Nr. 175. Freitag, 1. August 1913.____________132. Jahrgang. OMcher MM Vränu«»,vaNon»p«»»: Mi, Pos!v<>r!r»bu»<,: yanzMrig NO «,, halbjäliri« 1b « Zm Kontor: „anzjilhi!« »2 », halbjährig li X. stür di>> »»stell«»« in« Hau« ganzjührig L ll. - K»s«7t»»n«««vühr: Wr llei»«- Inlelaü' bl« zu vier geile,! »o K, »rohere vrr Zeile 1L b^ bei öfteren W.eberliolunge» per Zeile « li. Dir »Laibachei, Zeitung» crlcheint läßlich, mi» ^lüiliiakmc der öonn- lüü ^elrrlagt. Die Kdn»tniftr«No« befindet sich Niilluöiöstrllfie Nr, l8; dle «»>akU»n Vlil!rziöstlai,r Nr. 1«. Lprechstunden dcr »iedaltion von « bit ," lll,l vonnittagi. UnirantieNe Bliese werden nicht angenommen, Mamissripte nicht zurückgestellt. Telephon-Ur. der Kedaktion 52. Amtlicher Geil. Seine f. und l. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchstem Handschreiben vom 25. Juli d. I. dcn Oberstlandmarschall im Königreiche Böhmen Ferdinand Prinzen Loblowitz znm Ritter des Ordens vom Goldenen Vließe allergnädigst zu ernennen geruht. Seine l. und l. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 21. Juli d. I. dem Pollzeirate der Polizeidircklion in Trieft Michael Pertot das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens allergnädigst zu verleihen geruht. giach dem Amtsblatte zur «Wiener Zeitung» vom 30, Juli 1913 (Nr. 17b) wurde die Weiterverbreitung folgender Preß. erzeuanisfe verboten: Folge 169 «Alldeutsches Tagblatt. vom 24. Juli 1913. Nr. 30 <8trüi liäu> vom 25. Juli 1913. Nr. «4 «Deutsches Volksblatt für Fischern und Umgebuna» vom 24. Heuerts (Juli) ,913. ,^ ,.^l- 84 «Egerer Neueste Nachrichten» vom 24. Heuerts (Juli) ,913. Nr. W «lii-^lo^sbrNäLelis loxkloc!^» vom 2b. Juli 1913, ^lr. 28 «Ulk») o, St, Veit 3b li 10 li, St. Martin bei Littcu 29 li 40 1», Aich 12 X, Unterloitsch 10 K 50 k. Dobovcc 1b li 2b b. Dorn 3 li, Sanor 7 li, Leschach 1 li, Mitterdorf 1b li und Herr Hofrat Josef Billel in Idria 20 li, daher zusammen 32b li 48 li. vi , ^ Nichtamtlicher Heil'. Die Lage in Bulgarien. Aus Sofia wird der „Pol. Korr." berichtet: Die vielfach verbreiteten Nachrichten über Meutereien in der bulgarischen Armee und Unruhen in Sofia entsprechen durchaus nicht dcr Wahrheit. Bisher ist die Ruhe in der Hauptstadt sowie im ganzen Lande in keiner Weise gestört worden und das bulgarische Volt hat gleich der Armee die Unfälle der letzten Zeit mit einer Selbstbeherrschung und Ruhe ertragen, die von den hier lebenden Ausländern bewundert worden sind. Die vom Kabinett Dnneu begangenen großen Fehler werden in den politischen Kreisen zum Gegenstände lebhafter Kritik gemacht. Tiefe Erörterungen haben aber niemals maßlose Formen angenommen; es zeigt sich überhaupt auch gegenwärtig, daß der Bulgare selbst in Zeiten großer Bedrängnis und Gefahr seine Ruhe und Entschlossenheit bewahrt. In anderen Ländern hätte eine politische Lage wie die jetzige Bulgariens, wo von allen Seiten Feinde in bulgarisches Gebiet eingefallen sind, wenn nicht Unruhen, so zum mindesten eine Lockerung dcr Disziplin und der öffentlichen Ordnnng nach sich gezogen. Beim bulgarischen Volke hat sich jedoch bloß eine tiefe Niedergeschlagenheit bemerkbar gemacht, man trägt aber die schweren Prüfun-gen mi< stiller Rest aim lim, und Ruhe. Viel hat duzn allei> dings liciac>c Arbeiten und den Studienplan stets erst dcn Vorgefetzten der einzelnen Ressorts vorlegen zu müssen, sehr viel Zeit und diese Verzögerungen trugen naturgemäß auch viel dazu bci, daß wichtige Arbeiten liegen blieben oder verspätet ihre Erledigung sanden. Um dicse unliebsamen Zustände aus dcr Welt zu schaffen, Hut der Präsident der Republik die früheren Bestimmungen über dcn Obersten Rat der Nalionalucrteidigung abgeändert. Im Artikel 1 des »cuen Dekretes heißt es, daß es Sache des Obersten Rates sein solle, alle auf die Laiidcsvcllcidigunss bezüglichen Fragen und Angelegenheiten zu prüfen, dic die Mitarbeit mehrerer Ministerien »olwcnoin mache». Nach dem Artikel li soll der Oberste Rat nach näherer Anordnung seines Präsidenten zwei-mal jährlich, und zwar im April und Oktober, zusammentreteil. In dringenden Fällen kann das Staatsoberhaupt die Einberufung des Rates veranlassen und übernimmt dann selbst den Vorsitz, Nach dem Artikel IN gehören zu dem Obersten Rat der Ministerpräsident, die Minister der auswärtigen Angelegenheiten, des Innern, der Finanzen, des Krieges, der Kolonien. Artikel IV setzt fest, daß eine Studicnkommission alle zur Beratung stehenden Feuilleton. Sein Fetisch. Erzählung von Adolf Kwrk (Marienbad). (Nachdruck verbolrn ) „Wir sind alle sehr anfgellärt und freigcistig," sagte Max Dcnglcr unt, klopfte leifc an die Zigarre, um den Afchcukcgcl adzustreifeu, dcr auf dcn Teppich hcrabzu-lallen drohte, „Wir alle, die wir hier sitzen, sind natürlich ubcr dcn Gespenster- und Geisterglauben erhaben Wir ,urchten uus weder vor Hölle »och Teufel, wir gehen ohne jedes Gruseln, wenn cs sein muß, um Mitternacht aus dcm Fncdhofe spazieren, turz, wir sind moderne Mc»,chc», Abcr trotzdem, abergläubisch wenigstens in einer Beziehung ist jeder von uns. Natürlich, ihr protestiert. Das ist selbstverständlich. Keiner gesteht diese schwäche gerne cin, teils aus Scham über die eigene ^uccstandigleit, ^ aus Aberglauben. Dcnn die meisten n ^!' 7' ^ "'^. von ihren. Fetisch zu rcdcn, v.clleicht aus Angst, daß er dann seine Wirkung verliert! Doch ,ch wollte euch lcine allgemeine Refleltionen m.chschcn sondern eine» ganz bcsti.nmtc» Fall erzählen. Erumcrl ,hr cuch an Kurt Vergheim? Er sitzt jetzt seit mehrcrcu Jahren als Konsul irgendwo jenseits des Wclt-mceres. Das erscheint cuch gerade nicht als beneidenswertes Schicksal? Nun, offcn gesagt, ich selbst lcbe auch "ever ,n unserem gesegneten Mitteleuropa als in Montevideo oder in San Salvador. Abcr vom praktischen ^tand, punkte "'s betrachtet hat Kurt Bergheim mit seinen ore,ß,g Iah«., <.z„e überraschend glänzende Kar-nere gemacht Im Auswärtigen Amt gilt er als überaus fah.ger Beamter. Seine Karriere ist gesichert. Vielleicht, dasz w,r ch» m einige» Jahren als Gesandten an hervorragender Stelle oder als Rat im Ministerium oder gcn als Minister sclbst wiederfinden. Mich würde das nicht wundern. Dcr Mann kann alles, ihm gelingt alles, ihm muß cs gelingen, denn er hat ja seinen Fetisch. Denjenigen non euch, wclchc ihn nicht persönlich kannten, muß ich etwas aus Kurts Jugendzeit erzählen, ans jcncr Zeit, da er mit mir zusammen erst das Gymnasium und »achher dic Hochschule bezog. Es war ein guler Iunge, weder klug »och dnmm, weder schön noch häßlich, weder faul noch streberisch, rurg, ln jeder Beziehung Mitlelwaare, gute Mittclwarc. Wenn er trotzdem im allgemeinen hinter gleichartigen, ja miudcrwcrtigen Kollegen zurückstehen mußte, so lag die Schuld a» seincl fatalen Schüchternheit. Es ist ja nicht jcdem gegeben, sich überall vorzudrängen, allerorten und in allen Tonarten das eigene Lob zu singen, kurz, etwas aus sich zu machen, obgleich i» unseren Tagen gemeinhin nur solche Leute cs zu etwas bringen könne». Es läßt sich nicht leugnen, daß in dem Ausspruch, wclchc» ich einst aus dcm Munde ciuer hochmögcnden Exzellenz hörte, eine gewisse Logik steckt. ,Ich kann nur Leute brauchen, die etwas aus sich machen', sagte mir Exzellenz. ,Ich bitte Sie, wenn cin Mann sclbst nicht an dlc eigenen Fähigkeiten glaubt, wer soll daran glauben?' Nun, wenn die Ansicht dieser Exzellenz i» maßgebenden Kreisen weit verbreitet war, dann mußte man Berg-Heim i» puncto Karriere das schlechteste Prognostilum stelle». Lc»lc vo» cincr solche» Schüchternheit, von so linkische,» und verlcgcnem Wesen kommen eigentlich nur noch in Lustspielen von anno dazumal vor. Das schlimmste war, daß Kurt sich dieser Schwäche wohl bewußt war. Er tat das möglichste, um sich zu trainieren, studierte alle Werke und Methoden: Me werde ich energisch?' und blicb derselbe Waschlappen wie zuvor. Sein Vater hatte ihn für die diplomatische Karriere bestimmt und Kurt wagte nicht zu widerspreche», obgleich cr selbst fühlte, wie schlecht dies Gewerbe zu seiner Natur paßte. Nun, cr hat sich ja gründlich geändert, dank seinem Fetisch. Dieser Fetisch war ein unscheinbarer dünner Goldreifen, der an Stelle des üblichen Edelsteines ein blank poliertes weißes Knochenstück enthielt. Es soll von den Mcrrestc» irge»d cmcs morgcnländischen Heiligen stam- men. Kurt brachte den Fetisch aus Ägypten mit, wohin er dcn Winter über gereist war, um die Folgen einer tückischen Influenza gründlich zu beseitigen. Er erzählte mir auch dic romantische Art, wic er in den Besitz des Klciuods gekommen sei. Irgend einer der zerlumpten sonderbaren Heilige» da nnlen schenkte ihm den Talisman und verriet ihm das Geheimnis des Zaubers. Do lange er den Ring trage, werde er in allem Glück haben, nur auf die Liebe erstrecke sich die Kraft des Zaubers nicht. Kurz »ach seiner Rücklehr mußte Kurt irgend einer wichtigen Verhandlung im Auswärtigen Amte als Schriftführer beiwohnen. Denn bei seiner Unbeholfen-hcit verwendete man ihn zumeist für schriftliche Arbeiten. Er schrieb gewissenhaft nach, was dic Exzellenzen am Beratungstifche zusammenbrauten, und dabei machte er fich Gedanken, die viel llüger waren als die von den Exzellenzen vorgebrachten. Das war schließlich /ein Wunder, dcn», wie gesagt, er war cin leidlich kluger Mensch; ciu Wunder abcr war es, daß er cs wagte, sich in dic Beratung zu mischen und scine Gedanken zum Besten zu geben. Das ist ein Wagnis, welches selbst ei» energischer Mensch kaum unternimmt, und bei Kurt konnte man cs direkt als Wunder ansprechen, um so mehr, da er nach scincr eigenen Erzählung ohne Zagen und Stottern, kalt, ruhig und sachlich seinc Meinung vorbrachte. Unter den Erzellenzen waren mehrere, die vorurteilsfrei genug waren, den guten Rat zu akzeptieren. Mit einem Schlage war Kurts Position gründlich geändert. Er übersprang cin paar Dutzend Vordermänner nnb erhielt eine wichtige Stellung, die cr so vollkommen ausfüllte daß ein baldiges neues Avancement unausbleiblich war. Ich erinnere mich, daß wir alle damals über dies Wunder lebhaft diskutierten. Jemand aab natürlich wieder eine rationalistische Erklärung! Autosuggestion und dergleichen. Wir anderen abcr glaubten ebenso fest an den Fetisch wie Kurt selbst, und am festesten glaubte Ernst von Walter daran, Den berührte die Sache nämlich höchst persönlich. lSchluh folgt.) Laibacher Zeitung Nr. 175. 1610 I.August 1913. Angelegenheiten vorzubereiten hat. Die Kommission besteht aus den Leitern der politischen Angelegenheiten im Ministerium des Äußern und der allgemeinen Sicherheit, dem Generaldirektor des Rechnungshofes, dem Chef des Generalstabes der Armee und seinem Stellvertreter, dem Inspektor der Geschwader, dem Chef des Marinegeneral-stabes und dem Präsidenten des beratenden Komitees für Kolonialangelegenheiten. Tie Mitglieder der Kommission nehmen an den Sitzungen des Rates mit beratender Stimme teil. Berichterstatter ist der Stellvertreter des Generalstabschefs. Im Artikel V wird bestimmt, daß der Oberste Rat das Recht hat, zu selnen Sitzungen alle diejenigen Persönlichkeiten zuzuziehen, deren Meinung von Nutzen sein könnte. Durch Artikel VI wird der Vorstand der Ofterationsbureaus des Generalstabes zum Sekretär des Obersten Rates ernannt. Ihm stehen drei höhere Offiziere zur Seite, die vom Kriegs-, Marina und Kolonialminister zu ernennen sind. Das auf diese Weise gebildete Sekretariat bildet eine wesentliche Stütze der Studienkommission und steht dleser, insbesondere ihrem Berichterstatter ganz zur Verfügung, um das Be-rawngsmaterial zu ordnen und die Sitzungsberichte ab-zufassen. Die Archive des Obersten Rates der Nationalverteidigung werden beim Kriegsministerium ausbewahrt und stehen unter der Verantwortlichkeit des Sekretärs. Politische Uebersicht. Laibach, 31. Juli. Wie der „Pol. Korr." aus Sofia gemeldet wird, hat sich das Verhältnis zwischen Bulgarien und Rumänien überaus befriedigend gestaltet. Es sind sichere Nn» zeichen wahrzunehmen, die erwarten lassen, daß zwischen den beiden Staaten nicht bloß eine Verständigung über alle Differenzen erzielt werden, sondern eine innige Annäherung zustande kommen werde. In Sofia bestehen für die Herstellung solcher Beziehungen die besten Dispositio' nen, und die Eindrücke, die der bulgarische Delegierte Tonnen aus Unterredungen mit den führenden rumänischen Staatsmännern gewonnen hat, lassen erkennen, daß man in Bukarest gleiche Gesinnungen hegt. Wie die „Agenzia Stefani" aus London erfährt, wurde in der Sitzung der Botschaftcrlonfcrenz am 29. Juli einer vollständigen Regelung zugeführt: 1.) Die finanzielle Unterstützung Montenegros; 2.) das offizielle Protokoll, betreffend die Regelung der Frage des Zutrittes Serbiens zum Adriatischen Meere; 3.) die innere Organisation Albaniens. Nur die Frage der Südgrenze Albaniens blieb in Schwebe und wird in der Freitagsitzung geregelt werden. Die Situation auf dem Balkan gelaugte nicht zur Sprache, da eine diplomatische Aktion im Zuge ist. Wie man aus Konftantinoftel meldet, werdeil die schweren Geschütze, die vor einiger Zeit bei der (''ataldöa-armee aufgestellt worden sind, jetzt nach Adrianovel und Kirllilisse gebracht. Das „Illustrierte Wiener Extrablatt" hebt anläßlich des Berichtes, den Paul. Doumer dem französischen Senat über die neue Wehrvorlage erstattete, hervor, daß im heutigen Frankreich die extremen Richtungen des Antimilitarismus einerseits und der Revancheidee ander- seits an Boden gewinnen. Doumer stellt sich ziemlich unverhüllt in den Dienst der Intransigenten und malt Perspektiven, die mehr den Anschauungen kurzsichtiger Fanatiker als weitsichtiger Politiker entsprechen. Doumer erklärte, die Völker warten darauf, Frankreich zu vernichten. Wenn es aber den Gedankengängen jenes Mannes folgt, arbeitet es selbst am stärksten, wenn auch nicht an seinem Untergang, so mindestens an seinem Niedergang. Das „Frcmdenblatt" bespricht die in China und Mcrilo ausgcbrochenen Bürgerkriege. Mit der Absetzung der Mandschus ist in China die eiserne Klammer, welche Nord- und Südftrovinzen zusammenhielt, gefallen. Als der Bestand der Republik durch eine auswärtige Politik bedroht schien, entschloß sich Sunjatsen, die Versöhnung zwischen dem Norden und dein Süden anzubahnen. Es brach jetzt aber eine Rebellion im Süden aus. die nunmehr niedergeschlagen zu sein scheint. Im ureigensten Interesse Chinas ist es wünschenswert, daß dort endlich geordnete Zustände eintreten. — In Mexiko hat der jähe Sturz Maderos bisher zu keiner Beruhigung des Landes geführt. Präsident Huerta gibt sich noch vergeblich Mühe, die Ordnung wieder herzustellen. Die Vereinigten Staaten haben sich bereits veranlaßt gesehen, energische Vorkehrungen zum Schutze ihrer Angehörigen in Mexiko zu ergreifen. Man kann jetzt noch nicht sagen, welche weiteren Konsequenzen die Fortdauer der Wirren nach sich ziehen würde. Tagcsncuigleitctl. — (Las Batterimn des Kaltes.) Auch das Meerwasser enthält zahlreiche Bakterien, aber erst jetzt ist nach dem „Journal der Vereinigung für Meeresbiologie" der Nachweis erbracht worden, daß manche dieser Bakterien cine außerordentlich bedeutsame Aufgabe erfüllen. In den Ablagerungen von Kallschlamm auf der großen Bahama-bank und in der Umgebung von Florida ist ein neues Bakterium entdeckt worden, das die Fähigkeit hat, aus verdünnten Kalziumlösungcn kohlensauren Kalk niederzuschlagen. Das Kleinwesen hat daher ven Namen „Bacterium calcis" erhalten. Es wird nun sehr wahrscheinlich, daß Bakterien auch in früheren Zeiten der Erdgeschichte beim Niederschlug von Kalksteinschichtcn aus dem Meer, die am Aufbau der Erdkruste den größten Anteil nehmen, wesentlich mitgewirkt haben. Das ist eine für die Geologie völlig neue Annahme. — ten zwei Minuten wurden ihnen verhängnisvoll. Als die Mädchen in den oberen Stockwerken sahen, daß es ernst war, war den meisten von ihnen der Weg über die Treppe bereits abgeschnitten. Es spielten sich grauenvolle Szenen ab, die jeder Beschreibung spotten. Eine Reihe von Mädchen starb in den Flammen, ehe es ihnen auch nur möglich war. das Fenster z» erreichen, andere suchten »bei die Köpfe der schon draußen Stehenden hinwcgzu-klettern und stürzteil kopfüber über das Gitter auf die Straße hmab, wo sie mit zerschmetterten Gliedern liegen bliebe,,^ An den Eisenkeftpen der zweiten Etage sah man Dutzende von Mädchen hängen, während die Glut in ge- ^!! m^s? 7"'" ^ ^" Fenstern herausschoß, die "mpfhaft gekrümmten Finger der Opfer löste und die Unglücklichen zu sichcrem Tode hinabschleudertcn Es steten eme Zeitlang so viel Körper herab, daß es den Menschen auf der Straße unmöglich wurde, die herab, gestürzten Opfer wegzuziehen, da man befürchten muhte von den herabfallende» Menschenkörftem erschlagen zu werden. In den unteren Stockwerken rettete sich eine An-zahl von Mädchen dadurch, daß sie noch im rechten Augenblick herabsftrangc», wobei sie freilich fast durchwegs fchr schwere Verletzungen erlitten. Sechs von chncn wnrden plötzlich wahnsinnig und stürzten zu dem benachbarten Flusse, wo sie ertranken, ehe ihnen Hilfe gejftcndct werden konnte. Die meisten Leichen, die jetzt aus den Trümmern gcborge» werden, sind vollkommen "nlcnntlich. Mit Entrüstung weist die Presse darauf hin, oay d,c Inspektoren der Feuerpolizei erst kürzlich die l Wiens, der Viclhügelstadt, läßt sich die sogenannte Innere Stadt, der erste Bezirk, ihr wirklicher ^ ^ "^"^"- dessen erste Bauten sich auf cine oer Bodenschwellungc» im Süden der Donau stellten Der breite, mit herrliche» Bauten besetzte Ring bildet zusammen ,mt den. Franz Josef-Kai ihre organische Grenze ^ d,c Vcrwaltungsgrenze geht teilweise ein paar Häu-»crzeileu wc, er - gcgeu den Kranz der neun inneren "tteren Vorstädte". Diese wieder sind von eincm zweien, "^.?','/, ""bez" >4 Kilometer (!) langen Ringe, ,"' ^ur el", umschlossen, der die stattlichc Breite mcl> lc cr ^ttafjc» besitzt; über ihn rollt dic Stadtbahn, »eben vml.^"'"^ "' elektrische» Straßc»wage», immer wieder te» m.3'^°^" Anlage» u»d weite» öffentlichen Gär-d fes Gür^l^"" ^ö" zu diesen, Kranze. Außerhalb i» dp.., L" W ^ "och vor wenig Jahrzehnten Land, "berwog: Acker, Wiesen, Weinen /in ?'? «"steigendem Boden, umstellt, im Wesens ^'. n^'^ """warts "ou den schönen Höhen des W n" Waldos, anderseits im Nordost von den Donauauen begrenzt »„ Süden in die Ebene übergehend. Die tlemcn H.cdclungen dieses Gebietes vergrößerten sich ,m Zeltexlau c z„ stattlichen Märkte», zu Villenvororte», >n unfcrer Generation auch zu bedeutende» Industrie- stättcn. Und eines Tages gab es keine selbständigen Vororte mehr, sondern nur noch dienende, sich mit entwik-kclndc Glieder der Großstadt, und cs schien, als wolle diese sich weiter und weiter dchncn, als werde s!c rinst auch dic lliischnlichcrc» Höhcn nm il)r zivcitcs Zeynl vo>. Bezirken hmanstcigc» lind dcrc» grüne '.'-?dc»deckc unter dem Granil ihres Pflasters u»d dem (^rm, ihrer Häuser verschwinden lasse». Da faßtc dic Hauptstadt dcn Beschluß, sich cincn drittc» „Ri»g" zu schassen, sich daucrud ei»e» Gürtel aus dcm Smaragd der umschließende» Ve-getntio» z» sichern. So cntsta»d die Idee des sin cme Millimicilstadt woyl cinzigen „Wald- und Wirsengür-tcls"; scit dem 29. Mai 1905, dcm Tage des bezüglichen Stadtratsbcschlusses, ist manches vo» dcn, aus etwa 50 Millionen Kosten veranschlagten Werte verwirklicht. Im Bereiche dieses Gürtels sollen eine Reihe schmier, umfangreicher A»Iage» geschaffen werden, namentlich im industricreichcn Süden der Stadt; aber vor allem gilt es, vorhandene Natur zu erhallen, durch Straßen und Wege zugänglich zu machen: Wiese» und Höhen-wald, dann die schönen Donauauen - eingeschlossen die ursprüngliche Wildnis der durch dcn Kumftf des Jahres 1809 berühmten Lobau-Insel mit ihrer seltsamen Flora und Fauna. — Ein Teil der Gebiete ist bereits durch die Stadtgcmcmde angekauft, für die anderen ist allmähliche Erwerbung oder Sicherung durch Erbpacht gc' plant. Wahrlich ein einzig großartiges „Vanngebiet" für die Großstadt! Körperliche Gesundheit fördernd, und ein Schutz gcgcn hoffnungsloses Einleben in das gewaltige, beklemmende, lärm' und raucherfüllte Steinmeer! — Freilich hat kaum eine andere Großstadt Gelegenheit, sich eine so schöne Natnrumgebung zu erhalten; wohl aber lasse» sich viele Städte mit Gewandtheit die Sicherung bescheidener Landschaftsbildcr systematisch entgehen. Mrigcns sind natürlich diese Gebiete um Wien nur zum kleineren Teile als ursprüngliche Natur anzu-sprechen, abrr doch im weitesten Sinne zu Naturschutzgebieten zu rechnen, Vo» den Teilen der Erdfläche, wo ursprüngliche oder annähernd ursprüngliche Natur mit bcwnßter Absicht erhalte» wird, ist zwar »icht der älteste — dies ist der böhmische Kubany — aber der bekannteste der amerikanische Nationalpark im Nordwesten der Union, der etwa die Größe des Kronlandes Kram hat. Kein Schuh darf in ihm falle», keine Axt gehoben werden. Auch qualitativ entspricht er amerikanischen Dimensionen: »nächtige Gebirgskette», von Ea»o»s durchschnitte», streiche» durch ihn, Geiser sprudcl» i» ihm; »licht »ur der schwarzc Bär, die Müll lmiifc» dcr große» Hotels. Durch diese Hotels vcrmitlcl» die praktischen Amerikaner die Beziehung des naturbeob-achteiidc» odcr diese besondere Sensation suchende» Mensche» zum Yellowstonepart. Die Union hat noch sechs ähnliche „Reservationen"; im kalifornische» Mariposa-haine stehe» dic berühmten Mammutbäumc, von dcnc» die älteste» ihre goldgrünliche Nadelkronc bis über 100 Meter emftortrage»; die Botaniker geben ihnen zumindest 2000 Lebensjahre, die sic brauchten, um diese Höhe bei ei»cm Stammdurchmesser vo» zwölf Meter» zn erreiche». Die Naturschutzgebiete des dicht besiedelten Europa sind natürlich kleiner. Deutschland besitzt einige schöne Bestände ursprünglicher Wälder. Der Verein „Naturschutzpark" in Stuttgart arbeitet a» der Schaffung dreier größerer Schutzgebiete; das eiuc liegt iu der Lüncburgcr Heide; der zweite wird im Deutschen Mittelgebirge abgegrenzt werde»; das dritte Gebiet liegt in dc» »ordwest-stcirisch-salzbnrgischen Hochalften und bietet in Österreich ci» Gegenstück zu den, Schutzftarl der Ostschweiz, dcr u. a, das wildc Clurjatal mit dem letzten Heimischsei» des Näre» i» de» Alpe» einschließt. Auch in Bos-»ieu sind ähnliche Gebiete abgegrenzt, als das größte dcr Gcbirgsstock der Bjclasnica in Ost-Bosnien. Der jüngste verwandte Plan denkt an dic Schaffung eines Naturparkes auf dcr dalmatinischen Insel Melcda; dort soll ein weithin gedehnter Vuschwald (Macchie) immergrüner Meditcrranngewächse nebst anschließende» Eichenbestän-dcn und zwei schönen Salzseen als Beispiel der Flora ,lnd Fauna dieser Zone in Ursftrünglichleit erhalten bleiben. Im voranstehcnden sind wohl »icht alle, abcr die wichtigsten Gebiete genannt, die der Mensch als Schauplätze semes eigciicn Kulturlebeus ausgeschaltet und für uilgestörle Entwicklung der übrige» Lebewclt bestimmt hat. Gewiß wird mit der Zeit manche der dafelbst gemachten Beobachtungen auch überraschende praktische Erkenntnis ergeben — aber der eigentliche Zweck dieser Schonbezirkc ist, abgesehen clwa »och vom erhöhten Frcmdenzustrom, ein durchaus idealer: Manche interessante wissenschaftliche Belehrung wird das ungestört sich vollziehende Naturlcbc» schenke», in um so bedeutungsvollere»! Umfange, je mehr sich mit wachsender Kultur die uilgcnützlen Teile der Erdfläche verringern; manche wärmere, innigere, »aive Freude an der Natur mag erwachse»!; und endlich sind dies Gebiete, in denen der Mensch für feine Pcrso» de» stählenden, aber auch verhärtende» Kampf, die strenge U»terwcrfu»g der übrige» Kreatur verbannt hat, in denen er sich erlaubt, ihr lediglich als Freund zu nahen. Sogar in dcn Tropen, namentlich in deutschen und englischen Kolonien, wurde bereits Schutzland abgegrenzt, so daß die verschiedensten Typen des ursprünglichsten Naturlcbens gesichert sind. Daneben hat selbstverständlich die Bestimmung auch kleiner und kleinster Schongcbictc ihren Sin». U»d da wir nicht die ganze Erdflüche in Naturparke weder verwandeln können, noch wollen, ist vor allem die Schonung bestimmter Arten und Erhaltung cmzclncr Naturobiekte vo» Bedeutung. Allzuarg hat ja i>er Mensch, uud zwar gcradc dcr werdende Kulturmensch jener Ttufc, auf dcr dic Leidenschaft mannigfaltiger, dcr Grist abcr »och »icht sertig gebildet ist, gegen bestimmte Ärlcn dcr Lcbewcscn gewütet. Schrecklich hat ine Uncdlc entartete Jagdleidenschaft aufgeräumt; Puy» sucht und damit verbündete Gcwinngier haben edles Pelz und Federwild rücksichtslos verringert; und die Römer dcr Kaiserzeit gabc» nur ein markantes Beispiel, wic snobistische Sucht »ach edle» Holzarten die Pslan-zcnwclt bedrohen la»n; sic habcn mancherlei Verwandte bis herunter zu den Herbar- und anderen Pflanzenjägern, die es für durchaus »nichtig halte», daß gerade sie die seltene Spezies im Herbar haben oder »sell am Hute heimtragen. Dcm platten Egoismus wie auch mancher Dummheit gegenüber ist natürlich Gesetzesschutz angebracht. Jagd- und Vogclschutzgesetzo schirmen in vielen Länder» gege» frevelhafte Ausbeutung — die Verbote gegen das Ausgraben bestimmter Pflanzen werben frei« lich zumeist uicht glücklich gehandhabt; es gibt wenig gesetzliche Organe, welche die geschützten Pflanze» kennen, hie und da angebrachte Anschläge mit Abbildungen lenke» geistlose.Habsucht erst recht auf die richtige Spur. Die geschützten Pflanzen, zum Beispiel Frauen« schuh, Enzianarten in den Alpen, die schöne blaue Meeresdisiel an den Nordküstcn sind zu einem Teile durch ihre Seltenheit sogenannte „Naturdenkmäler"; diesen von Humboldt geschaffenen Namen hat der um den Naturschutz höchst verdiente rcichsdeutsche Professor Eonwenty für „besonders charakteristische Gebilde der. heimatlichen Natur" eingebürgert; er gilt also sowohl für erratische Blöcke, Versteinerungen an Ort und Stelle wie für seltene Pflanzen lind schöne Eremplarc einer Pflanzenwelt lzum Beispiel alte Bäume) und für Tiere Vo» Tieren werde» auch sogenannte Räuber i» den Naturschutz aufgenommen, zum Beispiel der scho» so seltene Uh», Schädlinge wie der fast dcm Aussterben genäherte europäische Biber. Erfahrungsgemäß geht der Schade, den Räuber in ursprünglicher Natur, wo sich die Lebewesen gegenseitig i» Schach halten, durchaus nicht bis znr Vernichtung dcr bedrohten Art - nirgends so weit als der Schade, dcn menschliche Unvernunft und Habgier angerichtet habcn. Vernünftiger Naturschutz wird hicr wie auch sonst »icht z» wcit und nicht ins Tenti-mentnlc gehe»; was cr will, ist: Natur ncbc» ihrcm Hcrr», dem Mensche», lieb- und freundschaftsvoll erhallen und dc» Mensche» »ebe» u»d im unerläßlichen aroy^ artige» Daseinskämpfe mi< cbc» dieser Licbc und Freundschaft bereichern. U»d dazu sollen wir u»s u»d unsere Kinder und das ganze Volk erziehe». W i b i r a l. Lntlll- und PiMNMl-NlllNchtcn. - , Besitzer in Ober-Maharovec; Franz Weiß, Besitzer und Gemeindevorsteher in Unter-Nadule, Heinrich Grill, Besitzer in Steinwand,- Josef Hartman, Besitzer und Kaufmann in Großlaschih; Anton Povh, Besitzer in Vlato; Anton Peterlin, Besitzer und Kaufmann in Dol>ake,- Anton Poljanec, Besitzer und Kaufmann in Gabrov^ica; Josef Podboj, Besitzer und Fleischhauer in Reifnitz- Jakob Dereani, Kaufmann in Seisenberg; Martin Vul Ss G u s jew-O ren b u rgs t>: Erzählungen aus dem russischen Vollsleben. Qbertrayen und eingeleitet von Dr. Valerian Tornius. — Nr. 5578 56^ Fürst Vülows Reden. In Auswahl herausgegeben und mit Einleitungen und verbindender geschichtlicher Darstellung versehen von Wilhelm von Mas sow. Autorisierte Ausgabe. Dritter Band: 1903—1905. Mit Fürst Aülows Bildnis. Metc,rologische Beobachtungen iu Laibach. ______Seehöhe 306 2 m. Mittl. Luftdruck 736 0 mm. - "Z VZt A k.vlmmtl. z°ß ^u. N. , 73l ss2i^4 ^Z7MU""te1sw?be^"^ .___9 U^Ab. 33 3^ 17 0 NO. schwach bewöllt i ^ 1 l 7 Ü. F. ^ 33 7! 116 windstill dunstige Luft, ö 3 Das Tagesmittel der gestrigen Temperatur beträssl 18 4«, Normale 19 7°. Reaen gestern nach 4 Uhr nachmittags. Wien. 31. Juli. Wetterooraussaae für den 1. August für Steiermarl, Kärntcn und Krain: Trübung, Nciaung z"l Gewitterbiloung, mild, unbestimmt, später schlechtes Wetter. -^ Für Ungarn: Unbedeutende Tmiftcraturänderung zu erwartt", stellenweise, zumeist südlich und östlich, Regen oder Gewitter- Telegramme des k. l. Telegraphen-Korrespondenz«Bureaus. Der Erzbischof von Skutari beim Kaiser. Bad Ischl, 31. Juli. Der Erzbischof von StutA Monfignore Sereggi, wurde heute vormittags zehn " nuten vor l 1 Uhr von Seiner Majestät dem K a l I ^ in Audienz empfangen, welche bis gegen halb 12 UY währte. Seine Majestät empfing sodann den Begleite des Erzbischofö I'. Ambros Marlaskaj. Monsignore ^ reagi unterbreitete Seiner Majestät den Dank fi«r " Verleihung des Großlrcuzes des Franz Iosef-Orde'^ Seine Majestät erkundigte sich beim Erzbischof Scre^ und dessen Begleiter über die verschiedenen Phasen ^ Belagerung Slutaris und entließ beide in überaus h" voller Weise. Laibacher Zeitung Nr. 175. 1613 1. August 1913. Noseggers 70. Geburtstag. l Wien, 31. Juli. Ministerpräsient Graf Stürgky sandtc folgelldes Telegramm an Rosegger: An den geehrten Tichter der Steiermark sendet zum morgigen Feste die aufrichtigen Wünsche für ferneres Wohlergehen und für viele Jahre frohen Schaffens Graf Stürgkh. — Un-terrichtsministcr Ritter von Hussarek telegraphierte: „Zum heutigen Festtage bitte ich, meine besten und herz» lichsten Glückwünsche entgegenzunehmen". -- Reichskanzler von Vethmann'Hollweg telegraphierte: «Zum heutigen Tage, an dem allerorts Ihres retchen, frühen Schaffens gedacht wird, wünsche ich Ihnen herzlichst Glück und weiteren frohen Dichtermut." Kricglach, 31. Juli. Unter den an Roseggcr eingelangten Telegrammen befindet sich auch ein solches des deutschen Kronprinzen sowie des Statthalters Grafen Clary. Wien, 31. Juli. Die Zahl der gestern in Krieglach eingelangten Gratulationen für Rosegger ist so enorm, daß sie von Stunde zu Stunde in Säcken zur Villa Noseggers gebracht wurden. Die Borgänge auf der Balkanhalbinsel. Velarad, 81. Juli. (Aus amtlicher serbischer Quelle.) Unsere Zerniernnaslinien um Widdin sind der Festung bis auf zwei Kilometer nähergcrückt worden, wir haben Novosclo, das in der nächsten Nähe von Wid-dm liegt, besetzt. An der alten serbisch-bulgarischen Grenze, gegenüber von Vlasinja, versuchten die Bulgaren unter Aufbietung ihrer letzten Kräfte drei Sturmangriffe auf unieren rechten Flügel, der sich voil Vlasinja nach Strehar erstreckt. Der Feind wurde zurückgeschlagen und erlitt beträchtliche Verluste. u " u Belgrad, 31. Juli. Die Nachricht über die Vereinbarung einer fünftägigen Waffenruhe hat in politischen Kreisen im allgemeinen einen günstigen Eindruck hervorgerufen. Man gibt sich der Erwartung hin, daß in der Zwischenzeit eine prinzipielle Einigung in der Friedens-frage erzielt werden wird. Vukareft, 31. Juli. Gestern abends fanden zwischen Tonöev und Veniselos einerseits und Tom>ev und Pa3i5 andcrsens Unterredungen statt. In den der Konferenz vorangegangenen Veratungen machten die Bulgaren, um emen Newcis ihrer Aufrichtigkeit zu geben, den Vor> schlag, daß rumänische Offiziere die Einhaltung der Bedingungen für die Waffenruhe überwachen sollen. Der Vorschlag wurde jedoch nicht angenommen. Die Unterredungen Ton«evs mit Veniselos und Pa^ trugen einen freundschaftlichen Charakter. Alle Teile gaben gegenseitig die Versicherung ab, daß sic die möglichste Versöhnlichkeit walten lassen wolle». Wenn auch bei dieser Gelegenheit noch nicht in alle einzelnen Fragen eingegangen wurde, so kam in der langen Unterredung zwischen Ton-äeu und Veniselos doch schon der springende Punkt, die Frage der Zuweisung Kavallas, zur Sprache. Während die Griechen für ihre Forderung nach dem Besitz dieses Ortes den siegreichen Verlauf des Krieges sowie dynastische Gründe geltend machen, weisen die Bulgaren darauf hin. daß jetzt eine Lösung im Sinne des Gleichgewichtes auf dem Balkan gesucht werden soll, das ja auch die Großmächte hergestellt sehen möchten und daß diesem Grundsatz entsprechend Kavalla Bulgarien zufallen lnüfse. Rumänischerseits ist man bemüht, die Verständigung unter den Kriegführenden möglichst zu fördern. Deshalb wurden auch die Sitzungen auf die Nach- mittagsstundeu verlegt, damit die Delegierten genügend Zeit zu Sondervcrhandlungen haben. Das Ministerium des Äußern wird täglich mittags ein amtliches Bulletin über die Sitzung "bes vorhergehenden Tages veröffentlichen. Bukarest, 31. Juli. Die zweite Sitzung der Konferenz begann um 4 Uhr nachmittags. Der Konferenz war eine vertrauliche Besprechung der rumänischen Delegierten vorausgegangen, welche die Grenzftunkte topographisch endgültig festsetzten, deren Ratifikation von Rumänien verlangt wird. In der öffentlichen Sitzung wurde zunächst das Protokoll der gestrigen Sitzung genehmigt und dieses vno allen Delegierten unterzeichnet. Präsident Majorcscu machte dann den Vorschlag, daß die Mitglieder der Konferenz sich nach den imStreit begriffenenInter-. essen gruppieren und sich gegenseitig in einer besonderen Sitzung ihre Vorschläge erstatten sollen, so daß die Hauptfragen bereits durchbesprochen und geklärt vor die Konferenz gelangen. Die Führer der einzelnen Delegationen stimmten dem Vorschlage zu. Abends wird die bulgarische Delegation im Ministerium des Äußern zu einer Konferenz mit den rumänischen Delegierten zusammentreten, um die Rumänien und Bulgarien interessierenden Fragen anzuschneiden. Morgen vormittags wird eine Besprechung der Delegierten der drei Balkan-verbündeten mit den bulgarischen Delegierten stattfinden. Nachmittags um 4 Uhr tritt dann wieder die Vollversammlung zusammen, deren Dauer von dem in den Son-derberatungen vorbereiteten Material abhängt. Konstantinopel, 31. Juli. Eine gestern in Adrianopel abgehaltene Versammlung beschloß, dem Sultan und der Armee für die Wiederbesetzung Adrianopels zu danken, ein Komitee zu bilden, welches im Vereine mit dem in Konstantinopel zur Verteidigung in Adrianopel gebildeten Komitee daran arbeiten soll, die Herrschaft der Türlei in Adrianopel zu erhalten; ferner gegen die bulgarischen Grausamkeiten zu protestieren und zu erklären, daß die Adrianopeler Bürger alles opfern werden, um unter der türkischen Herrschaft zu bleiben, endlich zu verlangen, daß die europäische öffentliche Meinung nicht die Rückkehr der bulgarischen Herrschaft begünstige. An dein vom Thronfolger gegebenen Diner nahm auch vcr bulgarische Vikar teil. Nachmittags fand eine Militär-Parade statt, während welcher ein Militäräroplan aufstieg. Der Thronfolger besuchte heute Mustapha Pascha. Athe», 31. Juli. Die „Agence d'Athönes" dementiert in der kategorischesten Form die Mitteilungen eines Wiener Blattes über Verhandlungen, die zwischen Griechenland und der Türlei behufs Abschlusses eines Bündnisses geführt wurden, und erklärt, daß die zwischen den beiden Staaten im Zuae befindlichen Verhandlungen sich einzig und allein ans die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen erstrecken. Schiffsunglnck. London, 31. Juli. Der Panzerkreuzer „King Alfred" ist auf hoher See bei Kap Spurmhcad mit dem spanischen Dampfer „Ambad" zusammengestoßen. Der Dampfer sank. Die aus 2) Mann bestehende Besatzung wurde durch den „King Alfred" gerettet. Explosion bei einem Radrennen. Cincinnati, 31. Juli. Während eines Motorradrennens stieß einer der Fahrer namens Johnson an den Mast einer Bogenlampe, wodurch der Venzinbehälter des Fahrzeuges explodierte. Johnson und zwei andere Personen verbrannten, sechs Zuschauer erlitten tödliche und elf Personen schwere Verletzungen. Die Hitze in Amerika. Newport, 31. Juli. Über die westlichen und die Ientralstaaten ist nach Osten hin eine Hitzwelle gezogen. In Chicago kamen 20 Todesfälle an Hitzschlag vor, in Cleveland zwölf und in Newport vier. Auch in anderen Städten sind mehrere Personen an Hitzschlag gestorben. Verantwortlicher Redakteur: Anton Funtek. Angekommene Fremde. Hotel „«lef«tt". Am 31. Juli. Kühn, l. u. l. Oberst, s. Gemahlin; Pahelt, Ingenieur; Weihrauch, l. l. Polizei »Obeibezirlsarzt; Langer, Rauchbach, Goldstein, Tausig, Lowenftein, Kammel, Geihler, s. Gemahlin, Hoffmann, Rsde., Wien. — Sever, l. l. Professor; Kumar, Köchin, Pola. — Mokuro, Fleischhauer. Spital a. Dräu. — Dr. Windawiewicz, l. l. Oberlandessserichts« rat, s. Gemahlin, ltralau. — Vyhmalil, Obering,, s. Gemahl., Vrünn. — Mulley jun,, Lezula, Einj.»Freiw., Laibach. — Dreßler, Leutnant, Würzburg. — Dr. Marsil, Adv., s. Familie, Fiume. — Dr. Anta, Adv., Achais. — Schwarz, Restaurateur; Scherer, Vfm., Kaiserslautern. — Rott, Hamann, ttflte., Saaz. — Sanlig, Priv., s. Fam.; Epstein, Matellanz, Rsd., Trieft. 33 Schindler, Rsd., Lichtenwald. — Heinschel, Saria. Rsde., Marburg. — Rapoldi. Rsd., Klagenfurt. — Langer, Rsd., Novo iite (Kroatien). — Prohasla. Rsd,, s. Gem., Agram. — Cenel, Insp., Böhm..Brod. — Dr. Vidmar, Prof., f. Gem.. Martelbach. Gr«md H»tel Uni««. Am 31. Juli. Dr. Grah, San Resno. — Dr. Posavec. Professor; Dr. Matit; Posavec. Private, Esseg. — Szechmy, Großgrundbesitzer; Iuchsel, Rsd., Vudaftest. — Kosel, Hotelier. Kalifornien. — Vajeö, Kassier, Karlftadt. — Wolzel, Privat. Pragwald. — Mladel. Haser, Private; Eisenstein, Rsd.. Prag. — Pesovac, Kaplan, Agram. — Bresovitel, Katehet, Tolmein. — Solol, Pfarrei, Slavonien. — Stuhec, Rsd., Graz. — Eichbaum, Rsd., Frankfurt. — Wattor, Rfd., Trieft. — Fal» nesuS, Regierungsrat; Wanlo, l. u. l. Major; itantani, Ar« chitelt; Ram, Widas, Rosenzweig. Geiner, Kömpf, Neufeld, Deutsch, Singer, Gultmann, Heimlei, Freitag, Rsde., Wien. Elegante Wohnung bestehend aus vier Zimmern, Küche, Bad etc., ist zum Novembertermln Theaterkasse Nr. 10 zu vorgeben. Ebendortselbst ist eine zweizimmrige Wohnung mit Veranda zu vermieten. Anzufragen: BeethovengaiseNr.15, Tür 3. 3086 3-1 Professor Dr. Hlfred uon Ualenta verreist bis 3. September. Aktienkapital: 150,000.000 Kronen. Seidel nligea gegen ElnitgibOcher und Im Konto - Rerreot; Gewlhrung von Iredtten, Etkenpte von Wechseln etc. File der K. K. priv. Oesterrefchischen __________in Laibach_________ CreUstalt for Handel and Me Prešerengasse Nr. 50. *™ Reserven: 95,000.000 Kronen. Kaut, Verkaof i. Belehnang ron Werl papieren; Blrtenortrei; VerwiltuM von Depots; Safe-Depoirti; Mllltlr- Helratikayllontfl etc. Jiurse an der Wiener Börse vom Hl. Juli l»13. Schlnßkure Geld I Ware Allg. Staatsehnld. «» l(Mai-Nov.)p.K.4 8iso 81-60 a *% J .. .» P-VA S1'30 SJ'60 2 k. st. K.(Jän.-Juli)p.K.i 81-30 SfbO l „ ,, p. A.4 81-80 81-60 2 412%».W.Not.FoKAuK.p.K.4-2 86 06 8626 £ 4-2<>/„ „ „ „ „ p.A.4-2 86-06 8626 .S 4-a°/„ „ Bilb.Apr.-Okt.p.K.4-2 86'06 Sfi-26 W 4-2<>/o ,, ,, ,, ,, p.A.4'2 #6-0« 86Zf> Lose v.J. 18ß0iu6O0fl.ö.W.4 — — Lo8ev.J.18eozuH>on.ö.W.4 — — Losev.J.1864zulOOfl.ö.W-----660-— 670 — Losev.J.tH6+zu 6011.5.W-----azo— — •— St.-Doman.-Pf. taosl.300K.5 —•_ -_•_ Oesterr. Staatsschuld. Oest.StaatBBchatzsch.stsr.K.4 96-(if, 96-86 Oest.Goldr.8tfr.Go!d.KasBe. .4 10630 106-60 ,, ,, ,, ,, p. Arrgt. 4 tOG-30 106'60 Oent. Rentei.K.-W.stfr.p.K.4 8160 81-80 i. ,, „ „ „ ,,U. .4 81-76 81-96 Oest. Rente i. K.-W. steuorfr. (1912) p. K............ 81-80 81-60 Oeet. Rente i. K.-W. stouorsr. (1912) P- U............ 81-30 81-60 Oest.Inveat.-Ront.6tfr.p.K.3i/., 71-90 72-10 Franz Josessb. i.Silb.(d.S.)6'/4 107-60 108-60 Golif. Karl LudwigBb. (d.St.)4 «2/6 83-16 Nordwb.,ö.u.südnd.Vb.(d.S.)4 82-60 83-60 Rudolfsb.i.K.-W.8tsr.(d.S.)4 #2*8 8326 V001 Staate i. Zahlnng übern Eisenbabn-Priorltltg-Ohllg. Böhm.Nordbahn Em. 1882 4 __•__ —•__ Böhm. WeBtbahnEm.1885. .4 84- 86- — Böhm. Woatb.Em. 1895i.K 82-40 83-40 Fcrd.-Nordb.E. i8H6(d.S.). 4 9iu.lO()on.S.4 84-40 8640 Kudolssbahn E. lH84(d.S.)S.4 88-76 84-76 Staatsoisonb.-G.!iOO F. p. St. 3 S48-— 362— dto.Ergz.NetzsiOOF.p. St. 3 82426 828-26 SüdnonldoutBchoVbdub. fl.S. 4 83-26 84-26 Ung.-gal.E.E. 1887200Silber4 8280 83-80 Ung. Staatsschuld. Ung.StaatskasacnHch.p.K.47» 99-16 99-36 Ung. Rente in Gold . .. p. K. 4 100 40 10060 Ung. Rentei, K.stfr.v. J. 1910 4 «0-76 80 96 Ung. Rcnto i. K. Btfr. p. K. 4 #0-7« 80 96 Ung Prämion-AnlohonalOOfl. 428-— 438 — U.Thoiss-R.u. Szog.Pnn.-0.4 283-— 293--U.Grundentlastg.-Obg.ü.W.4 81-60 82-60 Andere offentl. Anlehen. B8.-hon.EiB.-L.-A.K. 1902 4V» 89-40 9040 Wr. Verkehrsanl.-A. vorl. K 4 81SO 8280 dto. Em. 1900 vorl. K___4 «/-«0 8280 Galizischosv. J. 1H93 vorl. K.4 81-80 82 80 Krain.L.-A.v.J.188öö.W .. 4 —¦— 94-60 Mährisches v.J. 1890 V. ö.W. 4 86-60 87-60 A.d.St. Hudap.v.J. 1903v. K.4 7960 80-60 Wien (Elok.) v. J. 1900 v. K. 4 8180 82 30 Wien (invest.)v.J. 1902V. K.4 84- 86- Wion v. J. 1908 v. K.......4 82-20 8820 RusB.St.A.19OCf. lOOKp. U.6 10230 10280 Bul.St.-Goldanl.1907 100 K4>/j 86-26 87-26 Pfandbriefe und Kommunalobligationen. Bodenkr.-A. oat., &0 J. ü.W. 4 8260 83 60 Bodonkr.-A. f. Dalmat. v. K.4 96— 9« — Böhm. Hypothekenbank K. . & 100-— 101 — dto. Hypothbk.,i.57J.v.K.4 *«-7ö «97« SchluBknrB Geld |Ware Proi " Böhm.Ld.K.-SchuldHCh.50J.4 8626 86.26 dto. dto. 78J.K.4 84— S6-~ dto E.-Schuldseh. 78 J. 4 84-— S6-— Galiz.Akt.-Hyp.-Hk.......5 9076 91-76 dto inh.50J.verl.K.4V2 «2— 83 — Galiz.LandcBb.5lVjJ'-K.4y, .^'40 92-40 dto.K.-Obl.III.Em.42J.*Va S9-S0 9o-20 [str Bodonkr.-A. 36 J. ö. W. 5 97-60 98 GO IBtr.K.-Kr.-A.i.62V.Jv.K.4V, 88- 89-- Mähr. Hypoth.-B.o.W.n. K.4 82-66 88-66 NiofI.-öet.Land.-Hyp.-A.55j.4 88-60 84-60 OoBt. Hyp. Banki. öOJ.vcrl. 4 82-— 83— Oest.-ung.Bank50j.v.ö.W.4 86-40 87-40 ' dto. 50 J. v. K.........i 87— 88-— Centr. Hyp.-B. ung. Spark. 4Vj 9060 9rao Comrzbk.,IJest. Unp. 41J. 4»/j 9/7« 9275 dto Com. 0. i. 50»/»J-K4V-i 9ir>o 92g0 Herrn. B.-K.-A. i.60 J. v. K4>/2 9025 9i-sn Spark.Innerst.Bud.i.50J.K4Vs 90-so 9r60 dto. inh. 50 J. v. K. ... 41/« «22« 83-26 Spark.V.P.Vat.C.O.K . .4"/»