LmbllchnMMtllNg. Nr I«8. P r.i II ll!!! l'l'»i,,pio,, N, 5,.5>«. ftilr die ^!lstc!'.!»!>i i»l< H,^,c h.ildj. 5»> l> !viil bcr Post «a>,,j. N. i'>, d.ildi. s>. ?,5>„, Dienst.,«, 23. Juli Vn»«rllon«,ebühr b«, U>Zeilen: lm°l«0fl.. xm. «Ulr., 3m. , fi.z lonN pr.^eilc ,m. 7 Inli >57> belrcfs.„d die Zulassung dcr von Georg Pfauzedcr erfundenen Tufclmaagc für den allgemeinen Verkehr. Die von Gcorg Pfanzeder, Mechaniker in München, erfundene odnschaligc Tafelwaage, bci welcher die BclasUmgslölfter, auf denen die Last- und Gcwichts-schalcu ruhen, nicht wie üblich ai,f eisernen Kreuzn mit aufgebogenen Euden, sondern auf gußeisernen Ringen liegeu und bei welcher die Empfindlichkeit auf '/,«««« gesteigert ist, wird zum Ocbrauchc für den allgemeinen Verkehr gcgcu Bcobachlung dcr über die Cimcutiruug und Necimentirung dcr Waagen und Gewichte bestehen, dcu Vorschristcn zugelassen. Jede derartige Waage, welche in Verkehr gesetzt wird, muh c>uf einer passenden Stelle dcr sichtbaren MetallbcstanMmlc in Gravirung odcr Prägung mit der Firma des Cisindcrs bc^ichnct sein und wird vorläufig nur das H^uptcimcnlirunszeamt in Wicn zur Cimcuti-rung dieser Waagen ermächtigt. Hohenwart in. p. Schaeffle m. p. Am 22, Juli 1«?1 wurdc iu drr l. l. Hof- und Staalö-drucknli daö XXIX. Stilck des Ncich^lirsctzl'laücs ausgsgclil'!, ,md Dasselbe riilhäll lüilcr Nr. <>4 dic EoiuvssioiiiOirtiiüdl' vom Ä». M,ii 1«?I für dir Pn-vilsssillc Dux-Bodriiliachcr Eisnidalmssrscllschast z»m Vcno,' >i»d Vclri^r cinrl' no» ihn'r brrli!« cuuccsslliiiivlrii i'iüil' dri Ossl'g nuSgchriidl,'!! ^'ocom^inchlihii iibrr Ol>l>i ^lillii^durs nnd Odn-lÄlNvqrülhdl nnch Konioia» zmu Anschlüsse a» die pviu, Büsclilichradl'r Eisciidahi!; ^ir. »;5> dn. ,>!!d dii' Eiuslihrli!!^ llcmrrer ^i»a.rhal!dp!m;l'ii s!!>.' Sillirrgnällic vom F^,!c,rhal!i«lillldl' Nr. ^; Nr. <^7 dic Vi-rordiniiiss dctt I»s!i sullat dcr Misgleichsverhandlungen bereits sormulirt 3r. Majestät vorliege. ..Dit Schlußoerhandlungen" — fügt das cilirle Vlatt hinzu — ..werden wahrscheinlich unter des Kaisers persönlichem Vorsitz demnächst stattfinden. Es verdient bcmcrlt zu wcrdcn, daß der Mon« arch mit lebhaftestem Anchcil die Sachc in jedem Sla-t,ium dcr Entwicklung verfolgt hat und den regsten Eifer für das Gelingen des FliedenSwcrllS seiner Minister bekundet. Die Einzelheiten dcS in mühevoller Arbcil nunmehr glücklich erreichten Resultates werden mit jrncr Discretion behandelt, die dem Ministerium Hohcnwait eigen ist. Sobald das Ministerium sagen kann: meine Arbeit ist ftrlia, wird drr öffentlichen Discussion ihr volles Recht werden. Die ungarische Presse spricht sich im Allgemeinen befriedigt aus über die Resultate der eben geschlossenen Delegalionssession. „P. N." hebt hervor, daß die gesammte Bewilligung zu Gunsten des yemeinsamin Budgets für das nächste VernaltungSjahr sich auf 93,438.615 fi. geacn 104,533.314 fi.. die pro 1871 bewilligt wurden, ocläuft. DaS gemeinsame Budget ist demnach um mchr als 11 Millionen Gulden herabgemin-dcrt worden. Wie das „Wiener Tagblall" zu melden wcih, soll dem Reichskanzler Grafen Beust von Seilen der Ver» fassungspartei ein Mandat in bcn böhmischen Landtag angeboten worden sein. Nach derselben Quell»- wären nach Gastein bereits die nöthigen Befehle aus Ems ergangen wegen Wob.° imngSbestellung, eventuell Abschluß cincs schon flühcr eingeleiteten Anlaufs einer Villa, da nunmehr ein Aufent halt des deutschen Kaisers in Gaslcin zur Nachcur in sichere Aussicht genommen ist. Die „Bohemia" vernimmt, daß die Anordnung von N cu w a h len für sämmtliche Randlage beschlossene Sache sei. ck'nilll'lml. Antiker S'port. Das Wagen- und Noßrennen behauptete vlS in die späteste Zeit vor den gymnischcn Kämpfen oen Vorrang und bildete den gläozcndstcn Theil des Mslcs iu Olympia. Bci dem vcrhältnißmäßig hohen preise dcr Pferde (Exemplare edlcr Race loslclei, gcgcn drelhnndcrl Rlhlr.) uüü bci dem großtu Risiko, daö d-c Art des Wcttklnnpfs salbst für die Besitzer mit sich lrcichtc, blich dic '^ctliciligilng inimcr etwas Aristolratifchcs, eine noble Pass,»:, dcr Reichcu und Fürsten. Klar er, Nibt sich dics uutcr anderen Stcllcn anö Isolratcs, wo em wegcn cincS Gespanns Angcll^ler von seinem Vater erzahlt: „Als er das olympische F.st von aller Wclt »elicbt und bcwundcil wcrdcu sah uud wie dic Hellcucn do!t von ihrcm Rcichlhumc, ihrer Ställe, ihrer Bildung i^robe ablegten, wie die Athleten wctlcifc!lcu u»d die Städte dcr Sieger an Ruf gcwauucn. so s^h cr von dcu g'iumschcn Kämpfen ab, nicht weil cr an natürlichen Anlagcn uud Gcsu„dl,cil Icmaudcm nachstand, sundcil, wcil cr wuhtc. dnß riuigc von dcn Athlelc» oon schlechter yciluüft waren, m.s llciucn Städten stammten nnd c.uc,! n-cdrigm Bildungsgrad besähen. Dageacn wandte rr ,uli der Pferdezucht zu, die eine Bcsckäsiiguna dcr Nclchstcu lst. und die lcin gcriuacr M.nn trribcn taun uud übertraf nicht nur die Mitlämpfcr. soudern dic Sttgcr aller Zeiten." So fiudct ma» denn auch in dem Verzeichnisse der Sieger, das bekanntlich im Jahre 77K mit dem Siege des Koröbos begann, dcu König Thcron von Agriumt, Gelon und Hieron von Syrakus, Nrchelaos von Macedonien, Agis und PausaniaS von Sparta und mchrc griechische Städte. Dcr Schauplatz dcr rittcrlichcn Kämpfe war zu Olympia, wie anderwärts, der Hippodrom, von dem Panamas ""c ziemlich dttaiUirte'Bcfchrcibung gegeben hat. Bei tmscr Rennbahn halle man die Böschung cmcs Hugcls zu einer Längenscite gewählt uud die Mite mclklcht erst später, als dcr Hügclabhang für dle »ltzc dcr sich immcr mchrcndcn Zufchaucr nicht mchr ausreichte, in Gcstall ciucs DammcS odcr Erdwallel' parallel aufgeführt. Aus der cmcu Seite, wo sich der M'llNlfslaud der Rosse befand, schloß eine vom Archi« tltcn Ägna'^tos erbaute Halle im rechten Winkel dic b:,dcn Vaugscilcn. Am enlgsgcngcsctzlcn Ende schloß sick dcr (5rdwall iu einem hulblrcisformigcn Bogen dem yugcl an. und in dicscr Rundung befand sich, wie bcim ,mm,chcu C.rcus, ciu Durchgaugsbogcn. Der Hippodrom war walirschciulich Appell so lang. als da/Sta-dlum. also 1200 Fuß; scinc Breite betrug etwa 400 .^!ß. Da sich leine Andeutung dafür findct. daß im Hippodrom (wnic («i.ma) sich hingezogen l,adc, so muß man aunchmcn. oaß dicsclde wenigstens durch hinter eincmdcr slchci^dcn Säulcn bezeichnet wa^, an dcrcn beiden Euden dic von PausaniaS ausdrücklich genannten Ziclc standen, von welchen das dcr Rundung zunächst befindliche die Mille, das entgegengesetzte das eigentliche Endziel des ^aufcS bezeichnete, wcslialv hie' auch die chcr:,c Statue dcr Hyppodamcia lh^e Stelle hatte, ihre» Bräutigam Prlops belliinzend. Complicirl und ocehalb immcr noch streitig ist die Einrichtung der Schranken beim Ablauföpimllc. Dieselben l'ildctcu nämlich nicht eine gerade ^inie wie beim römischen Circus, sondern ragten „wie daS Vordcrtheil eines Schiffes", also ungefähr wie die bcidcn gleichen Seiten eines rechtwinkligen Dreiecks, dessen Hypotenuse Dann die Halle des Agnaptos bildete, in dic Bahn hinein. Än diesen beiden Seitcn waren staffclsürmig die Schuppen für Wagen und Pferde angebracht, dic den einzelnen Concurrenten durchs Loos zufielen, bevor das Rennen begann. Auf ein Trompcttcnsignal, wobei gleichzeitig oon cincm in dcr Mitte des AblaufSdreiccks stehenden Märe cin cherncr Adler sich durch cinen bcsondcrcn Mechanismus zu solcher Höhe erhob, daß cr von allen Anwesenden erblickt lvcrdcn tonnte, wührcnd ein an dcr spitze dcS Dreiecks auf cincm Ballen ruhender Delphin hcrabsanl, fielen die die Schranlen abspeisenden Stricke und zwar so präcis nach einander, daß, we.in endlich die beiden vordersten Schranken alössnel wuidcn, alle Gespanne odcr Rciler in gleichcr ^nic dcm Inmru dcr Rennbahn zustürzen mußleu. 5 ie ariech'schcn Hippodrome waren deshalb Kelter als die lömischcii, weil sich die Griechen mit dcr in Rom feststehenden Zahl von vicr wctlfahrcnden Gespannen nicht begnügten. Wic vnlc cibcr gewöhnlich ccllirtcn, lüßt sich nicht mchr „ach-weisen. Pindar erwähnt in einer vylhischen Ode, daß KarrhobuS. t>er Wagc"lcnlcr dcs ly,enäischcn Königs ArlcsilaoS. ullcin von vierzig Genossen seinen Wagen lluvcrletzt davon gebracht habe, und es klingt daS zwar llualaublich. aber auf dcr anderen Veite lann man auch kaum begreifen, wie dann unter vierzig Wagculculcin in mehreren Rennen nur ein einziger Sicgcr bleidcn konnte. Denn daß be, Mm Rnmru der Picis n,cr< kannt wurde bezeugt die Nachricht, daß von den sieben Wagen d.e der verschwenderische Älcibiadcs nach Olym-p,a sandte^ dcr erste, zweite und vierte Preis gewonnen wurde. Sophokles läßt. freilich in cincm Waacnrcnncn °cr heroischen Zeit. zehn Gespanne auftreten, und man 1230 Das „Prager Abendblatt" schreibt: Der Schwer. Punkt der inneren Lage wäre im Augenblick im böhmischen Landtag zu suchen; gelänge auch dieser Regierung die bisher den oppositionellen Parteien gegenüber am weitesten gegangene Herbeiführung des Aus« gleiches nicht, dann sei der Beweis geliefert, daß ein solcher für jetzt überhaupt unmöglich. Die Verantwor« tung für das Kommende falle auf Jene, die durch Hals< starrigkeit eine Versöhnung unmöglich gemacht. Man schreibt nach dem „Siöcle" Thiers die Idee zu. nur eine sehr wenig beträchtliche Truppenzahl im Innern von Paris behalten zu wollen. Man werde an der Gürteleisenbahn, in der Umgegend und in den Forts sehr große Kasernen bauen und in Paris nur so viel Truppen behalten, wie für den Oicnst dcs Platzes unumgänglich nothwendig sind. Jeder Militär, von wel» chem Grade er auch sein möge. lönne sich nur in Folge einer besonderen Erlaubniß in Paris aufhalten. Diefe Maßregeln sollten den Zweck haben, im Heere wieder Disciplin einzuführen, indem die Soldaten nicht mehr die in Paris so zahlreichen liederlichen Häuser besuchen könnten. Mit einem Wort, Thiers will die Soldaten und die Pariser Bevölkerung isolireu. Wie das „Journal des Debals" erfährt, wird die Regierung nächstens einen Gesetzentwurf, betreffend den Wiederaufbau des TuilerienschlosseS. einbringen. Im Berliner Reichskanzleramte ist man bereits mit den Porarbeiten für die nächste Reichs« tags session beschäftigt. Die Arbeiten der Session dürften sich vorwiegend auf Erledigung finalizicller Vor» lagen erstrecken und deren Abkürzung überhaupt nur möglich werden, wenn man sich über den Hauptpunkt, dcn der Weiterbewilligung des geforderten Pauschquantums für den Militär-Etal, geeinigt haben wird. In München ist Professor Friedrich vom Erzbischofe von München-Freisuig seines ihm vo n König verliehenen Geneficiums entsetzt worden. Als Grund dieser Maßregel bezeichnet der Erzbischof die Erklärung Professor Friedrichs, geistlichen Beistand leisten zu wollen, und dessen Spendung der Sacramente und Vornahme der kirchlichen Beerdigung an Professor Zenger. Der baierischc Landtag soll, wie aus München ge> meldet wird, Mitte September einberufen werden. Ob vorher eine Kammerauflösung und Neuwahl erfolgt, ist nicht bekannt. Die officielle Zeitung von Italien veröffentlicht ein Decret, wodurch bi« zum Erscheinen eines dieses Object betreffenden Spccialgesctzts die Verfügungen des heiligen Stuhles über die Verwendung der Kivchengüter wie der größeren oder kleineren Beneficien mit Ausnahme aller der Stadt Rom und der Suburbicarsitze dcin königlichen Exequatur unterworfen werden. Der internationale anti.infallibilistische Congrcß wird im Monate October in Florenz zusammentreten. Pater Hyacinth wird in demselben eine hervorragende Rolle spieen. Die „Times" sagt, die erfolgte Verwerfung der Armecorganisation«bill von Seiten des Oder-Hauses werde das Resultat haben, aus dieser Refoim eine politische Fahne für die Wahlen zu machen. Der Madrider „Correspondencia" zufolge hat der König den seitherigen Ministerpräsidenten Serrano mit dcr Bildung eines Cabinets beauftragt. Serrano hat jcdoch vor der Annahme dieser Mission sein Pro« gramm für ein Ministerium dcr Versöhnung und der Fusion vorgelegt. Man erwartet die Antwort des Königs. Sagasta räth zur Versöhnung, Zorilla und Marlos bekämpfen dieselbe. Hagesneuigkeiten. Die Reise Sr. k. Hoheit des Kronprinzen. Aus Vudwei«, 20. d., wird geschrieben: Gestern traf Kronprinz Rudolf, über Hohenfurth, Rosenberg und Krumau kommend, unter Begleitung berittener Banderien um halb 6 Uhr Abends wohlbehalten auf dem feenhaft ausgeschmückten Schlosse Frauenberg an. Der Empfang war so wie überall ein enthusiastischer und feierlicher von Seite der zahlreich herbeigeströmten Bevölkerung sowohl, wie auch von Seite des fürstlichen Beamtenpersonals. Nur im Schritte konnte der vierspännige Wagen, gelenkt vom Fürsten Adolf Schwarzenberg, die auf der Straße aufgestellte Schuljugend, die Gewerbevereine lc. Passiren. Im Schloßgarten bildeten sechzig mit stattlicher Uniform bekleidete Förster Spalier und wurde daselbst der Kronprinz von der fürstlich Schwarzenberg'schen Familie nebst mehreren hohen Cavalieren uud Damen ehrerbietigst begrüßt, worauf Se. kais. Hoheit zu den für Höchstselben mit königlicher Pracht ausgestatteten, an der Westseite des Schlosses in der zweiten Etage gelegenen Appartements celeitet wurde. Nach einer Promenade in dem auf das geschmackvollste angelegten und in der herrlichsten Blumenflora prangenden Schloßgarlen fand das Souper im kleinen Speisezimmer, dessen Tisch mit Pelargonien verziert war, statt. Nach dem Souper sollte von der Veranda aus das für 9 Uhr Abends bestimmte Abbrennen des auf der Podztaler Wiese vorbereiteten Feuerwertes von dem Kronprinzen mit angesehen werden. Aber die schon Nachmittags im Norden sich zci» genden Gewitterwolken entluden sich nach vorangegangenem Wetterleuchten bei Beginn des Feuerwerkes plötzlich unter mächtigem Blitz und Donner, und bald darauf verscheuchte ein strömender Regen die zahllose Menge der Zuseher vom Schauplätze. — (Von den Mittheilungen de« t. l. Ackerbaumini ste r ium s) ist das sechste Heft (Juni) er« schienen und behandelt dasselbe wieder wichtige und interessante Gegenstände aus dem Gebiete der Land- und Forst» wirthschaft und deS Bergwesens, darunter den in der zu Gmunden im Monat Juni stattgefundenen sechsten Wanderversammlung des österreichischen Neichsforstvereines vom Herrn Seclionsrath Peyrer gehaltenen Vortrag über das Genossenschaftsprincip in seiner Anwendung auf Waldungen und den Erlaß des k. k. Ackerbauministeriums an sämmtliche Berghauptmannschaften, betreffend die Besteuerung des Einkommens beim Vergbaue. — (Mithilfe der Militär Mannschaft bei, Einb ringung der diesjährige nGetre id eernle.) Das Reichstriegsministerium hat wie im Vorjahre auch heuer bewilligt, daß zur Mithilfe bei Einbringung der diesjährigen Getreideernte Mannschaft aus dem Staude der Infanterie und Iägerbataillone, insoferne sich dieselbe freiwillig dazu herbeiläßt, auf das Ansuchen der Grundbesitzer in der unter Aufrechthaltuna der reglementmäßigen Wachtdienstfreiheit entbehrlichen Anzahl auf die Zcit von längstens drei Wochen im Wege der Beurlaubung beigestellt werden darf. Wie diese Veistellung nur von dem freien Willen der Mannschaft abhängig gemacht werden darf, so hat auch die Höhe der von Arbeitsgebern zu ent, richtenden Entlohnung auf dem freien Uebereintommen zwischen diesen und der betreffenden Mannschaft zu beruhen. Für die Dauer der Beurlaubung hat die Mannschaft auf die VerpflegungsgebUhren leinen Anspruch, tritt demnach bei der Beurlaubung nach § 100 des Gebührenrcglemenls aus der ärarischen Versorgung. Rucksichtlich der Monturs-gebühr ist die Bestimmung des zweiten Absatzes des § 110 des Gebührenreglements maßgebend und ist dieser kurz beurlaubten Mannschaft die Leibeömontur mitzugeben. M die Abnützung dieser Montur ist während der Dauer des Urlaubes nach Analogie des tz 173 des Gcbührenreglemcntö ein MmUurabnUtzungs-Pauschalgcld von täglich drei Fimf' zehntellreuzern für jeden Arbeitstag und Mann an dic bc< treffende Unterabtheilung zu vergüten, wegen dessen Abfuhr mit dem Arbeitsgeber die betreffende Vereinbarung zu pflegen ist. Die diesbezüglichen Ansuchen sind in größeren Garnisonen bei dem Stationscommando, sonst aber bei dem belrefsenden Truppencommando unmittelbar einzubringen. — (Sterbe fall.) Die „Grazer Zeitung" schreibt: Ein schweres Verhängniß waltet über der greisen Müller des verewigten Viceadmirals Freiherrn v. Tegetthoff. Noch blutet das Herz der armen Frau über den jüngst erfahrenen Verlust ihres von Kaiser und Reich so hochverehrte»! älteren Sohnes, des berühmten Siegers auf Helgoland und Llssa, Wilhelm Freiherr» v. Tegetlhoff, und schon steht dic würdige Dame heute wieder am Sarge ihres jüngsten Svl> nes, dem weder ärztliches Wissen noch die aufuuferudste mütterliche Pflege zu retten im Stande war. Dr. Albrecht v. Tegetthosf, Professor an der k. t. Marineatademie in Fiume, ist heute (22. Juli) Nachts zwei Uhr im kaum vollendeten dreißigsten Lebensjahre nach säst zweiuwuatlichem Krankenlager gestorben. Der Verstorbene, ein junger Mann von hohem Wissen und ungewöhnlicher Begabung, lehrte au der durch seiueu Bruder auf's Vortheilhafteste reorgauisirleu Marinecitademie Arithmetik, Algebra, Geometrie, Trigono> metric und höhere Mathematik und war iu Fl)lge sciucs liebenswürdigen Benehmens von seinen College» hoch geachtet, von seinen Zöglingen bis zur Verehrung geliebt. Iu Folge andauernder Kränklichkeit war Dr. Albrecht v. Tegetthoff genöthigt, um Urlaub nachzusuchen und hofflc iu sciuem eugeren Palerlande, in den Bergen der schönen Steicrmcnl die Wiederherstellung seiner von anstrengenden Studien angegriffenen Gesundheit. Nach kurzem Aufenthalte iu Graz begab sich Dr. v. Tegetthofs, begleitet von seincr greisen Mutter, nach Gleichenberg, doch auch durt besserte sich der Zustand des Kranken nicht, er siechte laugsam dahiu, bis ihn endlich heute der unerbittliche Tod von dcr Seile seiner untröstlichen Mutter riß. Frau v. Tegctlhofs hat nunmehr nur noch einen Sohn, Carl v. Tcgetthoff, Oberst des l. t. Inf.-Reg. Graf Crenneville Nr. 75. — (Predilbahn.) Der „Osserv. trieft." enthält eine Ncihe von Betrachtungen, die darauf abzielen, die uN' «läßliche Nothwendigkeit der PrcdUbahn in, Interesse Triests und der Gesammlmonarchle neucidings zu cvuslatireu. Wic für Veucdig die Linie Belluno-A^ordo-Brij-en, so sei für Trieft die kürzeste und direcleste Eisenbahnverbindung mit dem Vodeusee (Lindau) durch die Viuie Tiiest-Predil-Vlllack, Villach-Nriren, Vrixeu-Iunsbruck, Iunöbruck.Liudau von der entscheidendsten Wichtigkeit. Mittelst derselben wird die Entfernung zwischen Trieft und Lindau, welche gcgeuwäi lig Über Wien 175 und über Mestre-VeronaVrenncr 1A0 Meilen beträgt, auf 97 Meilen vermindert, und da die Arlbergbahu bereils beschlossen ist, so erscheint sur unö die andere Alternative Ponteba oder Lack als eine müssigc Frage, da dic Predilbahn mit der Arlbergbahn im umrenubaieu Zusammenhange steht. Am Schlüsse weist der „Osserv. tr." auf die augenscheinlichen, in Oesterreich auch schon durch die Erfahrung mehrfach erprobten nationalökonmnischcu uudpo- thut wohl am besten, anzunehmen, daß die Zahl der zu« gleich mit einander rennenden Gespanne sich nach der Oesammtzahl dcr angemeldeten richtete. Die Wagen waren in ihrer Construction den Streitwagen des heroischen Zeitalters beinahe völlig gleich, zweirädrig, mit ovalen, hinten offenen Kästen, in denen die Wagenlmter standen. 270 Jahre lang wurde das in der fünfund-zwauzigsten Olympiade eingeführte Wagenrcnneu mit Viergespannen gehalten. Dann wurden auch zwcifpän-nige Wagen zugelassen, und ein Vierteljahrhundcrt später kam das Rennen mit Füllen-Viergespannen und später auch -Zweigespannen auf. Dagegen erhielt sich das Weltfahren mit Maulthieren nur kurze Zeit, weil es leinen angenehmen Anblick gewährte. Ein meisterhaftes B;ld dcs Wettrennens selbst liefert uns Sophokles in seiner Elettra in folgender Weise: „lind als sie sicmdcu, wie dcs Kampfes Richter dort Die ^,'oosc warfen und die Wage,, ordneten: T-a schmettert' Erzdrommctenschall, fort stürzten sie, Beseuv'tcn ,hre Ross' im Fl»g. und Mttcltcn Die Zügel: mm mtt linmal war die Bayn erfüllt B°n lautcm Wagcnrass.-ln; hoch auf wollte sich Der Staub, es raunleu alle durch cmandcr hm Und schonten nicht der Geißeln, um vorbeizuftlchu Die Räder und das schuauueud wilde Roßgespauu. Demi alle Viiiclm und zugleich dcr Ra'dcr Spur Vcnchtc dampfend Schau,,, uud Hauch der Rosse ring«. »3chou lmlt' Orcstes nm on letzte Säul' herum, Die Nabe sw« hindrängend uud dcm rechten Roß Deu ZUgcl lassend, zog er mehr sein liutes au. Anfänglich gmgeu allzumal die Wagen gut, Biö riuc« Armer« Noss' „m hartem Maul In Slnrmcscll' ausnssm. und rcchlshin aewandt Den sechsten oder sicb'tm Laus erfüllend schon, Tic ötirnc rauuteu auf die Wagen Libya's Und „un zerschmettert' einer durch den Einen Fehl Den andern, stürzte uicdcr. und zerbrochener Rennwagen Trümmer deckteu ring« das Pholerftld. Dies sal, der llugc Zugcllcnler au« Athcu; Drum lcnlt' er auswärts, hemmt der Rosse Lauf und läßt Vorbei dcr Wagen Strudel, dcr die Bahn durchwogt. Auf diesen folgeud, trieb Orestes sein Gespauu Als allerletzter, bauend auf dcs Kampfes Ziel. Wie jener sah den Lincn, dcr noch itlirig war, Da jagt' er. hell aufdröhnend leaf sein Ruf das Ohr Der schnellen Nenner, und in gleichen, Laufe floh'n Dir Beiden hin, nun dieser, nun dcr andre Da« Haupt vou seinem Wagmsiyc vorgestreckt. Uud all' die andern Bahneu wohl vollcxdctc Der Arme soudcr Fährde, fest auf festem Stand; Da ließ er nach dcn Zilgel, als das liute Roß Sich wendend umbog uud deu Raud dcr Säule traf Er unversehens; mittcu brach die Nabe durch; Vom Kranz dcs Wagen« glitt er und verwirrt«: sich Im laugen Riemenzeug; aber als er mcocrfich Floh'n seine Rosse durch die Vahu iu wilder Flucht." D o u u e r. Wie Sophokles hier andeutet, bewährte sich die Fe» stigleit der Hand, da« sichere Auge des Centers hauptsächlich beim Umfahren dcr beloen Ziele, da eö natürlich fein Vortheil erheischte, um Raum zu ersparen, hier den möglichst kleinen Bogen zu schneiden. Darum mußte aber auch da« Drängen, die Verwirrung und die Gefahr an diesem Punkte sletS am größten sein, und man nannte deshalb einen Altar (wahrscheinlich Poseidons), der entweder selbst das obere Ziel bildete oder demselben gegenüber am Erdwalle lag. Tarapippos, d. h. „Pferde-entsetzen". „Er hat die Gestalt eines runden Altars", schreibt Pausanias, „und wenn die Pferde daran vorüber lausen, so ergreift sie ohne sichtbare Veranlassung große Furcht, und auS der Furcht geht Unruhe und Verwirrung her. vor- daher denn hier oft die Wagen zerbrochen und dic Wagenlenler verwundet werden." Äus den UebungSfahr» ten kannten natürlich die Pferde ihre Aufgabe ganz genau, und daß sie vor dem gefährlichen Wendepunkte schcuelen, war also ganz natürlich. i!aut schmetterten die Tvompe-lcn, wcoil die Gefahr überstanden war, um Noß und Mann zu neuer Eile zu beflügeln ; denn zwölfmal mußte die obere Ziclsäule umkreist werden, wenn ausgewachsene Rosse, achtmal, wenn Füllen den Wa^u zogcn. Am Ende dcr Bahn genügte endlich dcr gcringslc Vorsprung, um dcn Sieg zu entscheiden. BesremoUch. ab.r bei dcm Wagcnrennen und dem Principe der gliillmschcll Ägmicn geradezu widersprechend, doch ganz mu dcr Sitte dcs modernen Spoils harmomrcnd ist es, dnß »ichl die Wagenlenker, sondern die Besitzer dcr Ocspanüe dcn Kranz erhielten und als Sieger glfcictl wurde». Pindar hebt es in der ersten islhmischcu Ode als außergewöhnlich hervor, daß Hcrodol von Theben selbst seine Rosse gclentt: „Nun ich dem Herodotos ausrüste den Tank zu dcs Viergespanns Ruhms, wcil er mit FrcmdlmgS Häuden nicht der Rosse Zügel gelenkt." Ms oaycr b'.)^ v. Chr. dic Spartaiur nlcht an dcu oly,!,pl,chc!« Spulen Theil nehmen durften und der Spartaner ^ichaS deshalb sein Gespann für ein der Slaot Tycbcu gehöriges ausgegeben hatte, aber, als fein Wagcnlculcr sicg'e und Theben als Siegerin ausgerufen wuldc. sich su weit vergaß, daß er hinabstieg und seinen Iutty mit dcr zum Kranze gehörenden Binde belränztc, so ließen ihn dic Hellllnootteu mit Ruthen auspeitschen. So tum es dcu»', daß auch Abwesende siegen konnten, wie bei mchicn dcr oben genannttn Könige erwiesen ist. Ja selbst Framn gewannen dcn Kranz, wenn sie Wagcu und Kulschcr at' sendet hatten. Die berühmteste Siegniu ist Kyuisla, tie Schwester des Agesilaos und von diesem selbst dazu vcl-anlaßt. Außer ihr wird von Pausanias noch Bclistichc, eine Macedonicrin und Emyleonis, eine SlMtanerir, erwähnt. Aus Dankbarkeit ließen gewöhnlich die Sieg" neben ihrer Statue auch die des siegenden Wagenleulns 123! lilischen Uebelstände hin, welche daraus entspringen, wenn die Peibindnug zwischen cinzelucn Provinzen des Staate« durch Eisenbahnlinien bewerkstelligt wird, die theilwcise über fremdes Gebiet lausen. — (Taglioni) dcr vielglrühmte Vallelmeister, 102 Jahre alt, ist iu der seiner Tochter, der Fürstin Trubehkoi, gehörenden Villa am Com>>r-See gestorben, sein Sohn ist heute noch Balletmeister in Berlin; seine Tochter war be-la'.nnlich die berühnlleste Ballerina der großen Pariser Oper. — (Ans Frankreich.) Vazaiue hat Thiers brieflich um einen Haldsold ersucht; der Marschall, von dem seinerzeit erzählt wurde, daß er in Mexiko Millionen zu-falmncngeftllwderl habe, hat dc-il Chcf der Executive versichert, daß er nichts als seinen Degen besitze. Die Bank von Frankreich hat beschlossen, jedem ihrer Vertheidig wahrend der Schrcckenszeit 200 Fr. Rente, d. h 4000 Fr. Capital zuzuwenden. Es sind deren Fünfhundert. Der Uuiervichiöminister der Commune, Pilolel, war ein armer Teufel, der auf originelle Weise Geld borgte. Eines Tages schickte er einen reitenden Mobilen mit Säbel und Revolver zu einem bekannten Pariser Buchhändler. Derselbe empfing den Voten zitternd und nahm mit Ban-> gen ein großes gestempeltes Aclenstück in Empfang, dessen Inhalt lautete: „Bürger, seien Sie so gütig, inir zehn Francs zu leihen, die ich dringend brauche. Motel, Minister." Die geringe Summe wurde natürlich gerne bewilligt. Die Verhandlungen gegen Assy dürften sehr interessant fein. Der Angeklagte verlangt nämlich, daß Rouher als Zeuge vorgeladen werde und behauptet, daß er Briefe des ehemaligen Vicctaiscrs besitze, die den Beweis liefern würden, daß Nouhcr ihn als Agenten in Ereuzot benützt habe, um seinem politischen Gegner Schneider Verlegenheiten zu bereiten. — (Ein Militärzug verunglückt.) Man schreibt aus Forbach, 18. d. M.: Der heute um halb 12 Uhr Mittags von Saarbrücken ankommende Militärzug mit Mannschaft vom 73. und 74. Negimenlc, meistens Hannoveraner, erlitt in hiesiger Station ein namenloses Unglück. Eine im Nangiren begriffene Neservemaschine fuhr mit ganzer Wucht in die Seite des einfahrenden Zuges, wodurch zwölf Wagen, mit Militär bcfetzt, mehr oder weniger zertrümmert wurden. Die Wagen lagen sammt dcn Insassen in einem Hauf/n übereinander. Da die Truppen, die alle Grenze passirc»d, wie hier gebräuchlich, mit Hohn empfangen wurden, so lag cö für sie nicht ferne, diefem Unfälle eine böswillige Ndsicht zu Grunde zu legen. Die dem Tode Entron» nenen rächten dahcr ihre unglücklichen Kameraden unmittelbar an den nächststehendcn Civilpersonen und dem Bahn-personale, und es ist nur der Energie der sie begleitende» Officierc und dem Umstände, daß sie keine Munition bei sich hatten, zu danken, daß Forbach nicht die ganze Verantwortung dieses Unfalles zu ertragen halte. Durch den unermüdlichen Eifer der von der Evacuations-Commission noch anwesenden Aerzte und Lazareth-Beamlen wurde deu armen Verwundeten alle mögliche Hilfe zu Theil, beider konnte der größte Theil der hiesigen Bevölkerung ihre Anli' pathie gegen die deutschen Truppen auch bei diesem gefähr< lichen Unglücke nicht verbergen. 7 Todle und 05 mehr oder weniger schwer Verwundete, ungerechnet die, welche in Folge der leichten Verwundungen sich dem Weitertransport anschlössen, sind die Opfer dieses Unfalles. 6s ist kaum ein Jahr, daß Forbach Augenzeuge der fürchterlichsten Verwundungen war; doch deu Anblick fo verstümmelter und aufstellen. Auch Kaiser Nero lenkte bei den olympische,, Spickn persönlich scin Zchligespaim, warf dabci um, wurde wieder hineiiigehoben, mußte endlich vom Well-lampfc abstehen, wurde aber doch als Sieger bekränzt. Die Hcllanodikcn erhielten von ihm dafür ein Gcschcnt von 200.000 Sestmien (ca. l^.000 Thlr.); leider nahm cö ihimt der Kaiser Galba wieder ab! Dem Wagenrcnnen sehr ähnlich war das Wettreiten, das eingeführt worden war. Beinahe vierhundert Jahre später begann der Schnellrill auf Fohlen. Auch Knaben dursten sich beim Nennen zu Pferde bclhciliacn. Eiuc Zcil lang bestand eine eigene Art des Kampfs, die auf Zlulen auf-' geführt wurde, und bei welcher die Meiler zu Anfang des letzten Umrilts absprangen, das Pferd am Zügel nah men und zu Fuß dem Ziele zueilten. Mehre Reimer habe» fich bei deu Natioualfestcu der Hellenen unsterblichen Nuhin erworben. Von Hicroutz Sicgcsroß Phcrc-nilos siugt Pindar: „Wohlan, die dorische Harfe nimm Von dcr Wand od des Ruhms des PhcreniloS, des edelsten Renners, dm Gcist in woimigcS Siimcu versenkt. Wie er oahinliralist dort am Alphcios, ohne stachelnde!, Sporn, die schöne Gcstalt. seinen Herrn zum Siege tra Ncnd." Der Korinthcr Phcidolas halte zwei Rosse, Vydoö und Aura. Jenes siegle zwcimal in Olympia und einmal auf dem Isthmus. Ama warf einst in Olympia gleich anfangs scmcn Reiter ab, sctztc aber als gutcS Schulpferd das Reimen fort, lioa richtig uu: die Zicl-sllulc,,. beschleunigte „ach dem Trompelciituschc seinen VlNif uud blicl» endlich als Sieger vor dcu Hcllanodisc» stehcu. Solche Rosse wurden txnm auch im Alter sorg« sättig gepflegt, anständig beerdigt uud durch Äilonissc gechrt. ___________ dem Schmerze unterliegender Menschen hat Forbach während seiner beiden Kampftage nicht erlebt." — (Kaiserin Charlotte.) Die letzten Nach, richten aus Lacken in Belgien über das Befinden der Kaiserin Charlotte lassen ihre baldige Auflösung befürchten. Die kranke Frau hat seit drei Monaten vollständig das Bewußtsein verloren und ihre Körperfülle ist in Folge lymphatischer Beschwerden ins Unglaubliche angewachsen. Sie hat zuweilen Anfälle völliger Erschöpfung, welche zwei bis drei Tage dauern, ohne daß cö mö.M wäre, ihr irgend ein Nahrungsmittel beizubringcu Die unglückliche Kaiserin zählt kaum 36 Jahre. ^(Cavour- Denkmal.) Im großen neuen Palaste der Banca Nationale in Florenz Hal man die vom genuesischen Bildhauer Rivalla verfertigte Bildsäule des Grafen Cavour aufgestellt. Der berühmte Staatsmann ist auf einem Lehnstuhl sitzend dargestellt; in der Linken hält er eine Karte und in der Rechten, die sich auf die Lehne des Sessels stützt, die Lorgnette. Das linke Bein, welches über das rechte geschlagen ist, verdeckt etwas den starken Leib. Diese Angaben werden genügen, um zu zeigen, daß der Künstler einem so starken Realismus huldigt, dcr die Bildhauerkunst beinahe zu einer marmornen Photographie macht. Er hat dem Grasen Cavour auch die moderne Kleidung gegeben, die für Plastik so ungünstig ist. Locales. — (Die Gründung des Vereines „ßola") zur Unterstützung des Volksschnlwescnö in Krain hat die h. Landesregierung mit Erlaß von 15. Juli. Z. 4691, zu genehmigen geruht. — (Die Kunstausstellung) wird morgen eröffnet. — (Erledigte Stelle.) Bei der k. l. Finanz-procuratur in Laibach eine Conceptspralticantenstelle mit dem Adjulum jährlicher 400 fl. Gesuche binnen vier Wochen bei der k. l. Finanzprocurattir in Laibach. — (Theater.) Gestern Abends verfammelle sich das Theatercomilö, um die Einleitungen zur Durchführung der Subscription zu treffen. Herr Director Walburg, welchem die Leitung dcr hiesigen Bühne übertragen werden wird, hat ein Verzcichniß fcincs sehr zahlreichen Personals für Oper, Operette, Lustspiel, Schauspiel und Posse eingeschickt, in welchem wir von bekannten Namen jenem des Komikers, Herrn Kömmle, begegnen. Während die Saison einer, seits nach der Fülle des Gebotenen und der Kräfte eine außergewöhnliche zu werden verspricht, stellt sich andererseits natürlicherweise eine Nachlragssubscriplion als nothwendig heraus, welche mit 1000 fl. beziffert wird und deren Aufbringung bei dem allgemeinen großen Interesse an unfercm Theater, als dem Mittelpunkte socialen Wintervergnügens, wohl tciuem Zweifel unterliegt. — (Der hiesige Zweigvere in der G u stav-Ndolf.Stiftung) hält heute Abends 8 Uhr im evangelischen Schulhausc seine Jahresversammlung ab. — (Amerikanischer CircuS.) Heute traf die amerikanische Circus-Gcsellschast, welche ihre Vorstellungen hier auf den 25. und 20. angekündigt hatte, hier ein. Dieselbe hat von Trieft dm Weg nach Laibach auf der alten Landstraße eingeschlagen, da der Transport dcr zahlreichen Gesellschaft, welche allein 120 Pferde mit sich führ!, mittelst Eisenbahn sich angeblich zu theuer stellte. Dieselbe führt auch wilde Thiere darunter sechs Löwen, mit sich. Die Erwarluugen von Sportliebhabern und Kunstfreunden sind hoch gespannt. — (Für Medicincr.) Im Interesse der Hörer der Medicin und insbesondere der Rigorosantcn hat Dr. Rudolf I ama, praktifcher Arzt in Wien, im Selbstverlage cin von Fachmännern als sehr prallisch empfohlenes 3tc-pctitorium der Physiologie, pathologischen Anatomie, Phar-macologie, anorganischen Chemie und allgemeinen Pathologie herausgegeben. DaS Malcriale wurde von dem Herrn Verfasser auf Grundlage vierjähriger Borbcreilungscursc mit kurzer Zusammenfassung alles Wesentlichen bearbeitet. i?i»«ttese»l»ct. Allen leidende,, Gesundheit durch die delicate Il^v-,!«^^ '!» ltü,','v, welche ohne Aniveudunci uou Medici» n»d ohue Kosten die nachsolsscudeu itrantheileil beseitigt: Magm-, Ncrucn-, Brust-, ^lmgcii:, Gelier-, Driisen-, Schleimhaut-, Athm!', Vlaseu- und Nierenleiden, Tuliercnlose, Schwindsucht, Asthma, Husleu, Unver-danlichlm. Verftupfnnss, Dmrrhüeu, Schlaslosisslnl, Schwäche, Hammrhoidrll. Wassersucht, F,clicr, Lchwindrl, Vllilanfsteincu, ^hrenlnausen. Uebelleil uud Erbrechen selbst während der Schwan-Mschast. Diabetes, Melancholie. Abmagerung. Nhenmaliömutl, G'chl. Bleichsucht. - . Anözna. cms 75000 Certificate,, über Genesungen, die nUcr Medicin widerstaude,,: Ecrtificat Nr. 48421. ^ Nrustadl, Ungarn. Veit mehreren Iahreu schon war meine Verdammn, sie!« gestört; ,ch halte mit Maa/uilbeln und Verschleimn»!, zu tämvse». Von diesen Uebeln bin ich nun seit dcm vierzchnlägigen Gennf« der !<schiilr, Gasen in Steiermarl, Pust Virlfcld, N>. November Itt?»» Hochgeehrter Hen! Mil Vrrquilgen uud pflichla,cmlif! be. stätige ich die günstige Wiiluua, der'!ll'Vl!>c>5,!<'!'<'> wir sie uou vie-len Seiten lirtannt gemacht wurden isl. Diesel« uorireffüche M>>-lel Hal mich uon entsetzlichen Alhemlieschwerdl-il, beschwerlich«'"! Hnste». Blähhalö nnd Mageulliwl'fm, woran >ch lauge .5al)le gelitten habe, ganz vollständig befreit. , , ^^ Vixceni S.aiuiu.er. peusmu.r.cr Pf°r r Nahrhafter als Fleisch, erspar, die ll.v-. ^..^ be, E.wach. seueu und Kindern 50 Mal ihren Preis '" Arzneie». In Vlechbüchsen u°n .l Pj„„d sl l.s>0. W'"d st 2 50 2 Psnnd fl. "l.5>0. 5 Pfnnd si ,0, ,2 Pf""d fl. 20. 2i Pfund st. 3('. l0. 4^ Tassen fl. 4,50, in Pull'-r für I.'' Tnss u fl. 10. ,'ür 2^ Tassen fl. 2»', für 57« Tasse,, fl, 3(!, ^n b ;ltt,en duich Varrl, du Vnrrl, H Eomp. in >Vieu, WHiiüzoli^H»',« IVr. 8, w I.H»dH0l» Ed Mahl. iu Marburg ^. Koüelnig. :» Klagexsnrl P. Birnbllcher. in Gra; Gebrüder Ol^erranzmaur, in Iunsbrncl Dicchtl H straut, in i'in, Hafelmayer. in Pest Toröl, in Prag I. Fn rst, in Ari!»» ss. (5der. sowie in allen Städten bei gulru Apo,h'tn'n »lid Hpeeinihäiidleru; auch uerseüdet da? Wiener H,>»3 nach allen Gegeudru gegen Postanweisung oder Nachnahme. Rechnungsabschluß der Handelskammer. Die Handels« uud Gewcrbekammer fiir Krain veröffentlicht den vom hohen k. l. Handelsministerim mit Erlaß vom 3. Mai l. I,, Z 8184, genehmigten Rechnungsabschluß sUr das Jahr 1870, wie folgt: I. Kasse-Gebarung. Einnahmen: Kasserest mit Ende des Jahres 1869 503 fl. 71 kr. Beiträge der Wahlberechtigten . 3008 .. ««'/^ .. Marlenregistrirungsgebilhrcn . . 5 „ — ,. Summe der Einnahmen . . 3517 fl. 37'/, kr. Au «gaben : Besoldungen, Löhnungen und Taggeldcr 1299 fl. 92 kr. Belohnungen und Aushilfen ... 10 „ — „ Kanzleierfordernisse...... 39 „ 20 „ Drucllosten........ 10 „ « .. Bücher, Zeitungen und Buchbinder-Arbeiten . . . '....... 34 .. 57 .. Beheizung und Beleuchtung ... 32 „ 35 „ Postporlo........ .^ „ 28 „ Reisekosten........ 274 „ — „ Beiträge fur Schulen..... 400 „ — „ Verschiedene Ausgaben..... 55 „ 52 „ Beitrag für den' Pcnsionsfond . . 128 „ 40 „ Summe der Ausgaben . . 2287 fl. 30 kr. Hiezu den Kasserest mit Ende des Jahres 1870.........1230 „ 7'/, .. Summe gleich den Einnahmen . . 3517fi.37'/,kr. II. Vcrmöa/ns - Nachwcisung. Activa: Rückständige Beiträge . . . . 1102 fl. 10 kr. Kasserest mit Ende des Jahres 1870 1230 .. 7'/, „ Zusammen . . 2332 fl. 23'/, kr. Bei Gegenüberstellung der Passiva (rückständige Zahlungen) per . . 60 „ — „ verbleibt mit Ende des Jahres 1870 ein Gcsammtactivvcrmogen von . . . 2272 fl. 23'/, kr. Neueste Post. Ems, 24. Juli. Dcr Kaiser Wilhelm geht heute „ach Ingenheiln zum Gesuche des russischen ttaisci-paa-vcS. Der russische Kaiser tlhtt morgen iil'cr Verlin nach Nußland zurück. Paris, 24. Juli. Vei dcr Verhandlung über dic Peiilionc,, dcr lNischoft bclrcffs dcr weltlichen Macht des Papstes sagle Thiers: Er bedauere, daß diese Frage aufgeworfen wurde, er werde seine früheren Ansichten nicht verleugnen. Leidige NatioimlitälSlehrer führten Frankreich zum Aufgeben feiner traditionellen Politik dcö europäischen Gleichgewichts und zu den lctzlen Unglücks-sällen. Vergeblich habe er ehedem gewarnt, daß die Einheit Italiens die deutsche Einheit nach sich ziehe,, müsse. Eine KriegSpolilil darf nicht verfolgt werden. Italien hat die Unterstützung von Miz Europa. Gestreben wir uns, Misere Armee zu rcorganisiln, nicht wegen des KliegcS, sondern aus Vorsicht und um Frankreich seinen hohen Na„g unter den Mächten zu rrhalttn. Es wäre cinc schlechte Politik, einen mächtigen Nachbar, wie Italien, zu entfremden. Er habe kein Schreiben an den Papst gerichtet; er könne nur sagen, Frankreich stehe dem Papste immer offen. Die durch das Concordat geschaffenen Veziehmigcn eihcischen die Unabhängigkeit des Papstes, zu dcrcn VcNhcidigung nnd Erhallung er allcs Mögliche thun werde. Washington. 23. Juli. Das Puloermagazm des Arsenals ist in die Luft geflogen, Dcr Schaden beträgt I Million Dollars, jedoch ist lcm Brrlust an Mcnschcnlelici, zu beklagn,. Telearaphisclier Weckselcours vom 24. Juli. ^r<- Melallianc? 59 «<»- ' ^°'" Metlllliques mit Mc,i-....d ^em^Ä"ü 5c.«0 - 'p'^.^'°"^ulehen w. - I«Mer slaatt'-Änleheu 103. - Vanlacllen 7(.8. ^ E^dlt-Ac. >n"85.W. - Loudon l^.75). - S.lder 122.50. - K,! Milnz-Dncateu 5>,«5. - - ^°P°lec>id'°r 9.81. Anftekommene Fremde. Am 23 Juli »>:,«.«-.»>.<. Die Herren: Iugr, Trieft Tmn, Lauonicns. («^z. - Varun Codclli, Vm,^. ^ ><^utc,. Pfarrer, Vovec Zechentmayer l. t. Marine Officirr, Z.belsberq. - - Dr. .^ft.'.er. ^,e... - ^tr^'rr. Kaufm,, Wien, - Neumann, ssabricmtt. Ä'ien. - ^anfalrk, l. t, Fregatten Capita,,. Tricsi. - - Du^el. Juwelier, Wien. - Kocevar, Blute. - Dr. Ärauß, Advocat, Wippach, - Hlrscl'l. ilaufm.. Pest. - Accrboni, Trief». 5<««>< HA»«,,. Die Hcrreu: Mandel, Wien. - Veier, I„ gcnicur, -. Kvainburg. — Moretti, Kaufm., Trieft. - Mas 1232 Lanthieri, WippaH. - Kauiic, Agent, Ponovitsch. - Vondy, Kaufm., Graz. »nl.^l»«»»««' »«l. Herr Veßnil, Werlsbeamte, Sagor. H«,»>,re«. Herr Weindl, Ingenieur, St. Peter. ^ict^rölögische Neoliachwnnen ill Laihach. ZZ33Z3 «« «^ « « ZI? S«________m" «Z; 6u Mg, 324.«z -l-14.« O. schwach ! heiter „ 24. 2 „ N. ii24.u4 -»-24.» l SW. heftig z.Hälfte bew. "" 10 , Ab. 323.^7 -l-17,z jSW. schwach theilw. bew. ^«"' Pormittags heiter, gegen Mittag zunehmende Bewölkung. Nachmittags heftiger Sildwcst. der sich gegen 4 Uhr legte. Nach 8 Uhr Gewitterwolleu au« Sud. lebhaft»: Blitze, etwas Regen, später llarer Mondschein. Das TageSmittel der Wärme -l- 18-8°, um 3 1" llber dem Normale. Der Schulgarten als wesentlicher Hebel der Vollscrzichung. (Schluß.) Die eingehendste Beurtheilung in Fach- und Tageblättern des In< und Auslandes hat die vor einigen Monaten bei Hölzel in Wien und Olmütz erschienene Schrift des Professors Dr. Schwab mit drei Plänen in Farbendruck von Max Machanel gefunden, welche bei den Opfern von Seite des Verfassers und des Per» leger« um den billigen Preis von 40 kr. verlauft wird und so populär gehalten ist, daß sie in jeder Dorfgemeinde ihren Platz finden lann. Noch leine Schrift hat die Segnungen, welche ein guter Schulgarten auf unter« richtendem und erziehendem Gebiete in der Stadt und auf dem Lande verbreiten kann, so llar und vollständig nachgewiesen als die genannte. Nach dem Urtheile von Schulmännern und Naturforschern dürfte auch nicht Eine Idee übergangen worden sein, welche durch den Schulgarten ins Leben eingeführt werden soll. Wollte man alle Absichten des Verfassers darlegen, müßte man die 30 Seiten fassende Broschüre abschreiben. So mögen denn einige Gesichtspunkte hier hervorgehoben werden: Seite 6 bis 8: „Ein rechter Schulgarten lann, soll und muß der Ort sein, wo die Kinder am glücklichsten sind. er muß ihr liebster Aufenthalt werden in jenen Stunden, welche sie nicht im Schulmnmer zubringen oder zu Hause mit Arbeiten sür die Schule ausfüllen. Eine der schmerzlichsten Strafen muß eS für ein Kind sein, von dem Unterrichte und den Spiclen im Schulgarten einmal ausgeschlossen zu werden. Das Schulzimmer und der Schulgarten sollen in innigster Ergänzung und Wech< selwilkling die eigentliche Welt deS Kindes bilden, welche ja von dem Leben in dcr Familie lange noch nicht ausgefüllt wird; ich meine, die Welt für Gemüth und Ge,st, die Welt sür Gedanken, seiner kindlichen Strebungen, seiner Träume von künftiger Thätigkeit. Auge und Hcrz des Kindcs sollen sich hier auf den alleruntcrstcn Lchrslufen, in dem zartesten Alter schon öffnen für die Schünheit der Natur; die Aufmerksamkeit soll zuerst kräftig angeregt und gefesselt werden; der Sinn für Ordnung, Reinlichkeit und Nettigkeit, der Sinn für poetische Stimmung und Anschauung soll hier befruchtend in die jungen, weichen Seelen fallen. Hier möge das Interesse für die Erscheinungen, Reize und Schätze der heimischen Natur geweckt, gesteigert und geläutert werden ; hier soll das leibliche und geistige Nnschauungsver-mögen geschult, hier wird die Lust, scharf und genau zu beobachten, über das Geschaute nachzudenken, den Zusammenhang zwischen Erscheinung und Ursache aufzufinden, dem Kinde bleibend beigebracht werden. Klarheit dcr Vorstellungen aber ist die erste Gedingung für die geistige Arbeit deS Menschenlebens. Der Schulgarten nun wird ganz vorzüglich eine Schule richtiger, natur» gemäßer Urtheile, besonnenen Ueberlegens werden, eine Quelle der reinsten Kinder- und schuldlosesten Iugend-frcudcn — dcs Umganges mit 5cr Natur. Können dann die erzielenden Folgen für das Leben ausbleiben? Werden nicht die Kinder alle zu Baumund Blumenfreunden werden und sind sie nicht dadurch, dc>ß sie Nauturfreunde geworden, schon auf dem Wege gute Menschen zu werden? Werden die Baumfrevler und Thierquüler nicht von selbst aufhören? Wird die im Schulgarten gewonnene Lust am Pflanzen und Schaffen, am Schonen, Pflegen und Verschönen, nicht für das ganze Leben die nachhaltigsten Willungen äußern? Gewiß, ein anderes Geschlecht wird dann aus der Schule hervorgehen, das die Erde nicht für ein verächtliches Jammerthal ansteht, sondern für eine würdige Ztätte menschlichen Fleißes, für ein trautes wohnliche« Heim, auf dem der Mensch heitern Sinnes in echter Herzensfreudigleit sein und seiner Mitmenschen Glück anstreben und fördern soll. Werden nicht durch rationelle Schulgärten geistige Talente und sittliche Eigenschaften in ungeahnter Weise entwickelt werden? Die Grundlage aller bürgerlichen (und menschlichen) Tugend ist dcr Gemcinsinn. Bisher besitzt der Land-mann weniger Gemeinsinn als der Städter, was lein Wunder ist. da die Städte dcr Herd der gcistig-sittliäien Bildung sind. Wo aber könnten die Keime zum Gemcinsinn wirksamer und rascher gelegt werden, als im Schulgarten? Gibt es in der Schule zunächst gemeinsames Lcr« nen, so gibt es hier gemeinsame Arbeit, gemeinsame Lust, gemeinsames Spiel. Mit der Erregung des Gc-mcinsinns hilft der Schulgarten die Aufgabe der Volls-crziehung in einem wesentlichen Stücke lösen. Das Gefühl dcr Zusammengehörigkeit wird zum gemeinnützigen Handeln gegen die Genossen anleiten. Freundschaften fürs Leben, wahlhaft brüderliche Verhältnisse unter den Schul« besuchern begründen. Wenn einmal die Männer in einer Gemeinde schönere und würdigere gemeinschaftliche Iugenderinnerungen haben werden, als den Tanzboden und die Raufereien daselbst — gegenwärtig nicht selten die einzigen gemeinschaftlichen Erinnerungen — wenn sie deS sozusagen geschwisterlichen Verhältnisses in dcr Schule gedenken, des regen Fleißes daselbst, dann wird jede gemeinnützige Idee bald unter dem Volle Verstndniß finden und Wurzeln fassen. Nicht so sehr im Schulzimmer geht dem Kinde die llare Erkenntniß auf, daß die Gemeinde eine große Familie ist, die ein unttenii' dareS heiliges Band umschließt, als vielmehr im Schulgarten, dessen durchsichtige Umzäunung das Auge des uorbeiwallenden Gemeindegenossen ungehindert auf dcr Kinder Lust ruhen läßt " Der Verfasser «erlangt außer dem kleinen land« wirtschaftlichen Versuchsfeld einen kleinen Gemüsegarten und die Obstbaumschllle, eincn Platz sür die Pflanzung von Maulbcerbäumcn und Sträuchen, sür alle einheimischen Laub- und Nadelbäume, dann Waldsträuche in je einem Exemplar; in den Rabatten einzeln und zweckmäßig vertheilt eine Sammlung ötonomischcr Gewürz", Arzenei- und Handelspflanzen, endlich Älumcn und einige Zierstrüuche. Wünschenswerlh erscheint ein Bienen-gartcn in einem abgelegenen Theile und der Turnplatz. Ein Schulgarten von 2- bis 300 Quadratklaftern kann circa 300 verschiedenartige pflanzen zu Zwecken des Unterrichtes enthalten. Ein zweckmäßiger Schulgarten ist überall ausführbar, überall muß er selbstverständlich den gegebenen Verhältnissen und Bedürfnissen ange« paßt werden. Der Verfasser bemerkt ausdrücklich, daß nicht überall alle seine Vorschläge auszuführen sind, sondern daß mit Versland und Tact gewählt werd:n muß, was in jedem einzelnen Falle nothwendig und wünschenswerth erscheint. Die Ausführung ist so zu halten, daß daS Grabeland von dem anderen Garten getrennt wird. Baum- schulen, Versuchsfeld. Gemüsegarten mögen in gradlinigen Bceten gehalten, aber mit G.büsch maslirt werde»; dcr andere Garten muß — wenigstens in dcr Stadt -als Ziergarten mehr einen landmirlhschafllichcn Eharallcr erhallen. In der Stadt ist schon ans Gründen dcr Gesundheitspflege unserer Jugend ein Schulgarten höchst nothwendig. Dic Landschule soll tVincöwcgs eine landwirlhschusl^ liche Schule wcrdcn, aber sie soll das Landlind bcss/r als biehcr auf scincn künftigen Lebcnslieruf - den ,a-tioncllcn Landdau — voibercilcn, während las Tla^llind durch dcii Schulgarten auf die beste und schönste ?lrt in die Natur eingeführt wcrdcn soll. Die Mutler Erde in ihlcn Eischcinnngcn, nut ih.cn Stoffcn, Kläften und Lcbensgeliildeil isl sin- uns la?, was wir Natur ncnncn; dic Natur ist lmscic Hciinal, in der ein Fremdling zu sein Jedermann Schaodc und Schadcn blingt. Wie der Schulgarten dcr Gcmcinde zum Wühl« stände vilhilft, führt das Schriftchen anf Veite N dis 14 aus. Jeder Landwirth sollte diese Wülte lich.tzi^cn, dcnn auch der materielle Vortheil, zu dcsscn Ellangnng das Kind in dem Schulgarten an^lcitcl w?l'dcl, tmn, ist so g:oß, daß die Schule d»rch dcn Garten cinm großartigen Aufschwung dcS Nationalwohlstandcs hc,!,.!' zuführen geeignet wird. Schon sehen wir alle Patrioten an die sittliche, geistige und materielle Neugestaltung unscreS Voltes Hand anlegen, einer besonderen Fördciun^ Hal sich die < Idce dcS Schulgartens seitens dcs öslc,rcichischcn nnd ! ungarischen Unlerrichtsuimistcriums, sowie dcS oslcnci« ! chischcn Ackclliauministeriums zu erficucn. und mil Be» ^! fiiedignng mag eS insbesondere uns e> füllen, daß hier I in Schksicn jeder rechtschaffene Mann sein Schcisk'iil dazu beizutragen bclcil ist; allein einer so s,loßc>!tia>'i< Ausgabe, die weit übcr cin Mcnschcimlle,' hincinsgchl, , sind Einzelne nicht gewachsen, denn die Eifahru,^ hat gelehrt, dah vereinzelte Bestrebungen, wären sie auch mit noch so oi lcm Geschick, mit seltener Ausdauer und im edelsten Eifer unternommen, mit dcm Unternehmer wicdcr spurlos verschwinden, währcnd sie, wenn durch cin harmonisches Band zusammengehalten, dcr großartigen Folgen des Associationsgeistes theilhaftig werden und für ! alle Zukunft gesichert sind. Es liegt daher auf der Hand, daß lnir einem im ganzen Lande verbreiteten, von dcr j Regierung unterstützten Vereine die allgemeine Cinsüh« rung des Schulgartens erreichbar sei. Denn um auf die Gemeinden, dcnen es am richtigen Verständniß für die Tragweite dessen, was angestrebt wird, zur Zeit noch fchll. cinzuwnlrn. wird man der Mithilfe der l. t. BezillslMiftlmannsck'uftcli, dcs Landceausschusscs und möglichst v cle». ^andtagi Schulgartens oder Anzeigen, wo und unter welch u VcdiiWmgeu » ein solcher leicht ausführbar wäre, sowie Vritntlserllaruuge» zu V dem projcctirlcu Vcrciue Uderuimmt und venuitttll der üsterrci- > chisch-schlcsischc Seidculiauvcreiu iu Troppau. ' ^ Verantwortlicher Redacteur: Iguaz u. K l e i n m a U r. i' ,«>l.,«»,<»«'ick» 4Uien -^ Juli. Die Börse war namentlich in ihrem ersten Theile, aichcrordcntlich belebt uud fest. Im Verlause stellte sich zwar eine Neac iou rm. dach lili>>l,cu dic HN'l^llvlllUjl. Eurse der Spielpapiere noch immer hoch uud war ciue beträchtliche Auzahl anderer Effecte» zu gesteigertem Preise m lebhafter Nachfrage. Vcmcrlcuswml) isl iu dieser Bc° ^sliuna neben diversen ElsenbabnacUen das Steinen der unaariscken Eisenbahnauleihe über 10i1.________________________________ ^. Allgemeine Gtaatsscbuld. Mr 100 st. Ve7»'" 2!«'^ Carl-Ludwig-Vahn . . - - 248- 24825 Donau-Dampfschifif. Gesellsch. . 57b.- 578.- «Llisabeth-Westbahn.....222.50 '5») slldbahu . ......,^1.79 181 W Sild-norbd, Vclbiud. Vahu . 176 50 177 — Theiß-Bahu.......246. 246.50 Ungarische Nordostbahn . . . 161,50 162.— Ungarische Ostbahn .... 83 50 84.— Tramway........214.50 215.— »'. Pfandbriefe (sllr 100 si ) Illy, 0 105.75 ^ranz-Iosephe-V-ihn .... 96.90 97.10 H.Tarl-Ludw.V.i.S.verz.l.Vm. 1U6.75 107 50 Oefterr. «ordweftbahn. . . 97 — 97.20 Gel Waare Siebcnb. Bahn m Sillier verz. . 89 90 Will staatSb. G.8«/„ "5>00Fr. „l.Em. 1'l9,75 140 — Zlldb. G. 3"/., ^ 500 Fll-. pr. Slltll 109 50 109.75) Sildb.-G. 5 200 st. z. 5«.. silr 100 si. 89 40 89 60 slldb.-Bou« 6"/, (18?<. ^74) 5 500 Frc« pr. slllck . . .— —. tlug, Ostbahu fUr 100 fl, . . 55 25 85,40 ». Vrivatlose (per Silick.) ireditaustalt f.Haudcl u.Gew. O^ld Vam e zu 100 st ij,W......175.50 176.- Nudolf-Slistuug zu 10 si. . . 15. - 15>.50 Wechsel (/j Van ) Orld Waaie Augsburg für 100 st, slldd. W. 103 30 10.i.5x) Fraulsurl a.M. 100 st. dettc 103 70 105.80 Hamburg, filr 100 Marl Banco 90 90 9l.-London. fUr 10 Psund Si^Nu^ I22.90 »23.-Pari«, sUr 100 Franc« ... 48 10 48.15 <5our« der «elds-vte» «Held Woure ». Münz-Ducatei . 5 >l. 84 ll. 5 st. 86 lr Napoleousd'or . . 9 ,. 8! >. 9 „ 82 -Preuß. «iassclischciue. 1 ., 85.' ., 1 , 83j ^ Silber . . ,21 ,. 50 „ 121 .. 75 5 «raiuische Oru.'dentlastuuc,« - Odligatioum, Pr'' vlltuatirunz: ——