präunmriatioll» - Prcisr: Kür Laidach Ganzjährig . . . S ft. — lr. Halbjährig . . . L . — . Vierteljährig. . . 1 » Sa » Monatlich . . . — , SV , Mit der Post: »au,jährig . . . S fl. — lr. Halbjährig . . . 4 , SO , Vierteljährig. . . i , iS , Kür Zustellung ins Hau« viertel- jährig SS kr., monatlich S kr. «inzelne Nummern s kr. Laibacher L cda Kt io n Sdahnhosgasse Nr. tSü Lr-edition und Juieralr« ünreaii: itongreßplatz Nr 8l (Bu von I. v. Üleinmayr L Pä« Zasrrtiou»Prqft Für die einspaltige Peö iei zweimaliger Einschalti? dreimal L 7 kr. Znsertionsftenipel jedesmal «v Ir Bei größeren Inseraten und öslerei Einschaltung entsprechender Rabatt Änonimc Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Nr. 219. Dienstag, 27. September. — Morgen: Wenzeslaus. 1870. Oesterreich und das Papstthum. Der Einzug der Italiener in Rom hat unsere klerikalen Kreise in eine fanatische Stimmung versetzt. Sie erheben ein fanatisches Geschrei derüder, daß Oesterreich das Verbrechen geduldet, nicht seine Flotte nach Civita vecchia, sein Heer an die italienische Grenze geschickt oder doch wenigstens energischen Protest gegen den unerhörten Frevel erhoben habe. In den verschiedenen Manifestationen fehlt es nicht an den sonderbarsten Gedankensprüngen. Da wird verlangt, daß Oesterreich aus Dankbarkeit gegen Karl den Großen sür die weltliche Herrschaft des Papstes eintrete. In einer anderen Adresse Wird behauptet, daß der protestantische Reichskanzler vorzugsweise die Schuld trage, wenn Oesterreich nicht thätig eingreife. Man läßt es auch nicht an den furchtbarsten Drohungen fehlen. Der Untergang 6"^ -reichs, die rothe Republik sollen die Strafe -^sür sein, daß man die Entthronung des Papstes stillschweigend zugelassen habe. Die Herren thäten doch wohl, die reellen Verhältnisse zu studiren und sic würden sich überzeugen, daß Oesterreich in der römischen Frage durchaus machtlos ist. Die Klerikalen können nicht sagen, daß sie niemals in der Lage gewesen wären, ihre Ideen zum Nutzen Europa's zu verwerthen. Sie hatten in Oesterreich zehn Jahre lang alle Macht in Händen. Warum haben sic ihre Stellung nicht benützt, um Oesterreich zum mächtigsten Staat in Europa zu machen, um die Pläne Cavours zu vereiteln, um Italien nie zur Freiheit gelangen zu lassen? An gutem Willen fehlte es ihnen nicht, sie haben gegen Freiheit und Aufklärung gcwüthel, aber das Vergebliche ihres Strebens ist gar bald an den Tag getreten. Die Niederlagen in Italien, der zerrüttete Zustand der Monarchie zeigten deutlich wohin die klerikale Wirtschaft einen Staat zu führen vermag. Im Jahre 1866 hatte der klerikale Ein- fluß sich wieder befestigt. Demselben war es zuzu-schreibe», daß Oesterreich den unheilvollen Krieg gegen Preußen führte. Die Folgen sind bekannt, Oesterreich ward des Restes seiner italienischen Besitzungen verlustig, wurde aus Deutschland gedrängt und gezwungen, den Dualismus zur Staatsform zu erheben. Warum haben die Klerikalen denn das Alles nicht zu verhindern gesucht? Warum duldeten sie es, daß der Sieg sich an die preußischen Fahnen kettete? Warum riefen sic nicht die zeitgemäße Intervention der himmlischen Legionen herbei. Es kam der deutsch-französische Krieg. Man wußte, daß die Siege Preußens wie für andere Kleinigkeiten auch für die Fortdauer der weltlichen Herrschaft des Papstes entscheidend sein würden. Merkwürdigerweise haben die Klerikalen nicht ihre Heere ausgeschickt, um das protestantische Preußen in seinem Siegeslaufe aufzuhalten. Blos an Oesterreich halten sie sich, weil eben nichts wohlfeiler und bequemer ist, als sinnlose Anklagen anözusprechen, und weil in Oesterreich die klerikalen Umtriebe sich einer besonder» Protektion erfreuen. Wenn Oesterreich ddr Krieg an Italien erklären wollte, so müßte doch auch Graf Andrassy gefragt werden. Wir möchten aber den Klerikalen rathen, sich bei dein ungarischen Staatsmann die Antwort zu holen, die sie verdienen. Oesterreich ist jetzt nicht in der Lage, einen Krieg anzusangen. Es darf sich in kein Unternehmen verwickeln, das seine Grenzen dem Angriffe blosstrllen würde. Der Reichskanzler hat in der römischen Frage die Stellung eingenommen, welche als die einzig mögliche erschien. Gras Vitzthum wurde bei Ausbruch des französischen Krieges beauftragt, in Florenz zu einer Aufhebung der Septemberkonvention zu rathen. Es wurde geltend gemacht, daß Frankreich die Konvention nicht aufrecht erhalten könne, weil sich ändern Falls alle Sympathien des italienischen Volkes Preußen zuwenden würden. Auch sei es vorherzusehen, daß der König von Italien gezwungen sein würde, Rom in Besitz zu nehmen, blos damit die Revolution sich nicht des Terrains bemächtige. Der Verlauf der Ereignisse beweist, daß die von Seiteu des österreichischen Ministeriums erhobenen Bemerkungen zeitgemäß waren. Die Septemberkonvention wurde von selbst null und nichtig und der Papst ist ausschließlich auf die Gnade Italiens angewiesen, während ein Uebereinkommen unter den katholischen Mächten ihm eine bessere Stellung hätte garantireu können. Nun soll Oesterreich Prolest erheben. Man begreift, daß ein Protest ohne bewaffnete Unterstützung gänzlich wirkungslos bleiben muß und uns nur die Feindschaft Italiens zuziehen müßte. Aus diesem Grunde hat auch Graf Bcust das in dieser Richtung an ihn gestellte Ansinnen des päpstlichen Nuntius abgelehnt. Man könnte noch sagen, daß Graf Beust die Gelegenheit hätte benützen sollen, um Italien zu gewissen Garantien hinsichtlich der Stadt Triest, Istriens und Südtirols zu veranlassen. Allein das Verlangen nach solchen Garantien hätte eine unzeitige Furcht verrathen. Auch hätte in diesem Falle Oesterreich direkt seine Zustimmung zur Aushebung der weltlichen Herrschaft erlheilen müssen. Endlich erweisen sich solche Garanlien gerade dann nutzlos, wenn sie die Feuerprobe aushalten sollen. Kein katholischer Staatsmann hätte, wenn er die Interessen Oesterreichs nicht verrathen wollte, anders Handel» dürfen als Graf Bcust. Rom hat es nicht verdient, daß Oesterreich sich seinetwegen kompromittire. Ein Gespräch mit Bismarck. Der Spezial-Korrespondent des Londoner „Standard" im deutschen Hauptquartier berichtet über eine Unterredung, welche er in Rheims mit dem Grafen v. Bismarck hatte, ins der folgendes Erwähnung ver- Jeuiü'eton. Zündnadel und Chassepot. Nachdem die Deutschen fünf Wochen hindurch unablässig die Wirkungen des Chasscpot-GewchrcS ^ sich erprobt, siud sie nun wohl nur zu sehr in der Lage, sich ein Urtheil über die Vorzüge dcr französischen Ordonnanzwaffe zu bilden. Vor dem Kriege hatten die Deutschen in der Regel eine nicht allzu hohe Meinung von dem Chassepot. Auch war, was sie vo,, dcr Wirksamkeit desselben während der ersten vierzehn Tage nach Eröffnung der Feindseligkeiten sahen, nicht von der Art, ihnen eine andere Anschauung beizubringcn. In den zahlreichen Scharmützeln bei Saarbrücken, welche den ernsteren Zu-^trimenstößen vorhergingen, erwies sich das Ehasse-als alles Andere eher, denn als eine furchtbare ^affe. Die Franzosen feuerten viel, trafen aber Men. Was lag unter solchen Umständen daran, ^ß sie aus fast unbegreiflichen Entfernungen schos-mi? Ob sie nun aus so großer Weite ihre Geschosse versendeten, daß cs ihnen unmöglich war, zu zielen, oder ob sie sich als schlechte Zieler auch in größerer Nähe auswicscn, in jedcm Falle war das Ergebniß ein gleich geringfügiges und konnte die Preußen nur mit neuem Stolze auf ihr eigenes Zünduadelgewehr erfüllen. Mit solchen Eindrücken traten die Deutsche» ihrem Feinde i» de» erste» geordnete» Schlachte» bei Forbach und Weißenburg gegenüber. Hier aber entdeckten sie ganz unerwartet, wie sehr sie sich im Jrrthume befunden. Es ist ein Unterschied zwischen Schlacht und Scharmützel. Sie hatte» ganz Recht, zu glaube», daß aufs Ungefähr einen einzelne» Man» wcgzuknalleii, wie dies die französischen Vorposten unabänderlich gethan, ein ziemlich harmloses Vergnügen sei. Aber wenn die Franzosen nicht die erforderliche Ruhe gezeigt hatten, um als Tirailleurs viel Schaden anzurichten, so gewannen doch die Dinge ei» ganz anderes Aussehen , wenn Linie gegen Linie stand und ganze Bataillone ihr Schlimmstes wider einander versuchten. Dann ward das Zielen zur Nebensache, da die Menge dcr abgegebenen Salven und der Umfang des Gegenstandes, dcr ihnen als Objckt diente, ein gewisses Derhältniß wirksamer Schüsse als moralisch sicher erscheinen ließ, wic schlecht auch im- merhin das Feuer gewesen sein mochte. Die Anzahl der in einrm solchen Falle gegen den Feind geschlenderten Kugeln trägt in sich selbst die Bürgschaft des Erfolges, und da Genauigkeit nicht länger beabsichtigt gewesen, war Schnelligkeit das einzige Erforderniß. Gerade diese Eigenschaft aber ist es, in welcher das Chassepot exzelUrt, und da feine Tragweite so groß ist, daß eiu Feind in dem Augenblicke, wo er in Sicht kommt, auch schon beschossen werde» kan», so ist die Periode, während welcher er sich dem Angriff ausgesetzt findet, so lang als möglich, und die Schnelligkeit der Waffe erlangt nunmehr den äußersten Werth. Diese Vereinigung von Feuergeschwindigkeit und überraschender Tragweite ist cs, welche beim Schießen auf große Massen die Vortrefflichkeit des Chasfepot-Ge-wehres ausmacht; diese seine Fähigkeit, einen wahren Hagelsturm vo» Blei auf eine gegebene Richtung hin zu schleudern und die Zeitdauer, während welcher dcr Feind auf diese Art mit Geschossen überschüttet werden kann, zu verlängern, sind es, welche zu-sammcngenommen all die aus schlechtem Zielen oder gänzlichem Unterlassen desselben entspringenden Nach-theilc mehr als auswiegen. Wenn, wie cs wirklich dient: „Es kam u. a. zur Sprache, welche Friedensbedingungen Deutschland für unerläßlich erachte. Bismarck verlengnete jeden Wunsch auf Gebiets- oder Bevölkerungs-Vergrößerung der bloßen Vergrößerung halber und hielt es für schädlich, deutsche Unterthanen zu haben, die französisch sprächen. Aber, fuhr er fort, es ist nun seit 100 Jahren das 25. mal, daß Frankreich unter irgend einem Vorwand Krieg mit Deutschland führt. Da nun endlich unsere fürchterliche Krankheit — die getheilte Einigkeit — kurirt ist, haben wir es mit Hilfe Gottes zu Stande gebracht, Frankreich niederzuschlagen. Es wäre eitle Hoffnung, es versöhnen zu können. Frankreich wird uns niemals vergeben, ihm Niederlagen beigebracht zu haben, selbst wenn wir ihm die leichtesten Bedingungen in der Welt stellen und auf Erstattung der Kriegskosten verzichten würden. Es konnte uns nicht Sadowa vergeben, obwohl es in demselben nicht besiegt worden, und es wird nimmer Sedan vergessen. Es muß daher unschädlich gemacht werden. Wir müssen Straßburg haben und wir müssen Metz haben, selbst wenn im letzteren Falle wir dort nur eine Garnison Hallen und was sonst nöthig i i, um unsere strategische Position gegen seinen Angriff zu bessern. Wir brauchen nicht das Gebiet als Gebiet, sondern als ein Glacis zwischen Frankreich und uns. Würde der Kaiser beim Beginn des Krieges Energie gezeigt haben, er hätte Süddeutschland angreifen können, ehe wir etwas dagegen hätten thun köuueu. Er hatte eine Armee von 150.000 Mann, die an einem Tage fortbewcgt wer.en konnte. Wir können das nicht thun — wir sind zu arm. Aber Frankreich kann es bestreiten; einmal das energische mn kühne Vorhaben verfehlt, würde es seine Sache das nächstemal besser machen, und wird es thun, falls wir nicht Vorsichtsmaßregeln ergreifen und es durch eine Verstärkung unserer Grenze unmöglich machen. Wäre Süddeutschland sofort angegriffen worden, hätten wir dessen Beistand verloren, nicht weil die Süddeutschen uns nicht geneigt sind, sondern weil sie erdrückt worden wären. Der verstorbene König von Württemberg sagte zu mir eines Tages: „Sie waren stets frei mit mir, ich werde nun mit Ihnen frei sein. Welche Gefühle würden in mir rege werde», wenn die Franzosen über mein Volk hersallen würden und ich Soldaten-brot in Ihrem Lager äße? Mein Volk, mit Erpressungen bedrückt, würde mich bitten, nach Hause zu kommen und Frieden mit den Eroberern zu schließen. Das Hemde ist der Haut näher als der Rock, und ich würde eS gethan haben." Das waren die Worte des verstorbenen Königs von Württemberg, und sie schildern die Situation, so wie sie stets bleiben muß, wenn wir uns nicht gegen den französischen Angriff von dieser Seite stark machen. Darum müssen wir Straßburg und eine bessere Grenze haben. Wir wollen eher zehn Jahre kämpfen, als diese nothwendige Sicherheit nicht erzielen." Vom Kriege. Zur Katastrofe von Sedan theilt man der „Op. Nationale" noch Folgendes mit: „Es ist heute nicht mehr zu bezweifeln, schreibt ein Pariser Blatt, daß der General de Failly beim Leben sei und sich wohl befinde. Jetzt aber kennen wir auch den Ursprung des Gerüchtes, demzufolge er von einem seiner Soldaten getödtet worden wäre. Der Sieger von Mentaua ist von einem solchen Tode ernstlich bedroht gewesen. Am Vorabende seiner Kapitulation war ein Soldat seines Korps, welcher wußte, daß der General friedlich in einer Restauration von Sedan speiste, in das Etablissement ein-gedrnngen und hatte sich auf ihn gestürzt. Eine Bonne des Restaurants ermöglichte jedoch dem General durch eine geheime Thür die Flucht. Am Vorabend der Kapitulation hat unser 6i-ä6vg,ut-Kaiser in Sedan eine Proklamation anschlagen lassen, welche, wie man uns versichert, sowohl die Bevölkerung als die Armee sehr aufgebracht hat. Napoleon erklärte, zu Mac Mahon und Bazaine vollständiges Vertrauen zu haben und stellte sich seinerseits als einfachen Soldaten hin. Er suchte mit einem Worte die Verantwortlichkeit für die Ereignisse ab-znlehnen. Dieses ist um so merkwürdiger, als in Sedan ebenso als anderswo bekannt war, in welcher Absicht er seit 14 Tagen der Armee Mac Mahon's folgte, welcher, gutmüthiger als Bazaine, den Fehler begangen hatte, ihn bei seinem Gepäck aufzunehmen. Er wollte den Ruhm des Marschalls und der Armee im Falle des Erfolges plündern. Die Soldaten weinten vor Wnth, als sie die Kapitulation erfuhren; man hatte ihnen die Unterhandlungen bis zum Schluß verschwiegen. Sie fingen nun an die Waffen, die Kanonen und die Mitrailleusen in ihrer Wuth zu vernichten. Aus Sedan erfährt man durch belgische Blätter, daß der Kommandant der Festung, General von Knobelsdorf, den Belagerungszustand über dieselbe verhängt hat, um nachdrücklicher dem in der Umgebung fortdauernden Treiben der Franc-tireurs ein Ende machen zu können. Vor Mezis-reö herrscht Waffenruhe. Es ist mit dem Kommandanten der Festung gleich nach der Schlacht bei Sedan ein Abkommen getroffen worden, wornach die bei Mezieres vorbei nach Belgien führende Bahn zn Verwundeten-Transporten soll benützt werden können, wogegen bis zur Beendigung jener Transporte keine Feindseligkeiten gegen den Platz unternommen werden sollen. Dieses Abkommen war nach Pariser und belgischen Blättern vom 16. noch nicht gekündigt, weil die Forlschaffnng der Verwundeten aus der Umgegend und aus der Festung Sedan selbst bis dahin noch nicht beendet war. Politische Rundschau. Laibach, 27. September. Die Demonstrationen für die ab gesetzten Statthalter werde» immer großartiger. In Tirol und der Bukowina, in Mähren und Schlesien, überall finden die Opfer des Ministeriums Potocki die offenen Simpathien der liberalen Bevölkerung. Die Stadt Botzen hat Herrn v. Lasser zum Ehrenbürger ernannt; in Czernowitz wurde Herrn v. Mhrbach, dem schon vor einiger Zeit auf Verlangen Petrino's abgesetzten Landeschef, ein Fackelzug gebracht. Ueber die Haltung der deutschen Verfassung spartet verlautet, daß dieselbe nicht aus dem Reichsrathe treten, wohl aber sich in demselben jedes ernsten politischen Aktes enthalten werde. Ihre Stimmung ist eine ernste und entschlossene. Das Ministerium Potocki mag sich auf einen Kampf um Sein und Nichtsein gefaßt machen, jedenfalls stehen wir vor einer ernsten parlamentarischen Krise. Nach der „Presse" dürfte in der übermorgigen Sitzung des böhmischen Landtags das Re -fkript, das den Czechen Konzessionen bieten soll, einer Neuner-Kommission zur Berichterstattung auf den Freitag zugetheilt werden. Die Czechen beabsichtigen als Antwort auf das Reskript wieder eine Adresse an den Kaiser per Post abzuschicken. Im Prager Theater ist die Marseillaise, wie es scheint, an der Tagesordnung. Nachdem die Polizei das in einem Stücke vorkommende Bild der rot hen Republik in eine blaue (gemäßigte) und die rothe Fahne in eine französische Trikolore verwandelt, forderte das Publikum in der letzten Sonntagsvorstellnng unter noch größerem Spektakel die Marseillaise, anfangs wurde das Spielen derselben verboten, schließlich doch bewilligt, Herr Thiers soll in Wien nicht als Bevollmächtigter der provisorischen Regierung ausgetreten sein, da er sehr wohl erkannt haben soll, daß der Moment zu einer internalionalen Vermittlung nicht günstig fei. Seine Absicht war, sich über die Gesinnung der neutralen Mächte im Interesse seines Vaterlandes zu unterrichten und einen Kongreß an-znregen. In Rom hat sich eine provisorische Regierung gebildet und ihre erste Amtshandlung soll die Promulgation des italienischen Zivilgesetzbuches sein; im Kolosseum soll eine Volksversammlung zum Zwecke der Wahl einer Junta statt-sinden. — Lamarmora hat nach einer Unterredung mit dem König das Oberkommando im Kirchenstaat angenommen. Samstag konsiszirte die italienische Regierung 7—8000 Gewehre, welche die Aktionspartei in Rom hatte einschmuggeln wollen- der Fall ist, tausend Franzosen fünftausend Kngeln per Minute verfeuern, so hat cs wenig zu sagen, wenn neun-undvierzig von fünfzig ihre Wirkung verfehlen. Es entspricht vollkommen all ihren Zwecken, wenn tausend Menschen binnen einer Minute hundert Mann des Feindes tödten und kampfunfähig machen können. Und nun denken Sie sich dieses Verfahren auf eine Dauer von zehn Minuten — die geringste Zeit, welche ein Feind braucht, um den 1800 Schritte langen Raum zu durchmessen, auf welchen das Chasskpot trägt — ausgedehnt, und die Zahl der Dechargen, mit denen ein französisches Bataillon dem Angriffe eines preußischen Bataillons innerhalb dieses Zeitraums zu begegnen vermag, als, wie mathematisch sichergestellt ist, nicht weniger denn 50.000 betragend. Von diesen können, wie wir oben gesehen, 1000 als ihr Ziel treffend angenommen werden, was also genau eine Kugel für jeden Mann der feindlichen Angriffstruppe ergibt. Natürlich geht diese Wahrscheinlichkeit - Berechnung über die Wirklichkeit hinaus, da eine anstürmende Kolonne selten über einen 1800 Schritt breiten, völlig offenen Grund vorstürzen, sondern in den meisten Fällen sich irgend einer dazwischenliegenden Deckung bedienen wird, um ihre Front zu sichern und vor weiterem Vordringen auf dieser Bahn die Reihen des Feindes zu lichten. Immerhin dienen jedoch die vorangeführten Ziffern dazu, die furchtbaren Verluste der Deutschen in dem gegenwärtigen Feldzuge zu erklären. Es ist eine eigenthümliche, aber wohl beglaubigte Thatsache, daß viele deutsche Soldaten erst in den Spitälern zur Erkennntmß kamen, was es mit dem Schießen der Franzosen auf sich hat, da ihrer viele auf Entfernungen verwundet wurden, wo alles, was sie vom Feinde unterscheiden konnten, eine dunkle, unbestimmte Masse war. Besondere Umstände trugen dazu bei, um den Deutschen die starken Seiten des Chassepot in ver-hängnißvollster Weise fühlbar zu machen. Die beste Methode, sich vor dem Feuer einer so zerstörenden Schußwaffe zu schützen, würde sein, sich auf der Defensive zu halten, hinter Mauern und Bäumen Stellung zu nehmen und, mit derselben mörderischen Waffe ausgerüstet, Gleiches mit Gleichem zu vergelten. Aber die deutsche Infanterie befand sich nicht in der Lage, diese Taktik im gegenwärtigen Feldzuge anzuwenden. Sollte der Krieg nicht ins Unabseh bare verlängert und für die zahlreichen Uebelwol-lenden im eigenen Lande nicht eine Gelegenheit geschaffen werden, sich den Franzosen anzuschließen, so mußten die deutschen Truppen den Feind angreifen, wo immer sie ihn fanden, und durch rapide Siege andere abhalten, mit ihrem Hauptwidersachcr gemeinschaftliche Sache zu machen. Was die Ersez« zung des Zündnadelgcwehres durch dessen verbesserte Nachahmung, das Chassepot, betrifft, so brach der Krieg gerade nur um eine Spanne Zeit zu früh aus, um die vollständige Durchführung der von der preußischen Regierung bereits beschlossenen Umwcchsluug zu gestalten. Es ist sehr wohl bekannt, daß Oberst Stoffel, der Militärattaches der französischen Botschaft in Berlin, wiederholt in seinen Souverän drang, wenn er überhaupt mit Deutschland Krieg zu führen gedenke, dies zu thun, bevor die preußische Jnfanterie-Schießwaffe solche Veränderungen erfahren habe, welche sie der fra>^ zösischen ebenbürtig machte. Höchst wahrscheinlich trugen seine Vorstellungen sehr viel da;u bei, die Katastrofe zu beschleunigen, da erst 60.000 preußische Gewehre umgewandelt waren, als der Krieg ausbrach. Was immer von dem Gerechtigkeitssin Die Ultra montanen sind nicht müssig gegenüber der „Med iati sirun g" Roms. Das „Journal de Bruxelles" fordert die Katholiken aller Länder zu einer Petition an die Regierungen auf, welche dieselben auffordern soll, die vollzogenen That-sachen in Italien nicht anzuerkennen. Außerdem soll ein allgemeiner Protest gegen die Annexirung Roms organisirt werden. Die Lage Frankreichs nach dem Abbruch der Friedcnsverhandluugcn wird von der Wiener „Presse" als hoffnungslos angesehen, wenn es nicht gelingt, Zeit zu gewinnen, weil Straßburg, ohne Entsatz, iu wenigen Tagen fallen muß und dann ein ansehnliches Korps disponibel wird, das mit dem BelagerungScorps von Toul vereint, jede Diversion vom Süden zu vereiteln im Stande ist. Bon Bedeutung für die momentan sehr ungünstige Lage Frankreichs ist auch die neueste telegrafisch sigualisirtc Aeußerung des „Journal de St. Petersbourg," das die von Bismarck in Ferneres gestellten Friedcnöbedingnngen ganz billig findet. Toulö Einnahme wurde in Tours durch einen reitende» Boten bekannt und machte schlimmen Eindruck. Lord Lyons, der englische Gesandte, ist Sonntag nach Havre abgereist. Der Sitz der Regierung wird nächstens weiter südwärts (wahrscheinlich nach Limoges) verlegt. Die Depesche aus Ferriöre scheint doch nicht ganz unbegründet zu sein. In Brüssel will mau nämlich Pariser Nachrichten haben, wornach die Linientruppen, welche nach dem Treffen von Billejuif (am 19.) nach Paris flüchteten, von Arbeiten insultut und mit Sleinen beworfen wurden. Die Soldaten schossen auf das Volk. Zur Tagesgeschichte. — Die von Sr. Majestät dem Kaiser ernannte Kommission, welche die Truppen und die Maga-zinsvorräthe der ganzen Armee besichtigen soll, um die zuverlässigste Ueberzeuguug von dem wirklichen Zustande der Trnppenausrüstuug zn gewinnen, ist Mittwoch von Pilsen in Prag angekommen und entfaltete bis SamStag Nachmittags ihre Thätigkeit. Freitag Abends ist dieselbe über telegrafische Ordre uach Wien abgereist. Die Kommission besteht aus dem k. k. Generalmajor Pürker v. PUrkhain; dem k. k. Obersten Catty, Kommandanten des Jnsanterie-Reg. Nr. 21; dem k. k. Obersten von Schemel, Kommandanten des zweiten Hußarenregimentcs; dem k. k. Oberstlieutenant des Artilleriestabes Petrides, zugetheilt bei der ersten Sektion des technisch-administrativen Militärkomitee's, und dein Kriegskommissariats.Adjunkten Johann Ja-niczek. — — Wie der „Wdr," vernimmt, bere'tet sich ein Stoß gegen das seit zwanzig Jahren herrschende, dem preußische» nachgeahmte Sist cm des Gimna-sial-Unterrichtes vor. Die Negierung, welche des Kaisers deshalb gedacht werden mag, daß er vor nun acht Wochen zu den Waffen griff, zugegeben wuß werden, daß er den bezüglichen Werth der deutschen uud französischen Hinterlader sehr richtig KU schätzen wußte, und daß er, nachdem die preußische Regierung zu derselben Anschauung wie er über diesen Gegenstand gelangt war und bereits begonnen hatte, demgemäß zu handeln, keine Zeit mehr zu verlieren hatte. So vereinigten sich diplomatische Verhältnisse mit der Inferiorität des Mechanismus ihrer Waffe zum Nachtheile der Deutschen. Die Diplomatie erforderte, daß sie bei jedem Zusammentreffen die Offensive ergreifen sollten, obschon die Waffe, der sie sich gegenüberzustellen im Be- griffe waren, eine solche Unerschrockenheit außerordentlich gefährlich machte, Während, was Dreyse's Ursprüngliche Erfindung betraf, wovon sie Exem-^»re in Händen hielten, dieselbe vom Chasscpoi "^troffen war, und ihnen nichts übrig blieb, als >'4 der augenscheinlichen Gefahr aus^usetzen, hin-»kschlachtet zu werden, ohne im Stande zu sein, "Undestens nicht in den ersten Stadien des Gefechts, demselben Nachdrucke zu erwidern. (Schluß folgt.) eine Reform desselben zum Nachtheile der klassischen Sprachen und im Sinne der Hebung des realistischen Unterrichtes anstrebt, den Schwerpunkt aber in den deutschen Unterricht verlegt wissen will, hat Lehrkräfte der verschiedenen Krouländer zu einer Enquete berufen. — Oesterreich steht iu Gefahr, einen seiner besten Söhne zu verlieren. Die Krankheit des Siegers von Lissa, Admirals Tegetthoff, hat eine solche Wendung genommen, daß sie eine Genesung nicht mehr hoffen läßt. Eine Operation, auf welche man vor wenigen Tagen noch große Hoffnungen setzte, mußte unterbleiben, da die Mehrzahl der konsultireudeu Aerzte das Gelingen derselben entschieden verneinte. Die Krankheit des Admirals besteht in einem Krebsleiden der Zunge. — Graf Bismarck soll über den Gefangenen von Wilhelmshöhe die scherzhafte Bemerkung gemacht haben: „Napoleon ist ein rücksichtsvoller Manu; er konnte nicht vergessen, daß er dem Könige noch einen Gegenbesuch schuldig war." — Napoleon — so erzählte ein Frankfurter Bankier an der Börse — weiß in seiner Umgebung in Wilhelmshöhe die Meinung aufrecht zu halten, daß er in virr Wochen in Paris sein wird. Die Fräse, die er nach den ersten Niederlagen in einer seiner Proklamationen den Franzosen als Trost reichte: „Es wird noch alles ins Geleise kommen," — die Fräse scheint bei ihm fixe Idee geworden zu sein, er bedient sich ihrer sort-während. Lokal- Mü Proviuzial-Angelegenheiteu. Lo?al - Chrom!. — (B a n k no t e u s ä l s ch e r.) Gestern gelang es unserer Sicherheilswache, in einem Gasthause der Klagensnrterstraße in später Nachtstunde zweier Individuen habhaft zu werden, bei deren einem sie falsche Banknoten vorfand. Dieser steckte, als er der Wache ansichtig wurde, zwei falsche Banknoten zu 100 fl. in den Mund und nur mit Mühe und Gewalt gelang es, ihn zur Rückgabe derselben zu bewegen. Er stellte sich als der seit lange steckbrieflich verfolgte Banknotenfälscher Tnröie heraus. Das zweite Individuum wurde als der Mitschuld verdächtig gleichfalls verhaftet. — (Die Obst- und G emü s ea u s st ell uug) iu der Schießstätte wird Samstag den 1. Oktober eröffnet werden und bis zum 6. Oktober, dem Tage der Preisvertheilung, dauern. Wie wir vernehmen, verspricht dieselbe im Kernobste, zumal in den Aepfel-sorteu, welche Heuer vortrefflich geratheu sind, ein instruktives Bild des Vorzüglichsten, was die Pomona Krains prodnzirt, zu liefern. Es ist erfreulich, daß auch Produzenten vom Lande, mitunter ganz schlichte Landleute, mitkonkurriren. Zur Richtigstellung der Hierlands sehr vagen Bezeichnung der Obstsorten hat der Garteubauverem den berühmten Pomologen Herrn Kiegerl, Oberlehrer an der Ackerbauschule in Grottendorf nächst Graz, hieher eingeladen, und es wird ein nicht unwesentliches Resultat dieser Ausstellung sein, die heimischen Beueunungeu des Obstes in Einklang mit der wissenschaftlichen Nomenklatur zu bringen und so mancher trefflichen krainifchen Obstsorte auch außer Landes die verdiente Anerkennung zu verschaffen. Freunde der Obstbanmzucht sollen daher diese Gelegenheit nicht versäumen, ihre edlen Obstsorten, über deren Benennung sie im Zweifel sind, zur Ausstellung zu bringen. Die Ausnahme findet bis zur Eröffnung statt. — (Verunglückung.) Am 20. September l> I- ging der 16jährige, mit Epilepsie behaftete Franz Boltin, Sohn des Gemeindevorstehers Valentin Boltin von Jablana, zu einer Quelle, um Wasser zu schöpfen, bei welcher Verrichtung er von der Epilepsie befallen wurde, kopfüber in das Wasserbecken stürzte uud ertrank. — (Napoleon III. und der Gen ins der Menschheit.) Dem gefallenen, mit dem Fluche seiner Nation beladenen Cäsar an der Seine weinen unsere Klerikalen Thränen des Dankes nach. So läßt sich ein sloveuischer Leidträger im „Slovenski Narod" Uber die gestürzte Größe also vernehmen: „Obwohl Napoleon III. persönlich niemandem (mit Ausnahme einig r Menschenfeinde und Finsterlinge) simpathifch war, so wird ihm doch der Genius der Menschheit für das, was er während seines Seins geschaffen oder bester gesagt, für das, was auf seine Veraulassung geschehen ist, dankbar sein. Möglich, daß dies alles auch ohne seine Intervention geschehen wäre, jedoch ersichtlich ist dies nicht. Und worin besteht sein Hauptwerk? Darin, daß er die Idee der Nationalität gefördert hat. Da er auf unrechtmäßige Weise uud ohne „jene Macht von oben" zum Throne gelangte, konnte er nicht auf den betretenen Pfaden gehen, auf denen die Potentaten „von Gottes Gnaden" wandeln. Er griff daher nach der erwachenden Idee der Nationalität, die er unter feinen Schutz nahm. Dieser glückliche Gedanke verschaffte ihm auch unter jenen Ehrenmännern, die nur auf das Gute sehen und nicht darauf, woher es kommt, viele Freunde. Im I. 1859 ging Napoleon im^ Namen der nationalen Idee Italien zu befreien. Im Vereine mit Eavonr vollendete er dies Werk, das für ganz Europa von unendlicher Bedeutung wurde und dessen Tragweite Napoleon selbst nicht erkannte. Er glich jenem Zauberlehrling, der die Geister, die er losließ, nicht m:hr bannen konnte. Mit der Befreiung Italiens kam ein neues Rad in Bewegung, das mit der Einnahme Roms als Hauptstadt des italienischen Reiches erst vor kurzem zum Ziele gelaugt ist uud welches jetzt iu Deutschland wahre Wunder wirket. Die Idee der nationalen Vereinigung der Deutschen hat Napoleon zermalmet, bevor sie noch ihre Fahne völlig entfalten lonnte. Und wie selbe ihre Triumse im Süden uud Mitteleuropa unter den Italienern und Deutschen feierte, so wird auch bei den Slovenen zur Wahrheit werden, nämlich: die nationale Einheit und dann die Freiheit, für welche sie kämpfen!! — (BcrichtiftUNN.) In der Samstagsnnmmer unseres Blattes wolle man in der Danksagung betreffend die zahlreiche Betheiligung am Leichenbegängnisse des Herrn Franz Rößmann statt „unser» vergeßlichen" lesen: „unseres unvergeßlichen" Bruders ,c. Eingesenvet. Sr. Wohlgeboren dem geistreichen und witzigen Verfasser des Feuilletons im „Triglav" Nr. 77. Geehrtester Herr! Genehmigen Eu. Wohlgeboren vor Allem die Versicherung meines tiefgefühlten Dankes für die Reklame in Ihrem herrlichen Aussätze; ich habe denselben mit wahrem Bergnügen gelesen und bin in Verlegenheit, aus welche Weise ich Ihr gütiges Wohlwollen und warme Theilnahme am besten erwidern könnte. Möchten Eu. Wohlgeboren vielleicht die Güte haben, ein Souper in meinem Familienzirkel anzunehmen? Ich habe eine vortreffliche Köchin, deren Aquisition ich vor kurzem aus einem der ersten Triester Hotels machte; selbstverständlich werden wir bei dieser Gelegenheit „uns auch mit dem" Inhalte von ein paar tanghalstger Alten bekannt machen. Wenn Eu. Wohlgeboren meiner aufrichtig gemeinten Einladung Folge zn geben die Gewogenheit hätten, so bäte ich um Bekanntgabe des Tages unseres Soupers. Zugleich erlaube ich mir. der Ordnung halber, die höfliche Bemerkung, daß ich bei der Laibacher freiwilligenFeuer-wehr nicht mehr Gemeiner bin, sondern zum Leitniann der Schutzmannschaft avanzirte; ferner trage ich nicht Handschuhe, wie Eu. Wohlgeboren in Dero Aussatz zu bemerken beliebten, sondern nur Fäustlinge, und diese selbstverständlich nur im Winter bei Gelegenheit meiner Markteinkäufe. Alles dieses sichre ich für den Fall an, als es Euer Wohlgeboren belieben sollte, sür meine unbedeutende Persönlichkeit noch weitere Reklame zu machen. Ich erbitte mir eine baldige, und wenn halbwegs möglich, auch zustimmende Antwort, uud zeichne mich als Dero ergebenster Diener Fran; Ehrfeld- Nachschrift: Sind Euer Wohlgeboren Gonrmand? o gewiß! Der Verfasser eines so pikant geschriebenen Aufsatzes sollte auch auf dem Felde der Gafuonomie zu Hanse sein, in dieem Falle bitte ich den Speisezettel selbst anzufertigen. Die delikate Heilnahrung Növglösoiörtz du Lg.rr^ heilt alle Krankheiten, die der Medizin widerstehen, nämlich Magen-, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-, Drüsen-, Schleimhaut-, Athem-, Blasen- und Nierenleiden, Tuberkulose, Diarrhöen, Schwindsucht, Asthma, Huste», ^ Unverdaulichkeit, Verstopfung, Fieber, Schwindel, Blut-! aufsteigen, Ohrenbrausen, Uebelkeit und Erbrechen selbst in der Schwangerschaft, Diabetes, Melancholie, Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht. — 72.000 Kuren, die aller Medizin getrotzt, worunter ein Zeug- niß Sr. Heiligkeit des Papstes, des Hofmarschalls Grafen Pluskow, der Marquise de Bröhan a. A. — Nahrhafter als Fleisch, erspart die Lsvalesoikrö bei Erwachsenen und Kindern 50 mal ihren Preis im Mediziniren. Castle Nous. Alexandria Egipten, 10. Marz 1869. Die delikate Rovaleseiöro Du Barry's hat mich von einer chronischen LeibeSverstopsuug der hartnäckigste» Art, worunter ich nenn Jahre lang anss schrecklichste gelitten und die aller ärztlichen Behandlung widerstanden, völlig geheilt, und ich seube Ihnen hiemit meinen tiefgefühlten Dank als Entdecker dieser köstlichen Gabe d?r Natur. Mögen diejenigen, die da leiden, sich freuen : was alle Medizin nicht vermag, leistet Dn Barry's Revaleseisrs, deren Gewicht, wenn in Gold bezahlt, nicht zu theuer sein wiirde. Mit aller Hochachtung C. Spadaro. In Blechbüchsen von '/z Pfd. fl. 1.50, 1 Pfd. fl. 2.50, 2 Psd. fl. 4.50, 5 Pfd. fl. 10, 12 Pfd. fl. 20, 24 Pfd. fl. 36. — liovaleseisrö (LoeoltMs in Tabletten für 12 Tassen fl. 1.50, für 24 Taffen fl. 2.50, für 48 Taffen fl. 4.50, in Pulver für 12 Taffen fl. 1.50, 24 Taffen fl. 2.50, 48 Taffen 4.50, für 120 Taffen fl. 10, 288 Tassen fl. 20, 576 Taffen fl. 36. — Zu beziehen durch Barry du Barry L Co. in Wien, Goldschmiedgaffe 8; in Laibach bei Ed. Mahr, Parsumeur; in Pest Török; in Prag I. Fürst; in Preß bürg Pisztory; in Klagensurt P. Birnbacher; in Linz Haselmayer; in Bozen Lazzari; in Brünn Franz Eder; in Graz Ob er ranz- meyer,Grablowitz; in Marburg F. Kollet-nig; in Lemberg Rottender; in Klausenburg Krön städter, und gegen Postnachnahme. Witterung. Laibach, 27. September. Vormittag geschlossene Wolkendecke. Nachmittag gelockert. Sonnenschein. Schwacher Nordwind. Wärme: Morgens 6 Uhr -j- 7.6", Nachm. 2 Uhr -f- 12.9" (1869 17 8°, 1868 18.7°). Barometer im steigen 328.78'". Das aestriae Tagesmittel der Wärme -I- 9.2", um 1.9" unter dem Normale. Verstorbene. Den 26 September. Dem Herrij Peter Thomann, bürgerl. Steinmetzmeister, seine Tochter Rosa, alt 7 Jahic, in der Kapuzinervorstadt Nr. 85 an der häutigen Bräune. — Anton Snhadaic, Jnstitutsarmer, alt 87 Jahre, im Wer-sorgungshause Nr. 4 am Zehrfieber Theater. Heute: Der arme Port. Lustspiel in I Akt. E» passant. Lustspiel iu l Akt. Hr. St ouette mit seine» Hunden als Gast. Morgen: Störenfried. Lustspiel. Telegramme. (O r i g. - Te le g r. des „Laibacher Tag bl.") Wien, 2V. September. I» der Ab geordnetenhauösitzuiig von heute bean traute Nechbcnier, die Verhandlung über den Ädrctzantrag PaScvtini's, bis das Haus über den Nechbauer'schen Neiclirathöver tagUttstSautrag Beschlup gefaßt haben wird, zu vertage»; der Antrag wird bei namentlicher Abstimmung mit gegen Stimme» angenommen. Zwei ober-österreichische klerikale Dauern stimmten heute mit der Verfaffniigspartei. Wie», 26. September. Ncichsrathssitzung. Unter Betheilignng aller Parteien wurde Hopfen zum Präsidenten, Vidnlich und Kucnburg zu Vizepräsidenten gewählt, und der Adrcßautrag PaSeo-tini'S mit Majorität angenommen. Rechbaner erklärt Namens der Bersassnngstreucn, dieselben können nicht in meritvrische Behandlung der Reichs-rathsvorlagen eingehcu, so lauge nicht alle Mittel zur ReichSralhöbcschickung Böhmens erschöpft feien und stellt den Dringlichkeitsantrag, die Regierung anf-zufordern, die Neichscathsvertagung zn veranlassen. Die Dringlichkeit deö Antrags wird abgelehnt. Nächste Sitzung morgen. Tagesordnung: Adrcß-anlrag. To»rs, 25, Scptember. Ein Tagesbefehl Tro-chu's lobt die Artillerie, welche dem Feinde ungeheuere Verluste beibrachte, tadelt die Haltung des ersten Znavcnrcgiments, das in Folge einer un- glaublichen Panique in Unordnung znrückging und Beunruhigung ausstreute. Gegen dasselbe werden strenge Maßregeln verfügt. Erste Sendung. Wichtig kür Mmm! mit Lraxerr und Lapur grau, blau und brau» (Goldstaub). i» riüscli, k'Iocons, Velour, ^20^611 j» R.Lt»n, SLvullt, I'rou-k'rou. ^Äl6^0l8 ,,t fei» I'elr, voudl uud ^Llmersto». Gelegentlich habe ich die Ehre, dem hohe» Adel »»d den geehrte» Dame» kund zu gebe», daß ich mich gegenwärtig in Wien befinde, binnen kurzem aber mit einer Anzahl neuester vauren- und SLruint-, SeiUea- nnd k'ilr-Hütea, LäLüsr» n»d Llumvn, Uniformen »nd ullen IVIodistiiuieii-^rtilcelii wieder hier eintreffe» und dadurch in, Stande sein werde, allen nur möglichen Ansprüchen meiner x. t. Kunden auf das genaueste uachzukommeu (392—1) Änndschaftsplat; vis-ü-vis der eiserne» Brücke Nr. 222. Eröffnung «„Mllslkllhlllk der fitharmonischeu Kesellschast Der Unterricht beginnt AnfanilS Oktober »»d wird von de» Gesellschaftslehrer» ertheilt, und zwar vom Herr» Lülrrsr in, Piano, ü'iolilizello tt»d in der Harinoniclclire, voui Herr» VustLv vloravec in, Gesänge und Piano nnd vom Herrn Larl im Violinspiclc.Au Unterrichtsgeld ist für Angehörige vou Gesellschastsmitgliederu für deu Unterricht im P'iauo und in der Harmonielehre der Betrag von 2 fl. »nd für den Unterricht im Gesänge, Biolinzello und Bioliuspiele der Betrag von 1 fl., für Angehörige vo» Nichtmitglieder» der Gesell schaft aber durchgehends der doppelte Betrag monatlich zu entrichte». Für Theilnehmer am Männergesangsuuter-richte ist das Unterrichtsgeld mit 50 kr. monatlich bestimmt. Die Al»»eldun»en zur Theilnahnie au dem Unterrichte werden »»»» k. >>>»«8 4i. « ^ K« v«»> I S Iii!« L L >»» L i>> (2. Stock liuks) eutgegengenommen. Ebendaselbst werden auch Anmeldungen zur Theiluahuie au den W»»»»» -L augeuomme» (397—1) Wegeu Ansuahme iu die silharmouische Gesellschaft ist sich entweder schriftlich an die Direktion oder mündlich an den Herrn Gesellschaftskassier A. (santoni (Hauptplatz Nr. 12) zu wenden. Laibach, Ende Scptember 1870. Von äsr Direktion der filharmoiiischcil Gesellschaft. !> In der Lehr- Und Elzrehil»08-Aitstall für Madeheu der iVIai'ie ttutli in !>aibae!i nächst der Hradeczkybrücke Haus-Nr. 168 beginnt der sechsklassige Unterricht mit 1. Oktober d. I- Zugleich eröffnet die Vorstehuug die vom hohe» Ministerium für Kultus uud Unterricht mit Erlaß vom 20. Mai l. I., Z. 1768, bewilligte Bil-dnugs-Austalt für Lehrerinnen. Nähere Auskunft über die Ausuahmsbediu-guugeu der Schul und Kostzögliuge, welche i» die Anstalt anfgeuommeu zu werden wünschen, enthalten die Programme, diese liegen daselbst zur Einsicht vor nnd werden auf Verlangen auch portofrei eingesendet. (363-3) MMUUUUUUKNN KZMLUMUUUUU Im Rötzmann'scheu Hause hinter der Mauer, zweiter Stock, ist eine schöne Wohnung, bestehend aus 5 Zimmern, Küche, Speisekammer, Keller, Holzlege und Dachkammer sogleich zu vermiethen. Näheres in der Glashandlung des (399 — 1) lioHittrum. -Vnl<üncIiAunA. In der hiesigen evangelischen Schule beginnt der Unterricht am L. und können Knaben »»iS Mädchen ohne Unterschied der Konfession »nter Beibringung der Tauf- uud Impfscheine vom 26. September au iu den Vormittagsstunden bei der Unterzeichneten Direktion angemeldet werde». Nachdem es gelungen ist, ciiieii geprüften katholischen Lehrer zu gewinnen, werden die 1. nnd 2. Klasse von diesem, die 3. und 4. Kl. vou dem evangelischen Lehrer geleitet. Außer den gewöbnlicheu Elementargegenständen werden Geografie, Geschichte, Geometrie, Naturlehre, Naturgeschichte, sloveuische und französische Sprache, Zeichnen, Turnen und weibliche Handarbeit gelehrt. Das Schulgeld beträgt iu der I. Kl. monatlich 1 fl.;, in der II. Kl. mou. 1 fl. 50 kr. uud iu der III. L IV. Kl. mou. 2 fl. Für den katholischen Religionsunterricht ist eine besondere Vergütung von rnanatlich 50 kr. zu leiste». Der französische Privatunterricht kostet monatlich 1 fl. Den, Schulvorstand ist die Ermächtiguug ertheilt, in besonderen Fällen eine Ermäßigung oder auch gänzlichen Nachlaß des Schulgeldes eintreteu zu lassen. Die Direktion. (382 3) Pfarrer, Kapuziuervorstadt Nr. I Epileptische Krämpfe (Fallsucht) (16-147) j heilt brieflich der -Lpezialnrzt für Epilepsie Doktor «. i» Berlin, jetzt: Louisenstraße 45. — Bereits über Hundert geheilt. Wiener Börse vom 26. September. Mn.ktut'orräs. ;xerc. österr. WLbr. . dto. Rente, öst.Pcip. t-tv. dto. öft.inSilb. ^oss von 1854 . . . ^'ose von 1860, ganze i?ose von 186", Fünft, zträmiensch. v. 1864 . SrunüsQll.-Odl. Steiermark zu5p6t. Kärnten, Kram u. Küstenland 5 „ Lngarn . . zu5 „ üroat. u. Slav. 5 , Hiebenbürg. „ 5 „ /kationalbank . . . Kreditanstalt . . . -r. ö. Escompte-G^s. Nnglo-österr. Lank . Ocst. Bodencred.-A. . Ocft Hypoth.-Bank . Steier. E-compt.-B?. ^ais. Ferd.-Nortv. . Lüdbahn-tAeseltsch. . Lais. Elisab-lb-Bahn. ^arl-^ud«ig-Badn Siebend. Eisenbahn . 2-ns. »ran,-I°!°fSb Mnlk.-Barclcr E.-B. Llsötd-Fium. Bahn . r»k»Qükr1vks. /ration. ö.W. verlosb. ?lng. Bod.-Creditanft. ^Üg.öst.Bod.-Credit, dto. ln 33I.rückz. . Geld Ware' Geld War« K7.5t> 6Ü.L0 83.— 91.90 1VÄ.— 115.— —U^ est. Hypoth.-Eank . 57.10!,.. . 66.70 ^ r>Z.5u!Südb.-Ges. zu 500 Fr. 92.10! dto. Bons6pCt. l03.oo!Nordv. (100 fl. CM.) 115 25!Sieb.-B.(L00fl.ö.W.) Rudolföb.(300fl.ö.W.) Franz-Jos. (200 fl.S.) — 79.— — 81. 75 75.25 — 717.— 60 '/57.— — K8 ,.— 50 231.— — ^68.— — 81.— 96 210» — 177.50 — 215.50 50 2^2.— — 170.50 75 183.85 50 166.— 75 171 — I .70 92.90 L5 89.50 50 107.— — 89.— 112.- 112 LV 236.— L37.— 92.25 93.— 90.50 90.80 91.50 92.— 94.75 95.— Credit 100 fl. ö. W. Don.-Lampfscb..Ges. zu 100 fl. CM. . Triester 100 fl. CM. dto. 50 ft. ö.W. Ofener . 40 st. ö.W. ^ Salm . „ 40 „ ! Palffy . „ 40 ^ Clary . ^ -io ^ St. GenoiS,, -10 „ Windischgrätz 20 „ Waldstein . 20 „ > Kegl^vich . 10 „ ! Ru?olfSstift. 10 ö.W. ^ttodov1(3MoN.)! AngSb. 100 fl. südd.W. Franks. 100 fl. ^ London 10 Ps. Stcrl. Paris 100 Francs . Kais.Münz-Ducatea. 20-FrancSflück. . -BereinSthaler . . . Silber . - - . . 159 50 159.75 94.— 96 — 115.— 125 — 54.— ZS.— 27.- 3«.-! 3«.— 40.— 27.— 31.— 3,.— 33.— ! 27.— 31.— ! 18.- 20.-! 18.— , 20.— ! 14.— ! 16.-14-—! 15.— ! 103.50 104.— 104.— 104.25 124.50 125.— 49.— 49.75 5.87 9.93 1.83' 122.75 5.88 9.93 1.84 123.25 Telegrafischer Wechselkurs vom 27. September. 5perz. Rente ksterr. Papier 57.40. — bperz. Rente österr. Silber 66.60. — 1860er Staatsanlehen 92 50. — Bankaktie» 715. — Kreditaktien 258.—. — London 124 75. - Silber -123 25 — K. k. Müuz-Dukateu 5.89. — Na-poleo»sd'or 9.93'/, Verleger uud für die Redaktion verantwortlich: Ottomar L>amberg. Druck von Jg». v. jrleinmayr ä, Fed. Bamberg iu Laibach.