Mbacher Nr. 8N5, Plänumel»l>on«plt<«: Im «lomptoil «anzj. fi, li, halbj. fi, 5-5». stur die Zustellung in« Hon«, !)lllbj. .^U lr. Mit der Poft ss<,»zi, fl, Il>, halbj, ? 5«, Dienstag, 18. November. Inlerllon«»eb2l: Füi Nein« Ins««te bl» z» 4 Zeilen ,» ki., größere per Zelle S lr.; bei «ft«« Wiederholungen per Zeile » kr. 1879. Amtlicher Theil. 5. Bulletin. In dem subjektiven Befinden Ihrer k. und k. Hoheit der durchlauchtigsten Frau Erzherzogin Marie A.Her ese ist eine kleine Erleichterung eingetreten. Nie objectiven Krankheitssymfttome bestehen noch fort. 3teiche»au am 14. November 1879. Dr. Rollett m. p. Nichtamtlicher Mil. Zur Wehrgesetzfrage. Anch in Deutschland verfolgt man mit großem Interesse die gegenwärtig in Oesterreich-Ungarn statt-flndenden pallamentarischen Verhandlungen über das Wehrgesetz. Besondere Beachtung scheinen uns die Bemerkungen zu verdienen, mit denen die „Nurdd. ^3- Ztg." eine Darstellnüg des gegenwärtigen Standes der für unsere Monarchie hochwichtigen Angelegenheit begleitet. Das über die Anschauungen in den uiliß. gebenden deutschen Kreisen wohlunterrichtete Blatt chreibt nämlich: „Dem Geiste der Gesetzgebung ritt' Präche es nun, wenn mit den Bestimmungen über das taatsrechlliche und wirtschaftliche Verhältnis der beiden Rcichshälfle» anch jene über die Einrichtnng der Wehr-Macht bezüglich der Dauer ihrer Wirksamkeit zusammen- ^ fielen, wie dies durch die Regierungsvorlage thatsächlich auch angestrebt wird. Dagegen wild von verschiedenen Seilen, namentlich aber von der liberalen Parlei, dahin gearbeitet, eine solche zehnjährige Verlängerung der Grundlage der Weh, Verfassung zu ver-eiteln und an deren Slclle eine tinzere Verfallsfrisl treten zu lassen, wobei sich die „N. fr. Pr." durch den Antrag Hervorlhut, das Gejetz gur nur von Jahr zu Jahr zu votiereu. So viel wir den Ausführungen der verschiedenen Orgaue entnehmen, entspringen derlei An» träge keineswegs dem Verlangen, an den» Wesen des Gesetzes selbst einschneidende Veränderungen vorzu« ^hmen. Im Gegentheil anerkennt man die Nothwen» "gleit, an den bestehenden Heereseinrichtungcn nicht A rütteln. Was beabsichtigt wird, ist lediglich eine «undgebung des Misstrauens für die gegenwärtige "^eruilg oder die Bestellung einer Art von Pfand-N s!^ "uf dieselbe, ungeachtet selbst dieses Gesetz eine der?"""l! enthält, welche die thatsächliche Stellung G s "ekruten von der alljährigeu Zustimmung der 'kbgebung abhängig macht. Die öffentliche Meinung in Oesterreich selbst nimmt mit richtigem Instincte zu dieser Frage nur zögernd Stellung, als fühlte sie, dass man im Begriffe sei, den Partei'hader auf ein Gebiet zu verpflanzen, das demfelben vrrfchlossen bleiben sollte. „Die öffentliche Meinung im deutschen Reiche und deren Organe dagegen werden schon aus Rücksicht auf die neuerliche Gestaltung der Beziehungen des deutschen Reiches zur österreichisch-ungarischen Mon-archie keiner unberufenen Einmischung in die Angele-genheit des befreundeten Nachbarstaates bezichtigt werden können, wenn sie dem Verlaufe diefer Vcr-Handlungen mit jener ungethcilten Aufmerksamkeit folgen, die eine so wichtige Frage, wie es die Wehrhaftigkeit sein muss. herausfordert. Und von diesem Standpunkt aus ist es allerdings kaum möglich, den Gedanken zu fassen, dass es in Oesterreich irgend eine nach der Herrschaft ringende Partei geben sollte, die ihre Re. giernngsfähigkcit nicht anders zn erhärten wusste, als dass sie dem vielrädrigen Gefüge der dualistischen Staatseinrichtungen auch noch die Ungeheuerlichkeit einer Armee auf Kündigung einverleiben will. Müsste schon der Geist des Heeres unter dem Bewusstsein leiden, dass die Grundlagen seiner Verfassung, ja seines Bestandes von Jahr zu Jahr in Frage gestellt werden, müsste schon die eigene Bevölkerung das Gefühl der Sicherheit verlieren angesichts all' der Wechselsälle. denen die Hecreseinrichtüngen auf diese ?Ue' c. preisgegeben Win om, so wird man sich doch leibst i,n Schoße jener Parte:, deren Führer nntgewirki haben an der Schaffung dcz Gesetzt, das sn> h.ule verleugnen, darüber keiner Täuschung hingeben, dass es die Stellung Olsterreich-Uugarns im europäischen Concerte und dessen Beziehungen zu semen Freunden füglich nicht fördern könnte, wenn man allen Ernstes daran gienqe, seine SN'eiiüäsle zu einer wandelbar,',!, von der Pa.teieli Gunst und'Laune abhäugigm G>öhe he, abzudrücken. Schon aus vl'scn Erwägung»!! hcraue ist zu erwarten, dass schließlich denn doch die Re glerungsvorlage den Sieg davon «vagen werde ab. gesehen von den patriotischen nnd Politischen Motiven die vom östeneichischen Standpunkte selbst in so eminenter Weise für dieselben sprechen." — Die „Presse" plaidicrt gleichfalls sehr eifrig für die Erledignng des Wehrgesctzes im Sinne der Regierungsvorlage. Das Blatt schreibt: „Die Regierung hält an den Grnndzügen der gegenwärtigen Wchrver-faffnng, an der Fortdauer derselben für ein nächstes Decennium nnd an der bisherigen Friedenspräsenzzeit fest, in der Ueberzeugung, dass ein Schwanken und Rütteln in diesen Punklen für die Wehrkraft des Staates und für deffen politifche Eonsistenz von nn> berechenbaren schädlichen Folgen begleitet wäre. Aber die Regierung verschließt sich auch nicht der Anerkennung jener Forderungen, welche auf die möglichste Herabminderung der Heereslosten und auf eine thunliche Erleichterung der Militärdienstlast innerhalb des Rahmens der jetzigen Wehrverfafsung gerichtet sind. Minister Baron Horst hat selbst in dieser Beziehung bereits einige Abänderungen angekündigt, welche sowohl die militärische als die volkswirtschaftliche Seite betreffen und in kürzester Zeit in einer besonderen Regierungsvorlage zusammengefasst werden. Der Reichs-rath kann daher mit Beruhigung einer Verlängerung des Wehrgesetzes auf zehn Jahre zustimmen, wenn ihm gleichzeitig die Zusicherung wird, dass solche Abänderungen, durch welche ohne Beeinträchtigung der Wehrkraft doch eine Erleichterung und Ermäßigung der Militärlasten bewirkt werden können, von der Regierung felbst beantragt werden. Wir sind auch überzeugt, dass die Mehrzahl der Abgeordneten in sich die Erkenntnis trägt, wle wenig sich gerade diese Frage zu irgend einer Partei-Operation eigne. Der Liberalismus kann es sich zur Aufgabe machen, eine freiheit» liche Gestaltung des Staalslebens, eine fortschreitende Entwicklung des materiellen Wohlstandes und der Volksbildung zu fördern. Aber er kann sich es niemals zur Aufgabe machen, die Lebenstraft des Staate» in seinen Vertheidigungsmitteln zu unterbinden und dem Reiche jene Sicherung seiner Machtstellung zu versagen, durch welche dessen Actionsfähigleit und dessen AilselM nach außen bcdmgt wird. Deshalb hat auch eine oppositionelle Richtung auf diesem Gebiete leine haltbare Glundlage. Es können und follen berechtigte Wünsche und Forderungen bezüglich einer möglichen Herabminderung des militärischen Haushaltes gestellt und sie sollen auch von Seite jeder Regierung mit sorgfältiger Erwägung aller Interessen berücksichtigt werden. In deu Reihen der Fortschrittspartei überbietet man sich in einer Art von Minuendo-Licitation von Gegenanträgen. Während ein Mitglied der Fraction das Wchlgesetz auf drei Jahre mit einigen ziemlich radicalen Aenderungen bewilligen will, beantragt ein anderes Mitglied, das Wehrgesetz unverändert, jedoch nur auf die Dauer Eines Jahres zu bewilligen, da in der gegenwärtigen Zeit nicht an der Heeresorgani» salion gerüttelt werden dürfe. Also die gegenwärtige Zeit, die so manche Gefahren in ihrem Schoße birgt, wird vorläufig auf Ein Jahr bemessen, und für diese Galgenfrist Eines Jahres wird der Heeresverwaltung gestattet, sich mit der Ausrüstung, Ablichtung und Manövrierfähigkeit einer großen Armee auf Grundlage I des jetzigen Wehrgesetzes zu beschäftigen. Wir müssen Jeuisseton. Was die Liebe vermag. "Man, srei nach dem Englischen bearbeitet von Ed. W aa u er (Verfasser der «Alexa"). (Fortsehnn«.) ^le betäubt sank Valerie auf einen Stuhl nieder, ^ine peinliche Paufe trat ein. fcbm!< ^ ^"" Vater, — lebt er noch?" fragte sie sei» "^" w'sskn es nicht. Wir kennen nicht einmal '"nen Namen." "ll"d meine Mutter?" stammelte Valerie. ..Sie ist verfchwunden." rief Mrs. Reynold. Uvcr mir Stimme in mir fagt, dass sie noch lebt. "ur unz aber ist sie todt!" Entl,^, ^ *""' wie vernichtet von dieser entsetzlichen strin. "l!' Ihre Stirn glühte und ihren Augen ent-Tinten heiße Thränen. 1, ."^zahlen Sie mir alles," munnclte sie dumpf. M « ^ die Wahrheit auch noch so furchtbar, -^"uss ich alles ,vissen!" lllN h' - Reynold ließ sich in ihren alten Lehnsessel einw° 3!!" '"ever und ein tiefes Schweigen trat für "M Minuten ein. alte c^H ^ alles erzählen," unterbrach mm die lerie s c ^ Stille. ..Sie wollen alles wissen. Va-"nd ',. c'" ^ be""! Emmy war ein schönes Mädchen angesek """' idling. Wir schickten sie in ein "^eues Pensionat nach London, wo sie mit einem Manne bekannt wurde, der sich Oscar Rocester nannte. Sie heiratete ihn heimlich und schrieb uns, dass sie während der Sommerferien im Pensionat bleiben wolle, um zu ihrer Ausbildung Musitstunden bei einem berühmten italienischen Meister zu nehmen. Sie verließ aber das Institut, als man glaubte, dass sie nach Hause gereist sei. Durch ein Mädchen in dem Pensionat erhielt sie unsere Briefe, die sie regelmäßig beantwortete. Aber dann hörten wir drei Monate lang nichts von ihr. Wir dachten, ihre Briefe seien verloren gegangen oder sie sei erkrankt und wolle uns keine Sorgen verursachen, und reisten nach London." Sie hielt mnc; ihre Stimme war tief bewegt geworden. ..Erzähle nicht weiter. Mutter," fagte Robert. „Das Mädchen weiß geuug —" „Sie foll alles 'huren," versetzte Mrs. Reynold bestimmt und fuhr dauu fort: „Als wir im Pensionat nach Elumy fragten, wusste niemand, wo sie war, ausgenommen ein Hansmädchen, welches ihr auch die Briefe zugestellt hatte. Diese gab uns ihre Adresse an und wir fuhren dahin; es war ein einfaches Haus auf der Südseite der Themse. Das Hausmädchen hatte Emmy von unserm Kommen benachrichtigt, und als wir in ihr Logis kamen, hatte sie es verlassen. Aber ihr Kind war vorhanden und das Kind waren Sie!" Valerie saß schweigend da und lauschte athemlos den Worten der alten Fran. „Die Hauswirtin sagte uns, dass Emmy fieber« krank eines Tages in ihr Haus gekommen sei und in der folgenden Nacht einen« Kinde das Leben geschenkt habe. Sie hatte sich rechtmäßig verheiratet geglaubt; aber der Elende hatte sie betrogen und chr offenbart, dafs die Heirat ungiltig fei. An dem Tage, an welchem wir sie auffuchten, hatte Emmy, als sie in der Regentstreet auf einen Omnibus wartete, ihren vermeintlichen Gatten wiedergefehen. Er faß in einem Wagen mit feiner ihm soeben angetrauten wirklichen Frau. Emmy fuhr tieferschüttert' in ihre Wohnung zurück, wo sie bald darauf von dem Hausmädchen die Nachricht von unserer Ankunft erhielt. Sie wagte nicht, mir zu begegnen und gieng wieder fort. Aber während wir die furchtbare Botfchaft, die ihre Wirtin uns mittheilte, anhörten, schickte sie einen Brief, das Letzte, was wir von ihr hörten. Hier ist das Schreiben. Lesen Sie!" Sie reichte Valerie den zusammengefalteten Brief, der die letzten Worte enthielt, die Emmy in ihrer Verzweiflung an ihre Mutter geschrieben hatte. Valerie nahm den Brief und las ihn, kaum ,m° stände, ihr Schluchzen zu unterdrücken. Ein jedes Wort in dem Briefe war ihr die Wehklage einer zerrissenen Seele. Die fürfurgliche Bitte ihrer Mutter für sie rührte sie bis auf den Grund ihres Herzens. Sie küsste das vergilbte Papier und gab es Mrs. Reynold zurück, welche es an ihrer Brust verbarg. «Nun wissen Sie die ganze furchtbare Geschichte," sprach die alle Frau scharf. „Sie haben keinen Namen und keine Heimat. Sie dürfen niemandem Ihre Abkunft erzählen, denn wir haben diese Schmach vor jedermann verheimlicht. Kein Mensch in der Nach. barschaft hat eine Ahnung von Emmys Schickfal. Man glaubt, dafs sie in ihrer Jugend und Unschuld starb. O, weshalb musste ich sie so verlieren!" «272 qt'slchl'ii, dass uns derartige Anträge gar nicht den Eindruck von ernster Gedankenarbeit zu machen vermögen" Parlamentarisches. Im Ministen aths-Präsidium hatten sich über Einladung des Ministerpräsidenten Grafen Taasse Freitag abends sämmtliche Obmänner und Obmann-Stellvertreter der fünf Clubs des Abgeordnetenhauses bis auf die Abgeordneten Dr. Kopp und Dr. Srom, von welchen der erstere durch Krankheit, der Zweite durch dringende Geschäfte am Erscheinen verhindert war, eingefunden. Außerdem waren sämmtliche Minister, der Präsident des Abgeordnetenhauses, Graf Coromni, sowie die beiden Vizepräsidenten Dr. Smolka und Baron Goedel erschienen. Graf Taaffe begrüßte die Versammlung und erörterte in eingehender Rede die Wichtigkeit der Wehr-gesetzuorlage und die Nothwendigkeit, dieselbe unverändert anzunehmen; er lud sodann die Herren ein, die Wehrvorlage einer Discussion zu unterziehen. Nach einer längeren Pause, da die Anwesenden lange zögerten, das Wort zu ergreifen, nahm Abg. Ritter v. Grocholski das Wort und verwies darauf, dass eine Reihe von Anträgen zur Wehrvorlage in Vorschlag gebracht worden sind, welche auch bereits in den Eluds und in: Wehrausschusse selbst discutiert wurden; er fände es angezeigt, wenn man sich über dieselben auch hier aussprechen möchte; er werde für die Regierungsvorlage stimmen. — Abg. Dr. Rieger sprach ebenfalls für die unveränderte Annahme der Regierungsvorlage; wenn auch die hohe Belastung durch da» Kriegsbudget eine bedauerliche Sache sei, so stehe derselben doch die Nothwendigkeit gegenüber. d,e Wehrkraft dem Bedürfnisse des Staates entsprechend zu erhalten. Abg. Dr. Weeber besprach die Stellung der Verfassimgspartei der Wehrvurlage gegenüber, indem er insbesondere dic schwere finanzielle Belastung betonte, welche durch dieselbe hervorgerufen werde, Graf Hoheuwart betonte, dafs für ihn insbesondere der Ausspruch der Fachmänner ausschlaggebend sei, welche eine Vorminderung der Wehrkraft oder eine Störung ill» Wehrorganismus, wie sie durch manche der bekannt gewordenen Anträge herbeigeführt werden könnte, als unstatthaft erklären; er müsse sich daher für die unveränderte Annahme der Wehrvorlage entscheiden. Abg. Dr. Sturm entwickelte auf Grund der Staatsn'chilnngsabschlüsse das Anwachsen des Ordi-nariums im Kriegsbudget, welches gegenwärtig durch die Auslagen für Bosnien auf lange Zeit hinaus noch in viel höherem Maße gesteigert erscheine. Lässt man aber alle technischen und finanziellen Fragen bei Seite, so müsse man sich fragen, warum die Wchrfrage zum Hebel für geplante Verfassungsänderungen benützt werden soll. Wenn alle Gründe zusammen gefasst werden, machen sich gegen die Annahme der Vorlage starte Bedenken geltend. Abg. Ritter v. Grocholski verwies auf deu ungarischen Gesctzartikel 12, welcher das Heerwesen als eine Angelegenheit bezeichnet, welche nach gcmcinfamen Grundsätzen zu behandeln ist. Dadurch erscheine es gerechtfertigt, tne Verlängerung des Wehrgesetzes für denselben Zeitraum zu befchließen, für welchen der Ausgleich mit Ungarn abgeschlossen wurde. Minister Baron Horst bestätigte diese Anschauung, während Dr. Sturm behauptet, dass unter Heerwesen wohl die Organisation und das Wehrgesetz, aber nicht die Feststellung der Kriegsstärke zu verstehen sei. Hiemit schloss die Discussion. Graf Taaffe dankte der Versammlung für ihr Erscheinen, indem er die Erwartung aussprach, dass der angebahnte Contact zwischen Abgeordneten und Regierung erhaltm bleiben werde. Im Laufe der Besprechung wurden vom Ministerpräsidenten das Wehrgesetz, Wuchergesetz, das Budget und die Vorlage bezüglich Istriens als diejenigen bezeichnet, deren Erledigung am dringend« sten erscheint. Die Conferenz währte von 7 bis 10 Uhr abends. — In der am Freitag nach der öffentlichen Sitzung stattgehabten vertraulichen Besprechung des Abgeordnetenhauses wurde zunächst die Parlaments-Balicom-mission bestellt. In dieselbe wurden gewählt außer dem Präsidenten Grafen Coronini die Abgeordneten: Hohenwart, Grocholski, Rieger, Fandr»lik, Dunajewski, Magg, Kuranda, Suttner, Vareuther; in das engere Comite wurden entsendet: Baron Goedel und Dumba. Hierauf theilte der Präsident mit, dass seitens des Präsidiums des Herrenhauses eine Zuschrift eingelangt ist, in welcher darauf hingewiefen wird, dass der letzte Bericht der Staatsschulden - Controlscommission vom Abgeordnetenhause Parlamentarisch erledigt worden sei, während das Herrenhaus darüber keinen Beschluss ge-fafst habe. Das Herrenhaus ersuche deshalb um eine Meinungsäußerung des Abgeordnetenhauses, was dies-falls zu geschehe» habe, insbesondere, ob es der Ansicht sei, dass der Gegenstand nunmehr von beiden Kam< inern neuerdings behandelt werden müsse. Hierüber entspann sich eine Discussion, in welcher von den Abgeordneten Herbst und Sturm die Ansicht aus« gesprochen wurde, dass für das Abgeordnetenhaus kein Anlass vorliege, über den Bericht der Eontrolscommis« sion neuerdings zu beschließen, da es denselben bereits zur Kenntnis genommen habe. Die damals gleichzeitig vom Abgeordnctenhause beschlossenen Resolutionen seien kein Hindernis, dass das Herrenhaus jetzt allein und nachträglich über die Angelegenheit verhandle, da Resolutionen niemals der Gegenstand einer identischen Beschlußfassung durch beide Häuser sein müssen. Cs sei also jetzt bloß Sache des Herrenhauses, in welcher Weise es diesen Bericht erledigen wolle. Dieser An« schauung wurde vom Abg. Grocholski entgegengetreten. Abg. örom erklärte als derzeitiger PräsidM der Staatsschulden.Controlscommission, dass die letztere der in den Resolutionen des Abgeordnetenhauses cut» haltenen Aufforderung entsprechen werde. Schließlich bemerkte der Präsident, dass er bei so ucrschieden-artiger Auffassung sich darauf beschränken werde, d.'m Präsidium des Herrenhauses über diesen Meinungsaustausch Mittheilungen zu machen. — Der Immunitätsausschuss hat sich cun< stituiert und den Abg. Freihcrrn v. Gödel-Lannoy zum Vorsitzendell, den Abg. Dr. August Weeber zu dessen Stellvertreter und die Abgeordneten Dr. Victor Fuchs und Dr. Ritter v. Iatsch zu Schriftführern gewählt. Die beiden eingelangten Klagen und Widerklagen dcr Abgeordneten Dr. Waibel und Dr. Oelz wurden über Beschluss des Ausschusses einem Referenten, als welcher Abg. Dr. Gnmitsch gewählt wurde, zur Berichterstattung zugewiesen. Nach der freitä'gigcn Sitzung des Abgeordnetenhauses fand eine Sitzung des Gewerbe-Aus- schusses statt, in welcher Abg. Dr. Weissel dem Ausschusse die Mittheilung machte, dass ihm der Han-delsminister erklärt habe, es werde dem Abgeordneten-Hause nicht der Entwurf einer neuen Gewerbe-Ordnung, fondern der Entwurf einer Novelle zur bestehenden Gewerbe-Ordnung vorgelegt werden, und zwar werde die Unterbreitung dieser Vorlage schon nach einigen Tagen erfolgen. Gemäß des in der letzten Ausschuss-sitzüng gefassten Beschlusses hat sich bis zum Bekannt' werden dieser Vorlage der Gewerbe-Ausschuss vertagt. Staatshilfe für die Nothleidenden in Istrien, Görz und Gradiska. Dei Gesetzentwurf, betreffend die Gewährung von Vorschüssen aus Staatsmitteln für dtt durch Nothstand heimgesuchten Gegenden der Man' grafschaft Istrien und der gefürsteten Grafschaft Görz und Gradiska, welcher in der letzten Sitzung drs Abgeordnetenhauses von dem Herrn Ministerpräsl-denten und Leiter des Ministeriums des Innern, Grafen Taaffe, znr verfassungsmäßigen Behandlung vorgeleot und von dem Abgeordnetenhause sufort in erster Lesung dem Audgetausschusse zur Vorberathung zugewiesen wurde, enthält folgende Bestimmungen: „H l. Die Regierung wird ermächtigt, behufs Unterstützung der durch Missernte vom Nothstande heimgesuchten hilfsbedürftigen Landbevölkerung ber Markgrafschaft Istrien und der gefürsteten Grafschaft Görz und Graoiska unverzinsliche Vorschüsse aus Staatsmitteln znr Beschaffung von Saatgetreide bis zum Betrage von M.OM fl. gegen dem zu gewähren, dass die Haftung für die Rückzahlung dieser Vorschüsse an den Staatsschatz von den Landesfonds nach Vel" hältnis des jedem dieser Länder zukommenden Theil' betrages und, so lange diese Haftnng nicht eintritt, von den Gemeinden rücksichtlich der ihren Mitgliedern erfolgten Vorschüsse übernommen werde. Die Vel-theilnng an die Hilfsbedürftigen hat durch die Staats' behöroc zu erfolgen. 8 2. Die ' gewährten Vorschüsse sind vom Uen Jänner 1881 an in fünf gleichen Jahresraten zurück' zuzahlen. § .".. Rechtsurlunden, Eingaben und Protokolle ül»er diese Vorschüsse sind stempel« und gebürenfrei. . 8 4. Mit dem Vollzuge dieses Gesetzes sind dlt Minister des Innern und der Finanzen beauftragt." -" Der Motiv ende richt, welcher dichm Gesetz' entwürfe beigegeben ist, lautet: „Die aunmmen 2Lit' terunqsverhältnisse dieses Jahres, insbesondere anhaltendes Rcgcnwettcr im Winl Bevölkerung erschöpft haben, dass daher besondere ^ umfassende Vorkehrungen erforderlich sind, um die ^ gemeine Nothlage in jenen Gegenden zu lindern U" die nachtheiligen Folgen derselben thunlichst zu " schränken. Sic erhob ihre Hände und ein Schrei des tiefsten Schmerzes entrang sich ihrer Brust. „Sie werden einsehen, dass sie nicht mehr auf Reynold Farm bleiben können," wandte sich jetzt Ro-dcrt an das wie vernichtet dasitzende junge Mädchen. „Ich werde "Sie morgen früh selbst nach Maidstone bringen, so dass Sie mit dem ersten Zug nach London fahren kö'n'aen. Sie werden nach Warwich zu Mr. Peason ge^en und ihn veranlassen, Ihnen eine Stelle als Erzieherin zu verschaffen. Sie dürfen Sir Arthur nicht wie derfehen. Denn Sie werden jetzt von der Unmöglichkeit einer Heirat mit ihm überzeugt sein." Galerie wollte sprechen, aber ihre Stimme versagte. „Es ist nicht nöthig, diese Unterredung länger auszudehnen," sagte Mrs. Reynold, sich erhebend. „Sil werden unsern Namen nicht weiter führen und unser Haus verlassen; aber Sie sollen nicht ohne Mittel gehen. Die Ausgaben für Ihre Erziehung sind von dem Gelde best ritten worden, welches für Emmy ausgesetzt war. D»?r Rest soll für Sie stehen bleiben, bis Sie ihn gebrauchen. Robert wird Ihnen morgen fünfzig Pfund geben; damit werden Sie ausreichen, bis Sie ein Unterkll mmen gefunden haben." Valerie erhob sich und trat auf sie zu. „Großmutter!" rief sie mit einer Stimme voll Verzweiflung und inständiger Bitte. Die alte Frau wandte sich voll Zorn und Entrüstung zu ihr. ,...<- a> „Wagcn Sie nicht, mich bei diesem Namen zu nennen!" rief sie heftig, „ich will ihn von Ihren Lippen nicht hören. Sie si.'id mir und uns allen eine Fremde!" Sie verließ haftig das Zimmer. Robert erhob sich ebenfalls und wollte seiner Mutter folgen. „Onkel Robert!" rief das Mädchen, „was habe denn ich verfchuldet?" „Die Sünden der Eltern sollen heimgesucht werden an den Kindern," erwiderte dcr Farmer streng. „Es ist so der Lauf dcr Welt!" Valeriens brennende Augen ruhten eine Weile durchbohrend auf dem unbeweglichen Antlitz des Mannes, dann schritt sie langsam und schwankend aus dem Zimmer, stieg die Treppe hinan und suchte ihr Dach-fämmerchen auf. Sie verriegelte die Thür hinter sich. Dann sank sie auf ihre Knie, das Gesicht mit beiden Händen verdeckend, während heiße Thränen durch die feinen weißen Finger perlten. Stundenlang lag sie auf ihren Knien und kämpfte mit ihrer Seelenangst. Würde Sir Arthur sie von sich stoßen, wie ihre Verwandten sagten? Und wenn er nicht von ihr lassen wollte, würde es recht sein, den Makel, der auf ihrer Geburt haftete, mit seinem Namen zu verdecken ? Es war zehn Uhr, als sie sich erhob und nach dem Fenster wankle. Die Nacht war still. Der Mond schien hell und sein bleiches Licht überflutete den Garten, die schattigen Wege und die Felder. Durch die Fenster des Familienzimmers erhellte der Schein des Lampenlichtes den Hof. Valerie sah vor ihrem inneren Auge ihre Groß' mntter und ihren Onkel an dem alten Tische sitzen und die Londoner Zeitungen lesen, wie es ihre Ge-wohnheit war. Es fiel ihr jetzt ein, dass ihr allabendliches Suchen in den Zeitungen gewiss einer Nachricht von der verlorenen Tochter des Hauses galt. Plötzlich sah sie eine weibliche Gestalt hinter denl Gesträuch im Garten hervortreten und sich lanaW und vorsichtig dem Hause nähern. Wie lange o Gestalt in dem Schatten dcr Büsche gestanden, lol"" sie nicht wissen, aber sie sah, dass ihre Augen."', verwandt auf die Fenster der Wohnstube ge"H" waren. ... Valerie hielt ihren Athem an. Wer mochte ^ Fremde sein? Und wie geheimnisvoll war ihr ^ nehmen! ^ Die Frauengestalt war in einen langen «"am gehüllt, der ihr bis zu den Füßen reichte. Der K^ war voll einem breiten Hut verdeckt, so dass von Gesicht nichts zu sehen war. ^^itte Sie hatte sich dem Hause bis anf wenige SH" genähert und blieb in dem Schatten eines BaU>« stehen, von wo aus sie das gauze Zimmcr übeN«) konnte. Valerie öffnete ihr Fenster und sah hinaus. Die geheimnisvolle Gestalt schien das » " rausch vernommen zu haben. Sie blickte auf,""" sie die Umrisse eines menschlichen Kopfes saZ- / " sic sich eilig zurück und eilte der offenen G"" thür zu. <^«,,ner, Valerie verließ eiligst den Platz am 6"'' f öffnete die Thür, eilte dic Treppe hinab m den 4^ und dnrch den Garten auf die Straße; als 'lc " dieselbe erreichte, war die Gestalt verschwunden "" ^We^kann sie sein?" dachte das Mädche» ^ regt. „Wäre es möglich? Könnte es meu^" sein? Meine arme, betrogene, unglückllche Ml"" Hortsetzung folgt.) «»73 ^ Nach den vorliegenden, vom Statthalter des Küstenlandes eingeholten umständlichen Berichten der ^ezMhauptmannschaften herrscht ein intensiver Noth-Und: ^) In Istrien: in den politischen Bezirken ^Mterburg, Parenzo und Pola, dann im Gerichtsbezirke Pingueute und einigen Ortschaften des Gerichts-l>eznkes Capudistria (politischer Bezirk Capodistria); lerner auf mehreren der quarnerischen Inseln (politi-scher Bezirk Lufsin), deren Bewohner ausschließlich auf den Landbau angewiesen sind, endlich im Gerichts-bezirte Eastelnuovu und in mehreren Gemeinden des Gerichtsbezirkes Volosca (politischer Bezirk Volosca); V in Görz-Gradi sta und im Gerichtsbezirke Canale (politischer Bezirk Görz); im politischen Be-znke Lcsana und in den Niederungen des politischen Bezirkes Gradiska. Die gepflogenen Erhebungen haben ergeben, dass nur wenige Gemeinden, und diese nur mit geringfügigen Mitteln, dem Äedarfc an localer Versorgung anner, arbeilsuusähiger Personen entsprechen können. Weitere größere Mittel zur Bekämpfung des Nothstandes stehen den Gemeinden dort im allgemeinen .'ucht zugebote, und auch die beiden Landesfonds von Istrien und Görz-Gradista sind bei der Beschränktheit ihrer größtentheüs aus Sleuerzufchlägen bestehenden Einkünfte nicht imstande, dem Uebel in wirksamer Weise zu begegnen. Unter diesen Umständen bringt der Statthalter die Hilfe des Staates als eine nuabwcisbar gebotene ^orlehruug zur Linderung des Nothstandes in Antrag. Au diesem Ende wären eineslheils Unterstützungen lür arme, arbcitsnnfähige Individuen in den einzelnen .Gemeinden, wo die Localmittel hiezu nicht ausreichen, lu dem nlcksichtlich des Betrages uud der Zeitdauer auf den äußersten Bedarf beschränkten Ausmaße zu bewilligen, andercntheils aber auch Vorschüsse aus Staatsmitteln znr Beschaffnng des Saatgctreides (Weizen, türkischer Weizen, Gerste und Fisolen) für unbemittelte kleine Grundbesitzer so wie zur Vornahme größerer öffentlicher Bauten (zumeist Sraßeubaulen) zu gewähren, nnd durch diese Bauten der arbeitsfähigen Bevölkerung Gelegenheit zur Erwerbung drs Ledens-unte» Haltes zu verschaffen. Als die dringendste, weil durch die vorgeschrittene Hcrbstzeit bedingte Vorkehrung erscheint die Beschaffung der Weizensaat, für welche der Statthalter in den hiebei in Betracht kommenden Gegenden auf Grund der oiesfalls gepflogenen Erhebungen als den auf das äußerste Minimum reducierten Bedarf die Summe von 60,000 fl. bezeichnet, um damit das erforderliche Quantum an Weizensaat, frucht anschaffen zu können. Da der Weizenbau dort-zulande nur noch im Monate November geschehen kann, stellt fich die Vorschus-serthciluug für die Bei. stcllung dieser Saatfrucht als diejenige Maßnahme dar, welche im Zwecke der Nothstandsbetämpfuug zunächst dazu dienen soll, den kleinen Grundbesitzern die Bestellung ihrer Felder mit Weizen noch jetzt zu ermöglichen und sie vor weiteren ökonomischen Be« .^attgnissen in der Folgezeit zu schützen, während das ^fvrdernis für die übrigen Staatfrüchte sich erst 's^erhin ergeben wird. Indem sonach die Beschluss. !°'>"ng in dieser letzteren Hinsicht so wie rücksichtlich h" übrigen vom Statthalter ursachlich des Nothstandes vm?s"Ulen Vorkehrungen einem späteren Zeitpunkte G„s Mten bleiben kann, soll mit dem gegenwärtigen HMeutwurfe einstweilen nur den» augenblicklichen "Misse Rechnung getragen werden, den m 2 die Frage der Haftung für die zu ertheilen-,^ Torschüsse anbelangt, so hat die in dieser Be-dgsi 9 im Gesetzentwürfe beantragte Bestimmung dern ^" Grund, dass die Uebernahme der Haftung lch^andesfonds, zu der sich die beiden LandeKaus« Mm, ^"" bereit erklärt haben, noch von der gu-Vl)?."U der Landtage abhängt. Die Rückzahlung ocr Iab '^ "" bk" Staatsschatz in fünf Jahren vom und V^ "" dürfte in den obwaltenden Verhältnissen b°^..d"rch ähnliche Zugeständnisse in anderen Fällen mundet sein. Erleichterungen im LegalisiernngSverfahren. de»> ^ Herr Iustizminister Dr. v. Stremayr hat in «en»!"" ^' d- M. stattqefundenen Sitzung des Ab-fgss, "eteichauses zwei Regierungsvorlagen zur vcr- ""Hsmäbigru Behandlung vorgelegt, der « Gefchentwnrf über die Entbehrlichkeit Tab», a."lisicrung ^lvM- Unterfchriften auf weil^""künden ""d "ber Erleichterungen des Bc-Und ^^ Identität einer Perfou bei Legalisierungen "uilg"'l. " ^^rtnndungeu enthält folgende Bestim. liche/ ^ Dem gesetzlichen Erfordernisse der gericht-von V ^ notariellen Beglaubigung der Unterschriften lichp/^lmtundcn ^^^ ^^^ ^^r gmndbücher- Um" 3""erleibung ist genügt, wenn die Echtheit der 9teck!'?^ derjenigen Person beglaubigt «st. deren ande/Zchläukt, belastet, aufgehoben oder auf eme 8 9 3.°" übertragen werden soll. ^riv^. . Weim die Unterschrift des Ausstellers einer so be?„ 7"ude gerichtlich oder notariell beglaubigt ist. vttleil,,./ ^ sum Zwecke der qrnndbüchci lichen Ein- ""ng nicht der durch die '^ 434 und 445 des allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches, dann durch § 114 der allgemeinen Gerichtsmdnnng, § 1tz2 der westgalizlschen Gerichtsordnung, z l«1 des Nogola-m6nw ^juäilliurio angeordneten Viitfertigung von Zeugen. ß 3. Die Feststellung der Echlheit der Unterschrift auf einer Privaturkunde durch gerichtliche oder nvta« rielle Beglaubigung ist nicht erforderlich, wenn diefe Urkunde mit der genehmigenden Erklärung einer Staats- oder Landesbehörde ue>sehen ist, welche berufen erscheint, die Interessen desjenigen wahrzunehmen, dessen Recht beschränkt, belastet, aufgehoben oder auf eine andere Person übertragen weiden soll. H 4. Wenn zu einer gerichtlichen Legalisierung Identitätszengcn beizuziehen sind. so müssen dieselben mindestens zwanzig Jahre alt, vollkommen glaubwürdig und dem Nichter, welcher die Identität einer Person festzustellen hat, persönlich bekannt sei». Eine Frauensperson kaiin nur als zweiter Identitätszeuae beigezogcn werden. Die vorstehenden Bestimmungen sind auch für die Beurtheilung der Beschaffenheit der Identitäts-zcugen maßgebend, welche ein Notar zum Zwecke der Errichtung eines Notariatsactes oder der Vornahme einer Legalisiernng oder einer anderen Beurkundung beizuziehen hat. Eine bei ihm bedienstetc Person kann ein Notar uur als zweiten Idcntitälszeugen bciziehen. Wird die Identität einer Person durch den znr Er-richtnng eines Notariatsattes oder zur Vornahme einer Legalisierung oder einer anderen Beurkundung zu-gezogcuen zweiten Notar bestätigt, so entfällt die Bei« ziehung von Identitälszeugen. tz 5. Bei gerichtlichen oder notariellen Legalisie-rnngen fo wie bei anderen notariellen Beurkundungen kann die Beiziehung eines zweiten Identitätszeugen entfallen, wenn derjenige, dessen Unterschrift zu be« glaubigen ist, Lcgitimationspapiere, wie Auszüge aus den Gebmts- oder Ehemalriteu, Heimatschrmc, Reisepässe. Anstelluugsdecrete, Immatriculationsscheine, Diensteszeuguissc, amtliche Verstäudigungen uud dergleichen beibringt, deren Besitz für die Annahme der Identität des Vorweisenden imt demjenigen, für welchen ein solches Papier bestimmt ist. spricht, und wenn stch gegen diese Annahme ein Bedenken nicht ergibt. Das vorgewiesene Legitimationspapler ist sowohl m dem über die Amtshandlung uufgenommencn Protokolle als in der Beurkundung genau zu bezeichnen. § 6. Mit dem Vollzüge' dieses Gesetzes ,st der Iustizminister beauftragt. — Der Gesetzentwurf, wirksam für Böhmen. Mähren, Schlesien, Oesterreich unter und ob der Enns, Salzburg, Steiennark, Kärnten, Krain, betreffend die grundbücherlichc Einverleibung auf Grund von Privatul künden in geringfügigen Grund-buch 2 fachen, cnlhält folgende Bestimmungen: § 1. In geringfügigen Grundbuchssacheu wird das zum Zwecke einer gruuobücherlichen Einverleibung vor. gefchrillKme Erfordernis der gerichtlichen oder notariellen Beglaubigung der Unterschriften einer Privat-urkullde durch die den Vorschriften dieses Gesetzes entsprechende Mitfertigung von zwei mänulicheu Zeuge» erfetzt, wenu die Einverleibung in dem einem Gerichtshöfe erster Instanz zugewiefenen Sprengel, in welchem die Urkunde errichtet wurde, erfolgen soll. Die Zeugen haben der Unterschrift ihres Vor- und Zunamens die Angabe ihres Gewerbes oder ihrer Beschäftigung, ihres Wohnortes sowie die Erklärung eigenhändig beizusetzen, dass ihnen derjenige, dessen Unterschrift sie als echt bestätigen, persönlich bekannt sei. Als geringfügig gilt eine Grundbuchsfache, wenn die Urkunde, auf deren Grund eine Einverleibung erfolgen foll, den Betrag einer Forderung oder den Preis odcr den Wert einer Liegenschaft oder eines Rechtes bestimmt, nnd wenn die angegebene Summe oder Zinsen und Ncbengebürcn den Betiag von 100 st. österr. Währ. nicht übersteigt. Anf landiäfliche Urkun-den, dann auf Vollmachten finden die vorstehenden Bestimmungen keine Anwendung. 8 2. In denjenigen Ländern, in welchen dieses Gesetz nicht sofort in Wirksamkeit tritt, hat die Re» gicrung dasselbe auf dem Ve, oronungswege einzuführen, sobald sich der Landlag für de'fen Einführung ausspricht. — 8 A- Mlt dem Vollzuge dieses Gesetze« ist der Iustizminister beauftragt. lMesneuiglieileu. — (Freiherr v. Lasser.) In dem Befinden des seit einigen Tagen schwer erkrankten Ministers a. D. Freiherr,, v. Lesser ist im Laufe der letzten zwei Tage insoserne eine Verschlimmerung eingetreten, als nun auch die rechte Kürpersläche minder beweglich ist. Die Nächte verliefen verhältnismäßig ruhig, — (Ein neues Gewächshaus in Schön-brunn.) Auf laiserl, Befehl wird im botanischen Garten in Schünbrnnn ein Gcwächohaus erbaut, welches nicht allein in Vezng auf seine Ansdehnung. sondern auch in Nilcksicht innerer Eintheilung zn den sehenswürdigsten Objecten dieser Art in Enrupa gehören dürfte. Bereits erheben sich die Fundamente zn dem herrlichen Pflanzenvalast, der mit mehreren Kuppeln aus feinem Glase ge» schmückt sein wird. über das Niveau, Der botanische ! Garten, welcher im Jahre 1753 augelegt wurde, hatte vierzehn Treibhäuser. Den Glanzpunkt derselben bilden die Aroibeen. welche in zweihundert verschiedenen Arten vertreten sind. An diese reihen fich die Vaumfarren, die jetzt mit Recht beliebten Orchideen und die Palmen, letztere in siebzig Arten vertreten, an. Kurz vor dem Tode der Kaiserin Maria Theresia (1780) erlitt der botanische Garten einen schweren Verlust. UlS Reminiscenz mag hier gelten, dass während einer sehr kalten Nacht ein Gehilfe es unterließ, das große Treibhaus zu heizen. Durch diese Nachlässigkeit giengen viele der seltensten Pflanzen zugrunde, namentlich die Iimmet-bäume. — (Iulukaffern in Prag) Die seit lurzem im Theater Eaperta in Prag als Gymnastik« und ethnographische Specialität gastierende Gruppe von Ori-ginal-Iululaffern hat vorgestern in Prag einen argen Straßenscandal verübt, der ihrem dortigen Gastspiele voraussichtlich ein vorzeitiges Ende bereiten dürfte. Provociert wurde derselbe allerdings durch einen übermüthigen Straßenjungen, der die in den Gassen Prags ruhig promenierenden Iulus ohne Veranlassung mit Schneebällen beWarf und hiebei einen derselben leicht verletzte. Darüber erbost, setzten die Iulus dem Burschen, der sich in eine Nasierstube am Petersplah flüchtete, nach. Der Bursche entkam durch eine Seitenthür, worauf die Iulus die Spiegel und Fenster der Rasierstube zer-trümmerten und dem Jungen in einen gegenüberliegenden Greißlerladen nachjagten, wo sie gewaltige Ver» Wüstungen anrichteten. Vier Mann der Iägertruppe eilten mit einem Polizeiwachmann zur Hilfe herbei. Vei dem uun entstehenden Handgemenge wurden zwei Iulus durch die blanken Waffen verwundet. Einer erhielt eine tiefe Kopfwunde und mehrere Stiche, ein anderer killen Stich in die Vrust. Unter einem großen Men» schenandrange wurden die Verwundeten in das Spital gebracht. — (Weiße Hirsche.) Auf der gräflich Os-Wald Thun'schen Herrschaft Sehuschih werden, wie das «Präger Tagblatt" berichtet, in dem 500 Joch umfassenden Thiergarten etwa 250 Stücke Hochwild gehegt. Die Tendenz der Kreuzung ist aus weiße Thiere gerichtet, von denen es etwa zwei Drittel daselbst gibt, gewiss bezüglich der großen Iahl ein Unicum in Böh-men. Nebstbei werden rothe Hirsche und acht Stücke Damwild daselbst gehegt. Kürzlich wurde ein mächtiger amerikanischer weißer Hirsch zur Iucht importiert. — (Kamf mit einem Wolfe.) Wie die «Na-rodni Noviny" berichten, wurde kürzlich ein Taglühner auf der Straße zwifchen Lipil und Izidorhu.za im Banat plötzlich von hinten angefallen und zu Boden geworfen. Per arme Arbeiter begriff anfangs gar nicht, wns mit ihm vorgehe, gewahrte aber bald mit Schrecken, dass der Angreifer ein großer Wolf sei, der ihn beim Fuße packte, um ihn in das nächste Gestrüpp zu zerren und dort wahrscheinlich zu verspeisen. In größter Verzweiflung ließ sich der Taglbhner, obwohl unbewaffnet, in einen Kampf mit dem Wolf ein und trug von diesem Raubthierc nicht weniger als 30 Viss- und Krallenwunden am Kopf, Gesicht, Armen und Füßen davon und wäre unzweifelhaft verloren gewesen, wenn nicht ein herangefahren kommender Wagen den Wolf verscheucht hatte. Der Taglöhner nahm alle seine Kruste zusammen, um sich in das Dorf Lipil zu schleppen, wo ihm die ersten Verbände angelegt wurden und von wo er in das Landesspital in Pakrac überführt wurde, doch ist geringe Aussicht vorhanden, ihn am Leben zu erhalten. ^ (Fixe Idee.) Von einer sonderbaren fixen Idee wird seit kurzem der Inhaber einer renommierten Brauerei in Berlin beherrscht. Er lebt in dem Wahne, dass wir einen sehr harten Winter zu erwarten hätten und dass es daher nöthig sei. fich rechtzeitig dagegen durch den Ankauf möglichst vieler Pelzsachen und Wäsche zu schützen. Der Betreffende ist in der Lage. an seine fixe Idee große Summen zu wenden, und so miethete er eines schönen Tages einen Möbelwagen, mit welchem er eine EinlaufKfahrt nach Pelzgeschäften und Wäscheladen unternahm. Nachdem er bereits Einkäufe im Be» trage von 30.000 Mark gemacht und bar bezahlt hatte, erhielten die Angehörigen Nachricht von diesem Beginnen und machten demfelven zur Betrübnis der Verkäufer sofort ein Ende. Der Brauereibesiher ist einer Privatirren-anstatt zur Pflege übergeben worden, und wegen seiner Einkäufe dürfte sich noch ein interessanter Process mit den betreffende» Geschäftsinhabern entwickeln, weil diese sich durchweg weigern, die zu guten Preisen losgewordenen Waren selbst gegen eine namhafte Entschädigung wieder zurückzunehmen. — (Observatorium auf dem Aetna.) Auf dem Aetna wird demnächst ein Observatorium für seis-mologifche. meteorologische und astronomische Beobachtungen errichtet werden. Das Gebäude foll in der Nähe der sogenannten (!^H äe^I' lnFisgj, das aus der s"t der englischen Occupation der Insel im Jahre 1811 stammt. 9052 Fuß über dem Meeresspiegel erbaut werden, wo die Reinheit der Lust dem unbcwaffneten Auge die Kraft eines schwachen Fernrohres in die Tiefe verleiht und schon die Venus einen Schatten wirft. Die Kosten wer-den von der italienischen Regierung und zum Theile auch von der Universität in Catania bestritten. Dieses Observatorium wlrd das zweithöchste der Welt sein. Die «74 Signalstation auf der Spitze des 14,336 Fuß hohen Piles.Pit in Colorado ist bekanntlich das höchste Gebäude dn Erde.______________ Locales. — (Amts entse hung.) Der Gemeindevorsteher von Großgaber im Bezirke Littai, welchem bekanntlich eine mehrtägige Verheiintichnug der in jener Gemeinde ausgebrochenen Rinderpest zur Last fällt, ist von der l. k. Landesregierung einverständlich mit dem Landes-ausschusse seines Amteö entsetzt worden. ^- (Garnisonswechsel.) Das zur Verstärkung de« hiesigen Garnison für die Dauer der Rekruten-abrichwng beim l7. Reseroecommando nach Laibach dis« loclerte Halbbataillon des Infanterieregiments Freiherr o. Heß Nr. 49 verlässt am 23. d. M. unsere Stadt und lehrt in seine eigentliche Garnison nach Görz zurück. An, folgenden Tage rückt das für Laibach bestimmte dritte Bataillon des Infanterieregiments König der Belgier Nr. 27 hier ein und wird in der Eoliseums-laserne bequartiert, Commandant des Bataillons ist der Herr Major Mentschit. — (Trnvpendurchzüge.) Gestern um 7 Uhr 39 Minnten abends passierten zwei Bataillone mit dem Stäbe des nach neunjähriger Garnisonierung in Brunn nach Mostar übersetzten Infanterieregiments Freiherr v. Roßbacher Nr. 71 die Station Laibach. Heute um die gleiche Abendstunde trifft das dritte Bataillon des genannten Regiments auf der Durchfahrt hier ein. — Uebermorgen, den 20. d. M.. um 9 Uhr 22 Minuten vormittags trifft das bisher in Wittingau in Böhmen in Garnison gelegene 14. Iägerbataillon auf der Fahrt nach Livno in Laibach ein und wird auf dem Bahnhöfe verköstigt. — (Gemälde.) Die hiesige Malerin Fräulein Ida Külll hat soeben ihr neuestes Werk .Esperanza" nach Guido Reni vollendet, nnd ist das sehenswerte Bild seit einigen Tagen in Bambergs Buchhandlung am Congressplahe ausgestellt, Mit Vergnügen bemerken wir an dieser Leistung die emsigen Bestrebungen und den unermüdliche» Fleiß der jugendlichen Malerin, deren sichtliche Fortschritte die Anerkennung aller Kunstfreunde finden dürften. — (Gemeinde-Neuwahl.) Aus Flödnig wird uns geschrieben, dass bei der am 13, d. M. daselbst statt, gefundenen Gemeindevorstaudswahl der Grundbesitzer Anton Burger aus Hrasche mit Stimmeneinhelligtcit zum Gemeinoeuocsteycr und die Besitzer Franz Bohinc ans Terbojc. Johann Aljasch aus Tornuu. Johann Rosmann aus Hrasche und Johann Ieraj aus Flödnig zn Gemeinderäthen neugewählt wurden. — (Central - Saatschulen.) Wie in den früheren Jahren kann auch heuer und in dem kommenden Jahre aus den küstenländischeu k. k. Central-Saat« schulen eine Anzahl von Baumpfianzen, und zwar im ganzen 1.522,893 Stück, theils um die von, k. k. Acker-bauministerium bestimmten Preise, theils in berücksichtigungswürdigen Fällen unentgeltlich abgegeben werden. Um den vollen Tarifftreis werden an Private und Gemeinden Pflanzen nach Maßgabe des Vorrathes uom lüstenländischen Forstinspector gegen Barzahlung ab gegeben. Für Aufforstungen, bei denen das öffentliche Interesse bethciligt ist, wird die Ablassung uun Pflanzen nach Maß des Vorrathes und die Hälfte der im Tarife festgesetzten Preise bewilligt. Im Interesse der Forstcultur können an mittellose Gemeinden »nd Waldbesitzcr Naumpflanzen zu Aufforstungen auch unentgeltlich überlassen werden. Die Gesuche um Erlangung von Pflanzen sind au die k. k. Statthalterei in Trieft zu richten. Unter den verfügbaren Baumpflanzen in der Ocsainintsimnne von 1.522.893 Stück befinden sich 1.080,>j47 Stück Nadelhölzer. 428.746 Stück Lanbhölzer und I3.3(X) Stück Obstbäume. — Franken > Stück 9 32. — lOO'Relchsmart 5? 75, Wien, 17. November, 2'/, Uhr nachmittags. (Schlussnllse.) Creditactien 26« 30. 1860er Losc 127 50. 18« irr Lose 1^ I„ 77 I., Nllru«inu» «müii«. - Simon Ula^evic, Arbeiter, ^ kri«>j>o!ü,3. — Theresia Tomazin, Iiuvohllerin, 4, ^^ »ipd^iig. Im Garnisonssvitalc i ^s Dcn 17. November. Anlun hirz. Infanterist t. t. 27. Infanterieregiments, 22 I,, Dickdarmucrfchwliru>l8^ ^bcater. „ Heute (gerader Tag): Nini ch e. Possenspicl mn " ^„ in 3 Acten von A. Henncquin und ?l. Millaud. M">" Kapellmeister Anger. Beobachtungen in Laibach^ ß n w zZ ,? ^ 5sß Z "s ßZ3 «5 ^ -^ K^ "' T^M '735-36 - 7 0 O. schwach fast heiter ^ 17 2 N. 735 75 4. 0 3 NW. schwach theilw.hctt" 9 ',' Ab. 738 70 - 4l) O schwach heller ! ^ Sonniger Tag, sternenhelle Nacht. Das TasteSM" Temperatur — 3 b«, um 6 9« mttcr dem Normule^^^^^ Vcrllütwurtlichcr Ncdacte'ir: Ottomar Namb^rg^, m:ic it ax a ic Nr. 2!i vom ^5. November 18^ ^ a»l is. hier eingetroffen und wird versendet. ^ Nes""«^ dcn „Bazar" übern.mmt und besorgt P'mltl.ch^ Jg. v. Klemmayr ^ Fed. Van""^ " Laibach Buchhandlung.