80. Jahrgang Erscheint wöchentlich sechsmal mit Ausnahme der Feiertage). Schrit'tleitung, Verwaltung und : Suchdruckerei TeL 25-67, 25-68, 2.5-69, Maribor, Kopališka ul, 6. Nr. 14 Freitag, den 19. Jänner 1949 Inseraten- und Aboimements-Auuahme in der Verwaltung. Bezugspreis; Abholen oder durch die Post monatlich 23 Diu, bei Zustellung 24 Din, für ;s Ausland monatlich 35 Din. Einzelnummer Din 1'50 und 2*—. Manuskripte werden nicht retourniert. Bei Anfragen Rückporto beilegen. Poštnina plačana v gotovini. PfGfS Off) 'SO Mliribom mt\m Schweden hält sich vom Kriege fern Außenpolitische Debatte im schwedischen Reichstag / Gchickfalsverbundenbeit Finnlands und Schwedens Schweden bleibt aber trotzdem neutral Stockholm, 18.' Jänner. (Avala). Reuter berichtet: In der Sitzung des schwedischen Reichstages sprach der rühere Außenminister Sand 1er (Soz.) über die Gründe, die ihn zum Rücktritt bewogen haben. Hiebei betonte Sandler, daß Schweden es versäumt habe, für die Sicherheit der Alands-Inseln zu sorgen. Die einzige Rettung für die skandinavischen Staaten sei die Zusammenarbeit und eine Politik, die sich auf gegenseitigen Garantien gegen die sowjetrussische Ge. lahr aufbauen würde. Ein solcher skandinavischer Staatenblock wäre nach Ansicht Sandlers ein starker Faktor des Friedens. Im Verlaufe der gestrigen Reichstagsdebatte wurde die Politik des Kabinetts H a n s s o n von Rednern aller Parteien einmütig gebilligt. Ministerpräsident Hansson erklärte u. a., daß die Regierung sich bemühe, die Tätigkeit der Kommunisten zu kontrollieren, um gegebenenfalls noch schärfere Maßnahmen gegen sie zur Anwendung zu bringen. Außenminister Günther betonte in seiner Rede, daß das ganze schwedische Volk den einmütigen Wunsch manifestiere, Finnland die ausreichendste und wirksamste Hilfe zu bringen. Das Schicksal Schwedens hänge in großem Maße vom Schicksal Finnlands ab, doch müsse Schweden auch seine eigene Neutralität berücksichtigen, denn es gehe hier um Großmächte, die in einen Krieg verwickelt sind. Die internationale Atmosphäre sei sehr gespannt und man müsse mit einer Verschlechterung rechnen. Da an der Westfront zwei Stahllinien ausgebaut worden seien, bestehe die Gefahr, daß neutrale Länder Kriegsschauplätze liefern würden. Unter solchen Umständen, sagte der Außenminister, muß Schweden alles vermeiden, was als Verletzung oder Aufgabe der Neutralität ausgelegt werden könnte. Aus diesem Grunde sei Schweden auch nicht in der Lage, Finnland so zu helfen, wie es für wünschenswert hält. S t o c k h o 1 m, 18. Jänner. (Reuter). Der schwedische Ministerpräsident Hansson erklärte vor dem Außenausschuß des schwedischen Reichstags mit Betonung; daß Schweden entschlossen sei, seine Unabhängigkeit mit den Waffen zu verteidigen, ebenso die schwedische Neutralität. Jeder Versuch, die schwedische Neutralität zu verletzen, werde mit allen verfügbaren Mitteln zurückgewiesen werden. Schweden werde es auch nicht erlauben, daß irgendein kriegführender Staat sein« Truppen über Schweden einsetzen wollte oder daß er sich schwedischer Häfen zum Zweck der Anlage von Stützpunkten bedienen würde. Rekordwinter im Norden Man meldet Kätteiemperatmen bis 49 Grad unter Null! / Der Krieg in Finnland „eingefroren" Amsterdam, 18. Jänner. (Avala.) R e u t e r meldet: Entlang der holländisch leutschen Grenze herrscht ein furchtbares inwetter. Der eisige Wind weht den Schnee und behindert sozusagen jeden Verkehr, der an manchen Stellen vollkommen eingefroren ist. Die Maas ist in -.inern beträchtlichen Längenlauf vollstän dig zugefroren und bietet Möglichkeiten des Ueberquerens zu Fuß oder per Achse, jeder Schiffsverkehr ist vollkommen eingestellt. Der Wal- und der Merwede-Fluß im Grenzgebiet führen riesige Eisschollen London, 18. Jänner. (Avala.) Reu- ter meldet: Die Kältewelle fegt über die Nordstaaten Europas unvermindert hinweg. Der Winter hat eine Rekordschärfe angenommen. Von der schwedisch-norwegischen Grenze werden Temperaturen bis 49 Grad unter Null gemeldet. In Südwest-Estland zeigte der Wärmemesser am 17. d. M. 46 Grad unter Null. In Schweden verzeichnet man durchschnittlich 22, in Deutschland 20 Grad unter Null. Ueber Berlin fegen starke Schneestürme hinweg. In Moskau herrscht eine Kälte, wie man sie schon 16 Jahre nicht mehr erlebte. Gestern nachmittags zeigte das Thermometer in Moskau 44 Grad Kälte. Helsinki, 18. Jänner (Avala.) An der finnischen Front herrscht in den einzelnen Abschnitten eine Kälte um 35 Grad herum. Die Kampfhandlungen werden durch die grimmige Kälte ganz außerordentlich beeinträchtigt. Newyork, 18. Jänner. (Avala.) In Newyork ist reichlich. Schneefall bei grim miger Kälte eingetreten. Die Bevölkerung leidet sehr an den Folgen der Kälte, da 5000 Kohlenhändler in Newyork in den Streik getreten sind. BMMMWsZMand In GüdHolland Amsterdam, 18. Jänner. (Avala). ■ Provinzen Hollands den Belagerungszu-DNB berichtet: Die Regierung hat mit j stand proklamiert. Datum von 18. d. M. in den südlichen j Entwurf über die Reorganisation der »Front der nationalen Wiedergeburt« auf neuen Grundlagen behandelt wurde. Mysterium unberührt. Man könnte, Wie ein englisches Blatt schreibt, von der Fabel eines Romanes sprechen, dessen letztes Kapitel fehlt. Bei alldem bedauern bestimmte Londoner Blätter, daß ein Teil der Presse den Fall Hore-Belisha »für Ziele ausgenützt hat, die den nationalen Interessen Englands zuwiderlaufen«. Es wird nicht ausgesprochen, welches diese Ziele sind, die den Interessen Englands widerlaufen. Die Presse, auf die jedoch gezielt wird, ist wahrscheinlich jener Blätterwald, der unter jüdischer Kontrolle steht. Es ist auch festzustellen, daß eine ähnliche Pressekampagne anläßlich frühe rer Regierungsumbildungen nicht zu verzeichnen war. Der Beifall, der im Unterhaus auf die Anspielungen eines Redners folgte, der auf den Druck gewisser Zeitungen hinwies, läßt also die Schlußfolgerung zu, daß im Falle Hore-Belisha eine Kampagne unternommen wurde, die früher jüdischen als nationalen Interessen gedient haben mag.« Nuffenöurchbruch mißglückt GROSSE KRIEGSBEU TE DER FINNEN. los kau, 18. Jänner. (Avala.) Ha vas erichtet: Im Bericht des Generalstabes es Leningrader Militärkreises heißt es: m 17. Jänner gab es Spähtrupptätigkeit > allen Richtungen. Stellenweise Infan--negeplänkel und unbedeutendes Artille-efeuer. Die Sowjetluftwaffe unternahm ine Reihe von Erkundtingsflügen, wobei isenbahnkrotenpunkte und militärische 'bjekte mit Bomben belegt wurden. 11 Endliche Flugzeuge wurden im Verlaufe er Kampfaktionen abgeschossen. Helsinki, 18. Jänner. Wie aus dem rieht des finnischen Oberkommandos °ni 17. d. hervorgeht, gab es in der konischen Landenge gemäßigtes Artillerie-Derrfeuer. Nordöstlich des Ladogasees ’nden Zusammenstöße von Spähtrupps Rtt. Ein sowjetrussischer Angriff wurde ^gewiesen, wobei eine Kompagnie auf-'-'rieben und zwei Tanks erbeutet wur-Rn. Der Gegner ließ 70 Tote zurück. ,;,i Salle wurden die Kämpfe erfolgreich U:tgv'-etzt. Bei Kitela nordöstlich des Ladogasees bereiteten die finnischen Trup pen den Russen eine neue Niederlage. Die Sowjetverbände wurden zu raschem Rück zug genötigt. Den Finnen fielen hiebei 29 Tanks und mehrere Geschütze in die Hände. — An der Ostfront erreichte die Kälte 40, in Helsinki 33 Grad unter Null. Die Kämpfe wurden bei Salle trotzdem fortgesetzt. Die Sowjettruppen versuchten einen Durchbruch durch den finnischen Ring, der sich immer mehr zusammenzieht, und zwar durch drei Angriffe in'verschiedenen Richtungen. Zwei Angriffe konnten von den Finnen abgewiesen werden, der dritte war jedoch so stark, daß sich die finnischen Truppen gegen Viitavari zurückziehen mußten. Bulgarische Industrielle nach Moskau Sofia, 18. Jänner. (Avala). DNB berichtet: Im Zusammenhänge mit der Ratifizierung des sowjetrussisch.bulgarischen Wirtschaf.sabkommens reiste eine bulgarische Industriellenabordnung gestern abends nach Moskau, wo die Verhandlungen über die russischen Baumwoll-lieferungen nach Bulgarien beginnen werden. Sowjetrussische Baumwolle wird den bulgarischen Spinnereien geliefert, die den Garn dann wiederum nach Rußland liefern sollen. Man nimmt an, daß auf diese Weise 40.000 Textilarbeiter in Bulgarien Beschäftigung finden werden. Der Direktor der Bulgarischen Dampfschiffahrtsgesellschaft Oberst Slavja-nov gab im Zusammenhänge mit dem neu abgeschlossenen bulgarisch-sowjetrussischen Schiffahrtsabkommen eine Erklärung ab, in der es u. a. heißt, daß der Vertrag, der sich auf den Schiffsgüterverkehr beziehe, auch den anderen Balkanländern neue Möglichkeiten biete. Budapest, 18. Jänner. (Aval-a;) il.i-vas berichtet: Der Nobelpreisträger für Medizin und Biologie des Jahres 1937 Universitätsprofessor Dr. Albert S z e u t-György hat dem finnischen Gesandten in Budapest als Beitrag für die Unterstützung Finnlands seine Nobelpreisinedaiik aus Gold überreicht. Die Medaille ist aus Gold angefertigt und wiegt Uber 300 Gramm. | Ankara, 18. Jänner. (Avala.) Ha-vas teilt mit: Die große türkische Nationalversammlung hat einen Nachtragskredit von 25 Millionen türkische Pfund für die Erfordernisse der Nationalverteidigung votiert. Bukarest, 18. Jänner. (Avala.) — H a v a s meldet: ln Bukarest fand gestern nachmittags ein Ministerrat statt, in dessen Verlaufe ein vom Ministerpräsi-! denten Tatarvescu eingebrachter | Hore-BMHa-Fall ungeklärt Rom, 18. Jänner. (Avala.) Der diplomatische Redakteur der »A g e n z i a Stefani« schreibt: »Wie aus der englischen Presse hervorgeht, hat die Unterhausdebatte keine definitive Klärung des Falles Hör c-B e 1 i s h a gebracht. Das englische Parlament hat die Lage so hingenommen, wie sie ist, doch blieb das Übersiedlung des Deutschen Konsulates. Von der Zweigstelle des Deutschen Konsulates wird uns mitgeteilt: »Die Amtsräume der Zweigstelle des Deutschen Konsulates Ljubljana in Maribor werden am 19. und 20. Jänner d. J. von der Ciril-Metodova ulica 14/11 nach dem Trg svobode Nr. 6/II verlegt. Aus diesem Grunde bleibt die Zweigstelle Ma-i ribor am Freitag, den 19. und Sonnabend, I den 20. Jänner d. J. geschlossen«. Zürich, den 18. Jänner. — Devisen: Beograd 10, Paris 0.97 drei Viertel, London 17.61, Newyork 446, Brüssel 75.10. Mailand 22.50, Amsterdam 236.92)4. Berlin 178.60, Stockholm 106.15, Oslo 101.35 Kopenhagen 86.05, Prag 5.30, Warschau 79, Budapest 3.35, Athen 3.50, Bukarest 3.30, Buenos Aires 101 drei' Achtel. Der Abschluss des Prinzregenten- besuthes Der Abschied Ihrer königlichen Hoheiten des Vrinzregenten Vau? und der Prinzessin Olga erfolgte unter stürmischen Ovationen der Bevölkerung Zagreb, 18. Jänner. Nach dreitägigem Aufenthalt in der Hauptstadt Kroatiens sind Ihre königlichen Hoheiten Prinz regent Paul und Prinzessin Olga unter neuerlichen stürmischen Sympathiekundgebungen der Bevölkerung gestern um 11.30 Uhr nach Beograd abgereist. Lange vor der Abfahrt des Prinzregentenpaares aus der Schloßvilla in der Visoka ulica hatten die Bürger- und Bauemschutzfor-mationen der Kroatischen Bauernpartei in den Straßen, die die Wagenkolonne des Prinzregentenpaares passieren mußte, Spalier gemacht Hinter diesem Spalier postierten sich die Organisationen der Kroatischen Bauernpartei, die Schuljugend usw. Den restlichen Platz in den Straßen besetzte das Publikum, welches sich auch durch das Schneetreiben nicht abbringen ließ, bei der Verabschiedung vom Prinzregentenpaar dabei zu sein. Vor dem Hauptbahnhof stand eine Ehreneskadron der berittenen Bürgerschutzgarde, am Perron selbst war eine Kompagnie der Bauemschutzgarde aus Remete zur Aufstellung gebracht worden. Links stand Zürich, 18. Jänner. Wie die »N e u e Zürcher Zeitung« in einer Betrach fung über die im Feber stattfindendc Kon ferenz des Ständigen Rates der Balkanstaaten mitteilt, wird sich diese Konferenz vor allem mit der internationalen Lage im Zusammenhänge mit dem europäischen Konflikt, in zweiter Linie aber auch mit den Beziehungen der Balkanunion zu Bulgarien und Ungarn befassen. Die Balkankonferenz wird der Behandlung der russischen Frage kaum ausweichen kön- Paris, 18. Jänner. (Avala). Die französische Kammer hat, wie bereits berichtet, den Antrag auf Annullierung der französischen Abgeordnetenmandafe mit 521 gegen 2 S.minien beschlossen. Innenminister Chautemps teilte der Kammer mit, da die Untersuchung gegen die (fast restlos in Haft befindlichen) kommunistischen Abgeordneten abgeschlossen sei. Nunmehr haben die Militärgerichte das Wort. Die gleiche Entschlossenheit habe die Regierung auch gegen die Wühlarbeit der ausländischen Propaganda an den Tag gelegt. Gegen zahlreiche Personen sei d:e Untersuchung eingeleitet worden. Was die Un ersuchung gegen den bekann ten rechtsradikalen Publizisten Henry de K e r y 11 i s betreffe, so sei es sicher, daß auch er vor einKriegsgericht gestellt wird. Sollte festgestellt werden, daß die Keryl-lis Komplizen habe, dann werde die Untersuchung auch in diesem Falle erweitert werden. Die Pthcht des Parlament und der Regierung sei es, die Moral der Nation gegen die Einflüsse der ausländischen Propaganda zu sichern. Gegen alle, die sich dem Rufe der Mditärbehörden zu entziehen versuchen, werde vorgegangen werden. Den Kommunisten gegenüber seien Feinfühligkeit und Gewissenhaftigkeit n:ch am Platze. Wir dürfen nicht aufhören mit der Behauptung, daß d:e eine Ehrenkompagnie der Wehrmacht mit Fahne und Musikkapelle. Zur Verabschiedung hatten sich die Minister Dr. šutej, Dr. Smoljan, Dr. Torbar, Dr. Anders, Dr. Mihaldžič, Dr. Lazar Markovič, Boža Maksimovič, Dr. čubrilovič und Dr. Krek, ferner Vizebanus Dr. Krbek, Armeekommandant General Nedeljkovič u. a. mehr eingefunden. Kurz vor 11 Uhr traf Kriegsminister Genera! Nedič am Perron ein und schritt zunächst d e Ehrenkompagnie der Wehrmacht ab. Als nächster traf dann Dr. Maček ein, der die Ehrenkompagnie der Bauernschutzgarde abschritt. Als letz ter erschien Ministerpräsident Cvetkovič. Um 11 Uhr setzte sich vor der Schloßv 11a aus die Wagenkolonne in Be-wegung. Dem Wagen des Prinzregentenpaares folgten einige Wagen in denen Banus Dr. šubašič und Gemahlin, Hof minister Antič und die Suite des Pr'nz-regentenpaares fuhren. Die Bevölkerung bereitete dem Prinzregentenpaar auch diesmal wiederum beige"sterte Ovationen Am Bahnhof verabschiedeten sich die kö- nen, obwohl ein offizieller Standpunkt Rußland gegenüber kaum zu erwarten ist. Auch das Nachlassen der ungarisch-rumänischen Spannung dürfte zum Ausdruck kommen. Im großen und ganzen kann wohl gesagt werden, daß die Konferenz der Balkanunion im Zeichen des Friedens stehen wird. Jugoslawien hat in Paris, London und Berlin sorgfältig das Terrain sondiert und dabei den Eindruck gewonnen, daß sowohl die Westmächte als auch Deutschland die Aufrechterhal- Feind die Besetzung Polens möglich gemacht hat, wodurch der Krieg zum Ausbruche gekommen sei. »Ich fordere Euch niglichen Hoheiten freundlich von den Würdenträgern, die en Spalier bis zum Hofzuge bildeten. Frau Maček, die Gattin des Vizepräsidenten des Ministerrates, überreichte I. K. H. der Prinzessin Olga e nen herrlichen Blumenstrauß, worauf Banus Dr. šubašič in tief empfundenen Worten im Namen des Volkes vom Prinzregentenpaar Abschied nahm. Das Prinzregentenpaar dankte bewegt für die Abschiedsworte und verabschiedete sich auch von Dr. Maček und se ner Gattin. S. K. H. Prinzregent Paul sagte bei dieser Gelegenheit: »Ich bedauere es, Zagreb zu verlassen«. Dr. Maček erwiderte: »Aber nicht für lange Zeit« Unter den Klängen der Staatshymne begab sich sodann das Prinzregentenpaar in den Salonwagen des Hofzuges. M t dem Prinzregentenpaar, welches am Fenster für die letzten Ovationen durch Hän dewinken dankte, reiste auch Ministerpräsident Cvetkovič, während d e Minister den Schnellzug um 12.55 Uhr benütz ten. Zagreb, 18. Jänner. Wie bereits berichtet, fand am 16. d. M. in allen Sälen des Hotels »Esplanade« unter dem Ehrenschutz I. K. H. der Prinzessin Olga ein F e s t b a 1 1 statt, dessen Reinertrag in den Winterhilfslond des Banats Kroatiens floß. Anwesend waren alle Mitglieder der Regierung, die Vorsteher der Banatsdepartements, die Generalität, das Konsu-larkorps usw. Um 22.45 Uhr traf das Prinz regentenpaar im Ballsaale ein. Vorher wurde das hohe Paar im Foyer unter den Klängen der Staatrhymne von Banus Dr. šubašič, Bürgermeister Starčevič und dem Ministerpräsidenten Cvetkovič empfangen. Im Ballsaal wurden dem Prinzregentenpaare begeisterte Ovationen zuteil. Der Tanz wurde mit dem königlichen Kolo vom Prinzregenten und seiner Gemahlin eröffnet. Nach der Eröffnung des Tanzes begaben sich Prinzregent Pani und Prinzessin Olga in den kleinen Salon, wo s-"e Cercle hielten. Bei dieser Ge!e~enheit wurden dem Prinzre-renten zahlreiche Veri-e-ter der Zagreber Bürgerschaft vorgestellt. sprechen zu müssen. Es irren aber diejenigen, die da glauben, daß Frankreich emen solchen S andpunkt nicht aus Angst oder etwa aus Rücksichtnahme auf Sowjetrußland noch eingenommen habe. Diese Frage wird rechtzeitig geregelt werden.« Die Abgeordneten unterbrer eten im Verlaufe der Debatte verschiedene Beweise für die hochverräterische Tätigkeit der französischen Kommunisten. Einen S urm der Entrüstung rief der Deputierte V i g-nancourt hervor, als er behauptete, daß die Kommunis en sogar aus Deutschland Gelder angenommen hätten. T h o-rez selbst bef:nde s:ch in Deutsch’and. Der Deputierte Ybarnegaray forderte den Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit Sowjetrußland. Auf diese Weise werde es möglich sein, d e Sowjetbotschaft zu speren, d:e schon längst ein I Herd hochverräterischer Umtriebe geworden sei. Das Gesetz, auf Grund dessen die kommunistischen Abgeodne en den Mi’i'är-'Zerichten übergeben werden, wurde mit 521 gegen 2 Stimmen angenommen. Iollensicher ^regdrot am 8. Feder Unter dem Vorsitz Ben to Mussolinis. Rom, 18. Jänner. Der Oberste Landes Verteidigungsrat Italiens wird am 8. Feber unter dem Vorsitz Benito Mussolinis zu einer Tagung zusammentreten. Diese amtliche Mitteilung wird so ausgedeutet, daß sich Italien für jeden Fall vor bereitet, wenn es im Frühjahr zu den Waffen greifen müßte. MussoVni unterhielt zwar regelmäßig Kontakt mit den ] militärischen Führern, doch geschieht es zum ersten Male seit Ausbruch des Krieges, das der Landesverteidigungsrat Italiens Zusammentritt. ..GundanG^rvn c e" anglb! che deutsche Kriegs-ie'e London, 18. Jänner. »S u n d a y C h r o n i c 1 e« veröffentlicht einen Bericht seines diplomatischen Mitarbeiters, der u. a. besagt, daß der deutsche Reichsaußenminister eine Art von deutschen Friedensbedingungen für den Fall eines deutschen Sieges über die Westmächte ausgearbeitet habe. Das Blatt will in Erfahrung gebracht haben, daß es sich hiebei um die nachstehenden Bedingungen handelt: 1. England u-nd Frankreich überlassen Deutschland den gesamten Kolonial- und Mandatsbesitz in Afrika. 2. Frankreich tritt Elsaß-Lothringen wieder an Deutschland ab. 3. England und Frankreich zahlen Deutschland eine Kr'eg-entrchädi-"vng in jener Höhe, Uv gennpen würde. . 'Mi -> - Balkanstaatenkonferenz im Zeichen des Friedens am., AL- w" Dor dem Bruch zwilchen Porte und Moskau UfcKIUir. STÜRMISCHE DEBATTE DER FRANZÖSISCHEN KAMMER. Franco besichtigt eine neue Arbeitersiedlung Der spanische Regierungschef besichtigte dieser Tage eine neue Arbeitersiedlung, die auf dem Coden des einst so lie ß un,kämpften Madrider Vorortes Ufera I tung des Friedens auf dem Balkan wünschen. Diesbezüglich stimmt auch Bulgarien mit Jugoslawien überein. Italien bemüht sich um einen rumänisch-ungarischen Ausgleich u. Jugoslawien bemüh: sich unabhängig von der Akt'on Italiens für eine Liquidierung aller auf dem Balkan noch schwebenden Fragen, damit in diesem Teile Europas volle Solidarität in Bezug auf die Verteidigung des Friedcti;-erzielt werde. mit fernem Gewissen auf«, sag e Chautemps, »für diese Gesetzesvorlage zu stimmen, damit wir bis zum Ende aus-halten und siegen können. Wir müssen deshalb die Verräter Frankreichs verfolgen.« In seiner Rede sagte Innenm'nis er Chautemps dann weiter: »Man hat die Frage an mich gerichtet, warum die Regierung in der Außenpolitik nicht den S andpunkt emgenommen habe, welcher der Innenpolitik entsprechen würde. Das Parlament gestattete mir, darüber nicht Dr. maček Ober die Innen- und Außenpolitik Jugoslawiens ®er Vizepräsident der Regierung Mer öle Stellung der Kroaten und über die Beziehungen zwischen Iugosiawien, Lingarn und Stalien Rom, 18. Jänner. Alle italienischen Blätter hingen an sichtbarer Stelle eine Erklärung, die Dr. Vladko Maček einem Vertreter der Agenzia Stefani gegeben hatte. Dr."Maček sagt in dieser Erklärung u: a.: »Prinzregent Paul hat die meisten Verdienste für den glücklichen Ausgang der Verhandlungen, die im Frühjahr durch den Ministerpräsidenten Dragiša Cvetkovič angebahnt wurden. Wir wollten immer im Rahmen Jugoslawiens bleiben, konnten aber nicht einwilligen, daß Jugoslawien ein erweitertes Serbien bleibe. Der Ausgleich vom 26. August brachte der Gerechtigkeit den Sieg. Der Besuch S K. H. des Prinzen Paul in Zagreb, der Metropole der Kroaten, ist ein unverkennbarer Beweis für die Änderung, die in unseren Beziehungen zu Beograd eingetreten ist. Zagreb ist heute ebenso Residenzstadt wie Beograd. Das mit Serbien gleichberechtigte Kroatien hat seinen Anteil am Leben Jugoslawiens übernommen, obwohl die Verständigung noch nicht ganz endgültig ist. Durch die Vers ündigung zwischen den- Serben lind den Kroaten sind viele Gründe zu einer Beunruhigung- in . diesem Teil Europas beseitigt worden, die zu Verwicklungen von internationaler Tragweite Anlaß hätte geben können. Die Konsolidierung der Beziehungen zwischen den Serben und den Kroaten, die alle unsere Freunde - im Ausland wünschten, hat zum Werke der Versöhnung zwischen den Völkern in diesem Teil Europas beigetragen, der für Italien von kapitaler Bedeutung ist. Diese Konsolidierung erleichtert die Durchführung der Politik der Erhaltung des Friedens im Mittelmeer, im Donaubecken und auf dem Balkan. Diese Politik ist durch den Weitblick des Duce nud des Prinzen Paul ermöglicht. Ihren Ausgangspunkt bildet das zwischen Jugoslawien und Italien erzielte Einvernehmen«. Zum Schluß erklärte Dr. Maček,- daß er den Wunsch habe, Italien zu besuchen, um sich persönlich von den großen Fortschritten zu überzeugen, die Italien unter dem Duce gemacht habe. Rom, 18. Jänner. Die gestrige Abendausgabe des »Giornale d’Itatia« veröffentlichte auf der Titelseite eine Unterredung des Beograder Korrespondenten Dr. Tomanolli mit dem Kroatenführer Dr. Maček, und zwar unter dem Titel: »Das neue Kroatien wünscht nach dem serbisch-kroatischen Ausgleich herzlichste Beziehungen zu Italien und zu Ungarn zu unterhalten«. Dr. Maček sagte dem: italienischen Korrespondenten u. a.: »Wir wünschen jetzt, wo die Bemühun gen von Erfolg gekrönt sind, mit der Organisation der Kroaten auf föderalistischer Grundlage fortzusetzen, damit der Ausgleich eine definitive Form erhalte hinsichtlich der Lösung der Probleme zwischen Serben und. Kroaten sowie hin- sichtlich der Regelung der öffentlichen Macht in Kroatien. Diese zwei Fragen werden dann geregelt, sein, ’> wenn die definitive' Umänderung des ganzen gemeinsamen Staates Jugoslawien gekommen ist, was wir von der Skupschtina fordern werden.« Auf die Frage deš italienischen Journalisten, wie der neue kroatische Landtag beschaffen sein werde, sprach Dr. Maček seinen Zweifel darüber aus, daß die autoritäre oder linksgerichtete Opposition mehr als drei bis vier Abgeordnete haben könnte. Die auf dem Gebiete Kroatiens lebenden Serben werden 20 Abgeordnete im kroatischen Landtag haben. Dr. Maček sagte ferner, daß er sich darüber hinaus auch über die Beziehungen zwischen Jugoslawien, Ungarn und Italien äußern möchte. »Italien und Ungarn sind nicht nur unsere beiden nächsten Nachbarn. Unsere drei Länder ergänzen sich cm vernehmlich, woraus der Schluß folgt, daß sie in herzlichsten Beziehungen untereinander Sein müssen. Aber noch etwas ist es, was viel wichtiger ist: Auch Italien und Ungarn wünschen ihre Vorteile zu sichern und ebenso ihre Neutralität. Ich erkläre bei dieser Gelegenheit, daß alldies, was Kroatien mit seinen Nachbarn näher bringt, auf die Tatsache zurückzuführen ist, daß sie sich einen Weg ausgesucht haben, der die Rettung der Neutralität und den Frieden Jugoslawiens bedeutet.« Gluthitze in Südamerika SCHNEESTÜRME IN SPANIEN, ZAHLREICHE HITZEOPFER IN ARGENTINIEN. gesunde Basis zu bringen. Die Entschädigungssumme würde rund vier Milliarden Pfund betragen. Außerdem zahlen die Westmächte alle Kriegsausgaben Deutsch lands. 4. England räumt dem Deutschen Reiche das Recht der Meistbegünstigung für das gesamte Imperium einschließlich der Dominions und Indiens ein. 5. England und Frankreich räumen dem Deutschen Reiche besondere wirtschaftliche Vorteile ein, so z. B. die Ueberwachung gewisser Industrien. 6. Deutschland liquidiert mit geeigneten .Maßnahmen die Vorherrschaft Englands in der Welt. 7. Frank reich schließt mit Deutschland einen Nicht angriffspnkf auf die Dauer von 25 Jahren.«-.. * Graf Teleki M Schwarzseher Der ungarische Ministerpäsident prophe. zeit ein lebhaftes Frühjahr. — Der Krieg wirft Seine Schatten auf ganz Europa. Budapest, 18. Jänner. Ministerpräsident Graf Teleki hielt in einer Versammlung der Einheitspartei, eine Rede, in der zunächst auf die engen Bande hingewiesen wurde, die Ungarn mit Italien verbinden und ebenso Italien und Ungarn mit- Deutschland. Dann sagtc der Minister. präs:deiit: »Ich zweifle nicht im geringsten, daß Wir schlimmen Zeiten entgegengehen. In der internationalen Läge gibt es Anzeichen, daß wir einem heiklen Frühjahr ent-gegengehen. Es wäre auch ein Wunder, wenn die militärische Aktivität der beiden kriegführenden Parteien ;m Frühjahr nicht leb^tfter werden würde, denn das, was sich bisher ereignete, stellt ,zweifellos mir einen Tastversuch dar, nach wefr' die be'den,Parteien mit allen ihren Kräften einsetzen werden. Wir wissen nicht, wo das geschehen wird, wie und wann. Wenn der Krieg in sein ernstes Stadium getreten ist, wird auch für Ungarn eine schwere Lage kommen, denn der Krieg wirft seine Schatten auf ganz Europa, ungeachtet dessen, ob jemand einen Gewehrschuß abgefeuert hat oder nicht. Dann wird es auch ln Ungarn zu Einschränkungen kommen müssen, die viel schwere.- sein werden als die beiden jetzigen fleischlosen Tage.« Der „H?lö Von MonWMo" Aus krankhafter Furcht — einen Massenmörder getötet. M o n t e v i deti, 17. Jänner.- Auf ungewollte Art und Weise wurde der 18jährige Emilio Hontiveros der »Held von Montevideo« getötet. Der Bursche war von einer geradezu krankhaften Feig heit besessen und wagte es beispielweise nicht, in den Abendstunden allein auf .die Straße, zu gehen. Wenn er aber trotzdem zu einem abendlichen Gang durch die Stadt gezwungen war, dann trug er stets einen schußbereiten Revolver in der Tasche, jeden Augenblick bereit, zu - feuern. Kürzlich glaubte er sich von 'einem Mörder1 verfolgt. Seine Angst steigerte sich zum Entsetzen, als ihn der Fremde um ein Feuer batr Anstatt dem Ersuchen nach zukommen, zog: er ohne viel Umstände den Revolver und schoß den Mann nieder. Die sofort alarmierte Polizei stellte den Tatbestand fest'. Dabei stellte sich zur allgemeinen Ueberraschung heraus, daß der Tote ein seit Monaten bereits fieberhaft gesuchter Bandit war, der bereits eine ganze Reihe von Mordtaten auf dem Gewissen hatte; Hontiveros erhielt für seine »mutige Tat« sogar noch eine beträchtliche Kopfprämie und wird jetzt außerdem als der »Held von Montevideo« gefeiert. Weltboxmeister Camera _ glücklicher Vater. U d i n e, 17. Jänner. Der ehemalige Weltboxmeister Primo Carnera ist glücklicher Vater geworden. Der friaulische Riese, der trotz seiner Urkraft der gutmütigste Mensch der Welt ist, war, kurz bevor ihm seine Gattin einen 5 kg schwe 'en Buben schenkte, in großer Aufregung auf dem Platze seines Heimatsdcrfu5 Sequals auf und abspaziert, bis ihm die Nachricht von der Geburt mitgeteilt wurde. Das ganze Dorf hat den gutherzigen und fre:gebigen Carnera festlich umjubelt. Carnera hat zu den Anspielungen. Madrid, 18. Jänner. In.'ganz Spanien halten bei niedriger Temperatur d. Schnee stürme an. Schnee bedeckt auch hochgelegene Gebiete Marokkos, in der spanischen wie in. der französischen Zone. — Die »Ala Littoria« mußte den Luftverkehr nach Spanien einstellen. Der Schnellzug Valencia—Tarragona blieb in der Nähe der Station Barracas im Schnee stek ken. Aus Castellon wurde ein Hilfszug mit Arbeitern und Lebensmitteln abgefer-tigt. Stürme im Mittelmeer verhinderten das Auslaufen der Postdampfer aus Malaga und. Melitta. In den Häfen Valencia und Alicante .mußten zahlreiche Schiffe Schutz suchen. Bei La Coruna sank ein Fischerboot, wobei die an Bord befindliche fünfköpfige Fischerfamilie ums Leben kam. Bue.no s-A i r es, 18. Jänner.' Die unerträgliche Gluthitze, die auch nachts nur wenig nachläßt, halt weiter an. Am Sonntag. sind vier weitere Personen an flitz-i Lissabon. Juan Cunhasr und Esteban de Areduiza, die »Fliegenden Menschen«, wird man nie mehr bei; ihrer latem beraubenden Tätigkeit am Trapez,bewun dem können. Ein wahrhaft dramatisches Geschehnis hat dieser Schaunummer, die in Spanien und Portugal sehr berühmt war, für immer ein Ende bereitet In der Stadt Coimba „ereignete sich beim Gastspiel eines, bekannten Zirkusses, bei dem die »Fliegenden Menschen« tätig waren, die Tragödie, die viele hundert Zuschauer vor Schrecken erstarren ließ. Zunächst hatte man angenommen",, daß das Degenduell am schwebenden Trapez zu der vor geführten Nummer gehörte, bis der. furcht, bare Ausgang keinen Zweifel mehr dar- ob sein Junge auch ein Boxer werden wird, mit Zeichen der Entrüstung .erklärt,, daß er das niemals zugeben werde, denn die Welt sei ja so böse und er wolle nicht, daß sein Sohn alle die Enttäuschun gen ebenfalls miterlebe, die er selbst mit machen mußte. Der Neugeborene erhielt den Namen Humbert. schlag erlegen, nachdem die Hitze während der letzten vier Tage bereits 32 Todesopfer gefordert hatte. Auch ein kurzer Regen hat nicht die sehnsüchtig erwartete Abkühlung gebracht; statt dessen . ist der Feuchtigkeitsgehalt der Luft bis auf 94 v. H. gestiegen. Buenos Aires gleicht einer dampfenden Waschküche. In einigen Vorortsbezirken herrscht bereits empfindlicher Trinkwassermangel. Die Bevölkerung ist von Tag zu Tag mehr : aufgebracht über die gewissenlose Preistreiberei der Kunsteiserzeuger. In einem Fall mußte sogar, die Polizei eingesetzt werden, um den Sturm der Menge auf die ausfahrenden Eiswagen zu verhindern. In den nördlichen Provinzen Argentiniens herrschte die letzten Tage eine Durchschnittstemperatur von 44 Grad Č. Es ist dies die höchste, seit 34 Jahren gemessene Temperatur. über ließ, daß es kein Spiel, sondern Wirk lichkeit war. Juan und Esteban, die seit Jahren zusammen arbeiteten, hatten sich vor dem Auftritt heftig gestritten. Es soll sich dabei um Estebans Frau gehandelt haben, eine Tänzerin, die im selben Programm lauftrat und vermutlich zu Juan geheime Beziehungen unterhielt. Es ist zweifelhaft, ob man jemals hinter die Kulissen der Tragödie sehen wird. Man muß annehmen, daß Esteban schon längere Zeit Verdacht geschöpft hatte und an dem un seligen Abend Juan zu dem ungewöhnlichen Duell herausforderte, das auch tatsächlich vor dem versammelten Publikum ausgetragen wurde. Die »Fliegenden Men sehen« erschienen wie. gewöhnlich zu ihrem Trapezakt — beide trugen Trikots und Esteban hatte eine komische Perücke auf dem Kopf — aber seltsamerweise führ ten sie einen Degen mit, als sie die Strick leiter emporklommen. Als nach einer Weile der Augenblick kam, an dem Juan und Esteban mit den Beinen am schwebenden Trapez hängend aufeinanderzuglitten. hatte jeder semen Degen in die Rechte genommen und suchte dem anderen einen I Fechtstoß beizubringen. Das Publikum war von diesem Scheinduell am schwebenden Trapez — für eia solches hielt man es zunächst — beigeistert. Hafte man doch eine derartige Num mer noch nie gesehen. Der Glaube, daß alles nur ein Spiel war, verstärkte sich noch, als sich die beiden Fechter bei den ersten Begegnungen verfehlten. Allmählich aber konnte man es aus den verzehrten Mienen der beiden Duellanten erkennen, daß hier hoch oben in der Luft tatsächlich ein Kantpf um Leben und Tod tobte. Plötzlich ertönte ein 'hundertstimmiger Aufschrei: Esteban hatte, seinem Partner Juan bei einer erneuten Begegnung der beiden Trapeze seinen Degen mitten durch die Brust gestoßen. Juans Hände lösten sich. Entseelt sank er in das Netz, das die Artisten- vor einem Stürz schützen sollte. Das Publikum war vor. Schrecken völlig erstarrt. 'Esteban aber ließ sein Trapez ausschwingen und landete mit einem eleganten Salto mortale gleichfalls im Netz, wo er sich seelen ruhig und ohne irgendeine Erklärung abzugeben von den beiden der Vorstellung beiwohnenden Polizisten verhaften ließ. Inez, d:e Frau des Siegers in diesem grau sigen Duell, hatte von dem Geschehen keine Ahnung, da sie sich während des Auftretens ihres Mannes in ihrer Garderobe befand. Die älteste Zeitung auf der Welt auf der Leipziger Gutenberg-Ausstellung. Das Gutenbergjahr 1940 wird von der Buchstadt Leipzig mit einer Gabe an die »Gesellschaft der Freunde des Deutschen Buchmuseums eingeleitet. Es handelt sich dabei um die Faksimilienausgabe der sogenannten »Straßburger Relation von 1699«. Es ist dies neben dem im gleichen Jahre erschienenen Wolfenbütteier »Aviso von 1609« die älteste gdruckte Zeitung der Welt. Kanal Brüssel—Charleroi nicht breit genug. In belgischen Wirtschaftskreisen wird gegenwärtig der Plan lebhaft erörtert, den Kanal, del' Charleroi mit Brüssel verbinde:, erheblich zu erweitern und zu vertiefen. Man will ihn soweit ausbauen, daß er für Schiffe von 1350 Tonnen befahrbar wird. B s zum Jahre 1833 war dieser Kanal für die belgische Wirtschaft fast ohne Bedeutung. Das lag daran, daß nur Schiffe bis zu 70 Tonnen die Wasserstraße befahren konnten. Seitdem ist der Kanal bereits erheblich verbreitert und vertieft worden. Heute können auch schon Schiffe von 300 Tonnen bequem auf ihm fahren. Nach den neuen Entwürfen soll die Wasserstraße zu einer Breite von 120 Metern und zu einer Mindesttiefe von 3 y« Metern ausgebaut werden. Zwischen den Ortschaften Godarville und Ronquieres müßte ein völlig neues Bett ausgebaggert werden. Die Befürworter des neuen Planes erwarten, daß nach dem Ausbau ein großer Teil der Erzeinfuhr, bestimmt für das Industriebecken von Charleroi, per Schiff von Antwerpen zum Bestimmungsplatz gebracht werden kann. An der Rentabilität des Kanals, der den Namen »Leopold lII.-Kanak erhalten soll, zweifelt man keineswegs. In Brüssel soll die Wasserstraße in den Seekanal einmünden, der in direkter Verbindung mit dem Rupel-kanal und der Schelde steht. Versteinerter Regenschirm. ln England wird man sich kaum an die alte Fregatte »Crescent« erinnern, die vor rund 140 Jahren an der Nordküste Jütlands unterging. Von diesem alten Schiff ist jetzt wieder eine Kunde gekommen. Dänische Forscher machten dieser Tage an der Stelle, wo die »Crescent« sank, einen ungewöhnlichen Fund. Sie fanden einen Hut, eine Art Zylinder und einen Regenschirm. Beide Gegenstände waren versteinert. Sie sollen in ein Museum gebracht werden. Es ist übrigens nicht das erste Mal, daß von der »Crescent« Ueberbleibsel gefunden wurden. — Im Laufe der 140 Jahre haben dänische Fischer und »Schatzgräber« immer wieder teils kostbare teils wertlose Stücke der alten Fregatte vom Meeresboden ans Tageslicht gefördert. Maribor, Donnerstag, 6§n 48. :r Das große Mustkereignls GLÄNZENDER ERFOLG DES GESTRIGEN SYMPHONIEKONZERTES GLASBENA MATICA9«. DER Ameisen nähten Wunden. Sowohl in der Chirurgie wie in der Behandlung von offenen Wunden scheinen die Urmenschen vor fernen Jahrtausenden schon erstaunliche Kenntnisse besessen zu haben. So vermutet man, daß sie bereits verstanden, offene Wunden zu nähn. Dabei bedienten sie sich freilich nicht der Nadel, sondern sie riefen — Ameisen zu Hilfe. Sie ließen vermutlich große Ameisen mit ihren Zangen sich beiderseits der Wundränder festbeißen und lösten dann die Körper der Ameisen ab. Die festgebissenen Köpfe klammerten die Wunde so fest zusammen, daß sie vernarben konnte. Diese Me hode hatte noch den besonderen Vorteil, daß die verspritzte Ameisensäure auch noch eine antiseptische Wirkung auslöste. Das gestrige große symphonische Konzert unserer rührigen »Glasbena Matica« gestaltete sich zu einem erstrangigen Kulturereignis, bei welcher Gelegenheit Friedrich Smetanas unsterbliches Monumentalwerk »M a v 1 a s t« (Mein Vaterland) zur Aufführung gelangte. Das Orchester der Glasbena Ma ica, das durch Militärmusiker und den Harfen-sp eler Lukeš verstärkt war, entledigte sich seiner gewiß nicht leichten Aufgabe un:er der bewährten und lebhaften Stabführung des Militärkapellmeisters Hauptmann Josef J i r a n e k mit bewundernswerter Exaktheit und größter H ngabe an das große Werk des Tondichterfürsien Smetana. Der große Saal des Sokolheimes war bis aufs letzte Plä zehen ausverkauft, end lieh ein schöner Beweis dafür, daß unser kunst- und musikliebendes Publikum sich fast ohne Ausnahme eingefunden hat e, um der Glasbena Matica, dieser ersten Kulturinstitution unserer Stad:, für ihre großzügige, erfolgreiche und aufopfernde' Kulturabeit durch einen Rekordbesuch die gebührende und verdiente Anerkennung zum Ausdruck zu bringen. Unter den Anwesenden bemerk e man u. a. die Herren Bezirkshauptmann Dr. šiška, Bezirks. hauptmann E i le t z, Magistratsdirektor Rodošek in Vertretung des Bürgermeisters, Domkapellmeis.er G a šp a r i č im Namen des Fürstbischofs, Militärkreiskommandant Oberst Radovanovič, Theaterintendant Dr. Brenčič und den Präses der Glasbena Ma.ica Rechtsanwalt Dr. Ra v n i k. Das gestrige Symphon:ekonzert, das den überaus zahlreich erschienenen Musikfreunden einen seltenen Kunstgenuß bereitete, wurde vom Rundfunksender Ljubljana übertragen. zu denken ist, da der Wagen auf . vereisten abschüssigen Fahrbahn uni: dingt noch weitergeschleudert wer • muß, auch wenn alle funktionierend. Bremsen angezogen sind. Also nicht nu das Nehmen der Kurven, auch die Fahrg; schwindigkeft salbst muß den Wintern-hältroissen entsprechend angepaßt sein1 Das MMer Wettervorhersage für Freitag: Vorwiegend bewölkt. Weiteres V: men der Kälte wahrscheinlich. Am Gehsteig vom Auto gelötet Geklebte Kleider. ln Korea ist der Bedarf des Damenschneiders oder der Damenschneiderin un- SCHWERER VERKEHRSUNFALL IM HERZEN MARIBORS. — ERNSTE MAHNUNG AN ALLE AUTOFAHRER. gen. Die Schwerverletzte wurde von einem vorbeikommenden Chauffeur unver- An der Ecke der Aleksandrova cesta und der Kopališka ulica ereignete sich gestern mittags ein schweres Unglück, züglich ins Krankenhaus gebracht, doch daß leider den Tod eines jungen Men--gab sie schon unterwegs ihren Geist auf. sehen zur Folge hatte. Um die erwähnte Zeit kam von Melje der Autotaxibesitzer Ferdinand Czemba. Als er sich auf der Höhe der Einmündung der Kopališka ulica befand, kam ihm aus dieser Straße ein schweres Lastauto entgegen. Da der Lenker einen Zusammenstoß befürchtete, bremste er stark ab und bog nach links ein. Das Bremsen war jedoch verhängnisvoll. Der im Schwung befindliche Wagen wurde am glitschigen Boden zur Seite geschleudert und konnte keinen festen Fuß fassen. Das Auto rutschte weiter und glitt auf den Gehsteig vor dem Geschäft Moravec hinauf. Die Passanten stoben nach allen Seiten auseinander, um nicht vom Kraftwagen niedergestoßen zu werden. Darunter befand sich auch die 28jährige Hafner bekannt. Die Kleider werden dort nicht | meisterstochter Frl. Gisela F i 1 i p i č genäht, sondern zusammengeklebt. ' aus der Mlmska uhca’ d,e VOrt e;nem Unterstützet die flntituberkulosenliga! Der zu Rate gezogene Sachverständige Ing. Keršič stellte fest, daß die Bremsen des Taxiwagens nicht einwandfrei funktionierten und daß die Hinterräder nicht mit Ketten versehen waren, weshalb der Kraftwagen infolge des starken Bremsens und des Abbiegens zur Seite geschleudert wurde. Czemba wurde festgenommen. * Dieser Verkehrsunfall mit seinem tragischen Ausgang ist wiederum ein Memento für alle, die am Volant sitzen und auf diese Weise nicht nur ihr eigenes Leben bzw. die Gesundheit sozusagen in den Händen haben, sondern auch das Leben und die Gesundheit der anderen Mitmenschen. Wir wollen der Untersuchung über diesen Fall nicht vorgreifen und über die Schuld kein abschließendes Urteil fällen. Sicher ist nur, daß beim Einfahren in die Seitengassen und Straßen schon wegen der Möglichkeit eines ent 1 Besorgungsgang heimeilte. Das Mädchen ...... konnte nicht rasch genug zur Zeite sprin- | gegenkommenden Fahrzeuges größte Vor gen. Es wurde vom Wagen erfaßt und gegen die Mauer des Scherbaum-Pavillons geschleudert, wobei der unglücklichen Frau die Räder über den Kopf gin- Da« kleinste Aeffchen der Welt Im Frankurter Zoo wurde zum erstenmal in der Geschichte der Tiergärten e n Silberäffchen geboren. Es hatte bei der Geburt ein Gewicht von nur 26 Gramm nrsd ist damit das kleinste Aeffchen der Welt. Hier saugt das kle ne Silbe en schon vergnügt an der Flasche. Es hat bequem in einer Hand Platz. sicht erforderlich ist. Der Fuß muß vom Gashebel weg, und das Nehmen der Kurve muß mit möglichst geringer Geschwindigkeit erfolgen, damit jegliche Fliehkraft des Wagens vermieden wird. Der Wagen des Taxichauffeurs Czemba soll, wie es heißt, auch, die Bremse nicht ganz in Ordnung gehabt haben. Wie immer es auch sei, es gilt für jeden Autolenker, nur mit präzis funktionierenden Bremsen zu fahren oder überhaupt nicht. So manches Unglück könnte vermieden werden, wenn die Vorsicht der oberste Grundsatz eines jeden motorisierten Verkehrstei'nehmers wäre. Daß im Winter niemand ohne Schneekette oder Spezial-Schneebereifung fahren soll, dafür müßte die Verkehrspolizei sorgen. Alte, schon völlig »abradierte« Reifen sind im Winter eine Gefahr, von der sich viele kein richtiges Bild zu machen verstehen. Ein weiteres Kapitel bildet angesichts der jetzigen vereisten Straßen das wilde Fahren mit Geschwindigkeiten, die über das Maß der Sicherheit und Vorsicht weit hinausgehen. Man braucht nur in einer unserer engsten Gassen, der verkehrsreichen Vetrinjska ulica, zusehen, mit welcher Geschwindigkeit manche Autos und Autobusse in der Richtung zum Hauptolatz fahren. Die Autos kommen um die Ecke des Nasko-Hauses meist mit solcher Wucht hereingefah-en, daß an ein Bremsen im plötzlichen Bedarfsfälle wohl kaum i m. Todesfälle. Im hohen Alter von RV Jahren ist gestern die Magistratstream-I tenswitwe Frau Marie Witzler gestorben. Ferner verschied gestern die Private Frau Amalie S t a c h e 1 im Al-I ter von 81 Jahren. Friede ihrer Asche' I m. Auszeichnung. Der Grundbuchführe des Bezirksgerichtes in Celje Ivan š e m-r o v wurde mit dem St. Sava-Orden 5 Klasse ausgezeichnet. m. Aus dem Gerichtsdienst. Der Bezirksgerichtsvorsteher Dr. Oswald I 1 -g o v n i k in Sv. Lenart wurde in der Ruhestand versetzt. Der Gerichtspraktikant Josef š e g e d i n wurde von Celje zum Kreisgericht in Ljubljana versetz: m. Die Leitung der Volksschu’e in Krč' vina bei Marbor spricht allen, die durci-ihre Zuwendungen die Weihnachtsbesch: rung der mit e’losen Schu’kinder ermöglicht haben, auf diesem Wege ihren herzlichsten Dank aus. ! in. Unfall. InfoVe G!a'te:ses er’itt die Lehrerin Frau Adeie Mesesnel in Marbor einen Sturz und zog sich einen Bein bruch zu. m. Ein Skifahrerautobus nach R’hnic I wird Samstag nachm'ttags um 15 Uh , vom Grajski trg abgefertigt. Fahrpreis 4( Dinar. m. 2400 Dinar verloren. Die Köclri Anna Nemet verlor auf der Fahrt vor j Zagreb nach Maribor im Zuge d'e Geld-i tasche mit einem Barbetrag von 240 Dinar. I m, Taschendiebstahl. Ein unbekannte Täter entwendete dem Chauffeur Fran I Amon im Wartez'mmer eines Arztes du Geldtasche samt 70 Dinar. m. Sich selbst verletzt. Dem Fleischer gehilfen Rudolf Krajnc entglitt das Mes ser, das er sich in den Oberschenkel stieß. Man überführte ihn ins Krankenhaus. m. Wetterbericht vom 18. d., 9 Uhr: I Temperatur —13, Luftfeuchtigkeit 98%, Barometerstand 734.1 Millimeter. Ostwind. Gestern Maximaltenmeratur 4, heute Mmimaltemperatur 13 Grad. — Der I Schnee fiel gestern 9 cm hoch, Tauwasser 5.3 Mil'imeter. * GEWERBEBALL 27. Jänner, Narod"" dom. 341 * Broadway Band? 405 Brot und Mehl für Diabetiker! Zuckerkranke ärztlich empfohlen und nach Dr. Senftner hergestelltes Brot erzeugt in Maribor Bäckerei Scherbaum, Grajski tm Verlangen Sie Prospekte! 3ßr Aus p. Das Tonkino »Royal« zeigt uns ah Freitag den ersten Teil des »Indischer Grabjnals«, den geheimnisvollen und mystischen Großhirn »Der Tiger von Esch-napur«. In den Haup rollen Gustav Dies!. Hans Stüwe, Theo Lingen, Alexander Golling und La Jana. Indien, seine Götzen und Götter, Sekten und Relig'onen, die ganze komplizierte Kultwelt "dieses Landes ,ut sich den Filmbesuchern auf, Tempel, Paläste, herrliche Kultstätten geben ein eigenes Profil und zeugen von e:ner gigantischen Vergangenhe:t. Ein Märchen reich zeigt sich uns scheinbar, doch wer Zur Uraufführungen der Operette »Zareka na Jadranux (Verlobung an der Adria}. !-r 'V g: :: IM DURCHSCHNITT WÄRMER UND TROCKENER ALS 1038. Der erfolgreiche Komponist der neuen Operette »Zaroka na Jadranu«, Paul Rasberger, mit seiner Tochter Frau Milena Ras berger-Fišer, die für , die Operette ihres Vaters das Libretto verfaßte.: Von seinen früheren Opretten sind insbesondere »Der verschmitzte Amor« und »Rote Nelken« zu erwähnen. genauer hinbück1, sieht das Elend eines armen, in unzählige Kasten gepreßten Volkes. In deutscher Sprache. c. Evangelischer Gottesdienst. Sonntag, den 21. Januar, finden die Gottesdienste wieder im Gemeindesaale statt, und zwar der Kindergottesdienst um 9 Uhr, der Ge-meindegottesdienst um 10 Uhr. c. Ratsherrensitzung. Freitag, den 19. Jänner, findet um 18 Uhr 30 eine öffentliche Ratsherrensitzung im Gemeinderatssaale des Ratshauses statt. c. Bestattung. Am Mittwoch wurde in ■Ijubljana der Sparkassenkontrollor i. R. Albin Kosem aus Sevnica zur ewigen Rühe bestattet. Albin Kosem, der ein Alter von 72 Jahren erreichte, war seinerzeit als Buchhalter und Korrespondent bei den Firmen Traun und Stiger in Celje, Urbane in Ljubljana und Fürst in Ptuj tätig gewesen. Von 1902 bis 1933 wirkte Kosem als Kontrollor bei der Bezirks-Sparkasse in Slovenjgradec. Seinen Ruhestand verbrachte er in Ljubljana. e. Das Hauptzollamt in Celje. Die Vereinigung der Kaufleute in Celje gibt allen Handels- und Industrieunternehmen bekannt, daß die Vorbereitungsarbeiten zur Anahme von Zollware in das Zol'ma- j gazin am hiesigen Bahnhofe schon so j weit fortgeschritten sind, daß einer Warenverzollung nun nichts mehr im Wege steht. c. Wichtige Termine. Die Kaufleutevereinigung der Stadt Celje gibt ihren Mitgliedern bekannt, daß bis zum 31. Jänner 1940 bei der hiesigen Steuerverwaltung d:e vorgeschriebenen Anmeldebögen für die Einkommen- und Warenumsatzsteuer einzureichen sind. Die diesbezüglichen Drucksorten sind beim Steueramte erhältlich. Personen, die verpflichtet sind, Bücher zu führen, bzw. bereits Bücher geführt haben, haben die genannten Anmeldebogen bis 31. März d. J. einzu-reichen. Anme’debogen für Rentensteue«-sind bis 31. d. M. vorzulegen. Ferner sind nbt 1. d. M. Gescl'schaffen mit beschränk ter Haftung (G. m. b. H.) gesellschafts-sfeuerpflichtig geworden; die diesbezüglichen Steuerbogen müssen bis 31. Mai d. f. ein^ereicht werden, spätestens, aber fünfzehn Tage nach der ordentpehen Eav.otversammlung. Die Meldungsbogen • Missen gen.avestens ausgefüllt sein, da gegenteiligen Falles äußerst strenge Bestrafungen angewendet werden. Im übrigen werden al'e M:tg'ieder der Kauleute-vere.ir:"urig auf die neuen Erlässe zwecks •'bändert!’-" und Vervollkommnung r>e? Gesetzes über unmittelbare Steuern, Warn meatveteimm und Gesamtsteuern auf Unlängst brächten wir eine Uebersicht über die Wetterentwicklung im laufenden Winter, soweit sie auf das abgelaü-fene Jahr 1939 entfiel. Nun stehen uns auf Grund verläßlicher statistischer Daten Angaben über die Weiterentwicklung in Maribor im ganzen abgelaufenen Jahr zur Verfügung. Darnach war im vergangenen Jahr der heißeste Tag der 22. Juli, an dem im Schatten Temperaturen bis zu 35.6 Grad Celsius gemessen wurden. — Der kaltes f e Tag war hingegen der 31. Dezember frühmorgens mit 23.5 Grad unter Null. Der Höchstunterschied in den Temperaturen stellte sich demnach auf nicht weniger als '59.1 Grad. Warme Tage mit einer Temperatur von mindestens 25 Grad gab es 61, kalte Tage mit Minimalwärme unter dem Nullstrich 104 u. sehr kalte Tage mit Maximaltemperaturen unter Null II. Die jährliche Durch-schnittstemperatur stellte sich auf 10 Grad, die durchschnittliche Maximaltemperatur auf 14.8 und die durchschnittliche Minimaltemperatür auf 4.5 Grad. Im vorangegängenen Jahr 1938 war die maximale Jahrestemperatur ziemlich niedrig .und stellte sich auf 3R.2, die höchste Kälte war dagegen 20.7 Grad unter Null. Die durchschnittliche Jahrestemperatur machte 9.9 Grad aus und war demnach um ein Zehntel Grad niedriger als die vorjährige. Warme Tage gab es 35 und kalte 85. Regentage gab es im Vorjahr 117, Sch nee tage dagegen 23. In 140 Niederschfagstaeen be’iefen sich die Niederschläge auf 801.1 Millimeter, somit 5.7 Millimeter pro Niederschlags^ag öder 2.2 Millimeter nro Tag im Jahr. Daß hinsichtlich der Witterung das vergangene Jahr absonderlich war. erhellt auch daraus, daß der nässeste-Monat der Mai war, der Monat mit. der geringsten N'eder-schlagshöhe dagegen der April, der doch sonst der nässeste zu sein pflegt. Die maximale Schneehöhe belief sich auf 19 Zen tim eter. Der Schnee lag in den Monaten Jänner und Dezember insgesamt 36 Tage auf der Erde. Im Jahre 1938 belief sich der Niederschlag an 106 Tagen auf 833.2 Millimeter. Das Jahr war demnach etwas nasser als das abgelaufene. Im allgemeinen hat uns die Natur im Vorvorjahr mit Regen reicher bedacht, sodaß die Landbevölkerung nicht über eine derartige Dürre zu klagen hatte wie im abgelaufenen Jahr. Im Jahre 1938 erreichte die maximale Schneehöhe 33 Zentimeter und die weiße Decke lag 45 Tage auf der Erde. Der höchste B a r o m e t e r s t a n d belief sich im Vorjahr auf 749.6 und der niedrigste auf 719.9 Millimeter, sodaß sich der durchschnittliche Luftdruck auf 736.7 Millimeter stellte. Die Luftdruckspannung betrug demnach 29.7 Millimeter. Im Jahre 1938 erreichte der höchste Luftdruck 752,8 und der niedrigste 718.5 Millimeter, sodaß sich der durchschnittliche Barometerstand auf 738.5 Millimeter, also etwas höher stellte als im Vorjahr. - Die durchschnittliche Luft f e u c h-tigkeit stellte sich im Vorjahr auf 72.7%, im vorvergangenen Jahr dagegen auf 79.6%. Es liegt somit wieder ein Be-; weis dafür vor, daß das abgelau'ene Jahr weniger naß war als das vorangegangene. Die Bewölkung machte im Vorjahr 5.1 Zehntel des Himmels aus. Vollkommen klare Tare gab es 18. Im Jahie 1938 war die Zahl der vollkommen klären Tage größer. Die größte Monatsbe-xvölkung betrug 7.5, die geringste 3.9 und me durchschnittliche Jahresbewö'kung T5 Zehntel. Aus dem Vergleich dieser Ziffern ist zur Genüge ersichtlich, daß das abge’aufene Jahr 1939 mehr bewö’kt war a's das vorangegangene Jahr 1938, aiaizasfisaesMMGsz» REPERTOIRE. Freitag, 19 Jänner: Geschlossen. Samstag, 20. Jänner um 20 Uhr: »Via Mala«. Ermäßigte Preise. Sonntag, den 21. Jänner um 15 Uhr: »Die Verschmitzte«. Zum letzten Mal. Ermäßigte Preise. — Um 20 Uhr: »Alles zum Scherz«. Ermäßigte Preise. ? I' i: 06IV-6, SinJcrfrcitücn Es schneit, es schneit, heissa juchhei, Wem schlüge vor Freude das Herz nicht dabei, \ Wenn die Wiesen und Hänge ganz über Nacht Sich schmücken mit glitzernder, weißer Pracht. Wer ein frisches Mädel, e'n echter Bub, Die hocken" dann: nicht mehr in warmer Stub\ Hurtig, den Schlitten, die Skier hervor!- Und mit jauchzen geht es hinaus vor das Tor. Hier herrscht ein Leben; Blitzschnell und munter " Eilen d e Schlitten den Abhang hinunter, Und purzelt dann auch mal eins in den Schnee — Man fällt ja weich und es tut Hiebt weh! F. Depmeyer. Volksniiiversilät Freitag, 19. Jänner: Ing. Dr. M. K a r- š u 1 i n (Zagreb) über Schweden. Burg-Tonkino. Der Wiener Filmschlager »Der unsterbliche Walze,«. Eine musikalische Geschichte im Leitspruch We n, Weib und Gesang. Die Zentralgestatt der amüsanten und romantisch angehauchten Handlung ist der Walzerkönig Johann Strauß selbst, der von Paul Hörb.ger in Spiel und Maske unübertroffen dargestellt wird, ln den übrigen Hauptrollen Hans Holt, Fritz Inhoff, Greti Theimer, Friedl Czeppa und Maria Andergast, Namen, die für die Erstklassigkeit des Filmes bürgen. — ln Vorbereitung der amüsante Lustspielschlager »Hurra, ich bin Papa« mit Heinz Rühmann. Esplanade-Tonkino. Bis einschließlich Freitag der brillante, geistreiche, unterhaltende Film »Bel Ami«, mit Willy Forst. Samstag die Premiere des größten franzö sischen Monumentalwerkes »Eduard VII.« Der punkvollste, repräsentativste Millionenfilm nach dem berühmten Werk An-dre-Maurois. Der fabelhafteste Film in der Geschichte der französischen Produktion! Ein Großfilm des Welttriumphs! Union-Tonkino. Der große Gangsterfilm »Die Hyänen Newyorks«. Eine, atemberaubende Abenteuerfolge aus dem Gangsterleben. In der Hauotrolle Francis Kay. — In Vorbereitung »FliUerwochen« mit Franziska Gaal. ApolMennaHldlerN Bis Freitag, den 19. Jänner versehen die Mohren-Apotheke (Mag. Pharm. Maver) in der Gosposka ulica 12, Tel. 18-12, und die Schutzengel-Apotheke (Mag. Pharm. Vaupot) in der Aleksandrova cesta 33, Tel. 12-13. den Nachtdienst. Ai'tk-v.V den Warenumsatz aufmerksam gemacht (Siehe »Službeni list« Nr. 3 und 4 vom 10. und 13. d.:M.; und »Službene Nevine« Nr. 294—C III vom 23. Dezember 1939). c. Kino Union. .Donnerstag und Freitag der lustige und sprühende Detektivfilm »Der Schuß in dev Nacht«, ein tolles Rätselraten um die geheimnisvollen Morde im Hause des Sherlok Holmes und seiner Oattjn, die durch Robert Montgomery u. Rosalinde Russell dargestellt werden. uv Die P. T. Abonnenten der »Marlbo-rer Zeitung« werden ersucht, bei der Entrichtung des Monatsabonnement von der Aasträgerin eine ZahltiRgsbescheinf'run" anzufordern. Die Verwaltung der »Mariborer Zeitung«. »II M'raggio«. Er war stets bemüht, Wahr heit mit Kunst zu verbinden. Seine Bücher haben den Charakter von Dokumenten unserer Zeit. Seine Romane schufen sich einen bedeutenden Leserkreis. Dann folgten die Trilogien, von denen d’Ambra selbst behauptete, daß s e das Beste seiner Erzählungskunst dars ellten. Die Trilogie »Fantasia di rnandorli in fiore«, »La sosta sul ponte«, »Conversazicnl di mez-zanotte« gelten als das Meisterwerk d e. ses Erzählers und als eines der bes en Werke der italienischen Literatur überhaupt. Seine Romantätigkeit beeinflußte nicht, im germgsten jene des Lustspiels. D’Ambra war auch Schriftleiter römischer Zeitungen und Kunstkritiker. Im Jahre 1936 erschien der »Roman von Abbazia«, der eine Hymne dieses einzigartigen Er-•denWinkels ist. Im Jahree 1937 wurde Lucio d’Ambra zum Mitglied der Akadamie Ialiens ernannt. Lucio d’Ambra-Maganello, gestorben Nach dein Tode des berühmten italieni-sehen Dramaturgen Traversi’hat die ita. ! l enische Literatur einen neuen - schweren ! Verlus zu beklagen: Im Alter von 59 Jah j ren ist in Rom Lucio d’Ambra gestorben. | D’Ambra ist der Schriftstellername von Renato Edoardo Maganello. Er wurde am , 1. September 1880 in Rom geboren und begann schon in jungen Jahren seine schrifts ellerischg Tätigkeit. M t 16 Jah. ren gab er seine erste Gedichtsammlung heraus. Kurze Zeit später schrieb er ein Lustspiel »Der Bevollmächtigte«. Im Jahre 1609 verfaß e er seinen ersten Romar;: Zur Beachtiimj! Die P. T. Inserenten werden höflichst ersucht, sowohl die kleinen als auch oie großen Anzeigen für die kommende Sonntagsnummer sobald als möglich, spätestens jedoch Freitag bis 18 Uhr in der Verwaltung abzugeben. Am Samstag werden nur in dringenden Fallen größere Anze'gen übernommen, während kleine Anzeigen, welche am Samstag aufgegeben werden, erst in der folgenden Woche zur Veröffentlichung gelangen können. An den übrigen Tagen werden die Anzeigen bis 9 Uhr für die nachmittags erscheinende Nummer aufgenommen. Die Verwaltung der »Mariborer Zeitung«. ^tuudsiküU G iPIPlFffinrfrirfr VWaatliche Kammertagung in Ljubljana 14 WIRTSCHAFTSKAMMERN UND 10 WIRTSCHAFTSKORPORATIONEN DURCH DELEGIERTE VERTRETEN. — DONNERSTAG FORTSETZUNG DER BERATUNGEN. Im Saale der Wirtschaftskammer in Ljubljana fand gestern die angekündigte Tagung der Handels-, Gewerbe- und Industriekammern Jugoslawiens statt, an der 14 Wirtschaftskammern und 10 andere Wirtschaftsorganisationen durch Delegierte vertreten waren. Anwesend war auch der Gehilfe des Finanzministers Dr. Filipančič, der auf die Begrü-ßungswortc des Vorsitzenden J e 1 a č’ i n (Ljubljana) die Bereitwilligkeit des Ministers, den Wirtschaftskreisen soweit als möglich an die Hand zu gehen, zum Ausdruck brachte. Kammerpräsident Jelačin sprach ausführlich besonders Liber die neue Steuerreform, worauf verschiedene ■ Fachreferate folgten. Es sprachen Kammersekretär M a rodi č (Beograd) über die Erwerbsteuer, Kammersekretär Bauer (Zagreb) über die Novellierung der Gesell-schafis- und der Lohnsteuer, Referent P i-p u š (Zagreb) über die Reform der Ren- j tensteuer, Kammersekretär Dr. Popo-v i č (Beograd) über den Nationalen Wehrfond, Stane Vidmar (Ljubljana) über die Umsatzsteuer, Kammersekretär Dr. F 1 e i s c h e r (Zagreb) über die neuen Sanktionen des Steuergesetzes, Kammersekretär Dr. B e 1 j a n (Osijek) über die Aenderungen des Taxgesetzes und Kammersekretär Dr. Stanič (Novi Sad) über die neue staatliche Wein- und Branntweinsteuer. Die Beratungen werden fortgesetzt werden. Donnerstag Ser (gfermarft Tn Italien wurden wegen der Kälte und des Schneeialles aiii Mailänder Markt die Preise für frische Inländware in den letzten Tagen von 8.10 bis 8.20 auf 8.30 bis 8.40 Lire pro Dutzend erhöht. Die Pro vinzmärkte reagierten auf diese Preiserhöhung überhaupt nicht, und ließen die Preise hie und da sogar nach. Deshalb er mäßigte jiieh der Durchschnittspreis in Italien von 648 auf 647.50 Lire pro 1000 Stück. In der Vergleichswoche des Vorjahres erhöhte sich hingegen der Durchschnittspreis von 600 auf 624 Lire, wogegen der Preis vor zwei Jahren von 579 auf 577 Lire pro 1000 Stück zurückging. Es scheint, daß die Eierpreise weiterhin nachgeben werden. Die Reichsstelle für Eier erhöhte in den letzten Dezembertagen in Deutsch-1 a n d die Preise für Auslandeier unbedeu tend und werden jeizt C-Eier mit 1260 Dinar pro Kiste bezahlt. Bis auf weiteres bleibt diese Preisfestsetzung in Kraft. Obwohl diese Preise weit unter böhmisch-mährischer Parität liegen, sucht die Reichsstelle die Preise zu halten und womöglich noch etwas zu verbessern. In B ö h m e n - M ähren sind jetzt die Eierpreise in Prag mitimiert und hielten sich Vor einigen Tagen noch zwischen 1100 und 1150 Kronen. Inzwischen ist ein Preissturz eingetreten, so daß gegenwärtig irr Prag die Preise lauten: 47-48 kg 800, 52-53 kg 900, 54-55 kg 930, 57-58 kg 950, 62-63 kg 1000 und 65 kg 1050 Kronen pro Kiste, franko Grenze. In der Schweiz sind die Eierpreise weiterhin im Sinken, da Dänemark und Holland täglich größere Metigen zu niedrigen Preisen anbieten, weshalb Zurückhaltung in den Käufen geübt wird. Verkauft wurde in den letzten Tagen nur dänische Ware, da sie um etwa 8 Franken billiger war als die holländische. Dänische Eier wurden gehandelt: 18 Pfund zu 144, 17 Pfund 136, 15XU Pfund 132 und 14 Pfund zu 124 Franken, franko Basei. Holland bot 42-53 kg zu 3.20, 57-58 kg zu 3.30 und 62-63 kg zu 3.60 Gulden fran ko Grenze an. In Frankreich brachten es das kal tc Wetter, die ungünstigen Transportverhältnisse und der große Verbrauch zu Weihnachten mit sich, daß die Preise für Frischeier rasch stiegen. Die Durchschnittspreise erhöhten sich nach Neujahr von 983 auf 1054 Franken pro 1000 Stück In der Vergleichswoche des Vorjahres gin gen die Preisc von 936 auf 934 Franken zurück, während sie sich vor zwei Jahren von 920 auf 1000 Franken pro 1000 Stück erhöhten. Heber die weitere Preiserhöhung kann einstweilen noch keine Prognose aufgestellt werden. Die Preise müßten eigentlich fallen, England bekundet jedoch großes Interesse für französische Frischware, und auch die Zufuhren aus Nordafrika sind immer schwieriger. Bar mbenchte Ljubljana, 17. Jänner. Devisen: London 175.15—178.35' (im freien Verkehr 216.36—219.56), Paris 99—101.30 (122.35—124.65), Newyork 4425—4485 (5480—5520), Zürich 995—1005 (1228.18 —1238.18), Amsterdam 2351—2389 (2903.63—2941.63), Brüssel 745—757 (920.11—932.il); deutsche Clearing-Schecks 14.70—14.90. Zagreb, 17. d. Staats werte: 2Vi'Vn Kriegsschaden 0—425, 4u/o Agrar 0—52, 4% Nordagrar 0—52, 6% Begluk 0—74.50, 6” n dalmat. Agrar 0—69.50, 6 ' a Forstobligationen 0—68, 7% investitions-anleihe 97_0, 7% Blair 0—88, 8°/° Blair 0—97; Nationalbank 7200—0, Priv. Agrar bank 190—194. Deutscher ExpvrtWMe im Kriege Organisierung des jugoslawischen Besuches der Leipziger Frühjahrsmesse. Der Präsident des Leipziger Messeamtes, Ludwig Fichte, weilt seit einigen Tagen in Beograd, wo auf Einladung des Leiters der Balkangeschäftsstelle des Leip ziger Messeamtes in Beograd, Direktor Paul Voß, Beratungen der jugoslawischen ehrenamtlichen Vertreter der Leipziger Messe über die Organisierung des Besuches der bevorstehenden Leipziger Frühjahrsmesse stattfanden. Zum Abschluß dieser Beratungen hatte Direktor Voß Dienstag mittag hervorragende Vertreter des öffentlichen Lebens, der. Wirtschaft und der Presse zu einem Frühstück in das Hotel »Sprski kralj« ge laden. Dem Essen wohnten bei: der deutsche Gesandte von Heeren mit den Herren der Gesandschnft, Ministerialrat Dr. Todorovič von der Abteilung für Fremdenverkehr im Handels- und Indu- strieministerium, Generalkonsul Oberinge nieur Neuhausen, der Direktor der Beo-grader Messe Vasiljevič, der Hauptschrift leiter der »Politika« Tanovič, der Hauptschriftleiter des »Vreme« Grgur Kostic, der Hauptschriftleiter der »Avala« Ozero-vič, der Beograder Vertreter des »Deutschen Volksblattes« Dr. Ferdinand „Berge, Senator Dr. Georg Graßl, der Präsident des Deutschen Genossenschaftsverbandes Dr. Josef Tischler, Bankdirektor Dr. Oskar Plautz, Rechtsanwalt Dr. Hans Moser, alle eherenamtlichen Vertreter des Messeamtes, sowie Vertreter der wichtig sten in- und ausländischen Wirtchaftskör perschaften in Beograd. Der Präsident des Leipziger Messeamtes Ludwig Fichte sprach bei dieser Gelegenheit über die jugoslawisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen im allgemeinen und die Einschaltung der Leipziger Messe in d:esen Handelsaustausch im besonderen. Er kennzeichnete dabei die langjährigen und vielgestaltigen Beziehungen der Kulturarbeit und die weitgehenden wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen Deutschland und Jugoslawien. Die Ergän zungsmöglichkeiten beider Volkswirtschaften werden am besten durch die Zah len des Handelsaustausches der letzten Jahre verdeutlicht. Der Krieg wirkt sich jetzt dahingehend aus, daß eine noch stärkere Verlagerung der Wirtschaftsbeziehungen nach Deutsch land und Italien erfolgt. Demgegenüber ist ein Rückgang der Ausfuhr nach dev Vereinigten Staaten und nach Uebersee zu verzeichnen. Auch die neutralen Staaten werden durch die augenblicklichen Verhältnisse zu einem stärkeren Warenaustausch mit dem blockadefreien Raum gezwungen. Die Leipziger Messe mit ihrer vielseitigen Verflechtung mit den übri gen Staaten Südosteuropas, mit den nord europäischen Staaten, sowie den übrigen neutralen Ländern ist in der Lage, die ju goslawischen Wirtschaftsbemühungen in diesem Sinne wesentlich zu erleichtern und tatkräftig zu unterstützen. Die Erfahrungen des Weltkrieges lehren, daß die Leipziger Messe in einer Zeit der Warenverknappung das Ziel vieler tausender , Einkäufer aus allen neutralen Ländern ist. Sie ist aber nicht nur Mittlerin zwischenstaatlicher Handelsbeziehungen, son dem dank der vorausschauenden Organisation der deutschen Wirtschaft bleibt die deutsche Industrie auch trotz der außerordentlich umfangreichen kriegsmäßigen Beanspruchung in der Lage, Verpflichtungen gegenüber den bisherigen Kundenländern nachzukommen. Ja noch mehr, die deutsche Kriegsindustrie wird auch während der Kriegsmesse das Angebot durch Neuschüpfungen und zahlreiche neue Muster interessant gestalten. Die bevorstehende Leipziger Frühjahrs messe, die am 3. März beginnt, findet in den vierundzwanzig großen Messcpalä-! sten der inneren Stadt statt, ihr Ange-i bot an Verbrauchsgütern wird durch zahl reiche Erzeugnisse der Produktionsmittelindustrie wesentlich ergänzt. Der jugoslawische Einkäufer, schloß Präsident Fichte, kann mit der Gewißheit nach Leipzig fahren, daß ihm dort ein umfassendes Angebot aller gegenwärtig lieferbaren Waren gezeigt wird. Die Leipziger Messe trägt durch ihren Einsatz dazu bei, den Austausch der beiden Volkswirtschaften auch während des Krieges zu fördern. X Wieder Papierverteuerung. Wie schon unlängst berichtet, faßte das jugoslawische Papierkartell vor einigen Wochen den Beschluß, eine Hinaufsetzung des Papierpreises um 50 bis 90 Para pro Kilo vorzunehmen, doch suspendierte das Handelsministerium diesen Beschluß. — Jetzt befaßte sich mit dieser Angelegenheit der Kontrollausschuß für Kartellvereinbarungen, der die Erhöhung des Papierpreises guthieß. X Eine Anzahl von Getreidefirmen in der Wojwodina wird demnächst in L i -j q u i d a t i o n treten, falls die neuen Steuerbestimmungen nicht gemildert werden. Nach den neuen Bestimmungen müßten viele Firmen an Steuern mehr entrichten, als ihr Gewinn ausmacht. Hsm Hu&äesekids&e /Xante JMontene toeiS BeMeib Von Hans Karl Breslauer Es war Tante Phiiomene,.'die diese Geschichte leimte. Tante Phiiomene, die so gerne lachte, sich das Herz jung erhalten hatte und für die kleinen und großen Nöten der jungen Menschen so viel Verständnis hatte. Und weil Tafitp Phiiomene sich so wunderbar in die neue Zeit gefunden hatte, sagte sie eines Tages zu ihrem Neffen Peter, der grübelnd vor ihr saß: Peter, du kommst mir in der letzten Zeit so verändert vor! Du hast mich doch nicht aufgesucht, um hier bei mir nachzu-deniren .. .Sag' mal, mag sie dich nicht?« »Wenn ich das wüßte’« versetzte Peter kleinlaut, und Tante Phiiomene sah den . Neffen verschmitzt an. »Du weißt es nicht?« »Schau, Tante, Helene ist oas Entzük-karci de, was man sich nur vorstellen kann, ah - N-> srhv.mnU-t -- -chen mir vna Ku.i! Sie kann sich iveht entsdilie ßen -— sie ist zu mir genau so nett wie zu Kurt.« »Dann mußt du ihn eben ausstechen!« Tante Phiiomene ließ die Handarbeit sinken. »Ganz einfach ausstechen!« »Kurt ist mein bester Freund, ihm gegenüber kann ich nicht unkorrekt sein! ' Und zu einer Entscheidung kann ich Helene auch nicht zwingen ... Ja, wenn ich wüßte, daß sie Kurt liebt, daß sie ihn mir vorzieht — aber so ...« »Aber so ist es das Hangen und Bangen, das dir Kopfschmerzen macht!« Tante Phiiomene legte die Handarbeit auf den Tisch und sagte nach einer kleinen Pause: »Peter, du mußt sie zu Weihnach ten mit irgend etwas überraschen, das ihr Freude bereitet, mit etwas, worauf dein Freund nicht kommt... Glaube mir. die erste Freude hat schon so manche» T mi die Zunge gelöst!* Peter seufzte aus tiefstem Herzen; ] grund und sagte bedrückt: »Wenn ich nur wüßte, was ihr die Zunge löst?« Tante Helene erhob sich, verließ das ! Zimmer, kam nach einer geraumen Weile zurück und legte ein mit einem Goldfaden verschnürtes Päckchen vor den Neffen auf del Tisch. »Peter, da hast du den Zauberschlüssel... öffne das Paket nicht und sei nicht neugierig... Das, was ich dir hier eingepackt habe, das bedeutet für eine Frau in meinem Alter bestimmt nichts mehr — während es für deine Helene vielleicht viel ist... Bring ihr’s als Weihnachtsüberraschung — und ich müßte mich sehr täuschen, wenn es seinen Zweck nicht erfüllt... Frag nicht, Peter, und tu, was ich dir sage ...« * Helene saß mit Kurt und Peter in einer kleinen Konditorei. »Kurt«, sagte sie erfreut, »das ist nett von Ihnen ... So eine große Flasche Kölnischwasser. Wie mich das freut... Und das Paket ist von Ihnen, Peter?... Da muß ich doch auch gleich nachsehen — ich bin ja so neugierig ...« Helene knüpfte die Papierhüllen auseinander, stieß einen kleinen Schrei der Überraschung aus und sie konnte sich nicht zurückhalten — und schon bekam Peter einen Kuß. »Peter«, jubelte sie, »Peter, das ist ja nicht möglich!« »Ja — aber —«, sagte Kurt verdutzt, »— aber —.« »Was das bedeutet, Kurt?« rief Helene. »Daß bedeutet, daß ich nichts anders kann .. Peter hat Sie geschlagen ... Nicht böse sein, Kurt, aber einmal mußten wir drei doch wissen, woran wir sind ... Peter, ich danke dir...« Und weil niemand in dem kleinen, stillen Lokal war, der sie beobachten konnte, küßte sie Peter nochmals mitten auf den Mund. »Helene«, Kurt kratzte sich hinter den Ohren, »— Helene — ich ergebe mich in mein Schicksal — aber wissen möchte ich doch —.« »Was möchten Sie wissen, Kurt?« rief Helene fröhlich. »Was denn?« Womit er Sie geschlagen hat?... Da —«, sie wühlte in dem Päckchen. »— da — mit diesen — fünf mal vier ist zwanzig —- mit diesen zwanzig Punkten hat er Sie geschlagen.« Und sie zeigte Kurt stolz d;e fünf Paar Seidenstriimpfe, die in Tante Philomenes Pa1 ■ '-gen. die dmle Well Kälte uatli Punkten Sport Zn memoriam Egon Seltner SONNTAG EGON LETTNER-GEDÄCHTNISLAUF GEMEINDE. DER »RAPID«- SKIFAHRER- In treuem Gedenken an seinen besten Kameraden und gefeierten Sieger aus unzähligen skisportlichen Großkämpfen E. Lettner, der durch ein allzu tragisches Schicksal aus den Reihen der Besten unseres Skisports gerissen wurde, veranstaltet der Sportklub »Rapid« ein alljährliches Egon Lettner-Gedächtnisren nen. Auch in diesem Jahre wird der traditionelle Lauf die Skifahrergemeinde »Ra-pids« auf der zügigen »Mala kopa«-Ab-fahrt zu einem ritterlichen Wettstreit vereinigen, der schon seit Jahren die bedeutsamste Wmtersoortkonkurrenz in diesem Teil des Bachern darstellt. — Egon Lettner selbst war wiederholt der Held dieses Abfahrtsrennen, mit dessen Sieg er seine spätere so glanzvolle skisportliche Siegeslaufbahn begründete, die ihn als alpinen Meister von den Sanntaler Alpen und Karawanken bis in die stolzen Julier führte. Die leuchtenden Firne des Triglav werden aus weiter Ferne noch einmal ihren Gruß für Egon Lettner herübersenden, wenn am Sonntag seine getreuen »Rapid«-Kameraden von den Höhen der »Mala kopa« hinab ihrem Skiglück nachjagen werden. Egon Lettner ist von uns gegangen, aber sein vorbildVcher Sport- und Kameradschaftsgeist wird stets fortleben. GklwellkSmpfe im G aötbkrelch Der SSK. Marathon wird am Sonntag, den 21. d. angesichts der günstigen Schneeverhältnisse in unmittelbarer Nähe der Stadt einen Propagandalauf veranstal ten, dessen Start und Ziel sich im Stadtpark, also im Stadtbereich selbst, befinden werden. Der Start erfolgt um 11 Uhr. Ausgeschrieben sind Konkurrenzen für Se nioren, Junioren und Jungmannen; startberechtigt sind auch noch nicht verifizierte Läufer. Zugojlawlens EsVausmelster-schaflen Kommenden Samstag und Sonntag werden in Ljubljana Jugoslawiens Eislaufmeisterschaften 1940 zur Entscheidung gebracht. Titelverteid:ger sind Syl-va Palme im Damen-, Emanuel Thu-m a im Herrenlaufen sowie Sylva P a i -m e und Dr. Polo Schwab im Paarlaufen. Samstag nachmittags um 14.30 Uhr wird das Pflichtlaufen durchgeführt, wor auf am Sonntag vormittag um 11 Uhr das Kürlaufen folgt. Außer den besten Läufern des veranstaltenden SK. Ilirija werden die besten Läufer des SK. Celje so- wie aus Zagreb, Beograd und Subotica an den Start gehen. : Radfahrer-Klub Edelweiß 1900. Wie bereits mitgeteilt* tagen un'sere »Edel-weisser« am Sonntag, den 21. Jänner 1940 im rückwärtigen Saale des Hotels »Zamorc«. Die Hauptversammlung bc-g'nnt vormittags um 9 Uhr, bzw. bei Nichtbeschlußfähigkeit um ValO Uhr bei jeder Mitgliederzahl. Die Rennfahrer Schiander, Marini, Finkes, Thür, W sno-witsch, Mlinarič, Rosmann haben pünktlich um 9 Uhr zu erscheinen, da noch wichtige Punkte zu besprechen s'nd. Alle übrigen Mitglieder werden aufgefordert, zur 40. Vollversammlung vollzählig zu erscheinen, um das 40. Bestandesjubiliium des Klubs würdig zu begehen. ; Schweiz — Italien 3:1. In Zürich feierten die Schweizer nun noch einen Eishockeysieg von 3:1 über Italiens Ländermannschaft. : Bei den Budapester Eiskunstlaufm^i-stercchaftcn konn en nicht ganz erwartet Nadine v. Szilassy-Kertesz mit 11.8 Punkten das bisherige Meisterpaar Piroska und AtFla v. Szekrenyessy (10 93) Punk- ten) en thronen. Bei den Männern siegte Christoph Kallay. Die neue Meisterin heißt Eva v. Botond. ; Aus dem Radfahrerkhb »Edelweiß 1900«. Der rührige Radfahrerklub »Edelweiß 1900« veranstaltet am 6. Feber, d. i. am Faschingsdienstag, in der Gambrinus-halle eine Sportlerunterhaltung, zu der alle Mitglieder und Freunde des Klubs herzlichts eingeladen sind. : Bei den Skiwettkämpfen in Bohinj werden unter den Deutschen auch Helmut Lantschner, Gregor Höll, Gustl Maier und A. Krallinger an den Start. Läufer, die wiederholt international hervorgetreten sind. : Der älteste Snortklub S'owenlens, der SK. Iliriia in Ljubljana, hielt dieser Tage seine 29. ordentliche Jahrestagung ab, in der folgende Leitung gewählt wurde: Obmann Dr. Lapajne, Obmannss‘ellver-treter Ing. Bloudek und Betteto, Schriftführer N-igy und Ba'tesar, Kassiere Medič und Logar, Zugwart Mildavčič. Archivar Komar, Ausschußmitglieder Dr. Vrhunc. Končan, Vod;šek, Kveder, Hanžič. Dr. Skaberne u. a. D'e Sektionen werden leiten Oberst Cvetko (Fechten). Ing. Kou-delka (Skilauf), Betteto (Eislauf), Vodišek (Eishockey), Dobovšek (Leichtathletik), Dr. Murko (Tennis) und Kramar-šič (Schwimmen). : Ein großer internationaler Tumwett-bewerb wird in Rom an'äßFch der Weltausstellung im Jahre 1942 abgehalten wer den. : Ungarns berühmter Fußballer »Spezi« Schaffer übernimmt im Frühjahr die Übungslehrerstelle bei Rapid-Bukarest. : Der rumänische Skiverband hat beschlossen, seine besten Skiläufer zur In-ternat'ona'en Wintersportwoche in Garmisch-Partenkirchen zu entsenden. : In Berlin findet am 7. Februar ein Vierstäd ekamnf der Radamateure von Be:i n, Wien, Prag und Bukarest statt. »Verzeihen Sie, hat hier bei Ihnen ein Herr Krause gewohnt?« »Ja! Vor einem Jahr ist er aber zum Herzogplatz gezogen und von da in die Walterstraße«. »Ach! Und Sie wissen' nicht, wo er jetzt wohnt?« »Doch, jetzt wohnt er wieder bei uns.« ßjg’ doch ja zu mir ROMAN VON GERT ROT H3ERG Urheber-Rech'sschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau. 41 »Er kann nicht weg hier, es steht zu sch'imm.« tiVielle cht kann er morgen früh —« »Will’s ihm sagen, Anka.« Anka sch’eicht davon. Heim, zu ihrem Kinde. Seit ein paar Tagen is Peterle stil ler gewesen als sonst. Hat sie nicht genügend auf ihn geachtet? Ist sie eine schlech te Mutter gewesen? Sie hastet zurück zu ihrem Haus. Der Kleine droht zu ersticken. Der kleine Körper bäumt sich auf, die Augen sind verdreht, Anka schreit laut auf. Sie läuft hmaus, zum Krauergehöf will sie noch einmal und trifft draußen auf Michael Brandtner, der gerade heimkommt. Mit kurzem Gruß will er vorüber, da schreit sie in höchster Not: »Hilf mir, Michael! Hilf mir!« Er bleibt s ehen. »Was ist? Soll ich wieder einmal einen Liebhaber an die Luft setzen wie neulich mein Großknecht?« »Das Kind ist krank. Michael — hilf mir doch! Der Doktor kann nicht kommen — er ist drüben bei Marie Krauer, sie is gestürzt und schwebt in Lebensgefahr. — Das Kind mein Kind sitrbt mir, hilf mir doch!« S e umfaßt ihn mit beiden Armen.Wein: noch einmal auf: »Michael! Hilf mir . . .« Da nimm er sie bei der Hand, zieht sie mit sich ms Haus und steht nun neben dem Lager des Kleinen. Behutsam stütz* er das Köpfchen. »Hast du Zitronen im Haus?« »Ja.« »Mach ein wenig heißes Wasser und gib den Saf einer Zitrone hinein. Es wird vielleicht helfen.« Anka geht. Mit zitternden Händen macht sie alles zurecht. Und dann bringt sie es, und Michael sitz neben dem Lager und flößt dem Kleinen behutsam die heiße Fiüss.gkeit ein. Das Kerlchen ist ganz matt und läßt alles mit sich geschehen. Und Anka s eht dabei und sieht auf Michael, der dem Kinde hilft, denn es wird ruhiger. Er nimmt es dann behutsam hoch und bettet es an seiner Brust. Ganz warm ist es in das Bet gewickelt und das Köpfchen ruht an der Schulter Michaels. »Sag mir die Wahrheit, Ankp!« Anka fährt zusammen. Mit b#den Händen hält sie sich an der Kommode fest. Kann sie jetzt, in dieser S unde, lügen? »Es ist — dein Kind, Michael, Ich kannte ke nen Mann vor dir!« »Dann hast du endlich die Wahrheit gesagt?« »Die Wahrheit!« »Dann kommst du mit dem Kinde auf meinen Hof.« »Und die arme Tora?« »Sie w rd es tragen müssen, Die größten Rechte hat das Kind. Sie wird noch ein Glück finden.« Michael hält den Kleinen an s;ch gedrückt. Aber für Anka hat er kaum einen Bl ck. »Michael!« Ganz zaghaft kling- es. Da blickt der Mann sie an, und dieser Blick fährt wie ein Messer in ihr Herz. »Zw sehen uns beiden — weißt du — er ist nur des K'mdes wegen. Es ist ein 1 Brandtner und wird dort aufwachsen, wo sein Vater ist. Du mags mit dort bleiben oder auch auf dein Gehöft gehen — das mache w'e du willst. Ich sagte dir schon, die Tora wird sich damit abfinden müssen und sie wird es.« Anka taumelt. Jetz. erst versteht sie ihn ganz. Er hat an keine He rat mit ihr gedacht. Er hätte sie nur um des Kindes willen auf dem Hofe gedulde:. Aber seine Frau wird Tora sein! . . . »Das Kind bleibt dort, wo ich b n, Michael.« »Das habe ich dir ja freigestellt.« »Laß uns beide hier.« »Dich zwngt keiner. Das Kind aber kommt zu mir! Es soll .in einer sauberen Luft aufwachsen.« »Soll es den Hof erben?« »Ja! Es ist mein erstes Kind!« »Es ha ja auch hier eine Heimat.« »Aber ke ne, die seiner Herkunft entspricht. Ist hier alles nur klein.« »Und wenn Tora dir Kinder schenkt?« »Die werden keine Not leiden. Es wird für alle gesorgt sein.« »Und wenn ich das Kind nicht hergebe?« »Ich habe genau soviel Rechte wie du.« »Michael, laß mir das K:nd!« »Ich nehme es dir ja nich;. Du kannst kommen, so oft du willst.« »Und meinst, du tust ihm Gutes damit? Wenn es dann nicht weiß, zu wem es eigentlich gehör ?« »Du könntest es ihm leichter machen, laß Tora .seine Mutter sein.« »Ich soll m ch lossagen?« Er zuckt die Achseln. Seine Liebe zu ihr richtet sich wieder auf. Aber zwischen ihnen s eht die unwürd ge Szene, die er beobachtet hat: Jener Mann, der nachts aus ihrem Hause sch’ich! Er verachtet sie. Muß sie verachten. Seine tiefe Liebe zu ihr betrach et er als eine Entgleisung. Noch kein Brandtner war ein Nachfo'ger. wenn es um eine Frau ging! Immer wird sie ja wahrscheinlich nicht al'e'n bleiben, einmal wird sie ja wohl heiraten, und Wo »sitzt« der Temperatursinn des Menschen? jeder we'ß, daß die Kälteempfindlichkeit der Menschen sehr verschieden ist. Das beruht überwiegend auf der Unterschiedlichkeit der Blutzusammense zung. Menschen, die blutarm sind, leiden stärker unter der Kälte als vollblütige Menschen. Dem gegenüber steht die Tatsache, daß n’cht alle Stellen der menschlichen Haut gleich kälte- bzw. auch wärmeempfindlich sind. Man spricht von einem Kältesinn und einem Wärmesinn des Menschen, beide wohnen den reiz-aufnehmenden S nneszellen, Rezeptoren genann-, inne. In erster Lin:e sind es die Schleimhäute der Mund- und Nasenhöh'e, des Kehlkopfes, der Speiseröhre und des Afters, denen der Temperatursinn des Menschen innewohnt, vielmehr, die die Temperaturre ze aufnehmen. Dagegen gibt es Körperteile, vor allem Darm und die inneren Organe, die absolut tempera-urempfindlich sind. Man weiß heute, daß die Kälte- und Wärmeempfindung von verschieden eng urnschr ebenen Hautpunkten aus erregt werden, den sogenannten Kälte- und Wärmepunkten. Die zwischen diesen liegenden Hauts eilen sind temperaturunempfindlich. Das Vorhandensein und die Verteilung der Kälte- und Wärmepunkte ist durch systematisches Abtasten der Hau; nvt warmen oder kalten Metallspitzen festgestellt worden. Diese Untersuchung hat ergeben, daß sich auf 1 qcm Haut durchschnittlich 13 Käl.e- und 1,5 Wärmepunkte finden. Interessant ist die Tatsache, daß durch besonders hohe Temperaturen im mensch liehen Körper wieder ein Kältegefühl her vorgerufen wird. Das weiß jeder aus eigener Erfahrung, der schon einmal in ein zu heißes Bad stieg und dabei eine offensichtliche Kältewirkung auf der Haut spürte. Diese Wirkung tritt meist bei Tein peraturen von 45 Grad aufwärts ein _ man spricht dann von paradoxer Kälteempfindung«. Je größer die Kälte ist, umso mehr ist der Mensch bestrebt, alle freiliegenden Stellen zu schützen. Es ist dies die in- dann will er sein K nd nicht der Gefahr ausgesetzt sehen, daß ein Fremder ihm zu nahe trit. Auf seinem eigenen Hofe ist er der Herr, da wird er es zu verhindern w ssen. Anka atmet tief, um ihre Erregung zu meistern. In dieser Nachtstunde tri t das Schwerste an sie heran, das bisher in ihrem Leben gewesen — jedes vor eilge Ja oder Ne n kann falsch sein. Aber — se hat nichts getan, daß er sie verächtlich behandeln dürfte. Um des Kindes willen muß sie jetzt seinen — verzeihlichen — Irrtum aufhelien. Sie weiß, er gehör; zur Tora und s:e wird ihn ihr nicht nehmen — aber um des Kindes willen darf sie sich nicht länger von ihm verachten lassen. Michael sieht ihren inneren Kampf, aber er tut nichts dazu, ihn ihr zu erleichtern. In ihm sitzt der wühlende Schmerz darüber, daß s'e andere Männer ins Haus ließ. Denn je zt, wo er Herr seiner Entschlüsse ist, wo er keine Rücksicht auf einen kranken Vater zu nehmen brauchte, jetzt könnte er sie heiraten. »Michael, der Mann, der einmal nach s hier war, das war m.di Bruder. Fr befand sich auf der Flucht und wollte Geld: hungernd und frierend kam er. Ich habe ihn später weder hinausgewiesen, weil ich ihn für einen Mörder haken mußte. Du weißt und alle anderen wissen es auch, daß er die Tat nicht begangen hat. Also hä'te er ge rost bei mir ble ben können.« Michael faßt ihre Hand mit hartem Griff: »Sagst du mir jetzt die Wahrheit, Anka?« »Es ist d:e lautere Wahrheit! Daß mich der Kizeck belästigte, was kann ich dafür? Ich habe mich gegen ihn gewehrt, Ich nehme keinen, den ich nicht iiebha- be.« »Anka — wenn du jetzt d:e Wahrheit P’ächst — wenn ich uir Unrecht ge an t-ättc — wenn du — schwöre es mir, Anka. daß außer mir ke >1 Mann je in deinem Leben gewesen ist.« stinktive Abwehr des Körpers: je größer die der Kälteinwirkung ausgesetzte Haut-iäche und damit die Zahl der erregten Kältepunkte ist, umso stärker ist für den Menschen die Kältempfindung. Die Erscheinung, daß bestimmte Körperteile besonders unter der Kälteeinwirkung leiden, wie abgestorbene Finger, kalte Fiisse usw. ist entweder auf Blutarm ut oder auf trägen Blutkreislauf infolge mangelnder Bewegung zurückzufüh ren. Bei älteren Menschen kann auch beginnende Adernverkaltung ihr Teil dazu beitragen. Daneben kann diese Kältewirkung auf unzweckmäßige, vor allem auf .zu enge Bekleidung zurückzuführen sein. Enge Handschuhe lassen leicht die Finger, absterben, zu enge Schuhe, enge, runde, abschnürende Strumpfbänder, wie man sie früher trug, werden immer kalte Füße und oft sogar Erfrierungen nach sich ziehen. Kalte Füße werden am zweck mäßigsten durch viel Bewegung, Wechselbäder mit warmem und kaltem Wasser und Einreibungen mit spirituösen Lösungen wie Franzbranntwein bekämpft. Viel Bewegung, die den gesamten ßlut-! Kreislauf anregt, wird die gesamte Kälte-j empfindlichkeit des Körpers herabsetzen. internationaler Verlag sucht in allen Städten von Dravska Banovina «rut eingeführte resp. Reisende zum Besuch der Kundschaft (Industrie, Handel usw.). Hohe Verd.enstmöglichkcit. Eternita-, Zagreb, Trg Kralja Tomislava br. 17 Sedenket bei Kranzablösen Verglti-;hen und ähnlichen Anlässen der Antituberkuloseniica in Maribor! — Spenden übernimmt auch die »Mariborer Zeitung« Blüten- und Medizinalhonige eigener Fechsung nur bei O. 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Jänner 1940 um 7 Uhr früh in der Doni-und Stadtpfarrkirche gelesen werden. Maribor, 18. Jänner 1940. Besondere Todesanzeigen werden nicht ausgegeben. 397 fäelhtung meine Damen! ,«Billigster Pelzmarkt Über 200 Füchse in allen Farben, Silberfüchse, echt und Imitation, S.chwarz-füchse Alaska und Naturfüchse erhalten Sie zu den billigsten Preisen sowie Ratenzahlungen, wenn Sie sich mit einer gewöhnlichen Postkarte an mich wenden und Ihre genaue Adresse angeben. Ich besuche Maribor und Celjc jede Woche einmal. Schriftliche Antworten werden erteilt. Gleichzeitig mache ich Sie aufmerksam, daß ich herrliche Fischotter, Fehen, Fohlen und andere Artikeln stets nach Wunsch sehr billig liefern kann. Übernehme auch Felle zum Gerben und Färben, sowie jeder Art fassonieren. 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MI Chefredakteur und für die Redaktion ver; : wörtlich: UDO KASPER. — Druck der »Mariborska tiskarna« in Maribor. - antwortlich Direktor STANKO DETELA. — Beide wohnhaft in Maribor. Für den Herausgeber und den Druck ver- Meint* AuMioei Kleine Anzeigen kosten 50 Per® pro Wort, In der Rubrik „Korro •pondenz" 1 Dinar / Die tnoeratenateuor (3 Diner bis 40 Worte 7*60 Dinar für grössere Anzeigen) wird besonders berechnet $ Die Mindesttaxe für eine kleine Anzeige beträgt IO Dinar / Für die Zu» nondung von chlffr, Briefen Ist eine Gebühr von tO Dinar zu erlegen Anfragen lat eine Gebühr von 3 Dinar In Postmarken beizuschliesse i 5»