getroffen werde»; sie werde an dem Grundsätze festhatten, daß den Maßregeln, welche die kirchlichen Behörden gegen die das Dogma nicht anerkennenden Mitglieder der katholischen Kirche ergreifen, jede Wirkung auf die politische» und bürgerliche» Verhältnisse der davon Betroffenen versagt bleiben muß, und werde erforderlichenfalls solche Vorkehrungen treffen, welche die Unabhängigkeit des bürgerlichen Gebietes vorn kirchlichen Zwange verbürgen. Endlich beklagt der Minister die Verwicklungen, welche die Folge dieser Stellung sein werde», tehnt aber tu beut Bewußtsein, daß er sich im Einklang mit Gesetz und Recht befinde, jede Verantwortlichkeit‘htefür ab.___________________________________ • Der Papst tu Frankreich. Die in Bologna erscheinende „GazMa bell’ Einilia" bringt unterm 18. August unter obigem Titel eilten Artikel, bet an Originalität bei* Anschauung nichts zu wünschen übrig läßt, zugleich aber auch Zeitgniß ablegt von ber Stimmung Italiens Nettfraitkreich gegenüber. Er lautet: Die heutige Lage Frankreichs ist eine zu traurige, als baß wir uns erlauben bürsten, über das Mißgeschick unbesonnen zu scherzen, welches diese unglückliche Nation betroffen, die aber dennoch stolz und anmaßend bleibt und sich nicht überzeugen will, daß für sie die Zeit vorüber ist, sich als Herrin AE" Fortsetzung in -er Beilage. "VE mein dringendes Ersuchen, ein Schreiben, das ich an die englische Gesandtschaft gerichtet hatte, au feine Adresse gelangen zn lassen. „Glauben Sie, daß ich Ihr Postbote bin?" erwiderte mir der höfliche Beamte. So mußte ich vorderhand aus die Beförderung des Briefes, au dem mein Schicksal hing, verzichten und meinen Leideusgeiwsseit tief in ein dunkles Verließ folgen, das nichts anderes, als ein alter verlassener Weinkeller war. Mehrere hundert Gefangene, ein buntes Gemisch aller möglichen Fysiognomien, Typen, Kostüme und Alter, befanden sich schon seit mehreren Tagen in diesen Räumen eingeschlossen. Da sah turnt auf dem einen Gesichte de» widrigste» Ausdruck bestialischer Verlommeuheit, auf dem ändern den mehr naive» ober stupiden als selbstbewußten Ausdruck vollkommenster Unschuld. Sie drängte» sich a» die dunkle Treppe, die in diese Hohle hinabsührte, um die neuen Gäste zn mustern. Kühne, verwegene Gesichter füllten den Hintergrund. Hinter welchem sich diese Pforte» schlosse», dem waren die Worte Dantes: „Lasciato ogni speranza, voi ch’efiträte'1 nur allzu verständlich. Nachdem sich meine Auge» ei» wenig an das Dunkel gewohnt, versuchte ich, unter der Leitung eines schon längere Zeit hier ansässigen, sehr freundlichen Parisers, die Oertlichkeit genauer zu inspiziren. Es war ein großer Keller, Beilage zum „Laibacher Tagblatt" Nr.: und Gebieterin im Lenken der politischen Geschicke Europa's zu betrachten. Weit eher als an die Schirmherrschaft über das Papstthum und an gewisse abgestandene mittelalterliche Ideen sollte die Nationalversammlung zu Versailles an die Zukunft Frankreichs denken, welches verstümmelt an Kraft und gleichsam erschöpft in feinen Hilfsquelle» sich der Demüthiguug unterziehen muß, die eigene Hanptftadl noch immer innerhalb des Bereiches fremder Kanonen zu sehen. Wollten wir einzig dem Gefühle unserer nationalen Interessen Gehör schenken, so hätten wir alle Ursache, uns zn freuen ob der Erniedrigung einer Nation, die mit ihrem Uebermuthe die ganze Well bis zum Ekel ermüdet hat; ja Italien müßte sogar wünschen, daß die Reihe (l’iliatle) der Unglücksfälle für Frankreich noch nicht zum Abschluß gelange, da seine Vertreter den Muth und die Unverschämtheit hatten, uns von Versailles ans mit einem neuen Kreuzzug zu Gunsten des Papstes zu bedrohen, im Augenblicke, wo cd ihnen wieder möglich geworden sein würde, ein so herrliches Werk zu vollführeu. Welches Gewicht Italien jenen Drohungen beizulegen habe, darauf haben wir wiederholt Hinge-wiesen, Heute jedoch wollen wir, um die Artigkeit der Franzosen zu erwidern, uns erlauben, ihnen einen großartigen Versuch anznrathe», tun zn sehen, ob es denn ganz unmöglich sei, für Frankreich eine dauerhafte Regierung zn schaffen. ES ist fast ein Jahrhundert Her, seitdem sich die Franzosen abmühen, eine Regierungsform zu finden und nach einer Reihe mehr oder weniger blutige» Umwälzungen find sie heilte noch ans der Suche dieses arabische» Phönix, der, wie es scheint, ihren Nachstellungen geschickt auszuweicheu versteht. Da aber „Frankreich Gotteö ist und Gott für Frankreich," so wären wir der Meinung, die Franzosen sollten den Papst, beit Stellvertreter Gottes auf Erden, nach Paris berufen und die Senkung der Geschicke Frankreichs de» Priestern anvertranen. Alsdann hätte" der Papst wieder seine weltliche Herrschaft, und zwar eine weit umfangreichere, alö deren er sich in Rom erfreute, »Iid Frankreich wäre im Besitze des so sehr beneideten Gliickeö der weltlichen Papstherrschaft. Gar manchem wird unser Spott zu bitter und zu verletzend scheinen; wenn es aber wahr ist, daß die Franzosen vor Sehnsucht nach dem Papste zergehen und daß sie sich nicht darein finden können, ihn jeder weltlichen Herrschaft beraubt zu sehen, so kann sich ihnen unmöglich eine bessere Gelegenheit bieten, diesem so edlen religiösen Gefühle Genüge zu, thuit und zu gleicher Zeit zu erproben, ob Frankreich unter der weltlichen Herrschaft der Pfaffen jenen Frieden, jene Ruhe, jene Stätigkeit und Größe mit zahlreichen Seitenwölbungen, die von den Honoratioren der Gesellschaft besetzt waren und in bereit einer aufgenommen zu werden auch ich das Gluck hatte. So genoß ich doch wenigstens die Annehmlichkeiten eines Strohlagers, während die meisten meiner Genossen, die mit mir von Courbevoie gekommen waren, ans dem bloßen, feuchten, schmutzigen Boden sich ausstrecken mußte». „Wollen Sie einen Platz in meiner Wohnung, Bürger? Nr. 0, Rue St- Pierre?" fragte mich ein Nationalgardist, dem mein respektables Aussehen eine gute Meinung von mir beigebracht haben mochte. Selbst hier, in diesem traurig?» Aufenthalte hatte seine leichtfertigen Kinder der unverwüstliche, ewig elastische, immer rege Witz, dieser Grundzug im französischen National« Temperament, nicht verlasse». Die düsteren Löcher und Gänge waren mit verschiedenen Namen getauft worden; es gab eine Rue des Martyrs, durch die man vom Eingänge ans gelangte; eine Avenue de la Grande Armee, wo die zur Bewachung kommau-dirteu Gendarmen standen, ja, ganz mit Ende, wo> die letzte matte Unschlittkerze flackerte, ein EhampS Elysees, dem gegenüber ein „Boulevard d'Enfer" sich in undurchdringlicher Nacht hinzog. Unerträglich war die Luft, und selbst diejenigen, die durch lün- »01 vom 2. September. finden kann, welche es vergebens in der unumschränkte» Monarchie, vergebens in der konstitutionellen, vergebens unter dem älter», vergebens unter dem jiingern Zweige der Bourbonen, in der Republik, im ersten und zweiten Kaiserreich, in der Restauration, im Direktorium,, im' Wohlfahrtsausschuß, in der Kommune gesucht. Der Versuch ist leicht, es braucht nur ein wenig Muth, um ihn cmzustellen und die Franzosen können sicher sein, Italien wird nie einen Kreuzzug gegen sie unternehmen, um den Papst nach Rom heimzuholen. _____ Politische Rundschau. Laibach, 2. September. Juland. Die vom Grasen Hohenwart ittait-gurirte Politik treibt tu den Kronländern mit sla-vischer Bevölkerung immer wunderbarere Blasen. Vergangenen Sonntag hatte der czechische Pöbel bei Brünn, durch die Wühler aufgehetzt, nach einer pöbelhaften Jttsultirutig der österreichischen Fahne den friedlichen Festtheiluehtueru aufgelauert, wehrlose Fronen und Spaziergänger mit Prügeln itttb Steiu-wiirsen verfolgt und einen Skandal verursacht, dem nur daö Einschreiten der bewaffneten Macht ein Ziel zn setzen vermochte. Eine noch glänzendere Hcl-denthal deö edlen EzechenvolkeS wird unterm 31 teil August aus Pilseit berichtet. ES ist bekannt, wie iit slavischen Organen, z. B. in den heimischen Deunnzianteublätteru, das Institut der Feuerwehr unablässig auf das schmachvollste insultirt und daS Volk gegen dieselbe gehetzt wird. Die Folgen eines solchen gewissenlosen Gebahrens lassen nicht lange ans sich warten. In der Sachsenvorstadt von Pilsen brach Feuer ans: die Turnerfeuerwehr eilt zum Löschen herbei, gleich aus der Brandstätte wird sie von czechischeu Pöbelhaitfcit verhöhnt, auf dem Rückwege von einer an 1000 Köpfe zählenden Rotte czechischer Intelligenz angegriffen, so daß wieder Militärmacht eiiischreiten mußte. Schlagender könnten uns die Herren Slaven nicht beweisen, wie sie den Ausgleich und die Gleichberechtigung verstehen. Seitdem die czechijchcit Landeöpreisgeber das große Wort im Staate führen, fanatische Priester und Beamte ungestraft Gesetz und Verfassung verhöhnen, offiziöse Blätter die deutschen Oesterreicher als „preußische Vagabunden" detuiuziren, wie sollte es da der czechische Mol) anders verstehen? Sind erst der souveräne Prager Generallandtag und die autonomen slavischen Landesbehördett in Thäligkeit, so werden wir eine stehende Rubrik eröffnen müssen für derlei nationale Heldenstücklein. Dem „Uiig. Lloyd" zufolge werden die Resultate der Besprechungen von Gast ein, nachdem dieselben den Regierungen der beiden üsterr.niitgarischcn Reichshälften zur billigenden Kemitniß gegeben wor- gemt Aufenthalt schon etwas daran gewöhnt waren, fühlten die drückendsten Athmnngsbeschwerden. ES war mehr ein Aufenthalt für Ratten als Menschen. Einer der Unglücklichen, der an einem eklen Aussätze zu leiden schien, hatte sich in eine dunkle Ecke verkrochen und wurde von allen klebrigen wie eilt Gespenst, dem er auch gleichsah, ängstlich gemieden. Das „Gemach," in welchem ich Aufnahme gefunden hatte, war von der Elite der Gesellschaft besetzt, und konnte unter solchen Umständen sogar für komfortabel gelten. Der Eingang war verrammelt, tun fremden Eindringlingen den Zutritt zu verwehren, und so verbrachten wir die Nacht ziemlich ruhig, Iheils schlafend, theils plaudernd. Auch hier erfuhr ich, daß fast alle Gefangenen auf den nichtssagendsten Verdacht hin angehalten und hieher befördert worden waren. Eine bedeutende Anzahl derselben waren Fremde, gebildete Leute, die au Alles eher gedacht hatten, als mit den Kommunisten gemeinsame Sache zu machen. Holland, Belgien , Spanien, Deutschland und Amerika waren vertreten. Unser Gesängniß, in welchem beiläufig 150 Personen sich befanden, war nur eines von den 50, die damals in Versailles waren. Die uns verabreichte Kost bestand in schwarzem Brot, von der den, in Salzburg in eine authentische Form gebracht und in dieser Form sodann der italienischen Regierung mit dem Ausdrucke des lebhaften Wunsches und der Hoffnung mitgetheilt werden, daß sie mit einer Politik, welche Oesterreich und Deutschland in dem ernstesten Friedensinteresse einig gesunden, auch ihrerseits ihre volle Uebcrciitftimmung zu befunden geneigt sein werde. Auch Rußland sollen wir uns unter deutscher Vermittlung — aus bescheidene Entfernung nähern. Fürst Bismarck und Gras Beust sollen sich, wie dasselbe Blatt meldet, auch über die „soziale Frage" verständigt haben. Sektionschef v. Hoffman», der dem Grafen Aitdrassy nach Terebes nachgereist ist, soll dem ungarischen Ministerpräsidenten auch die Pcumcee für die soziale Frage überbringen, die die beiden Kanzler in Gastein sabrizirt haben. In Be 1 vvar, dem ersten der eittmilitarisir-teu Regimeutöbezirfc der Militärgrenze, ist in den kroatischen Landtag ein extrem nationaler, also ungarnfeindlicher Kandidat, Exhofkanzler Maznranie mit Akklamation gewählt worden. Da die Grenzer an streng militärischen Gehorsam gewohnt sind und sicher keinen Abgeordneten ernennen, der nicht von irgend einer hoch einflußreichen Seile gewünscht wird, so scheint das Wahlresultat daraus hiuzudeu teu, daß die Reaktion auch schon in der Grenze ihre Minen springen läßt und die Ungarn in die Flanke, wie die Deutschen ins Herz zu treffen sucht. Der amtliche „Bote für Tirol und Vorarlberg" überrascht uns durch eine Polemik wider die klerikalen „Tiroler Stimmen," die ganz verfassungstreu gedacht ist. Das amtliche Blatt schreibt: „Ist diese „Dezember-Verfassung," bereit Greuel in dem in Nr. 195 der „N. Tir. Stimmen" abgedruckten Wahlmanifest so ergreifend geschildert worden, nach dem Wunsche der Verfassungsfeinde glücklich umgebracht und begraben — wliat nextV was soll dann folgen? Etwa 17 ober 18 diverse Konstitutionen der „Königreiche und Länder" ? Eine königlich böhmische, markgräflich mährische, herzoglich steierische, gefürstet gräflich tirolische? u. s. w. — Die Geschichte so vieler Länder zeigt uns, wie unablässig die edelsten Patrioten gekämpft haben, um für ihr Vaterland eine Verfassung zu erringen und daran mit aller Treue festhielten, wenn sie auch ihre Mängel und die Nothwendigkeit von Abänderungen wohl erkannten (weil eben auf Erden nichts Vollkommenes gefunden werden kann); ein künftiger Geschichtsforscher dagegen, der sich mit dem Chaos unserer Versas-snngskämpfe zu beschäftigen Lust hat, wird sich sehr darüber verwundern, wenn er die Bemühungen unserer sogenannten Patrioten mustert, die unter den Auspizien eines gütigen Fürsten zu Stande gekommene Verfassung zu stürzen. Gelüstet denn diese Qualität des in Paris in der letzten Zeit der Einschließung gebeutenen, und Wasser. Eine kleine Ration desselben wurde nur einmal im Tage verabreicht. Zum Trinken war ein einziger Holzkrug be stimmt, der nur in der Frühe gefüllt wurde. Es war traurig, zu sehen, wie der obenerwähnte arme Aussätzige von seinen Mitgefangenen verhindert wurde, seine Lippen mit dem Rande dieses gemeinsamen Trinkgefäßes tu Berührung zu bringen. Keiner der Gefangenen hatte sich gewaschen oder gekämmt vom Tage des Betretens dieser Räume cm. Doch so verwildert die Leute auch aussahen, so entsetzlich der Ort war, in welchem sie aus unbestimmte Zeit zu verweilen verdammt waren, ihre aitgeborttc Heiterkeit, Leichtfühligkeit und Lust zu scherzen, verließ die Franzosen selbst hier nicht. ES war ein fortwährendes Plaudern, Kichern, Späßemachen. „Tou-jours gai“ ist die Devise des echten Parisers. Von seinem Schmerz, dem inneren Leid, das ihn drückt, läßt er nichts_ merken; er ist zu sehr Schauspieler. ES mag dies ein Kapitalfehler der „grande nation“ sein, allein als Genossen in einem biistern Gefängnisse kamt man sich nicht leicht eine geeignetere Persönlichkeit denken oder wünschen als solch einen stets aufgeräumten, von feinem Natur- „Patrioten" gar so sehr nach der Wiederkehr des Absolutismus? Nun , dem Manne kan» geholfen werden." lieber die Regierungsblätter bringt er einen merkwürdigen Passus. Er schreibt: „Die Blätter, welche der Dejemberversassung feindlich sind, spielen ein seltsames Doppelspiel: da und dort wollen sie den einfältigen Renten weiß machen, daß es sich durchaus nicht um den Umsturz der Verfassung handle, sondern vielmehr um die Schaffung einer „wahrhaft gerechten und freien" Konstitution; ■—-unter sich aber machen sie kein Hehl daraus, daß sie keine wie immer geartete Reichsrersassung — kein Zentralparlament dulden werden — Sonst kam cs wohl vor, daß Bersassungcn und Parlamente in Folge äußerer Gewalt des Todes verblichen sind; daß jedoch die Auflösung vou Jnnm heraus erfolgt und die Mitglieder der „hohen Ver-fammlung" selbst die Todtengräber machen, das ist neu nnd nicht ganz „parlamentarisch." Ausland. Der Erlaß, des bairischen Kultusministers cm,den Erzbischof von M ü nchcn - Fre i-sing hat unter den Ultramontanen eine unbeschreibliche Aufregung hervorgerufeu. Es verlautet mit aller Bestimmtheit, daß die Bischöfe Baierns nnter Nachweis, daß die Unfehlbarkeit des Lehramtes des Papstes in keiner Weise die Autorität der Staats: gemalt nnd dev staatlichen Gesetze betaste oder attc vire, den Borwurf der Gesetzeöverlctzuug entschieden von sich weisen. Das rein kirchliche Dogma der Jnfallibilität bedrohe, vom Standpunkte der Parteilosigkeit ans beurtheilt, weder die Grundsätze des bairischen Staatsrechteö, noch die Unabhängigkeit des bürgerlichen Gebietes. Die mit voller Berechtigung von der Kirche verhängten Strafen haben den damit Betroffenen in ihren bürgerlichen Rechten, in ihrer bürgerlichen Achtung kein Haar gekrümmt. Die Bischöfe seien sich der Rechte wohl bewußt, welche in GlaubenSsachcu die Verfassung den Rcli-gion Sgcu osscuschasten in Baiern einrüume. Eine Verletzung der Verfassung sei aber mir dort zu finden, wo man mit Gewalt eine rein kirchliche Frage auf das staatliche Gebiet gedrängt habe. Die englischen Blätter besprechen noch immer die Kaiserzusammenkunst in Ga st ein. Der „Standard' meint, daß die wirklichen Motive der in Gastein gepflogenen Konferenzen den Zweck haben, die Bande, welche daS neue Deutschland an daö österreichisch ungarische Kaiserthum knüpfen, fester zn ziehen, und daß trotz der Ränke der Ultramontanen die Unterredungen von Ischl nnd Gastein nicht in den Wind geworfen sein würden. „Ein besseres Lersländniß," sagt das Blatt am Schluß seiner Betrachtungen, „wirk in Folge dessen zwischen den Kabinelen von Wien und Berlin existiren, und wir witze nie verlassenen Pariser, der als lachender Filosof mit Hilfe der Fantasie wenigstens in letzter Instanz doch res tibi, non te rebus subraittit. Beinerkens-werth ist ferner, daß der Franzose in gewissen Lagen, in welchen sich oft nur zu leicht die schlechteste Seite der menschlichen Natur hervorkehrt, nicht leicht unter das Niveau sinkt, unter welchem die Achtung und Herrschaft des äußeren Anstandes in Sprache und Benehmen aufhört. So hätte in diesem Gefängnisse ohne Gefahr, über rohe Späße errötheu oder für ihr Schamgefühl fürchten zn müssen, jedes anständige Frauenzimmer in Gesellschaft dieser Männer znbringen können." Der Engländer, dem wir diese flüchtige Skizze danken, erlangte endlich durch energische Vermittlung seiner Gesandtschaft die Freiheit, für deren willkürliche Entziehung ihm kaum einige nichtssagende Entschuldigungen gemacht wurden. Mit lebhafter Theilnahme gedenkt er der vielen Hunderte, die, weniger glücklich, aber gewiß ebenso unschuldig als er selbst, durch die Willkür siegreicher Gewalthaber in Gefängnissen augehatten werden, die den schwersten Verbrechern als Bußort anzuweiseu eine unerhörte Grausamkeit wäre. blicken auf ein solches Ereigniß als den größten Vortheil für Europa und den Frieden der Welt. Man lasse Deutschland, Oesterreich Ungar» und Italien erst über europäische Politik im Reinen sein, und die orientalische Frage ist geregelt." Auch „Daily News" faßt die Kaiserzusammenkunst in friedlichem Sinne auf. „ES ist nicht erstaunlich" — sagt das Blatt — „daß daS öffentliche Gerücht in den gegenwärtigen Zusammenkünften ein Allianz-Projekt gegen Rußland oder zum mindesten eine Vorbereitung für eine Kontrebewegung gegen eine mögliche Allianz zwischen Rußland und Frankreich gefunden haben sollte. Wir bekennen indes), wir finden eö schwer, zu glauben, daß die Souveräne von Deutschland und Oesterreich in irgend einen Austausch von Ideen über ein solches Thema, wie das, welches Rumänien behandelt, getreten sind, ohne eine vorherige Verständigung irgendwelcher Art mit Rußland. Blicken wir auf die ganze Sache mit dem Wunsche, die Bewegungen von Kaisern nnd Premier-Ministern im Lichte gewöhnlicher menschlicher Vernunft zu interpretire», so sind wir geneigt, zn glauben, daß die Unterredungen in Gastein nnd Salzburg die Bedeutung haben, europäische Fragen eher zu regeln, als zn verwirren, Frieden zn bringen, und nicht ein Schwert." Eö war lange das Ziel der englischen Politik, durch ein Einverständnis; zwischen Oesterreich nnd Preußen einen starken Schutz des europäischen Friedens gegen jedes Attentat herznstellen. Die« scheint endlich erzielt zu sein, und in England wird man dieses Ergebnis; bald seinem vollsten Werthe nach zu würdigen verstehe». Die Debatte über die Gewaltverlängerung von Thiers hat in der Nationalversammlung zu Versailles einen günstigen Verlauf genommen. Das iiameuS der Regierung von Ditfaurc beantragte Amendement, wonach die Nationalversammlung bei Gelegenheit jener Gewaltverlängernng ihr Vertrauen in ThierS und ihre Anerkennung seiner Verdienste ansspricht, wurde von der Nationalversammlung ohne weiteres angenommen und überhaupt der wesentliche Theil des Rivct'schen Antrages in der neuen Form zum Beschluß erhöbe». Damit ist die Krise beschworen, welche seit dem 24. August, au welchem Tage Thiers der Nationalversammlung seine Demission geben wollte, gedauert hat. Alle übrigen Amendements, die von Vacherot, Buffet, Ehoiseul, sind damit beseitigt, und Thiers ist mit verlängerten Vollmachten siegreich aus dem Kampfe hcrvorgegangen. Er kennt seine Leute und seine eigene Wichtigkeit. In der That wäre sein Rücktritt gleichbedeutend mit Bürgerkrieg gewesen, und davor schreckte die Nationalversammlung doch zurück; es daraus aukoimncu zu lassen, hatte sie den traurigen Muth nicht — zu ihrer Ehre sei cs gesagt. Der deutsche Gesandte, Herr v. Arni tu , welcher nun in Versailles eingetroffeu ist, hat den Auftrag, die Hinausschiebung des TermineS zu erwirken, der für daö Aufhören des freien Verkehrs zwischen dem Elsaß und Frankreich stipnlirt ist. Dieser Termin ist der 1. September. Dafür bietet die deutsche Regierung: 1. Annahme der von Ponyer-Qnertier bisher vergeblich »»gebotenen 120 Millionen in Drei-Mo»at-Wechsel». Diese Summe bildet den Rest der Halbmilliarde, nach deren Bezahlung die vier Departements geräumt sein müssen. 2. Rascheren Abzug der OkkupatiouS-Truppeu vom 10. September an. Eventuell kann auch »och eine Grenzberichtigung zugestanden werden. Die „Gaceta" von Madrid von, 30. August veröffentlicht ein Arnuestiedekret, welches in feiner Einleitung folgendes sagt: Die Regierung kennt die geheimen Hilfsquellen der Gegner der gegenwärtigen politischen Situation und ist über deren Schwäche und Machtlosigkeit unterrichtet; die Regierung ist genug stark, um jede Empörung gegen die Verfassung und die Dynastie zu unterdrücken. Die Amnestie umfaßt alle wie immer gearteten politischen Vergehe». Als solche werden auch angesehen Fäl- schung, Verdächtigung und Pression gegenüber der freien Meinungsäußerung bei den Wahlen. Zivilrechtliche Ansprüche werden hiedurch nicht berührt. Ein Dekret verfügt Ersparnngen im Belaufe von 3,622.025 PeeetaS im Budget des KriegSministe-riums; ein anderes Dekret reorgaitifirt das Personale des Kolonicn-MinistcrinmS. Aus K o n st a n t i n o p e t vom 29. August, wird berichtet: Laut Telegramm aus Scutari fand ein Treffen zwischen den ottomanischen Truppen und 4000 Insurgenten in Albanien statt, wobei 400 gefallen sind. Nachträglich wird aus Scutari ge meldet: Die Insurgenten gehören Lern katholischen Mirditenstamme an; die Schlacht wurde drei Stunden von der Stadt geschlagen. Die Insurgenten, durch Mitrailleusen, Suider- und Winchestcr-Ge-wehre furchtbar mitgenommen, sollen 2000 Gefangene und Verwundete verloren haben. (Die „Neu» fatzer Zaftava" bringt folgendes Telegramm: In Albanien hat ein ernster Kampf begonnen, der am 19., 20. und 21. fortdanerte.) —Die Pforte sendete telegrafisch strenge Weisungen an die Gouverneure von Dijarbekir, Aleppo und Syrien, um die Grenze gegen Persien aus Sanitätsrücksichten genau zn überwachen. Daß daö Verhältnis? zu Egypten schlechter geworden, ist unwahr. Das beste Einvernehmen herrscht momentan zwischen der Pforte und dem Khedive. Die Annexion Egyptens ist ganz aufgc geben, sowie jene von Tunis. Zur Tagesgeschichte. — Der Gesammtertrag der Verzehrungssteuer ist 1870 gegen 1869 um 4,028.764 fl. gestiegen, wovon 3,088.781 fl. auf die im Neichsrathe vertretenen Königreiche und Länder entfallen. — Die Biercrzeugnugbeinig 16,626.445 ©imer(um 1.601.627 Eimer mehr als im Borjahre), wovon aus den im Reichsraihe vertretenen Königreichen und Landern 223.881 Eimer gegen Steuerrückvergütung ausgeführt wurde». In Niedervsterrcich gab cS 11 B'rciucrcie», die über 100.000 Eimer erzeugten (darunter Klein-Schwechat mit 660.420 Eimer), in Steiermark drei (darunter Schreiner mit 153.864 Eimer), in Böhmen 1 (Pilsen-Bnbene mit 191.360 Eimer) in Pest 2. An Branntweinsteuer wurden zusammen 14,064.736 fl. vorgeschrieben, gegen 15,430.850 fl. in der Erzeugungsperiode 1868/69 ; au (frischen) Rüben wurden zur Versteuerung angemetdei 25,191.737 Zentner (gegen 16,802.379 im Vorjahre). Für den über die Zolllinie ausgesührten Zucker wurden in den im Neichsrathe vertretenen Königreichen und Ländern 4,734.621 fl. restitnirt (gegen 158.117 fl. im Vorjahre. > — Dentsch-böhmische Gemeinden konsütuiren sich als Alt-Kat Holi.'en-Gemeinden. Die reichen Ortschaften an den Elbe-Ufern, Ltchtowitz und Praskowitz machten den Anfang. Czernosek und Lobositz dürsten folgen. — Gegen die Klerikalen scheint sich in den letzten Tagen an vielen Punkten ein starker Sturm vorzubereiten. Nicht nur hat sich die bairische Regierung au8 ihrer bisherigen Passivität in den religiösen Wirren cinsgerasst und energisch den Kamps gegen bas verderbliche Treiben der llltramontcinen ausgenommen, auch in Pest ist man endlich zur Einsicht gelangt, daß das Unfehlbarkcitödogma mit dem modernen Staat sich nicht vertragt, und hat demgemäß Kultusminister Paulei: die Verkündigung dieses Dogma'S den ungarischen Bischöfen aufs strengste untersagt. Q — Aus Görlitz berichten die dortigen Blätter unterm 23. August nachstehende Chloroformgeschichte: „Zn dem gestern Abend gegen 6 Uhr von einem Spazieraange nach Rauschwalde nach hier zurückkehrenden Schneidergesellcn Adolf Klapper gesellte sich ein anscheinend 50 Jahre alter Mann. Derselbe offerirte dein Klapper eine Piife Schnupftabak, welche dieser amtahnt und nach deren Gebrauch er alsbald das Bewußtsein verlor. Erst gegen 8 Uhr wurde Klapper, int Chansfeegraben liegend, von einer vorübergehenden Frau geweckt und vermißte bei seinem Erwachen Hut, Stock und Pince-nez, welche der fremde Schnupfer wahrscheinlich annektirt hatte. Letzterer hatte vorge- geben, Maler zu sein und in Breslau zu wohnen. In der That machten auch seine Kleider den Eindruck, als ob deren Träger Maurer oder Anstreicher sei. Bis jetzt hat er jedoch nicht ermittelt werden können." — Bezüglich der nächsten Sonnen finsterniß macht das Fachblatt „Nature" die folgende Mittheilung : „Wir freuen uns nüttheilen zu können, daß die britische Regierung das Ansuchen des britischen Natursorschcrverbandes betreffs der angeregten Expedition ;ur Beobachtung der Sonnenfinsterniß gewährt hat. Wir dürfen deshalb eine sehr wichtige Reihe von Beobachtungen erhoffen längs einer Linie von den Neilgherry.Gebirgen in Indien bis zum Kap-Aork in Australien. Mit der Beobachtung in Indien werden Mr. Pogson, Oberst Tennant und Kapitän Herschel betraut werden. Mr. Jockyer wird in Ceylon beobachten. Die Stationen in Java werden von der holländischen Regierung okknpirt werden, und außerdem möglicherweise noch von M. Janssen, mährend von Sidney und Melbourne aus eine starke Expedition ausrücken wird. Mit der nächsten Post schon werden die nöthi-gen Instrumente nach Australien geschickt werden, und die für Indien sollen bald nachsolgen. Wie zuvor hilft die Negierung nicht nur durch Geld, sondern auch durch Transportmittel, Lagergeräthe u.dgl." Wir können hinzufügen, daß die Regierung gleichfalls beschlossen hat, fotografische Beobachtungen des herannahenden Durchganges der Venus anzustellen. — Vom Mont -Cenis kommen schlimme Nachrichten. Die Eröffnung der Bahn durch den Tunnel erscheint noch in weite Ferne gerückt. Die Schmierigkeiten, welche der Rauch der Lokomotive bereitet, sind noch weit großer, als man bis jetzt glaubte. Der Rauch der Lokomotiven, welche z. B. jetzt die Schienen in den Tunnel bringen, macht auf vier Stunden hinaus jede Arbeit unmöglich, und doch fahren die Lokomotiven nicht weiter, als vier Kilometer ein. Wie wird es erst gehen, wenn sie die ganze Länge zu durchfahren haben werden? Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Lokal-Chronik. — (Die gestrigeAbendunterHaltung) im Kasinogarten gestaltete sich zu einer der lebendigsten und angenehmsten, die wir hier noch erlebt haben. Es spielte die ausgezeichnete Musikkapelle des k. k. Infanterie-Regimentes Hartung, lieber die glückliche Wahl der Tonstücke, deren vollendete Ausführung, das harmonische Zusammenspiel herrschte nur eine Stimme der Anerkennung. Als erst gar die lieblichen Klänge des Radetzkymarsches als Einlage in ein Potpourri ertönten, wollte der Beifallssturm gar nicht aushören, bis nicht das ganze Tonstück ausgeführt worden. Ein« müthig wird der Wunsch laut, die trefflich geschulte Kapelle möge öfter während der Dauer der Konzen-trirnng sich vor dem Laibacher Publikum hören lassen. — (Professor Ender's Agnarellbil-d e r) sind bereits hieher unterwegs. Alle Vorbereitungen sind getroffen, um alsbald nach deren Eintreffen die Ausstellung eröffnen zu können. Der Reinertrag ist für alpine Zwecke bestimmt. — (Gemäldeausstellung.) Die p. t. Lose-^esitzer und Kunstfreunde werden zur morgen Mittag im Kasino-Balkonsaale stattsindenden Verlosung der 10 Gewinnst- höflichst eingeladen. Lose L 30 kr vier 1 fl, sind noch bei Josef Karinger zu haben. ' — (Blattern.) Die beunruhigenden Gerüchte über eine in Stefansdorf ausgebrochene Blatternepidemie, ist die „Laibacher Zeitung" in der Lage, im nachstehenden auf ihr richtiges Maß zurückzuführen. Allerdings traten in der genannten Ortschaft die Blattern epidemisch auf, doch wurden fast nur ältere er* wachfene Leute von der Krankheit befallen, während bei Kindern nur einige leichte Erkrankungsfälle vorkamen. Gestorben sind im Ganzen drei oder vier Personen reiferen Alters. Gegenwärtig ist, wie wir auf's bestimmteste versichern können, die Krankheitserfchei nnng im Abnehmen begriffen. — (Die freiwillige Feuerwehr) hält morgen Früh um 6 Uhr eine Hauptübung ab, zu welcher die gefammte Mannschaft in voller Ausrüstung erscheint. — (Das „Vaterland" und das „Lai-ba eher Tagblatt.", Das „Vaterland," dieses Organ der feudalen Junker und Klerikalen, von dessen Urteilsfähigkeit man sich einen Begriff machen kann, wenn man erwägt, daß es in seiner Nummer vom 31. August die ganze über Frankreich hereingebrochene Katastrose dem Häuflein dort lebender Juden zuschreibt, bringt häufig Korrespondenzen seiner slovenischcn Verbündeten aus Ärain. Diesen ehrenroerthen Herren, die nebenbei auch das saubere Handwerk des Denunzirens treiben, ist unser Blatt ein Greuel. Regelmäßig haben sie ihm etwas am Zeuge zu flicken, namentlich paßt ihnen unser Auftreten gegen den klerikalen Schwindel, gegen ihr unchristliches Völkerverhetzen und Wühlen ganz und gar nicht in den Kram. Das Volk könnte endlich doch, meinen sie, hinter ihre Schliche kommen und die Wahrheit erfahren. Der flovenifche Klerus insbesondere verdiene die ihm gemachten Vorwürfe ganz und gar. nicht; er stehe zum Volke, dem er entstammt, und widme dessen geistigem und materiellem Wohle feine ganze Thätigkeit, und das „Tagblatt" habe kein Wort des Lobes für ihn, sondern nur der Verleumdung und der Verhöhnung. Nun, alle Welt kennt das Treiben unseres Klerus, aller Welt stehen seine publizistischen Organe vor Augen; ihre Predigten und sonstigen politischen Diatriben Hallen sie nicht im Verborgenen, aus den katholisch-politischen Kasinos trans-perirt gar manches, aber leider konnte der aufmerksamste Beobachter in allen diesen Kundgebungen schon seit langem nichts mehr entdecken, was das geistige und materielle Wohl des Volkes zu heben geeignet wäre. Dafür strotzen aber ihre Blätter, ihre Predigten, ihre Kasiuoreden von Viigett und Verleumdungen der Liberalen, von wüthenden Angriffen gegen die Schulgesetze, gegen die Verfaffung, gegen die Freiheit der Forschung und Wissenschaft, gegen alles menschenwürdige Streben, das ganz einfach mit Unglauben und Kommunismus zusammengeworfen wird, und dennoch behauptet man, ftir da« geistige und materielle Wohl des Volkes zu wirken. Ferner ist ihnen unser Blatt ein Dorn im Auge, weil es von der stndirenden Jn->;cnd gern gelesen wird, weil sich diese Jugend mit Abscheu von dem Treiben der nationalen Wühler und römischen Finsterlinge ab^uwenden beginnt. An unserem Berichte übet die Abschiedsseier der Laibacher Abiturienten finden sie noch fort und fort zu mäkeln. Es will ihnen ganz und gar nicht zu Kopse, daß das Verhällniß zwischen Slovenen und Deutschen, zwischen Schülern und Lehrern ein herzliches, auf gegenseitiger Achtung begründetes ist. Ganz erschrocken über diese Thalsachen, auch ein Ergebniß ihrer volksfreundlichen Bestrebungen, ließen die Herren eingehende Erhebungen machen, und da es durchaus nicht anging, selbe weg-znlengnen, so warfen sie sich wieder auf das ihnen einzig zugängliche Feld des Denunzirens und Verhez zens, alles, versteht sich, um das Volk geistig und materiell zu heben, alles aus christlicher Nächstenliebe und um ihrer Friedensniission gerecht zn werden. — (Erledigung.) Die Lehrerstelle an der Volksschule zu St. Michael bei RudolsSwerth mit slo-venischer Unterrichtssprache ist zu besetzen. Gesuche bis 15. d. M. an den Bezirksschulrat zn RudolsSwerth. — (Wieder zwei Kinder verunglückt.) Die 10jährige Tochter des Grundbesitzers Zajec zu Dob, Bezirk Sittich, ging am 22. v. M. mit ihrem kleinen Brüderchen zum Nachbar auf Besuch. Tort ließ sie den Kleinen außer Acht, und so gerieih derselbe in die glühende Asche, welche eben ans dem Ofen genommen war und noch unter dem Herde ausbewahrt wurde. Der Knabe zog sich bedeutende Brandwunden zu, doch hofft der herbeigerufene Arzt ihn zu retten. — Ändern tags siel zu Pristava im selben Bezirk der dreijährige Ki'abe Joses Ternovßek, während seine Mutter cas Essen bereitete, in ein mit heißem Schweinsnlter gefülltes Gesäß, das im Vorhaufe zum Abkühlen stand. Der Knabe erlag am Tage darauf den erhaltenen Brandwunde». — (In Cilli) hat sich ein freiwilliger Feuerwehrverein gebildet und die k. k. Statthaltern den Bestand desselben auf Grund der vorgelegten Statuten bescheinigt. — (Ausstellung in Villach.) Zu der in Villach vom 17. bis 20. September stattsindenden landwirthschaftlichen Ausstellung und der Wandcrver-fammlnng kärntnerischer Land- und Forstwirthe werden auf den Süd- und Rudolfsbahnstationen ermäßigte Fahrkarten für die Mitglieder der Landwirthfchaftsge-fellschaft und für die Aussteller ausgegeben. Erstere haben ihre Mitgliedskarte, letztere ihre Freikarte an den Stationen vorzuwelfen. Witterung. Laibach, 2. September. Sck'önes Wetter anhaltend. Gestern Abends etwas Regen. Wetterleuchten in Nordwest. Nachts ausgeheitert. Heute Morgennebel, sonniger, fast wolkenloser Tag. Wärme: Morgens 6 Uhr -t- 11.0", Nachmittags 2 Ubr + 21.8° C. (1870 -)- 22.5"; 1869 -f- 17.1”). Barometer im fallen 743.18 Millimeter. Das gestrige Tagesmittel der Wärme -f- 15.1", um 1.9" unter dem Normale. Vom Septemberwetter besagt der Bauernspruch: Wenn Anfang September gut Wetter ist, folgt ein schöner Herbst. Kühle Nächte bringen sauren Wein, , Aber die gesund sein. Warme Nächte bringen süßen Wein, Aber die ungesund sein. Verstorbene. Den 31. A u g tt st. Dem Herrn Joh G. Winkler, Eisenhändler, sein Sohn Johann, alt 20 Jahre, in der Stadt Nr. 205 an der Lungenlähmnng. Den 1. Septemb er. Johann Klobkar, Urlauber, alt 28. Jahre, ins Zivilspital sterbend überbracht. — Der Frau Maria Merher, Hebamme, ihr Sohn Johann, Schüler d>r Lehrerbildungs anstalt, alt '9Jahre, in der St. Petersvorstadt Nr. 14* an der Lungentuberkulose. — Dem Herrn Mathias Wesner, Maschinenführer, sein Kind Friedrich, alt 3'/, Monate, in der St. Petersvorstadt Nr. 114 an Fraisen. Anmerkung. Im Monate August 1871 sind 62 Personen gestorben, unter diesen waren 31 männlichen und 31 weiblichen Geschlechtes. Gedenktafel über die am 5. Septcinber 1871 stattfindenden Lizitationen. 3. Feilb., Groß'sche Real., Pangersik, BG. Krainburg. — 3 Feilb. Loger'sche Real., Oberdorf, BG. Planina. — 2. Feilb, Sodia'sche Real., Sela, BG. Tschernembl. — 2. Feilb., Povziin'sche Real., Großpudlog, BG Gurkseld - 2. Feilb., Jagsetic'sche Real., Jasen, BG. Feistrir. — 3. Feilb., Bostjaniii'sche Real., Karije, BG. Feistrir. — 1. Feilb., Valencii'sche Real, ad Prem, BG. Adelsbera. — 2. Feil., Zidor'sche Real., Topolz, BG. Feistritz. — 1. Feit., Tekavc'sche Real, Zala, BG. Laas. — 3. Feilb., Leskv vic'sche Real, Godovii, VG Jdria. — 1. Feilb, Erjavc-sche Real., Mitterkanomla, BG. Feistriz. Wiener Börse vom 1. September. Staatsfonds, 5perc.Rente. öst.Pav. bio. bto. öft.inSilb. •oje von 1854 . . . ‘oje von 1860, ganze '.'ose von 1860, ßrünft. lträmieulch. v. 1864 Omndentl.-Obl. Steiermark znSpCt. tärnten, Ärain u. Küstenland 5 „ Ingarn. . zu 5 „ Troat. u. Slav. 5 * Hiebenbürg. „5 , Aotten. ffattonalbanf . Union - ©aut . . . ixcebitanftalt . »!. ö. (£6comt>tiz*®st. rlnglo-öfterr. Ban' )eft. Bodencrt:k.-L. Oeft Hypoth.-Banl „ •Bteter. Escomvt.-Bt. Kranko - Auftria . . ,•1 atl. Ferd..-Nordb. . Süd'oahn-OesellsH. . *aü. Elisaberü-Bahn. K xri-A'ufotrißsSabn »lifbcnh. Eilenbahn . Staatsbahn. . . . ifuit. chranz-IosLfSb.. Wld-Mnm. Bahn .1 Pfandbriefe. j Nation. ö.W. verloeb.! tlnn* dod.^Creditanst. Allg.öst.Bob.--Kredit. I bto. tn 33 ,| «*e!b j War« 59 90 6-.60 70 15 70 25 94.50 95. 102 3 i 1( 2 5« 115 75 116 50 HO.— 140 50 94.- 8’» 75 86 — 79.75 HO 50 86 2 V $6 5 77.25' 77 5t '.72 - 773 -Ji7U.70|27l.-i97 60 257.80 >9.18 942 - 262.~ r/62.26 ! 240.- — 124. il; 4 SO r-145 2!4? 182 80'lSS.-*S6 25:286 50 V56 30Uf.6 50 70 — 175 60 3 <5 — 386. 21/9 2 «.3(9 50 17.» — 17« 50 382.— i 182 25 Oest. Hypoth.-Bauk. Prlorltäts-Ofcllar. Sübb.-Gef. zu 500 Fr. bto. Bons 6 pLt. Norbb. (100 fl. LM.) Sieb.-B.(800fl.ö.W.) Staatsbahn Pr. Stück Staatsb. pr. St. 1867 >)iudolf0b.(300fl.ö.W.) FranzIof. (800 fl. S.) Loao. Tredit 100 fl. 5. M. . Don.-DampssH.-Ves. zn 1.00 fl. CM. . . irießer 100 fl. TM. bto. 50 fl. ö.W. Oienet . 40 fl. ö.W Salm . „ 40 * Palffy . „ 40 „ ^.^ary . „ 40 „ St. GenoiS^ 40 * MnbisLgrätz 80 * Waldstein . 80 * Keglevich . 10 * üiBbolfSnift, lOö.W. WoohneH (3 Mon.) .'iuesb.ioofl.südd.W. 0rantf. 100 fl. „ „ donbon 10 Pf. Stetl. Parrö 100 Franc« . Gelb 95.- 109.— 888.— 106.-- 90.50 140.50 140.50 10 -99 40 11 3') PI 4c 84 25 89 50 1V8 —I i08 50 88.2;. | »:3 U Wate 95 6$ 109.50 238 60 106 8f 90.75 141.50 MULL— 185.— 93.-120 50 59 -34 — 43-30.— 38 50 32.60 24.— 21.-15.— 15.- 185 50 100.— 121.60 60.— 85.— 44.— 31.— 25 — 88 — 17.— 15.50 2StlXnr.en. Kais. Münz-DuEv. '.ro-JrancSirück, . , '^ereinSthairr . . ©ilbct . , l(iti.l0;i(.2 20 102.10I1C2 >5 120 15 18..25 46 901 47.— 5 71) l 5.81 9.62 I 9.6i6 1.80»! l.til 119.751180— Telegramme. Wien, 1. September. Die „Wiener Abendpost" erklärt den diesbezüglichen lügenhaften Nachrichten gegenüber, daß Graf Hohenwart anläßlich der Wahlbewegnng überhaupt kein Rundschreiben an die Statthalter gerichtet, und weder jetzt noch früher eine verschiedene Auslegung des Vereinsgesetzes gegenüber der einen oder der ändern Partei angeord-net habe. Telegrafischer Wechselkurs vom 2. September, bperz. Rente österr. Papier 59.90. — 5perz. Rente österr. Silber 70.20. — 1860er Staatsanleben 101 75. — Bankaktien 772. — Kreditaktien 296.80. — London 120.—. — Silber 119 75. — Ä. k. Münz-Dukaten 5 77. — Na-poleonsd'or 9.61. Josefine Hudabiunigg empfiehlt die neuen, sehr praktischen Roden -Mchsmaschiuen mit Biirste und Filz. Preis pr. Stllck 6 fl. Auch bekommt inan daselbst wieder die echt amerikanischen Grover «fc HaUer l)o|i|ielketlen#tl«‘l«- und UoiipelMtcpiMticli-Hülimiisrhineil, welch’ erflere für den Familiengebrauch die anerkannt besten sind. Spnlen, Baumwolle und Seide, Untergarn in Strähnen, Nadeln, Oel, sowie alle Nähmaschinentheile sind zn den billigsten Preisen stets vorräthig. (389—1) Annonce. Der ergebenst Gefertigte bringt dem verehrten p. t. Publikum ziir Kenntniß, daß er seine m am Sonntag de» 3. September d. I. eröffnet. Für gute Getränke und gute Küche, so wie für prompte Bedienung wird gesorgt. (388—1) Hypolith Bilirta. Kcbtr 80 rrstc Prcismediüiic». Original- 11 ilcbrr 40(1.01 in Gebrauch. von der Singer Manufacturing Cie., New-York. Die allgemeine Beliebtheit, deren sich diese Maschinen ihrer hohen Vorzüge wegen erfreuen, hat vielfach Veranlassung gegeben, die Firma uud Schutzmarke der Fabrik zu benützen, um das Publikum durch uachgemachtes Fabrikat von geringer Güte zu tauschen. Damit diesem Mißbrauche vorgebeugt uird, hat fid) die (Singer Manufacturing (Sie. veranlaßt gesehen, durch den Unterzeichneten ein chtciicö Depot am hiesigen Platze zn errichten. Indem ich mir daher erlaube, diese auf allen größeren Ausstellungen mit den höchsten Preise» gekrönten und von Fachmännern als die besten anerkannten Maschinen zu empfehlen, mache ich besonders auf die ittut Jnmilieit-tlnl|ittofri)uie aufmerksam, welche sich durch einfache Konstruktion, leichte Handhabung und große Leistungsfähigkeit vor allen anderen Sistemen äuszeichnet und ihrer Vielseitigkeit wegen die geeignetste Maschine für den Ha»S»kbrauch, sowie für Wkistnäherei, Tnmciikünfcktio» rc. ist. — Für schwere Arbeiten empfehle Singers Manufaktur-Nähmaschinen als die vorzüglichsten für Lchncider, C’lltfrt&lifrtlltClt, Sottlcv k. und die neuen PkrljM-Mschimii für Schuhmacher, welche sämmtlicli mit den praktischesten Vorrichtungen zur Erleichterung der Arbeit versehe» sind nud an Güte und Tauer unübertroffen dastehen. Jeder Maschine wird ein Zertifikat oder Urspruugs-Zeuguiß beigegeben, welches vom Präsidenten der Kompagnie, Mr. Inslee A. Hopper, auS-geferiigt, die 9htmmei' der Maschine trägt und umt mir unterzeichnet ist. CllHC dieses Zertifikat ist keine Maschine echt niib wird nicht Snfür »arantirt. Das alleinige (tzeneraldepot tu Wien: e des S a n i -t ä t s r a t h e S das Vertrauen des Publikums nicht ge Hießen, in der Apothekerfrage noch unterstützen D. I). man hält mich einfach für den Verfasser oder gar Urheber dieser im hohen Grade gehässigen Annonce. Ich kümmere mich nicht um Apotheker, noch um die Kompetenten für Apotheken, auch nicht um den SanitätS-rath, — je weniger ich mit Arzt und Medizin zu thuu habe, desto lieber ist es mir; ich gebe mich auch für keine Elefantcnrollen her und schließlich verfolge ich nicht einmal jene Leute, die m i r gehässig sind, die m i r übles nachsagen, ja sogar jene nicht, die »> i r bereits BöseS thatcn, — wie käme ich nun dazu, ein so abscheuliches Inserat als Haupttrumpf gegen einen rechtschaffenen Mann und Familienvater auszuspieleu V Die Fassnng dicj-S Inserates ist überdies eine komische (vielleicht wäre ein anderer Ausdruck mehr am Platze) und ich möchte jene Frage mit einer zweiten beantworten, welche lautet: „Seit wann ist der lobt. Tanitiitsrath in Sache», welche das Privatvertrauen betreffen, im Besitze der Prokura des p. t. Publikums von Stadt und Umgebung Laibach V" Joh. Als. Hartman«. Eine Hmmerschmikde. In der schönsten Gegend von Unterkrain an der frequenten Straße, mit einem Wohngebäude, 2 Harpfen uud um das Haus 6 bis 7 Joch Acker uud Wiesen, das ganze einem Garten ähnlich. Dann eine Viertelstunde vom Hanse liegend eilt Weingarten, der jährlich 40 bis 50 Eimer Wein liefert. Dieses sehr vorteilhafte Objekt liegt in einer Gegend, wo die beste Ackenvirthschaft und Pferdezucht besteht, auch sind im Umkreise von zwei Stunden zirka 10 größere Güter, wo keine Hainmerichinicde besteht. Diese Hammerschmiede wird um staunend billigen Preis verkauft oder ein verläßlicher Fachmann als leitender Hammerschmied gesucht. — Näheres beim Eigenthümer tiiimBItt in Laibach. (356-4) Zimmer Gurken sind frisch angelaugt in der Spezerei-, DeliklUejsen- und Weinhandlung des Ile li. ______________HnuptplaU N». (390) b's ist ;» vcrmiethen: Eine Loge im zweiten Range für alle slovenische» Vorstellungen der nächsten «aisou. Anfrage im Zeitnngs-Komptoir. ' (387). Unentbehrlich ist allen Chrgnon tragenden Damen die Hanrreinignngs- »nv Äonservirnngs-Tinktnr JL1i 1 o j>i irgii i, welche erst nach tausend glänzenden Beweisen ihres Erfolges von mir öffentlich anempfohlen wird gegen: 1- TödtilNg der torcftariiten (d. H. in Heerde» auftretendes Jnfusoriuni), welche sich besonders in künstlichen Haararbeiten, wie Chignon, Perrücken u. s. w. sesisetzen nud dadurch eine ganze Reihe von Krankheiten erzeugen können, sowie ekelbafte Straslhiere der Unreinlichkeit (Läuse). 2. Als einziges sicher wirkendes Mittel zur Erzielung eines kräftigen Kopfhaar- und Bartwnchfes und zur Verhütung des Haarschwundes. Ein Flakon 2 st. Anleitungen auf Verlangen portofrei. Versand gegen Nachnabme. Zentral VersendiingS Depot: Wie», Margarethen, Wchr-gasse Nr. 4, y. Stock. (376-3) Niederlage bei liiluai-il SEaln- in Laibach. jeder Größ,', mit und ohne Schlauchvorrichtinig, zu! verschiedenen Preisen und für Gemeinden mit der! Begünstigung ratenweiser Abzahlung, weiters I Notirende Weittpumpett, mit denen man bis (>o Eimer in der Ttnnde l überschiinken kcin». (i io—24) ! Amerikanische Hansbrnnnen, Küchen, Fabriken re. sind zn laiMNcrKCivüliiiilirii ( 63r4»e»u»»a tu großer Auswahl stets vorräthig in der (»locken- und Metallgießerei, mechani-j schcn Lvcrkstätle von Albert Samassa in Laibach. I Erste öffentliche höhere Wien, Leopoldstadt, Praterstraße 32, ttl PM6S, Direktor. Sie absolvlrtc» Hörer flcnicßcu fcic Begünstigung des einjährigen Fretwilligen-diensteS in der k. f. Armee, ohne sich der Freiw,-Prüfung unterziehen zu miiffcn. DaS Institut zerfällt in zwei Abtheiluugen: u) Die Schule, b) Bie Spezialkurae. Die Schul© umfaßt drei Jahrgänge: I. DaS NorbereituNaS-jahr; II. Den Sc!,nlnnterricht; Ul. Die praktische Thäti.qkeit. Die Spozialkurse : I. Die Separat Abtheilnng; II. Der Eisenbahnkurs; 111. Ter BersicherungSknrs; IV. Der WiederholnnMnrö für die adsol-' virten Hörer (Einjährig-Freiwillige); V. Der Abendkurs. Der Schulunterricht beginnt Anfangs Oktober. I 311 der mit dem Institute verbundenen Separat-Abtheilnng: Unterrichtskomptoir für Handelswissenschaften, für jene, die durch Alter, Stellung, Vorbildung und Beschäftigung den Schulen entrückt sind, finden fortwährende Aufnahmen statt. Am 3. Oktober beginnt ein A h e n d k u r s in der Daner von drei Monpiten über einfache und doppelte Duch sührnug, das faufmiimtifchc Rechnen, die Handelskorrespondenz und Wech-' fellehre; Dir. Porgeö. Ferner treten Borbereitnngsknrfe fiir teil kommerziellen Eisenbahn-, Betriebs- und Tc 1 egrafcndicnst fiir jene ins ( Setten, die sich mit Anstellungen bei Eifenbahiien bewerbe» wollet!. Der , Lehrkörper ist ans bewahrten Beamten der f. f. anSschl. priv. Nordbahn gebildet. Ferner wird ein Spezialkurs über das Cresammtgebiet des Versicherungswesens eröffnet. Die Anstalt wurde von Seiten des hohen Ministerium» fiir 1 Knltns tmb Unterricht den in Oesterreich bestehenden Akademien gkeich-' gestellt und diese Auszeichnung auf die vorzügliche Einrichtung der Lehranstalt tmb die erzielten NnterrichtSerfolge zuriickgefiihrt. Ditril, die er-/ zielten UnterrichtSerfolac und rastlofen Bestrebungen der Direltion hat diese eine fo erfolgreiche Konkurrenz geschaffen, datz ,ic übrigen Lehranstalten die musterhafte Organisation des Institutes nachzuahmen sich bestreben. — Einschreibungen finden vom 26. September an statt, Programme sind im JnstitutS-Lokale und in der Beek'fchen IlniversitätS-Bnchhandlnng, Wien, Rotheuthurmstrabe Nr. 15, gratis zu haben. (374-3) Druck toa Jgn. v. Ä1 ciitmet; t » 8cd. Bamberg in Laibach. Verleger und für die Äedaktion verantwortlich: Otto mar Bamberg.