Bezugspreise Für Österreich-Ungarn ganzjährig K 4-halbjährig K 2- — Für Amerika: ganzjährig D. 1 25 Für das übrige Ausland ganzjährig K 5'20 Briefe ohne Unterschrift werden nichtberücksichtigt, Manuskripte nicht zurück-gesendel. Erscheint mit einer illustrierten Beilage „Wandermappe" am 4. und 19. eines jeden Monates. Bestellungen iibenmnmi die Verwaltung des Kottschecr Boten in Gottschee, Hauptplaß Nr. 87. Berichte find zn senden an die Schriftleitung des Hottscheer Boten in Gottschee. Anzeige» (Inseräte) werden nach Tarif berechnet und von der Verwaltung des Blattes übernommen. Die „Wandermappe" ist nur als Beilage des Gott-scheer Boten erhältlich. Postsparkassen-Konto Nr. 842.285. Verschleißstelle: Schul-gaffe Nr. 75. Nr. 20. Oottschee, am 19. Hktoöer 1909. Jahrgang VI. Kin Gedenkölatt. (Erinnerung an das Jahr 1809.) In den Tagen vom 29. bis 31. August feierten Tirols Bewohner das Andenken an die vor hundert Jahren durch die tapfern Heldensöhne ihres Landes vollbrachten Heldentaten. Der Kaiser selbst nahm an der Jahrhundertfeier in Innsbruck teil. Bis ins fernste Hochtal hinein fluteten die Wogen der Begeisterung. Wie einst vor hundert Jahren jedes kleine Dörflern in Tirol, dem Rufe Andreas Hofers folgend, seine Streiterschar im Heldenkampf gestellt hatte, so wollte auch kein Dorf und kein Tal bei der Jahrhundertfeier fehlen. Die alten Trachten wurden hervorgcholt, neue Schützenkompanien zusammengestellt und nicht weniger als 30.000 Schützen marschierten beim Feste in Reih und Glied auf. Die Tiroler Fest- und Erinnerungsfeier weckte in ganz Österreich und auch im Deutschen Reiche freudigen Widerhall. War es doch gerade Tirol, das 1809 das Signal gab zu der großen Bewegung, die vier Jahre später auch den deutschen Norden ergriff, die Deutschland und Österreich einigte und so schließlich die Niederwerfung des übermütigen Korsen in der Völkerschlacht bei Leipzig herbeiführte. Tirol und Österreich waren so im Jahre 1809 die Hauptträger des nationalen Gedankens und der Werdegang der Geschichte fügte es, daß im Jahre 1909 das deutsche Volk und das Deutsche Reich gewissermaßen den Dank dafür abstattete. Die Nibelungentreue von 1909 war gewissermaßen ein schönes, erfrischendes Vorwort zur Jahrhundertfeier in Tirol. Aber nicht nur in Tirol gibt es Stätten großer Erinnerungen, unsere ganze österreichische Geschichte des Jahres 1809 ist, wie der Kaiser bei einem feierlichen Anlasse betonte, ein Ehrenbuch. In dieses Ehrenbuch sind eingetragen die Heldentaten von Aspern, vom Predil, vom Berge Jsel usw. und so wurde denn auch in den Nachbarländern Krams, in Kärnten und Steiermark, an vielen Orten die Jahrhundertfeier in patriotischer Weise festlich begangen. Auch Kram hat denkwürdige Erinnerungen an das Jahr 1809. Sowie Andreas Hofer und seine Getreuen in ihren Bergen wie die Löwen gekämpft und Schritt für Schritt ihr Land verteidigt haben, um es dem Kaiser und dem Reiche zu erhalten, so griff auch in. Krain, insbesondere in Unterkrain und im Gottscheer Gebiete, das Landvolk zu den Waffen, um sich zu erheben gegen den Feind Österreichs, um sich in blutigen Kämpfen zu wehren gegen die unerhörten Bedrückungen des welschen Eroberers. Trotzdem hört man in Krain nichts von Gedenkfeierlichkeiten. Wie kommt das? Napoleon schuf bekanntlich durch sein Machtwort eine neue südslawische Einheit — Jllyrien. Es bildete das die Verkörperung jenes Traumes, den die Slawen des Südens auch gegenwärtig noch immer träumen und auf dessen Verwirklichung sie jetzt wieder mehr hoffen, denn je zuvor. Vor dem Na-poleonischen Jllyrien verblassen daher in Krain alle übrigen Erinnerungen an das Jahr 1809 und so kommt es, daß in Krain keine Gedächtnisfeste veranstaltet werden. Nur Gottschee macht eine bescheidene Ausnahme. Anläßlich der diesjährigen Hauptversammlung des Gottscheer Bauernbundes wurde nämlich vom hochw. Herrn Dechanten Ferd. Erker eine Fest- und Gedächtnisrede gehalten zur Erinnerung an den Sieg von Aspern und an die Erhebung der Gottscheer gegen die Franzosen im Monate Oktober des Jahres 1809. Aus der Amnzosenzeit. Im Frieden von Schönbrunn (14. Oktober 1809) wurde bekanntlich Krain an Frankreich abgetreten und von den Franzosen den nengeschaffenen sogenannten „illyrischen Provinzen" einverleibt, die den Lienzer Bezirk in Tirol, den Villacher Kreis in Kärnten, ganz Krain, Görz und Istrien, Kroatien samt der Militärgrenze und Dalmatien umfaßten. Die „illyrischen Provinzen" waren für Napoleon als eine Art Militärgrenze von besonderer Bedeutung. „Jllyrien ist meine Mark und Sie sind mein Markgraf" sagte er einmal zu Marschall Marmont. Die französische Zwischenherrschaft in Krain (Jllyrien) dauerte von 1809 bis 1813. Erst nach der großen Völkerschlacht bei Leipzig trat die österreichische Regierung wieder in ihre alten Rechte. Es wäre nun für das Gottscheer Gebiet von geschichtlichem Interesse, wenn, ähnlich wie in anderen Bezirken Krams, archivalische und sonstige Aufzeichnungen sowie mündliche Überlieferungen aus der Franzosenzeit, Sagen (z. B. über die Kämpfe mit den Franzosen) u. dergl. veröffentlicht würden. Die Schriftleitung des „Boten" ist gerne bereit, solche Beiträge zur Geschichte Gottschees aus der Franzosenzeit zu veröffentlichen. Wir eröffnen hiemit den Reigen, indem wir einen Aufruf („Abschiedsrede") des Fürsten Wilhelm Auersperg im folgenden zum Abdruck bringen. Aöschiedsrede an die Vorsteher, und fäinmtlichcn Unterthanen meiner Kerrschaften in Krain. Ich danke nochmals, gewiß mit gerührtem Herzen, stimmt-lichen Vorstehern, und Unterthanen meiner Herrschaften für die aufrichtigen Freudensbezeugungen, mit welchen Sie aller Orten mich empfiengen. Würde meine Gesundheit es nicht erfordern, noch heuer .die Kur zu Karlsbad zu brauchen, so wäre ich meinen Wünschen gemäß viel länger unter Euch geblieben; allein um so mehr fühle ich das Glück, in dieser kurzen Zeit Euere Herzen, und Euer Zutrauen gewonnen zu haben. Es ist nur eine Sache, auf welche Ruhe und Glück des Herrn und der Unterthanen sich gründen kann; sie besteht in dem unumschränkten Vertrauen zu dem Monarchen, in der pünktlichsten Befolgung seiner Gesetze, und in der richtigen Leistung seiner Gaben. Ihr habt zwar manches erlitten, was Euch hart, und beschwerlich schien; allein glaubt mir, wie einem Vater, der zu seinen Kindern spricht: Das harte Schicksal, das uns drückt, bedarf, um es zu Da sich diese für unsere engere Heimat so denkwürdigen Tage soeben zum hundertsten Male jährten, so seien in dieser Nummer unseres Blattes der Erhebung der Gottscheer gegen die Franzosen einige Gedenkworte geweiht. Schon in den Jahren 1797, 1805 und 1806 war das Land Kraiu, das seit den Türkenkriegen kein feindlicher Fuß mehr betreten hatte, der Schauplatz kriegerischer Ereignisse gewesen. Seit 1. März 1809 war die österreichische Armee auf den Kriegsfuß gesetzt. In Deutschland war Erzherzog Karl der Generalissimus, während die österreichische Südarmee, die den Krieg in Italien zu eröffnen hatte, von Erzherzog Johann befehligt wurde. Erzherzog Johann siegte am 15. April 1809 bei Pordenone und am 16. April bei Sacile und Fontana fredda. Dem Siegesjubel folgte aber bald bittere Enttäuschung, da infolge der ungünstigen Gestaltung der Kriegsereignisse in Deutschland Erzherzog Karl den Rückzug antreten mußte. Gegen Kraiu marschierte das 5. französische Armeekorps unter Marschall Macdonald. Am 20. Mai (dem Tage der Schlacht bei Aspern) rückten die Franzosen in Laibach ein. Mit dem Falle der Landeshauptstadt war die Eroberung Krams besiegelt. Schon mit dem kaiserlichen Patente vom 8. Juni 1808 war in Krain der Landsturm organisiert worden, dem die Aufgabe zufiel, die Grenzpunkte durch Massen bewaffneten Landvolkes zu besetzen und nach dem Beispiele der tapferen Tiroler das Vordringen des Feindes in das Innere des Reiches mit Waffengewalt zu verhindern. Am 12. Mai 1809 wurde durch eine Proklamation aus Laibach der Landsturm gegen die Franzosen aufgeboten. Das vom Schloßbesitzer Franz £. Langer befehligte Rudolfswerter Landsturmbataillon zählte 169 Mann. Ähnlich mochte es auch in Gotlschee gewesen sein, nur daß das Landsturmbataillon sodann durch die Massen aufständischer Bauern noch verstärkt wurde. Bewaffnen konnte sich jedermann beliebig, wie es ihm überhaupt möglich war. Die Franzosen behandelten den Landsturm in Krain, ähnlich wie in Tirol, als bloße „Brigandage". Als nun die Nachrichten von den Heldentaten der Tiroler unter Andreas Hoser nach Krain gedrungen waren, da faßte in Unterkrain und Gottschee der Gedanke einer patriotischen Erhebung gegen die welschen Eindringlinge überall Wurzeln, zumal das Landvolk infolge Aer Erpressungen der Franzosen aufs höchste gereizt war, die auf Befehl Napoleons dem Lande Krain eine Kriegskontribution von 15,260.000 Gulden auferlegten und diese ungeheure Summe in mehreren Raten unbarmherzig eintrieben. Der arme Bauer mußte sozusagen seine letzte Habe opfern, um die Geldgier des rücksichtslosen Eroberers lindern, nur der Geduld, und des Zutrauens in Unseren einsichtsvollen Monarchen, dessen Verfügungen nichts anders, als das Wohl seiner getreuen Unterthanen bezwecken. Erinnert Euch stets meiner Anrede an alle versammelten Richter und Suppans zu Gottschee. Euer Vorsteher eilt mir nach Ainöd nach, um mir zu sagen, daß Ihr zahlreich bepm Amte erscheint, um nicht nur allein die verfallenen, sondern auch die laufenden Abgaben Euerem Landesfürsten abzutragen. Nehmt dafür meinen wärmsten Dank, und gewiß soll dieser meinem Herzen unvergeßlich bleiben, in das Eurige prägt aber den Wahlspruch ein: Pünktliche Folgeleistung und Gehorsam Unserm Landes-Vorsteher, Treue, Lieb, Leben und Blut Unserm Monarchen! Diese Gesinnung wird stets die meinige sepn, sie sei) auch die Eurige, da ich Euch nicht anders nennen will, als meine folgsamen, und lieben Kinder. Ainöd den 15. Junny 1809. Wiklsekm Jürst Auersperg Herzog von Gottschee. Diese gedruckte „Abschiedsrede", die gewiß in sämtlichen Gemeinden Gottschees verlesen und verteilt wurde, wirft ein interessantes Streiflicht auf die damaligen Zustände in Gottschee, insbesondere auf das Verhalten der Gottscheer der französischen Herrschaft gegenüber. zu befriedigen. Es mochte unter den Bauern wohl auch die Hoffnung bestehen, daß man über Kärnten hin den siegreichen Tirolern vielleicht die Hand bieten könnte, zumal Andreas Hofer selbst daran dachte, auch die Bauern des Nachbarlandes Kärnten zum Kampfe aufzurufen. Hiezu kam noch der weitere Umstand, daß die in der benachbarten Militärgreuze (Kroatien) stehenden kaiserlichen Truppen die Bevölkerung der Greuzbezirke Krains auch ihrerseits zum Kampfe gegen die Feinde Österreichs anstachelten. Selbst das ferne England (Kontinentalsperre!) soll sich für die Organisierung des Widerstandes der Bevölkerung Krains gegen Napoleon interessiert und von Fiume einen Emmisfär ins Land geschickt haben. Die französische Besatzung in Krain war ziemlich schwach und so wäre ein wenigstens vorübergehender Augenblickserfolg der bäuerlichen Volkserhebung vielleicht nicht ganz aussichtslos gewesen, wenn die Bauern, ähnlich wie in Tirol, eine bessere Organisation und Bewaffnung gehabt und einen Anführer wie Andreas Hofer besessen hätten. Freilich bot Unterkrain auch seiner geographischen Beschaffenheit nach für einen erfolgreichen Kampf nicht so günstige Aussichten wie Tirol. Am 6. August 1809 marschierten die Franzosen in Rudolfswert ein. Es war, wie ein damaliger Augenzeuge erzählt (Mitt. des histor. Vereines 1851), eine lange, lange Reihe, scheinbar ohne Ende. Den ganzen Nachmittag von 1 Uhr bis zum Abend marschierten sie in die Stadt, zu zwei und zwei Mann in Reih und Glied. Man dachte anfangs, daß deren ungeheuer viele seien, allein später bemerkte man, daß Abteilungen, die bereits auf dem Platze gewesen waren, später wieder kamen. Das Ganze war also nur ein Scheinmanöver, um mehr Furcht einzujagen. Die Gottscheer waren, vereint mit den Kostlern, die ersten, welche losschlugen. Um den Widerstand der bäuerlichen Bevölkerung gegen die Eintreibung der ungeheuren Kriegskontribution zu brechen, war der Kreiskommissär G asparini von Rudolfswert nach Gottschee entsendet worden. Dieser Beamte erlitt durch die entbrannte Wut des Volkes ein schreckliches Schicksal. Ec wurde in Lienfeld erschlagen, sein zerfleischter Leichnam wurde in das sogenannte Müllerloch dortselbst geworfen. Um die Volkserhebung in Gottschee niederzukämpfen, rückte am 10. Oktober 1809 General Zuchi mit dem größeren Teil der französischen Garnison von Rudolfswert (mehrere Kompanien und ein paar Geschütze) nach Gottschee. Daß eine verhältnismäßig größere militärische Streitmacht aufgeboten wurde, beweist, für wie ernst der Aufstand französischerseits angesehen wurde. Am 15. Ok- Mit der Niederwerfung be„r aufständischen Gottscheer im Gefechte bei Kerndorf und mit der dreitägigen Plünderung der Stadt Gottschee (Oktober 1809) war der Volkserhebung der Gottscheer gegen die Franzosen ein jähes Ende bereitet worden. Am 30. Oktober herrschte bereits nicht nur im Gebiete von Gvttschee, sondern überall Ruhe im Lande Krain, dessen Bewohner da und dort (Unterkrain, Jnnerkrain) einen zwar rühmlichen, aber schlecht geleiteten und erfolglosen Versuch gemacht hatten, die Fremdherrschaft abzuschütteln. Aus der Abschiedsrede des Fürsten Wilhelm Auersperg ist jedoch zu entnehmen, daß die Gemüter der Gottscheer noch lange nicht beruhigt waren und daß insbesondere wegen der von den Franzosen auferlegten schwer drückenden Kriegskontributionen und Steuern im Ländchen auch noch 1810 eine bedenkliche Gährung herrschte. Fürst Wilhelm Auersperg sah sich deshalb veranlaßt, persönlich nach Gottschee zu kommen, um die Erregung und Erbitterung seiner Untertanen möglichst zu beschwichtigen und mit der neuen Herrschaft und dem neuen Landesherrn Napoleon gewissermaßen zu versöhnen. Seinem mächtigen Einflüsse war es jedenfalls zuzuschreiben, daß die Gottscheer endlich doch sowohl die „verfallenen" (aus dem Jahre 1809?) als auch die laufenden Abgaben abstatteten. Auch die Aufforderung des Fürsten, dem neuen Landesherrn Gehorsam zu leisten, ist zweifellos von den Gottscheern beherzigt worden, die lernen mußten, sich in das harte Schicksal zu fügen. tober kam es, und zwar zwischen Kerndorf und dem Gottscheer Tratten, zu einem Gefecht mit dem Gottscheer Landsturm, das von kurzer Dauer gewesen sein dürfte, da von den Gottscheern im ganzen nur fünf fielen. Es waren dies: Johann Jonke von Gottschee, Matth. Dulzer und Georg Eisenzopf von Malgern, I. Erker von Windischdorf, Barth. Kusold von Eben. Wie viele damals verwundet wurden, ist ebenso wenig bekannt, als ob auch von den französischen Soldaten einer im Kampfe geblieben ist. Gottschee sollte nun wegen des Ausstandes den Flammen preisgegeben werden. Da jedoch dem französischen Obergeneral berichtet wurde, daß die Stadt am „Aufstande" keine besondere Schuld trage, und Pfarrer Georg Jonke von Tschermoschnitz, der mehrere französische Soldaten vom sichern Tode errettet hatte, für die Stadt Fürbitte einlegte, so wurde das harte Urteil dahin abgeändert, daß die Stadt mit einer dreitägigen Plünderung (16. bis 18. Oktober) davonkam, welche einen Schaden von 80.000 Gulden verursacht haben soll — eine verhältnismäßig hohe Summe für das Städtchen, -das damals etwa nur 600 bis 700 Einwohner zählte. General Zuchi hatte in Rudolfswert nur zwei Kompanien als Besatzung zurückgelassen. Diesen Umstand benützten die Bauern aus der ganzen Umgebung, um gegen die Franzosen zu den Waffen zu greifen. Auch dort waren Gottscheer Anführer der Bauernscharen, die Rudolfswert überrumpeln wollten. General Zuchi mußte infolgedessen schleunigst von Gottschee nach Rudolfswert zurückkehren, um Ordnung zu schaffen. Wie Zalokar erzählt (Mitteil, des historisch. Vereines vom Jahre 1851), entstand in Rudolfswert ein Handgemenge; die-Franzosen erschosserr-40 Bauern, während die Bauern drei Franzosen erschlugen, fünf verwundeten und elf Mann gefangen nahmen und nach Hopfenbach abführten. Beiderseits wurden die Gefallenen im geheimen beerdigt. General Zuchi ließ die Ortschaften Bršlin und Prečna vollständig einäschern. Auch St. Michael und Treffen sollten verbrannt werden; elftere Ortschaft blieb jedoch über Bitten des politischen Kommissärs, letztere über Bitten des Pfarrers Mušič (Treffen) verschont. Hundert Jahre sind seither verflossen. Von der Glorie Napoleons ist nichts übrig geblieben als die Erinnerung an eine Völkergeißel. Die Episoden in Gottschee und Rudolfswert reichen an Berühmtheit und Bedeutung an die Tiroler Heldenkämpfe allerdings nicht im entferntesten heran; sie fielen bald der Vergessenheit anheim. Wir Gottscheer würden aber uns selbst nicht ehren, wenn wir die Taten unserer Vorfahren von anno 1809 nicht der Erinnerung wert hielten. Dom Landtage. In der Sitzung des Landtages am 9. Oktober kam es bei der Debatte über die Verifizierung der Mandate der Abgeordneten Lenarčič und Višnikar zu äußerst stürmischen Szenen. Der slowenischliberale Abg. Turk schlug mit Tschinellen, Abg. Supančič blies auf einer Trompete. Sodann warfen beide Abgeordneten unter unausgesetztem Lärmen Stinkbomben in den Saal, so daß es vor Gestank kaum auszuhalteu war. Unter großer Erregung unterbrach der Landeshauptmann die Sitzung und berief den Disziplinarausschuß ein, der die oben genannten zwei Landtagsabgeordneten für die Dauer von drei Sitzungen ausschloß. Nur mit Mühe gelang es, die Abgeordneten Turk und Supančič endlich zum Verlassen des Saales zu bewegen. In der nächsten Sitzung, die Montag den 11. Oktober stattfaud und infolge der Obstruktion der slowenischen Liberalen von 8 Uhr vormittags bis halb 2 Uhr nachts (1772 Stunden) dauerte, wurde in der Verhandlung über das Jagdgesetz die Obstruktion von der christlichsozialen Slowenischen Volkspartei unter Aufbietung aller Kraft niedergerungen. Alle Obstruktionsanträge, Zehnminutenpausen vor jeder Abstimmung usw. wurden von der Slowenischen Volkspartei abgelehnt. Um 11 Uhr nachts war endlich die Spezialdebatte über das neue bauernfreundliche Jagdgesetz beendet und es wurde der Gesetzentwurf in allen drei Lesungen angenommen. Nach diesem Entwürfe wird u. a. der Hase aus der Kategorie der jagdbaren Tiere ausgeschieden, trotzdem hat der Jagdpächter auch für den durch den Hasen verursachten Schaden auszukommen. Die Gemeindevertretung darf nach eigenem Ermessen darüber beschließen, ob die Gemeindejagd zugunsten der Besitzer verpachtet oder durch bestellte Sachverständige oder andere vertrauenswürdige Personen ausgeübt werden soll. Die Jagdverwaltungsperiode wird auf drei Jahre festgesetzt. Die Eigenjagd soll künftighin nur mehr Eigentümern einer zusammenhängenden Grundfläche von wenigstens 300 Hektaren zustehen. Jedermann soll berechtigt sein, nicht jagdbare Tiere (zum Beispiel den Hasen) auf seinem eigenen Grunde (Eigentumes zu erlegen und dadurch in sein Eigentum zu erwerben. Für Wildschaden sind Schiedsgerichte einzuführen. In der fortgesetzten, bezw. folgenden Sitzung am 11., bezw. 12. Oktober wurde auf Antrag des Abg. Jaklič die Petition der Gemeinde Fara wegen Eröffnung des Verkehres über die Kulpa-brücke an der Landesstraße Gottschee-Brod dem Landesausschusse zur weiteren Amtshandlung überwiesen. Weiters wurde der Landesausschuß beauftragt, vorbereitende Schritte zu tun, betreffend die Errichtung und Organisierung von Haushaltungskursen auf dem Lande. Sodann wurden die Entwürfe über die Dienstespragmatik für die Landesbediensteten, über eine neue Geschäftsordnung für den Landesausschuß und über das revidierte Pensionsstatut für die landwirtschaftlichen Ämter angenommen, desgleichen das Organisationsstatut des „Gewerbeförderungsinstitutes für Krain in Laibach". Die bisherigen Prämien für die Erlegung von Raubtieren (Bären usw.) werden abgeschafft und es wird dem Landesausschusse für die Vertilgung von Giftschlangen und anderen Schädlingen ein Kredit von 4000 K bewilligt. Die Petition der Gemeinde Strug um Änderung des projektierten Straßenbaues Mal gern-Ebental wurde dem Landesausschusse zwecks Berichterstattung in der nächsten Session zugewiesen. Ferner wurde die Kreierung von zwei neuen provisorischen landschaftlichen Tierärztestellen beschlossen. Der eine dieser Tierärzte soll seinen Amtssitz in Reifnitz haben. Den Hauptgegenstand der Sitzung bildete die Novelle zur Gemeindeordnung und Gemeindewahlvrdnung in Krain. Bei der Abstimmung wurden die Entwürfe nach dem Antrage des Bersassnngsansschusses mit einigen Änderungen angenommen. Zugleich wurde eine Resolution beschlossen, worin die Regierung aufgefordert wird, den Gemeinden eine entsprechende Entschädigung für die Besorgung der Geschäfte des übertragenen Wirkungskreises zu gewähren. (Wegen Raummangels können wir die Verhandlungen über die Novelle zur Gemeindeordnung und Gemeindewahlordnung erst in der nächsten Nummer bringen.) Der wichtigste Punkt der nächsten Sitzung (13. Oktober) war der Gesetzentwurf, betreffend die Schulaufsicht. Auch hierüber werden wir erst in der nächsten Nummer Näheres bringen. Der Gesetzentwurf wurde unter Ablehnung sämtlicher Abänderungsanträge in allen drei Lesungen angenommen. Ebenso gelangte der Gesetzentwurf, betreffend die Verbesserung der Hutweiden, zur Annahme. Gleichzeitig wurde der Landesausschuß beauftragt, sich an die k. k. Agrarkommission mit dem Ansuchen zu wenden, falls das Gesetz zur Ausführung gelangt, dafür zu sorgen, daß auf den verbesserten Hutweiden die unnotwendigen Fußsteige nach Möglichkeit beseitigt werden. Auch gelangten Entschließungen, betreffend die Förderung der Viehzucht und die Zerteilung der gemeinsamen Grundstücke und Einführung der gemeinsamen Genußrechte, zur Annahme. Der Antrag des Abg. Dr. Lampe, betreffend den Gesetzentwurf über die Interessenvertretung der Bauern und den Landeskulturrat, wurde dem Verwaltungsausschusse zugewiesen. Abg. Matjašič urgierte die Inangriffnahme der Weiß-krainer Bahn. Aus dem Kredite für Schulbauten wurden für 1909 u. a. bewilligt: Göttenitz 500 K, Tschermoschnitz 500 X (zusammen für 60 Schulbauten 24.000 K). Abg. Jaklic berichtete über die Petition der Gemeindeämter Teisenberg, Töplitz, Zagradec, Langenton, Hof, Ambrus, Hei-dowitz und Obergurk um Ausbau einer krainischen Transversalbahn durch das Gurktal, für deren Zustandekommen sich der Landesausschuß beim Eisenbahnininisterium unter Hinweis auf die große Bedeutung dieser Bahn in wirtschaftlicher Hinsicht und beim Kriegsministerium unter Betonung der strategischen Bedeutung dieser Linie einsetzen solle. Der Antrag wnrde^samt einer Resolution des Abg. Bartol, betreffend die Haltestelle Žlebič und die Station Lipovec, angenommen. Die Petition der Ortsinsassen von Rodine um Subvention zur Errichtung einer Zisterne wurde an den Landesausschuß überwiesen, der durch einen Landestechniker gelegentlich einer Amtsreise im Tschernembler Bezirke die dortigen Verhältnisse studieren lassen und hierauf für die Zisterne eine entsprechende Subvention gewähren soll. Den Landesstraßeneinräumeru, die durch eine längere Reihe von Jahren ihren Dienst zufriedenstellend besorgt haben und alters- oder krankheitshalber zu jeder schweren Arbeit unfähig sind, wurden prinzipiell Gnadengaben, bezw. Penstousbezüge bewilligt. Mehreren gewesenen Straßeneinräumern (darunter Paul Tittmann in Unterdeutschau) hat der Landesausschuß entsprechende Unterstützungen, bezw. Gnadenpensionen zu gewähren. Dem Gesuche der Gemeinde Nesseltal um Subvention zur Deckung der Auslagen für die Reparatur des Gemeindeweges von Buchberg bis znr Landesstraße Gottfchee-Tscheruembl wurde keine Folge gegeben, da der Laudesausschnß bereits die im Jahre 1903 zugesicherte Subvention im Betrage von 500 K in zwei Raten ausgezahlt hat. In der 15. Sitzung am 14. Oktober berichtete Abg. Dr. Lampe namens des Ausschusses für Landesunternehmungen über seinen Dringlichkeitsantrag, betreffend die L a n d e s e l e k t r i z i t ä t s a n l a g e. Hiebei wäre zu erwägen, ob nicht die Wafferkraft des Laibachflusses vornehmlich zu Meliorationszwecken auf dem Laibacher Moore herangezogen werden könnte. Abg. Freiherr von Codelli stellte den Antrag, daß die Vorarbeiten des Projektes, betreffend die Regulierung des Wasserstandes am Laibacher Moore in Verbindung mit der Schiffbarmachung des Laibachflnsfes und der Ausnützung der dabei zu gewinnenden Wafferkraft, der Bauleitung für die Morastentwässerung übertragen werden sollen. Der Antrag des Ausschusses sowie der des Abgeordneten Freiherrn von Codelli wurden einstimmig angenommen. Die Petition, betreffend die Studenteuunterstützuugs-vereine an Mittel- und Hochschulen sowie die Stndentenkücheu, wurden dem Landesansschnsse behufs günstiger Erledigung abgetreten, zu welchem Zwecke dem Landesausfchnffe ein Kredit von 5000 K bewilligt wurde. Dem Dringlichkeitsantrage des Abg. Gangl, betreffend den Gesetzentwurf über die Einführung der Kultursteuer (nämlich auf die Reservefonds der Sparkassen und anderer Geldinstitute behufs Ausbesserung der Lehrergehalte), ferner betreffend die Gesetzentwürfe über die Regelung der Lehrergehalte, die Feststellung des Minimaleinkommens der Lehrerschaft, die Dienstzeit und Eittrechnung der Militärdienstzeit der Lehrer in die Pension fotw betreffend die Sanierung der Landesfinanzeu, wurde die Dringlichkeit nicht zuerkannt; die Anträge wurden dem Finanzausschüsse zugewieseu. Einstimmig angenommen wurde der Antrag des Abg. Freiherrn von Born, betreffend den Bau eines Telephonnetzes und dessen iuter-nrbanen Anschluß in ganz Kram. In der letzten Sitzung am 15. Oktober wurde zuerst das Statut der zu gründenden Land es bank angenommen nebst zwei Entschließungen, wonach unwesentliche Angelegenheiten vom Landes-ausschusfe im Einvernehmen mit der Regierung so geregelt werden können, als ob sie vom Landtage selbst beschlossen worden wären, und die Landesbank auch als statistisches Amt in landwirtschaftlichen und industriellen Angelegenheiten fungieren könne. Hierauf kam es bei der Verhandlung der Geschäftsordnungsreform, welche die slowenischen Liberalen als gegen sich gerichtet erachteten, zu neuerlichen Sturmszenen. Von den slowenischen Li-bereiten ivurbe ein förmliches ^jSultbecfelfonjert in ©^ene ge|e|t, indem sie mit Folianten auf die Pulte schlugen, so daß der Landeshauptmann anfangs unverständlich blieb. Beim Eingehen in die Spezialdebatte entstand erneuerter Tumult, so daß der sofort ein-berufene Disziplinarausschuß die Ausschließung von sechs Mitgliedern der slowenischliberalen Partei beschloß. Infolgedessen erhob sich wieder ein ohrenbetäubender Lärm. Da sich die ausgeschlossenen Mitglieder der slowenischliberalen Partei trotz der Androhung, es müßte die Hilfe der Diener in Anspruch genommen werden,_ wei-nerten, den Sitzungssaal zu verlassen, wurde die Sitzung aus eine halbe Stunde unterbrochen. Nach der Wiederaufnahme derselben gab Dr. Tavcar die Erklärung ab, daß sich seine Partei an der Verhandlung nicht mehr beteiligen wolle, und die zehn slowenischen Liberalen verließen den Saal. Schließlich wurde die Abänderung der Geschäftsordnung angenommen. Die neue ^ Geschäftsordnung bedeutet eine wesentliche Verschärfung der bisherigen und macht die Obstruktion einer kleinen Minderheit für alle Zukunft unmöglich, da dem Vorsitzenden schärfere Difziplinarmittel zur Verfügung stehen. Nachdem der Landespräsident Freiherr v. Schwarz im allerhöchsten Aufträge den Landtag für vertagt erklärt hatte, bezeichnte der Landeshauptmann in seinem Schlußworte die Session als weitaus ersprießlicher als viele vorhergegangene, sprach den Abgeordnete», dem Landespräsidenten usw. deu besten Dank aus und schloß die Sitzung.___________________________________________ Aus Stabt und Land. choltschee. (Personalnachricht. — Kongregationsfest.) Am 167 d. M. traf mit dem Nachmittagszuge der hochwürdigste Herr Fürstbischof Dr. Anton Bonaventura Jeglič in Gottfchee ein und hielt Sonntag den 17. Oktober beim Hauptgottesdienst um 10 Uhr vormittags die Predigt. Nachmittags fand in der Waisenhauskapelle die feierliche Aufnahme mehrerer Gymnasialschüler in die neugegründete Studentenkongregation statt, bei welcher der hochwürdigste Herr Fürstbischof an die Kongreganisten eine erhebende Ansprache richtete. An dem Kongregationsfest nahmen außer dem Präses der Studentenkongregation hochw. Herrn Prof. Watzl auch der hochw. Herr Dechant Erker, mehrere Priester und Professoren, die Zöglinge des Waisenhauses und andere Andächtige teil. — (Staatsgymnasium.) Der Minister sür Kultus und Unterricht hat den provisorischen Lehrer am Staatsgymnasium in Gottschee Herrn Dr. Karl Petrasch zum wirklichen Lehrer an der Staatsrealschule in Fürstenfeld (Steiermark) und den gewesenen Supplenten Herrn Gustav Naser zum provisorischen Lehrer am Staatsgymnasium in Gottschee ernannt. Weiters hat sich der Herr Minister für Kultus und Unterricht bestimmt gesunden, den k. k. Professor am Staatsgymnasium in Gottschee Herrn Dr. Albert Thal Hammer auf die Dauer des Schuljahres 1909/1910 dem Ersten Staatsgymnasium in Graz zur Dienstleistung zuzuweisen. Herrn Pros. Dr. Friedrich Hirsch wurde vom Unterrichtsministerium ein halbjähriger Urlaub gewährt. Als Supplenten wurden an das hiesige Gymnasium berufen die Herren Lehramtskandidaten Vinzenz Eckert und Peter Jonke. — (Aus dem Volksschuldienste.) Der k. k. Bezirksschulrat in Gottschee hat die bisherige Snpplentin an der Volksschule in Lienseld Fräulein v. Gr essel zur provisorischen Lehrerin auf ihrem gegenwärtigen Dienstposten ernannt und an Stelle des krankheitshalber beurlaubten Lehrers Herrn Josef Kreiner den geprüften Lehrer Herrn Viktor Porupski zum Supplenten an der Volksschule in Mitterdorf bei Gottfchee bestellt. Ferner hat der k. k. Bezirksschulrat die absolvierte Lehramtskandidatin Fräulein Theodora Trug er zur provisorischen Lehrerin an der zweiklassigen Volksschule in Mosel und den absolvierten Lehramtskandidaten Herrn Franz Tutsch zum provisorischen Lehrer an der Volksschule in Rieg ernannt und den gewesenen Supplenten an der Volksschule in Göttenitz Herrn Johann Sumperer zum Aushilfslehrer an der Volksschule in Unterskrill bestellt. -- (Der Reichsrat) ist auf den 20. Oktober d. I. wieder einberufen worden. — (P. Rektor Weimann), der von der Mission her m Gottschee bestens bekannte Redemptorist und Missionspcediger, ist rum Provinzial der Redemptoristen ernannt worden. — (Industrielles.) Heute fand hier die Kollaudierung des von der Firma Benjamin Muzzolini errichteten gnbaues zu ihrem Ringofen durch einen Staatstechniker statt. — (Vom Bauernbund.) Es wird ersucht, die Zahl der in den einzelnen Pfarren benötigten „Bauernbundkalender" der Schriftleitung unseres Blattes ehestens bekanntgeben zu wollen. — (Die „Nachrichten") nannten sich bis vor kurzem „Organ der christlichen Gottscheer Bauernschaft". — Nunmehr haben die Nachrichten" aber das „christlich" gestrichen; die Herausgeber sind offenbar selbst zur Einsicht gekommen, daß dieses schöne, ehrenvolle Eigenschaftswort für die „Nachrichten" nicht paßt. Auch die Ecke „Heiteres" beweist, wie schlecht es mit dem Christentum der „Nachrichten" bestellt ist. — (Erdbeben.) Am 8. d. M. wurde hier kurz nach 11 Uhr vormittags ein kurzes wellenförmiges Erdbeben verspürt. Disthe, Stühle u dergl. bewegten sich in manchen Häusern merklich. Dieses wellenförmige Erdbeben (Richtung Nordwest-Südost) wurde im ganzen Süden der Monarchie wahrgenommen. Es erstreckte sich von Orsova bis über Graz hinauf. In Agram war es so heftig, daß die große Domglocke von selbst zu läuten begann. Gesimse und Mauerstucke bröckelten ab, die Schulen wurden geschlossen, die Kanzleien gesperrt, da alles in höchster Aufregung hinauslief; doch wurde nirgends ein größerer Schaden verursacht. In Laibach betrug die Bodenbewegung nach den Verzeichnungen der Erdbebenwarte 4,22 Millimeter und wurde von den Bewohnern, insbesondere in den höheren Stockwerken, fast allgemein verspürt. — (Wie reimt sich das zusammen?) Herr Phil. Franz Perz sagte in seiner Festrede beim Stiftungsfeste der „Carniola" unter anderem, daß jene Männer in der Geschichte Gottschees mit Ehren genannt werden werden, die, unbeschadet ihrer freiheitlichen Gesinnung, für die Einigung aller deutschen Landesbewohner auf nationaler Basis eintreten. Herr Perz scheint jedoch selbst keinen Anspruch darauf zu machen, zu diesen Männern gerechnet zu werden, da er und seine engeren Gesinnungsgenossen erst kürzlich wieder das Signal zum Kampfe gegen den sogenannten Klerikalismus, also gegen die christlichsozialen Stammes- und Landesgenossen, gegeben haben Das ist nicht ein Werk der Einigung, sondern der Entzweiung. Wir dächten, es wäre lobenswerter, wenn schönen Worten auch die entsprechende Haltung folgte. Oder hat man derlei hübsche Worte bloß als Phrasenaufputz für festliche Gelegenheiten in Be-vcitfcfocift ^ (33on der deutschfreiheitlichen Bauernpartei.) Schon wiederholt schrieben die „Nachrichten" großsprecherisch daß die Christlichsozialen vor der neugegründeten beutschfmhettlichen Bauernpartei blasse Furcht hätten. Wie unsagbar abgeschmackt! Im Jahre 1907 haben die Christlichsozialen zur Genüge bewiesen, daß sie selbst den ärgsten und gröblichsten Anfeindungen gegenüber unerschrocken stand zu halten verstehen, und da will nun ein wichtig-tuender jugendlicher Zeitungsschreiber der Welt glauben machen, daß die Christlichsozialen vor den neugebackenen „freiheitlichen Parteiführern Studiosus Franz Perz und Hans Jonke Kmeschlottern bekämen Wer lacht da nicht! Eine Besorgnis hegen wir allerdings, nämlich die, daß durch einzelne unüberlegte Heißsporne der neuen Partei das Wohl unserer gesamten engeren Heimat tatsächlich geschädigt werden kann. Die neue Bauernpartei hat nämlich u a. auch die Bekämpfung des Klerikalismus als Träger einer nichtgerma-nischen Weltanschauung (!)" in ihr Programm ausgenommen ^n verständliches Deutsch übersetzt heißt das nichts anderes als die Wiederanfachung der Parteihetze und die Zerstörung des nach Überwindung von mancherlei Schwierigkeiten gewonnenen, vielseitig begrüßten guten Einvernehmens zwfichen ben nun einmnl beßehenoen politischen Parteien in Gottschee. Es hat den Anschein, alv ob den leitenden Kreisen der neuen freiagrarischen Bauernpartei der Kamps gegen die Christlichsozialen, also der Kampf Deutscher gegen Deutsche, wichtiger wäre als die nationale Abivehr und die wirtschaftliche Förderung der Heimat. Und ein solcher verderblicher Bruderkampf soll entfacht werden zu einer Zeit, wo die nationale Gefahr und die wirtschaftliche Not in Gottschee ein Zusammenhalten aller Landsleute in allen das gemeinsame Wohl betreffenden Angelegenheiten gebieterisch zur Pflicht macht! Kein vernünftiger Gottscheer mag er welcher Partei immer angehören, wird gegenwärtig irgendeinen aktuellen Anlaß finden können, weshalb das Kriegsbeil neuer-dings ausgegraben und zum Spotte für den nationalen Gegner ein'politischer Bruderkampf geführt werden sollte. Was für einen Sinn hat es dann also, gegen die Christlichsozialen neuerdings das Kriegsgeschrei zu erheben? Besteht der nationale Sinn und die echte Vaterlandsliebe etwa darin, daß man deutsche Volksgenossen ohne Grund und ohne Anlaß gegeneinander hetzt und den Streit bloß um des Streites willen pflegt? Lwll unsere liebe Heimat nur deshalb nie zur Ruhe kommen, weil es einigen wenigen Unzufriedenen so beliebt bei denen Heimatsliebe und Nationalgefühl vom Hasse gegen das christliche Wesen und von krampfhaftem persönlichen Ehrgeiz überwuchert werden? Nach der Ansicht dieser Hetzer soll den Christlichsozialen ihre jüngst geleistete treue, eifrige und sämtlichen Gemeinden unseres Ländchens zugute kommende Mitwirkung bei den umfassenden Arbeiten zur Förderung des öffentlichen Wohles (Erwirkung von Straßen, Wasserversorgungsanlagen, Postanstalten usw.) dadurch vergolten werden, daß man ihnen dafür Fußtritte versetzt! Wir können übrigens gar nicht glauben, daß die Mehrzahl der Mitglieder der freiheitlichen Bauernpartei so denkt, wie gewisse schreier, die in der Partei die Führung an sich gerissen haben Von der bloßen Hetze, die niemandem nützt, kann schließlich doch kein Gottscheer Bauer leben, er braucht ganz etwas anderes. Auch die Burger der Stadt kommen in den „Nachrichten" schlecht weg. Sie werden als Schwächlinge" bezeichnet. Nach der Ansicht gewisser Leute besteht natürlich die Stärke nur im Krakeelen und im Schimpfen; wer patriotischen Sinnes ruhig snr das Gemeinwohl tätig ist, ist in ihren Augen ein Schwächling. In Wirklichkeit wäre es jedoch schwächlich, solchen unanständigen Anrempelungen irgendeine Bedeutung beizumessen. Vergeblich hatte Fürst Auersperg vor ein paar Monaten vor einer weiteren Parteizerklüftung und Zersplitterung aewarnt. Es gibt Leute, die sich eben nichts sagen lassen; ste sind und bleiben eigensinnig wie trotzige Kinder. Außerhalb unseres Ländchens beginnt man bereits sich über das Kunterbunt von Parteien in Gottschee lustig zu machen. In unserem kleinen Gebiete gibt es nämlich nunmehr, wenn man die Sozialdemokraten und me Slowenen auch mit in Betracht zieht, nicht weniger als f^nf 0) Parteien Das ist denn des Guten doch etwas zu viel. Es fallt uns übrigens selbstverständlich nicht ein, den „freiheitlichen" Bauern das Recht abzusprechen, sich eine Organisation zu verschaffen. Wem der Bauernbund nicht gefällt und auch der Bolksrat und der Verständigungsausschuß nicht genügt, vielleicht hauptsächlich deshalb, weil man ab und zu doch mehr ungeniert unter sich sein mochte, der mag seine Befriedigung in der neuen Partei suchen, ^zm Interesse unseres Ländchens liegt es aber, daß diese neue Partei durch Verhetzungsversuche nicht ein Hemmnis werde für das Gesamtwohl von Gottschee. , ^Kitterdorf. (Todesfall.) Am 12. d. M. ist die siebzigjährige^ Maria Händler in Windischdorf Nr. 35 gestorben * ; _ (Von der Schule.) Für die krankheitshalber beurlaubte Lehrerin Frau Mathilde Ach atz ist die absolvierte Lehramtskandi-datin Frl. Henriette Scheschark als Supplentin bestellt worden. — (Die Frau statt des Mannes.) Der Mann muß hinaus ins feindliche Leben, heißt es für gewöhnlich, bei uns wird s jetzt umgekehrt. Weil die Verdienstgelegenheit für Frauen in Amerika leichter ist, fangen jetzt verheiratete Frauen an ansznwandern, während ihre Männer daheim die Kinder hüten. So sind letzte Woche aus Malgern zwei solche Familienmütter fortgereist. Ausgewandert wird jetzt wieder stärker als andere Jahre. Von den in den letzten Monaten fortgezogenen 17 Personen sind 14 schon in Amerika gewesen. — (Erdbeben.) Das letzte Erdbeben vom 8. d.M. wurde auch hier deutlich gespürt. Es dauerte gegen fünf Sekunden und machte sich durch starkes Rütteln der Türen und Fensterflügel bemerkbar. Kinteröerg. (Eheschließung.) Am 3. Oktober sind in der Allerheiligenkirche in Brooklyn getraut worden Josef Sider aus Unterfkrill und Gertrud Ostermann aus Hinterberg. Unterlag. (Erdbeben.) Am 8. d. M. war hier nach 11 Uhr Vormittag ganz deutlich ein Erdbeben zu verspüren. — (Gemeindewahlen.) Der Bericht aus Unterlag in den „Gottscheer Nachrichten" über die Gemeiudeausschußwahl strotzt von Lügen und Verdächtigungen. Von den unlautersten Mitteln, mit denen die Christlichsozialen agitiert hätten, schreibt der Berichterstatter. Warum führt er diese Mittel nicht an? Weil eben seine Behauptung falsch ist. Wohl aber sind von der Gegenpartei derartige Mittel angewendet worden. So wurde den Wählern vorgemacht, falls sie den Christlichsozialen zum Siege verhelfen, würden sie die Feuerspritze zahlen und zum Bau vou Dorfzisternen beitragen müssen. Also ein so notwendiges Gerät wie eine Feuerspritze muß als Agitationsmittel herhalten. Die Gemeinde hat für die Feuerspritze noch keinen Heller hergegeben und wird auch in Hinkunft von ihr kein Heller dafür verlangt werden. Und die leidigen Dorfzisternen. Ja, vor einigen Jahren hat das Gemeindeamt um die Herstellung solcher angesucht. Es wurden uns auch schon 12.000 K zu diesem Zwecke in Aussicht gestellt. Von wem wurde dieses Werk vereitelt? Vielleicht nicht von den jetzigen Anhängern der freisinnigen Partei? Seither denkt kein Mensch mehr an die Dorfzisternen, weil wir mit einem neuerlichen Ansuchen natürlich abgewiesen werden würden. Ja sogar der Straßenbau wurde als Agitationsmittel angewendet. Wenn die Christlichsozialen siegen, hieß es, wird die Straße von Graflinden nach Unterlag gebaut werden und dann heißt es zahlen. Schon soviel Mühe und Unkosten hat die Gemeinde gehabt, damit endlich einmal die so notwendige Straße gebaut würde, und jetzt wird damit gegen die Christlichsozialen agitiert! Weiter wird den Christlichsozialen ein Bund mit den Slowenen vorgeworfen. Worin besteht denn dieser Bund? Wenn uns dieser Vorwurf deswegen gemacht wird, weil wir uns auch um die Stimmen mehrerer slowenischer Wähler, die wir als Christlichsoziale kannten, beworben haben, so gilt dieser Vorwurf euch, ihr Freisinnigen, viel mehr. Seid denn nicht ihr früher zu den Slowenen nach Tal und Wilpen gegangen als wir? Ihr seid aber abgewiesen worden. Habet ihr nicht auch, so weit das Ergebnis der Wahl bekannt geworden ist, zwei Slowenen in den Gemeindeausschuß gewählt? Und hätten wir so viel slowenische Wähler gehabt als ihr, euer Siegesruf wäre wohl etwas kleinlauter. Endlich, wie lächerlich ist es, wenn Unterlag als ein für das Deutschtum so gefährdeter Posten hingestellt wird! In der Pfarre Unterlag leben neben den Deutschen auch Slowenen, die jedoch bedeutend in der Minderheit sind. Beide Volksstämme leben in schönstem Frieden miteinander. Die Slowenen legen den Deutschen nie ein Hindernis in den Weg. Alle sind froh, wenn sie deutsch können und sprechen mit Vorliebe deutsch. Der ganze Bericht- aus Unterlag in den „Gottscheer Nachrichten" also, die ganze zweite Hälfte desselben erst gar, ist nichts als ein leeres Einbildungsgebilde. WöEandk. (Todessall. Weinernte.) Am 6 d. M. wurde Marie Gramer geb. König von Pöllandl Nr. 11 begraben, nachdem ihr das einzige Kind eine Woche früher im Tode vorausgegangen ist. Sie war aus Oberstem, Pfarre Altlag, gebürtig, erst 31 Jahre alt und nicht einmal drei Jahre verheiratet. — Die Weinlese ist jetzt hier überall beendet. Der heurige Tropfen wird dem vorjährigen an Güte nachstehen, da die Trauben nicht gut ausreifen konnten. Auch die Traubenfäule hat bedeutenden Schaden angerichtet, so daß mancher Weinbauer ein Drittel und darüber weniger hat. Trotzdem hat z. B. der hiesige Besitzer A. Manßer auf seinem nenangepflanzten Weingarten am benachbarten Großriegel noch 100 Eimer geerntet. — Auch Obst gab es in Hülle und Fülle: Äpfel, Birnen und namentlich Pfirsiche; nur die Zwetschken schlugen sehl; in Pogorelz und Steinwand gibt es jedoch auch davon genug. — Und jetzt erst die „Kefchten" I Doch „zuviel des Guten ist ungesund", sagt das Sprichwort, daher Schluß. Kornwald. (Schule.) Aus unserer Schule wird es, wie man hört, wieder nichts, obwohl bereits der Stundenplan sür den Unterricht zusammengestellt war. Wir haben uns also zu früh gefreut. Dem einen oder dem anderen, der seine Stellung nur der Kenntnis der deutschen Sprache verdankt, paßte es nämlich nicht, daß auch einige Kroatenkiuder deutsch lernen sollten; daher Hintertrieben sie die Sache. Also können wir auch weiterhin bei den Tieren des Waldes Unterricht nehmen. Weg. (Zur Gemeindewahl.) Die „Nachrichten" nehmen wieder einmal recht voll. Stramme Arbeit des neuen Vorsitzenden sagen sie voraus und tun dann recht groß, daß die „klerikale Stimmungmacherei erfolglos geblieben sei". Was Arbeit anbelangt, sind wir der Ansicht, daß es Pflicht eines jeden von der Gemeinde Gewählten ist, für dieselbe sein Möglichstes zu tun. Was die „klerikale Stimmnngmacherei" betrifft, wollen die „Nachrichten", beziehungsweise ihre Hintermänner gefälligst zur Kenntnis nehmen, daß es bei uns keinen einzigen „Klerikalen" gibt, sondern alles, was nicht ins liberale Horn bläst, ifdchrrstlichfozial. Was Stimmungmacherei betrifft, weiß jeder, daß es den Christlichsozialen ein Leichtes gewesen wäre, bei einiger Vorarbeit die Wahl nach ihrem Willen zu leiten. Aber die Großtuerei ist die stärkste Seite der „Nachrichten", wie sie auch vor einigen Monaten nach den Morobitzer Gemeindewahlen von einem glänzenden Siege zn berichten wußten, während doch z. B. im dritten Wahlkörper nur ein einziger Wähler erschienen war. Und dieser einzige, der nach Wunsch der Liberalen wählte, war ein — Christlichsozialer. Vielleicht wissen die „Nachrichten" auch vou einer „glänzenden Versammlung" am 10. d. zn berichten, wo die Pfarrgrnppe Rieg der neuen Parteirichtung hätte errichtet werden sollen, während zur Versammlung kaum mehr als zehn Mann erschienen waren. Man wollte die Schuld der schwachen Beteiligung dem Pfarrer in die Schuhe schieben, während sie doch ganz anderswo zu suchen ist. Seinerzeit hat man das Volk mit der „Südmark" betrogen, heute heißt das Ding „Bauernverein"; aber wie sagt das Sprichwort schon? Der Esel geht nur einmal aufs Eis. Die verschiedenen „Südmarkprediger" „mögen vor zwei Jahren schöne Diäten bezogen haben, diesinal dürfte das Kunststückt versagen. Nichts sür ungut! Fschermoschnih. (Volksschule.) Der k. k. Bezirksschulrat in Rudolfswert hat an Stelle der krankheitshalber beurlaubten Lehrerin Frau Gabriele Erker-Jereb die absolvierte Lehramtskandidatin Fräulein Erika von Vorbeck' zur Supplentin an der hiesigen Volksschule bestellt. Zklösel. (Sterbesälle.) Agnes Petschauer von Otterbach Nr. 78, vulgo Schnpsnersch, wurde am 3. Oktober im Bette tot aufgefunden. — Johann Meditz von Otterbach N. 30 starb am 4. Oktober an Lungentuberkulose. Da er Jäger war, erschienen bei seinem Begräbnisse aus Gottschee die Herren Jäger Anton Hauff, Heinrich Hofholzer mit Sohn und ans Mosel Johann Schauer. — (Vom Schuldienste.) Herr Oberlehrer Krauland erhielt krankheitshalber einen viermonatlichen Urlaub, den er größtenteils im Lehrerheim in Lovrana znznbringen gedenkt. Seine Stelle vertritt Aushilfslehrer Herr Robert Herbe aus Wien. — (Heirat in Brooklyn.) Am 2. Oktober 1909 Josef Knßlätfcher aus Innsbruck mit Maria Gasperitsch aus Mosel Nr. 77. Meintal. (Trauung.) Am 10. Oktober wurden Josef Lackner von Nr. 31 und Franziska Lackner von Nr. 13 getraut. Waierle. (Die heurige Weinlese) in unseren Weinbergen ist nun größtenteils beendet. Die schlechte Witterung Anfang Sep- ten ent inf ein Pr bet Ja nid nie gilt We Eir mit abg trai 18 hies eint Zw 11 und zufl KI« Li )a ein Zir ein mit leg ei OEo: für a mit von tember und Oktober bewirkte, daß mehrere Traubensorten sich nicht entwickeln konnten und frühzeitig zu faulen begannen. Man mußte infolgedessen zu einer Frühlese schreiten; gleichzeitig wurde auch eine Auslese der Trauben vorgenommen, um ein möglichst gutes Produkt zu erzielen. Was die Quantität der Henrigen Weinlese betrifft, so steht sie der im Vorjahre nicht nach. Die Qualität des Jahrganges 1909 reicht jedoch an jene des Jubiläumsjahrganges nicht heran, was auf den.größtenteils regnerischen Sommer mit niedrigen Nachttemperaturen zurückzuführen ist. Die alte Regel: „Warme Nächte bringen Herrenwein, Bei kühlen wird er sauer sein" gilt für alle Gegenden. Auf den Preis und Absatz des heurigen Weines übt schon jetzt die ergiebige Obsternte einen nachteiligen Einfluß aus, indem sehr viel Obstwein erzeugt wird. Im ganzen und großen ist der Geschäftsgang noch ruhig. Käufe sind erst wenige abgeschlossen worden. Einige Weinhaner haben die Butte Weintrauben zu 5 K verkauft. Der Liter Most würde demnach auf 18 — 20 Heller zu stehen kommen. Alte, sehr gute Weine sind noch zu 28 — 30 h erhältlich. Göttenitz. (Obstreich) sind gewiß heuer die Gärten in hiesiger Gemeinde. Alte Leute behaupten, Jie wüßten hier erst einmal ein so gutes Obstjahr wie Heiter. Äpfel, besonders aber Zwetschken und Birnen, gibt es in Hülle und Fülle. — (Ein Erdbeben) wurde am 8. d. M. auch hier um 11 Uhr vormittags verspürt; der erste Stoß war ziemlich heftig und deutlich wahrnehmbar. Das Erdbeben dauerte etwa 8 Sekunden. — (Wasserleitung.) Da dem Ansuchen mehrerer Besitzer zufolge die Leitung gegen hundert Meter in die Ortschaft verlängert wird, ist der Bauplan samt einigen näheren Daten neuerdings an den hohen Landesausschuß eingeschickt worden. Wetzeltak. (Erdbeben.) Am 8. d. M. wurde um 11 Uhr 9 Minuten vormittags eine 5 bis 6 Sekunden dauernde, in der Richtung Süd-Nord wellenförmig verlaufende Erderschütteruug verspürt, die die Bewohner in eine gewisse Aufregung versetzte. Vom Schornsteine des Hauses Nr. 25 fielen einige Ziegel zur Erde. Sonst hat das Erdbeben keinen Schaden angerichtet. Schaffet«. (Trauung.) Am 4. Oktober I. I. wurde in der Filialkirche auf dem Grodetzberge Karl Hiris aus Schäflein Nr. 1, der erst vor kurzem aus Amerika heimgekommen war, mit Josefa Roschitsch aus Warmberg Nr. 9 getraut. Biel Glück zum Lebensbunde! Htudokfswert. (Markt.) In Kandia findet anstatt am 19.Oktober der nächste Markttag am 28. Oktober statt, da auf den 19. Oktober der große Lukas-Jahrmarkt in Rndolfswert fällt. Frieöen in Steiermark. (Trauung.) Am 6. Oktober I. I. wurden hier der aus Neuloschin Nr. 9 gebürtige Kaufmann Herr Hans Ja klitsch und Frl. Rest Vasold getraut. Wien. (Vermählung.) Witfrau Helene Hudolin geborene Händler aus Mitterdorf vermählte sich im Oktober mit dem Post« sparkassenbeamten Rudolf Kuchar. Briefkasten. Hochw. Pfarrer Pfeil in Cleveland. Besten Dank für die liebwerten Zeilen. Empfang des übrigen wird bestätigt und nach Wunsch verrichtet. Freundlichen Gruß. Bei einmaliger Einschaltung kostet die viergespaltene Kleindruckzeile oder deren Raum JO Heller, bei mehrmaliger Einschaltung 8 Heller. Bei Einschaltungen durch ein halbes Jahr wird eine zehnprozentige, bei solchen durch das ganze Jahr eine zwanzigprozentige Ermäßigung gewährt. Anzeigen. Die Anzeigengebühr ist bei einmaliger Einschaltung gleich bei Bestellung, bei mehrmaliger vor der zweiten Einschaltung zu erlegen. — Es wird höflichst ersucht, bei Bestellungen von den in unserem Blatte angezeigten Firmen sich stets auf den „Goltscheer Boten" zu beziehen. Wcbeer Raiffeisenkassen. Zinsfuß für Spareinlagen 4 74%. „ „ Hypothekardarlehen 5 %>. „ „ Personal (Bürgschafts)-Darlehen 5 72/%. Ein schön möbliertes Zimmer ist zu vermieten Kreuzgasse Nr. 54, I. Stock. Zu verkaufen ein größeres, freistehendes, massiv neuerbautes (Uobnbaiis« mit 8 Zimmern (2 Wohnungen) und Wasser im Hause, an der Straße gelegen, für Geschäftsbetrieb oder industrielles Unternehmen sehr geeignet; mit Ökonomiegebäuden, großem Obst- und Gemüsegarten, Acker- und Wiesenland für zirka 12 Stück Großvieh zu wintern; mit Streu- und Holzanteilen, bewaldet mit schlagbarem Buchen- und Nadelholz, und diversen Plätzen zur Gewinnung von Sand. Gesamtgrund zirka 52 Joch. Nähere Auskunft erteilt A. Steröenz-Stakzer, Obermösel Nr. 37. Leset und abonnieret den 11 Gottscheer Boten“. Achtung! 50.000 Paar Schube 4 Waar Schutze für nur 8 Kronen. Wegen Zahlungsstockung mehrerer großer Fabriken wurde ich beauftragt, einen großen Posten Schuhe tief unter dem Erzeugungspreis los» zuschlagen. Ich verkaufe daher an jedermann 2 Uaar Kerren- und 2 Uaar Damen-Schnürschuhe, Leder braun oder schwarz, galoschiert, mit stark genageltem Leder-Boden, hocheleg., neueste Fasson. Größe laut Nr. Alle 4 Paar kosten nur 8 Kronen. Versand per Nachnahme. L. Zrveig's Schuli-Erport, Krakau Wr. 1245. Umtausch gestattet oder (Mb retour. Hausverkauf. In Unterlag ist ein großes Bauernhaus mit Wirtschaftsgebäuden und 42 Joch Grund feil. — Nähere Auskünfte erteilt Alois Ruppe, Unterlag Nr. 4. Uereitt der Deutschen a. ßottsebee in Wien. Sitz: l-, Rauhen ste'mgaße Nr. 5. wohin alle Zuschriften zu richten sind und Landsleute ihren Beitritt anmelden können. Zusammenkunft: Jeden Donnerstag im Wereinstokake „Zum roten Igek", I., Mrechtspkatz Mr. 2. Ein verläßlicher Barsche wird als Verkäufer und zugleich Schankbursche in Laibach aufgenommen. Nähere Auskunft erteilt die Administration dieses Blattes. Mit „Keil-Lack" streiche ich seit Jahren Den Fußboden — denn das heißt sparen; Und für Parketten reicht ’iie Büchse Alljährlich von Keil's Bodenwichse. Waschtisch und Türen streich ich nur Mit weißer Keilischer Glasur. Für Küchenmöbel wählt die Frau Glasur in zartem lichten Blau. Zwei Korbfauteuils, so will's die Mob’, Streich ich in Grün — den ändern Rot. Das Mädchen selbst gibt keine Ruh' Mit Keil's Creme putzt sie nur die Schuh', Und murmelt, weil ihr das gefällt: „D er Haushalt, der ist wohl bestellt!" Stets vorrätig bei: Franz Loy in Gottschee. WeichHaktiges Lager der Selten und bissigsten Kahrräder und Mähmaschinen für Kamilie und Heweröe Musikautomaten Schreibmaschinen Langjährige Garantie. Mann lax § Sohn » Laiback tUiener$tra$$e Nr. 17. Verkäufer des Eisenfaches Deutsche, der slowenischen Sprache mächtig, dringendst gesucht. Stellenvermittlung des Reichsverbandes „Anker“ Wien VIII, Lerchenfelderstraße 156. $cbiff$Karten-Agentur. Der ergebenst Gefertigte erlaubt sich dem P. T. reisenden Publikum anzuzeigen, daß er die Agentur für die Linie ffgT Austro-Zmericana in Inest übernommen hat. Gestützt auf seine Erfahrung und Reisen sowie auf seine Kenntnisse der amerikanischen Gesetze ist derselbe in der Sage, jedermann die bestmöglichste Auskunft zu erteilen. Matthias König, Schiffskarteii-Agent im Gasthofe des Herrn Franz Verderber in Gottschee. Provisions - Reisender für das Gottscheer Gebiet wird unter günstigen Bedingungen aufgenommen bei Johann Jax & Sohn, Laibach. Gne Keusche gebaut aus Ziegeln, mit einem großen Zltfer ist xreiswürdig zu verkaufen. Anfragen sind zu richten an den Besitzer And. Sterbenz, Schalkendorf Nr. 89. SKIknausscbixibuiig. Beim Stadtgemeindeamte in Gottschee gelangt die Stelle eines Kanzlisten, verbunden mit Polizeidienst, zur Besetzung. Mit dieser Stelle ist der Anfangsgehalt von 800 K und 240 K AktivitätszulaP verbunden. Die Anstellung ist provisorisch. Bei zufriedenstellender Dienstleistung kann nach einem Jahre die definitive Anstellung erfolgen. Bewerber um diese Stelle haben nachzuweisen: 1. Ihre Zuständigkeit und deutsche Nationalität; 2. die Kenntnis des Kanzlei-Manipulantendienstes; 3. Ein Lebensalter von nicht über 40 Jahren; 4. Sittenzeugnis; 5. ihre bisherige Verwendung; 6. ihre körperliche Gesundheit durch ein Zengms eines t k. Amtsarztes. Die eigenhändig geschriebenen, mit 1 K Stempel versehenen Gesuche sind im Oktober 1909 Hieramts einzubringen. Stadtgemeindeamt Kottschee am 22. September 1909. Der Bürgermeister. Verantwortlicher Schriftleiter Josef Erker. - Herausgeber und Verleger Josef Eppich. - Buchdruckerei Joses Pavlicek in Gottschee.