Nummer 1. Pett« «. >m 6. Iä««er 1901, XII. Jahr««»«. Erscheint jeden Aonnrag. . »ir Ptti» für ffttou mit Zustellung in« Hau«: Monatlich 00 h, vierteljährig K 2.40. halbjahrig K 4.80, ganzjährig K 9.—,;*W ftoftoctsttchim t» ÄJtade: Monatlich 86 h. vierteljährig K 2.60, halbjährig K 6.—, ganzjährig K 0.60. — Einzelne Rirmmeflr-Ä) h. Handschriften werben nicht zurückgestellt, Ankündigungen billigst berechne«. — veitrüge sind erwünscht und wollen längsten« bi» Freitag jeder Woche eingesandt werden. Die Wahlen. ^VlflWcichralhSwahlen der V. Eurie habe» den deulschen Parteien schöne Erfolge gebracht. Die Deutsch Radikale» gewannen vier Wahlbezirke, die Deutsche Bolktpartei zwei und die Deutsche Fortschrittspartei eine«. Aber nicht die Zahl der eroberten Wahlbezirke ist in diesem Falle maß-gebend, sondern die sicher erfreuliche Thatsache, das» ■Üj&JMdr im Deutschen Bolde da« Rational-bewWWi in allen Volksschicht«» erwacht ist und durch seine reinigende Kraft die Elassen-gegensätze überwunden hat. I» unserem kngeren Heiniatlande musste der bisherige Vertreter der Stadt Graz. Resel. sei« Mandat dem Anhänger der deutschen Volk«-Partei. Wilhelm, überlassen. Wer, wie der Schreiber dieser Zeilen, den wüsten Terrorisniu« au« eigener Erfahrung kennt, welche» die Socialisten» führer durch Jahre tn Graz au«übten, der wird sich von jener falscher! Sentimentalität und GerechtigkeitSdufelei frei halten, welche im deutschen Volke schon so viel Unheil angerichtet hat. Die Mandate der V. Curie sind dir eigentlichen Volk«-Mandate und diejenige Partei, welche dieselben besitzt, kann ihre Forderungen mit mehr Nach, druck und größerer Aussicht auf Erfolg vertreten, al« eine Bereinigung von Berlreter» des Mittel-stand?« oder de« Großgrundbesitze«. Die deutschen Parteien Hütten sich selbstenumuwt. freiwillig aus den Ehrennamen einer BolkSpmtei verzichtet und künstlich zu Ungunsteu de« deutschen Volke« ein falsche« tvild der BolkSstimmung geschaffen, wenn sie die V. Eurie den Sociallste» überlassen hätten. Auch die bevorstehenden Wahlen der Landgemeinden, sowie der Slädle und Märkte, werden der deutsche» Sache Erfolge bringen in einer Reihe von Wahlbezirken. Nur hüte man sich vor allzu» €ine moderne Werbung. „Bin Ihnen sehr verbunden, das« Sie mir die Ehre geben. Hoffe, das« Sie meine Tochter glücklich machen werden. Ich kann wohl sagen, wir sind reich, aber ehrlich. Ist mir auch nicht an der Wiege gesungen worden, das« ich einmal so al« Kommerzienroth vor Ihnen stehen würde. Bin auch einmal arm gewesen. Sozusagen mit gestohlenem Schnupftuch angefangen. Trotz alledem wa« die Mitgift anbetrifft, so werden Sie mit mir zufrieden sein. Gehöre nicht zu den Schwieger. Vätern, die nassauern und ihren Schwiegersohn sozusagen grati« haben wollen. Gleich nach der Hochzeit wird alle« besten« geordnet. Sie haben doch nichl« dagegen, wenn ich Ihnen die Mitgift in Tausendmarkscheineu au«zahle?Uebrige»« belrachte ich die Sache damit nicht al« abgemacht. Nach meinem Testament und dem meiner Frau wird später einmal alle« unter den Töchtern getheilt. E« sind im Ganzen vier Stück. Ich möchte ja aern Ihnen gefällig sein, aber Sie werde» ein-sehen, das« sich daran nicht« ändern läßt. Sonst werden Sie mich stet« coulant finde». Wenn ich Ihnen auch eine bedeutende Mitgift gebe, so zahle ich Ihnen die ärztliche Behandlung meiner Tochter und ihrer etwaigen zukünstigen Kinder extra. Freut mich sehr, die Ehre gehabt zu haben. großem Optimi«,»u«. denn nur jahrelange, ener< zische Arbeit führt zum Erfolge. Ehrensache drr Deutschen ist e« aberfjene Mandate zu erhalten, welche zum ererbten Besitze unsere« Bolke« gehören uud der Verlust eine« Wahlbezirke« an der vprachgre«ze würde durch zehn Eroberungen in rein deutschen Gebiete» nicht aufgewoge«. Am lt. d. M. schreite« die Städtebezirke Pettau-Marburg und Eilli zur Wahlurne und in beiden Fälle« ist der. Cfafnl« für die Deutsche« keine«weg« sicher. In unterem Wahlbezirke droht eine engere Wahl, weil die Socialdemokraten im letzten Augenblicke einen llandidaten ausstellen werden und in Eilli halten sich die deutschen und die slovemschen Stimmen die Wage. Wer also an diese« Wahltage au« Bequemlichkeit »der Vergeßlichkeit zu Hause bleibt, der macht sich zum Mitschuldige« unserer unver-föhnlichen Gegner «ud auch die beste Ausrede wird ihn nicht vor der allgemeinen Verachtung aller Deutschgesiuuten bewahren könne«. Eine neue Heldenthat de? DenunclantenhofratheS. Lerichtignng. ES ist umvahr, das« ich anläßlich der Ver-sammluug iu St. Lvrenzeu überhaupt oder au« dem Grunde, weil mir einige Teilnehmer der Versammlung nicht zu Gesichte standen, eine Bande organisieren ließ, »eiche Wähler und gewählte Wahlmänner überfielen, misShaiidelten und blutig ichlugen. Wahr ist vielmehr, das« ich meine Vordere,» tu »gen für die Wählerversammlung in St. Lorenzen lediglich darauf defchränkte. einer maßgebenden Persönlichkeit in Peltau diese meine Absicht mit Vielleicht sind Sie so freundlich, meine übrigen Töchter Ihren werten Freunden zn rekomman-dieren. Gestalten Sie zunächst. lueiu lieber Herr Doktor, das« ich al« Mutter meine« Kinde« einige Thränen der Rührung verberge. — e« sällt so schwer, wenn man sich etwa« Liebe« vom Herzen reißt.--wa« wollen Sie Lisrtte. ich jage Sie sofort au» dem Haust', wen» Sie »och einmal störe», — — verzeihen Sie die kurze Unter» brechung. mein lieber Schwigersohn, wie ich jetzt wohl schon sagen darf. E« freut mich ganz besonder«, das« e« ein Arzt ist. der u»S unsere Hildegaid rauben will. Die Medizin ist immer so rücksichtsvoll gegen die Dame». Ich darf wohl behaupten, das« derjenige, dem unsere Hildegarde zu Theil wird, keine Niete zieht. Ich darf wohl sagen, sie hat aus Sie gewartet, »och ehe Sie ihr bekannt waren, denn niemals hat sie einem Manne die geringsten Avance» gemacht. Einmal hatten wir einen Leutnant zn Tische, dcr sich auffällig um sie bemühte — er war allerdings in Zivil — aber Hildegard blieb kalt wie ein — Stein. Uud treu wird sie Ihnen ewig bleibn» — ich glaube wohl, sie würde sich nur in dt'r allergrößten Verlegenheit scheiden lassen. Natürlich der Bitte mitzutheilen, dass sür eine entsprechend« Skrlautbarung und Aufnahme eines LocaleS Bor» P°rgt gelroffrn weiden möge. Gänzlich unwahr ist es, dass ich eine Bande organisieren ließ — hiezn hatte ich um so weniger Grund, als ich nicht den mindesten Anlas« zur Annahme fand. das« diese Wähleroersammlung anders ablause» wcrde, al« alle frühereu von mir abgehaltenen Versammlungen, nämlich ruhig und anständig. E« ist weiter unwahr, das« ich für den Stefanitag um 2 Uhr Nachmittag die Wähler-Versammlung ankündigte und dass zu dieser Stunde da« Versammlungslokal von 150 Bauer» besetzt war. Wahr ist eö vielmehr, das« diese Bersamm» lung für 3 Uhr nachmittag« aiigekllndigt war und das« um >/»3 nachmittag« im Locale lediglich gegen 4t) Leute, unter welchen sich — bei über» wiegender Zahl von NichtWählern, meist jungen Burschen — auch zwei Bäckergesellen a»S Peltau und zwei HouSknechle eine« Gastwirte« in Rann befanden, versammelt wareu. Wahr ist fernerS, dass diese Leute schon iu den Vormittagsstunden im Versammlungtlocale sichringkfunden halte» und mit Wein reichlich traclirt wurden, fo dass sich mehrere derselben nach überein» stimmenden Angaben um >/,3 Uhr nachmillag» in einer mehr als gehobenen Stiminng besanden und jene» Wähler», welche um die gedachte Zeit in da« Versamrnlung«locale kommen wollten, agreßiv begegneten. Wahr ist eS, da,'« bei dieser Gelegenheit ein Wahlmann (ein Gemeindevorstand), welcher in da« Versammlungslokal eintreten wollte, blutig geschlagen wurde uud dass bis 3 Uhr nachmittag« der Eintritt in da« Wahllocale den ankommenden Wähler» überhaupt unmöglich war. da die im darf ich auch von Ihnen die größte Rücksicht er-warten. Hildegrad ist so zarter Natur, schon al» ganz kleine« Knd hat sie sich immer in einen Winkel zurückgezogen, und Maßliebchen gezupft. Trotzdem ist sie vollkommen in der Hauswirt-schast. Sogar kochen kann sie, was ich sür ganz unerläßlich halte, denn ich brauche nur zu crwäh» neu. daß Rittmeister Wolf, a»S Verzweiflung darüber. weil feine Frau »icht koche» tonnte, sich in eine Ballettuse verliebte. Selbstverständlich kann ja einrm hier und da mal etwa» vorkommen, auch in den besten Familie», aber ich werde schon da» sür sorgen, daß nie ''wa» nach außen dringt, denn ich beherrsche st'-usageii die Kaffeekränzchen der Stadt, und ich garantiere Ihnen dafür, daß man Sie stet» sür glücklich halten wird." „Entschuldigen Sie, Toclor oder lieber Bräutigam — ich lveiß im Augenblick wirklich nicht, wie ich Sie anrede» soll — ich bi» »och so eutsetzlich müde von, Radsahren — entschuldigen Sie, wenn ich mich ein wenig in den Sessel zurücklehne. — auch daß ich die Pumphosen nicht abgelegt habe, unter Verlobten nimmt man c» nicht so genau. — Welch eine» schönen Strauß Sie mir da übrigen» gebracht haben. Sieh da: kos« gallica, — Viola sylvestri», Locale Befindliche» den Anbensteheiiden den Ein» tritt verwehrten. Wahr ist eS, dass mit Rücksicht aus diese Thatsache, insbesondere i» Erwägung. das« in Folge der Berwundung ein?« Bauern, ivelcher bei Eintritt in da» VersaniinlungSlocale blutig ge» schlagcu wurde. Thätlichkeiten entstehe» und sich eine Rauferei entwickeln könnte, von mir. der ich mich bereit» seit V43 Uhr in St. Lorenzen und zwar in dem Hause rineS bekannten Bauer», woselbst ich abgestigen war. befand, die Abhaltung der Versammlung in einem anderen Locale in» Auge gefasst und auch schon die vorbereitenden Maßregeln hiesür getroffen wnrden. Wahr ist e». Dass während diese» Stadium» mir die Mittheilung zukam. dasSdaSVeisainmlung»-local von den besagten ca. 40 Leuten geräumt wurde und das» ca. 400—500 Bauern zur Versammlung erschienen und in voller Ruhe ver« sammelt seien. Wchr ist e». das» johi» die Versammlung in voller Rnhe verlies, das« die Anwesenden mit dem von mir entwickelten Programme eiiwerstanden waren und feiten» ein'gcr Aulvefende» lediglich Wünsche und Bitten und zwar iu der ruhigste» Weise vorgebracht würd«». Wahr ist eS. dass die Verjanimlnng in vollster Ruhe zu Ende gieng und das» sohin der größte Theil der Versammelten im Vcrjammlungtlocale noch verblieb und den Gesängen eine« Gesang«-chore» lauschie. ES ist völlig unwahr, das« ich in Folge starker Opposition au» dem Verfammlungslocale ver-schwand, zwei Stunden lang im Pfarrhofe ruhigere Zeiten abwartete, um dann eiligst au» St. Lorenzen zu verschwinden. E« ist vielmehr richtig, das« ich nach Been-digung drr Versammlung mich längere Zeit mit den anwejenden Bauer» im Gespräche ergieng, sohin in den Pfarrhof mich begab. um niichvo» de» daselbst zahlreich versaniviell gewesene» geistliche» Herr,» zu verabschiede», da»» zu den im Ber-fammlui.gSlocale befindlichen Bauern zurücktehrte und das» iq schließlich unter allgemeiner Accla-malio» der Anwesende» den Wagen bestieg und »ach Peltau zurückfuhr. E» ist unwahr, das» nach meiner Abreise neuerliche handgreifliche AnSeinandersetzungen stattfanden. Wahr ist e» dagegen, das» die Stimmung späterhin auch eine friedliche und ruhige blieb, dies umfomehr, al» jene Elemente, welche die augeuscheiuliche Absicht hatten, de» ruhigen Ver-lauf der Versammlung zu störe», sich nicht mehr zeigten. Unwahr ist ei demnach, speciell mit Be» ziehnng auf dir AuSsührungen in dem vorletzten ich treibe nämlich unter anderem ein wenig Botanik. — Entichuldige» Sie. wenn ich ein we-»ig gähne, ich bin von der großen Tour in der That schläsrig. Na, Sie sollen aber an mir eine Fr»» haben, die nicht von schlechte« Eltern ist. Clavierspielen thu' ich auch. — wissen Sie, na-thü'lich nicht, um die Mäuse zu verscheuchen, sondern um die Arme in Bewegung zu halten, al» ein natürliche» Gleichgewicht gegen die Beine, die beim Radsahren thatig find. Ich spiele auch nicht da» .Gebet drr Jungfrau". Schon der Titel paßt nicht für mich. — ich meine natür-lich da» „Gebet". Sonst bevorzuge ich Chopin, weil sonst die Anne nach auatomischen Gesetzen am ausgiebigsten beschäftigt sind. Manchmal auch Strauß oder Wagner. Sie dürfen aber nicht glaube», daß ich wankelmüthig bin. auch nicht i» der Liebe. Wie ich einmal anfange zu heiraten, öre ich aber auch sobald nicht wieder auf. Ich in ein wenig ins Reden h>»eingekom>»e», aber Sie dürfe» nicht befürchten, daß ich Jhne» Gap dinenpredigien halten werde, — höchstens einmal in Form van Recensionen, ich kritifire nämlich Bücher für die Frauenbewegung. Aber nun bitte ich noch einmal, mich zu entschuldigen, ich muß mich ein wenig auf's Ohr legen." — 2 — und letzte» Absätze de« Artikel«, das« ich mich i» ein zweite« Gasthau« de« Dorfe« zurückgezogen habe, das» eiligst alles zufammenberufen wurde, »va» an Banernburschen in der Umgebung zu finden war. daj« dieselben auf meine Kosten mil Wein traktiert uud danu unter Führung de« Wirte« zum Angriffe commandirt wurden. Wahr ist e». da,» ich bi» 3 Uhr Rachmittag. da» ist bi» Beendigung de» Nachmittag-fegen«, mich an« dein Hause, in welchem ich ab» gestiegen war. überhaupt nicht enlfernte, nicht den mindesten Auftrag zur Znsammenberufnug von Baue'ruburjchcn ertheilte, sondern ruhig die Be> endigung des Segen» abwartete, indem ich erst mit dieseni Zeilpunkte ein Zuströmen von Leuten zur Äerjaminluug erwarte» konnte. Thalsächlich kamen auch bald nach 3 Uhr gegen 400—500 Bauern vor da» Versammlung»-locale uud da» völlig ruhig sich vollziehende Eintreffen dieser imposanten Menge hat die im VersainmlungSlocale Befindlichen belehr», das« in St. Lorenze», wo luhige und ihre« Stande« bewußte Slovcne» wohnen, kein Boden für eine verhetzende Tätigkeit ist. Die gedachte» Leute zogen sich dann zurück, — ob freiwillig oder durch Gewalt dazu veranlaßt, da« zu beurtheilen, ist mir nicht möglich. da ich abseit« vo» den Ereignisse» weilte, von denselben nicht» sah uub denselben ganz ferne stand — und trat mit dem Mummte der Entserniing Ruhe ein und erhielt sich dieselbe auch während de« zanzen Verlaufe« der Wählerversammluug nnge-stört. E» ist absolut unrichtig »nd der Wahrheit in« Gesicht schlagend, wenn behauptet wird, das« ich eine Gewaltthat veranstaltn habe. Wahr ist vielmehr, daj« weder ich. noch die weiteren im Artikel genannten Herren auch nur du« mindeste dazu gethan hoben, das» die Wählerversai»nilnng in St. Lorenzen nicht in vollster Harmonie verlief. Wahr ist es. das« e« mich gefreut hätte, wenn meine politischen Gegner die Wählerver-sammliing in St. Lorenze» dazu benutzt hätten, um daselbst offen und anständig mein Programm zu bekämpie» ; wahr ist e« weiter«, das» ich eii'en solchen Kampf mit fachliche» Gründe» und ehrlichen Waffe» niemals geschellt hätte. Wie», de» 3. Jänner 1901. ?r. ploj. k. k. Hofrath. Wir wären keineswegs verpflichtet gewesen, diese ..Berichtigniig" bereit» in dieser Nummer der .Pettauer Zeitung", also vor der Wahl ab-zudrncke». aber da» Geschreibsel de» Herrn Hof-rath kommt und eben recht, um de» Herrn zu beweisen, das» er. sowie feine Freunde und Hel» serShelfer vergeben« bemüht find, das Odium einer unerhörten Gewaltthat von sich abzuwälzen. Vor allein constatieren wir, das» Herr Hof-rath Ploj die Brrsammlnng einberief, al» Ein-berufer rechtzeitig im Versanimlurig«locaie zn erscheinen halte und sowohl nach dem Wortlaute de» Gesetze», alt nach den Satzungen der poii-tischen Moral die Verantwortung für folgende Punkte zu trage» hat: 1. das» nur Wähler der IV. Enrie zugelassen iverdeu 2. Dass die amvejendeii Wähler nnd Wahlmänner, welche doch Herr Hosrath Ploj geladen hatte, auch unbehindert an der Versammlung theilnehme» dürfe». 3. Das« sich die Versammlung ordnungsmäßig conslituirt. Wen» sich der Herr Hofralh aus die That-sache beruft, das« seine Versammlunge» sonst .ruhig und anständig" verliefen, fv geben wir dies gerne zu. So lange Herr Dr. Ploj mit feinen Anhängern allein w a r, ließ er u ie in a u d e n insultieren un d hinauswerfen. Diese edelmüthige Handlung wird ihm aber niemand besonders hoch anrechnen. Wenn aber der Herr Hofralh behauptet, das» »in halb 3 Uhr lediglich 40 Personen, .»leisten» Nichtwöhler" im Locale waren, ist da» ebenso eine freie Erfindung de» Herr», wie die Behauptung, das» ei» Wahlmai!» ttnb Gemeindevorsteher blutig geschlagen uud die Wähler am Betreten de» Lokale« gehindert wurde». Wahr ist, das« nur eine Person au« den» Wahliocale entfernt wurde, weil sie dort nicht« z» suchen hatte. E« war die« ein Schreiber de« Herr» Dr. Horvath. ivelcher mit zwei College,! bereit« Vormittag in St. Lorenze» aufgetaucht war. Von den beiden .Bäckergesellen", welche die Ehre der Plojpartei retten sollten, ist der eine gewesener Bäckergeselle, aber Grundbesitzer u. Gemeinde-au«fchuß iu Mari a-N e u st i f», der andere Wähler am Rann. Allerdings waren in der Versammlung auch NichtWähler, aber die« selben kamen erst iu Gesellschaft de» Hofrath Ploj. Bauernburscheu au« Lorenze», die Schreiber au« Peltau uud die Herren Dr. B r u in e u und Dr. H o r v a t h. Herr Hofrath Ploj al« gefetze«-kundiger Manu mußte doch wissen, das« alle hier benannten .Persönlichkeiten" iu der Ber-sammlung nicht« zn suchen hatten. Trotzdem hat er de» Schreiber» de» Wage» nach Lorenzen bezahlt und die übrigen Herren selbst im Jagd-wagen de« Herrn Jurza hinausgeführt. Offenbar soll die Behauptung, dass .Nicht-Wähler" aiiwefend waren. alS Entschuldigung dienen für den brutale» Hinau«w»rf, aber dieser Schwindel mißlingt kläglich. Wir constatieren wahrheitsgemäß, das« lediglich Wahl« Männer und Wähler von Raun mißhandelt wurden, während man die anwesenden Nichtwahler ruhig an der Versammlung thetlnehmen ließ Der erste, welcher überfalle» w irde. war Herr Wisfe » jak. der zweite Herr Z a-d r a v e c. Bade Herren hatten nicht die ge-ringste Gewaltthätigkeit verübt, aber sie sind schneidige Redner und darum ließ sie Herr Hofrath Ploj hinau«bc-fördern. Wir wiederholen. Hofrath Ploj ließ die Herren hinauswerfen. Das« Hosrath Ploj nnd Herr B r e n ü i 6 Geld vertheilten, dafür stehen un« Zeugen zur Verfügung. Weiter« ist erwiesen, das« nach allen Seiten Bote» au«g?schickt wurde», um die Leute zusammenzutreiben. Und wen» sich Herr Hofrath im Pfarrhose befand, da war er erst in rechter Gesellschaft. AI» die Ranner mis»handelt wurde», standen vier Priester vor dem Gasthaus?, welche nationale Lieder sangen und später gab ein geistlicher Herr einem Bauer eine Ohrfeige und ei» zweiter Diener Gotte» spuckte einem Banern mehrmals in« Gesicht. Alle diese Heldenthaten wurden verübt unter der Ägide eine« k. t. activen Hofrathe« beim Verwaltnng»gericht»hoft nnd da» ttild wäre nicht vollkommen, wen» wir unerwähnt ließen, das» auch zwei Cadettenfchüler an dem Massacre theilnahmen, indem sie den Rannern Steine nach» warfen. Herr Hofrath Ploj, welcher sich so au»-gezeichnet informiert zeigt, weiß natürlich von diesen Vorgängen nicht«, er weiß anch nicht, das« anch nach der Versammlung 2 Personen verwundet wnrden und das« sogar »och am nächsten Tage weiter gerauft wurde. Wir meinen, der Herr Hofrath sollte sich lieber schämen. al« berichtigen. Ein Richter höchster Instanz, welcher über da» Schicksal von Beamten aller Nationalitäten zu entscheide» hat, sollte sich derartige Späffe erspare», auch da»» wenn er erst 37 Jahre zählt. Die deutsche Beamtenschaft zweifelt heute mit Recht an der Unparteilichkeit eine« Manne», der sich al» scrnpelloser Streber und Todfeind de» deutschen Volkv» entpuppt hat. Schändliche Mgen! Die Plojpartei verbreitet folgenden Lügen-ausruf: Slovemsche Bauer»! Wähler deS Peltauer, Friedauer, St. Leonhardcr, Lutteubergcr. Ober-radkerSburger. Rohitscher. St. Leonharder und St. Mareiner BezukeSl Am 8. Januar wählet Ihr für die Landgemeinden der obgenanuten Bezirke in den Wahlorten Peltau. Rohitsch und Luttenberg. Ihr habt selbst aufgestellt al« Candi-baten den Herrn Dr. P l o j, t. k. Hosrat in Wien, bei der VertraueuSmännerversamnilulig in Pettau. Wie wir slovenische Bauern diesen Herrn als unseren Candidaten ausgestellt habe», haben sich einige Verräther und Abtrünnige vo» der slovenische» Nation erlaubt, einen eigenen Candi-daten in der Person de« Franz Braöko, Ob an» der Bezirk«vertrelu»g Oberradk??«burg aufzustellen. Bon dem altbekannten Nemtschnrennest in Pettau versenden dieselbe» Renegateu Ausrufe an die slovenische» Gemeindeämter. in welchen sie den Dr. Ploj beschmutze», lügen, das« er von der Regierung »bhäiigig ist. das« er wird müssen nur schweigen und niemals für die Herabsetzung der Steuern und Militärlasten eintrete» wird. Sie werfen ihm vor. das« er jetzt der Deutsche, dann der Slovene, dann der Liberale und dann der Clerirale ist. so wie dieselben Nemlschuren arbeiten, welche aus Kosten der slovenischen Nation in Untersteiermark leben und trotzdem den Kotli auf dieselben werfe». Stamme«gk»ossen, Männer I E« ist eine Beleidigung für Herr» Dr. Ploj. wenn neben ihm nur von Franz BraÄo gesprochen wird. Äir kennen diesen Mensche» schon 18 Jahre u»d seine vernichtende Thätigkeit im Oberradker«-burger Bezirke, aber kein slovenischer Bauer, welcher nicht mit deutschem Geld« bezahlt ist, kann diesen Mann aiumpfrhle». Berlängnet hat er seine slovenische Mutter, seinen Glaube» und der Bauernstand und schon seit Jahren besteht seine Thätigkeit darin, das« er die Unterstützung der Deutschen dafür erhält, das« er die Deutsch-thümelei und Charakterlosigkeit in unserem Bezirke einführt. Er hat tmt Schönerergeld vor einigen Jahren den Deutschen Banernbund in Ober-radker«burg gegründet, welchen sogar die Regierung au« gewisse» Gründen hat auflösen müssen.' Alle Agitationen, welche er heute führt, zahlt die Südmark und die deutsche» Radker«b»rger Bürger. Al« Bauer versteht er nicht«, seine Wirtichaft ist vernachläßigt. der Grund verschuldet, seine F>,milie schlecht gehalten und in Unordnung und für die Bauernschaft thut er nicht«. Mit Saufereien und List hat er einige Freunde im Bezirke erworben, welche sich nicht schämen, für die Zeche ihre Ehre zu verlausen, aber slovenische Bauern weichen ihm au« untr* verdrängen ihn in den Gemeinden und e« wird nicht lange dauern, so wird er aufhöre», in unserem Bezirke zu wirtschasten, obwohl die Deutschen und Remönren viele Tausende sür ihn ausgeben. Wir gratnlieren dem Herrn Hofrath, gegen solche Kampfmittel können anständige Leute allerdings nicht aufkomme»! Localnachrichten. (Messe). Heute um 10 Uhr wird in der Pettauer Stadlpsarkirche die Diabellische Pastoral-messe ausgeführt. (H»pt>rrs««ml»»g de« Männer-Sesanas-Vereines.) Montag, den 14. Jänner l. I. fin-bet im Berein«faale um 8 Uhr abend« die dies-jährige Hauptversammlung de« Männer-Gesang-Bereine« statt. (Eislanf.) E« ist dem Ausschüsse de« Ver-schönerungsvereine« nach Überwindung großer Hindernisse und mit bedeutendem Kostenanswande gelungen, den Eislaufplatz im VolkSgarten wieder herzustellen nnd wird derselbe heute Mittag 12 Uhr eröffnet. Wie alljährlich wird täglich die Benützbarkeit der Fahrbahn durch eine rothe Fahne in der BiSmarckgasse angezeigt. Der Fahrpreis wurde auf 20 Heller sür Erwachseue nnd 10 Heller für Studenten und Kinder herabgesetzt, der Verschönerungsverein erwartet daher eine be-sonder« lebhafte Betheiligung. (Sylvester-^rier des Vereine« „Hei,Ifchr« Heim.") Wie alljährlich, versammelte sich auch dener die deutsche Gesellschaft Pettau'S am letzten Tage deS Jahre« 1V00, nm den ersten Tag de« neuen Jahie« und diesmal sogar den ersten Tag de« neuen Jahrhundert« gemeinsam zu erwarten, zur Sylvesterfeier in den geräumigen Verein«-lokalitäte». Der zur Sylvesterseier geladene Männer-gesangverein brachte Gesangoorträge und trug wesentlich zum Gelingen de« Abende» bei. Der ebenfalls geladene Musikverein überließ dem Vereine in durchaus reeller Weise die stärkste Musik zu»» Selbstkostenpreise, wofür hiermit Da»k gesagt wird. Herr Kapellmeister Schachen-hos er bewährte sich auch diesmal al« tüchtiger Dirigent und erntete lebhasten Beifall. Auch der Turnverein folgte der Einladung des Vereines und waren dessen Mitglieder fast vollzählig an-wefend. Der GlückShaseu war diesmal besonder« reich a»«gestatt0»en.) Herr Peter Zadravetz, Mühlrnbesitzer und Landwirth bei Friedau, wurde von den Herren Wejrliö. An«träger beim Bezirk«-geeichte Frieda» nnd Doctor Omnletz, Advocat in Friedmi. beim KreiSgerichte in Marburg wehen einer MajestätSbeleidignng angezeigt, welche er in einer Rede gelegentlich der Versammlung iu Grobsonntag begangen haben sollte. Da sich die Beschuldigung als gänzlich unwahr erwie«, hat da« KreiSgericht Marburg da« Klagebegehren abgewiesen nud die Untersuchung eingestellt. Offen-bar handelte e« sich den edlen Seele» iu Groß-sonntag und Frieda» nur darum. Herrn Zadra. vetz über die Wahlperiode in Untersuchungshast zu bringen, um den schneidigen Redner unschädlich zu machen. Hoffentlich wird nun Herr Zadravetz gegen die Denunzianten den Klag« weg betreten. Auch in Luttenberg wird lustig darauf lo« denun-eiert. Dort wurden drei Steueramt»beainte bei der Ob^rbehörde augezeigt, weil sie deutsche Lie-der gesungen haben sollen. Ob es nicht von der Firma Rosina—Ploj kommt?! jährige Student v. Rahm von einer Lawine in die Tiefe gerissen wurde. Mehrere Expeditionen habe» den Leichnam vergebens gesucht. (ver Iransasrikanischc Telegraph al« Fetisch.) Der Telegraf zwischen dem Eap und Kairo macht schnelle Fortschritte; die Linie ist jetzt bi« zu einem Punkt gelegt, der fünfzig englische Meilen jenseit« Kasanga in Deutsch-Ost-Afrika liegt. Die ganze Länge der Linie wird 5600 englische Meilen betragen; fast 3000 Meilen vom Eap an« sind schon vollendet, der egyptiiche Telegraph geht 1700 Meile» südlich, so das« noch an 1000 Meilen ju vollenden sind. Über die bereit« vollendete Arbeit und über da« Verhalten der Eingebornen gegenüber dem Telegrafen machte der Secretär der Afrikanischen TranScoiitinental Telegraph Company. I. {j. I o n? «. folgende interessante Angaben : „Wie haben viel weniger Schwierig-leiten mit den Eingeborenen gehabt, al« wir er» warteten. Die Linie geht durch da« Gebiet vieler kriegerischer Stämme, aber sie sind weit davon entfernt, sie zu zerstören, sie leisten im Gegentheil beim Bau Hilfe. Die Techniker gaben nämlich den Eingebornen zunächst ein oder zwei elektrische Schläge und bewirkten dadurch, das« ihnen die Linie zum Fetisch wurde, au dein sie sich nicht z» vergreifen wagen. Man hatte anch prophezeit, das» wilde Thiere, besonder« Elephanten und Bliffelochseu. der Liiiie Schaden zufügen würden, aber bis jetzt hat man »och keine derartige Schwierigkeiten erfahre». Die größten Hindernisse haben darin bestanden, das« säst undurchdringliche Wälder zn durchschneiden waren." (Selbstmord eine« serbischen Obersten.) Au» Belgrad wird der ..Pol. Eor." berichtet: Oberst. Joses Sinionovie hat heute im UntersuchungSge» sängnisie einen Selbstmord verübt. Dieser Officier ist da» Opfer seine« Leichtsinne» und seiner Hab» sucht geworden. Trotzdem er in geregelten Verhält» nissen lebte, scheute er nicht nur davor zurück, Amtsgelder zu veruntreuen, große Beträge nicht zn verrechnen und mit einem Theile der ihm al« Leiter der geographischen Abtheilung a>>-vertranleu Gelder Wucher zu treiben. Die Mel-dung mehrerer Blätter, daß Simonowic einer fremde» Macht geheime Pläne und Karten ver» kauft habe, ist vollständig erfunden. (ftrgrn da« K listen.) Newyorker Teinperenz-lerinnen wollen die Temperenzbeweguug nun auch ans das Küssen ausdehne». Die Leiterin die-sei KreuzzugeS ist eine Ärztin, Dr. Anna Hat» f i e l d. (ES wird nicht gemeldet, ob sie »och Fräulein und ob sie noch schön ist und ob sie bisher nngeleitet und uugeküßt durchS Leben gieng.) Dr. Anna Hatfield bezeichnet das Küssen alS barbarischen, ungesunden Gebrauch, der au« hygienischen Gründe» rücksichtslos abgeschafft wer-den müsse; mindestens müsse Jeder und Jede verhalten werde», vor jedem Kliffe eine antiseptische Mundreinigung vorzunehmen, nm der mit dem Geküffe verbundene» Baeteriengefahr vorzubeugen. ES müßte wirklich reizend sei», wenn ein liebend Paar sich vor dtm Küssen noch seiner hygienischen Pflicht erinnerte und eine ontiseptische Mund-spülnng nnd HalSgurgelung vornähme. Wir glau-be» nicht, daß Dr. Annn Hatfield mit ihrem Schlachtruf: .Krieg dem Küssen!" durchgreisen wird. Insoweit allerdings ist der amerikanischen Doctori» Recht z» geben, als sie gegen die uu« vernünftige Abküffcrei der Kinder durch Erwachsene eifert, den» hiegegen liege» thatsächlich ernste hygienische Bedenken vor, aber darüber hinau« ist ihr Kreuzzug gegen daS Küssen ei» Anschlag gegen eiiied der ursprünglichsten und unveräußerlich-sten Meuschenrechte. die Kußsreiheit. Handel, Gewerbe und Land-wirtschaft. Die Ntgklung de» Hrimatsrechtes. Dem bisher gellenden Gesetze vom 3. Decem-ber 1863 über die Regelung der HeimatSverhält-nisse wurde der Borwurf gemacht, daß es inhuman sei nnd der Landbevölkerung ungebürliche Lasten aufbürde. Dies mit Recht. Nach diesem Gesetze konnte nämlich eine Person iu der Gemeinde, in der sie nicht heimatsberechtigt war, die Znslän» digkeit oder daö HeimalSrecht nur über Bewilli» gung der betreffenden Gemeinde erlangen. undeS war daher ganz dem Belieben drr betreffenden Qkmrin dc aiiheimgegebkN. ob sie drm um da« Heimat« Ttdjt Werbenden da« HeimatSrccht verleihe» wollt» »der nicht. Ein Recur« argen die Entscheidung der Bnnrindr svar unzulSfsig. Dieser Zustand hatte verschiedene Übel stünde iir Folge, welche abzustellen schon lange aß EtredtN aller Siiisichtiacu war. Mit de« isschwunge de« vrrkk^r« und der Industrie war er Meusch nicht niehr an dir Scholle gebunden. Jte arbeitende Bevötk>rung an, platten Lande strömte massenhaft in die Jndustriecentren und Hlädlc ab. machte sich dort seßhaft. gründet? Familien, blieb jedoch in der Mehrzahl der Fälle da hsimattbcrechtigt, woher sie gekommen war. Da aber den Gemeinden an« der Heimat»-herechtigung die Pflicht erwächst, sür die Armen« pxrsor^ung auszukommen, so wurde t« zur Regel, das, die in einer Gemeinde nicht heimat«berechtigtru Personen im Falle ihrer Erwerbslosigkeit und Berarmuug von derselbe» in die Zusia»r>igkeit«ge-«yeinde abgeschoben wurden. Daran« erwuchs aber sür die Landgemeinden eine große Last, denn sie tvaren gezwungen, für die Arnunversoigung de« in den Städten und JndustrieoNe» verbraucht.» Menschenmaterial« auszukommen, u zw. einzig und allein au« dem Grunde, weil diesen Leuten jn den Gemeiutxn. in welche» sie sich jahrelang zu Eriverbtzwecken aush elten. die Zuständigkeit versagt blieb. ES war niä t« Seltene«, daß ganze iamilien, die ihre Ernährer verloren hatten, lemeinden zur Last fielen, von deren Existenz e bisher vielleicht gar nicht« wußten. Man kann ch leicht die traurig? Lage solcher bedauernSwer-ter Personen vorstellen, vie plötzlich auf Almosen von selbst armen Gemeinden angewiesen waren, die sich n»»r durch das Gesetz bemüstigt fühlten, der Pflicht der Armenversorgung zu entsprechen. Insofern war also dieses Gesetz auch äußerst inhuman. Dies Alle« nimmt vom 1. Jänner 1901 ab «in Ende. Mit diesem Tage tritt nämlich da« HeimatSgetz vom 5. December 1896, bezw die ©tjigiioOtQe zum Heimatsgcsetz vom 3. D't. 1863 iu Kraft. Auf Grund des neuen Gesetze« wird daS HeimalSrecht durch Ersitzung erwmben. Da» Gesetz bestimmt, das» die Aufnahme in deu HeimatSverband von der Ausentholtsgemeinde demjenigen österreichischen Staatsbürger nnd dessen Nachfolger im HeimatSrecht (Ehegattin und Kinder) nicht versagt werden kann, welcher sich dort nach erlangter Eigenberechtignng durch zehn Jahre freiwillig nnd uiiuvterbrochen ausgehalten hat. AlS eine Unterbrechung deS Aufenthalte» wird eine zeitweilige Entsernung nicht angksehen, wenn au« de» Umständen die Absicht erhellt, daß der Betreffend« den Aufenthalt beibehalten wollte. Beispielsweise wird der freiwillige Ausentbalt nicht unterbrochen dnrch die Ersüllung der gesetz-licheu Wehrpflicht, durch Ferien.. Studien- und Geschäftsreise». zeitweiligen Laudaufenihalt u. Der um die Aufnahme in de» Gemeindeverdand sich Bewerbende darf jedoch während seine« Aufenthalte« der öffentliche» Armenversorgung nicht anheimgefallen sei». Die Befreiung vom Schul-geld, der Genuß eines Stipendiums, sowie die vorübergehende Unterstützung sind jedoch nicht al» Acte einer Armenversor.tung anjusrhen. Die Gesuche um Geltendmachuug der HeimctSberechti-Hling sind ftempelfrei. Eine Gebühr für die Ver-leihiing de» HeimatSrechtc« darf nicht eingehoben werden. Selbstverständlich steht dc» Gemeinden auch weiter hin da« Recht zu. auch solche Perionen in den Gemtindeverdaiid aufzunehmen, »velche den im Gesetze vorgeschriebe>ien Bedingungen nicht entsprechen, also beispielsweise keine ithujährige Seßhastigkeit in der betreffende» G.meinde noch-weifen können. De Einhedung einer Gebür für die freiwillige Aufnahme in den Gemeindcverband sann aber nur auf Grund eine« La»de«grsetzes erfolgen. Diese Gebühre» habe» i» die Gemeinde' caffe zu fließen. Was die Ausländer und Personen betrifft, deren Staatsangehörigkeit nicht nachzuweisen »>t, so könne« dieselben gleichst)!!« da» Heimat«recht in einer österreichischei, Gemeinde erlangn. Be-dingung ist. das« diese Personen nach eingeholter Zustchernng drr Ausnahme in einen Gemeinde-verband da« österreichische Staatsbürgerrecht er-worden haben. Definitive Hof-, Staat«-, Lande«-. Bezirk«-Vertretung» - und öffentliche Fondsbeamte und -Diener, weiter» Änfttiche. öffentliche Lehrper-sonen uud endlich L k Roiare werden vc» diesem Gesetze nur insofern berührt, al« sie mit dem Antritte ihre« Amte« da« H uiiatsltcht iu jener Gemeinde erlangen, in welcher sie ihren ständigen Amtssitz haben. Zu bemerken ist noch, dasH, fall« eine Ge-meinde ei» Gesuch um Ausnahme in den Ge-meindeverband innerhalb sechs Monate nicht er-ledigen sollte, dem Bewerber um da« Heimatß-rrcht da« Recht zusteht, sich an die der Gemeinde vorgesetzte politische Behörde, d. I. an die t. I. BezirkZhauplmannschaft. bezw. in Städten mit eigenem Statut an die k. k. Statt Haltern zu wende», welche die Entscheidung trifft. Diese Behörde» treffen auch in dem Falle die Entfchei-dung. weun der Brnxrber wobl glaubt, deu at> fetzlichen Bedingungen zu entspreche«, die Ge-meinde aber dennoch da» Heimat«recht verwei-gest- Ulizu äffig ist e«. die Ausnahme in den Gemeiudeverband aus eine bestimmte Zeit zu beschränken oder irgendwelche Bedingung daran zu knüpfe». Hiermit ist der Hauptinhalt de« neuen Hei-matSgesetze« erschöpft. Dasselbe wird sicherlich nicht verschleu. eine» wohlthätige» Einfluß auf die Finanzen der ohnehin überbürdeten Landne-meiuden auszuüben und hierdurch auch der landwirtschaftlichen Bevölkerung Nutzen zu schaffen. ichnapp, H» las«««« Sri«! »«»ichi. *** l»l I «M all , » ; i — Mrmlftht »«iirrJuli — prfl. (.so bei Odlanhe, JWarturo- «mewirftfftelfe | SelSst d»» größt» | ^ Griesgram Lustige «KcfiWrspiel U4t7" a«t« «q,»!»,«. tonn ■. umiiitt sich dad>> MOttt« M ttlilh. «tanke. Marburg, preis ß. l.80. »at«»»g «ab uud »«wicht Btitlrifcnftf «chmtttprn» inT «. K | «eize,....... tvm........ G«ß»....... 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Ein paar Weiber und Mädchen ans dein Dorfe weiter oben, dessen Häuser zwischen dem Wrfiti der Olivenbänme sichtbar sind, stehen plaudernd am Ufer und schaue» de» Männern zu, lege» wohl auch da und dortselbst mit Hand an zur schneller» Rüstung. Andere tragen de» Spinnrocken in der Hand uud ziehen emsig de» weine» Faden der Schakwolle, a»s der sie die Wamser ihrer Männer, ihre Röcke und die seinen Tücher der Faldetta weben. Auf einem umgestürzten Kahne unweit vom Ufer sitze» zwei Frauen; die eine ist alt, uud daS Maudile (Kopftuch) mag wohl graues Haar verhüllen, sie spinnt rnhig und schaut kaum auf', nur wen» zuweilen der Gruß eines Borübergeheudeu an ihr Lhr schlägt, erhebt sie de» Kopf uud nickt leicht. Sie hat ein ernstes, fast düsteres Gesicht mit harten Zügen, die tiefe Fnrchen durchschneiden, auf lauge Jahre der Arbeit uud des Kampfes deutend; aber ihr Auge ist feurig und mag noch Flammen sprühen, wen» die Leiden-schasteu geweckt werden, die die Zeit nicht löschen konnte. Die andere ist ein junges Mädchen, kaum der Kindheit entwachsen ; auch sie trägt, wie alle korsischen grauen, das .. - - Maudile, und die dichte» Falten verhüllen ihr Haar bis auf wenige Flechten, deren glänzendes Schwarz zwischen dein roten Tuche leuchtet, welches dem duuk-le» Tone ihrer Gesichts-färbe einen noch wärmeren Schmelz verleiht. TaS Mädchen ist schön, mit sei-nen edlen, eher strengen Zügen, mit dem glühenden, schwarze» Auge, dessen Macht die lange Wimper nicht dämpft, mit den roten, schwellende» Lippen, vo» denen ein froheS Lachen schallt, ihr Plaudern mit den Gefährtinnen begleitend, da» den Ernst ihres Antlitzes mildert. Ihre jn> »endliche Gestalt ist sehr kräftig und stark, wie sie dem Kinde der Berge ziemt, dem kühnen Mädchen von Niolo dessen Wiege das Mooslager der HirtenEapanue am Monte Retondo gewesen war. Die alte Fran ist die Mutter ihrer Mutter, die nach dem frühen Tode ihrer Tochter und des Schwiegersohnes die Enkelkinder, Mareo und Gianetta, zn sich genommen hat in ihr eigenes Hans im Paese am Meeresstrande. Hat sie doch nie gern gesehen, dan ihr ei»« zige» Kind den Hirten freite und mit ihm zog i.is miwegsame Ge- KM Taö fnnf)gci»erkli(f|c und technologische Museum in Boje«. ,Mit le;t > birgsland, nnd nur mit Groll im Herzen nachgegeben, Unglück »nd ein frühes Ende vorhersagend. Erst der Tod der Tochter und ihres Gatten versöhnte sie und öffnete ihr Herz für die Liebe zu den beiden Waisen. Aber Marco, der Sohn der Berge, mußte ein Fischer werden, wie ihr eigener Gatte gewesen, ihr Bater nnd der Bater ihres BaterS, wie ihr ganzes Geschlecht, und Gianetta daS Weib eines Fischers in ihrem Heimatdorfe. — Aber bis da-hin ist noch Zeit, Giauetta ist noch jung und.die Alte hat noch keilten auserseheu, der des Mädchens würdig wäre. Auch ist sie nicht arm, und was Marianna gehört, ihr Hans, die Kastanien-bäume, die jahraus, jahrein die Polenta liefern, der Lelbanm, denen Ernte Goldes wert, die Fifcherkähne und die Netze und alles, was in der eifenbeschlagenen Kiste in der Ecke der Familie an Gold- nnd Silbermünzen geborgen ist, gehört nach ihrem Tode den Geschwistern; Gianetta ist ein Mädchen, zu dem nicht jeder ausschauen kann. Die Alte nimmt keinen Teil an dem. was um sie vorgeht; sie ist ganz vertieft in ihre Arbeit, während die der schönen Enkel-tochter oft feiert. Seit einigen Minute» weckte eine regere Be-wegnng dir verdoppelte Aufmerksamkeit des Mädchens; die Ge-fpielinnen. mit denen sie eben noch gesprochen, verliehe» sie nnd gingen hinab an den Strand, »nd anch Gianetta machte jetzt Miene, ihnen zu folge». .Bleib'!" herrschte die Alte, die Absicht des Mädchens erratend. Gianetta setzte sich und nahm ihre Spinnerei wieder anf, mechanisch. ohne einen Blick von dem zn verlieren, was am Ufer vorging. Eine fremde Barke legte eben am Strande an, schon geraume Zeit hatte mau sie von ferne beobachtet. Ein einziger Mann lenkte sie; die phrygische •« Mütze sah keck auf seinem schwarzen Haar, sein jugendliche», sonngebräuntes Gesicht war gerötet vo» der Anstrengung des Ruderiis, das Wams hatte er abge-worfeu, eS lag im Kahne bei den Fischergeräten, feine kräftigen Arme zogen das Segel ein, das, vom Abend-winde geschwellt, ihn ans Gestade getrieben hatte. Jetzt rief er die Männer, und feine frische Stimme schallte zn Gianetta und zur alten Marianna. Leo-tere fuhr beim ersten Tone auf und dir Augen mit der Hand beschattend, spähte sie uach dem Ankömmlinge. .Bei der Madc>»na," sagte sie dann zu einer Frau, die eben an ihr vor-überging, .eS ist Paolo Ri-betti; was thut er hier?" .Wirklich, er ist'S," e»t-gegnete die Angeredete, eine ebenfalls schon bejahrte Fran: ein sehr seltener Gast an nnierin Strande! — Wozu ist er gekommen? Will er Ztreit anfange» mit unsern Burschen? Es ist ein zänkisches Geschlecht, diese Ri-betti; man hüte HanS und Hof vor ihnen, ihr Befnch bedeutete »och »ie Gutes." liabt recht, Feliciua," sagte Marianna; „wir wissen es,. die Jungen haben eS nie recht begriffen. Bleib' hier/ fügte sie A» drin Mädchen bei, das Miene machte, sich zu überzeugen, ob der fremde wirklich so schrecklich fei. .WaS ihn nur hierher führt?" fing Felicina wieder an; .ich will doch einmal hören." Damit ging sie der Gnlppe am llfer zu, während Marianna weiter-spann; aber doch war auch deren Aujmerksamkeit geteilt, und sie schaute mehr auf das, was am Strande vorgehen mochte, als auf ihren Faden, und wies die Enkeltochter nicht mehr zurecht, die aufgestanden war uud auf de» jetzt laut Sprechenden Härte. ^Nicht vielerwiderte. Felicina. zu Marianna tretend. „Paolo Ribetti» Kahn hat Schaden gelitten, und er ver-langt die .Hilfe unserer Man-»er zur notdürftigen Ausbesserung, um die Heimfahrt gegen den Wind wagen zu können." .Sie dürfen ihm die Hilfe nicht weigern," rief Gianetta eifrig, .er ist ja kein Feind!" „So meinst Dn!" gab Marianna eilig zurück. «Es ist Friede zwischen Pr«feff»r Max Müller. «Mit Ie;t.» den Sippe« und Dörfern," sagte hieran? das Mädchen > „und, was hat er denn gethan?" .Heilige Madonna," rief Marianna entrüstet, „sie fragt! Hast Du die Bendetta (Blutrache) vergessen, die wir geschworen haben von Geschlecht zu Geschlecht, bis das Blut des letzten Ribetti das der Geutili gesühnt hat! Hast Du es vergessen, Du, die Tochter des Hauses, die das Vermächtnis weiter tragen muß ans Kinder und Enkel?" .Nein, ich habe eS nicht vergessen," sagte Gianetta: aber in ihrem Tone lag Trotz, es war, als frage sie in Gedanken: was kümmert mich ener Ha«; heiße ich Geutili? Und laut fügte sie bei: »Aber noch besser weiß ich, daß der alte Haß ausgelöscht worden, daß die Sippen Frieden geschlossen habe» und daß die Hand aller gegen den sich erhebt, der nicht heilig hält, was die Parolanti (Friedensvermittler) gesühnt haben." .Willst Du mich lehren, was ich hochhalten soll?" entgegnete die Alte gereizt. .Wer hat geschworen? — Nicht ich? Nicht Marianna vergißt die Rache — und wenn sie schläft — der Tag wird kommen, wo sie erwacht!" .Mutter, es ist schon lange her," siel Gianetta beschwichtigend ein. .Lange her!" wiederholte die Alte. «Wie lauge ist es denn? Sind eS wohl sechzig Jahre? Eine Spanne Zeit ist eS, nicht groß genng. »in anch nur einen Tropfe« Blutes zu verwischen, der damals floß! Ist mir'S doch wie heute! — Uud war es nicht mein eigener Bruder! Stramm nnd kräftig, wie die Pinie der Berge, ging er des Morgens fort, stolz trug er das Haupt und stolzer noch den Sinn — und des Abends legte» sie ihn nieder zn meinen Füßen, die mörderische Kugel in der Brust. Ich selbst sang ihm den Bocero, uud mit jedem Tone der Totenklage schwur ich Rache, Rache mit einem ganzen Geschlecht! Und damals an seiner Bahre, als das Blut seiner Wunde an meinen Finger» kiebte und meine Hand ihm die erstarrten Augenlider schloß, da standen sie bei mir, die eisten drr Paese. nnd machten meine Rache zu der ihrigen, meinen Haß zum gemeinsamen! — Sechzig Jahre! Ist dir Zeit zn lange? Schläft die Bendctta schon? — Und schläft sie in allen -- Marianna hält sie wach, so lange ein Atem-,',i:g in ihr lebt, und die Kinder ihrer Kinder sollen sie übernehmen als heiligstes Vermächtnis! — Dn weißt, was wir gelobt, Feli-, i»a, Dn standest nebe» mir, Du sangst mit mir die Strophen des Bocero, Tu legtest den Toten mit mir auf die Bahre, und ge-ineinsam schmückte» wir sein Grab." .Ja, ich weiß es," sagte die andere; .aber aufgehoben ist der Schwur, nnd Friede ist geschlossen zwischen de» Geschlechter»." .Friede!" höhnte Maria»»«, „warum Friede? Weil sie feige sind und das Gericht i» Eorte fürchte». Schöne Korsen dies, die sich vor einem Stück Papier fürchten! Wie oft schon stand Todes-strafe ans dein, der die Vendetta übt — ist sie darum unter« blieben? Was ist denn heiliger, der alte Brauch, oder das neue t^rietz? — Ungestraft höhne» die Ribetti, daß unter dc» Geutili kein Man» ist, der ihnen standhalte. Kei« Man»? Ja. aber ei» Weib ist da, das Rache nehmen wird, so wahr die Ma-d.'iina im Himmel thront. .Die Madonna hat Deinen Bruder gerächt, Marianna.■ 2 ^ .Nennst Dn dies Rache, Felicina? Findet nicht anch der schuld-lose Hirte sei» Grab, wenn der Gewitterstnrm ihn vom F:lsen herabschlendert in die bodenlose Tiefe? — Verschlingt da» Meer nicht mehr als hundert Brave, bis es einem zum verdienten Grab wird? Die Madonna rächt nicht, sie zeigt »ur, wie zermalmt, zertrete» iverde» soll daS ganze Geschlecht des Mörders." .Ist nicht genng Blut geflosseu seit damals?" sagte Felieiua. .Genng? So lange »och einer atmet von den Söhnen deS Mörders, so lauge ist eS nicht genug," sprach Mariauna dumpf. .Schmach darum über de», der die Hand znr Hilfeleistung bietet dem Enkelsohne des Mörders?" Bei dc» letzten Worte» stand sie rasch ans, »nd mit einer Rüstigkeit, die ma» ihre» achtzig Jahren nicht zugetraut hätte, eilte sie hinab ans Ufer, wo die Bursche» mit Paolo verhandelte». Gianetta und Felicina folgten ihr. .Wollt ihr nicht helfen, so sagt'S," hörten sie jetzt die Stimme des Fremde», der a»s Land gestiegen war. „Ich habe keine Zeit zn verlieren." „Warum sollen wir nicht?" entgegnete ei» alter Fischer; .wir haben nichts gegen Dich, Dn siehst, wir ließen Dich ungestört nahen." „So!" erwiderte Paolo mit leichtem Spott. .Freiwillig be-trat ich euren Strand nicht, das wißt ihr. Paolo Ribetti ver-gißt nicht das, woran ihr denkt. Aber er weiß wie ihr, daß dem Korsen heilig ist die Psticht der Hilfeleistung in der Not." .Ei, sieh da," siel die alte Mariaima ein, „der Gelbschnabel will uns belehren! — Wer hat Dich denn geheißen, an unserem Straud beizulegen? Wir kenne» die Schliche; bist wohl gekommen, Dir helfen zn lassen, um dann prahlend Dich zn brüsten: sie haben nur gedient! — Besser wäre es, Du zögst Deines Weges, unsere Bnrschen haben anderes zn thun." Ein glühendes Rot überströmte Paolos Stirn, seine Hand hob sich krampfhaft, die Zornesader auf seiner Stirn schwoll an nnd er biß die Zähne zusammen, nm nicht zn sprechen. Aber nicht ihn allein empörten die Worte der Alte», mancher empfand sie peinlich, »nd es hätte sich schon einer gefunden, der sie zurechlgewieseu, denn alle, selbst die Heiligsten unter ihnen, fühlten, daß Mariauna zu weit gegangen war, aber jeder schwieg ans Ehrfurcht vor dem Alter nnd dem Ansehen der Fran. Da legte sich GianettaS Haud auf dc» Arm der Erregten. „Mutter!" sagte sie flehend, leise zwar, aber doch entging ihr Wort dem Fremden nicht. — Er sah anf daS Mädchen und beim An-blick ihrer Schönheit schwand sein Unmnt, sein Auge blieb an ihren Züge» haste» utib keines ihrer Worte ging ihm verloren. — „Mutter, reize nicht zum Streite um Geringes, der Tag möchte kommen, wo die Heiligen uns strafen nnd den Sieg in einer großen Sache in des Feindes Hand legen, da-ritm, weil wir ein heiliges Ge-bot mißachte-ten." Nun wandte sich die Alte nn» willig zurEuke-lin, ei» strenge» Wort schwebte auf ihrer Zunge, des Mädchen» Kühnheit zn rü> gen, als Paolo rief! .Dank, schönes Mäd-chen, für Eure Fürsprache, doch spart sie nur, ich brauche sie nicht »nd euch kann sie nur schaden. - Paolo Ri-betti wird auch alleinfertig, nnd wenn seinMesser nngehört in der Scheide klirrt, so ist's »ur, weil er nicht mit Weiber» kämpft." .Lho, nicht so rasch, mein Bnrsche!" rief der alte Fischer; .noch haben wir die Hilfe nicht geweigert, sag' erst, woran eS fehlt." .Ich dank' euch," entgegnete Paolo spottend, .eure Mütter möchten schelten Auf ein andereSmal, dann aber ohne die Weiber." Hr. Freiherr Hermann von Mittnach». (Wtt legt.) «tut »rildr. Müller. Stünden. .Er höhnt. und wir solle»'» hinnehmen!' riefen die Bursche». .Schande über die Memmen!" murrten die Frauen. Und schon blitzten die Messer in der Abendsonne. Paolo war in seinen» Kahne beschäftigt, die leite Stelle zu ver-stopfen. Jetzt wandte er sich nm, aber er zog kein Messer, da» seine steckte ruhig in der Scheide am ledernen Gurt, nur seine Finger spielten nachlässig mit dem Griff. Mit einem Blicke Übersah er die erregten Gesichter. .Nur her. stovt zu!" sagte er ruhig. .Verteidigen nützt ja doch nicht» gegen so viele.' „Was giebt'» denn hier?" ertönte jetzt eint neue Stimme hinter den andern; »Iaht mich auch dabei sein.' Die Streitenden kehrten sich den» Ankommenden zu. Gia-netta eilte ihm entgegen. .Marco!" ES war ein schöner junger Mann, deffen kräftige Gestalt sich gut mit Paolo Ribetti messen tonnte. Er trug die Jagdflinte ans der Schulter nnd ein paar Adlerfedern steckten au seiner Miitze. .Was giebt es hier?" wiederholte er, der Schwester die Land reichend, die ihm mit raschen Worten, oft nnterbro-chen von den ander», de» Hei'» ga»g der Zache erzählte. wäl>-re»d Paolo im Kahne stand, ans ein Ruder gestützt, zuhörte und ganz zn vergessen schien, daß er Eile habe. Seine flammende» Blicke weilten auf dem Mädchen, al» müsse er sich Gestalt nnd Miene der schöne» Feindi» einprägen für alle Zeiten. .Was zögert ihr denn, Freunde!" rief Marco, nachdeni er erfahren, um wa» e» sich handelte. .Kommt ihr, die ihr im Bau der Barken bewandert seid, laßt uns sehen, ob wir hel> sen können." Er sprach in einem entschie-denen Tone, dem man anhörte, das; anch er in besonderem An» sehen im Dorfe stand. .Und ihr," wandte er sich zu den Frauen, .würdet wohl daran thun, für das Nachtmahl zu sorgen, das uns »ach der Arbeit labe.' Die Weiber ge-horchten zögernd. Marianna war unter den letzten. .Geh' nur, Mutter,' sagte Marco, ihr Zögern bemerkend. „Es ist besser so, Gianetta hat recht." .Ja. ja, so seid ihr alle.' mnrmelte die Alte, .ihr seid ein aiidereS Geschlecht." Aber sie folgte doch der Weisung, Gia-netta mit sich ziehend. .Komm. ivaS hist Du noch zu zögern." sagte sie im Gehen zu den, Mäd-chen, da» sich nochmals nach den Männern umwandte und gar gern gewußt hätte, wie sie mit Paolo Ribetti zurechtkommen würden. — Noch hielten die Hände die Waffe», noch blitzten die Mingen der Messer, und der Unmut war noch nicht gewichen; noch zögerten sie, der Aufforderung MarcoS Folge zu leisten, und Paolo war aNein in seiner Barte beschäftigt. .Warum verweilt ihr noch," rief Marco, die Flinte zur Seite legend uiib sei» Wo ms vo» der Schulter streifend, .wo sind die Werkzeuge?' .Laßt es gut sein." sagte Paolo, .ich will dem Zwang nicht» verdanke», „ich tonune wohl auch allein zurecht.' .Gut, wie Ihr wollt,' eutgegnete Marco, .aber dann jagt nicht, wir hätte» Euch die Silke verweigert.' .Darum sorgt nicht. — ich vergesse nicht».' .So? Aber wozu die Halsstarrigkeit? Zeigt, daß e» Euch so ernst ist wie uns, de» Frieden z» wahren, de» wir gemeinsam gelobt.' Ein seltsames Lächeln spielt« nm Paolo» Lippen, al» er ant« Der biise Vetter. Räch brm Lriginalaquarcll von I. 91. Mehl». (Wii Zr(l.) wortcte: .Ich nehme eS nicht minder genau, als ihr mit dem Gelobten, »nd damit ihr seht, daß es mir ernst ist, so wiederhole ich letzt meine Bitte: gewährt die Hilfe, um die ich euch ansprach." Rnn fände» sich ge»»g Hände znr Hilfe, und die noch vor wenig Minuten den Fremden mit feindlichen Blicke» gemessen, arbeiteten sür ih» »nd mit ihm, zuerst schweigend, argwöhnisch, oft nach ihn« schielend, was dieser aber nicht zu bemerken schien; denn wenn er ausschante, sah er u»r «ach Marco, wohl öfter, als nötig war, als ob er sich die Züge dessen ganz genau einpräge» wollte, aus dem die Pflicht der Rache lag. als legtet» männlichen Sprosse des Geschlechts des von feinem Grobvater Erschossenen. (tjortfetzuitg folgt.) « Im Alter. ifli« wird nun all,» so still« wilder! Die «benbglocke» herüberklingen: !?So war mir'e oft in bet Kinderzeit. versunken nun mit Lust und L«id Die väche gthen rauschend nieder Die Thäler, die noch einmal bilden; Durch bi« Mmmmibe Einsamkeit, Nur Ijintft b«m stillen Walde weit Kaumnochhörtman«in«nHirt«nstng«n! NochAb«ndröl« a» den vergetspitze», «u» all»n Dörfern, Schluchten w«it Wi« Morg«nr»t der Ewigkrit. Joseph grriherr von »ichendorst. DaS »iinstgrwrrblich« und technologische Museum in Boze». Minen in der Stadt Vozen erhebt sich drr alt« ehemalig« Herrensitz Hurlach, der nach Entwürfen bei Maler» Prosessor «loi» Delng »u einem kunstgewerblichen unb technologischen Museum umgebaut wird. Ueber den »ellerräumen wird «ine Maschinenhalle «ing«richttt, «inig« Säl« sind für da» Archiv und dir Skulptur-sommlnng bestimmt. Der Kort«n soll al« botanisch- Anlag« au»g«staltet w«rb«n. «m Wcslknd« b«» «arltn» ist «in« Hallt für ««in-, Obst- und Blum«nau»strllung«n geplant. Im Hochvarterr« wird ein« tirolisch« Ehren-und Ruhme»halle zu sehen sein: s«rn«r wird man in andern Räumen «äffen-. Sostüm-, Werkzeug- unb Jnstrnmenlensammlungen sinben, dann Trachten unb Bolk«thpen der einzelnen Thäler von Tirol. Prosessor Franz von Defregger hat in lieben«wiirdig«r Weis« sei»« fachkundige Mitwirkung zugesichert. Max Müller. In Oxford verschied am 2«. Oktober v. I. Prosessor Frirbrich Max Müll«r, der berühmte Svrachg«l«l,rte und Ean»kritsorscher. Ei» Sohn deutscher Erbe, ab«r schon feit fast fünfzig Jahren in England lebenb, hatt« «r sich die Lieb« zu s«in«m «eburt«lande bewahrt und sich der deutschen Wissenschaft stet« förderlich erwiese» Hm 6. Dezember 1823 zu Dessau al« Sohn be» Dichter» Wilhelm Müller geboren, widmet« sich Max Müller aus der Universität Leipzig d«r Philologie unb trieb b«sonb«r» Zan«kritstudien al» beren erste Frucht 1844 ein« deutsche Uebersetzung der indischen Fabel-lammlung,,Ilitop»854 ordentlicher Professor für neuer« Sprachen und Litteraturen nnd 18(1!) Proseslor für verglrichrnde Zvrachforichung. Räch Begründung der Nniversität Straßbnrg wurde er dort-hin berufen unb hielt auch Vorlesungen, kehrte aber balb nach Oxford zurück. Sein« Lehrthäligkeit gab rr 187«; ans, um sich gan, der Herau«gab« ber .Hei-iigen vücher de« Osten«" zu widmen, einer englischen Uebersetziing antiker orientalischer Religio»«lchrift»n, die mehr al» siebzig W»nb« zählt. Dr. Freiherr von Mitmacht. Räch einer mehr al» fünfzigjährige« Thätig-keit im wiirttembergischen Staat»biens> hat unlängst I>r. Freiherr von Miti-nacht unter Perufung auf sein hohe» Alter um Enthebung von seinem Poste» nachgesucht. Mit ihm scheidet der letzt« von den Slaa««mä»nern. die beim Abschluß der versailler Verträge unb bamit an ber R«>ib«gründung be» D«ut. sch«n Reich«» beteiligt waren, au» bem aktiven Staot»dienst. volle breiunb-dreißig Jahr« geHirt« von Mittnacht bem wiirttembergiichen 2taat«i»i»>steri»m an: im Jahre 1807 wurde er zum Justizminister ernannt. 187? zum Minister der »»«wärtigen Angelegenheiten, und war seit 187K Ministerpräsibeiit. Er ist am 17. März I82S in Stuttgart gebore». Der böse Vetter. Kuno ist sonst seinen Väschen Els« nnd Hedwig ein guter Kamerad. Ab«r manchmal treibt ihn doch sein knabenhafter Uebermut, ben beiden Mädchen einen Schabernack zu spielen. So meint er anch heute, wie Slse und ihr kleine« Schwesterchen bei dem prächtigen Winterwettcr aus dem Schlitten spazieren fährt, die beib.» mit leinen Zch»eeb.ille»wl,rfe» de< lästigen zu müssen. Dieie ttiim zwar nicht wehe. a!'>r dir kleine Hedwig siirchiet sich gar zu sehr vor ihn«», so baß >hr hei>ie Thrüiieu f»tcv d!« roten Stuben«! „«ur noch die» letzte Mal bitte ich um ei» Tartehen. Initi, komme ich nicht wieder!" Philister- »Ja, da» fürchte ich elien auch!" Wange» rolle». le»halb rufst sich Eist out > und indem sie bi« Schwester mit ihrem Körper deckt, erwideit sie Uu»o1 Schneeball.nwürse. so daß dieser gerne »achgirbt nnd di« Schwestern in Ruh« läßt. 7©%. Pariert. Professor: „Ich sagte Ihnen in d«r letzten Stunde, mein« Damen, daß da« «ehirn beim Mann größer ist al« bei ber Frau: wa» schließen Sie baran«. Fräulrin Anna?" — vackfifch: .Peim «ehirn kommt e» nicht ans bi« Ouantität, sondern auf bie Qualität an." Auch ein laleut. Vorm unb: „Ich begreife nicht, wie Du so diel trinken kannst!" — Student: .Ich wunder« mich selbst manchmal, — «» muß rrine Begabung sein!" Im (fifer. Eine» Tage« richtete Richard Wagner in Prag vor der Probe zu s«i»«m .Lobengri»' eine kleine Ansprache an da» Orchester, in welcher er zu dem Ende anch einzelnen Instrumente» von vorneherri» gewisse Winke erteilte. Auch dem Pauke»schiäger wurde die Notwendigkeit präcisesten Einsähe» sür mehrere Stellen an» Herz gelegt. Da« verdroß jedoch den alte» Duffek, ber 35 Jahre hinburch den Schlegel geführt und sich noch nie um ein Achtelchen verzählt hatte, und halb zornig, halb im loue de» Tiefgekcäukteii stieß «r bi« Erwiderung hervor: »Herr Kapellmeister, ich hab« schon im „Loh«n< gtin" mitgewirkt, al» Sie »och gar nicht auf ber Wel> waren I" — Natürlich brach hieran? alle« in ein schallende» «elächter au». K. & X*%j& IMMU'IZI C* I6Zö »rberwinterte Levkoje« und Goldlack, die im Keller oder Mistbeetkasten stehtn, benötige» auch im Wi»t«r frisch« Luft. Mo» öffn« d«»halb bi« F«nst«r sobald schö»»« Wetter ist. Mit dem Beziehe» der Zöpfe muß man vorsichtig fein. Zu trocken gehaltene Pflanz«» verlieren bie Blätter von unten; zu feucht gehaltene verfaule» leicht an der Wurzel und am Stamme. l^iockeiiformige Ztrohkörde können auch in der Weise vor Winterkälte geschützt werden, baß man einen etwa» größeren, leeren Kord darüberstülpt. Die Löcher in ben Strohwänden, welche von den «»»gezogenen Stäben herrühren, sollen mit Lehm verstrichen werden. Maiblume», welche im Zimmer getrieben werden sollen, blühen viel williger, wen« bi« in Töpfe gepflanzten Triebe erst längere Zeit im Freien gestanden sind. Die Kälte schadet ihnen nicht, doch dürsen die gefrorene» Töpfe nicht unmittelbar in bie Wärme kommen, sonbern müsse» erst a» einem bunklen, kühlen Ort langsam au«ziehe». vilderrätsel. m Auslosung folgt In nächster Kummer. ö \V Kryptogramm. Tie Buchstaben in ncbtilflelienbtr ftifliir stnb |o zu ordne», bah sech« sich kreuze»».' werter entstehen. Tie «Srter in den verti-kalen Reitini bezeichnen! l) Sin See i» Oder» Dotiern. !!) (tine Stahl in Pommern. 1) Hin fossile» Harz. — Die Wörter in bin Homo». talen Reihe» bezeichnen! I» Sin russische» Äoudernenient. i) (Sine Südfruetit. I) JJin Tors in Lchtelien. bekannt durch den Eiez iv'.iichet« übet die granzosen. P s ' ■ ftlei». Logogriph. Ich bin ein« Münze au» stldern Metall. IliilerLternen und ««reisen e ctiinet mein Schalt; loit ftifit man ein Zeichen am RmH mir »och n». (ilncii Meerbusen der «ordsee nenne ich bann. Johanne» Hetpe. «nflSsung folgt l» nächster Aurnmer. ?!iie siechte oordetialie». —— ~ «erantwortiiche MtdasHon von »titfl Pietfler. KOturft »Nd her°u»ge,ede« Don Äreirer » Psctlser in il-ttgarl.