Macher TliMlitt. Rcdnction und Expedition: Bahnhvfflassc ^r. 15 ^ränumerationSpreise Insertionspreise: Eia- Nr. 264. SSS.S Montag, 17.November 1879. — Morgen: Odo Abt. 12.Jahrg. Mit bet Post: Gan,iähr. fl. 12. zeigen bi« 6 Zeilen 20 kr. ** Der Preis für das Wehrgesetz. „Unsere Sache steht vortrefflich", melbete vor einigen Tagen das Organ Riegers, linb die unmittelbar darauf erfolgende Decoration der Grafen Hohenwart und Clam-Martinitz mit dem Orden der eisernen Krone erster Klasse war keineswegs geeignet, die Berechtigung der altczechischen Siegeszuversicht ganz in Abrede zu stellen. Es fragt sich nur, was man in den leitenden Kreisen der Prager Politiker unter einem vortrefflichen Staude der eilige begreift. Wenn die Czechen damit bloß sagen wollen, dass die Universitätsfrage, die Reform der Landtagswahlordnung und die Sprachenfrage demnächst in Verhandlung kommen werden, so haben wir nur zu bemerken, dass sie sich diese Freude schon viel früher machen konnten, wenn sie es anders über sich gebracht hätten, ihren politischen Schmollwinkel früher zu verlassen. Von anderweitigen positiven Zugeständnissen ist aber vorläufig nichts bekannt, sonst könnte das Blatt des Reichsrathsabgeordneten Gregr in seiner Freitagsnummer, also bereits nach dem Lautwerden des altczechischen Freudenrufes, unmöglich in die Klage ausbrechen: „Versprochen wurde zwar, unsere Wünsche im Rahmen der Verfassung und ohne die deutschen Interessen zu schädigen, zu erfüllen, aber erst, bis wir alles gethan haben, was die Regierug will. Ju der Henrigen Session dürfte von der czechifchen Frage keine Rede mehr sein, alle czechischen Wünsche sind auf die nächste Session verwiesen, nicht einmal eine Interpellation dürfte eingebracht werden. Hohenwart, Grocholski und Clam-Martinitz gehen indes lächelnd einher, und die Worte „die Situation ist günstig" sei alles, was die czechischen Abgeordneten von ihnen erfahren." Es scheint also, dass die Jungczechen von einer besonders bemerkenswerten Wendung der Dinge im Sinne der Autonomisten keine Kenntnis haben, und dass sich daher die vorerwähnte Aeußeruug über den günstigen Stand der Dinge bloß auf eine Festigung des freundlichen Einvernehmens zwischen der Regierung und den Führern der Autonomisten bezieht. Dass in dieser Beziehung große Fortschritte gemacht wurden, beweist einerseits die Decorierung der beiden Parteiführer, andeiseits der Eifer, mit welchem Hohenwart und Clam-Martinitz für die unveränderte Annahnie der Wehrgesetzvorlage einstehen. Mer Wahrscheinlichkeit nach haben wir es hiermit Leistung und Gegenleistung zu thun, so zwar, dass der Orden der eisernen Krone erster K>asse wenigstens zum Theile als eine bereits im vorhinein erchetlte Prämie für die Einpeitscher der Wehrgesetzvorlage bezeichnet werden kann. Nachdem nun (leute selbst der eifrigste Wortführer für die möglichste Rebitc-tion des Heeresanswandes kaum daran denken wird, für die Herabminderung der Kriegsstärke einznstehen, so bleibt bie Verschiebeuheit der Auffassung über das Wehrgesetz nur auf die Entscheidung über seine Giltigkeit beschränkt. Während Czechen. Polen und Rechtspartei für die zehnjährige Dauer stimmen, wird von der Majorität der Verfassungspartei an der Ueberzengung fest-gehalten, bass durch eine Bewilligung ber Heeresstärke auf zehn Jahre hinaus sich bie Volksvertretung für lange Zeit eines wesentlichen parlamentarischen Rechtes eiitäußert oder doch das Recht der jährlichen Rekruteubewilligung hinfällig macht. Denn es Wäre wohl ein arger Widerspruch, bie Kriegsstärke der Armer auf zehn Jahre festzustellen und dabei noch an bie Möglichkeit einer Verminderung der alljährlichen Armee Ergänzungsziffer denken zu wollen. Das Rekrutenbewilligungsrecht und das Budgetbewilligungsrecht bilden aber die Grundsäulen des modernen Constitutionalismus, und jeder Versuch, daran zu rütteln, kann und muss nur im Sinne reaktionärer Tendenzen oder doch eines der volkstümlichen Controle nicht sehr freundlich gesinnten bnreaukratifchen Regieruugs-systems aufgefasst werden. Hohenwart wurde von Giskra als ein tüchtiger Beamte bezeichnet, Clam-Martinitz ist ein Zögling des Bach'schen Systems. Für sie musste es leicht werden, ihre Unterstützung einem Gesetze angedeihen zu lassen, dass eine zehnjährige Verzichtleistung auf die Ausübung einer so wesentlichen parlamentarischen Rechte zu Gunsten der Verwaltung im Gefolge hat. Nicht die Führer der autonomistifchen Fraktionen scheinen es also zu sein, welchen die Ordens-» anszeichnung galt, sondern vielmehr die Freunde und Gönner der absolutistischen Fraktion, welche bie söberalistische unb nationale Bewegung nur benützen, um ihrer persönlichen politischen Anschauung zum Siege zu verhelfen. Was dabei die Parteien gewonnen haben sollen, an deren Spitze bie Grasen Clam-Martinitz und Hohenwart stehen, ist nicht recht einsichtlich. Noch ist die Frage der Cabinetsergänzung unerledigt, und so lange diese nicht entschieden im Sinne der Antonomisten erfolgt, bilden letztere eben nur die Heeresfolge eines Ministeriums, dass sich als ein parlamentarisch angehauchtes Beamtenministeriuin weit weniger um die Wünsche der Parteien, als um die Durchdringung seiner Gesetzvorlagen kümmert. Wir glauben nicht, dass diese Ergänzung im Laufe der nächsten Tage bevorsteh^. Denn ebenso unwahrscheinlich es ist, dass die Negierung in demselben Momente eine Annäherung an die Verfassungspartei versucht, in welchem sie den Führern ihrer Gegner eine hohe Auszeichnung vermittelt, ebensowenig ist anzunehmen, dass die Verleihung de8 Orbens ber eisernen Krone an Clam unb Hohenwart ber Vorläufer ihrer Berufung in bas Ca--binet sei. Denn eine solche Berufung ist ja immer eine Vertranenskunbgebung ber Regierung, welche jebe andere weit hinter sich lässt. Wären die Führer der Antonomisten für den Eintritt in das Cabinet designiert, so hätte man sie schwerlich dekoriert. Aber bas will man wenigstens vorläufig noch nicht, weil babnrch bie Verfassungspartei kopfscheu gemacht unb zur Ablehnung der Wehrvorlage veranlasst werben müsste. Man braucht aber einen Theil ihrer Stimmen zur Zwei-brittel-Majorität, Grund genug, bie Ergänzung Jeuilleton. Janos und Jonas. Eine Erzählung aus Tirol von Adolf Pichler. Wenn du von einem lieben Freund scheidest, drückst du ihm die Hand, siehst wohl noch vor dem Hause nach seinem Fenster empor und denkst dabei an die vielen Stunden, — seien sie nun heiter gewesen oder voll Trauer, denn letztere bindet treue Herzen noch mehr, — an die vielen Stunden, die du mit ihm verbracht. Aehnlich gestimmt fühle ich mich stets im Spätherbste. Ich habe Tage und Wochen im Hochgebirge verlebt, manchen Schweißtropfen vergossen, manchen Stein losgeschlacstn, manch' holdes Blümlein, wie's drunten nicht wächst, gepflückt; der Sturm hat mich Sezanst, der Donner umdröhnt, der Regen über-hüttet und der liebe Sonnenschein dann getrocknet und erfreut; ich habe manches würdige, mir bisher unbekannte Berghaupt kennen gelernt und manches altbekannte neuerdings begrüßt: jetzt ist das frische Grün, vom Reif versengt, einem tiefen Braun gewichen, ans dem hie unb ba ein blaues Glöckchen nickt, über ben bunten Flechten kristallisieren die Wolkenbächlein zu Eis, und die höchsten Riesen haben die Stirne mit der blanken Krone von Schnee umzogen, — ja, es ist Zeit zu scheiben! Da wähle ich dann gern den Morgen eines sonnigen Tages, unter meinen Füßen knistert der Reif und ich steige empor zu einem Gipfel, von dem aus sich eine weite, herrliche Rundschau öffnet. Der Hirt ist mit der Herde abgezogen, ein gelber Schmetterling, welcher vertrauend der Luftströmung nach oben gefolgt, flattert um meine Stirn, war' er drunten geblieben bei Astern und Zeitlosen, hier ist er einsam wie ich .... so lebt denn wohl, ihr geliebten Alpen, lebt wohl mit bem Sommer ... auf Wiedersehen! Ich hatte Heuer zu meinem Abschiebe bie ©erlös gewählt, jenen dreigipfeligen Berg, dessen steile Kalkschroffen sich hinter Mieders erheben. Ans bem Rückweg über bie Wänbe lockte mich hie unb da eine Versteinerung, ich hämmerte manches los, auch das Abschiedsgeschenk sollte nicht aus-bleiben: der Zahn eines Reptils, wie bisher in den Alpen kein ähnlicher entdeckt worden, winkte aus einem Blocke. Mit größter Sorgfalt meißelte ich ihn los, welche Freude! fast so groß als wie dort, wo mir meine Braut das erste Sträußchen bot. Welche Prosa! murmelt die Leserin, und so will ich denn schweigen und nicht mehr von den schönen Korallen, Gasteropoden und Acephalen schwärmen, obwohl eine Gervillia inflata gar wohl erwähnt zu werben oerbiente. Mein Steig führte an der Waldrast vorüber. So heißt eine Wallfahrt in der westlichen Mulde des Gebirges. Einst stand hier ein großes Kloster, dessen viele Mönche kaum bem Andrang der Beichtlinge genügten, jetzt flüstern die Föhren von den alten Tagen, und statt durch gestickte Fahnen weht der Wind durch die Tangeln der Lärchen, die der Herbst in Gold verwandelt. DaS Kirchlein ist noch gut erhalten, auf dem Hochaltar prangt eine Muttergottes unb reicht dem Kinde den Apfel. Dieses Schnitzwerk hat nicht viel Wert, es ist noch mit einem geschmacklosen Pur- des Ministeriums auf gelegenere Zeiten zu verschieben und vorläufig den verdienstvollsten Förderern der Wehrgesetzvorlage einen anderweitigen Preis für ihre Haltung zukommen zir lassen. Der englisch-türkische Conflict, welcher mit den energischen Reformforderungen des englischen Botschafters in Constantinopel seinen Anfang und mit den Reformversprechungen der Pforte sein vorläufiges Ende gefunden hatte, ist in ein neues Stadium der Wiederbelebung getreten. England traut dem guten Willen der Pforte nicht und verlangt, dass diese nach Ablauf der ihr eingeräumten Ueberleguiigsfrist klar und bestimmt erkläre, in welcher Weise und unter welchen Garantien die Türkei ihre Reformversprechungen durchznsiihren gedenke. Diese Frist lief mit dem gestrigen Tage ab. Doch hat England, um ja keinen Zweifel am Ernste seiner Aufforderungen anfkommen zu lassen, bereits zu Mitte der abgelaufenen Woche Schritte gethnn, um seinen Wünschen durch die Wiederaufnahme des bloß Werten Planes der Entsendung seiner Flotte in die türkischen Gewässer Nachdruck zu verleihen. Anlass dazu hatte wohl zunächst das Bestreben der Pforte gegeben, bei irgend einer der Garantiemächte eine Stütze gegen den englischen Dränger zu finden. Doch blieben ihre Bemühungen ziemlich erfolglos. Mit Ausnahme Russlands, das natürlich jederzeit bei der Hand ist, wenn es gilt, England einen Strich durch die Rechnung zu machen, scheint nur Italien den Lamentationen der türkischen Staatsmänner Gehör geschenkt zu haben. Wenigstens laufen von mehreren Seiten Nachrichten ein, nach welchen zu urtheilen Italien wieder einmal den Moment für gekommen erachtet, auf fremde Rechnung im Trüben zu fischen. England seinerseits hat die Vorgänge aufmerksamen Auges verfolgt und mag daran die Ueberzengnng gewonnen haben, dass die Pforte die ihr eingeräumte Frist weniger zum Studium betreffs Ausführung der verlangten Reformen, als vielmehr dazu benützte, sich der Nothwendigkcit ihrer Realisierung nach Möglichkeit zu entziehen. Kurz, die englische Mittelmcerflotte hat neuerdings Ordre erhalte», sich in die türkischen Gewässer zu begeben, und an das englische Geueraleonsulat in Smyrna ist laut einer Depesche vom 14. bereits der Befehl eingelangt, Proviantvorräthe für die im Laufe der nächsten Tage vor Smyrna eintreffende Flotte anzukaufen. Dass man am goldenen Horn, wo man so viele Rathgeber und doch keine rechten Freunde hat, diese neuerliche Demonstration sehr unangenehm empfindet, darf nicht wundernehmen. Doch hat sich nach einem Constantinopler Telegramm vom 13. d. die Pforte doch dazu auf-gerafft, Aufklärungen wegen der der englischen Flotte neuerdings ertheilten Abfahrtsordre zu verlangen. Ja noch mehr, der Sultan soll sogar dem englischen Botschafter erklärt haben, dass die Pforte mit der sofortigen Einführung von Reformen einverstanden ei, doch müsse er bemerken, dass seine Autorität geschwächt würde, wenn er unter der Pression Englands zu handeln schiene. Der Sultan scheint also noch immer einen gewissen Glauben auf seine Autorität bewahrt zu haben — ein bei seiner gegenwärtigen Lage jedenfalls sehr wohlthuendes Bewusstsein. In England dagegen gibt sich die Regierungs-Presse allen Anschein, die Sache recht ernst zu nehmen. So meinen die „Times", dass die bevorstehende Entsendung der englischen Flotte in die türkischen Gewässer und die damit ausgedruckte Absicht der Regierung die Sympathie des Landes finden werde. Es sei zwar nicht unmöglich, dass gewisse türkische Staatsmänner eine Allianz mit Russland der Ausführung von Reformen vorziehen würden. Russland dürfte sich jedoch jetzt zu solchen Jntriguen nicht hergeben, wenn dies aber dennoch der Fall wäre, so müsste sich England zu allererst von allen Verpflichtungen gegen die Türkei loSsageu. Das klingt ziemlich kategorisch. Aber man darf eben nicht vergessen, dass sich England am Vorabende der Neuwahlen befindet und dass die Regierung drastisch wirkender Mittel bedarf, um die Opposition zn bewältigen. So ein kriegerischer Erfolg im Frieden wäre aber wohl das billigste Mittel dieser Art, nachdem die Regierung Beaconsfields sich wohl kaum der Lorbeern rühmen wird, die sie im ernsten Kampfe und bei ernsten Verwicklungen geerntet. Zum Schießen braucht es deshalb noch lange nicht zu kommen. Wie das „N. Wr. Tgbl." meldet, dürfte der Besuch des russischen Thronfolgers in Wien auf die Gestaltung der politischen Lage keinen Einfluss äußern, wenigstens keinen solchen, welcher den Erwartungen optimistisch gestimmter Gemüther irgendwie entsprechen würde. Die wohlwollenden Absichten des Großfürsten Alexander sollen nicht in Zweifel gezogen werden; allein cs habe nicht den Anschein, als ob dieselben bei ändern russischen Machtsactoren die nothwendige Unterstützung gesunden hätten. Damit stimmt auch die Meldung überein, dass von dem projezierten Besuche des Zaren in Berlin vorläufig Umgang genommen werden soll. *■ * * Man berichtet, dass, wahrscheinlich einem Drängen der autonomistischeu Parteien im Abgeordnetenhause uachgebeud, die Regierung die Absicht hegt, die Landtage für den Monat Jänner zu kurzen, ungefähr dreiwöchentlichen Sessionen einzuberufen, und zwar mit entsprechender Unterbrechung der Reichsrathssession. Von polnischer Seite wurde der Regierung sogar nahegelegt, die Landtage für den purrock, dessen Borten gewiss viel kosteten, vermummt; das stört jedoch die Andacht des Volkes nicht, welches sich oft mit Vorliebe garstigen Bildern zuwendet. Das Schönste sind prachtvolle blonde Locken, welche unter dem breiten Diadem, überdeckt von kantigen Platten farbigen Glases, hervorquellen. Welche Mädchenstirn mochten sie einst umspielt haben? Vielleicht hat sie der Tod abgeschnitten, vielleicht — — doch wozu Vermutungen, die sich gar zu einem Roman auS-spinnen ließen, hätten wir eS darauf angelegt, nur zu unterhalten, ohne Wahres zu erzählen. Wir theilen dafür mit, dass die Wallfahrt fchon ein heiliger Ort war, ehe Apostel das Evangelium verkündeten. Maria ist an die Stelle der deutschen Hertha getreten, auf den drei Gipfeln der Berges leuchteten in der Johannisnacht die Sonnenfeuer. Jenes Bild in der Kirche ist angeblich auf einem Banmstamm gewachsen, fromme Hirten erhielten 1487 den Auftrag, eine Kapelle zu bauen als besondere Gnadenstätte, die sich Maria erkoren. Sie zog, so lautet die Sage, auf einem Esel ein; der Stein, über den sie ritt, ist noch mit einem Kreuze bezeichnet. Balde, der Horaz des Jesuitenordens, hat die Waldrast in einer wohlgefügten lateinischen Ode besungen. Mehr als das Bild und die hässliche Kirche in ihrer verzopften Renaissance zogen mich die vielen Votivbilder an, eine Culturgeschichte im kleinen, aber in so bestimmten und deutlichen Hügen, dass man sich wundern muss, warum sie bis jetzt niemand auSgebeutet. Ich will die verschiedenen Arme und Beine, Pferde, Schafe und Ochsen aus Wachs nicht aufzählen, die Wunder, die hier geschehen, nicht staunend wiederholen; die gottlose Welt außer den frommen Tirolerbergen würde es doch nur bespötteln. Mir fiel vor allem eine Drehorgel auf mit der Inschrift: Ex voto Janos und Gertraud Szalai 1860. JanoS Szalai war offenbar ungarisch — Gertraud — den Namen tragen Tirolermädchen gar oft; wie kam das zusammen, wer hängte die Drehorgel auf? (Fortsetzung folgt.) 28. Dezember d. I. einzuberufen wegen der verfassungsmäßigen Bestimmung, wonach die Landtage alljährlich zu einer Session einzuberufen sind. Hierauf konnte seitens der Regierung nicht gut eingegangen werben, wohl aber wird an der Einberufung der Landtage für den Jänner festgehalten, und sollte biefertage behufs entsprechender Arbeitseinteilung Ür das Abgeordnetenhaus bei dem Ministerprä-identen Grasen Taaffe eine Conferenz der Obmänner der fünf Clubs des Hauses stattfinden. * * * Die „Politik" meldet, dass das vom Fürsten Carlos Auersperg unterstützte Compromiss bloß die Folge der Ueberjeuguttg gewesen sei, dass bei einem elbständigeil Vorgehen des verfassungstreuen böhmischen Großgrundbesitzes die mit der Regierung verbündete feudale Partei als Sieger aus der Wahl hervorgegangen wäre. „Fürst Carlos Auersperg — fo behauptet das Blatt Skrejschowskys — musste so handeln, da er gegen die Regierung nicht auftommen konnte und mau ihn nicht in Zweifel ließ, dass er den Compromiss aimehnten müsse ober die Regierung gegen sich haben werde. Das liberale Wahtcomite hat ihm einstimmig beigestimmt, da es sonst mit 10 bis 20 Stimmen in der Minorität geblieben wäre und nicht 13 Verfassungstreue in den Reichsrath gebracht hätte. Noch heufe ist die Majorität beim böhmischen Großgrundbesitze in den Händen der Regierung.*' Ohne den ersten Theil dieser Mittheilnng bestreiten zu wollen, müssen wir doch bemerken, dass deren Schlusssatz auf einer irrthiimtichen Auffassung beruht. Es ist richtig, dass angesichts des radiealen Grazer Programmes im böhmischen Großgrundbesitze eine conservative Gegenströmung Herborgerufen wurde, welche manchen früher mit der Verfassungspartei stimmenden Vertreter des böhmischen Adels aus Seite der Regierung und der durch sie vertretenen Aussöhnungsidee stellte. DaS war im Frühjahre und Sommer der Fall. Jetzt aber, wo die Aussöhnungspolitik eine stark ins Antonomistische schillernde Färbung angenommen hat, würde es einem aus Hohenwart und Taaffe sich stützenden Ministerium sehr schwer werde», im böhmischen Großgrundbesitze die Majorität zu gewinnen. * * * In der Donnerstags abgehaltenen Versammlung der Clubodmänuer, welche Graf Taaffe gleichzeitig mit den Präsidenten des Herrenhauses zu einer Besprechung eingeladen hatte, versuchte der Ministerpräsident die Notwendigkeit einer unveränderten Annahme des Wehrgesetzes darzulegen. Zu der von Grocholski angeregten Debatte über die in den Clubs und im Ausschüsse diseutierten Einwendungen und Abänderungsanträge kam es jedoch nicht, da die Regierung schon im vorhinein auf der unveränderten Annahme der Gesetzvorlage bestand und eine Opposition der Vertrauensmänner der Verfassungspartei bei der bedingungslos zustimmenden Haltung der Vertreter des Clubs der Rechten ganz umsonst gewesen wäre. Doch betonte der Abgeordnete Sturm das Bedenkliche der Methode, für die Zustimmung zu dieser Vorlage einen Preis aus« zusetzeu, der nach den bisherigen Erfahrungen nur in einer Abänderung der Verfaffung bestehen könne. Wie Graf Taaffe bei Schluss der Sitzung hervorhob. sind es neben dem'Wehrgesetze noch das Wuchergesetz, das Budget und das Notstandsgesetz für Istrien, auf deren rasche Erledigung die Regierung besonderen Wert legt. * ^ * In Berlin erregt eine Broschüre „Genesis und Exodus des preußischen CulturkampfeS" Aufmerksamkeit, weil man die darin enthaltenen Vorschläge zur Herstellung deS Friedens zwischen «Kirche Und Staat auf eine directe Inspiration seitens des Vatikans zurückführen zu können glaubt. Der Staat — fo heißt es in dieser Broschüre — müsse sich mit dem apostolischen Stuhl über die Bestellung und Einsetzung von Bischöfen und BisthnmSvtr- totfern einigen, welche dem Oberpräsidenten diejenigen Kandidaten benennen, denen ein geistliches Amt übertragen werden soll. Dabei sei voraus» gesetzt, dass der Papst die streitbarsten Bischöfe, wie Ledochowski, auffordert, ihre Aemter freiwillig niederzulegen. Sobald diese Frage geregelt ist, lege die Regierung den Kammern einen Gesetzentwurf vor, der den Gerichtshof für kirchliche Angelegenheiten nebst allen auf ihn sich beziehenden Gesetzesstellen beseitigt und gleichzeitig die mit dem Organismus der katholischen Kirche unvereinbare freie Collectionswahl der Patronate und Pfarrgemeinden außer Kraft setzt. Unter dem Vorbehalt der äußeren Oberaussicht gebe der Staat den kirchlichen Behörden die geschlossenen Knaben- und Clericalsemi-narien zurück und erkenne ans religiösem Gebiete die unumschränkte Jurisdiction der Kirche an. Die Aufsicht über den Religionsunterricht in der Schnle könne der Kirche im Verwaltungswege gesichert und über die Zulassung katholischer Orden und (Kongregationen zu Unterrichtszwecken bei Gelegenheit der Berathung des Unterrichtsgesetzes verhandelt werden. Als Ersatz für die aufgehobene katholische Abtheilung im (Kultusministerium würde die vom Reichskanzler wiederholt angebeutete Bestellung eines päpstlichen Nuntius in Berlin Wohl Erwägung verdienen. * * » Londoner Berichten zufolge, hat Lord Salisbury Anlass genommen, den türkischen Botschafter bezüglich des Gerüchtes einer zum Abschlüsse reifen russisch-türkischen Allianz zu interpellieren. Musu-rus Pascha soll dem Minister geantwortet haben, dass er bis zur Stunde nur ans deu Blätter» von der Sache wisse und er von seiner Regierung keinerlei Instruction besitze, um sich vertraulich oder ofsieiell in eine Beantwortung der Frage Sr. Lordschaft entlassen zu können. Er könne, was seine eigene Anschauung anbelangt, nicht an den begründeten Bestand dieses Gerüchtes glauben. Wenn jedoch Se. Lordschast von ihm eine officielle Aufklärung wünsche, werde er um die Ermächtigung zu derselben sofort bei feiner Regierung ansuchen. Wie versichert wird, hat Lord Salisbury diesen Wunsch nicht geäußert. * * * So gerne auch die englische Regierung einer Besprechung der irischen Nothlage aus dem Wege geht, so hat sich doch Beaconssield bei einer seiner jüngsten Reden veranlasst gesehen, einige Andeutungen über die Hilfe zu geben, welche den zumeist heimgesuchten Gegenden im Nothfalle zutheil werden soll. Die irischen Missvergnügten wollen sich jedoch mit solchen vagen Versprechungen nicht zufrieden geben. Diese ablehnende Haltung kam insbesondere in der Montag zu Bolton gehaltenen Rede des Agitators Parnell zum Ausdruck, welcher unumwunden erklärte, dass die Engländer den Iren nicht helfen wollen und dass daher letztere sich selbst helfen müssten. Die Pächter müssten ihr Land zu eigen erhalten; die Geldfrage dürfe da nicht im Wege stehen. Das Parlament habe bereits eine Million leihweise zum Ankauf von Grundstücken zur Verfügung gestellt; diese Summe müsse genommen werden, dazu das gesammte Vermögen der vormaligen Staatskirche, und waS dann noch sehle, müsse der Staat hergeben. Vermischtes. — Während des Rigorosums gestorben. Ein Rigorosnm mit traurigem AuSgange fand am 12. d. an der Budapester Universität statt. Ein Rechtshörer Namens Lorenz Singer legte fein letztes Rigorosum ab. Die erste Frage des Professors Dr. Kautz beantwortete Singer befriedigend, bei der zweiten Frage überfiel ihn ein Schwindel, et fiel vom Sessel herab und blieb tobt liegen. — Festländische College« der Seeschlange. Der geachtete Zoologe Fritz Müller in Otajahy, Südbrasilien, schrieb im vorigen Jahre einen merkwürdigen Bericht über die vermutliche Existenz eines riesenmäßigen, wurmförmigen Thieres in den Südprovinzen von Brasilien, wo dasselbe vom Volke der Minhocao genannt wird. Die Geschichten, welche man von ihm erzählt, sagt Müller, klingen zum größten Theil so unglaublich, dass man in Versuchung geführt wird, sie für Fabeln zu halten. Vor etwa acht Jahren erschien ein Minhocao in der Nachbarschaft von Lages, Francisco de Amaral Varella sah etwa 10 Kilometer von der genannten Stadt entfernt ein seltsames Thier von ungeheurer Größe, nahe ein Meter dick, nicht sehr lang, mit einer Schnauze wie ein Schwein; er kann aber nicht sagen, ob es Beine hatte. Er wagte nicht, es allein anzugreifen, aber während er feine Nachbarn zuhilfe rief, verschwand es, indessen nicht ohne deutliche Spuren in Gestalt eines Einschnittes in die Erde zu hinterlassen. Man folgte der Spur, sie führte schließlich unter die Wurzeln einer Tanne und verlor sich dann int sumpfigen Terrain. Ein Deutscher, Herr F. Selling, hat sie selbst gesehen. Vor etwa 14 Jahren im Jänner fand 91. I. Branco, der mit seiner ganzen Familie acht Tage laug vom Hause abwesend war, den Weg unterwühlt, große Erdhaufen aufgeworfen und einschnittförmige Spuren, welche 3 Meter breit, 700 bis 1000 Meter lang waren und in einem Sumpf endigten. Sie waren tief genug, uni einen Bach aus feinem frühem Sauf abzulenken. Der Weg des hypothetischen Thieres lag meistens unter der Erde und gieng unter dem Bachbette her; verschiedene Bäume waren da, wo er üorübergieng, um-geworfen. Man glaubt, dass das Thier noch immer in dem sumpfigen Pfuhl lebt, weil dessen Wasser sich von Zeit zu Zeit plötzlich und aus unerklärliche Weise trübt. In der Nachbarschaft des Rio dos Papagaios, Provinz Parana, wurden eines Abends int Jahre 1849 nach langem Regen-Wetter Töne gehört, als ob Regen fiele. Joao de Deos schaute aus, sah aber Sterne am Himmel. Am folgenden Morgen fand sich ein großes Feld jenseits eines kleinen Hügels volls.ändig unterwühlt; Drei Jahre später besuchte den Platz ein Gutsbesitzer Lebino dos Satttos, sah noch die Spuren und schloss aus ihnen auf zwei Thiere von 2 bis 3 Meter Dicke. In derselben Provinz fand eine Negerin eines Morgens, als sie Wasser holen wollte, die Lache gänzlich zerwühlt und sah ein Thier, „groß wie ein Hans", welches über den Boden davonkroch. Die herbeigerufenen Nachbarn kamen zu spät, um das Wesen zu sehen, fanden aber die Spuren des Ungeheuers, welches dem Anscheine nach über einen Felsen hinweg in tiefes Wasser getaucht war. Ein junger Mann sah eine große Kiefer plötzlich ohne sichtbare Ursache umfaßen. Er eilte hinzu, fand den Boden in Bewegung und ein riesiges wurrnfürntiges Thier von 25 Meter Länge, mit zwei Hörnern am Kopfe, darin heruutwühlen. — In der „Gaceta de Nicaragua" vorn 10. März 1866 berichtet Paulino Montenegro umständlich über ein Thier, welches mit dem Minhocao einerlei zu fein scheint. Der Brief ist aus Zimotega datiert. Schreiber hat aus der Reise nach Concordia im Februar gehört, dass eine riesige „Schlange" ihren Wohnsitz an einem Platze, genannt La Cuchilla, ausgeschlagen habe. Man hatte dort schon vor fünf Jahren bemerkt, dass sich aus unbekannten Ursachen am Fuße eines Hügels eine Art von erdiger Platform bildete, und ein nichts ahnender Bauer pflanzte dort Obftbäunte hinein. Um das Jahr 1863 aber sah man, dass der Grund sich senkte, ein daran liegender Felsen wurde von Erde entblößt, und doch war kein Wasser da, dem man die Wirkung hätte rp-schreibett können. Dann fiengett die Bäume an, sich zu bewegen, mächtige Eichen wurden umgeworfen und große Felsblöcke so bewegt, dass sie int Dezember die Straße von Chichiguas nach San Rafael bei Norte zerstörten. Der Boden zeigte Spalten, sank ein unb war augenscheinlich unterwühlt. Die letzten Spuren dieser unterirdischen Arbeit waren drei Tage alt, als Montenegro hinkam, und er sagt, dass sie auf zwei Thiere beuteten. Der Boben, itt dem sie hausten, war loser Grund. Man sah, dass sie beim Vorwärtsdringen eine Eiche umgeworfen hatten, und dann waren sie, verrnuthlich von dem Krachen des Baumes erschreckt, abgezogen; denn von da führten zwei große Spuren, die kleinere direct nach einem Teiche hin, die andere, größere, erst über steiniges Land und Acker, wo sie sich 130 Meter tief eindrückte, bann senkrecht hinab in denselben Teich. Baumwurzeln auf dem Wege waren angefchaut und Felsen von mehr als 1500 Kilo» gratunt Gewicht vom Platze geschoben. Der ganze Grund ist unregelmäßig zerwühlt und auf» gebrochen. Die Thiere scheinen Schuppen zu tragen, bereit Abbrücke im Lehm zu sehen waren. Ihre Länge wird auf wenigstens 12 Meter, bie Höhe auf brei, bie Dicke auf 11/2 Meter geschätzt. Die Trabition des Ortes erzählt seit undenklichen Zeiten von solchen Thieren unb nennt sie Sierpe, Schlange. Endlich wäre noch zu erwähnen, dass die Spur eines Minhocao in der Nähe von Ipauerna einen Sumpf trocken gelegt hat, indem er ihm Abfluss verschaffte. Ans alledem scheint hervorzngehen, dass in den hohen Quellgegenden des Uruguay unb des Parana sich Aushöhlungen unb einschnittförmige Sputen finden, die das Werk eines großen leben» den Thieres sind. Da kein Beobachter von Fußspuren spricht, wird man annehmen müssen, dafB es sich wurmartig kriechend bewegt; feine Schuppen würden ihm als Ansatzpunkte zum unterirdischen Bohren dienen. Die Schweineschnauze und die Hörner auf dem Kopf erinnern, wenn man sich auf diese Angaben verlassen kann, an gewisse niedere Reptilien, die ein ähnliches Leben führen wie daS, welches man dem Minhocao zufchreibt. Doch kann man auch an gigantische Gürteltiere denken, welche als Reste aus früheren Erdzeiten durch ihr unterirdisches Leben vor Zerstörung geschützt wurden. K. Z. Local- und provinzial-^ngelegenheiten. — (Ein nationaler Drohbrief.) Einer uns aus Adelsberg zugehenden (Korrespondenz vom 15. b. liegt das Original eines Drohbriefes bei, welcher einem dortigen Mitgliede der VerfaffungS-partei durch die Post zugefendet wurde. Die Veröffentlichung der betreffenden Korrespondenz unserer nächsten Nummer vorbehaltend, bringen wir hier unter Vermeidung jeder Bemerkung Über das famose Schriftstück dessen Wortlautmit Weglassung des Namens jener Persönlichkeit zum Abdruck, welcher dieses Sträußchen nationaler Gehässigkeitsblüten gewidmet wurde. Der Brief lautet: „Lieber Herr.... 1 Nicht ge- nug, daß Sie ein Verräter ihres Vaterlandes sind, nicht genug, daß Sie zu den Wenigen Ehrlosen gehören, die unser liebes Krain den Klauen deS „Germanismus" opfern unb auf biefe Weise unsterblichen Rhum ä pardon Ruhm sich im großen „deutschen Reiche in Preußen" erwerben wollen, unb nicht genug, baß Sie bie Ehre patriotisch ge» sinnter Männer angreifen, unterstehen Sie sich auch in bas „nicht österreichisch gesinnte und vom preußischen Geiste bejubelte" „Lai» bacher Tagblatt" einige Fräsen auf's Papier zu schleubern, bie warlich nicht eineS Blikes wert sind. Ja! stolz können bie Väter bes Germanismus auf solhe Söhne fein. Ich rate Ihnen baher, wen Sie einmal sich unsterblichen Ruhm in ber Literatur bet „Deutschtümler" (bie ja schon Staunenswertes in dieser Hinsicht geleistet haben) erwerben wollen, sich lieber eifrigst ber beutfrlien Stillübung ä pardon Stielübung unb ihrem Amte zu wibnten, als Politik zu treiben, von ber Sie keinen Dunst haben. Wollen Sie nur weiter „Renegat" bleiben, wollen Sie nut weiter ein Verehret bes beutschen Reiches in Preußen unb Anhänger bes „Germanismus" sein, nur bedenken Sie „Vor dem Tobe ist nieman.b" sicher. Dies sei Ihnen, wie allen ihren Anhängern zu Belernitg. Ahtnngsvoll „Skorpion." NB. 8ch würbe Ihnen „slovenisch" geschrieben haben, aber ba ich weiß, dass Sie der slovenischen Sprache nicht mächtig sind, habe ich Ihnen in „Ihrer Heimatssprache" geschrieben." — (Auch ein Theaterrecensent.) Die Redaction des „ Tagblatt" wird durch mehrere Theaterfreunde ans eine in der Wiener Theaterchronik enthaltene Recension aufmerksam gemacht, welche durch eine vollständig verständnislose Besprechung des „Cannebas" ein wenig erbauliches Zeugnis der Unparteilichkeit und Fachkenntnis des Reporters abgibt, welcher die „Theaterchronik" mit Laibacher Referaten besorgt. Durch diese Zuschrift veranlasst, haben wir denn auch in die betreffende Nummer Einsicht genommen und uns überzeugt, dass der Herr Berichterstatter lediglich auf das Ziel hinaussteuert, die trefflichen Leistungen der ersten Operettenkraft unserer Bühne zu ©misten der prote gierten Mittelmäßigkeit in Schatten zu stellen. Aus diesem Grunde dürste auch die Operette „Boccaccio" mit Stillschweigen übergangen worden sein, um deren Besprechung in der Theaterchronik wir in eben diesem Briefe ersucht werden. Dass wir diesem Wunsche nicht Nachkommen, hat seinen Grnnd darin, dass wir überhaupt den Recensionen der „Theaterchronik" keinen Wert beimessen. Auch glauben wir kaum, dass durch eine energische Verwahrung gegen den berührten Recciifentenunfug die Zahl jener Kritikaster vermindert würbe, für welche das freundliche Lächeln einer sonst nicht üblen Mittelmäßigkeit mehr Wert besitzt, als die vortrefflichste Leistung einer Schauspielerin, wenn diese eS nämlich verabsäumt hat, dem betreffenden Kunstreferenten ihre Aufwartung zu machen. Was aber Frl. Widemanu an-belangt, fo wird sich diese Künstlerin durch den ihr von allen Seiten in so hohem Grade entgegengebrachten Beifall wohl über das Unrecht zu trösten wissen, das ihr in den Spalten der „Theaterchronik" widerfährt._______________________ Witterung. Laidach, 17. November. Sonni er Tag, sehr schwacher Ost. Temperatur: morgens 7 Uhr — 7 0 , nachmittags 2 Ubr + 0 3" C. (1878 -j- 8-8»; 1877 + 7-0" C.) Barometer 735 75 Millimeter. %ia6 vorgestrige Tagesmittel der Temperatur — 15”, das gestrige — 3 7°, beziehungsweise um 5 3° und 7 3° unter 6cm Normale. _____ WoHr- Sessec, aus gebogenem Holze, von bekannter ausgezeichneter Qualität, sind während der Marktzeit billig zu haben am W«rienpk.'. (563) Irisch imijrlmujt: Kieler Sprotten, russ. Cavlar, Strachino de Milano, west-phälischcr Schinken, Zamponi, Catuchini, Saleiei, Mortadella re. bei (562) Lebcnsmittel-Preise in Laibach am 15. November. Weizen 9 fl. 91 tr., Sioni 6 fl. 34 fr., Gerste 4 fl. 65 tr., Hafer 2 fl. 93 fr., Buchweizen 5 fl. 69 tr., Hirse 4 fl. 87 kr., Kukuruz 6 fl. — fr. per Heftoliter; Erdäpsel 3 fl. 12 fr. per 100 Kilogramm; Fisolen 9 fl. — fr. per Hektoliter; Rindschmalz 80 tr., Schweinsett 70 kr., Speck, irischer 52 tr., geselchter 60 fr., Butter 70 fr. per Kilogramm : Eier 3 fr. per Stück; Milch 8 fr. per Liter; Rindfleisch 58 fr., Kalbfleisch 52 fr., Schweinfleisch 48 fr., Schöpsenfleisch 32 kr. per Kilogramm; Heu 1 fl. 78 tr., Stroh 1 fl. 42 fr. per 100 Kilogramm; hartes Holz 7 fl 60 tr., weiches Holz 5 fl. — fr. per vier C.-Meter; Wein, rother 20 fl., weißer 16 fl. per 100 Liter._________ Peter Laßnik. Es müssen gewonnen werde» Mark 8.940,000 oder Gulden 5.215,000 in der vom Staate genel'imigten und garantierten, | unter ÜSeitung einer (ßenerutdireelion stellenden | großen 277. Hamburger ffietdoerfujiing. Dieselbe besteht aus 94,000 Losen, wovon | J.Q also weit über die Halste, binnen wenigen Monaten durch 7 Geivinn-| ziehungen mit Gewinnen gezogen werden müssen Der größte Gewinn ist im glücklichsten Fall Mark 400,000. Die Hauptgewinne sind folgende: 2 12 1 24 5 2 54 6 k 20000 „ 15000 „ 12000 „ 10000 „ 8000 „ 6000 „ 5000 „ 4000 65 4, 3000 213 12 2 631 773 950 65 2000 1500 1200 1000 500 300 200 Gedenktafel über die am 19. November 1 879 ftattfinbenden tiieitationeu. 2. Feilb., UKar’fche Real., Goriiiea, BG. Egg. -2. Feilb., Bojtt'sche Real., Sadrei, BG. Landstraß. -2. Feilb., Frankovii'sche Real,, Unterprekope, BG. Land strah. — 2. Feilb., Stifanii'sche Real., Dobrava, BG Landstraß. — 3. Feilb., Terseltt'sche Real., Goriea, BG Gurkseld. — 3. Feilb , Jeras'sche Real., Arto, BG. Gurkseid. — 1. Feilb., Tome'sche Real., St. Veit, BG. Laibach, — 2. Feilb., Cvelbar'sche Real.. Brezje, BG. Landstras; — 2. Feilb., Kese'sche Real., Birkenberg, BG. Gurkseld. — 2. Feilb., R'otiaiii’fdje Real., Gurkseld, BG. Gurkseld. — 2. Feilb., Hokevar'sche Real,, Rozalnie, BG. Mottling. — 2. Feilb,, Barbii'sche Real., Mottling. — 2. Feilb., I Plesko'sche Real., Plesivcc, BG. Laibach. — 3. Feilb., Plesko'jche Real., ad Kirchcngilt Wippach tom. III., pag. 192, BG. Wippach. — 3. Feilb., Prime'sche Real., Jggdors, BG. Laibach. — 2. Feilb., UranU'sche Real., Krijatc. BG. Egg. | Telegraphischer Cursbericht am 17. November. Papier-Rente 68— Silber-Rente 70 65. — Gold-Rente 79 80. — 1860er Staats-Anlehen 127 50. — Bank-octicn 833. — Creditaetien 266 50. — London 116 60. ©ilbet —■ — K. k. Mimzbucatcn 5 54. — 20-Franes-Slücke 9 32. — IM Reichsmark 67-75. Mark ff ff 202000 252000 303000 auf Nr. ff ff ff ff 66591, 70884, 80643. Der Da rar VOM 15. November 1879 ist hier eingetroffen und wird versendet.— Bestellungen auf den „JSajcit" Ar. 22 V v. lifeinmnyr & J^cd. Bamberg« Buchhandlung. (560) 2—1 Kölner Maskenfabrik von Beri3.li.arca. Biclxter, Köln, versendet franco Preiseourants für 1880. (659) 3—1 Man biete dein Glücke die Hand!■ 400,000 Mark Hauptgewinn im günstigsten Falle bietet die aller- i neueste grosse Geldverlosung, welche von der hohen Regierung genehmigt und garantiert ist. Die vortheilhafto Einrichtung dos neuen Pianos ist derart, dass im Laufe von wenigen Monaten durch 7 Verlosungen 49,000 l■■■■<• zur sicheren Entscheidung kommen, darunter befinden sich Haupttreffer von eventuell Mark 400,4100, specioll aber ä 250000 150000 100000 60000 50000 40000 30000 25000 100 ä. 150, 26450 ä 138 Mark ic. k. Die Auszahlung der Gewinne erfolgt prompt unter | Staatsgarantie. Zur ersten Gewiuuziehung beträgt die planmäßige | I Einlage: I für eilt ganzes Original-Los Mark 6 — — fl. 3 50,1 ff halbes „ „ 3 - = „ 175, ,f viertel „ „ 1*50 = „ - 90. | Diese vom Staate garantierten, das Staatswappen tragende Original-Lose (keine Promessen!) | versenden wir gegen Einsendung des Betrages (in 1 eingeschriebenem Briefe) gegen Posteinzahlung oder j Nachnahme. — Alle Bestellungen werden pünttlicl) ausgeführt, der amtliche Ziehungsplaii den Losen gratis beigefügt, und wird nach der Ziehung die | | amtliche Gewinnliste unaufgefordert übersendet. Die Verlosungen bieten die größten Vortheile | I und sind mit vielen bedeutenden Gewinnen ausgestattet : alle Ansprüche der Theilnehmer, als Staats-1 Überwachung, Garantie für Pünktliche Auszahlung der Gewinne, sind vollständig gewahrt. — Unser | eifrigstes Bestreben wird es sein, das uns zntheil werdende Vertrauen zu rechtfertigen. (558) 7-1 Da die Gewinnziehungen schon am 10. Dezember b. I. I beginnen und die Aufträge sehr zahlreich einlausen,! | so beliebe man gcfl. Bestellungen baldigst bis zum | obigen Termin direct zu richten an Löwe & Comp«, , Bank- und Wechselgeschäft in Kcunburrg. Bo» de» vielen grofjcn Gewinne», welche in diese I I Colleeie fielen und an die glücklichen Gewinner anSbezalilt I wnrden, erwiihnen wir n»r: 1 Gewinn k M. 250,000, 1 Gewinn AM 150,000, 1 Gewinn ä M. 100,000, 1 Gewinn ä M. 60,000, 1 Gewinn ä M. 5U.000, 2 Gewinne ä M. 40,000, 2 Gewinne ä M. 30,000, 5 Gewinne ä M. 25,000, 2 Gewinne ä M. 20,000, 12 Gewinne a M. 15,000, 1 Gew. ä M. 12,000, 24 Gew. a M. 10,000, 5 Gew. ä M. 8000, 54 Gew. ä M. 5000,1 65 Gew. ä M. 3000, 213 Gew. ü M. 2000, 631 Gew. ä M. 1000, I 773 Gew. ä M. 500, 950 Gew. ä M. 300, 26,450 Gew. h M. 138 | etc. etc Die Gewinnziehungen sind planmässig amtlich festgestellt. (467) 27—15 I Zur nächsten ersten Gewinnziohung dieser I I grossen, vom Staate garantierten Geldverlosung kostet 1 ganzes Original-Los nur Mark 6 oder fl. 3 50, I 1 halbes „ 3 „ 175, 1 viertel „ „ „ 1 Va -90. Alle Aufträge werden sofort gegen Einsendung, Posteinzaliluug oder Nachnahme des ' Betrages mit der grössten Sorgfalt ausgeführt, und erhält jedermann von uns die mit dem Staatswap-I pen versehenen Original-Lose selbst in Händen. Den Bestellungen werden die erforderlichen amtlichen Pläne gratis beigefügt, und nach jeder Ziehung senden wir unseren Interessenten unauf- | | gefordert amtliche Listen. Die Auszahlung der Gewinne erfolgt stets I | prompt unter Staatsgarantie und kann durch directe Zusendungen oder auf Verlangen der Interessenten durch unsere Verbindungen an allen | | grösseren Plätzen Oesterreichs veranlasst werden. Unsere Collocto war stets vom Glücke begiin- I | stigt, und hatte sich dieselbe unter vielen anderen bedeutenden Gewinnen oftmals der ersten Haupttreffer zu erfreuen, die den betreffenden | | Interessenten direct ausbezahlt wurden. Voraussichtlich kann bei einem solchen, auf I I der eolldeeteii HumIn gegründeten Unternehmen überall auf eine sehr rege Betheiligung mit Bestimmtheit gerechnet werden, man beliebe daher, um alle Aufträge ausführen zu können, uns die Bestellungen baldigst und jedenfalls vor dem O. November «I. J. zukommen zn'lassen. Kaufmann & Simon, Bank- und Wechselgcsch&ft in Hamburg,! I Bin- und Verkauf aller Arten Staatsobligationen, [ Bisenbahnactien und Anlehenslose. I P. 8. Wir danken hierdurch für das ans seither geschenkte I Vertrauen, und indem wir bei Beginn der neuen Verlosung zur Betheiligung einladen, werden wir uns auch fernerhin bestreben, durch stets prompte und reelle Bedienung die volle Zufriedenheit unserer geehrten | Interessenten zu erlangen. D. O. Druck von Jg. v. Kleinmayr & geb. Bamberg. Verleger: Dttomar Bamberg. Für die Redaetion verantwortlich: Dr. Hans KrauS.