^r. 64. Vlännme»atlon«pl«»«: I« «omptoir ganzj. fl. 11, halbj. fl. ö 50, yür ble Zustellung we H«u« halbl. 50 lr. Mil del Post g,nz>, si. 15, halbj. fi. ?-5«, Montag, 17. März. Ins«rtlon«gebül! yur das Jahr 1883 für Künstlerunterstützungen ^/"^'ügmig stehenden Credite den Nachbenannten Indien zugewendet: bem Schtiftsteller Jakob Arbes, ° m Schriftsteller Karl Erdmann Edler, «m Maler Alfred Friedländer, dmUMeller Franz Herites, der IZr'stst'Uer Dr. Theodor Löwy, dem^'llstellerin Maria Theresia May. den Künstler Richard von Perger, d m^er Jakob Schitaneder.' d^^lchter Thomas Schlegel, Mij^°nfünstler Felix We ing artner Edlen von '"nzberg und ^^Tonkünstler Julius Zellner. un?^ i?^ ^lc. des Herrn Ministerpräsidenten """ «elter des Ministeriums des Innern Grafen Taaffe. d N>^" ^" Sitzung des Abgeordnetenhauses am 14ten vpi» "grlff Se. Exc. der Herr Ministerpräsident und ^"er oes Ministeriums des Innern Graf Taaffe «» ^on, um verschiedenen Rednern zu antworten. Die Ausführungen Sr. Excellenz lauten: Der geehrte Herr Redner, der zulekt aewrochen svr ^n"^r öffentlichen SichechZ 7nd Orin?n d b i3 ?. ?^. ^6e daher nüt der Ordnung an, 3tett„? ^ dasjenige hervorheben, was mit meinem ra^.. ^?". Zusammenhange steht. Es steht in Be° ^""« dle Centralleitung des Ministeriums des Innern; ick n,-^l mit derselben in Verbindung steht, halte lich'"Z verpflichtet, hier Weiter darzulegen. Die ö'ffent- I^ ^"cherheit gehört auch in das Ministerium des ügei/e?'ss>lwo wenn ihr auch im Budget später ein lVinen »l s b eingeräumt ist, so nrhme ich doch gar Vieinun ^ "'^" ""^ "°^ meiner unmaßgeblichen in dies U 3^ "' dieser Frage schon vorgegriffen wurde, ' r Michtung mich auszusprechen, über die ^" ^'"^ ^^ ^er Herr Abg. Dr. Roser lick j,: ^anitätsverhältnisse gesprochen und nament« lich ^. ^°«en Misistände hervorgehoben, die bezüg. stehen , ^artigen Verfälschung der Lebensmittel be-in Oesip - ^^ ""^ dargelegt, tmss in dieser Richtung rend in >!^ "gentlich gar nichts geschehen sei, wäh-Deutsck! ^" benachbarten Ländern, namentlich in Chorden ' w dieser Beziehung viel vorgesorgt ist. wurden ""^ Aemter errichtet und Gesetze erlassen bloßer N>?? """ ^^cht leugnen, dass es gewiss ein ^ebensmm? - '^' ^"^" ^^"^^ "''^ ^" fo wichtigen in einer s /N. die für die ärmere Bevölkerung gehören, für den N ^'se vorgegangen wird, dass dieselben Macht wp ^""^ lheilweife wenigstens unbrauchbar ge« «n Oest^ -"' "^" ^ch muss dem entgegentreten, dass sei. Um k ' m " ?'es" Richtung gar nichts geschehen halten f, s. ^"fälschung von Lebensmitteln hintanzu-verordn^ ^ ""^ ^""^ ^"he ^^"^ Regierungs- die ifj^^ ^"ch 'n anderen Beziehungen war und ist lichen E/ln"^ .^l'6. um Schädigungen der mensch-die Wnm ^" i" verhindern. Ich erlaube mir auf weisen ,"° 'Verordnung vom Jahre 1866 hinzu-erst in'vipl l lch" Bestimmungen enthalten sind. die yesehen ibr '^^"n Jahren in den deutschen Sanitäts-^'"'Muna?« "l. ^"^ gefunden haben, nämlich Ae-l^" Kindel?^"5 ber Erzeugung von Tapeten, ^leiderstntt ^ w""n. von Geschirren aller Art. von Die k "' ^ "' die Giftstoffe enthalten können, dieser Bettin"^'"^ 'lt aber. dass die Handhabung "vMen Ni,f ""^^" ""b Verordnungen in den auto. !"bchte A Mskreis der Gemeinden gehört. Ich !H der U,.si^'^. Gelegenheit nur hervorheben. dass 'n dieser N. '" ' ^ass gerade die Gemeinde Wien 9cht. ^cl> s?/""3 in anerkennenswerter Weise vor. U"d Sie w, "e nur die öffentlichen Blätter zu lesen, "'lersuchun", " ^"ben, wie oft in dieser Richtung ?,^°cht X "°" Seite des Wiener Magistrates ^^uchu.3''^und selche Resultate durch diese Ganz richtig aber ist es, was auch von dem geehrten Herrn Abg. Dr. Roser, mit dem ich mich in dieser Beziehung vollkommen einverstanden erklären muss, hervorgehoben wurde, dass eine Ordnung in diesen Dingen nicht eintreten wird. bis nicht empfind» liche Strafen diejenigen Leute treffen werden, welche Lebensmiltel verfälschen. Das steht aber in Verbin-dung mit unserem Strafgesetzentwurfe. In diesem sind Bestimmungen enthalten, welche verfügen, in welcher Weise gegen solche Personen vorzugehen ist, welche die Lebensmittel verfälschen. Wenn mir daher von Seite des Herrn Abg. Dr. Roser ein Vorwurf gemacht worden ist, dass ich in dieser Richtung gar nichts gethan habe. während ich ihm doch schon vor vier Jahren versprochen habe, mich mit dieser Angelegenheit zu befassen, so muss ich sagen, dass ich da in gewisser Beziehung gebundene Hände habe, also nicht einseitig vorgehen kann. Der erwähnte Straf« gesetzentwurf muss vorerst zum Gesetze werden; derzeit könnte ich nicht mit einem Entwürfe kommen und darin Strafbestimmungen und Principien aufstellen, die dann vielleicht mit dem Strafaesetzentwurfe, welchec siinerznt zum Gesetze werden wird, in Widerspruch stünden. Ein Gesetz aber. in dem keine Strafsanctionen enthalten sind, ein solches Gesetz ist, wie Sie, meine Herren, mir gewisz zugeben werden, ein Gesetz auf dem Papiere. Ich glaube daher meine Aufgabe jetzt wie früher darin zu sehen, die bestehenden Anord-nungen und Verordnungen nach Thunlichkeit zu haud-haben. Wenn gesagt wurde, dass wir in dieser Richtung keine Behörden, wie solche in Deutschland bestehen, haben, wobei der Herr Redner ohne Zweifel das deutsche Gesundheitsamt vor Augen hatte, so möchte ich mir erlauben, darauf hinzuweisen, dass wir ja die Laüdessamtcitsräthe und den Obersten Samtätsralh haben. Korporationen, deren Aufgabe es ist, sich auch mit diesen wichtigen Fragen zu beschäftigen. Ueber-gehend auf die vom Herrn Abg. Dr. Roser auch und gewiss mit Recht betonte Nothwendigkeit, das Publi« cum gegen den Missbrauch mit Geheimmitteln zu schützen, erlaube ich mir zu bemerken, dass durch eine Durchführungsverordnung zur Gewerbegesetz-Novelle der Geschäftskreis zwischen Apothekern und Hanoels-treibenden in einer Weise abgearenzt und der Geschäftskreis der letzteren in einer Weise beschränkt wor« den ist, welche einem möglichen Missbrauche von ihrer Seite durch Verabfolgung von Heil« und Geheimmitteln begegnen soll. In den nächsten Tagen wird eine aus der Initiative des Obersten Sanitätsrathes. der eben dazu berufen ist. die Regierung in dieser Richtung aufmerksam zu machen, hervorgehende Ministerial« Verordnung erscheinen, durch welche der Handverlauf von Arzneien durch die Apotheker und dadurch auch die missbräuchliche Verabfolgung von Geheimmitteln eingeschränkt werden wird. Ich erlaube mir, dies hier zu bemerken, damit das hohe Haus gütigst daraus ersehen möge, dass die Negierung sich mit dieser außerordentlich wichtigen Frage beschäftigt, dass sie aber nicht in der Lage ist, dermalen einen Gesetzentwurf vorzulegen, wobei ich mir die Bemerkung erlaube, dass die Verfassung eines solchen Gesetzentwurfes mit großen Schwierigkeiten verbunden ist. Ich habe mir schon früher zu erwähnen erlaubt, dass die Durchführung von Verordnungen gegen die Verfälschung von Lebensmitteln fowie die Lebensmittel-Polizei überhaupt in den autonomen Wirkungskreis der Gemeinden gehört und die Gesetzgebung hierüber theilweise in den Wirkungskreis der Landlage fällt. Es könnten also hier vom Reichsrathe — möchte ich sagen — nur allgemeine organisatorische Bestimmungen erlassen werden. Die Verordnungen, die in dieser Rich» tung noch aus älterer Zeit bestehen und die in allen Königreichen und Ländern durchgeführt weiden, sind eben Verordnungen, die aus einer Zeit herstammen, wo diese Competenzbedenken nicht bestanden haben und daher die Regierung vollkommen in der Lage und berechtigt war, für alle Königreiche und Länder diese Bestimmungen zu erlassen. Würde ich aber heute diese Bestimmungen, die in voller Rechtskraft bestehen, in einen Gesetzentwurf znsammc»fafsen, so wird mir, wie ich glaube, das hohe Haus keinen Vorwurf machen, wenn ich die Comftetenzfrage in dieser Richtung mir vor Augen halte. (Sehr richtig! links.) Ich erlaube mir, dem sehr geehrten Herrn Abgeordneten Dr. Roser, der die Sanitätsfrage und namentlich die Frnge über die Verfälschung von Lebens« mitteln zur Sprache gebracht hat. nur zu danken, in« dem er mir Gelegenheit gegeben hat. dem hohen Hause darzulegen, dass die Regierung nicht unterlassen hat und auch in Zukunft nicht unterlassen wird. sich mit diesem wichtigen Gegenstande eindringlich zu beschäftigen. (Beifall rechts.) Der Ordnung wegen erlaube ich mir nun, auf den zweiten sehr geehrten Herrn Redner überzugehen, nicht auf ihn, sondern auf dasjenige, was er gesagt hat. (Heiterkeit.) Nachdem ich früher gesagt habe. dass ich mich, in meinen heutigen Auslassungen wenigstens, nur auf dasjenige beschränken kann, was sich auf den Gegenstand bezieht, den wir heute eben besprechen, nämlich auf die Centralleitung des Ministeriums des Innern, so bin ich leider nicht in der Lage. auf die Jesuiten einzugehen, dieselben gehören nicht zu meinem Departement (Heiterkeit) und ferner glaube ich mich nicht weiter auslafsen und mir ein Urtheil anmaßen zu können über die Urtheile des Obersten Gelichtshofes. (Sehr gut! rechts.) Denn dieselben entziehen sich meiner Beurtheilung. Im allgemeiuen möchte ich nur erwähnen, dass bei der Regierung gewiss der gute Wille vorhanden ist, in allen Königreichen und Ländern die Gleich, berechtigung, soweit sie eben Physisch möglich ist. durch« zuführen, eine Aufgabe, die in mancher Beziehung leider auf großen Widerstand stößt. Ich möchte mir nun erlauben, auf den dritten Herrn Redner überzugehen, der — ich bitte um Ver» zeihung für meine unmaßgebliche Meinung — etwas vorgegriffen hat einem späteren Titel des Ministeriums des Innern, nämlich den Titel „Oeffentliche Sicherheit". Ich möchte mir da erlauben, nur ganz im allgemeinen hervorzuheben, dass die Regierung sich, wie dies ja selbstverständlich ist, mit der Frage der öffentlichen Sicherheit beschäftigt, dass auch in dieser Rich« lung Resolutionen des hohen Hauses schon von früheren Jahren vorliegen und die Regierung, was eben in ihrer Macht stand, gethan hat, aber eben nur das, was in ihrer Macht stand. Meine Herren! Der letzte Herr Redner hat ge« sagt, dass ihn mit Erstaunen, wenn er nicht sagen wollte mit Entrüstung. die Passivität erfüllt habe, welche die Behörden in früheren Jahren bei Massenversammlungen haben zutage treten lassen, und die plötzliche Energie, mit der sie jetzt auf einmal eingeschritten und sogar den Ausnahmszustand verordnet haben. Wenn ich mir nun erlauben darf. auf diese frühere Zeit der Passivität zurückzukommen, so kann ich nicht leugnen, dass die Regierung — wenn ich mich des Ausdruckes bedienen darf — sehr langmüthig vorgegangen ist. Aber die Regierung ist eben der An« sicht, dass man in gewisser Richtung liberal vorgehen müsse (Heiterkeit und Bravo! rechts); man muss ja doch nicht sagen: Oesterreich ist ein Polizeistaat. Ich war daher der Meinung, dass, so lange die Leute nur reden, ich ihnen nicht entgegentreten sollte; wie sie aber begonnen haben zu handeln und zu morden, da war die Nothwendigkeit vorhanden, entgegenzutreten. (Beifall rechts.) Wenn früher erwähnt worden ist, es hätte ein Arbeiter im Merstallinger Processe ausgesagt, dass er zu diesen Massenversammlungen Geld, wie sich ausgedrückt worden ist, von der hohen Obrigkeit erhalten habe, welche diese Massenversammlungen und Demonstrationen unterstützt habe, und es fei das schon von mehreren Rednern vorgebracht und von der Negierung gleichwohl nicht widerlegt worden, daher es wahr sein müsse, so erlaube ich mir hinzuweisen auf die bereits erwähnte Langmüthigkeit der Negieruug. Nun wurde aber die Sache zum drittemnale vorgebracht und — ich bitte um Verzeihung für den vulgären Vergleich — es ist das wie bei einer Limitation: zum ersten-, zum zweiten- und zum drittenmal?. Jetzt wird das schon zum drittenmale vorgebracht, jetzt halte ich mich verpflichtet , dem entgegenzutreten. Und da erlaube ich mir, dem hohen Hause aus vollstem Herzen und tiefster Ueberzeugung die Versicherung zu ertheilen, dass die Regierung weder direct noch indirect diese Sache unterstützt hat und dass die Regielunss lem Velo, daher auch nicht in wendet hat. Sie we.d.>„ mi> oielle.cht, meme geehrten Laibacher Zeitung Nr. 64 53N 17. März 1884. Herren, den Vorwurf machen und werden sagen: Warum haben sie das nicht das erstemal erklärt? Es war meine persönliche Ueberzeugung, wie ich es das erstemal gehört habe, dass in einer Weise, von keiner Behörde — sei es von der oberen oder von der untersten Behörde — in einer Richtung etwas der« artiges geschehen ist, aber ich musste mich selbst voll-kommen sicherstellen, und so bin ich der Sache nach-gegangen, habe sie untersucht und bin jetzt zur vollsten Ueberzeugung gekommen, dass ich nicht nur, wie ich es damals schon hätte thun können, für meine P?rson einstehen kann, sondern für sämmtliche Behörden in dieser Richtung (Beifall rechts), und das bitte ich das hohe Haus gütigst zur Kenntnis nehmen zu wollen. Es ist ferner seitens eines geehrten Herrn Vorredners von officiösen Volksblättern gesprochen worden. Nun könnte ich viel darüber jagen, aber das ist auch schon vorüber, das ist gestern vorgekommen (Heiterkeit rechts), und darauf will ich nicht zurückkommen, denn ich glaube, unsere Zeit ist gemessen, das Budget aber ist sehr lange, und wir haben noch sehr viele Gesetze zu berathen. (Bravo! Bravo! rechts.) Wenn wir »un alle Tage wieder auf den gestrigen Tag zurückkommen, dann werden wir nie den morgigen erleben. (Beifall rechts.) Es wurde ferner von dem geehrten Herrn Vor« redner von dem Ausnahmezustände gesprochen, warum derselbe herbeigeführt worden ist, und dass er eigentlich nicht nothwendig war. Aus denselben Gründen, die ich eben hervorgehoben habe, kann ich auch darauf nicht zurückgehen. Beide Häuser des Neichsrathes haben darüber ihr Urtheil abgegeben, und ich kann daher ebenso wenig in eine weitere Debatte über diesen Gegenstand eingehen oder mir diesfalls ein weiteres Urtheil anmaßen, als ich mich früher über die Urtheile des Obersten Gerichtshofes weiter auslassen wollte, konnte und durfte. (Lebhafter Beifall rechts.) Wenn ferner erwähnt worden ist, dass es boshafte Leute gibt. welche von einer Dynamitkiste gesprochen haben, die man herbeigeschafft habe, die dann wieder verschwunden sei und die man wahrscheinlich dazu habe brauchen wollen, um zu zeigen, wie gefähr-lich die Zeiten sind, so weiß ich nicht, wer diese boshaften Leute sind. Der geehrte Herr Vorredner hat selbst bemerkt, dass das reines Geschwätz ist, und dass er sich mit demselben nicht einverstanden erklären könnte. Nun da muss ich eben die boshaften Leute boshafte Leute sein lassen und das Geschwätz Geschwätz sein lassen. (Heiterkeit rechts.) Aber etwas möchte ich mir erlauben zu bemerken. Ich möchte nicht so herumwerfen mit dem Dynamit (Heiterkeit rechts) und mich darüber lustig machen! Meine Herren, das Dynamit ist nicht nur durch seine Explosionsgefahr sehr bedrohlich, sondern überhaupt, wenn solche Sachen — ich bitte um Verzeihung —! nicht mit dem gehörigen Ernste besprochen Werdens (Sehr gut! rechts.) Wir befinden uns in einer sehr ernsthaften Situation, und wir müssen dieser Gefahr, in der wir uns befinden, mit Ernst, Ruhe und kaltem Blute entgegentreten (Beifall rechts) und in keiner Weise irgend eine Ausschreitung uns zuschulden kommen lassen. Und dass eine solche von Seite der Behörden nicht geschehe, dafür wird Vorsorge getroffen, und es hat ja selbst der geehrte Herr Vorredner hervorgehoben, dass gerade die unteren Organe und die Polizeibehörden mit großer Gewissenhaftigkeit vorgehen, und wenn, wie er meint, eine Ausschreitung stattfindet, so hänge das nur von gewissen Instructionen ab, die diese Behörden erhalten haben. Nun kann ich Sie, meine Herren, versichern, dass die Instructionen, welche die Behörden erhalten, ganz dem Gesetze entsprechend sind. Aber bei dieser Gelegenheit erlauben Sie mir auch hervorzuheben — und ich möchte sagen, ich kann das in dieser schweren Zeit mit Freude hervorheben — mit welcher Opferwilligkeit die Behörden und namentlich die Polizeibehörden, die Beamten dieser Behörden und die Wachleute, die täglich ihr Leben auf das Spiel setzen und gewiss eine geringe Entlohnung haben, ihre Schuldigkeit thun. Dies habe ich mich für verpflichtet gehalten, heute hervorzuheben, und ich bitte das hohe Haus und die Mitglieder desselben, das zur gütigen Kenntnis zu nehmen. (Lebhafter Beifall rechts.) Wien, 14. März. (Orig.-Corr.) Gestern endlich hat das Abgeordnetenhaus die Generaldebatte über das Budget zu Ende gebracht. Als letzter Redner sprach der Generalberichlerstatler Gras Heinrich Clam-Martinitz in der ihm eigenen vornehmen und maßvollen Weise. Graf Clam fasste d,e ganze Debatte zusammen und constatierte als Er-geblns derselben zwei Dinge: Erstens die ursvriing. llch so außerordentlich heftigen Angriffe der Linken sind allmählich mnner wirkungsloser und wirkunas. loser geworden, und die Opposition, die anfänglich cilles, was von der Negierung und der Rechten aus-gierig, verdächtigt hat, ist doch schon auf dem Stand-punkte angelangt, dass sie es nicht mehr wagt. die dona Kä08, die Ehrlichkeit und s,ute Absicht des Mini-steriums und der ministeriellen Fractionen zu bestreiten und nur deren fachliche und sachliche Comvetenz in Zweifel zieht, und zweitens die Opposition kann, wenn sie noch so sehr grau in grau malt, doch die eingetretene Besserung der wirtschaftlichen Lage nicht mehr bestreitcn. Einer so wenig rücksichtsvollen Opposition, wie der der Linken, zwei solche Concessionen abgerungen zu haben, das ist immerhin etwas, worauf Regierung und Majorität mit einem gewissen Stolz blicken dürfen. Die Rede des Grafen Clam war reich an Ausführungen von hohem sachlichen Wert?, und wenn der Generalberichterstatter der Linken entgegenhielt, dass sie kein Recht habe, über die Kostspieligkeit eines Ver« waltungsapparates zu klagen, den sie geschaffen hat und dessen Aufrechterhaltung sie noch heute vertheidigt, wenn er weiter dann erinnerte, dass an den reichsgemeinsamen Ausgaben wenig oder nichts zu ersparen fei, weil die Ausgaben für das Heerwesen —- und nur diese fallen ins Gewicht — ohnesies nur „nach sorgsamer Prüfung und Erwägung der Nothwendig« keit" durch die Delegationen votiert worden seien, wenn der Berichterstatter endlich, auf die von der Rechten votierten Erhöhungen im Zolltarif und deren glänzenden Erfolg für die Staatsfinanzen hinweisend, diese Zollerhöhungen eine „rettende That" nannte, so wird jedermann, der seinen mit einer Fülle von Details belegten und bei aller Schärfe in d^r Polemik doch musterhaft höflichen Auseinandersetzungen mit Aufmerksamkeit gefolgt ist, deren unbedingte Richtig« keit zugeben müssen. Was Herr v. Dunajewski von den Ausführungen der Herreu v. Carneri und v. Plener noch stehen ließ, das hat Graf Clam gestern aufs wirkungsvollste zerstört. Auf das politische Gebiet übergehend, konnte der Redner mit Recht behaupten, dafs es unsinnig sei, von einem „zersetzten Föderalismus" zu sprechen, dass das Ministerium Taaffe die überkommene Staats- und Verwaltungsorganisation sorgsam in ihrer Integrität aufrschterhalten habe. und dass die Verfassung fo vollständig intact sei und zur Ausführung gebracht werde, wie unter irgend einer früheren Regierung. Eine Art von Situationskomik liegt darin, dass, während im Laufe der Debatte von linker Seite die Lockerung der Einheit des Reiches beklagt wurde, vorgestern Dr. Giegr über die Centra« lifationstendenzen des Ministeriums klagte und gestern des Grafen Clam Rede fast in gleichem Tone autz-klang! Man kann mit einiger Sicherheit annehmen, dass eine Regierung, der von Links föderalistische, von Rechts centralistische Tendenzen vorgeworfen werden, sich wahrscheinlich ziemlich correct auf der Mittellinie bewegt, dort wo die Gesetzlichkeit und die Billigkeit zu finden ist, dass sie das positive Recht Wahrt und es gleichzeitig stets den gegebenen Ver< Hältnissen und den vorhandenen Wünschen der Bevölkerung anzupassen sucht. Nach der Rede des Grafen Clam wurde, nachdem einige Abgeordnete die nach jeder Debatte üblichen „Richtigstellungen" vorgebracht hatten, das Eingehen in die Specialdebatte mit überwältigender Mehrheit beschlossen, in dieser selbst dann die ersten sechs Capitel des Budgets ohne besonderen Zwischenfall zustimmend erledigt. Wir dürfen allerdings nicht annehmen, dass damit die an das Budget sich anknüpfenden politischen Debatten bereits abgethan sind; das Erfordernis für einzelne Ministerien wird wahrscheinlich von der Linken noch zum Gegenstand besonderer Angriffe gemacht werden. Diese aber, das kann man heute mit aller Ruhe sagen, werden doch nur den Charakter von Rückzugsgefechten tragen können. Die Hauptschlacht hat die Linke verloren. Das Budget ist der Mikrokosmus des Staates, an ihm zeigen sich die Stärken und Schwächen jeder Regierung, und am österreichischen Budget hat sich die jetzige Regierung abermals stark, die Opposition schwach nach doppelter Richtung, nach der der Stimmenzahl und nach der der Argumentation, gezeigt. Sie wollte das Budget verweigern, das Parlament hat es bewilligt, sie hat die Finanzlage getadelt, der Weltmarkt lobt sie und zeigt sein Vertrauen, sie hat Behauptungen aufgestellt, sie sind widerlegt worden, sie hat Thalsachen angeführt, man hat ihr gezeigt, dass sie unrichtig sind. Auf dem von ihr ausgesuchten und sorgfältig präparierten Terrain hat sie die Schlacht verloren, trotzdem sie ihre ersten Kräfte rücksichtslos ins Feuer geschickt hat. Die Kämpfe, die jetzt noch kommen mögen, können nur dazu dienen, einen Rückzug zu maskieren, der jeden Augenblick in eine Flucht umschlagen kann. Auf dem Kriegsschauplätze am Rothen Meere haben Osman Digma's Scharen abermals in empfindlicher Weise die Ueberlegenheit europäischer Taktik und Bewaffnung kennen gelernt, aber beachtenswerter als der mit Sicherheit vorausgesehene Ausgang erscheint die auch in den englischen Schlachtberichten anerkannte Tapferkeit, womit die Araber trotz der neulichen blu» tigen Niederlage den Kampf aufnahmen und durch, führten. Sie griffen die in zwei Vrigadevierecken vor. rückenden Engländer zuerst und wiederholt mit gloßem Ungestüme an und eroberten sogar die Geschütze der einen Brigade, welche von den Engländern erst nach zweistündigem heißen Kampfe zurückerobert werden tonnten. Es war die vom Obergeneral Graham selbst geführte zweite Brigade, welche diese Schlappe durch den furchtbaren feindlichen Ansturm erlitt, und welcher dann die erste Brigade zuHilfe kam. Nach gewaltigem Kampfe wurde schließlich auch Osman's Lager erobert. Eine nachhaltige Folge ist auch von diesem Siege Mcht zu erwarten; seine Wirkung verraucht nach dem Aus-drucke des Generals Gordon so schnell als das ver< gossene Blut, denn es stellt sich nun heraus, dass die Engländer bei dem von Gordon verlangten Vormärsche vom Rothen Meere an den Nil nicht nur die un< geheuren Schwierigkeiten der weg» und wasserlosen Wüste, sondern auch den Widerstand eines entschlossenen und fanatischen Feindes zu überwinden hätten. » Gerichtssaal. « Process Hugo Schenk und Genossen. B 1. Verhandlungstag. (Fortsetzung.) Wien, 13, März Der Raub im Weidlingauer Walde. Franz Bauer, ein vacierender Kutscher, der W ebenfalls als cautionsfähiger Candidat einer Stelle annoncieren ließ, erhielt am 18. April von Schlosst die Zusage einer Geschäflsgangerstelle bei einem Wasche Geschäftsinhaber in Wien, der eine Villa in Weidlinga^ lusitze. Zum definitiven Abschlüsse des Dienstvertragel sollte Bauer seincm Dienstgeber, diese Rolle hatte Hnyo Schenk übernommen, in W»'idlingau vorgestellt werden. Er wurde beauftragt, die Caution glrich nill< znnrhme». Hugo Schenk und Schlossarel hatten sch^ tagsvorher den geeigneten Platz zur Ausführung bes Raubes ausgesucht. Schenk versah den Schlossarek nw Schnaps, ein Fläschchen ungemischt, das zweite Fliisa? chen gemischt (mit Chloralhydral), für den äußerst^ Nmhfall gab ihm Schenk noch ein Fläschchen «'! Blausäure mit. Also gerüstet, trat Schlossarek »B Baner am 21. April 1883 die Fahrt nach WeidlwgF mittelst der Westbahn an. Hugo Schenk folgte, den« Bauer bisher unbekannt, in separatem Coupi. D^ Plan zur Betäubung und Beraubung, sogar da» Signal — ein Pfiff — war zwischen den Complice" festgestellt. Im Walde angelangt, gab Schlossaret dB ahnungslosen Franz Bauer, der früher vom unvel' mischten Schnaps getrunken hatte, vom Chloralhydral' Als die Betäubung eintrat, trat Hugo Schenk hinz^ wechselte in seiner Rolle als Dienstgeber noch einlgl Worte mit Bauer, der erst dann vollkommen bewussu^ zusammenbrach. In diesem Zustande beraubten sie ih'' seiner Barschaft. Di«: Anklage kann mit Fug U^ Recht annehmen, dass Hugo Schenk die Beute M' seinem Genossen überließ, dass also die Verantwortung' Schlossarek habe den Griff in die Tasche Bauer's alle'" gethan und Schenk in der Ferne gewartet, unwahr >>l' Bauer, der später zu sich kam und sich mühsam n^ Hause schleppte, gibt an, dass ihm 170 st. gera»° worden seien. Dieser präcisen Angabe gegenüber li die Verantwortung der Angeklagten, es seien lill 110 fl. ö. W., und zwar zwei Fünfzig.Gulden-Note" und eine Zehn-GuloeN'Note gewesen, unenlscheide»"' Von dem geraubten Geldbetrage erhielt Karl Sch"!' welchem Hugo Schenk das Attentat an Bauer n'" theilte, nach dieser Mittheilung einen Betrag "? 20 bis 30 fl. Karl Schenk leugnet diesen Oel° empfang und behauptet, feine Frau habe nach " That, ohne Kenntnis von der Provenienz, 10 st ,^ ! halten. Diefe Angabe wird durch die diesbezÜglA präcise Beschuldigung des Schlossarek widerlegt, dav dem Karl Schenk 8ud 9 a der Anklage das Verdreh' der Theilnehmung an diesem Raube zur Last g/^, wird. Das Raubattentat selbst ist durch die AuM des Franz Bauer und das Geständnis der beiden ^ schuldigten Hugo Schenk und Karl Schlossarek und ^ Aussagen der Zeugen Marie Kerpal und Franz Com" erwiesen. ,l Die beiden Erstgenannten wendeten sich jetzt e» anderen Art verbrecherischen Erwerbes zu. Hugo Schenk's Methode. . Hugo Schenk hüt bereits einmal durch den V^ ratsschwindel an Theresia Berger eine namhafte Su" ., Geldes erworben. Er hatte da allerdings die M'!'^ fame Erfahrung gemacht, dass die Beschädigte .^ Anklage erstattete und über ihre Depositionen '^ Verurtheilung erfolgte. Der Heiratsschwindel ^ daher einträglich, doch die Gefahr der Entdeckung ..H Thäters zu groß. Hugo Schenk beschloss nu", '^ wieder einer ähnlichen Art Thätigkeit zuzuwenden. '^ welche er durch Gestalt, feine Allüren, die ^" seiner Aeredtsamleit, sein liebenswürdiges Venel) ^ vor allem sich qualificierl fühlte. Nur Eines so"^«fec nicht widerfahren. Das jeweilig auserlesene ^» durfte nicht mehr imstande sein, ihn den Gerichte^ überliefern, es mufste sterben. Zum AnkmMU'" l punkte diente in der Regel die Annonce. H"6" 7^^ und seine Genossen suchen sich nun ausnahmslos^ sonen der dienenden Classe aus, weil dieselben ve ^, ihres tiefer stehenden Bildungsgrades leichter 5"^, thören sind und schmeichlerischen Reden des eleg ^,, Hugo Schenk, der sich für einen Beamten "ve^ ^ genieur ausgibt und ihnen die Ehe verspricht, ^l» Gehör schenken. ____Laibacher Zeitung Nr. 64 531 _____N. Miirz 1884. Auf diese Weise machte Hugo Schenk im Laufe des Jahres 1883 die Bekanntschaft des Stubenmädchens Iosefine Timal, der Köchin Therese Ketterl und der Dienstmagd Rosa Ferenczy, alias Nemeth. Die Ermordung der Iosefine Timal. Im Mai 1883 machte Huqo Schenk die Bekannt« schuft des Stubenmädchens Ioscfine Timal, die in der Türkenstraße bedienstet war. Er bewog sie, ihren Dienst zu künden; die zwei Koffer derselben wurden zu Kc»l Schenk gebracht. Hugo Schenk und Schlos« sarek, der als dessen Diener golt, bewogen nun die Iosrfine Timal, nachdem sie sich versichert hatten, dass sie ein Vermögen von circa 500 fl. ö. W. habe, zur Fahrt nach Mährisch-Weißkirchen, nachdem vorher das nG'vatterloch", ein Wassertümftel in der Nähe von Hernotin, ausersehen worden war, das Grab der Io-sefine Timal zu werden. Am 20. Mai 1883 traten Hugo Schenk, Schlossarek und Iosefine Timal die Fahrt nach Weißkirchen an. Man hatte ihr plausibel gemacht, dass Schenk daselbst Geld einzucassieren habe. Hugo Schenk hatte einstweilen das Sparcassebuch der Timal Per 236 st. 34 kr. und die goldene Uhr derselben in Aufbewahrung übernommen. In Weißkirchen angelangt, sagten die beiden Männer dem Mädchen, sie müssen einen Gang nach Zernotin machen, ein Ort, der eine Stunde entfernt ist; der Rückweg führte bei dem „G'oatterloch" vorbei. Schenk und Schlossarek. die von Weißkirchen eine Flasche Wein und aus Wien einen Strick mitgenommen hatten, um mit demselben der Timal einen Stein an den Leib zu binden, gien-gen in Zernotin in ein Gasthaus, kehrten dann zu der vor dem Orte ihrer harrenden Iosefine Timal zurück, und nun machten sich die drei Personen auf den Rückweg nach Weißkirchen. Hugo Schenk gab der Timal vom Weine zu trinken, der wohl mit einem Narcoticum, vielleicht Chloralhydrat, verfetzt fein mochte, denn Iosefine Timal wurde sofort trunken. Hugo Schenk und die Timal hatten sich in un< mittelbarer Nähe des Tümpels an einem Baume nieder, gelassen. Jetzt kam Schlossarek. band der bewusstlosen Timal mit dem Stricke einen Stein an den Leib und beide stürzten sie in den Tümpel, aus dem später die Leiche gezogen wurde. Schenk und Schlossarek fuhren nach Wien zurück, wo Schenk das Sparcassebuch behob und die beiden Mörder die Veute theilten. Schenk und Schlossarek gestehen den Mordplan, doch leugnet Schenk, an die Timal Hand angelegt zu haben, behauptet vielmehr, Schlossarek habe sie ins Wasser geworfen, während er (Schenk) abseits stand. Schenk behauptet, nur den Fall ins Wasser und den Ruf der Iosrfine Timal: „Jesus Maria!" gehört zu haben. Die Verantwortung ist an sich ganz unglaubwürdig und wird durch die Aussage Schlossareks wide» legt, der in präciser Weise angibt, dass sie beide bei dem Morde Hand angelegt haben. Mord an Katharina Timal. Den Verkehr zwischen Hugo Schenk und Iosefine Timal hatte Katharina Timal, welche sich in Bud« weis aufhielt, erfahren. Hugo Schenk und Karl Schlos. sarek fürchteten einerseits, dass der Mord an Iosefine Timal, deren Verschwinden den Verwandten auffallen nmfste, obwohl sie diefelben in den Glauben zu ver« sehen wussten, Iosesine sei in Krakau, entdeckt werde, und hofften andererfeits auf gute Veute. da sie er« fahren hatten, dass Katharina Timal Vermögen besitze. Hugo Schenk und Schlossarek beschlossen, die Katharina Timal zu ermorden und zu berauben. Sie eruierten bei der Katharina Timal jun., welche in Vöslau be« dienstet war, die Ndresse der Katharina Timal. Hugo Schenk telegraphierte ihr und setzte einem Briefe, welchen noch Iosefine Timal als Vermählungsanzeige an Katharina Timal gerichtet halte, die Einladung bei, gewiss zu kommen, da er ein kleines Gut bei Pöchlarn geerbt habe. auf dem sie das Hauswesen leiten sollte. Katharina Timal kam nach W»en, wurde von Hugo Schenk am Franz-Iosef-Bahnhofe erwartet, ins „Hotel Fuchs" in Fünfhaus gebracht, wo sie übernachtete und wo sich Hugo Schenk noch überzeugte, dass sie einen Handkoffer und ein Sparcassebuch habe. und noch am selben Abende wurde zwischen Hugo Schenk, Schlos-sarel und Karl Schenk, der diesmal thätig eingreifen sollte, der Mordplan ausgeheckt. Diefem zufolge fuhren Schlofsarek und Karl Schenk nach Pöchlarn voraus. Katharina Timal und Hugo Schenk, die mit dem Nachtzuge ankamen, wnrden von den ersteren erwartet, und auf der Straße von Pöchlarn nach Krumnussbaum wurde eine Begegnung arrangiert. Es war Mitternacht. Die drei Männer escortierten die ahnungslose Katharina Timal. Auf einmal, nachdem Hugo Schenk °?^ früher verabredete Zeichen gegeben hatte, fielen ^chlossarel und Karl Schenk über die Timal her, warfen sie zu Boden, hielten sie an Händen und Füßen, wahrend ihr Hugo Schenk mit seinem Taschenmesser U Hals bis an die Wirbelsäule durchschnitt. Der "Hnam wurde, mit einem Steine beschwert, in die aus« l" versenkt, später aber ans Ufer getrieben und sicb ^ ^' Die drei Mörder giengen. nachdem sie tiat!" Habseligkeiten der Katharina Timal bemäch-lem in "' "ach Pöchlarn. wo Hugo Schenk, weil er "'" Bargeld besaß, den Handkoffer der Timal, dem er das Sparcassebuch entnommen hatte, beim Stationsvorstande für ein Fahrbillet verfehte, während Karl Schenk und Schlossarek ohne Karte nach Wien fuhren, weil sie der Conducteur des Zuges, der den Karl Schenk als Eisenbahn'Bedienstelen kannte, mitnahm. In Wien angelangt, wurde das Sparcassebuch der Timal per 1200 fl. behoben und getheilt; 100 fl. erhielt Karl Schenk, der Rest fiel Hugo Schenk und Schlossarek zu. Ebenso erfolgte die Theilung der Effecten. Diese Darstellung des Sachverhaltes entspricht dem Geständnisse des Schlossarek und des Karl Schenk, während Hugo Schenk bemüht ist. glauben zu machen, er habe auch beim Morde der Kalhurwa Timal nicht Hand angelegt, sondern nur die Rolle eines Zusehers gespielt. Zudem stehen der Anklage zum Nachweise dieses Factums das Obduclions.Protokoll, die von ihr geführten Zeugen und die Vorweisung der corpora delicti zur Verfügung. Dafs Hugo Schenk nicht zu den Personen gehört, die müssig die Hände in den Schoß legen, beweist der Umstand, dass Hugo Schenk nnd Schlossarek die kurze Zeit zwischen den Raubmorden an den beiden Timals durch einen Raub an dem Postboten auszufüllen befchlossen, der von Pöchlarn nach Arlstetten verkehrt. Der zugestan« dene und schon in Scene gesetzte Plan war der, den Postboten durch Betäubung mittelst eims Narcoticums widerstandsunfähig zu machen und ihm die Wertsendungen zu rauben, welche Schenk und Schlossarel früher eigens zu diesem Behufe als Nachnahmesen-dungen. Pretiosen und Geld, in Wien für Artstetter Adressaten bestellt hatten. Schon waren die Wertsendungen abgegangen m.d Hugo Schenk, Karl Schenk und Schlossarek am Thatorte, als sich dem Postboten auf dem Wege ein Bauernburfche anfchlofs, der die Ausführung des geplanten Raubes vereitelte. Die Idee, den Raub oder Raubmord auf den nächsten Tag aufzuschieben, wurde ebenso wenig acceptiert als der im PostHause zu Nrtstetten zu unternehmende Ein-bruchsoiebstahl, der an den Localverhälwissen scheiterte. Dieser schon ziemlich weit gediehene Plan wurde zwar nicht zum Gegenstande der Anklage gemacht, wirft aber ein eigenthümliches Streiflicht auf die Ausdauer. Zähigkeit und Kühnheit der Angeklagten in der Ver-folgun g ihrer verbrecherischen Ziele. Ermordung der Therese Ketterl. Noch war das Geld der Katharina Timal nicht ganz verbraucht, und schon fasste Hugo Schenk den Plan. einen neuen Raubmord zu begehen. Diesmal beschloss er, allein, ohne Schlossarek und Karl Schenk, ja sogar ohne Wissen derselben vorzugehen, damit ihm die Früchte der That ungelheilt bleiben. Das in Aus« sicht genommene Object dieser That war die Köchin des Barons Buschmann, Theresia Ketterl, deren plötzliches räthselhaftes Verschwinden im Sommer des vorigen Jahres so großes Aussehen in ganz Wien erregt hat. Nachdem die Bekanntschaft mit der Ketterl auf die übliche Weise eingeleitet war, schlug Hugo Schenk, der wusste, dass sie gern Landpartien mache, der Ketterl anfangs August eine Partie auf die Reisalpe bei Lilien« feld vor. Die Ketterl konnte den mehrtägigen Ausflug leicht unternehmen, weil ihr Dienstgeber nicht in Wien weilte. Schon vor dem Ausflug erklärte die Ketterl. alle ihre Wertfachen mitzunehmen, weil sie dieselben nicht in der unbewachten Wohnung lassen wollte. Hugo Schenk gesteht selbst, dass er den Plan gefasst habe. die Ketterl auf dieser Landpartie zu beseitigen, und dafs er zu diesem Behufe einen Revolver angeschafft habe. Am 4. August 1883 reiste das Paar ab; die Ketterl hatte einen Koffer mit Kleidern, Wäsche, Pre-tiosen, Wertpapieren und Sparcassebüchern mit. In einem Handkoffer wurde das Hündchen der Baronin Buschmann mitgenommen. Schenk und die Keltert übernachteten in St. Polten bei der „Kaiserin von Oesterreich. Am 5. August fuhren sie nach Lilienfeld und untel nahmen dann eine Fußpartie über die Klosterebene auf die Reisalpe. Schenk bewog die Keltert, vom gewöhnlichen Touristenwege abzulenken, und führte sie in rine einsame Gebirgsschlucht, die sogenannte „Sternleiten", um sie dort zu ermorden. Dort fand auch Therefe Ketterl den Tod. Hugo Schenk kehrte aus der „Sternleiten" allein zurück. Es ist bisher, da nach der Znschrist des Oberförsters von Lilienfeld der Schnee 0.7 Meter hoch liegt, nicht möglich ge« Wesen, den Leichnam der Keltert aufzusuchen, und ist an eine Möglichkeit des Ausfindens vor Anfang Mai nicht zu denken. Ueber die Art und Weise, wie Therese Ketterl den Tod fand, erzählt nun Hugo Schenk folgende Geschichte: Obwohl er die Ketterl in den Wald gelockt hatte, um sie zu ermorden, Will er auf einmal im entscheidenden Momente (es war eben ein Mahl im Walde gehalten, der mitgebrachten kalten Küch? und dem Weine zugesprochen worden) den Muth verloren haben, selbst Hand anzulegen. Hugo Schenk behauptet nun. auf eine List verfallen zu sein. welche die Ketterl veranlasste, sich selbst zu erschießen. Er spielte ihr den ungeladenen Revolver in die Hände, veranlasste sie, denselben scherzweise gegen ihn>n Kopf abzudrücken. Die Ketterl sah, dass dies gefahrlos sei. Er entfernte sich dann eine kleine Weile, lud rasch heimlich den Revolver, brachte das Gespräch wieder auf die Schießversuche, veranlasste die Keltert, noch einmal den Revolver an die Schläfe zu setzen und loszudrücken. Der Schuss gieng los und Therefe Ketterl sinkt todt nieder. Wenn die Anklage auch diese Darstellung Schenk's acceptiert, so hört darum die That nicht auf, ein Raub« und Meuchelmord zu sein. Im Gegentheile, die Handlung ist bei der Tücke des Vorganges nur noch grausamer und scheußlicher. Die Anklage ist aber der Meinung, dass Hugo Schenk, der schon andere Mordthaten begangen hatte, nicht der Mann ist, der den Muth verlieren konnte, und dass es der Wahrheit viel mehr entspricht, dass Hugo Schenk die Ketterl meuchlings erschossen hat. Für diese Annahme spricht auch der Umstand, dass Hugo Schenk diese von ihm erzählte Geschichte selbst widerrufen und eine ebenso unwahre Variante zum Besten gegeben hat, »ach der ein unbekannter Mann, Namens Karl oder Richard Wagner, den Mord begangen habe. Bei einem späteren Verhöre kehrte aber Schenk, dem seine Verantwortung selbst nicht gefallen mochte, wieder zur ersten Erzählung zurück. Selbstverständlich bemächtigte sich Hugo Schenk der sämmtlichen Habseligkeiten der Therese Ketterl. Der Gewinn war diesmal ein reicher. Die Sparcasse-Einlagen, die Schenk behob, betrugen 364 fl. 11 kr., der Erlös der beim „Mercur" verkauften Wertpapiere 1200 bis 1400 fl. Auch die Pretiosen , von denen Hugo Schenk einen Theil seiner Geliebten Emilie höchsmann schenkte, waren wertvoll. Nach dieser Mordthat unternahm Schenk mit der Höchsmann und deren Schwager Voigt eine Reise nach Stettin, wo sich Voigt von einem Theile des Geldes der Ketterl, ohne Kenntnis der Provenienz, ein Blumengeschäft einrichtete. Als Schenk nach Wien kam und erfuhr, dass die Pretiosen der Ketterl genau beschrieben seien, bestellte er die Höchsmann nach Vreslau, nahm ihr dort die Pretiosen der Ketterl ab und vernichtete dieselben; einen Theil ließ er abändern. Die Anklage bezüglich dieses Raubmordes stützt sich auf das Geständnis des Schenk, den factischen Abgang der Therese Kctterl, die diesbezüglich geführten Zeugen und die corpora delicti. Hugo Schenk und Iosefine Eder. Im Oktober 1883 fasste Hugo Schenk. wie er selbst gesteht, neue Pläne. Er wurde durch Annoncen mit Iosefine Eder, einem Stubenmädchen bei der in Hietzina wohnenden Privaten Hedwig von Malfatti, und mit der Dienstmagd Rosa Ferenczy bekannt. Während es ihm gelang, die Eder so vollständig unter seinen Willen zu beugen, dass sie, wie aus der gegen sie durchgeführten Strafverhandlung hervorgeht, ihre gütige Herrin verlieh, zu Schenk zog und erstere dann gelegentlich eines Besuches bestahl, fasste er den Ent. schluss. die Ferenczy zu morden. Was die von der Anklage behauptete Verleitung der Iosefine Eder zum Diebstahle betrifft, so stützt sich die Anklage auf die bezügliche Aussage der Eder und das Geständnis des Hugo Schenk, der selbst zugibt, die Eder dadurch zum Stehlen bewogen zu haben, dass er ihr vorspiegelte, er werde sie heiraten, hätte eine Fabrik gekauft, brauche zu dem Unternehmen Geld, welches durch die Dieb« stähle beschafft werden müsse. Iosefine Eder, welche zu Schenk große Zuneigung gefasst hatte. wurde in seinen Händen zum fast willenlosen Werkzeuge. Diesem Umstände und der Erwägung, dass er sie noch zu weiteren Diebstählen gebrauchen könne, verdankt es Iosefine Eder wahrscheinlich, dass sie von Hugo Schenk wenigstens dermalen noch nicht auf die Pro-scriptionsliste der zu Ermordenden gesetzt wurde. Die über Anlass Schenk's von der Eder bei Malfatti gestohlenen Pretiosen sind mehr als 300 fl. wert. Mord an Rosa Ferenczy. Bei der letzten, am 29. Dezember 1883 an Rosa Ferenczy vollbrachten Mordthat hatte Schenk wieder an Ka»l Schlossarek einen Helfershelfer. Hugo Schenk, orr wusste, dass die Rosa Ferenczy ein Sparcassebuch besaß, musste die Ausübung dieser Mordthat, un« geachtet ihm dieses Frauenzimmer, welches er in Hetzendorf und Gaudenzdorf als feine Geliebte untergebracht hatte, schon in die Seele zuwider war, deshalb so lange hinausschieben, weil das Sparcassebuch der Rosa Ferrnczy verloren und die Amortisierung eingeleitet war. Nachdem es gelungen war. dass die Ferenczy die nöthigen Pcipiere zur Behebung der Einlage erhallen hatte, und nachdem sich Hugo Schenk in den Besitz dieser Papiere gesetzt hatte, wurde mit der Ausführung der That nicht mehr gezögert. Es war hiezu schon f,üher eine einsame Gegend am Donau Leiche aufzufinden. Es genügt jedoch der Anklage, dass das Geständnis der Angeklagten durch die am Thatorte aufgefundenen Spuren der That unterstützt wird. Hugo Schenk leugnet zwar, an die Ferenczy unmittelbar Hand angelegt zu haben und will glauben machen, Schlossaret habe den tödtlichen Streich allein geführt. Nachdem Schenk unmittelbar bei der That, wenn auch nur als Aufpasser mitgewirkt hat, würde diese Verantwortung die Anklage« behauptung nicht alterieren. Schlossarek sagt jedoch ausdrücklich, dass auch Hugo Schenk mit der Hacke auf die bereits am Boden liegende Ferenczy Hiebe geführt habe. Die Mordgenossen kehrten nach Wien zurück, wo die Sparcafse.Einlage per 384 fl. 24 kr. behoben und das Geld und die Habseligleiten der Ferenczy getheilt wurden. Karl Schenk, der zwar nicht mitgewirkt, doch Kenntnis von der That gehabt hat, erhielt vom geraubten Gute einen Koffer voll Effecten, daher ihm diesbezüglich eine zweite Theilnehmung am Raube zur Last fällt. Die Anklage ist demnach in allen ihren Punkten begründet. (Fortsetzung folgt.) Locales. — (Militärisches.) Se. l. und l. Apostolische Majestät geruhten allergniidigst den Generalmajor Arthur Grafen Liechtenberg-Mordaxt-Schneeberg, Commandanten der 62. Infanterie-Brigade, zum Commandanten der 34. Infanterie'Truppendiliision, unter vorläufiger Belassung in seiner gegenwärtigen Charge. zu ernennen. — (Ernennung.) Der Minister und Leiter des Justizministeriums hat den Notariats-Candidate» in Tuffer. Anton Komotar. zum Notar mit dem Amts< sitze in Oberlaibach ernannt. — (Die städtische Mädchenschule) in, Ne< doutengebäude. welche wegen eine» TyphuSerlranlungs« falles im Schulgebäude vor drei Wochen geschlossen wurde, ist heute wieder eröffnet worden. — (Im Oolisßium Uu.rikliu.iu) wurde, wie der „Slovenec" meldet, als Haushälter der pensionierte Lehr« Herr Vranöik angestellt. — (Dienstboten-Asyl) In Kürze wird, wie der »Slooenec" mitzutheilen in der Lage ist. hier eine bisher schwer vermisöte Unterlunfts'Anstalt errichtet zur Beherbergung jener weiblichen Dienstbuten, welche, vom Lande kommend, in unserer Stadt Dienste suchen, und für solche, welche, eben aus einem Dienste ausgetreten, sich um einen neuen Platz umsehen. Dieses Dienstboten Asyl wird sich in, Dobrautz'schen Hause, gegenüber dem Siechenhause, befinden, und ist daselbst zur Aufnahme einiger Personen bereits Vorsorge getroffen. Ausführlichen Bericht hierüber stellt das genannte Blatt für ein andermal in Aussicht. — (Concert des Sängerchors der Citat nica im landschaftlichen Nedoutensaale.) Am 19. d. M. abends 7 Uhr findet im landschaftlichen Nedoutensaale ein großes Concert des Sängerchors der hiesigen Aitalnica unter Leitung des Chormeisters Herrn V. Valenta und zum Besten des Sängerchorfondes statt. Den instrumentalen Theil des Concertes führt die löbliche Musikkapelle des vaterländischen l, k. 17. In« fauterleregiments Freiherr v. Kühn unter der Leitung des Kapellmeisters Herrn I, Nemravc, aus. Das Pro-gramm lautet: 1.) V. Parma: Iubelmarsch zur Er« innerung an die 600jährlge Vereinigung Krains mit Oester» reich, gespielt von der Musikkapelle (neu); 2.)A.Nedved: „<3o8P0äov (lau", gemischter Chor (neu); 3) FS, Vil-» har: „AaplMeuu.", Tenorsolo, gesungen von Herrn I, Meden, am Clavier begleitet von Herrn R. Bezel (neu); 4.) Rossini: Ouvertüre zur Oper „I.U. ga^a laära", gespielt von der Musikkapelle; 5) A. Nedvöd: «Llovo«, Männerchoc mit Tenorsolo, gesungen von Herrn N, Ra. zmger (neu); 6) Lorhing: Septett aus der Oper ..Jar und Iimmermann", gesungen von den Herren Nazinger. Privil, Otamcar. Iuvanec, Nolli und Paternoster, nuf dem Clavier begleitet von Herrn v. Ohm« Ianuschovsky; 7.) Thomas: Ouvertüre aus der Oper ..Hamlet", gespielt von der Musikkapelle; 8.)A, Foerfter: Vodml.Llederlranz für Männerchor, gemischen Chor. Sologesang und großes Orchester (neu). - Die Ein-lrittstatten (Cerclesih 2 st,. Sitz im Saale 1 fl. Sitz auf der Gallerie W kr.; Cntrie im Parterre 60 kr,, für Schüler 30 kr.) sind zu haben in den Handlunge» der Herren V. Petricii und I Geba. am Concertabende an der Casse. — (Aus Krainbura) schreibt man: Am 7ten d. M. ist der 29 Jahre alte Johann Ahaciö aus Sancl Anna im St. Katharina-Thale in einen brennenden Kohlenhaufen gestürzt und hat hiebei derartige Brand, wunden erlitten, dass er sofort verschied. Dcr Leichnam murde nach Neumalktl gebracht und daselbst beerdiget. — (Ausstellung in Wie n.) Der niederöster« reichische Gewerbeverein in Wien veranstaltet in den Localitäten der k. t. Gartenbau.GesellschaftMn 24. Juli bis 12. Oktober d, I, eine internationale Ausstellung von Motoren und Werkzeugmaschinen für das Kleingewerbe, Die Ausstellung, deren Protectorat Se. l, und k. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog Karl Ludwig anzunehmen geruht hat, wird folgende Gruppen um» fassen : I. Motoren (bis zu beiläufig drei Pseroekrasteu); II, Transmissionen; III. Werkzeuge. Werkzeugmaschinen und Arbeitsvorrichtungen; IV. physikalische und chemische Apparate; V.Hilfsmittel für Reproductions.Verfahren; VI, Lehrmittel für den gewerblichen Unterricht. Die Ausstellung hat den Zweck, einerseits die Vertrautheit mit Kraft- und Werkzeugmaschinen sowie mit neueren Werkzeugen im Kreise der Kleingewerbetreibenden zu fö» dern und deren Einführung in die kleineren Betriebe zu verallgemeinern, andererseits den Erzeugern von Mo« toren und Werkzeugmaschinen den unmittelbaren Contact mit den Consumenten zu vermitteln. Dieser Zweck soll erreicht werden: 1.) durch die Vorführung von in Thätigkeit gesetzten Motoren und Werkzeugmaschinen, von neueren Werkzeugen, von Apparaten und Vorrichtungen für gewerbliche Betriebe und von Lehrmitteln für den gewerblichen Fachunterricht; 2) dnrch die wissen» schaftliche Untersuchung der ausgestellten Motoren und Werkzeugmaschinen und durch die Veröffentlichung der hiedurch gewonnenen Resultate. Die Anmeldungen von Ausstellung3«Gegenstäl,den sind unter Benützung des vom Vereine herausgegebenen Anmelde-Formulars bis längstens 1. April 1884 an den niederöfterreichischen Gewerbeverein (Wien I,, Eschenbachgasse Nr. 11) zu richten. Das Reglement sowie die Anmelde-Formulare können bei der Handels- und Gewerbelammer in Laibach bezogen werden, welche auch nähere Aus« künfte ertheilt. — (Landschaftliches Theater.) Gestern abends beschloss Herr Clemens Grün vom Stadtheater in Frankfurt a, M. seinen diesmaligen Gastspielcyklus mit der Reprise seines „Ollendorf" im ..Bettelstudent", nachdem er noch gestern nachmittags in dem köstlichen Schwank „Eine vollkommene Frau" von Görlitz als „Frübel" eine kaum zu übertreffende Type dargestellt und am Samstag als ..Valthasar" im „lustigen Krieg" seine Force im Holländischen gezeigt. Als Balthasar musste er das im Vereine mit Frl, Herrmann (Else) reizendst vorgetragene Duett „vom Jan und von der Trude" zweimal wiederholen. Auch an diesen beiden letzten Abenden erntete der vielgefeierte hochgeschätzte Gast reichlichen und stürmischen Beifall. —C8. — (Theciternachricht.) Morgen (Dienstag) findet die Benefizvorstellung der vielbeschäftigten Operetten« fängerin Frl. Marie Iahl statt, und es wird die so beliebte komische Operette von Johann Strauß: „Der Carneval in Rom" gegeben, welche glückliche Wahl wohl auch dazu beitragen wird, das HauS in erwünschter Weise zu füllen. Neueste Poft^ Wien, 16. März. (Wiener Zeitung.) Se. k. u. k. Apostolifche Majestät geruhten allerqnädigst die Uebernahme des Feldmarschall-Lieulenants Karl Hreiherrn Tiller v. Turnforl, Artilleiie-Arsenals.Directors, auf fein Ansuchen in den wohlverdienten Ruhestand anzuordnen, demselben bei diesem Anlasse den Feldzeugmeisters'Charakter aä donores mit Nachsicht der Taxe zu verleihen und anzubefehlen, dass ihm in Anerkennung feiner sünfunofünfzigjährigell, im Frieden wie im Kriege hervorragend ausgezeichneten Dienst, leistung der Ausdruck der Allerhöchsten Zufriedenheit bekannt gegeben werde; ferner zu ernennen: den Feldmarschall.Lieutenant Karl Ritler von Schmarda, Präsidenten des technischen und administrativen Militär-Comites, zum Artillerie.Arsenals-Direclor. und den Feld» lnarschall-Lieutenant Friedrich Kreuh, Chef der ersten Section im technischen und administrativen Militär» Comite, zum Präsidenten dieses Comites, ferner dem Feldmarfchall-Lieutenant Heinrich Freiherr» Giesl von Giesl in gen, Gendarmerie^Infp^clor für die im Reichsralhe vertretenen Königreiche und Länder, die Würde eines geheimen Rathes taxfrei zu verleihen. O riginal-Telegramme der „Laib.Zeitung" Wien. 16. März. Die Kaiserin ist mit der Erz-Herzogin Valerie heute Mittag nach Wiesbaden ab« gereist. Der Kaiser verabschiedete sich auf dem Bahnhöfe. Wien, 15. März. (Proceß Schenk.) Schlossarek sagt aus. dass er bei Geldverlegenheiten dem Hugo Schenk mit Anzeige gedroht habe. Der Mord der Ferenczy sei Hugo Schenls Idee gewesen, an der Aus. führung feien beide gleich betheiligt. Das Veweisver» fahren wurde geschloffen. Der Präsident constatiert, dass Hugo Schenk unter verschiedenen Namen noch mit acht Frauenzimmern in Correspondenz gestanden habe. — Um 5'/, Uhr verkündete der Präsident daK Urtheil: Die drei Angeklagten werden dcr ihnen zur Last gelegten Verbrechen schuldig erkannt und zum Tode durch den Strang verurthcilt. Die Reihen folf.e der Hinrichtung solle folgende sein: Erster Karl Schenk, dann Schlossarrl, zum Schlüsse Hugo Schenk. — Die Vcrurtheiltrn melden keine Beschwerde an Der Gerichtshof zog sich zurück, um über dic Tventu-aliiät der Stellung von Begnadia.ungsantragen zu berathen. Wie verlautet, hat nur Karl Schenk Aussicht, dass die geheime Beschlussfassung des Gerichtshofes ihm zustattenkommt. Berlin, 16. März. Der von etwa 500 Personen besuchte Patteitag der Fortschrittspartei nahm einstimmig die Verschmelzung mit der liberalen Vereinigung an. Wien, 15. März. ImAbgeordnetenhause wurde heute die Specialdebatte über das Budget fort-gesetzt. Im Laufe der Debatte ergriff der Herr Ministerpräsident Graf Taäffe wiederholt das Wort, um zu den in Berathung gezogenen Titeln des Voranschlages des Ministeriums des Innern die entsprechenden Aufklärungen zu geben und an ihn gerichtete Anfragen zu beantworten. Die bezüglichen Erklärungen wurden von der Majorität des Haufes mit lebhaftem Beifalle aufgenommen. Montag wird die Debatte fortgefetzt. Berlin, 15. März. Im Reichstage gab Fürst Bismarck bei fortgesetzter Berathung der Unfallversicherungs-Vorlage folgende Erklärung ab: Die verbündeten Regierungen wollen nicht die Vorlage auf einen engen Kreis von Berufsarten beschränken; die Einschließung weiterer Kreise in dieselbe bleibt vielmehr vorbehalten. Wir haben uns nur eine vorläufige Beschränkung auferlegt, um das Zustandekommen des Gesetzes zu erleichtern. Wir wollen nicht das Volk beherrschen, sondern dem Volke dienen; aber dann muss jeder Abgeordnete helfen, wo das Voll der Schuh drückt. Das Parlament darf den wohlwollenden Absichten der Regierung seine Mitwirkung nicht versagen; es darf die Regierung nicht stets abweifen. Die Zerrissenheit der Parteibestrebungeu gefährdet die wohlwollenden Intentionen der kaiserlichen Politik. Die fortdauernde Negation seitens des Reichstages verschleppt alles. Möge doch der Reichstag die Initiative ergreifen und smlerseits bessere Vorschläge machen. Der virlgetadelte Ausschluss der privaten Versichrrungs-Gesellschaften hat den Zweck, eine erhöhte Garantie der Sicherheit zu gewähren uid die Prämie auf ein Minimum herabzudrücken. Wir wollen vom Standpunkte des praktischen Christenthums den Armen helfen, wollen mit fester Hand mit dem Mefser des Operateurs den Eioschuitt wagen. ^-Falls das Gesetz zustande komme, sei die Regierung bereit, dasselbe auf weitere Arbeiter Kategorien aus' zudehnen; wenn der R?ichstag an Stelle der Regic< rungsvorlage eine bessere mache, werde die Regierung diefelbe gern acceptieren, ohne darin eine Niederlage zu sehen. Es handle sich bei dieser Frage um eine toira incognita, wo keine Erfahrungen vorliegen; nicht um hohe Politik, sondeln um eine Interessen-Politik im besten Sinne. Danach möge man die Vorschläge gruppieren. Ein sociales Vademecum sei aus' zufüllen, dessen sich andernfalls die Socialdemokratie bemächtigen würde. Die Vorlage biete in vollem Maße Freiheit der Organifation; nur die Leistung selbst müsse obligatorisch sein. Die Regierung sei ehrlich bemüht, den inneren Frieden zwischen den Arbeit' gebern und Arbeitern zu festigen; sie erhofft hiezu den Beistand des Reichstages. Berlin, 15. März, nachts. Die allgemeine Partei-versammlung der „Liberalen Vereinigung" (Secessio-nisten) genehmigte mit großer Majorität die von den Parteiführern beschlossene Fusion mit der Fort' schritlspartei unter dem Namen „Deutsche freisinnige Partei". Suakim, 15. März. Hundert CavalleristeN recognoscierten heute nördlich bis Handuk. wo stA Brunnen befinden; sie fanden alles ruhig. Bisher ist übcr die künftigen Bewegungen der Truppen nicht» bekannt; es heißt, dass dieselben einen Monat hier bleiben werden. Admiral Hewett begibt sich nächste Woche nach Massauah auf dem Wege nach Abessn""'"- Theater. Heute (aeradcr Tag) slovenischc Vorstellung (die lehte in di^'l Saison): Anpanova Uicik» nach Linhart von Dr. I ."' weis und ?ri mo»l doäi nach C. A. Paul von I. Ms^ Lottoziehungen vom 15. März: Trieft: 25 20 90 63 35. Linz: 83 10 62 30 45____^, Meteorulossische Beobachtungen in Laibach^. ' ^ W N 6 3.3 W ____^____^Z^ Z 2 «.-> 5^ ?N.Mg. 745,89 > H6 windstill Nebel ! ^ 15, 2 « N. 744.22 ^-13.3 NO. schwach heiter ! "'" 9 „ Ab. 744,66 ^- 6.2 NO. schwach heiter^!^^^ 7U.Ml,, 745.6l ^0.4 wiMtill heiter yg 16, 2 „ N. 744.46 -^12.5 NO. schwach heiter 9 ., Ab, 744.10 > 4.8 NO. schwach heiter „ Den 15, mid 16.: An beiden Tagm moracns Nebel, ^« wolkenloser Himmel, DaS Taa.rsmittel der Tempcratin 'i'^^^ und -^ 5,l1«. beziehungsweise um 3.8" und 2,8 über oc>" male. ______^^—-^ "" Verantwortlicher Redacteur: P. v. Rabies. M 533 HnMlall.mr Laibacker Zeituna Nr. 64. Mm<»«, l«n I?,M«y I»»4, (1118—3) Coneur«nu«flllreibung. Nr. 2351. Für den Forstcmssichtsdienst der politischen Verwaltung in Krain find sechs Forstwart-Uellen. und zwar zwei zweiter Classe mit den lahrlichen Bezügen, als: 400 sl. Gehalt, 100 fl. "ctivitätsznlagc, 100 fl. Ganggcld. 75 fl. Mon-lursgcld und 12 fl. Kanzlcipauschale, dann bler Forstwartstelleu dritter Classe init den jährlichen Bezügen, als: 300 fl. Gehalt, 75 fl. "ctivitätszulage. 100 fl. Gangaeld. 75 fl. Mon-tursgcld und 12 fl. Kanzlcipauschale zu besetzen. Eigenhändig geschriebene Gesuche um Ver-lcihung dieser Stellen sind längstens bis zum 15. April l. I. bei dieser k. l. Landesregierung zu überreichen. Insbesondere werden jene ausgedienten Unterofficiere, welche nach dem Gesetze vom ^ 19. April 1872, R. G. Bl. Nr. 60. und der Kundmachung des Ministeriums für Landes« Vertheidigung vom 16. Juli 1879, R. H. Vl. -«r. 100. beziehuugsweife nach § 5. Absatz 3 der Ministerialverordnung vom 27. Juli 1883, ^- G. Bl. Nr. 137. auf die Verleihung der aus-geschriebenen Stellen Anspruch haben, auf» Mordert, ihre mit dem Certificate über ihre "Nspruchsbcrechtigung belegten Gesuche bis zum °blgen Termine bei der Landesregierung, und zwar die nicht mehr im Militärvcrbande stehen« Al Bewerber unmittelbar, die übrigen im -Uiege ihrer vorgesetzten Commandcn, Militär-"chör'uen oder Anstalten einzubringen. . Die nicht mehr im Militärvcrbandc sto ^Nden. sowie die nicht zu den anspruchsberech-llgtcn Unterossicieren gehörigen Bewerber haben ln vy^ Gemeindevorsteher ihres dauernden Aufenthaltsortes ausgefertigtes Wohlvcrhal. ^Yszcugnis und bezüglich ihrer körperlichen ^'LNullg für die ausgeschriebenen Stellen e>n ?°n einem amtlich bestellten Arzte ausgefertigtes Zeugnis, alle Bewerber aber ihren Taufschein, M Nachweis über ihre Befähigung zum Forst« UUH. und technischen Hilfsdienste durch die '"gelegte Prüfung im Sinne der Ministerial-Urordnung vom 16. Jänner 1850. R, G. Bl. un>> ^' ferner über die Kenntnis der deutschen no der slovcnischen oder mindestens einer an» fan ^nwschen Sprache sowie über die allen-^ bereits geleisteten öffentlichen Dienste bei-«uvringen. Laibach am 12. März 1884. ___ K. l. Landesregierung. (U33-1) Nr. 2386. ConcursauSschreibung. . Mit Beginn des Schuljahres 1884/85 ge-g^Wn in den l. t. Militär» Erzichungs- und s7,'^ungsanstalten zwei lraincrische Staats» l^Itungsplätze zur Besetzung. ^ Diese Stistungsplätze können eventuell, ^l.er Einhaltung der einschlägigen stistungs-U.Wen Bedingungen auch in der !. l. Marine» Me genossen werden, sind- allgemeinen Aufnahmsbedingungen ' 3ü« hie l. k. Militär« Erziehungs» und VildungSanstalten: Ct.^Die österreichische oder ungarische «Ill""sburgeischast (Ausländer bedürfen der stoHuchstcn Bewilligung Seiner l. und t. Npo» 2) dic körperliche Eignung; ^ c,n befriedigendes sittliches Betragen; ^on il» c. ^ "icht überschrittene Maximalaltcr cm»,, Lebensjahren für den Eintritt in den 14 «'^"Wcmg der Militär^UnteircalschuIen, Iab/« ^lllhrcn für den Eintritt in den dritten ^be>?5"ll der Militär »Unterrcalschulen. 18 Ialirn« """ l"'r den Eintritt in den dritten von ?<^ /j ?er MilitiwOberrealschule. endlich erftz., cv^bensjahrcn sür den Eintritt in den ^ayrgang der Militär-Aladcmicn; 5.) die erforderlichen Vorlcnntnifse, und zwar für den Eintritt: in den ersten Jahrgang der Militär-Unter-Realschulen die Nachweisung der befriedigend absolvierten vierten oder fünften Classe einer Volts» oder Bürgerschule^ iu den drillen Jahrgang der Militär-Uuterrealschulcn die Nachwcisuug der befriedigend absolvierten zweiten Classe einer Real» schule, eiues Gymnasiums. Real« Gymnasiums oder der gleich geltenden Classe der Bürger» schule: in den dritten Jahrgang der Militär» Oberrealschulc die Nachwcifung der befriedigend absolvierten sechsten Classe einer Realschule, eines Gymnasiums oder eines Real' Gymna» siums; in den ersten Jahrgang der Militär-Ala» demien die Nachwcisung der Vollendung der Studien an einer Realschule oder einem Gymnasium mit gutem Erfolge; 6.) für Aspiranten auf ganz freie Acrarial' und auf Stistungsplntze die Uebernahme der Verpflichtung: u) bei der Aufnahme oder Ucbcrsetzung in eine Militä^Vildunasanstalt eine« Betrag von 6 Gulden zur Erhaltung der Schul» einrichtung, ferner d) zu Beginn eines jeden Schuljahres einen Lehrmittclbeitrag von 12 Gnlden zu cnt» richten. Anfpruch auf ganz° und halbfreie Aerarial» Plätze in den Militäi>NeaIschulen und Akademien haben im Sinne der citierten Vorschrift blos) Sühne von Ofsicicren, Militärbeamtcn, Unlerosficicren des activen und Invalideustan» des, verabschiedeten Untcrosficieren und Militär» Kapellmeistern, dann Hof» und Civil-Staats-beamtcn und Äcdicnstcten, wenn die vorgczeich-netcn Bedingungen erfüllt sind. Alle Aspiranten der Militär-Realschulen und Akademien müssen sich einer Aufnahms-Prüfung unterziehen. Die Aspiranten sür den ersten Jahrgang der Militär»Unterrcll1schulcu lönncu die Auf» nahmsprüfuug in ihrer Muttersprache ablegen, und es bildet die Unkenntnis der deutschen Sprache bei sonstigen guteu Fähigkeiten der Aspiranten kein Hindernis für die Aufnahme derselben; dagegen müssen die Afpiranten für den dritten Jahrgang der Militär.Unterreal-schulen der deutschen Sprache soweit mächtig sein. um dem Unterrichte mit Nutzen folgen zu können; jene für den dritten Jahrgang der Militär-Oberrcalschule und für die Militär» Akademien haben die Aufnahmsprüfung m deutscher Sprache abzulegen. Bei der Aufnahmsprüsung wird von der Kenntnis der laut Lehrplan für die Militär« Realschulen obligaten ungarischen und böhm,» schcn Sprache zwar abgesehen, jedoch jenen Bewerbern der Vorzug eingeräumt, welche einer dieser Sprachen mächtig sind. Die Ausnahmsprüsuug für die Aufnahme in den ersten Jahrgang der beiden Militär-Akademien erstreckt sich auf alle Gegenstände der vollständigen Militär-Rcalfchulc m jenem Umfange, in welchem dieselben nach dem 5.chr» plane dieser Anstalt gelehrt werden. Insbeson-derc wird aus der französischen Sprache fliehen» bes. richtiges Lesen, dann das Uebersctzen cm» facher Ucbungsstücle aus dem Deutschen ms Französische und aus dem Französischen ins Deutsche mit Zuhilfenahme des Wörterbuches gefordert. Die militärischen Gegenstände sowie die sonstigen Gcschicllichteitcn, z. V. Turnen, Fechten, Schwimmen u. d. gl,. bilden keinen Gegenstand der Ausnahmsplüsnng. Die Miliiär.Aladcmic iu Wiener-Neustadt hat die Bestimmung, die Zöglinge fur die Infanterie, Iägertruppc und Cavallcric heran, zubildcn. die technische Milltär-Aladcul'e > zur Misbildung der Zöglinge für die Artillerie, für die Genie-Waffe. dann für das Pionmcr-Regiment bestimmt, und es ist in den Gesuchen um die Aufnahme in die letztgenannte Militär» Akademie anzuführen, ob der Aspirant'die Auf» nähme in die Artillerie- oder in die Genie» Abtheilung anstrebt, welchem Ansuchen bei der Einthciluug nach Möglichkeit nachgekommen werden wird. Aspiranten auf ganz freie Aerarialplätze haben in dem Falle, wenn die Aufnahme in die Anstalt wegen körperlicher Gebrechen oder wegen mangelhafter Vorbildung nicht erfolgt, die Kosten der Rückreise aus Eigenem zu tragen: selbst dann, wenn denselben wegen bcstä» tigtcr Mittellosigkeit die Aufrechnung der Nciso auslagcu in die Militär- Erzichnngs» und Ail' dungsanstalt auf Rechnung des Aerars vom Corps« (Militär») Lommando bewilliget wor» den wäre (Normal-Verordnungsblatt 45, Stück «x 1877) Dem Aufnahmsgesuche sind beizulegen: 1.) Der Taus- (Geburts.) Schein; 2) das ärztliche Gutachten über die körper» liche Eignung des Aspiranten (ausgestellt im Sinne der mit der Circulnrverordnuüg vom 2. Februar 1880. Abtheilmia 14. Nr, 189 — Normlll.Verordnungsblatt 4, Stück «x 1880 — vcrlautbartcn Instruction zur ärztlichen Untersuchung der Aspiranten bei der Aufnahme in die Militär' Erzichungs» und Nildungs» anstalten); 3.) das letzte Schulzeugnis (Schuwachricht. Schulausweis); 4.) der Hcimatfchein (kann von Militär-Personen binnen Jahresfrist nachgetragen werden) ; eventuell bei Stiftungsplätzen: 5) die besondere Nachwcisuug, dass der Bewerber den Bedingungen des Stiftbriefcs entspricht. In den Gesuchen um Verleihung von ganz freien Acrarial» und Stiftungs-Plähcn ist aus» drücklich zu erwähnen, dass dem Bittsteller die geforderte Zahlung von Schulcinrichtungs- und Lehrmittel Beiträgen bekannt ist. Das nächste Semester beginnt mit 1. Sep» tember in den Militär.Rcalschulen, mit 18tem September in den Militärakademien. L. Für die k. l. Marine»Alademie: 1.) Die österreichische oder ungarische Staatsbürgerschaft; bei Ausländern die Allerhöchste Bewilligung Seiner k. und k. Apostolischen Majestät; 2) die körperliche Eignung sowohl für die Militär-, Erziehung als auch für künftigen Kriegsdienste zur See; 3) ein befriedigendes sittliches Betragen; 4.) behufs Aufnahme sür den ersten Jahr« qang das zurückgelegte 14, Lebensjahr oder die Vollendung desselben im ersten Quartale des betreffenden Schuljahres und als Maximal» Alter für den Eintritt in den ersten Jahrgang: das nicht überschrittene 16. Lebensjahr, in den zweiten Jahrgang; das nicht überschrittene 17. Lebensjahr, in den dritten Jahrgang; das nicht überschrittene 19. Lebensjahr; 5.) die erforderlichen Vorkenutnissc. Die österreichische oder ungarische Staatsbürgerschaft wird durch den Heimatfchcin nach» gewiesen. Sind Militär-Personen nicht in der Lage, einen solchen sogleich beizubriugen. so wird die Vormerkung, beziehungsweise die Aufnahme der Aspiranten dadurch zwar nicht behindert, die Bittsteller sind jedoch verpflichtet, den fehlenden Hcimatsschein binnen Jahresfrist nachzutragen. Nenn vorbehaltlich nachträglicher Nach» Weisung der Hcimatszustnndiglcit die Verleihung eines Platzes an einen solchen Aspiranten stattgefunden hat, so ist der Hcimatsschein dem Rcichs-Kriegöministcrium (Marinesection) vor» zulegen. Für die ausnahmsweise Aufnahme von Ausländern wird die Allerhöchste Bewilligung Seiner l. und l. Apostolischen Majestät vom Neichs'Kriegsministerium (Marincscction) eingeholt. Die körperliche Eignung ist durch das von einen, graduierten, activen Arzte der l. l Kriegsmarine, des Heeres oder der beiden Landwehren ausgestellte Zeugnis nachzuweisen. Für die Ausfertigung dieses Zeugnisses, welches sich über die Eignung des Aspiranten sür die Aufnahme in die Marine'Akademie, namentlich mit Beziehung auf die Sehweite des Aspiranten bestimmt aussprechen muss, ist die Instruction zur ärztliche» Untersuchung der Be-werbcr um Aufnahme als Zöglinge einer Ma» rinc-Bildungsanstalt maßgebend. Das befriedigende sittliche Betragen wird durch die Studicnzcugnifsc nachgewiesen. Der Nachweis der entsprechenden Vorbil-dung wird durch die Beibringung der Studien» zeugnisse und durch die Ablegung einer Auf» nahmsprüfung geliefert. Die Studicnzeugnisse müssen nachweifen, dass der Aspirant nachbezcichnele Iahrescurse einer Realschule oder eines Gymnasiums oder einer diesen Schulen aleichgehnltcnen Lehranstalt der östcrrcichlsch.uuaarischen Monarchie mit bc« friedigcndem Gcsammterfola absolviert hat und zwar behufs Aufnahme sür den ersten Jahr» gang die vier untern Classen; für den zweiten Jahrgang: die fechs untern Classen und für den dritten Jahrgang eine öffentliche Realschule ein Gymnasium oder eine diesen Schulen gleich-gehaltene Lehranstalt vollständig. Die Aufnahmsprüfung wird unmittelbar vor Beginn des Studienjahres in der Marine« Akademie abgelegt. Die Aufnahmsprüsungcu beginnen mit 10. September. Jedem Gesuche sind folgende Documente beizulegen: ») Tauf- und Geburtsschein; d) Heimatsschein; o) militär-ärztliches Zeugnis;