MibacherGMunll. Nr. 2. «rä»u««s«ti««»pr«<<: I» ko«pt»lr «anzj. fi. !>. h«ldl- fi. 5 51. ffü, dit ZufilNuna ln< Hau« balbi. 5,» ll. Mi« dll Post «<>n,j. fl. »5, halbj, fi. ? b0. Montag, 4. Jänner. 4 Feilt» »5 ll. gristle pr. Zn!l « fl.: l>e< lftne» , lvicl'crholungtn pl. Zell» « k» 1873. Amtlicher Theil. Gesetz vom 25. Dezember 1874 betreffend die Zucrlennung dcr geschlichen Qninancnnal-zulagcn an dl< ordtntllche» Professoren der Universitäten, der selbständigen thcologischm Facultäten und der Aka- bemic der bildenden Künste in Wien. Mit Zustimmn,,« blider Häuser des Neichsrathcs finde Ich anzuordnen, wie folgt: ß 1. Bon» 1. Jänner 1h7b an erfolgt die Zuer-tennung «nd Auszahlung dcr gesetzlichen Qninquennal-zulag^n an die ordentlichen Professoren dcr Universitäten, der selbständige!! lhcologischcn Facultätcn lind dcr Akademie der oildcnocn Künste in Wien in allen Fällen nach Maßgabe dcr Dienstzeit, welche dieselben als ordent' ttchc Professoren an einer dieser Lehranstalten, sei es vor, sci es nach Eintritt der Wirlja,nlcit dieses Gesetzes, zugebracht haben, tz 2. Die Yien'it nicht im Einklänge stehenden Bc^ ltlmmungen des § -1 des fesches vom <>. April »870. R. O. Bl. Nr. 4b. beziehungsweise des ß 3 des Ge» setzcs vom 8. Mai l^7l. R. G. M. Nr. 40, und des tz 3 des Gesetzes vom w, März 1872. R. G. Bl. 3ir. 30. sind aufgehoben. tz 3. Mit oer Durchführung dieses Gesetzes ist Mein Minister für Cultus und Unterricht beauftragt. GüdüUÜ, am 2b. Dezember l»74. Kranz Joseph m. p. «uersperg m. P. Vtremayrw.p. Vt. e. und k. Apostolische Majestät haben mlt Allerhöchster Entschließung vom 25. Dczcmkr o. I. aller« gnädigst zu gestatten geruht, daß dcm Rallye dcs Landes» gerichtcs in Trieft, Johann Perincllo, aulaßach dcr von ihm angcsuchtln Bcrsctzung in dcn blclvendcn Ruhe» stand die Allerhöchste Zufriedenheit m,t seincr vttljähri» gen t«ucn und trjprlchllchcn Dimstleistung bclunnt. gc» geben werde. St. l. und l. Apostolisch« Majestät haben mit Allerhöchster Einschließung vom 28. Dezember d. I. dein Mnistcnalrathe und Better dcs technischen Departements für Straßen- und Wasserbau im Ministerium des In» nern, Mathias Wan ick, in Anerkennung scincr viel» jährigen vorzüglichen Dienstleistung das Ritterkreuz des Kopold'OrdenS mit Nachsicht dcr Taxen allergnaoigsl zu «rleiheu ger-uht. Ge. l. und l. Apostolisch« Majestät haben mlt Merhüchster Entschließung vom 28. Dezember o. I. der barmherzigen Schwefln Hildegarde Robitsch, Vorsteherin des Kindcrspitalcs in Graz, in Anerkennung ihres vicljährigcn menschenfreundlichen Wirtcns daS gol^ dene Vcrdicnstkrcuz allcrgnädigst zu verleihen geruht. Der Justizminister hat die Stelle des Controwrö in der Männcr-Strafanstalt zu Oraoisca dcm Obcr^ lieutenant deS Linicninfanlcrl>Mlalmcnts Nr. 28 Victor Loy v. Leichenfeld verliehen. llm 3l. Dezember 1874 wurde in der t. l. Hof« und Staat«: drullere! m Uim zu dem abgelaufenen Jahrgange 1874 der dculfche» Nusgabe de« Nelchsgsfrhblalte« di« Tttelblatl und ein doppeltes Reperlorium ausgrgfben und veislndet, Hievou enthält da« e,ste ein chronologisches uud da« zweile e,n alphabetisch!« Vcrzc,chni« der in den UI Stuclen bt« Jahrgange« 1874 lundgrmachlcn Hcsehs und Verordnungm. (Wr. Ztg. «r. cnblatt" aufmerksame Veachtung. Das genannte Blatt sagt an leitender stelle: ..Die Reihe dcr vollbrachten Thaten, der gcschaf. fcnen fesche ist kurz; sie zu überblicken, bedarf ts lciucr ^>rupplcrul>g und üljarallcrisierung; sic haften im Oe> oüchtmsse des ganzcil Mulles. Aber kcmcs von ihnen givt uno alle zusammen geben nicht dem ablaufenden ^ahre seine Äcocutung. Letztere liegt weitaus mehr als in den Begebenheiten in der stillen Wirksamkeit des Vicichsgcdanlcns, einer Wirksamkeit, dle nur nach Ablauf ängcrer Fristen erkennbar ist, gleich dcm Wachsen des Baumes, dcm Anfügen von Zelle an Zelle, nicht in jrorr Einzelheit beobachtet, aber aus den Jahresringen geschlossen wird. Die Busts für die neue Entwicklung Oesterreichs zu gewinnen, war nur mdglich unter iiäm» pfcn und Katastrophen' nun sie jedoch gesichert ist, voll» zieht sich der ycwultigc organische Nmwaudlunasprozeß: die Verschmelzung allcr Stamme und Parteien zu einem österreichischen Bolle, das in politische Fraclioncn und sociale Schichten gespalten sein mag, doch in der Hingebung an das Reich und dessen Grundgesetze einig ist — ohne Störung, Schritt sür Schritt und mit der Unwidcrstchlichleit eines Naturgesetzes. Allerdings galt noch das erste Aiertel des scheidenden Jahres dcr Gewinnung des Bodens, auf welchem allein die Neugestaltung ersolgcn tonnte. Die itirche hatte die Marksteine ihreS Machtgeliietcß weit in daS' jenige des Staates hercingeschobcn; die conscssiomllen Ocsetzc warrn cine vom Erislcnzbcdürfnissc des Staates gebotene Orenzbcrichtigung. ^ctzterc erfolgte nach den Principicn der strenaslm Mrechliulcit. In dieser liegt die Erklärung, daß die Proclamation dcr Rechte dc« Staatrs nicht wie anderwärts zu Verbitterung der alten, zur Schaffung ncucr Kämpfe zwischen Kirche und Staat führte, sondern daß, von kleinen Nachhulgcfcchtcn abgesehen, der seit langen Icchrcn tobende Uampf, wenn nicht dcm Frieden, so dcm Waffenstillstände gewichen ist. Dcr Episkopat und mit ihm dcr gesammtc Klerus fügt sich dem Staatsgesehe —hin und wieder erst nach einigem Sträuben, doch er fügt sich. Das verdoppelt den Werth der confcssioncllcn Acjche. Wir gewinnen dle strucht der lrhtcrn ohne jenen Kampf, welcher aus lang« Jahre brn Gewinn zunichte machen würde. Die Abspannung dcr ^ioriischaftcn, welche im ultramontanen ^ager so lange getobt haben, führt zur Aufrichtung der unter dcm vuUcmischen Aschenregen dc4 Fanatismus erstickten besseren Eigenschllsicu octz östcr« rcichischcn Klerus und seines Anhangcs. Die Treue für das Reich war im vorigen Iuizre noch eme ausscyließ« ! liche Tugend dcr winzigen, um dcn wiluer Erzblschof gescharten Pricsterschaft; im endcndcn Jahre yat s« unter dcn iilerlcalcn propagandistische kraft erwlesen. Die Llbslrcifung der Vattrlündölosiglcil, die Wicder« Hinneigung zum Balcrlandc fül,rle naturgemäji zu emer Abschwüchung dcs wilden Hosscs gegrn txe alider»denll!aligen Lockerung dcs Bandes, welches dis dahin die Rcicheseinde nller siati»» nalilätcn nnt dcn Schwarzen innigst verknüpft hatte. Die mustcrglltige Organisation und die stramme Dis« ciplin dcr Kirche waren es aber, welche der scparatlsti» schcn Agitation ihre Macht uud (Hcjührlichlelt gabrn; FeuiVeton. Der Graf von Felseck. «llmmalnovelie oou Fanvy K l i u ck. (Konjehungj ..Tl»ule Meroille. oerehrleste Tante!" ricf Fredttic au«, und «e ,ch,en in der Thal, als ob diese Worle ge. eignet wäre,,, dlc Kralle wieber zum Bewutztjlln zu bringn. Sie offncle weil die «ugen uno blickte ihien Neffen an. Dann beulete sie auf ein Glas. und als Hredcric es ihr reichle, trank si- es bls zum lehiln Tropfen aus und rasch waren ihre Lebensgeister wicülr geweckt. Sie richtete sich auf und saß, obgleich bleich wie «ine Todte, von üem Kissen unlerflüht. ..Hreoeric'. begann sie klar unc» verxehmllch, „ich wünsche, daß du mir einige Augenblicke GelM »chenlsl, es ist um deines eigenen Vortheiles wlllcn, denn würde 'ch sterben, ohne dich mit dem bekannt zu machen, was meine Absicht ist. so wärest du arm, lein Heller meines Vermögens würde dir zilsallen. Ich wiederhole dir, daß meine Heil knapp ^messen ist." „Ich höre, Tante", murmelte grederic, unwillkür llch erbleichend. > „Du hast jenes junkie Mädchen gesehen?" ..Ja." „Weißt du. wer sie ist?" «Nein. Es ist meine Stieftochter, Iredtiic." , Deine Etleflochlcr, Tante? Ich habe nie gehört, baß ^r Onkel tin Hind halte." ..Er hatte ein«, Frederic. Dn weißt, der Onkel *>" »ujl «ner bürgerlichen verheiratet, bevor ich ihm mein« Hand aab. Jenes junge Mädchen ist sein Kmd au» e.sler Eye, abcr darum doch eine Olafin von 3el«ect." „Die Ehe deS Onkels ist nie als eine ailliae be-tracht«", sagte Frcdtlic. und ein gewisses vcrachllichlS Lächeln zuckle um seine Muliowinlcl „Sie war aber nichtedesloweniger eine giltlge. Oraf Karl von gelseck und «„na Bonin wmden in der K,rche zu Watzdorf von dc« Pf«rer Wilmer« ge. liaut." .Weißt du das gewiß, Tante?" fragte Frederic un. gläubig. ,.Du findest den Trauschein unter Sylvia's Pa Pieren. Ele hat mir indessen oerspnchen müssen, ihn ulchl eher herauezugeben, al« bis sie verheiratet ist." ,Sie w>rd nch verheiraten?" ..Ich denke e«. Frederic, es wird nicht schwer Hal-ten fur die Ecmitsse von Aelseck, welche im Vlsihe eines colossalen Vermögens, einen Gallen zu finden. «Eylom ist re,ch. Sie ererbt nicht allein das Ver. mbuen dcs verstorbenen Grafen Karl, sondern ich habe sie auch zu meiner Unioerialcrbin eingesetzt." .Tante l" In Frederics Miene lag eine unaussprechliche Angst, zug" , aber auch ein Vorwurf. „Graf Karl hat mir al« seiner Gattin nur einen Theil seines Vermögens vcrmacht, während alles übriae an Eylvia fiel. Meln Relchihum ist das Erbtheil mei. nes zweiten Galten, des Vord Merville." ^Tante. und du hast vergessen, was du meiner oer-stolbenen Mutter versprochen hast." «Nein greberil, leinen Augenblick." ,.Du bast aber jenes Mädchen zu deiner Universal, erb n eingesetzt und du weiht, daß ich in eben nicht glün. zenden Verhältnissen lebe." L^y Melville beachlele den Einwurf nicht. „Deiner Mutter vcriprach ich, für dich zu sorgen", fuhr sie fort, „und sa« »ha« ich nichl, wenn «choir einen Theil mei"cS Vermögens vermachte, welcher bald genug vtlschleudert ßewejen jein wuroe, Sylvia aber stand meinem Herzen naher als du. Dcr Graf hatie ge«üu!chl, daß jein Kind in einer ihm belunntcn ausgezeichneten Pension erzogen we»den möge; al« aber ihre Erziehung bemdel war und meine Slellunu uls ^ady Meroille »ir gtslallele, sic in die Welt einzuführen, oa habe ich sie zu mr genommen zu meiner eigenen Freude und LoroMer« oille's Glück. Er liebte sie, wie er ein eigenes itind nicht mehr HÜtle liede" können und ul« er fmib, nah« er mir das Vcrspr chcn ab, fiir 3yloia's Wohl wie eine Mu>ler zu jorgcn. Ich habe das gclhan na» besten Krusten und Hal e es nun auch für meine Pfl'chl, lord Mcroille's Eißcmhurn ihr zuzuwenden, denn Eyloia hat wie eine Tochler fur mich geforgs. Sie hat meine letzen i'ebel>eta2e ocrichönt, sie biiel) bei mir. als ich eillia» und oerlussen war und niemand sich um mich arme alte tzrau kümmerte. Selbst du ni5l, Hredcric, obwohl d»l wußtest, wie ich dich geliebt ui, wa« ich von dir hörte, be-slütigte, d ß du nicdt aebcsserl. Man saale mir sogar, du habcst eine Schau'pitlelin fieheiralet, aber ich mochte e« nicht glauben. Du würdest deine Tante doch m sind im stände, das Gebäre wirthschaft!icher Größe wieder aufzurichten, daß o oon einem Sturme bis auf die Grundmauern weggefegt wnoen kann. Mit uns hat Ungarn den Nothstand, nicht jedoch die friedliche und freudige politische Hortentwicklung ge» theilt. Das Lanl, glich einem Fiebtrkrai-ken, welcher sich oon einer Seite auf die andere wällen wolllc. Und dennoch hat Ungarn Ursach:, das scheidende Jahre hoch zu preisen. Die Finanznoth ist seit Ghyczy's Einlritte nicht gestiegen, wohl aber sind die erstem Anfänge zur Herstellung der Ordnung, zur Steigerung dcr Stauls' einnahmin und — frcillch erst in bescheidenstem Maße - - Herabmiliderung dee Staalsanfwandes getroffen worden. Der cine Manu, dm Ungarn zum Minister gewonnen, Koloman Ghyczy, der hingebcndftc, opfer» willigste Patriot, wiegt ganze Parteien auf. Die ersten, von jeder Neuerung untrennbaren Eonoulsionen sind überwunden; die Deak'Partei war irre geworden an sich selbst, hat sich jedoch wieder gefunden und aus dcr über-standenen Lebensgefahr einen Ansporn zum Zusammen halten gewonnen. Nicht vergessen dürfen wir, daß das persönliche Eingreifen der Krone allein den Zusammen-bruch des herrschenden Systell^s verhütet hat' und nicht vergessen wird Ungarn den Dank, den «s dem Träger der Krone schuldet, welcher zugleich Baiser vo,^ O:ster reich ist. Die Verhandlungen übcr Erneuerung ces Ausgleichs werden den Prüfstein ungarischer Dankbarkeit geben. In den Tagen der inneren Wirren und dcr Finanznöthen ist der staatsrechtliche Streit ganz in den Hintergrund getreten; man hat sich nicht wioer den Aus« gleich erhitzt und darum nicht uöihig gehabt, sich für ihn anzustrengen. Indem alle Gedanken sich der Be« drängnis des Vaterlandes zuwendeten, erkannte man, wie ocr Ausgleicb einen fo weiten Spielraum für die Bethätigung aller Kräfte gelassen hat, daß der bis jetzt erfolgte Kraftaufwand nicht zur Ausfüllung hinreich:, daß U"garn, wenn es nur die jetzt ihm zugemessen«! Rechte und Pflichten ausfüllen will, seine Anstrengungen verdoppln und die thörichten, traft- und zeitraubenden Versuche zur Erweiterung des WirlungSgebieleS einstelle,' muh. Diese Erkenntnis ist tiefer und tiefer in alle Schichten des Volles gesickert und hat ihren Ausdiuck in dem glänzenden Siege gefunden, welchm die Deat-Partei bei Ernennung der Eenlralwahlausschüsse davon» get agen Hai. Die Verstärkung dcr ausgleichsfreul^liche,> Partei bei den nächstjährigen Landtagswahlen und oannt die Erneuerung des Ausgleichs steht außer Zweifcl. Ungarn kann seine volle Kraft der inneren Reorganisation widmen, Oesterreich wird in seiner Fortentwicklung nicht durch staatsrechtliche Kämpfe gestört werden, und die Reaction ist ärmcr gcwordm um die Hoffnung, aus dem Streite der VcrsassungSparleien beider Reichshälften Vortheil zu ziehen. Anher den confesfionrllen Gesetze» hat das Jahr l874 leinen glänzenden, in die Augc» fallenden Oe> winn, doch es hat den höheren Gewinn c'ner stillen, die Gemüther umspinnenden Wirksamkeit des Reichs-lgedantcnS, eincr ernste > Schulung c»cr Güster, ^e> wachsenen politischen un!) wirthschaftlichen Einsicht gebracht, so daß wir ohne furcht vor Katastrophen ins neue Jahr schreiten können, sicher, das Schwerste über-standen und die Möglichkeit des Fortschrittes in unserer, ! d^ VollfS, Hand z!l haben." Bismarck und die Papstwahl. Der „RciclMnzeiger" leitet die Veröffentlichung eines der l ir chenpoli t isch en Aclcnstücke, die im Prozesse A r n i m eine Rolle spielten, mit nachstehendem Artikel ein. „Dle ungewöhnlichen Umstünde, durch welche die gerichtliche Verfolgung dcs wirklichen Geheimralhes Graf slrnim herbeigeführt wurde, hat diplomatische Aclenstücke an die Oeffentlichkeil gebracht, welche zu strenger Geheimhaltung licstimmc wuren. Für die Zulassung der öffentlichen Verhandlung über dieselben war unter ande< re!» di: Erwägung maßgebend, daß die Hand, welche sic dem Archiv ent.ogcn, voraussichtlich stnckweise und willkürlich daraus mittheilen und bekanntmachen würde, wogegen die volle und a^rne Kundwerbung allerdings za andern, ader minder schwerwiegenden bedenken An-laß bot. Die Nichtigkeit dieser Auffassung findet schon jetzt bezüglich der secretierten Acten ihre Bestätigung. Das königliche Lladt^cht ;n Berlin hat bekanntlich eine Reihe von Documenlen ausgeschieden und der Oeffent< lichlctt vorenthalten, weil nach Ansicht des Gerichtshofes von ocm Bekanntwerden derselben eine Gefährdung des Friedens zu besorgen sei. Diese Secrctiernng und deren Beweggrund dien! nun schon einer mehr und mehr um-sichgreifenden Verdächtigung as« Anhalt. Mit Recht hat das Stadtgericht die Nctenstücke tilchenpolitischen Inhaltes sccreliert, denn mit wenigen Frederic von Felseck saß eine Minute lang regungs« los, sein Gesicht war fast bleicher als das der Kran'en, aber er faßte sich schnell. „Ja Tante, das war eine Lüge! Ich! eine Schauspielerin heiraten!" „Es srcul mlch, Frederic!" sagte die alte Frau tief aufachmend, „Der Leichlsrnn wäre auch unverant. wortlich gewesen, so konntest du deinen Stammbaum nicht vergtssm!" „Gewiß nicht, Tante", flüsterte Frederic kaum hörbar. Der allen Dame entging ganz und gar der aufge regte Zustand, in welchem sich ihr Neffe befand. Sie fühlte, wie der Tod ihrem Hc» zen näher und näher kam, und sie ha. c noch so viel zu erledigen „Nun höre weiter, Frederic", fuhr sie hastiger fort. ..ich hab: dir noch eines mitzutheilen. Mein Rcichthum ist verschel'.tc, es ist für dich nichts übrig gtblieben, als die Möglichkeit, ihn dir zu erwarben." Em hellerer Schimmer flog bei diesen Worten übcr Frederics Antlitz. ..Die Möglichkeit, ihn mir zu erwerben, Taute?" „Ja, Frederic, du hast das Rechte ausgesprochen. Gylvia's Gatte wird dereinst der Besitzer ihres Reich. thums." Einen Augenblick besann sich Frederic — dann be-deckte Leichenblässe sein Oesichl. „Tante!" stlltz er zwischen den fest zusammengepreßten Zähnen hcroor. „Erschreckt dich der Gedanke so, Frederic? Ist es s« entsetzlich, Sylvia's Gatte zu werden, sich mit diesem schönen, anmuthigen, reich gebuoetcn Wesen ein bedeutendes Vermögen zu erwerben?" fragte o e Kranke ver» wllndert. Frederic hatte sich besonnen. Die letz en Worte der Kranken kamen schmller — mehr hervorgestoßen. „Tas »ichi, Tante — aber wird Sylvia mich zu ihrcm Gatten erwählen? Mich dünkt sie so hold und liebreizend — daß ich mir ein solches Glück kaum den, ten kann." Ueber das bleich- Antlitz der alten Dame ergoß es sich wie heller Sonnenschein. „Sie wird dich erwählen, Frederic," sagte sie dann mit allcr Bestimmtheit Sylvia hat sich schon scit lan-ger Zeit an den Gedanlm gewöhnt, deine Gattin zu wcrd:n. Ich habe ihr alles vorgestellt — deinen Leichtsinn und deine Herzensgute und sie hat sich bereit erklärt, meinen letzten Willen zu erfüllen und dir ihre Hand zu reichen. Sie kennt deine Vergangenheit, ich habe mich selbst nicht gescheut, ihr deine zahlreichen Liebesverhältnisse mitzutheilen, aber ich nannte es deinen unver, antwortlichen Leichtsinn und ich bin fest überzeugt, daß sie dich am ersten duoon heilen wird. So erfülle ich denn mein Versprechen, was ich deiner sterbenden Mutter gegeben — ich habe dir deinen Lebensweg geebnet und es liegt nur an dir, ob du ihn betreten willst. Mehr tonnte ich nicht thun. Ich vertraue dir mein liebstes, mein bestes an und mein Fluch nürde dich treffen, wenn du ed nicht werth achtelest und es nicht vor allem Weh und He^eleid der Welt schütztest. Du wirst sehr glücklich sein, wenn du Sylvia's Werth erkannt hast und ihn zu würdigen weißt, aber das Unglück wartet deiner, wenn du dies? Stunde vergessest und ihr den strie» den raubst, dcn sie so sehr verdient." Freoeric saß requnqslos. In seinen Zügen prägte sich ein harter schwerer Kampf aus. Schon mchrere male hatte er den Mund zum Sprechen aeösfnet. aber er schwieg — ihm fehlte jeder moralische Much. Nur eines Winkes hätte er bedurft und es wäre vielleicht noch Zeit gewesen, aber er sprach das Wort nicht aue. (Forlsetzung folgt.) Ausnahmen handelt es siif bculschc Discretion sich mbetreff lines bedeutungsvollen Gegenstände« geäußert haben, wenn hervorragende 3taale>mä'mer dcs Auslandes aus ihrer bcrcch>iglen Zu» riicthalluntt ebenso vertrauensvoll herausgetreten stnd. d nn wird die Rücksicht diplomatischer Verschwiegenheit unumgänglich. Ohnedies muß dcr Ereoit der Regierung, l'ü eine j>le für baS Verhalten ihrer Organe verant' wonlich lst, o runter leiden, daß einer ihrer vornehmsten Fuliclioninc vertrauliche Aeußerungen fremder Eabinellc und Diplomaten, die ihm von s iner Regierung zu set>er amllicheu Info mation zugänglich gemacht worden, im Reiscfoffcr mit sich im Lande umherführen, allen Gast« hofchanccn aussetzen oder solche Äctcnslücke gelegentlich einem Adoocalen zur Bestellung an einen Untersuchung«« rlchlcr mil auf ocn Wcg geben lonntcn. Den fremden Cabinitten gegenüber haftet die deutsche Regierung auch für den Misbrauch, der, nach bisherigen Erfahrungen zu urtheilen, mit zurückbehaltenen Abichriflcn der con« fidentiellen Mittheilungen derselben gelrieben werden kann. Die Regierung selbst lann sich keineswegs ermächtigt halten, vertrauliche oder geheime Mi lheilungen anderer Regierullgm der Oeffentlichlcit zu übcrgebcn, wenn sie auch die Veraulwommg dafür z»l tragen hat, daß sie einen kaiserlichen Bo schuf er in solche geheime Mit< chulllug im Intertjse oes Ditl.sles glaubte einweihen zu können. Sowlit es sich um d.s Intimste, daS nur Deutschland angeht, handelt, lann alles an das Licht gezogen werden, ohne unsere auswärtigen Beziehungen zu schädigen, geschweige denn, den Frieden zu gefährden. Die Basis zu dem ganzen der Oeffentlichkelt vor« enthaltenen Fascikel bildet eine Circular-Depesche des Reichskanzlers vom 14. Mai 1872, die künftige Papst wähl betreffend, «n sie schlössen sich die Riickäußerungen anderer Regierungen, die dem Botschafter in Paris vermöge seiner amtlichen Stellung mitgetheilt wurden. Die letzteren bleiben, so weit die Macht der Regierung reicht, geheimgehalten." Dieses (vertrauliche) Schriftstück lautet: „Berlin, den 14. Mai1«73. Die Gesundheit dcs Papstes PiuS IX. ist nach allen uns zukommenden Berichten eine durchaus befriedigende und keine Symptome einer baldigen'Aende» rung onbieteridc. Ueber kurz odcr l.uig aber mrh eine neue Papstwahl immer eintrelen und der Zeilpuntl eyt« zieht sich der menschlich«,, Berechnung und Voraussicht. Die Stellung de« Oberhauptes der katholischen Kirche ist eine für alle Regierungrn. innerhalb deren Ländern diese Kirche eine anerkannte Stellung hat, von solcher Bedeutung, daß es geboten scheint, sich die Folgen eines Wechsels in der Person dcs Papstes rechtzeit a. zuver. gegenwärtigen. Es ist scho,, srühcr anerkannt worden, daß die Regierungen, welche katholische Unterihanen haben, da« durch auch ein großes und unmnlttclbares Interesse an einer Pllpstwahl habcn, sowohl an der zn wählenden Person« lichlcit selbst, als besonders auch, daß die Wahl uon all den Garantien in formaler und und materieller Bezieh ung umgeben sei, we'che es den Regierungen möglich machen, sie als eine gillige und allen Zweifel ausschließende auch für sich und den Theil der katholischen Kirchc in ihren Ländern anzuerkennen. Demi daß die Regierungen, ehe sie dem durch Wahl constilulirten Souverän, der berufen ist, so wegreisende, in vielen Stücken nahe an die Sonvcränetäl grenzende Rechte in ihren Bändern auszuüben, diese Rechte sacllsch zu gestehen, verpflichtet sind, gewissenhaft zu erwägen, ob sie die Wahl anerkennen können, darüber scheint mir kein Zweifel fein zu können. Ein Papst, welchem die Gesammtheit oder die Mehrzahl der europäischen Sou« vcräne aus formalen oder materiellen Glünoen glaubte ' die Anerkennung versagen zu müssen, winde so wenig denkbar sein, wie es denkbar ist, daß ein Lanoesbi,chof in irgend einem L.mdc Rechte ausübte, ohne oon der Slaatsregierung anerkalwt zu sein. Dies galt schon unlcr der früheren Ordnung der Dinge, wo die Stellung der Bischte noch eine selbständigere war und die Regierun, gen nur in seltenen Fällen in kirchlichen Dingen m!t dem Papst in Berührung kamen. Echon die im Anfang dieses Jahrhunderts geschlos. scnen Eoncordatt haben oircctere und gewissermaßen in. limere Beziehungen zwischen dem Papste und den Regie« rungen hervorgerufen, vor allem aber hat das valicanl. sche Eoncil und seine beiden wichtigsten Bestimmungen ubcr die Unfehlbarkeit und über die Jurisdiction deS Papstes die Stellung oes letztern auch den Regierungen gegenüber gänzlich verändert und das Interesse der letzteren an der Papstwahl auf das höchste gesteigert, da» mit aber ihrem Rechte, sich darum zu lümmern, auch eine umso festere Basis gegeben. Denn durch diese Be. schlüsse ist ocr Papst in die Lage gekommen, in jeder , einzelnen Diöcese die bischöflichen Rechte in die Hand zu nehmen und die päpstliche Gewalt der landesbisaMchen > zu substituieren. D,c bischöfliche Iurisdireclion ist in der ' päpstlichen aufgegangen, der Papst übt nicht mehr wie lusher einzelne bestimmte Rciervatrechie auS. sondern die ganze Fülle der bischöflichm Rechte ruht in seiner Hand; er ,sl im Prmcipe an die Stelle jedes einzelnen N»,chofs getreten und es hängt nur von ihm ab, sich auch i» der 11 lraxis in jedem einzelnen Augenblick an die Stelle dee lben gegenüber den Regierungen zu srhen. Die Vischöfe id nur noch seine Werkzeuge, seine Beamten ohne eigene eranlworllichleit; sie sind den Regierungen gegenüber leamte eines fremden Souveräns geworden, und zwar nes Souveräne, der vermöge seiner Unfehlbarleit ein 'lltommen absoluter ist — mehr als irgend ein abso« iler Monarch in der Well. Ehe die Regierungen irgend einem Papste eine solche ltellung einräumen und ihm die Ausübung solcher !echte gestatten, müssen sie sich fragen, ob die Wahl l,d dk Person desselben die Garantien darbieten, welche e gegcn den Mißbrauch solcher Gewalt zu fordern be« ichtigt sind. Dazu tommt noch, daß gerade unter den higcn Verhältnissen nicht mit Sicherheit zu erwarten ehr, daß auch „ur die Garantien, mit welchen in frü» :ren Jahren ein Conclaoc umgeben war und welche es lbst in seinen Normen und seiner Zusammensetzung dar» ot, zur Anwendung lommen werden. Die vom römischen Kaiser, von Spanien und ranlreich geübte Exclusive hat sich oft genug als illu. »risch erwiesen. Der Einfluß, welchen die verschiedenen Galionen durch die Lardinalc ihrer Nationalität im Con« ave ausüben tonnten, hängt von zufälligen Umstünden l». Unter welchen Umstiwden die nächste P^pstwahl statt« nden, ob dieselbe nicht vielleicht in übereilter Weise ver« ächt wird, so daß die früheren Garantien auch der sorm nach nichl gesichert wären, wer wollte das voraus-then? A>is diesen Erwägungen ichrint es mir wünschen«, oerth, daß diejenigen europäischen Regierungen, welche urch die kirchlichen Interessen ihrer katholischen Unter» hanen und durch die Stellung der katholischen Kirche n ihrem Lande bei drr Papstwahl interssiert sind, sich echtzcilig mit den dieselbe betreffenden Fragen veschäfti« M und womöglich sich unter einander über die Art und Nelse verständigen, wie sie sich d-rjelben gegenüber vcr. »alten wollen, und über die Bedingungen, von welchen ie eventuell die Anerkennung eine Wahl abhängig machen vllrden. Eine Einigung der europäischen Negierungen in >i<:m Sinne würde von unermeßlichem Gewichte und aielleichl i:n stände sein, im voraus schwere und beben! liche Complicationen zu verhindern. Eure u. s. w. ersuche ich daher ergebenst, die Re. zierung, bei welcher Sie beglaubigt zu sein die Ehre havm, zunächst vertraulich zu fragen, ob sie geneigt sein möchlc, zu einem Ideenaustausche und zu einer eventuellen Verständigung mit uns über diese Frage die Hand zu bieten Die storm, in welcher dies geschehen lünnte, würde dann leicht gefunden werden, wenn wir vorerst der Nereüwillialeit sicher sind." Politische Uebersicht. Vaibach, 3. Jänner. In der am 3!. v. M. staltgefundcnen Sitzung des kroatischen Landtages interpellierte Mataucc den Ba nuS betreffs des zwischen dem Grenzärar und dem GrenzwülberConsortium abgeschlossenen Vcr« gleiches, ob durch den letzteren das ttandesinleresse ge» wahrt sei. Banus Mazuranic antwortete, daß er weder berechtigt noch verpflichtet gewesen sei, auf das Grenzwüldergeschäft Einfluß zu nehmen, mit welcher Antwort sich Matane. nicht befriedigt erklärt, während dieselbe vom Hause zu Kenntnis genommen wird. Hier, auf wurde die Specialdebattc über das LanoeSbudgel fortgesetzt und nebst dem Budget der Vandesfonde be» endet. Als Nachtrag zum Prozeß Arnim. der vor dem Kammcrgerichlc weiteroerhandclt wird, meldet man, der Czar halie zufolge der Verlesung der bekannten Actenstücke in eigenhändigen Schreiben an Kaiser Wil» Helm und Bismarck seinen Dank für die Ausrecht-halluna der Friedenspolitik und die Anhängllchleil Deutschlands an Ruhland ausgesprochen. Wic der „Courrier dc France" erfährt, sind im letzten franzosischen Ministerr nt he folgende Be,chlusse gefaßt worden: Die Regierung soll bei Wieder« aufnähme der Session nicht selbst den Antrag stellen, d^hdie constitutuncllen Gesetze auf die TageS' urdnung gebracht würden; aber sie soll sich einem solchen Antrage anschließen, wenn er von den, Dreißiger. Ausschüsse oder einem Abgeordneten gestellt würde, uui der Reihenfolge, in der diese Gesetze zu berathen wären soll sie leine Cabmctbsragc machen, jedoch d»e Ansich, äußern, daß cK sich empfehlen würde, die Vorlage übe, das Oberhaus von jener, welche den Ucvcrgang der Ge walten bcwfft, zu erörtern. Hinsichtlich der Frage, ot personalvrränderungen im Ministerium vmzuneymel waren, wurde jede Entscheidung vorbehalten. — In dei am 30. v. M. stattgehabten zweiten Konferenz bc dem Präsidenten Mac Mahon wurde lMpt,achlicl das Gesetz wegen Errichtung eines Senates vcspro chcn und die Nothwendigkeit anerkannt, das Senats gesctz von den Vcrsassungsgcsctzcn nicht zu trennen. Di Frage wegen der Uebcrtragung der Gewalten würd gleichsalls erörtert. Die Mitglieder der Rechtcu verwei gern absolut die Annahme des nnpcrsönlichcn Slptcn nals. — Das „Journal dc Paris" sagt, vom Aus gangc der Ely foe. Konferenzen hange das Bchiö !al der konstitutionellen Gesetze und vielleicht auch bi Zukunft der Kammer ab. „La Presse" glaubt an die Begründung der conservative» Republik. Dem „Pester ^loyd" wird aus Bukarest unterm 24. v. M. geschrieben: „Der diplomatische llgent Ruß-lands hatte an inem der letzten Tage eine längere Unterredung mit >em Minister dc6 Acußern, Herrn «Uo^rcsco. Bei diesl Gelegenheit soll der Vertreter Rußlands dem fürstlichen Minislcr die Erklärung gegeben haben, daß das Petersburger Cabinet, so bereitwillig es )cn Bestrebungen Rumäniens, seine Handclsbczichun ;cn zu erweitern und zu regeln, Unterstützung ange-ycihcn lasse, sich qecen jede Auslegung verwahren müßte, oie hierin eine Aufl mnterung zur Verletzung der ver tragsmüßigen Recht, der Pforte erblicken wollte. Man oermuthct hier, das eine ähnliche, vielleicht sogar bc. stimmtcre Erllärunl auch in Belgrad abgegeben worden sei, wohin sich die blicke der hiesigen Aclionspartci mit ;roßen Hoffnungen wenden. Im Senate hat Minister Ooörcsco die von einer Seite begehrte Vorlage der auf die mit Oesterreich'Ungarn abzuschließende Convention bezüglichen Documentc rundweg abgelehnt." Gegen die Äelilaus. cschlub.) Aus dem betreffenden M otiven berichte ent' nehmen wir, daß sich die Regierung vor allem die Frage vorgelegt hat. ob die Staatsverwaltung sich überhaupt für berufen erachten soll. durch behördlich anzuordnende Maßregeln der Verbreitung des Insectes cntgegenzu arbeiten und bejahenden Falles, welcher gesetzlichen Grund lagen sie hiczu bedürfe. Was den ersten Theil dieser Frage betrifft, ist es vor allem wohl zweifellos, daß dcr Staat ein berechtigtes und eminentes Interesse besitzt, wo möglich zu verhindern, daß ausgedehnte Wcinpflanzungcn durch die Reblaus vernichtet oder wenigstens durch einen längeren Zeitraum minder ertragsähig gemacht werden. Ob aber dieses Interesse durch imperatives Einschreiten zu bethätigen sei, hängt hauptsächlich davon ab, ob die zunächst anwendbaren Mittel ihrer Natur nach die staatliche Ingcrcnz erfordern, oder lediglich durch die Privat-thätigkcit. zur Anwendung gelangen können. Diese Mittel sind nun folgende i Die möglichst schleunige Entdeckung der Ansteckungsheroe, die Absper« rung derselben in dem Sinne, daß Reben und andere Träger des Inscctcs daraus uicht verschleppt werden, und wo möglich die schleunige und nachhaltige Dcs> infection dieser Herde selbst. Die möglichst schleunig« Entdeckung des Aiisteckuugshcrdcs liegt zwar im Inte» rcsse des Grundbesitzers selbst, allein cs erscheint opportun, dieses Interesse durch eine förmliche Verpflichtung zur unverzüglichen Anzeige der wahrgenommenen An» zeichen und unter gewissen Umständen zur Durchfor-schuna dcr Wcmpflanzung zu verschärfe», weil eine recht» zeitige Constalicrung der Ansteckung twn weittragender Bedeutung nicht nur für den betreffenden Grundbesitzer selbst, sondern auch für die Umgegend sein kann. Diese Verpflichtung kann, nur von staalswcgcn ausgesprochen werden. Das zwcitgenlllmtc Mittel erfordert unbedingt eine behördliche Intervention, weil das Verbot der Ueber« traguna. von Anstccklmgsstoffcn auf andere Gründe desselben oder eines anderen Grundbesitzers ebenfalls nur von staatswegcn erlassen werden kann. Die Dcsinfcction endlich des Ansleckungshcrdcs selbst kann dann im In» tercssc des Grundbesitzers liegen, wenn er erwartet, da» durch andere eigene Pflanzungen vor der Reblaus bewahren zn können, und wenn überdies die Kosten der Desinfcctiun in einem angemessenen Verhältnis zu diesem erwarteten Erfolg stehen. In anderen Fällen kann die Dcsinfcction nicht nur außer dem eigenen Interesse des Grundbesitzers liegen, sondern sogar demselben widerstreiten, namenllich wenn damit blos der Schutz fremder Wcinftflanznna.cn erzielt werden soll. Es kann also auch zur Anwendung dieses Mittels das imperative Ein« schreiten dcS Staates gegen den Einzelnen, und zwar behufs Abwendung dcr aus seiner Unterlassung für Andere zu befürchtenden Nachtheile nothwendig werden. Da somit die gegen die Verbrennung der Phyl> lufera zunächst anwendbaren Mittel mehr oder weniger die staatliche Ingercnz erfordern, und da die Eindäm» ' nmng des Uebels überhaupt im Interesse deS Staates j selbst liegt, wurde angenommen, daß die Staalsvcrwal« . tung sich als berufen anzusehen hat. ihre Mitwirkung l eintreten zu lassen. Diese Anffassnna. stimmt mit der in ^ Frankreich gemachten Erfahrung übercin, wo mit dci - Zunahme dcr Ealamitäl auch das Gefühl dcr Nothwen« i diglcit einer bestimmten staatlichen Ingercnz sich ringe» l stellt und einerseits in den Versuchen, die Berechtigung r dieser Ingcrenz alls schon bestehenden Gesehen im Wege i dcr Analogie herzuleiten, andererseits aber darin AuS ^1 druck gefunden hat, daß die Akademie der Wissenschaften - die Grundsätze für einen dicsfallia.cn Gesetzentwurf fest« stellte und am Schlüsse ihres Berichtes dcr Zuversicht c Ausdruck gab, daß. wenn die Staatsverwaltung mit den c nöthigen Befugnissen ausgestattet sein wird, cs ihr that» - sächlich gelingen tonne, wenigstens einer weiteren Ver» l brcitung dcr Ealamität Einhalt zn thun. l' Dcr zweite Theil o« obigen Frage, nämlich welcher l' geschlichen Grundlagen die Staatsverwaltung in dieser ie Hinsicht bedürfe, erforderte die vorgängige Feststellung des Programmes für das staatliche Einschreiten wenig» stcns in seinen allgemeinen Umrissen. Dieses Programm wurde nach sorgfälliger Erwägung aller einschlägigen Verhältnisse folgendermaßen festgestellt: der Staat yabe ausnahmslos einzuschreiten, insoferne es sich nm die Eonstaticrung dcr Thatsache dcr Ansteckung durch die Phylloycra und um die Abwehr ihrer weitern Verbrei» tung durch Verschleppung der Reben und anderer Träger deß Insectcs ans dcm betroffenen Terrain handelt; hingegen sei ein weiteres staatliches Einschreiten überhaupt von der Individualität des Falles abhängig zu machen, und zwar nach Maßgabe des Umstandcs, ob die im ein» zelnen Falle anwendbaren Mittel im angemessenen Verhältnisse zum voraussichtlichen Erfolge stehen oder nicht. Eagesneuigkeilen. — (St. Majestät dll Klllserj werden «m Monlaß den 4. Jänner 1875». in Ofen Audienzen zu ertheilen geruhen. - (Ein Mini st erralh) sand. w,e d,e „!age«pr." erfahrt, in den lchlln Tagen de« vorigen Jahre« ln Wien statt, wilcher sich damil beschäftigte da« »riiausprogromm der R,g»ern»g sür da« uächste Jahr stslzustslleu. Minister Präsident FulstNuer»» perg eröffnete die Sitzung mit einer längeren Ansprache, l» welcher er einen Rückblick auf die TlMigleit d« Regierung i« Jahre 1874 wart,. Er coustalierlt all die Erfolge, welche da« Ministerium sowohl in der pallanuntarlschrn, wi, in der politische» ^ampagm de« John« errungen, danlle den Ministern fllr di« Hingebung und «usopferung. welche sie i« Dienste de» Ka'stl« uud de« sleiche« belundeten, stierte dir Solldaritäl und Eintracht, wc.che dir Ourllen der «ruft de« Cabinet« chcs viel günstiger ausgesalle» ist al« ulle früheren und uur ei» ^ ganz germgc» Di-sizlt au«wei«t. Vinc Elhühung der VeWeinbe- steuern durch Umlagm wird daher nicht eintreten, Locales. VanitälHwochenbelicht des laibacher st«dl« phyjilates oo« 20. b>« «uclufloe 26. Dezember o. I-l. Morbililät, Dieselbe war bedeutender a!« in d« Vor» woche. ehler wurden zu Ingenienreu für den »Vtaal«, ' bautleust in Krain ernannt. (Zur F»sching«salson) Vestrrn ubenb» wnrb« da« Comil^ zur Nrrangierung de« in nächster Aufsicht stehende» Jurlstelilränzchen« gewählt. (Thier sch uhverein.) Die Filiale Kral« be» grazei Ihierschutzveleine« hielt gsftern ihre erste — constituiermbe Generalversammlung ab Der Vo, stand Herr I » nesch hsgrllßle die anwesenden Mi'gliedll und theilt» mit, daß die Filiale Kram bere»« 1^7, doruiüer 68 au«wärt,ge Vli glieber zihlt uud in belsclben sämmtlich.' O,u«fertigung de« Stimmzettel« ihre Vtisbllligung laut aussprach und dieser Vorfall dem Muttervereinspräsidium in Graz mil» getheilt werden wird, — Der Antrag des Pereinsmitgliedes Herrn Vlaf itrenner. der Ausschuß müge zum Schuhe der durch Futtermangel ftart bedrohten Vögel auf dmi oocrrosenbachel Verge und »uf dem Volovc an schneefreien Stellen Futter (H «ann Dr. Ritter v. Kaltencgger 85 ft.; Bürgermeister Üaschan und Vicc.Vlirgermtister Malitfch »e 20 ft.; Director Ma!,r, Professor Dr Valenta, ^edenig und Goriinil, Graf Palza und I. «. «rispcr. ze 10 fl,- I V. «risper. Dr. Sl>l<,. Dr, Ritter v. Vcfttu:ck, I. Pilltr. ssuft^lv C2P. die G?m?indcriilhe Dr. v. Schrrv., M'lnsch. Dr. Pseficrer. kahnig. Pv, «ccsdacher. « Drro, X. Zhuber v, Ttrog. ?e«loviz. Terpin, Hanffrn, Polegeg. 8- studesch. Vtlrger. Dr. Suppan ,md Dr. Echaffr. Fidelis Terpinz m>b Faleschlni »e5ft.: die G«m diefem Vlatll gcniachle Auwurf den Thatbestand des Ver» gehen« der Lhrenbeleidiguug nach den tztz 46tt, 491 u»d 493 St.-«A. begründe, weil dcr Artllel die Tcndenz de« Autor« erkennen läßt, den zwischen Vlandftetltr als Verläuser uud dcm Vlvntanärar als itelufrr obschwebenden Verhandlungen bezüglich der de« ersteren gehörigen Halmeilager in Stranjal eine Absicht de« Verkäufers und allenfalls den für da« Moutanärar hiebe' nlltrvenierenden Ptlsoullchteileu zu untelschlebcu, den Staat tagung erfuhren, schwere Zeiten erleben. Der Theateibesuch war ein spärlicher, auch am 2. d. M., als Roseus prächtiges Lustspiel «Schwere Zeiten" zum dlitten male iu der heurigen Saison, mit seltener Eleganz und vollkommener Präcision zur Aufführung kam. Herr Hegel feierte neuerlich Triumphe; sein «Journalist Mohr" gibt seinen College« von offiziöser, liberaler, nationaler und »c-actlsnärei Färbung wllroig-s Veijpiel, solche Wege zu wandeln, dir ücll ^laudpunll redliche», Journalistik zu erhöhen geelgnet sind. Auch die übrigen bereit« belanuteu Darsteller erwarben sich gro> ßm O?ifall. G^slcrn ging die lomlsche Operette „Morllla" ,m zahlreich besetzt.» Hause ube'r die Vrettti Die Musil dc« Ka» pellmeistcr« Julius Hopp trägt wohl n,Ht jc,:e Elcl>anz. ,eue:l Hchwuug und jene einschmeichelnden Motive zu Nug' und Ohr, wie die gefällige Muse Oft'enbachs. aber an heiteren Melodien ge bricht es dieser im hohen Trade komischen Operette nlchl. Dem Fräulein Ianuschowsly gelang es, iu vollständig correclcr Auffassung aller ihrem Titelparte anhängenden verschiedenartigen Temperamentsauobrüchl in Oesang, Spiel und Lostums eine er-cellenlc „Morilla" zu schaffen D.S Haus folgtc jeder Vewcgung mil gesteigerter Aufmerlsamteit und lohnte die gelungene Darstel' lmig niil wiedliholten Veifallsbezeugungen und Helvorrufen. Auf» munterndcn Veifall uno Hervorruf erwarb sich auch Frl. Fritz d»,rch den in liebenswürd^ster Weise erledigten Part de« «Prin, zen i!eon", Herr Indra fand m den Augen des Valeriepubli: cum« Veifall ^ auch H«rr Weiß erfchlltterte al« «Asturio" da« Zwerchfell. Der F r a u e n ch 0 t präsentierte im ersten Acte die Copie einer Kotzrumusil. nahm jedoch in den späteren Acten ge-nicßüare Form an. D gierung ist seit gestern von Belgien anerkannt. Der 5iünig der Belgier telegraphierte selbst dem neuen Könige von Spanien seine Glückwünsche. Der päpstliche Nun tius übermittelte an demselben Tage dcm Don Alfonso den Segen des Papstes. Madrid, 1. Iünner. Der Marineministcr be< orderte das Geschwader von Cartagena, unter Segel zu gehen und Don Alfonso in Marseille zu erwarten. Don Alfonso soll in Valencia, wohin sich ein Theil der Regierung zu seinem Empfange begeben wird, ans Land steigen und sodann auf seiner Weiterreise die Nord-und Centrumsarmec Revue passieren lassen. Telegraphischer Vechselcurs l»om 8. Jänner Papm-«ente 6985 — Silber-Rente ^4 90 - I860« Gtaals-Anllhen II150. Valil-Nctien 1001 Lredll'Ncti» 22? 50 London lW50 - Sllbcr 104 80 ». l Vlünz-D«. 5ll'eu - Napoleonsd'or ^ 89. Handel und Volkswirlhschajtüches Valdacd, L. Iilnner. Auf dem heutigen Marlle stnd «. schltneu: 6 Wagen mil Getreide, 5 Wagen m,l Heu und Vlrol, (Heu 3«. Stroh 8l Ztr.). 12 Wagen und 2 Schch (lü Klafter) mi< Holz. Dnrch'chni»t?'Ps'll Weizen pr. Metzen 5— 5 62 Vutler pr, Pfund - 44i- ^ Kom „ 3 50 3 85 , Eier pr. Stuck —4 ,- 1 Gerste ^ 3-33 Milch pr. Maß . 10 -Hafer „ 2 20 2,20! i»indfte,sch pr. Pfd. - 2V------- Halbfiucht „ -------4>8ü> italbfinsch « .- 26 — -Heiden ^ 8 80 3!11 Schweinefleisch „ ^. üt? ! Hirse „ 3 20 3!32 Lämmerne« ^ I8_... Kulurutz ,. 3 20 3 72 Hähndel pr, GtUll -45--. Tldilpfel « 2 70 - Tauben „ — l9._j._ Blusen « e------'. Heu pr. Zentner I 30 -! Erbsen ,. 5 80 — - Stroh « I-------> Fisolen „ 5 <^0 - - Holz, hart., pr.Klft. - . 6W Rindsschmalz Pfd. — 5>3 - - — weicht«, 22" — — b Schweineschmalz „ 5<> — - Nein, roth., Eimer — - 12 -Kpeck, fr,sch ^-134-. ^ -weißer. « _. . l, . — geräuchert^ —42 j — Angekommene Fremde. ! Am 2 Jänner. H«tel 3tadt Wien. Egstein, Olesnit, Reiter und Oblal, «ei,.. Wien. - Graf Tliurn, Äutsbes,, Nadmannsdorf, — Scbeu ring, l. l. Waldschäyungsieferent, sammt wemalin, und Lederer. Veamter, Stein. ^ trrenner, Vieis, Marburg. - Seiterer, Förster. Oberliain. Hotel Elefant. Müllner, l. l. Professor, Marburg, — Fran- zoni und Gennari, Pferdehändler. Trieft — Dr. Pveschirn. l. t. Notar, Viadmannödorf. Vaierischer Hsf. Auaustina und Lepore, Italien.-Vlohren. Plssll, Eonns, Alldolfwerch. — Oroschel. HeMfti». mann, Veldes. — Ocoß, Privatier. Leoben. — Oattlcr, Wein- Händler, Unterlrain. — Leiochiui, Trieft — Ttefami, Pr,o., Prewald. Lottoziehuug vom 2. Jänner. j Trieft: 08 9 12 4l 24. ? Meteorologische Beooachtunaen in Laibach. «U.Vtg.! 743?« — 5 4 SO. fchwach, bewoltt 2. 2 « N. 743o, - s« i O. schwach ! bewüllt 0«, 10 « Ab. 742.Ü8 — 5.4 !?tiS. schwach^theilw. heiter ^ ll. «i> 745 il —10» NW. schwach Nebel 3. « „ ?< 746 «< — 6 ° ! W. schwach Hijhcnuebel 0.« ' 10 „ ^l>.! 745«, ! — «4 !Ni8 schwach! bcwdltt j Den 2. llbertag« trllbe, abend« einige Sterne sichtbar. Den 3. in der Nacht ganz heiler; morgen« «edel. l»s gegen Mittag i anhaltend, dann matter Vonnmschein, Hühlunebel, mtensioe« ^ Äbendioth. abends bcwölll. Da« Tagesmlltel der Temperalur am 2. — 4 ^°. °m 3. 77'. beziehungsweise um 20' nno 48' unter dem Normale. VnantwurlllHer Nedacteur: Ött« m « r vVmbVrg. 3^^s^N!)erl^t ^"/ .?.!«x?«"""!^ .-^" 3^'. ^?^"" "' "'^^ unfreundlicher Stimmung; wenn im Verlaufe die Curse einige Einbuhc »rlitten. so waren daran g eichmtißig d.e ziemlich ^ber dcr »chli ^ 2ur«d«pescht° uud l>.e mch. unerheblich verlheuerten Prolongalionsgehllhren Schuld. Immerhin sind noch manche Vefs?runae° de« «iucse« «" . 1860........N1 - 11,25 Nat.onalbant.......100.1- i^- Ungar.sche Ostbahu 54 50 5475 « .^ .. , . I860 ,u 100 ft. - N5— 11«— Oefterr. vaulgesellschaft . . . —_ _ - Trämw?y-<»esell!ch - PrlVatlsse. « 1864........136-- 136 25 Unlonbanl ........lib 7b 116 ' ' '«, «lredlt'L..........1657b 166— Domänen-Pjandbriefe .... 12575 — - Vereinebaut........18.- 1825 VougestU schatte» 3tudolf«-L.........18 13«) »»««"' l >»»°»» ??«, 7775 «""« » VI«»»r!^. z»»l,ui,.........ö4 w «!° «»'»».«',»!i»i»n«»°l»!< 9?,«, «8' „!»,>,,«„!,» ,3" ^» '"' °?'^ «°b'«i!»>! , , , 9575 W,5 r°n«°n .........U045 lwü» M,,, «,s^»^»" ' ^ 9»?,' »»2° 3N'2°.«°i» «'«i3'?? «., ^,^ ,« mi!»I»ir« ««^ ««25 ««i. .........«4«. 441°