LailmcherMMtung. Nr. 1l«. Vriin»mfiation«vrel«: Im «lomploil q«nz>. ft. I I. ball'!. N. .>>,50. Yür dle Zusttllnix, ins H«u« balbl, s>, li, 'Ml »cl PoN „an»j. N. 15., halbj. fl. 1.5,0 Tol!»eist»g, 23. Mai 3m. in lr. u. !. w. >in!er^ni,»ftfmpfl iedcem. »«»lr. «872. Aintlicher Theil. 10. Bulletin. In d«m Vefinden Ihrer l. Hoheit dcr durchlauch-Wen Frau Erzherzogin Sophie macht sich eine deut» Uchs, wenn auch nur sehr langsam fortschreitende Vesse» lung bcmcrllich. Wien. am 10. Mai 1872, um 9 Uhr morgens. Prof. v. Bambergcr m. p. Dr. Gicllam. p., l. l. Hofarzt. 11. bulletin. Die Vcsscrung in dem Befinden Ihrer k. Hoheit ber durchlauchtigsten Frau Erzherzogin Sophie ist an» daucrnd. Wien. am 20. Mai 1872, um 9 Uhr morgens, vr«f. v. Vamberger m. p. Dr. Viclka ^u. p.. l. l. Hofarzt. 12. bulletin. Nach einer durch leichte gastrische Zufälle etwas unterbrochenen Nachtruhe fühlt sich Ihre l. Hoheit die blllchlauchtiasle Frau Erzherzugin Sophie des Mor» Nens wol etwas matter, doch sind bisher leine weiteren Störungen eingetreten. Wien. am 21. Mai 1872, um 9 Uhr morgens, vrof. v. Bamberger m. p. Dr. Biella m. p., t. l. Hofarzt. Se. f. und f. Apostolische Majestät haben mit Aller, ^chslem Handschreiben vom 12. Mai d. I. dem l. k. «lldmarschall.Lieutenant August v. Fligely als Ritter °ta OrdcnS der eisernen Krone cvster Klasse auf Grund "r Ordenaslatuttn die Würde eines geheimen RalbeS '"it Nachsicht der Taxen allergnädigst zu verleihen geruht, Se. k. und l. Apostolische Majcsttit geruhten aller, gnädigst dem Obers«,, der Gtstütsbranche IuhannHor» Vä,th v. Szalabör, Kommandanten der Militär» Abtheilung des l. ungarischen StaalSgestüteS zu Mezö» hegyes, in Anerkennung seine? in dieser Stellung gelei» sielen vorzüglichen Dienste, den Orden der eisernen Krone dritter Klasse mit Nachsicht der Taxen zu verleihen (Merh. Enlschl. vom 9. Mai 1872). Se. l. und l. Apostolische Majestät haben mit Nllrr-höchst unterzeichnetem Diplome dem Guts« und Rcali-lütcnbcsitzcr Dr. Eduard Daudet als Ritter des Or> ^n« der eisernen Krone dritter Klasse in Ocmäßhcit dcr ^i'densstalutc» den Rilterstaud allergnädigst zu verleihen 8cruht. Se. l, und l. Apostolische Majestät haben laut Aller-Ochsten ssabinelsschreibens vom 10 d. M. dem Sekretär ^rer kaiser„ den Orden der eisernen Krone dritter Klasse mit Nachsicht der Taxen allergnädigst zu verleihen geruht. Der Minister des Innern hat im Einvernehmen ^lt den bethciliglcn anderen l. l. Ministerien den Herren nricdrich Orafttt Stock au, Dr. M. Illek. Leopold ^!'lttr v. MaciejowSli und Heinrich Grennik ^ Aewilligung zur Errichtung einer Aktiengesellschaft ""'" der Firma „Allgemeine österreichische Wisserleilung«-^ltllschaft« ,nil ^m Sitze in Wien ertheilt und deren Kalmen genehmigt. Der Minister deS Innern hat im Einvernehmen r. ^ be» belheiligten anderen l. l. Ministerien den Herren »sbwia. Fieiherrn von Villa-Sccca, Dr. Rudolf geheim und Leopold Edlen von Mende die Bc^ ^ ^sslmg zur Errichtung einer Aktiengesellschaft unter dcr j^'''a ..Wiener Gau-Akliengesellschast" mit dem Sitzt ^'en ertheilt und deren Statuten genehmigt. ^. Der Minister des Innern hat auf Grund der er« >Ntn^" Allerhöchsten Ermächtigung und im Einvernch. ,h 'nit den bclheiliglen anderen l. f. Ministerien den Tb/I" ^' ^- ^'- Friedrich ssubclla. Joseph Etrick. H^°°or Ng^^^ Philipp Silbcrstcin nnb Ludwig gzc ,.^Wetz die Bewilligung zur Errichtung einer Allien-»v^'^aft unter der Firma „Gant für Handel und He» it, 5f ^ Nicsengcbirgcs in Trautenau" mit dem Sitze lnltttxa», ertheilt und deren Slatuten genehmigt. Nichkuntlicher Theil. Zum Insglltch mit Valtzien. Die galizische Frage ist noch fort der lange ftoli-tische Faden, den die Parzen — die Journale — wei. tcrspinnen. Wir wünschen eS herzlich, daß dieser Faden nicht gewaltsam abgeschnitten, sondern ein brauchbares Stück Arbeit werde. Ueber die in der letzten Sitzung bes SuvcomitöS angeblich zum Ausdruck gelangten Ansichten will der „Czas" folgendes erfahren haben: ..Der Sitzung wohn. ten die Minister Wasser. Unger und v. Pretis bei. Das Subcomi!6 erötlcrte den von den Zeitungen angllünd'gten Aclioi'Splan in der galizischen Angelten-heil, und e» machten sich Stimmen geltend, daß dieselbe auf streng verfassungsmäßigem Wege nicht durchzuführen sei. Auf eine bireste Interpellation des Abgeordneten Herbst erwiderte Baron ^sscr. daß die Regierung über die formte Scite dcr Frage noch lcinen definitiven Veschluß gtfaht habe. doch war auS den Worten Sr. Exzellenz zu entnehmen, daß die Regierung sich vorerst noch nicht zur Urheberschaft de« neucn «ctionsplane? bclcnnen wolle. Dagegen erlliirte Baron Wasser beliimmt. daß die Regierung den galnischeu Ausgleich aufrichtig ansttlbe. daß sie die Arbeitt,, des Subcomit^s. sowie des Berfassunhs.AuSschusscS leincswrgS behindern wollc und sich freuen würde, wenn das Elaborat vor das HauS gelangte, wozu wegen dcr kurzen Lessionsdauer allerdings wenig Aussicht sei." Der „Sonn« und Feiertags.Courier" widmcl in seiner AuSaabe am 19, b. dem galizischen Ausgleiche einen längeren Leitartikel. D)s genannte Blalt erkennt es als ganz zweckmäßig, daß die galizische Frage nicht beseitigt, fondern auf die Tagesordnung gesetzt wurde. Eine starke Regierung kann mit Gegnern in die Schran« ten treten, und es ist die Aufaade kluger Staatsmänner, die Zahl der Gegner zu »ennindern und dieselben nach Mögl'chktlt auS dem verfassungSfcindlichtn in das ^age, der Verfassung herüber zu zich?n. Das Ministerium wird das Verdienst für sich in Anspruch nehmen lönnsi,, die galizischc Frage zur Erledigung. zm,i Austrag gebracht zu haben, sei cS. daß der c^lizische Ausgleich perfekt wird, sci es, dah das Au^gleichswcrl an den In> stanzen scheitert, die es noch durchzumachen hat. ..Die Methode, wclche die Regierung eingeschlagen hat." meldet der „sonn. und Feiertags.Courier," «er« scheint uns als die beste und dic sicherste, um in nicht allzu ferner Zeit zu jenem Zicle zu führen, daS ma« seit Jahren sucht und „ichl finden lunn. DaS Mini. sterium hat von allem Anfange an seinen redlichen Wil« lcn betont, mit-del, Polen einen Frieden zu schließen, der sie zu treuen Freunden der Verfassung machen würde; es ist ihm vollkommen esnst mit dem Nueglciche, dafür spricht schon dcr neuste Plan. Nun hängt es nur von d:n Polen ab. zu zclgcn, daß sie ernstlich cincn Aus» glcich wollen, baß ihre Opposition nicht rein willkürlich nnd launenhaft ist. kolltc sich letzteres herausstellen, dann werden wir nicht länger Zeit und Mühe an eine Arbeit wenden, die gegenstandslos ist, dann werden wir die Polen einfach znr Ruhe verweisen und unS um ?aunen unberechenbarer Politiker nicht weiter kümmern, diese Thatsache kann nur auf dem Wege konstatilt werden, den das Ministerium einschlagen wlll. „ES will nämlich in Verbindung mit dem Verfas. sungsausschusse deS rath kann endlich an die Lösung pralli» scher Fragen, an wirkliche fruchtbare Arbeit gehen.' Zm Hllresanslüstung. Der Vertreter des s. und.l. österr. ReichslrisgS. Ministeriums hat, wir dic ..N. Fr. Pr." berichtet, in der vor cinia.cn Tagln alWhalteu'r. Sitzung dcr HeertS-auerustungS-Enqutle folgende Erklärung abgeMn: „In der Berücksichtigung der von einzelnen Mitgliedern dcr Eliquete für Heercsausrüslung im Verlause dcr Sitzungen auSgtsplochenc» Ansichten siehl sich daS gemeinsame Krirgsminislerium zu folgender Erklärung bestimmt: 1. Der bestehende, mit dcr Gesellschaft Slene und Consorlen ycschlesfene Vertrag hat sich bisher in jeder Beziehung als zufriedenstellend erwicfcn. sowol in Rücksicht dcr Leistungsfähigkeit, als Sicherheit unb Solidität dcr Firmen. Infolge des angenommenen Sy» stlms der bezeichneten Otoßunternihmung wird auch für den erhöhten Bedarf i:i Kriegsfalle hinreichend gesorgt sein, nachdem infolge dcS Vertrages bedeutende Reserve» vorräthe vorhandcn und nach Maßgabe der verfassungsmäßig bewilligten Geldmittel bereits die Einliefcrung noch weiterer Vonäthc für Modilisirungszwlckc im Laufe des IahreS erfolgt, endlich für das nächste Jahr fernere Ergänzungen in Aussicht stehen. Zur Deckung eines überdies noch erforderlichen außerordentlichen Mehrbedarfes bci einem Kriege sind von seitr deS KriegSministeriumS besondere VorbcrcilungS'Maßnahmen eingeleitet. 2. Die im Laufe dcr Verhandlungen von einem Theile der En-quclc«Kommisfion angeregte Aufnahme mehrerer Consor» tici' statt einer einzigen Gesellschaft bkseiliat da« vom throretischen Standpunkte häufig als gefährliches Monopol bezeichnete, derzeit bcstthciioe System ebenfalls nicht, da mehrere Confortien im eigenen Interesse sich in der kürzcslcn Zeit fusioniren werden, wie eS die Praxis hinreichend lehrt. So fusionirten sich in letzter Zeit die Unternehmer für die Lieferungen der Werndl.Gewehre in eine Gesellschaft. Das Kriegsministerium hat hier dmch dic allgemeine Konkurrenz den Preis der Gcwchrc ljerabdlückcn wolün, A. Auf die allgemeine Konkurrenz zurückzugreifen, wie die Schlußansicht dcr einberufenen Herren EnqmwKom-missionsmilglieder wutct, vermag das KriegSministerium mit Hinblick auf die traurigen Erfahrungen frühenr Jahre, welche allgemein bekannt sind und den Anlaß zu einem neucn. von den Delegationen angenommenen öystcine gegebn haben, nicht einzugehen, ohne sich einer schiocren Verantwortung auszusetzen, weil damit die Schlag-fertigkeit des Hccies gefährdet würde. Die Phras: ler allgemeinen Konkurrenz klingt recht gut in der Theorie, sltzt aber in dcr Praxis ganz andere Elemente voraus, als dermalen vorhanden sind; ebenso wie die Theorie des reinen Freihandels. England ist für scinc Armee von der allgemeinen Konkurrenz ebenfalls abgegangen, und Nordamerika hat zur Zeit des letzten Krieges mit dcr allgemeinen Konkurrenz die traurigsten Erfahrungen gemacht. Gestützt auf die reichen Erfahrungen und mit Rüchsicht auf die E, Haltung der Schlagfestigkeit deS Heeres sieht sich daher das Kriegsministcrium veranlaßt, zu crlläien. °n dem damaligen MonlUlSbcschaffungS-Systeme, beziehungsweise an dem mit dein Eorsoilium Slcnc abgeschlossenen Vertrage festhalten zu müssen. Sollten übrigens seitens der Delegationen ein anderes System nnd dic Kündigung dcS VertiageS beschlossen nnd hienach ein Antrag gestellt werden, so müßte daS KrieqSministcrium jede Verantwortuna. welche au« den ,'nchllicilia.cn Folgen einer solchen El)jlclii5äi!oerung entspringen würde, ablehnen Abcr auch im Fallleiner Kündigung des Skcne'schcn Vertrages winde nichts «mdcrcS clübligen, als ebenso wi: England im ausqcdthntcsten Maße zur ürarischcn Regie zu übergehen, ein System, daS bekanntlich, abgesehen von den natürlichen Störungen und Stockungen, welche bei jedem Wechsel in der Wesenheit auseinander» gehender Systeme eintreten müssen, einen großen Ver-waltungsapparat erfordert, größere Gelriebsooi rathe und die Nothwendigkeit vielfach hemmender Kontrolsmaß» regeln bedingt. Die Einrichtung dieses Regiesystems würde endlich wieder eine geraume Zeit in Anspruch nehmen und gewiß für die ersten Auslagen einen nicht unbedeutenden Mehranfwand herbeiführen, außerdem aber auch noch die sogleiche Ablösung der als KriegSrcferve-vorrath erliegenden Waaren^aution im Werthe von circa drei Millionen Gulden unabweislich machen." ZUM Vllsahren in Pllßsachrn hat Se, Exzellenz der Herr Iustizministcr Dr. Glaser folgenden Erlaß an dic Obtr-Stalltsanwallschafttn gerichtet: „In Fällen, wo auf Grund des tz 6 he« Gesetze« übcr daS Verfahren in Prehsachen Bejchlagnahmen von Druckschriften, insbesondere von Zeitungen erfolgten, ist eS wiederholt vorgekommen, doß die Herausgeber und Redacteure derselbm seitens der Staatsanwaltschaften üb?r deli Grund der Beschlagnahme in Ulikeimtnis ae-lassen und h,«dnrch ve, leitet wurden, bei der hlrauSssnbe rintr nruln Zeilungsnummer in dieselbe Gesehwidrlglrit 832 zu vllfallcn, welche dil frilhcrc Beschlagnahme veranlaßt hatte. „I-, denn Fällen, in welchen die Veröffentlichung eines auswärtig:» Druckschriften culnommcren Aussatzes strafbaren Iuhaltes den Grund der Beschlagnahme bil dete, wurden dadurch, daß über diesen Grund mchtS be-lelnnt geworden war, nicht scltcu auch die Herausgeber und R^actemc anderer Druckschristen in die Lage ge« bracht, die inlrimi^rttn Stellen zu veröffentlichen und cinc die Beschlagnahme nach sich ziehende strafbare Handlung zu begehen. „Solchc Vorkommnisse machcn dic getroffenen Per-sonen gn.eigl, de» Staatsanwaltschaft die Verantwort« Uchtcil für die also veranlaßten gesetzwidrigen Veröffentlichung» ul.d für den Schaden zu;uwälzen, welcher ihnen aus der Bcsä,lagnahmc eines au6 Uülenntnis der Gründe cmcr it'cchlagnahmc veröffentlichten WerleS oder Blätter erwächst. „Ho ist daher sowol zur Wahrung deS Ansehens der Staaledctiördcn als durch im Interesse der gesetzlich zulässigen freicn Bewegung der Presse in hohem Grade wünschenewerll), daß solchen Vorkommnissen und den daraus abgeleiteten Beschwerden der Herausgeber von Druckschriften so viel als möglich vorgebeugt werde- ..Allerdings läßt sich nicht verleimen, daß die Staatsanwaltschaft nicht immer in dcr Lage sein werde, die Gründe cmer Beschlagnahme im Momente derselben in ihrem vollen Umfange bclanlttzugcben. Bei der Nasch« heit, mit welcher die Beschlagnahme ausgeführt werden muß, wenn sic Elfolg haben soll, ist es nicht immer möglich, sofort zu übersehen, oli nicht mehr als ein Theil d«r Druckschrift gegen das Gesetz verstoße. „Nlcht mindcr ist es Nchlig, daß die gesetzliche Qualifikation der strafbaren Handlung, wclche die Bc-schlagnüymc bekundet, nicht in jedem Falle sogleich mit solcher Bestimmtheit wird angegeben werde:, können, daß die Uebereinstimmung dieser Angabe mit dem Antrage und dem gerichtlichen Erkenntnisse auf Bestätigung der Beschlagnahme vollständig gesichert werde. „DieS kann jedoch nicht hindcrn, daß der Grund der Beschlagnahme einer Druckschrift den Vctheiliatcn wenigstens foweit, als er bei der Vcrhänaung dicscr Maßregel sür die Staatsbehörden maßgebend war. be-kanntgcgcden und auf dicse ?lrt den ob;n geschilderten misllchcn Konsequenzen innerhalb der Grenzen der Oe> richlsbarlclt vorgebeugt wcrdc. „Aus diesen Gründen ersuche ick die l. l. Ober« Staatsanwaltschaft, die ihr unterstehenden Staatsan» waltschascen anweisen zu wollen, daß dieselben in Fällen der Beschlagnahme von Druckschriften — möge dicse Maßregel von ihnen im eigenen Wirkungskreise velfügt, oder ihnen von der einschreitendtn SicherheilSbehürdc zur weiteren Amtshandlung angezeigt worden sein — die betheili^trn Parteien von dem Grunde der Beschlag» nähme sowcit in Kenntnis setzen, daß sie ihnen auf Ver« langm den Aufsatz strafbaren InhaltS. jedoch ohne An» gäbe des dadurch verletzten Strafgesetzes, oder daS Folm» gebrechen, wodurch die Beschlagnahme hervorgerufen wmdc, im allgemeinen bezeichnen, dabei aber den aus drückllchcn Vorbehalt machen, daß hiedurch die Gellend' machung eines aus der genaueren Prüfung 4cr Druckschrift sich ergebenden weitern Grundes der Beschlag« nähme in keiner Weise ausgeschlossen werde." Die Mcuvcrsolgung in Orient. Die Grausamkeiten, die Exzesse und Attentate, w-lche in der jüngsten Zcit gegen die Jude» in Rumänien und Smyrna verübt wurden, haben die Mitglieder ce^ wicner Kultus.nnnde m ein: gioß: AasrcMlg ersetzt, und es fand aus diesem Anlasse vor slniaen Tag:n eine Versammlung von sehr angesehenen Personen au.' dieser Gemeinde statt, in welcher die Mittel und Wege berathen wurden, wie einerseits den Verunglückten namhafte Unterstützungen zukommen können, andererseits aber auch nach dem Muster der pariser „Alliance israe-tite", die bedeutende Erfolge aufzuwe's.n hat, in Wien mit behördlicher Erlaubnis ein Verein zu gründen wäre, der sich nicht nur mit der bedrängten Lage der israelitischen Bevölkerung im OrinU zu beschäftigen, fondcrn hauptsächlich für den moralischen Aufschwung derselben zu Wirten haben wird. Die Gründung eines solchen Vereines wurde zwar schon vor mehreren Jahren ange-strebt, doch war damals die Idee vorherrschend, sich an die pariser „Alliance" anzulehnen und gewissermaßen eine Filiale derselben zu bilden. Der Plan scheiterte jedoch damals, weil es die leitenden Personen angesichts dcS heranziehenden, kriegerischen Gewitters nicht thunlich fandc-i. mit dem französischen Verein in direkte Verbindung zu treten; dann aber auch anf eine Anfrage im im vertraulichen Wege vom Ministerium die Andeutuna gegeben wurde, daß man bei den bisic"» Willcn übcr die Bestimmungen deS Verems.iesetzeS nicht hinausgehen kann, welche eine solche Vcrdmdung nicht gestatten. Nunmehr soll in Wien ein selbständiger, inländischer Verein, ähnlich denen von Berlin rmb London ms Leben gerufen werden, welche bereits eine ssgcnSreiu ' Willlmg enlfal-ten. Im privaten Wege werden bercüs namhafte Snm< men für den in Wien zu gründenden israklitisch'orienta« tischen Verein gezeichnet. 'Politische Uebersicht. «aibach, 22. Mai. Die preußische Regierung sieht sich, wie die offiziösen berliner Korrespondenzen berichten, dnrch die Verschleppung der Kreisordn nngS-Vorlaac im Herrenhausc in allen ihren Dispositionen üd«r deu Gang der parlamentarischen Arbeiten gestört, und cS heißt, daß auf Mittel bedacht genommen werde, dcn Verlegenheiten in irgend einer Weise ein Ende zu machen. Man geht damit um. das Abgeordnetenhaus womöglich noch im Laufe dieses Monats emmberufen, um sich üuer eine Vertagung auf vier bis süilf Monate zu verständigen, so daß man ill» Herbst dann wieder zusammenkommen und die Berathung der Krci^ordmma. flX's.tz.n iölmtc, während man dic Vorlage, bliebe si< beim Schluß der Session unerledigt, in emcr neuen Session noch einmal im Aligeovcnclclchause durchdcralhcn müßte. Zu einer solchen Vertagung gehört jedoch die Zustimmung beider Häuser des Landtags, und man ist gcspannt, wie weit daS Herrenhaus darauf tingeln Möchte — In feinem Schreiben an das Präsidium dcS Reichstages erklärte Fürst Bismarck mit Berufung auf dcn ihm von, Kaifer gewährter 'Urlaub, er müsse sich einige Zeit von den Geschäften zurückziehen. Der Reichskanzler bezeichnet Delbrück als seinen Stellvertreter. Der bairische Iustiiminister Fäustle hat mit den übrigen Staatsministern über die Jesuiten bclreffende Vorlage an den Reichstag eingehende Berathungen ge« pflogen. Noch immer ist in,Frankreich die Ansicht vor« herrschend, daß Unterhandlungen zwischen Versailles und Gerlin in betreff der eventuellen Abkürzung der Occu» pation französischer DepaltmientS im Gange seien. Graf Armin hatte am l(i. einc lange Unterredung mit Thiers, auS der man in V:rsailleS gute Hoffnungen chöpit, !l,'cmi man anch für die nächst«: Zeit noch lein definiliocs N^sullat erwartet. Aus Berlm wird über den Stand dieser Al,all^enhcit von unter»ichletcr Scilc be« richtet, daß Finst Bismarck am 18 d. d-m franzö« fischen Botschafter die ausdrücklich,: Erklärung ulglgcden hat, daß die Rmnnnüg der ri»ch desetzlen DlparlcmentS vor dem im frankfurter Vert,agc feslnesetztcn Termine erfolgen kann, falls ein ModuS gefunden wird, die Zahlung der drei Milliarden entsprechend zu beschleunigen. Nur würde auf einfache Wechselzahlung die deutsche Regierung sich nicht einlassen. Die „Nuova Roma" schreibt mit bezna cms die Reise des italienischen Kronprinzen Humbert nach Berlin: „Eine Depesche meldet uns. daß man dicse Gegebenheit in der Hauptstadt deS deutschen RcichcS mit großem Wolgefallen erwartet, und auch Italien, können wir beifügen, wird mit Vergnügen sehen, wie dieser lUlie Beweis herzlicher Freundschaft und Achtung zwischen zwei Nationen ausgetauscht wird, welche, sagen wir cS offen, dazu bestimmt sind, gemeinsam auf der Bah" des Fortschrittes, der Kultur und Macht weiterzu.iehc".'' Die „Correspondcncia" meldet aus Madlid, daß demnächst cinc Interpcllalion über l^ Vcl hallen der franzöfischen Grenzbehördcn, welche den Carlisten in auffälliger Weise Vorschub leisten, im Eon-gresse emgebiacht werden wird. Dasselbe Blalt schreibt, daß infolge der strategischen Bcweglmgcn des Generals Mcniolies die Bandc Cuivilla's sich üach mehreren Nich" tungen hin vertheilt hat, um einem Gefechte auSzU» weichen. Nachrichten von der spanischen Grenzt lonstatiren. daß 5< bis 6000 Carlistcn in Biecay» stehen. E? wird ein entscheidender Schlag erwartet. Die spanische Regierung hat den baslischcn Provinzen die Integrität ihrer Privilegien gewährleistet. — Bei den in Biscaya befindlichen Banden lomn.en Desertionen vor. Zahlreiche Insurgenten stellen sich. um ihre Was" sen niederzulegen. Mehr als 4000 Mann haben sick nnterworfen. Der Ehef der Earlislen, Urbari, ist todt. In den anderen Provinzen dauern ^i: Unleiwerfunac» forl. Die Banden verschwinden. Am 18 d. nachmittags wulde der Storthing' in Norwegen im Auftrage dcs KVnigS dlnch dn>-stcrinm der öffentlichen Arbeiten und Äcssim Bey Präfelt uon Slambul, Die neuesten chil.csischcn Posten mcldcn die dem"-' slslilndc Vermählung dcS nunmehr („ach chmesis^r N chlllmg) 17jährigcn Kaisers uon Ehina, «lner Wrllausstlllung 187^. Die verschiedenen Gruppen der n. ö. Landeololtt-mission halten fast täglich Gerathungen. Die G'Uppe l2 (für graphische Künste) hat in ihrer letzien Sitzes beschlossen, sich durch Fachmänner zu verstärken. — AllH zur Ornppe 14 (wissenschaftliche Instrumente) wertt" Fachmänner herangezogen. An der neulichen Berath»»!!, die der Betheiligung der Erzeuger von mathemalische'', physikalischen und chemischen Apparaten so wie chirurssl-scher Instrumente gewidmet war, nahmen als Erp"" die Herren: Hofrath Herr, ReaiernngSralh Slepl>n', Piofcfsor Picile. Oberst v, Ganahl und die Prosessore" Püha. Ecßncr. Weiß, u. Lang, Pielo, Oppolzer, Alcf> Bauer, Landesschulralh Krisl theil. Im Interesse der 'smlMlml. Klcidertrachten im Alterthum. Von Heinrich N s m u s. Daß jedes Voll, selbst das rohcste, seine eigenen Moden, im weitern Begriffe, hat, dürfte eben so be-tatint sein, als daß die Mode im beschränltern Sinne auch bei ihm herrscht, ihr Wechsel aber und ihre VuS« dchnuna von dem mehren oder mindern Grade der Bit» dung, der Industrie und des Reichthums eines Volkes, sowie von der geographischen Lage und der politischen Einrichtung eines Landes abhängt. Immer abcr und überall ist sie vorhanden, denn jeder will sich nach seiner Nrt und Weise schmücken und kleiden. Es gehört daher die ganze Befangenheit und Schwerfälligkeit mancher sogenannten Philofophen dazu, um unbedingt das Ana< thema über die Mode zu sprechen; statt nur dann st« zu tadeln, wenn sie zur stutzerhaften Narrheit und so weit getrieben wird. daß darüber wichtigeres versäumt, der Verfall des häuslichen Wolstandes herbei-geführt und die Nebensache zur Hauptsache im Leben ge> macht wird. Für heute wollen wir uns mit der Kleidung der alten Römer besass««. Nur in Nebendingen war die Kleidung der Römer wie auch die der Römerinnen dem Wechsel der Mode unterworfen, im wesentlichen blieb sie bis zum Untergang der Republik dieselbe. Zuerst nennen wir die „Toga", denn sie ist unzweifelhaft als daS älteste und damals einzige Kleidungsstück anzusehen, wcnn euch schon um dieselbe Zeit der „Tunica" Er- wähnung geschieht. Daß die Tunica von den ElruStern nach Rom verpflanzt worden, leidet leinen Zweifel, denn gerade von diesen Völkern wurde sie ebenfalls als einziges Kleid am bloßen Leibe getragen; jedoch gehörte sie bei den Römern nur für daS öffentliche Leben, im Hause legte man sie ab; auch war sie nur dem erlaubt, d?r das Bürgerrecht erworben, der Verbannte, der Fremdling durfte sie nicht tragen. Als aber immer mehr die Be» deutlma des römischen NamenS schwand, kam auch die Toga außer Gebrauch. Ueber die Form und den Umfang der Toga ist viel gestritten und doch wird sie von römischen und griechischen Schiiftstcllcrn «leichzeitig in so klaren Umrissen dargestellt! Horaz bezeichnet zwar eine sechScllige Toga schon alS eine sehr weite, allein konnte wol mit drei Ellen Breite ein so reicher Faltenwurf erreicht werden, wie die Römer denselben schon zu AligusluS Zeiten liebten?» Daß diese Kleidertracht rund gewesen, aber nicht viereckig, ist gewiß, nur muß sie einen arößeren Kreisabschnitt gehabt haben. DaS umwerfen der älteren Toga geschah so: Der einc Zipfel wurde über die linke Schulter nach vorn geworfen, daß die runde Seite nach außen fiel, das Gewand selbst aber hinter dem Kölper weg über die rechte Schuller gezogen und zwar so, daß der Arm darin wie in einer Binde ruhete, während der ganze übrige Theil der Toga über den vordern Theil des Körpers sich hinwegliehind. wieder übcr die linke Schulter fiel. Der zweite Zipfel hing über den Rücken hinab, und der linke Arm wurde von dem darüber fal» lenden Gewände bcdcckl. Viel schwieliger war eine zweite Art deS UmwurfS der Römer, welcher mit einer überaus weiten Toga ge- schah. Dies Gewand wurde zwar auch in der eben an-gedeuteten Weise übcr die linke Schuller geschlagen, aber so, daß der mit dem Zipfel vorn überhängende Thc'l viel weiter, bis anf die Füße hinabreichte, mitunter b>s auf den'Boden und der linke Arm schon durch diese« Wurf völlig bedeckt wurde. Dann zog man die Toga hinter dem Rücken wl-g nach vorn und faßte fie ctwa in der Mille ihrer Wcitc faltig zusammen, so daß der obere Theil als „SinuS" herabfiel, der d?n untern Lew und die Schenkel deckte. Der übrige Theil wurde da»'N über die linke Schulter und den Arm geschlagen, dcr nun doppelt bedeckt war. An den Zipfeln waren lMB Quaste oder Knöpfchen, die entweder zur Verzierung dienten, oder bestimmt waren, durch ihre Schwere das Gewand niederzuhalten. Endlich wurde ein Theil ^ vorn herabhängenden Gewandes unter dem schrägn Faltenbausche hervorgezogen und zwar so, daß ^ "" ein kleiner Sinu« über dcn Bausch hing. Die-Fa'" der Toga war weiß, nur Knaben trugen mit Purpur-streifen verbrämte. Später war eine wgu purpm-o. Auszeichnung dcr Kaiser. Eäsar trug oiellelcht die er^c. Unter der Toga trugen die Römer die Tunica, anf""^' lich ohne Aermel, dann mit kurzen, die Hälfte dcS 0^ arms bedeckenden Aermeln, später bis an dic Hände r ctnnde. die jedoch selten vorkommen. Wer gegen o Kälte empfindlich war, zog auch wol mehrere Tlu"c» übcr einander. Vorn und in dcr Mille der Tunn , vom Halse bis zum untern Saum, trug man e< herablaufendcn cmacwcblen Purpurstreifen. UnM Brust wurde die Tunica gegürtet. Man könnte frag' zu welchem Zwecke, da schon die Toga den untern ^ der Tunica ganz verbarg; allein wir müssen vedenw, 834 großen Eeeverlehre genügenden Hafens mit mißlichst gerin» gen Kosten und ganz unabhängig v»n der EUdbahn ge« staltet Diesen unumstößlichen Kardinal» Bedingungen , auf welche» die Vlllroickluug und die Prosperität dcq wichtigen Handelsplatzes Tricst, die handelspolilische Vedeutunq des österreichischen Territoriums fur den ganzen europäischen Eontment und endlich auch die Lebensfähigkeit der mit großen staat«fina»zü'llen Opfern lonzessionirlen Kronprinz Üiudolf-Vahn beruhen, entspricht aber in ganz eminenter Weife die projellirte Eisenbahnlinie 3aunSdorf»Lack'Prä» Wald - Triesi, welche nicht nur die kürzeste, billigste und technisch günstigste "'Verbindung von der Nord« und Nord-westgrenze der Monarchie bis Trieft gewährleistet, sondern auch als dic Basis der sudöstlichen Fortsetzungslinien nach Pola, ssarlstadt, u»d von da aus einerseits nach Dalma-lien, andererseits zu der boSnisch-rumelischen Vinie betrachtet werden muß. (Fortsetzung folgt.) — (Das Mai fest) im Kafinorestauratiousgarten aus Anlaß der Verlobung der kaiserlichen Prinzessin Erzherzogin Gisela mit dem Prinzen Vuitpold von Vaiern findet bei günstiger Witterung heute abends bei glänzender Beleuchtung stall. Der Name Vhrfcld bietet uns Garantie fUr die wllrdige Inszenirung des patriotischen Festabends. Auf zahlreiche Theilnahme lann um so be» rechtigter gehofft werden, als der thälige Restaurateur Herr Ehrfeld den Neinertrag dem hiesigen Elisabelh'Kinderspilals» fonde widmet. — (Se. l. Hoheit Erzherzog Karl Ludwig) sind am 21. d. auf der Reise von Trieft nach Wien mit Exttazua. hier durchgereist. — (Vom Genera late.) Se. Ezz. der Kom« maudirende Herr FM^, Baron John ist von seiner In« spellionsreise am 19. Mai nach Oraz zurückgekehrt. — (Die Gemäldeausstellung) im landschaftlichen Sale wird nur nach kurze Zeit den Äugen d«r lunstfreundlichcn Bewohner Laibachs zugänglich fein. Wir richten im Interesse der Kunst an das Publikum die Mah. nung, die gUnstige Gelegenheit zur Anschauung der auS» gestellten Kunstwerke noch im reichsten Maße benUhen zu wollen. — (Die gestrige Offiziersg." erzählt, der Präsident der laibacher Kammer, Herr Suppan als Gast anwesend, und wurde in Privalgcsprächen die Eisenbahnfrage Predil.^ack erörtert. Ein Antrag eines Kammerrathes, die wiener Kammer möge sich in bezug auf die Traße im Sinne des Beschlusses der laibacher Kammer aussprechen, wurde der betreffenden Section zur Nerichterstatturg zugewiesen. — Der Deutsche Verein in Klagensurt faßte am 19. d. mit Slimmencinhelligleit fol« gende Resolution: Der Deutsche Verein erlcxnt eS in Anbetracht, daß die Vertehrsinteressen ObcrlärntenS nach Ita» Uen und Trieft durch die italienischerseils sichergestellte Ponleba^Bahn vollkommen gewahrt werden, als eine gemein, same Sache der Deutschen in Kärnlen, die Herstellung der ^ck.Tervola'Triester i'inie mit ihrer eoenlucllen Forlsehung über die Karawanlen nach Kärnten mit allen gesetzlichen Mitteln anzustreben. — (Fräulein Wihelmine Krägel) feiert im Belle.Nlliance-Thealer in Berlin Triumphe. Wir entnehmen aus einem berliner Vlalte folgende,Stelle: Augenblicklich gastirt hier Frl. Wilhelminc Krägel vom landständischen Theater in Laibach. Wir faheu dieselbe am Dinstag als Jane Eyre in dem Birchpfeifferischen Schauspiel „Die Waise au« Lowood". Schon in der ersten Abtheilung bewies sich Frl. Krägel als eine hervorragende, reich talentirte Schau-, fpielerin; sie gab daS sechzehnjährige trotzige und doch lie» benswerlhe Mädchen mit vorzüglicher Nalurwahrheit; ihre Sprache war eine einfache, aus dem Herzen quillende und eben deshalb umfomehr zu Herzen gehende; namentlich ge» lungen war die letzle Szene, in der der haß gegen Mistreß Need alle Bande durchbricht und einem lavaartigen Strom gleich aus ihrem Herzen quillt. Frl. Krägel fand hier wolverdienten stürmifchen Beifall und Hervorruf. Aber auch in der zweiten Abtheilung, wo sie das in harter Lebeusschule gebildete, erfahrene Mädchen wiederzugeben hat, war ihre Darstellung eine vorzugliche- ihr Spiel war ein reich nliancirleS, entbehrte aber in keinem Moment der entsprechendsten Natürlichkeit, ebenso trefflich wie das hervorbrechen des Hasses wußte sie da« der Liebt in der letzten Szene mit Rochester wiederzugeben. Die Gastin wurde auch in der zweiten Abtheilung durch reichen Beifall und Hervorruf ausgezeichnet, und dllrfle dic Dnellion mit Gewinnung dieser Kraft einen entschieden glücklichen Griff gethan haben. Neueste Post. (Onginal'Telealauml der „öaibacker Zeitung.") Wien. Tit. Mai In den gefahrdrohenden Krankheitserschcinnnsscn der Frau Erz« Herzogin Sofie trat im Verlaufe deS Tages keine wesentliche Besserung, auch keine Ver schlimmeruug ein. Pest, 21. Mai. Offiziös wird dementirt, baß im Schoße des Ministerium«« irgend wllchc Differenzen ob< wallen. ES herrsche vollständige Uebereinstimmung und alle gegentheiligen Nachrichten werben als erfunden be» zcichnet. Pest, 21. Mai. Nach einem dem pester Vürgcr. mcislcr zugekommenen ViilnstcrialCircus^r w!id der Reichstag für dcn I. Scplcmlicr eiiidcrufcn und der Zen-tral.Wahlauöschuß anfnefoidell, dasür Sorge zu tragen, daß die Wahlen vor der Ernte Iiccndel werden. Washington, 21. Mai, Die Repräsentanten-lammcr Hal cine Resolution lma.cl,omnicii. w.lche den Pläsidmtcl» anffoidert, ycmeinschafllich mil Ilalien ye^en dic den Israelite», Rumäniens widerfahrenen Unbilden zu piottstiic!'. Telegraphischer Wechselkurs nnm 22, Mai 5pliz MetaNilince 64.70. - s.pliz Aalloual-Aül-Hln 72,10. - 1860er s!aa!«-?l!!lcl,rll 103 - Vuul-Nltls!, i<33. - Klfdil Nflie»333 50. - London 113.25.— 3>ill,e, III.4'). - K l Mun, Dullen 5.4). — Nüvoleon«d'or 9.02. Angekommene Fremde. Am 21. Mai. R5>^l»»< Graf Wurmbralid. Sleiermarl, - V^ron Taufsrer, Wcixe!b»rss. — Varon Eodclü, Oürz. - Riüer u. Höckrl, Wien. . Fran Krod mil Tochter, Kraindurss, — Nnlonio Sambo, Trirst. Biualo, Navc»a. — Äologh mit Frau. Gin». — Pirrann, Äerlin. — Merluzzi, lldine. - - Hrrnoea, Tröcncc. — Sissmnnd, >«fm.. Gollschcc, -- Hortig. Fiumr. - Zabel, Nixdorf, Ails;s,!^, Postmeister, i'eeß. «T»,«t NR l«^,,. Masss«. Wmi. Blrlihanser, Kaufin.. Wien. — ShiSzrleuyi, Villach — Zmaintt N. »»d Zwanut Iuh., Gollschce. - M. Nillrr v. Tomasini, Hosralh, Trissl, - Aedcril, Asch. - Schiefurr, Graz. - ^agodilz, Tnrst. »«««>> ««,»,»,»«. Äiholzcr. Kai's'N.. Trirst. — Haidea, Pri, ^at, Graz, - Duibaillti, .^au<»'., Fiumr. -- Vogel, l l. Lieil' tcnanl. — Proili, Kausu,., G^rz. - ^'cilncr. Kanfm,, Wici,. Kalla's nn!> Volköwiuoschasiliches. '/ai!»ach, 2^i. Mai. Auf dem heüüye» Mnill, si»d el- schienell: 3 Wagc» »nil Gelreids, 4 Ways» lüil Hni und Slroh (Heu 2<; Ztr., Slloh 3! Ztr.), 3l Wagr» und 3 Schiffs ^17 Klastei) m'll Holz. 1 3 48 M'lch pr. Maß -10 — has«-! « 2 20 2 22 Nilidslsijch pr Pfd i!« - -Haldsriichl .. -------! 5 52 Kalbstrisch ,. ^7------- 5->fids„ „ 4.- 4 20 Schweinefleisch „ 87, — Hirse « 4_. 4 10 Schöpsrl'flr'sch „ -Itt_ _ Kllturuy „ 4 40! 4 74 Hahndcl pr. Stilck — 80^ ^ Erbllpsel „ 3 20!------Taud«, „ IX------- Nüscn ,. 6__. — Heu pr. Lmtner ,20 Erblc» „ 6--!— Stroh „ l — . F>s°!tü „ 6 10-------Ho,z.hllrl.,pr Klft. -- «<;,> Rilldsfchmal, Pfd - 5»3!-------------- weich-,?. 22" —4,^ Schweillrschmlllz „ —46-------Wtiu, roth., Oim?r ,4 ^ Speck, s-.ilch'. „ -.38!— - — weihll ^ -----!,2 -- s.eräuchsrt „ — 42'------- l 9l,,l>olfH»rerth, 2l Mai. Die Dllrch'chüittS-Prsise NrNlen sich u»s orm hrullgr» Marltl, wie folgl: fi. lr. sl. ,r. Weizen per Msheu 6 60 Vutler pr. Pfnnd . — . Kor» „ — — Eis? pr. SlUck . . - -^ Gerstc „ 3 70 Milch ftr Mah . — W Haser „ 2 20 Rindfleisch pr Pfd - 24 Halbsluch! „ ü 7l, Kalbfleisch „ — 2« Heiden „ ^ Schweinefleisch „ — __ Hirse „ ü - Schöpsenfleisch „ — _ Kulurutz „ 5 — Hiihndrl pr. StUcl — 30 Erdapfel „ — — Taubell „ — -linsen „ — — Hin pr Esnwrr . 2 — Erbsen „ — — Stroh « . — 80 Fisolen „ . 9 <;0 Holz, harlti, 32". Klst 6 — Rindsschmalz pr. Pfo — 5>0 — weiche?, „ — — Schweilieschmalz « 5»5 Wein, rother, pr Eimer 10 — ^peck. frisch, __ _^ __ wslsttr « !< Speck, geräuchert Hfd, — 4"l ! 2 4 windstill 'hcittr ,2l 2 , N. 732«^>27» SW. niäßia. halli^iler 0,.« 10 Nb. 73s«? ^184 SW. mäßiss grüßlh. Imv. l«lIMg 732lz< ^-10.« SWschw. Real,, 22. 2 „ N, 73l..,e ^-27.« SW.;, start z.Hälslebew. '' '-' l,0„ Ab. 734.1X N«« SN.schw. grosjlh. bew. ^'ll'" ! Den 21. zlimhmendc Newölluna. Der crsrhulc Rl^,, ft<-lltc sich iu der N.ich! »ach 10 Uhr ein. Den 22. nachll« Rsg/» l'i<< ^ ? llhr niorgriiß aiililllttüd. Ora/n Millaq A»flicitc2!ll!g, i)lach-miuags ziemlich windig. Das voraettiia/ TngsSinillel der Wilrixe lim 4 4"; t>aS sssstrissl'^ <5'7", »m 04" ltbrr dem Normale. ! ^slllinuorüichrr ^sdacteur: ^en»« 0. K l e > n m a y s. Für die bewiesene lirbsvolle Theilnahme während ocr langen, schmcr^vollrn Kranlhsil uoscrrS innigst' geliebten Sohnes, bfziehll!igi>wrlse Vrnders und für die zahlreiche Brnlsiülna. zur letzten Ruhll stalle banlen lirsglfilh!« Ellern; Grschwistss. >>).., , ... 2Uic» 2l Mai. Die Aijvse war für Anlagswerthc fest, filr Spclulaliouilpapicrc «» l.l»>z»l! Zu letzterer Erscheinung trugen lloutrewine-Deckungell wesentlich bei. Die eMl tlllltllll)!» Devise London verslciftc ,„folge von Deckungen si!r srilher i» l.i-....,I.u gemachte Abgaben. ck, Vl'.ftllütlüt jbiaatesckull'. ?, zn 2.'i<) si 94 50 95 — >, .. I860 ,u 500 fl. . . 10325 103.50 « „ I860 zu 100 fl. . . 123 50 124,50 " „ 1864 ,n 100 ft. . 146 75 147,25 -->tllllt5«T>omän?u?Psalldbriest z» 120 si. VW. in Gilbtr . . 118. 118.50 5l> Gr»»nd,nt!ast»«gH Dbliaalloncl». FUr 100 si. t^sl»' Wcinrc ^hmen .... ^l b p«t 96— 9650 ^,'U,z,ie,l .... « 5 .. 7640 7680 «'ldtr-Olsierreich. . « 5 « 3450 ^5.50 ^.°el-Oefterrcich . .. b « 94- 95 — ^leoeubutlltu ... ^ b .. 7875 79.— ^ttiermats ... ^ 5 . 91-92-""yarn .... „ 5 „ 82.— 82.50 ^ <'. A„de^e öffentliche Anlehen ^«"«lurlgnlirungslost ,u 5pilt. ',6.75 9?.— "'N. Eisenbahnllnlchen zu 120 st. ,, "- W. Silber 5°.. pr. SlUck 109 50 109.75 "H Prämienllnlehm,u 100 st. «- -.' (^^ ". ?i„^l.) ftr. Gllick 104.75 105 25 Wiener «,re zahlbar 5pHt. s<»r 100 st. . . 8675 87. >V. Actlen von «ansl„stit»,te« Angla-'iswl. «anl ... .30925 30975 Vai'.toerrill.......302.— 304. - Voden-Credillluflall . . , . —.— —.— llrcdilaustalt f, Handel u. Gcw, . !»22.— 332 50 Ereditanstalt, allgem. ungar. . . 154. - 155 - Depositenbank......101.— 101.50 «öocomplc-Oelclllchlllt. u ü. . 990-1000 -aranco-üstcvr. Vanl . . , . 138. - Nl8 50 Handelebanl......219 50 220.50 Hlltiunalbunl - 833 — >34 — linionbanl......306.25 306.50 Vereiusbaul .... 127,— 127.50 ÄerlthrSdane .... 200.- 201.- «. Vctien von IrauKportUl.lerneh. mungen. Äelt> Waare «lfölb-Finmaner «ahn . . . 181.— 181.50 Vühm, Wcstbllhn.....—. — — wig-Vllhn.....25.5.75 256 25 Dona».Damplschifsf. Oejellsch. . 602. - 604 — Elisakclh-Wcstbahn.....250.-250 50 Elisabeth-Wcstbahn (Linz-Vub. weiser Strecke) . . ^ . . 212. - 213-Ferdmllnou-Norobllhn . . . 2N07 —2312 — i Mw^>^n.^',r?s'r.«,h', 188.— 189,— ssrllN^I°sev«ie.»vod.-«red.-«nft. zu b'/, pTl. 89 7b 90.- «. >priorltät4obligativnen Gell' Waare ^lls,-Weftb, in S. verz. (l. Cmiss.) 92.50 93.- -Hcroinanos-Nordb. in Silh. vcrz. 103 90 104,40 zran,rIoseph«.V<,b.n . . . .101,-101.25 «.^arl.l'udV.V.t. B.o??'.' 2m. 104.- 104.50 V.'^^,«b',»'« . 101.50 101.75 Vel> Wllure Siebend. Vahn in Gilber uer,. . 93,15 93,30 3»aat«b.200st.,. 5'„fur100ft. 95 35 95 <» sltdb.-Vons 6'., l 1870 74) , 500 Frr« pr. Stuck . — — -. - linn Ostbahn für 100 fl . 88 85 52 50 >«. Privatlose per Glück). Hrsbilonfialt f. Handel u.Vew. Gel»' Vollie ,u 100 fi ü W.....186 50 187 — Mnools-Gtjstunll, zu 10 fi. . . 14.75 1525 »!«hsel ^0 st. drtto 95 10 95 80 Hamburg, für 100 Marl Vanco 83 40 83 50 Pondon, slir 10 Pfund Bterlluz 113.30 113 40 Porl», Oblin»tlonsn, Pr». 833 Betheiligung wurde eil'.e Einladung an die Lehranstalten und Museen beschlossen, die in ihrem Besitze befindlichen Instrumente den Erzeugern derselben für die Zeit der Ausstellung leihweise zu überlassen. — Unter dem Bor» sitze des Herrn Hofralhcs v. Cit-lbcrgcr hielten auH die NollMutigen 4 (Kunstlhatigleit t^cr Fiauen) und 5 (li> terarijchc Thäliglc.l dcr Frau::') des Sp»; alcoinile für Ausstellung von Frauenarbelleu S'tzlinoen ab. Hcri Hofralh v. Eitelberger übernahm die Ausa,lieitung der Spczialprogramme für diese beiden Abtheilungen. — Die stuttgarter Verlagsbuchhändler haben der Biblia-thcl des ilthcnäums eine nxrthvoUe Vammlung wissenschaftlicher und Unterrichten^le zugewendet, Zu dieser Collection haben beigesteuert die Herren: Eduard Hal< berger 42, I. G Cotla 42, M. Krü.ier 6l, Katt Hof-mann 14, Ililiü« Hoffmann (B. ThiencinaünS Verlag) 3. zusammen 16^ ii5ä!,oe. — Den Siaaten, welche für den Korrespondenzucrlthr in Ansstellungsangelcgenheiten die Portofreiheit gewährten, hat sich bekanntlich auch Italien angeschlossen. Die Gebührensreiheit ist von der italicnischen Regierung auch auf den telegraphischen Verkehr zwischen der Gencraldirettion dcr AnSstcllulig und dem Zcnlralcountö in Rom ausgedehnt worden, — Einem Berichte au>? Smyrna zufolge hat die linkische Regierung für das Vilay't Aidim eine besondere Ans. slcllnngsloinmission niedergesetzt, die sich bereits in voller Thätigkeit befindet. Ucber Anregung des Herrn Generalkonsuls Hosraths v. Scherzer wird eine Collet» lion der smyrnaer Importartikel viranstaltct, die, von einem erklärenden Bciichte begleitet, die Anforderungen des smyrnaer Marktes in Bezug auf Gcschmack und Qualität veranschaulichen wird. An diese wird sich eine Sammlung von Mineralwässern dcr Provinz anschließen, um den Reichthum Anatolienö an Heilquellen zur Dar-stellung zu brlngen. Der Statistik der smyrnaer Unterrichts» und Wolthä'tiglcilSanstalten wird ein beson? derer Gericht gewidmet werden. Den eingelangten Berichten über die Thätigkeit der Ausstcllungslominissionen in den Provinzen entneh^ men wir folgendes: Das Exccutivcomitö der biünner Ausstellungslommission hat, waS das Kleingewerbe be trifft, die Durchführung von ColleclivauSstellungen in den verschiedenen Gruppen des Bezirkes empfohlen und die Ausführung den LolalcomilsS und den mährischen Gewerbevcrcinen überlassen. Um die Fühlung mit den ?o» lalcomilös rcgc zu erhalten, werden zwei Mitglieder des Excculivconmu dcle^irt, um durch Vereisungen die Cx> position in den gewerblichen Distrikten zu fördern. — In der Section für Van- und Zivil«Ingenieurswcsen sind Collcctivausstellun^en von Baumaterialien, verbunden mit FestigleitS' und AnSgiebiglcitsproden, in Aussicht genommen. — Auch sollen die Fortschritte im Gauwcscn ViünnS zur Aufstellung gelangen. — In der lctzlen sitz^ng des Executiocomit« der olmützer Kommission wurden Verfügungen wegen weitcrer Er» forschung von alttn italienischen und tiroler Streich» instruments getroffen, die Collectiv » ^»«»stlllung von Flachs für gaiiz Viahr.ns für ganz Mährcn und die Veranstaltung einer Collectiv-Ausstellung dcr Spinnereien dcs olmützer Handelslam« merbezirkeS besäilosscn. In den Industrie-Orten des reichenderger Kammerbeziites: Aussig, Haida und Veipa sind Lol^lcomitös bestellt worden. In KremS hat sich unter d'ein Vcirsitzc dcS Bülgcrmcistcr - St^llneltretcrs Hcrrn Z^no Oögl ein Comilö gebilact, um im Kreise der dortigen Landwirthl nnd Gewerbetreibenden für die Ausstellung zu wirken. Dcr ncutitschciner landwirth» fchaftliche Verein trifft, wi.: wir seinen „Mittheilun- gen" entnehmen, Vorbereitung, u-i, die Ausstellung mits einer Anzahl vorzüglicher Th«rexelnp!are des Rinder»! schlage« des „KuhländctenS" zu beschicken. Hagesmuigkeiten. — (Kaiser Napoleon) wird, wie czcchische Blätter berichten, die Kur in Karlsbad und Teplitz gebrauchen. — sDie dänischen Majestäten) sind in Turin angekommen und mit dcr Monl-Cenis-Bahn nach Genf abgereist. — '(Unglücksfall.) Tie „Vorstadl-Ztg." meldet: „Ein überaus trauriges Ereignis brachte am 20. d. die Passagiere des um 4 Uhr nachmittag« die Station Mürzzuschlag passirendeil 6isenbahnzua.es in große Aufregung. Ein Augenzeuge schreibt darüber: Der Zug war schon in Bewegung, als cin Mechaniker aus Wien, Namens Maier, ein junger ncunzehniähriger Mann, plötzlich dem Zug zusprang, um > noch mitfahren zu können. Der Stations-Chef wollte ihn zurückhalten, doch riß sich der junge Mann loö, wollte sich auf das Gangbrett des Waggons schwingen, glitt jedoch aus und stürzte hinab. Tadei fiel er so unglücklich, daß er unter die Nader gericlh, die über ihn weggingen und^ ihm beide Füße zermalmten. Rasch sprangen die Eisen, > bahnbeamten und undere Anwesende hinzu und brachten den Bedauernewerlhen nach dem Hause des Be^irlsarzteö in Mlirzzuschlag, wo ihm die erste Hilfe geleistet wurde. Eine eben anwesende hohe Persönlichkeit auS Wien verordnete sofort die schleunige Transportirnug des Veruugluck» ten nach Wien." — (Simon Martin Mayer), Dom-Chor-vicar, Ehrenbürger der Stadt Klagenfurt, Besitzer des aol» dencu Verdienftlreuzes mit der Krone :c., ist gestorben. Herr Mayer war durch eine lange Reihe von Jahren Redacteur der „Klagenfulter Zeitung" und der „Charinthia." Vr! erreichte das Alter von 84 Jahren. — (Eine Stadt abgebrannt.) Die an der Przemyslluptower Bahnstrecke liegende Stadt Chyrowl ist total abgebrannt. Der Bahnhof wurde durch rasch vou przemySl herbeigekommen« Hilfe gerettet. — (Für Iagdfreunde.) Vor einigen Tagen wurden im wachenheimer Wald in der Pfalz von einer Jagdgesellschaft ein ^uchßb^u mit 10 Jungen gegraben. Während des grabcus wurden I I ganz frisch gefangene Hase» gefunden. — (Cholera in Rußland,) Im tiewer und podoljer Gouvernement und in der Stadt Elisabethgrad tauchte abermals die Cholera auf. fokales. Vericht aus der Landeöausschußsitzung vom «». Mai Für das laibacher Krankenhaus wurde eine neue Speise-l ordnung eingeführt und das Speisenausmaß und der Tarif! lheilweise modifizirt, wodurch den Primarärzten das ordinären, der Spitalsverwallung aber die Kontrole erleich» tert wird. Anläßlich des Berichtes eines Gemeindeamtes, daß ar-beilescheue Individuen, die sich ihren Lebensunterhalt durch die Arbeit erwerben tönnlen, trachten, durch Verstellung und Norschlitzung von Krankheiten die Aufnahme ins Krankenhaus zu erwirken und in dieser Absicht sogar von Gemeindevorständen Ausnahms'Certificate ansprechen, wurde den Epitalärzten die genaueste Untersuchung der zur Auf« nähme ins Spital sich meldenden verdächtigen Individuen in Erinnerung gebracht. daß die Toga das römische Ztaatelleid, die Tunica daS j Hauskleid war. Das Ableben der letzteren geschah dei^ Trauer, das der c stcrn bei den Saturnalien, bcnierll U. Rein in seinem „GalluS," der unS hier zum Führer diente. Bei schlechtem Wetter und' auf Reisen, wo man die Toga nicht trug. bedürfte man eines anderen Kleidungsstückes, um sich gegen Regen und Staub zu schützen; dies Kleid war die „Pänula", eiue Art Mantel ohne Aermel, der nicht nur von allen Klassen, sondern selbst von Frauen getragen wurde und vermuthlich nur einen Halsausschnitt hatte, durch welchen man den Kopf steckte. Zu diesem Kleidungsstück nahm man dichtes, starke« Zeug für die rauhere Jahreszeit, verfertigte es jedoch spater auch auS Wolle. Dcr Gebrauch der Piinula ist sehr alt, schon PlautuS gedenkt ihrer als etwas ganz gewöhnliches. Verwandt dieser Pänula war die „Lacerna," ebenfalls tin Mantel, aber ein offener, den man später sogar an stelle der Toga trug, und mit dem die Vor« nehmen einen bedeutenden Luxus trieben; namentlich wußten sie in Gcsellschaften und im Theater recht leb» hafte Farben anzuwenden. Uebrigens hatte man r-och eigene, sogenannte Tafeltleidcr, „Synthesis" genannt; welche Form diese gehabt, wird sich aber schwerlich sagen lassen, nur soviel ist gewiß, daß sic farbig und nur ein Uebcrwurf waren. Ellle und besorgte Männer wechselten sie auch wol öfter bei Tisch. Oeffenllich wurde diese Synthesis jedoch nur bei den Salurnalien getragen, dann aber von den höheren Ständen auch allgemein. Die sonst noch üblichen Kleidungestücke der Römer sind laum noch mit einiger Sicherheit zu bestimmen. Die Laccrna wie auch die „Nbolla" scheinen ein warmes Gewand gewesen zu sein, das sclbst noch über t,ie La» ccrna (Pallia) geworfen wurdc. Kopfbedeckungen j:doch scheinen den Römern gän^ llch entbehrlich gewesen zu sein; sie zogen die Toga über den Kopf, und,nur bei Regenwetter und beim Stelldichein benutzten sie eine Art Capuchon, den „Cucullus", welcher übrigens schon zu der ^acerna gehörte, auf der Reise aber einen Hut. Auch waren ihnen Beinkleider bis zu den Zeiten dcr Kais-r unbekannt, nur die im Kriege gegen die „Barbaren" begriffenen Römer nahmen die Tracht ihrer Gegncr, der nordischen Völtcr, die Hosen an. In Ron, selbst aber waren die „Vraccä" noch von HonoriuS ver» boten. AlS Surrogat hatten die Römer für diese Bein» tleider „FaseiaS" : Binden von Streifen Zeug, welche um die Beine gewickelt wurden und so die Stelle der Hosen und Strümpfe vertraten. Je nachdem sie die Ober-oder Unterschenkel bekleideten, hießen sie „Feminalia" oder „Tibialia." Die Fußbekleidung dagegen war überaus mannig, faltig, jedoch lassen sich zwei Hanptarten unterscheiden. Die „Soleä" wurden von Männern und Frauen getta gen, sowol im Hause wie auch auf der Straße; sie waren mit Riemen befestigt. Der „CalccuS". ei» wirk-lichcr Schuh, bedeckte den ganzen Fuß. Es gab drei Arten: rothe, weiße und schwarze oder dunkel« farbi.e; buntfarbiger bedienten sich nur ausnahmsweise die Frauen. (Schluß folgt.) Dem Antrage des k. l. Landc^schulrach^ auf VelasslMg der Beihilfe von 50 fl. aus dem Normalschnlfonde flir den Schullehrer iu Zalna fllr da5 Jahr 1873 wurde beigestimmt. Predil oder ttack? Herr Alois von S li d e n h o r st, Ingenieur, hat eine Broschüre unter dem Titel „Ein freies aber wahre« Wort über die Eisenbahufrage: Predil. 00er lacker Linie" (im Verlag von Friedrich Beck, Buchhandlung in Wien, Seile,ställc Nr. !jO, Wirn 1872) der O^fftnt-llchteit übergeben in dem Bewußtsein, daß es Pflicht des loyalen Staatsbürgers ist, jedem Versuche einer Schädigung der allgemeinen Interessen offen und entschieden entgegenzutreten. Der Verfasser tritt, wie er selbst gesteht, in der in» . nersteu Ueberzeugung, vielleicht in etwa« zu rückhaltloser Weise für die lacker Linie in die Schranken. Wir wollen aus dieser Broschüre jene Stellen, die für die lack er Linie sprechen, herausheben und hier repro-duziren: „Eiue der nachlheiligsten handelspolitischen Combinationen war unstreitig der Verlauf der Südbahn an die französische Gesellschaft Nolhschild-Talabot und die damit verknüpfte Ueberlieferung unseres maritimen Handelsverlehre« an diese Gesellschaft. Der Druck, welchen die Sudbahn auf den ganzen Handelsverkehr, auf die Entwicklung und Entfaltung unseres einzigen wichtigen Hafeiiplatzcs Trieft ausübt, wird in dem ganzen Küstenlande, in Krain, Kärntcn, Steiermart, Ober- und Niedcrösterreich und bls zu den Nordgrenzen des Reiches auf das schmerzlichste empfunden, und da« allgemeine Interesse vertröstete sich bi« in die letzten Jahre mit der Hoffnung, daß durch Herstellung einer zweiten selbständigen Nisenbahlwerdindung zwischen Trieft und einem entsprechenden Punlle der Kronprinz-Nudolfbahn das gemcinschädliche, drückende Monovol der Südbahn gebrochen und dem allgemeinen Handelsverkehre die nothwendige freie Bewegung gesichert werden wird. Dieler letzte Hoffnungsanler würde aber verschwinden, wenn die Gesetzvorlage für die Herstellung ciner Lolonwliv-Visenbahn von Tarvis über den Predil nach Görz gegen Trieft die Genehmigung und Zustimmung des hohen Reichs-rathes erlangen würde. Die Predil'Linie ist von allen Traßen, welche zur Verbindung der innerösterreichischen Eisenbahnlinien mit dem Hafenplatze Trieft gewählt werden können, die uuna» türlichste, technisch ungünstigste und kostspieligste; sie entspricht unter allen Traßen den allgemeinen und den staatlichen Interessen am allerwenigsten, denn sie hat im günstigsten Falle nur für den Verkehr zwischen Trieft und dem Nodenseegebiele einen Werth, wobei aber nicht Übersehen werden darf, daß der maritime, nach dem Bodensee und West-Europa gerichlelete Wellhandel sich niemals Trieft alS territoriale Einbruchs-Stalion, sondern die viel günstigeren Seehäfen Genua, Livorno oder selbst Brindisi und Ancona als Landungspunlte wählen wird, welche ihm durch die Gotthard- oder Monl'Cenis-Linie eine viel kürzere Verbindung mit der Schweiz und dem ganzen Westen Europas bieten, al« dies durch die über den Predil und den Brenner führende Linie jemals erreicht werden könnte. Trieft (mit Ausnahme einiger wenigen Persönlichkeiten, deren Interessen mit jenen dcr Sudbahn identisch sind), Krain und Käruten, Steiermart, Ober - Oesterreich und das westliche Böhmen erklären sich durch ihre Handelskammern und Gemeindevertretungen gegen die Predil - Linie, welche nur deshalb in den Vordergrund gebracht wird, um eine zweite selbständige Echienenverbindung Triests mit dem Binnenlande zu hintertreiben und der Süddahn das bisherige Handelsmonopol in Trieft für ewige Zeiten zu sichern. Es ist ein schwerer Vorwurf, welcher nut diesen Worten gegen jene Persönlichkeiten ausgesprochen wird, welche für die Durchführung der PredilLinie einstehe» zu müssen glauben, aver es ist leider ein begründeter und ge-rechter, wie au« den folgenden Blättern dieser mit vollster Objellivilät, ohne jede Voreingenommenheit verfaßten Aus» einandersetzung entnommen werden kann. Die Freunde der Verfassung -und des Fortschrittes, welche dem Ministerium «uerSperg die wärmsten Sympathien entgegenbrachten, können es nur tief bedauern, daß gerade das jetzige Handelsministerium ein Projett decken soll, welches im Widerspruch« mit den allgemeinen lvirth-schafllichen Staats- und Voltsinterefsen einzig und allein nur den Intriguen jener finanziellen Clique sein entstehen verdault, welche unter dem Schutze und im engsten Verbände mit den Maiadoren der Südbahn in Görz und Trieft ihre ganz specifischen persönlichen Interessen verfolgt. Die Predil.Linie wurde von ihren Erfindern stets nur als ein Mittel betrachtet, um das Zustandelommen anderer Eisenbahnverbindungen zwischen der österreichischen Mecr-luste und dem Hinterlande zu verhindern; sie diente anfangs als Gegengewicht de« Ponteba-ProjetteS und wurde wieder fallen gelassen, sobald diese« durch die Zeitverhäll-nisse und politische Constellationen in den Hintergrund gedrängt war. Hingegen wurde die Linie TarviS - Laibach protegnt, durch welche der Rudols « Nahn eine Verbindung nut der Südbahn-Linie Laibach-Triest geboten wurde. Für die Verbindung der Rudolf-Nahn mit dem adrla-tischen Meere ist jene Traße die gllnftigfte, wellie ""gll^ direkt die Nichtung von Nord nach Süd verfolgt und °^ Anlage eines geräumigen Stationsplatzes und emeS vem