^r^58. ________Dienstag, 11. März 189tt. 109. Jahrgang. Mbacher Zeitung. ------------ _______^_, »»n,!«^^n^°"^^^- ^^ Postvrrsenbuna: ganzjährig fi, lb, hlllbjähiig fi, ?'5>n, Iin «tomptoir: I Dir »Lalbachfi Zeitung» erschein« täglich mit Nusnllhme der Tonn' »nb Feiertage, Die «dminlftratl« Nein^l^' lialbjährin fl, 5 5<». ^i!rn üi> tr.. grü^err per lMr « lr,: l>el ofleren Wiederholungen per Zeile » Ir, V ,u bi« lL Uhr vormittag«, — Uiifianlierte Vrirfe werde» »icht angenommen und Vlanuscripte nicht zurückgtstell! Amtlicher Hheil ,ln ^' l. und k. Apostolische Majestät haben mit «uethöchster Entschließung vom 4. März d. I. "er.welche die Wahrscheinlichkeit eines Rücktrittes n^7"Nlsterpräsidenten in die Reihe der Ereignisse der der?» - ^""°te gestellt haben, so war doch die Zahl TiW" ^""2 ^ößer. welche an die Demission Ran ll."" ^""^ ^'^^ Jahres nicht glauben wollten. / war allerdings nach den Scandalen und uu-"' ""'^^ lv^en der Revision des Heimals, wäre,, >>'" ^"^ ^ MinisterratheS entstanden ^>»«>m, ^^"^"' ^" Ministertrisi« zu sein. Das Incolatsgesetz gehört schon seit Monaten zu jenen Affairen, welche sich die äußerste Linke zurechtgelegt hat, um die Position des Ministerpräsidenten in der öffentlichen Meinung zu discreditieren, um die Debatte über den bezüglichen Gesetzentwurf zu einer Neuauflage von persönlichen Invectiven und parlamentarischen Scandalscenen zu gestalten. Wir haben, aufrichtig gesagt, von diesen Drohungen niemals viel gehalten. Denn vorerst ist — im Gegensahe zur allgemeinen Annahme — der Kossuth-Cultus in Ungarn gar nicht so verbreitet und dem Volke nicht so tief ins Herz gewachsen, dass man mit Untersuchungen über das Heimatsrecht des «Einsiedlers von Turin» die gesammte Bevölkerung zu haranguieren vermöchte. Es ist heute bereits in Ungarn eine Generation herangewachsen, welche das 48er Jahr nur mehr vom Hörensagen kennt und die — bei aller Anerkennung der Verdienste Kossuths — doch nicht im unklaren ist über das: ob sie gegebenen Falles die dynastische Loyalität oder die Verehrung für den «Dictator> in die erste Linie stellen soll. Auch war es in diesem Falle ausschließlich die äußerste Linke, welche die Inculats - Affaire gegen Tisz a persönlich ausnützen wollte. Penn es ist eine bekannte Thatsache, wie sehr selbst die gemäßigte Opposition bisher den Standpunkt vertreten hat. dass es denn doch nicht angehe, einen eigenen Vesetzesparagraphen für einen Mann zu schasftn. der ohnehm die Gesetze, also auch alle Paragraphen, welche seit 1867 in Ungarn geschaffen worden sind. perhorresciert und für sich als nicht bestehend ansieht. Nachdem bekanntlich der Ministerpräsident die Vorlage des neuen HeimatsgesetzcS unmittelbar nach Erledigung des Laudwehrgesetzes in Aussicht gestellt hatte, so war diese Angelegenheit parlamentarisch acut geworden und das Ministerium musste unter sich über die Fassung des Gesetzes ins klare kommen. Nach den bisherigen Nachrichten scheinen sich im Schoße des Ministerrathes schwerwiegende Differenzen über die An« ordnung des Gesehentwurfes über das Heimatsrecht er-geben zu haben. Nach der einen Version sollen die sogenannten Aristokraten des Cabinets — Graf Sza» pary, Graf Csaky, Graf Teleky und Baron Fejeroary — der strengeren Auffassung gehuldigt und eine ab» lehnende Haltung gegenüber dem Kofsuth-Cultus drr äußersten Linken eingenommen haben. Zwischen dieser Auffassung und jener des Ministerpräsidenten sollen die Demokraten des Cabinets — nämlich Baross, Szilagy und Weckerle — Stellung genommen haben, so das« schließlich die Entscheidung der Krone in dieser Frage angerufen wurde. Nach einer anderen Version sollen eigentlich keine principiellen Differenzen zwischen Tisza und den Mit, gliedern des Cabinets bestehen, da der Ministerpräsident infolge des letzthin veröffentlichten Briefes Ludwig Kossuths selbst der Meinung sei, dass es — gegenüber solcher Negation aller Legalität in Ungarn — unmöglich sei, in die Incolatsnovelle einen sogenannten Paragraphen aufzunehmen. Die Differenzen beziehen sich ferner darauf, dass Iustizminister Szilagy und andere Minister es für unstatthaft halten, die passive oder trotzige Haltung eines einzelnen Individuums in Angelegenheiten des Heimatsrechtes durch die Ausweitung der Rechte eines Ehrenbürgers zu belohnen. Wie dem auch sei. so besteht jedenfalls zur Stunde die Ministerkrisis, doch dürfte die Erledigung derselben erst nach Votierung des Budgets pro 1890 und des Landwehrgesehes im Magnatenhause, also ungefähr am 13. oder 14. d. M., erfolgen. Nachdem es sich in der Ministerkrisis um die Person des Ministerpräsidenten handelt, so dürften wohl auch alle übrigen Mitglieder des Eabinets demissionieren, wo dann die Bildung eines formell neuen Eabinets erfolgen würde. Nach den in Budapest am meisten verbreiteten Versionen würde für diesen Fall Gras Julius Szapary den Vorsitz im Cabinet führen und wahrscheinlich das Porte-feuille des Nckerbauministeliums einer anderen Persönlichkeit überlassen. Frankreich und Dahomey. Deutschland und Italien haben ihren afrikanischen Kriegsschauplatz, nun komml Frankreich, so sehr es sich den beiden Mitgliedern des europäischen Friebensbundes gegenüber in Opposition befindet, als britler in diesen Vunb, An den Usern des Lagos knallen die Schüsse der wilden Krieger Dahomey's, und die berühmten Amazonen des Negerlönigs ziehen aus. um mit den Franzmännern einen Tanz zu wagen. Der neue König von Dahomey hat, nach der Darstellung des «Temps», den Streit vom Zaun gebrochen; er behandelte den französischen Vertreter Doctor Vayol «mit einer Lässigkeit ohnegleichen und zwang ihn sogar, der Opferung von hundert Sclaven Jeuisseton. Der blaue Shawl. «ovellelte von Andr? Theuriet. bete die <5ܰ" ^ Witwe Jakobe" bewohnte Halls bil» Dinkel »,.^"'"er G^en. welche in einem rechten "rues N'5.^lenbahnstation lagen. Es war ein schmale« ^bildet?., m,' ^ seine vier aus behauenen Steinen drcktez?>^ "^" ««d sein mit rothen Ziegeln ge< Di^S Zechen Gärten erhob, des Jahr.« i3!! ^°ve- hatte das Haus erst im Juli !Hen ssr«,,, >!"' ä'" Zeit des Kriegsausbruches zwi-lhr lind Deutschland, bezogen, nachdem Urden «"5 Z°h" Aristid Ialobi mit den Mobil, ^ohnuna? A"b"" marschiert war. Sie hatte die ^senbabn » ? b"' weil dieselbe den Vortheil hatte, der bass sie ' f Z.l zu sein. Es schien der guten Dame, bloß zwei ^ - ^" H"" Sohne näher sei; er hätte 'allen. "H"tte zu machen, um ihr in die Arme zu btt altert?." Hr Lieblingssohn, der Zweitgeborene; n," Vtntter c ^ " P"is. wo er gegen den Willen ^llllltllna 9K"atkt hatte. Seit dieser Zeit war eine ^ Nitwe k " " Gutter und Sohn eingetreten, und »t dez wn """ H" ganze Zärtlichkeit auf das ^erz n,^"6°"" Sohnes concentriert. Welch tiefer flicht f"" es also für sie, als dieser Benjamin, das .^"bissen ^l ?°" Küffen und den Tornister voll zn.e Da««' s ?""m Bataillon abgereist war! Die Men, 5! . l" der ersten Zeit einen Trost in den «sen. ^e in regelmäßigen Zwischenränmen ein- Dann aber. als das Departement von der deutschen Armee und die Stadt von zwei baierischen Regimentern beseht worden war. wurde die Communication unterbrochen und die Briefe kamen nur selten durch Vermittlung eines Boten, welcher dieselben unter Lebensgefahr einschmuggelte. Der letzte derselben war vom 30. August aus einem Dorfe nächst Sedan datiert gewesen. Dann nichts mehr. eil, absolutes Schweigen. War Aristid gefallen oder infolge der Capitulation von Sedan als Gefangener fortgeführt worden? Sicher war nur. dafs feine Mutter seit dem 30. August keine Nachricht erhalten hatte; allein es war ihr kein Todten, schein eingeschickt worden, und so tonnte und wollte die Witwe nicht daran zweifeln, dass er unter den Le> benden weile. Sie hielt an dem Gedanken fest. dass er irgendwo in Feindesland als Kriegsgefangener inter, niert sei. in irgend einer Festung, von wo eS ihm unmöglich war zu schreiben, dass er aber zurückkommen werde, nachdem dieser furchtbare Krieg sein Ende erreicht haben würde — und sie erwartete ihn täglich mit der Sehnsucht einer Liebe deren nur eine Mutter fähig ist. Nach den angstvollen langen Wintermonaten erfuhr man endlich die Capitulation von Paris und die Unterzeichnung der Friedenspräliminarien; das Herz der Witwe begann wieder höher zu schlagen, von einer ahnnngsvollen. lebhaften Hoffnung erregt. Nun mussten auch die Gefangenen ausgewechselt werden. Sle befanden sich gewiss bereite auf dem Heimwege. Einige der jungen Leute aus der Landesgegend waren bereits zurückgekehrt, man sah sie aus dem Bahnhose kommen, mit hohlen Wangen, leidenden Gesichtszügen und zerrissenen Kleidern, aber in den Augen einen freudigen Schimmer beim Anblick der väterlichen Weinberge. Madame Jakobs versäumte keinen einzigen aus der Richtung von Deutschland kommenden Eisenbahnzug; sie blickte den Neuangekommenen in das Gesicht und richtete an diejenigen, welche aus der Stadt waren, dringende Fragen. Allein niemand konnte ihr Nachricht über Aristid geben, man hatte ihn seit dem Tage der Capitulation von Sedan nicht mehr gesehen. Trotzdem, so sagten mehrere Soldaten, sei nicht alles verloren; Aristid sei vielleicht in einer deutschen Festungsfasematte zurückgeblieben, wo er irgend ein in Feindesland be» gangenes Vergehen a/gen die Disciplin abzubüßen habe. Und Madame Jakobe" schrieb abermals, wie schon so oft, an die deutschen Behörden, indem sie sich jeden Tag an eine neue Hoffnung klammerte. Jeden Abend bereitete sie in dem kleinen Speise-saale des neuen Hauses ein kaltes Souper vor. l>gte ein Couvert auf und stellte eine Flasche alten Weines auf den Tisch; dann horchte sie bebend auf da« Pfeifen der Locomotive und lauschte mit schmerzlicher Veklem-mung des Herzens auf das Brausen der Märzwmde. unter deren Stößen die Fenster zitterten. In einer sehr finsteren und regnerischen Nacht fuhr einmal der von Straßburg kommende Zug m den Bahnhof ein; er fuhr an diesem Tage nicht weiter und setzte alle seine Passagiere auf dem Perron ab. Aus dem letzten Coupe' dritter Classe stieg müMq ein junger Soldat aus. der die Umsorm der Mobilgarden trug. Er zog ein Bem nach. jchien erschöpft vor Müdigkeit, und beim flackerndrn Scheine der Gab» Laibacher Zeitung Nr. 58. 454 11. M^rz 18S0. beizuwohnen, worunter sich mehrere Eingeborene aus dem unter französischem Schuh stehenden Porto Novo befanden. Auch erklärte er ihm, dass er die Verträge mit Frankreich als nichtig betrachte.» Per Angriff auf die französischen Stellungen ließ dann auch nicht lange auf sich warten, einmal, weil der März von altersher der Kriegsmonat der Dahomenser ist und später das Anschwellen der Flüsse größere Bewegungen unmöglich macht, dann aber auch, weil der neue König Nedazin, der den vielverheißenden Neinamen Hosu« Vowele, das ist «der Menschenfresser», führt, dem verstorbenen König Gelele, dem «Löwen der Löwen», ein Opferfest rüstet, an dem er an die tausend Gefangene zu schlachten gedenkt. Der Zug gegen die Franzofen und ihre Schuhbefohlenen soll ihm dazu die Opfer liefern. Diese Königsopfer beschreibt ein Reisender folgendermaßen: «Nach dem Tode eines Königs errichtet man dem Verstorbenen inmitten der Höhle, die als königliches Grabmal dient, eine Art Ehrendenkmal, das mit Eisen» stangen umgeben wird. Der Sarg, der auf ihm ruht, ist aus einer Erde geformt, die mit dem Blute der Gefan» genen aus den letzten Kriegen getränkt und gelittet wirb. Die Opfer sind bestimmt, dem König im Jenseits als Leibwache zu dienen. In diesen Garg wird der Leichnam gebettet; als Kopfkissen legt man ihm die Schädel der besiegten Könige unter das Haupt, und schließlich werden am Fuße des Grabmals als Reliquien der verblichenen Künigswürde so viele Schädel und Gebeine als möglich aufgehäuft.» Bereits sind Meldungen über zwei Gefechte eingelaufen, welche französische Truppen in der vorigen Woche mit den Horden des Königs hatten, und am 5. März wurden einer in Paris eingetroffenen amtlichen Meldung zufolge die französischen Truppen in Kotanu neuerlich von den Eingeborenen von Dahomey angegriffen, die letzteren jedoch mit beträchtlichen Verlusten zurückgeschlagen. Die Unzahl der Gefallenen, unter denen sich mehrere Ama« zonen befanden, wirb auf vier Hundert geschäht, während auf französischer Seite acht Tirailleurs und ein französischer Artillerist gelödtet und die gleiche Anzahl verwundet wurde Aus dem Haupthafenorte des Königreiches, Wyddah, wird berichtet, dass dort sechs Personen, Agenten Mar-seiller Firmen, sowie ein französischer Missionär, obzwar sie gewarnt und ausgefordert worden waren, nach Porto Novo zu flüchten, den Dahomensern in die Hände fielen. Der portugiesische Secretär des König« Bedazin, Eansioo, war es, der den Franzosen die Falle stellte. Die Gefangenen wurden nach «bomey, der Hauptstadt des Landes, geschleppt. In Pari« wird nun eifrig die Frage der Annexion des Landes besprochen. Dahomey hat seit jeher die Aufmerksamkeit der Europäer auf sich gezogen durch fein in Negerstaaten ganz ungewöhnliches strammes monarchifches Regiment, das sich freilich mit graufamen Gebräuchen umgibt. Die Dahomenser sind sehr kriegerisch, und ihr etwa 10.000 Mann zählende«, mit Kanonen und Gewehren ausgerüstetes Heer unternimmt jährlich ausgebreitete Kriegszüge, um Sclaven und Vieh zu erbeuten. Den Kern des Heeres bilden 1500 Sclavinnen, die als Leibgarde des Königs gelten und in verschiedeneu Orten gar« nisonieren. Das Königreich hat einen Flächenraum von 168 Quadratmeilen und zählt 180.000 Einwohner; es besteht aus mehreren großen, durch Sümpfe geschiedenen Terrassen. Die Bewohner huldigen zumeist dem Fetischdienst, doch gewinnt das Christenthum jetzt sehr an Boden, und es besteht in Wyddah bereits ein apostolisches Vicariat. Seit zwei Jahren steht Dahomey nominell unter portugiesischem Protectorat. Politische Ueberficht. (A ll s Untersteiermark.) Wie das «Deutsche Volksblatt» aus zuverlässiger Quelle erfahren haben will, hat der Reichsraths- und Landtags - Abgeordnete Freiherr Gödel-Lanoy gegenüber den slovenischkn Partei-Männern erklärt, bei den kommenden Landtagswahlen wie bei den nächsten Rlichsrathswahlen in seinem bis» herigen Wahlbezirke Marburg nicht wieder zu candi-dieren. Es soll zwischen Gödel und den slovenischen Parteimänuern ein entsprechendes Einvernehmen gefehlt haben, welcher Umstand den Freiherrn von Gödel zu dem erwähnten Beschlusse wohl veranlasst haben mag. Die slovenischen Parteimänner beabsichtigen an seiner Stelle einen zuverlässigen Slovenen zu wählen. (Die Budget-Debatte) dürfte am 17ten März im Pleimm beginnen. Man hofft, bis zu den Osterferieu die Generaldebatte zu absolvieren sowie in der Specialberathung einige Capitel zu erledigen. Vor Ostern dürfte auch noch der Gesetzentwurf, betreffend die Reform der Verzehrungssteuer in Wien, der Plenarver-handlung zugeführt werden. (Unsere Justiz.) Abgeorneter Madeisli beantragte im Budgetausschusse eine Resolution, betreffend die Bestellung von Untersuchungsrichtern mit Selbstän» digkeit gegenüber den Slaatsanwälten. Abg. Menger klagt, dass die Staatsanwälte an politischen Agitationen theilnehmen und als Candidate» auftreten. Der Justiz-minister Graf Schönborn wies auf die betreffenden Dienst- und Rangverhältnisse der Untersuchungsrichter und Staatsanwälte hin. Wenn Fälle vorkommeil sollten, welche die Vertrauenswürdigkeit eines Staatsanwaltes in Frage stellen, so möge man die Anzeige machen, es sei aber gesetzlich unstatthaft, allgemeine Verfügungen zu treffen, welche die politischen Rechte der Staats-anwaltschaftsorqane annullieren würden. Hierauf wurde die Resolution des Abg. Ritter v. Madeisti ange. nommen. (Aus Brunn) meldet man: Die Vertreter der Mittelpartei haben bei den Verhandlungen über das Compromiss erklärt, dass sie entschlossm seien, für eine Milderung der nationalen Gegensätze Mährens zu wirken, und gaben der Hoffnnng Ausdruck, dass der liberale Großgrundbesitz sie in diesem Bestreben unterstützen werde. (Die ungarische Ministerkrise) steht im Vordergrunde des politischen Interesses. Die Versuche, welche unternommen wurden, um die Differenzen im ungarischen Ministerium inbetreff des Incolat-gefthes z»l beseitigen, sind resultatlos geblieben. Das Incolatgesetz hängt einerseits mit der Kossuth-Frage. anderseits mit den Scandalen im ungarischen Ab° geordnetenhause zusammen. Die äußerste Linke und ihre Bundesgenossen verlangten als Preis für ein an» ständiges parlamentarisches Betragen eine solche Fassung des Heimatsgesetze«, durch welche auch Kossuths Staats" bürgerschaft anerkannt würde. Herr von Tisza hat sich hiezu auch bereit erklärt, aber seine Eollegen, und na« mentlich der Iustizminister Szilagyi, theilen diesen Standpunkt nicht und wollen beim Incolatsgesehe vom Falle Kosfuth ganz absehen. (Im deutschen Reichstage) soll die M litärvorlage erst im Herbst eingebracht werden. S^H zur Zeit noch nicht fertiggestellt. Sie bezweckt zw'M eine Reorganisation der Feldartillerie und Erga'l'zullss"' an Specialtruppen bei den neuen Armeecorps, "" Feldartillerie-Regimenter sollen auf die gleiche Zaln von Abtheilungen imd diese wiederum auf die sslcM Batteriezahl gebracht werden, nämlich jedes R^luM" zu vier Abtheilungen und diese zu je drei Batterie», einschließlich der bestehenden reitenden Abtheilung Außerdem ist eine Vermehrung der Unterofficiere »l"0 eine Aufbesserung ihrer Lage' in Allssicht genonnne«! (Russische PrämieN'Anleihe.) M", einer der «Pol. Corr.. aus Petersburg zugeh-no» Meldung ist iu dortigen unterrichteten Fiual^trelp von der bevorstehenden Emission einer neuen Pmnue»' Anleihe in der Höhe von 80 Millionen Rubel v' Rede. durch deren Erlös den kleinen Grundbesitzer'' Hilfe gebracht werde», soll. die auf ihre Güter bei d" staatlichen Aauernbank Hypotheken aufgenommen ha^ und die ihre Verbindlichkeiten ebensowci'ig zu erMe imstande sind. als es die bei der Adelsbank oerM beten Grundbesitzer waren, denen zu Lieb«' die EnWlo des vor einigen Monaten auf den Markt gebrachte» Prämien'Anlehens gestallet wurde. „ (Im englischen Unterhause) beantrag" der Tory.Abgeordnete Jennings einen Zusatz zu S^ Antrag, betreffend den Bericht der Parnell.CommH^ welcher bezweckt, die «Times» heftig zu tadeln, tve sie, hauptsächlich gestützt auf gefälschte Briefe. Mg»^ der des Hauses der Mitschuld an Mordthaten anllag'^ Die Opposition begrüßte den Antrag mit stürmM" Beifall. , .„ (Russland uud Serbien.) Aus P^ersM» wird uns llnterm Gestrigen telegraphisch gemeldet: «^ gestrigen Versammlung des slavischen Wohlthätigle"^ Vereines wohnte auch der Präsident der s"^!^ Skupschtina, PM. bei und hielt eine Ansprache.^ selbe erklärte, er freue sich, dem ganzen russischem "^ für das vergossene heilige Blut danken zu lönnen-^ Bande, welche das russische und das serbische Vott ^ knüpfen, sind heilig; es sind dies Bande des W» und des Geistes. Da« serbische Volk war, ist und N» ein treuer Freund des russischen Volkes sein; nielN" kann sie trennen. u (In Mailand) wurden 23 Anarchisten ^ einer großen Zahl aufrührerischer Manifeste « Brandbriefe verhastet. Mehrere derselben waren " kürzlich bei einer Oerichtiverhandlung freigesp^ worden. Die Verhafteten riefen auch Samstag! eine Ruhestörung bei beschäftigungslosen Mas«"" arbeitern und Maurern hervor. Ae (Bulgarien.) Au« Brüssel wird gemeldet: A, «Independanc Velge» erfährt aus bulgarischer A"^ Prinz Ferdinand von Eoburg werde, falls die iM^ die Anerkennung seiner Regierung verweigern, "v" ^ Frühjahre die Unabhängigkeit des Fürstentums V clamieren. ^i (Aus Japan.) Nach brieflichen Mld'H, aus Tokio sind die Wahlen für das künftige ^"^ ment Japans bereits ausgeschrieben und aU'^Ml-1. Juli festgesetzt worden. Der schon durch das "" H gesetz eng begrenzte Kreis der Wählerschaft wird die Ausführungsverordnung noch mehr beschränk stammen des Bahnhofes erblickte man sein bleiches, hohlwangige« Antlitz, seinen langen Bart und seine gebeugten Schultern. Da er seine Reise erst am nächsten Morgen fort« s'hen konnte, erkundigte er sich bei den Beamten nach einem in der Nähe gelegenen Wirtshause, und man be> zeichnete ihm ein solches. Er verließ als letzter den Bahnhof. Bereits hatten sich die Reisenden, welche sich nach der Stadt begaben in der Dunkelheit verloren, und er irrte in der Finsternis umher, indem er nach dem Wirtshause suchte. Seine schmerzenden Füße traten in Pfützen, aus welchen der Schlamm hoch aufspritzte, und bei jedem Fehltritte, den er that. hörte man seine blecherne Essschale im Anschlage an die leere Feld« flusche erklingen, die an seiner Seite hieng. Endlich unterschied er in der Dunkelheit ein iso» liertes Haus. durch dessen Fenster noch der Schimmer einer Lampe fiel; da dachte er, dass dies das Nachtlager sei, von dem man ihm gesagt hatte, er näherte sich der Schwelle, tastete sich im Dunkel vorwärts, fand einen Klingelzug und zog rasch an demselben. Rasch wurde auch das erleuchtete Fenster geöffnet, ein Frauenkopf beugte sich heraus und eine vor Rührung fast erstickte Stimme rief: dass er vor Schlaf fast umsinke, und sie führte ihn in das Zimmer ihres Sohnes. Und als er sich am nächsten Morgm angelleidet hatte und sich zur Abreise vorbereitete, sehte sie ihm „och ein reichliches Frühstück vor und erzählte ihm die Geschichte ihres Sohnes. «Das unglückliche Kind,» seufzte sie, «wer weiß, was er dort in der Fremde leiden muss! . . . Nach dem. wa« Sie mir erzählt haben, ist das ein Leben unter fortwährenden Entbehrungen, und er, der z.i Haus? so verwöhnt war! ... Ehe er abreiste, '"^i, ich ihm mit meinen eigenen Händen einen 9. ^ Shawl aus blauer Wolle, damit sein Hals un^ ^,. Ohren vor Kälte geschützt seien, da er an heffA ^l' ralqie zu leiden pflegt. Wenn er es nur nichl^^l lassen hat. während der rauhen Winternächte den «?" anznlegen? ...» M" Der Soldat hatte zu essen aufgehört; der ^, blieb ihm im Schlunde stecken. Er erinnerte pcy^n lich, dass er eines Abends in der Ebene von ^, einen jungen Mobilgardisten neben sich haltt' ^^» das Signalement von Aristid passte und d" ^z< Shawl aus blauer Wolle trug. Sie waren aue ^e" gefangene; allein inmitten ihrer traurigen ^A^diste"' di? Soldaten über die Vermummung des /e> den sie spottweise «d»'l, kleinen Blauen» hieße" ^ Eines Alands vcrsuchte der kleine Ola"e^hsl fliehen; allein er war kaum zwanzig Sch"^ ^ A Baracke, alö ihm eine Schildwache "achsch^ " stiiL ans der Ebene todt zu Boden streckte — ^ ble>" lwr auf die Erde gerollt, und man erblickte "«. hs, Haupt des todten Soldaten in der UmraY»" Shawls aus blauer Wolle. ^..,.„ B' Dcr Soldat stand auf. dankte der W"u.^ „F ihr die Hand. und sagte ,hr. dass sie nur yo^ ;„ b" u»d das« noch mancher kriegsgefange Lands»"« ^ Festungen des Feindes zurückgeblieben sei. «"! gouiss wiederkommen, ,«,r dc<>^ Dann nahm er seinen Tornister, lwda »" ^ fe»A war. räusperte er sich heftig und trocknete M ^" ten Augen ... Er wusste es wohl. das» " Blaue» nicht wildellommen wl'lde! ^saibacher Zeitung Nr. 58._____________________________________455 11. Vttrz 1890. Tagesnemgleiten. f., Je. Majestät der Kaiser haben, wie der «Bote Zur ^trol und Vorarlberg, meldet, den freiwilligen Feuerwehren in Kiens und Sand in Taufers sowie irner m Mieders je 80 ft. zu spenden geruht. , ,terrichtsminister Dr. von ^autsch über die Ergebnisse der EuquKe zur Reform der '«"»tischen Studien, dass diese Enqußte zu positiven Re. «ltaten geführt habe. Was das Ergebnis selbst betrifft. ' 'oll auch in Hinkunft an dem System von zwei ^lUdiengruppen festgehalten werden. Die erste Gruppe lm V "^historische Disciplinen, die zweite das posi- oe Hecht und die Staatswissenschaften. Den Studierenden N?. "ne größere Freiheit in der Wahl der Fächer ge« '«"e werden. Auch an dem bisherigen System der «»atsprüfungen werden Aenderungen nur insofern« vor. « «ommen, als nach Absolvierung der Fächer der ersten l"ppe die rechtshistorische Staatsprüfung schon nach ltinn ^ bitten Semesters wird abgelegt werden nnen. Obligatorisch wird die Prüfung erst nach dem «len Semester sein. Nach Nblegung der rechtshistorischen ""«Prüfung soll der Studierende noch weitere vier Se-di n .°" ^ Universität verbleiben, so dass die ganze Stu« sH?^" beim fleißigen Schüler auf 7 Semester reduciert er-lick >- Ablegung der judiciellen oder staatswissenschaft. ^" ^aatsprüfung lönne noch innerhalb der Studiendauer, den ^ '" ^n ^^^" "'" Wochen, vorgenommen wer« ^ ' o,e letzte Staatsprüfung dann unmittelbar nach den acht ^ Ehrend gegenwärtig die ganze Studiendauer PM ^" und außerdem noch sechs Monate (für die tzt"/""aen) betrug, lönne in Hinkunst beim fleißigen einer?" "^ 6" von sieben Semestern einschließlich von ^"""periobe genügen, wodurch sich eine Abkürzung Kill.. 5" ""km. Jahre ergibt. Was den Inhalt der Vetr?" ^"^' so kämen in der ersten Gruppe in und a?« ' """iches Recht, Kirchenrecht, deutsches Recht »escki^. ""'" Prüfungsgegenstand «österreichische Reichs« den «? , "" Berücksichtigung der Rechtsentwicklung in aus uns ^""orien. welche Disciplin mit Rücksicht In d- Zustände von großer Bedeutung sein dürfte. tlne s<« , ^'^" ^"vve. ^" bie Staatswissenschaften drill. Netonung erfahren und demgemäß die Staats' "«lung eingerichtet werden. We^.^°H ^^ Jahren.) Am ü. Mai 1868 Ar 2ny '^" Tagespost, berichtet, der Schlepper ^eize ^" '"^ """ Ladung von 4000 Centner Hamvl °"^ ^"^"" dort angekommen war. von dem nach m„'^tis. durch die Linzer Douaubrücke und sliek ^''°u bugsiert werden. Beim Passieren der Brücke loche na . ^^pp" an einen Querbaum, zwei Brücken-Unter 5.« r ""' ^'° ^^"^ "°lh- und das Schiff gieng lunden ?5 '^ Personen, welche sich aus demselben be-lchen w?^"' ^""^" gerettet werden, ebenso die Men-lvelch- ?° ^ °"^ der wlilck befanden, bis auf zwei. besonder« !""^" ^^ den Rettungsarbciten thaten sich Herr N s Kapitän des Dampfers «Matyas Kiralyi». l>n h^ m« ^' d" nachmalige Director des Theaters Nach 29^^ dann ^s 2i"ier Pionniercorps hervor. »^ '"bren ist nun ein Theil dieses verunglückten Schleppers infolge des gegenwärtig sehr niedrigen Wasserstandes oberhalb Heilham bei Urfahr zum Vorschein gekommen; der größte Theil desselben liegt aber »nter Schutt und Gerölle begraben. — (Aloisius »Jubiläum.) Im nächsten Jahre sind fünf Jahrhunderte verflossen seit dem Tode des heiligen Aloisiu «. Dieser Tag soll, wie katholische Blätter berichten, in der ganzen katholischen Welt in großartiger Weise begangen werden, besonders aber in Rom, wo der Heilige sein Ordensleben zubrachte, und in Mantua, welche Diöcese sich rühmt, ihn zu den Ihrigen zu zählen. Ein Comite hat sich gebildet, an dessen Spitze der Bischof von Mantua steht und welches die Aufgabe hat, die Bewegung zu organisieren. — (Die Zimmerpreise in den Hotels.) Der Wiener Magistrat hat an das Gremium der Hoteliers in Wien eine Zuschrift gerichtet, in welcher der Wunsch ausgesprochen wird, dahin zu wirken, dass in den Hotels die Iimmerpreise in den einzelnen Passagier« zimmern sammt den Preisen für Bedienung, Beleuchtung und Beheizung ersichtlich gemacht werden mögen. — (Studententumulte in Prag.) Sechs» hundert czechische Studenten demonstrierten Samstag abends vor den Wohnungen des Universitätsrectors Talir und der Professoren Tomek, Koicala und Bräf so arg, dass die Tumultuanten von zwei Compagnien Militär mittels eines Bajonettsangriffes auseinandergetrieben werben mussten. — (Zwei Kinder verbrannt.) Aus Graz wird telegraphiert: Gestern abends um halb 8 Uhr kam in einem Bauernhause zu Raaba bei Graz ein Brand zum Ausbruche, bei welchem zwei Knaben, acht und eilf Jahre alt. die sich unter einem Bette versteckt hatten, verbrannten. — (Nona in Slavonien.) Der «Slavoni« schen Presse» wird aus ^epin mitgetheilt, dass dort einige Fälle von Nona, alle mit tödlichem Nusgange, vorgekommen sind. Die Symptome waren ganz dieselben, wie bei den in Italien vorgekommenen Fällen; die be< treffenden Personen verfielen in einen drei' bis vier« tägigen Schlaf, aus dem sie nicht mehr erwachten. — (Orientreise.) Vorgestern sind die öfter, reichischen Reisenden unter Führung A. Silberhubers von Jaffa über Beirut, nach Besuch der Inseln Cypern, Rhodus. Chios, wohlbehalten in Smyrna eingetroffen und fuhren gestern nach Constantinopel. — (Verhaftete Auswanderer.) Drei kroa« tische Arbeiter, welche, um drr Erfüllung der Militär» Pflicht zu entgehen, mit angekauften Auslandspässen nach Amerika auswandern wollten, wurden in Wien verhaftet und dem Lanbesgerichte eingeliefert. — (Beim Abschied.) «Liebe Frau, schreib mir von Zeit zu Zeit eine Gardinenpredigt, ich kann sonst nicht einschlafen.»__________________ Vocal- und Prooinzial-Nachlichten. — (Anerkennung.) Die k. l. Landesregierung hat der Herrschaftsbesiherin in Treffen Frau Marie Greßel für die mit Ausdauer und Erfolg ausgeführte Aufforstung ihrer Waldgründe die Anerkennung aus« gesprochen. — (Kammermusik-Soiree.) Das Quartett Hellmesberger, vom vorigen Jahre noch im besten An« denken stehend, fand gestern abends wieder ein wenngleich nicht so zahlreiches, aber dafür sehr dankbares Audito- rium. Es war eben der Zeitpunkt für dieses Concert, zwischen zwei Sensations«Concerte hineingeschoben, ein äußerst unglücklich gewählter: ein paar Tage vorher die russischen Concerte und in wenigen Tagen das große philharmonische Concert in Sicht, Der Theil des Publi-cums, welcher aber trotzdem erschien, sah sich reichlich belohnt, denn was da geboten wurde, war eben nur künstle« risch Vollendetes. Absolutes Zusammenspiel, jedes Crescendo, jedes Discrescendo wie aus einem Munde gebracht. Das Unterordnen jedes Einzelnen unter dem musikalischen Gedanken, der zum Ausdruck gebracht werden soll, das glän« zende Forte, das zauberhaft flüsternde Smorzando, die Kühnheit des stürmischen und die künstlerisch breit aus» legende Ruhe des getragenen Rhythmus, die Reinheit der Intonation jeder einzelnen Stimme, und dazu noch die Klangschönheit des Tones, der stets nur Ton ist und nie an seine Entstehungsmittel. Rosshaar und Schafbarm, erinnert — das alles sind Vorzüge des Hellmesberger'jchen Quartetts, die für sich allein schon wirken müssten, selbst wenn alle diese Mittel nicht an so herrliche Aufgaben herantreten würden, wie es die drei zum Vortrage ge» brachten Quartette waren. Schuberts O-woU«Quartett mit feinen fein ausgearbeiteten Variationen, das durch seine reizenden Details fesselnde Haydn'sche L-äur-Quar« tett und vor allem Beethovens N8-äui--Quartett, op. 14, mit seiner Harfenimitation im ersten Sahe, seinem tiefen Gedanlenleben, in der That, das waren Aufgaben, würdig einer so vollendeten Durchführung. Der Schluss des Veetheven'schen Quartetts bewegte sich in einem Tempo, das uns nahezu zu bewegt erschien, aber gerade deswegen Gelegenheit bot, die Sicherheit der Spiele zu bewundern. Der Erfolg des Abends war ein für die Künstler höchst ehrenvoller, denn nach jedem einzelnen Satze dröhnte braufender Beifall durch den Saal und nach jedem Quartette erfolgten mehrfache stürmische Her» vorrufe. Wir denken, es wäre ein großer Gewinn für die musikalischen Verhaltnisft Laibache, wenn w»r das Hellmesberger'sche Quartett jedes Jahr als Gast bei uns zu begrüßen Gelegenheit hätten. — (Veränderungen im Besitzstände der Realitäten in Krain.) Im Jahre 1687, dem letzten, worüber die betreffenden Daten vorliegen, fanden in Klain 9192 solcher Veränderungen mit einem Gelb« werte von 7.387.001 ft. statt, und repräsentieren die betreffenden Realitäten einen Flächeninhalt von 44.495 Hektaren, also 4 4? Procent von der Vesammlarea de» Landes per 995.583 Hektaren, Mehr als die Hälfte dieser Ve-sihverünberungen wurde durch Kaufverträge veranlasst, und zwar 5083; die Zahl der Veränderungen, die durch executive Veräußerungen herbeigeführt wurde, liegt un» speciell für Krain nicht vor; fürs ganze Reich beträgt sie 4 5 Procent., und die Ziffer dürfte annähernd wohl auch für Krain gelten. — (Beschädigung infolge Explosion.) Um 7. d. M. während des vormittägigen Unterrichtes in der Volksschule in Assling spielte die I Ijährige Schülerin Maria Pretnar mit einer angeblich auf der Straße aufgelesenen Dynamitpatrone, deren Zündsatz sie mit einer Stahlfeder aus der Hülse bringen wollte. Diese Ma« nipulation soll die Explosion der Patrone zur Folge ge-habt haben, Durch die Explosion wurde der genannten Schülerin Daumen, Zeige- und Mittelfinger der linken Hand weggerissen, deren rechte Hand zudem erheblich beschädigt und der Schüler Jakob Tebenekar von Nssling an der linken Hand leicht verletzt. 3>ie Zriile. us den Memoiren eines Malers. «on Heinrich Vlenllewiez. (12. Fortsetzung.) Ullller^" ^"nnng Swiatecki's nach ist die Historien« w°r nichts Hl? w"barei.. Ich befasse mich lN'r aan? «?-^.?°"lchen Stoffen, und persönlich ist es die al» s .M"'6' doch höre ich dirse Anschauung, bürmt «', f'Hl'ltllch gilt, von allen Seiten. Man gewaltig! '""wahrend auf, und das langweilt mich ^lieh!n^^^'lchen Maler haben einen Fehler. Sie b'e Kuntt k ^,"^ ilgk"d welchen Doctrine« über "nter ibr-^"^vund und leben nachher beständig killen Am. A""°s!>l, betrachten alles durch die Ü?d sind ..f ^ctrmen, Zwingen sie der Kunst auf ^»«eaent?-?^ dessen bessere Apostel als Maler. 'H wieder 7.,^ ^?"' "" ich oben besprochen, kannte '"K" WM. c ^°ler. denen der Mund gar nicht ""d wie Np l -' ,lb das Thema, was die Kunst ist ^swngsfii^ s°^' berührt wurde, und die ganz band nH^ waren, sobald sie den Pinsel in die A'losod^n"^mal kam mir der Gedanke, dass die ^ ihnen ^i'« ^"'e der Kunst feststellen sollten. ferantwom^ "'Hl gelingen würde, sollten sie hiefür l^" so m«l^""Ht werden - die Maler aber '°^" malen,«' "" ihnen ihr Herz dictiert, und N,e5 w"ner U?,A' denn das ist die Hauptsache. ^ wert al« M "^ 'st das geringfügige Talent " die schifte Doctrin, und die schönste Doctrm ist nicht wert, der Freiheit die Stiefel zu putzen. X. Ich war mit Kazia und Suslowsli in der Aus« stellung. Scharen standen fortwährend vor meinem Gemälde. Als wir eintraten, begann man sogleich zu flüstern, und mich diesesmal betrachtete man mehr mich und Kazia als mein Gemälde. Besonders die Damen musterten Kazia aufmerlfam. Ich bemerkte, dass sie damit fabelhaft zufrieden war, doch nehme ich ihr dies nicht übel. Es war ärgerlich, dafs sie die Leichen SwiatectVs als ein «unanständiges» Gild bezeichnete. Sllslowski erklärte, dass sie ihm diese Bezeichnung aus dem Munde a/nommen, ich aber war darüber auf« gebracht. Dass doch Kazia eine so merkwürdige An« fchammg von der Kunst haben kann! Voll Aerger verabfchiedete ich mich gleich, und unter dem Vor« wände, dass ich mit Ostrzynsti zusammenkommen müsse, gieng ich wirklich zu ihm, um ihn zu einem Dejeuner mitzunehmen. XI. Ein Wunder sah ich! Jetzt habe ich es erst ver« standen, wozu der Mensch Nua/n hat. ^orpo 6i Lac-eo! Das war eine Schönheit! Wir giengen mit Ostrzyusli, als ich an der Ecke der Weidengasse eine Dame er« blickte. Ich blieb wie versteinert stehen, öffnete die Augen, verlor die Besinnung und packte OstrzynLkl unwillkürlich bei der Cravatte und löste sie auf — rette mich! Das wäre noch nichts, dass sie tadellose Gesichtszüge hatte, es war einfach ein KunstmodeU. ein Meisterwerk der Zeichnimg, des Colorits und des GentimeM. Greuz würde bei ihrem Anblicke auferstehen und sich nachher erhängen, weil er solche Vogelscheuchen ge-macht hat. Ich betrachtete sie fortwährend. Sie yieng allein, doch was sage ich? Poesie. Musik, der Frühling, die Lust und Liebe waren ihre Begleiter. Ich weih eil nicht, ob ich sie gleich hätte malen wollen, ich würde lieber vor ihr niederknien und ihre Füße küssen. Ich wusste es überhaupt nicht, wozu ich Lust hatte! Sie gieng an uns vorbei, heiter wie ein Sommer, tag. Ostrzynski grüßte sie. doch sie sah ihn nicht. Ich erwachte gleichsam aus einem Traume und rief: «Folgen wir ihr!» «Nicht doch.» sprach Ostrzynski. «bist du denn verrückt geworden? Ich muss die Cravatte zubinden. Lasse sie doch gehen, es ist meine Bekannte.» «Deine Bekannte? Stelle mich doch vor!» «Fällt mir gar nicht ein... Du hast ja drine Braut.» Ich überschüttete Ostrzynski und seine Nachkommen bis zum neunten Geschlechte mit Verwünschungen und wollte allein der Unbekannten nacheilen. Zu meinem Unglück bestieg ich einen Fiaker. Nur von der Ferne sah ich ihren Reisstrohhut und den rothm Sonnenschirm. «Kennst du sie wirklich?, frug ,ch OstlW'sti. «Ich kenne alle Leute!» «Wer ist sie?, «Es ist Frau Hele Kolczanowsla. geborene T>irno, »!i»n auch FräuleiN'Wltwe genannt.» «Wieso Fräulein.Witwe?» (Fortsetzung solgl.) Laibacher Zeitung Nr. 58. _____456 11. Mürz 1890. — (Fahrpreisermäßigung für Militär-Personen in Eiviltleidung.) Das Verordnungsblatt für das Heer meldet folgende Verordnung des Reichs-Kriegsministers: Ueber hierfeitige Anregung und mit Zustimmung des l. l. Handelsministeriums und des königlich ungarischen Handelsministeriums sind die österreichischen und ungarischen Eisenbahnverwaltungen über« eingekommen, den Generalen, Stabs« und Oberofficieren des Ruhestandes sowie den im Ruhestände befindlichen Militärpersonen die bei Reisen in Uniform gebürende Fahrpreisbegünstigung auch für deren Reisen in Civil« lleidern gegen jedesmalige Vorweisung einer besonderen, vom vorgesetzten Militär - Territorial - Commando aus« gefertigten Legitimation zu gewähren. Die Generale, Stabs- und Oberofficiere, dann die übrigen gleichgehaltenen Militärpersonen des Ruhestandes sind von dieser Fahrbegünstigung seitens ihrer Eoidenzbehörden mit dem Veifügen fofort zu verständigen, dass jeder Bewerber um die amtliche Legitimation einen Vegehrzettel mit seiner Photographie in Civillleioern (Visitlartenformat) sogleich an die zuständige Evidenzbehörde abzugeben und die Uebernahme der ausgefertigten Legitimation dafelbst — nach Erhalt eines diesbezüglichen Avisos — auf eigene Kosten zu veranlassen hat. — (Aus der Laibacher Diöcese.) Wir wir dem diesertage erschienenen «llatalo^ug eieri äioeoougi» 1»b»«u8i«» entnehmen, sind von den 273 Pfarren der Diverse derzeit 4b und von den 225 Kaplaneien derzeit 100 unbesetzt. Curatlirchen gibt es in Krain 310, Filial« kirchen 100b, Kapellen 184. Die Oesammtzahl der effec« tiden Seelsorger beträgt 40s, Pensionisten und Deficien« tenpriester gibt es in der Diücese 42, Priester in an« deren Anstellungen 29. Ordenspriefter zählt die Diöcese 52, Ursulinerinnen 31, Earmeliterinnen 6, barmherzige Schwestern 112 und Schulschwestern 21. — (Unsere Mittelschulen.) Aus Wien wird uns unterm Gestrigen telegraphisch gemeldet: Der Vudget-ausschuss verhandelte heute die Titel «Hochschulen» und «Mittelschulen», Minister Oautsch anerkannte die Noth« tvendigleit der Revision der bestehenden Diplomprüfung für die Techniker; die erforderlichen Einleitungen hiezu seien bereits im Zuge. Der Minister wies ferner auf die getroffenen Maßnahmen betreffs Verbesserung der Lage der Supplenten hin; hinsichtlich der Pienstesbehandlung der Supplenten im Mobilisierungsfalle seien VerHand' lungen über einen diesbezüglichen Gesetzentwurf im Iuge. Redner legte dar, dass die Gymnasial - Enquite über mehrfache Aenderungen bei der Maturitätsprüfung sich einigte; außerdem sei eine Reihe von Aenderungen in der Lehrstoffvertheilung und in der Methode im Unter« gymnasium beantragt worden. Weiters wies Minister Freiherr von Vautsch bezüglich der eventuellen Reactivierung desKrainburger Gym na« siums darauf hin, dass in Laibach die Er< richtung eines selbständigen Untergym« na siums durch die Abtrennung von Pa» rallelclassen noch in diesem Herbste er-folgen wird, was zunächst genügen dürfte. Jeden« falls müsse die Unterrichtsverwaltung das Ergebnis dieser Mahregel abwarten, bevor sie weitere Beschlüsse fasst. — (Schadenfeuer.) Am 4. d. M. brach in der dem Mathias Krizaj gehörigen Kaifche zu Vorenjavas, vermuthlich infolge Unvorsichtigkeit beim Heizen des Ofens, Feuer aus, welches sich alsbald auf das Nachbarhaus und die dazu gehörigen Wirtschaftsgebäude der Maria Vertoncelj verbreitete und binnen einer Stunde alle erwähnten Objecte sammt allem darin befindlichen Mobiliar einäscherte. Den Bemühungen der Ortsinsassen gelang es, das weitere Umsichgreifen des Feuers zu hemmen. Der angebliche Schaden des Krizaj beläuft sich auf 400 fl., jener der Vertoncelj aus 2500 fl.. wogegen ersterer mit 400 fl., letztere mit 1100 fl. assecuriert ist. — (Philharmonische Gesellschaft.) Wie bereits angekündigt, findet am kommenden Samstag im landschaftlichen Redoutensaale ein außerordentliches Ton« cert, von der philharmonischen Gesellschaft in Laibach zum Besten ihres Fondes veranstaltet unter Leitung des Musildireclors Herrn Josef Zöhrer und solistischer Mit« Wirkung der Frau Helene Rieckhofs-Pessiack, Opernsängerin; der Fräulein Adele Diermayer, Opernsängerin, und Iosefine Valentin, sowie der Herren Karl Link, sächsischer Hofopern« und Kammer, sänger, und Johann KoSler, stc»tt. Der gemischte Chor besteht aus ausübenden Mitgliedern der philharmonischen Gesellschaft und Mitgliedern der Sängerrunde des «Lai» bacher deutschen Turnvereines». Iur Aufführung gelangt: «Das Paradies und die Peri», Dichtung aus «Lalla Roolh» von Th. Moore, für Solostimmen, Chor und Orchester componiert von Robert Schumann. — Text» bücher 5 20 kr. sind bei Herrn Carl Ka ringer und abend« an der Lasse zu haben. — Anfang um halb 8 Uhr abends. — (Güdösterreichischer Turngau.) Infolge nicht hinwegzuräumender Hindernisse kann das diesjährige Oauturnfest nicht in Marburg staltfinden und wird in Klagenfurt abgehalten werben, da der dortige Turnverein erllart hat. dasselbe zu übernehmen. Es soll mit Ver« meidung überflüssigen Gepränge« im Rahmen einer rein turnerischen «eranstaltunz am 7. «ept«mver stattfinden. Kunst und Aiteratur. — (Holubs Neisewerk.) Das große Neisewert «Von der Caftstadt ins Land der Maschakulumbe» vou Dr. Emil Holub schreitet rüstig vorwärts. Kürzlich sind die Lieserungen 33 und. 34 erschienen. Dieselben beenden die Schilderung des dreimonatlichen Aufenthaltes an der Tschobemündung und beschreiben den Marsch von Vazuugula nach Schoschong, den Aufenthalt daselbst und in den Diamantenfeldern von Kimberley. Die Schilderung begleiten treffliche, nach Originalskizzen de« Verfasser« gearbeitete Illustrationen. — («Martin der Mann.») Als 24. Band der «Ausgewählten Schriften» von P. K. Roseggrr ist sein neuestes Werk unter dem Titel «Martin der Mann, eine Erzählung», erschienen. (Verlag von A. Hartleben in Wien. Preis fl. 2.) Wir haben an dieser Stelle dieses neuen Romans des trefflichen Dichters bereits kurz Erwähnung gethan und angedeutet, dass der Inhalt desselben die Liebe einer Fürstin zu einem bürgerlichen Manne schildert, eine Li^be, die sich unter bc deutungsvollen Ereignissen zu der dämonischen Leidenschaft eines hochgemuthen Weibes zu einem Manne im eigentlichsten Sinne des Wortes entwickelt, um in tragischer Weise zu enden. Nun diese, wie der Verfasser selbst sie nennt, fremdartige Erzählung vor unS liegt, begreifen wir es erst recht, wie diese Geschichte, nach den Worten Roseggers selbst zu jener Art von Dich« tung neigt, in welcher Welt und Mrnschenschictsal ein Gleichnis wird. Wer gewohnt ist, die Wahrheit nur nach Aeußerlichlelten zu messen, der wird in diesem deutsamen Guche auf Unerhörtes stoßen; wer aber die Natur eines von Vorurtheilen befreiten menschlichen Herzens sieht, der wird die Begründung der Dinge vielleicht erkennen. Ein realistisches Märchen könnte man allerdings diese Geschichte nennen, ein Märchen, insoferne fast mär« chenhafte Vorkommnisse den Inhalt derselben bilden. Und doch ist die Erzählung durch und durch modern und realistisch, und nur die Einkleidung ist märchenhaft, welche es dem Dichter gestattet, die brennendsten Fragen des Tages und die ewigen Geheimnisse der Natur und des Menschenheizens an den Faden dieser Erzäh. lung aufzureihen. Eine in der Einsamkeit «.ines Waldschlosscs aufgewachsene Prinzessin wird nach dem gewaltsamen Tode ihres Oheims, der von der Hand eines Mitgliedes der Weihen Brüder, eines politischen Vundes, auf der Adlerjagd gefallen, zur Regie» rung berufen. Es gährt im Volle, die Herzogin weiß sich die Herzen desselben zu gewinnen; aber auch ihr ist es nicht ge< schenkt, sich zu überzeugen, dass man niemals ohne Schuld aus den Höhen eines Thrones sich erhalten kann. Ein Justizmord, den ihre Unterschrift des Todesurtheils gegen den vermeintlichen Mörder ihres Oheims besiegeln geholfen, treibt sie auf einige Wochen in die Einsamkeit des wilden Schattwaldes. Dort stößt sie auf ihr Verhängnis, auf Martin, der, wie sie das Weib, so den Mann lat' exochän repräsentiert. Eine heftige Leidenschaft verbindet die zwei Herzen, die Fürstin entsagt dem Throne, um an der Seite des Gatten ihr Glück zu finden, das sie aus dem Tyrone geflohen. Doch das Schicksal will es, dass Martin eben das Werkzeug des Bundes war. durch welche« dieser den Ohein^ surften beseitigt. Nm Tage der Trauung gesteht Martin der Herzogin seine That. und sie stürzt sich von der Gallerie des Schlosse« in den Hos, wo ihr Glück und Leben endet. Eine tiefe Deutung liegt in dieser Dichtung Roseggers, und seine Natur« schilderungen sind von jener großartigen Anschaulichkeit, die nur dieser begnadete Poet erreicht. Verzeichnis der weiteren beim t. t. Landespräsidium für die durch Elemen-tarereignisse Beschädigten eingegangenen und ihren Bestimmungen zugeführten Spenden: Sammlung der Pfarrämter: Watsch 2 st. 11 kr., Kolowrat I.'i fl., Sottich 4 fl., Primslau 3 fl. 58 kr., Iavorj? ä st.. Schalna 2 fl. 60 kr.. St, Veit bei Sittich N fl. 40 kr.. St Georgen unter dem Kumberge 2 fl., St. Jakob an ber Save 7 fl. 50 kr.. Golbenfeld 7 fl.. St. Marein ü st.. St. Peter in Laibach 4b fl.. Iefchiza 8 fl. 60 kr.; Frau Karoline Schonta, Kreiscommissärs«Witwe, 5 fl. ________ Neueste Post. Original-Telegramme der «Laibacher Ztg.» Wien, 10. März. Die «MontagSrevue. erfährt, die deutsche Kanzlerkrise sei durch die Widersprüche zwischen den Anschauungen des Kaisers und Bismarck« iu ein solches Stadium getreten, dass sie nur durch den völligen Rücktritt Bismarcks ihre Lösung finden lönne. Prag, 10. März. In der Mstädter Fleischbank, im Herzen der Stadt, brach um 9 Uhr abends ein Feuer aus, das größere Dimensionen annahm. Fast sämmtliche aus Holz hergestellten Fleischstände. 200 an der Zahl, und die darin enthaltenen größeren Fleisch« vorräthe wurden vernichtet; der Funkenregen sehte das Dach der in der Nähe befindlichen Schule in Brand. Die Feuerwehr unterdrückte den Brand nach einstündiger Arbeit, unterstützt durch den eingetretenen heftigen Regenguss. Der Schaden ist bedeutend. Cattaro. 10. März. Sr. Majestät Corvette «Frunds. berg» und die Kriegsschisse «Nautilus» und «Albatroß» sind gestern im hiesigen Hafen eingelaufen. Dieselben dürften voraussichtlich einige Tage hier verweilen. Berlin. 10. März. Anstatt des zum kaukasischen Gouverneur ernannten Botschafters Ouvalov soll der Londoner Botschafter Stael nach Berlin kommen — Gestern abends wurde ber emeritierte Pastor Rhode wegen des Verdachtes, den gewaltfamen Tod seiner Ehefrau herbeigeführt zu haben, verhaftet. Es wird angenommen. Rhode habe seine Frau entweder vergiftet oder tödlich misshandelt. Brüssel, 10. März. König Leopold erhielt ein Schreiben Stanley's, worin dieser anzeigt, er werde am 28. März in Brüssel eintreffen. Der König verfügte, dass Stanley während seines hiesigen Aufenthaltes außerordentliche Ehren erwiefen werden. Paris, 10. März. Der Minister des Aeußern. Spuller, richtete heute in officieller Weife an IllleS Simon die Aufforderung, als Vertreter Frankreichs zur Lonferenz nach Berlin zu gchen. Jules Simon erbat sich Bed-nkzeit bis heute abends oder morgen vormittags. Wie man versichert, würde, falls 3^ Simon einwilligte, auch der Deputierte Burdeau dme Mission annehmen. , London, 10. März. Gestern fand im Hydep"' eine Protestkundgebung gegen die unmenschliche At" haudlmiq der politischen Verbannten in Sibirien statt. Ansselommene Fremde. Am 9. März. _,. Hlllcl (Aefant. Oberländer und Goldhammer, Kaufleute - W^ mann. Reisender Wien. — Hohmann, Radmannsdorf, -^ Mannsbart, k. und k. Hauptmann, und Ritter von Gnu»,, k. und k. Oberlieutenant, Cilli. — Iesernig. f. t. Äezn« richter. Luttenberg. — Fischer, l, t. Notar, Wassmfuh. 7^ Treven, Bürgermeister, Assling. - Dr. Dereani und Pca>^ niler. Stein. — Goli. Kausm., Idria, — Kahn. Kau", München, — Arenz. Kaufm.. Tetschen. — Ranzenhofer, Kau,m,, Giaz. — Bergmann und Roblek, Sachsenfelb. ^,,^, Hotel Stadt Wien. Trebitsch, Lustig, Spitzer. Kann und M'« laschet. Kaufleute. Wien. - Mihelic. Gutsbesitzer. Vi,ch"st<^ — Singer, Kaufm., Prag. — Neumann, Kanfm. G^z. Büchler. Kaufm.. Budapest. .. Gasthof Kaiser von Oesterreich. Zirovnil. Göriach. - «<"" mann, St, Andrä. . ,,z Hotel SUdbahnhof, Thaller. Idria. - Mariller und Lollaun, Udine. Verstorbene. Den 8. März. Johanna Gorup. Aufsehers - Tochter, 15 Monate, Polanastraße 66, Zehrfteber, _ ^ Den 9. M ä rz. Gottfried Somnitz. Uhrmachers- V"^ 2 Monate, Petersstrahe 18, Convulsionen. — Aloisia mozm"' Stadtarme. 81 I.. Nurgstallgasse 11, Marasmus. - Johann-Kosec, Inwohnerin. 76 I., Floriansgasse 40. Marasmus. Den 1 0. März. Maria Lunder, Köchin, 51 3" ""^ thal 11, (^»rcinoma utori. Im Spitale: Den 8. März. Maria Schneider, Inwohnerin, ?2 3" Magenkrebs. ^ Berichtigung. Im gestrigen Blatte wurde »«tel e Verstorbenen Johann Elsner fälschlich als pens. k. k. SteueraM^ Controlor angeführt, während es richtig heißen sollte: k.k. p sionierter Steuereinnehmer. ^ WskswirtschasMkes. Oesterreichisch-ungarische Bank. Der gestern ausgegebene Wochenausweis zeigt f^A s, Stand der österreichisch.ungarischen Bank vom 7. März - A? g Notenumlauf 394.530.000 fl. (^ L14.00U st.). MetaM"/ 241.685,000 fl. (- 123.000 fl.). Portefeuille 138,996.0«"',' (^. 3.605.000 fl.), Lombard 23.079.000 fl. (^. 914,00" I"' steuerfreie Banlnotenreserve 54,267.000 fl. (— 242.000 si)' Laibllch, 8. März. Die Durchschnitts < Preise stellen s<" auf dem heutigen Markte wie folgt: ^- st.Ilr, fi,,lr, N_1^^< Weizen pr. Heltolit. 6 6«? 30 Butter pr. Kilo . . ^ - ^ Korn » b 50 5 90> Tier pr. Stück . . — ^ '" ^. Glrst, . b iß 5 6<> Milch pr. Liter. . -^ .° " ^ Hafer . 3 83 3 30 Rindfleisch pr. Kilo -^ "U -^ halbs.üch, .-------6 — Kalbfleisch . - b« ^ Heiden . 5 16 b 70 Schweinefleisch » — ""^^ Hirse . ü — 5 _ Schöpsenfleisch » ^A^.^ Kukuruz » 5 10 5 20 Händel pr. Stück . — A ^. --Erdäpfel lOO Kik, 3 39-------Tauben » ^^ ^ Linsen Pr. Heltolit, 10-----------Heu pr, M.-Itr. . 2 14 ^ «Men » 10-------!- Stroh . . . 2 2.-! Fisolen » 10-----------Holz, hartes, pr. ^ Rindsschmalz Kilo 110------- Klafter 7^^--Schweineschmalz» — 68-------— weiches, » ^ ag«" Speck, frifch. » - 60-------Wnn,roih.,100Ult. ^ gg -« — geräuchert » — 70-------— weißer. » ^V^»-^ Meteorologische Beobachtungen in Laibach>^ L s Z^ ^___^ ^^^^^ ,U,W >?36 6^"2"'8 M7Un^ch'''^ewoM .. O. schwach > heiter ,st Den 10. trübe, vormittags einzelne Regentropfen, H ^r Abend Aufheiterung, sternenhelle Nacht. — Das TageSM" Temperatur 3 5°, um 07° über dem Normale. __^^ Verantwortlicher Redacteur: I. Naglic. ^-< Danksagung. In tiefstem Schmerze über den schweren VerlM « des innigstgeliebten Gatten, beziehungsweise ^m ^ « Schwiege und Grohvaters. Bruders, SckwM l und Onkels, Herrn l Johann Elsner k. l. Steuereinnehmers i. R. außerstande, jeden, Einzelnen nach Gebür zu dan^ sprechen an dieser Stelle allen Freunden "" <,,„e kannten für dir vielen Beweise liebevoller Th"'«"^ während der Krankheit und nach erfolgten« A ^i für die schönen Kranzspenden sowie silv die ""^„,1 lNlng am Leichenbegängnisse den herzlichsten, '»n » Dank aus . . „,., die trauernden Hinterbliebene' Laib ach am II. März 1890. 457 Course an der Wiener Börse vom 19. März 1899. «°«dem oMen«, «»«r«^««. —-»-------- . «llelb Ware StllM-Aulehen. zVen^^'^"" ".^ «^ N'^°sta°t«l°,e. 250 fi'. »3» 50 1»4 l><> »e«!r "" ' s?"«? 5""sl- 140-,41- ^" ', »Illnftel ioo fl. 148 75 144 30 0e^°^.°"«nte. steuerfrei . liy 05 ,1<» 25 °"°" Notenrente. sleuerfre! , i<»,-85 l"» Ub ""»»ttelte Vllenbahn. »"vtiger »»hn Vmlss, i«»4 9575 96 75 ?N?/"renV^^ , . , . w» 10 K.« 80 lln« K'"«"'b°/« . , . »»so 99 8" «° ^ ^nl.13Nfl.«.W.E. „74« 11?.»« «° Wew«^b!!na<, v, I, i«?e ,13 75 114 bl, "'" k.« "" b ,N0 fi. e, W. 1,9 40 14l» 30 tbel^ll ,, . ^ 20 K.O.W. ,40-140 50 «eld Ware Grundentl.-Oblillllti«nen Mr ION N, «M.1, b°/« «allz, kroatische und slavonische . »Ob'— — — 5°/» slebenbürgllcht , , . . —>— —-— ü°/„ lemescr Banni , , . . —>— —>— ö'/n ungarlsll«...... 88 3l> 88 9» Andere össcntl. Anlehen. j Do»au-«tg,-Uose b»/„ <«« ft- > l«9'7ü lL« «5. dto. «»leihe »878 , lNß 50 '07 K» Unleben der Gtad» Gl>« , »,n-- —-- «lnlthe» d. Ktadtgenielnbe Wien iliz »z lOb — Prilm..auül,!lebe» verlo« b°/« 9? — »?'kc> Pfandbrieft (für NX» si.). »odencr, aNg. öst, 4»/„ «, . »1? b!> 118 l>» dt», » 4>/,",„ , , lUU iU 1N1ON Kto. . 4°/, , . . 98-lli 98S0 dto. Prüm. Hchulbverschr. Z«/, »08»» l08 7b Oest. Hypotdelenbllnl 10j. b0°/, ,0l »0 ,0» Lb Oeft.'ung. !l!anl verl, 4!ühr. » 4°/„ . . l0y.. «>ob0 Prioritilts-Obliglltionen (sül lUU fi.), Nerblnanb« Norobahn . 18«« 100 30 ,nu 90 Valizlsche ttarl Lubwlz.Uahn Em, 1»8l 30« fl. G, 4>/»°/, - 99 80 100 4l, Veld Ware Oefterr. Nordwtftbahn . . . 10« — >c>8 40 Ttaatebahn....... 19« — l93 — Lübbahn k 3«/,..... ,49 — >4U 5« » t^ 5°/y..... 1,9 «l> 1»« 40 Ung.^ali,. Vaj,» 101 10 l<» 4« Diverse Lose (per Tlück), 1»U »U Ilarv.Lose 4« fi...... 57— b8— 4"/„ Donllu-Dampfsch. INN fi, . ,3z-— 136-25 Laibacher Pram.>«nleb. «n ft. 2« 50 23 — Oscnrr Lose 40 ft..... «.,._ «i>__ Palffy'Lose 4« st...... 5ß.„ 5^75 «othen Kreuz. «ft. »,,. v, «N fl. ,9,0 ,95» «ubolph-Aose 10 fi..... z„ 75 z, ?,, Valm.Lose 40 fi...... ^^ ß,.^ El. Venoi» Lose 4« fi. . . , «n,^ 8275 Walbslem.Lose «) fi..... 4075 41 ?h Windüch «rähliose 20 fl. . . z».«, z< 50 »ew.'Nch. d. »"/<, Präm.Vchillb. »ersch b, Vobencreditanstal» ,7 — I8 — Vanl. Actlen (per Gtüil), «lnglo-Oesl. Vanl 200fi. «»",„», 1«! »5 lui 7b Vanlvrrein, Wiener 100 fi. . . 1« — 1«» 5» Vbnci,'«nst. öft. »00 fi. E. 40°/, »15 50 »16 50 «lrbt.Nnst. f. Hand. u. V. INOfi. 3l4 5<> 3l5 — llrebltbanl, «lllg. ung. »00 fi. . 1350 50 l»zi — Depositenbank, All«. LlX) ft, . »»0 — Lo2 ^- Heconlple'Ges.,Äibr»st. 50!' ft, . 58» — 585 — Giro- u. Tasse«,., Wiener lwoft. »0»'— «15 - Geld Ware Hl»potbelenb..«N. 2«>s<. >5°/, westbahn 2l»0 fl. . . . 383 — 334 — Vuschttrhrader »is. 500 fl. «M. 1050 1055 dlo. (lit, «.) 2VU fl. . «» — «8- Donau»Damffschlffsahit ' «es., Oefierr, buo fi. «M. . . . 38? - 389 - Drau-Gis, (B..Db..Z.) »00 fi. E. ,99 5« »»U— Dul-«obenb, fi. CM, 19b 75 19ll'll5 Lemb.' lzernow.. Iassy ° Visen' bahN'Vesellsch. 20« fl, 2. . , «3l - »31 50 ülo«,b,»ft.'Ung.,Irleft5(X>fl.4 — dto. (lit. ü.) 20U fl. T. . »19 75. »20 — Pra«'Dulel Visenl>. 150 fl. Gilb. 73 »5 73 75 Lta°t»e4 — Büdbahn liOU fi. Tilber . . . 130 <»U 1«! — Lüb'Nordb.Verb..V.«0Uff.llVl. 171 — 171 50 Trllmway-H«l.,Wr.,i70fi.«(X>fl.T. 193 - 194 - IndnNrle.Actlen (per Htllck), Vau^s.. «ll«. Oest. 100 fl. . »«-— 8? — «ahdler »lsen, und Vt»hl»3nd. w Wien 100«...... 94— »« — »«n,bahn»..2«lh,., erste, 8« fi. 9150 93 — «»lbemühl», Papiers, u. «,'«. 5; 50 56 bu üiestnger Vrauerei 1<»o fl. . . 9»-. 97 — Montan. Otsell., »fterr.. alpine 103 30 I«,«»«, Präger Eilen'Ind.'Vts. »«> ss 4l»8—4lN — K»l°,»Illrj. Tteinlohlen »« fl. 4»» - 4?» — «Schlsglmühl». Papiers. 2l«i fi. 203 — «>b — «Steyrermühl'.Vapiers.u.«..«. 137 75 153 7» Irisaller »ohlenw »Ves. 70 fl. . 141'»'» I4»>50 Wafftns.°G.,0est,in«3len100fi. 435 — 459 — Waggon-Utlhanil.. «llg. in Pest »0 fi......... 85'— 54 — Wr. Baugelellschaft 100 fi, . . 84'- «b — Virnerberzer Zie«el'«ckisn O»es. »78 »» «?, «» Devllen. Deutsche Pl»»e...... « ,5 »«-« Uondon . 1»9 »5 l1»?<) Pari» 4? »», 47 »?, Valuten. Ducaten........ > t «1 »»» »».Franc« Btülle..... »43 »44 Deutsche «eich»banln«len . l»»»5 «4<» Papiri'Rubel..... 1 »9,. l,».. Italienisch, Vanlnoltn (100« » ! «4« 4««?.