priiniiincralioiis - Prcisc: F ii r Laibach: SanzMrig . . . 6 fl. - !v. Halbjahrig . . . 3 „ — „ Viertcljiihrlg. . . l „ 50 „ Mo,I »Ilich . . . — „50 „ Mit der Post: Ganzjahrig . . . 9 fl. — Ir. Halbjahrig . . . 4 „ 50 „ Vierteljiihrig. . . 2 „ 25 „ Silt Zustcllung in« HauS »icrtcU jijhrig 25 It., monatlich 9 Ir. Sin'jelne Nummcrn 5 tv. Laibacher Tagblatt. Anonyme Mittheilnngen roerben uid)t berucksichtigt; Manuskripte nidjt znriickgesendet. U t b n k t i o It: Dahnhofgasse Nr. 132. Lkpcdition nub Inserattn-6urcau: Kongresrplal) Nr 81 (Buchhandlung von I.v. Kleinmapr L' n.Bamberg). 3nfcvtiou5pvrifc: Fur die einspaltige Pctitzeile 3 bei zweimaliqcr Einschaltung L 5 fcieimol u 7 tv. Jnsertiontrftempcl jebcMti-al 30 99ci grotzeren Jnseraten rnib offerer Einschaltunq cntspreckendcr Rabatt Nr. 53. 10. Dftobev. — Morgen: Hedwig. 1868. Die Mangel her Bolksschule in Strain. Bci dcr letzten Lehrerversammlung in Laibach stand auch dicFrngc: „21'or in bestehen die Miingcl unscrcr Lolksschulc unb was find iljrc bringenbftcn Bcburfnisse?" auf bev Tagesorbnung. Aus ben niehrfachcn hicriibcr gcmachten Benierknngen gtanben toir cinigc bcv Hanptpiinktc hervorhcben 311 follcn, wclche Herr Lehrer Gotlfrieb Erker in einer ISiv gern, mit Beifall aiifgenornmenen Redc aiiSeinanbcr-setzte. Die Mangel trctcn in ben brci Hauptfak-tvrcn bcr Volksschnle 311 Tagc: bci ben Lehrern, ben Lehr- unb Lernmitteln unb ben Schiilern. Be-ziiglich ber erfteren bemerfte bcr Rcdner, bah, luenn' Man ben BilbungSgrab ber Lehrer im allgemeinen wit ben Schnlzwecken ber Volksschulen vcrglcicht, ihre Fortbildnng mie cin bringenbect Bediirfnih fid) heraiiSstellt, was burch die Gritnbung von BezirkS-und LandcSschulvercinen am beften bejweeft toerbeii fonntc. Bei ben Miingeln bcr Lehrmittel benntragt ber Rebncr cine grotzere Svrgsarnkeit bcr Gemcinde in ber Beistellnng von Lehr- unb Lernmitteln, er nahm zugleich auf die fiinitige Einfluhiiahme bes Lehrcrs in Bctreff bes landwirthschaftlichcn Itntcrrichtes dcr x'lugcnti Be;ug; bn barf benn and) cin Garten bci hitter Votksschule fehlcn, unb es wird Aufgabe bcr Landesgcfetzgcbung fcin, bie Bcrfiigiing 311 trcffcn, dah jebcr ©chute cin eutsprecheiibes Terrain fiir lanbroirthfchnftticfjc Zwecke beigegebett tucrbc. 21 m nieiften leidet jedoch bcr Uitterricht bind) die jetzt beftehenben Beftimmiingcn liber ben Schnl-bcsnch. Es ift gcnugfam befannt, wie mangclhaft nnferc Jugend die Sd>ule besnd)t. Nicht bic frcunbliche vchrc, nicht bie Niitzlichkeit bes Unterrichtes tbnnen fie regclmahig in bic Schule bringcu, fogar ber Tchulzwang reidjtc bafiir nicht aus. Uebcrbies hat ber letztcrc, wie er jetzt besteht, fiir einen giiuftigeu Srfolg nicht bic gceignete Form, benit roahrenb bic bisherige Lokalschulaussicht ben Schnlbesnch ber jugenb nicht felten als einen willktirlichen erf nun tc unb haubhabtc, hatte bas Schnlgefetz ben Lehrer ium mouatlidjen Anklager fines sicmtid) grohen Publikums Dcrbammt, inbem er bic Schulversaum-«iffe bcr Kinder allmouatlich ausweiseu muhtc. Dies 3og ihnt in ber Gemeiube viele Feindschaft zu, ^svnders roeun das ©djulgelb babei im Spiele toor. Deni Klager ift man allenthalben feittblich Oefinnt. Dcin soll fiinftighin anbers werben! Dcr "ehrer sei nicht mehr ein Anklager, sonbern nur °in Warner bcr Schulversanmnisse ber Kinder, ^ehtifs des Schnl3wanges foil nicht dcr Lehrer, witbcrtt bic Gemeinbevertretung aktiv vorgehen unb . *e Ucberjengung, ob bie fammtlidjc Getneinbejugenb chver Perpflid)tung ttachkontine, sich ans bem Sd)nl-f9taloge hoten. Ein attberes Itcbel, welches bet' jetzigc Schnl-itoatig mit fid) bringt, ift bic Nothwcnbigkeit, bas Jahr hinburch itcuc Schuler aufjunchmen, !° oft nur bem einjelnen bcr Schnlbesnch genehm '.ft; Ordttuitg unb Unterrichtsgang werben dadurch T°tttoithrenb gestort. Auch bem solle oorgebeugt werben, unb 3war burch Umqcfialtung unb Bcr-fcharfung ber ©d)utoerfftumui6ftrafcn, welche nicht tnehr nad) Monaten, sonbern nach Tagen zu be-mcffcn waren. Nad) Verlauf von 20 an cinanbcr folgcubcn Straftagcn, ba fie mit Eiltschluh ber Soitn- unb Ferialtage ben Zeitraum eines Mo-nates ausfiillen, foil fciite (Selbftrafc mehr, sonbern ber Ansschliih vom Schulbesnd)e in deinselbcn Jahre ocrfiigt werben. Wcr im Zcitraunie cities Monates hinburch ben Schnlbesud) ungercchtfertigterma§cit versanmt Hal, ber hat fid) abfichtlid) aus bent Ge-leise des Unt;rrid)tdgatigcs entfernt unb fid) in bie Unmoglichfcit versetzt, das versa mute nad)3uholen, er hat ein Sd)tiljahr verloreu. Die „Novice" ltitb die Erhohung des stiidtischen Mnkommens. Die Berhiminelnng des gewefenett Biirgcr-mciftcrs Dr. Costa, welche die ..Novice" aus An-lajj ber vom k. k. Fiuan3-Ministerium fiir bie Jahre 1869, 1870 unb 1871 bcwilligten Erhohung des Avcrsums fiir ben ftabtifcheu Zuschlag znr Berzeh-ruugsfteuer (fiche Nr. 51 bes Tagbl.) in ihrcr letzteu Nummer uerfudicn, nothiget tins, ben bits-fatligcti ©ad)verl)a(t richtig zu ftcllcn. Es mag fcitt, datz ber faftifche Rcdaktcur ber »Novice." Dr. Bleiweis, nngeachtet er feit 20 Jahren Mitglicb bes GemcinderathcS war, nie an biefen Gegcnstaiib bachtc, hatte cr abcr die Sitzungen besfelbeu fleijjigcr befitcht, fo roiirbe cr auch wiffen, bah bie Angabe ber „4tovice," es Habe Dr. Costa biefen ©egcitftatib angercgt unb vor ihttt Habe fcin ©emcinberath an felbctt gebacht, oollftaubig falfch fei. Als es fid) natnlich in ber Gemeinberaths-fitzuttg vom 23. September 1865 urn bic Einftih-rung einesj 3weiten ftabtifchcn Znfd)lages 3ttr Ber-3chrungsfteuer von Bier hanbeltc, fprach fid) ber Gemeinberath Herr Paul Auer bagegctt aus ttttb beautrngte, batz man tieber 3ur gceigncten Zeit auf cine Erhohung bes ftabtifd)en Berzehrungsftetier-AvcrfumS hinnrbciten ittogc, ba biefes fid) fchon feit vielen Jahren gleich geblieben fei, nngeachtet fich bic Population, bcr Konfutn unb bie Pachtfumme fortwahreub gefteigert habcu, wobei er baher gcrttbe jenc Griinbe vorbrad)tc, welche Dr. Eosta in feinem bcilaufig zwei Jahre fpater eingebrachten Autrage gcltenb madjte. Es ift weitcrs unrichtig, bah Dr. Costa mit biefem feinem Antrage cine bem jetzigen Mchr-ertrage angcmcffene Erhohung bes Berzehrungsstcuer-Averfums augeftrebt Habe; benn bas Begehren gittg bahin, ber Stabt bic Einhebung ihres Zufchlages tu bie eigene Regie zu itberlaffen, unb ob im Ge-wahrungsfallc bamit eiue Erhohung bes ftabtifcheu Eiitkonttnens crziclt worben ware, laht fid) vorlanfig weber bchaupten, noch in Abrebe stellen. Dieses Anfuchett hat jcboch bas k. k. Fiuanz-miuifterium zuruckgewieseu. bagegen aber bic Aus-mittlung bes Avcrsums mit Riickficht auf ben je-weitigeu Pachtzins auf Grunblage cities von ben k. k. FinanMiorben feftgeftellten Verthcilungsmah-stabes angeboten. Bckanntlid) hot bcr Gemeinberath furt vor seiner Auflosnug biefen Antrag als unanuchmbar erklart unb sich bie definitive Regeluitg vorbehalten; gleichzeitig abcr bie Bitte gestellt. ber Kommunc and) mittlerweile aus BilligkeitSriicksiditen ben Mehr-betrag zutommen zu lassen, falls bci bcr ncuerlichen Lerpachlttlig cine hohere Pachtsutnmc erzielt tuilrbe. Da nun letzteres in gan3 unertoarteter Weise gefchah, fo scheiut auch bas k. k. Finanzministeriuin ben Billigkeitsgriinbeu Gehbr gefchettft unb cine provisorische Miahregel bis zur befiuitioeti Regelung getroffen zu haben-; benn nur im (ctztercn Falle ware bie ErhLhimg citt wirklicher Vortheil fiir bie Kominnnc, welchen biefe battn wohl wesentlich and) bcr Einwirkung bcr hiefigen k. k. Finanzbirektion 3U banfen hnbett roirb. Die deutschen Schulen in Galizieu. Wie bekannt, hat bcr galizische Lanbtag in ben Jahren 1866 unb 1867 nad) Entfcrnnng bcr dcut-schcn Bortragssprache in ben galizischett Gytunasien fich nur schwer entfchloffeu, zwei Gymnasieu mit beutfchcr Bortragssprache in Galizien zit belafsen, unb zwar eines in Letnbcrg, bas anberc in Brody. Jitt Sinuc bes galizischett Lanbtages, beffen Mehr-hcit von ber feinbfeligfteu Gesiititung gegcn alles Deutsche ttttb alle Deutsd)en erfiillt ift, fcheineu ttutt bic galizischett hiiherett Stubicnbehbrben bahin zu widen, bah bas deutsche Gymnasium in Lemberg seine Existenz verliere. Im vorigcn Jahre suchtc man demselben bind) hiiufigen Wed)sel bes Dirck-torS. bautt burch bic Versetznng einiger belielttcn Profcffoi'ctt an aiibcrc Gymnasieu Hinbcrniffc 311 bcreitcn. Es gelang nicht, benn bic Lehranstalt hat bttrd) ihre tiichtigen Lehrkrafte unb burch die mit biefen erzielten Erfolge einen ausge3eichneten Ruf im Lanbc, unb jelbst Poten, tueldje gewih auf ihr spc3ifischcs National-Geftihl eiscrsiichtig stub, 3. B. ber Statthalter Graf Golttchowski, laffeit ihre Sohne ait bicfer Lehranstalt heranbitben. Der An-brang ber ©tubirenben 311 biefem Gymnasium war iut vorigcn Jahre so groh, bah im ersten Jahrgange brei Abthcilimgen gemacht werben mufjteu unb bie Sd,iilcr3ahl bes Gymnasiums auf 700 fticg. Urn nicht luiebcr folche untiebfame Thatfachcn in biefem Jahre 311 erleben, tuurbc bas Gymnasium, bei wel-d)cm, wie bei ben iibrigcn Gymnasieu, ber Unter-richt mit 1. September beginnen follte, einftroeilen wegen Mangels einer gceigncten Untcrtunft nicht erbffnet, unb unb es wurbe den Eltern, bie mit ihren ftubii'enbcu Sohnen vom Lanbe herciutamen, bebeutet, dah ber Unterricht o i e l t c i d) t am 15. September, vielleicht ant 1. Oktober oder noch fpater beginnen wcrde. Unter der Hand, natiirlich nicht burch die Dircktion. roirb benfelben gefagt, bah sic kltiger hattbeln, roentt fie ihre Kinder tieber gleich beint politischen Gymnasium ittffribiren laffen, da die Existenz des beutfchcn Gymnasiums ohnehin in Frage ftehe. So wird bem letzteren ber Bobcu unter bcit Fiihen weggezogen, unb roenn in Folge biefer Mahregcl bann bie Freqnenz ber Stubireu-ben gerittg fein follte, fo werben bie hiefigen Jonr-nale unb ber Lanbtag einen roidfommenen Atilah finden, unter Hinmeisung aus dicsc Thatsachc auf Bcscitigung dcS mihliebigen deulschen Gymnasiums zu dringcn. Politische Rundschau. Laibach, 16. Oktobet. Die „Wr. Abdpst." bringt folgekide Note: Es ift in jungster Zeit mehrfach uorgctmmttcii, dah in den offentlichcn Bliittern liber 6tu Bcamtcnstand im KSnigreichc Bohmeu, insbesondere Mr uber die Beamten der k. k. Statthalterei in Prag Ziotizeu erscheinen, welche gceignet find, dieselbcn in der offent-lichen Meinnng herabzusetzen, uiib dnrch welche sich die Angegrissenen urn so inehr gekrankt fnhlen miiffcn, als ihre Pflichttrene und Opferwilligkeit in den kompetenten Kreisen vollstandig anerkannt wird. Das Abendblatt dcr „Prager Ztg." vom 14ten October veroffcntlicht cine Borfchrifl, gemah wclchcr das Mili tar bci Be iv alti g u ng ct id a iger Tumnlte vorgchcn foil; die Jnsnllirung der Trup-pen bcrcchligt zum Gebrauch der Waffcn; vorerst foU, wcun die Amvcndnng der Wasfcn iiothwendig, von dcm Bajonnet Gebrauch gcmacht werden, roobei Scheming der Wciber, Kinder nnd Greife anempfoh-icn wird; rcicht daS Bajonnet nicht aus, so haben die Truppen Fcuer zu gebeti. Die amtliche „Gazeta Vmrnwta" veroffeutlicht cine kaiserliche Entfchliehuug vom S. d., wonach an der Krakauer Uniuerfitat, auger den beftehenden pol-nischen Lortragen, folchc noch a us dcm Zivil- und Strafrecht, dent Zivil- und Strafvcrfahreu, dem Handels- und Wechselrccht eingefuhrt; serner thco-retische Staatsprufuugen in Kr'akan und Lemberg und Doktorsprnfungen in Krakan in polnischer Sprache geftattet werden. Die Gektions-Berathungen iibet die ungarischeu Iustizreform-Gesetzc find in Pest beciidct. In Bctreff der geiftlicheit Gerichte legt die Linke nnd das Zentrum Gewicht darauf, dah Eheprozesfe eiuftweilen bei den ftiHjemt Gerichten verhandclt werden, bis eiit neues Gesttz gcschaffen ift. In Bezug auf die iberischc Union wird gc= ineldet, d-ih Kaiser Napoleon in Viffabon nnfmgen lich und die Ucberzčtigtmg getootmcit Habe, dah man dort allerdings jede Initiative in dcr gedachtcn Richtung abwclsc, tlber eiticr eventucll vou Madrid aus dargebotcntn Union cincn prinzipicllen Wider-sprnch nicht cntrfegensetzcn wcrdc, sobald biefelbe nicht mis dcm Rahmen cincr reincn Pcrsonal-Union hcraustrete. Die Regieruug der Bercinigtcn Staaten von Norbantcrifa hat die von Seite ihres Gesandten in Madrid erfolgte Anerkennnng dcr neuen spanischen Regiernng beftatigt. Die Nachricht, dcr Gcncrnlgoimmieui' von Knba ha be die spaliischcRegicntng ancrkannt, ift un-geimit, berfetbe crfliirte nur die Aufrcchthaltung der Ordnung. Schott zn wiebcrholteii tnafctt fprach man in dcr franzosischeu Hauptstadt davou, dah dcr Kaiser nach seiner Riickkehr ans Biarritz sich mit cincin Manifeste an scin Bolk wendcn wcrdc, set eS nun in cincr friedlichen Absicht odcr im Gcgentljcilc, u m dutch jcttc Kuudgebung daS sehnliche Ziel der Lhanvinisten, den Kricg, zu ermoglichen. So wttrde, fchrcibt ein Korr. der „N. Fr. Pr.," von cincr frttnzosischcn Kartc gciucldet, zu wclchcr Napoleon III. selbst ben crtfiutcrnben Text schrcibcn will, durch welchen dargethan werden soll, dah Frankreich sich feit dent Jahrc 1815 nicmals in bcffcrctt terri-toriaten Bcrhaltniffen bcfutibcn als jctzt, und dah cS fomit durch die Lcrgroherung Prctihcns und durch den Wcchfel in Deutschland in fcincr Wcisc gelitteii Habe. Auch das Gcrucht vou Kongrchab-sichtcn wird von Zcit zn Zeit wieder in Umlauf gesctzt; wie die cinett sagcn, urn Prcuhctt zu zwin-gett, den Status quo in Deutschland durch ein pragma-lischcs Dokument zu vcrewigeu, wie attdcre behaup-ten, utit auf dcm Wegc dicfcs Kongrcffes zu cincr allgcmcinen Enlwasinnug zu gclnttgeu. Noch andere vcrfichcrn, der Kaiser werde in fcincm Manifeste die auswarligc FrSge und die Eutwaffnungsfrage nur bcilaufig bcriihtttt ttfld sich tttU der iuneren Fragc befaffeu. Wieder ettte attdcre Version will wisscn, der Kaiser werde PttNhcn znr Rede stcllen wegett der Nichttrsullung dts fiififtcn Attikcls des Prager FkiedeitsvertrageS u. s. w. tLir haben absichtlich a lie dicsc Gernchtt znfammcngcftcllt, tint zu zcigcn, wie inaunigfaltig dicselben, und urn darzuthuu, wie ctllgemcin hicr daS Bcwuhtfein herrscht, bet Kaiser set gcnitljigt, Irgttib cttuae z»I thun, und dah btis Publikum irgend cine groge Kuudgebung vou ihm erwartet. Betrachten wir die tfage Frantrcichs, so wie diesclbc feit dcr Erhcbung in Spanicn sich gc-I'taltct, so licgt allerdings die Vcrmuthuug ttahc, dav, tocttn dcr Kaifcr irgetid ciiten Schritt bci dcti curcpaifchctt Mflchtcu thut, dicser ein fried!icher scin muffc, und die Idee eincS KongrcsseS, es handle sich nun tttu cine (Sntroaffiiung odcr gar unt cine feftc Rcgeluitg der curopaischen itierhaltniffe utid der Bezichung der vcrschiedencn Miichtc zu einander, mag wohl in dcr Zuruckgczogcnhcit von Biarritz deu Geist Napoleons 111. bcschaftigt haben. Die Wahlen fur die toustituirenden spanischen Kortes werden am lo. November crfolgcu. Der Zusaminentritt dcr KvrteS foil am 15. Dezcmbcr ftattfiuden. Die (Sinigfeit der Westmachte in alien orien-talischeu Slngclegcnhcitcu und citt energisches Ein-greifcn in Bufarcst stcllt sich ntchr und mchr als cine dringende Nothrocndigteit hcraus. DaS Parifcr UniverS hat Bricsc anS Konstantinopel vom 6. Oft., worin junachft die von mchterett Blatteru mitge-thctlte Nachricht, dah der Czar die Mitcigcnthnmer-techtc an ben feit langc in Obhnt des franzo-sischcn Konsuls geftclltcu — ©chluffeln zum hcili-gcu Grabc in Jerusalem bcgchrt hatte, alS cine Er-fiubuttg bczcichnct wirb. Dagcgcn ift bcr bctreffendc Bcrichterftattcr in dcr Vagc, mitzuthcilcn, daS cine fchr intime Allianz zwifchen dcm Kaifcr von Ruh-iattd und dcm Fittsten von Numanien abgefchloffen fci. Diefc Bcrbtndnttg veipflichtet Ruhlaud dahtn, in it alien fcincit Krkiftcn auf die Schopfnng cities KontgrcichcS Numatticrt hinztiwirkcn, Welches attsjer dcm gcgcnwartigcti Gcbicte dcr Fiirstenthumcr noch umfasscn soil: ©icbcnbiirgcn, die Bukowina utid cincn Thcil von Bcssarabicn. Dagcgcn verpflichtet sich die Neglcrittig der vcrciitigtcn Furstenlhnmer, das moldau-walachische Gebict am Tage bcr Euk-schcidnng Rnhland si'ir seine ^Iktioit zur Lorfugung zu stellcn. Fcrncr ift slipulirt, dah die benachbar-tett flavifchctt Bolfcrfchaftcn sich unter Wahrung ihrer Autonomic mit dcm kunstigen Konigreiche j Rumanien unter bcr Schutzhohcit Nuhlauds vcr-I cittigctt. In dcr Republik der Bercinigtcn Staaten von Noi'bcunerifa finbet in der ersteu Halftc foutntenben Aionates die Prasibentcinuahl ftatt. In Bezug auf diesclbc ij't bcr AuSsall bcr Wahlen fi'tr die Vegis.-latnren der Einzelstaaten van ansschlaggcbender Be-dcutuug, da a us dicser die Wahlntnttncr fi'tr die Prafibcntcrnyaht hervorgehen. Nachdem unit die Wahlen in den Staaten Maine, Vermont, Ohio nub Pcnnsylvanien dnrchans republikanisch ansge-sallen find, faittt titan wohl als fichcr aittichincn, dah dcr t'iinftige Prafibcnt der Bereinigten Staaten Ulysses Grant hciheu wird. Zur Tagesgeschichte. — Der Justizininister laht, wie ans cinzelncu Landes-Hanptstcidten berichtet wird, bereits die Lokctli-tčiteu siir Schwnrgerichte herrichten, obwohl dcis HerrenhatiS itber dieses Gesetz scin Bvtnm noch nicht abgegeben hat. — In das Abgeordnctenhaus trcten 29 itette Abgeorduete, und ztuar ans: Niebevtisterreich: Dr. Giskra, Abt HelserStorser, Jngenietir Lenz nnd Graf Spiegel. OberLsterreich: Die Abgeordnelen Bergmitller nnd Peyer; ans Karntcn Senior Baner. Galizien: Die Abgeordnelen Agopfowic, Bochenski, CzaykowSki, Grocholski, von Helcel-Sternstein, Hnbieki, Jablonowski Makowiez, ^copalik, Szniski, Toroniewic. Mcihren: Die Abgeordneten Wenzelicke, Graf Slokan. Vorarlberg: Dr. Fetz. Tirol: Abt Braver. Bohmen: I'andesgerichterath Bibns v. i'cebig, Dr. jicuntanu, Korb-Weidevheim, Schier nnd v. Wachter. Triest: Freiherr v. PaScolini. Dalinaticu: Dr. Radmatm. — Die k. k. Polizeidirektion in Prag errichtet cine selbftiinbigc Stadtwache unter Kotmnando von k. k. Ofsizieren. Bis dahiu wird die Gendarmerie den Dienst uerrichten. Ein Rath nub sechs andere Pvlizeibeamte von Wien wurdcn dcr Prager Polizeidirektion zngewiescn. — Der Verwaltungsrath der Franz Josess-Bahn ift vom Handelsministerium anfgesordert worden, den Ban dicser Bahn nnverweilt in Augriff zn itehnteit nnd bittnen acht Digeu die zn biefent Behnfe getros-senen Einleitungeu befannt zu geben, inbent sich bas Handelsministerium gleichzeitig vorbehielt, znr entspre-chenden Regelnng bcr hietnit ini Zusammenhange steheubeit finaitziellett Momente geeignete Schritte im versassnngsmahigcn Wegc einznschlagen. Wcgen An-schluh an bie ^taatsbahn nnterhalb bes Ziskaberges wnrde gleichzeitig bie General-Jnspektion "bcr osterr. Eisenbahnen angerniesen,, diese Augelegenheit ehcstens zum Abfchluffe zn briugen. — Unter uerfchiebeueu Juhah-Anekdoten lesen lvir im „Hon" zum erften male, dah ein Rauber-Hauptmann Jcinc Mitglieber auch gegen fjxen Gehalt engagire. Jnhah hat bieg gethan, unb nur in jeitett Fallen, in beneu bas „Geschast" besonbers gut gc-lattg, bemilligte er atthcr der gewohnlichen Gage auch noch cine Tantieme. Es hatte roeiter nicht« gefehlt, als dah er ein Konsortium gebilbet hatte. — Die Konsrontation Alexanber Karageorgievies' mit seitten Kontpliceu luitrbe am Dienstag beeitbet. Das Dampfboot ift mit Karageorgievies, ber Gerichls-kommisfion unb bent osterreichifchett Generalkonsnl von Bclgrab, v. Kallay, wieber it ad) Pest abgefahren. Cšiu Semliner Burger, ber als fompromittirt erschieu, wurde utit abgesiihrt. — Die ExkLnigiit Isabella hat sich von Atocha gemeihte .‘peiubcu kvtnmen lassen, welche die SDtutter Gottefi angchabt. Die Exkonigin pflcgt bieselben wah-reub bes Wochenbettes zn tragett, unb es schcint ba-nach, als ob fie noch nicht a lie Hossnuugeu attf-gegebeu. Lokal- nub Provinzial-Augelegeuheitm. i'otnl - Chronik. — (T o d f a l l.) Borgestern start iut hiefigen Zi uilfpitale bcr slovenische Stenograf unb Horer ber Rechte, I ohann Ste m p icher. Dcm Berstorbetten gcblihrt in ber Geschichte ber fraiuischen Landtagsver-haitblungeu eitte ehrenbe Anerkennnng, inbent er enter ber tvenigen war, wclchcr bie Stenografie auch auf bie krainische Sprache in Anweudung brachte. Stcm-pichcr bctheiligte sich burch tnehrere Sessionen beittt Stenografenburean bes kroalischen Lanbtages, auch im fraittifchett Landtage war er als ein im Slovenischen sc hr getvanbier Stenograf burch tnehrere Jahre t ha tig. Hcute Nachmittag i! ilhr faitb seine Beerbiguug ftatt. — (P t ena r v crja mint ittt j beS MA n n e r-ch c r s.) Sonutag um 11 Uhr Vormittags finbet bie Plenarberfanttnluug bes Maunerchors bcr philharmo-nischen Gesellschaft iut Probelokale im Fischer'schen Hause ftatt, wo and) bie Wahlen des AuSschusses ftattfiubeu. — (Keiit Ran but orb.) Gestern Morgens tcurbe in eiitent Graben ait bcr Klageufnrtcr Strahe cut Mann tin bewnhtlosen Zustande aufgefunben unb ins Zivilspital itberbracht, wo er itad) einigeu Stunben berstarb, ohite fricher zum Bewuhtseiu zuriirfgefehrt zi> scin. Da man bci. beui 5Dfaitne, ber ben Abend zu-vor im Mebiat’fd)en Gasthaufe iut Kreise vou Freuit-ben zubrad)te, nur ciitigc Krenzer vorsand unb auch bie Uhr, die er gewohulich trng, vermihte, so eutftanb in ber Stabt bas allarntirenbe Gevttcht, bah hier ein Berbrechen vorlicge, ein Gcriid)t, wcld)cs auch in die Spalten bcr Laibacher Zeitung ben Weg fanb. Die , bes utnlaufeuben Geriichtes wcgen anberaumte unb hotte Nachmittags 2 Uhr vorgenommenc gerichtliche Obduktion hat aber konstatirt, das; keinerlei Verletzung borliege, bay gar nichts auf ein vorausgegangcncs Berbrechen schliehen Ioffe unb bafj bet Mann cinci? natiirlichen Zobe«, am Schlagslussc, gestorben sei. Dies zur Beruhignng des Pnblikums. Der Berstor-Beite ist Herr SO?., Hadernfaktor der JosesSthaler Pa-pierfabrik. Ob Geld und Uhr bent bewnhtlos an der Strahe i'iegenben geraubt wurben, bad toil'd wohl die Untcrfuchimg feftftetten; iitbeffcn foil der Verstorbcne <;cioohnhcitsgeinah nnr sehr wcnig Geld bei fid) gc-trageil habeit, unb ob er bie Uhr an bent vcrhan,ptih-Dolicn Abende bei sich gehabt oder uicht, ist nicht fonftotiirt. — (Herr Finanzdirektor v. Felsen-bt it it n) roivb semen hiefigett Posten in Biilde ver-taffett, iitbent er juttt Seklionsrath int Fiuanzmiui-jterium ernanitt worben ist. — (Konstitntioneller Bere in.) In ber n eiitent Bande auf der Brnst; es gcitiigte dies aber, leden Zweiscl in den Lenten zu behebeu, die sest iibcr-3cugt waren, bah er eitt Rath sei, der alles vermoge, ^er nainentlich die Berhafteten loslafsen und die Re-Enitiruugspflichtigen von der Militardienstpslicht besreien kvnne; danu uttt letzteres glanbwitrdig zu ntachen, gab Kuee vor, bah er im Jahre 1847 in Uitgant tommanbirt Habe unb dort blesiirt tvorden sei, auch derlieh er ba >vohl bisweilen zur Abwechsluug beit dtVUstand unb trat als Oberst auf. Hiebei beirrte es die Leute gar uicht, dah al(e Uuterhaudlimgen in der Wirthsstube stattsanden, dah Beginu berfclben ber Hilscsucheudc Wein unb auftifchcn laffeu uttb bctrcichtlichc Zechen dastir ^zahlen muhte, dah diefe Gcttaukc grtisjteutheUS dutch Knee unb dessen Familie konfnmirt wurden; fie 1"u6teit cilles dies als gang und gebe augesehett haben, zahlten bereitwiflig die fi'tr die Hilfeleistung augesprochenen Betrcige, ja verbreiteten ihre Entdeckung, bah in Laibach ein Rath sei, ber alles bnrchsetzen Knne, uoch roe iter, unb ein geroiffer Gregor Krajc erziihlte dies fogar feiitent Pfarrer, der gleichfalls itteinte, bah bie Cache uicht uumoglich sei, unb fo fonnte es nicht fehlett, bah L. Knee balb einen ziemlichen Zttlaus hatte. Rad) einiger Zeit rourben die Funktiouen des L. Knee sen. aber doch eingestettt und er selbst in das Juquisitionshaus gebracht, wo er auch einen seiner Klienten fond, der nicht genug erstaunt war, ben Pra-fibcuteu bed Laubesgerichtes nun selbst in gtcichev Lage, roie sich, zu feheu. Nachbem es L. Kuee jun. vorgezogeu hatte, ben Schauplatz seiner Bcautteulaufbahu von Krain hittweg und in unMaitute Gegenbeit zu verlegen, so stand Lubwig Knee sen. hcutc attciit vor Gericht, nut sich roegcit ber Derfchiebeiteit betriigcrifchett Hanblungeit zu vercmtworten, von deneit wir, unt uitfere Lefer nicht zu enui'tbcit, nnr eiit paav hercorhebeit wolleu, welche geniigen, daS Borgehen des L. Knee mid die grenjen-lose Leichtglciubigkeil der Landbevolkerung zu kcim-zeichnen. S e b a st i a n Sunder wurde der Berbreituug salscher Banknolen verdachtigt und deshalb zur Ein-ventchtnmtg vorgeladen, und als er nach bcftaubeneitt VerhLre ans bent Jnquisitionshause kam, rief ihn Knee in feme Wirthsstube unb ntachte ihtn hier Angst, dah er sicherlich zu 6—8 Jahren Kerker verurtheilt merde, lcettit er auch nnr eitte falfche Banknote gefehett Habe; er erklarte ihnt aber, dah er ihtn Helfen konne, roeil er ber erfte Laitbrath fei unb mit bent Unterfuchungs-richter bereits ttber seine Cache gefprochen Habe. Zur Bekrciftigung bessen rief L. Knee feiiten Cohn unb trug ihnt auf, in das Berhbrzimmer Nr. 1 des Jn-quisitionshauses zu geheit mid das Protokoli des Znn-der zu briugeu, und als biefer bald barattf bent Knee sen. ciu Schriftstiick brachtc, fagte er, dies sei das Berhor, er tnusse bas Protokoli revidiren, unb weuu Zuuder 30 fl. eriege, fo werbe er alles Uugefchickle, was im Protokolle stehe, herausstreichen, er werde danu auch bei der Verhandluug zugegen fein, babei aber eiit ganz andereS Geioaud anhaben, fo dah ihtn Zun-ber nicht einntal erfeniieit werbe. Zunder ging in beit Vorfchlag bes Knee, bent er alles aufS Wort glaubte, eiit nub brachte ihnt Tags barattf die 30 fl. . J o h a it it Grego rz von Kreuz hatte eine ntehr-wochentliche Kerf'erstrafe anzutreten mid begab sich nach Laibach, tint einen ©trafauffchub zu erroirfen. Er stieji hiebei auf L. Knee, ber ihn in bie Wirthsstube lockte und nachbem er ihn veranlaht hatte, Wein brin-gen zu laffeit, bent vorziiglich L. K. zufprach, erbffuete ihnt biefer, er fei ber Prafibeut, alle Lanbesgerichts-včithe seieit auch bei ihnt auf ber Kost uitb da werde alles besprocheu unb festgesetzt, unb loeitit Gregorz ihnt 10 fl. zahle, so werbe er von ber Strafe ganz frei werdeu. Gregorz bezweifelte zwar die Aitgabeit bes Knee nicht, da jedoch B. Rechbach in seiner Sache Hitter-snchungSrichter war, molite er doch auch biefeu per-fontich fprechen, und erf uhr auf dent Wege bnhiit, bah bie Prafibentfchaft des L. K. keineswegs iiber jeden Zweifel erhaben fei, fo dah er danu auch aither ben fi'tr bie Zeche bezahlteu 2 fl. f'eineit meitercit Scha-beit hatte. FranziSka Skerjauz von GradiSe kam unt Weihuachteu v. 'I. uach Laibach, unt ihrat in ber Uuterfitchungshast befinblicheit Maim zu befuchen, itub als fie am Haufe des Knee vortiberging, stand Ludwig Knee jun. vor der Thitr, der ihr fagte, er Habe bie Cache thres 9Ji'auitcs in Handen, und fie fragte, ob fie es uicht licbcr fehe, bah ihr Maim ganz frei werbe. Lubwig Knee jun. bemerkie bantt im Laufe ber weitern Hnte-rhaublung, bah er beint Lanbesgerichtc schreibe, toeit aber die grohen Herrett auf die Jagd geheit, fo roerde alle Arbeit ihnt gegebeu unb e r milffe bie Berhvre voruehmen. Ludwig Kuee sen. beftatigte bie Aitgabeit seines Cohues mit bent Beisatze, dah er selbst abet uoch mehr fei, als fein Cohn, mid dah er iiber die Htiftliitge oerfiigeit fomte, und roeitn er wolle, ntiiffe der Mann bet Franziska Okerjanz zu ihnt fotutuen, unt Holz zu fiigen; auch wies er bie-fer einige Cchriften vor uttb forberte fie auf, fetbe zu lefen, baittit fie fehe, bah er in bet That alles in ber Haub hate, rooboit aber Ft. Aketjanz, ba fie uicht lefeitstunbig ist, feiiten Gebtauch machen komite. Ludwig Knee jun. verlangte nun von Franziska Skerjanz zur Besreimtg ihres Manned einen Betrag pr. 14 ft., er werbe basi'tr einem Gerichtsarzte ein gutes Essen bereiten laffeit unb ihn battn zur Ans stelltmg eines Zetignisses, bah ihr Maim irrstnnig sei, vermogeu. Franziska Skerjanz schickte in ber That balb Varans die uerlaugten 14 fl., danu 1 fl. 50 ft. und 1 */, Pfuud Selchsleifch zur Uebergabe an ihreit Mann, welche aber gleichfalls nicht an die loahre Abresse ge-langteit. Georg Leskoviz von Hotedersic hatte cine Verlahabhandlung nach feiiteitt int italieitifchen Feld-zuge gcbliebencu Bruder zu orbiteit und wollte auch die bezahlte Peryntualgcbtihr pr. 110 fl. zuriick er-haltctt. Ein geioiffer Koritnik, der den L. Kttec ge-legeittlich eines andcru Betrugsfalles als einen Land-rath feituen gelerut hatte, der cities durchfetzeu konne, fiihrte den Leskoviz zu Ludwig Kuee sen. unb biefer fagte ihnt, er fei ber erfte von ben Zwolfen, welche die Itrtheile fprechen, fein Sohn fei aber ber erfte nach ihm, uttb nnr, wenn viel zu thnn sei, gehe er auch selbst zur Sitzmtg. Was diefe ZwAf ntachen, bah hatte sest, bagegeit fomte ieitt Meitfch etwaS ein-weitben, uttb auch Leskoviz werde die Perzentualgebuhr zuriickerhalten, allein er ntiiffe ntinbeftens 15 fl. er-legeit; danit einige Bouteilleu Wein ntiiffe er fiir die Sitzmtg faufeit, auch ntiiffe er den Zwolfen eine orbent-tiche Unterhaltuitg verfchaffen unb ihneit ein gutes Essen geben. Leskoviz, iiber biese Aussicht sehr erfreut, t'erfprach bas Gelb zu fchicfeu, unb iibermachte bent Lubwig Knee pr. Post 12 fl., unb als er uach einiger Zeit toieber uach Laibach fant, uttt uachzufragen, fagte ihnt L. Knee, es fei alles iit Ordmmg, aber Leskoviz Habe zu weuig Geld gefchickt, dafiir Habe er nut 3 Bonteillen Wein faufeit fiinnen unb bacon Habe jeder mir gefostet und danu feiett fie schon leer geweseu. Leskoviz faitbte auf das Hitt uoch 5 fl. ein, und auf die Frage des Botfitzendeu, wie er folchen Pot fpiegeluitgen Habe Glaubeu beimeffeit konnen, nieiitte er, er fei friiher me in Laibach geweseu unb. Habe geglaubt, bah jeber zum Beatuten geeiguet sei, ber einen Rock unb tange Hofen tvagc. Wegen biefer und ntehrerer aitbern Betrngshanb-Ittngen rombe gegett- L. Knee sen. bie Anklage roegen Verbtecheus des Betruges uach §§ 197, 199 lit. b, 201 lit. (1, strafbar nach § 203 St. G., unb auger bent von Herat L.-G.-R. Heiitvichet bie Privatanflage roegcit Uebcrtretung gegeit die Sichcthcit ber Ehrc cr-hoben, loeil Ludwig Kuee bei cinigcn Verhandluugen mit Parteieit ihn als jenen Rath geitamtt hatte, zu dent er unb fciite Familie in befouders intimen Be-ztchnngcu ftchen unb mit bcffcit Mitwirkung die Ber haftetcn gegeit Getderlag befrcit wiirden. Es lag tttanchet Berbachtsgruub uoch roegcit ver-fchiebencn andcru ftrafbareit Haitbluitgen vor, bie jedoči) nicht geniigcitb fvnftatirt locrbcit kountcn, weil die befchabigten Parteieit uicht etuitbar tvaren, iit loelcher Richluitg wit bahcr nnr bie Zeugcitattsfage bes Bikwt Sattler hetvotheben. Diefer gab an, L. Knee habc Verfptocheit, ihm einen Dienst bei ber Bahn zu vcr-fchaffeit, er Habe sich mm int Wirthshcmsc des Kuee einen Wein geben laffeit, rourbe von diefent Trankc bettiubt, ttttb als er wieder zu sich kam, vermihte er seine Barschast pr. 4 sl. L. Knee habc ihnt daraus gefagt, er tonne int Haufe bleibeit unb sich ba aitch Gelb uetbieiten, nnr ntiiffe er ihn intuter, wenn Banern kontnteit, Herr Oberst obcr Herr Regiments-arzt titulircn, unb auf bicfe Weife Habe Knee danu wirklich einntal einem Bauer 80 fl. fiir die Befreinng seines Sohucs von ber Militarpflicht abgefchwindclt. Ein cutberes tttcil Habe L. Knee ihm cine cchtc Banknote gczeigt unb gefagt, er folle sich, wemt Banern kommen, fiir einen Banknotcufalfchet attsgeben, er toerbc dann von ben Baucrn Geld znr Anschaffung von Maschinen verlangen u. dgl. DaS Resnltat der Berhandlung war, bag L. Knee sen., der alles in Abrebe stellte, des Berbrechens des Betruges nach §§ 197 mtb 199 lit. b, dann der Uebertretnng gegen bie Sicherheit bcv Ehre nach § 488 schnldig erkannt, nach §§ 202, 493 nnd 35 St. G. znin schweren Kerker in ver Daner von 11/2 Jahr, verscharft mil einem Fasttage alle 14 Stage, vernrtheilt wurde, wogegen er bie Bernfnng amiiclbcte. Eiiiflesenvet. Geehrte Rebaktion! Dor Umstaild, bast nichrere Kinder katholischen Glanbens (es find bcren gcgenivcirtig adit) die hicfige cvaiigelifdie Schnle befnchen, bat jit cincr Kontioverfe zwischcn vein „Tc>gblatt" unb dcr slovcnischen Presse Leraulasfuug gcgcben. Fur Jhre int gestrigen „Tagblatt" widcrlegte biesbezligltche Acntzetnng wcist Jhneit die unterfertigte Dircktion aufrich-tigcn Dank; die Angrisfs nnd Ansdrncksweise dcr „9tomcc" ist jcboch cine berartigc, bafj die Diieltioii dcr evangelischen Schulc selbst sich vcrpflichtct sehrn mutz, sowohl znr Ausklii-ritng, als and; znr cntschiedcnen Abwchr cin freies Wort dcr Oeffentlichkeit git ilbctgeben. Sie werden demnach nm frenndlichc Aufitahme nachstehender Zeilen ersucht: „yiad) § 5 des Schnlgesetzes tiont 25. Mai 1868 ist die Beniltzuug von Schnlen nnd Erziehnngsanstalten fur be-stiminte Glaubensgenossen den Mitgliedetn einer andern Religiousgescllschaft burd) das Gesel) nicht unterfagt. Es !amt daher mir ans nnduldsamer, verfaffungsfeinblidjer Ten-Lcnz hervorgehen, roemt Staatsbtirger, beneit cut foldjeS Rcdn gewahrleistet ist, bci Ansiibung dessclbeit mit frommen Schmahworten iiberhauft werden, roie gcsd-ricben stcht: „D c r K a t h o l i z i s m u s s o l di c r ©Item ist f e i it e n Pfisferling werth. G o 11 b c w a h r e it it d v o r f o 1 d) e it Katho liken, die i tit e it K a t ho > i z is -m it 5 nach Ju d cnz e i t n n g e n n itd d e in „T a g -61 a 11" fabrizireit." Es ist das cin nnbefngtcs Ab-nrthetlcit iibcr des Menschcit hciligstes inncrcs Bcsitzthnm, seine religiose llcbcrzengnng, cine Sevbadjtigung chrcnhastet Charaktere vor bent Forum ber Oeffnittidjtcit. Dock) bie „Novicc" greift nicht blos die betrefsenden Eltern ait, sie tvitt aud) iit nnverantwortlicher Wcisc grgeit die evangclischc Schnle, die ctiaitgelifchc Gcmcindc, bie cvan-gclische Kirche auf. „V i d e a n t consules! b a f? b a S 11 it f r a n t it i d) t it n t e r be it W c i z c n g c s a c t werbe, wa h r c n b bet Ha it s v a t c t f d) 1 a f t." Wcitcr gc-badjt! 92nr tonfequent, mcitte Hetrcn! Das Untrmit find die Kinder der Boshcit; der Fcind, dcr sie fact, ist bcr Tcufcl. Allcrlicbst; wir stub bed Tctifcls Hclfershelfer odcr gar lcibhastige Teufel, welche in bcv gleihnerischen Schale bed ABC Bitches mtb Einmaleinses ibv Hollcngift bcrgcit, nm bie unfchiilbigcti Kinder ins SScrberbrtt 311 stlirzen. Ncin, racine Hcrren,. wir habcn tins gcpriift, rotr babcn gcsud’t nad) Horn mtb Hits mtb habcn 9!ichts gefunben; cs ist nicht wahr, es ist wirklich nid)t wahr, roaS Sie fagcit. Die cvangclifche Kirche hat andcre Zroecke, alS „ dcit Gla u bc it A n d c r e r z n n n t e r g r a b c it." Sic ist nicht so enghcrzig, die Seligkeit des Christen von dcr Zugc borigteit jit einer aithcrlichcn Kitchengemeinfchaft abtiiingig jit madjeit; sic sicht viclmchr aiif bad iitncre religiose Leben mtb bcffeit praktifdie Bethatigung iit Werkcn wahrhaster Hnmanitat; sic adjtct barttm jebc religiose Ueberzcitgung und tvitt ebenfowenig bem Gesctz, als dent rcligiSscn Willcn Andcrsgliiubigcr teuflischcrwcise iit beit Wcg. Die evangclischc Gciueiiibe ju Laibach abet huldigt vollstandig diefcn Gtnud-satzen ihrcr Kirche und cd ist g'croifi nodi Nichts geschchcn, was die Nedaktion der „9?ovice" jit ihrer frcundlichcn An sicht von der infernalischen Abstaniiniing dcrsclbcn berechtigtc. Abcr die ©ckutle V Eine evangelischc Schnle mit katholischen Ztiglingen, nnd das in Krain V Ja ; dock, nur ttidit angstlid); die cvangclischc Schulc wird ebcnsowcnig wic die evangclischc Gcmcindc Prosclyten zn ntachrn sttchcn; sic iibcrlatzt die religivse Erjichnng dcr katholischen Kinder vollstandig tier Fiirsorge ihrer Eltern unb wird fid) nur bcstrebcit, bicfclbcit ben Segcn cincs ancrkannt' titditigcn, pabagogifd) gercgcltcit nnd betricbencn Unterrichtcs, iucld)cit hoffentlich die „Novice" itidit fill- bas crwahute Nnkraut anfehen roirb, geuietzeu jit lasseu. Doch laffcit wir bas Uukraut, was auch barunter gemeint fciit mag; es foll ja mit bcr gnteit Saat stehen bleiben bis znr Ernte. Dann wird vielleidit andcrs gcur-thcilt, dann wird and) viellcicht dcr Pfisferling itod) etwas werth. Unb nur nod) Eins: Bcruht bicfcr Aitgriff bcr „No^ vice" auf llebergeitjjung, obcr ist er glcichfalld cine Vcrbtich-tigitng ? Es mnh dies wohl dcr Eutfcheidung dcr Lcfer libcr-laffeit bleiben. Dic unterfertigte Dircktion erf [art nur, datz sic fid) gcgcit derglcichcu Slnffaffnngeit int 9iamcn bcr Sdjnlc, im 9iamen bcr Gemcinbe auf daS> cntfchicbcnste vcrwahrt nnd etiva fortgcfe(stc Angriffe gcgcit evangelischen Geist mtb evangclifchcs Leben cttergifd) zuriickweifen roirb." Laibach, 16. Oktober 1868. Die Direktion bcr evangelischen Gemeindeschnle zn Latbad) Otto Schack, evangel. Pfarrcr. Witterulli;. Laibach, 16. Oktober. 9iad)td heitcr; Morgens natzkalt, bichter 9iebel, Nor-mittag Aufheiternitg. Sd>roacher Dftroiitb. M i 11 a g d Warme: -f-11.5°. (1867 + 14.7”, 1866 4-10.4°.) Barometcrstaub: 326.07 Liiiicn, im Fallen. Dad gestrige Tagedmittel ber Warme: +9.1°, uni 0.2" unter bent Normale. Angekoiilmene Fremde. Am 15. Oktober, llotel Eleiimt. Dr. Cornet, ©rabidfa. — Bcck Alexander, Keszthely. — Kraus? M, Wien. — Graf Blagay, Slattencgg. - 9(euroirth A., fffalathurn. — Nenmann M., CS-fakathurtt. — Suk Felix, Innsbruck. — Pirz, Karstbewalbungs-Scktionsleitcr, Driest. - Tratnik Filipp, f. k. Beaintc, Jbria. — Kunzl Aloid, Agent, Sfeichenbcrg. — Stefan Iofcs, Finnic, llotel Stailt Wien. Graf Labfcjatfaid), 9(a6i(j. — Graf Hcinrid) Wurmbrand, Wien. — Graf Ferdinand Wnrmbrand, Graz. -- Bayfens, Paris. — Standachcr, Grafenfelb. — Klim Johann, Grafettfclb. — Pcntljart, Klagcnfurt. — Bcnak, Priuaticr, Gcrladistcin. — Mabamc Moos, k. k. Bezirksvorsteherdgattin, Wippad). UuieriMeliei- llof, Marasch, Wirth, fliatfdjad). — Wattbra, Patolna. /iiim !?lolii"en. Hirsch, Handelsm., Pest. Verstorbeue. Den 15. Oktober. JakobKosdiier, gcroefeitcr Sd)wcin-fchlachtler, alt 73 Jahre, tit bcr Krakanvorstabt Nr. 44, an ber (Sutfraftung. — Hcrr Mathias Murnik, Habcrnfaktor bcr Jofcfsthalcr Papicrfabrif, alt 54 Jahrc, ini Zivilfpital stcrbenb libcrbracht unb roitrbc gcridjtlid) befdiaut. Gedenktafel iibcr dic am 19. Oktober 1868 stattfiudendcn Lizitationen. 1. Fcilb., Kriznar'schc Neal., Zalna, 133 f(., BG. Sittich. _ (Si'lcSiflituocii: Konzipistcnstclle bcim lanbfchaftlidicn Hilfsamte, 800 fl.; Jngrosfistciistclle bci bet lanbfchaftlidicn Bnd)haltnng 500 fl. Bid 14. November bcim frainifchen Lanbcdaudfd)itffe. — Grnnbbuchsfiihterpostcn bcim Bczirks-gcrichtc Boitdberg 700 fl. (800). Bimicn 14 Tagcn beint LanbcSgerid)tdpraf. Gtaj. Wiener WM-Herbst u. Winter!-ME WchjI intrrr|f«nt Kr Damen! Id) bcchre raid), bic elegante Dauiemvolt bci utciuer fuebctt crfofijtcit Niicffuuft aud W8E1V jinn Bcfudjc meinet Da men ^ Rutzwaarenniederlage f)i)flid)st cinznlabcn. Allcs, was in Hnmvinniiiitel-l*stletotH unb •Inekeai, (tnmni- unb cleeii-Si««mmt- mtb Selilen-lfiiiten bic ITIode ltitb feinei* UcNflmiaeU iitWicii liub Vnrin crfoimctt bat, ist iit rcidjer Auswahl fcei mit jit feljcit. In bcr Itcberjcuguug, basi allcs Gcfchcnc sich am Deficit cmpfchlcn roirb, crfpart sich jebc rocitcrc Aupreifung A. Fischer K u n b s d' a s t s p l a tz N r. W0F Filzhute -WU tvevbeit hier gum ‘Jydvbcn uitb Modernistren nommen. iP8F~ Daselbft wird auch c genommen. 9 2 2 2. anae-(69-4) Lelirjiinge auf* Violin-, Cello- u. Cvntrebatz-spieler werden gcgcit cntjprccheube Bcbinguitgen aufgeitoiutneit. Berocrbcr roollrit sich bcim Kapellmeister Herrit Uuhl (Kolifcmii Zimmcr-9!r. 130) chebalbigft auutclbeit. Laibach, 13. Oktober 1868. ' (76—2) Das Komitee der Laibacher Atusikkapelle. Im Telegramme. Wien, 15. Oktober. RcichSkanzler Beust bespricht in einem Cirknlare an die cmSwiirtigen Mcichte den AusnahmSzustand iit Bohmen; er sei nur cine durch die Bersassnng gcbotciic Pflicht. Der RcichSkanzler wiinschc den Konflikt bald ver-fassungsmahig gcloSt. Wien, 15. Oktober. Die „W. Abcndp." bezeickinet die Mittheilung, bcr vstcrreichische Ge-sandte in Berlin habc bic preutzischcn obcr rnssischen Agitationen in Bohmcn unb Galizicn znm Gcgcn-slande eines besondcren BerichlcS gemacht, sowie, der RcichSkanzlcr Habe mit bem franzosischen Bot-schafter bic norbschlcswig'schc Frage in (cijtcr Zeit besprochcn, als jebcr Begriindnng cntbehrenb. ^rofl, 15. Oktober. Auf den tclcgrafischcn Bcricht vou Kollin, batz bort Exzcsse ausgebrochen scien, stub Truppen bahin abgegangen. Paris, 15. Oktober. DaS ..Memorial bi-plomatique" versichert, bie nachste halbjahrige Be-urlaubung werbe 30.000 franzSsische Solbaten nnifassen, auch werbe cine analoge Rebuktion ber Marine stattfinden. Kopenhagen, 15. Oktober. Die Adrcssc des ReichStagcS an den Kouig briicft iibcr die Ber-lobnng dcS Kronprinzen mit ber schwebischen Prin-zcssin Freube ans unb paraphrasirt ganzlich die Thronrebe beS Konigs beziiglich Jiorbschleswigs. Weismiihen trdge fdjitellstcud audgefithrt. 2. Stock, gaffenfeits! Korresponden). Hcttn K. (». in Kfltseli bci Marburg: Fiit eitte cinmaltgc Jnfetitung ist nod) 40 ft. nad)jutra