Rummer 39. Petta «, deu 28. grytewbet 1902. XIII. Iaiirgang. PettauerZeitung. «erscheint jeden Konnrag. ?rei« für Pettiu mit Zustellung in» Hau«: Monatlich SV h, vierteljährig K 8.40, halbjährig K 4.80, ganzjährig K 9—, mit Postverfendung im Inland«: Monatlich »S k vierteljährig K 2.60. halbährig K 6.—, ganzjährig K 9.50. — Einzelne Nummern SO h. Handschrift»» »erden nicht zurückgestellt, Ankündigungen billigst berechnet. — Beiträge sind erwünscht und wollen längstens bi< Freitag jeder Woche eingesandt werden. Äst Österreich eine Groß-macht * „Eine Großmacht, da« ist doch lächerlich! I» ei» paar Jahren sind wir zwei kleine Staaten!" Dies« viel bedeutenden Worle rief ei» deutscher Abgeordneter vor kurzem im Abgeordnetenhaus?. Wir wissen es wohl alle, daß da« Verhält-»I« zwischen Österreich und Ungar» von Jahr zu Jahr gespannter wird und baß e« hauptsächlich die ehrwürdige Person unseres Kaiser« ist, durch welche die Gegeusätze gemildert werden. Sehen wir aber von Ungar» ab. Wie sieht e« in Eitleithanien au»? Nicht einmal einen Namen hat dieser Staat; er ist nicht der Autdruck eine« starken national geeinten Volke«, sondern sozusagen ein Tiergarten, in welchem «in beständige« Kämpfen und Willen stattfindet. In Böhmen und Mähre» streiten Deutsche u»d Tschechen, in Schle-stfii Tschechen und Polen, in Galizien Polen und Rutheuen, in der Bukowina Ruthene» mit Ru» mänen, in Dalmatien und Jstrien Slovenen und Italiener, in Steiermark Deutsche und Slovenen, in Tirol Deutsche und Italiener und ein solcher Staat, in welchem »irgend« ein einheitlicher Wille bemerkbar wird. der au« lauter au«» einanderslrebrnden Teilen besteht, soll eine Groß-macht sein?! Aber auch andere Bedingungen sür ein« solch« fehlen. Deutschland, Frankreich. England, Nord-amerika sind Staaten, die eine» gewinnbringenden Welthand'l treiben und eine hochentwickelte In» dastrie haben; diese Staaten sind reich; die Be» völkernng ist steuerkräftig und nicht sehr über» lastet. Diese Staaten haben auch andere wichtig« Ausgaben gelöst. So z. B. sind in Deutschland S Millionen Arbeiter geae» Krankheit. 17 Milli-onen gegen Unfall. 13 Millionen gegen Jnvoli-dität und die Not des Aller« versichert. Nahezu ei»e Million Mark kommt jeden Arbeitstag an Denkschrift zur 25-jährigen Jubelfeier de? Nettauer MustkbereineK. Bon ». Schulst»». Im Winter de« Jahre« 1877/1878 fand sich eine kleine Gesellschaft. welche sich insbesondere für Musik intressirte, in den Abendstunden von S—10 ab und z» in den Kanzleiräumen de« gewesenen Notars B. Schbnwetter, —welcher seine Kanzlei in dem seinerzeitigem B r ats chko'schen Hause am Florianiplatze innehatte — zusammen, um dort unter sich die edle Tonkunst zu pflegen. Au« diesem Zusammensein und dem ostmali-gen Übe» entspann sich der Gedanke, in Pettau, wo die Musikoerhaltnisse sehr triste waren, einen Musikverein zu gründen. Der damalige für Kunst und Musik begeisterte Bürgermeister Dr. Karl B r e« n i g, welcher gebeten wurde, dem grün-denden Ausschuß beizutreten, war über den ge-faßten Entschluß sofort Feuer und Flamme und am S. März 1878 beschlossen die Herren Dr. rund vier Millionen hilfSbedürstiger Personen aus dem Arbeiterstande zur Auszahlung. Eine Alters- und J»val>ditäl»-Bersich«rung haben wir in Österreich aber überhaupt nicht. Siebe» Millionen Österreich«! können nicht lesen und schreibe» und wa« die Hauptjach« ist, der Staat hat kein Geld, um diejeu traurige» Schulz»-ständen abzuhelfen. Für die StaalSschuldeu, die iu Summe 13000 Millionen ausmachen, müssen die Staat«-bürger 585 Millionen jährlich au Interesse» auf-bringen. Anstatt aber diese Schulden, die während der KonkordatSzeit für Militärzwecke gemacht wurden, zu tilgen, werden immer neue gemacht und da« Bolk muß dem jüdischen Großkapital in Form von Zinse» Jahr um Jahr Millionen zu .verdienen" gebe». Die Leute ober, die Werte schaffen, die schwere körperliche und anstrengende geistig, Arbeit leisten, die sind mittellos; ja, vielleicht leiden sie sogar Hunger, Not; sie hausen i» schlechten Wohnungen und sterben an Lungen-tuberkulöse zu lausenden dahin; sie gehen geistig und körperlich zugrund«, wie die grauenhafte Tatsache beweist, daß z. B. im Jahre 1S00 unter 1000 Slelluugspfitchugeu 824 als nicht tauglich befunden wurden. Die Zahl der in Armeninstjtuten und Ver-sorgungShausern unterstützten Penonen ist von 185 622 im Jahre 1871 aus 404.397 im Jahre 1900 gestiegen. Daß Öjlerreich «t» armes Land ist. hat auch das Ergebnis der Perional-Einkommensteuer gezeigt. Trotzdem jeder Verdienst ohnedies gleich ganz gehörig besteuert wird, hat s o, Karl Kratzer, Karl von R e g r o n i, Wilh. P i Sk, Johann R a n » e r, Bittor Schön weiter und Biktor S ch u l f i n k endgiltig die Grün-dung des Musikvereines. Der erstgewählte Ausschuß bestand aus den Herren P iSk, Ranner. Cafasso, Regroni, Schön weiter und S ch u l s i n k, welche am 20 März gleichen JahreS mit den vorhan-denen Musikern und Musikfreunden im Saale der bürgerlichen Schießslätte die erste Musikpro-duktion veranstalteten. Die Musikschule wurde nach Ernennung de» Herrn W. A. Stöckl zum Kapellmeister am 1. Juni demselben JahreS mit sieben Schülern eröffnet. So der Beginn i» kleinen Verhältnissen, beengt nach jeder Seite, uiitergebracht in mehr de» zehn verschiedenen Wohnungen, einmal hier herein, noch kurzer Zeit wieder hinaus, so be-gann die Tätigkeit des Bereine«; doch beherzten Männern, welche mit Liebe zur Sache gingen, welche ihre ganz- Kraft dem Gedeihen der neuen Gründung widmeten, taten alle diese Unzukömm- Augen, daß die Grundbuchschulden des österreichischen Bauernstandes über 4200 Millionen Gulde» betragen, so muß jeder Unbefangene an der Zukunft einer solchen Großmacht zweifeln. Doch Österreich ist eine Großmacht. de»n wir brauchen an zweihundert Millionen sür neue Kanone». Der Abgeordnete DaSzyuSky rief im Parlamente diesbezüglich auS: „Daß daS - Bk-willigen der Haubitze« und Kanonen mit eine^* Niederlage unserer ganze» Volkswirtschaft enden muß. unterliegt sür keinen modernen Menschen einem Zweifel." Auf der einen Seite ei» wirtschaftlich zu» gründe gerichtetes, körperlich und geistig herabge» kommenes Volk, Schulden und nochmals Schulde», aus der anderen Seite die schönste» neue» Ka-»onen! Ob die Großmacht Österreich bei einem nächste» Kriege nicht wieder einmal ganz tüchtige Schläge zu erwarte» hal, denn ei» Volk ohne Sast und Kraft wird selbst mit de» nenesten und teuerste» Kanone» bei der .besten" Führung seine Schlacht gewinnen! Ja und ob wir keine Großmacht sind! Geling Kanonen, genug Militär, genug Gc» neräle in und außer Dienst, genug .tüchtige" Minister (auch solch« in Pension), wir können ruhig in die Zukunft blicken! Aus aller Welt. An« 24. d. M. ist in Amsterdam ein von den drei Burengenerale» Bota, Delarey und De» wet unterzeichneter Ausruf erschienen. In dem selben heißt e» zunächst, die Bure» feien nach einem Kampfe von mehr ol« zweieinhalb Jahren gezwungen gewesen, die ihnen gestellten Frie-densbedingungen anzunehmen. Die in Vereniging versammelten Vertreter hätten die Generale be-auftragt, sich nach England zu begebe», um dort eine Linderung deS unermeßlichen Rotstande« zu erlangen, der die ehemaligen Republik,» betroffen. Da e« den Generalen nicht gelungen sei, lichkeiten nichts; durch Zähigkeit und Ausdauer brachte ma» e« dahin, daß sich diese kleine An-stalt zu einem geachteten Institute entwickelte. DaS Verdienst an der weiteren Entwicklung des Vereines gebührt dem. mit 1. Mai 1885 au« Hohenstein in Sachsen berufene» atiist. Direktor »rich W. Degner. Mit der Geschichte de» Vereine« bleibt der Name Degner für ewige Zeiten verbunden und e» wäre zu wünschen, daß die Nachwelt mit eben solcher Dankbarkeit diese» Manne« gedenke, als «S die jetzige Generation tut. Alles, was der Verein ist — ist Degner« Werk. Ich erwähne die» hier absichllich, da in unserem leichtlebigen Zeitalter die Dankbarkeit selten mehr zu finden ist. Durch de» sich nun rapid steigenden Schulbesuch trat a» den Bern» die Ausgabe heran, sich mit dem damalige» Ge-meinderate ins Einvernehme» zu setzen, um ein ständiges, de» Ansorderungen entiprechendeS Heim zu erhalten; ein leichtes Slück Arbeit ist die« uicht gewesen, aber endlich wurde eS doch erreicht. Der Gemeinderat. an dessen Spitze damals Herr Bürgermeister Ernst Eckl stand, hat i» Anbetracht der Notwendigkeit beschlossen, die Lokalitäten der in England Hilfe zu finden, so müßte» sie einen Aufruf a» Europa und Amerika richlen. Sie dankte» sür die den Frauen »nd jtindrrn in den Konzentrationslagern gewährten Untersiützuiige». Die Angehörigen der Republiken seie» »ach dem Kriege völlig zu Grunde gerich-tet, die gänzliche Berwüstung de« Lande« sei un» beschreiblich. 30,ar wissen, daß der Ministerpräsident den Reich«rat anfznlbien gedenkt, ohne dann Neuwahlen an«-zuschreiben. Ein itiller Absolutismus soll daS weitere besorgen. Inwieweit diese Gerüchte aus Wahrheit beruhe», läßt sich uatürlich nicht fest» seinerzeitige» Mädchenvolksschule für den Musik-verein zweckentsp.echend zu adaptieren und gegen einen Mietzin» von fl. 240.— p a. zu überlassen ; somit war für den Berein die schwierige Frage gelöst und der Weiterentwicklung lag kein weiteres Hindernis mehr im Wege. Am 12. Juni 1885 gab Degner sein AntrittSkonzert und am 27. August desselben Jahre« wurde der Schule das OffentlichkeitSrecht verliehe». Die Kammermusikabende. die öffrntl. und internen Schüleraufführunge» hielten mit Degner ihren Einzug; die große» Orchesterwerte, wie am 24 Februar 1886 Mendelssohn's Ouvertüre „MeereflstiUe und glückliche Fahrt', Schubert'S Entreakt u. Balletmusik au« „Rosamund«". Gade'« Symphonie, op. 20. Rr. 4. oder die am 7. November selben Jahre« ansgesührten Werke al«: Ouvertüre „Anakreon" von Eherubini, Brück« Biolin-Konzert op. 26 mit Orchester, Reinecke'« Borspiel zu „Manfred" 5. Akt, Haydn'« Oxford-Symphonie, LiSzt „Festmarsch'; ferner« die Aufführung von Weber'« Werken am 19. De» zember selben Jahre« sind wohl allen ^Theilneh- stellen, aber daß sie überhaupt Gestalt annehmen konnten, zeigt den ganzen österreichischen Jammer. Und in einer so ernsten Zeit gibt e« noch immer Leute, die ihre politischen Rechte durch Koope-ratoren. Meßner und PsarrerSköchine» ausüben lasse». Wie au« Brüssel gemeldet wird, ist die Kö-nigin Henriette von Belgien noch verhältniSmä-ßig kurzem Leiden in Spaa gestorben. Die da-Hingeschiedene Königin erfreute sich in Belgien der allgemeinen Zuneigung. Dem Slov. Narod entnehmen wir folgende ergötzliche Geschichte: „Der jungtschechische Abge-ordnete Dr. Dyk ist ein großer Freund de« Schusterschitz und uahm sich seiner sogar damal« an. al« im Reich«rate die Schlindrageschichte behandelt wurde. Run und jetzt steckt Dr. Dyk selbst so tief in der Schlindra, wie sein Freund Dr. Schusterschitz und wäscht und rechtfertigt sich ebenso hoffnungslos, wie der Führer der krain ischen Psarrerpartei. Der Wiener „Slovan" beschuldigte Dr. Dyk. daßer seinem Schriftleiter 100Gulden an-geboten habe, wenn er bezüglich der niederöster-reichische» Landtag«wahlen nicht gegen die Ehrist» lichsozialen schreibe und unter den Wiener Eze-che» sich dafür einsetze, daß sie ihre Stimmen für die christlichso^ialen Kandidaten abgeben. Diese Enthüllung rief unter den Ezechen die größte Erregung hervor und die „Narodni Lisch" for-derten Dr. Dyk auf. sich innerhalb zwölf Stunden zu rechtfertigen. Dr. Dyk wollte auch erkläre», daß alle«, was ihm vorgeworfen wird, unwahr fei. Nun meldete sich aber wieder der Wiener „Slovan" und veröffentlichte eine ganze Reihe von Briefen und Telegramme» de« Dr. Dyk, aus denen hervorgeht, daß alle Vorwürfe ge» rechtfertigt sind und daß Dr. Dyk in der Tat das Organ der Wiener Tschechen und die tschechische» Führer erkaufen wollte, damit sie sür Lueqer arbeiten. Welche Folgen die« für Dr. Dyk haben wird, ist schwer zu sogen. Allerdings ist dies nicht die erste schmutzige Angelegenheit, in welche Dr. Dyk verwickelt ist und deshalb wundern wir uns auch gar nicht, daß er mit Dr. Schusterschitz so gut befreundet ist. Wie wir hören, ist Dr. Luegcr mit den Tschechen wegen Übernahme der KomenSkyfchule in Unterhandln-gen getreten. Die große Defraudation bei der Länder-bank wirft ganz eigenartige Schlaglichter auf diese alte Toofesche Gründung. Daß Millionen fehlen und die Bilanzen trotzdem durch Jahre stimmen konnten, daß der Beamte mit 4000 K JahreSqehalt dem Oberbeamten auf einen Bon 16.000 K vorstrecken kann — da« sind Umstände, die sprechen. Zur Zeit Taafe« war die Länderbank der Futtertrog für die gefügigen Werkzeuge de« VersötmungSminister«. Die „Südsteirische" ist durch süßklingende Erinnerungen mit jener schönen Zeit verknüpft, in welcher die Subvention von mern unvergeßlich. Wie herzlich gestaltete sich die Schüleraufführuug vom 18. März 1887 mit der Wiedergabe von Reinecke'« „Märchen vom Schnee-witchen", in welchem die damaligen Schüler Frl. Jda F e r f ch und Herr Oskar F i l a f e r r o die Soli« zu bewältigen hatten und Herr Robili be Bistarini die Deklamation des verbindenden Texte« besorgte. Wie Viele« und Schöne« wurde geleistet durch die Wiedergabe der Werke: Mendelssohn« Ouvert. „Die Hebriden", Schuman'S Symphonie Nr. 1, B-dur. Saint-Saen „Danse makabre", dessen Gedicht au« dem Französischen von der Schülerin Fräulein Josefine Heidl in« Deutsche über» setzt wurde? Welche« Anseheu seit der kurzen Zeit der Tätigkeit Degner'« niiser Institut nach Außen hin erzielte, wird wohl am besten dadurch er-härtet, daß zu den am 15. Juli 1887 stattge» hakten Jahre«prüf»ngen die „Taae«post" ihren Musikreferenten Herrn K. von Savenau ab-ordnete. Im Jahre 1888 feierte am 2. April der Verein feine» 10-jährigen Bestand durch Ber- der Läuderbank noch pünktlich eintraf. Taafe ist hiuübergegangen, auf feinem politische» Grab-mal aber wallet in alter Treue die liebende Muse der Koruption. Taafe machte da» politische G* schüft, die Jude» aber lehren »och heute fröhlich von den fetteren Bissen. Da« letzte Denkmal Taafe« . . . auch diese« schon geborsten, kann stürzen über Nacht! Aus Stadt und Land. (Evangelischer Gottesdienk.) Sonntag den 28. Äptembcr findet um UUHc vormittags im Musikvereinssaale ein evangelischer Gottesdienst statt. (Eröff»»ug des teutsche« Mtdchr»hei»es.) Donnerstag den 2. Oktober findet die feierliche Eröffnung der Mädchen-BolkS- und Bürgerschule und de« deutschen Mädchenheime« statt. Wir machen die geehrte» Leser auf da« in unserer heutigen Nummer im Annvnzenteile unsere« Blattes abgedruckte diesbezügliche Inserat aus-merksam. tRaw«erw»tikabe»d.) Anläßlich de« 25. Berein«jahrr«. welche« al« Jubeljahr de« Bereine» in einfacher würdiger Weife dem Eha-rakter und Wesen dc» Vereine« und seiner Schule entsprechend gefeiert wird, wurde iu erster Linie eine Reihe von Kammermusikabenden in da« Pro-gramm ausgenommen. Der erste Kammermusik-abend, welcher öffentlich und jedermann zugäng-ist. findet am 30. d. M abend« 8 Uhr im Saale der Musikschule durch die Herren Anstalt«-lehrn Hermann Kundigraber. art. Direk-tor und Lehrer. Max H o h b e r g. Lehrer. zu> gleich Kapellmeister und Theodor L o r e II tz, Lehrer, statt. Da« Programm enthält Werke von Mendelssohn. B. Molique, Ehopin, WieniaivSki, Hauser uud Beethoven. Nähere« ist durch die Plakate zu ersehen. E« wird aufmerksam gemacht, daß während der Borträge der Eiutritt nicht ge> stattet ist. (Verband „vra »wacht i. ß. ö. X „Germania."» Die Vereinsleitung teilt ihren Mt-gliedern mit, daß Sonntag den 28. September d. I. um 4 Uhr nachmittag« im BereinShause eine Hauptversammlung stattfindet, in welcher ttrr ReichSratSabgeordnete Franko Steiu über ozialdeinokratit und deutsche Arbeiterschaft spreche» wird. Weiter« sind freie Anträge an der TageS-ordnung; hernach ein gemütliche« Zusammensein. E« ergeht daher an alle Mitglieder sowie deutsche Volksgenossen die freundliche Einlad'ing im Iu» teresie der hohen Sache, sich an dieser Tagung recht zahlreich zu beteiligen. (filavierBimmer.) Der Stimmer der Musik-verein«instrume»te ist derzeit in Pettau Rrflck-tierende wolle» ihre Adressen beim Musikveiein«» diener abgeben. anstaltung eine« Richard Wagner-Aixnd« im Staottl>ealer. DaS Programm bestand au« sol» genden Werken: Symphonie C-dur. Vorspiel Parzifal, Siegfried Idyll, Vorspiel „Lohengrin" u. Vorspiel „Die Meistersinger von Nürnberg", unter Mitwirkung der Herren R. Grohmann, Mitglied der Wiener Philharmoniker. Professor R. Caspar aus Graz, Mitgliedern de« Ma» burger Phylharmonischeu Vereine», de» Eillier Musikvereine«, der hiesigen Musikfreunde und de» VereinS-Orchester«. Am 16. August gleichen Jahre» verließ Degner unsere Anstalt, verehrt von allen, die ihn kannten, um seine Stelle an der großherzogl. Musikschule in Weimar anzutreten. An seinerstott kam Herr Aruo Schütze, au« Magdala, welcher sich streng an Degner'» Organi-satioii hielt, ebenso die Herren Paul Schmidt und Karl H ä n « g * n. Wir finden unter Schütze die Ausführungen vou Beethoven« herrlicher Ap-pasfionata. LiSzt Rhap«»ho»gr. XII, TjchajkowSky op. 50. Grieg op. 36. BrahmS op. 87 u. f. w. Am 30. Juli 1890 wurde Erich W. Degner von der Hauptversammlung in An» Srltirara tct itstsdjfn tnrMtreinr«.) tturnen bei deutsche» Turnvereine» fand wie angekündigt am Sonntag den 21. d M. nachmittag» uin 2 Uhr statt Die Wetturner waren in 2 Gruppen eingeteilt und zwar turnten in der I. Gruppe 5 und in der II. Gruppe 7 Turner. Im allgemeinen waren die Leistungen gut. einige Durchführungen müsse» sogar al» autgezeichnet txwertet werden, sowohl iva» die Ausführung al» auch die Haltung der Turner bei der Schwierigkeit der Übungen betrifft. Nach durchgeführtem Wetturne» wurde zum Riegen-turueu angetreten, wobei die Reckriege 8 und die Barenriege 10 Turner stellte. Auch da» Riegeu-turnen muß al» durchaus gelungen bezeichnet werden und verdient die R Kriege, mit Rück-ficht auf die Schwierigkeitsstufe kier Übungen, nie sehr gute und stramme Au»sührung derselben. Anerkennung. Abends versammelten sich die Turn« zur Siegerkneipe im kleinen Saale des Deutschen Heim. Nach erfolgte? Begrüßung und Anstimmung de» Weihelied«» erfolgte die Berkün-diguug der Sieger beim Wetturnen. Al» >olche gingen hervor: Bei der ersten Gruppe: Otto Z e t t l e r 48 50 Punkte 2. Hon» H ö n i g-mann 47 75 Punkte. 3. Franz A r t e n j a k 46 75 Punkte. Bei der 2. Gruppe: l. Hermann K e r s ch e d> j. 58 75 Punkte 2. Anton G a i> scheg 5325 Punkte. 3. Fritz Sima 5185 Punkte. Die Sieger wurden Mit lebhaften Heil» rufen begrüßt, wornach der Tnruwart. Herr Sommer, die Turner ermal>nte. nicht zu erlahmen. sondern fleißig »veiter zu üben, bi» sie auch bei größeren, ja selbst an deutschen Turn-festen al» Sieger hervorgehen werden. Die Kneipe nahm einen sehr schöne» Verlauf, wurde durch markige völkifche Reden und Scherlieder gewürzt, insbesondere aber auch durch die vor-züglichen Leistungen de» Quintette» der Musik-vereinikapelle angenehm gestaltet. Die Beteiligung d«r deutschen Bevölkerung Pettau» ließ alle» zu wünichen übrig und man sah deutlich, daß in dieser Richtung noch viele» besser werden mußte, um sagen zu Dürfen, daß dieselbe auch Sinn für ernste nationale Arbeit, wie sie die Turnerci in erster Linie leistet, besitzt. Wir wollen hoffen, daß e« durch die nationale Not der Denlschen im Unterland« auch iu dieser Beziehung besser wird. Gut Heil! (LeMswettarnen i« Cilli.)> Da» Bezirk», wetturne» de» Vlll. und IX. Bezirke» findet am 28. d. M. in Eilli statt. Jeue Turner, welche nicht al» Wetlurner angemeldet sind, benützen de» RachmittagS-Eilzng. Eine rege Beteiligung auch der Richtlinie? ist sehr erwünscht. ltvelterjchirßen mit Räkelten.) £» ist bisher noch immer nichl erwiesen, ob daS Wetter-schießen einen Erfolg hat oder nicht, ohne Zwei-fel schadet e» nicht. Bei all diesen Versuchen kommt e»natürlich nur darauf an. daß sich die durch betracht seiner großen Verdienste anf dem Gebiete der Musikschule al» auch aus dem de» Konzert-wesen» einstimmig zum Ehrenmitglied? ernannt. D«gi«r? ist das einzige Ehren-Mitglied dcS Pettauer RusikvereineS. Räch dreijährigem verdienstlichen Wirken ver-ließ Herr Ar»o Schütze unsere Stadt; derselbe ist seit Jahren Musikdirektor i» Reckling»-Hausen und wurde im vorigen Jahre vom Deutschen Kaiser durch Verleihung de» preuß. Kronenorden» ausgezeichnet. Die Nachfolger H.rre» Paul Schmidt u. Karl H ä n 8 g e u stehe» noch bei allen in Erinnerung; der Verein hat alle Ursache, auch die Tätigkeit dieser beiden Herren auf da» wärmste anzuerkennen. Außer den genannten Herren wirkten ferner» sehr verdienstlich die Herren S u ch »l a n d, S ch l ö v o g t, M e h l h o r n u. a. Eine» Manne» muß ich aber ganz besonder» gedenken, welcher mit allen Eifer sich unter Degner selbst vervollkonimte nnd ein vorzüglicher Lehrer und Kapellmeister gewesen war — Herr ranz Haiin g: leider verfiel er in jungen ahren in eine schwere Krankheit, welche ihn den Knall erzeugten Schallwellen möglichst in die Höhe fortpflanzen. Der Hauptmangel beim Schieße», wie c» bisher gebräuchlich war. ist. daß die Schall-wellen auf der Erde erzeugt werde». Vor kurzem hat man uu», hauptsächlich in Frankreich und i» Deutichland. Versuche gemacht Räkelte» mit einer Sprengladung, deren Zusammensetzung von, Erfinder geheim geilten wird, zu versehen, die-selben zu eutzünden und aus diese Weise den Ort der Schallcrzeugung mindeste»» um 600 Bieter höher zu versetze». Herr Leopold S o r k o au» Sauritsch hat nun am 4. nnd 5. d. M. in der Nähe der Stallt Schießversuche mit solche» Raketten gemacht, welche lebhasteS Interesse hervorriefe». Natürlich sind solche Experimente sehr teuer und ist e» der Opferwilligkeit diese» Herrn zuzuschreiben, daß diesbezüglich »> Steiermark überhaupt etwas unternommen wurde. Die Ra-kette» werde» wie gewöhnlich angezündet, die Sprengladung befindet sich im oberen Teile. In der Höhe von 500 bi» 600 Meter» entzündet sich die «Sprengladung, die wahrscheinlich ans Schieß-baumioollc oder Dynamit besteht. Die Detonation ist eine sehr gewaltige, viel größer als bei de» bi»h«r verwendeten Mörsern. Könnte diesbezüglich da» Laub dem für das allgemeine Wohl keine Kosten scheuenden Herr» Sorko nicht helfen und auch Versuche anstelle» ? Wenn sich diese Schießmethode bewalirt, so wäre eS selbstverständlich von gro-ßer Wichtigkeit, das Patent käuflich an sich zu bringen, da diese Methode de» Weitr rfchieße»» jedenfalls bessere Resultate zu erwarte» hat, al» die bisherige, wobei man auch viel G Id erspare» könnte. Die Idee, den Platz der Schall-erzeugung viel höher zn versetzen, ist jedensall» originell. Wie. könnte man »icht. um diesen Platz noch höher zu verlegen, nach Art der Shrapnelle oder Granaten tempierte Geschosse gegen die Wolken abschießen? Der Ort der Schall-erregung würde dann natürlich willkürlich be-stimmt werden können, wa» aus die Wirkung de» Schießen» jedensall» nicht ohne Einfluß wäre. Wenn Herr Sorko diese seine kostspieligen Ver-suche früher angemeldet hätte, so wäre eine größere Beteiligung von Seite de» Publikum» und der Interessenten gewiß nicht ausgeblieben. ipferdriiebKahl.) Am 25. d. M. abend» wurde beim hiesigen Gastwirte Brenöiü ein faar dort eingestellter Pferde vo» unbekannten-litern gestohlen. Trotz den eifrigste» Nachfor-schlingen konnten bis gestern abend» keine posi-tiven Resultate erzielt werden. Ei» Verlause» der Pferde scheint ausgeschlossen zu sei», weil die Pferde samt dem Wage», an welchen sie ge-spaiiiit wäre», verschwunden sind. Die Pferde waren gut genährt; in den letzten Tagen wurden in der Umgebung herumstreichende Zigeuner gesehen. (Jtatrlitrritschafl.) Vom 27. September bis 4. Oktober. 2 Rotte de» 2. Zuge». ZiigSführer dahinraffte, betrauert vo» seiner Familie, wie nicht minder vom Vereine und seinen vielen Freunden. Dankbarkeit schuldet der Verein alle» Förderern der Schule, welche wohl nie zu der Bedeu-tung gelangt wäre, wenn nicht so bedeutende Spe»-Ixn dem Vereine zugeflossen wäre», al« von Sr.Ma-jestät unserem Kaiser, dem hohe» k. k. Unterricht»-Ministerium, dem hohe» Landtag von Steier-mark, der löbl. Stadtgemeinde Pettau und ihrem Bürgermeister Herr» Joses O r n i g, der löbl. Sparkasse Pettau und der löbl. steierm. Spar-kasse in Graz, dem Deutschen Schulvereiue, der Südmark und dem Pettauer Vorschuß»?reine. Lasten Sie mich aber in dieser Denkschrift allen jenen eine dankbare Erinnerung bezeige», welche dem Vereine in Treue zur Seite gestände» sind und leider zu früh un» entrissen wurden, al» Karl v. N e g r o u i, k. k. Bezirksvorsteher i. P . Joses M e tz i n g e r. Lehrer. Dr. Egbert Klein-s a s s e r. k. k, RegierungSrat, Wilhelm P i S k. Privat. Josef Kräder, Hausbesitzer. Dr. Kail B r e S n i g. Advokat und Viktor Schön-weiter, k. k. Notar. Und alle, welche ein Interesse an den Verein und Sinn für die musi- Pirich. Rottführer F. Stroß Feneran-Meldungen sind in der SicherheitSwachliube zu erstatten. Vermischtes. (Die Leitung öcs Vereines Stidmark) hat gelegentlich der Entleerung der in den Gastwirtschaften iinb Kaffeehäuser» ausgestellte» Südmark-Zünd'tänder zugleich Sammelbüchse», die unerfreuliche Wahrnehmung machen müssen, daß sehr viele dieser Scinimelständer mehrfach« Beschädi-gungen auswiesen, in einigen Fällen sogar auf-gebrochen und ihres Inhaltes beraubt wurden. ES ergeht nun an die Besitzer aller jener Gast-wirtschaste», in welche» solche Sammelbüchse» aufgestellt sind, die dringend« Bitte, durch eine erhöhtere Aufmerksamkeit vo» Seite de» Perso-»als« diese übelstände unmöglich zu mache». Ebenso werde» die Besucher der Gast wirtschaste» ersucht, diese oft nur aus Reugierde geschehenen Beschädigungen künftighin zu unterlassen. (Verordnung bezüglich des Hausierhandels.) Endlich a>» 11. sept>mber d. I. ist die Ber-ordnuug de» Handelsministerium» zu den gejetzli-chen Bestimmungen (abgeänderte §§ 59 und 60 der Gewerbeordnung, die am 15. September d. I. in Krast traten. Über das Detailreisen erschienen. Dieselbe» enthalten im § 1 folgende Bestimmung: Das Besuchen direkter Abnehmer ist. ohne jede Einschränkung, wie bisher uur gestattet: 1. für maschinelle Anlagen. ,c. 2. für Baumaterialien. ,c. 3. für technische Bedarfsartikel, !c 4. für Holz-rouleaux und Jalousien, 5. für Nähmaschinen. Schreibmaschine« und Fahrräder. (Also die mehr-sach ausgesprochene Befürchtung, daß auch da» Besuche» der Privatkniivschast in Manufaktur-waren ic. ohne vorherige Aufforderung gestattet werben wird, hatte keine Berechtigung; die AuS-nahmen gelten nur für obige fünf Branchen.) Der Gewerbetreibende, der selbst im Umherreifen Bestellungen aussucht, hat zu seiner Legitimation den Gewerbeschein mitzusühre» und für seine Be-vollmächligte» u»d für HaiidlungSreiseude sind LegitimatioiiSkalten mit Photographie vorgeschrie-be». Da» Gesuch ist a>> die (Hewerbebehörde 1. Instanz zu richte». ES ist stempelfrei, doch muß für die LegitamaiioiiSkarte ein 2 Kronen-stempel, serner ein Gesundheit»- und Leumund»-zeugniS. nicht älter al» 14 Tage und eine Photographie in Bisitkartenformat beigefügt werden. Jede Prolongation für ei» Jahr ist wieder mit einem 2 Kronenstempel zu versehen. kalische Kunst in sich fühlen, alle, welche eine anf richtiger Grundlage stehende musikalische Er-ziehung der Jugend schätzen und in der Lage sind, den einzig richtigen Wert derselben zu würdigen, die wolle» sich enge anschließe,: nnd Schützer des vor 25 Jahren gegründeten Vereine» werde». Mit Beginn diese» Schuljahre» tritt der Verein in sein 25. Bestandjahr ein; hoffentlich wird die» im wahre» Sinne de» Worte» ein Jubeljahr sür die Musikschule und den Verein. Die neuen Lehrkräfte. Herr Direktor Hermann Knndigraber, Lehrer und Kapellmeister Max H o h b e r g und Lehrer Herr Theodor L o r e n tz sind hier eingetroffen, ihre musikalische Ausbildung und ihr reiche» Wissen lassen da» Beste erhoffen. Möge der Verein und seine Schule gedeihen, möge ihm alle» Gute beichieden sei», zu seiner weiteren Entwicklung und möge er an-erkannt und gewürdigt werden von Alt und Jung. Die» ist der aufrichtigste Wunsch deS Verfasser» dieser Denkschrift, des VereinS-Mitbegründer» und treuen Mitarbeiter». Landwirtschaftliches. Über die wein- and Vbstbiu-Aktion de« Laude< Äteiennark Von >» t»» Etiegler, Lande»-Obst-und Weinbau-Kommissär für Sttitrmart. Wer hätte vor 22 Jahr?» gedacht, daß der LaiideSautschuß und der Staat sich sür den Weinbau i» so fürsorglicher Weise wird venven-den müssen, damit dieser wichtige, einträgliche Aultnrzweig im Mittel-, jnSbesonderS im Unterland? erhalten bleibt. Um ein Bild über diese wichtige, hauptsächlich durch daS Austrete» der Reblaus veranlaßte Aktiv» zu gewinnen, erscheint eS geboten, mit kurz«» Daten in die Öffentlichkeit zu trete», damit die Weinbauer ersehen, welche Opfer da« Land und auch der Staat bringen. Außer der LandeS-Obst- und Weinbauschule in Marburg besteht» im Lande vier Lande«-Winzerschule» mit je einem 91/» monatlichen Kur«. I» diesen vier Schulen sind in Lutten» berg 12. in Marburg (landschaftlicher Burg-wald) 14. in Silberberg bei Leibnitz 20 und in der LanbeS'Zentralrebschule in Unterra»» bei Pettau 30 Winzerschüler untergebracht. Die Schüler werde» an diesen Schulen meist nur praktisch im Betriebe drS neuen Weinbaues, in der Hrranzucht von Obstbänmen, Pflanzung und Pflege derselbe» unterwiesen. Theoreti-scher Unterricht wird nur soviel erteilt, als zur Unterstützung der Praxis notwendig ist. Ein Schiller kommt dem Lande im Durchschnitte aus 480 K zu stehen. Hievon ist die Arbeitsleistung der Schüler in Abrechnung zu bringen. In höchst anerkennender Weife muß hervorgehoben werden, daß die steiei märkische Sparkasse jährlich 7200 K für Erhaltung der Winzerschule» widmet. Die Schüler solle» tüchtige Borarbeiter für den neuen Weinbau im Lande geben und wen» sie nach Hause gehen, sollen sie ihre Weinberge auf amerikanischer Grundlage herstelle» und sich auch mit Rebfchulbetrieb besassen, inSbesonder«, dort, wo eS die Bodenverhältnisse geüatten, da» mit ein größeres Quantum an veredelte» Rebe» produziert wird, um der dernialige» großen Nach-frage halbwegs zu genügen. In der Tat haben eine größere Anzahl älterer Winzerschüler auf dem heimatliche» Besitz Rebschuleu. Sie bekomme» auch hiezu, wenn augesucht wird, amerikanische Rebnnterlageu und die besten Edelsorlen vom LandcSauSchusse unentgeltlich. Die Anmeldungen sür diese waren Heuer bedeutend größere als im Vorjahre. Es haben sich noch einmal soviel Be» Werber, als ausgenommen werden tonnten, an-gemeldet. Außer de» genannten Winzerschulen, wovon die im Burgwalde bei Marburg der DU rektiou ber Weinbauschule in Marburg untersteht, die übrigen aber dem LandeS-Obst und Wein-baukommissär, besorgt daS Land noch fünf grd» ßere amerikanische Rebanlagen in ganz eigener Regie, ferner die Verwaltung von 16 Staats-rebenanlagen, sür welche der Staat jährlich 46.000 K zu den BerwaltungSkoste» beiträgt. Im heurigen Herbste wird eine größere SlaatSanlage (in Kopreinitz) anfgtlasse», wofür zwei errichtet werden sollen. Ferner sind noch 9 Landes- und StaatSrebenanlage». für welche da« Land und der Staat je die Hälfte der Kosten bestreitet, welche ebenfalls vom Laade verwaltet werden. Die Gesamtfläche dieser 32 Anlagen be-trägt 90 Hektar. 91 Ar. Hievon entsallen anf amerikaiiische Schnittweiugärten 4b Hektar, auf Rebschulen 25 Hektar und die übrige Fläche auf ErtragS-Musterweingärten. Eigentum de« Landes ist der landschaftliche Burgwald bei Marburg und die LandeS-Winzerschule bei Sil-berberg. Alle übrigen Fläche» sind auf ein« längere Reihe von Jahre» gepachtet. Letztge-nannte Winzerschule besitzt 16 Hektar, wovon 7 Hektar 23 Ar dem Weinbau gewidmet sind. Auf diesem Besitze wird nebst dem Weinbau? auch die Kellcrwirtfchaft, in nicht unbedeutender Ausdehnung der Obstbau in Zwerg» und Hoch-stammkultur, Wiesenbau und auch Viehzucht be-trieben. Die Errichtung einer Obstverwertung«-stellt ist im Zuge. Von den 4& Hektar Schnitlweingärten sind dermalen nur 26 Hektar im vollen Ertrag. Die übrigen Anlagen stehen im 1. nnd 2. Jahre. Die Pflanzweite in den meisten dieser Gärten beträgt 2 m im Quadrat, damit da« Rebholz gut ausreifen und auch der Boden mit Spann-geraten (Planet jun.) bearbeitet werden kann. Insgesamt wurden im heurigen Frühjahre 4,325.000 Schnittreben von den Sorte» Riparia Fortalis, Solonis und Monticola gewonnen und sind in diesem Jahre um nahezu eine Million mehr Schnittreben gewonnen worden als im Borjahre. Mit vorgenannte» drei Unterlagen findet daS Land bi« auf einzelne, sehr kalkhältige allzufeuchte Böden da« Auslaugen und bewähre» sich dieselben, wenn sie in den sür sie passenden Böden gepflanzt werden, vorzüglich. Die Klagen über die öionticola-Veredlnnge», daß sie nicht tragen wollen, sind hierzulande ganz unbegrün-det, ja, sie tragen in trockenen, steinigen, sandigen, sowie merglige» Böden ganz vorzüglich und liefern reiche Erträge. Die Unterlage bleibt mit dem edlen Teil gleich kräftig. DaS Edelholz reift unf Monticola sehr gut ans »nd es gedeihen alle für Stüermark empfehlenswerten Sorten anf ihr sehr gut. Mit Hybriden, französisch-amerikanischen und Americo-Hmerifnner, sowie mit der Goethe« Hybride Rr. 9 sind Versuch« in verschiedenen Wein-baugebieten des Lande« begonnen worden und wird mit dens elben erst in einigen Jahren iu die Öffentlichkeit getreten werden können. E« stehe» dermale» zwölf Hybri-densorten in der Beobachtung; davon zeichnen sich durch kräftigen Wuchs auS: Riparia X Rupes-Iris 3309, Riparia X Rupestris 3306, Caber-net X Rupestris-Ganzin 33 A; durch sehr kräftigen Wuchs zeichnen sich aber Riparia X Rupestris 101/14 »»b Goethe Nr. 9 auS. Auch die Trockenveredlungen gedeihen auf de» beiden letzteren sehr gut. In den gesammten Rebschuleu wurden im heurige» Frühjahre a» amerikanische» Schnitt» rebc» von Portalis, Solonis und Monticola 2,050.000 Schnittreben und 1,000.000 Veredlungen mehr eingelegt, al« im vorigen Jahre, — AI» Edelsorten werden nur die für Steiermark empfehlenswerten Sorten verwendet und bilden die Sorten: Burgunder weiß, Wälsch-rießlinq und Sylvauer grün »nd Kleinrießling die Majorität. Der MoSler, Muskateller, Gut-edel. Traminer und Ruländer wurden in gerin-gerer Quantität veredelt. Bei der Verteilung der Reben wird Haupt-sächlich darauf gesehen, daß in jedeS Weinbau» gebiet die dorthin paffenden Sorten abgegeben werden. Im heurigen Frühjahre wurden aus allen Anlagen 667 000 Stück Veredlungen abgegeben, hievon 58.000 »m 240 K per Mille. 479.000 um 160 Kronen per Mille und 130.000 unent-geltlich. letztere an sehr bedürftige Weinbauer. Amerikanische Wurzelrebe» sind 740 000 abgegeben worden, wovon 50.000 Stück per Mille zu 20 K an wohlhabend«, 614.000 Stück per Mille zu 10 K an Minderbemittelte und der Rest vo» 76.000 Stück a» sehr bedürftige W«in-baiier unentgeltlich zur Verteilung gelangte». An amerikanischen Schnittreben wurden 1,455.000 Stück verabfolgt, wovon 900.000 zum Preise von 6 K per Mille nnd 555.000 unentgeltich zur Abgabe gelangten. Entschieden wäre eS in diesem Frühjahre nicht möglich ge» wesen. so viel Schnittreben abzugeben und in den einzelnen Rebschuleu einzulegen und ein so bedeutendes Quantum zu veredeln, ivenn nicht der Lande«auSschuß 1,200.000 amerikanische Schnittrebenla,«gekauft u. 643.000 Stück vom k. k. Ackerbauministerium unentgeltlich erhalten hätte. Räch dem bisherigen Stande der Schnitt-Weingärten zu urteilen, dürften im kommenden Frühjahre an 5'/, Millionen Schnittreben ge-Wonnen werden. Die Rebschuleu stehen im Durch» schnitte gut bi« sehr gut und dürften annähernd eine Million gut angewachsener Veredlungen liefern. An verpflaiizungSfäbigen Wurzelreben wird ebenfalls eine Million erhofft. AuF den Ttedem eines Wählers. % ftchä? Zoslrfjä. Wenn am Land draußt schwarze G'stalten Von oan Hau« zun andäii ziagn, D' Mößna und dö lkörzlweibü Gern dö hoamlig'u Anfträg kriag'n; Warn, da Äeistli d'Prödi nimma Nah'n Evangöli richt U.id vo lautü Gall und Grimmä Dreinhaut, daß schier d'Kanzl z'bricht, DaS i« oft & sichäS Zoacha, Daß ä Wahltag znwtckimmt; Leutl. da haltS d' Aug'u fei offa. Daß enk enkü Recht neamd nimmt! Grund g'nua. In Wahltag kimmt d& Schneidkbua Sehen g'schami as'n Pfarrü zua. .Wa« gibts denn. Petäl?" fragt'» der. «Bringst doch koan Speisgang heunt daher I?" .Ah na." sagt drtrv dü Bua vüzagt, „Mih schickt mei' Moahm und sie hat g'fagt, Sie laßt Enk bitt'n tausendmal. OeS mechtS nöt harb fei' — wög'n dft Wahl — Dü Badä — nämli — kann nöt feinmä — Und sollt« eahm'S nöt vürübl nehink." „WaS?" sagt dü Pfarrü vollü Gall. „De>' BadÄ kimmt nöt zu dilr Wahl? Na guat. wann daS i». ders är tiachä Für'n Pfarrhof nöt an Stich mehr machü!" .3 bitt. Herr Pfarrü!" flennt dft Bna. HDä Vadü gang ja eh dazna; Doh — »a — bau ins sün Drilling wor'n. Da hat — da hat ftr d'S t i in m välor'n Eiien »ihre» H«a»schay stellt bet in dieser Rum-mtt beigelegtt Prospekt mit Abonntmenl».?inladung auf den 1.1. Jahrgang von „D a » B t o 11 b t r fi a u «f r a u" sVerlag von Friedrich Schirmte, Wien I., Schulerstr 18) in Autsicht. Die vielseitige und gediegene Wochenschrift mit ihren Äratit-Beilaaen: Da» Blatt dir «indet. Da» Malt der jungen Mädchen, (illustrierte Jugendzeitschriften!) Lehrtursu« moderner Handareittn; Schnitt-mufterbogtn wr Damengarderobe. Handatbeittvotlagen in natürlichen Größen! Stpnitttnuftrrboflrn für Kindergar-ga-derode und Wäsche, vereinigt in ihrer Reichhaltigkeit da» grobe Familienblait, da» wir unseren geehrten Lntrn wiederholt empsohlen haben. Der vierieliährliche Abonne-ment»vrei» beträgt trotz de« umsangeriche», praktischen Inhalt», nur 9 2.50 oder fslt jede« wöchen tlich «richei-nende Heft 20 h. 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Empfang der Festgäst« aus dem Bahnhöfe durch den Gemeinderat, sodann Fahrt zur Schule; 2. Begrüßung der Festgäste im Schulgebäude durch den Herrn Bürgermeister Josef Ornig; 3. Einweihung de» AnstaltSgebäude« durch den Herrn Propst u. Etadtpfarrer Josef Fleck; 4. Lied, gesungen vom Pettauer Männergesang- vereine. 5. Besichtigung der Mädchenvolks- und Bürger» schule und deS Teutschen MädchenheinieS mit der FortbildungS- und HaushaltungSschnle. 7 Uhr abends: Festessen im Saale des Deutschen Heime«, Die Gefertigten laden hiemit die verehrlichen Bewohner der Stadt Pettau zur Teilnahme an dieser Feier ergebenst ein mit dem Beifügen, daß von gesonderten Einladungen — mit Ausnahme der Behörden — Umgang genommen wurde. Auch die P. S. Damen werden ?u dem Festessen höflichst geladen. Karten zu dem Festessen 8 Kronen (sammt Ge-trünken) wollen bis längstens Montag den 29. September d. I 18 Uhr mittag« im Stadt, amte gelbst werden. Der Atadtlchnlrat. Der Gemeindtrat. Ver Mädcheuhtim-Äugschnk. Rheumatismus, Halsleiden, Tuberkulose. Magenleiden, Blasenleiden, Influenza, Wunden, Hautkrankheiten werden durch meinen seil 10 Iahren direkt aui Australien bezoaenen garantiert reinen Eucalqptu« in den d«N»»ckigit«» Füllen geheilt. Umfangreiche Broschüre mit wissenschaftliche» Abhandlungen de« riihmter medizinischer AutoriiSten, sowie Kopie ISO« unverlangt eingeg>z»gentr Dank- und teimassArtlben über eralelte BtlUrfcIge sendet auf Wunsch jedermann ««entgeltlich unj rortomi Ernst Hess, Klingenthal, Savtiion. Euolyptm-Impogeur._ A BW* BK «K jnflfa*!, XrAmffWB,«,». mr»4f m jrtWin Irlk«. MrUitf* J9r 0|(• ' " V - Zeugnisabschrist. = Beehrter Herr Heeßl Da ich zu meiner gro-ben Freude so ziemlich geheilt bin. von meinem schweren Limgenleiden und Mogenschmerjen, so sage ich Ihnen hiermit meinen herzlichsten Dank. Roblau o. Elbe. Frau «»na Hanne««»». Franz Wilhelm's abführender Thee 30 Stück Rosshaarmatratzen 3-teilig, neu, von schön rot gestreiftem Leinen-gradl, welche für ein Hotel bestellt waren, sind wegen Nichtzahlung um halben Preis, per Bett 16 sl., Verpackung 50 kr. mehr, zu verkaufen. Grösse: 195 Centimeter lang, 95 breit, 15 Kilo schwer, versendet per Nachnahme Ed. Stelnlnger, Graz, Sackstrasse Nr. II. von franz Wilhelm Apotheker, k. u. k. Hoflieferant in Neunkirchen, Nieder-Österr. ist durch alle Apotheken zum Preise von 2 Kronen öst. Withr. per Packet zu beziehen. Wo «ieht erhKItlkh, direkter Verwind. Post-kolll 15 Packet K 24 —, franko in jede ««terr.-nnjar. Postatation. J Zum Zeichen der Echtheit befindet »ich auf ■den Emballagen das Wappen der Markige-Imeinde Neunkirchen (neun Kirchen) abgedruckt Annoncen Ib ilh nf«n ud Ptcbufocbriflu, Conrablichtr Uc. ; rmjch rad rawlaj«l| M 4«n TorlhcilbaftMtcn H« «o 41« A»»ooc««KiM(Mi»n t«b Rudolf Mom ____IMart KMtoauaebll«, Eitwflrf« Kr iwickmli iip ud |Mefca«skT«t1* AhmIUmi, mwI« bwwttotM Tarife kcwtaoMl. ^ K\xdLol±s Mosq® itn I., SaNaratttta 2. 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K»»rrinn«n und matfll |«d«a Itaar I4«»w«idt. - /rühmt!« «r,raui«a Raar irhllt «Im« Midi« fark« wladar. £ar»n,lrt JHa»r dltfii, halli edtup Mmifr lang und falalanwal farkung '«Ina natQrlltfx fart« wladar. «arantlr, ffauwadiMkum n««ra auf kablan KOpfan. l««l« Augenbrauen und (Oimpern. . a»>n »«»»«>«» ..l.a,»rel»" I» I» «laicrKd ,t» Ulunl gtfunke» nnbrg. 9Ml«(t ,»>» lange« »I Bosbrrtar Uvplgrn $aar»ach« et«,»« Da „L«,»rrla <1» m« >fU»|ü4t« Qrebaci l». b,aa*nf auk«ff.!i La •nrtai»«« |« ilgm, da t« »t ' •i jiw M«n r Heaiwachl MW»Mm, _■ __ _ aoibankig aak »bn« g«l»»k«n Haarwuchl st»b Ht'nbii «ki» »r» a 4 !«m» tll" ®». »..»1,1, »ittmeorfrn. «lanfhtti »rt »mit, o>«, da» »lud», «aralgftn »tt kl« Baami.niiiit uik kl, JlalH krau», Zahri. ua »l«fn «»»««! tu «,]«tta. »er flaun 06«' nn »,n4lgnt4a|t,a kl,» »t«l, fHtt»Biak«t, kau« Zbr,L«,»rrli* g«tabt|u l»anb«ikai< Blituit». «i», fahl, 0th, Ichla bikidi Kkrllek, Sal «»«k «»Oh»,»)! Ach hall, »ach alntr »raafhill kok« aach e«nl|ung »an » ftfafchin Z»,«k ftrn Jo»rf Kkrllrk" Aalfa», 01,In, foot« gdnillch DRt»r«n unb Latttrio- »l,k„ »«In«» fnlbntn Ikftgia Haarwach» «ndcht &att .* N »>k«»i«: «jos kiia Ich Ihr .da,»««>»' gibravch«, lall«» »uchliK nach äohTtlasg tn mir Ta. litt Ich all öaamaffat. S«u» '«!»« Haar, »al ank ■,!»« Haai« tu,4 ,,L««urla" Babn kl« HairtaitHla I» hlchft »«ftlcblank«. Sei, "lli,hl aa» uaitfl ln «I»au>,llch«i K4»,S>«t«u i'iUiiir fltla«, v!»dch«». snbtn kCoatRI »aa bin k«tan Haai Far| un» a»,«»sch«lauch in «tltaunlch,» (9l;(uao,a bi«(H » »iiaach»^,ai« »orknlg, ®tlB,l»1,nbuag batch bal «m»p4i|4« D»o»I. »b«i M. Feith, Wien, VII. Mariahilferstr. 38 9Sltrtlllltll f "ff** 3"fn,i mtrt •" »afa.ut,, Vlls, a»4g,a| i »,1s, »,», >s»f4,_|«ii4 ».„■ ttig.dt, ... 9 «I „Lovaorln" Ü»|«tl»n 18 is«a«t ~ #tlgla»l»f»al« »,,(.*ia. lait. fniadu. Irkgt. »ur4, all Prämiirt mit Ehrenkreuz und goldener Medaille Paris und Wien 1902. Schönheit ist der Frauen Sieg. 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Die Einschreibungen der neu eintretenden Schüler und Schülerinnen an der Knaben Volksschule, sowie an der Mädchenvolksschule finden für das Schuljahr 1902/3 am 1. Oktober I. J. in den betreffenden Lehranstalten von 9 bis 12 Uhr statt. Die Kinder haben den Geburtsschein vorzuweisen; gleichzeitig ist ein Erscheinen der Eltern erwünscht. Die Einschreibungen an der Mädchen-Bürgerschule erfolgen in allen 3 Klassen am gleichen Tage. Die Schülerinnen haben sich unter Vorweis der letzten Schulnachricht beim Klassen Vorstände zu melden. Aufnahuisprüfungen sind keine abzulegen, desgleichen sind auswärtige Schülerinnen, soferne sie den Nachweis einer genügenden Vorbildung erbringen, von derselben befreit. Dagegen haben sich auswärtige Schülerinnen, die noch keine Bürgerschule besuchten, aber in die 2. oder 3. Klasse der hiesigen Bürgerschule eintreten wollen, einer Prüfung zu unterziehen, rür Kinder, die nicht im Stadtschulbezirke eingeschult sind, die aber eine der obigen Anstalten besuchen wollen, sind von deren Eltern an den lttbl. Stadtschulrat gerichtete Aufnahmsgesuche bei der betreffenden Schulleitung einzubringen. Das heil. Geist-Amt wird am 2. Oktober 1. J. um 10 Uhr in der hiesigen Stadtnfarrkirche gelesen. Die Sammlung der Schüler und Schülerinnen in den eiazelnen Klassen erfolgt um halb 10 Uhr. Der regelmässige Unterricht beginnt am 3. Oktober 1902. Stadtschulrat Pettau, am 24 September 1902. Frisch angekommen Kärntner Preiselbeeren billigst bei JOS. KASIMIR Spezerei-, Material-, Farbwaren- und Landesprodukten-Handlung JP o ttau. $rrau4gtbtf unb wroMt»ortli$*t Schriftleiter: Joses Pauk». Druck: W Elans,, Pettau. Weitage ^itr "|0ettm*er Leitung «erlag Don W vlaxte in Prtta». Sein Herzblatt. Novelle vo» ). Via. («(tlufc.) Anfang des Schreibens hat Mah ihrem Geliebten in ruhigem, rast kaltem Tone, um ihn durch ihren eigene» Gram nicht »och mehr zu bekümmern, auseinandergesetzt, wa» geschehen ist und was sie thnn mnß. UM ihren Bater vom völligen Untergang, vielleicht nar vor einem frühzeitigen Tode zu retten. Dann aber hat der letzte Rest vo» Kraft sie verlassen »nd mit einem wilden Ansbrnch ihrer leidenschaftlichen Liebe hat sie ihm ihr ganzes Herz erschlossen. .Bevor dieser Brief Dich er-reicht, bin ich verheiratet. DaS beste, was Dn thnn kannst, ist, mich zu vergesse». Nur um ei»S bitte ich Dich: halte niich nicht iiit treulos! Ich liebe Dich heute »och so heisi nnd innig, wie in der Stunde, da ich gelobte, Dir ewig anzngehören, nnd nie wird die Liebe zu einem ander» i» meinem Herzen Nanm finden; bis zu meinem letzten Atemzug schlagt es nnr fiir Dich, siir Dich allein! Ade, Du einzig heißgeliebter Mann, bis wir uns einst in einer besseren Welt wiedersehen!' Unter Thränen schließt sie den Brief. Dann greift sie nach einem zweiten Bogen. — .Ich nehme Ihren Eintrag an. Bestimme» Sie deu Tag der Hochzeit, — je eher desto bester. May gerrand." Ein Lächeln gleitet über Lau-rents Gesicht, als er tags da-rauf diese Zeilen empfängt. In drei Wochen soll die Hochzeit sein; so bestimmt er. Hat sie nicht selbst gesagt- ,je eher, desto besser'-" Mr. Ferrand schwelgt in Entziicken über die frohe, sorg-lose Zukunft, die sich ihm er-schließt. Regt/ich beim Anblick von MahS »mwölkter Stirn »nd der Teilnahmlosigkeit, die sie für alle zur Hochzeit statt-sindenden Vorkehrungen zeigt, auch wirklich einmal sei» Ge-wissen, so beruhigt er dasselbe dvch schnell wieder durch den Gedanken: .Sie wird mir es einst noch Dank wissen, wenn sie erst gelernt hat. das Geld »ach sei»emwahrenWertz» schätzen!" War May schon in ihrem Glücke wenig mitteilsam, so trägt sie ihr Unglück jetzt völlig schweigend. Geoffrohs Name kommt nie mehr über ihre Lip-pen. Bon Gran» n»d Bitter-keit erfüllt, hegt sie nur noch eine» Wunsch: daß ihre irdische Lausbahn bald zu Ende sei. Der zur Training bestimmte Tag ist ein kalter, nebeliger Hcbrnartog. Die Ceremonie soll i» der kleinen, nahegelegenen Kirche stattfinden nnd zwar i» aller Stille. Her-rands habe» keine freunde, nnd Monsieur Lanrent, der sich erst seit kurzem in Bonlogne ansässig gemacht hat, ist ein zn eifriger Geschäftsmann, »m viel Geselligkeit zn pstegen. Am Morgen ihres Hochzeitstages liest Mah zum letztenmal die Briefe des Ge« l liebten; dann umschlingt sie dieselben mit einem rotseidene» Band, legt sie mit dem Ring, den er ihr damals gegeben, als er sie sein Herzblatt genannt, in ein Kästchen von Sandelholz, ei» Andenken an ihre Mutter. Nnd während sie das Kästchen verschließt, dreht sie auch den Schlüssel ab über das Vergangene nnd damit über alles Glück, — über alle« Glück ihres Lebens ... 7. Während hoher Schnee in den Straßen Bonlognes liegt nnd ein kalter, rauher Nordwind über die öde Landschaft streicht, herricht i» Geonro» Baues »euer Heimat goldene, warme Sommerzeit. Der Tag neigt sich zu Ende. Stern auf Stern taiicht an dem klare», wolkenlosen Himmel ans. In Gesellschaft feiner drei Areun-de. niit denen er das rohgezimmerte Haus teilt, sitzt Geofsrol, anf der langen, schmale» Veranda, in einem bequemen Stuhl zurückgelehnt, »ach vollbrachter, harter Arbeit eine Cigarre ra»che»d. Wie gewöhnlich in der Mußestnnde, schweife» feine Gedanken auch heute über das Meer zn der Geliebten. Lebhaft sieht er sie vor sich, die schlanke, hellgekleidete Gestalt, wie ste ihm so oft unter den grünen Ulmen an de» alten, grauen Hestnngswällen entgegenkam, lächelnd »nd doch »lit jenem seltsam melancholischen Blick in den grauen An-ge». der selbst in der Zeit des Glückes »icht verschwand. ferner Hnfschlag erweckt ihn ans seinem Sinnen. „Da kommt Miko zurück; ich schickte ihn wegen Briefe zur Stadt!" ruft er. Gleichzeitig springt er auf nnd lehnt sich rrwartnngsvoll iibe> das Holjgeläuder. Heute sehnt er sich besonders nuge-dnldig nach einem Briefe von der Geliebte». Die letzte Post hat ih»> »icht den gewohnten Gruß vo» ihr gebracht. .Bring' die Briefe schnell heraus!" ruft er dem jetzt vor dem Haufe Haltende!! zu. Im Hinge gehorcht der Bo»e der Weisung. Geofsron nimmt die Post« sachen entgegen nnd verteilte sie an die verschiedene» Em psänger: da»» läßt er sich wie-der auf feine» Stuhl nieder-sinken, »m den so iehnsiichtig erwarteten Briet, der heute endlich gekommen ist, z» lesen. .Wie kurz sie sich faßt!" iagt er enttäuscht, indem er da* Papier entfaltet nnd die Augen anf die. ach, so geliebten Schrift-ziige richtet. Tao fite Dresden litstimmic Utfnifi fllhtrt Trtifmnl von Prof. UJnjr Vmimbnrti. •Ji'urti cittrt 'ÄiilunltMlc nu« flem tiiotofirouhit-tInq JilMifir, i'tlli ii«. iMil Irjl l Aber was ist das? So klar nnd deutlich die Schrift a»ch ist, er muß de» Brief de»«och zweimal lesen, bevor er seinen Inhalt saßt. Da»» laßt er dir Hand mit den« schreiben sinken. Gleich sai» betäubt von dem »»erivarleteu Schlag, de» er empfange», sitzt er minutcnlang regungslos, wie erstarrt. Als er sich endlich 154 veftstiß««» der Patrone ins km Schient«. «Mit mechanisch aufrichtet, taumelt er förmlich; sein Gesicht ist aschfahl; sv schleppt er sich iu sciu Zimmer. Ueber dem schmalen Held bett hängt hier ihr Bild mit de» märchenhaften Auge». Mit eigener Hand hat er die Worte daruuter geschrieben, welche innen, was sie ihm ist: sei» Herzblatt. Lange, lauge ver-weile» sei »e Attgeu mit star-rein Blick auf dem schöne», srohe» ttinderge-sicht, und trohihrer sleheutli-cheuBilte schleicht sich ein fnrchtba-rer Zwei-fel au der Treue die-serAttgen i» seine «ruft. Diese iii-ften, roten Lippe», aus wel-che er mit Innigkeit de» letzte» Abschiedskiift gedrückt hat, könne» sie es wirklich über sich vermocht haben, ihn zu tausche»? Wie oft hat er. halb im Scherz, halb im Ernst, iiber die Vergänglichkeit der Hraneiiliebc gesprochen. Ist e« denkbar, daft sie, die Geliebte feines Herzens, nicht besser ist. als sie alle? Gleich ei»em Echo klinge» wie zur Entgegnung ihre Worte in ihm wieder: .Bis zu meinem levten Atemzug schlägt mein Herz mir für Dich, für Dich allein. Dn einzig geliebter Mau»!' Und in ein Nichts löst sein Zweifel sich auf. So bitter seine Enttäuschung iiber die Verlorene auch fei» mag, er weift es doch seht wieder, da« sie ihn, treu geblieben, daß ste einzig nnd allein einem unerbittliche» Hatum zum Opfer gefalle» ist. H. ftiiuf Jahre sind verstriche». Geoffroy weilt »och immer im Silbe» Amerika«. Vom Glück begünstigt, ist er ein reicher Manu geworden. — Von Man hat er nichts wieder gehört: nur aus der Zeitung weift er, daft ihr Vater tot ist. „Gestorben zu Vonlogne in fei-nein vier»»dfn»f> zigsteu Lebensjahr Sir Arthur Her-rand, einziger Sohn des verstorbene» Generals John Herrand of Lesby, Heatkordshire." „So ist er im» heimgegangen zu feine» Vätern, die-fer Man», der das Glück seiner Toch-tcr verspielt und damit zugleich das meine für immer untergrabe» hat!" reflektiert Geoffroy voll tiefer Bitterkeit und kehrt dann schwer senszend z» seiner Arbeit zurück. - Ei» Jahr nach diesem Ereignis rüstet Geoffroy sich zur Rück-kehr in die alte Heimat. Unwiderstehlich treibt es ihn dorthin. Er hat durch die Post ein kleines Paket empfange»; dasselbe enthielt eine Schachtel voll Sandelholz, »ebst einer Anzahl Briefe. Die Tinte der lehtere» ist verblaftt, doch die Schrist ist ihm schmerz-lich bekannt, »nd »»ter de» Briefen findet er eine» kleinen, gol-denen Ring. Derselbe gehörte einst seiner Mutter. A» dein Tage, als May ihm versprach, die Seine zu werden, hat er ihn ihr a» de» Hi»ger gesteckt. Bei dem Anblick, bei der Beriihr»»g dieses kleinen, goldenen Reiss lodert die Liebe in feinem Herze» vo» neuem zu heller Flamme ans. Wer schickt ihm das? Und tu welcher Absicht? Die Adresse ist zu verwischt, als daft er de» Absender daraus erkennen könnte. Was »ur kann die Rückgabe seiner eigenen Briefe »ach sechs laiige» Jahre» z» bedente» habe»? Ist eS eine Lebende oder Sterbende, die ihm sie sendet? Er sindet keine Antwort a»f seine Hrage... I» England angelangt, läftt es ihm keine Ruhe- Er beschließt, »ach Boulogiie zi« gehe» >:»d das Rätsel z» löse». Aiif dem nächsten Dampfer nimmt er Passage nach Bonlogne. Eine» Tag vor Weihnächte» langt er dort au. Wie wenig hat die alte Stadt in de» sechs Jahre», seit er sie nicht gesehen, ihr Ansehe» geändert! — Ins Hotel Ehristol kehrt er el» »»d fragt de» ih» auf sei» Zimmer begleitende» ttclluer mit scheinbarem Gleich-mut, ob er wohl eine Hamüie, Namens Lanrent, kenne. Der Gefragte bedenkt sich eine kleine Weile. Er sei »och ziem-lich fremd hier im Ort, verseht er dann, doch entsinne er sich, von einem Ehepaare Lanrent gehört zu habe», daS sich aber schon vor Monate» »ach Paris begebe» habe. Wenn er sich recht erinnere, so sei Monsieur Lanrent gestorben. Jedenfalls stehe das Schloft dieser Hamüie aus Eapöenre zum Verkauf aus. .Aber es wohnt doch wohl irgend jemand darin?" fragt Geoffroy hastig. Er empfiudet es wie eine» plötzlichen Vonvurf, daft er durch sei» la«geS Schwelge» May vielleicht hat glaube» gemacht, er sei ihr untreu geworden. .Möglich, Ich weift es nicht genan." achselzuckt der Kellner. .Darf ich dem Herr» die Speisekarte reiche» ?* Ohne eine Antwort auf die Hrage, verläßt er das« Hotel und ruft eine» Hiaker herbei, der i» der nächste» Minute iiber eisbe-deckte Wege Eap^eure zufährt. Nach einer ihm endlos scheinende» Hahrt hält der Wage» vor dem Schloftportal. Geoffroy steigt aus. Er heißt deu Kutscher warte», öffnet mit Mühe das schwere Eiseugitter, durchschreitet den grofte», schiieeschimmcrudr« Hos mid zieht so heftig an der Mingel, daft es laut durch die Stille wiederhallt. Alsbald öffnet eine ältere Iran dir Thür. »Monsienr wünscht das Schloft zu sehe»?" fragt sie, al» Geoff»v>i, nicht recht wissend, was er sage» soll, einen Moment zog«' Weift er doch »icht, wie er die Hrage. dir Ihm während der ganzen Herfahrt ans de» Lippen schwebte, in Worte kleide» soll. .Nein,' erwidert er. ties Atem holend, „ich wollte mich erkim-digeu, ob Madame Lanrent hier ist. oder ob Sie ihren jetzige» Aufenthaltsort kennen?" „Sie meine» wohl Monsieur Laureut ?" verseht die Hra» befremdet. Kna0sig»«le für »Nein, ich meine Madame," sagt Geoffroy ungeduldig. Eine Minute lang betrachtet die Hrau ih» mit prüfendem Blick. .Madame Lanrent ist tot," spricht sie alsdann; .sie starb ver-gangeiien Sominer in Paris." ♦ + I.VI *- fir. .iniiib in!'-1 >!!,'!. iiiiiittili ri ;utiirii: ieiu !«••> l,i |>! >.'ll'in!i! Ultrvvi e»' 'i.'li i »,in .!• ' ihm llel'tm drill li»'cn : iitut hier »i,. Wir» » i Den um .iiiilni'ieit viit,: . eiiienei ud im! u Nr ^.'ruti Nii:mit iiftiiitUl't'ii, ir.'liln • , »«.!-■ liriiintiit: ^____" ' i in ,«>rr.\ r l'liui. laug! — weilen »ti ue viintni mit nur um Wirf mii dem iilmneu, i ruhen >iiüM,l'.' 'iilit. »nd iti'jihiY! iu .mii li1. I! i' It.* hl'll'iiln iiili ein iintbllni u'v; |mri iel »n da ivnurif >< r vinarit II! llill, '."nin liric iii iieil, l'Oll'U vimu. ■nii uns ,I>! IlltlH*», Ül.l ,11 : '■ l»Oll ' Wir nii imi er, .-.iii« im Zcher.;. tiatb >:n o >tut. über dieser nii! ilii1i!i'ii N'i ,vru.. ili,l»e .i »iiriH). :i ,\>"t i- Nitli',11 d-iq »i,\ ni,' nVIifbli liii.'i y»,".i.:, >: ,>!» :1,I'I >!l Iill,' ' "»li'il'Il fiIUIII Oll'.' rliluil'll 1 IMijH 'ilii;:,, i|l! tfViUlf III ibm wieder: . ».! meinem legten Ältlilzug I >1 lt mein Herz ii», »i. tich, im 7i.ii aijri». £» Hiiii.i geliebtei Mautt!" l'-P i ein > i». in ; -.vinl >'i,!i um t>:i'ei feine ürmtänfdiitH« flbei bi <>!, .1 iii ii,:> Iillriu (iinin «»i'vliittliil . ii Aiuniit ,un Ci»>ri iici,ilUu ,» •Willi «WllllY nur» ihm Ül IslH'lt i ii |vt rtt lll'fll !ini»01 im rnN'ii Vl'tti'rii i • v«.«m (ülii.r ..,i,iiiini>ii. fi I I ein nuii.'i '»üiini flt'ii'ordeii. i«(>ii im bat n iiirin > [ Wll'dlM %11'llÜI l »III »»: r>ei ;|fiiniti) lt».i>. im . das; ihv '•Haiti tut !>I ,. nli' uu iii ici* 11,111 l'i. ' lil' iiiüi M;:ften veben- inlir r;i V" : i-iii' ,i>. i iiind.ein. ,trr ~nh» h,' .- ih i iti'fln hat o'isiirroli Im -ii'trniid in Mi. .vriiiiiM'Mliiii'" .. sv t»l .'1 11)111 hi" ni.H'iiti uirit i» i> i ;i P,! an PU-ii i ."i'Miii, r, i NK 1 'Iii I' i'. iih i Ti»,b i . . 'fielr nnd IMIt Ul,lllil1l diio in !!,• iii! iminer 'i'i iiii tlinvti ' •!»•;•• ii .'im :'i1 I l'.l II I, 'llltl u »• it.* n. • irtnuer »eui'.t'itd hi ic . ?|tbcit lüiili ■ n,i .um. in t>T.i'i|';; iinic; Iftu-n ,i.|, ,;j ;• I !" !!! ,!li, .vt'imiii. Ilaniidi'ifti'lu .!' n,il - r ilm ,>. ;il> i • i' :11' !' i • 11i,u"- > • in •• j! ->. , I». e i;hitli vitiv r.. ! 'vel • i 5.1.1. .ib. Itufbft ,:.:n vl , ! ^r:.»f Ilf Zintr d» lt ' ! I't H Ml • 1' : ,ili lil 1*1 "nill .l.ii Ititi blknnnt, !!! 1 .lila r.n •!'•*.iin ,' . ! I rille» > UI'.MI, g.'i drü'ii'>>iii,i. 5r>! Ihr Iii>ilr ciitft 1. . A''iit«r VI • >ri» IflslO, lt! wtlil ilütl i'iMii: iVl '...i !!•. ,.![, Im. ff ili.i hi «111 N» j\i" ic 'stall M'et n 111 •. .1,1 l 1 iVt '11 t • -i :>!••- si. . iv.N'iiei' fii'i»: : id.: t Mi- "iiln* in n nein >"'| .. 'I »l'll »fül l" '.II helle» Alittiicn Hin "h'ii i.'.i.ifi ili.ii H in i» 11 >. '.'HinrtuV iie .'Idieiie iu \n i'e :».; 1I1 0! 5a» ei »»•»;>.» oi'rtii eikeiinr» fi-n;ite !i?»i n. s 111 .*;.* . . » v enu iu Ptie-iKirb irrtK' Ioiiiku «Vihteii iu lirdrmrit luiluii.' ,Vi e» eim ^rtii'ube i'Nm 2t»'i l . ;idc. dii ili'.u in u . (? 1 'intiri teiln* X'Intii'M» «iii- iiino .t-i.5. All liiniliniti rtuaeliüi.i I • * t i' iufvine »i-'i. 1 W'»i.iIi.«:i. im t» Vl"itlOflitf n ach 11 uns» iS.' > "i 111 hi In»' Vllli drill Hfllttftl'U Tnmvkri 1 i !.• :• : . > '!• . 1 . "-Iill *."fllli',l»' O iien 5,1,1 vm 'WeibMtiiftl, :i I.::' .1 li > II . . >1 |„I! ' !> iiln ?liidl in Mi irrt. • X. in . . irit iu.'m -. in i. ilu •Jliiirhen itainbiMt' .• >>i>. 1 , 1 ••»• i Mn. ,, ,»! de» ihn Nii» »ri» .'iiiiniii r In... 1.11. hau : ■ ;n " ,'.1 »NII. l'll et wi'hi ein,' Adittil: ' Ii ' ir; !im oW'it'iiine brdeiilt >ii!i I" :uii: . . IH* I .!> irrnid hier in: £:t. :-.i:■1 rr rr d,n«i 1. »i.i, s 'ii eiiieiu O'lieiuiiiiT Vaiiiiiit arlii'V! •,« Haben, d.i »i abei > Wiui,itru i'tiili t-ueiv l'..f.ivu b,i! e v - .. >j.b r**-••> ; . . e. in iii Wri'Mi'tv v'niir.'iit ■ • ■ 'i ' 1 b.'ti ,V\; »•••be • ?.!».' dieser #>»ituilio in» ü'tii .ure .um -! . ..'.Hber 1 lunhitt hub umlll iiv.i it^ ,■ ir. 'II b,it'ii,i Cir nmniuM •••> mir einen >•! . dr. ri durch iein lil»,,,'» 2 tn>.'iuen 'A'iiin . " ■>.<■ I. ,11.111. • •!, er »ri ih, liniiiii .ivin.'i.. n ..'"ü'lliiill, i.ll 11-1 »1: 1 :i'i1ll 11 f.. Vf..:.<1 .5an* iib dem verni d'i Zi'i'Ü! 1. II 1,'i.i'» . 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Itw :.:«t vrsiiiiidnn Piilk »'.W.ibciin ">l 1 . "i : !," n iti" iii»!,: . > • ft.iv >!.i» 1 :. .> £ nii.':: . • ''."!• " Wie dichter Nebel legt es sich Geoffroy vor die Auge»; krampfhaft stützt er sich an dein Thürpsosten, »m nicht umzusinken. «Bitte, komme» Sie herein," sagt die grau voll Mitleid, als str sieht, wie da» bildschöne (Besicht des jnngen Besuchers sich mit • tödlicher Bläsie bedeckt. „Sie waren Madame Lanrent vermutlich verwandt oder befreundet V" Richt im stände, mir ei» Wort iiber die Lippe» zn bringe», niest er »ttr stumm, . .... Die Frau geht in das HanS zurück «Nd bringt ihm ein Glas Wasser. Nachdem er dasselbe getrunken hat, vermag er wenig sten^ einige Fragen zN stellrü: ob sie tangle krank gewesen; woran sie gestorben ist u.^ bergt. mehr, .Sie hat sich bet einer armen Kranken ein böses Fieber ge-holt," erzählt die Schließen»..Siewar immer so gut und dachte nie an sich. Wie sie dann selbst schwerkrank daniie-Verlag, wurde alle» gethan, sie wieder herzustellen; sie hatte die beste» Aerzte nnd Monsieur hätte gern seinen letzten Svus hingegeben, sie am Leben zu erhalte», aber alle» war um-sonst, «ach kurzem Leiden hauchte sie ihren letzenAlem an». „Waren Sie bei ihr?" sragte hieran» Geoffroy, .Nein." schüttelte die Frau de» Kops, .doch Ieanne, Ma-dameS Dienerin, die bis zur letzten Stunde bei ihr weilte »ud sie pflegte, hat mir viel vo» ihr erzählt. Möchte Monsieur nichtihrBild sehe»?' setzt sie hinzu, als Geoffroy wortlos düster vor sich hin-starrt. .Einberühm-ter Pariser Künstler hat eS kurz vor ih-rr«, Tode gemalt. Es soll so vonreff-lich sein, daß Mo»-sie»r Lanrent bei einem kurzlichen Be-such hier de» Anblick des Porträts nicht zu ertragen verinoch-te. Und ich muh wohl sagen, auch mich, die ich sie mir oberflächlich kannte, berührt es ganz seltsam, wenn ich in diese melancho-lische» Angen sehe!' Mechanisch solgt Geoffroy der ihm Borailschreitende» i» ein große», luxuriös ans-gestattetes Zimmer. Ans einer hohen, knttstvoll geschnitzte» Staffel steht das mit einer dunkle» Gardine verhängte Bild. Tie Schl^ßeri» öffnet die Fensterläden, dann ichlägt sie de» Borhmig vo» dein Bilde zurück nud läßt das volle Licht daraus salle». Geoffroy schrickt beim Anblick desselben leicht zusammen. Offen bar ist der Künstler bei der Schöpfung dieses Meisterwerks ganz in seiner Ausgabe ausgegangen. Ein jeder Zug dieses schönen, edlen Gesichts, jede Linie, welche Zeit nnd Sorge demselben ausgeprägt haben, sowohl die abgezehr-teu. bleiche» Wangen, die einst so rosig waren, als auch die tiesen, dunklen Schatte» guter den Augen, wie diese märchenhafte» Angen selbst, die mit dem Ausdruck unsagbarer Traner zu dem Beschauer niederblickten, sind mit so überraschender Treue wiedergegeben, daß mau meine» könnte, das lebende Modell vor sich zn habe» »nd es in der nächste» Minute ans dem schweren, goldenen Rahnien hervortreten zu sehen. Er. der diese Fran so treu »nd heiß geliebt hat, vermag den Blick dieser Angen, der ihm ihre ganze, ttanrige Geschichte verrät, nicht z» ertrage». Jetzt weiß trachtet ih» die Fran, die sich!» die Fensternische zurückgezogen hat: die kalte» Züge ihres runzelige» Gesichts bekomme» eine» halb mitleidige», halb bekümmerten Ausdruck. Ihie Gedanke» schweife» zurück i» ferne, halb vergessene Zeiten. als auch sie jnttg gewesen ist. als auch sie geliebt nnd gelitte» »ud — vergebens au» el» Glück gehofft hat. „3n, ja, Monsieur.' spricht sie endlich in weichem Tone, wah' rend sie da» Bild wieder gegtn die Wand lehnt, .das Leben ist oft schwer, sehr schwer z» ertragen. Nach allem, was ich über sie gehört, hat sie trotz ihrer Schönheit, trotz all ihre« Reichtums den Tod doch gern nahe» gesehen!' Ein bitterer Trost! Und doch gewährt er seinem Herzen eine Der Provtneal». Nach clnkm Wrmfflta von Slunfort iWli Terl > + 156 +- schmerzliche (frleirfjte riiiig! Ueber die lehten Jahre ihres Lebens, während welcher sie uuiiciiinitbrv netreimt newrsen sind, iveis, er nichts, al^ >va» dir Veriindernim ihrer schönen ihm verrät. Aber was alles erzählt ihm eben diese Verändern»«! Wie (nununn müssen der Arme» die Mvnate, die Jahre ver-striche» sei», die ih»l i» Tciitciu wechselreiche» Lebe» mit wahrhaft — erstaunlicher Schne»ig> I f IrlV feit dahin,mchwnnde» sind! Ach. er weiß es nicht »nd wird es nie erfahre», wie sie ae-kämpft hat. ^ernaiiae-»es zu verneiie», wie sie bemiiht neweseu ist. trotz allem Weh im Herze» ihre Pflicht zuthu», »»d wie gern, ja. wie voll i«»ige» Dankes genen Gott das schöne, müde Hanpt sich zu seinem letzten, ewine» Schlafe niederaeleat hat. Er verläßt das Schloß Er kehrt in das .Hotel Ehristol zurück. Er thut es wie im Traume. Keine Anrede beachtet er; er schliefet sich in sein Zimmer ein. Der Kell-»er schüttelt den Kopf über deu seltsamen Gast. Den ganzen Abend läßt er nichts von sich hören, nachsehe»: auch ütelsender: .Wann man die Altert linier tiefe* 6M folgenden Morgen «chiofle» mticiinrr nicht. Das weckt eud- !vr»«at,re! »Bedanete, »I« An», ttrftfl» und IQr« .jj *u„s„_rt,,iA c n-?ouner find in die -cmdt gesahreu!" iltil ^eforglliS für ihn und man öffnet, nach-dem mau schon vergeblich gepocht, seine Zimmerthiir. Aiir der Lchwelle stocken die Eintretenden. Da sitzt der Fremde im Lehnstuhl, regnngslos. In der Hand hält er ein Bild, und es ist. als ob der halboffene Blick des Dasitzenden an dem wunderbar holde» ttiiideSgesicht haste, iu dessen Anblick er erstarrt ist, denn — der fremde ist tot, an einem Herzschlag gestorben. Der herbeigerufene Arzt konstatiert es. Als man das Bild seiner Hand entwinde» will, erweist sich dir ll»möglichkeit. Da lässt man es ihm und bettet es mit ihm in deu Tarn. Run ruht es auf seiner Brust, das Bild derjenigen, mit der ihn nach jahrelanger Trennung der Tod vereinte, nnd unter das feine eigene Hand mit Worten geschrieben hat, was sie ihm war, — was sie ihm war in Wirklichkeit, den» ihr Tod hat ihm das Herz gebrochen, und dem, der sie versteht, erzählen sie eine ganze Geschichte, die zwei Worte nnter dem Bilde, in deffen Anblick er gestorben ist, sie vor sich sehend als das, was sie ihm einst nnd allezeit war: „«ein Herzblatt!" ÜSJ3II Tat König Albert Iciifmnt für Treiben. Zum Andeute» ihre» tinver. fltßlirfic« « juig» wird die sächsische Rellbcnzstabl Ite»dtn ein würdige» Tenf. mal errichten, del'en WodeU wir unfern Stiern im Bilde totführen. Der -chbvier der Nelterstatut. di» namentlich durch die meisterliche, leben»wahre Wiedergabe der so wohlbekannten gütigen Züge de» verehrttn Herrscher« sich anzeichnet, ist Professor M Banmbach In Berlin. Uiiallfißiialc für Eisenbahnen. Znr Deckung »ine» auf offener Streit, oder vor der Einfahrt haltenden Zuge» gtgen Zitsammenstöß, mit dem ans dein gleichen wl,isr brnndlich«» rollenden Material verwrndkt ma» so«»». „Xlialli'iguale". Mit ünallvriwaraten gelullte S»vieln »erden im geeigneten Moment aus der Zchiene befestigt und dein, Nebersahren der Lokomotive vom Radkranz zermalmt »nd dadurch zur Umladung gebracht. Die Entladung eriolgt untcr einem mehr oder weniger starten «»all und entsprechender Blitz-licht, und Rauchentwicklung. Je stärker die Tctoncition, je intensiver die Blitzlicht- nnd üiaucheiittotckluug diese» Streckensignal». »m so zuverlässiger seine Wirkung ans die Hür« »nd Gesicht»organe de» Lotomotivenpersonai». — Wer jemals Gelegenheit hatte, eine Fahrt aus der Lokomotive eine» Schnell-zng» mitzumachen, dem wird da» nervenerschütternde Vibrieren, der betäu-bende Lürm aus dem Führ«rstand unvtrgtßlich bleibe», und jeder Fachmann wird den große» Wert eine» nieinal» versagende» Snallsignal- ,» schätze» wiilen. ile bi»herige» itnallkignale zeigen aber noch viel, Fehler, »ud die (iifeubahulechniker bemühe» sich de»l,alb. dem ll,bel diiich ein »Patent" ab-zuheilt». Einem jungen Franzosen ist e» denn auch gelungen. eine Sliinll« kavlel zu erftnde». dl, > gekühr da» vereinigt, wa» der Fachmann verlang». Beim Borführen dieser ^taktische» «larmkapseln aus dem >Ieb»»g»trai» der Betrt,b«abt»il»i>g der Tisenbahiibrigade wurde ein bedeutend schärferer «null, ei« größerer F«»erschei» nud eine intensivere Rauchentwicklung konstatiert alo bei de» sonst gebräuchlichen «nallsignalen; dazu Handlichkeit beim Besestige» ans den Schienen nnd b,im Versager. Man sollte nicht glaube», daß ein sol-ches Ding von lligröß« so viel Spektakel macht »nd trov der intensive» öj> Plosion nicht schädigend oder zerstörend aus die Schiene» wirkt. Der Prvveii^ale. Zu den friichtbarften legenden Frantreich» zühlt dir Provence. Sie ist ein wahre« »den: dort gedeihen nicht nur di, herrlichste» Südfrüchte. in»besonder, di« Oliv«, an« der da» vorzügliche Provenreröl g«. preßt wird, sondern auch »stlicher Wein. Der Proven^ale unterscheidet sich von den übrige» Franzosen durch sei»,» Bolt»charakter, durch «ine eigentlim-liche Mnndart, hauptsüchlich aber durch seine Litteratur. Sr ist heftig, lribe». schaftlich, unbeftiindig und liebt BergnSgungen über alle«. Doch ist er zugleich auch aufrichtig, müßig und arbeitsam nnd zeichn«, sich namentlich al» fleißiger Landmanu. untrlchrockener Fischer »nd Schiffer au», Besonder» bei Musik und ««sang g«h» fein Herz ans, und in einer solchen h«itcr«n Stimmung hat Rou. fort ein«» Prove»^al«n aus die Leinwand gezaudert. 3i. fl Xi( junge HanSsra» I» ng« Han»fran (zur »öchiu): .llkiizi. Sie focht» mir viel zu verschwenderisch, bei Ihnen wird immer alle» anfgegkssen und wenn ich koche, bleibt die Hülst« übrig!» Bom Exerzierplatz. .«iujühriger, Sie sind mit Ihre» ««danke» nicht bei der Sach«! Merke» Sie sich! Seelenwandernngen werden in Reih nnd Glied nicht gemacht!' Fürsorglich. Der deutsch« «ais«r Bari Vf. starb insolgc «hier Srkültnug, di« er sich auf der Jagd zugezogen hatt«. In Bühmen jagte» nach dessen Tode die Banern, trotz strengen Regierung»vcrbote», ans ihren «eckern. VU» fi« zur Rechenschaft g«zog«n wnrdtn. «rklürt«» si«i .Stit der Zeit, das, unser geliebter Kaiser sich durch die V«sti«n den Tod ,ug«zog«u hat, fahle« wir im« zur Btrlilgung dt» Wilde» »ervslichltl, damit nicht der neue Herr svüter ein gleiche» Schicksal hab« !" It. Zchiilhnmor. G»mnasialprof«fsor: .Schr«ib«i Si, doch nicht alle» mit, wa» ich sage, e» hat ja doch keinen Sinn." Um feuchte Keilerriinme a«Sziitr»cknen, streut man llhlorkaleinm ans ein au irgend einem Platz derartig schrüg gestellte» Brett, daß an da» unter« »nd« 'in Topf «estellt werden kann. Da» Hhlorkaleium ,i«ht di«1^uch>igkeit an, so daß da»s«lb« brriartig in d«u Topf lünft. Wird di«s«r Brei abgedamvft. so kaun man da» llhlortaleinm wieder benutzen. Der tkphe» ist nicht mir eine Iticht,» kultivitrende Zimmerpflanze, so», der» auch in gesundhei>Iick»er Beziehung sthr zu schützen Im Zimmer ge-hallen, verbessert er di« Luft »ud zier» wie kein« andere Pflauz« mit d«n ti«fgrnn«n Blütler» die Wünd, und Scken. Bayerische Miibche». Die Slstbche» werden gkwasch«», abgeschabt, ble tlei» «eren ganz gelassen, die größere» geleilt nnd mit Fleischsupve oder Zal,wasser uud einem Stuck Schweinefleisch ,»gefetzt. Svüter macht mau von einem Slnck-chk» Schmalz, t Löffel Zncker und .'> ttochlvffeln Mehl eine braune »inbreuue, rührt sie mit der Rnbeubrüh« glatt an. gikbt fl, Über dir Riibtn »nd iüßt bi«s«, sowie da» Fleisch vollend» weich koche». Die Rübe» weiden mit dem Fleisch ang«richt«t nnd müsse» «rst«r« ein glün,«nd braune» An»s«hen habe». [a ' a | itl In j n j i) I sis eTe] 1 K lv | « | 1, I N N N X X x | x ! o l> | 0 t» 1» >' i« it u r| R 1 It R j H ! S TI T 1 'M Y1 Kryptogramm. ?ie Vochsladen In voritel>ender ,>Ig»r sind so zu ordne», daß sech» sich eroiunde Wörxr »nislrlien. üvvrler l» den verlikaie» Weife« bt,eirfinen: I) »ine -lad, i» Würlleinvera. -» Mn enjiliicher Ltnai«ma«n. .1) El» Ia-,i. -?le k>ilri>r In den horlzonialr« Wcilx» bezeirfi» nen: n (tln Harz. S) jnl. ,>rell»re»genrral. 3) Stadt in e«r Hand, »nd wenn nach den, Weiler die -oinie im» lacht. Tonn strahlt oft da» Gante in iardia-r Pracht. .1»Iiu» i^alck. «uflSliuig folgt in nächster Nummer. '.1ltfli>ftlltfl. I. I.aultr — O = Ultutir. x. Ri»bu* K Krfhii«. X. Hange — O > Oranjfe. t. Ohr » Hi.hr- ». Iti-I* t! «• r fit. a. SAII — K K1.111. V. Ituilir II Hriiilrr, k strich — K KftrUili. !>. Knie — li Honte. I«. Kgel — S - Hcpti. Rätsel. ?er Osinnlliin hat », der Bnadt hat t» nicht. Tem itrOlu» Irtlt'». buch hat'« der arme Wicht ?er ftolien Tarnt ist e» nicht zu eigen. iort) wird ein einfach Tlrnilitn dir es ,eigen. Icr Jude bat e» nicht, dach hat» der tflirlfl. Tu findest« Im Meblritt, Pwh nicht im Thäte. Am ,>inlter» liebst d»'«, dvch nicht Int «oitntnfttafile. Hu» sag'. Welch' (lein »nd «fl» Ting da» ist. «ullösiing lalfll in nächster Rn»»»er. ?Ii,fl»sntig be«> BilderrälseiS in »»rigee Anmttter: »ederall ist eine .Ireudeniilnme ,>n den »Iranz dr>! Veben» elnaereiht. ««e «eaiie oortielialiru. Verantwortliche Nedakklo» von Srnst Psellser, gedruckt und Iieeautgegebe» von »reiner ft 'Jjftilfcr in Stuttgart.