___________Freitag, 28. Iilnnn 1898._________ IahMng 117. Ollibacher Zeitung. ^?"«t«t<«nSpreiS: Mit Poftverlendun«: ganzjährig fl. 15, halbjährig sl. ?'ü». Imllomvtoir: ^ Dif Laib. Itg,. erscheint tHglich, mil Auinahmc der 2onn> >md sseierlagt. Die NbminMr«««»» bssinbet slch ^"g s>. N, halbjährig viertel,ährig . !» » 75 » lNonatlich... I . 2» . monatlich... — » V» » ^,. Für die Zustellung ins Haus für hiesige Abonnenten per Jahr 1 Gulden. u„ MU" Die Pränumeratwns - Velrage wollen ""rwfret zugesendet werden. Jg. V. Kleinmayr sc Fed. Hamberg. Amtlicher Theil. ^ Seine k. und k. Apostolische Majestät haben mit "Uerhüchstcr Entschließung vom 23. Jänner d. I. oen Director der landwirtschaftlich-chemischen Versuchs« Nation in Wien Professor Emerich Meißl zum andwirtschaftlich-technischen Consulenten im Ackerbau-lUliistenum zu ernennen und ihm aus diesem Anlasse "lfrei den Titel und Charakter eines Ministerial-lathes allergnädigst zu verleihen geruht. BYlandt w. p. Seine k. und k. Apostolische Majestät haben mit "Uerhöchster Entschließung vom 22. Jänner d. I. oem Oberinspector der österreichischen Staatsbühnen ^nz Gattinger anlässlich der erbetenen Uebernahme in den bleibenden Ruhestand den Titel eines "Werungsrathes mit Nachsicht der Taxe allergnädigst ä" verleihen geruht. „ Seine k. und k. Apostolische Majestät geruhten """gnädigst zu verleihen: das goldene Verdienstkreuz: y dem Wachtmeister Franz Steininger, des "Mdes-Gendarmerie-Commandos Nr. 8 in Linz, in ""Erkennung seiner besonders hervorragenden Leistungen ""lasslich der im Sommer 1897 in Vötlabruck statt-»eyabten Hochwasser-Katastrophe- das silberne Verdienstkreuz mit der Krone: H dem Postenführer, Titular-Wachtmeister Anton ^l me, des Landes.Gendarmerie.Commandos Nr. 8 in Linz, in Anerkennung seiner besonders hervorragenden Leistungen anlässlich der im Sommer 1897 im politischen Bezirke Gmunden stattgehabten Hochwasser.-Katastrophe, und das silberne Vcrdienstkreuz: dem gewesenen Wachtmeister Johann Iesser, dem Postenführer, Titlllar Wachtmeister Wilhelm Neichel sowie den Gendarmen, Titular-Postenführern: Johann Blaczek. Peter Schraml und Adolf Olbrich — alle des Landcs-Gendarmeric-Commandos Nr. 8 in Linz, in Anerkennung ihrer besonders hervorragenden Leistungen anlässlich der im Sommer 1897 im politischen Bezirke Gmunden stattgehabten Hochwasser-Katastrophe. Seine k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 23. Jänner d. I. dem Director der Wischauer ersten Contributions-fonds'Sparcassa, Grundbesitzer Johann Taus in Drysic, das goldene Vcrdicnstkreuz allergnädigst zu verleihen geruht. Seine t. und l. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 24. Jänner d. I. dem Director der Bibliothek und des historischen Museums der Reichshaupt, und Residenzstadt Wien Dr. Karl Glossy den Titel eines Regierungsrathes mit Nachsicht der Taxe allcrgnädigst zu verleihen geruht. Seine k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom II. Jänner d. I. dem Saalthürhüter Josef Keck anlässlich der über sein Ansuchen erfolgenden Versetzung in den bleibenden Ruhestand in Anerkennung seiner vieljährigen treuen Dienstleistung das goldene Verdienstkreuz allergnädigst zu verleihen geruht. Kundmachung deö Handclsministerinms vom lj. Jänner 1898, womit nachträgliche Bestimmungen zur Aichordnung vom 19. December 1872, R. G. Nl. Nr. 171, beziehungsweise zum sechsten Nachtrage zu derselben (Kundmachung des Handelsministeriums vom 12. August 1879, R. G. Bl. Nr. 106) veröffentlicht werden. In Ausführung des Gesetzes vom 23. Juli 1871, N. G. Bl. Nr. 10 ox 1872, womit eine neue Maß. und Gewichtsortmung festgestellt wurde, wird nachstehender, von der k. k. Normal-Aichungs-Commission erlassener Nachtrag zur Nichordnung vom 19. December 1872, R. G. Nl. Nr. 171, beziehungsweise zum VI. Nachtrage zu derselben (Kundmachung des Handelsministeriums vom 12. August 1879, R. G. Bl. Nr. 106), zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Koerber m. p. Oreiunddreitzigster Nachtrag «ur Aichordmmst vom 19. Veeember 1872, zu ß 28, die Schnellwagcu betreffend. In Ergänzung des Z 28 der Aichordnung, be« ziehungsweise des sechsten Nachtrages zu derselben (Kundmachung des Handelsministeriums vom 12. August 1879, R. G. Bl. Nr. 106, wird bestimmt, dass zur Aichung und Stempeluug auch solche Schnellwagen jeder Tragfähigkeit zugelassen werden, welche mit einem für beide Schneiden (üastvunkte) dienenden unabnehmbaren Lastgehänge versehen sind. Wien am 14. December 1897. Die l. l, Normal'Nichmlsss-Commission: Tinter m. p. Der Minister für Cultus und Unterricht hat den Supplenten am Swatsgyinnasiunl in Trieft Raimund Gruber zum wirklichen Lehrer an der deutschen Abtheilung des Staatsgymuasiums in Trient ernannt. Nichtamtlicher Theil. Landtage. Sitzungsberichte vom 26. Jänner, Der niederösterreichischeLandtag nahm den Antrag des Landesculturausschusses an, dahingehend, die Regierung sei aufzufordern, durch eine entsprechende Verordnung den Curschmieden die Ausübung der thierärztlichen Praxis zu gestatten, ferner' den Antrag Oberndorfer, welcher den Landesausschuss beauftragt, eine Vorlage auszuarbeiten, betreffend die Einrichtung praktifcher Curse zur Anleitung der ersten Hilfe bei Viehkrankheiten. Der Schulausfchuss des nieder österreichischen Landtages beschloss heute die Wiedereinführung des Religionsunterrichtes an den oberen Classen der Landesrealschulen. Im oberösterreichischen Landtage beantragte Abg. Dr. Ebcnhoch namens der Majorität Feuilleton. «Wer soll der Herr sein?» . . Das ist der Titel eines altbekannten und doch A, 5s l S"s°n mit neuer Besetzung und glänzender "Usstattung gegebenen Familiendramas. Einmal wird "^ Form des lustigen Volksstückes gewählt, und die w A Dielen des Bauernhauses bilden dort die Bretter, Me die Welt bedeuten sollen. Der andere Theater-"Hter bringt das gleiche Sujet in Gestalt eines hoch-"laniatischen Trauerspieles, welches sich auf dem Mtten Parket der lnxuriöfen Welt abfpielt, auf die Mne. Das Problem, welches in beiden effectvollcn gucken gelöst werden soll, und um welches Personen "Nd ßandlung mehr oder minder geschickt herum-»ruppiert werden, gipfelt in der Frage: Ob es verlustig und für den Hallsfrieden förderlicher ist, wenn "^ Frau ober wenn der Mann das Regiment m der ^he führt. . Wir wollen uns nur auf einige Andeutungen "Mränkcn, wie dies geschickte Theater-Recensenten zu lyun pficgen, um das Publicum erst recht neugierig «u machen und zum Besuche der Vorstellung zu vcr° Uassen; die Anwendung aufs wirkliche Leben ilber- "Mn wir dem aufmerksamen Lefer. . Also in dem Lustspiele kommt ein flotter Student "3. Gebirge, verguckt und verliebt sich in das Wnts-Merlein und führt sie heim. Man sollte meinen, ^ ihm als dem Klügeren. Welterfahreneren gerne v"5 y^H, zuerkannt würde, das Negwent zu führen, dafs die einfache Frau sich dem kenntnisreichen Manne unterordnen würde. Weit gefehlt! Hier, allerdings nur iln fingierten Leben, zeigt sich merkwürdigerweife, dass die Unvernunft den Sieg davonträgt, dass der Klügere nachgibt, des lieben Hausfriedens willens auf das Recht verzichtet, seine Ansicht zur Geltung zu bringen und sich in der scheinbaren Unterordnung, welche zu vielen lustigen Scenen Veranlassung gibt, die höhere Freiheit wahrt. Es wirkt äußerst komisch, wenn man steht, wie der Mann, der ja doch der Gebildetere, Einsichtsvollere ist, sich scheinbar der Herrschaft vollständig begibt, und wie das Landgänschcn, das natürlich nicht' auf jeuer Stufe geistiger und sittlicher Bildung steht und die Consequenzen ihrer Handlungen niemals voraussehen kann, doch das Regiment führt und wacker einen Unsinn nach dem anderen darauf los commandiert. Das Tranerspiel zeigt uns rinen unwissenden, mcdrigdenkenden Geldsack, dem ein glücklicher Zufall cine schöne, talentvolle Frau zur Scitc gestellt hat. Man vermuthet, aber durchaus unrichtig, dass der Mann mit beschränktem Horizont sich vielleicht der Führung seiner klügereil Gattin anvertrauen würde. Weit gefehlt! Trotz der abfolutcn Unfähigkeit des Herrn des Haufes, die richtigen Aliordmmge,, zu treffen, dein Hause würdig vorzustehen, sich mit anständiger Gesellschaft zu umgeben, hält er das Scepter fest, begeht Fehler auf Fehler, lenkt das Schifflem dcs ehelichen Glückes auf abschüssige Bahn, die Conflicte häufen sich, bis schließlich Stürme und Orkane das steuerlose Fahrzeug vernichten. Wie sehr verschieden diese beiden Ehcdramen auch äußerlich erscheinen mögen, was den Kernpunkt anbetrifft, das eigentlich bewegende Princip, so ist es bei beiden das Gleiche! In dem Lust. wie in dem Trauerspiele werden im ersten Acte, also dem der Disposition, die Charaktere nur skizziert. Es verläuft, wie im Anfange auch jeder wirklichen Ehr außerhalb der Bühne, alles meist noch fehr ruhig, idyllisch-poetisch, jeder ist im Genusse der honigsüßen neuen Licbc vo,i der Vollkommenheit des Partners so sehr überzeugt, dass noch keiner nach der Oberherrschaft strebt, keiner die Rechte des anderen usurpieren möchte. Wenn aber dann der Vorhang der Illusion zum erstenmal fällt und die Mcnfchen sich in ihrer wahrrn, michterm',, Gestalt erkennen, dann hat das Neben- ,md Mit einander auch schon aufgehört und das Gcgenemander beainnt. Der erste Conflict gibt die vom Schreiber des Stückes geschickt zu beuulMdc Geleamhcit, die Graste der beiden Streitenden richtig zu vcrtycilm, Mi kämpft mit den Waffen, die cr am besten gebrauchen kann Die Heldin führt ihr ganzes Arsenal an Thränen und Lächeln, Klampfen und Küssen ms Feld, der männliche Liebhaber ficht mit geistigen Argumenten oder auch mit brutaler Körpergewalt. Das kriegerische Kampfspicl währt meistens so lange, bis die eine Partei resigniert und die Waffen streckt und die andere als Siegeszeichen dic Fahne und den Pantossel aus hocherhobcner Standarte jubelnd schwingt. Der Hauptunterschied zwischen der Komödie und Tragödie ist nur, dasK in der ersteren das Geplänkel gemüthlich und jovial bis an» Cnde des Stückes durch. Laibacher Zeitung Nr. 22.________________________________________170_____________________________26. Jänner 1898. unter allgemeiner Zustimmung den aufgelegten Bericht des Verfassungs- und Gemeinde-Ausschusses über den Antrag Beuerle, betreffend die Aufhebung der Sprachen-Verordnungen, sofort dringlich zu behandeln. Hierauf erstattete Referent Abg. Dr. Ebenhoch den Bericht, welcher u. a. besagt: Gründlicher als Artikel 19 des Gt.'O.-G. weise die Geschichte sowie die culturelle und wirtschaftliche Bedeutung des deutschen Volkes in Oesterreich scine Stellung an. Die gesetzliche Regelung der Sprachenfrage sei jener im Verordnungswege vorzuziehen. Es sei bedauerlich, dass die Sprachenverordnungen des Grafen Baoeni ohne vorheriges Einvernehmen mit den Vertretern der Deutschen Böhmens und Mährens erlassen wurden. Es sei deshalb zu begrüßen, dass die gegenwärtige Regierung bestrebt ist, dieses Einvernehmen anzubahnen. Der Bericht spricht den Wunsch aus, dafs fich die czechischen und deutschen Abgeordneten Böhmens und Mährens diesem Einvernehmen nicht entziehen mögen. Nur dadurch sei der innere Friede möglich, welcher die sprachliche Drei-theilung Böhmens wesentlich fördern würde. Nur dadurch könnte aber auch die Unterstützung der deutschen Abgeordneten Böhmens und Mährens durch alle Deutschen gesichert werden. Der Bericht gibt dem Bedauern und der Entrüstung über die czechischen Gewaltthaten Ausdruck, welche auf das allerschärfstc zu brandmarken seien. Heute stehe mehr als das Wohl eines einzelnen Volksstammes auf dem Spiele, nämlich die Zukunft des Vaterlandes. Die Deutschen, welche an der Wiege des Habsburger Reiches gestanden sind, müssen für den Fortbcstand des Reiches ihre ganze Kraft einsetzen. Wenn es die historische Aufgabe der Deutschösterreicher sei, über die Rechte und Freiheiten der andern Völker zu wachen, so habe die Regierung anderseits die Pflicht, den berechtigten Besitzstand der deutschen Sprache zu wahren, und, falls ei gestört würde, denselben wieder herzustellen. Dies sei nur durch ein Uebereinkommen zwischen den Vertretern der betheiligten Völker und der Regierung möglich. Die Versöhnung der Völker und die Herstellung deS nationalen Friedens wäre das schönste Angebinde zum fünfzigjährigen Regierungs-Iubiläum des Kaisers. (Beifall.) Der Bericht schließt mit folgenden. Antrage: 1.) Der Landtag des Erzherzogthums Oesterreich ob der Enns spricht die Erwartung aus, dass die t. t. Regierung durch eine baldige, die berechtigten Forderungen der Deutschen berücksichtigende Abänderung der deu deutscheu Besitzstand sowie die Interessen des dcntschcn Volles in Oesterreich schwer schädigenden Bestimmungen der Sprachcnverordnungen vom 5. und 22. April 1897 die gesetzliche Regelung der Sprachcnfragc und hiemit geordnete parlamentarifche Zustände anbahnen werde. Der Landtag spricht ferner unter Betonung der vollen Aufrechthaltung der dermaligen staatsrechtlichen Gestaltung der Monarchie die Ueberzeugung aus, dass zu diesem Ziele am besten eine den thatsächlichen Bedürfnissen entsprechende sprachliche Dreitheiluug Böhmens führen würde; 2.) der Landesausfchuss wird beauftragt, dem nächsten Landtag einen Gesetzentwurf wegen Einführung der deutschen Sprache als alleinige Unterrichtssprache an den öffentlichen Schulen Oberösterreichs vorzulegen. Der Antrag wurde in Anwesenheit aller Parteien ohne Debatte einstimmig angenommen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Im Einlaufe befand sich u. a. ein Antrag des Abg. Wimhölzl und Genossen, betreffend die Bahnverbindung Tricsts mit den österreichischen Hinterländern über Rottenmann, die Tauern und Karawanken. Der galizische Landtag begann die Adresse debarte. Abg. Dunajewski führte aus, der Adress' ausschuss wollte im Aoressentwnrfe die leitenden Grund' sätze des Landtages ausdrücken. An erster Stelle mögen die Gefühle der Dankbarkeit und Liebe für den Monarchen hervorgehoben werden. Die Landesvertreter waren stets bestrebt, die Interessen der Einheit und Machtstellung des Reiches zu unterstützen. Die Adresse betone mit Recht, dass durch die Entziehung des den Landtagen vorbehaltenen Rechtes, die Wahl in den Reichsrath vorzunehmen, die Grundfesten, auf die der Staat sich stützt, berührt werden. Die Erweiterung der legislativen Macht der Landtage und des Wirkungskreises der Landesbehörden würde zur ersprießlichen und raschen Erledigung der Landesangelegenheiten wesentlich beitragen. Die leitende Idee des Adrcssentwnrfes ist, alle Parteien in den principiellen Fragen zn vereinigen und dem Monarchen anlässlich des Regierungs-Iubiläums ein Bild der Eintracht aller Landeseinwohner zu bieten. (Lebhafter Beifall.) Abg. Okuniewski (radicaler Ruthene) ist mit dem Wortlaute des Adressentwurfes nicht einverstanden, spricht sich gegen die Erweiterung der Landesantonomie und gegen die indirccten Reichsrathswahlen ans. Ab° geordneter Iedrzejowicz betont, der Polenclub trat stets für die Einheit und Machtstellung des Reiches ein und zugleich für die Erweiterung der Landesautouomie. Deshalb schloss sich der Polenclub den an denselben Principien festhaltenden Reichsrathsparteien an. Die Reichsrathsmajorität habe keine aggressiven Zwecke und das Deutschthum sei durchaus nicht gefährdet. Die deutsche Sprache nehme in der Armee, bei den Coutrol-behörden u. s. w. die ihr gebürende hervorragende Stellung ein. Abg. Aarwinski (Ruthenc) hebt die günstige Aenderung der nationalen und religiösen Verhältnisse der Ruthenen während der Regicrungszeit des Kaisers hervor, betont die Nothwendigkeit der Erweiterung der Landesautonomie und schließt mit der Versicherung der Treue und Anhänglichkeit für den Kaiser, dem die Ruthencn die Gleichberechtigung verdanken. Regicrungsvertretcr Hofrath Los tritt der Behauptung Okuniewsti's entgegen, dass bei den galizischen Wahlen ungewöhnliche Missbräuche vor» gekommen seien, sowie den Beschwerde» über das Vorgehen der Behörden, welche mit Rücksicht auf den Terrorismus gewissenloser Agitatoren gewisse Maßnahmen treffen mussten. Abg. Sredniewski bringt verschiedene Wünsche der polnischen Volkspartci vor. Abg. Kramarczyt (polnische Bauernpartei) drückt die homagialen Gefühle seiner Genossen aus. Die Debatte wurde sodann geschlossen._______ Politische Ueberficht. Laib ach, 27. Jänner. Sectionschef Dr. Ritter von Hartel ist von seiner Prager Reise wieder inWien eingetroffen. Er hat sich über die Situation an den beiden deutschen Hochschulen in Prag eingehend informiert und wird nuu darüber dem Ministerium Bericht erstatten. Die Sachlage an der deutschen Universität und an der deutschen technischen Hochschule hat sich vorläufig nicht geändert. Im ungarischen Abgeordnetenhaus constatierte gestern in fortgefetzter Audget-Deblltb Finanzminister Lutacs gegenüber den Contraredner^ dass die Finanzlage Ungarns nicht besser und ME schlechter sei als diejenige der anderen Staaten, welff mit ähnlichen Calamitäten zu rechnen haben. M Leistungsfähigkeit des Landes sei angesichts der Phyll> xeraschäden und der schlechten Fechsung des Vorjahr^ geradezu bcwundernswert. Das Ergebnis der durch geführten Conversion sei günstig. Das für die Valuta! regulieritng nothwendige Goldquantum konnte ohn'« neuerliche Belastung beschaffen werden. Das Ergebn^ der Schlussrechnung sei zwar gegen das Vorjahr ^ ringer, aber noch immer relativ günstig. Der Minist^ erklärt, es könnte sich wohl im Laufe des Jahres dl Urn seinetwillen. Roman von M. Lichtenberg. (19. Fortsetzung,) «Da traf mich plötzlich, wie der Blitz aus heiterem Himmel, der Brief Seraphine's, welcher mich an ihr Sterbelager rief. Und beim Anblicke der sterbenden Schwester, welcher, dem vernichteten Testamente zufolge, all unser Reichthum gehörte und welche jetzt mit so rührender Bitte als letzte Gnade von mir Schutz uud Liebe für ihr Kind erflehte, erstand das Bewusstsein meiner Schuld iu gigantenhafter Größe vor meinem geistigen Auge und die bitteren Qualen der Reue verließe» mich nicht mehr. In den traurigen Tagen und endlosen Nächten meiner Krankheit aber, während mich die unsäglichen Schmerzen fast wahn-finnig machten, verwandelte sich mein bisher unklares, schmerzliches Renegefühl in das glühende Verlangen, durch Sühne und Wiedergabe des ungerechten Gutes mein Gewissen von seinen Qualen zu befreien. Doch trotz all meiner Reue schauderte ich doch vor einem öffentlichen Bekenntnis meiner Schuld entsetzt zurück, weil ich es nicht ertragen konnte, unseren alten, edlen Namen dadurch zu bestecken und damit gleichzeitig deine glänzende Zukunft zu vernichten. Auch hätte ich ja durch ein offenes Bekenntnis dich und deine Mutter der absolutesten Armut preisgeben müssen, denn wenn ich wiedergab, was ich geraubt hatte, so blieb euch ja nichts. Auch schien es mir ganz gerecht, wenn Tante Landsberg ebenfalls zur Sühne und Wiedergabe ge-l zwungen wurde. Denn freiwillig hätte sie es nie ge- than! Doch wie das alles erreichen ohne öffentlichen Eclat und Eingeständnis meiner Schuld? Lange fann ich grübelnd darüber nach. Eines Morgens aber, als Seraphine sich mit kindlich - treuer Sorgfalt über mich neigte, nm mir die fchmerzstillenden Umschläge ich weiß nicht zum wicvieltenmale zu erneuern — da sie ja die ganze Schmerzensnacht bei mir gewacht hatte - da kam mir plötzlich, wie eine Erleuchtung vom Himmel, der Gedanke: ,Sernphine muss Bruno's Weib werden, dann ist die Schnld gesühnt und die Ehre unseres Namens bleibt unbefleckt!' Allerdings wusste ich, mein Bruno, dass dir bei deinem von der Mntter anerzogenen Adelsstolz diese Mesalliance mit dem Kinde eines Schauspielers etwas Entsetzliches sein wird, aber eine Helrat mit der rechtmäßigen Erbin ist thatsächlich der einzige Rettungsweg, den es gibt. Da aber Taute Landsberg Seraphine ebensogut beraubt hat, wie ich, und ebenfalls zn sühnen hat, so habe ich es so eingerichtet, dass Seraphine — welcher ich in kurzen: das Geheimnis des Testamentes mitgetheilt habe — selber wählen mag, ob du oder dem Cousin Oswald ihr Gatte werden und somit die Familicnehre retten soll. Dnrch diese von Seraphine zu treffende Wahl habe ich dir wenigstens die schwache Möglichkeit geboten, dieser für dich peinlichen Mesalliaucc zu cut-gehen. Im Falle meines Todes ist mein Rechtsanwalt beauftragt, am Tage nach meinem Begräbnis in Gegenwart aller unserer Verwandten Seraphinc als meinen letzten Willen die Bestimmung mitzutheilen, dass sie entweder deine oder Oswalds Gattin werdeu solle, und sie zu veranlassen, dass sie diese Wahl Laibacher Zeitung Nr. 22._____________________________ 171 _____________........................................._____28,.Iänner 1898. heimer Abstimmung mit 149 gegen 101 Stimmen angenommen. lGaulois> erfährt, dass die Zeugenlistc im Processe Zola in Pariser diplomatischen Kreisen lebhaft kommentiert werde. Die Mehrzahl der vorgeladenen diplomatischen Persönlichkeiten ist der An-M, dass sie in Anbetracht der ihnen zustehenden ^territorialitiit von der Vorladung nicht berittirt werden. Nach einer aus Belgrad zugehenden Meldung yat der Minister des Innern eine beträchtliche Anzahl Merer Beamten von guter Qualification, die durch we früheren Regierungen aus Parteirücksichten theils pensioniert, theils aus dem Staatsdienste entlassen worden waren, reactiviert. Die Regierung sei ferner ^schlössen, bei Beförderungen in der Beamtenschaft ^schließlich auf Aneiennität und Befähigung Rück-«lcht zu nehmen, womit das vielfach verletzte Beamten ^cglement wieder zur Geltung gelangen wird. Dieses Ergehen hat in Beamtenkreisen und bei der Bc-Mkerung den besten Eindrnck erzeugt. . Wie die «Times» aus Peking meldet, dringt ^ russische Geschäftsträger auf unverzügliche Ali-kynung der englischen Anleihebedingungen. Er habe °orgestern im Tschung-li-Yamen erklärt, dass Russland gewillt sei, der chinesischen Regierung die Anleihe lnter denselben finanziellen Bedingungen, die England "»geboten habe, zu verschaffen. Der französische ^Mftsträger unterstützte seinen russischen Eollegen. 7" Der Dampfer «Darmstadt» mit einem Bataillon futscher Truppen an Bord ist in Kiao-Tschau ein- Tagesueuigteiten. ^ "- (Eisenbahnwesen.) Demnächst wird dic Necke Tulln-Gmünd der Kaiser Franz Josef-Bahn mit "em Doppelgelcisc ausgestattet werden, da der Verkehr l^ "^udweis für die Dauer auf einfachem Geleise sich aen bedcutcudcu Dimensionen, welche derselbe an» "nonnncn hat, nicht mehr durchführen ließe. ^ ^ (Stiftung.) Der Unterrichtsminister Graf > °^, hat den, Dccan der Wiener philosophischen sass ^ bekanntgegeben, dass er, vorbehaltlich der vcr» se^^"^ißigcn Ocnchmigung, vom nächstell Jahre an Le? ^laatöstipcndirn ^y„ ^ 5<>^ ^ f^. ssrbo-kroatischc ^?^'"^eandidatcn auszusetzen gedenke, nämlich für solche ^ ^"tsccmoidaten, lvelchc in Wien die Lehrbcfähigung ^^^"^u kroatische Mittelschulen erwerben wollen. Die 'Mls^ ^' "^ ^"^ «Vaterland» mciut, ihren Grnnd ilieai .^"^^chlich in den, Umstände, dass, wenn die troat'3^ ""^ '" Istricn die schon lange begehrte HlM Äiittelschnlc errichten wollte, dic erforderliche ^^ , ^u Lehrkräften nicht leicht zn beschaffen wäre. solche n" '""^ ^ wünschenswert erschienen sein, übor he,»,. , ^'kräfte verfügen zu können, welche i» Wien ""gebildet worden sind. eventuVs/^lv^"^') Die Besorgnis, dass durch eine ^b«al Besteuerung der in Schntzhütten betriebenen Mb, . ^°" Lebensmitteln dcr touristische Verkehr ge-,^^^ ^rden könnte, kommt in einer Mittheilung des Vliitte ^ ' ?"'" Ausdrucke. Es heißt dort: »Wie die ^eutsck '"^theilen, hat die Section ,Hannovcr< des 4, <^^" und Oesterreichischen Alpcnvereines in ihrer am ^schlnss"^ abgehaltenen Generalversammlung cinstilninig ^esterr-Ül ^"^' ^"'" ^^ne Vcsteueruug derjenigen in ^^^chlicgcndcn Schllhhüttcn, die nachweislich keinen Nutzen für die Sectionen abwerfen, eintreten sollte, die Schutzhütten der Section Hannover geschlossen werden, und die Section fernerhin ihre Thätigkeit nach dem nonvegischen Hochgebirge verlege», wird. Sollte das gänzliche Schließen der Schuhhütten auf die Dauer nicht durchführbar fein, so wird wenigstens vo» jeder Vcwirt' schafwnF derselben abgesehen werden. Die bedeutendsten Schutzliausblmten der Section ,Hannover" sind das Kaiserin Elisabethhaus anf dem Vechergipfel (3!73 Meter) m den Stubaier ?llpcn und die HannoverlMc an» Ankogcl w Kärntc». Diescnl Acschlussc obgenaunter Section dürften sich allen, Anscheine nach bald andere deutsche Sectionen anschließen.' Angesichts dcr Bedeutung des Fremden« Verkehres für unsere Alpenlander ist nicht anzunehmen, dass nicht auch in den maßgebenden Kreisel! die Absicht bestünde, den Fremdenznzng nach Möglichkeit zu fördern; es schein« daher, dass die Nachricht anf einer über» triebenen Auffassung der Sachlage beruht. - (Wie viel wir essen?) Wir denken ge« wohnlich nicht daran, wie viel wir essen, aber loir würden nns darüber entsetzen, wenn wir wenigstens einem Aufsahe in «Pearsons Magazine» Glauben schenken dürfen. Nehmen wir einen Mann von kräftigem Körperbau, der sich einer guteu Gesundheit erfreut, wohlhabend gcuug ist, mn sich nicht ül'crtriel'cn einzuschränken nnd nicht über 60 Jahre alt wird. Ein solcher verzehrt durchschnittlich in seinem Leben 15.000 Kilo Brot, dir einen Umfang von 440 Raummeter einnehmen würden. Die verzehrten Kartoffeln stellen eine Laduug von zwei Eisenbahnwagen dar. Was das Fleisch angeht, so vertilgt der Mensch, wenn jeder Ochse 250 Kilo verwendbares Fleisch abgibt und dcr tägliche Verbrauch 250 Gramm beträgt, bis zu ii0 Jahren eine Herde von 20 Ochsen. Dieser Ochsen-Herde schließt sich eine fast ebenso großc Schweineherde an, die größtcutheilö in Form von Schinken verzehr! wird. Um aber die Hertnnft der 10.000 aufgegessenen Eier zu erklären, muss man sich noch einen Ricsen-hühnerstall denken. (Der Verfasser berücksichtigt dabei wohl besonders das ständige englische Frühstück: Schinken uud Eier.) An Zucker verbraucht der Mensch uugefähr l-',<>0 Kilo, denen ?50 Kilo Salz gegenüberstehen. Was das Obst betrifft, so isst jeder von uns durchschnittlich einen Apfel im Durchmesser von I '/.^ Meter, cine Birne und eine Orange in, Durchmesser von einem Meter nnd eine Niefenftflaume, die ein Kraftmcnsch mir mit Mühe auf heben könnte. Alles zusammengenommen verzehrt dcr Mensch nach der Berechnung der englischen Zeitschrift li0.000 Kilogramm Nahrungsmittel, um 60 Jahre lang zn lcbe». - l^Der N ä ubc rh a upt m a >> u A than as) ist, wie aus Sosia telegraphiert wird, gefangen worde». Seitdem er mit seinen Gesellen bei Tschcrkesköi eincn Eiscnbahnzug überfallen, einige reiche Kaufleute, darunter eincn Vcrliner Banquier, gefangen genommen und für deren Freilassung reiches Lösegeld empfangen hatte, lebte er rnhig und gemüthlich in Kuslowitz. «Südlich» ist cs der bulgarischen Polizei gelungen, seiner habhaft zu werden. Local- und Provinzial-Nachrichten. (Zur Eintom m c n st cucr - Fassionic -rung.) In zahlreichen bäuerlichen Kreisen besteht -wie bereits gestern telegraphisch gemeldet wurde — dic Besorgnis, die Finanzverwaltung beabsichtige aus dem Vorhandensein eines 250 ft. übersteigenden Catastral« reincrtragcs auf den Vcstaud cinrs steuerpflichtigen Ein- kommens von mehr als 6W fl. zn schließen nnd bi? Besitzvr dieser Einkomnten als fasstonspflichtra zn er< klären. Es handelt sich hiebei offenbar um ein Miss-Verständnis jener seinerzeit vielbesprochenen, auf dringendn, Wnnfch gerade der agrarischen Vertreter in die Vollzugs-Vorschrift aufgenommenen Bestimmung, dass bäuerliche Grundbesitzer, denen kein anderes Einkommen als ans ihrem selbst bewirtschafteten Grundbesitz zusteht, falls der Eatastralreinertrag ihrcr Grundstücke und der Grundstücke ih«r gemeinschaftlich veranlagten Fannlienglieder den Gesammtvetrag von 250 st. nicht übersteigt, in das Verzeichnis der voraussichtlich einkommensteurrpftichtiym Persoucn in der Regel nicht aufzunehmen sind. Abgesehen davon, dass nicht einmal die Aufnahme aller Grundbesitzer mit höherem Eatastralrnncrtrag in jenes Verzeichnis kategorisch angeordnet ist, bedeutet auch die Aufnahme einer Person in dieses Verzeichnis keines» wegs die Entscheidung über ihre Eintommenstcnerpflicht. Im selben Artikel 41 der Vollzugsvorschrift ist vielmehr das Verzeichnis ausdrücklich als vorbereitender Behelf für die Vcranlaguug bezeichnet und die Eut» schcidung über die Steurrpflicht der Schatzungscommission vorbehalten. Der Ichätzungscommission ist abcr in dem ebenfalls vielbesprochenen nnd anf einer Vereinbarung zwischen Vertreter» dcr vcrschicdcnsten Richtung beruhenden Artikel 5-', der Vollzugsvorschrift dic Anweisuug ge geben, stets den wirtlichen Ertrag der Realität, mag er Mm höher oder niedriger als dcr Catastral-Reinertrag ausfallen, drc Einschätzung zugrundc zu legen. Dass endlich deu bäuerlichen Grundbesitzern das in, Gesetz eingeräumte Recht des Abzuges vo>, Schuld-zinscn, Steuern und anderen Lasten in ganz gleicher Weise zusteht, wie allen übrige», vom Gesetze bctroffcucu Pcrsuncu. bedarf ebensowenig der besondcrcn Erwähuuug, ll'ic der Umstand, dass dic iu den ^ i?-j und 174 vor» gcsehcncu Erleichterungen (Berücksichtigung des Familien» staudcs sowie bcsvndcrer. die Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen beeinträchtigender Verhältnisse) auch auf bäuerliche Grundbesitzer Auwciidmlg findc». Was cudlich die-Fassiouspslicht anbelangt, so wird dicsc nach tz 204 dcs (Hcsctzes in dcr Rcgcl erst durch ciu 1000 fl, über» schreitendes steuerpflichtiges Einkommen begründet, (Z u,n La » dt a gs be r icht c v o m 2 5 ft e u Jänner.) Im Berichte der «Laibachcr Zeitung» über die Landtagssitzung vom 25. Jänner hat sich iu jenem Theil, iu welchem vo» dcr Antwort des Herru Landes hauptmannr? aus dic vom Hcrru Abgeordneten Canouicus Kalan wegen der Straße i>. Kaier gestellte Interpellation Erwähnnug geschieht, eine Unrichtigkeit eingcschlichen, wes» halb wir die Autwort iu wortgetreuer Ucbersctzung nach dem Stenogramm unchstcheud veröffentlichen: Der Neu^ marttler Ztraßenausschuss hat von dem missglücktcu Straßcnbau dein Landesansschussc nichts berichtet. Er hat überhaupt dem Landcsausschusfc nicht bekanntgegeben, wann dcr Straßenbau zu collaudiercu ist, wozu er nach der Instruction für Straßeumlsichüssc vcrpslichlct war. deshalb coustaticrc ich, dass bci dcr betreffenden Eollau^ Vierung, als dcr Straßenausschuss angrblich die erwähnte Straße übernahm, welche Collaudiernng, wie ich auf pri-vatcm Wege erfahren habe, wirklich stattfand, dcr Landes' ausschusö nicht vertreten war. Zufällig tau« der Landes» ausschusö bei cinem anderen Acte alls die Spur, dass hier die Sache nicht in Ordnung sei. Er wendete sich sodann an die t. t. Bezirkshauptmannschaft Krainburg und bat um Aufklärung, wie es um dic Angelegenheit stehe, weil der dortige t. k. Nezirksingcnienr Projectant des Straßenbaues gewesen war und dcuselbc» auch be-aufsichtigt hatte. Aus der betreffende,, Zuschrift der t. l. Vezirtshauptmaunschaft war zu ersehen, dass die Straße. infolge von Wittrntngsfatalitäten, infolge reichlichen Regens thatsächlich etwas ciugcsunkeu ist: dass aber die Sache so auffällig wärc, wic cs in dcr Interpellation geschildert ist, und dass sogar dcu nächstgclcgenen Häuscru Gefahr drohe, von drm war dem Laubcsausschusse bi« zum heutigen Tagc nichts bekannt, da weder der Straßenansschufs uoch dic Bezirks-hanptmannschaft hierüber berichteten. Wnhrcud dcr lchtcu Sitzung des Landtages kau, dcr »cue Obma^.u dee« Straßenausschusses von ^ieumarttl auf einc turzc Uutcr< rcdllug hicher und bat bci dicfcr Gelegenheit, das Land „löge einen Ingenieur zur Untersuchung dcr Ailgclcgcnhci« cutsendcn. Das lvird der Laudesausschuss auch vcl.nllassci,. Er wirb Anordnung trcffcu. dass dic Sachc colU!U!N'l">c!l untersucht wcrdc. er lmrd deu Laudcsiugeuicur au Ort uuo Stelle senbcu. unter ciucm »vird adcr dic t, t, Vczirkshaupt-luaunschaft, dic früher ihrcu Ingcnicur cut.c.ldet hattc, damit cr dcu Vau bcaufsichtigc. gcbctcu wcrdcu. sich auch an bcr erwähnten Emmuissiou zu bcthciligei,. Icdeusalls wird der Laudcsausschuss alles Erfordcrlichc vcraulasscu, dass der missglücktc Vau ins richtige Geleise gebracht uud jcdc Erfahr beseitigt wcrdc. - < Erucn u il >l g,> Die Ernennung des bis' hcrigcu Vicepräsidenten dcr landwirtschaftlichen Gesellschaft iu Wicu Professors Emcrich Äl cißl zmn landwirtschaftlich technisch«, Eonsulenten i,n Ackerbaumimstemun hat in landnnrtschaftlichcn Kreisen lebhafte VesncduMg hervorgerufen. Ministerialrath Meißl ist ein hervor-rngeuder Fachmann aus allen Gebieten des landwirtschaft-lichen Vechlchswchns, der sich nn,ne,ttlich um dic Vor- üffentllck "'^"'"slufst und selbständig thue und es Elchen ^ ^^ gegenwärtigen Zeugen ausspreche, 6vrlnas>0" euch beiden sie zum Gatten wähle. Diese Uin ^ ^"f soll deshalb öffentlich vollzogen werden, Batzen ^"berbar erscheinende Ehe wenigstens ciniger-^UilsH^' motivieren. Und Seraphine wird meinen ^hlel, !^"^!' und einen von euch zum Gatten ^Nlm s> "" lch werde sie vor meinem Tode selbst ^"lNm kl"' ""b sie ist zu engclsgnt nnd herzcns-^idci'' l '^ ^^' '""" Seelenfrieden heilig sein wird. telne c? « '"uss ich selbst gestcheu, dass ich fast gar ^tten nung ^e, dass'Seraphine Oswald zum tlsftar l?"^"' ">ld dir dadurch das schwere Opfer ^«hl n ? ""'b' Dcnn jedcs Mädchcn, dcni die >Nusz iwischen dir und Oswald freisteht, wird und ^aruln? i" wählen, mein schöner, stolzer Bruno! dir sy'^"glb, »nein Sohn, dass ich so Schweres von '"tto'e is muss. Lass cs Seraphine nicht entgelten; Und ei, "" guter Gatte'. Sie ist schön, hat Geist lerne,, . "'^lsmildes Herz. Du wirst sie einst lieben ^ ober '"'l ihr glücklich werden. Welches Opfer '^9. ick "^ "'"""' 5"' bich llnd fiir euch alle sein M il? ^"'^' biese Sühne unabwendbar machen, so lallen W""ugen scin werdet, lneinen Willel, zn cr-^ei^,',.^ch werde am Tage vor der Operation Mlet i;f chtsanwalt vor deinen Augeu ein versiegeltes ^nk?'^."' Dasselbe enthält ein ausführliches Ü^ ben'^ """"' Schuld, und der Nechtsanwalt hat ^ch un geschworen, das Paket drei Monate hin- »>'d, >". "öffnet in seiner Verwahrung zu behalten "'" nach Ablauf von drei Monaten meine Mündel, Seraphine Röeinhold, mit meinem Sohne oder meinem Neffen verheiratet seilt wird, dem Gatten derselben das Paket unerffnet zurückzustellen. Ist aber Seraphine nach Ablauf von drei Monaten nicht mit einem von euch verheiratet, dann ist der Nechtsanwalt beauftragt, das Paket zu öffnen und nach meinen Instruetionen. gestützt auf mein ausführliches Ger ständnis, der Waise auf gerichtlichen: Wege zu ihrem Erbe zu verhelfen. Vergib mir, mein Sohn, dass ich für den Fall, dass man meinen Willen nicht gntwillig erfüllt, was ich weniger von dir als von meiner Schwester und deren Sohn befürchte, folch gewaltsame Maßregel,« vorgesehen habe, abcr ich umss um jeden Preis meine Schuld sühnen, wenn ich im Jenseits Frieden finden will. Theile den Inhalt dieser Papiere der Mutter, sowie Tante Landsberg uud Oswald mit, damit auch sie meinen unabänderlichen letzten Willen kennen lernen. Und nun nochmals — verzeihe, vergib mir, mein Bruno! Mit meinem heißesten Segen dein dich zärtlich liebender Vater Graf Hermann Stcinfels. Den Händen des jungen Officiers entglitt das Testameul und mit bleierner Schwere sank cr selber iu seinen Sessel zurück. War es das Schuldbekenntnis des Vaters, was ihn so gleichsam zer malmte, oder war es der Gedanke alt Seraphine und an die Wahl, vor welche dieser letzte Wille sie nnd — ihn stellte? (storlsehnua »lqt.) Qaibacher Zeitung Nr. 22. 172_________ 28. Iänner?1898. breitung des künstlichen Düngers sowie um die Dünger-controle große Verdienste erworben hat. Im Ackerbau» Ministerium wird Professor Meißl, wie wir hören, die Leitung des gesummten landwirtschaftlichen Versuchswesens erhalten. Ferner wird ihm ein maßgebender Einfluss auf die Gestaltung des landwirtschaftlichen Unterrichts sowie bei allen Bestrebungen zur Förderung des Pflanzen« baues und zur Bekämpfung der Pflanzenschädlinge eingeräumt werben. Außerdem wird Ministerialrath Meißl auch in allen anderen fachmännischen Fragen das Ackerbau-Ministerium zu vertreten haben, Jedenfalls hat der Ackerbauminister Graf Bylandt durch diefe Ernennung bewiesen, dass er eine glückliche Hand in der Auswahl seiner Organe besitzt. — (Philharmonische Gesellschaft.) Sontag, den 30, Jänner, findet im großen Saale der Tonhalle das dritte Mitglieoerconcert unter der Leitung des Musitdirectors Herrn Josef Zohrcr und soli-srischer Mitwirkung des Fräuleins Fanny Widl, Opern-sängerin aus Kvln, sowie des zwölfjährigen Violinspielers Leo Funtek statt. Beginn des Concertes um halb 5 Uhr nachmittags, Ende halb 7 Uhr abends. Programm! 1. Abtheilung. 1. Hermann Goetz: Ouvertüre zur Zä> mung der Widerspänstigen. (Erste Aufführung in Laibach.) 2. G. Meyerbeer: Segen-Arie ocr Fides aus der Oper «Der Prophet», Fräulein Fanny Widl. 3. u) L. von Beethoven: Romanze l'-äul-, b)Alex. ZarzlM Mazurka, Leo Funtek. 4. a) A. Schäffer: «Das Haidetind», d) Fr. Schubert: «Die Krähe», c)Wilh.Menzl: «Schiffer-lied», Fräulein Fanny Nidl. II. Abtheilung. Robert Schumann: gweitc Symphonie, op. 61, a) kostsnuw u»»üi und ^ll^ßro !iiu noli truppo; li) Hollorno, ^Iie^ro viv»oo; o) ^.ä^io osprksuivo; ä) ^Il«^,o moito vivaoß. (Erste Ausführung in Laibach.) * (Vom Eislaufvereine.) Die Sehnsucht der zahlreichen Anhänger des schönen Eissports hat Befriedigung gefunden, die prächtige, spiegelglatte Eisfläche blickt verlockend allen Sportbcflissenen entgegen und dass sie der Lockung willig und freudig folgen, beweist der zahlreiche Besuch, das rege Leben, das sich bis in die späten Abendstunden entwickelt. Die elektrische Beleuchtung gestattet nun auch jenen, die nicht in der glücklichen Lage sind, die Tageszeit auszunützen, nach des Tages Last und Bürden sich dem gesunden Vergnügen hinzugeben. — (Zur Voltsbewegung.) Im abgelaufenen vierten Quartale des Jahres 1897 wurden im politischen Bezirke Gurkfeld (53.237 Einwohner) 71 Ehen geschlossen und 532 Kinder geboren. Die Zahl der Vcr» storbenen belief sich auf 287, welche sich nach dem Alter folgendermaßen vertheilen: Im ersten Monate 31, im ersten Jahre 54, bis zu 5 Jahren 105, von 5 bis zu 15 Jahren 33, von 15 bis zu 30 Jahren 12, von 30 bis zu 50 Jahren 19, von 50 bis zu 70 Jahren 64, über 70 Jahre 53. Todesursachen waren: bei 14 angeborene Lebensschwäche, bei 38 Tnberculose, bei 17 Lungenentzündung, bei 30 Diphthcritis, bei 3 Keuch, husten, bei 7 Scharlach, bei 2 Typhus, bei 6 Dysenterie, bei 7 Gehirnschlagfluss, bei 3 bösartige Neubildungen, bei allen übrigen sonstige verschiedene Krankheiten. Verunglückt sind 3 Personen (1 verbrannt, 2 abgestürzt). Selbstmord und Todtschlag ereignete sich je einer, dagegen kein Mord. —o. * (Aus dem Polizeirapporte.) Vom 26. auf den 27. b. M. wurden eilf Verhaftungen vorgenommen, und zwar vier wegen Ucbcrtretung des tz 5 des Vagabundengesetzes, zwei wegen Bcttelns, vier wegen Excesses und eine wegen Verbrechens der Nothzucht. —r. — (Gestörter Tanz.) Am 16. d. M, um 4 Uhr nachmittags tanzten im Gasthause des Wirtes Anton Trevn in Sava bei Assling mehrere Werksarbeiter, wobei die Arbeiter Simon Pogatar und Johann Pucelj den Mitarbeiter Franz Bercic angeblich im Gedränge unwillkürlich stießen. Als Bertii die beiden angieng, warum sie ihn belästigen, wurde ein leeres Bierlrügcl von jemandem gegen ihn geschleudert und traf den Bereit so wuchtig ins Gesicht, dass das Glas zerbrach und dem Ahnungslosen die Stirnhaut und Muskeln oberhalb des linken Auges parallel mit der Nase verlaufend bis zum Stirnknochen spaltete sowie die linke Wange unterhalb des Anges kreisförmig in weiterem Umfange bis zum Knochen durchschnitt und außerdem eine Quetschung der Nase herbeiführte. Der schwer Verletzte wurde dem Werks-spital übergeben. Als Thäter wurdc der Wertsarbcitcr Andreas Globotnit, ein arger Ruhestörer und Raufbold, bezeichnet. Derselbe wurde dem Bezirksgerichte in Kronau eingeliefert. I- * (Auffindnng einer Leiche.) Aus Rudolfswert wird uns gemeldet: In der Nähe der Ortschaft Voriöevo wurdc am 23. d. M. der Körper des ungefähr 38 Jahre alten Anton Vlaiit von Soiice, Bezirk Iaska in Kroatien, entseelt auf einer Wiese aufgefunden. Nach den vorläufigen Erhebungen dürfte der Genannte erschlagen worden sein. Weitere Erhebungen sind im Inge. —r. — (Genossenschaftliches.) Für das Selzacher Thal im politische», Bezirke Krainburg wurdc, mit dem Sitze im Pfarr- und Gemeindeorte Sclzach, eine landwirtschaftliche Genossenschaft im! beschrankter Haftung gegründet, welche den Zweck verfolgt, die Verhältnisse ihrer Mitglieder in moralischer und materieller Hinsicht zu verbessern, was sie dadurch zu erreichen hofft, dass sie den Betheiligten jedwedes wirtschaftliches Erfordernis, insbesondere aber das Vieh, Futter, künstlichen Dünger, Samen, landwirtschaftliche Maschinen u. s, w,, zu möglichst villigen Preisen beistellen, die landwirtschaftlichen Producte hingegen thunlichst günstig zum Verkaufe bringen werde. Der Vorstand dieser Genossenschaft besteht aus den» Vorsitzenden, dessen Stellvertreter nnd neun Mitgliedern. —o. — (Warnung für Auswanderer.) Nach einer, im Wege des k. und t. Ministeriums des Aeußern an das t. t. Ministerium des Innern gelangten Mittheilung der k, und k. Gesandtschaft in Washington, nimmt die in jüngster Zeit in Fluss gekommene Goldgräber' Wanderung nach Alaska und Klondyke ihren Ausgang vom Puget-Sund (Stadt Washington), speciell von der In-dustriestadt Seattle. Ans einer Verlautbarung des Staats-secretärs des Staates Washington in Olympia ist zu entnehmen, dass die Dauer der Reise von Puget^Sund zu den Goldfeldern in Alaska und Klondykc dreißig bis vierzig Tage beträgt, sei es, dass der Seeweg bis zur Vuton ^ Mündung eingeschlagen und von dort alls der Yukon stromaufwärts befahren, jci es, dass die Gcbirgs-tour zu den Quellen des Yukon gewühlt uud von dort mittelst Bootfahrt stromabwärt das Ziel angestrebt wird. Der Staatssccretär bezeichnet als die unerlässliche Mi' nimalgrenzc der bcnöthigtcn Geldmittel, ausschließlich der Reisekosten bis zum Puget Sund, den Betrag von 500 Dollars, sügt jedoch bei, dass diese Summe nnr für eine Person und höchstens ans ein Jahr hinreicht, voraus-gesetzt, dass die Lebensbedürfnisse auf das äußerste Maß eingeschränkt werden und die günstigsten Rcisevcrhältnisse obwalten. Der Staatssecretär macht weiters auf die Gefahren aufmerksam, welche bei der Wahl der Gebirge route mit dem Passieren der Stromschncllen verbunden sind und weist auf die bestehenden klimatischen Schwierigkeiten hin die Sommermonate am Mton seien kurz, die Winter lang und streng. Aeusjerslc Hihe und Kälte wechseln ab. Die isolierte Lage der Minen mache die Ausrüstung mit hinlänglichen Vorräthell m, Lcbens-mitteln und warmen Kleidern zur gebieterischen Noth» wcndigteit. - (Gefährliches Spielzeug.) Wie gefährlich die immer wieder vorkommenden Uebcrtrctnngen durch unbefugten Besitz voll Dynamit sind, beweist eine Mittheilung des «Corriere di Gorizia-: In das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Görz wurden zwei Knaben, der 12jährige Josef Hcpic ans Vedrignano, Gemeinde Quisca, und der 11 jährige Alois Äric ans Donl--berg, gebracht, welche sich beide durch unvorsichtiges Manipulieren mit Dynamitkapseln Verwundungen der Hände zugezogen hatten. Eepic hatte sich anlässlich der Hochzeit einer Base beim Abfeuern von Poliern verwundet : er verlor nicht nnr vier Finger, fondcrn man wird ihm die linke Hand abnehmen müssen. Der Bric erhielt das Dynamit in der Schule von einem Mitschüler und auch ihn, wurde beim Spiele mit dem Sprengstoffe ein Finger weggerissen und zwei andere Finger mussten ihm iln Krankenhause amputiert werden. — (Gedenktage für 1898.) Geboren sind: 10. Februar 1746 Fraucisca Herzogin von Württemberg, 2. April 1798 zu Fallcrsleben (Hannover) der Dichter und Gelehrte Hoffmann von Fallerslebcn, 20. Mai 1798 in Berlin Heinrich Stoltzc, Begründer des Stoltze'schen stenographischen Systems, 21. Juni 1798 zu Waloenburg (Schlesien) der Schriftsteller Wolfgang Menzel, 28. October 1798 zu London der Componist Bcrtiui. Gestorben sind: 12. Februar 1798 zu Petersburg der letzte Polen--töuig Stanislaus II., 23. Mai 1498 der italienische Reformator Girolamo Savonarola (als Ketzer verbrannt), 2. Juli 1298 fiel in der Schlacht (gegen Albrecht von Habsbnrg) der 1292 zum deutschen König gewählte Adolf von Nassau, 12. August 1848 in Taptonhousc (England) Georg Stephenson, Begründer des Eisenbahnwesens, 28. November 1848 zn München Ludwig Schwanthaler, Begründer der Münchener Bildhauer« schule, 4. December 1798 in Bologna der Anatom Luigi Galuani, Entdecker des Galvanismus. — Wichtige Ereignisse: 24. Februar 1848 Revolution in Paris, 13. März 1848 Revolution in Wien, 18. März 1848 Barrikadenkampf in Berlin, 13. April 1598 Heinrich IV. erlässt das Edict von Nantes, 18. Mai 1848 Erüsfnnng der deutschen Nationalversammlung in Frankfnrt, I I. Juli 1098 Einnahme Antiochiens durch die Kreuzfahrer, I.August 1498 Entdeckung Südamerikas 1798 Seeschlacht bei Abukir, 24. October 1648 Westfälischer Friede, 2. December 1848 Regierungsantritt des Kaisers Franz Josef von Oesterreich. Neueste Nachrichten. Das Geburtsfest Keiner Majestät des deutschen Kaisers. (criginal'Telegramm»'.) Wie,,, 27. Jänner. Anlässlich des Geburtsfestes Seiner Majestät des deutschen Kaisers sand abends ein Hofdiner ill Anwesenheit des deutschen Botschafter«, des Votfchaftspersonals, des Ministers des Aeußern Grafen Goluchowski, des Ministerpräsidenten Baron Gautsch und anderer Minister sowie, der hohen Würdenträger slatt. Seine Majestät der Kaiser brachte einen Toast auf das Wohl Seiner Majestät des deutschen Kaisers aus. Gestern abends veranstaltete die deutsche Eolonie in Wien, als am Vorabende des Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers Wilhelm, eine Feier im Fest' saalc des Vereines «Niederwald'. Botschafter Graf Tuleuburg. Botschaftsrat!) Prinz Lichnowsly, die Botschaftssekretäre Freiherr von Nmnberg und Baron Stumm, Militärattache' Oberstlieutenant Graf Moltke, Ättachs Graf Eltz, Kanzlcidircctor Hofrath Pieszczek, die Gchmnsccvctäre Strinkc, Kistler, Fröhlich und von Castcll, der bairische Gesandte Freiherr von Podowils mit dem Üegationssecrctar» Freiherr» v. Niederer und dem Sl'nctär Freiherrn voll Tautphöus, der sächsische Gesandte Graf Nex. der deutsche Gencralconsul Baron Liebig, Vieeconsul Dr. u. Vivenot, der Vicepräsidelll des Vereines 'Niederwald', Nottcr, und die Mitglieder dor deutschen Ost'icicrs - Vereinigung des Urlauber-slandcs in Wien nahmen an dein Feste theil. Bot' schaftor Graf Eulenburg brachte einen Toast auf Se. Majestät den Kaiser Franz Joses aus. Hierauf intonierte die Musikkapelle die österreichische Volts-Hymne. Der nächste Toast von Herrn Mahn ausgebracht, galt dem Kaiser Wilhelm. Vcrlin, 27. Jänner. Kaiser Wilhclw nahm heute vormittags anlässlich seines Gcburtsfestes die Glückwünsche der Familienmitglieder sowie des Hofes und sodann jene der hier anwesenden Fürstlich' leiten, darunter der Könige von Sachsen und WurttelN' berg, entgegen. __________ Helegrarntne. Wien, 27. Jänner. (Orig.-Tel.) Das Präsidiul" des Aeamtenballcomitts wurde heute von Seiner M ajestät de in K aiser in Audienz empfangen und überbrachte die Einladung zum Vallfeste. Seine M^ jestät geruhte huldvollst sich über die verdienstliche Schaffung des Schulvereines siir Ocamtenstöchter aus" zusprechen uud sein Erscheinen am Balle nicht als ausgeschlossen zu bezeichnen. Wien, 27. Jänner. (Orig.-Tel.) Die Mattel melden: Die kaiserliche Entschließung, betreffend ^ Ernennung Schleuthers zum provisorischen Directs des Hofburgthcaters ist heute an das Obersthofnieiste^ anlt herabgelangt. Prag, 27. Jänner. (Orig.-Tel.) Eine Kui^ lnachung des Nectorates des Polytechnicums fordel' dic Studentenschaft auf, eingedenk ihrer Pflichten u^ Interefsen Montag vollzählig in den Hörsäleu zu el< scheinen. Pola, 27. Jänner. (Orig-Tel.) Der Landlos nahm mit 21 gegen 9 Stimmen eine Resolution de» Abg. Auba (Italiener) wegen des incunstitutionelW Vorgehens seitens der Regierung durch die V^ legung des Landtages nach Pola an. Der Regierung Vertreter wies die erhobenen Veschuldigungen zul^ sowie die Beschuldigung, dass dle Negiere's durch die Verlegung des Landtages nach P"7 der Minorität eine Concession machen wollte. ^ Gallerte wurde viermal geräumt, da dieselbe die s»^ uischen Abgeordneten durch ohrenbetäubenden Lärm ^ Reden verhinderte. . Berlin, 27. Jänner. (Orig.Tel.) Wie die «No^ deutsche Allgemeine Zeitung» vernimmt, wurde ^ französische» Botschafter in Verlin de Noaillcs hell' das Großtreuz des rothen Adlerordens verliehen. Rom, 27. Jänner. (Orig.-Tel.) In der heut« Sitzung der Kammer wurde die Debatte über l« l Gesetzentwurf, betreffend die Garantierung uud Saniert des Umlaufes der Zettclbanken, eröffnet. .^ Rom, 27. Jänner. (Orig.-Tel.) Das «Milit«" blatt» veröffentlicht eine Kundmachung, womit s Theil der Altersttasse 1874 für den 29. d. M- ^ berufen wlrd. - Paris, 27. Jänner. (Orig.-Tel. — KannttA , Ueber Ersuchen des Ministers des Innern wurde A > , 323 gegen 211 Stimmen beschlossen, die Debatte "^! dic Interpellation des Deputierten Samary über Unruhen in Algerien bis 10. Februar zu vertagc"v, , Paris, 27. Jänner. (Orig.-Tel.) Da die yeH, z Frühsitzung der Kammer, in welcher die Budgets >, l hätte stattfinden sollen, infolge von BeschlussunM ^ leit geschlossen werden musste, beschloss die Kan"" keine Frühsitzungen mehr abzuhalten. .,. Batu, 26. Jänner, abends. (Orig.-Tel.) ^" mittags brannte in dem Vororte Tschernigorod ,, Naphthawert mit der Pumpstation. Visher sind ^ ^ Rcsservoirs mit 500.000 Pud Naphtha verbrannt. ^ sind auch Menschen vcrnnglückt. ^ " Bombay. 27. Jänner. (Orig.-Tel.) In dtt ^ gangenen Woche sind 834 Personen an der Pest li? " oen. Dic Gesammtsterblichkcit belief sich auf N^ '' Tomsk, 27. Jänner. (Orig.-Tcl.) In dcm ^ "< der Goldwäscherei von Spasso - Preubrazcnjc '^ auf der Heide von Minussinsk diesertage einc ^ s» von 74'/. Pfund rmicil Goldes gefunden, Laibllcher Zeitung Nr. 22. __________________________________173_________________________ 28 Jänner 1898. Angekommene Fremde. Hotel Elefant. Am 26. Jänner. Tlavlt, k.u.k. Major; Svoboda, l>, Oberthierarzt-, Wild, Theaterdirector, s. Gemahlin, Graz. — Wucherer. Besitzer, s. Gemahlin, Veldes. — Ielllnel, Hossmann. ZlUck, Mund, Uöw.Beer, Blafchke. Pollack, «indner. Deutsch, Herzabel, Pam, Kftte., Wien. — Manheimer, Kfm., Waidhofen, - Krall, Kfm., Trieft. — Fischer, Schreiner, Me., Budapest. TTWeber, kfm., Karlsbad. — Arlo. Kfm.. Agram. - Hofferer, «!M., Vriwn. — Teutsch, Kfm., Fimflirchen. Hotel Lloyd. Vom 23. bis 26. Jänner. Penca, Besitzer, Nafsenfuß. ^ Iuvanöis, Besitzer, Ralovnil. — Rechniher. Pferdehändler, «ablersburg. — Merhal, Pferdehändler. Dolenja. — Vehovec, A"»germeister: Pehani, Besitzer, Seifenberg. — Kraus, Pferde« yündler, Frauenlircheu. — Baron Urban, l. l. Tabalregiebeamtcr. Aovigno. — Schellander. Reisender, Graz. - Menzingcr, Welscher; Medved, Kaplan, Wocü.-Feistritz. — Makuc, Händlerin: Movitz. Gastwirtin; Stele, Gastwirt, Idria. — Zelnil, Pfarrer, "emscnil. — Pavlov, Pfarrer. Suhor. — Fajdiga, l. t. Post-""fter, Eodraschitz. — Slufca, Pfarrer, Vlagovim. — Kaliniel, Mher. Nernit. — Cernigoj. Kanzlist, Tschernembl. — Hoft'niaun, 'lim., Gotlschee. — Eiznic, Private; Ghersinic, Kfm,, Hu,n, Verstorbene. ^ . Am 24. Jänner. Anna Martinciö, Private, 74 I,, ""bersteig 6, Marasmus. Im Civilspitale. 1' , Nm 23. Jänner. Andreas Setina, Inwohner, 22 I., ^l^lcuw». pulm. Im Siechenhause. ^ Am 2 b. Jänner. Iatob Aelcich. Arbeiter. 71 I., ""a»lnu3 lily,,« er.iri». Meteorologische Beobachtungen in Laibach, l Seehöhe 306-2 m. 5 L ^ M ^Zkß ß KZ "ZV K3 «., ^ Ansicht ^«Z Z °^2 DZ^ , L ^"'" be? Himmel» ^ x FZ „7 2 UN. 746 1 -1-b NO. schsuach lewM ^^' 9 » Ab. 746 1 -0-1 N. mähig bewöl« 28. l7U.Mg. >746 6 > 0 0< NO. mäßig ! dewM > 0 0 Das Tagesmittel der gestrigen Temperatur -2 ?', um 0 7' unter dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: Julius Ohm«Illnuschowsty Ritter von Wissehrad. Von der Jury der II. internationalen Kochlunst-Ausstellung in Wien (Jänner 1898) wurde dem Kochbuche der Frau Katharina Prato (Edlen von Scheiger) «Die süddeutsche Küche» der höchste Preis, das Ehrendiplom, zucrlannt. Dieses Buch ist in gefertigter Buchhandlung uorräthig. Preis brofchiert fl. 2 40, ssebunden fl. 3 —. Eine neue Auflage, die 27ste, ist soeben erschienen. (319) 3-3 Jg. u. Kleinmayr K Fed. Zamberg Vuchhandlung in Laibach. Philharm. Gesellschaft. Heute, Freitag findet (346) 2-2 keine Chorprobe statt. Fandestyeatev in ^jiaivach. 72. Vorstellung. Verabe. Freiiag, den 28. Jänner Novität! Zum erstenmale: Novität! Hie Blumen-Mary Operette in drei Acten von Alexander Landeicherq nud Leo Mein. Ansang halb 8 Uhr. «nbe 10 Uhr. Herrn Apotheker Pioooll in Laib ach. Theile Ihnen mil, dass ich mit Ihrer Glycerin - Creme sehr zufrieden bin. da sie die Hände wunderbar weiß und glatt maoht. Der Dame, welche mir die Cröine empfohlen hat, werde ich nicht geuug dankbar sein. Ihre letzte Sendung bestätige ich mit Heutigem dankend. Wien, 15. Mai 1897. Ootavie Laurent III. B., Landstrasse, Hauptsirasse 33. Course an der Wiener Börse vom 27. Jänner 1898. ^ dem oMenen Cour biam zl°at°°A»l,he,,. «'"> ! "l"" ^^eillich« Reule in Noten !nH . "'^embei . . . 102 50 102 7« "°'tnvfiz,Fel>ruc!l^l»gust 10250 lU2 70 "«»ber verz, IHmier Iu!l ic»L b0 lUL-7« l»L^ ^/u NlaatÄujr 250 sl. ILL — l«4'— l»«ür^" .'FimMil« fl, lLLLÜU!».- z,," » 19U !»5. ^/», ., , . !») fl, j18t!'25> l9O'8ü '» «°N!..Pfa„^. » l!>« st, !i5,3 «ü»^,^ !!0 i°/»?!^"u'^°ldit»tc, steuerfrei 122,05 122 Ll> fltu^ i "'^ '" ltro»e!i!uä!)r,, ^>">füs i!(»l>«l0l!e!I«M!!. 102 U0 102 8» «>/,»/ ?s, btu, per Ullimo . , 102 «« ,02 80 ^"°^", Iüurstlliuns'Mei'le "" »druiien Num, . . 93'50 93 70 ^ >Hr»ibun«en. c,N"^»„'" G. strueisrci! , kta,,,^'). /<"/<> 128-50 129 40 -r,^ ' -...... 99^80 100 8« Ileuei, ^llh» 47« i. ttroxenw. !-0y e^,' 'W «, 20«o itr. f. ^ «0M,..... gg 80 1.,'i^ubwe>e 200 st. ü. W, ^^"'«Ubw..V.20Nfl.(5M. 2I!l - 214-- ! Geld j Ware Vom E«»ate zur Zahlung , übernommene (rislnb. Prior.» j Obligationen. ! lilifabethbahn 000 u. »WO Vl. 4"/„ ab 10"/,, V, St. ... Il« 80 II? «0 Elisabellibahu, 400 u. 2000 M. W!' M, 4 ,,....... 12070 121-70 ssllliiz Ioscf Ä„ Em. 1884, 4"/« !»9 — lNU- -«alizljcht' imrl °Lud»)Ig-Vahii, dlul'lle Stück«' 4"/„ .... 9980 100 80 Vorarlderner Vnhn, lim, 1884, 4"/^ (dw, St.) S,, f. I»0 fl. N. N9'75 100 75 Uilss. «svldrcnte 4"/„ prr llasfe 121 2<>!l2i 4« dto. dto. prr Ultimo .... 121 20 121 40 dtu. »«ente in Kronenwülir., 4"/„, steuerfrei für 200ztrune»NllM. 9930 9!»s>0 4"/„ dto. dto. per Ultimo , . 99 30 99 s>/,"/„ 121 40 122 40 dto, dto. Silber 100 fl,, 4>/,"/<, 101 —jioi^n dto. EtaatsOblig. (Ung, Ostb.) v. I. I87U, ü"/„..... 122-10 12A-10 d»o.4>2'V„2ch"'>lre<,lllAbl.Obl, ls.i- 102'— dlo, Vräin, ?». 117-75^18-50 N österr, La»dsöMp.-.U»st. 4"/„ i»9'80 10080 Oest. »!>>,, Vnnl verl. 4«/„ . . I0u-20!i0i-io bto. dto, 50jühr. „ 4«/n . . 100-20 101 10 Vpnrcnsss,Löst., 301,5'/2°/„v,, loi5o! —- ' Vriolitnts.Gbligutionen (für KXl fl.,, sserdinands Nordbah» Em, 188« 101-- 10170 Oesterr, «ordwestbahil , , , 1114011230 Staatsbal)»3",„ll3rc«!.5N0p.St. 22475 225-75 Lüdbahn 3"/„ i» ssrcs. 500 p. Lt. 184 35 i»5-35 bto. 5"/„ll20O fl, p, 100fl. 128 — 128-50 Uni,, galiz. Bahn.....108 3b I0935 4"/„ Uüterlrainer Bahnen . . 89 50 100 — gank'Aciien (Per Stück) AngluOrst, Äa»l200fI.an"/„E. ,163—,16350 Äaiilucrein. Wiener, 100 fl. . ^259«0 2KO2O Äodcr.'Ä»!!,,0csl,.2N0si,2.<0"/„ 45»-In!4«»-— Crdt, Anst, j, Hand, u,G, 160 ft. ! —-. —- — bto, dto, pcr UIÜmoNeptbr, 35750 358—^ ltreditbNUl, Allss, UN!,., 200 fl, , ^38150 382 50 Depositenl'llül. All„,, 2M fl. . 222-50>22350 Eeromple'G»'j,, Ndröst,, 500 fl, -?65-—l??5 — wir0'U,Cal!e»v., Wiener, 200fl, 266— 267—^ Hl,vo!l,tll,,. Otst,, 200 fl, 25"/„E. 81— 85 -! LlNiderba,,!, 2esl„ 200 fl. . . 2>g-—219-50 Oesterr..»,!gar, Ä«nl, 600 sl, . »32 —235 — UnionbanI 200 f!..... 303 75 304 25 Hjerlehlöba»!. «llg., 140 fl. , 176-^178 - Velb Ware ßltie» oun Flanvport» Unlelnehmungr» (per Stück). «lufsiss-Tepl. Eisenb. 300 fl, . 1S40 1645 Aöhin. Norbbah» 150 fl, , . 263L5 264-25 Ällschtiehrader Eis, 500 fl. CM. 1570 !58« bto, bto, (lit, I!) 200 fl. , 574 .575-50 Doua» Lampsfchissahrtö Ges., l)estcr>, 5UU fl, CM, . . 454--45« — D»r,Aode!il!achcr23 —!42ü — Ocslerr, Äordwestb, 200 sl. 3. ^25250,253-- bto. dtll. (lit. U) 200 sl, 2. ^26550 26N — Prall Diif.er Eiscnb, 150 fl. 3. , > 96—! !»?-— 3laat«?ilr»bahn 200 fl. S. . ,34075^341-25 Sübbali» 2,»0 fl, S.....! 80—! 8050 Tildxordb, Verb, Ä. 200fl.üM. 211—^211-25 Tramwal, Ges.Wr, 170«.ö.W. — — — — dto, EM. 1887, 200 sl, . . 477 — 480 — Tramway Oe,,, ^icueWr., Prio« rilätii '.'lllien 100 fl, . . . 124-30 125 50 Ung-naliz, Eis» „b, 200 sl, Silber 21250 21350 Una West!) (!«aab.Vraz)200fl.T. 211 75 21275 Wiexer i/acalbahüeii 'Ict, Ges. ! —-— —-— Induftlit'Aclitn lper Stült), Nauncs,, Ällg, üst,, 100 sl, . . 107 — 108 — Egydier llisc» und Ztahl'Inb. in Wien 100 sl..... »«— »?-— Eijenbalinw, llriyg , Ecsle, 80 fl, 123 — 13080 .,Ell!cmüIil". Papiers, u, Ä, G, 99 — ION- ilicsinaer Vrauerei 100 fl, . , 140 — 140 75 Montan Oe!cll!ch,, Oest,.alpine »48U5 14!» «5 Prasser Eise,!.I»b,.Ges. 200 sl. 714 — 71? - IalaoTari. Stcinlolilcn 60 fl, U00 — 603 — ,,Schlöall»ühI", Papierf, 2N0fl. 21050 212 50 ..Stcyrerm,", Papierf, u, V'G 172 — 17250 Gelb > Ware Tlifailer «oblcnw..Ges. 70 sl. 17150 17250 ilÜllffrnf..O,,Oest.inWien,100fI. 30U — 809 — WllggonLeil,a,!st,,«llg,,i!!Pest, ^ 80 s!......... 555 — 566 — Wr. Vauaejellschaft 100 f>. . . 11050 I11'5« Wienerderaer /jieael'AclieüGes. ,320 — 322 — Diverse j,'ose (per Stück), lUudapcstGasilica (Domban) , 670 ?-3<» Crebillose 100 fl...... 198-50 19950 .Dampfsch. lOO fl.CM. 165 — 170 — Ofener i^ose 40 fl..... 6375^ 64 50 Palfsy.iiose 40 fl. CM, , , , ! 62—^ 63 — Molyeniln'Uj, Oest.Gcs,»,, lOsl. 2«—, 2060 Nolhe» «re»,;, !l,la, Ges, v,. 5fl, 1020 ,y-80 Rudolph-Uose 10 sl..... 2625 2725 Salm i/ose iN sl, llM, . . , 79-- 80 — 2!,.O«noiü Lose 40 fl, OM, , 7975 8075 Waldstei» Lose 20 fl. CM. . , ! 57 — 60 — Gewiüslsch, d, :«"/n Pr. Schulbv, b. Uodrncredüllüstalt, l, Em, 17 50 z8 50 dto, dto, ll. Em, 1»»^' , . 25-50 2«-üO Laibacher Lose...... 2»?5 23 75 Ztmsen. Amsterdam 99 55 «9 7« Deutsch« Playe...... 5880 58 95» London........ 120 — 120 20 Paris ........ 47'ÜO 47 «ü S», Pettlshnrg ..... — — —'— ylllute«. Dncate,,........ 5-68 5-70 20.Frai!<-v Stlillc.....^ 953 9-54 Dentlchc Ncichobanlnottli , j 5877,^ 58-85 Italienische Vanlnoten , , , .4545 45'55 Papier^Nnbcl......! 1-2?z„ 1-2»