.! R«» Dinstag am s. Mai »834. Die , Laibacher Zeitung" erscheint, nut Ausnahme der Sonn- und Feiertage, läßlich, und kostet sammt dm Vcilassen im Comptoir ganzjährig ll fl., haldjährig 5ft. 3(1 kr., »lit Kreuzband im Comptoir ganzjährig 12 fl., halbjährig 6 fi. Für dir Zustellung in'S HauS find halbjährig 30 tr. mehr zu entrichten. Mit dcr Post Porto-frti ganzjährig, unter Kreuzband und gedruckter Adresse 15 fl,, halbjährig 7 fi. 3<» sr. — Iuscration^geb ühr für eine Spaltenzeile oder dcn Raum derselben, fnr ein-maliac Einschaltung 3 kr., für zweiinalige 4 kr., fiir dreimalige 5, fr. C. M. Inserate bis 12 Zeilen kosten 1 fl> fnr 3 Mal, 50 fr. für 2 Mal und 'W fr, für 1 Mal einzuschalten, Zu diesen Oelmhrcn ist nach dein „provisorische Gesetze vom 6. November l«5<) für InseratioiMämpcl" noch >(1 lr. für cinc jedesmalige Einschaltung lnuzu zu rechnen. Amtlicher TM ^2?c. k. k. apostolische Majestät haben mit Aller-höchster Entschließung von: 2«. April d. I. den Scktionsratb des Justizministeriums, Kolomann von Vcke, zum Ministcrialratbe allergnädigst zu ernennen, und zugleich zu genehmigen geruht, daß in die hicdnrch erledigte systemisirtc Scktionsrathsstelle der mit Allerhöchster Entschließung vom 24. Mai 18ö2 zum überzähligen Sektionsrathe ernannte Theodor Ritter uon (5h r isti ani-K r o nw a ld einrücke. Se k. k. apost. Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 24. April l. I. dem Rcgicrnngs-rathe dcr Obersten Polizeibehörde, Eduard Frcihcrrn v. Hohe n b r u ck, iu Anerkennnng seiner trcuanhäng-lichcn Gesinnungen, das Ritterkreuz dcs östcrreichischru Lcopold'Ordcns tarfrci allcrgnädigstzn verleihen gcrubt. Sc. k. k. apost. Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 1<». April 18!!4 die Arziprc-tnr an dem Kollegialkapitel zy, geb. Fürstin Roban-Ehabot. Gräfin Eugenie Festctits, geb. Gräfin Erdödy. Gräfin Therese Go«P, geb. Gräfin Wilezek. Grafin Marie Goluchowska, geb. Gräfin Bawarowska. Gräfin Julie Hartig, geb. Gräfin Bcllcgarde. Gräfin Adelheid Herberstein, geb. ^andgräfin Fürstenberg. Gräsin Sophie Icllacie, geb. Gräfin Stockan. Gräfin iconic Lanckoronska, geb. Gräfin Potoela. Gräfin Mclanie ^cwicka, geb. Gräfin Eholoniewska. Dnchessa Louise Melzi d'Eril, geb. Nc'archesa Vrignole. Gräfin Therese Mcnsdorff, geb. Gräfin Dietrichstein. Freiin Johanna Mccsery, geb. Gräfin Pachta. Gräfin InlianaMonte-nuouo, geb. Gräfin Batthyüni. Gräfin Adrianna Nani - Moneenigo, geb. Gräfin Gradenigo. Gräfin Karoline N('',nes, geb. Gräfin Berchtold. Eontessa Mathilde Orti-Äiannra, geb. Marchesa Mnselli. Grä-sln Isabella Russocka. geb. Gräfin Borkoiv^ka. Grä-^n Katharina Schaaffgotsche, geb. Pejacevich. Gräfin ^lnna Schönborn, geb. Gräfin Volza. Gräfin Barbara Scotti-Galleratti, geb. Duchesa V^elzi. Gräfin ^'iaric Scotti-Gallcrati, geb. Gräfin Sanlbuy. Grä-^" Gabriele Starzl'nska, geb. Gräfin Starz<'nska. Gräfin Therese Sternberg ', geb. Gräfin Stadion, ^'afin Karoline Szech«'nyi, geb. Gräfin Grünne. ^raftn Ernestine Spesen, geb. Gräfin ^amberg. Gräfin Elisabeth Thun, geb. Freiin Mladota. Grä-wl ^eopoldine Thun, geb. Gräfin ^'mnberg. Gräfin "arolmc Thnn, geb. Gräfin Clam-Ätartinih. Gräfin Marie Waldstein, geb. Fürstin Schwarzenbcrg. Gräfin Alerandrine Wnrmdrand, geb. Gräfin Amadc. Gräfin Fricdcrike Wcnkheim, geb. Gräfin Radeßky. Gräfin Melanie Zichy', geb. Fürstin Mctternich. Gräfin Marie Zichy, geb. Gräfin Demblin. Der Minister für Knltus und Unterricht hat den Assistenten der Lehrkanzel dcr Ehcmie an der k. k. Universität in Wien, Edmnnd Schrcinzcr. zum ordentlichen Lehrer an der k. k. Obcrrealschule in ^.inz ernannt. Die k. k. Oberste Ncchnungs-Kontrolsbchörde hat eine bei dcr k. k. Tabak- und Stämpel-Hofbuchhal« tung in Erledigung gekommene Rechnungsrathsstclle de:n Rechnnngsoffizialen der k. k. Gefallen- und Do-mänen > Hofbnchhaltlnig, Leopold Vcche r, zu verleihen befllnden. Die k. k. Oberste Ncchnungs-Kontrolsbchörde hat die bei dcr Münz- und Bergwesens - Hofbuchhaltung erledigten zwei Nechnnngsrathsstellm dcn Ncch-nnngsoffizialen dieser Hosbuchhaltung, Johann Kraus nüd Joseph Mal, l e k, zu verleihen befunden. Der Minister des Innern hat den Kreisarzt in Ezcrnowin, Dr. Anton Zachar, zum ^andesvöbnlich virr-, auch scchospännig, da die Ochsen, wenn die Karren an Ort und Stelle eintreffen, znr Trnppcnverpflegnng bcnützt wcrdcn. Ge-ncral Inders ist seit dem 22. März, dem Tage des Donannbergangrs, nicht mehr nach Galacz zurückgekehrt. In Galacz selbst ist nnr eine ganz kleine Be« sanung, aber ein sehr umfangreiches Militärspital, in welches die Kränkelt dcr vorrückenden Korps znrück-transportirt werden sollen. Diese erzählen von sehr ernsten Gefechten bei Karassu, die schon am 4. begonnen nnd mcdrere Tage gedancrt hattcn. Dic Nnssrn seien im Avancircn gegen Silistria lind Varna, dic Türkcn zichcn sich auf dcll mcistcn Plillk-tcn zllrnck. I Nach cincr hclltc hier cingctroffcncn Nachricht von I brail a, dcn l8., hättcn dic Türkcn Rassoiva als cincn dilrch die Bewegllngen dcr Nnsscn nnsicher geivordcnen Punkt geränmt nnd sich gegen Basardschik zurückgezogen. I Nach Berichten ans Bukarest vom 20. ha> bcn dic russischen Truppen am 1 Die neuesten Nachrichteli voili Kriegsschanplane an dcr Donall vom 24. d. bringcn dic Mittheilung, daß FüNt Paskielvitsch seine Haliptmacht mit Raschheit in der großen Walachei konzentirt und in wcni-gen Tagcn scinc Operationen mit einem Schlage ge-gcn Schumla beginnen werde. Mit Spannung siebt man dcn Nachrichtcn dcr nächstcn Tagc entgegen. Silistria ,var am 22. noch in den Händen der Tür» ken. Olner Pascha rüstet sich in der Valkaniinie znr energischen Defensive. Man zweifelt nicht, daß^ seine Trnppen bis znm Eintreffen der Alniliarkorps Stand halten werden. Auf besonderein Wege ist aus Kra-iowa oie Nachricht vom 24. d. bier eingetroffen, daß 4RV alle Truppen, welche am Marsche in die kleine Walachei waren, Gegenbefehl erhielten und zur Verstär« kuug des in der großcu Walachei kollzeutrirten Halipt-armeekorps stoßen müssen. Haudclsbriefe ans Sofia vom 24. d. «lel-den, daß alle entbehrlichen Trilppen Marschbefehl erhalten haben, nnd in der Nichtllng gegell Schmnla abgehen sollen ; anch ein Theil der Widdiner Garnison wird am 2!). d. in gleicher Nichtuug ausmar-schircn. I Berichte aus Or sowa vom 26. d. bestätigen, daß in den letzten Tagen bei Kalafat ernstere Gefechte stattgefunden haben. Die Türken machten Versuche, das russische Eernirnngskorps in der flanke zuzugreifen, uud bewerkstelligteli am 21. oberhalb ,^'lo-reutiu eiucu Donauübergaug. Die Nüssen zogen sich vom Ufer zurück, nahmen aber iu eiucr angemessenen Entfernung wieoer Aufstclluug, und verstärkten sich derart, daß die Türkeu nach längerem Gefechte sich wieder zurückzieheu luußteu. Gleichzeitig passirten türkische Truppen uuterhalb Gruja die Donau, lind standen längere Zeit mit den Nüssen im Gefechte. Auch am 22. wurde au mehreren Puukten zwischen der Timok und Widdin an der Donan gefochten. j französische Zeituugeu berichten von einer großen Scklacht, die Anfangs April zum Vortheile der Türkeu am Trajanswalle geschlagen worden sein soll. Direkte Nachrichten melden dagegen, daß sich die Türken schon längst vom Trajanswalle zurückgezogen haben, und daß Mnstapha Pascha nicht mehr am Trajanswalle, sondern in Vasardschik, und zwar seit 2. April, sich befindet. ^ Die letzten Nachrichten vom Kriegsschauplätze an der Donau vom 26. d. melden, dasi die Nüssen bei Oltenitza Vrückeuequipageu für zwei Brücken aufgestellt, und trotz des auhalteuden Feners der türkischen Strandbatterien mit dem Baue eines Brückenkopfes daselbst fertig geworden sind. Die bei Oltenitza konzentrirtc Truppenmacht wird auf 60.000 M. angegeben. > Was aus K rajowa als nahe bevorstehend bezeichnet, soll nun uach eiuer telegraphischeu Depesche der »Presse" wirklich gescheheu sein. Die Nusseu haben diese Hauptstadt der kleiuen Walachei gcranmt und die Türken, welche bereits bei Maglavit, Gnnia, Pojana, Vaileschti stehen, werden für den 28. iuKra-jowa erwartet. ^ Nach Berichten aus V u kare st vom 20. war Silistria am 23. noch iu dcn .^äudcn der Türken. Fürst Paskiewitsch läßt mit voller Macht zum Angriff für die nächsten Tage rüsten. > Briefe aus Bukarest vom 20. melden, es sei dort aus Varna die Nachricht eingelaufen, das; am 14. die englisch-französische Flotte ihre bisherige Stcllnng verlassen uud zur Bombardirung uach Odessa abgcgaugcu sei. j Nachrichtcu aus Or sow a vom 20. melden, daß sich gleich nach dem Abzüge der Nusseu aus der bisherigen Zeruirungslinic, die Schiffsagenten nach Kalafat begeben hahen, um das dort noch lagernde, österreichischen Unterthanen angehörige Getreide nach Orsowa zn erpedircn^ Die Türken haben bis znm 2tt. noch keine Vcwegnng ^lach vorwärts gemacht. Die Nnssen ziehen die größere Zahl ihrer Streitkräfte der Zcrnirnngslinie gegen Tnrmcl. > Die über das Gefecht bei Czernawoda hier eingelaufeneu Nachrichten melden, daß dasselbe am 29. stattfand. Im Gefechte stand von Seite der Türken ein Nccognoszirungskorps, etwa 3000 Mann stark, das Omer Pascha abgesendet hatte, nm die Bewegungen des General v. ^üdcrs'schen Korps zu beobachten. Die Türken haben an drei Punkten drei russische Abtheilungen angegriffen nnd geschlagen, sind aber vor dcn anrückenden Hauptkolonnen der Nnssen wieder zurückgewichen, olmc daß sie zum Nückzuge durch ciuc Niederlage genöthigt worden wären. Den mehrseitig hier eingelangten Privatnachrichten über das Bombardement in Odessa ist bis zur Stuudc 12 Uhr Mittags eine offizielle Bestätigung nicht gefolgt. Erfahrene Militärs versichern, daß ein Bombardement Odessa's ein zweckloser, ineist nicht russisches Eigenthum gefährdender Akt wäre. Handlnngshäuser ersten Nanges, denen im Privatwege gleichfalls Nachrichten von dem am 22. erfolgt sein sollenden Bombardement Odessa's znkommen, vermutheu, es sei hinter diesen Nachrichten irgend eine Handelsspeknlation versteckt. Am Montage aber werden die authentischen Mittheilungen nicht fehlen. > Ueber das vielseitig besprochene Bombardement von Odessa sind hcutc nähere Berichte hier, die bis znm 22. reichen nnd aus Varna datiren; am 16. verließ ciue Schiffsdivision die Stellung bei Varna nnd trat die Fahrt nach Odessa an, um daselbst das Bombardement zn beginnen. Am !7. warm 2i; größere nnd kleinere Schiffe in der Nahe von Odrssa konzentrirt; am 17. Nachm. 3 Uhr erschienen 4 Schiffe ganz in der Nähe des Hafens nnd warfen einige Bomben in denselben, zogen sich aber bald wieder zurück; am 111.machten8Schiffe eine Nekognoszirungsfahrt gegen Odessa und fenerten, muth-maßlich nm eine genaue Schußlinie zu ermitteln, wieder einige Bomben gegen den Hafen; am 20. setzte sich das ganze Geschwader gegen Odessa in Beweguug. ^ Vou den Kriegsschauplätzen schreibt der «Oesterreichische Soldatcnsreund": Die als bevorstehend bezeichnete Näumuug der kleiucu Walachei durch die Nüssen ist uun eine Thatsache geworden. General-^ieutcnanl ^iprandi erhielt am 10. d. M. dcn Befehl, die Zeruirung von Kala« fat anfzngeben und seine Sireitkräftc anf das linke Ufer des die kleine von der großen Walachei trennenden Flusses Aluta in den Nayon der Schwerpunkte Nimuik, Slatiua uud Turnn (au der Donau) zurück-zuzieheu. Sofort wurden die Unterlagsspitäler aufgehoben nnd die Kranken, der Belagernngsparl und die Pontonswägcn in Sicherheit gebracht, worauf sich auch die Brigaden aus Brauischte, Drcczeu uud Nadowau iu Bewegung setzten und schon am 23. iu Krajowa eintrafen. Die zwei Kavallerie-Negimeuter, mit deu Iägeru vom Negimentc Tobolsk bildeten die Nachhnt. Am 23. wurde iu Krajowa Kircheuparade, am 24. Nasttag gehalten und am 26. der Marsch iu oer Nichlung der oben erwähnten drei Positionen hinter die Aluta fortgesetzt. Diese Näumnng mußte aus strategischen nnd politischen Nücksichteu erfolgen; der Beginn der Operationen am rechten Donannfer dnrch den linken Flügel der kaiserl. russischen Donau-Armee hedingt die Verstärkung dieser Waffcukraft durch das aus 12 Infanterie- und 3 Kavallerie-Ne-gimentcrn bestehende Korps des General - Lieutenants ^iprandi. Die ursprüngliche Aufgabe dieses „ftiegcudcu" Korps war die Zerstörung der 2 Brückenköpfe von Kalafat nnd die Vereinigung der Nüssen mit den Serben und Montenegrinern, eigentlich die Nevolu-tiouirung der Gräko-Slaveu, zu welcher Vermuthung die Errichtung einer serbischen Frcischaar in Bnkarest nnd ncucsteus die Proklamation des Fürsten Danilo, worin er seine Unterthanen znm Kampfe auf ^eheu uud Tod gegen den Erbfeind auffordert, berechtigt. Die Zerstöruug von Kalafat hätte wegen dcn dort von Achmet Pascha mit vieler Umsicht aufgeführten Befestiguugen nur nach großem Meuscheu- und Zeitverlust erfolgen köuucn, uud das Vordriugcu uach Serbieu oder iu die vou stammverwandten Slaven bewohnten inneren Provinzen der Türkei au der Spitze der Freischaarcn muMe aus politischeu Nücksichteu unterbleiben. Nach der glücklich bewerkstelligten Besez-zung der Dobrudscha durch die Nusseu hörte Kalafat auf, für dieselbeu eiu Operationsobjekt zu sein, und da auch Fürst Paskiewitsch besorgen mußte, daß die Tüvten vou Sistow a» das Nuke Ufer gegen Sla-tina vorbrecben tönnteu, um i>ie Vcrlnuduu^ zwischeu den russ. StreilkräfMl in Krajowa uud Vulavest auf-^il'ebeu, erscheint diese Näumuug als eine dnrch die Sachlage nothwendig gewordene Maßregel. Vom Trajanswalle. aus Silistria uud von der Donalllinie bergaus bis Nustschnk erfahren wir keine verläßlichen Nachrichten. Rassowa und Silistria sind von den Nnssen zernirt nnd hart bedrängt; die Kommunikation zwischen dieser Festnng nnd Schumla, dann Varna ist gänzlich aufgehoben. Omer Pascha entsendete 2 starke Nckognosziruugskorps von Schumla auf die Siraßen nach Siliftria lind Bassardschik, um die Bewegungeu der rnssischen Kolonnen zn beobachten. In Silistria befinden sich unter Mussa Pascha 9000 Türken; die Festungswerke wlirdeu seit 182l bedeutcud erweitert, besoildcrs jeue des Kastells; es bcsindeil sich dort große Kasernen, Magazine uud Hospitäler li. s. w. ^ Silistria oder Dristra wuroe 1773 liud 1809 vou deu Nnssen vergebens, l810 aber mit Erfolg angegriffen; 1828 lind 182!) wnrde es wieder von den Nusseu blokirt mw kapitlilirtc ani 30. Illni des letzteren Jahres. Alis Varna erfahren wir, daß sich die alliirten Pontnssiotten noch immer in dem Meerbusen von Odessa kreuzend Hefanden; ein Theil hält sich auf der Höhe von Sebastopo!, denn die Admirale fürchten mit Nccht irgend einen kühueu Offensivschlag des rnssischen Admirals Nachimoff. Iu Varna werden das französische 33. und 42. Infanterie-Negimcnt und 1800 Mann englische Truppen stündlich erwartet; bis znm 20. d. dürften bereits 6000 Anglo-Frauzosen daselbst eingetroffen sein. In Gallipoli verbleiben mir 10.000 Mann im befestigten ^,'ager znr Bewachnng dieses Pivots für die Anriliar-Truupeu; andere 60.000 Manu werden ill Nodosto alisgeschifft nnd sofort über Adria-uovel gegeil die Balkanpäffe dirigirt. Die lieliestell Nachrichtril vom asiatischen Kriegsschauplätze lauteu für die Türkeil etwas tröstlicher. Zarif Pascha, der türkische Oberkommaudaut, konzen-trirt seine Trnppen in Kars; die Sterblichkeit hat abgenommen nnd die Ncorganisirung der Streitkräfte dürfte iil 3 4 Wocheli beeudet wcrdcu. Diese Nach-richteu reichen bis 28. März. Kriegschauplatz in der Ostsee. ^ Hanlbllrgcr Blätter bringen folgende telegraphische Depeschen alls Kopenhagen: ^ Vom 20. April. Der Dampfer „Tribune" brachte hcutc zwei Prisen Hieher. Alle Prisen, die alls hiesiger l Nhcdc uud iu der Kjögebucht gelegeu, siud hellte llach Eilglalld abgeführt wordeu. Das Daillpfschiff „Tribiluc" ist heute als Prisen-Eskorte nordwärts gegangen. Die „Magieieuue" ging südwärts, wird eine Zeitlang in der Ostsee kreuzeu uud sich dauu vor Neval legen. Die folgenden Schisse sind ill den letzteil Tagen von den Engländern genommen: „Fenir von Björne borg", „^identia", ,//ovisa Aina", ,,(5hristinestad", „Nadeschda" uud „Helsingsors". Die zwei letzteren wurden im Kattegat genommen. Nach einer Korrespondenz der „Indep. Bclgc" alls Hamburg vom 23. April schätzte mall deu Werth der bis zum 19. vou deu Engländern in der Ostsee gemachten Prisen auf 00.000 Pf. St. Dieselbe Kor« respoudeuz meldet: „Es ward mir hente Einsicht gestattet in einen vom 10. datirten Brief eines auf der Ostsee-Flotte dienenden englischen Offiziers an einen hiesigen Freuud. Diesem Schrcibeu zu Folge hatte Admiral Napier, nachdem er die Insel Gothland hinter sich gelassen, seine Flotte in drei Divisionen getheilt, die aber nahe genug bei einander aufgestellt wareu, um sich, falls eine Schlacht geliefert werden sollte, in kurzer Zeit vereinigen zn können. Die erste Division steht iu der Nähe des lieftändischen Mcer-hlisens. nicht weit von den Häfen Polangen, i^ibau und Windan in beobachtender Stellung, die zweite in diesem Meerbnsen selbst. Angesichts des Hafens von Niga, so daß sie jeden Verkehr mit demselben auf dem Seewege verhindern kann; die dritte endlich liegt am Eingänge des finnischen Meerbusens, nicht weit vou Sweaborg, wo das russische Ostsee »Ge« schwader noch immer eingeschlossen ist. Zwei englische Dampfer krenzen sogar ziemlich nahe vor dem letzt« erwähnten Hafen; doch scheint es, daß bis zum l6. noch kein Kanonenschnß gefalleil war, diejenigen ab« gerechnet, welche alls russische uud finnische Handelsschiffe abgefeuert wordeu warcu, um dieselben zu ka« peril. Das Publikum harrt mit großer Ungeduld auf Nachrichteu vou eiucr durch die Flotte gelieferten Schlacht. Dem Briefe jedoch jenes Offiziers' zn Folge soll Admiral Napier entschlossen sein, vor Ankunft des französischen Geschwaders nichts Wichtiges oder Ernstliches zu unternehmen. Indem er diesen Entschluß gefaßt hat, gehorcht er, so weit die Umstäude es ge» statten. Rücksichteil der Höflichkeit gegen den französi' schen Admiral uud die französischen Offiziere, mit weicheil er die Gefahren ocs Kampfes und die ^or» bern des Sieges theilen zu wollru erklärt hat." Ueber die große Aufreguug ill Schwcdeu, welche sich zu Gunsten eines völligen Anschlusses der skan» oiuavischen Negiernngeu an die Wcstmächte knnd gc-t'eu soll, bemerkt die „Preuß. Korr.". daß zwar na. meutlieh iu Schweben oie Aouci^ung dcr Bevölkerung gegen den mächtigen Nachbar nicht zu verkennen sei, doch scheine die große Mehrzahl der Nation mit auf» richtigem Beifall für die vou den Negierungen angc« uommene Neutralität gestimmt, weil mail von einem Kriege gegen Nußlaud keine Vortheile erwarte nnd die Behanpmng Finnlands, wenn es Schwedcu wieder erstattet werden sollte, für sehr schwierig halte. I Die letzten Nachrichten alls der Nordsee mcl» den der „Patrie", daß der k. schwedische Brigg „Nor-deuskjold" im Kattegat in Observation aufgestellt war. Eine Privatkorrespoudeuz alls Petersburg vom <2. meldet der „Patrie", daß Fürst Dolgorucki li., be« vollmächtigter Minister am persischen Hofe, in dieser Stadt alls Teheran angekommen ist. Man versicherte, daß in Folge dcr nenesten Wendung der Dinge dcr Fürst am Hofc dcs Schahs nicht wcrdc ersetzt werden. Dcr Direktor der russischen Kauzlei wiw die Interessen dcr russischen Unterthanen besorgen. > Neuere Nachrichten dcr «Preuß. Korr." aus S ch wcdeu wioersprecheu dcr allgemein wiederholten Nachricht, daß die Insel Aland voll deu Nusscu geräumt wordeil sei. Es sollen vielmehr dort Verstärkungen angelaugt und neue Verschauznugen ausgcworfeu sciu. ^ Kopeu h a gcu, 26. April. Die Berichte vou der Ostsee siud heute ziemlich spärlich. Englische Dampfschiffe bringen, einer telegraphischen Depesche der „Hamb. Nachr." ans Kopenhagen, 26. April zu Folge, täglich russische Schiffe als Priseu hierher. Die euglischc Ostseesiotte verweilt, nach Berichten aus Stockholm vom 21., noch zum größteil Theil vor den kleinen Inseln am Eingänge der großen inselreichen Blicht, ill welche der Hafen vou Stockholm mündet. Ueber die am 23. April auf telegraphischem Wege iil Kopenhagen eingegangene Nachricht, betreffend die Anknnft dcr französischeil Kriegsflotte iil der Kjögc« Bai, enthalten die ueuesteu Berichte „Hamburger Blätter" uoch kciuc Mittheiluug. lNach eiucr tclcgr. De» pesche aus London vom 24., passirte die Flotte be< lanntlich am 23. Plymouth.) Laiback», l. Mai. Die Gemeiudeu des V aaser Thales haben alls Aulaß der allerhöchsteu Vcrmälung Sr. k. k. apostol. Majestät eine allerunterlhänigNe Beglückwun« schungs-Adresse an Se. Majestät, dem Statthaltercl' Präsidium iil ^aibach eiugescudct. von welchem dlc» 443 selbe zur weitern Beförderung an ihre Bestimmung an Se. Ercellen; den Herrn Minister des Innern geleitet wurde. Oesterreich. Wien, 29. April. Gestern geruhten Ihre k. k. Majestäten die nachfolgenden Landcsdeputationcn aller-gnädigst zn empfangen: die ^andesdepntation für das Großfürstenthum Siebenbürgen, geführt uon Sr. Erz. dem Herrn F. M. L. Grafen Haller; die ^andesdepntation für die Markgrafschaft Mähren, geführt von Sr. Erz. dem Herrn Statthalter Grafen ^azansky; die Landesdcpntation für das Herzogthum Ober-und Nieder-Schlesien, geführt von dem Herrn Landespräsidenten Halb h u bcr; die ^alwesdepntation für die gefürstctc Grafschaft Tirol, geführt von dem Herrn Statthalter Grafen Vissingcn; die Landesdepntation für das Küstenland, gc> führt von Sr. Erz. dem Herrn Statthalter F. Z. M. Grafen Wimpffcn; die ^andeSdeputation für die Woiwodschaft Serbien und das T e m efer B a n a t, geführt von dem Herrn Ober - Landcsgerichts - Präsidenten, Dr. Szy-monovicz; endlich die Depntation der Ncichshanpt- uud Residenzstadt Wien, geführt von dem Herrn Bürgermeister Dr. Ritter v. Scillcr, und dir Deputation der k. k. österreichischen Unterthanen im Orient, geführt von dem f. k. Generalkonsul Hrn. Hofrath Ritter v. Mihanovich. — Auf die ehrfurchtsvolle Aurcdc, mit welcher der Herr Bürgermeister. Dr. Ritter v. Seiller. Ihren k. k. Majestäten gestern eine Huldigungs- uud Ergc« bcnhcits. Adresse der Reichshanpt- und Residenzstadt Wien zu übcrcichen das Glück hatte, geruhten Sc, k. k. apostol. Majestät allergnädigst für den allgemeinen und freudigen Antheil zn danken, welchen die Stadt Wien an Ihrem Glücke genommen. Allerhöchswiesclbeu drückten Ihre besondere Zu> friedenbeit sowobl über die veranstalteten Festlichkeiten selbst, als insbesondere über die Haltnng der Bevöl-kcrung während derselben ans nnd bemerkten, daß Sie ganz das alte Wien wieder erkannt hätten, nnd besonders durch den herzlichen Ausornck der treuen Gesinnung erfrent worden seien. Allcryöchstsie seien überzeugt, daß oicse Gesinnung anch immer unverändert bleiben werde. Hierauf wurden die einzelnen Mitglieder der Deputation Ihren l. k. Majestäten vorgestellt und Allcrhöchstdieselbcn geruhten an Jeden huldvolle Worte zu richten. Das Ende der Festwoche Wiens ist herangekom. men. Das Volksfest im Prater war ein schöner, freundlicher Gedanke, ein angemesscucr Schlnß iür die Festwoche selbst. Nirgends tritt das echte Leben Wiens, nirgends der Charakter des allgemeinen, gc-müthrrichm Daseins uon Oesterreich so klar hervor, als ebcu in diesen grünen Donau»Aucn. Hier hat die fröhliche Tradition ihre freundlichsten Bilder aufgespeichert und das ganze lange Jahr hindurch, im Hochsommer wie in den kurzen Winttnagen, gewinnt Wien oder doch ein Theil seiner Bewohner dem Prater irgend eine liebe nnd werthe Seite ab. Das Volksfest zur Verherrlichung der allerhöchsten VermälnngSfeier wird anf lange Zeit diesem Gcbranch eine höhere Weihe anfdrücken. Ein historisches Element von großer Bedeutung senkt sich damit in das Volksbewnßtsein. In den Klängen der Musik, welche jeder ^enz an der Donau neu weckt, in den Frcudentagen jedes Jahres wird sich das Herr« liche Bild, das Bild von hoher Bedeutsamkeit erneuern, welches jetzt in aller Frische, allein Glänze die Gegenwart erfrente und verschönerte. Man wird mit ^iebe und Begeisterung von jenen weihevollen Stunden sprechen, in denen die Begeisternng der treuen i.'iebe in die festlich frohe Stimmung überging, welche nnr einem ^ande danernd eigen ist, in dem Kraft nnd Milde das mächtige Szepter führt. Schon' ili der frühen Mittagsstunde strömte die Menge nach dem Prater Hinalis, ungehindert durch die rauhe Witterung nnd die nach rechter Aprilweisc mit freundlichen Sonnenblickcn abwechselnden Schnec-und Regenschauer. Nachmittag heiterte sich das Wct-tcr auf, ohne jedoch um 6 Uhr — wo wir diese Zeilen schreiben — einen sehr milden Abend zn versprechen. Um halb 5 Uhr sahen wir Ihre k. k. Majestäten — Allerhöchstwelche, wie wir ucruchmcu, bald bns uilstschlost ^renbnrg beziehen dürften — im offenen Wagen aus dem Prater zurückkehreu. Einen Vericht über das Fest selbst tragcu wir nach. Wicn, 29. April. Nach Mittbeilungen der ,,N. Al'mchn. Ztg." ails Passalt vom 22. war der Empfang Wer Majestät der Kaiserin dort ein außerordentlich Zierlicher. „Von nah und fern waren unzählige memdc herbeigeströmt, nm die liebliche «Rose vom ^"icrland" noch ein Mal alls beimatlichem Boden zn begrüßen und Ihr das Geleite beim Scheiden zu geben." — Se. königl. Hoheit Herzog Marimilian in Vaicrn, Vater Ihrer Majestät der Kaiserin Elisabeth, hat das Gebiet der dentschen ^itcratnr dnrch mehrere ansgczcichnete Arbeiten bereichert. Er gab znerst im Jahre 1831 unter dem Namen Phantasus zwei Bände „Novellen" heraus, im Jahre 1833 eine Uebersetznng der „^,ucretia Borgia" von Viktor Hugo, im Jahre 1834 ein „Skizzenbuch", im Jahre 1836 eine Novelle unter dem Titel «Jakobina", im Jahre 1838 eine andere uuter dem Titel „Der Stiefbruder"; in demselben Jahre unternahm er seine Reise nach Palästina und Griechenland, welche im Jahre 1839 nnter dem Titel „Wandernngen im Orient von Marimilian, Herzog in Baiern", erschien. Besonders dieses letzte Werk hat so angesprochen, daß bald die zweite Auflage erschien und der Verleger nächstens die dritte Auflage herausgeben wird. — Se. k. Hoheit der Herzog Leopold uon Baicrn hat gestern in Bcglcitnng Sr. k. k. Hoheit des Herrn Erzherzogs Ferdinand Maximilian mittelst Eisenbahn einen Ansftug nach Gloggnil) gemacht um die dortigen Eiscnbahnbautcn zu besichtigen. — Die für heute aliberaumt gewesene Abreise Sr. k. Hoheit des Herrn Herzogs von Cambridge nach Konstantinopel ist abermals bis Uebermorgen (Montag) verschoben. Der k. prenßischc Flügeladjutaut Herr voll Manteuffel, wird definitiv Morgen (Sonntag) mit dem Frühzuge der Nordbahu die Rückreise nach Berlin antreten. Aus dem Muude einer dem Herrn Herzog von Cambridge nahe stehenden Person vernimmt man, daß sich derselbe geänßcrt habe, er könne nnr mit Bcwuudcruug und Rührung an den herzlichen und großartigen Charakter, welchen die Vcr« nläluugsfeicrlichkciten an sich tragen, dcukcu. -- Der kgl. baier. Haupnnann, Hr. Bauer, hat eine für das Militär wichtige Erfindung gemacht, die in einer ambulanten Küche besteht, in welcher die Speisen für die Truppen wahreud ihres Marsches gekocht werden können. Die vorgenommenen Proben sind vollkommen gclnngen. — Der Schiffsillspektor der Donaudampfschiff' fahrtgesellschaft, Herr Mayr, welcher das Dampfboot „Franz Joseph" mit I. Majestät der Kaiserin Elisabeth a>l Bord von ^inz bis Rusidorf führte, erhielt von Ihrer Majestät einen wcrthvollen Brillantmig zum Geschenk; auch Sc. M> der Kaiser hat demsel» l>en einen wcrthvolleu Ring übersenden lassen. — Der z^loyodampfer „Elleno" hatte, am Ui. auf der Fahrt uach Salonich von einem heftigen Sturm überrascht, Schaden am Rauchfang und Hauptmast erlitten uno ein Boot vrrlorcn. Er kämpfte 20 Minuten lang mit den Wellen, wurde aber von einem vorbeifahrenden englischen Dampfer, dessen Hilfe er ansprach, ins Schlepptau genommen, bis er sclbfl die Fahrt fortsetzen konnte. Von anderem Schaben oder Veruuglückung der Passagiere wird leine Erwäh» nung gethan. Pad erb orn, 22. April. In dem bei dem hie« sigen Kreisgcrichte uon dem bischöflichen Stuhle zu Paderborn gegen den k. Fiskus anhängig gemachten Prozesse wegen Herausgabe der ehemaligen Iesniten» guter in der Herrschaft Buren mit den Nntzungeu seit dem Jahre 1813 hatte die k. Regierung zu Minden den Kompctcnzkonflikt erhoben, welcher dnrch die von dem Krcisgerichte nnd Appellationsgerichtc hicrsclbst eingegangenen Gutachteu nnterstültt wurde. Vor eini> gen Tagen traf das Erkenntniß des Gerichtshofes znr Entscheidung der Kompeteuzkonftittc vom N. Febrnar d. I. hier ein, wollach der erhobene Kompctcnzkonsiikt für begründet nnd der Rechtsweg für unzulässig erklärt worden ist. Der dadurch beeiwigte Rechtsstreit war dem Gegellstande nach sehr wichtig/ da er einen Werth von mehr als 1 Vz. Mill. Thlr. lietraf. Preß bürg, 28. April. In der Nacht vom 20.—2 l. d. wurden zwei Gensd'armen vom Posten zn Miava (Obcrnentraer Komitats) von A Deserteuren, denen sie eben nachsetzten, anf offener Straße durch Pistolenschüsse ermordet. Bei dieser That war ciit slovakischer Bauer, den die Mörder mit Gewalt dazu vermocht hatten, sie in seinem Wagen zu füh-rcu, der einzige Zeuge und es war den Thätern da< her um fo leichter, sogleich nach der That mit den Waffen der gefallenen Gensd'armen zn entfliehen, als der Fuhrmann, emsctzt nbcr das Geschehene nnd ganz unbcwaffnct, den :l kräftigen Mördern keinen Widerstand zn leisten vermochte. Nachdem die That in Miava angezeigt war, wurden alle geeigneten polizeilichen und gerichtlichen Maßregeln ergriffen, um mit möglichster Beschleuni» gung der Mörder habhaft zu werden. Tchweiz. Die Stärke des Bundesheercs beträgt mit III« begriff der Ueberzähligen 126.lütt, und diejenige der Landwehr 160.000, zusammen in runder Snmme 276.000 Mann. Der Auszug bestcbt alls sechs bis acht Altersklassen; wischen dein 21. und 29. Altersjahr, die Reserve aus vier bis fünf Altersklassen, zwischen dem angetretenen 29. und 36. Allersjabr, und die Landwehr aus zehn bis zwölf Altervllasseu, zwischen dem angetretenen 32. bis 4.'!. Altersiabr. Daraus folgt, daß die Armee im Allgemeinen dem kräftigsten Mannesaltcr allgehört. Der BnndeSrath hat beschlossen, daß die dicßjäh-rige Trnppenzusammenziehnng in der Ostschweiz in der Umgegend von Fraucnfeld stattzufindeu habe. Für diejenige in der Wcstschweiz ist die Lokalität noch nicht bezeichnet. Frankreich. Paris, 26. April. Wir lesen im »Monitcur« wie folgt: „Mehrere auswärtige Blätter haben die Angabc gemacht, daß daS französische Kabinct gemeinschaftlich mit dem englischen an Preußen eilte Aufforderuug zu dem Ende gerichtet babc, um diese Macht dahin zu dräugcu, daß sie alls ihrer Neutralität heraustrete. Wir habcu nicht nöthig, dieses Gerücht, als rbeu so jeder Begrüudung, wie jeder Wahrscheinlichkeit, cntbch» rend zu bezeichnen. Die Absichten PrenßenS könnten am allerwenigsten in dem Augeublicke, wo es durch Unterzcichnuug des let/ten Aktes der Wiener Konferenz neuerdings den von den Seemächten proklamirten Grnndsätzen zugestimmt hat, in Zweifel gezogen wer» den. Die deutschen Kabinetc sind über den Charakter und die Absichten der Politik, welche Frankreich und England bekämpfen werden, vollkommen aufgeklärt. Die Indcntität der Interessen verbürgt hinlänglich auch die Gemeinsamkeit des Handelns." Donaufürstenthümer. Die Truppenzügc aus Rußland nach dem Süden dauern ununterbrochen fort. Im Innern des Bandes werden ans den Veteranen Rcservcbataillons gebildet und zu den bereits bestehenden l?5 regulären Kosa« kenrcgimcntcrn soUen jetzt auch die irregulären Basch« kiren, Kalmuken u. s. w. unter die Waffen gerufen werden. Nußland. St. P ctc r s b u rg, 20. April. Das heu« tige „I. de St. Pctersbourg" enthält folgende Er« klärnng: „Mehrere auswärtige Zeitungen und besonders die „Times" in ihrer Nummer vom 11. April, haben behauptet, daß das Mobiliar uud die Effekten, welche vou dcm früheren englischen Gesandten in Ruß» land, Sir Hamilton Seymour, in St. Petersburg zurückgelassen wnrden, von der kaiserlichen Regierung konfiszirt seien. Wir sind ermächtigt, diese Thatsache formell zn dcmentircn. Neueste Post * Wien, 9tt. April. Se. köuigl. Hoheit der Herzog von Cambridge verläßt heute Wien, nachdem Höchstderselbc den Feierlichkeiten aus Veran« lassung der Vermälung Sr. Maj. des Kaisers ange« wohnt, nnd die Glückwünsche Ihrer Maj. der Koni» gin uon England dem Allerhöchsten Kaiserpaare dar» gebracht hat. Diese Sendung eines Prinzen des kö« niglichcn Hauses uon, Großbritannien znr Tbeilnahmc an dcr Feier eines für Oesterreich so beglück nden Ereignisses ist ein erfreuliches Zeichen der zwischen oen beiden hoben Höfen bestehenden Freundschaft. Der Prinz wird sich sicherlich überzeugt haben, wie sehr die Erhaltnng und Föroernng dieses Verhältnisses oießseits gewürdigt wird, und die Abscndung Sr. k. Hoheit selbst deutet zur Genüge an, daß man auch au dem köu. großbritannischen Hofe von den gleichen Absichten durchdrungen ist. Wie wir vernebmen, hat Se. königl. Hoheit der Herzog von Cambridge vorgestern die Ehre gehabt, Sr. k. l. apost. Maj'stät eilt Schreiben seiner crha» benen Verwandten nnd Königin zu überreichen. " Nach hellte zum Theile auf telegraphischem Wege cingelanfenen zuverlässigen Nachrichten ans Odessa v. 23. d. Mts., haben neun Dampfschiffe der englisch«französischen Flotte eiucu Angriff auf den Pratika.Hafen gemacht. Eine Batterie voll 4 Ka. uonen wnrdc zerstört, 8 russische und ein österreichi« schcs Schiff (die „^mlu ('ul^i inu"), welche im Hafen lagen, sind verbrannt. Die Stadt wurde mit Vom» ben nnd Brandraketen beschossen. Die Kanonade dancrtc zehn Stunden. (Ocst. Corr.) Telegraphische Depeschen. " Kopenhagen. 30. April. Nachrichten ans Stockholm zn Folge, hat Napicr nach der All» dienz bei Sr. Majestät deut Könige bereits a>n 26. jene Hanptstadt verlassen. 19 Schiffe liegen unweit Stockholm vor Anker. ______________ Druck und Verlag von I. v. Kleinmayr 6c F. Vamberg in i/aibach. — Verantwortliche Redacteure: I. v. kleinmayr H <5 Vamver«. I!n!)anH zur KmÜiaclwrSeitun^ V ö rsenb ericht aus dem ?lbendblatie der öfterr. kais Wienei-Zeitung. Wien 29. April Mittags l Uhr. Trotz der auswärtigen Verläufe hielten sich die Staatöeffet- b'/„ Metall, drückten sich von 85 '/, auf 85 '/., und schlössen zur Notiz lwhcr. Lottrric-H'ffcftcn wurdni höhcr l,czal>lt. B.int-?lfti(N waren fiauer. Lloyd-Aflien belilbt und höher. Nm'dlx'l'n-Afticn ^iu^u vm, 227'/, auf -'2«'/, zurück, und ho!,.» sick yinl Schluß irildcr auf d»'» Anfa»gSfoulS. ^llmdc N.ch l> l'al'lii bli größcrcr Nachfra^c und Mangel an Ware cmpsindlich «umzogen. Auch Mtallc warc« u>u '/. M. höhcr. '.'».»ü.ü'ü,» Ilü - Slu^duizl 1^7. — ^»aüliurl >67Vs. — Haml'urg !U1 '/^. - V».'l's»o. — üliuo,,'» 1>! 22. - Mm- ^ Iani> ! 4. — Hario ^ Brief. KtaatSschllldoerschreidungen zu 5 °/^ 85 '/,^85 '/,. dctto .. d. U. „ ^'/. 'l'.-Nl dctto .. ,. 4'/."/, 76'/.-?6'/. betto .. .. ^7« ijU'/.-«»'/. detto v. ^i. l»5U m. Äüctz. ^ "/» 8l)-»9 '/. detto 1«ä2 .. ^°/, 88-U8'/. betto verloste ^ °/, ^ — detto „ :^/» 55'/.-56 detto . 2'/.«/« ^3-43'/. drtto „ ^ "/» — — dettozu5'/,imAasl.vnzinSl — — GrundenUast.-Obli«. N. Oester. zu 5 °/. 84 7.-84'/, detto anderer Kronländcr 8^—83'/, Lotteric-Anlehm vom Jahre 18^4 22st—2!i7 detto dctto 1839 HU'/, ^"U'/, Äanco-Obllgatiunen zu 2 '/, °/, 57 - 58 Obligat, deö ». Ä. '.'>»l. v. I. 1^50 zu 5°/» UN—101'/, Vanl-^lltieu mit Bezug pr. Stück 11»N—>1U5 dctto ohne Vczug t 050-1051 detto neuer Omission V38—l)40 Escomptebaul-Akticn 90 '/,—!>l.»/. Kaiser Fcrdinandi'Nordbahn 227 '/,^227 '/, Wien'Gloggniher — — Vudwlis-Linz-Gmundncr 256—25» Preßb. Tyrn. Visenb. l. Emiss. — — 2. „ mit Priorit. — — Oebenbura-Wisuer-Neustädter 52 '/,—53 Dampfschlss-Atticn 5^0—543 detto 11. Emission — — detto 12. bo. 525—527 dctto des Lloyd 585—587 Witncr-Dampsmühl-Aclien <3?'/,—138 Como Nmtscheine 12 '/, —l3 '/, Esterhi.zy ^U ff. Lose 80 '/.—81 '/, Windischgräh-Losc 2«'/,—2t» '/, Waldstciu'schc „ 28'/.—2»'/, Keglcvich'sche „ 1U—10'/. Kaiser«, vollwichtige Ducat.n-Agio 407.—^!» 7,. Telegraphischer ltours« Bericht der Etaatspapiere vom I. Mai 1854 StaatSschuldverschreiduuam . zu 5 p(5t. »in CM.» 85 3/8 detto ......«41/2 „ „ 763/4 detto.......,4 ., .. «97/8 D.>r,el)en >»it Verlosu»,, v. I. »834. inr «00 ft. . . 227 1/s betto detto !83l>, ., «00 ., . . »lU . 115 1/2 Nf. 2 Mon^t. Augsburg, für «00 Guldcn Cur., Guld. 1^7 1/4 Vf. Ufo. Frank,»ll .,.M,, (!>lr I'^Ü ,!, ,M'l>. ^iicr) «ins W.,yr, »,l 2^ !/'<» ,l, st»,!, Gi.Ii'.» l37 1/4 Vf. 3 M'».». Ham»'»!,,, ,i'. kiuorxo. fllr 300 Toscauischc Virs, Mild. 133 1/2 Bf. 2 M.ma,. Londo», ,ür l Psund Sterling, Olllde» 13-24 Vf. .i M,'»,,l. M>ila„d, si», 300 Ocsteneich. >,'<>e, Guld, 134 1/2 Bf. 2 Mm.,l, Marseille, für 3«!» üranss". Guld. . 162 2M,',»,. Paris, für 3., . «, ISemmelteig) — >2 3 6 Semmelteig V - 22 2 6 Rocken-Brot !"',/, ^.^'^ ^ >ä 2 3 ^. Kornmehi ^. ^ Qblas>l>rot aus Nacv>. ^ ^_ z 7 3'> 3 „lehllliq vu!z;" ^"l"«' » - > ... ., l ,- ' _____________________l Getreid - Durchschnitts - Preise ii, iiail'ach <>m 29. Äpll! l854. Marttpreisc Magazins. Ein Wiener Mctzen ^"l!e. _____________^^ ^^^lü'st. ! kr, Weizen . . . _ ^ 7 56 Kukurutz ... ^ —. 5 26 Haldfrucht . . _ —. 6 54 Korn .... — _^ 6 40 Gerste .... ^. — 4 — Hirse .... -__ ^ 5 !2 Heiden ... — — 4 40 Hafer .... ^ — 3 — K. K. Lottoziehunsten." I» Hl!.>>: am ^«. April !K54: 87. «i> 4 3. 71. D>e nächste ,^ielnl,!q wird am lO. Mai «854 in Tnest geh>lten lver^en. Fremdelt-Anzeige dcr hier Annckummeucn und Abgereisten. D>>» 2« Apill !854, Hr. Aluo» Kl'ischbaumcr Edler v, Trel!ei, Gutsbesitzer, voi, Trlt!l „ach Graß. — Hi. friedlich Ei "st v. Wiltterthur — und Hr. Wilhelm HcUcei , beide Doktors der Mepi;i„, p»!, Trieft »ach W,c„. — Hr. Leopold Schmid, Ol-, der Medizi», von Wien »ach Florenz. — Hr, G. Psäffi„ger, k. k. Consul; — Hr. R. Backe, Advokat — und Hr, Trefford, Povalier, alle 3 von Wie>, nach Tri^st. — Hr, Josef o. GaU, Gutol,»s,tzl>r, vo» Grah. — H>'. Franz Zamberiin, Handel.^nal!n, voi, Wien "ach Verona. Ilebst 145 cmdcn, Passaglere». Den 27. Fr. Flanzi^ka Freiin o. KöingobiN!!», Kämmerers^actin, vo„ Gratz nach Trieft. — H>. Karl Alesch, t. k, Pestofflzial, von Brüli» »ach T'ieft. — Hr. Friedrich Brugsch, Dr. der Philosophie — lmd Hr. Friedlich Ehr,ftian Neichaidt, Missionär, I,>eide von Trieft nach Berlin. — Hr. Pelcr Maiinich, ^ chiffötapitän, vou Sissvr nach Trieft. - Hr. 1)»' Ioles Cantarulti, Privatier — und Hr, Adolf Spitzer, Handelslnanu, beide von Wien nach Udine. — H> Gewicht ! Preis Gattung der Feilschaft ^ Fleischgattunc, _________________________________^! Rmdsieisch ohne Z»>oage von M.'st- ^ Ochse» ...... ,_— 10 blü vo» ^uuochle», Stieren „. Kut>cn l — — 3 .'Xin0flc>!ch vum ^^«de . . . , . ' ^ 8 Bei exier Flb'^Uime i,»!or 3 Pflind l,at feixe Zoaal'e vom Hinierl'üpl' , Ot'erfulie,, >)t,l>>e,, und dcn v^rlH,,e.'n»'n b»> der Aüölchroliunq sich frqeb^ndc» AbfaU^n von Knochen, Felt und M.lls 3l.Nl; l'^i >!i>,r ^l)"ltt)»!»' von .^ t>is 5 Pfxnb bagsg^n sine die F>.i>cl'^r l'^rcchligll !>i.luo» 8 ^olli. >n>d bc> 5 t>is 8 Pfund, li» l)>>ll'rs 'Mlnd , u»d !oforl v.r!>all»liü!iaßiq zu^uivaqc,,! d»ch wire >il!sl>rulk,!ch verhol,l!» si> !'eieie!er -iuw^ss,' fr>!»dart!qcr?sll'!sch» thcile, a!s:Kalb-, 2lvas-, Svein , Fleuch >i, Vql. ^u b!'t>,e!,,n, W>r i,»imcr einr Fcillchatl nicht n^ch dcin t<>r,nas!,^en Preis, G»> ivil't, o^er !„ e>»ei !chlechi>re» od»r ond.r» Q«alilal. c>,k t>urch di, T^rc uor^l^,r!eb^n ist, vcrr>luf!, wirt> »ach »,„ b>>zehe»^en Vesitz^o l!»>iac!isl^)!l>ch d.ürall wcr»!,,. In wel^.r HinftH't auck das talttende Pu!'l>k»!i, aufaefaii'ert n'irt,, f><>' ri>' in Liefer Tac belle enil>a!tc,,e» ^l'llschafll'il auf fcine Welse »lrl>l, als dle ^>!hunq axöweiset, ^u l'e>l!l,le» ; jed>> Uel'>rl>^!!>,l>j al'l-r, n'eiche siG » Satzung erliliden so>>le, sossleich dein .^!>!i,isls>>le ^lll gesetzliche» Nellra-fu>>l, anzuzeigen, , D»'ln>t»,'l- Casolidi, Piwcui.'l' — lind >7»s. I.hann !Poiuaß>, ^aüdclöül.nni, beide voi Wie» nach Tiiest. — Hl', Aiitoü Pi»d!,'!,Hü, Plio.!ti»'r, von Wie» nach Mailand, — Fr, I^aoette Saodlec^ky, Printe, vo» Tiiest nach Ml!„cheü. — Hr Ialob Moiplllgo, Ha„-delsiuaini, l'0» Trieft i^ch Wien. — Hr. ^ohaun Aivedi, H.ni!>elslnc!!n>, l'on Wie» »ach Voona. Nebst 2l7 alldeil, Paff^ssierei,. Z"en: Vtehler, zlndwig. (ä,cisches Handdnch in kuizcl^ l5,zayll,nqm, l)il>l>schcli ln'n Kirche, nach dcm F>lNlzösischl',i dcs ^bkl» (^nziinil-. Leipzig ,854, « fi Veluu, P. Die ä5olttmmurnl)ril des geistlichen StlNld^S, oü'cr Bctrlichttiügm üb^r die 'pfiichtex dcs Clems. 2 Bände. Negensburg l854. 3 st. 20 lr. Hasel, Fr. Ser. Verwhnungsopfes. ,4 Vor- ticige. St. Pöltc» »854. l fi, 30 kr. Schmid, Fr, <2er ^hsistr.illiolisa <'» Hausbuch. 2 ^ande, Wien l«51. 2 fi. 9. 662. (l) Das bisher am alten Fleischmarkt Nr. 687 bestandene Brünner Manufactur - Waren Laaer von J. A. Ruthmauer ès Corns). in Wien, befindet sich vom 8. Mai an am Haarmarkt Nr. 731 und 73s im ersten Stock. ^, ^