LMllchcrWMtllNg. Nr 131. P räniim ? Vali al>j, N, 5..5.O. Fiiv dic ^»st^uü.i '»^ H"'ii> hall'j. 5ü l:, ^lil dcr Post »,"»1!. st. >5>, b.Ut'j. si. 7.50, Mittwoch, 6. Juli 3»sertlon«gebi1hl bi« ,«Zeilen: imal^ll.. lm. !<0lr., 3m. ifl.; sonst pi. Zeile lm. «lt.. iü,i.»lr., 3m. 10 lr. u. f. w. Injellionssteuipel jede«»!. ^i)l>. l«7l. Aiutlicher Theil. Sc. k. uud l. Apostolische Majestät habcu n,il Aller--höchster Entschließung uom 3. Juni d. I. über Antrag des Reichskanzlers, Munsters dcS laiserlichcn Hauses und des Acußcrn, die Syslcmisirung cincs cffeclivcn Con« sulalcö in Küstcndschc au die Stelle der bisher bestandenen Consular-^genlic und im Zusammenhaugc damit die Versetzung dcS gegenwärtig in Kairo angestellten t. und k. Konsuls Alphons Ritter v. Questiau 5 auf den ncnsyslemisirtcn Consnlatspostcn in Küstcndschc aller gnädigst zu genehmigen geruht. Sc. l. nnd t. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschlicßlniii vom 3. Inni d. I. über Antrag des Reichskanzlers, Äliinislers des kaiserlichen Hauses und des Acnßcru, den bei dem l. und t. Gmcral-Consulatc in Alc^andrien verwendeten Viceconsul Richard Fran-rcSchi zuin Consul in Kairo, den Vicccouiul bei dem k. undl. General-Consulate in Smyrna Gustau Ocst erreich er zum Consul in Jerusalem und den bei dem t. und l. General-Consulate in Bukarest angestellten Viccconsnl Dr. Ladislaus Hcngclmüllcr v. Henge ru a r zum Consul auf dcm von ihm bisher versehenen Posten allergnädigsl zu ernennen geruht. Sc. l. und !. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung uom 2l. Juni d. I. über Antrag des Reichskanzlers, Ministers dcS kaiserlichen Hauses nud des Aciißcrn, dem Bcstallungsdiplome des zum französische!, Genial-Consul iu Trieft ncucrnauutcn Faurc Clnvairoz das Allerhöchste Exequatur aller gnädigst z» ertheilen geruht. Der M,nister für Cultus und Unterricht hat vom Schuljahre !5?l/72 angefangen den ^andcsschul Inspector zn'citer blasse Vinccnz ^ ankotzki dcui Vandcsschulrathc sür Vorarlberg nud den VandcSschul-Inspector zweiter Masse Theodor Wolf deui ^andcsschulrathc sin Salz-l'»rg zur Dienstleistung zugewiesen. Der Minister nnd ^eittr des AckerbauministcriumS hat dc» WaldschätzungSrcfcrc»leu bei ocr Krakauer Be-z^lsschätzungscommission Johann ^izal zum Forst-Inspector bei der Landesregierung für die Bukowina ernannt. Nichtaintlicher Theil. «politische Uebersicht. Laibach, 4. Juli. Die gestrige Nummer des „Neuen Wiener Tag-blatte«" enthielt unter anderen Angaben auch die Hin-wcisung auf die bestehende Verwandtschaft des Fiuauz-minislers Frcihcrrn u. Holz gethan mit Oberfinanz-rath Dcimel. Die „Wr. Abdpst." ist zur Erklärung ermächtigt, daß diese Angabc vollständig aus der ttnst gegriffen ist. Die preußischen Blätter beschäftigen sich vielfach mit den Debatten der Delegationen über die auswärtige Politik und constatircn — die „Spm. Ztg.", welche der ungarischen Delegation einen besonderen Leitartikel widmct, an der Spitze - - daß dcr Reichskanzler alle Ursache habe, mit dem Verlaufe und Ausgaugc die. scr Discussioncn zufrieden zu sein. Ein Kärntner Blatt weiß zu melden, daß die K l rche n f ü r st e n. welche Mitglieder des Herrenhauses N»d, im Ncichsialhc wieder erscheinen werden; speciell "at das erwähnte Blatt noch hinzu, daß dcr Fürst- M Wicry bcreits nach Wien abgereist sei, nin an dcr /^.' Sitzung dcs Herrenhauses thcilznnchmen. Dcr Mü!!r m?.^'^ ^"'^ Schmar;cnberg ist. wie Präger el > o d e^ '^°^c höherer Weisung von Prag. cbcn,o ^Fürstbischof von Salzburg. Maximilian v. Tarnoczy von Salzburg nach Wien abgereist. ^cr o,lcrreich,sch, „^ ^.^ ^^^,^ ^„cral-Consul wur en telegraphisch auswiesen, sich nach Pridor zn begeben, um die Ursache ^^ ^^^^ ftaltgcfundcucn Crawalls, über welchen wir in Nr. 144 unseres Blattes nach dcr „Südslav. Ztg.« berichteten, zn untersuche,,. Nach dcr Berliner ..Allg. Mlit.-^tn." soll es iu dcr Absicht dcr preußischen Regierung lk'gcn, ^um Schutze der deutschen Grenze imd dcr deutsche», Küsten umfassende Vorkehrung zu treffcu. Es liegt zwar nicht entfernt — so versichert das gci-aimlc Blatt — dic Gefahr cincs cr-, neutcu Kriegs vor, allein die erwähnten Maßregeln erfordern andererseits zu ihrer Ausführung ebenfalls eine Reihe von Jahren, und Deutschland darf sich von den Ereignissen unbedingt nicht wicdcr gleich unvorbereitet übcrraschcn lasscn, wie es lhalsächlich in Beziehung auf den Schutz feiner Häfen und Küsten d»rch den letzten Krieg vollkommen überrascht worden ist. Wie dic „Pr." auS Berlin erführt, hat die französische Regierung am I.Iuli in ^,ouen8^ Millionen Francs, in Amiens 10 Millionen Francs Vcrpfle.iungs-gcldcr für die erste Hälfte d.s Juli pünktlich gezahlt. Bei dem Fcstbanlctc in Hannover am 30slcn Juni, welches dem feierlichen Einzüge der Truppen folgte, beantwortete dcr Kronprinz des Deutschen Reiches den Toast dcS Grafen Münstcr auf den Kaiser unter enthusiastischem Beifall, dic Worte betonend: „Nie die Krieger iu der Schlacht cinig gewesen, so wollen wir im Frieden einig sein." Auf das vom Slaatsdircctor Nasch auf den Sieger von Wcißcnburg und Wörth ausgebrachte Hoch erwiederte dcr Kronprinz in längerer Rede mit einem Hoch auf Stadt und Land Hannover. HanuovcrS Söhnc hätten überall vorangcstandcu. wo mit deutscher Trcuc, Tapferkeit und deutsch,in Muthe die Truppen mehr als ihre Schuldigkeit gethan. Die guten Gesinnungen Hannovers seien Sr. Majestät be« tannt geworden, als dcr König von Preußen vor zwei Jahren in Hannover gewesen. Der Deutsche Kaiser danke Hannover dafür, was es mit und für Deutschland ge than, cr vcrlrauc, daß ein nnlöslichcs Band geschlungen sei. fcst gegen den äußcreu wie gcgcu den inneren Feind, fest und unlöslich, weil jahrhundertelanges VollSsehncn befriedigt worden. DitscS Vand füge fcst und fcsttr, was länger vergangene und näher liegende Zeiten zu einander geführt. Das walte Gott! Dcr neue französische Kriegsminister General Cisfcy entwickelt eine große, für den Frieden fast bedrohlich fcheincudc Thätiglcit. Im RhonoThale wird ein neues Cavallericcorps zusammengestellt, zu Bourgcs, Toulouse und an andern Orten wird das Artillerie-und sonstige Kriegsmaterial ergänzt. Auch soll eine Spe-cialsckulc für Artillcric-Officicre errichtet werden. Ein stabiles, nächst Toulouse aufzustellendes ^agcr wird zwei Infanterie' und vic> Cauallcric Regimenter zählen. Uclier-haupt widmct Cissey scinc Hanptansmcrlsamlcit dcr Reorganisation der Artillerie, für die irgend ein besonders hervorragendes Gcschützsyslem crfuudcu werden soll. DaS Aclionö-Comitö der A l l la thol ike n in München verlangt in seiner Eingabe vom I. d. an die staatsrcgierung, daß von den katholischen Kirchen Münchens zunächst eine sammt den dem Gottesdienste geweihten Sachen und den entsprechenden Einkünften dem Professor Friedrich, sowie den demselben sich noch weiter anschließenden katholischen Geistlichen behufs Ausübung ihrcr kirchlichen Functioncu zur ausschließlichen Bcuüz-zung überwiesen und die katholische Psarrgcistlichtcil dcS Bandes angewiesen werde, in allen Fällen, in welchen von katholischen Brautleuten lediglich ihre passive Assi-slcuz zur Eheschließung verlangt wird, ciue solche unweigerlich uud bedingungslos zu gewähren. Iu Florenz hat dcr Vandcsucrlhcidiguuas-Aus. schuß seine Arbeiten vollendet. Dieselben umfassen drei Kategorien mit einem Erfordernisse von 35>O Millionen. In die erste Kategorie gehört die Befestigung von Rom, Spez;ia, Bologna und Alexandria mit einem Kosten» aufwandc von 25)—30 Millionen. Der Finanzministcr wird das darauf bezügliche Gesetz vorlegen. Aus Rom berichtet dcr dortige Correspondent dcr ..Pall Mall Gabelte" einige nicht uninteressante Daten über intime Vorgänge im Vatican. Er schreibt: Am 22. Juni entschloß sich auf einen Antrag dcr Cardinälc Calcrliui und Capolsi das Heilige Collegium, in den Papst zn dringen, bci Ankunft dcS Bönigs von Italien Rom zu verlassen. Dcr Papst weigerte sich aber zu gehen und erklärte, cr sei zu alt, eine neue Heimat z» grüudcn, cr müsse bleiben, wo cr sei. Eine vollständige Versammlung dcr Cardinälc soll nächstens zusammen^ treten und erörtern, was ;u thun sei. PiuS IX. ist im Ganzen sehr nicdcrgcschlagcn und seine Antworten vielen Deputationen gegenüber lauteten nichts wcuigcr als zuversichtlich, obschou von allen Seiten Gadcu Herdes strömten. Selbst ein Wuudcr. welches cr dem Circolo di Sau Pictro in Aussicht stellte, wurde mit klagende« Wur,cu verkündet. Einer Deputation ehemaliger päpstlicher Beamten gegenüber äußcrte cr auch die Ueberzeugung, daß auhcr auf Gott leinc Hoffnung sei, und forderte sie auf, zu beten, daß er die Herzen der Feinde erweichen möge. Cardinal Anlonelli sprach sich cincm Hausprällltcn gcgcnüber iu ähnlichem Sinnc ans und scytc hinzu: ..Keine von den Mächten hat gegen die italienischen Garantien prottstirt und es scheint gewiß, daß Italien und Deutschland ein Bünoniß geschlossen havcn." Me >cs Ncichökalylcrs in dcr UlichZrathö-Delegation am «. Juli. Sehr im Gegensatze zu den Verhandlungen der letzten Delegationssession. sehe ich mich heute fast allcin berufen, in dcr Generaldebatte das Wort zn ergreifen. Ich glaube, es ist leine Vermcssenhcit, wenn ich diesem Schwcigen eine günstige Deutung gebe; nicht allein, daß ich in der Lage bin, mich nur gegen einen Angriff und noch dazu cinen schonenden vertheidigen zu müssen, so darf ich wohl auch dessen gedenken, daß die Aeußerungen, welche ich iu einer dcr Sitzungen IhreS geehrten Ausschusses zu thuu Gelegenheit hatte, im Allgemeinen einen nicht uubefriedigenden Eindruck zu hin-tcrlasscu schienen. Strenge genommen, könnte ich daher vielleicht mich oamit begnügen, auf jcue Erklärungen Bezug ;u nehmen oder sie an dieser Stelle zu wiederholen. Es ist dics nicht meine Absicht und ich hoffe, die hohe Delegation wird es nicht ungern aufnehmen, wenn ich von meiner Seite Ihre Aufmerksamkeit auch für eine ausführliche Auseinandersetzung einmal in Anspruch nehme. Ich bin nämlich dcr Meinung, daß, wenn jcnc Voraussetzung eine begründete scm sollte, ich dariu cine Aufforderung zu erblicken habe, weiter zu gchcn. nnd nachdem ich dem geehrten Ausschusse eine flüchtige Fcdcr^ zeichnung vorgelegt habe, es angezeigt erscheint, der h. Delegation selbst ein vollständiges Bild vorzuführen. ES ist für einen Minister des Acußern immer etwas Mißliches, sich in öffentlicher Sitzung über poli-tische Fragen eingehend zn äußern, ganz besonders ist dies dann der Fall. wenn er den seinigcn entgegenste-hende Ansichten sich gegenüber glaubt oder sicht; denn da läuft er Gefahr, nicht nur tanbcn Ohren zu predigen, sondern nur zu offenen Ohren zu predigen, in welche mil jedem Worte, das er spricht, zugleich Mißtrauen nnd Widerspruch eindringt. Stellt sich die Lage dagegen so. daß er im Allgemeinen entgegenkommenden Anschauuua.cn zu begegnen hoffen darf, dann ist meiner Ansicht nach für ihn der Moment gekommen, aus der Reserve herauszutreten uud den Versuch einer aufrichtigen Verständigung zu mackcn. Ich erlaubte mir schou daran zu erinnern, duß meine Erklärungen im Ausschüsse eine ziemlich gute Aufnahme zu finden schienen. Nun freilich pflegen derartige fried? lichc Versicherungen gern vernommen zn werden und es wird behauptet, daß die Minister des Acußcrn solche Aeußerungen, solche Kundgebungen vorzugsweise lieben. Ich will daher dem Zweifel, der vou ciuer Seite des Hauses auch heute laut geworden ist, fein Rccht gönnen; nicht als wenn ich voraussetzen dürfte, daß die Aufrichtigkeit meiner Versicherungen in Fraqc gestellt wird; allein ich will nicht außer Betracht lassen, daß eben dcr Bestand der von mir geschilderten friedlichen Vage in Zweifel gezogen werden kann. Wir befinden uns auf offener Scc und da nuro man vielleicht sagen, wenn auch in diesem Auaenbl,cle leine schwarzen Wolken aufziehen, wer bürgt uns da,ur - und die nächste Vergangenheit legt ja tmse 6lage nahe — wer bürgt dafür, daß der Hmimel wolkenlos bleibt? Da wird ma.. vielleicht fe,ner sagen: Wohin gehl die Fahrt? Welches .st der E°mpa!^ Wohin werden die Segel eingelegt, nach welcher Richtung werden die Segel cinaelcgt, nach welcher mcht? Ich will diese Fragen nicht unbeanlwortct lassen. Die Fahrt geht dahin, wohin die nüchterne, vor-urlheilsfrcic Auffassuna der politischen ?a^ im Allgemeinen und dcr unsrigcn insbesondere hinweist. Dcr Compaß ist die Logil; die Segel werden dabin eingelegt, wohin dic Conscquenzen der i'ogil und nicht augenblickliche Anwandlungen hinweisen. Die hohe Delcga-lion wird zu urtheilen haben, ob die Politik der Regierung diese Gesichtspunkte sich zur Richtschnur nimmt oder nicht. Vcvor ich in dieser Entwicklung weiter gehe, sei mir erlaubt, einen kurzen Rückblick auf die letzten Jahre zu werfen. Es ist zwar im Allgemeinen ein »»frucht bares Beginnen, auf Vergangenes zurückzukommen j 1110 allein ich gestehe offen, mir liegt daran, einer möglichen — und fast möchte ich befürchten fagen zu müssen: hie und da bestehenden — Auffassung zu begegnen, als sei uns plötzlich erst ein Licht aufgegangen oder als fügten wir uns nur unwillig einer aufgezwungencn Nothwendigkeit. Diese Auffassung wäre keine berechtigte. Die Politik, welche in den letzten Jahren befolgt wurde, war die Politik der freien Hand. Diese Politik entsprach im Allgemeinen den Anschauungen der hohen Delegationen, sie wurde verkündet in der Einleitung zum ersten Rothbuche und acccptirt in dem ersten NuSschußberichtc dieser hohen Delegation. Sie war oorgezeichnct durch die Umstände und war nicht eine Politik der Unsicherheit, sondern eine Politik des berechneten Friedens, des Friedens, dessen wir bedurften. Zur Bethätigung uüd Bestätigung dessen, daß die Politik lcine andere, daö sic so und nicht anders beschaffen und nicht erfolglos war, sei mir erlaubt nur auf einen Umstand hinzuweisen. Der Prager friede, welcher mehrfache Spnren davon zeigte, daß zwei Mächte ihn gezeichnet nud drei Mächte ihn verhandelt hatttn. trug »ach mehr als Einer Seite hm den Stempel des Unsicheren und U»fertigen, und damit barg er auch durch dc>, Zustand, ten er geschaffen halte, mehrfache Keime zu Verwicklungen, ja zur Gefährdung des Friedens. Daß dieser Zustand vier volle Jahre dauern konnte, ohne zu einem Conflicte Anlaß zu geben, daß cS eines demselben völlig fremden nnd weitalilicgcndcn Zwischcn-fallcs bcdnrfte. um einen Zusammenstoß herbeiführen, daß ohne diesen Zwifchcnsall jener Zustand Aussicht halte auf ciuc friedliche Entwicklung und selbst Consolidirung, das — wir dürfen es ohne Vcrmesscuhcit sagen — war zum nicht geringen Theile der Haltung der österreichisch-ungarischen Monarchie zu danken. Wir haben nichts zu bereuen und nichts zu verleugnen. Ein verheerender Krieg brach aus. Wir haben ihn nicht hervorgerufen, cs lag nicht in unserer Macht ihn abzuwenden. Er hat seinen Verlauf gehabt und iu sei» nem Erfolge Deutschland eine neue, eine feste und einheitliche Gestaltung gegeben. Das neu gegründete deutsche Reich, »och bevor es sei» officiclles Gewand anlegte, reichte uns iu achtuu^s- und oertraucusvciller Wcisc die Hand uud wir nehmen keinen Anstand, diese Hand mit Wärme zu ergreifen. Der Drpcschcnwcchscl, welcher im Nachtrage zu dem letzten Rotbuche enthalten ist und welcher im December vorigen Jahres zwischen hier und Berlin erfolgte, er bildet die Grundlage eines auf Parität und nc^nseitiger Inlercssenpolitit beruhenden Verhältnisses. Dieses Verhältniß ist — mit Genugthuung darf ich es aussprechcn — seilhcr nicht allein nicht gestört worden, es ist von beiden 3citcn gewahrt und gepflegt worden. Zweifel, Be-! sovgnissc sind bei jeder Sache, namentlich aber bei jeder politischen Gestaltung erlaubt. Der Herr Vorredner sprach unS von Bausteiuen, die noch gebraucht würden, er sprach aber zugleich von dcr Unsicherheit und von der noch nothwendigen Vollendung des begonnenen jenseitigen Aaues. Ja. in diesem Falle glaube ich dcun doch. daß eine gesunde Einsicht, ganz abgesehen von allen internationalen Rücksichten, dahin führt, daß man eben vor allen Dingen in einem solchen Falle daran denkt, den aufge-, führten Bau solid zu machen und nicht daran, schon einen Umbau im voraus zu beginnen, ehe der alte Bau vollkommen feststeht. Ich theile daher seine Befürchtungen nicht. Wir unsererseits sind nun bestrebt, die Keime, welche in jenem von mir dargestellle» Verhältnisse gelegt wurden, zu hüten und sie einer, gerechte» Erwartungen entsprechenden Frucht entgcgcnreifen zu lassen. Weit entfernt, auf die Vergangenheit im Geiste unfruchtbarer Klage oder neidifchcr Mißgunst zurückzugrei-fen, schöpfen wir gerade in cincm Rückblick auf die Vergangenheit die Hosfnuug auf eine gedeihliche und segensreiche Entwicklung des neuen Verhältnisses. Dem alten deut,chcu Bunde, dcsscu Unvollkommenst nie verkannt wurde und welcher den nationalen Bestrebungen nicht genügen konnte, hat man gleichwohl nie den Vorzug abzusprechen vermocht, daß er eine lange Reihe von Jahren hindurch nicht allein Deutschland, sondern Europa dcu Frieden gab und sicherte. Allein cin entschiedener historischer Irrlhum würde es seiu, wollte man die ehemalige deutsche Bundesverfassung als die Ursache, als die alleinige oder vorzugsweise Bürgschaft für jene Epoche dcr Ruhe und des Friedens hinstellen. Diese war vor allem dem unauS gesetzten, cinucrsländlichcu Znsaminciuilheu von Oesterreich und Prcußeu zu danken. Freilich haben seil jener Zeit die politischen nnd socialen Znsläüdc eine gewaltige Um-wülzuug erfahren; allein wenn auch zugleich damit die MachtvcrtMtnisse und — gcstchcn wir es offeu — nicht zu unserem Vortheile sich venückt l^bcn, so ist dagegen Ersatz gebolcn in dem Wegfalle dcs Streitobjektes. Die Verfolgung des Sttcilobjcctcs war cS ja, welche in dcu letzten Jahren, in dcr letzten Zcit des Bundes das Zusammengehen beider Mächte zuerst lahmte und endlich unmöglich machte. Uud wenn wir nur wollen, wenn wir ernstlich wollen und alle unsere lt raste zusammenzufassen verstehen, so können wir noch heute uns dem befreundeten nnd erstarkten Deutschland als ein ebenbürtiger Nachbar zur Seite stellen. Die Erinnerung an jene, von mir eben erwähnten Zeiten war es denn auch. welche cincr in jüngster Zcit vollzogenen Sendung, womit ein verehrtes Mitglied dieser hohen Versammlung bctiaut nullte, ihre wahre Weihe, ihre wahre Bedeutung geben sollte. Der Gedanke, den wir damit verfolgen, ist cin solcher, womit alle Regiernogeu uud Völker Europa's, die den Frieden wollen, sich befreunden müssen. Und in dcr That, wohin wir auch unsern Blick richteu mögen, dürfen wir auf die Veuuirllichuüg diefcr Hoffnungen rechnen. In England — dafür sind uns bis iu lne neueste Zeit die unzweideutigsten Kundgebungen zugekommen — begrüßt man unsere neue Beziehung zu Deutschland mit lebhafter Genugthuung. Was uuser Verhältniß zu Rußland betrifft, solennen für dasselbe eben diese Beziehungen schon insosernc nur von Vortheil sein, alö es nicht leicht ist, gegen den Freund des eigenen Freundes zum Feinde zu werden. Abgesehen von diesem mehr zufälligen, wiewohl schwer wiegenden Umstände ist die Voraussetzung gewiß nicht unberechtigt, daß, wenn einmal jcncs von uns in« Auge gefaßte mitteleuropäische Bollwerk des Friedens sich auf» richtcu folltc, auch dcr Geist dcr Mäßigung, dcr gegenseitige» Achtung und des gegenseitigen Vertrauens zum Regulator unserer Beziehungen zu unserem mächtigen Nachbar im Osten weiden müßte. Es geschieht im Hinblick auf diese Betrachtung, daß ich die von mir im Ausschüsse gesprochenen Worte, unsere Beziehungen nach jener Seite hätten sich nicht verschlimmert, dahin ver- mehre und ergänze, daß sie sich mit dcr Zeit zu entschieden guttu gestalten werden. Frankreich, das hart geprüfte u>,d dennoch so lebenskräftige Frankreich, das eben erst dcr Welt cinen ungeahnten Einblick in die unerschöpflichen Hilfsquellen seines Nationalreichlhnms geboten hat, es wiid die Arbeit seiner flicdlichcu Elstailuug durch die SttUung, die wir angeuommcn haden, nicht gefährdet schcn. eö wird in uns einen Freund, aber einen aufrichtigen Freund crkcunen. Dasselbe gilt von unserem südlichen Nachl'ar. Ita lieu weiß es und wird cS nicht anders erfahren, als daß wir, lreu dein Grundsätze dcr Nichlemmischung in seine Angelegenheiten, ihm ein bcfrcnndeilr Nachbar seiu und bleiben werden. Seine Regierung ist ;» crlcuchltt, um es nicht z» windigen, wenn wir cs uc'.iücioen. dci nnzwci-dcutigeu Bethätigung dieser Politik VelKtzungeu achluns,? wcrlhcr Gefühle hinzuzufügen, deren Schonuug uns nur ehren, sie selbst aber weder in ihrem Ansehen, noch u> ihren Inlercssc» schädigen lanu. Ich glaube cs nicht nöthig zu haben, hier aus sührlich auf dasjenige einzugehen, was in Bezu« aus diesen G^cnsland der geehrte Vmvetncr äußerte. Was «ch lbeil gesagt habe, bezeichnet zu klar den Slandpurll der Nehrung, als daß cs weitläufiger AuScinandc,-setzungcn daiüber bedürflc, und ich a.!ln,be, der gechne Hcrr Borrcdncr hat seine Blicke auf cin ^eld gclenlt, anf welch»», hicr Rede zu steh n, ich nicht berufe» bin. So bleibt nur noch dic Erwähnung cii^s anderen Nachdals mir übrig, dessen gutc Bezichungeu zu ms zu dcn Traditioriln dcr Monarchie gehören. Die Ergebnisse cincr jüngst abgehauenen europäi-scheu Confercuz. welche dieses Reich zuuächst berührte, >habcu darau uichls geändert. Ein vordcm s.lschasfclns Uebcrcintommc». welches zu Gunsten dieses Reiches getroffen wurdc, welches wir längst schon als »»haltbar vorhcrgcsehcn und vorherbczcichncl hatten, ist einer anderen Vereinbarung gewichen. Treu unseren vertragsmäßigen Pflichten, haben wir in der uneigennützigsten Wcisc — dcn» cs konnlen für u»s daraus lästige Verpflichtungen erwachsen — Eou,ftcnsalioncn geboten, dic wir jedoch dem zunächst Bclhciliglcn gegen seinen Willen nicht aufzwina,eu konnten. Die Pforte hat cs vorgc< zogen, eine Lösung zu wählen, welche sie ihrer Uuab-häugif^il und ihrem Sclbstbcslimmungsrccht zuträglich erkannte. Wir hatten das zu achte» und kein Interesse a»f unserer Seite dadurch bedroht zu finden. Daß unsere guten Beziehungen in keiner Weise gelitten haben, dafür ist unS iu ucuerer Zcit erst da-duich ein erfreulicher Beweis sicnorden, daß wir bei dcm Uutcrnchme» ciucs großen Werlcs. bcslimml, die Dona»' Schiffahrt von ihren durch dic Nalnr lie^.cn.n Schranken zu befreie», von Seite dcr Psmll cm E„tgcgc»lc>iu-mcn finden, welches uns die besten Aussichten oöffmt, »»d daß wir — gleiche Willfährigkeit anf Scitc dcr am rechten und linke» Ufer des ^roßcu Stromes u»s ! näher gelegene» Länder bürgt u»<< dafür — daß wir cS auch bci dicscn Ländern mit bcsrcnndclcu ^lcnicnten zu thun haben. Dies, hochverehrte Herren, ist das Bild, welches ! ich Ihnen vorzuführen hatte. Wär,,' ich so glücklich, ein " schärferes Auge zu bcsitzcn, als cs leidcr d'. Full ist» würde ich vielleicht auf manchen Antlitzen ein jliplischls lächeln wahrzunehmen haben und v>cllcidt criüncit sick der eine oder andere meiner hochricrchilcu Zuhörer bc> Gelegenheit meines Bildes an cin anderes Bild, welche. sl'llilleloll. Wcr Kll,l!erljl>f. 1374-1869. Eine Novelle aus Kram. 2. „Dcr Sturm." (Fortsetzung.) Die Schwalben rüsteten sich zur Abreise, aus dcn Weinbergen erscholl zuweilen dcr laute jubelnde Jauchzer eines Winzers, und des Morgens wob dcr leichte Nebel länger in den Wipfeln dcr Bäume und zwischen den Sträuchern, die voll Beeren hingen, daß cs fast anzusehen war, wie wenn offener Tisch gehalten würde für die Waldbewohncr und ein reinliches Tischtuch zu ihrem Empfange ausgebreitet worden wäre. Auch für mich war die Hcit gekommen zum Gehen, und öfter als vorher wanderte ich nach dem „Klosterhof." Ich hatte die seltsamen Menschn, kennen gelernt, die da wohnten, und wußte, warum sie an den Mauern mit all' der Liebe und Treue ernes vollen Menschenhcrzens hingen und nicht fortgezogen waren, wie cS jeder Andere gethan halle. Renata, die ich oft gesprochen auf spazicrgängcn und Streifereicu durch die Gegcud. hatte mir eincS Tages cinen Pergamcntband gegeben, als wir im höchsten Gelaß des Thurmes, das als Archiv für die Acten und Schriften diente, standen und hinausvlicktcu in die herrliche fonnigc Landschaft, die ihresgleichen sucht an Reiz und Schönheit; ich halte geäußert, welch' ein stoles Gefühl cs sein müsse, von seinem Eigenthume Rundschau zu halten über das Seine. Da holte sie den Band aus der Lade und gab ihn mir zum Andenken an den Sommer, den ich hier verlebt; sie war seltsam bewegt und ihre Stimme zitterte. Es war ei» eigen Ding um dieses Mädchen, dessen ganzes Wesen, wie ihr Aeußereö, zusammengewürfelt schien aus den Eharaltcr-zügen zweier Nationen, sich gegenüberstehend wie Nord-und Südpol, aus Zügen, die sich niemals vereinigen lassen. So war sie mir bis dahin ein Räthsel gewesen, als ich in den alten Pergamenten zn blättern begann und die unschönen holperigen Schriftzcichen entzifferte, bis sie nach und nach ein unsichtbares magisches Netz um mich geschlungen nnd mir Sinn und Phantasie gefangen genommen. Eine Welt versunkener Herrlichkeit und Größe stieg vor mir auf, eine mondbeglänzle Zanbcr-uacht wirrer und dunkler Verhältnisse aus vergangenen Jahrhunderten, mit ihren gewaltigen Menschennaluren und den rohen Ausbrüchen derselbe», umwoben von dcm Goldschleier der Sonne Italiens, umlodert von der heiligen Glut der Frömmigkeit und der religiösen Begeisterung. Ich lernte begreifen, wie ein leises Band sich von Jahrhundert zu Jahrhundert schlingt und scheinbar Fernstes nähert und verbindet. ll. „Der «iebe itohn verloren." Etwas eigeneres kann es kaum geben, als diesen Waldweg, der bald begleitet von dcm Geschwätze des Vachwassers, das gleich geschmolzenem Silber über Moos uud Gesteine perlt, manchmal dnrchfunlell von einem einfallenden Sonncustrahlc, bald tiefer in die grüne Wirrniß einbiegend, zum „Karth äu se rkcl lcr" führt: ein jäh abspringender Fels, wie zu einer Muschel ausgehöhlt; die schwärzliche» Wände glitzern i» niederrieselndcn Wasscrlropsen, Lebermoose und Hirsch« zunge bedecken den moderigen Vodcn bis an den Rand des QucllcnbassinS, das glanzlos und still daruht' wie die Fläche eines schwarzen Spiegels. Eine feucht-Luft, dumpf uud beengend, liegt über dcr ganzen Thal-muldc, die niemals ein Sonnendlick begrüßt; fröstelnd Kühle legt sich wie eine kalte Hand um die Stirnc' daß man, in sich erschauernd, die Augen schließt. Und nun beginnt cin toller Reigentanz. Im Grnndc dcr Grotte wird es lebendig, cs hallt wie von lullenden Fässern und klingt wie von sprii^eüdeu Goldstücke»; durch die Ephcuranleu und den Ginster, die vom Rande, dcS Felsens zwischen den wehenden Fahnen des Farren« trautes hinuutcrnickc», kichert und grinset mai'ch cin, tolles Gcsichtchcn mit runden gläuzendcu Backen nnd weinseligcn lustigen Acnglein, das Kapuzchcu dcr Kutte über die Ohren gezogen; und dann wieder Gcjauchz und Gläscrllirrcn, und nach wie in die ferne verhallend, auS dcr sich düsterer Todteusang culwickcll; und da bringen sie schon einen Todten auf dcr Bahre, mit der rothen Wunde in der Brnst, die Mönchlciu mit bren-ncudcn Lichtern voran; in die tiefen Klänae klingt es fein, wie ein Läute» von all den Vlüthcuglockcn des Enzians umher: „Und laß daS Täudclu »nit den Wrilicni sriii! Sir träufeln mit dcm Kuß au« rosi^^n Mmidc Nur sllßcS Gist i» Dciuc Seele nu." — So ziehen sie langsam dahin in der Tiefe dc>' Grotte verschwindend, ein EnzianSglöckchcu läutet ihm:' nach, leise und leicht wie Sildertönc nachklingend: . -- „Schlug Dir dic lüclic wühl die HcMiiSwimdc? '. « Kcmim hrr! floß au!" — > Ich schlug dic Augen auf, Renata kam dcS Wcgcs! daher; ihr Gesicht hatte einen eigenthümlichen Aus'« druck: der Trotz, der immer auf dcmscll^u gelegc>''i schien geschwunden zu sein und ein fast wchmüthigcsl nil jüngst in einem Wiener Witzblatte erschien, und erblickt mich anstatt am Ministertische am Baume sitzend und Schallmcien blasend, während die Kanonen rings herum «"»aufgefahren werden. Nun, meine Herren ! Ich bin der Meinung, daß man den Frieden ernstlich wollen und die friedlichen Wege gehen lann und darum noch nicht als ein blinder Flötenspieler cinherzuwandeln braucht; ich din auch immer der Meinung gewesen, daß, so lange Kanonen in der Welt bestehen, dieselben nicht blos für Andere da sein müssen, daß wir deren gerade so mcl bedürfen, als zu unserer Vertheidigung nothwendig sind, daß sie bei uns dazn da sein müssen, um zn vertreiben und nicht um vertrieben zu werden; allein ich bin der Ansicht, daß es gerade da am leichtesten ist. ein offenes Auge für das zu haben, was nm uns her vorgeht, wenn wir nicht erst nach dem Wege suchen, den wir zu gehen haben, sondern unserer Wege gewiß sind. Deshalb lag mir daran, hochverehrte Herren. Ihnen nicht nur ein Bild der augenblicklichen friedlichen Constellation vorzuführen, son-dern Ihnen auch zu sagen, auf welchem Wege wir uns befinden, und damit jenes Gefühl dcr Sicherheit herbeizuführen, mit welchem allein die Werte des Fricdcns in Ruhe vollbracht und die Lasten der Vertheidigung mit Freudigkeit getragen werden. Und so habe ich es denn unternommen, in der heutigen Sitzung der Delegation einen vollen Ueberblick zu geben über die Ansichten, die uns leiten, über die Stellung, die wir einnehmen, über die Ziele, die wir verfolgn. Ich bin glücklich, in der Lage zu sein, der hohen Delegation diese Darlegung nicht als ein ephemeres Programm, sondern als ein festgestelltes System bezeichnen zu können. Ich meine, alle Voller dcr Monarchie tonnen sich damit befreunden, cö bietet dem Reiche den Frieden nach anßen, es gibt ihm Ruhe und Zeit, seine innere Arbeit zu uollcudcu. Darum auch, meiuc hochverehrten Herren, rechne ich auf die Zustimmung der hohen Delegation, darum richten sich meine Blicke vertrauensvoll über dicscu Raum hinaus, darum verläßt mich uicht die Hoffnung, daß Patriotismus und Selbstgefühl willig und beharrlich, den Theil dcr Aufgabe übernehmen werden, welchen die Regierung allein nicht leisten kann. sondern welchen sie dem altöstcrrcichischcn Geiste aller dcr Monarchie ange« hörigen Lander und Völker mit vertrauensvoller Zuversicht, aber auch mit ernster Mahnung überlassen muß, denn nur der innere Friede ist eS, welcher unserer Friedenspolitik den Vorwurf dcr Schwäche ersparen und die Achtnng des Anslandcs sichern kann. (Beifall.) Ins >cm Ncichsralhe. Abgeordnetenhaus. Wien, 30. Juni. (Schluß.) Finanzministcr Freiherr v. Holz gethan gibt einen Ncbcrlüick iwcr sein (5rpos6 vom 3. Mär; d. I. und das vom Abgeordnetcnhausc beschlossene Finanzgcsctz und bemerkt sodann: Es ist eine ganz unrichtige Annahme, da« sich ein Deficit immer erst gegen Ende der GebahrungSpcriodc zeige und fühlbar mache. Das Dc-ficil zeigt sich, wenn die Einnahmen von den Ausgaben überschritten werden, und kann sich daher anch schon zu Anfang einer jeden Gcbahrungspcriode, anch in dcr ersten Woche des Jahres schon zeigen und fühlbar ma- chen. Die Finanzverwaltung ist nicht in der Lage. sich die Einnahmen und Ausgaben dcr einzelnen Monate so zurecht zu legen, wie es ihr am wenigsten unbcqum wäre; sie hat mit gegebenen Verhältnissen zu rechnen und ist insbesondere bezüglich der Ausgaben beinahe durchgäng'g nicht in der Lage, sich lästiger ZahlungS-Tcrmine zu entledigen. Die Zahlungen für die Staats» schnld, die Quote an das Reick. dic Zinscngarantie fUr die Elscndahucn u. dgl. könne» nicht beliebig eingelegt werden. Was insbesondere dic Quote an das Reich anbelangt, so isl keineswegs cmc einfache gleiche Theilung durch die Anzahl der Monate maßgebend. Nach den AuSglcichSbestimmungcn ist das Reich diesfällig selbstständig uud hat das Recht, auch höhere Monatsbelräge in Anspruch zu nehmen, wenn das Bedürfniß des gemeinsamen Staatshaushaltes es erheischt. Diesen erhöhten Anforderungen muß nach den Ausgleichs-Bcslim-mungcn unweigerlich Folge gegeben werben. Die Folgen dcr Zahlungsvcrlegung dcr Staatsschuld und der Zinsen-garantic für Eisenbahnen brauche ich wohl nicht näher hier auSciuandcrzusctzcn. Die für die Finanzverwaltung schwierigsten Monate sind der Juli und August. In diesen beiden Monaten sind die Zahlungen am stärksten, für die Staatsschuld allein betragen sie derzeit 30 Millionen Gulden, worauf vou Seite Ungarns ungefähr 5, Millionen Gulden geleistet werden, und an Zinsen» garantic sind ebenfalls mehrere Millionen erforderlich. Dirse Gründe sind es wesentlich, welche mir die Nothwendigkeit der sofortigen Gestaltung einer Emission von Notenrenten zur Ueberzeugung gebracht haben. Ist die nothwendige Bedeckung nicht gewährt, so würde sich das Gebiet dcr außerordentlichen finanziellen Mittel und Mittelchen eröffnen. Berichterstatter der Majorität Dr. Grestel: Man sagt. cS sei nicht möglich, die Finanzen ordnungsmäßig durchzuführeu, wenn die Emission nicht jetzt bewilligt würde, indcm man behauptet, daß daS Deficit nicht erst am Ende deS Jahres eintrete, sondern sich auf alle Atonale des Jahres vertheile. Das ist auch im Bericht der Majorität zugegeben. DaS Gcsamnttdeficit belrägl aber auch nicht 11 oder 12 Millionen, sondern 40 Millionen und dieses unterscheidet sich nur dadurch, daß ein Theil dcr Dcckungsmittel schon im Finanzgcsetze angeführt ist, für den Rest aber durch ein besonderes Gesetz vorgesehen werden soll. Das wirtliche Deficit wird daher erst dann eintreten, wenn das Deficit des ganzen Jahres gleichmäßig in dcn einzelnen Monaten vertheilt W Millionen übersteigen wird, das heißt, im letzten Quartal. Man lann daher nicht sagen, daß dem Ministerium irgend eine Verlegenheit entstehen lann, ganz abgesehen davon, daß das Finanzministerium sich im Besitze eines ziemlichen Betrages an Salz« uud Steuer» wechseln befindet, die ausdrücklich zu dem Zwecke creirt sind und einen Betrag von mehreren Millionen ausmachen. Ich mache ferner darauf aufmerksam, daß das erste Halbjahr bezüglich der Ausgaben ziemlich dem zweiten Halbjahre gleich ist; die Ausgaben, die im Juli zu machen sind, waren anch im Jänner zu machen, die der Augnst haben wird. hatte auch dcr Februar, denn die Slaatszinsen, wie auch die Subventionen sind halbjährig zu zahlen und der Beträge, die erst ncch Ablauf des ganzen Jahres zu berichtigen tommen, sind sehr wenige. Der Herr Finanzminister wirb sich allerdings etwas unbequemer bewegen, weil man sich bei kleinen Kassen überhaupt unbequemer bewegt, als bei großen, aber eine wirtliche Verlegenheit lann nicht erwachsen. Liichcln spielte um die feinen Lippen, das ganze Wesen des Mädchens war verändert. „Ich hatte beinahe erwartet, Sie hier zu finden," sagte sie, und noch nie hatte mir ihre Stimme mit solchem Wohllaut und wie verschleiert geklungen; „ich weiß selbst nicht aus welchem Grunde; mir ist daö Plätzchen sehr theuer, es paßt in seiner düsteren Einsamkeit und Schönheit zu meinem Gcmülhc, das so allein und ucr-lassen ohne einen Strahl des Glückes, wie diese Stätte hier.---------Ach, was schwatze ich da? — Sehen Sie, ich habe einmal gedacht, ich könnte ein gutes deutsches Mädchen werden, zum miudcstcn fehlt cS nicht an der nöthigen Sentimentalität, dann ging es wieder nicht. Ich will in Wäldern schweifen, auf Bergen gehen — und ich will nicht blond sein — meine Augen strafen die Haare Lügcn." Das war wieder die alte Wildheit, der oft tindi-n k ^^' ^' plötzlich losbrach, wie ein jäher Wind-Noß. dasselbe flammende Leuchten dcr Blicke, daS mich "Mate und erschreckte, f.^, "?°6 meinen Sie zu dieser Vcrtchrung der Natur?" ,"..,»"" 11 ^'' es wäre das Holdeste, was man finden ^ s.,l^"''?'» sckiob sie ihre Unterlippe empor: ..S,c sollten mcht schmeicheln, wie die Anderen. Umso» mehr, als 'ch weiß, daß Sie ganz anders über die Sache beulen, daß S,e nnch unerklärlich finden, daß Sie ur. theilen, wie er geurtheilt — <,ch! ich weiß cS!" Sie hielt mühfam d,c Thränen zurück. ,.O Sie ahnen nicht, wie ich mich innerlich zerrissen flihlc, und wenn mich die Erinnerung an Vergangenes überkommt, hier, wo jeder Stein, jede Blume mich daran erinnert, wnS ich besessen und verloren! Sie ahnen nicht!" — Sie hüllte ihr Gesicht in dic Hände und sank hcftig weinend auf cincn Fclsklock, dcr moosübcrsponncn inmitten von Haidelraut uud Augentrost lag. „ArmcS Kind, armes Kind!" sagte ich mir, „ich weiß es. ja! Kann die Mischung zweier Nationen, wie sie in dem Geschlecht Jahrhunderte lang stattgefunden, günstig wirken auf das Individuum? Deutsche Gemüths- und Glaubensscligteit mit der wildloderndcn Phantasie des Südländers, rohe Kraft und Leidenschaft» lichtcit des Nordens mit dcr Grazie des Romanen, mußten sie nicht immer und ewig mit einander im Kampfe lit' gen? Und dann" — «Wie tann cS anders sein," wendete ich mich zu Reuata; „hier wo AllcS Sie an die todte Vergangenheit mahnt? Versuchen Sie eS, Fräulein, überreden Sie Ihren Vater, dies Schloß hier zu verlassen, ziehen Sie in die sonnigen Gefilde Italiens, an die Brust dci Königin Vcnczia, — dann heilen die Wunden, die in diesem Lande jede Minute Ihrem Herzen reißt. „Mein Vater ist entschlossen zu gehen," erwiederte Renata aufblickend, „mit schwerem Herzen zwar, ich fürchte, er überlebt es kaum. Es ist für ihn eine Art fchmcrzlichcn Vergnügens, sein Leben sich an dem Orte beschließen zu denken, an welchem jener Mann den Laus des scinigcn geendet, dcr eine weh- und glorreiche Er» inncrnng für uns ist und bleibt. — Wir reisen schon in den nächsten Tagen, er verschiebt nicht gerne lange, was er mit blutendem Herzen beschlossen. Auch ich scheide schwer, cS ist mein letzter Besuch, den ich dieser Slätlc widme." Schweigend starrte sie eine Zeitlang vor sich hin, mir war's schwer um's Herz. (Fortsetzung folgt) Es ist nicht recht, wenn n-cm Mitgliedern der Partei, der ich anzugehören die Ehre labe, die Niemanden kränken will, die m,r OttiHw-chtignng und nichts anderes will. immer vorwirft, wir wollten die Sclaverei und Knechtschaft dcr Anderen, Streben sie die Verfassung an, sehen sie die Gesetze, die unter dem Scheine der Vcrfassnng von dieser Seite des Hcü'ses gebracht worden sind, wer tann dann mit gutun Gewissen sagen, daß wir die Sclavcrci u::5 Knechtschaft wollen? Man tann eine solche Aeußerung höchstens eine oratorische Phrase nennen und solche können von keinem Nutzen sein. DaS Ergebniß der Abstimmung wurde bereits tcl> graphisch gemeldet. Hagesneuigkeiten. — (Reise des Kronprinzen.) Nach den bis' her getroffenen Dispositionen wird Se. kais. Hoheit dcr Herr Erzherzog Kronprinz Rudolf am Mittwoch Früh von Prag, roo derselbe gegenwärtig weilt, sich zunächst nnch Rauduitz, sodann über Bauschowitz zum Vesuche Ihrer Majestäten des Kaisers Ferdinand und der Kaiserin Maria Anna nach Ploschtowltz und Nachmittags «ach Aussig begeben, am Donnerstag, 6. Juli, Tetschen. Ben-sen, Rumburg und Warnsdorf besuchen. Am Freilag Mil-lags erfolgt die Ankunft in Neichenberg, wo der hohe Reisende im Schlosse des Herrn Grafen Clam-Gallas das Absteigequartier nehmen ivrrd. Der Samstag ist zu einem Ausflüge nach Friedland bestimmt; am Sonntag wird Ee. lais. Hoheit vou Reichenberg über Sichrow, Turnau und Munchengräh nach Prag zurückkehren und hier von Montag den 10. bis Donnerstag dcn 13. Juli verweilen. Aus dcr Neise wird Se. lais. Hoheit einige Schlösser besuchen, auch mehreren Fabriksetablissemenls, sowie der landwirth-schaftlichen Landeslehranstalt in Liebwerd soll die Ehre der Besichtigung zu Theil werden. — (Ein furchtbares Unglück) ereignete sich, wie die „Tem. Zig." meldet, am 30. Juni in Oravitzci. In Folge einer Vergabrutschung wurden 15 Häuser zertrümmert. Nähere Details fehlen zwar noch, doch entnimmt daS Tcmesvarer Blatt einer weiteren Mittheilung, daß sich bereitö seit mehreren Tagen ein bedenkliches Krachen im Gestein bemerkbar machte, welches den zunächst Wohnenden Besorgnisse einflößte. Da das Unglück also nicht unvorbereitet eintrat, so steht zu hoffen, daß wenigstens tein Verlust an Menschenleben zu beklagen sein werde. Locales. Auszug aus dem Pro to tolle über die ordentliche Sitzung des l. t. Landesschulrathes flir Kram in Laibach vom 15. Juni 1671 unter dem Vorsitze des l. l. Landespräsidenten Karl v. Wurzbach in Anwesenheit von 7 Mitgliedern. Die Sitzung beginnt mit dem Vortrage der seit der letzten Sitzung erledigten Geschäftsstücke, und es wird die Erledigung ohne Bemerken zur Kenntniß genommen. Aus Anlaß der in dem Conscrenzprotokulle einer vicr^ tlasfigen Volksschule angeregten Feststellung der Schulserien beschließt der Landesschulrach, nachdem die Festsetzung des Zeitpunktes für die gesetzlichen Ferien bei Voltsschulen nach 8 23, Z. 13. deS Schulaufsichlsgesetzeö vom 25. Februar 1870 in den Wirkungskreis dcr Bezirksschulräte gehört, den betreffenden Bezirtsschulrath zur Erledigung dieseS Gegenstandes im eigenen Wirkungskreise anzuweisen. Aus Anlaß der vorgelegten Berhcindlungsaclen wegen Errichtung einer dircclivma'ßigen Volksschule in Jauchen wird beschlossen, beim hohen Ministerium für Cultuö und Unterricht um Bewilligung eines entsprechenden Patronats« beitrages einzuschreiten. Die Beschwerde eines Grundbesitzer« gegen die Verfugung eineS Bczirlsschulralhes, betreffend die Einbringung der rückständigen Schullehrerscollectur von einem nicht be-bestehenden Hause wird in Hinblick auf den § 23, Z. 5, dem Bezirlsschulralhe zur instanzmcißigen Entscheidung rück-geschlosscn und demselben zugleich zur Nichtschnur dcr gesetzlich sanctionilte Grundsatz angedeutet, daß die Collec-turen als eine auf Grund und Boden haftende Last anzusehen sind. Ueber Ansuchen der Direction um Beistellung von Kanzleiemrichtungsstücten wird die befürwortende Forlige an das hohe Ministerium flir Cultus und Unlerncht be-schlosfen. ,. . , Ueber den Bericht des l. k. BeMsschulrathes m Gottschee wird dcr bisherige NormalschulfondöbeUrag jährlicher 31 fl. 50 kr. fUr den Schuldienst m Göttemtz auf weitere drei Jahre belassen. Anläßlich einer Anfrage, ob der Bezug eines t. t. Be-zirlsschulinspeclors als ein oueroscr zu betrachten ist, äußert sich der Landcsschulrath dahin, daß die Bezüge der VezrrkS-schulinspcctoren der im § 32 des SchulaufsichtsgesctzcS siir Krain vom 25. Februar 1870 ausgedrückten Bestimmung gemäß ein Reiselosten- und Diätenpauschale zur Vornahme der periodischen Schulinspectwnen und Visitationen sind, und daß es von ihnen selbst abhängt, sich behufs der Aus-Übung dieser Functionen der Fahrgelegenheiten u, s. w. zu bedienen, in welcher Beziehung sich die dieSfälligen Auslagen ohne Particularien und Rechnungen, welche durch die Pauschirung entfallen, nicht bestimmen lassen. Dem Recurse einer Herrschaftöverwaltung gegen die Entscheidung eines Bezirlsschulrathes wegen Beilragsleistung 11 i2 zu den Schulerfordernissen einer Volksschule wird mit Hinblick auf den hohen Erlaß des t. k. Ministeriums für Cultus und Unterricht vom 3. September 1649 (Z. 382 R. G.) und mtt Rücksicht auf die einschlägigen Bestimmungen der politischen Echulverfassung keine Folge gegeben. Der von der Direction der k. k. Lehrerbildungsanstalt in Laibach überreichte Lectionsplan für das Schuljahr 1871/2 wird in Hinblick auf das in der Landesschulraths-sitzung vom 6. October 1870 berathene Gutachten mit dem Einrathen auf Ermäßigung des wöchentlichen Stunden-ausmaßcs in dem ersten Jahrgange auf 29, im zweiten Jahrgange auf 31 und im dritten Jahrgange auf 34 Stunden dem hohen Ministerium für Cultus und Unterricht zur Genehmigung vorzulegen beschlossen. Die Franz Metelko'schen Schullehrerprämienstipendien werden im Einvernehmen mit dem fürstbischöflichen Ordinariate für das laufende Jahr den Bolksschullehrern: Johann Skerbinc in Höftein, Johann Pezdic in Laufen, Valentin Krck in Comenda St. Peter, Anton PoZar in Loitsch, Johann Gantar in Planina bei Wippach und Johann Ieröe in Postenje verliehen. In Erledigung des Conferenzprotokolls des Laibacher Gymnasiums, betreffend die Feststellung des speciellen Lehr» Plans für das Schuljahr 1871/2 und wegen einiger Aenderungen in den Lehrbüchern beschließt der Landesschulralh: 1. die Verminderung der Stundenzahl für den Religionsunterricht an der 8. Gymnasialtlafse am k. k. Laibacher Gymnasium auf 2 Stunden pr. Woche und die Zuweisung der dadurch frei gewordenen 3 Stunden an den mathematischen Unterricht zu genehmigen; 2. den Wunsch des Lehrkörpers nach Einführung zweckmäßigerer Neligionölehrblicher dem hohen Ministerium für Cultus und Unterricht zur Berücksichtigung zu empfehlen, und 3. die Zulä'ssigkeitsertlä-rung von C. Holzer's lll!)i« 1i,)mao viri i1w«tro8, 5le Auftage, Stuttgart, bei Paul Neff 1871 und des deutschen Lesebuchs von K. A. Madiera, !. —III. Theil, zu beantragen. Sodann gelangt der Erlaß des hohen k. l. Ministeriums für Cultus und Unterricht vom 5. Juni 1871, Z. 4104, zur Verlesung, womit die Errichtung einer staatlichen Lehrerinnenbildungsanstalt in Laibach bewilliget wird, und es wird beschlossen, in Absicht auf die angeordnete Acti-viruilg des ersten Jahrganges mit Beginn dcö nächsten Schuljahres die Direction der k. k. Lehrerbildungsanstalt zur Antragstellung wegen Beschaffung der Localitäten, Lehrkräfte und Lehrmittel :c. aufzufordern. — (Concert.) Wie wir vernehmen, wird der Kammervirtuose und Trommel-Concerlist Herr Guillaume Munc0 in den nächsten Tagen Hier eintreffen, und im Bereine mit der hiesigen Regiments-Musilcapelle ein großes Musik- und Trommel-Concert im hiesigen Casiuo-Garten veranstalten. Dem Künstler geht ein ehrenvoller Ruf sowohl von den größten Städten Oesterreichs als auch Deutschlands voraus und hat derselbe namentlich in Graz durch 2 Monate den größten Orfolg errungen. — Herrn Guillaume Munc6 stehen auf seiner Durchreise nach Trieft und Italien nur ein bis zwei Tage zur Verfügung, daher wir die Leser unseres Blattes hiemit auf diese Production aufmerksam machen wollten. — (Herr Dr. Oskar Pongratz), Chef der Firma Gebrüder Pongratz, ist in den Verwaltungsrath der Vcreinsbant in Wien eingetreten. Eingesendet. Keine Krankheit vermag dcr oclicalcn I^vul««,^,-« c!,i l!«!-^ z,i widerstehen und beseitigt dieselbe ohne Medicin und Kosten alle Magen-, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-, Drüsen-, Schleimhaut.', Athem-, Blasen- uud Nierenleiden. Tubcrculose, Schwindsucht, Asthma, HuNcn. NuUcrdaulichlcit, Verstopsnug, Diarrhöen, SchlllfMgtcit. Schwäche. Hämorrhoiden, Wassersucht, Fieber, Schwindel, Alutaufsteigeu, Ohrenbrausen, Ucbcllcit und Erbrechen selbst während dcr Schwangerschaft. DlabetcS, Melancholie. Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht. Auszug aus .2,000 Certificate,! über Genesungen, dic aller Mdiciu widerstanden: Eertificat Nr. 58782. Tuinau. 10. Mai 1869. Ich litt lange an Appetitlosigkeit und Erbrechen nach dem Essen. Ihre vortreffliche l^v»l^i',; hat das Erbrechen gänzlich gehoben und meinen Appetit hergestellt. Meine Ueberzeugung von dcr Vortrcfflichleit Ihrer N>>^ veranlaßt mich. dieselbe andern Leidenden bestens anzuralhen. Carl Verger. Eertificat Nr. 62914. Weslau, 14. September 1868. Da ich jahrelang filr chronische Häiuorrhoidal-Leidcil, Leber-kranlheit und Verstopfung alle mögliche ärztliche Hilfe ohne Erfolg angewendet, so nabm ich >, Verzweiflung meine Zuflucht zu Ihrer lii-v«!«^'.'^. Ich lauu dem licbcu Gott und Ihnen nicht geung danken für diese löstllche Gabe der Natur, die für mich die unberechenbarste Wohlthat gewesen ist. Franz Stciumauu. Nahrhafter als Fleisch, erspart die N«v»!«!«:il!N! bei Erwachsenen und Kindern 50 Mal ihren Preis in Arzneien. In Blechbüchsen von ; Psuud fl 1.50. 1 Pfund fl 2.50, 2 Pfnud fl. 4.50. 5 Pfuud fl, 10, 12 Psuud fl. 20. 24 Pfuud fl. 36. Ilevülezü,!'!'« ^Im«!«!«^«! in Pulver und in Tabletten für »2 Tassen fl. 1.50, 24 Tassen fl, 2 50, 48 Tassen fl. 4,50, in Pulver für 120 Tasseu fl. 10, für 288 Tassen fl. 20, für 576 Tassen ft. 36. Zu beziehen durch Varrh dnVarry H (5ump. in ^ion, ^2l1250d82.»86 III». 9, tu I,a»dH<:k Ed Mahr. in Marburg F. Kolletuig, in Klagenfurt P. Birnbachcr, iu Graz Gebrüder Ol,erra nzm ay r, in Innsbrnct Diechtl H Fraul, iu ^inz Hasclmaycr, in Pest Toröl, iu Prag I. Fürst, iu Brunn F. Edcr, sowie iu alleu Städten bei giiieu Apochrkern »nd Specereihändlcrn; anch versendet daö Wiener Hai,S nach allen Gegenden gege« Postanweisung oder Nachnahme, Neueste Post. (Original'Telegrammc der „Laibacher Zeitung.") V3 ien, 4. Juli. In der heutissen Herren-hauösitzunss waren anwesend: die Orzherzvsse Karl Ludwig. Albrecht, Grnest. Nainer; die Vrz-bischöfe Nauscher, Schwärzender,;, Tarnoc;y, Tembratuwicz, der Fürstbischof Wiery. der Grzbischof von ttemberg und der Fürstbischof von Vtarburss. Generaldebatte über das Budget. Anton Auersperg spricht gegen die Ausgleichspolitik der Ncgiernng, er erklärt Namens seiner Gesinnungsgenossen, daß sie mit Nücksicht auf Befriedigung des Staatshaushaltes iu die Vudgetberathung eingehen, hiemit jedoch kein Vertrauen für die Negierung aussprechen wollen, deren Tendenzen den wiederholt ausgesprochenen Herrenhausansichteu widerspre chen. VZviterS sprachen Hasner, dann Ditl, welcher das Vertrauen Galiziens in die gegenwärtige Negierung ausdrückte. Kraus und Goluchowski; letzterer erklärte, er und seine zahlreichen Gesinnungsgenossen bringen der Negierung volles Vertrauen entgegen. Hierauf Hchluft der Generaldebatte. Der Ministerpräsident erklärt, der ZVerth einer ganzen Verfassung liegt darin, daß sie den unangefochtenen Boden für die Nechtsgrundlage des Staates bildet, directe Wahlen würden einen permanenten Widerstreit zwischen Reichsrath und den Landtagen zur Folge haben, die Lus-lösuug des Neichsrathes von den Lanotagen wäre die ärgste Bedrohung des Verfassungsgeistes; er betont, daß im gegenwärtigen Mo mente angesichts der Äveltereignisse die Hoff« nnng für einen friedlichen Ausgleich noch grußer geworden. Allseitige Anerkennung «nd Befestigung der Verfassung seien das Hauptziel der Negierung. Die Hintansetzung der Deutschen sei eine unbegründete Befürchtung. Hierauf wurde der ganze Staatsvoranschlag O>» Klo« angenommen und das Finanzgesetz debattelos genehmigt. Die von der Commission beantragten 25 Nesolutionen wurden genehmigt. Paris, 4. Juli. Der größte Theil der Pariser Unionisten wurde gewählt, darunter auch Gambetta. Wien, 3. Juli. Die „Oesterr. Corr." schreibt: Von competenler Seile sind wir ermächtigt, zu erklären, daß die in einem hiesigen Blatte als Telegramm aus Pest gebrachte Nachricht: „Graf Hohenwart habe auS dem Prcßfonds den ..MrüIiergerAn^ign'" angesaust lc.," aller ui,d jcdcr Begründung enldehrt. Brunn. 4. Juli. (Tr. Z) Kronprinz Rudolf ist unter enthusiastischen Ovationen dcr Bevölkerung nach Prag abgereist. Berlin. 3 Juli. Man glaubt, daß das Unwohlsein des Kaisers das Aufgeben seiner säimnllichcn Reift' piojccte nothwendig machen werde, da die Aerzte dic Ursache des Leidens in den großen lchljährigcn Slra pazen erblicken und absolute Nuhc für geboten erachtm. Florenz. 3. Juli. Depeschen auS mehreren Stable,, zeigen an, daß gestern große Frcudcildcmonstrationc» stattfanden. Dic ..widerte" meldet, daß die Gesandten Oesterreichs und Englands in Rom eingetroffen sind. Telegraphischer ^-chsclcolivo oom 4, Juli, iipcrc. MclallianeS .59 35. — 5v?rc M,tall,que« mit M>>, lind ^iuuember-Ziuscn 59 3',. — 5perc, ^ialioual-Aulrhen 68 9l) - l8<:,>rS!aa!S.Nnlchcn 1(11.20. - Vanlactieu 774. - L,.'t„i Ä»'t e,i 28«,50 Lmidou 122.55. . Silber l20 6'.. - it, l Mlinz^ Diicl»?» 5.78. -. Viapoleond'or 9.7«'/,. D>isPosldamPsschiff.,Vandlllia." EapüilnFranzeu, ging a», 2«. Iuiü :>nl 625 Passllqicren von Hamliinl, nach New-?)orl ali Da^ Postdampfschiff „Germania," ^püü» Hcliich.' welche« am 14. Juni von Hamburg direct »ach Mw^lirl adli^lniq>n. ist a», 27. d. wohllirhaltrn dort aügclomlnn,. Handel und Goliiswirthschastliches. Schwebende Tclnild. Zu C'ii^ Juni I«?l l>lsa»dl,i sich laut ztiiiidmachliiia. dcr Cliiulllissiun ^iir Eoiitrolc drr Slaa^ schuld im llmllllise: an PllrtiallMolliclarammislmaM 5)2,1 Ü.'j.77.2 sl. 50 lr.; ail zu Staaliüioteli rrtlärtrii Cin- und ssünsssultn'ulilnil ücitcu !.«47,005fl.. an förmlichen Slaalöiiotl'n ^57,0«« I^I fl . im Ganze» 411.999.481 fl. 50 kr. .ttrailll'urg, 3, Juli. ?l»s dl>m hruligrii Vtarllc sind crschleiu'ii: I« Wagen mit Getreide 1 Wac,.n mit Holz und 1«,» Stück Schwmic, vou 12 bis 1« l>. p^- Pfund. Hnrchschniü s- Preise. Weize» pr. Metz?,, <: :m Viillrr pr. Pfund . " "I2 llorn „ 4 25 Graupen pr. Maß . G"'stc „ _. _. Eier pr, Slilc« . . — N Hafer „ 2 I5> Milch pr. Maß . ^ - Halbsruchl .. .-, ^ R,üdslcisch pr. Pfd. - 21 Hcldm „ — .. jtaldsleisch „ — 22 Hirse „ 3 «0 Schweinefleisch „ — . Klllurutz „ 4 20^ Schöpsenfleisch „ — ,,; Erdclftscl „ — — ^ Hälmdcl pr. Stncl — 25 lüuscii „ — — ^ Taubeu ,. — 12 Erbsen „ — — Hcn pr. Zentner . — Fisulcu „ 5> 44 Stroh „ . , . Nludöschinalz pr. Pfd. — 4» Hulz, hartes. Pr. Klst li Schweineschmalz „ — 44 — weiches, „ 4 20 Spccl, frisch, „ — 38 Wem, rother, pr. Eimer ->- Speck, geräuchert, Pfd, — — ., »„visier .. - — Angekommene fremde. Am 8, Juli «lol«»»t. Die Herren: Pernalti. Kaufm., Wien. - Lazer Predsid. - Huter. Privat, Plauina, - Mcilinssi, Stein. - - Cadorc, Kaufm,, Trieft. - Drkleva. ^uschaiia, 5'ascr, Pest. — Dr. Nojic, (hradaz - Wciliberc,. Pvosessur, Pes!, Huff mann, Cilli - Cesnit, (Yraseiistem. .^i«,,»«>T ^Vl«». Die Herren: Weiß, Hraufn,,, Wien, — Fon lanella, Handelsm., Parma. Abralin, Priester, Wörz. — Die grauen: Rudolf. Private, Pest. — Kaut, Ingenieurs-Wattin, jtraiuburg. ^>«»>,,»«,,. Die Herren: Vrulich, Privatier, Salloch. - Ber ger, Privatier, Trieft. — Steinhäuser, i'ömbach. Meteorologische ^eol)üchlul,iie!l ill ^mbach. ' ____^ ^-Z ^_ " ^".3 «U Mg^ 325«, >15. . „ 5 » 97.25 97.50 Obcr-Ocstcrreich . . „ 5 „ 94.— 95 — Sie.dcubür,AM ... ,. 5 ,. 7650 76.75 Sttlennal* ... .. 5 » 93.— 94 — Ungarn .... „5 „ 80 — 80.50 Q'. Ander« öffentliche Anlehen Vllnaurrgillirnngslose zu 5pLt. 96.75 97. -Una. Cifeubahnanlehen zu 120 st. ö. W. Silber 5"/« pr. Slilck 107,-^ 107.25 Una Prämienanlchcn zu 100 fl. ^W.t?üft. Einzahl.) pr. Stück 93 85 94 10 Wiener Commuualanlehen, rüct- Geld Waare zahlbar 5 p l>to.in33I.rllckz.zu5p«hn.... 96.80 97.10 Geld Waare Sicbenb. Bahn in Silber verz. . 89.— 89.25 Staatsb. G. 3°/, » 500Fr. „I, Em. 139, - 140 - Sildb.G. 3"/. i. 500 Frc. pr. Stilck 110 75 111. Sttdb.-G. i 200 fl.z. 5",. si!r 100 si, 8!»,90 90 10 Gildb.-Bons 6°/« (itt?»,—74) H 500 Frcs Pr. Stilck , . , ------- —.__ Ung. Ostbahl'. sUr 100 ft. . , 55.10 85,40 >«. Privatlose ipcr Sliick.) Kreditanstalt f. Handel n. Gew. Weld Waai e zu 100 fl. ö,W......17650 177.» Rudolf-Stiftung zu 10 ft. . . 15— 15.50 Wechsel (3 Mc>») Gell, Waare Augsburg sUr 100 st, sUdd. W. 192 60 102.75 ssranlfurt a.M. 100 si. dello 102 :10 103, N) ,Hamburg. fttr 10^» Marl Bau« <)() 60 90.70 London, silr 10 Pfund Slerlinl, l22.50 !22,<'.»1 Paris, sllr 100 stranc« . . . 4^ __ 4« m GourÄ de»> ^('ds.>v^u H. Milnz-Ducatel, . 5 fl. 82 lt. 5 ft, 84 lr Napnleonab'or . . 9 „ 80 „ 9 ,. 80z „ Preuß. Easscnscheine. 1 .. 82j .. 1 .. 82> ^ silber , . ,20 .. 75 „ 121 „ Krainische Grundeutlastung« - Obligaliounl, P>'-valuotiruull: — —